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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Die Protozoen als Krankheitserreger des Menschen und der Hausthiere - Für Ärzte, Thierärzte und Zoologen - -Author: Georg Schneidemühl - -Release Date: May 1, 2016 [EBook #51929] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE PROTOZOEN ALS *** - - - - -Produced by Sandra Eder, Reiner Ruf, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive/American Libraries.) - - - - - - - #################################################################### - - Anmerkungen zur Transkription: - - Der vorliegende Text wurde anhand der 1898 erschienenen Buchausgabe - so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Inkonsistente - und altertümliche Schreibweisen wurden beibehalten; Fachbegriffe - sowie fremdsprachige Passagen wurden unverändert übernommen. - Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden - dagegen stillschweigend korrigiert. Die systematische Einteilung - des Buches, die sich anhand des Inhaltsverzeichnisses ergibt, wurde - im Text nicht konsequent wiedergegeben. Die Originalvorlage wurde - auch dahingehend nicht verändert. - - Literaturangaben werden im Original in uneinheitlicher Weise - zitiert, insbesondere was die Abkürzungen der einzelnen - Monographien und Zeitschriften anbelangt. Dies wurde hier - beibehalten, sofern die Verständlichkeit des Zitates dadurch nicht - beeinträchtigt wird. - - Personennamen wurden in der Regel gesperrt gedruckt, was jedoch - nicht durchgehend beibehalten wurde. Der vorliegende Text folgt - auch dahingehend der gedruckten Ausgabe. Das Caret-Symbol (^) - wird einem im Original hochgestellten Zeichen vorangestellt. - Zur Kennzeichnung der von der Normalschrift abweichenden - Schriftschnitte werden die folgenden Sonderzeichen vewendet: - - kursiv: _Unterstriche_ - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - - #################################################################### - - - - - DIE - - PROTOZOEN ALS KRANKHEITSERREGER - - DES - - MENSCHEN UND DER HAUSTHIERE - - - FÜR - - +ÄRZTE, THIERÄRZTE UND ZOOLOGEN+ - - VON - - PROFESSOR DR. GEORG SCHNEIDEMÜHL - PRIVATDOCENT DER THIERMEDIZIN AN DER UNIVERSITÄT KIEL - - - _MIT 37 ABBILDUNGEN IM TEXT_ - - - - - LEIPZIG - - VERLAG VON WILHELM ENGELMANN - - 1898. - - - - -Von demselben Verfasser sind erschienen: - - =Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen - und der Hausthiere= für Thierärzte, Aerzte und Studirende. gr. 8. - - +Erste Lieferung:+ Die Infektionskrankheiten des Menschen und - der Hausthiere. 1895. - - M. 5.--. - - +Zweite Lieferung:+ Die Vergiftungen. Die durch thierische - Parasiten hervorgerufenen Krankheiten des Menschen und der Thiere. - Die Konstitutionskrankheiten. Die Hautkrankheiten. 1896. - - M. 6.--. - - +Dritte Lieferung:+ Die Krankheiten der Verdauungsorgane. - Die Krankheiten der Athmungsorgane. Die Krankheiten der - Cirkulationsorgane. Die Krankheiten des Nervensystems. 1897. - - M. 6.--. - - +Vierte+ (Schluss-) +Lieferung:+ Die Krankheiten des - Nervensystems. Die Krankheiten der Schilddrüse. Krankheiten - der Harnorgane. Krankheiten der Geschlechtsorgane. Nachträge. - (Erscheint im Mai 1898.) - - (Verlag von +Wilhelm Engelmann+ in +Leipzig+.) - - - =Lage der Eingeweide bei den Haussäugethieren= nebst Anleitung - zur Exenteration für anatomische und pathologisch-anatomische - Zwecke und Angaben zur Ausführung der Präparirübungen für - Studirende und Thierärzte bearbeitet. +Zweite Auflage.+ - Hannover. 1894. 196 Seiten. - - geb. M. 3.--. - - =Repetitorium der Muskellehre bei den Haussäugethieren,= - gleichzeitig ein Leitfaden für die Präparirübungen, für Studirende - und Thierärzte bearbeitet. +Zweite Auflage.+ Hannover. 1894. - 80 Seiten. - - M. 1.50. - - =Das Fleischbeschauwesen im Deutschen Reiche, nebst Vorschlägen - für dessen gesetzliche Regelung.= Leipzig. 1892. 78 Seiten. - - M. 1.50. - - =Das Thierarzneiwesen Deutschlands und seiner Einzelstaaten.= - Ein Handbuch für Thierärzte, Staats- und Gemeindebehörden, - Schlachthofverwaltungen, Medicinalbeamte, Richter und - Rechtsanwälte. Leipzig. 1893. 506 Seiten. - - M. 12.--; geb. M. 13.50. - - =Das thierärztliche Unterrichtswesen Deutschlands in seiner - geschichtlichen Entwickelung und Bedeutung für den thierärztlichen - Stand.= Ein Gedenkblatt, aus Anlass der Feier des 100jährigen - Bestehens der thierärztlichen Hochschule zu Berlin bearbeitet. - Mit einem Portrait des Geh. Med.-Rath Gerlach. Leipzig. 1890. 244 - Seiten. - - M. 2.--. - - - - - DIE - - PROTOZOEN ALS KRANKHEITSERREGER - - DES - - MENSCHEN UND DER HAUSTHIERE - - - FÜR - - +ÄRZTE, THIERÄRZTE UND ZOOLOGEN+ - - VON - - PROFESSOR DR. GEORG SCHNEIDEMÜHL - - +PRIVATDOCENT DER THIERMEDIZIN AN DER UNIVERSITÄT KIEL+ - - _MIT 37 ABBILDUNGEN IM TEXT_ - - - LEIPZIG - - +VERLAG VON WILHELM ENGELMANN+ - - 1898. - - - - - Druck der Kgl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz in Würzburg. - - - - -Vorrede. - - -Wer die Fortschritte der allgemeinen und vergleichenden Pathologie in -den letzten 10 Jahren verfolgt hat, wird unschwer erkannt haben, dass -neben den niedrigsten pflanzlichen Organismen auch die niedrigsten -thierischen Lebewesen -- die Protozoen -- eine bedeutende Rolle in der -Pathogenese des Menschen und der Thiere spielen. Ist diese Bedeutung -besonders beim Menschen auch nicht annähernd so gross, wie diejenige -der pflanzlichen Organismen, so lehren doch die Untersuchungen der -letzten Jahre, dass die Protozoen jedenfalls eine viel grössere -Berücksichtigung in der Pathologie verdienen, als ihnen bisher zu Theil -wurde. - -Schon bei der Bearbeitung des Abschnittes über Protozoen in meinem -Lehrbuche der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen -und der Hausthiere (Leipzig 1898) empfand ich das Bedürfniss nach -dem Vorhandensein einer besonderen Schrift über die Protozoen als -Krankheitserreger recht lebhaft. Noch lebhafter trat dieser Wunsch an -mich heran, als ich mich entschloss, eine Vorlesung über die Protozoen -als Krankheitserreger der Thiere und des Menschen anzukündigen. Ein -geeignetes Buch fehlte, da die vorhandenen Schriften theils nur die -Protozoen als Krankheitserreger beim Menschen erörtern, theils vom rein -zoologischen Standpunkte bearbeitet und nicht in erster Linie direkt -für die Bedürfnisse des Arztes und Thierarztes berechnet sind. Bei -einer Durchsicht der Litteratur zeigte sich auch, wie sehr zerstreut -das theilweise recht umfangreiche Material in verschiedenen Schriften -des In- und Auslandes niedergelegt ist. - -Da ich selbst seit einer Reihe von Jahren fortgesetzt Studien über -einzelne pathogene Protozoen angestellt habe, so entschloss ich mich -endlich, den vorliegenden Gegenstand zu bearbeiten. Um den weiteren -Forschern auf diesem Gebiete die Arbeit etwas zu erleichtern, habe -ich am Schlusse des Buches auch die Litteratur übersichtlich und nach -Jahrgängen zusammengestellt. - -Es ist mir schliesslich noch eine angenehme Pflicht, Herrn Maler -+Fürst+, welcher den grössten Theil der Abbildungen nach meinen -Vorlagen gezeichnet hat, sowie ganz besonders der Verlagsbuchhandlung -meinen wärmsten Dank auszusprechen für das fortgesetzte Entgegenkommen, -welches mir dieselbe auch bei der Verlagsübernahme dieser Schrift -gezeigt hat. - -Ich würde mich freuen, wenn die Arbeit Anregung zu weiteren Forschungen -geben und zur Verbreitung der Kenntnisse über die Bedeutung der -Protozoen als Krankheitserreger beitragen möchte. - - +Kiel+, Ostern 1898. - - =Georg Schneidemühl.= - - - - -Inhalt. - - Seite - - +Einleitung und Geschichtliches+ 1 - - Allgemeine Bemerkungen über die Technik der Untersuchung 3 - - +Allgemeines über Protozoen+ 5 - - =I. Klasse: Rhizopoden= 9 - - Amöben als Krankheitserreger 9 - - Züchtung der Amöben 10 - - 1. Amoeba koli 16 - - 2. Amöben der Mundhöhle 22 - - 3. Amöben des Urogenitalapparates des Menschen 22 - - 4. Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit - des lebenden Menschen 23 - - =II. Klasse: Sporozoen= 24 - - 1. +Ordnung+: +Gregarinen+ 26 - - 2. +Ordnung+: +Myxosporidien+ 28 - - 3. +Ordnung+: +Koccidien+ 31 - - Koccidien als Krankheitserreger 35 - - 1. Koccidium oviforme 35 - - Koccidium oviforme beim Menschen 36 - - Koccidienkrankheit der Kaninchen 36 - - Die rothe Ruhr des Rindes 39 - - 2. Koccidium perforans 43 - - Koccidium perforans beim Menschen 44 - - Koccidium perforans bei Thieren 44 - - 3. Koccidium bigeminum 45 - - 4. Anderweitiges Vorkommen von Koccidien in inneren - Organen 46 - - Durch Koccidien hervorgerufene Erkrankungen des - Geflügels 47 - - Epithelioma gregarinosum avium 48 - - Molluskum kontagiosum des Menschen 49 - - Schrotausschlag der Schweine 51 - - Koccidien in der Niere beim Menschen und bei Thieren 59 - - Koccidien bei Fischen 60 - - Koccidien als Ursache der Geschwülste 60 - - 4. +Ordnung+: +Sarkosporidien+ 73 - - Geschichtliches 73 - - Bau, Gestalt und Entwickelung der Sarkosporidien 74 - - Toxische Wirkung der Sarkosporidien 80 - - a) Sarkosporidien beim Menschen 83 - - b) Sarkosporidien bei Thieren 84 - - Sarkosporidien beim Schwein 84 - - sog. Muskelstrahlenpilze beim Schwein 91 - - Sarkosporidien beim Pferde 95 - - Eisballenkrankheit der jungen Pferde 99 - - Sarkosporidien bei den Rindern 101 - - Sarkosporidien bei Schafen und Ziegen 104 - - 5. +Ordnung: Hämosporidien+ 113 - - Geschichtliches 114 - - Verbreitung und Sitz der Hämosporidien 115 - - Vermehrung und Entwickelung 116 - - Eintheilung 117 - - 6. +Ordnung: Acystosporidien (Gymnosporidien)+ 118 - - Verbreitung, Sitz, Gestalt, Bau und Entwickelung 119 - - a) Hämamöbiden 121 - - Haemamoeba Laverani. Malaria des Menschen 123 - - Malariaerkrankungen bei Thieren 130 - - Texasseuche 132 - - Hämoglobinurie der Rinder und Schafe 137 - - Schwarzwasserfieber beim Menschen 144 - - sog. biliöse Typhoid des Menschen 147 - - +Anhang+: - - Hämamöben bei Syphilis 148 - - Hämamöben bei Masern 148 - - Hämamöben bei den Pocken 150 - - Mikrosporidien 153 - - Pebrinekrankheit der Seidenspinnerraupen 153 - - =III. Klasse: Infusorien (Aufgussthierchen)= 154 - - 1. +Ordnung: Flagellaten (Geisselthierchen)+ 154 - - Parasitische Flagellaten beim Menschen und bei - Thieren 155 - - Trichomonas 155 - - 1. Cerkomonas hominis 155 - - 2. Trichomonas vaginalis 156 - - Flagellaten bei Lungenerkrankungen 156 - - Lamblia 158 - - Lamblia intestinalis. Cerkomonas intestinalis 158 - - 2. +Ordnung: Ciliaten (Wimperinfusorien)+ 161 - - Balantidium koli 162 - - +Nachtrag+: - - 1. Ueber die systematische Stellung der Miescher’schen - Schläuche und deren Züchtung 165 - - 2. Die Organismen der Tollwuth 167 - - +Litteraturübersicht+ 171 - - +Sachregister+ 194 - - - - -Einleitung und Geschichtliches. - - -Wie die Bakterien im Pflanzenreich so nehmen bekanntlich die Protozoen -im Thierreich die niedrigste Stufe ein und stellen die einfachsten -Formen dar. Auch ist es diesen thierischen Lebewesen ergangen wie den -pflanzlichen. Ihre Stellung war lange Zeit eine ganz unsichere, und es -ist ausserordentlich interessant, dass während die schon gegen Ende -des 17. Jahrhunderts von +Leeuwenhoek+ gesehenen Bakterien wegen ihrer -Eigenbewegung noch bis um die Mitte dieses Jahrhunderts für kleinste -Thierchen gehalten wurden, bis +Perty+ und +Cohn+ ihre pflanzliche -Natur mit Sicherheit erkannten, die thierische Natur der Protozoen, -und ganz besonders der wichtigen Gruppe der Sporozoen noch bis in -die neueste Zeit von manchen Autoren bezweifelt wurde. Die Thatsache -jedoch, dass Protozoen bei verschiedenen Krankheiten vorkommen und -auch theilweise in ursächlicher Beziehung zu den Krankheiten stehen -ist schon seit längerer Zeit bekannt. Von den Krankheiten des Menschen -sei erwähnt, dass +R. Wagner+[1] (1836) über das Vorkommen von Monaden -beim Lippenkrebs berichtet, +Donné+[2] (1837) Trichomonas vaginalis im -Scheidensekret luetischer Frauen fand und die Thiere anfänglich für die -Ursache der Syphilis hielt. Von späteren Autoren führe ich an, dass -+Wedl+[3] (1854) Monaden bei Geschwüren beschrieben hat, +Hassel+[4], -+Junker+[5], +Davaine+[6] und Andere Protozoen in den Stuhlgängen -von Cholera- und Typhuskranken gefunden haben. +Malmsten+[7] fand -(1857) Paramaecium coli in grosser Menge bei Lienterie und +Lambl+[8] -konstatirte (1859) zahlreiche Amöben im Darminhalte eines an Enteritis -verstorbenen Kindes. - -Von weiteren Arbeiten und Untersuchungen über Protozoen als -Krankheitserreger sind dann besonders die Mittheilungen von -+Pasteur+[9] über die Pébrine der Seidenraupen (1870) zu nennen. -Es handelte sich im letzteren Falle um eine unter den Seidenraupen -verheerend auftretende Krankheit, welche damals die gesammte -Seidenindustrie Frankreichs zu vernichten drohte. +Pasteur+ konnte nun -nachweisen, dass diese Krankheit durch kleinste Organismen, welche -+Leydig+ und +Cornalia+ bereits entdeckt und für Psorospermien[10] -erkannt hatten, hervorgerufen werde. +Pasteur+ fand dann die -Sporen dieser Parasiten, die schon früher als +Cornalia+’sche -Körper bezeichnet wurden, sowohl in den Raupen, wie auch in den -Schmetterlingen und selbst in den Eiern der kranken Thiere und konnte -so auch auf die +erbliche+ Uebertragung dieser Krankheit hinweisen. -+Pasteur+ machte dann den sehr zweckmässigen Vorschlag, nur Eier von -solchen Schmetterlingen zur Aufzüchtung von Seidenraupen zu benutzen, -in deren Körper bei nachträglich vorgenommener Untersuchung jene -Körperchen (Sporen) nicht gefunden worden waren. In der That wurde -durch diesen sachgemässen Vorschlag erreicht, dass weiterer Schaden von -der französischen Seidenindustrie ferngehalten wurde. - -Während nun allerdings +Pasteur+ nicht zur Entscheidung brachte, ob die -von ihm gefundenen Gebilde pflanzlicher oder thierischer Natur sind, -zeigte dann später +Balbiani+[11], dass es sich bei jenen Organismen -in der That um Protozoen handelte, wie dies schon +Leydig+ vorher -ausgesprochen hatte. - -Als dann die bahnbrechenden Arbeiten +Robert Koch+’s gelehrt hatten, -dass bei vielen Infektionskrankheiten pflanzliche Organismen die -Ursache sind, und als derselbe geniale Forscher auch gezeigt hatte, -wie man auf exaktem Wege diese Organismen erkennt und als spezifische -Krankheitserreger nachweisen kann, da musste es mit Recht befremden, -wie +Hauser+[12] zutreffend sagt, dass gerade für die typischsten -Infektionskrankheiten, welche schon seit alter Zeit als eminent -ansteckende Seuchen erkannt worden waren, wie die Syphilis, die -schwarzen Blattern und insbesondere die akuten Exantheme, wie -Scharlach, Masern, und andere ansteckende Krankheiten, auch mittels der -+Koch+’schen Untersuchungsmethoden bis heute noch keine pflanzlichen -Mikroorganismen als die sicheren Erreger dieser Krankheiten -nachgewiesen werden konnten. - -Es trat deshalb in der neueren Zeit immer mehr die Meinung in -den Vordergrund, dass es sich bei diesen und einigen anderen -Krankheitsprozessen überhaupt nicht um die Wirkung pflanzlicher -Organismen, sondern um Protozoen handeln könnte. Dazu kam, dass -+Laveran+, +Marchiafava+ und +Celli+ in dem Blute von +Malaria+kranken -in der That Protozoen gefunden hatten, welche mit Sicherheit als die -Erreger der Krankheit erkannt wurden. Für die menschliche Pathologie -war eigentlich erst durch diesen Befund zuerst der Beweis erbracht -worden, dass Protozoen überhaupt eine typische Infektionskrankheit -hervorrufen könnten. Vielleicht haben diese Befunde bei Malaria die -Anregung dazu gegeben, dass man um diese Zeit begann den Protozoen -als Krankheitserregern wieder erhöhtes Interesse entgegenzubringen. -Besonders ist es das Verdienst +L. Pfeiffer+’s in Weimar durch seine -Arbeiten[13] die Protozoen-Forschung in hervorragender Weise wieder -angeregt zu haben. So ist in den letzten Jahren eine ganz umfangreiche -Litteratur über die Protozoen als Krankheitserreger beim Menschen und -bei Thieren entstanden, welche, soweit von besonderem Interesse, auch -im Nachfolgenden citirt werden soll[14]. - - -Allgemeine Bemerkungen über die Technik der Untersuchung. - -Im Allgemeinen muss man bei der Untersuchung frischer Objekte -daran festhalten, die Parasiten möglichst in demselben Medium zur -Untersuchung zu bringen, in welchem der Parasit lebt. So habe ich -Muskelpräparate meist noch lebenswarm untersucht und später nur -physiologische Kochsalzlösung hinzugefügt, wenn die mikroskopischen -Präparate in der warmen Zimmerluft auszutrocknen begannen. Um Protozoen -im Darm aufzufinden genügt es in Fällen, wo man frisches Material -untersuchen will, kleine Stückchen der Darmwand zu zerzupfen und in -physiologischer Kochsalzlösung zu untersuchen. Auch eine Eiweisslösung -(20 ccm Hühnereiweiss + 1 g Kochsalz + 200 ccm Wasser) wird für -eine solche Untersuchung benutzt. Cysten erhält man am besten bei -Untersuchung des Kothes der Thiere, was bei kleinen Hausthieren -(Kaninchen, Hunden) im Ganzen leicht ausführbar ist. In einer mittels -einer Glasschale mit Wasser aufgefangenen kleineren Kothmenge kann man -die Cysten schon bei schwacher Vergrösserung und bei einiger Uebung mit -blossem Auge als mattweisse oder grauweisse runde Gebilde erkennen. -Bei anderen Thieren (Schafen) kann man das Rektum in 10–20 cm langen -Stückchen abbinden und dann jedes herausgeschnittene Stück in der -genannten Weise untersuchen. - -Für +Dauerpräparate+, +Fixirung+ und +Färbung+ sind verschiedene -Verfahren in Gebrauch. Zur +Fixirung+ wird Osmiumsäurelösung, Sublimat -und Pikrinessigsäure (100 Theile konzentrirte Pikrinsäurelösung, -200 Theile destillirtes Wasser und 3 Theile Eisessig) benutzt. Zur -+Färbung+ wird Essigkarmin, Pikrokarmin oder Safraninlösung verwendet. -Ich habe vorwiegend Pikrokarmin benutzt und muss aussprechen, dass die -in dieser Färbung aufbewahrten Gewebsschnitte (Muskel, Darm) noch nach -Jahren die Parasiten sehr gut gefärbt erkennen lassen. Allerdings muss -das Pikrokarmin sehr lange einwirken. Ausserdem wird +Goldchlorür+ und -+Silbernitratlösung+ benutzt; die letztere macht die fadenförmigen -Anhänge der Sporen deutlich. (+Wasielewski+). - -Um +Haemosporidien+ lebend zu färben wird Methylenblau (1 Theil -Methylenblau in 100 Theilen physiologischer Kochsalzlösung) benutzt und -die Lösung mit etwas Fliesspapier durch das Präparat gesaugt. Für die -Fixirung und Färbung dieser Protozoen wird das lufttrockne Deckglas -durch die Flamme gezogen und dann gefärbt. Zur Färbung benutzt man -Methylenblau-Eosin. Wie +Czenzinski+ angiebt mischt man zu diesem Zweck -2 Theile konzentrirter wässriger Methylenblaulösung und 4 Theile Wasser -für sich, sowie 1 Theil Eosin mit 100 Theilen 60 proz. Alkohols. Darauf -nimmt man von der ersten Lösung einen Theil und von der zweiten zwei -Theile und färbt mit diesen etwa 24 Stunden. - -Neuerdings wollen +Leyden+ und +Schaudinn+[15] Protozoen in der -Ascitesflüssigkeit eines lebenden Menschen gefunden haben. Um die -zelligen Elemente in der Ascitesflüssigkeit schnell zu sedimentiren -wurden sie meistens zentrifugirt, doch wurden zur Kontrolle auch -Präparate von nichtzentrifugirtem, durchgeschütteltem Ascites -angefertigt. Für die Beobachtung der +lebenden+ Amöben wurde ein -Tropfen der Flüssigkeit auf den Objektträger gebracht, mit einem -Deckglase bedeckt, das durch Umschmelzen der Ecken in der Gasflamme -verhindert wurde, einen Druck auf die darunter befindlichen Objekte -auszuüben und schnell mit Wachs umrandet. Die Amöben blieben in diesen -Präparaten, bei einer Zimmertemperatur von 24–25° C., meistens 4–5 -Stunden, auch ohne Anwendung des heizbaren Objekttisches, lebendig. -+Dauerpräparate+ wurden von den genannten Autoren in der Weise -angefertigt, dass Deckgläser mit Ascitesflüssigkeit bestrichen und -schnell in eine heisse Mischung von 2 Theilen konzentrirter wässeriger -Sublimatlösung mit 1 Theil absoluten Alkohols gelegt wurden. Wegen -des Eiweissgehaltes blieben meistens eine ganze Anzahl Amöben auf dem -Deckglase haften und wurde letzteres mit 63% Jodalkohol ausgewaschen, -gefärbt und in Kanadabalsam eingeschlossen. - - -Allgemeines über Protozoen[16]. - -Als Protozoen bezeichnet man thierische Organismen, welche sich -während ihres ganzen Lebens nicht über das einzellige Stadium erheben -oder einfache Kolonien gleichartiger, einzelliger Thiere sind. Das -zähflüssige, schwachkörnig getrübte Protoplasma der lebenden Zellen -kann verschieden gestaltete Fortsätze (Pseudopodien) entsenden und -besitzt in der äusseren hüllenbildenden Schicht theils Wimpern -(Cilien), theils Geisseln (Flagellen), theils Saugröhrchen. Bei -einzelnen sind auch ösophagus-ähnliche Spalten und lichtempfindende -Organe Pigmentflecke (Augen) nachweisbar. Oft findet auch eine -Ablagerung verschiedener Substanzen (Pigmentkörnchen, Oeltropfen, -Krystalle) statt oder es werden Gerüstsubstanzen abgeschieden. -Die +Nahrung+ besteht gewöhnlich aus kleinen thierischen oder -pflanzlichen Organismen; die parasitischen Arten ernähren sich ausser -durch aufgenommene feste Nahrung auch auf endosmotischem Wege. Die -+Vermehrung+ der Protozoen erfolgt auf dem Wege der Theilung oder -der von dieser abzuleitenden Knospung. Bei der Theilung, welcher die -Kerntheilung auf direkte, seltener mitotische Weise vorangeht, zerfällt -der Leib in zwei oder auch mehrere, selbst sehr viele Theilstücke; -dabei geht die ganze Leibessubstanz in den Nachkommen auf oder es -bleibt ein kleiner Restkörper übrig, der sich nicht weiter theilt -und schliesslich zu Grunde geht. Bei der zur Knospung modifizirten -Theilung tritt gewöhnlich eine grössere Zahl von Knospen, sei es auf -der äusseren Oberfläche oder im Innern des Thieres, auf. Wo Theilungen -und Knospungen rasch aufeinander folgen, ohne dass die Theilstücke -sich gleich nach ihrem Auftreten trennen, kommt es zur Ausbildung sehr -zahlreicher den Mutterthieren unähnlicher Produkte, die man Schwärmer -resp. Sporen nennt. Unvollständig ausgeführte Theilungen führen zur -Ausbildung von Kolonien, Protozoenstöcken. (+Braun.+) - -Die Theilungen werden meist nur im encystirten Zustande vollzogen. -Vorher werden oft zwei (selten mehr) Individuen ein oder mehrere Male -mit einander vereinigt (Konjugation). Diese Konjugation kann dauernd -sein und führt dann zu einer völligen Verschmelzung der Leibessubstanz -beider Paarlinge -- seien es nun Jugendstadien oder erwachsene Formen --- oder die Konjugation ist (wie z. B. bei den Infusorien) eine -vorübergehende, die Paarlinge trennen sich wieder und theilen sich -später jedes für sich. (+Braun.+) - -+Braun theilt die Protozoen nach folgendem System ein+: - - I. Klasse: =Rhizopoden= oder Sarkodina. Protozoen, deren - Leibessubstanz Pseudopodien bildet, meist mit chitinösen, kalkigen - oder kieseligen Gehäusen. - - - 1. Ordnung. +Amoebina+ s. Lobosa. Rhizopoden mit pulsirender - Vakuole, nackt oder mit einfacher Schale; im süssen oder salzigen - Wasser, zum Theil auch in der Erde und parasitisch lebend. - - 2. Ordnung. +Reticularia+ s. Foraminifera, Rhizopoden mit kalkiger, - gewöhnlich vielkammeriger Schale, welche meist zahlreiche - Oeffnungen zum Durchtritt der Pseudopoden trägt; ohne kontraktile - +Vakuole+; meist mit mehreren Kernen. - - 3. Ordnung. +Heliozoa+, Rhizopoden mit radiär stehenden - Pseudopodien und kontraktiler Vakuole, nackt oder mit radiärem - Kieselskelet; ohne Centralkapsel; Ektosark oft schaumig, - Süsswasserthiere. - - 4. Ordnung. +Radiolaria+, marine, gewöhnlich pelagisch lebende - Rhizopoden mit Centralkapsel und radiärem Kieselskelet; ohne - kontraktile Vakuole; extrakapsuläre Sarkode schaumig. - - - II. Klasse: =Sporozoa=, +nur parasitisch lebende Protozoen+, ohne - Pseudopodien, ohne Wimpern und Geisseln, ohne Mund und Afterstelle - und ohne kontraktile Vakuole, meist von einer Kutikula umgeben, - mit einem oder sehr zahlreichen Kernen, sich durch nicht beschalte - Fortpflanzungskörper, +Sporen+, vermehrend. - - - 1. Ordnung. +Gregarinida.+ Im Darm, Leibeshöhle, Geschlechtsorganen - u. s. w. von wirbellosen Thieren, besonders Arthropoden lebend, - in früheren Jugendstadien amöboid beweglich, später von einer - die Kontraktionen der Leibessubstanz meist ganz einschränkenden - Kutikula umgeben, langgestreckt, oft mit Haftapparaten versehen, - einkernig, nicht selten in zwei Abschnitte gesondert. Vermehrung - stets nach vorhergegangener Konjugation und Encystirung. - - 2. Ordnung. +Myxosporidia.+ Fast ausschliesslich auf und in Fischen - schmarotzend, selten nackt, gewöhnlich von einer derben Kutikula - umgeben und mit zahlreichen Kernen; ausgezeichnet durch die Bildung - meist geschwänzter, stets mit Polkörperchen versehener Sporen. - (Psorospermien.) - - 3. Ordnung. +Koccidia.+ Einkernige Parasiten in Epithelzellen - verschiedener Organe, deren Leib nach einer Encystirung, ohne - vorhergehende Konjugation in ungeschwänzte Sporen, denen - Polkörperchen durchweg fehlen, zerfällt; neben Sporen, welche zur - Uebertragung auf andere Wirthe dienen, sollen auch solche zur - Ausbreitung der Parasiten in demselben Wirth gebildet werden. - - 4. Ordnung. +Sarkosporidia.+ Schlauchförmige, vielkernige Parasiten - in den Muskelfasern der Wirbelthiere, besonders der Säuger, die von - einer zahlreiche Septa in das Körperinnere entsendenden Kutikula - umgeben sind; sie beginnen wie die Myxosporidien die Produktion - von Fortpflanzungskörpern lange vor Erreichung der definitiven - Körpergrösse. - - 5. Ordnung. +Mikrosporidia.+ Sehr ungenügend bekannte Parasiten - in den Zellen niederer Thiere, besonders der Insekten, welche - ausserordentlich kleine Sporen bilden; ihre Stellung bei den - Sporozoen ist durchaus noch fraglich. - - 6. Ordnung. +Haemosporidia.+ Einzellige Parasiten der rothen - Blutkörperchen der Wirbelthiere, bei Vögeln und Menschen Malaria - erregend; systematische Stellung ebenfalls noch fraglich. - - - III. Klasse: =Infusoria=, meist frei im Wasser lebende Protozoen, - die von einer dünnen Membran, selten von einem Panzer umgeben sind - und auf ihrer Körperoberfläche zahlreiche kleinere Wimpern oder - wenige lange Geisseln tragen, an deren Stelle bei einer Gruppe - Saugröhrchen traten; mit kontraktiler Vakuole, meist auch mit Mund- - und Afterstelle. - - - 1. Unterklasse. +Flagellata+ s. Mastigophora: meist kleine - Infusorien mit einer oder mehreren Geisseln, mit kontraktiler - Vakuole und einem Kern. - - 2. Unterklasse. +Ciliata.+ Mit Wimpern versehene Infusorien, - meist mit kontraktiler Vakuole, Mund und Afterstelle, Haupt- und - Ersatzkern. - - 3. Unterklasse. +Suktoria.+ Infusorien, die nur in der Jugend - bewimpert sind, und nach Verlust der Wimpern Saugröhrchen bilden, - mit kontraktiler Vakuole und einem Kern; ohne Mund; gewöhnlich - als Ektoparasiten lebend; in der Jugend oft endoparasitisch in - Infusorien. - -Aus allen drei Klassen sind Schmarotzer beim Menschen und bei Thieren -bekannt. - -Um unnöthige Wiederholungen zu vermeiden, soll die Besprechung im -Wesentlichen unter Berücksichtigung des vorstehenden Systems erfolgen. - - +Delage+ und +Hérouard+ haben ihrer Arbeit[17] folgende Eintheilung - zu Grunde gelegt: - - I. Klasse: +=Rhizopoden=+. - - 1. =Unterklasse=: Protomyxiae. +Ordnungen+: Acystosporida, - Azoosporida, - Zoosporida. - - 2. „ Mycetozoariae. +Ordnungen+: Pseudoplasmodida, - Filoplasmodida, - Labyrinthulida, - Euplasmodida - (Myxomyceten). - - 3. „ Amoebiae. +Ordnungen+: Gymnamoebida, - Thecamoebida. - - 4. „ Foraminiferiae. +Ordnungen+: Imperforida, - Perforida. - - 5. „ Heliozoariae. - - 6. „ Radiolariae. - - II. Klasse: =+Sporozoaria+=. - - 1. =Unterklasse=: Rhabdogeniae. +Ordnung+: a) Brachycystida - - Unterordnung: Gregarinidae - Coccididae - Haemosporidae - Gymnosporidae. - - b) Dolychocystida - - Unterordnung: Sarcosporidae. - - 2. „ Amoebogenia. +Ordnungen+: Nematocystida. - - Unterordnung: Myxosporidae. - - III. Klasse: =+Flagella+=. - - 1. =Unterklasse=: Euflagelliae. +Ordnungen+: Monadida, - Euglenida, - Phytoflagellida. - - 2. „ Silicoflagelliae. - - 3. „ Dinoflagelliae. - - 4. „ Cystoflagelliae. - - IV. Klasse: =+Infusoria+=. - - 1. =Unterklasse=: Ciliae. - - 2. „ Tentaculiferiae vel Suctoriae. - - - - -I. Klasse: Rhizopoden. - - -Die +Rhizopoden+ oder auch +Sarkodinen+ sind Protozoen einfachster -Art, deren Leibessubstanz Fortsätze (Pseudopodien) bildet, welche -vorgetrieben und eingezogen werden können und unter Anderem zur -Fortbewegung der Thiere verwerthet werden. Die Rhizopoden besitzen -meistens ein chitinöses, kalkiges oder kieseliges Gehäuse. - -Die Rhizopoden werden gegenwärtig in folgende vier +Ordnungen+ -eingetheilt: +Amöben+, +Retikularien+, +Heliozoen+ und +Radiolarien+. - -Von diesen haben nach den bisherigen Beobachtungen nur die +Amöben+ ein -besonderes medizinisches Interesse. - -Die zur Ordnung =Amoebina= gehörigen Protozoen lassen entweder -gar keine besondere Pseudopodienbildung erkennen oder es sind -stumpflappige, fingerförmige Fortsätze nachweisbar. Die Fortpflanzung -erfolgt durch Zweitheilung oder nach Encystirung. Sie bewohnen das -süsse und salzige Wasser. - -Hinsichtlich der +Züchtung der Amöben+ oder anderer Protozoen, welche -bei Versuchen über ihre pathogene Wirkung in Betracht kommen kann, -mögen die folgenden Methoden aus der neueren Zeit hier Erwähnung finden. - -+Ogata+[18] verimpfte das protozoentragende Material auf eine 2,5 -prozentige Traubenzuckerlösung in schmutzigem sterilisirtem Wasser. Als -sich nach 5–6 Tagen auf diesem Nährboden Infusorien nebst Bakterien -entwickelten versuchte er in folgender Weise die einen von den anderen -zu trennen. Er füllte ein 10–20 cm langes Kapillarröhrchen, von 0,3–0,5 -mm im Durchmesser, mit jenem genannten Substrat in der Weise, dass -etwa 2 cm des Röhrchens leer blieben. Dann hielt er das obere Ende -des Röhrchens fest mit dem Finger zu, so dass keine Luft eindringen -konnte und tauchte es in das betreffende, Infusorien nebst Bakterien -enthaltende Substrat. War das Röhrchen gefüllt, so lötete +Ogata+ es an -beiden Seiten zu. Schon mit unbewaffnetem Auge und noch besser unter -dem Mikroskop sieht man, wo der sterile und der beschickte Nährboden -einander berühren. Dieser Punkt wird am Glase bezeichnet. Nach 5–30 -Minuten wird der Röhrcheninhalt aufs Neue mikroskopisch untersucht. -Es erweist sich alsdann, dass ein oder mehrere Infusorien dem reinen -Nährboden um 1 cm oder mehr näher gerückt sind, wobei die Bakterien -ihnen nicht folgen. +Ogata+ feilte nun den Theil des Röhrchens ab, der -nur Infusorien enthielt und verlötete ihn. Nach einem Monat wurde der -Inhalt des Röhrchenabschnittes untersucht, und es wurden nur Infusorien -darin gefunden. Ihre Bewegungen liessen sich am Besten beobachten, wenn -das Röhrchen in der Hand erwärmt wurde. In derselben Weise vorgehend, -erhielt +Ogata+ noch bessere Infusorienkulturen, wenn er eine 2,5 -prozentige Fleischbrühelösung von Traubenzucker (ohne Pepton), mit -Hinzufügung eines 5 prozentigen sterilisirten und nach allgemeinen -Regeln neutralisirten Aufgusses von +Porphyra vulgaris+ verwandte. - -Wird der Inhalt jenes Kapillarröhrchens in einen der oben genannten -Nährböden geblasen, so entwickelt sich jenes Infusorium darin in -Reinkultur, wozu Polytoma uvella und Paramecium aurelia verwendet -wurden. Eine Reinkultur von Infusorien, die keine Bakterien enthält, -darf sich nicht vor 7–8 Tagen trüben. Erst nach 4–6 Tagen zeigt sich an -der Oberfläche des Substrates ein Ring, der, mikroskopisch untersucht, -aus Infusorien in Reinkultur bestand. Nach 7–8 Tagen greift die Trübung -des Substrates immer mehr um sich. Alsdann können die Infusorien auf -Gelatine übertragen werden. Man erhält weisse Kulturen, die nach 2–3 -Wochen 1 mm gross werden. Gelatinestichkulturen zeigen stärkere -Entwickelung der Infusorien an der Oberfläche, als in der Tiefe. - -+C. Miller+[19] ist es nach seinen Angaben gelungen bei 37° C. -Amöbenkulturen in 2–4 proz. wässeriger Bouillonlösung, in ½ proz. -Glycerinlösung mit Hinzufügung eines Stückchens Sehne (etwa 1 ccm -auf ein Glas), in ⅕ prozentiger wässeriger Milchlösung oder in ½ -prozentiger Auflösung von Traubenzucker in verdünntem Heuaufguss zu -erhalten. +Miller+ giebt an, einige seiner Kulturen mit gutem Erfolge -25mal übertragen zu haben. - -Kurze Zeit vor den Mittheilungen +Miller’s+ hatten +Celli+ und -+Fiocca+[20] berichtet, dass sie schon seit zwei Jahren auf einem -Substrat Amöben züchteten. Jede Amöbe hatte nach ihren Beobachtungen -ein amöboides und ein encystirtes Lebensstadium. Nach den weiteren -Angaben von +Celli+ und +Fiocca+[21] entwickeln sich die Amöben -spärlich auf alkalischer Kartoffel, auf ascitischer Flüssigkeit und auf -Eiweiss; ganz gut und reichlich wachsen sie nur +auf einem Nährboden+, -nämlich auf +Fucus crispus+. Fucus crispus ist eine Seealge. Eine 5 -proz. genau alkalisirte Lösung davon in Wasser oder Bouillon ist der -beste Nährboden für Amöben. Bei einiger Uebung kann man dieses Substrat -ohne zu filtriren direkt aus den Kolben auf Platten ausgiessen. Wenn -es sich um Kulturen im hängenden Tropfen handelt, ist es am besten -Fucus crispus ohne Bouillon zu benutzen; der betreffende Nährboden -muss aber durch Hinzufügung von 1 ccm einer 1/10 Normallösung von -Kalilauge oder 1–5 ccm konzentrirter Sodalösung auf jede 10 ccm des -Substrates alkalisirt werden. Auf diese Weise ist es nicht schwer, -gute Amöbenkulturen mit nur geringer Beimischung von Bakterien zu -erhalten. Dagegen ist es nicht leicht, Kulturen der einen oder der -anderen Amöbenspezies allein zu züchten, hauptsächlich, weil gewisse -Arten derselben ausschliesslich in diesem oder jenem Wasser wachsen. -Handelt es sich darum, +verschiedene aus der Erde gezüchtete Amöben von -einander zu isoliren+, so verfuhren die Autoren in folgender Weise: - -Mit dem vorhandenen Material werden +Petri+’sche Schälchen aus Fucus -crispus beschickt; man wartet alsdann bis es zur Bildung encystirter -Formen kommt. Diese benutzt man zur Kultur im hängenden Tropfen und -daraus erhält man die einzelnen Amöbenarten, indem man entweder -sich den Umstand zu Nutze macht, dass die eine Spezies die andere -überwuchert, oder die Zeit, die zur Entwickelung der verschiedenen -Formen erforderlich ist, oder indem man die einzelnen Spezies mittels -einer Platinnadel isolirt. Den aus der Erde oder aus Koth gewonnenen -Kulturen gesellen sich gewöhnlich einzelne Infusorien bei, allein diese -gehen nach 1–3maliger Verimpfung zu Grunde und die Amöben sind auf -diese Weise ganz isolirt. +Celli+ und +Fiocca+ empfehlen die Amöben -+ungefärbt+ zu untersuchen, da alle Farbstoffe sowohl bei den amöboiden -als auch bei den encystirten Formen Schrumpfung hervorrufen, wodurch -beide wesentliche Veränderungen erfahren. - -Unter Benutzung des erwähnten Züchtungsverfahrens haben +Celli+ und -+Fiocca+ dann Erde aus verschiedenen Gegenden Italiens und Aegyptens, -von Ebenen, Bergen und Niederungen, Lachen und Teichen in malarischen -und in gesunden Gegenden, Brunnen-, Fluss-, See- und Meerwasser, -Kloaken-, Strassen- und Stubenstaub, Heu, Gras, Schleim aus Mund, -Hals, Bronchien, Ohr, Blase, Scheide wie auch den Darminhalt Gesunder -und Kranker, darunter auch Dysenterischer +auf Amöben untersucht+. -Die beiden Autoren haben dann die gefundenen Amöben gezüchtet und, -soweit dieselben bereits in der Wissenschaft bekannt waren, auch mit -den zugehörigen Namen belegt. Andere wurden, je nach der Gestalt, -der Grösse und der Verzweigung der im amöboiden Stadium von ihnen -ausgesandten Pseudopodien bezeichnet. So unterscheiden sie Amoeba -lobosa (Varietas gattula, oblonga, undulans, Amoeba koli Loeschi), -Amoeba spinosa, diaphana, vermikularis et retikularis. - -Ueber +Amoeba koli+ machen +Celli+ und +Fiocca+ folgende Angaben: - -Sie +fanden+ dieselben in der Erde aus der Nachbarschaft dysenterischer -Fäces, im Wasser aus dem Nilkanal (und seiner Einfassung, von welchem -aus das Wasser nach Alexandrien geleitet wird), im Darm Gesunder und an -Dysenterie und an anderen Krankheiten Leidender. - -Im +amöboiden+ Stadium haben sie eine lobuläre Gestalt, d. h. schicken -lobuläre, hyaline, verhältnissmässig zahlreiche Pseudopodien aus; ihre -Bewegungen sind nicht sehr lebhaft, ihre Grösse wechselt zwischen -4-, 8-, 15 µ (nach Loesch -- 35 µ). Sie besitzen ein gleichmässig -feinkörniges Protoplasma, das einen bläschenartigen Kern, und oft auch -eine Vakuole enthält. +Sie pflanzen sich+ durch Theilung +fort+. Im -+Ruhestadium+ hat +Amoeba koli+ einfache Konturen und ein gleichmässig -feinkörniges Protoplasma, im +encystirten Zustande+ jedoch doppelte -Konturen, wobei die innere derselben dicker als die äussere und der -Inhalt des Cystchens feinkörnig ist. Hinsichtlich der +Entwickelung+ -konnte festgestellt werden, dass die Amöben nach 12–15 Stunden aus den -Cysten austreten und amöboide Gestalt annehmen; nach 40–48 Stunden -werden einzelne Amöben schon abgerundet und nach 60–65 Stunden sind -bereits alle encystirt oder degenerirt. Bezüglich der +biologischen -Eigenthümlichkeiten+ wurde festgestellt, dass eine Temperatur von 0–15° -die Amöben weder im encystirten noch im amöboiden Zustande tödtet, -weder nach mehreren Stunden noch nach mehreren Tagen; bei 45° C. gehen -sie nach 5 Stunden, bei 50° C. nach einer Stunde zu Grunde, wenn sie -im amöboiden Stadium sind. Die +encystirten+ Formen erhalten sich -sogar bei + 55° C. 4 Tage lang, bei + 60° C. eine Stunde und sogar -bei einstündiger Einwirkung von + 67° C. mehrere Tage nacheinander. -Bei +Sonnenlicht+ leben sie bei + 12–15° C. gegen 270 Stunden. Es -dauert 11–15 Monate ehe sie vertrocknen. Ohne Luftzutritt können -die Amöben nicht fortkommen, werden sie aber nach Ablauf von 4–6 -Monaten auf gewöhnlichen Nährboden übertragen, so kommen sie wieder -darauf fort. Erst wenn der Luftzutritt 10 Monate lang abgehalten -wird, gehen sie zu Grunde. Sie sind weit empfindlicher gegen die -Wirkung antiseptischer Mittel, als die Bakterien. Sauren Nährboden -vertragen sie nicht, dafür schadet auch ein Uebermass an Basen ihrer -Entwickelung nicht. Hinsichtlich des +Vorkommens+ der Amöben fanden -sie +Celli+ und +Fiocca+ im Darm bei Fröschen, Hühnern, Lämmern, -Meerschweinchen, Kaninchen und Katzen, darunter bei experimentell an -Katzen hervorgerufener Dysenterie 3mal Amoeba koli. +Beim Menschen+ -gelang es diesen Autoren nicht, Amöben bei verschiedenen akuten und -chronischen Leiden der Nase, des Larynx, der Bronchien, der Ohren -und des männlichen urogenitalen Apparates nachzuweisen. Bei Frauen -hingegen wurden in 3 Fällen unter 16 angestellten Untersuchungen im -Urogenitalapparat Amöben gefunden. In der Mundhöhle wurden bei 13 -Untersuchungen niemals Amöben gefunden. Im Magen bei 4 Untersuchungen -nur einmal. Im +Kinderdarme+ wurden bei 78 untersuchten Fällen -(darunter 14 gesunde Kinder, 50 Fälle von Darmkatarrh, 5 Fälle von -grüner Diarrhoe, 6 Fälle von blutiger Diarrhoe und 3 von follikulärem -Katarrh) 26mal Amöben gefunden. Bei +Erwachsenen+ wurden unter 111 -Untersuchungen 12mal Amöben gefunden, darunter unter 65 Fällen 11mal -bei Dysenteriekranken. +Demnach kommen die Amöben bei Erwachsenen -seltener vor, als bei Kindern.+ - -Hinsichtlich der +Rolle, welche die Amöben bei der Dysenterie -spielen+, bemerken +Celli+ und +Fiocca+ zunächst am Schlusse ihrer -sehr fleissigen Arbeit, dass sie allerdings bei 54 Dysenteriefällen -23mal Amoeba koli gefunden haben. Davon kommen 14 Fälle auf Aegypten. -Da jedoch bei 8 Dysenteriefällen ausser Amoeba koli auch noch andere -Amöben (Amoeba diaphana, spinosa, lobosa et vermikularis) gezüchtet -werden konnten, so meinen die genannten Autoren, ist erforderlich, ehe -man der Amoeba koli dysenterieerregende Eigenschaften zuerkenne, die -Wirkung anderer Amöben, die bei Stuhluntersuchungen ohne Kulturen ganz -unbemerkt bleiben würden, in dieser Richtung ausschliessen zu können. -Deshalb fehlt es auch nach der Ansicht von +Celli+ und +Fiocca+ bis -jetzt an sicheren experimentellen Beweisen dafür, dass Amoeba koli -allein Dysenterie hervorrufen könne; sie sagen, dass sogar Versuche, -wie Injektionen mit Amoeba koli enthaltenden Fäces in das Rektum und -mit amöbenhaltigem, aber bakterienfreiem Eiter, diese Frage nicht lösen -werden, denn diese Experimente sind vom bakteriologischen Standpunkte -aus nicht rein. +Celli+ und +Fiocca+ haben bei Katzen sogar durch -Injektion dysenterischer Stühle, die vorher bis zu 45–70° C. erhitzt -waren, Dysenterie hervorgerufen. Nach der Meinung dieser Autoren wird -die Dysenterie durch eine virulente Varietät des Bakterium koli, durch -das sog. Bakterium koli dissenterico hervorgerufen. Diesem virulenten -Bakterium beigesellt, werden auch die anderen Bakterien virulent, -wenn auch in geringerem Grade, gehen dieser Eigenschaft aber bei -Ueberimpfungen wieder verlustig, während jene Varietät des Bakterium -koli ihre Virulenz selbst nach zahlreichen Ueberimpfungen nicht -einbüsst. - -=Eine andere Art der Züchtung von Amöben als muthmassliche Erreger -der Dysenterie= hat +Schardringer+[22] vorgenommen. +Schardringer+ -bereitete sich zunächst einen wässerigen Heuaufguss (30–40 g auf 1 -l Wasser) und fügte demselben 1–1½ Proz. Agar hinzu. Um Kulturen zu -erhalten beschickte er zuerst den Heuaufguss mit dem zu untersuchenden -(z. B. mit schmutzigem Wasser) und liess den Aufguss 24 Stunden lang -bei 37° C. stehen. Erst nach Ablauf dieser Zeit injizirte er diesen -befruchteten Heuaufguss in das Kondensationswasser des oben erwähnten -Agars mit Heu und bespülte mit diesem Wasser die Oberfläche des Agars. -Nach einigen Tagen wuchsen darauf, abgesehen von Bakterien, Gebilde, -die den Kolonien grosser Kokken ähnlich waren. Hiermit beschickte er -neue Agarplatten und erhielt bei entsprechender Verdünnung Protozoen -in Reinkultur. Sollen die Kulturen rein sein, so müssen sie zu -wiederholten Malen auf die Oberfläche des Agars mit Heuaufguss gegossen -und erst hierauf auf den flüssigen Nährboden übertragen werden. - -Sollten die Amöben aus Stuhlentleerungen gezüchtet werden, wo die -mikroskopische Untersuchung keine Amöben erkennen liess, so verimpfte -+Schardringer+ dieselben auf einen Heuaufguss und übertrug sie erst -nach 3 Tagen, wenn das Mikroskop zahlreiche Amöben darin zeigte, -auf gewöhnliche Gelatineplatten; auf diesen wählte er wiederum die -Stellen, welche nur Amöben enthielten und verimpfte sie wiederholt -auf das Kondensationswasser des obenerwähnten Agars mit Heu. Er -wiederholte diese Ueberimpfung 6mal und erhielt beim letzten Male fast -Reinkulturen der Amöben. Solche Kulturen enthalten stets eine gewisse -Anzahl Bakterien, denn diese befinden sich in den Amöben selbst. -+Schardringer+ hält die von ihm gezüchteten Amöben für identisch mit -Amoeba koli. Ihre Grösse beträgt 15–20 µ. Die encystirten Formen -entwickeln sich am raschesten auf der schrägen Agarfläche. Auch im -kondensirten Agarwasser sieht man fast nur encystirte Amöben. Sie sind -rund oder eckig, haben einen farblosen Saum und enthalten in ihrem -hellbräunlichen Inneren 1–2 Kerne. Sind die Amöben auf kondensirtes -Agarwasser verimpft, so sieht man sie bereits nach zweitägigem Stehen -der Eprouvetten im Thermostaten auf die schräge Agarfläche kriechen -und ⅔ ihrer Höhe bezw. Länge wie mit feinem Sande bedecken. Wird -einer kleiner Theil dieser sandartigen Masse in den hängenden Tropfen -gebracht, so erhält man daraus lebendige sich rasch bewegende Amöben in -Menge. Wird ein solcher hängender Tropfen 3–4mal über der Flamme hin- -und herbewegt, so erhält man in jeder Amöbe einen hellröthlichen Kern -in einer schmalen grünlichen Hülle. +Schardringer+ meint, dass Amoeba -koli nicht so allgemein verbreitet ist, wie Manche glauben. Jedenfalls -hat er bei vielen zu diesem Behufe angestellten Untersuchungen von -Typhusfällen keine Amöben erhalten. - -+Weitere Züchtungsversuche+ sind dann noch von +Beijerink+[23] in Delft -und von +Gorini+[24] angestellt worden, jedoch handelt es sich dabei -nicht um Amoeba koli oder um grössere Versuchsreihen. +Beijerink+ -benutzte eine wiederholt mit destillirtem Wasser ausgelaugte -Agarschicht und +Gorini+ alkalische Kartoffeln[25]. - - -Als pathogen sind bisher folgende Amöben bekannt: - - -1. Amoeba koli (Lösch 1875). - -Eine genaue Beschreibung dieses bereits im Jahre 1860 von +Lambl beim -Menschen+ beobachteten Parasiten ist zuerst von +Loesch+[26] (1875) -gegeben worden. Es handelt sich dabei um einen 0,008–0,040 mm grossen -mit 1–2 Pseudopodien und ein oder mehreren Vakuolen ausgestatteten -Parasiten. Bisher hat man Amoeba koli beim Menschen vorwiegend bei -Dysenterie und den dabei entstehenden Leberabscessen gefunden und -sie auf Grund von Infektionsversuchen, die besonders _Kartulis_[27] -angestellt hat als =Erzeuger der Dysenterie= hingestellt. Vor -+Kartulis+ hatte +R. Koch+ gelegentlich seiner Cholera-Untersuchungen -in Darmabschnitten von 4 zur Sektion gekommenen Fällen von ägyptischer -Dysenterie Amöben gefunden. Ebenso in Leberabscessen derselben Fälle. -Von anderen Autoren werden jedoch in diesen Fällen Mischinfektionen -mit pathogenen Bakterien angenommen, weil es auch Amöben giebt, die -nicht infektiös sind. Neuerdings haben dann +Quincke+ und +Roos+[28] -zwei Fälle von +Amöben-Enteritis+ beobachtet, welche sie zu weiteren -Versuchen benutzten und auf Grund ihrer Beobachtungen drei beim -Menschen parasitirende Amöbenarten aufgestellt: - -[Illustration: Figur 1. - -Amoeba koli +Lösch+ im Darmschleim mit Blut- und Eiterkörperchen. (Nach -+Lösch+.)] - - 1. Amoeba intestini vulgaris, 0,040 mm gross, grob granulirt, weder - für Menschen noch für Katzen pathogen. - - 2. Amoeba koli mitis, ebenso, aber für den Menschen, nicht jedoch - für Katzen pathogen. - - 3. Amoeba koli +Lösch+ s. Amoeba koli felis, bis 0,025 mm gross, - fein granulirt, für Mensch und Katze pathogen, bei beiden - Dysenterie hervorrufend. - -Da jedoch auch schon +Blanchard+[29] neben Amoeba koli noch Amoeba -intestinalis unterschied, welche von +Sonsino+ und +Kartulis+ -gelegentlich ihrer Untersuchungen als Ursache der ägyptischen -Dysenterie gefunden waren, so ist einstweilen die Frage über die -Dickdarmamöben des Menschen als Krankheitserreger noch nicht gelöst. -Durch die Untersuchungsergebnisse von +Grassi+, +Calandruccio+, -+Quincke+ und +Roos+ ist hinsichtlich der Dickdarmamöben des Menschen -bekannt, dass sie sich encystiren und im encystirten Zustande sehr -widerstandsfähig sind. +Calandruccio+[30] zeigte durch einen Versuch an -sich selbst und +Quincke+ und +Roos+ durch Versuche mit Katzen, dass -durch encystirte Amöben Infektionen per os gelingen, während gleiche -Versuche mit beweglichen Amöben negativ ausfielen. Es ist anzunehmen, -wenn auch bisher noch nicht erwiesen, dass die aufgenommenen Amöben -sich im Darm durch Theilung vermehren. - -Von weiteren bemerkenswerthen Fällen, in denen Amöben als Ursache der -Dysenterie bezeichnet werden, seien noch erwähnt[31] diejenigen von -+Hlava+, welcher bei 60 Dysenteriefällen in Prag regelmässig Amöben in -den Ausleerungen fand, ferner die Fälle von +Pfeiffer+ in Weimar (bei -einem Kinde) von +Cahn+ bei einem vierjährigen Knaben, von +Manner+ -bei einem gleichzeitig mit Leberabscessen komplizirten Falle u. s. -w. In Kiel hat jüngst +Röhrig+[32] einen Fall von Amöben-Enteritis -beschrieben. Es handelt sich um eine 40jährige Arbeiterfrau, welche -unter Erscheinungen einer schweren Pneumonie in die Klinik aufgenommen -wurde und zehn Tage nach der Aufnahme starb. Die Obduktion ergab ausser -einer fibrinös-serösen Pleuritis und Abscessen in der linken Lunge auch -zahlreiche, eigenthümliche Geschwüre im Dickdarm, bei deren näherer -Untersuchung Amöben gefunden wurden. Auch in einer Darmvene wurden die -Amöben gefunden. Zur Erklärung des Befundes nimmt +Röhrig+ an, dass -die Amöben mit der Blutbahn in die Leber, von hier, ohne makroskopisch -hervortretende Erscheinungen zu machen, in die Lunge gelangt sind, -wo sie zur Entstehung der Abscesse Veranlassung gaben. Das schnelle -Umsichgreifen der Lungenaffektion wäre dann auf Bakterienwirkung -und auf Aspiration bereits jauchiger Massen zurückzuführen. „Mit -dem Sputum in die Mundhöhle gelangt, könnten die Parasiten in die -Drüsen eingewandert sein, und von hier aus in derselben Weise wie -im Darm ihre Zerstörung begonnen haben.“ Die Sektion hatte auch -ein gangränescirendes Geschwür am linken Zungenrande und an den -Stimmbändern, sowie starke Schwellung des weichen Gaumens und der -Tonsillen ergeben. - -Von anderen Fällen aus neuerer Zeit mögen noch folgende erwähnt sein. - -+Wilson+[33] berichtet über vier Fälle von +Dysenterie+, welche -durch Amöben hervorgerufen wurden. In keinem der angegebenen Fälle -waren Symptome eines Leberabscesses nachzuweisen. Stets traten die -Amöben in den Exkrementen auf. In einem tödtlich verlaufenen Falle -ergab die Sektion zahlreiche Geschwüre und nekrotische Herde in der -Schleimhaut. Die Geschwüre enthielten zahlreiche Amöben. In der -Darmwand war auch die Muskularis stark verändert, ebenso war die -Niere erkrankt. +Manner+[34] theilt einen Fall von +Amöbendysenterie -und Leberabscess+ mit. Bei einem seit Jahren unter dysenterischen -Erscheinungen erkrankten Manne wurden in den schleimigen Theilen des -Stuhlgangs stets Amöben gefunden. Dieselben glichen durchaus der Amöba -coli. Der Fall endete unter fortschreitendem Verfall der Kräfte und -unter Auftreten von Oedemen tödtlich. Bei der Sektion fanden sich in -der Leber Abscesse, die theils raschen Zerfall ihrer Wand zeigten, -theils von einer Bindegewebskapsel eingeschlossen waren. Sowohl der -Abscesseiter als auch die innersten Theile der Abscesswand enthielten -zahlreiche Amöben. Die Schleimhaut des ganzen Dickdarmes war geschwellt -und aufgelockert; im Cökum fand sich eine Reihe unregelmässig -gestalteter, mit leicht gezackten, etwas indurirten Rändern versehener -Geschwüre. Noch zu Lebzeiten des Kranken wurde mit dem Stuhl desselben -ein Infektionsversuch an einer Katze gemacht. Das Thier erkrankte bald -nach der Infektion per rektum und ging nach einer Woche zu Grunde. Bei -der Sektion wurden im Dickdarm kleine bis in die Submukosa reichende -Geschwüre und in den tieferen Abschnitten der Schleimhaut die meisten -Amöben gefunden. - -Ferner berichtet +Boas+[35] über zwei von ihm behandelte Fälle von -Amöbenenteritis. In dem einen gelang es mittelst ganz schwacher -Argentum nitricum Spülungen (1: 10,000) die Beschwerden zu lindern und -die Amöben vorübergehend zum Schwinden zu bringen; in dem anderen Falle -hatte der innerliche Gebrauch von Wismuthsalicylat einen ähnlichen -Erfolg. +Peyrot+ et +Roger+[36] berichten über einen im Anschluss an -eine leichte Dysenterie entstandenen +Amöbenabscess in der Leber+. - -In der allerjüngsten Zeit hat +W. Janowski+[37] den gegenwärtigen -Standpunkt über die Aetiologie der Dysenterie unter Verwerthung eigener -Beobachtungen in einer sehr gründlichen Arbeit erörtert, in welcher -auch die wichtigsten literarischen Angaben gemacht worden sind. -+Janowski+ kommt dabei nach sorgfältiger Durchsicht des bis jetzt -in der Litteratur gesammelten, die Rolle der Amöben bei Dysenterie -betreffenden Materials zu dem bemerkenswerthen Ergebniss, dass bis -heute noch keine sicheren Beweise dafür vorliegen, dass die Parasiten -wirklich die Erreger der Dysenterie in bestimmten Ländern seien. Wenn -uns die Beweise noch fehlen, so ist der Grund hauptsächlich darin zu -suchen, dass in Ermangelung von Kulturen bis jetzt die eigentliche, -streng wissenschaftliche Untersuchungsmethode in dieser Frage -nicht angewandt werden konnte. Jetzt dagegen ist der Plan solcher -Untersuchungen deutlich vorgezeichnet. Es müssen +Kulturen+ der Amöba -coli auf dem von +Celli+ und +Fiocca+ mit so vorzüglichem Resultate -verwandten +Fucus crispus+ oder auf Agar mit Heu (+Schardringer+) -gezüchtet werden, wenn letzteres sich thatsächlich als günstiger -Nährboden für diese Parasiten erweisen sollte. Hat man in diesen -Kulturen uncystirte Amöbenformen erhalten, so müssen Fütterungsversuche -bei Thieren angestellt werden, wobei schon einzelne positive Resultate -von Werth sein können[38]. Andererseits würde sich auch zeigen, dass -aus schweren Dysenteriefällen gezüchtete Amöba coli bei Thieren weit -leichter zu Erkrankungen führen, als dieselbe aus anderen Fällen (z. -B. Kinderdiarrhoe, Kloakenkot oder Teichschlamm) gezüchtete Amöbe. Es -scheint +Janowski+ mit Recht nicht unwahrscheinlich zu sein, dass die -+Symbiose mit gewissen Bakterienarten die Virulenz der Amöben selbst -steigert+[39]. Es scheint die Bedeutung dieses Parasiten für den -Menschen, je nach den Bedingungen, unter welchen er in den menschlichen -Organismus gelangt, ganz verschiedenartig sein zu können. An manchen -Orten Europas (Italien, Deutschland) gelangt dieser Parasit aus der -Umgebung in den Darm, ohne hier augenscheinlich irgend welche den -Darm zur Entwickelung der Amöben disponirenden Bakterien vorzufinden. -In anderen Gegenden aber (Indien, Aegypten, Vereinigte Staaten) -gelangen die Amöben entweder im Vereine mit Bakterien, die ihnen den -Boden zu ihrer Entwickelung vorbereiten in den Darm, oder finden -im Darme Bakterien vor, die ihnen bei Entfaltung ihrer Thätigkeit -behilflich sind. Von der Art dieser Symbiose, vielleicht auch von der -sekundären Infektion in einer und in der anderen Serie von Fällen, -hängt nach der Ansicht von +Janowski+ der mehr oder weniger schädliche -Einfluss der Amöben auf den Darm und die von den Amöben im Darme -erworbenen Eigenschaften ab, deren Verschiedenheit erst experimentell -festzustellen ist. - -In den von +Koch+, +Councilmann+ und +Lafleur+, +Kruse+ und +Pasquale+ -u. a. beschriebenen Fällen drängt sich die Ueberzeugung auf, dass die -betreffenden Autoren eine in klinischer und in anatomischer Hinsicht -von der gewöhnlichen Dysenterie abweichende Krankheit beobachtet haben -und dass das konstante Auftreten der Amöben die Beobachter auf den -Gedanken führte, es bestehe ein inniger ursächlicher Zusammenhang -zwischen diesen Amöben und jener besonderen Dysenterieform. - -Schliesslich wird von +Janowski+ alles, was bis jetzt über -die Aetiologie der +Dysenterie+ bekannt ist, folgendermassen -zusammengefasst: - -„+Die Dysenterie ist eine ätiologisch nicht einheitliche Krankheit -und wird aller Wahrscheinlichkeit nach nie durch die Einwirkung -eines einzelnen Parasiten, sondern durch Zusammenwirkung mehrerer -Varietäten auf den Organismus hervorgebracht.+ Aus den bis heute in -der Litteratur vorhandenen Daten kann man schliessen, dass die Ursache -der gewöhnlichen Dysenterie irgend eine Bakterienassociation ist; eine -ihrer Formen aber, die sich in klinischer und anatomischer Hinsicht -von den übrigen unterscheidet, die sogenannte Tropendysenterie, wird -aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Assoziation einer bestimmten -Amöbenspezies mit Bakterien hervorgerufen.“ - -Im Allgemeinen ist die Amöbendysenterie +anatomisch+ charakterisirt -durch das Auftreten eines hämorrhagischen Katarrhs und durch die -Bildung umschriebener Geschwüre mit unterminirten Rändern. Dabei -vermehren sich die Amöben nicht nur in der Darmschleimhaut, sondern -dringen auch in die Mukosa und Submukosa ein, treten hier zu grösseren -Haufen zusammen, in deren Gebiet das Gewebe allmählich nekrotisirt. -Beim Durchbruch der submukösen Herde durch die Schleimhaut entwickeln -sich die erwähnten Geschwüre, welche einen bedeutenden Umfang annehmen -können. In ein Darmgefäss gelangt, können dann Metastasen in anderen -Organen durch Einwanderung der Amöben hervorgerufen werden. - -+Klinisch+ ist die von verschiedenen Autoren beobachtete Thatsache von -Bedeutung, dass die durch die Amöben hervorgerufenen Darmbeschwerden -meist sehr gering sind und die Patienten nicht veranlassen, ärztliche -Hülfe in Anspruch zu nehmen. Dies tritt meist erst ein, wenn schon -Komplikationen eingetreten sind. - -=Bei Thieren= sind parasitische Amöben gelegentlich im Darm von Mäusen -(Amöba muris +Grassi+), von Blatta orientalis (Schaben) (Amöba blattae, -+Bütschli+), bei Kaninchen, Fröschen, Schnecken (+L. Pfeiffer+) und -auf der Haut der Schafe lebend (+v. Lendenfeld+) gefunden worden. Nur -hinsichtlich der auf der Haut der Schafe beobachteten Amöben weiss man, -dass sie zuweilen eine tödtliche Hauterkrankung hervorrufen können. - - -2. Amöben der Mundhöhle. - -Man hat in der Mundhöhle, in einem Abscess unter dem Zahnfleische -und gelegentlich auch an einem sequestrirten Knochenstückchen des -Unterkiefers Amöben und amöbenartige Gebilde beim Menschen gefunden, -doch scheint es sich nur im letzteren Falle (von +Kartulis+[42] -veröffentlicht) um wirkliche Amöben gehandelt zu haben. - - -3. Amöben des Urogenitalapparates des Menschen. - -Unter dem Namen +Amöba urogenitalis+ hat zunächst +E. Baelz+[40] -eine bei einer 23jährigen Patientin gefundene Amöbe beschrieben, -welche der Amöba coli sehr ähnlich war. Die Parasiten wurden im Urin -und auch in der Vagina einer Patientin gefunden, welche kurz vor -ihrem durch Lungentuberkulose bedingten Tode Hämaturie mit starkem -Tenesmus der Blase gezeigt hatte. Aehnliche Fälle sind dann später von -+Jürgens+[41], wo die Amöben in Schleimcysten der Harnblase sassen, von -+Kartulis+[42], wo die Amöben in einem Blasentumor sassen, und von +C. -Posner+[43], wo die Amöben im Urin gefunden wurden, noch beschrieben -worden. - -Ferner hat +Tullio Rossi Doria+[44] in Rom bei der +Endometritis -chronica glandularis+ im Lumen der Drüsen Protozoen gefunden, -die er der Gruppe der Amöben zurechnete. +Doria+ schliesst aus -seinen Untersuchungen auf eine Form der Endometritis, die er auf -die gemeinsame Wirkung von Amöben und Bakterien zurückführte, bei -vielleicht praevalirender Bedeutung der Amöben. +Pick+[45] hält -jedoch die Befunde +Doria+’s für hydropische Degenerationsprodukte -abgestossener epithelialer Elemente. Dem gegenüber zieht +Doria+[46] -die von +Pick+ aus ungehärtetem und gefärbtem Material gewonnenen -Beobachtungen in Zweifel. +Pick+ meint schliesslich, dass es sich nur -um die Bewegung von Leukocyten handelt. - - -4. Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit des lebenden -Menschen. - -Unter dieser Bezeichnung haben neuerdings +Leyden+ und +Schaudinn+[47] -zwei Fälle beschrieben, wo bei einer 22jährigen, an Ascites leidenden -Patientin und bei einem 63jährigen, ebenfalls an Ascites leidenden -Manne amöbenähnliche Gebilde in der durch Punktion entnommenen -Bauchflüssigkeit nachzuweisen waren. Der zweite Patient ist später -gestorben und ergab die Autopsie die Bestätigung der auch im Leben -gestellten Diagnose -- +Carcinom des Magens, mehrere bis apfelgrosse -Knoten in der Leber, kleinere in der Milz;+ =auf dem Peritoneum= -+zahlreiche hirsekorn- bis erbsengrosse und auch grössere Knötchen+. - -Bei näherer Untersuchung, welche +Schaudinn+ vorgenommen hat, zeigte -sich in beiden Fällen, dass die Amöben Angehörige derselben Spezies -sind und sich durch Theilung und Knospung fortpflanzen. +Schaudinn+ -nannte sie deshalb +Leydenia gemmipara+ (+Schaudinn+). Die Parasiten -zeigten in kontrahirtem Zustande eine kugelige oder unregelmässige -polygonale Gestalt. Ihre Oberfläche erschien selten glatt, sondern mit -Buckeln und Höckern besetzt. Sie können einen Durchmesser von 36 µ -erreichen. Die kleinsten Formen waren 3 µ gross. Die Pseudopodien waren -in zwei Sorten nachweisbar: als hyaline, lamellöse und als körnige, -fadenförmige Bildungen. - -Am Schlusse der Arbeit sagt +Schaudinn+: „In eine Diskussion über -die Frage, ob unser Rhizopode etwas mit dem gleichzeitig vorhandenen -Karcinom zu thun hat, kann ich erst nach einer Untersuchung der -krebsigen Geschwülste treten, mit der ich jetzt beschäftigt bin. Es -sei mir nur gestattet, +auf die grosse Aehnlichkeit hinzuweisen, die -zwischen den kleinen hier geschilderten Amöbenknospen und den angeblich -parasitären Einschlüssen in den Krebszellen, welche Sawtschenko[48] -abbildet, besteht. Der Zusammenhang der Amöben mit dem Karcinom+ ist -wohl möglich. Doch ist meines Erachtens die Frage, ob die Amöben oder -ihre Jugendzustände die Erreger des Karcinoms und anderer maligner -Geschwülste sind, nur durch Züchtung zu entscheiden und vorläufig -besitzen wir keine Methoden der Kultivirung für parasitäre Rhizopoden -und Sporozoen“. - - - - -II. Klasse: Sporozoen[49]. - -Die Sporozoen sind einzellige thierische Organismen, deren Leib einen -oder mehrere Kerne, jedoch keine Wimpern und Geisseln, Pseudopodien, -oder Mund und Afterstelle besitzt. Alle Sporozoen sind Schmarotzer und -vermehren sich durch beschalte Fortpflanzungszellen (Sporen), welche -sich im Innern der Zellen bilden. Durch diese Eigenschaft treten sie in -eine gewisse Verwandtschaft zu niederen pflanzlichen Organismen. - -In Bezug auf die +Verbreitung+ lehren die bisherigen -Untersuchungsergebnisse, dass die Sporozoen sehr weit verbreitete -Parasiten sind und, mit Ausnahme der Protozoen und Cölenteraten, in -allen Thierklassen gefunden sind. Dagegen hat man sie noch nie bei -Pflanzen festgestellt. Interessant ist auch die Wahrnehmung bei diesen -Parasiten, wie bei den höher organisirten, dass eine Sporozoenart -meist nur bei wenigen, in naher Verwandtschaft stehenden Wirthen -schmarotzt und sich dabei dem Entwickelungsgange der Wirthe anpasst. -Wahrscheinlich sind dieselben auf der ganzen Erde und überall, wo -Thiere sind, vorhanden. Am meisten sind sie bisher in Europa und -Amerika gefunden worden. - -Wie die +Uebertragung+ auf die Wirthe erfolgt, ist erst bei einigen -Ordnungen bekannt. Meist erfolgt die Einverleibung durch die Nahrung, -wobei dann die Sporozoen aus den Exkrementen oder verwesten Thierresten -in den Boden und ins Wasser gelangen und gelegentlich die Nahrung -verunreinigen. So sind die an einzelnen Orten und in einzelnen Gegenden -gelegentlich beobachteten Sporozoenepidemien (z. B. bei Kaninchen) zu -erklären. In anderen Fällen mögen auch Zwischenwirthe, wie dies bei -der Texasseuche nachgewiesen ist, vorhanden sein. Schliesslich kann -nicht geleugnet werden, dass viele Sporozoen für ihre Wirthe ohne jede -pathologische Bedeutung sind. - -Die +Ansiedelung+ der Sporozoen kann in allen Organen und Geweben -des thierischen Körpers erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass sie -- -besonders in den jüngsten Entwickelungsstadien -- in die Zellen der -Wirthsthiere, in erster Linie in die Epithel-, Muskel-, Nerven- -und Blutzellen einzudringen vermögen, um hier theils die ganze -Entwickelung durchzumachen, theils nach einiger Zeit eine andere Zelle -aufzusuchen, und die Entwickelung zu vollenden. Nach Abschluss ihres -Entwickelungsganges schmarotzen sie gewöhnlich in den Geweben oder -Organen ihrer Wirthe weiter, wobei sie in die verschiedenen Organe -gerathen und je nach der histologischen Einrichtung und funktionellen -Bedeutung krankheitserregend werden können. Oft hängt die pathogene -Bedeutung wesentlich von der Menge der zur Entwickelung gekommenen -Sporozoen und der durch sie zerstörten Zellen (z. B. im Darmkanal) ab. - -Die +Gestalt+ der Sporozoen ist sehr verschieden, meist oval und -wechselt hinsichtlich der Grösse ebenfalls erheblich. Die +Ernährung+ -erfolgt durch Aufnahme flüssiger Nahrung aus den umgebenden Medien -entweder auf dem Wege der Diffusion oder durch feinste Poren in der -Kutikula. Die +Vermehrung+ der Sporozoen, welche meist ungeschlechtlich -zu erfolgen scheint, geschieht durch Keim- und Sporenbildung; -vielleicht auch durch Theilung der Keime. Der Abschluss der -Entwickelung erfolgt meist durch die Bildung der Fortpflanzungskörper, -wobei die mit einer festen Kapsel umgebene Protoplasmamasse des -Mutterthieres zerfällt. Die entstandenen kleinen kernhaltigen -Protoplasmakörper können sich dann direkt in Keime umwandeln oder zu -Sporoblasten und Sporen werden, indem sie eine feste Hülle um sich -ausscheiden. Die Sporenhülle ist sehr widerstandsfähig und dient zum -Schutz der zarten Protoplasmakeime. Kurz vor der Vermehrung nehmen die -Parasiten allmählich eine rundliche Form an. - - -Die Eintheilung der Sporozoen - -ist insofern noch keine vollkommen abgeschlossene, als einzelne Gruppen -noch zu wenig gekannt und ihre Zugehörigkeit zu den Sporozoen noch -zweifelhaft ist. - -Wir möchten einstweilen folgende +Ordnungen+ wählen: - -I. Gregarinen; II. Myxosporidien; III. Koccidien; IV. Sarkosporidien; -V. Hämosporidien; VI. Acystosporidien; VII. Serosporidien; VIII. -Amöbosporidien. - - -I. Ordnung: Gregarinen[50], +Gregariniden+. - -[Illustration: Figur 2. - -Jugendform einer Gregarine (Oocephalus hispanus) nach +Al. Schneider+. -Die typische Gestalt zeigt die drei hintereinander liegenden Abschnitte -und die sich scharf abhebende helle Cutikula.] - -=Allgemeines.= Die Gregarinen sind einzellige Parasiten von -kugeliger, ovaler oder langgestreckter Gestalt, zuweilen aus 2-3 -hintereinanderliegenden Abschnitten bestehend, und erwachsen von einer -festen Cutikula umgeben. Sie sind während ihrer Jugend ausschliessliche -Zellschmarotzer und werden vorwiegend in den Epithelien der -Magenschleimhaut gefunden, von wo sie erst später in das Darmlumen -entleert werden. Ausser im Magen- und Darmkanal sind sie auch in der -Leibeshöhle und in den Geschlechtsorganen von +wirbellosen+ Thieren, -besonders bei +Arthropoden+ und +Würmern+, seltener bei Echinodermen -gefunden worden. +Bei Vertebraten sind sie bisher nicht gefunden -worden.+ - -Die Parasiten wurden schon 1787 von +Cavolini+ im Darm eines Krebses -gesehen und später von +Dufour+, welcher ihnen den noch heute -gebräuchlichen Namen gegeben hat, bei zahlreichen Insekten. - -Die +erwachsenen+ Gregariniden sind einzellige Organismen, deren -länglicher Leib entweder einheitlich bleibt und niemals encystirt -(+Monocystidae+) oder in zwei oder drei Abtheilungen zerfällt -(+Polycystidae+); erstere leben frei in der Leibeshöhle niederer -Thiere, nur ausnahmsweise in einem Organ (in den sog. Hoden der -Regenwürmer), letztere im Darm, besonders der Arthropoden. Die +Länge+ -des Körpers schwankt zwischen 0,01–0,02–16 mm. Manchmal grenzt sich -vom grösseren Hinterabschnitt ein kleiner vorderer ab, dann geht die -Cutikula, senkrecht zur Längsachse eine Querscheidewand bildend, durch -die ganze Breite des Körpers. Die +Vermehrung+ der Gregariniden erfolgt -durch Vereinigung von zwei oder drei Thieren (Konjugation) meist mit -nachfolgender Encystirung, wobei eine sehr feste, widerstandsfähige -Membran abgesondert wird. Eine Verschmelzung der encystirten Individuen -tritt meist nicht ein. - -[Illustration: Figur 3. - -_a_) Monocystis agilis aus den Samenblasen vom Regenwurm. _b_) -Gregarina cuncata aus dem Darm vom Mehlkäfer. _c_) Stylorhynchus -obligacanthus aus dem Darm einer Libelle. (Nach +Leuckart+.)] - -Sind 2 oder 3 Individuen in einer Cyste vereinigt, so sporuliren -sie gesondert. Die Cysten der mehrkammerigen Gregarinen werden vor -Beginn aller Theilungserscheinungen mit dem Koth der Wirthsthiere -ausgestossen. Diese Cysten reifen, sobald sie im Freien unter günstige -Bedingungen gelangen. Dann folgt die +eigentliche Vermehrung+ durch -Theilung des Gregarinenkerns. Die kleinen Kerne vertheilen sich -gleichmässig auf der Oberfläche des Cysteninhaltes. Schliesslich -zerfällt der Cysteninhalt in kleine Plasmakugeln, deren jede einen -Kern einschliesst -- die sog. +Sporoblasten+. Ausserdem bleibt noch -etwas unverbrauchtes Protoplasma der sog. +Restkörper+ zurück. Die -entstandenen Sporoblasten scheiden um sich eine feste Hülle ab und -werden so zu +Sporen+. In den Sporen geht von Neuem eine mehrfache -Kerntheilung vor sich. Die dadurch entstandenen 6–8 Kerne vertheilen -sich wieder auf das vorhandene Protoplasma. Durch Trennung der -kernhaltigen Protoplasmatheile von einander entstehen die eigentlichen -+Keime+ (Keimstäbchen oder Sporozoiten, +die jungen Gregarinen+). - -Die +Form der Sporen+ ist für die einzelnen Arten charakteristisch; -einzelne Sporen besitzen keine Hülle (Gymnosporen), andere sind -beschalt (Angiosporen), oder haben zwei verschieden dicke Hüllen. Die -+Gestalt+ der Sporozoiten ist meist +sichelförmig+. Selten sind mehr -als 8 Sichelkeime in einer Spore eingeschlossen. - -Hinsichtlich der weiteren +Entwickelung der Gregarinen+ sei noch -bemerkt, dass sich die Sporen in der Regel in den Cysten ausserhalb -des Trägers der Gregarinen entwickeln. Die Sporulation kann in zwei -Wochen beendet sein. Nach erfolgter Reife entleeren die Cysten ihren -Sporeninhalt entweder durch einfache Ruptur der Cystenhülle oder -durch Mitwirkung des aufquellenden Restkörpers oder endlich durch -besondere +Sporodukte+. +Es ist ausreichender Grund zu der Annahme, -sagt Braun, dass der Genuss reifer Sporen, vielleicht auch reifer -Cysten, die betreffenden Thiere mit Gregarinen infizirt.+ Die Sporen -werden durch den Darmsaft zum Aufspringen gebracht, (von A. +Schneider+ -beobachtet) und lassen ihren Inhalt austreten. Die sichelförmigen -Keimstäbchen (Sporozoiten) machen kreisbogenartige Bewegungen, jedoch -keine amöboiden oder Schwimmbewegungen. So dringen sie wahrscheinlich -in die Darmepithelien ein (intracellulärer Parasitismus der jungen -Gregarinen), wachsen dann über die infizirte Epithelzelle in das Lumen -des Darmes hinein, es tritt Abschnürung der beiden Theile ein; später -fällt die Gregarine vom Darmepithel ab, um sich zu konjugiren und ihre -Weiterentwickelung durchzumachen (+Braun+). Die in der Leibeshöhle -schmarotzenden Monocystideen durchsetzen jedoch, als Sporen in den Darm -eingeführt, sogleich die ganze Darmwand, um sich in der Leibeshöhle -anzusiedeln. - -+Eintheilung der Gregariniden+. +L. Léger+ giebt folgende -Unterabtheilungen an: - -1. Unterordnung: Gymnosporen, Sporen nackt, ohne Hülle; a) Familie -Gymnosporiden (Porospora, im Darm des Hummers). 2. Unterordnung: -Angiosporea, Sporen mit einfacher oder doppelter Hülle; a) Polycystidea -und b) Monocystidea, welche vielfach in der Leibeshöhle von Würmern und -Echinodermen vorkommen. - -Da, wie schon erwähnt, die Gregarinen bisher mit Sicherheit bei -Wirbeltieren noch nicht beobachtet worden sind, so mögen diese Angaben -genügen. - - -II. Ordnung: Myxosporidien. - -Die Myxosporidien kommen vorzugsweise an und in den verschiedensten -Organen der +Fische+ vor, wo sie sowohl frei in natürlichen -Körperhöhlen (Leibeshöhle, Schwimmblase, Gallen- und Harnblase) wie -auch im Bindegewebe liegend angetroffen werden. Ausserdem schmarotzen -sie auch bei +Würmern+, +Arthropoden+, bei +Amphibien+ und +Reptilien+. - -Hinsichtlich der +Fische+ führt +Gurley+[51] 66 verschiedene -Fischarten an, bei welchen Myxosporidien schmarotzen. Daneben giebt -es noch manche andere Fischarten, bei denen man bisher noch niemals -Myxosporidien beobachtete. Unter den +Amphibien+ beobachtet man sie -bei Fröschen, Kröten und Wassersalamandern; unter den +Reptilien+ sind -Schildkröten, Krokodile, Schlangen und Eidechsen zu nennen. - -Am meisten sind die Myxosporidien bisher in Europa und Amerika gefunden -worden. Einzelne Arten werden an bestimmten Orten regelmässig gefunden, -andere treten gelegentlich z. B. bei Fischen so massenhaft auf, dass -sie schwere Seuchen unter den befallenen Thieren hervorrufen. - -+Geschichtlich+ möge erwähnt sein, dass die Parasiten +auf und in dem -Körper der Fische+ zuerst von +Gluge+[52] (1838) und unabhängig von -diesem von Joh. +Müller+[53] (1841) beschrieben worden sind. +Müller+ -sah kleine beschalte Körperchen besonders in gelb-weissen Pusteln -der äusseren Haut kranker Fische, ausserdem auch an den Kiemen und -in inneren Organen und glaubte es handele sich um eine durch belebte -Spermatozoen erzeugte Ausschlagskrankheit, weshalb er die in den -Knötchen gefundenen Körperchen, +Psorospermien+[54] nannte. Nach -+Gluge+ und +Müller+ sind dann die Myxosporidien von zahlreichen -anderen Forschern (+Leydig+, +Lieberkühn+, +Bütschli+ (1881), welcher -die Bezeichnung Myxosporidien vorschlug, +Balbiani+, +Railliet+, -L. +Pfeiffer+, +Thélohan+ u. a.) in und auf dem Körper zahlreicher -Fischarten und anderer Thiere gefunden worden. - -Bezüglich +Bau und Entwickelungsgang+ der Thiere möge nur das -Nachfolgende hier erwähnt sein. - -Was zunächst die +Form+ der Myxosporidien betrifft, so ist dieselbe -sowohl bei den einzelnen Thierarten, wie auch bei den einzelnen -Individuen sehr verschieden und sehr veränderlich. Es kommen -langgestreckte und ganz unregelmässige Formen vor; die letzteren -besonders bei den freien Myxosporidien. Ebenso unterliegt die +Grösse+ -vielfachen Schwankungen. In inneren Organen (Gallen-, Harn- und -Schwimmblase) kommen mikroskopisch kleine, auf der Haut und in den -Kiemen mit blossem Auge erkennbare Myxosporidien vor. - -Ueber die +Vermehrung und Entwickelung der Myxosporidien+ sind die -Ansichten noch getheilt. Die wichtigsten Arbeiten hierüber liegen -von +Lieberkühn+, +Balbiani+ und +Bütschli+ vor, deren Ergebnisse -von +Thélohan+[55] bestätigt und erweitert worden sind. Nach den -Untersuchungen dieser Autoren beginnt die +Sporenbildung+ mit der -Bildung zahlreicher Keime in der Plasmamasse (+Primitivkugeln+). Aus -den Keimen der Primitivkugeln entstehen durch Theilung zahlreiche -Tochterkerne. Dann beginnt durch Theilung der Primitivkugel in zwei -Hälften (+Sporoblast+) die Sporoblastenbildung. Die Ausbildung der -+Sporen+ erfolgt nun in der Weise, dass sich in jedem Sporoblast drei -Kerne entwickeln, von denen sich zwei in die sog. +Polkörperchen+ -umwandeln. Später entsteht dann die +Polkapsel+ und aus der Hülle -der Sporoblasten eine sehr widerstandsfähige Sporenwand. Die Zahl -der Sporen ist bei den verschiedenen Arten eine sehr verschiedene. -Werden nun die Sporen mit der Nahrung in den Verdauungskanal -geeigneter Wirthsthiere gebracht, so treten unter der Einwirkung der -Verdauungssäfte die Polfäden aus ihren Kapseln heraus, und dringen -wahrscheinlich in die Verdauungsschleimhaut ein, um so die schnelle -Entfernung der Sporen aus dem Darmkanal zu verhüten. Nach etwa 24 -Stunden sollen sich dann die Sporen öffnen, den Amöboidkern austreten -lassen, welcher dann unter langsamen Bewegungen diejenigen Organe und -Gewebe aufsuchen soll, in denen die weitere Entwickelung vor sich gehen -kann. - -Hinsichtlich der =pathologischen Bedeutung der Myxosporidien= sei -bemerkt, dass seuchenartig auftretende Muskelerkrankungen durch -Infektion mit Myxosporidien seit langer Zeit bei den +Barben+ in den -Flussgebieten des Rheins, der Mosel, der Saar, der Seine, Marne und -Aisne beobachtet sind. Die ersten genaueren Angaben über solche unter -Beulenbildungen in der Haut aufgetretene Fischseuchen liegen aus dem -Jahre 1870 von M. +Mégnin+ vor. Dann folgen zahlreiche Mittheilungen -u. a. von M. A. +Railliet+ (1890), +Ludwig+ (1888), L. +Pfeiffer+ -(1889), T. W. +Müller+ (1890) u. A. L. +Pfeiffer+ zeigte, dass es -sich dabei um eine von den Muskeln ausgehende Infektion handelt. Die -kranken Fische sind schon äusserlich an weissfarbigen Schwellungen -der Haut und tiefen, kraterförmigen Geschwüren erkennbar, welche am -Kopf, am Rumpf und am Schwanz vorhanden sind. In den Geschwüren sind -Myxosporidien und Bacillen, durch deren Ansiedlung wohl die Geschwüre -erzeugt werden, massenhaft nachzuweisen (L. +Pfeiffer+). Die erste -Ansiedlung der Myxosporidien findet im Innern der Muskelzellen statt. -Nach den Untersuchungen von +Thélohan+ wird durch das Eindringen der -Myxosporidien zunächst eine hyaline Degeneration der Muskelfasern -hervorgerufen, es kommt dann zu einer starken Bindegewebswucherung, -wobei die Muskelfasern zu Grunde gehen. Schliesslich kann man dann -sowohl in den unter Einwirkung von besonderen Bacillen entstehenden -Geschwüren wie auch in den bindegewebigen Cysten die Sporen der -Myxosporidien nachweisen. L. +Pfeiffer+ fand kleine Tumoren sowohl -auf Pleura und Peritoneum, wie auch in der Gallenblase, Schwimmblase, -Milz und selbst in den Gefässwandungen der kranken Fische. Die -Erkrankung hat viel Aehnlichkeit mit den noch zu erwähnenden -Sarkosporidieninfektionen beim Pferd, Schaf und Schwein. - - -III. Ordnung: Koccidien[56] (+Leuckart+). - -Die Koccidien sind Zellschmarotzer von eiförmiger oder kugeliger -Gestalt, welche ihre Entwickelung in einer Zelle beenden. - -=Vorkommen und Verbreitung.= Die Koccidien schmarotzen bei allen -Klassen der Wirbelthiere, bei Gliederthieren und bei Weichthieren. -Dagegen sind sie bei anderen Wirbellosen bisher nicht getroffen worden. -Die Koccidien leben in den verschiedensten Organen der Thiere und des -Menschen und zwar zum grossen Theil in den Epithelzellen und deren -Kernen; andere werden auch im Bindegewebe angetroffen. Am zahlreichsten -kommen Koccidien bei Wirbelthieren vor, während bei diesen Thieren -die Gregarinen ganz fehlen. Bei den +Vögeln+ und +Säugethieren+ sind -die Koccidien die häufigsten Sporozoen; unter den letzteren kommen -sie nicht selten beim +Menschen+ vor. Unter den Säugethieren findet -man die Koccidien am meisten bei Pflanzenfressern, wo vorzugsweise -der Darmkanal daneben auch die Anhangsorgane desselben (Leber, -+Lieberkühn+’sche Drüsen) ferner Trachea, Larynx, Lunge und Nieren -befallen werden. Zuweilen sind sie auch im Geschlechtsapparat gefunden -worden. - -=Geschichtliches.= Die ersten Beobachtungen sind wohl an den -Koccidienknoten in der Leber der Kaninchen gemacht worden, wo sie -für tuberkelartige, karcinomatöse oder sarkomatöse Gebilde gehalten -wurden. +Remak+ (1845) brachte die Koccidien in Verbindung mit den -Psorospermien von Joh. +Müller+, während sie +Lieberkühn+[57] (1854) -für vollkommen identisch mit denselben erklärte. Im Laufe der nächsten -Jahre beschäftigten sich dann zahlreiche Forscher mit diesen Gebilden, -ohne dass jedoch eine gewisse Klarheit über die Natur derselben erzielt -wurde. Erst +Leukart+[58] (1879) trennte diese bisher auch ei- oder -kugelförmige Psorospermien genannten Parasiten von den Myxosporidien -ab und führte für dieselben den Namen Koccidien ein, indem er sie -als besondere Abtheilung den Sporozoen anreihte. In der neueren Zeit -wurde durch die Arbeiten von R. +Pfeiffer+[59], +Balbiani+[60], -+Thélohan+[61] u. A. neue Anregung zum Studium dieser Sporozoen als -Krankheitserreger gegeben. - -=Entwickelung.= Für die Darmkoccidien wird als sicher angenommen, -dass die Infektion vom Darmkanal aus erfolgt, indem die reifen -Sporen mit der Nahrung aufgenommen werden. Unter der Einwirkung der -Verdauungssäfte öffnen sich die Sporen und die Sichelkeime treten -aus, um unter lebhafter Bewegung in die Darmwand und später in die -Epithelzellen einzudringen und sich hier in den Epithelzellen, zwischen -Kern und freiem Zellrand festzusetzen. Innerhalb der Epithelzelle -runden sich dann die Sichelkeime zu einem kugeligen Körper ab, die -Keime wachsen auf Kosten der Wirthszelle zur Koccidie heran und -umgeben sich mit einer oder zwei Cystenhüllen. Die +weitere Reifung -der Cyste+, d. h. die Sporen- und Keimbildung kann nun +innerhalb+ -oder +ausserhalb+ der Wirthszellen oder Wirthsthiere erfolgen. -Zunächst ist als Vorbereitung zur Sporulation eine Verdichtung des -Protoplasmas nachzuweisen, worauf dann nach den Untersuchungen von -A. +Schneider+[62] die Ausbildung der Sporen auf zwei Arten erfolgen -kann. Entweder bildet der ganze Inhalt der Cyste sogleich eine grosse -Anzahl von Sporozoiten, wobei ein Restkörper zurückbleibt, oder -- -wie es die Regel ist, es bilden sich zunächst zwei, vier oder mehrere -zunächst einkernige Sporoblasten, welche sich dann abschnüren, und mit -einer einfachen oder doppelten Hülle umgeben. Aus diesen Sporoblasten -entwickeln sich dann später durch Theilung zwei oder mehrere -Sporozoiten (die sog. Keimstäbchen oder sichelförmigen Körperchen). -Man kann demnach unterscheiden: Sporozoiten, die nicht in einer Schale -(Sporenschale) eingeschlossen sind, sondern in grosser Zahl, mit oder -ohne Restkörper in der Cystenmembran des Mutterthieres liegen, und -Sporozoiten, welche zu einem, zwei oder mehreren von einer Sporenschale -umschlossen sind; dabei ist die Zahl solcher Sporen für einzelne -Gattungen bezeichnend: 2 bei Cyklospora, 4 bei Koccidien, viele bei -Adelea, Barrousia und Klossia (+Braun+). - -Für die weitere Entwickelung bestand nun die Annahme, dass die -aus ihrer Schale befreiten Sporozoiten kreisbogenartige oder auch -wurmförmig kriechende Bewegungen machen, und -- mit der Nahrung in den -Magendarmkanal geeigneter Thiere eingeführt -- in die Darmepithelien -einwandern und hier zu jungen Koccidien sich entwickeln. Vor -einigen Jahren haben jedoch R. und L. +Pfeiffer+ bei den Darm- und -Leberkoccidien des Kaninchens beobachten können, dass im Innern -des Darms eine Sporulation auftritt, wobei dann die Koccidien in -zahlreiche, sichelförmige Keimstäbchen zerfallen. Diese Sporozoiten -sollen dann, +ohne nach aussen zu kommen+, in den befallenen Organen -(Darm, Leber) fortgesetzt in neue Epithelien dringen und hiedurch eine -oft tödtlich werdende Darm- und Lebererkrankung veranlassen. R. und L. -+Pfeiffer+ bezeichnen diese Sporulation als „+endogene+“. Die Annahme -einer „+endogenen Schwärmersporenbildung+“ (nach R. und L. +Pfeiffer+) -gegenüber der „exogenen Dauersporenbildung“ hat jedoch bisher seitens -einzelner Protozoenforscher Widerspruch erfahren, während andere -Autoren (+Schuberg+) auf Grund eigener Beobachtungen und theoretischer -Erwägungen für die +Pfeiffer+’sche Auffassung eintraten. Jedenfalls ist -durch dieselbe Entstehung und Verlauf der Koccidiose bei Kaninchen, -die schnelle Ueberschwemmung des infizirten Darmes mit Keimen, die -Ausbreitung der Krankheit in der Leber, ohne Schwierigkeit erklärt. - -Die =Grösse= der Koccidien schwankt innerhalb weiter Grenzen, die -kleinsten sind etwa 10–12 µ, die grössten 1 mm im Durchmesser lang. -Während sie durch Carmin und Hämatoxilin meist +nicht gefärbt+ werden, -gelingt die Färbung durch basische Anilinfarben schnell; doch erfolgt -bei Anwendung von Alkohol und Nelkenöl auch sehr bald eine starke -Entfärbung. Neuerdings hat +Abel+ zur Färbung des +Coccidium oviforme+ -noch folgende Angaben gemacht[63]. - -Das Koccidium oviforme in seinen encystirten Formen nimmt Farbstoffe -schwer auf, hält sie aber, einmal gefärbt, auch hartnäckig fest. -Die Koccidien lassen sich daher genau wie die Tuberkelbacillen -darstellen. Am besten zeigte sich für Deckglaspräparate eine Färbung -mit Karbolfuchsin unter Aufkochen mit nachfolgender Entfärbung des -Grundes und der Körpergewebe mit 5 proz. Schwefelsäure und 70 proz. -Alkohol. In +Schnitten+ färben sich bei mehrstündigem Liegen in -Karbolfuchsin die Koccidien intensiv roth und bleiben bei der Säure- -und Alkoholbehandlung leuchtend roth, während das dabei entfärbte -Gewebe sich in beliebiger Kontrastfärbung tingiren lässt. - -Niemals werden bei diesem Verfahren alle, im ungefärbten Präparate -scheinbar ganz gleich aussehenden Koccidiencysten gefärbt. Während ein -Theil derselben roth erscheint, ist ein anderer ungefärbt geblieben, -ein dritter, gewöhnlich an Zahl sehr geringer, dagegen gefärbt. Oft -zeigen sich die Cystenhüllen von Exemplaren, in denen die ersten -Zeichen der beginnenden Sporenbildung, d. h. Zusammenziehung des -Protoplasmas um den central gelegenen Kern, wahrnehmbar sind, für -Karbolfuchsin durchlässig; die betreffenden Cysten widerstehen der -Entfärbung. Oft bleiben aber auch Exemplare ohne jede Andeutung. Bei -gelungener Färbung sind die roth gefärbten Kerne der Parasiten deutlich -in dem granulirten Protoplasma erkennbar. - -Für die =Eintheilung der Koccidien= wird bisher noch das von A. -+Schneider+ angegebene provisorische System zu Grunde gelegt, welches -sich auf die Zahl der gebildeten Sporen stützt. - - I. Der ganze Inhalt zerfällt, ohne Sporen zu bilden, - in Sporozoiten; Restkörper vorhanden oder - fehlend. - - a) Cyste nur vier Sporozoiten bildend +Orthospora+. - - b) Cyste sehr zahlreiche Sporozoiten bildend +Eimeria+. - - - II. Der Inhalt der Cyste bildet Sporen; Restkörper - vorhanden oder fehlend. - - a) Die Zahl der Sporen beträgt eine: - - 1. in jeder Spore zwei Sporozoiten +Cyclospora+. - - 2. in jeder Spore zahlreiche Sporozoiten +Isospora+. - - b) Die Zahl der Sporen beträgt zwei: - - in jeder Spore zwei Sporozoiten +Coccidium+. - - c) Die Zahl der Sporen ist sehr gross: - - 1. die linsenförmigen Sporen enthalten je - 2 Sporozoiten +Adelea+. - - 2. die ellipsoiden Sporen enthalten je einen - Sporozoiten +Barrousia+. - - 3. die kugeligen Sporen enthalten je einen - oder mehrere Sporozoiten +Klossia+. - - - - -Koccidien als Krankheitserreger beim Menschen und bei Thieren. - - -=1. Koccidium oviforme= (+Leuckart.+ 1879) (Psorospermium cuniculi. -+Rivolta.+ 1878). - -=Zoologisches.= Da Koccidium oviforme vorwiegend bei Thieren und -besonders in den Epithelzellen der Gallengänge der Kaninchen, seltener -beim Menschen vorkommt, so sind die biologischen Studien auch nur bei -Thieren und speziell bei Kaninchen ausgeführt worden. - -[Illustration: Figur 4. - -Koccidium oviforme aus der Leber des Kaninchens (nach +Balbiani+). _a_, -_b_) Zusammenziehung des Protoplasmas zur Kugel. _c_) Sporenbildung. -_d_, _e_) Sporozoiten und Restkörper. _f_) freies Sporozoit.] - -Koccidium oviforme hat im encystirten Zustande, wie man ihn in den -sog. „Koccidienknoten der Kaninchenleber“ sehr häufig antrifft, eine -länglich ovale Form und ist von einer doppelten, aussen dünnen, innen -stärkeren Hülle umgeben. Der weitere Entwickelungsgang der encystirten -Koccidien findet nun in der Weise statt, dass die Koccidien zunächst -mit dem Darminhalt, in welchem sie bei Kaninchen wiederholt gesehen -worden sind, nach aussen gelangen. Ausserhalb des Wirths zerfällt -dann der auf eine Kugel zusammengezogene Koccidienkörper nach -einiger Zeit in zwei Kugeln und später jede derselben wiederum in -zwei. Diese kugeligen Körper -- die sog. +Sporoblasten+ -- wachsen -etwas in die Länge, umgeben sich mit einer Hülle und verwandeln -sich dann in hantelförmig gestaltete Gebilde -- die +Sporozoiten+ --- um (+Braun+). Die Infektion der Kaninchen findet nun nach der -gegenwärtigen Anschauung in der Weise statt, dass die Koccidiensporen -mit der Nahrung in den Körper der Thiere gelangen und hier durch -die Einwirkung des Magensaftes die Sporenhülle zerstört und die -Keimstäbchen (Sporozoiten) frei werden. +Rieck+[64] konnte bei Hunden -feststellen, dass die Sporenhülle durch den Magensaft zerstört und die -Keimstäbchen frei werden: auch sah er die letzteren sich krümmend hin- -und herbewegen. Die Sporozoiten gelangen demnach wohl von dem Magen -der Kaninchen durch den Ductus choledochus nach der Leber. Ueber die -weitere Vermehrung der in die Epithelien der Gallengänge eingedrungenen -jungen Koccidien fehlt es noch an einwandsfreien Untersuchungen. Es ist -möglich, dass sie sich in den Gallengängen durch Theilung oder auf eine -andere Art vermehren. - - -a) Koccidium oviforme beim Menschen. - -=Beim Menschen= ist Koccidium oviforme schon öfters, jedoch im -Verhältniss zu dem Vorkommen bei Thieren selten beobachtet worden. - -Einer der interessantesten Fälle ist der von +Gubler+[65] beschriebene. -Bei einem 45jähr. Steinbrecher, bei welchem vergrösserte Leber und -stark ausgesprochene Anämie nachgewiesen wurde, ergab die Sektion -das Vorhandensein von etwa 20 kastanien- bis eigrossen Geschwülsten -in der stark vergrösserten Leber, welche ein durchaus krebsartiges -Aussehen hatten. Die Geschwülste enthielten im Innern eine eiterartige, -graubraune Flüssigkeit, in welcher mikroskopisch eirunde Körperchen -nachgewiesen werden konnten, die nach den guten Abbildungen +Gubler+’s -von +Leuckart+ später als Koccidium oviforme erkannt wurden. Weitere -ähnliche Fälle sind dann von +Dressler+[66] in Prag, von +Sattler+[67], -+Perls+[68] u. A. mitgetheilt worden. - - -b) Koccidium oviforme bei Thieren. - -=Bei Thieren= soll Koccidium oviforme ausser in den Gallengängen -der zahmen und wilden +Kaninchen+, gelegentlich auch bei anderen -Säugethieren (Schwein, Pferd, Rind, Hund und Meerschweinchen) -beobachtet worden sein; nur ist nicht sicher, dass es sich auch bei den -betreffenden Befunden stets um Koccidium oviforme gehandelt hat. - -Was zunächst die +Krankheit der Kaninchen+ betrifft, so ist bekannt, -dass besonders junge Kaninchen erkranken und im Sommer öfters ein -enzootisches Auftreten der Koccidiosis bei Kaninchen beobachtet -wird. Eingeschleppt werden die Keime in den Stall jedenfalls mit dem -Futter, während die Weiterverbreitung und besonders die Uebertragung -auf ältere Thiere auch durch den Koth der einmal infizirten jüngeren -Thiere erfolgen dürfte, da nach L. +Pfeiffer+[69] in dem Mist der -verseuchten Ställe massenhaft sporenreife Dauercysten nachzuweisen -sind. Gesunde Kaninchenzüchtereien können durch ein einziges -zugekauftes krankes Thier infiziert und vernichtet werden. Unter -den +Krankheitserscheinungen+ sind bei jungen Kaninchen zu nennen: -verminderter Appetit, Fieber und Diarrhöe. Im weiteren Verlaufe tritt -stärkere Gelbfärbung der Schleimhäute auf, die Durchfälle nehmen zu, -und die Thiere gehen unter fortschreitender Abmagerung in 1–2 Wochen -zu Grunde. Dieser +akute Verlauf+ der Erkrankung kommt besonders bei -jungen Thieren vor, während ältere Thiere im Ganzen leichter erkranken, -wenig abmagern und schliesslich noch gemästet werden können. - -Bei der +Sektion+ der gestorbenen Thiere findet man zunächst die -+Leber+ stark vergrössert und meist auch mit unebenen, höckerigen -Geschwülsten bedeckt. Auf dem Durchschnitt findet man zahlreiche, -dicht nebeneinandergelegene, hirse- bis haselnussgrosse, grauweisse -oder weissgelbe Knoten oder Cysten, welche von einer ziemlich festen -Kapsel umgeben und von dem übrigen Lebergewebe abgeschlossen sind und -zum Theil schmierige, käsige oder auch krümelige Massen enthalten, -in denen man mikroskopisch fettig degenerirte Gallengangsepithelien, -Leukocyten und eine grosse Zahl der eiförmigen Koccidien erkennen kann. -Ausserdem ist, besonders bei jungen Kaninchen, auch der +Darmkanal+ in -Mitleidenschaft gezogen. Man findet inselförmig infizierte Stellen im -Verlaufe des ganzen, mehr oder weniger erheblich entzündeten Darms, -besonders im Blinddarm. In und unter den Epithelien sind die Parasiten -eingelagert und an den kleinen, erhabenen, bald vereinzelt, bald -gruppenweise auftretenden weissen oder grauröthlichen Flecken in der -Schleimhaut erkennbar. Das Auftreten der Koccidien erzeugt auch in den -+Lieberkühn+’schen Drüsen und deren Umgebung zuweilen eine entzündliche -Infiltration. - -Untersucht man den Darminhalt erst kürzlich erkrankter Thiere, so -findet man +neben den ovalen Protoplasmakörpern+ auch etwas grössere, -meist +rundlich+ geformte, deren Inhalt direkt in zahlreiche -Sichelkeime zerfällt. R. und L. +Pfeiffer+ deuten, wie schon an -anderer Stelle angegeben, diesen Befund als +zweite Vermehrungsart+ -des Koccidium oviforme, während +Labbé+ glaubt, dass es sich um eine -besondere Gattung der Koccidien, Pfeifferia, handelt. - -L. +Pfeiffer+ sagt[70]: „bei +erwachsenen+ Kaninchen findet sich -nur eine Art von Koccidiencysten, von ihm +Dauercysten+ genannt, -deren Inhalt erst im Mist des Kaninchenstalles zur Sporenreife sich -entwickelt und eine Autoinfektion des erwachsenen Kaninchens nicht -herbeiführt. Bei +jungen+, 4–6 Wochen alten Kaninchen dagegen kommt die -bisher noch nicht beschriebene zweite Vermehrungsart des Koccidiums -vor in Cysten ohne derbe Hülle, aus denen eine grössere Anzahl als von -zwei Sichelkeimen in beweglicher und sofort infektionsfähiger Form -ausschlüpft. Im Darmrohr, in den Gallengängen und in der Gallenblase -der jungen, akut erkrankten Kaninchen finden sich Millionen von solchen -Cysten +mit direkter Sichelkeimbildung+.“ - -Die mit der Diarrhöeausbildung ins Freie gelangten +Sichelkeime aus -jungen Thieren+ gehen sehr rasch ausserhalb des Thierkörpers zu Grunde; -von ihnen aus kann eine Neuinfektion anderer Thiere kaum zu Stande -kommen. Die +Ansteckung+ bei der Koccidienkrankheit erfolgt demnach -durch Dauercysten, die Erkrankung und der übermässige Parasitismus wird -dagegen durch „Schwärmercysten“ vermittelt. Wenn die Dauercysten nach -der Reifung im Stallmist zufällig mit der Nahrung aufgenommen sind, so -geht aus dem Sporeninhalt zunächst eine Reihe von Parasitengenerationen -hervor, deren Sichelkeime ohne Sporocystenzwischenstadium sofort in -junge, neugebildete Epithelien der Leber, der Gallenblase, des Darmes -eindringen und Zoosporencysten bilden[71]. - -Die Kaninchen, welche die Krankheit überstehen, haben nur noch -+Dauersporencysten+ zum Theil noch innerhalb der +Epithelien+. Diese -Dauersporencysten werden nach und nach mit dem Koth ausgestossen; sie -halten sich im Darm am längsten im Blinddarm und in der Gallenblase. -Lässt man Stücke von der mit Koccidienknoten durchsetzten Leber in -einer verdeckten Glasschale einige Wochen faulen, oder bringt man -solche Stücke in einen Brutofen, so entwickeln sich in einigen Tagen -Sporoblasten (L. +Pfeiffer+). - -Hinsichtlich der +Koccidientumoren+ in der Kaninchenleber sagt -L. +Pfeiffer+, dass in den jüngsten derselben Schwärmercysten -und Dauercysten gemischt vorhanden sind. In den infizirten -Leberabschnitten wird die Lebersubstanz durch das Wachsthum und -die Vermehrung der Parasiten, wie auch durch die Wucherung des -interacinösen Bindegewebes allmählich atrophisch. Die Gallengänge -erscheinen dann von einem dichten und breiten Bindegewebe umgeben. Ist -das Wachsthum der von der akuten Infektion herstammenden Parasiten -vollendet, so findet kein weiterer Druck auf die Gallengänge statt -und die Tumorenbildung ist zum Stillstand gekommen. Mit Entwickelung -einer die Geschwülste von dem gesunden Lebergewebe abgrenzenden -bindegewebigen Kapsel kommt der Prozess der Geschwulstbildung zum -Stillstand. Die Bindegewebswucherung ist, wie L. +Pfeiffer+ nicht -unrichtig bemerkt, als ein frühzeitig einsetzender Heilungsversuch -von Seiten des Wirthes anzusehen. Es kann schliesslich der Inhalt des -Retentionstumors zum Theil nach aussen entleert werden unter Bildung -einer narbigen Einziehung des Lebergewebes -- wie solche häufig beim -Schlachten der Kaninchen gefunden werden -- oder er bleibt hier Monate, -event. bis zum Lebensende des Thieres als nach und nach verkalkender -Tumor zurück (L. +Pfeiffer+). - -[Illustration: Figur 5. - -Schnitt durch eine Kaninchenleber mit Koccidium oviforme. Die -Gallengänge sind durch die zahlreichen Parasiten erweitert. (Nach -+Balbiani+.)] - -Erhöhtes Interesse beansprucht Koccidium oviforme nach neueren -Untersuchungen noch bei der sog. - - -=rothen Ruhr des Rindes= (+Dysenteria haemorrhagica koccidiosa+). - -Die Krankheit tritt besonders in der Schweiz sehr häufig und meistens -enzootisch auf. Die meisten Erkrankungen werden im Sommer und im -Herbst, zur Zeit der Grasfütterung und des Weideganges beobachtet, -wobei dann besonders das Jungvieh ergriffen wird, während ältere Thiere -nur sporadisch erkranken. +Pröger+ und +Zürn+ fanden schon 1877 in der -erkrankten Darmschleimhaut von Kälbern, welche an Diarrhöe zu Grunde -gegangen waren, Koccidien in sehr grosser Menge. Von +Zschokke+[72], -+Hess+[72] und +Guillebeau+[72] ist dies Leiden dann eingehend studirt -und die Aufnahme von Koccidien als +Ursache+ festgestellt worden. -+Guillebeau+[73] ist dann auf Grund der Vorgänge bei der Sporenbildung -zu der Ansicht gekommen, dass Koccidium oviforme, +Leuckart+ auch hier -den Erreger der Krankheit bildet. - -[Illustration: Figur 6. - -Koccidien in der Dickdarmschleimhaut bei der rothen Ruhr des Rindes. -(Nach +Zschokke+.)] - -Die Aufnahme der Parasiten scheint vorwiegend mit nassem Grase, -möglicherweise auch mit dem Wasser, im Stalle, wie auf der Weide -stattzufinden. Von Thier zu Thier überträgt sich die Krankheit nicht. -In der Schweiz erkranken besonders die Rinder der Bergweiden, welche -mit Wasser aus fliessenden Gewässern getränkt wurden. In trockenen -Jahrgängen und bei Grünfütterung wird das Leiden nicht beobachtet. Wie -+Zschokke+ meint, sitzen die Parasiten in Schnecken oder Regenwürmern. -Durch diese werden das Gras und durch letzteres die Herbivoren infizirt. - -+Guillebeau+ hat in Gemeinschaft mit +Hess+ Versuche angestellt -und eine experimentelle Enteritis erzeugt. Durch Fütterung -mit sporenhaltigem Material trat die Erkrankung +nach einer -dreiwöchentlichen Dauer des Inkubationsstadiums+ ein. Weitere -Untersuchungen lehrten, dass neben der Vermehrung durch Sporen auch -als zweite Fortpflanzungsart eine unter bestimmten Verhältnissen sich -vollziehende und rasch eine grosse Zahl von Individuen ergebende -Theilung nachzuweisen ist. Die letztere Fortpflanzungsart trat im -Laboratorium bei einer Temperatur von 39° C. und der Gegenwart von viel -Eiweiss ein, dessen Fäulniss durch einen Zusatz von Borsäure gehemmt -war. Es entstanden unter diesen Verhältnissen zahlreiche kleine 3–7 µ -breite, homogene Kügelchen. +Da dieselben bei einigen Rindern im Kothe -in erheblicher Menge angetroffen wurden, so ist anzunehmen+, dass -diese Art der Vermehrung auch im Darme sich vollzieht. Die künstlich -erzeugte +Enteritis koccidiosa+ verlief milde, ohne hämorrhagischen -Charakter. Ferner beobachtete +Guillebeau+, dass die Bildung der -sichelförmigen Körperchen beginnt, nachdem die Koccidien den Darm -verlassen haben. Bei 15–18° ist die Viertheilung des Protoplasmas nach -drei Tagen, die Sporenbildung nach zwei Wochen vollendet. Bei niederer -Temperatur wird der Vorgang entsprechend verzögert. - -Lässt man die Sporen der Koccidien auf feuchtem Papier sich -entwickeln[74], so zeigt sich, dass das Protoplasma in 4 rundliche -oder elliptische Segmente sich theilt, von denen jedes von einer -Hülle umgeben wird. Einige Tage später entstehen in den Segmenten -zwei sichelförmige Körperchen, neben welchen ein kleines, körniges -Klümpchen von Protoplasma als Restkörper zurückbleibt. Durch frische -Koccidien konnte die Krankheit nicht übertragen werden, wohl aber durch -Koccidien, in denen sich durch Kulturversuche Sporen (Keimstäbchen) -entwickelt hatten. - -In Düngerhaufen können die Koccidien ihren Bedarf an Sauerstoff -nicht decken; sie werden vielmehr durch die Fäulniss ziemlich rasch -zerstört. Regengüsse, welche die auf der Weide abgesetzten Kothhaufen -verdünnen und fortschwemmen, bewirken die Ueberführung der Koccidien -in Verhältnisse, welche eine Weiterentwickelung gestatten. Nach -+Guillebeau+ dürfte die Ansteckung des Rindes fast ausschliesslich -durch das Trinkwasser erfolgen. Da die Thiere auf der Thalsohle meist -nur klares, durch den Boden filtrirtes Wasser aufnehmen, so ist hier -die Krankheit seltener, häufiger dagegen auf den Kämmen der Hügel und -auf den Weiden des Gebirgs, wo das Getränk gelegentlich aus Pfützen, -Tümpeln und Cysternen entnommen wird. Die Koccidien gelangen in der -geschilderten Weise in den Dickdarm, wo sie günstige Verhältnisse -finden, sich anzusiedeln, gelangen hier in die Drüsen und Epithelien, -zerstören dieselben und erzeugen die Enteritis (+Zschokke+). Da -das Koccidium oviforme auch bei Kaninchen und Hasen vorkommt, so ist -die grosse Verbreitung der Sporen auf der Oberfläche des Bodens leicht -verständlich. - -+Hess+ hat besonders eingehende Studien über den klinischen Verlauf -der Erkrankung bei Rindern gemacht. Nach ihm erliegen etwa 2–4% der -ergriffenen Thiere der Krankheit. Die Monate Juli bis Oktober, -und unter ihnen ganz besonders August und September weisen die -zahlreichsten Fälle auf. - -Die wichtigsten +Krankheitserscheinungen+, welche sich meistens nach -einem Inkubationsstadium von 3 Wochen entwickeln, sind folgende. Im -Beginne der Erkrankung und in leichten Fällen ist das Allgemeinbefinden -wenig gestört. In schwereren Fällen ist schon in den ersten beiden -Tagen der Krankheit hohes, mit Schüttelfrösten verbundenes Fieber -nachweisbar, dem in den nächsten Tagen grosse Schwäche und Abmagerung -folgt. Daneben zeigen sich Schwellung der Augenlider, Zurücktreten der -Augen, Blässe der Schleimhäute und verminderte oder ganz aufgehobene -Fresslust. Im weiteren +Verlaufe+ zeigen sich in den anfangs normalen -Fäces grössere und kleinere Blutgerinnsel, auch wird nicht selten -wässerig-blutige Diarrhöe mit Kroupmembranen beobachtet. Leichte Fällen -gehen nach 8–10 Tagen, andere nach 2–3 Wochen in Heilung über, während -schwere Fälle schon nach zwei Tagen tödtlich enden können. In grösseren -Viehbeständen kann es Monate dauern, bis alle Thiere erkrankt sind; -ebenso erkranken die durchseuchten Thiere im folgenden Jahre nicht -selten von Neuem. +Recidive+ werden bei scheinbar völlig geheilten -Thieren öfters, jedoch ohne ungünstigen Ausgang, beobachtet. - -Wie +Hess+ nachweisen konnte, geht die Menge der Koccidien mit der -Abnahme des Blutes im Kothe stetig zurück. 20 Tage nach Beginn des -Leidens waren Koccidien in dem wieder normalen Kothe der Thiere nicht -mehr nachzuweisen. Zur sicheren +Feststellung+ ist, um besonders -bei erwachsenen Thieren Verwechselungen mit anderen Krankheiten zu -vermeiden, der frühzeitige Nachweis der Koccidien in den blutigen -Beimengungen der Darmentleerungen erforderlich. - -Der +anatomische Befund+ ist im Wesentlichen folgender: Man findet -besonders den Dickdarm und hier wieder das Rektum der sehr anämischen -und abgemagerten Thiere erkrankt. Die grauröthliche, mit tiefen -Längsfalten versehene, unebene oder granulirte Schleimhaut enthält -zahlreiche grössere und kleinere Hämorrhagien. Der graugrünliche Inhalt -ist mehr oder weniger mit Blut gemischt, manchmal auch eitrig und mit -Kroupmembranen durchsetzt. Bei der mikroskopischen Untersuchung findet -man sowohl im Darminhalt, wie auch im Epithel der Schleimhaut, die -Koccidien in sehr grosser Zahl. So zählte +Zschokke+ in einem 1 mm -langen Stück der Mastdarmschleimhaut 1500 Koccidien. Nach +Zschokke+ -findet man kreisrunde und ovale Formen der Koccidien mit einem -Durchmesser von 10–20 µ. Die Kerne der Koccidien in den Zellen sind -zuweilen bis dreimal so gross wie diejenigen der Epithelzellen und -füllen den Leib der Epithelkerne fast vollständig aus. - -Zur +Behandlung+ wird die innerliche Verabreichung von Kreolin oder -Lysol in Verbindung mit Schleim und Milch empfohlen; auch Klystire, -den diese Mittel hinzugefügt, sind zweckmässig. +Prophylaktisch+ ist -Trockenfütterung, grosse Reinlichkeit in den Stallungen, und Vermeidung -des verunreinigten Trinkwassers erforderlich. - -Hinsichtlich der +Verwerthung des Fleisches+ von Rindern, welche -wegen der Koccidienruhr geschlachtet worden sind, ist bisher über -nachtheilige Folgen für die menschliche Gesundheit noch nichts bekannt -geworden. Immerhin wird man das Fleisch als verdorben -- weil von -fieberhaft erkrankten Thieren herrührend -- bezeichnen und von der -Verwerthung für die menschliche Nahrung ausschliessen müssen. - - -2. Koccidium perforans. (+Leuckart+ 1879.) - -Koccidium perforans ist, wenn auch selten, beim Menschen, häufiger bei -Thieren beobachtet worden. - -[Illustration: Figur 7. - -Koccidium perforans (+Leuckart+) in Sporulation (nach +Rieck+).] - -Bis heute fehlt es nicht an Autoren, welche das Leberkoccidium und -Darmkoccidium des Kaninchens zur gleichen Art gehörig ansehen. -+Leuckart+, und unabhängig von ihm +Rivolta+, und später +Rieck+[75] -haben jedoch Verschiedenheiten nachgewiesen, auf Grund deren sie -eine Verschiedenheit von Koccidium oviforme und Koccidium perforans -festhalten. - -Zunächst ist Koccidium perforans kleiner (0,017–0,024 lang und -0,012–0,014 breit) als Koccidium oviforme, die Gestalt ist mehr -kugelig und der vorwiegende Sitz ist der Darm der Thiere. Dazu -kommt, dass Koccidium oviforme 3–4 Wochen braucht, bis die Theilung -beginnt, während Koccidium perforans sich schon nach 3–4 Tagen theilt. -Die „Inkubationszeit“, wie +Leuckart+ sagt, ist bei Koccidium -perforans bedeutend kürzer (3–4 Tage) als bei Koccidium oviforme. -Ferner unterscheidet sich nach +Rieck+ Koccidium perforans auch -dadurch von Koccidium oviforme, dass bei Koccidium perforans nach -dem Zerfall des Protoplasmas zu den 4 Sporen ein Theil desselben -als „Theilungsrestkörperchen“ übrig bleibt und auch während der -Entwickelung der weiteren Sporen unverbraucht bleibt. Im Uebrigen ist -allerdings eine Uebereinstimmung beider Arten vorhanden, nur sind -vielleicht die Sporen bei Koccidium perforans etwas mehr oval, während -sie bei Koccidium oviforme mehr spindelförmig sind. - - -a) Koccidium perforans beim Menschen. - -Beim Menschen ist Koccidium perforans zwar öfters beobachtet worden, -doch fehlt es an sicheren Angaben und Untersuchungen darüber, dass es -sich um Koccidium perforans gehandelt hat. Man hat solche Koccidien in -der Leber und im Darm des Menschen beobachtet. - - -b) Koccidium perforans bei Thieren. - -+Bei Thieren+ sind zwar Koccidien im Darme, wie auch an einzelnen -Stellen des Respirationsapparates verschiedener Thiere gefunden -worden, doch ist bisher nur im Darm +der Kaninchen+ mit Sicherheit -nachgewiesen worden, dass es sich um Koccidium perforans handelt. -Hinsichtlich der +Art der Infektion+ ist bisher mit Sicherheit nichts -festgestellt worden. Wahrscheinlich erfolgt die Aufnahme auf den schon -bei Besprechung von Coccidium oviforme angegebenen Wegen. +Leuckart+ -glaubt auch, dass man bei den Darmkoccidien an eine Selbstinfektion -denken könne, da die kurze, zur Entwickelung der Sporen nöthige Zeit -hinreiche, eine solche mittelst der durch Zerfall der Epithelien frei -gewordenen Darmkoccidien noch innerhalb des Darmes zu ermöglichen. -Demgegenüber macht +Rieck+ nicht mit Unrecht darauf aufmerksam, dass -es fraglich sei, ob der Darmsaft die Fähigkeit besitzt, die Schale der -Sporen, die sich erst trotz der Einwirkung des Darmsaftes gebildet -hat, auch wieder aufzulösen. +Railliet+ und +Lucet+[76] haben mit -ausgereiften Sporen der Darmkoccidien zwei junge, bis dahin gesunde -Kaninchen infizirt; die Thiere starben nach 8 bezw. 10 Tagen und -zeigten in den Epithelien des Dünndarms verschiedene Altersstadien der -Koccidien. Die +Krankheitserscheinungen+ bei den Kaninchen bestehen -vorwiegend in starker, profuser Diarrhoe, welche besonders bei jungen -Thieren auftritt und dieselben zu Grunde richtet. - - * * * * * - -[Illustration: Figur 8. - -Koccidium perforans aus dem Dünndarm des Kaninchens. Die Parasiten -sitzen im submukösen Bindegewebe und haben die Schleimhaut abgehoben.] - -+Koccidium perforans+ ist ein reiner Epithelschmarotzer, und so findet -man bei der Sektion und mikroskopischen Untersuchung der erkrankten -Darmschleimhaut die Parasiten in den Darmepithelien sitzen, welche -in Folge dessen nekrotisiren und, jedenfalls durch gleichzeitige -Einwirkung von Darmbakterien, zu oberflächlichen, diphtheritischen -Parzellen auf der Darmschleimhaut führen. Zuweilen findet man die -Parasiten auch zwischen Schleimhaut und Muskeln sitzend, wie ich mich -an Schnitten aus der Dünndarmschleimhaut eines Kaninchens überzeugen -konnte (vergl. Figur 8). Makroskopisch findet man eine über den ganzen -Darm verbreitete akute, katarrhalische Entzündung und im Dickdarm -auch Geschwüre, in welchen man dann mikroskopisch zahllose encystirte -Koccidien erkennen kann. Wie +Rieck+ u. A. noch beobachteten, kommen -ausser diesen Darmaffektionen hin und wieder kleine eiterartige, -nekrotische Zerfallsherde in den Mesenterialdrüsen vor, welche ausser -Gewebsdetritus zahlreiche Exemplare von Koccidium perforans enthalten, -die durch die Lymphbahnen verschleppt sein mögen. Ueber diese Drüsen -hinaus sind Metastasen bisher nicht beobachtet worden. - - -3. Koccidium bigeminum. (+Stiles+ 1891.) - -Es sind dies ovale oder rundliche Koccidien, 8–16 µ lang und 7–9 µ -breit, welche sich in vier spindelförmige Sporen theilen und meist -zu zwei (wie Zwillinge) nebeneinander gefunden werden, was zu ihrer -Bezeichnung bigeminum Veranlassung gegeben hat. Man hat dieselben -bei verschiedenen Säugethieren (+Hunden+, +Katzen+ und +Schafen+), -gelegentlich auch beim +Menschen+[77] und bei +Vögeln+ gefunden. - -Die fraglichen Parasiten sind wohl schon von +Finck+ (1854) bei -der Katze gesehen worden und unter der Bezeichnung „+Corpuscules -gemines+“ beschrieben, ohne die wahre Natur derselben erkannt zu haben. -+Rivolta+[78] sah sie (1861) bei Hunden und nannte sie +Cytospermium -villorum intestinalium canis+, während +Railliet+ und +Lucet+ (1891) -die Bezeichnung „+coccidie géminée+“ einführten[79]. +Stiles+[80], -welcher sie im Darm des Hundes und des Schafes fand, nannte sie nach -der Bezeichnung von +Railliet+, weil auch er sie jedesmal paarweise -fand, „+Koccidium bigeminum+“. - -Man findet dieselben +nicht in den Epithelien+, sondern unter -denselben, in dem Gewebe der Zotten angesiedelt. - -Näheres über ihre Bedeutung als Krankheitserreger ist bisher nicht -bekannt geworden. - - -4. Anderweitiges Vorkommen von Koccidien in inneren Organen. - -Es sei zunächst +Koccidium tenellum+ erwähnt, das nach +Railliet+ -und +Lucet+[81] in dem +Darmepithel der Hühner+ vorkommt und -blutige Durchfälle verursacht. Nach Reifung der Sporen in Wasser -konnten die Parasiten mit Erfolg an Rinder und Kaninchen verfüttert -werden. +M’Fadyean+[82] beobachtete eine durch Koccidium tenellum -hervorgerufene Seuche unter +Fasanen+. Es fanden sich selbst im -+Venenblute+ der erkrankten Thiere die Koccidien und +M’Fadyean+ -glaubt, dass die Parasiten auf dem Wege der Blutbahnen im Körper der -Vögel verbreitet würden. - -Auch die von +Smith+[83] im +Blinddarm+ und in +der Leber von -Truthühnern+ gefundenen Protozoen dürften Koccidien sein, obwohl -+Smith+ dieselben für Amoeben (+Amoeba meleagridis nov. spec.+) -angesprochen und für analog den die Dysenterie des Menschen -hervorrufenden Parasiten angesehen hat. Die wichtigsten +klinischen -Erscheinungen+ bestehen in Schwäche, Abmagerung und Durchfall. Die -Krankheit, welche vorwiegend in Rhode Island beobachtet und dort -„black head“ genannt wird, tritt besonders bei den jungen, noch -wenig widerstandsfähigen Truthühnern auf, welche jedenfalls durch -ältere Hühner infizirt werden. Bei der +Sektion+ findet man eine mit -starker Hautverdickung einhergehende Entzündung der beiden Blinddärme, -welche theilweise oder ganz ausgefüllt sind mit festen, gelblichen -Fibrinmassen, die zuweilen excentrisch geschichtet sind. Manchmal ist -auch die Serosa erkrankt, die fast stets miterkrankte +Leber+ ist -vergrössert und aussen, meist auch innen, mit kreisrunden, gelblichen -oder dunkelrothbraunen Flecken besetzt, welche einen Durchmesser -von 10–15 mm erreichen. Als Ursache fand +Smith+ rundliche oder -ovale Gebilde von 8–14 µ Durchmesser mit homogenem oder stärker -granulirtem Plasma ohne Andeutung eines Kerns. Dieser ist erst nach -Färbung der Präparate zu erkennen. Man findet diese Gebilde, deren -Durchmesser im gehärteten Gewebe meist 6 µ nicht übersteigt, einzeln -oder in grösseren Haufen im adenoiden Gewebe der Blinddarmwand -und in den Hauterkrankungen der Leber. Darmepithelien werden von -ihnen nicht aufgesucht. Hierbei mag erwähnt sein, dass +Heller+ -bei den Darmerkrankungen, welche im Verlaufe der durch Gregarinen -hervorgerufenen sog. „=Geflügeldiphtherie=“ eintreten, sehr derbe, -weisse oder gelbliche Pfröpfe, bisweilen von geschichtetem Bau -feststellen konnte, welche fest an der Schleimhaut sassen und von -zahlreichen „+Psorospermien+“ durchsetzt waren. Nach Ablösung dieser -Pfröpfe zeigte der Darm geschwürige Defekte. - -Ferner sind koccidienähnliche Gebilde als Ursache von -+Darmerkrankungen+ beim Geflügel schon seit langer Zeit von +Rivolta+ -und +Zürn+[84] beobachtet worden. Leider fehlt es bisher an genauen -Untersuchungen über die Art der gefundenen Protozoen. - -Bei diesen =diphtherieähnlichen, durch koccidienartige Gebilde -hervorgerufenen Schleimhauterkrankungen des Geflügels= ist die -Erkrankung der Kopfschleimhaut ähnlich derjenigen bei der durch -Spaltpilze erzeugten Diphtherie. Es erkrankt die +Schleimhaut der Maul- -und Rachenhöhle, der Nasenhöhle, des Kehlkopfes und der Konjunktiva mit -sekundären Darmaffektionen+. +Charakterisirt+ jedoch ist diese sogen. -+Koccidien-Diphtherie+ durch das meist gleichzeitige Vorhandensein -von Epitheliomen der Haut, welche namentlich an der Schnabelwurzel, -dem Kehllappen und Kamm, in der Umgebung der Ohren und Nase sich -lokalisiren und hier als hirsekorn- bis erbsengrosse, röthlichgraue -oder gelbgraue, trockene, derbe Knötchen oder warzige, maulbeerartige -Wucherungen erscheinen; dieselben zeigen fettigen Glanz und zuweilen -einen käsig-bröckeligen Inhalt. Oft sind dieselben in grosser Zahl -und dicht gedrängt an den genannten Stellen zu finden. Sitzen diese -Epitheliome an den Lidrändern, so zeigt sich auch gleichzeitig eine -katarrhalische, eiterige und +kroupöse Erkrankung der Lidschleimhaut+. -Die erkrankten Lider werden buckelig vorgewölbt und verkleben zuweilen; -die Schleimhaut ist gelbroth bis dunkelroth, die Kornea gefärbt, und im -weiteren Verlaufe tritt auch eiterige Perforation der Kornea ein. - -+Bollinger+ hält diese Epitheliome der Haut für +identisch mit -dem Molluskum kontagiosum des Menschen+. Die +Erkrankung+ ist als -eine +gutartige+ zu bezeichnen; oft heilt das Epitheliom der Haut -spontan ab, wobei die Knötchen allmählich vertrocknen und abfallen. -Ebenso kommt nicht selten eine spontane Heilung der Entzündung der -Maul-Rachenhöhle und des Kehlkopfes vor. In anderen Fällen tritt jedoch -tödtlicher Ausgang durch Erstickung oder in Folge entartender Kachexie -ein. - -Bei der +mikroskopischen Untersuchung der Epitheliome+, welche -früher fälschlich als „+Geflügelpocken+“ bezeichnet wurden, findet -man, wie +Friedberger-Fröhner+[85] angeben, an frischen Schnitt- und -Zupfpräparaten in den massenhaft vorhandenen, stark vergrösserten -Epidermiszellen ähnliche +rundliche Körperchen+, wie in den gewucherten -Epithelien der erkrankten Maulschleimhaut. -- An den Schnitten -gehärteter Epitheliomknötchen sieht man, dass die +massenhaft -gewucherten und stark vergrösserten Epithelzellen sämmtlich+, mit -Ausnahme der allerjüngsten, in den obersten Zelllagen jene rundlichen -oder länglichrunden einem enorm geschwollenen Kern ähnlichen Körper -enthalten, dessen eigenthümlich fettiger Glanz und verquollenes Ansehen -um so mehr hervortritt, je älter die Zellen sind. Als geeignetes -Färbmittel ist das Pikrokarmin zu nennen, wobei die eigenthümlichen -Körperchen gelb und Hämatoxilin-Eosin, wobei die Fremdkörper roth -gefärbt werden. In Osmiumsäure erscheinen die Gebilde in den Zellen als -schwarzbraune oder tiefbraune Körper. - -Manchmal kommt die +Hautaffektion+ auch ohne Miterkrankung der -Schleimhäute vor und man hat dann von +Epithelioma gregarinosum avium+ -gesprochen. L. +Pfeiffer+ und +Csokor+[86] ist einige Male eine -Ueberimpfung der Knötchen auf gesunde Hühner nach einer Inkubation von -acht Tagen geglückt. +Csokor+ gelang es auch durch Impfversuche die -+Identität des menschlichen Molluskum kontagiosum mit dem der Thiere -festzustellen+. - -Zur +Behandlung+ ist Bepinselung der erkrankten Schleimhautstellen mit -1–2 prozentiger Lösung von Kreolin oder Karbolsäure in gleichen Theilen -Glycerin und Wasser empfohlen worden. Auch +reines Glycerin+ ist (von -+Zürn+) bei nachfolgender oder gleichzeitiger Enteritis mit Erfolg bei -Gänsen gegeben worden. - - * * * * * - -Beim =Molluskum kontagiosum des Menschen= handelt es sich gleichfalls -um die Entwickelung kleinster, glänzender und durchscheinender -Knötchen, welche bei dem weiteren Wachsthum in bis erbsengrosse, selten -grössere, warzenartige Gebilde übergehen, die halbkugelig die normale -Haut überragen und von normaler Farbe sind. In der Mitte zeigen diese -Bildungen eine gewöhnlich etwas vertieft liegende Oeffnung, die, was -besonders bei Loupenbetrachtung gut sichtbar ist, mit transparenten -drüsigen Massen ausgefüllt ist. Bei seitlichem Druck lässt sich aus der -Geschwulst eine derbe, gelappte, weissliche Masse hervordrängen, welche -durch einen Stiel mit der Geschwulst in Zusammenhang bleibt und eine -gewisse Aehnlichkeit mit einem spitzen Kondylom hat, woher die frühere -Bezeichnung der Geschwulst, +Kondyloma subkutaneum+, stammt. Nach der -sehr oberflächlichen Aehnlichkeit mit einer gedellten Pockenpustel -haben die Franzosen (+Bazin+) die Affektion als Akne varioliformis -bezeichnet (+Lesser+). Die kleinen Geschwülste sitzen besonders im -+Gesicht+ und am +Halse+, an den +Händen+, +Vorderarmen+, +Genitalien+ -und deren Umgebung. Gelegentlich treten die kleinen Geschwülste in -grosser Zahl auch an anderen Körperstellen auf. Vorwiegend sind es -jedoch solche, wo am häufigsten körperliche Berührungen mit Anderen -stattfinden. Wie auch klinische Beobachtungen bestätigen, handelt es -sich um eine +übertragbare Krankheit+. Ebenso ist auch die +künstliche -Uebertragung+ gelungen und hat gezeigt (+Pick+), dass die Inkubation -mehr als zwei Monate beträgt. - -Die kleinen Geschwülste bleiben meist längere Zeit, oft mehrere Monate -bestehen, ohne sich zu verändern; häufig tritt dann, oder nachdem -dieselben abgekratzt sind, eine spontane Heilung ein; allerdings oft -mit Hinterlassung einer Narbe. - -Die +Diagnose+ ist nicht schwer, da man bei mikroskopischer -Untersuchung in dem ausgedrückten Inhalte der kleinen Geschwülste -ausser Epithelzellen grosse Mengen der sog. Molluskumkörperchen findet, -welche von ovaler Form, etwas kleiner als eine Epithelzelle, intensiv -glänzend und durchsichtig sind. Man kann dieselben schon bei einfacher -Präparation mit einem Tropfen Aether oder Glycerin, besser aber nach -Färbung mit einer Anilinfarbe erkennen, welche von den Körperchen -begierig aufgenommen wird (+Lesser+). Zur +Therapie+ genügt das -Ausdrücken bezw. Auskratzen der Geschwülste mit dem scharfen Löffel und -das nachfolgende Einreiben mit Karbolöl. - -Demnach erscheint die von +Bollinger+ zuerst betonte +grosse -Aehnlichkeit+ des Molluskum kontagiosum des Menschen mit dem sog. -Epithelioma gregarinosum +der Hühner+ durchaus berechtigt. Neuerdings -hat auch +Salzer+[87] einen Fall aus +Molluskum kontagiosum an -den Augenlidern des Menschen+ mitgetheilt, welcher den zuerst von -+Bollinger+ vermutheten ätiologischen Zusammenhang beider Erkrankungen -noch besonders wahrscheinlich macht. Die betreffende Patientin hatte -am unteren Lidrand ein wachsweiches, sich derb anfühlendes Knötchen, -dessen Inhalt zahlreiche Molluskumkörperchen aufwies. +In dem von der -Patientin bewohnten Hause wurden Tauben gehalten+, mit denen sie häufig -beim Füttern in direkte Berührung kam. Unter diesen Tauben war eine -verheerende Seuche ausgebrochen, an welcher die meisten der Thiere -gestorben waren. Die Tauben hatten Abmagerung, stellenweise Verlust der -Federn, sowie kammartige Bildungen an den Schnabelrändern gezeigt. Wenn -nun auch der direkte Nachweis, dass es sich bei den Tauben wirklich um -Epithelioma kontagiosum handelte, nicht zu erbringen war, so hält doch -der Verfasser dies nach den Angaben der intelligenten Patientin als -ziemlich sicher. Ebenso hat neuerdings +Muetze+[88] über das Vorkommen -des Molluskum kontagiosum der Lider berichtet. Nach Voraussendung einer -Litteraturübersicht und Beschreibung der betreffenden Fälle, kommt er -zu folgenden Ergebnissen: - -Das Molluskum kontagiosum des Lides bezw. Lidrandes ist nicht selten -die Ursache von Konjunktivalkatarrh. - -Das Molluskum kontagiosum ist ohne Zweifel übertragbar, jedoch ist es -bis jetzt noch nicht gelungen, die Natur des Kontagiums mit Sicherheit -festzustellen. - -Die Molluskumkörperchen sind als Zerfallsprodukte der durch das -Kontagium verursachten eigentümlichen Degeneration der Epithelzellen zu -betrachten. - -Die Degeneration beginnt im Protoplasma der Zelle selbst und nicht im -Zellkern (vergleiche Figur 11 S. 65). - - * * * * * - -Seit längerer Zeit ist eine =Hautkrankheit der Schweine= bekannt, -deren Entstehung nach den neuesten Untersuchungen gleichfalls durch -Koccidien hervorgerufen wird. Dieser mit +multipler Cystenbildung+ -verbundene Hautausschlag der Schweine wurde im Jahre 1888 durch -+Zschokke+[89] näher untersucht und für denselben die Bezeichnung -„=Schrotausschlag der Schweine=“ vorgeschlagen. In der That ist diese -Benennung nicht unzweckmässig, da die grösseren und kleineren dunkel -gefärbten und bezirksweise ziemlich zahlreich auftretenden Cysten -durchaus das Bild erzeugen, als wäre der betreffende Hautbezirk durch -einen Schrotschuss getroffen worden[90]. Die Hautveränderung ist bisher -in der thierärztlichen Litteratur nicht besonders beachtet worden, -weil, wie +Olt+[91] mit Recht betont, eine Störung der Gesundheit -durch dieselbe nicht bedingt wird, und die Veränderungen selbst wegen -ihres Sitzes unter der Epidermis auf der mit Borsten besetzten Haut -leicht übersehen werden. Dagegen wird der Schrotausschlag in den -Schlachthöfen sehr häufig beobachtet, weil hier, nach Entfernung der -Borsten, die dunklen Bläschen leicht zu erkennen sind. +Man findet -die Hautaffektion+ vorwiegend auf dem Rücken, an den Hinterbacken, -auf dem Kreuze und am Schwanzansatze, ferner (seltener) am Halse und -gelegentlich an allen anderen mit Borsten besetzten Körperstellen. -Man sieht an den erkrankten Hautabschnitten kleine, mit blossem Auge -kaum erkennbare und grössere, den Umfang eines Pfefferkornes bis -zu einer Erbse erreichende, Cysten. Wo dieselben in grösserer Zahl -nebeneinander vorhanden sind, findet man stets grössere und kleinere, -niemals dagegen alle von gleichem Umfange. Und zwar liegen manchmal im -Centrum eines erkrankten Hautstücks die grösseren, nach der Peripherie -zu die kleineren Bläschen. Die Meinung +Olt+’s, dessen Angaben in -seiner sehr gründlichen Arbeit im Nachstehenden gefolgt wird, ist -danach wohl richtig, dass der Prozess als ein fortschreitender gedeutet -werden muss. Gewöhnlich liegen grössere und kleinere Bläschen in -unregelmässiger Anordnung neben kleineren, bald zu Gruppen vereinigt, -bald vereinzelt. So habe ich die Anordnung oft an den für den Kursus -eingesandten Präparaten gesehen und so entspricht das Bild auch einem -Schrotschuss. Allerdings wechselt die +Farbe+ der kleinen Bläschen -erheblich je nach ihrer Grösse, nach der Beschaffenheit ihres Inhalts -und je nach ihrer oberflächlichen oder tiefen Lage in der Haut. -Die kleinsten stecknadelkopfgrossen sind blassgelb oder grauweiss, -später -- wahrscheinlich bedingt durch Aufnahme und Umwandlung des -Blutfarbstoffs -- werden sie gelbbraun und braun, um dann zuletzt -als violette oder blauschwarze Gebilde hervorzutreten. Die mit einer -mehr oder weniger gespannten Kapsel umgebenen Bläschen sind mit einer -wässerigen, trüben, in der Regel röthlichen Flüssigkeit angefüllt, in -welcher sich zwiebelartig geschichtete rostfarbene Massen vorfinden. -Die meisten Bläschen enthalten eine, die grösseren sogar mehrere -Borsten. Die Wurzel der Borsten liegt in der Wand des Bläschens, -während der Schaft der Borste in dem Bläschen selbst liegt und meist -+spiralig gewunden+ ist. - -Hinsichtlich der +bisherigen Auffassung über die Ursache und über -die Entwickelung+ dieser Hauterkrankung möge Folgendes erwähnt -sein. +Zschokke+ nimmt an, dass ein Kokkus, welcher, von 1 Mikron -Durchmesser, sich in grosser Menge in den äusseren Theilen der -Bläschenwand und in den tieferen Epidermisschichten vorfindet, in -ursächlicher Beziehung zur Entstehung der fraglichen Bildungen steht, -weil er regelmässig und besonders bei den noch in der Entwickelung -begriffenen Bläschen angetroffen wird. +Zschokke+ betrachtet -diese Hautanomalien vorwiegend als abnorme Epidermiswucherung, -wobei die zapfenartig in die Tiefe sich entwickelnden Bildungen -später abgeschnürt werden. +Siedamgrotzky+, welcher einmal 500 -solcher Cysten an einem Hautstück fand, hielt sie für Dermoide, -und ebenso charakterisirt +Johne+ das Hautleiden als multiple -Dermoidcystenbildung. +Kitt+[92], welcher die Untersuchungen -von +Zschokke+ seiner Auffassung zu Grunde legt, bezeichnet die -Bildungen als Epidermiscystchen oder Atherome kleinsten Kalibers. -+Lungershausen+[93] rechnet den Schrotausschlag zu den von -+Bonnet+[94] unter dem Namen Hypotrichosis zusammengefassten -Hemmungsbildungen und vindizirt dem Umstande, dass die Haare der -Epidermis beim Schrotausschlag nicht durchbrechen, die wichtigste Rolle -bei der Entstehung dieser Hauterkrankung. Mit Recht hält +Olt+ dieser -Auffassung von +Lungershausen+ die wichtige Thatsache entgegen, welche -ich vollkommen bestätigen kann, dass zahlreiche kleine und grössere, -oft selbst vollkommen entwickelte Bläschen überhaupt keine Haare -besitzen. Ich bin sogar mit +Zschokke+ der Ansicht, dass das Vorkommen -der Haare in den Bläschen kein charakteristischer, sondern nur ein -zufälliger Befund ist, je nach der Entstehung der Bläschen in der Nähe -einer Haarpapille. - -[Illustration: Figur 9. - -Schnitt durch eine Knäueldrüse mit cystischer Erweiterung. Ein Haar, -dessen Follikel eine Verschiebung in der Weise erfahren hat, dass es in -horizontaler Richtung gewachsen und in das Bläschen eingebrochen ist. -(Nach +Olt+.)] - -+Olt+ konnte nun feststellen, dass die Entwickelung der Bläschen an den -Schweissdrüsen beginnt, welche dem blossen Auge als kleine blassgelbe -Knötchen in der normalen Haut erkennbar wird. Mikroskopisch sieht -man dann innerhalb der Epithelien braune, granulirte Plasmaklümpchen -von verschiedener Grösse. Ausserdem findet man dann auch frei im -Drüsenlumen weitere Entwickelungsstadien der Parasiten vor. Man -sieht eiförmige Gebilde mit einer sehr dünnen glatten Kapsel und mit -einem wasserklaren, stark lichtbrechenden Plasmaleib, die in der -Grösse wechseln. Wahrscheinlich werden die zunächst in den Epithelien -schmarotzenden Parasiten später frei und entwickeln sich dann im -Drüsenlumen weiter. Bei den nicht abgekapselten Formen, sagt +Olt+, -liegt der grosse ballenartige Kern in einer formlosen Plasmamasse, -welche nach verschiedenen Richtungen zahlreiche Fortsätze aussendet, -die, besonders bei mässiger Erwärmung des Objektes, amöboide Bewegungen -erkennen lassen. +Olt+ kommt danach zu dem berechtigten Schlusse, dass -eine +Koccidienart Ursache des Schrotausschlages des Schweines ist+. - -[Illustration: Figur 10. - -Zwei Schleifen der Knäueldrüse auf dem Querschnitte. Man sieht -Parasiten, welche zwischen den zerfallenen Epithelien liegen und von -Schalen umgeben sind. (Nach +Olt+.)] - -Die vollständig entwickelten und mit Schalen umgebenen Formen fand -+Olt+ meistens nur in alten Bläschen; sie sind eiförmig, bis 0,034 mm -lang und 0,0275 mm dick, also etwas grösser als Koccidium oviforme, -welches als 0,032 bis 0,037 mm lang und 0,015–0,02 mm breit angegeben -wird. Die Koccidien des Schrotausschlages zeichnen sich ferner sowohl -in ihren Jugendstadien, als auch nach vollendeter Entwickelung dadurch -aus, dass sie +braun gefärbt+ sind, und mit Rücksicht auf diese Farbe -schlägt +Olt+ für die Parasiten die Bezeichnung +Koccidium fuscum+ vor. -Die Schale ist aussergewöhnlich dick, (0,0015–0,003) vollständig glatt -und sehr widerstandsfähig gegen Chemikalien; an einzelnen Schalen ist -eine mikropylenartige Oeffnung erkennbar. Der Schaleninhalt besteht aus -einer homogenen Plasmamasse, in welcher zahlreiche, scharf konturirte -kugelige Sporen liegen, wenn diese nicht nach aussen entleert sind. -Ausser diesen Formen zeigen sich auch Koccidien mit dünnen Schalen, -ohne nachweisbare Mikropyle und ohne Sporen, nur mit einem homogenen -Inhalt versehen. Schliesslich fanden sich nach +Olt+ in dem flüssigen -Inhalte junger Bläschen noch kegelige, bohnen- oder eiförmige Protozoen -in wechselnder Grösse (0,022–0,030 mm Länge). Dieselben färben sich mit -Safranin roth, doch wandelt sich die Farbe nach einiger Zeit in Violett -um. - -+Olt+ kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu dem Ergebniss, dass die -+als Schrotausschlag des Schweines bezeichnete Hautkrankheit durch -eine bisher unbekannte Koccidienart veranlasst wird, welche in die -Schweissdrüsen eindringt und letztere reizt+. Die Krankheit sei demnach -als eine +Koccidiose der Knäueldrüsen+, als +Spiradenitis coccidiosa -suis+ zu bezeichnen. Mit diesem Namen will +Olt+ Ursache und Sitz des -Krankheitsprozesses bezeichnen, während die Benennung „Schrotausschlag“ -nur eine deskriptive Bedeutung hat. - -Die Thatsache, dass beim Schrotausschlage an der unteren Seite des -Bauches und an der Innenfläche der Schenkel eine Bildung von Bläschen -seltener beobachtet wird, möchte +Olt+ nur aus gewissen Nebenumständen -erklären. Zunächst sind die anatomischen Verhältnisse von Bedeutung. -An den Bauchdecken ist der Kutiskörper viel schwächer entwickelt -als an den übrigen Körpertheilen. Daher legt sich die Haut an der -unteren Seite des Bauches leicht in Falten, ist weich und wird bei -jeder Bewegung des Körpers nach den verschiedensten Richtungen -auf der Unterlage verschoben. Ferner sitzen in diesem Hautbezirke -die Drüsenknäuelchen viel freier in der lockeren Unterhaut als an -anderen Körperstellen, und eine Vergrösserung der ganzen Drüse durch -Stauung ihres Inhaltes stösst mithin auf geringere Widerstände -als am Rücken, wo der grössere Theil des Drüsenknäuels von derben -Gewebszügen der Kutis umgeben ist. Hier erfährt die Haut auch geringere -Verschiebungen und es fällt also jener natürliche Druck weg, welcher -an der Innenfläche der Schenkel und an den Bauchdecken den Abfluss -des Hautsekretes wesentlich fördern dürfte. Vor allen Dingen liegt -aber die Drüse an den zuletzt erwähnten Stellen in einer dünnen und -sehr lockeren Kutis, welche den Schweissabfluss begünstigt. Mit -der Zeit hört aber auch in diesen Hautbezirken der Abfluss aus den -Knäueldrüsen auf, ohne dass damit die Funktion des Epithels gänzlich -erloschen wäre. Der Inhalt des Drüsenkanals erfährt, abgesehen von -der Beimengung der Parasiten, gewisse Veränderungen. Es bildet sich -die kolloidartige Masse in einer grösseren Menge, sodass zuletzt fast -das ganze Drüsenlumen damit gefüllt ist. Hierdurch wird der Ausfluss -des Sekretes so sehr erschwert, dass die Muskelelemente der Membrana -propria nicht mehr im Stande sind, den Druck der angestauten Massen zu -überwinden. Mithin sind alle Bedingungen für das Zustandekommen einer -Retentionscyste bei fortgesetzter sekretorischer Funktion der Drüse -gegeben. - -Bezüglich der in den Cysten gefundenen Haare sagt +Olt+, erschien es -fraglich, ob die Parasiten in die Epithelien der Haarwurzelscheide -eingedrungen sind und eine cystische Erweiterung derselben veranlasst -haben, welche alsdann eine abnorme Wachsthumsrichtung der Borste -im Gefolge hatte, oder ob letztere bei ihrer Entwickelung in ein -bereits präformirtes Bläschen hineingewachsen ist. Da die mit Haaren -ausgestatteten Bläschen stets geschichtetes Plattenepithel enthalten, -welches den Charakter der äusseren Haarwurzelscheide trägt, so glaubte -+Olt+ zunächst, dass die Parasiten in dieses Epithel eingedrungen -waren und denselben Prozess wie in den Schweissdrüsen angeregt hätten. -Ein Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht war jedoch nicht zu -erbringen. Auch ist es nicht zu erklären, wie die Parasiten in das -Innere der Haarwurzelscheide gelangen sollten, so lange sich die -Borste noch keinen Weg durch die Epidermis gebahnt hat. Es lässt -sich demnach nur annehmen, sagt +Olt+, dass die von den Knäueldrüsen -ausgegangenen Veränderungen die nächst gelegenen Haarfollikel in -Mitleidenschaft gezogen haben. Eine Borste, welche bereits ihren -Weg durch einen normal angelegten Haartrichter nach aussen gefunden -hat, kann nachträglich nicht mehr von dieser Richtung abgelenkt -werden, +dagegen läuft jede nun entstehende Borste Gefahr, sich in -den benachbarten cystischen Raum zu verirren, wenn der angrenzende -Drüsenkanal erkrankt ist+. Mit dieser Ansicht über den Befund von -Borsten in den Cysten kann ich mich auf Grund meiner Wahrnehmungen -nur einverstanden erklären. Der gegebene Weg für das Eindringen der -Parasiten ist der Ausführungsgang der Schweissdrüse, von hier aus -geht nach Verstopfung des Ausführungsganges, Erkrankung der Drüse mit -nachfolgender Cystenbildung, der Prozess aus und wenn +zufällig+ in -der Nähe ein Haarfollikel sitzt, so kann das sich entwickelnde Haar -in die Cyste hineingelangen und hier eingerollt werden. Demnach ist -der Borstenbefund in den Cysten kein charakteristischer, sondern ein -zufälliger und wird deshalb erst bei den grossen Bläschen, nicht bei -den kleinen erst in der Entwickelung begriffenen Bläschen gemacht. - -Der +Prädilektionssitz+ der Erkrankung auf Rücken, Hinterbacken, Kreuz -und Schwanzansatz weist darauf hin, dass den auf dem Stallboden, im -Futter, oder in der Streu vorhandenen Parasiten durch das Scheuern -gerade dieser Hautstellen erst das Eindringen in die sonst meist -durch Schmutz verlegten Poren der Schweissdrüsen ermöglicht wird. Der -Befund in den Cysten und die Art der Entstehung neuer Bläschen spricht -dafür, wie +Olt+ richtig hervorhebt, dass sich die Koccidien nach dem -Eindringen in die Schweissdrüsen schnell vermehren und nicht sämmtlich -von aussen eingedrungen sind. - -Bisher hat man, wie erwähnt, dem ganzen Hautleiden für -die thierärztliche Praxis wenig Bedeutung beigelegt, weil -Gesundheitsstörungen der Thiere dadurch nicht hervorgerufen werden. -Dennoch möchte ich auf die bemerkenswerthe Thatsache hinweisen, dass -in sehr ausgedehnter Weise bei Schweinen Protozoen in den Muskeln, die -sog. Sarkosporidien, vorkommen, ohne dass bisher klargestellt ist, wie -diese sehr verbreitete Infektion zur Entwickelung kommt. Vielleicht -geben einmal spätere Untersuchungen darüber Aufschluss, +ob zwischen -den Koccidienerkrankungen der Haut und den Sarkosporidieninfektionen -der Muskeln irgend welche Beziehungen bestehen+; ob z. B. die -Sarkosporidien sich in den Muskeln derjenigen Gegenden vorwiegend -vorfinden, wo die Haut Sitz der Koccidienerkrankungen ist oder ob bei -Koccidienerkrankungen der Haut auch regelmässig die Muskelerkrankungen -beobachtet werden. Jedenfalls bieten diese Affektionen der Forschung -noch ein dankbares Feld. Durch wissenschaftliche Assistenten in -grösseren Schlachthäusern könnte auch nach dieser Richtung viel -gefördert werden. - -Was die +Technik der Untersuchung betrifft+, wie sie von +Olt+ -eingeschlagen ist, so mögen folgende Angaben desselben hier -wiedergegeben werden. Die erkrankten frischen Hautstücke wurden drei -Tage lang in absoluten Alkohol gelegt, der mehrmals gewechselt wurde. -Die gehärteten Theile wurden in 3–4 mm dicke und 1 cm lange Stückchen -geschnitten, allmählich in Wasser übergeführt und 5–7 Tage lang in -Borax-Karminlösung gelegt. Hierauf wurden die Schnitte in salzsaurem -Alkohol (50% Alkohol -- 100:5 Tropfen Salzsäure --) etwa 2 Tage lang -ausgewaschen, dann wieder entwässert und schliesslich mittelst einer -Toluol-Nelkenölmischung (1:3 in Paraffin gebettet. In reinem Toluol -nehmen die Hautstücke eine zu grosse Härte an; auch konnte reines -Nelkenöl nicht angewandt werden, weil die Präparate ohne Toluolzusatz -zu lange in dem geschmolzenen Paraffin bleiben mussten, bis das -Nelkenöl entfernt worden war. Ein zu langes Erwärmen im Thermostaten -machte die Hautstücke wegen der eintretenden Härte für das Schneiden -auf dem Mikrotom gleichfalls ungeeignet. Das flüssige Paraffin wurde -recht oft gewechselt, und sobald sich Probestückchen für das Schneiden -geeignet erwiesen, kamen die Präparate aus dem Thermostaten. Auf -diese Weise konnten ganz vorzügliche Schnittserien aus den dicksten -Hauttheilen des Schweines angefertigt werden. Mit Eiweiss-Glycerin -wurden die Schnitte aufgeklebt, nach dem Erhitzen alsdann mittels -Toluol vom Paraffin befreit und in Kanadabalsam eingeschlossen. Bei -Hautschnitten bietet die Stückfärbung grosse Vorzüge, weil sich beim -Nachfärben die Kutis in Falten legt, und dadurch das ganze Bild -verunstaltet. - -Die aus den erkrankten Knäueldrüsen hervorgegangenen Knötchen, welche -noch nicht in Bläschen umgewandelt waren, wurden frei präparirt und -in Stückfärbung weiter behandelt. Nach mehrstündiger Einwirkung einer -alkoholischen Sublimatlösung (5 g Sublimat auf 100 g 50 % Alkohol) -und nachträglicher Entfernung des Sublimates durch Jodalkohol wurden -die Präparate in Paraffin gebracht und dann geschnitten. Die Schnitte -färbten sich sehr schön mit Hämatoxylin-Eosin, wobei die Jugendformen -der Koccidien ihre braune Eigenfarbe behielten und daher leicht -von den blauen Zellkernen der Epithelien zu unterscheiden waren. -Wirksame Gegensätze in der Färbung traten ein, wenn die mit Karmin -gefärbten Stücke nachträglich mit wässriger Methylvioletlösung gefärbt -wurden. Die Parasiten nehmen dann eine dunkelgrüne Farbe, die übrigen -Hautbestandtheile eine karminrothe Farbe an. - -Zur Untersuchung der Parasiten selbst wurde die Flüssigkeit aus den -Bläschen der frisch erkrankten Hautstücke unter dem Deckgläschen mit -starken Vergrösserungen untersucht. Ohne weitere Hülfsmittel konnte -der hellere Kern von dem dunklen, braunen und granulirten Plasmaleibe -unterschieden werden. Nach Zusatz einer geringen Menge wässriger -Safraninlösung liessen sich noch weitere Details erkennen. Die -Anfertigung guter Dauerpräparate bietet bei der zarten Beschaffenheit -dieser Parasiten einige Schwierigkeiten. Ungefärbt behielten -sie in Glycerin ihre Form gut bei. Andere Parasiten wurden mit -Chrom-Osmiumsäure (+Flemming+) fixirt, ausgewaschen, mit Hämatoxylin -gefärbt, entwässert und in Kanadabalsam eingeschlossen. Bei diesem -Verfahren durfte das Präparat niemals trocken werden, sonst verloren -die Parasiten ihre natürlichen Formen bis zur Unkenntlichkeit. Aus -Hautstücken, welche in Alkohol aufbewahrt worden sind, kann man die -Jugendstadien der Parasiten überhaupt nicht mehr in unveränderter -Gestalt beobachten, da sie ihre Plasmaausläufer eingezogen haben und -leicht mit anderen zelligen Elementen verwechselt werden können. - -Zur Zeit ist, wie +Olt+ am Schlusse seiner sehr gründlichen Arbeit -ausführt +die Knäueldrüsen-Koccidiose des Schweines+ das einzig -bekannte Hautleiden dieser Art und, abgesehen von den Erregern, die -einzige spezifische Krankheit, welche von den Knäueldrüsen der Thiere -bekannt ist. Dagegen sind in der Menschenmedizin einige Fälle einer -genetisch noch nicht erforschten eiterigen Knäueldrüsenentzündung -beobachtet, welche als +Aknitis Barthélemy+[95], +Hydradenitis -destruens suppurativa Pollitzer+[96], +Hydrosadenitis disseminata -suppurativa Dubreuilh+[97], +Spiradenitis disseminata suppurativa -Unna+[98] bezeichnet wird. Bei dieser Krankheit bilden sich in der Haut -schrotkorn- bis erbsengrosse Knötchen, welche sich röthen, mit einer -Kruste bedecken und eintrocknen oder erweitern. Nach den histologischen -Untersuchungen liegt eine Schwellung des Knäueldrüsenepithels mit -nachfolgender Nekrobiose und Eiterung vor (+Unna+). Der Prozess weicht -mithin von der Spiradenitis koccidiosa suis wesentlich ab, weil bei -letzterer Eiterungsprozesse niemals beobachtet worden sind. - - * * * * * - -Sowohl beim +Menschen wie auch bei Thieren+ sind nun noch =Koccidien -in der Niere= beobachtet worden. Beim +Menschen+ sind sowohl in den -Nieren selbst wie auch in den Ureteren gelegentlich Koccidien gefunden -worden. +Railliet+[99] und +Lucet+[100] nennen mehrere französische -Aerzte, welche solche Beobachtungen gemacht haben. Nach +Railliet+ -sind Koccidien in den Harnwegen von Kaninchen (von +Brown-Séquard+) -ferner von +Railliet+ und +Lucet+ in den Nierenkanälchen der Hausgänse -gefunden worden. +Arnold+ hat beim sog. +Blutharnen der Rinder+ im -Blasenepithel Koccidien gefunden. - -Es sind auch im +Darm und in der Niere der Mäuse+ Koccidien gefunden -(von +Smith+-Washington, in der Niere; von +Schuberg+ im Darm), und mit -dem Namen +Koccidium falciforme+ belegt worden. - -Schliesslich sind von +Thélohan+[101] echte =Koccidien= auch bei -=Fischen= gefunden worden. In der Leber des Stichlings Koccidium -gasterostei, in den Hoden der Sardine Koccidium sardinae, Koccidium -cruciatum in der Leber einer Makrelenart, Koccidium minutum in der -Leber, Milz und Niere der Schleie u. s. w. Man findet Koccidienarten -ausserdem noch bei zahlreichen anderen Fischen, Gliederthieren und -Batrachiern. - - * * * * * - -Die Beobachtung, dass das Koccidium oviforme beim Kaninchen und in -seltenen Fällen offenbar auch beim Menschen +geschwulstähnliche -Gewebswucherungen+ verursachen kann, war neben anderen Momenten -Veranlassung sich mehr als bisher dem Studium der =Aetiologie -der Geschwülste= hinsichtlich des Vorkommens von Protozoen in -denselben zuzuwenden. „Denn gerade die Aetiologie der Geschwülste -im engeren Sinne“, sagt +Hauser+[102], „ist bis auf den heutigen -Tag noch eines der dunkelsten Kapitel der allgemeinen Pathologie. -Trotz der verschiedenen, zum Theil ja sehr geistreichen Hypothesen -über die Entstehung der Geschwülste fehlt es uns doch an einer -sicheren Erklärung für das Zustandekommen eines Krebses, einer -Fettgeschwulst oder irgend einer anderen der so mannigfaltigen -Geschwulstformen. Während bei so vielen Krankheiten, namentlich den -Infektionskrankheiten, unsere Anschauungen über deren Aetiologie -auf der Erkenntniss von Thatsachen begründet sind, sind wir in -der Erkenntniss der Geschwülste trotz aller Bemühungen über eine -hypothetische Grundlage nicht hinausgekommen. Dieser Mangel an -wirklichem Wissen muss aber gerade hier um so schmerzlicher empfunden -werden, als den Geschwülsten nicht allein ein ungewöhnliches -theoretisches Interesse zukommt, sondern dieselben bei ihrem häufigen -Vorkommen und bei der sie oft auszeichnenden Bösartigkeit auch eine -ausserordentliche pathologische Bedeutung besitzen, welche um so -grösser ist, als der Arzt der sich entwickelnden Geschwulst nur allzu -oft mit absoluter Ohnmacht gegenübersteht.“ - -Von dem Befunde +Scheuerlen+’s[103] abgesehen, welcher den -Krebsbacillus entdeckt haben wollte, während es sich nur um einen -gewöhnlichen und harmlosen Kartoffelbacillus handelte, der zuweilen -auch auf der Haut als bedeutungsloser Parasit vorkommt, sind alle -weiteren Bemühungen für die Geschwülste, insbesondere für die -bösartigen Karcinome und Sarkome, Bakterien oder überhaupt pflanzliche -Mikroorganismen als Infektionserreger aufzufinden, fruchtlos geblieben, -so dass die Hoffnung, durch bakteriologische Forschung zum Ziele zu -kommen jetzt wohl allgemein als aussichtslos angesehen wird. Um so -energischer wandte sich die Forschung der Feststellung von Protozoen -in jenen Gebilden zu, nachdem erwiesen war, wie nicht zu leugnen, dass -krebsähnliche Bildungen durch das Koccidium oviforme hervorgerufen -werden können. - -Von der grossen Zahl hierher gehöriger Untersuchungen mögen nur die -folgenden kurz erwähnt sein. - -Zunächst war es wohl +Thoma+[104] (1889), welcher über eigenthümliche -Zelleinschlüsse in Karcinomen des Magens, des Darmes und der Mamma -berichtete, welche er als Koccidien deutete. Die meist stark -lichtbrechenden Gebilde wurden durch Karmin, Hämatoxylin, Eosin u. -dgl. gefärbt und lagen stets in Vakuolen degenerirter Krebszellen -eingeschlossen. Daneben fanden sich auch feinkörnige, stark -lichtbrechende Kugeln, welche sich nicht färbten. In demselben -Jahre haben dann +Darier+[105] und +Wickham+[106] bei der sog. -+Paget+’schen Krankheit -- einem in Karcinom übergehenden Ekzem -der Brustwarze -- Zelleinschlüsse beschrieben, welche von ihm und -später von +Malassez+[107] für Psorospermien gehalten worden sind. -+Darier+ und +Wickham+ hielten die Gebilde gleichzeitig für die -Erreger der eigenthümlichen Hauterkrankung. Erwähnt sei auch noch, -dass +Nils-Sjöbring+[108] in Karcinomen der Mamma, der Leber und der -Prostata Zelleinschlüsse in verschiedenen Formen gefunden hat, welche -er als verschiedene Entwickelungsstadien desselben Sporozoons ansieht. - -Im Laufe der letzten Jahre sind dann weitere zahlreiche Arbeiten -erschienen, in welchen über protozoenähnliche Gebilde besonders bei -Karcinomen und Sarkomen berichtet wird. Genannt mögen noch sein -die Veröffentlichungen von +Steinhaus+[109], +Metschnikoff+[110], -+Soudakewitsch+[111], +Podwyssozki+ und +Sawtschenko+[112], -+Ribbert+[113], +Ruffer+[114], +Korotneff+[115], +Foa+[116], -+Ruffer+ und +Wolker+[117], L. +Pfeiffer+[118], +Adamkiewicz+[119], -+Vedeler+[120], +Sanfelice+[121], +Gebhardt+[122] und +Roncali+[123]. -+Vedeler+ fand in einem +Lipom+ stark violett gefärbte, kreisrunde -Gebilde, welche innerhalb der Kapsel der Fettzellen liegen und eine -blauschwarz gefärbte Begrenzungsmembran haben, die durch einen -helleren Zwischenraum vom undurchsichtigen Inhalt geschieden ist. -Die Gebilde haben einen weissen Glanz, als enthielten sie Fett. -Behandelt man jedoch den einzelnen Schnitt mit Aether, so erfolgt -keine Veränderung, und sucht man sie mit chlorwasserstoffsaurem -Alkohol zu entfärben, so verschwindet zwar die Farbe zum grossen -Theil, aber der Inhalt bleibt gleich undurchsichtig. +Vedeler+ hält -mit Recht diese Gebilde für thierische Parasiten und wahrscheinlich -sind es Koccidien. Auch gilt es ihm als erwiesen, dass auch das +Lipom -nicht von selbst wächst+, sondern dass hier wie bei Cancer, Sarkom, -Myom ein lebendiges Irritament erforderlich ist, welches den ersten -Ursprung und das spätere Wachsthum verursacht. +Sanfelice+ isolirte -+aus gährenden Säften einiger Früchte einen Sprosspilz+, welcher -auf Agar- und Gelatineplatten weisse, in der Tiefe punktförmige und -sphärische, an der Oberfläche stecknadelkopfgrosse und kuppelförmige -Kolonien bildet, in Stichkulturen nagelförmiges Wachsthum zeigt und -auf Kartoffeln einen weisslichen, scharf erhabenen, üppigen Belag -hervorbringt. Die verschieden grossen Zellen zeigen in den Jugendformen -ein gleichmässiges Protoplasma, in vorgeschrittener Entwickelung -sieht man peripher eine stärkere lichtbrechende Substanz und einen -hyalinen Centraltheil, zuweilen auch stark lichtbrechende Körnchen in -diesem. Bei der +Vermehrung+ entstehen an der Peripherie nach einander -2 Knöspchen, welche zu Tochterzellen auswachsen, die dann ebenfalls -Knospen hervorbringen. Eine Betheiligung der lichtbrechenden Körnchen -an der Vermehrung des Pilzes wurde nicht beobachtet. - -Nach +interperitonealer Impfung von Reinkulturen des Sprosspilzes -starben Meerschweinchen+ nach 20–30 Tagen. Milz, Leber und Nieren -der Thiere waren vergrössert und an der Oberfläche mit zahlreichen -grösseren und kleineren Flecken bedeckt. Aehnliche Veränderungen fanden -sich auf der Schnittfläche der zum Theil hepatisirten Lungen. Ebenso -waren die Inguinal-, Achsel- und Mesenterialdrüsen stark vergrössert. -Bei mikroskopischer Untersuchung fand man in den erkrankten Organen -zahlreiche Hefezellen verschiedener Grösse, welche mit einer bald -dickeren bald dünneren Membran bekleidet waren und zum Theil zwei -halbmondförmige Gebilde erkennen liessen. Mit dem Material von -sämmtlichen Organen, besonders aber von der Milz, der Leber und den -Lungen gelang die Reinzüchtung des als Ausgangsmaterial verwendeten -Sprosspilzes in Agar und Gelatine. - -Mit Anilinfarben konnte die Membran am stärksten gefärbt werden, -doch wurde auch das Protoplasma mitgefärbt. Wie +Sanfelice+ ferner -angiebt, war sehr auffallend +das vollkommen gleichartige Verhalten -des Bildes der beschriebenen Hefezelle in gefärbten und ungefärbten -Gewebsschnitten mit dem Aussehen der in neuerer Zeit mit so grossem -Interesse verfolgten Zelleinschlüsse in Geschwülsten+. Der Autor konnte -gelegentlich mikroskopischer Untersuchung +menschlicher Epitheliome -und einzelner Tumoren von Pferden und Rindern+ die vielfach als -Koccidien angesehenen Gebilde nachweisen und dabei feststellen, -dass dieselben sich +in ihrem mikroskopischen Verhalten von den -Hefepilzen+ in Gewebsschnitten der an Sprosspilzinfektion erlegenen -Meerschweinchen +einzig und allein durch ihre Anzahl unterschieden+. -Während die Hefepilze in grossen Mengen gefunden wurden, fanden sich -die koccidienähnlichen Gebilde in den untersuchten Tumoren nur ganz -vereinzelt. - -Weitere Untersuchungen werden erst lehren müssen, ob die genannten -Beobachtungen und Schlussfolgerungen richtig sind; jedenfalls weisen -auch diese Untersuchungsergebnisse auf eine Beziehung der Parasiten zu -den Geschwülsten hin. - -Neuerdings hat +Gebhardt+[124] noch einen Befund über +zwei von -Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch+ veröffentlicht, welcher -für die Entstehung der Geschwülste ebenfalls nicht ohne Interesse ist. - -+Gebhardt+ fand unter hunderten geöffneter Frösche zweimal die -Pylorusgegend von einem sehr augenfälligen Tumor eingenommen. Die -Oberfläche der Tumoren besteht aus einer grösseren Anzahl glatter -Höcker von im Ganzen kugeliger Gestalt, welche so angeordnet sind, -wie die Buckeln auf einem Morgenstern, -- d. h. ihre Längsachsen -konvergiren radienartig nach den Centren des Tumors, also dem -Pyloruslumen, zu. Die Gegend des Mesenterialansatzes war in beiden -Fällen von diesen Höckern frei und nur im Ganzen etwas vorgewölbt. In -der Farbe war kein Unterschied von der Umgebung zu bemerken, überhaupt -schien äusserlich die Magendarmwand durchaus intakt über den Tumor -hinzuziehen. Nirgends sonst waren, weder im Intestinum noch im übrigen -Körper, ähnliche Tumoren oder überhaupt auffällige Veränderungen zu -bemerken. Die Konsistenz beider Tumoren war eine recht derbe. Auf dem -Querschnitt zeigten sich beide Tumoren makroskopisch als solide, nur -vom Pyloruslumen durchbrochene Geschwülste. Ueber die ganze Fläche -des sonst ziemlich einfarbigen Tumors verstreut zeigten sich einzelne -kleine, rostbraune, ¼–½ mm grosse, im Ganzen rundlich konturirte -Pünktchen, die sich bei näherer Untersuchung als mit bröckligem Inhalt -erfüllte Hohlräume erwiesen. Auf dem optischen Querschnitt, bei etwa -20-facher Vergrösserung, zeigte sich, dass der Tumor aus einer ganzen -Anzahl von Einzeltumoren besteht, welche in Analogie zu der Stellung -der oben beschriebenen äusserlich sichtbaren Höcker durchaus radiär -angeordnet sind. Von einander sind dieselben durch Schleimhautfalten -getrennt, die auf dem Schnitt scheinbar anastomosiren, nach dem Lumen -zu aber grösstentheils frei endigen. Bei stärkerer Vergrösserung -erkennt man, dass dieselben fast durchweg beiderseits mit Epithel -besetzt sind. - -Nähere Untersuchungen lehrten, dass der Tumor von den Drüsen ausgeht, -und es war deshalb die Annahme berechtigt, +in der Umgebung des Tumors -und zwar in der Tiefe der Drüsen frisch infizirtes Zellmaterial -anzutreffen+. In der That wurden in einer grossen Zahl von Drüsen, -sowohl in deren Lumen, als auch innerhalb ihrer Zellen, und zwar nicht -innerhalb, sondern ausserhalb des Kerns, dem sie oft dicht anlagen, -kleine polymorphe Gebilde von etwa 2–3 µ Durchmesser beobachtet, -welche dem nach +Gebhardt+’s Meinung ersten Entwickelungsstadium der -Parasiten entsprachen. Auf den ersten Blick gleichen sie überraschend -kleinsten Myxamöben. Bei näherer Untersuchung ist ein schwach -granulirter intensiv färbbarer Protoplasmaleib und innerhalb desselben -ganz konstant eine rundlich begrenzte hellere Stelle zu erkennen, in -der man stets noch ein dunkel gefärbtes Körnchen bemerken konnte. Als -Resultat von Theilungsvorgängen sieht man an anderen Stellen 15–25 -kuglige Sporen auftreten, die wieder ihrerseits, nachdem sie sich mit -einer dünnen Hülle umgeben haben, zwei sichelförmige Körperchen und -einen kleinen, von diesen beiderseits umgebenen Restkörper im Inneren -ausbilden. - -[Illustration: Figur 11. - -+Epithelioma molluscum+ nach +Neisser+. - -1. Querschnitt eines Molluskumknotens bei schwacher Vergrösserung. -Die stark glänzenden, durch Hornsubstanz zusammengehaltenen, fertigen -Molluskumkörperchen (_c_) treten oben heraus. 2. Körnige Schollen neben -dem Kern der Epithelzelle, stark vergrössert, aus Zone _a_. 3. u. 4. -Isolirte glänzende Körper in den Zellen aus Zone _b_.] - -Hinsichtlich der +Untersuchungsmethode+ sei erwähnt, dass als -Fixirungsmittel Sublimat, konzentrirte Lösung in physiologischer -Kochsalzlösung benutzt wurde. Darauf folgte allmählich ansteigend -Alkohol, von 90% an mit Jodzusatz, Färbung im Stück, dann wiederum -ansteigender Alkohol, schliesslich Alkohol absolutus, Cedernholzöl, -Paraffin. Die Schnitte wurden auf erwärmter Unterlage einem Unterguss -von +Strasser+’scher Klebmasse aufgelegt. Zur Färbung wurde R. -+Heidenhain+’sche Stückfärbung mit wässerigem dünnen Hämatoxilin und -Kaliummonochromat vorgenommen. - -Ueber das Ergebniss seiner Untersuchungen macht +Gebhardt+ folgende -Angaben: - -1. Es handelt sich in den vorliegenden Fällen um ein ziemlich -erhebliches epitheliales und gut lokalisirtes Neoplasma, welches von -zweifellosen Protozoen veranlasst ist. Dabei besteht recht wenig -Aehnlichkeit mit Karcinom. - -2. Der vorliegende Krankheitserreger, zu den Koccidien gehörig, zeigt -eine doppelte Art der Fortpflanzung, einmal Bildung nackter Sporen -zur Weiterinfektion des Wirthes, zweitens aber Bildung beschalter -Dauercysten, die nach aussen entleert werden. - -3. Es tritt in der Entwickelung von vornherein ein kernähnliches -Gebilde auf, welches auch stets die Rolle eines Kerns zu spielen -scheint. Seine scheinbare Auflösung erfolgt nur vor wichtigen -Umwälzungen in der Konstitution seines Trägers. - -4. Eigentliche Mitosen wurden bei den Theilungsvorgängen nie beobachtet. - -5. Konjugationsvorgänge sind nicht auszuschliessen. Namentlich das -Verhalten des Kerns scheint auf solche zu deuten. - -6. Die Schale der Dauerformen ist doppelt; die sekundäre wird von innen -an die primäre angelagert. - -7. Aktive Beweglichkeit ist während eines grossen Abschnittes der -Entwickelung vorhanden. - - * * * * * - -Erwähnt sei schliesslich noch die Beobachtung von V. +Müller+[125] über -+Parasiten im Uteruskarcinom+. +Müller+ konnte sich durch zahlreiche, -von verschiedenen Forschern kontrollirte Untersuchungen von dem -gelegentlichen Vorkommen parasitärer und amöboider Organismen als -Epithelzelleneinschlüsse bei Uteruskarcinomen überzeugen. Er beschreibt -Makrocysten und Mikrocysten und ferner nicht incystirte intracelluläre -Gebilde; bei letzteren will es ihm gelungen sein, eine unzweifelhaft -nicht degenerirte, lebende, in Bewegung befindliche Zelle zu fixiren. - -+Clarke+[126] fand bei einem typischen Alveolarsarkom geformte -Elemente innerhalb der Zellkerne aller Theile des Tumors. Bei Färbung -mit Hämatoxylin und Eosin nahmen diese intranukleären Körper eine -rothgelbe, und mit +Biondi+’s Reagenz eine rothbraune Farbe an. Die -meisten derselben zeigten einen oder zwei helle Stellen im Innern. Ihre -Gestalt war meistens rund oder birnförmig. Einige von ihnen theilten -sich durch Spaltung in zwei Theile, und wenn dies der Fall war, sah -man auch, dass der Kern der Zelle, welche den intranukleären Körper -enthielt, sich in passiver, amitotischer Theilung befand. +Clarke+ hält -die Gebilde für Parasiten, die zu den Suktorien gehören, und stellt sie -in ursächliche Beziehung zur Geschwulstbildung. - -Während nun die vorstehend genannten Autoren und manche Andere mit mehr -oder weniger Bestimmtheit neben der parasitären Natur der von ihnen -innerhalb und ausserhalb der Zellen gefundenen Gebilde auch an ihrer -ätiologischen Beziehung zur Entwickelung von Geschwülsten festhalten, -werden die von einzelnen Autoren gefundenen Zelleinschlüsse von -+zahlreichen Gegnern der parasitären Aetiologie+ der Geschwulstbildung, -+überhaupt nicht als Parasiten anerkannt+, sondern als eigenthümliche -Formen von Zelldegeneration aufgefasst. Von diesen Autoren mögen -+Hansemann+[127], +Marchand+[128], +Ziegler+[129], +Noggerath+[130], -+Neisser+[131], +Borril+[132], +Ströbe+[133] genannt sein. - -Der Auffassung dieser Autoren steht nun noch als ganz eigenartige -diejenige von L. +Pfeiffer+[134] und +Adamkiewicz+[135] gegenüber, -welche meinen, dass u. A. z. B. die +Krebszellen selbst+, welche -von jenen irrthümlich als Abkömmlinge der Körperzellen betrachtet -werden, +die Parasiten sind+. +Adamkiewicz+ kam zu seiner Auffassung -weniger durch eingehende morphologische Studien, als vielmehr auf -Grund theoretischer Ueberlegungen über das erheblich abweichende -biologische Verhalten der Krebszellen von den normalen Zellen des -Körpers. +Adamkiewicz+ suchte seine Meinung auch durch anderweitige -Versuchsergebnisse zu stützen. Er übertrug Krebsgewebe in das Gehirn -von Kaninchen und sah die Thiere an schnell zum Tode führenden -Vergiftungserscheinungen zu Grunde gehen. Die Giftwirkung führte er -auf ein von den Parasiten erzeugtes Toxin zurück, wobei die Parasiten -die epithelialen Krebszellen selbst sein sollten. +Adamkiewicz+ ging -nach dieser Beobachtung noch einen Schritt weiter und wollte eine dem -+Koch+’schen Verfahren bei der Tuberkulose ähnliche +Behandlung des -Krebses+ versuchen. Zu diesem Zwecke stellte er sich aus Krebsgewebe -ein wässeriges Extrakt (+Kankroin+ genannt) her, durch dessen Infektion -Kaninchen gegen tödtliche Dosen des Krebsgiftes immunisirt werden -sollten. Nach Injektion des Kankroin bei +Krebskranken+ war ähnlich, -wie nach Tuberkulininjektionen bei Lupus, zunächst Röthung und -Schwellung der Krebsgeschwulst, und nach weiteren Injektionen deutliche -Rückbildungserscheinungen zu erkennen. Der Tumor wurde weicher und -verkleinerte sich. Eine Heilung konnte jedoch +Adamkiewicz+ bisher mit -seiner Methode nicht erzielen. - -Jedoch mag hierbei erwähnt sein, dass +Emmerich+[136] durch Injektion -von Serum von Schafen, welche vorher gegen Erysipelkokken immunisirt -waren, eine wirkliche Heilung von Krebsfällen gesehen haben will -und dabei ebenfalls die Ansicht ausspricht, dass die vermeintliche -Rückbildung der Krebsgeschwulst auf die Vernichtung der Krebsparasiten -durch das injizirte Serum zurückgeführt werden müsse. Leider sind -jedoch die Beobachtungen von +Adamkiewicz+ und +Emmerich+ von anderen -Autoren bisher nicht bestätigt worden. - -Immerhin ist nach den bisher mitgetheilten Beobachtungen über das -Vorhandensein von Koccidien oder ähnlichen Gebilden in Geschwülsten die -Frage berechtigt, +ob die Wahrscheinlichkeit besteht, die Geschwülste -als parasitäre Neubildungen auffassen zu können+. - -Zur Beantwortung dieser Frage werden von +Hauser+ zwei Unterfragen -gestellt: Giebt es zweifellose Infektionskrankheiten, welche in -ihrem Verlauf gewisse Analogien mit der Entwickelung und dem Verlauf -der Geschwülste, insbesondere der bösartigen erkennen lassen? Und -lassen sich ferner die bei Geschwülsten, namentlich beim Krebs zu -beobachtenden anatomischen Befunde und biologischen Vorgänge nach -unserem gegenwärtigen Wissen mit einer parasitären Theorie der -Geschwülste vereinbaren? - -Was die erste Frage betrifft, so ist, wie auch +Hauser+ hervorhebt, -nicht zu leugnen, dass in einem sehr wesentlichen Punkte, nämlich -hinsichtlich der Fähigkeit Metastasen zu bilden, eine gewisse -+Analogie zwischen den bösartigen Geschwülsten und den sogenannten -Infektionsgeschwülsten+, zu welchen z. B. die Tuberkulose und die -Syphilis, ich möchte hinzufügen Aktinomykose und Botryomykose zu -rechnen sind, besteht. In allen Fällen können unter bestimmten -Voraussetzungen metastatische geschwulstähnliche oder geschwulstartige -Krankheitsheerde zur Entwickelung kommen. Vielfach analoge Vorgänge -sieht man nun auch bei der Krebsbildung sich abspielen. Zunächst ein -lokalisirter Krankheitsheerd, dann meistens Zerfall des neugebildeten -Gewebes, folgt häufig krebsige Erkrankung der benachbarten Lymphdrüsen, -wie bei Tuberkulose und Syphilis, schliesslich kommen auch bald -vereinzelte, bald zahllose metastatische Geschwülste von der gleichen -Beschaffenheit wie die primären zur Entstehung. - -[Illustration: Figur 12. - -+Einschlüsse+ in oder zwischen Epithel- oder Geschwulstzellen. Vergr. -500–1000. - -1. Aus einem Hautsarkom nach +Touton+; die in der mittleren Zelle -liegenden Kügelchen nehmen die +Weigert+’sche Fibrinfärbung an. 2. -Aus einem Carcinom nach +Steinhaus+. 3. Zelle aus einem Carcinom nach -+Podwyssowski+ und +Sawtschenko+. Die neben dem Kern liegenden Körner -färben sich mit Pikrokarmin, das daranliegende Korn mit Safranin. 4. -Zelleinschluss aus einem Sarkom nach +Pawlowski+. 5.-8. Verschiedene -Formen aus einem Lippenkarcinom. „Rhopalocephalus carcinomatosus“ nach -+Korotneff+. 9 a-c. Zellen aus einem Fall von Sycosis non parasitaria, -stammen von der Wurzelscheide eines Barthaares, nach +Kruse+.] - -Der scheinbaren Analogie zwischen den Infektionsgeschwülsten und der -Karcinom- und Sarkombildung steht nun der +Unterschied+ gegenüber, -dass bei den letzteren die +Geschwulstelemente selbst+ weitergetragen, -an irgend einer Stelle des Körpers abgelagert werden und zur -Metastase die Veranlassung abgeben. Auch der Annahme, dass mit diesen -Geschwulstelementen gleichzeitig die spezifischen Krankheitserreger -verschleppt werden und die Metastasenbildung bewirken, steht die -Thatsache entgegen, dass bei den Geschwülsten im engeren Sinne die -metastatische Geschwulst durch Wucherung der verschleppten Zellen -selbst erzeugt wird. Während es sich bei den Infektionsgeschwülsten -um eine Art entzündlicher Gewebsneubildung handelt, tritt bei den -+Geschwülsten im engeren Sinne eine zu Geschwulstbildung führende -Wucherung verschleppter Körperzellen ein. Das grosse biologische -Räthsel der Geschwülste im engeren Sinne, sagt Hauser, beruht also auf -einer bis an den Parasitismus reichenden Emanzipation der Gewebszellen -von den physiologischen Wachstumsgesetzen.+ Nach ihm wären die -beobachteten Koccidien zufällige Gäste in den Geschwülsten dieser -Art, ohne mit der Entstehung derselben in irgend welcher Beziehung zu -stehen. Bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge wird man sich daher den -Ausführungen +Hauser+’s vollkommen anschliessen können: - -„Es ist gewiss eine dankenswerthe Aufgabe der Zukunft, zu erforschen, -welche weitere Bedeutung den Protozoen als Krankheitserregern -thatsächlich noch zukommt; denn die Möglichkeit, dass dieselbe eine -viel weitere sein kann, als wir zur Zeit auf Grund wirklich positiver -Kenntnisse anzunehmen berechtigt sind, kann nicht bestritten werden. -Auch für die Aetiologie mancher Geschwülste mag vielleicht die -Protozoenforschung noch werthvolle Aufschlüsse bringen; +denn wenn auch -der Infektionstheorie der Geschwülste sich im Allgemeinen die erwähnten -Schwierigkeiten entgegenstellen, so dürfen wir deshalb doch nicht a -priori es für absolut unmöglich erklären, dass nicht doch Vorgänge, -wie wir sie bei der Krebsentwickelung beobachten, durch Parasiten -veranlasst werden könnten+. Wir müssen nur bei der ausserordentlichen -Unwahrscheinlichkeit unbedingt eine unanfechtbare und exakte -Beweisführung fordern.“ - - * * * * * - -In der jüngsten Zeit hat +Roncali+[137] in einer zusammenfassenden -Arbeit über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse über die -Aetiologie des Krebses berichtet. Er kommt dabei zu Ergebnissen, welche -der Vollständigkeit wegen ebenfalls in Kürze hier wiedergegeben werden -sollen. - -+Roncali+ glaubt, dass man eine genetische Verbindung zwischen -Blastomyceten und bösartigen Neubildungen nicht in Abrede stellen -kann, und zwar aus folgenden Gründen: 1. wegen der morphologischen -Beweise, auf Grund des Studiums der Histologie der Tumoren; 2. wegen -der gelungenen +Isolirung der Fermente+ bösartiger Neubildungen beim -Menschen, welche das Studium der biologischen, morphologischen und -pathogenen Eigenschaften dieser Mikroorganismen zum Zwecke gehabt hat; -3. wegen der Inokulation der aus ihrer Umgebung isolirten Blastomyceten -auf Thiere, welche die Reproduktion bösartiger Neubildungen bei Thieren -bezweckt hat. Aus diesen drei Beweisführungen haben sich Thatsachen -ergeben, welche man in folgenden Sätzen zusammenfassen kann: - -1. In den bösartigen Neubildungen des Menschen und der Thiere findet -man im +Protoplasma der Zelle und extracellulär im Bindegewebe+ Körper, -welche nicht von den Zellen herstammen, sondern den thierischen Geweben -fremd sind. - -2. Diese Körper sind morphologisch identisch mit den sog. Koccidien, -welche von verschiedenen Autoren in den Zellen von Epitheliomen und -Sarkomen eingeschlossen gefunden worden sind. - -3. Diese im Krebs gefundenen Körper sind auch morphologisch identisch -mit den Blastomyceten, die man in den Geweben der zum Experiment -benutzten Thiere antreffen kann, wenn diese mit Reinkulturen von -organisirten Fermenten inokulirt worden sind. - -4. Diese Körper widerstehen konzentrirten Säuren und Alkalien auf -dieselbe Weise, wie die Blastomyceten, welche in den Geweben der Thiere -in Folge von Inokulation subsistiren können. - -5. Diese Körper finden sich weniger gewöhnlich in den bösartigen -Neubildungen; ausnahmsweise in anderen pathologischen Prozessen. - -6. Diese Körper sind in den Neubildungen des Menschen auf bestimmte -Oertlichkeiten vertheilt; man findet sie an der Peripherie des -neugebildeten Gewebes, also wo Wachsthum stattfindet, nicht in -der Mitte des Gewebes, wo der Zuwachs aufgehört hat und wo man -nur in Degeneration befindliche Elemente antrifft. Ferner ist ihr -Sitz entweder im Zellprotoplasma, oder zwischen den Bündeln des -Stützgewebes, und ausnahmsweise im Kern, und diese Umstände schliessen -einerseits die Zufälligkeit des Vorkommens dieser Körper aus und -beweisen auf der anderen Seite die enge Beziehung zwischen ihnen und -der Neubildung. - -7. Diese Körper reagiren auf eine spezifische Färbungsmethode, die man -auch an Reinkulturen aus den bösartigen Neoplasmen des Menschen und der -Thiere erhalten kann. - -8. Bei Untersuchung dieser in Reinkulturen aus bösartigen Tumoren von -Menschen und Thieren erhaltenen Körper hat man gefunden, dass sie -bei Inokulation in den Zellen der pathogenen Gewebe und zwischen die -Fasern des Bindegewebes eindringen, wobei sie dieselben Formen von -Zelleinschlüssen reproduziren, die sich in den Tumoren des Menschen -und der Thiere finden, aus welchen diese Blastomyceten in Reinkultur -isolirt worden sind. - -9. Diese in Krebszellen eingeschlossene Körper geben die Reaktion der -Cellulose auf dieselbe Weise, wie die Blastomyceten in den Geweben der -Thiere, in die sie durch Inokulation von Reinkulturen gelangt sind, -und dies bildet einen neuen Charakter, der sie von Degenerationsformen -unterscheidet. - -10. Die Läsionen, welche einige Blastomyceten bei den zum Experiment -benutzten Thieren verursachen, sind verschieden, je nach der Spezies -zu der das Thier gehört, und wenn man allmählich auf der zoologischen -Stufenleiter aufsteigt, findet man, dass die +Säugethiere der höheren -Klasse+ (Hunde) +weniger empfänglich+ für die Infektion mit diesen -Blastomyceten sind, als die der +niederen+ (Meerschweinchen, Mäuse, -Kaninchen, Ratten u. s. w.). Denn während einige Blastomyceten bei -den niederen Klassen Infektionen und zerstreute Heerde hervorbringen, -erzeugen dieselben Blastomyceten bei den höheren Klassen nur an den -Impfstellen isolirte Heerde, und während sie sich bei den niederen -Klassen sehr zahlreich in allen Theilen des Organismus vorfinden, sehen -wir sie bei den höheren in den Tumoren dieselbe Vertheilung vornehmen, -die wir an den eingeschlossenen Körpern in den Tumoren des Menschen -gefunden haben. - -11. Einige Blastomyceten bringen bei den Versuchsthieren Läsionen von -wesentlich neoplastischem, nicht von entzündlichem Charakter hervor. - -12. Bei höheren Säugethieren (Hunden) können gewisse Blastomyceten, -wenn sie inokulirt werden, an der Impfstelle eine Neubildung -hervorbringen, welche sich dann auf dem Lymphwege in verschiedene -Organe fortpflanzt und das Thier durch Kachexie tödtet. - -13. Endlich können gewisse Blastomyceten, wenn sie in Reinkultur in die -Milchdrüse einer Hündin inokulirt werden, die Bildung von Neubildungen -von epithelialer Natur veranlassen[138]. - - - - -IV. Ordnung: Sarkosporidien[139]. - - -Nach der früher angegebenen Eintheilung bilden die Sarkosporidien eine -Ordnung der +Sporozoen+. - -+Balbiani+[140] hat (1884) die bis dahin unter dem Namen -„+Miescher+’sche oder +Rainey+’sche Schläuche“ bekannten Parasiten in -der Muskulatur warmblütiger Wirbelthiere als +Sarkosporidia+ bezeichnet -und sie als besondere Ordnung den Sporozoen zugetheilt. - -Die Sarkosporidien sind Schmarotzer der Muskelfasern und besitzen eine -schlauchförmige oder ovale, bisweilen kugelige Gestalt; ihr Protoplasma -zerfällt in zahlreiche nieren- oder sichelförmige, kernhaltige -Körperchen. - -Bisher sind die Parasiten ausschliesslich bei Wirbelthieren gefunden -worden und unter diesen vorwiegend bei Säugethieren. Besonders +häufig+ -sind sie bei +Schafen+ und +Schweinen+, aber auch bei +Pferden+, -+Rindern+, +Hunden+, +Katzen+, +Hirschen+, +Büffeln+, +Rehen+, -+Kaninchen+, +Mäusen+ und +Ratten+ nicht selten. Ebenso sind sie einige -Male beim +Menschen+ nachgewiesen worden. Ferner bei +Vögeln+ (Hühner, -Enten) und bei einer Eidechsenart. - - -=Geschichtliches.= Zuerst gesehen und beschrieben sind diese Parasiten -wohl von F. +Miescher+[141] (1843), welcher dieselben bei einer -Maus und besonders in den quergestreiften Muskeln des Rumpfes, der -Extremitäten, des Halses, Kopfes, der Augen und des Zwerchfells -beobachtete, wo milchweisse, parallel der Faserrichtung verlaufende -Fäden zu erkennen waren. Mikroskopisch zeigte sich, dass die Schläuche -von einer strukturlosen Membran umgeben waren und zahllose längliche -oder nierenförmige Körperchen und in geringerer Zahl kleine Kugeln -enthielten. +Miescher+ liess jedoch die Frage unentschieden, ob -pathologische Veränderungen der Muskeln oder ob Parasiten vorlägen. -Später hat dann +v. Hessling+[142] (1854) ähnliche Gebilde, jedoch von -kleinerem Umfange, in der +Herzmuskulatur+ des Rehs, des Schafes und -Rindes gesehen und zwar lagen die Gebilde innerhalb der Muskelfasern. -Auch +v. Hessling+ hielt diese Bildungen für Umwandlungen der -Muskelsubstanz, während +v. Siebold+[143], welcher sie bei Mäusen und -Ratten sowie gleichfalls im Herzen der Schlachtthiere beobachtete, sie -für „schimmelartige Entophyten“ hielt. In der Muskulatur des Schweines -beschrieb sie G. +Rainey+[144] (1858), jedoch nicht als protozoenartige -Gebilde, sondern als Jugendzustände von Cysticerken. +Leuckart+ hat -dann (1863) die Unrichtigkeit dieser Auffassung dargethan, jedoch das -Vorkommen des schon von +Rainey+ gesehenen Borstenbesatzes, ebenso, -dass diese Körper in den Muskelfasern liegen, bestätigt. - -Es folgten dann im Laufe der nächsten Jahre zahlreiche Arbeiten, welche -das Vorkommen der genannten Gebilde bei verschiedenen Säugethieren -feststellten, und auf die später noch zurückgekommen werden soll. Hier -möge nur erwähnt sein, dass +Manz+[145] (1867), welcher die Schläuche -beim Reh und Kaninchen beobachtete, schon angegeben hat, dass der -Inhalt der Gebilde sich aus grösseren Ballen vereinigter kugeliger -Zellen zusammensetzt, die wiederum von einer zarten Membran umgeben, -sich in bohnen- oder nierenförmige Körper umwandeln. Eine Eigenbewegung -ist an den letzteren niemals gesehen worden, wohl aber Andeutungen -einer Theilung. - - -=Bau, Gestalt und Entwickelung der Sarkosporidien.= Die Sarkosporidien -treten innerhalb der Muskeln stets in Schlauchform auf, wobei sie sich -der Breite und Länge der Wirthszelle anpassen, stets überwiegt der -Längsdurchmesser. Die Schlauchenden sind stets etwas verschmälert und -mehr oder weniger abgerundet. Bei den im +Bindegewebe+ sitzenden Formen -ist die Gestalt mehr oval, fast kuglig. Die +Grösse+ der Schläuche -schwankt zwischen 0,5–4 mm Länge und 0,4 mm Breite; bei Mäusen und -Ratten können die Schläuche 5–6 cm lang werden, Balbiania gigantea im -Oesophagus der Schafe kann die Grösse einer kleinen Haselnuss erreichen. - -Die Sarkosporidien sind weisse oder grauweisse Gebilde und geben, -wenn sie in grösserer Anzahl vorhanden sind, auch den betroffenen -Muskelfasern ein eigenthümliches Aussehen. Während man an den jüngsten -Sarkosporidien eine zarte dünne Hülle nachweisen kann, zeigt sich -bei den älteren Formen, eine dickere, derbere +Membran+, welche zwei -Schichten, +eine äussere+ dickere und eine innere dünnere erkennen -lässt. An der äusseren ist eine radiäre Streifung erkennbar, welche -von +Rainey+ als die Fortbewegung verursachende Borsten gedeutet, -von +Rivolta+[146] für Cilien gehalten, von +Virchow+ für Reste von -Muskelfasern, von +Leuckart+[147] für eine Andeutung von Porenkanälchen -gehalten wurde. Innerhalb der Muskelfasern ist dieser Wimperbesatz -schwer erkennbar, dagegen wieder nach Behandlung des Präparates mit -verdünnter Essigsäure und Alkalien auch innerhalb des Sarkolemms -sichtbar. Die +innere+, dünnere, homogene oder feinfaserige Schicht -sendet in das Innere der Cyste Fortsätze, welche hier die Wandungen -eines Kammersystems bilden helfen, wie dies bei Sarkocystis Miescheri -(Schwein), bei den Sarkosporidien des Schafes (+Bertram+[148]) und -auch beim Rinde und Pferde (+eigene Beobachtung+) zu erkennen ist. Die -Kammern selbst sind, wie man bei starker Vergrösserung besonders an -Präparaten von Balbiana gigantea erkennen kann, von den Keimstäbchen -(+Sporozoïten+) oder von Entwickelungsstadien derselben erfüllt. -Ueber die +Entwickelung der Sarkosporidien+ sagt +Bertram+, dass in -grossen an den Enden und an den Seiten der Schläuche in grösserer -Anzahl vorhandenen Sporoblastenmutterzellen Kerntheilungsphasen zu -beobachten sind, der dann Theilung des Zellleibes und Entstehung der -Sporoblasten folgt. Um diese Sporoblasten, sagt +Bertram+, scheidet -sich die Gerüstsubstanz aus und die von ihnen später gebildeten -Zellen, aus welchen die sichelförmigen Körperchen hervorgehen, bleiben -zu Ballen zusammengelagert. An den Schlauchenden findet, wie dies -schon +Rainey+ vermuthete, besonders bei mittelgrossen Sarkocysten -fortwährend Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum des Schlauches -in der Längsrichtung der Muskelfasern, d. h. in der Richtung des -geringsten Widerstandes statt. Diese Angaben von +Bertram+ kann ich -im Wesentlichen bestätigen. Zuweilen sah ich in der Umgebung der -Schlauchenden zahlreiche grosse, stark granulirte Zellen angehäuft, -welche den noch innerhalb des Schlauches sitzenden vollkommen ähnlich -waren. Da ich dieses Vorkommniss trotz der oft massenhaft vorhandenen -Sarkocysten nur selten feststellen konnte, möchte ich annehmen, dass es -sich um Kunstprodukte handelt, welche bei der Präparation entstanden -sind. Bemerkenswerth ist auch, dass die Muskelfasern trotz der -Anwesenheit von Sarkosporidienschläuchen in der Regel weder vergrössert -erschienen +noch ihre Querstreifung in der unmittelbaren Nähe der -Schläuche verloren hatten+. Einen Zerfall der Muskelfasern sah ich -meist bei Anwesenheit sehr zahlreicher, vollständig entwickelter, zum -Theil im Verkalkungszustande befindlicher Sarkosporidienschläuche. - -Hinsichtlich der +Entwickelung+ der Keime der Sarkosporidien -(Sporozoïten) ist vollständige Klarheit noch nicht erzielt worden. Bei -starker Vergrösserung sieht man besonders in Sarkosporidien aus dem -Oesophagus und Herzen des Schafes kleine halbmondförmige, schiffförmige -oder mehr spindelförmige Körperchen in den kleinen Kammern liegen, -welche wohl als Keime anzusehen sind und sich in dem Augenblick weiter -entwickeln werden, wo sie den Schlauch verlassen haben. Ich sah -dieselben, besonders in den +Purkinje+’schen Fasern des Schafherzen -nicht nur, wie +Bertram+ angiebt, an den peripheren Theilen der -Sarkocyste, sondern gleichmässig über den ganzen Schlauch vertheilt. -An Zupfpräparaten fand ich zuweilen auch Keime mit fadenförmigem -Anhang, wie dies schon +Ecke+, +Dammann+, +Pagenstecher+ beobachteten. -In den Sarkosporidienschläuchen der Schweinemuskeln habe ich jedoch -solche Keime ebenso wie +Bertram+ nicht gefunden. Vielleicht ist die -Ursache, dass diese Thiere meistens schon zu einer Zeit (6–9 Monaten) -geschlachtet werden, wo jener Entwickelungszustand in Sarkosporidien -noch nicht erreicht ist. - -+Auf welchem Wege und in welcher Form die Parasiten in die Wirthsthiere -dringen, ist bisher noch unbekannt.+ Man nimmt an, ohne dass bisher ein -sicherer Beweis erbracht ist, dass die Infektion vom Magendarmkanal -ausgeht. +Kasparek+ glaubt, wie L. +Pfeiffer+, dass die Schmarotzer -durch einen Zwischenwirth übertragen werden. Er fand 4 Stunden -nach der subkutanen Verimpfung des Schlauchinhaltes Sichelkeime im -Blut und bestätigt auch die von L. +Pfeiffer+ geschilderte starke -Toxinwirkung der Sarkosporidien. Nach meinen Studien bin ich zu der -Ansicht gekommen, dass die Keime mit dem Futter oder Trinkwasser in -den Magen +junger Thiere+ gelangen und von hier, mittelst der Blutbahn -nach den verschiedenen Organen verschleppt werden. Da nach +Pfeiffer+ -und +Bertram+ die sichelförmigen Keime durch den Magensaft zerstört -werden, so müssen sie, wie andere Parasiten in einem encystirten -Stadium in den Magen gelangen, wodurch sie vor der zerstörenden -Wirkung des Magensaftes geschützt sind. In den Muskeln der Schweine -konnte ich nachweisen, dass in unmittelbarer Umgebung der Gefässe die -Ansiedlung von Sarkocysten am grössten war. Ebenso sah ich oft in der -nächsten Umgebung grosser länglich geformter Sarkosporidienschläuche, -kleinere und mehr rundliche. Ob es sich dabei um eine durch Platzen -der grösseren Schläuche bewirkte Autoinfektion innerhalb der Muskeln -oder nur um verschiedene Entwickelungsstadien zu verschiedenen Zeiten -von aussen aufgenommener Keime handelt, lasse ich unentschieden. Doch -scheint mir die auch von L. +Pfeiffer+ vertretene Anschauung von der -Selbstinfektion nicht ohne jede Stütze zu sein. - -Im Uebrigen scheint das Schicksal der Schläuche in der Regel bei den -meisten das gleiche zu sein. Bei erheblicheren Allgemeinkrankheiten, -wobei die Widerstandsfähigkeit der Muskelfasern herabgesetzt wird -oder diese selbst erkranken, werden auch die Sarkosporidienschläuche -in Mitleidenschaft gezogen, es treten Leukocyten in dieselben ein -und rufen eine Entzündung der Schläuche und deren nächster Umgebung -hervor. Später tritt dann eine Verödung und Verkalkung ein. Mir -scheint nach Besichtigung einer sehr grossen Zahl von Präparaten die -Allgemeinkrankheit der Thiere (z. B. Rothlaufseuche, Schweineseuche -oder schwere Darmkatarrhe) die vorwiegende Bedingung zu sein für -obige Veränderung der Schläuche. Ich habe fast regelmässig bei -ausgedehnten Verkalkungen an den Sarkosporidienschläuchen der -Schweine auch eine ausgedehnte Erkrankung der Muskelfasern gefunden. -Andererseits sah ich in vielen Fällen eine massenhafte Anwesenheit von -Sarkosporidienschläuchen, ohne dass eine abnorme Veränderung an den -Muskelfasern zu erkennen war. - -L. +Pfeiffer+ hat auch +Uebertragungsversuche+ in kleinem Umfange -ausgeführt, ohne zu einem bestimmten Ergebnisse gekommen zu sein. -Mit Recht weist er darauf hin, dass enzootische Erkrankungen bei -Hausthieren beobachtet werden. Mit vielen Cysten besetzte Oesophagi -des Schafes findet man bei Schlachtthieren aus der gleichen Heerde; -Jahreszeit und Lebensalter haben gleichfalls einen Einfluss. Bei -jungen Schafen und Schweinen finden sich ebenfalls Schläuche; nicht -aber bei saugenden Lämmern und Schweinen. Nach +Beale+ sind 6 Monate -alte Kälber zuweilen schon total mit Sarkosporidienschläuchen besetzt -gewesen. - -Fütterungsversuche sind bisher stets resultatlos gewesen. - -+Bertram+ fand in den Monaten Mai bis Dezember von 185 untersuchten -Schafen 182 mit Sarkosporidien behaftet. Mit Ausnahme eines Falles, in -welchem bei einem älteren Schafe neben grösseren Schläuchen nur zwei -sehr kleine, ohne sichelförmige Körperchen vorhanden waren, beobachtete -+Bertram+ die übrigen jugendlichen Schläuche, in welchen eine -Ausbildung sichelförmiger Körperchen noch nicht stattgefunden hatte, -in grösserer Menge bei einem acht Monate alten Lamm. Dieses und noch -andere Lämmer aus derselben Heerde waren mit kleinen, sichelförmige -Körperchen enthaltenden Schläuchen infizirt. Grosse Sarkosporidien -waren bei diesen Thieren nicht vorhanden. +Die Infektion ist daher -wahrscheinlich+, meint +Bertram+, +nur bei jüngeren Thieren möglich+, -da sich bei diesen die Jugendstadien des Parasiten finden, während -bei älteren Thieren in der Regel nur ausgebildete Formen beobachtet -werden. Die fraglichen Lämmer wurden im März auf der Weide geboren und -sind von der Geburt an bis zur Untersuchung auf der Weide geblieben. -Da Stallfütterung ausgeschlossen ist, so muss die Infektion beim -Weidegange stattgefunden haben. Die behüteten Wiesen sind trocken, mit -Klee und Süssgräsern bestanden. Die Wasserlöcher, welche zum Tränken -benutzt wurden, hatten morastigen Grund. - -In +Embryonen+ vom Schaf, Schwein und Rind fanden sich keine -Sarkosporidien, ebenso lieferten +Blutuntersuchungen negative -Resultate+. - -Auch +Bertram+ glaubt, dass die Infektion auf der Weide bezw. bei -Grünfütterung stattfindet. Ob ein Zwischenwirth vorhanden ist oder ob -die Infektion direkt stattfindet, muss noch dahingestellt bleiben. Erst -wenn es nicht gelingen sollte, sehr junge Individuen zu infiziren, -dürfte die direkte Uebertragung ausgeschlossen sein. - -Neuerdings hat auch +Lindner+[149] einige Angaben über die Biologie -der Sarkosporidien des Schweines gemacht, welche hier erwähnt sein -mögen, soweit sie besonderes Interesse beanspruchen. Zweifellos -sind aber +Lindner+ bei seinen Untersuchungen manche Irrthümer -passirt. Gelegentlich einer in Kassel im Sommer 1884 herrschenden -Typhus-Epidemie fand +Lindner+ bei seinen in verschiedener Richtung -ausgeführten Versuchen u. A. auch, dass die in einem verunreinigten -Brunnenwasser gefundenen stiellosen Vorticellen sehr gut in thierisches -Eiweiss enthaltenden Nährflüssigkeiten, in Fleischbrühe, Milch, -Blutserum, Schleimhautsekreten u. s. w. gediehen. In der freien -Natur fanden sich die entwickelten Vorticellen häufig in anderen -Schmutzwässern, die mit organischen Zersetzungsstoffen gesättigt -waren, in Abfallwässern von Schlachthäusern, Exkremente führenden -Sielen u. s. w. Die Vorticellen besassen in ausgedehntem Masse die -Fähigkeit, bei irgend welchen ihre Existenz bedrohenden Einflüssen -Dauercysten zu bilden, und wurden in dieser encystirten Form im Freien -nicht nur auf den verschiedensten Pflanzen und in den verschiedensten -Wässern, sondern +auch auf und+ in dem Körper verschiedener Thiere -und Menschen angetroffen. So wurden sie von +Lindner+ bei Nasen- und -Luftröhren-Katarrhen, in Schleimhautsekreten, in den Dejektionen von -Typhuskranken, in den Schorfen von Kopfhautekzemen, in dem Fäkalinhalt -von Schwänen u. s. w. gefunden. - -Es ergaben dann weitere Kulturen mit dem Venenblute verschiedener -Hausthiere, u. A. von einem frisch geschlachteten Schweine und einem -an schwerer Unterleibsentzündung erkrankten Hunde nach 3–6 Tagen -das Vorhandensein zahlreicher lebender Vorticellen. Im weiteren -Verlaufe dieser Versuche wurde in einen am Kopf eines Muskels von -einem frisch geschlachteten Schweine gemachten tiefen Einschnitt ein -Tropfen vorticellenhaltigen Wassers eingeträufelt und die Wundränder -verklebt. Nach einigen Tagen zeigte sich, dass die Vorticellen nicht -mehr an der Stelle der Incision, sondern in geringerer oder grösserer -Entfernung davon theils vereinzelt, theils gruppenweise in und zwischen -den Muskelfasern anzutreffen waren. Die Vorticellen waren dicht -aneinandergelagert oder zwischen einander geschoben, sodass sie +grosse -Aehnlichkeit mit Schläuchen+ hatten. Hiedurch wurde nun +Lindner+ -veranlasst den besonders im Muskelfleische der Schweine häufig -vorkommenden +Miescher+’schen Schläuchen seine besondere Aufmerksamkeit -zuzuwenden. - -+Lindner+ übertrug hierauf die die Schläuche enthaltenden -Fleischpartikel in mit verdünnter Fleischbrühe gefüllte reine Gläser -und sah nach 30–48 Stunden auf der Oberfläche der Gläser eine Rahmhaut -sich bilden, in welcher zwischen lebhaft sich bewegenden Bacillen -Myriaden kleiner, runder, hellglänzender, ruhender Körperchen -nachzuweisen waren, welche die ersten Entwickelungsstufen der -stiellosen Vorticellen darstellen. 3–4 Tage später wurden mit zwei -Geisseln versehene Cercomonaden theils vereinzelt, theils zu 4–8 oder -mehr Gliedern vereinigt beobachtet. Nach 6 Tagen zeigten sich einzelne -grosse ruhende Vorticellen in Cystenform ohne deutlichen körnigen -Inhalt, und nach 8–9 Tagen kräftig entwickelte, lebende Vorticellen, -welche sich alsbald massenhaft durch Kopulation und Theilung vermehrten. - -Die mit normalem Schweinefleisch in frischem sowohl wie in faulendem -Zustande vorgenommenen Kontrollversuche ergaben bezüglich des Gehaltes -an Protozoen ein durchaus negatives Resultat. +Lindner+ scheint es -nach den mehrfach vorgenommenen Versuchen mit dem von +Miescher+’schen -Schläuchen durchsetzten Schweinefleisch zweifellos zu sein, +dass der -Inhalt dieser räthselhaften Mikroorganismen aus in und zwischen den -Muskelfasern eingewanderten stiellosen Vorticellen in verschiedenen -Entwickelungsstadien besteht+. Dieser Annahme wird man jedoch -einstweilen starke Zweifel entgegensetzen müssen. Jedenfalls würden -weitere Züchtungsversuche in der genannten Richtung ganz zweckmässig -sein. - -Nicht weniger Zweifel wird man der Ansicht von +Behla+[150] -entgegenbringen, welcher die Sarkosporidien den +Blastomyceten+ -anreiht, weil es ihm angeblich gelang, zerzupfte Schläuche auf -neutraler Bouillongelatine, Malzextraktgelatine zum Wachsthum zu -bringen und dabei Kulturen von weisser Hefe sich bilden sah. Die -Möglichkeit ist doch nicht ausgeschlossen, dass bei +Lindner+ und -+Behla+ zufällige Verunreinigungen mit anderen thierischen oder -pflanzlichen Parasiten die Resultate der Versuche bewirkt haben. - - * * * * * - -An dieser Stelle mögen auch noch einige Angaben über die =toxische -Wirkung der Sarkosporidienschläuche= gemacht werden. - -L. +Pfeiffer+[151] hatte Impfversuche mit dem Inhalte der -Sarkosporidienschläuche vom Oesophagus des Schafes gemacht, wobei -er ein wässeriges und ein Glycerinextrakt Kaninchen injizirte -und nach kleinen Dosen nur Fieber, nach grösseren Gaben auch -Collapserscheinungen eintreten sah. Für die nur mit Kaninchen und -einigen Mäusen angestellten Versuche wurden bei einer Versuchsreihe -der Inhalt der aseptisch gemachten Cysten des Oesophagus des Schafes -mit Humor aqueus des Schafauges zu einer Emulsion verrieben und -eingespritzt. Alle Thiere bekamen Diarrhöe, Schnupfen und Fieber -und +starben innerhalb 4–6 Stunden+. In einer zweiten kleineren -Versuchsreihe wurde das +Glycerinextrakt+ der Sarkosporidienkeime -(ebenfalls von der Speiseröhre des Schafes) benutzt. Es wurde der -Inhalt von 36 Cysten mit Glycerin 48 Stunden in dem Brutschrank bei -38° eingestellt, mehrmals in dieser Zeit gründlich umgeschüttelt -und schliesslich der klare Inhalt von den zu Boden gesunkenen -Sarkosporidiencysten abgesogen. Die zur Herstellung der Extrakte -verwendeten Cysten waren nahezu gleich gross und hatten auch den -gleichen Inhalt; ältere und verkalkte Cysten wurden nicht verwendet. -Bei den Versuchsthieren trat in allen Fällen Fieber ein, ausserdem -Diarrhöe, Speichelfluss, Krämpfe und Kollapserscheinungen. Nach 5 Tagen -waren die Kaninchen wieder wohl. - -L. +Pfeiffer+ hat im Herbst 1889 eine ähnliche akut tödtliche -Einwirkung nach einer Einspritzung der möglichst aseptisch -hergestellten Emulsion von Kochsalzwasser (0,6%) mit dem Innern eines -melanotischen Karcinoms beobachtet. - -Weitere Versuche dieser Art hat dann +Kasparek+[152] im -bakteriologischen Laboratorium des Prof. E. +Nocard+ in Alfort-Paris -angestellt. Die Versuche von L. +Pfeiffer+, +Bertram+, +Manz+ und -+Siedamgrotzky+ bei verschiedenen Thieren hatten zunächst gelehrt, dass -durch +Verfütterung+ von Sarkosporidien an Ratten, Meerschweinchen -und weisse Mäuse eine Infektion oder irgend eine Ansiedlung von -Keimen nicht herbeigeführt wird. Es stehen diese Versuchsergebnisse -auch im Einklange mit der bisherigen Erfahrung, dass der Genuss des -sarkosporidienhaltigen Fleisches beim Menschen bisher ohne jeden -Nachtheil gewesen ist. Ueberdies ist auch durch einen Versuch, welchen -L. +Moulé+ und +Canal+ anstellten, indem sie rohes mit Sarkosporidien -stark durchsetztes Fleisch ohne jeden Nachtheil verzehrten, ein -direkter Beweis für die Unschädlichkeit des fraglichen Fleisches -erbracht worden. +Pfeiffer+ und +Bertram+ zeigten auch, dass die -Sarkosporidien aus dem Oesophagus des Schafes durch den Magensaft -zerstört werden. - -+Kasparek+ untersuchte nun die Wirkung der Infektion, wenn die -Sarkosporidien nicht verfüttert, sondern subkutan einverleibt wurden. -Zu diesem Zwecke wurden +Miescher+’sche Schläuche zuerst mit Sublimat, -Alkohol und Aether gereinigt, darauf mit einer sterilisirten Schere -durchschnitten und ihr Inhalt (ungefähr ½ ccm) dem Versuchsthiere am -Rücken subkutan eingeimpft. Hiebei konnten in dem 4 Stunden nach der -Impfung aus der Ohrvene entnommenen Blute +zwischen den Blutkörperchen -frei liegende+ den +Sarkosporidiensicheln sehr ähnliche Körper+ -nachgewiesen werden. Zur Färbung wurde eine Mischung von gleichen -Theilen der +Loeffler+’schen alkoholischen Methylenblaulösung und des -Blutserums mit einem Zusatze von geringer Menge von Thymol benutzt. Bei -der Sektion wurden jedoch Sarkosporidien weder in den Muskeln noch in -der Milz gefunden. „Wenn auch diese Versuche, sagt +Kasparek+, keinen -Aufschluss über die Infektion mit Sarkosporidien liefern können, so -führen sie doch zu der interessanten Beobachtung, dass +die Sporozoiten -von der Impfstelle aus gleich anderen thierischen Parasiten in die -Blutbahn gelangen können, in derselben jedoch in sehr kurzer Zeit ihre -Form verändern+.“ Diese zu weiteren Schlüssen über die Biologie der -Sarkosporidien führende Beobachtung stimmt auch mit den Angaben von -L. +Pfeiffer+ überein. Nach +Pfeiffer+ „werden ebenfalls die Sicheln -sofort zu Zellen, die den Leukocyten zum Verwechseln ähnlich sind, wenn -ein geschlossener +Miescher+’scher Schlauch (ein „Dauerschlauch“) im -Wirthsthier selbst platzt“. Ob diese Formveränderungen der im Blute -gefundenen Sichelkeime normale oder die Einleitung zum Absterben -sind, muss dahingestellt werden; wäre das letztere der Fall, so -müsste man mit +Pfeiffer+ annehmen, dass die +Infektion durch einen -Zwischenträger+ zu Stande kommt. - -Hinsichtlich des =Sitzes der Sarkosporidien= möge noch folgendes -erwähnt sein. - -Die Parasiten scheinen mit Vorliebe oder sogar ausschliesslich im -Muskelgewebe ihrer Wirthsthiere zu leben und sind im Beginne der -Infektion stets +Zellschmarotzer+ d. h. sie liegen als längliche -Schläuche in den +Muskelzellen selbst+. - -Wenn im weiteren Verlaufe einer Sarkosporidieninvasion die Infektion -fortschreitet, so können die Parasiten als +Gewebsschmarotzer+ wie die -Myxosporidien in zwei Formen auftreten, nämlich: - -1. als +Cysten+ - -2. als +diffuse Infiltration+, welche zur Geschwulstbildung führen kann. - -Die +Cysten+ werden, wie noch erörtert werden soll, besonders -häufig im Oesophagus, gelegentlich im Darm, auf der Pleura und dem -Peritoneum beobachtet und entstehen dadurch, dass die Wand des -Sarkosporidienschlauches erhalten bleibt und in demselben Maasse -wächst, als der Inhalt zunimmt. - -Die diffuse +Infiltration+ kommt zu Stande, wenn die Hülle des -Sarkosporidienschlauches platzt und der entwickelungsfähige Inhalt das -Nachbargewebe überschwemmt. - -Wie schon bemerkt wird durch die Anwesenheit der Sarkosporidien -zunächst die normale Beschaffenheit der Muskelfasern nicht verändert. -Es scheint vielmehr eine Erkrankung der Muskelfasern nur unter ganz -bestimmten Voraussetzungen (massenhafte Anwesenheit der Parasiten, -Erkrankung des Wirthsthieres) zu erfolgen. - -Nach dem Vorgange von R. +Blanchard+[153] wird je nach dem Sitze der -erwachsenen Sarkosporidien folgende =Eintheilung der Sarkosporidien= -vorgenommen: - - 1. Familie +Miescheridae+, in den quergestreiften Muskelfasern. - - 1. +Gattung+ Miescheria, Hüllmembran dünn und strukturlos. - - 2. +Gattung+ Sarkocystis. Hüllmembran dick und mit Querstreifen, - bezw. mit Borsten. - - 2. Familie +Balbianidae+, im Bindegewebe lebend, vielleicht in - der Jugend in Muskeln. - - 3. +Gattung+ Balbiania. - - Als bisher benannte Arten der Säugethiere sind zu erwähnen: - - 1. Sarkocystis miescheriana (Kühn) = Sarkoc. Miescheri R. - Lantz, in den Muskeln der Hausschweine. - - 2. Miescheria muris in den Muskeln der Mäuse und Ratten. - - 3. Miescheria Hueti in den Muskeln von Otaria kalifornika. - - 4. Balbiania mukosa in der Submukosa des Darmes bei - Makropus penicillatus (Känguruh). - - 5. Balbiania gigantea, im Bindegewebe des Oesophagus beim - Schaf und bei der Ziege. - - -a) Sarkosporidien beim Menschen. - -Ueber das Vorkommen von Sarkosporidien +beim Menschen+ finden sich -zwar Angaben in der +Litteratur+[154], aber, wie +Braun+ mit Recht -am Schlusse des kurzen Berichts über dieselben hervorhebt, können -fast alle keinem einigermassen mit den Sarkosporidien Vertrauten -genügen, um die Existenz solcher beim Menschen annehmen zu können. -Nur ein von +Baraban+ und +Saint Remy+[155] mitgetheilter Fall, -wo die Sarkosporidien in einer Länge von 0,150 bis 1,6 mm in den -Kehlkopfmuskeln eines Menschen nachgewiesen wurden, kann für das -Vorkommen der Gebilde beim Menschen verwerthet werden. Weniger sicher -für diese Annahme ist ein von +Kartulis+[156] veröffentlichter Fall -zu verwerthen. Ein 36jähriger Sudanese war an multiplem Leber- und -Bauchmuskelabscess gestorben. In der Leber fanden sich Gebilde, welche -an Grösse und Gestalt den Koccidien der Kaninchen ähnlich waren und -in den Abscesswandungen der Bauchmuskeln „ganz junge langgestreckte, -runde oder ovale Psorospermien“. Grosse Cysten von +Miescher+’schen -Schläuchen sollen auch in der Muskularis des Darmes vorhanden gewesen -sein, während man bisher diese Parasiten nur in der quergestreiften -Muskulatur gesehen hat. - -Jedenfalls kann auch jetzt noch die Behauptung aufrecht erhalten -werden, dass die =Sarkosporidien beim Menschen ganz ausserordentlich -selten= vorkommen. - - -b) Sarkosporidien bei Thieren. - - -=Sarkosporidien beim Schwein.= - -Wie ganz besonders durch die Untersuchungen des Schweinefleisches auf -Trichinen bis in die neueste Zeit hinein bestätigt wurde, kommen die -sog. +Miescher+’schen Schläuche am +häufigsten beim Schwein+ vor. -+Ripping+[157] giebt an, dass er sie bei jedem untersuchten Schwein -gefunden habe, +Kühn+[158] sah die Parasiten bei 98,5 Proz. der -untersuchten Thiere. +Herbst+[159] konnte sie bei 50 Proz. der Schweine -nachweisen. - -Hinsichtlich des +Vorkommens der Sarkosporidien+ in den verschiedenen -Muskelgruppen ist zu bemerken, dass nach den bisherigen Beobachtungen, -welche ich bestätigen kann, die Kehlkopfs-, Zwerchfells- und -Zwischenrippenmuskeln am häufigsten und ausgiebigsten befallen -erscheinen. Daneben sind auch die Lendenmuskeln, sowie die Muskeln -des Auges, das Herzfleisch, die Rumpfmuskulatur recht oft infizirt. -Ich habe in +allen+ von mir untersuchten +Fällen+ von Trichinose -des Schweines -- etwa 70 -- die betreffenden Muskelabschnitte ganz -hochgradig mit Sarkosporidien infizirt gefunden. Allerdings habe ich -auch recht oft hochgradige Fälle von Sarkosporidieninfektion in den -Muskeln des Schweines gefunden, ohne jegliche Trichinenerkrankung der -betreffenden Thiere. - -Es ist ja auffällig, dass vorwiegend dieselben Stellen -Prädilektionssitze der Sarkosporidien bei Schweinen (Kehlkopf, -Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln) sind, welche auch für die Trichinen -beobachtet werden und die Annahme, dass gleiche Verbreitungswege bei -beiden Parasiten vorliegen könnten, nicht unberechtigt. Allein es ist -zu berücksichtigen, dass es an ausgedehnten methodischen Untersuchungen -über die Verbreitung der Sarkosporidien in der Muskulatur der -Schweine, welche in Schlachthäusern leicht ausgeführt werden können, -bisher fehlt und die bisherigen Wahrnehmungen sich vorwiegend auf die -bei der Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen gemachten -Beobachtungen beziehen. Auch muss darauf hingewiesen werden, dass -Trichinen im Herzfleisch bisher nicht festgestellt worden sind. - -Ebenso fehlt es auch noch an sicheren Angaben über den Wechsel in der -Häufigkeit und in der Grösse der Schläuche, je nach der Jahreszeit, -dem Alter und der Rasse der Thiere. L. +Pfeiffer+ giebt an, dass -im August und im September die kleinsten Schläuche vorkommen. Ich -selbst beobachtete, dass die sog. Treiberschweine, die gewöhnliche -Landrasse, viel häufiger und ausgedehnter infizirt sind, als die in -guten Stallungen gehaltenen und der englischen Rasse angehörigen -Thiere. Zuweilen kann ein vollständig enzootisches Auftreten in -einzelnen Stallungen beobachtet werden, insofern als ziemlich alle -Thiere eines Stalles besonders stark mit Sarkosporidien behaftet sind. -Wenn auch sicher ist, dass in der grossen Mehrzahl der Fälle selbst -eine reichliche Anwesenheit von Sarkosporidien ohne +krankmachenden -Einfluss auf die Schweine+ ist, so kann nach mehrfachen Beobachtungen -jedoch nicht in Abrede gestellt werden, dass eine Erkrankung der -Schweine unter gewissen Voraussetzungen eintreten kann. L. +Pfeiffer+ -glaubt, dass die Schweine in einem frühen Stadium der Entwickelung -der Sarkosporidien, d. h. zu der Zeit, wo die Infektionskeime in -die Muskelzellen einwandern, erkranken. +Siedamgrotzky+[160], -+Laulanié+[161] und +Brouwier+[162] glauben, dass, wie die bei Pferden -und Rindern, so auch die bei Schweinen gelegentlich auftretenden -chronischen, interstitiellen Muskelentzündungen durch die in solchen -Fällen in besonders grosser Anzahl vorhandenen Sarkosporidien -verursacht werden. +Virchow+[163] sah bei solchen Schweinen eine -Paralyse der hinteren Extremitäten eintreten, +Brschosnionski+[164] -beobachtete bei zwei Schweinen Appetitlosigkeit, beständiges Liegen, -gekrümmten Rücken, ungeordnete Bewegung mit dem Hintertheil, -Schmerzhaftigkeit der Muskeln bei Druck, heisere Stimme und Fieber. -Nach der Schlachtung zeigte sich die Muskulatur wässerig, mürbe und -von zahlreichen Sarkosporidien durchsetzt. +Roell+[165] sagt, dass -die Gegenwart der +Miescher+’schen Schläuche in den meisten Fällen -die Gesundheit der Schweine nicht zu beeinträchtigen scheint; es -sind jedoch Fälle bekannt, wo sie in enormer Menge vorhanden, die -willkürlichen Bewegungen gehemmt und zur Paralyse der hinteren -Extremitäten Anlass gegeben haben. +Pütz+[166] glaubt jedoch, -dass es sich hier nur um ein mehr zufälliges Zusammentreffen der -Anwesenheit der Sarkosporidien und der aus anderen Gründen entstandenen -Muskelerkrankung handele. - -[Illustration: Figur 13. - -Mit verkalkten Sarkosporidien (+Miescher+’schen Schläuchen) stark -durchsetzte Muskulatur des Schweins. (Natürliche Grösse.)] - -Nach meinen, schon oben erwähnten jahrelangen Beobachtungen in -Gegenden, wo sehr viele Schweine mit massenhafter Invasion von -Sarkosporidien und mit Lähmungen der hinteren Gliedmassen, allgemeiner -Muskelschwäche u. dgl. vorkamen, bin ich zu der Auffassung gekommen, -dass die Sarkosporidien einmal nachtheilig werden können, wenn sie -in kleinen Muskelgruppen mit grosser Massenhaftigkeit auftreten -und ferner wenn Allgemeinerkrankungen (schwere fieberhafte Magen-, -Darmkrankheiten, Rothlauf) vorangegangen sind. Vielleicht wird -durch die Allgemeinkrankheit die normale Widerstandsfähigkeit der -Muskelzellen in einzelnen Muskelgruppen so stark beeinträchtigt, -dass nach L. +Pfeiffer+’s Ansicht dann die Schläuche platzen und -eine erhebliche Infektion der Nachbarschaft mit obigen klinischen -Erscheinungen bewirken können. Starke Fettumwandlung der Muskelfasern -scheint in gleicher Weise zu wirken, so dass dann aus Fettfüllung -später scholliger Zerfall der Muskelfasern sich entwickelt. - -[Illustration: Figur 14. - -Sarkosporidien in der Muskulatur des Schweins. (Natürliche Grösse.)] - -+Anatomisch+ ist an dem mit Sarkosporidien durchsetztem Fleische der -Schweine +makroskopisch+ in den allermeisten Fällen nichts Abnormes -nachzuweisen. Nur bei sehr starker Durchsetzung erscheint das -Fleisch missfarbig, gelbröthlich oder grauröthlich, mit zahlreichen -grauweissen Strichen durchsetzt (von Verkalkungen der Schläuche -herrührend). Vielfach ist das Fleisch in solchen Fällen auch stärker -durchfeuchtet und wird wegen dieser Beschaffenheit als verdorben (und -ekelerregend) -- jedoch nicht als schädliches Nahrungsmittel, vom -Konsum ausgeschlossen. - -[Illustration: Figur 15. - -Sarkosporidien in der Muskulatur des Schweins. (Schwache Vergrösserung -30/1.)] - - -[Illustration: Figur 16. - -Ende eines Sarkosporidienschlauches; daneben Sporozoiten nach -+Leuckart+ (stark vergrössert).] - -[Illustration: Figur 17. - -Sarkosporidienschlauch in der quergestreiften Muskulatur des Schweins. -(50fache Vergrösserung.)] - -Bei +mikroskopischer Besichtigung+ sieht man die Schläuche in der -Länge der befallenen häufig etwas vergrösserten Muskelzellen. An der -inneren Hülle der Wandung ist eine radiäre Streifung, besonders an den -Enden der Cyste, erkennbar. In dem Inhalte der jungen Cysten sind, -wie L. +Pfeiffer+ angiebt, Rundzellen vorhanden, aus welchen sich -später Sichelkeime entwickeln. „Die Sichelkeime können +einfache+ -sein oder solche mit +differenzirtem Inhalt+. Die einfachen führen -Bewegungen aus, dehnen sich, biegen die Spitzen einander zu, strecken -sich schnellend wieder aus oder drehen sich auch in einem Kreis mit -kurzem Radius herum. Bei Wasserzusatz fällt der Kern leicht aus und -bildet eine hernienartige Vorwölbung; die Sichel hat also eine eigene -Membran. Mit filtrirtem menschlichen Speichel erwärmt, zerfliesst die -Sichel zu amöboiden Formen, die langsame Konturverschiebungen zeigen.“ -„Die Sichelkeime mit differenzirtem Inhalt werden in kleinsten und -in grossen Schläuchen gefunden; sie sind bewegungslos. Ausser den -Sichelkeimen und den diese Sichelkeime beherbergenden Rundzellen kommen -am Rande der Schläuche noch grössere Gebilde vor, mit einem Inhalt von -2, 4, 6 und mehr färbbaren Kernen.“ Wenn man auch in den verschieden -grossen Schläuchen Rundzellen und Sichelkeime nachweisen kann, so ist -es mir jedoch nicht gelungen eine Bewegung an den letzteren erkennen -zu können. L. +Pfeiffer+ ist nun der Ansicht, dass die Hülle der -Muskelschläuche bei einer gewissen Grösse platzen und dann ein Erguss -von Sichelkeimen in die Umgebung mit nachfolgender weiterer Zerstörung -neuer Muskelzellen stattfinden kann. Ich kann nur erklären, dass ich -öfters in der Nähe von grossen Sarkosporidienschläuchen kleinere und -mehr rundliche beobachtet habe. Dabei schien die Muskelzelle selbst -ganz intakt. Ob die Ansicht von L. +Pfeiffer+ richtig ist wird erst -durch methodisch ausgeführte weitere Untersuchungen festzustellen sein. -Unter welchen Umständen nach meiner Ansicht eine Autoinfektion möglich -sein kann, habe ich schon oben erörtert. L. +Pfeiffer+[167] glaubt, -dass die Autoinfektion bei ungewöhnlich starken Muskelanstrengungen -durch Platzen eines oder des anderen Schlauches und Verbreitung der -Keime mittelst des Kreislaufs erfolgen kann. „Die +Miescher+’schen -Schläuche selbst sind aufzufassen als Colnobien oder Kolonien -von Parasiten, mit einander verklebt und innig verschmolzen in -gemeinschaftlichem Hyaloplasma[167].“ „Der +Miescher+’sche Schlauch -kann entstehen aus einem einzigen Keim, der sich zur runden Sporocyste -ausbildet und dessen Sichelkeime wiederum zu vielen Sporocysten -sich umwandeln, so lange die Raumverhältnisse der Muskelzelle die -Vermehrung gestatten. Ebenso können aber auch in dieselbe Muskelzelle -gleichzeitig mehrere oder viele Sichelkeime an derselben Stelle -einwandern (Mehrlingsinfektion des Autors), und in gleicher Weise, wie -eben geschildert, aber gemeinschaftlich, an der Schlauchbildung sich -betheiligen. Trifft die Einwanderung räumlich verschiedene Stellen der -Muskelzelle gleichzeitig, so können selbst zwei und drei räumlich von -einander getrennte Schläuche zur Entwickelung kommen.“ - -[Illustration: Figur 18. - -Erwachsener Sarkosporidienschlauch aus den quergestreiften Muskeln -des Schweins; an der rechten Seite ist die radiär gestreifte Hülle -eingerissen. (Nach +Manz+.)] - -Sicher ist nach allen Beobachtungen und Erfahrungen, dass die -+Lebensdauer+ der Parasiten eine mehrjährige sein kann. - -+Bertram+[168] macht über das Ergebniss seiner Untersuchungen folgende -Angaben, die hier theilweise wörtlich citirt werden sollen, weil das -Original den Lesern nicht leicht zugänglich sein dürfte. Die Länge der -vollständig entwickelten Sarkosporidien des Schweins schwankt zwischen -½ und 3 mm; die grösste von +Bertram+ beobachtete Breite beträgt 0,4 -mm. Auch an den kleinsten Schläuchen ist eine aus zwei Schichten -bestehende Membran nachzuweisen, welche an den Enden des Schlauches -bedeutend dicker ist als in der mittleren Region. In der Regel tritt -nach +Bertram+ ein +Zerfall+ der äusseren Schicht in Stäbchen ein; -ich habe die Stäbcheneinrichtung an der äusseren Schicht bei allen -grösseren Schläuchen regelmässig gesehen. - -Nach +Virchow+[169] sollen die sogenannten Cilien und Borsten an der -Oberfläche bei einigen Schläuchen erst nach dem Zerreissen der Faser -auftreten, zum Muskelprimitivbündel gehören und Querstreifen der -Muskelfaser darstellen. - -In mit Hämatoxylin gefärbten Schnitten zeigte sich nun dieser -Zerfall der äusseren Schicht in Stäbchen ebenfalls deutlich. Die -Stäbchen weisen dann, wie +Bertram+ angiebt, eine dunklere Färbung -als die umgebende, häufig noch sehr gut erhaltene, quergestreifte -Substanz auf. Befreit man einen Schlauch aus der ihn umgebenden -Muskelfaser, so bleibt der Stäbchenbesatz stets mit dem Schlauche in -Verbindung. Demnach dürfte es sich nicht um ein zum Primitivbündel -gehöriges Produkt handeln. +Leuckart+[170] erklärt die Entstehung der -Stäbchenschicht dadurch, dass zwischen den benachbarten Porenkanälchen, -welche die Schlauchhaut durchbohren sollen, Rissbildungen auftreten. -+Manz+[171] und +Bütschli+[172] haben sich dieser Auffassung -angeschlossen. +Bütschli+ spricht noch die Vermuthung aus, dass sich -unterhalb der porösen und gewöhnlich in den Borstenbesatz zerfallenden -Haut noch eine kontinuirliche zusammenhängende Membran oder doch eine -nicht zerfallende Hautschicht finde. Dies ist, wie schon oben erwähnt, -durchaus der Fall; dagegen lassen sich, wie ich +Bertram+ bestätigen -kann, an den Stäbchen keine Strukturunterschiede nachweisen und eben -desshalb glaube ich, dass sie ein Bestandtheil in der Organisation -dieser äusseren Schicht darstellen. - -Die +innere Schicht+ der Membran stellt eine homogene dünne Haut -dar, welche mit grosskernigen Zellen ausgekleidet ist. Von der -inneren Schicht der Membran gehen Fortsätze in den Schlauch und -bilden ein feines Maschenwerk, wodurch ein vollständiges Kammersystem -hervorgerufen wird. An den ausgebildeten Schläuchen findet man in -diesen Kammern zu Ballen zusammengelagerte sichelförmige Körperchen -liegen. Neben den sichelförmigen Körperchen finden sich in den -einzelnen Kammern noch stark lichtbrechende Körnchen von rundlicher -Gestalt. Bei der Zerreissung eines Schlauches treten die sichelförmigen -Körperchen nur aus den von dem Risse getroffenen Kammern hervor, -wodurch sichergestellt ist, dass die +Maschenräume abgeschlossen sind+. - -Hinsichtlich der +Entstehung der sichelförmigen Körperchen in den -Sarkosporidien des Schweines+ konnte +Bertram+ Folgendes ermitteln. - -In kleinen Schläuchen finden sich an den Enden rundliche grosse -Zellen. Das Protoplasma derselben ist homogen, der Kern gross und -unregelmässig. Zuweilen findet man die Zellen in Theilung begriffen. -Jede Zelle ist von Gerüstsubstanz umgeben, deren Verbindung mit der -Kutikula deutlich wahrnehmbar ist. Die Zellen liegen also in einer -abgeschlossenen, von Gerüstsubstanz umgebenen Kammer, und es bleiben -auch die von ihnen gebildeten Zellen in derselben. +Letztere wandeln -sich dann in die sichelförmigen Körperchen um+. An den Sarkosporidien -des Schafes sind die einzelnen Stadien des Vorganges besser zu -verfolgen, als an den Gebilden des Schweines. Weder eine Theilung noch -eine Bewegung der sichelförmigen Keime ist nachzuweisen. - -Im weiteren Verlaufe kann nun ein Zerfall der Sarkosporidien eintreten. -Denn die sichelförmigen Körperchen zerfallen dann innerhalb der Kammern -in eine feinkörnige Masse, wie man dies in der Muskulatur des Schweines -überaus häufig nachweisen kann. Sehr oft bleibt dann auch die Umhüllung -des Schlauches nicht intakt, sie zerreisst und es dringen Leukocyten in -das Innere ein. Ist erst einmal ein solcher Zerfall der Sarkosporidien -eingetreten, dann findet auch sehr leicht eine Aufnahme und Ablagerung -von Kalksalzen in denselben statt. Ob, wie +Pfeiffer+ glaubt, die -sichelförmigen Körperchen in das umgebende Gewebe eindringen und neue -Infektionen bewirken können, wenn bei völlig gesunden Schläuchen die -Umhüllung platzt, ist noch nicht genügend festgestellt. Die Möglichkeit -kann jedenfalls nicht bestritten werden. - -Es mag an dieser Stelle erwähnt sein, dass beim Schwein noch eine -+andere Muskelerkrankung+ vorkommt, welche grosse Aehnlichkeit -mit Sarkosporidieninfektion hat. +Duncker+[173], welcher von -einem Trichinenschauer auf eigenthümlich dunkle Muskelfasern im -Schweinefleisch aufmerksam gemacht war, fand bei genauerer Untersuchung -zwischen normalen Muskelfasern andere schmutzig braun gefärbte. Der -Sarkolemmaschlauch enthielt in unregelmässigen Entfernungen von -einander scharf umschriebene, dunkle, in der Mitte hellere Körper mit -wulstigem Rande. +Duncker+ hielt diese Gebilde irrthümlich für echte -Strahlenpilze, während nähere Untersuchungen, welche bald darauf von -+Johne+, +Hertwig+ u. A. vorgenommen wurden, lehrten, dass dieselben -mit den echten Strahlenpilzen nichts zu thun haben. Es sind, wie auch -ich mich bei zahlreichen Untersuchungen überzeugen konnte scharf -abgegrenzte Gebilde von rundlicher oder ovaler Gestalt, in welchen -man bei stärkerer Vergrösserung eine eigenthümlich körnige Streifung -erkennen kann. Ich bin zu der Ansicht gekommen, dass es sich um -frühzeitig zu Grunde gegangene Sarkosporidienschläuche handelt, bei -welchen eine grössere Aufnahme von Kalksalzen noch nicht stattgefunden -hat. +Hertwig+[174], welcher für diese Gebilde die Bezeichnung -„Muskelstrahlenpilze“ wünschte, macht über seinen Befund folgende -Angaben: - -„Bei 40–50facher Vergrösserung bemerkt man an Quetschpräparaten -zwischen den normalen Muskelfasern andere, welche in ihrem Verlaufe -ungleichmässig unterbrochen, mehr oder weniger dunkel, grau oder braun -gefärbte Stellen enthalten, in welchen, ebenfalls in unregelmässigen -Zwischenräumen dunkele, runde oder rundliche, meistentheils scharf -abgegrenzte Körperchen liegen, deren Durchmesser gewöhnlich denjenigen -einer Muskelfaser oder darüber besitzt. - -Diese Muskelfasern haben ihre gestreckte Form verloren, sie sind -zusammengezogen und haben dadurch eine unregelmässige wellige -Gestalt erhalten; bisweilen sind sie in ihrem ganzen Verlaufe, -bisweilen nur an einzelnen Stellen breiter als die gewöhnlichen -Muskelfasern. Bei stärkerer, etwa 300facher Vergrösserung, sieht -man, dass die dunkelgefärbten Stellen in den Muskelfasern aus einem -stark lichtbrechenden Inhalt von feinen Fetttröpfchen zerfallener -Muskelsubstanz und vorzugsweise aus kleinen mikrokokkenartigen -Körperchen (Sporen?) bestehen, zwischen welchen häufig keulenförmige -Pilzfäden liegen. Die Querstreifung ist gewöhnlich nur noch undeutlich -zu erkennen, oft vollständig verschwunden. Die Muskelfasern enthalten -häufig bis in die Mitte gehende Querrisse, auch vollständige -Zerreissungen. In einem jedenfalls weiter vorgeschrittenen Stadium ist -die kontraktile Substanz in unregelmässige, rundliche oder viereckige -Schollen von verschiedener Grösse zerfallen. Zwischen diesen Partien -liegen die vorerwähnten rundlichen, scharf abgegrenzten Körper, die -Strahlenpilze. - -In der Umgebung der Rasen ist das Sarkolemm verdickt und reichliche -Lagerung von Granulationszellen vorhanden. An Präparaten, welche mit -+Cochenille gefärbt+ sind, hebt sich diese Umgebung etwas heller -von den dunkel gefärbten Pilzen ab. Von dem Mittelpunkt des Rasens -erstrecken sich nach allen Seiten gleichsam in Strahlen, neben und -übereinander liegend, und sich dadurch zum Theil deckend, zarte stark -lichtbrechende Keulen, welche in der Regel eine längliche, birnförmige -Gestalt besitzen, doch fehlen auch solche nicht mit kolbenartigen -Anschwellungen oder mit dichotomischen Theilungen an den Endpunkten. -Wiederholt ist auch beobachtet worden, dass zwei Keulen aus einem -Mycelfaden entstehen, und dass eine Septirung zwischen Faden und Keule -besteht. - -An der Basis der Keulen befindet sich das Mycelium als ein dichtes -Flechtwerk von äusserst feinen Fäden, mit kleinen mikrokokkenartigen -Körperchen durchsetzt. Dasselbe ist bei durchfallendem Lichte -durchscheinend und hebt sich heller gegen die Umgebung ab. In dieser -Weise sieht man den Rasen nur bei einer bestimmten Lage, bei einer -anderen Lage sieht man die Keulen gegen sich gekehrt, wodurch ein Bild -entsteht, welches +Ponfick+ mit dem Fruchtboden gewisser Kompositen -vergleicht und +Plaut+ mit dem Anblick verglichen hat, den man erhält, -wenn man viele dicht zusammengebundene Nadeln von oben betrachtet. - -Pilzfäden von derselben Art, wie an den ausgebildeten Rasen, -findet man vereinzelt oder in grösserer Zahl und in verschiedenen -Wachsthumsstadien aus der kontraktilen Substanz und aus den zerfallenen -Schollen derselben herausgewachsen, wodurch die Annahme gerechtfertigt -erscheint, dass die kontraktile Substanz das materielle Substrat für -die Ernährung der Pilze darstellt, und dass die Form der erwähnten -Schollen auf die runde oder längliche Gestalt der Pilze von Einfluss -ist. Der Verkalkungsprozess geht nicht von einer bestimmten Stelle -aus, sondern beginnt bald im Mittelpunkt, bald in der Peripherie. In -dem ersten Falle zeigen sich, wenn die Verkalkung schon einen grossen -Umfang erreicht hat, unter dem Mikroskop besonders hübsche Bilder -dadurch, dass ein grösseres völlig dunkeles Centrum an den hellen -Endtheilen der Keulen von einer Strahlenfigur umgeben wird. - -Aus diesem Befunde ergiebt sich, dass die Pilze eine zerstörende -Einwirkung auf die Muskelfasern -- und dadurch auf die Muskeln selbst --- ausüben; es lässt sich füglich nicht anders denken, als dass die -vorgefundenen Veränderungen eine Folge der Einwanderung der Pilzkeime -und deren weiteren Entwickelung sind, weil in pilzfreien Muskeln diese -Veränderungen nicht vorkommen. Die Schwellung der Muskelfasern, das -Verschwinden der Querstreifung, der Zerfall der Muskelfasern, die -Verdickung des Sarkolemms und die Bildung von Granulationszellen in -der Umgebung der Pilzrasen, lassen dauernde formative Störungen ohne -Zweifel und vorübergehende funktionelle und nutritive mit Bestimmtheit -voraussetzen.“ - -+Hertwig+ glaubte demnach, dass die Pilze eine zerstörende Einwirkung -auf die Muskelfasern ausüben und dadurch jene Veränderungen bedingt -werden. +Hertwig+ fand dieselben Gebilde später auch in dem wässerig -erscheinenden +Fleische von Schafen+, ebenso sind sie in ähnlich -verändertem Fleische von +Kälbern+ (+Falk+) gefunden worden. Hat -eine grössere Invasion von Parasiten stattgefunden, so erscheint das -befallene Fleisch rothgelb, lehmfarbig, grauroth und mit grauweissen -Strichen durchsetzt, stark durchfeuchtet und ziemlich weich. Derartiges -Fleisch wird als +verdorben+ und ekelerregend dem Konsum zu entziehen -sein. - -Ist die Infektion nur eine geringe, so kann man, wie beim -Sarkosporidienfleisch makroskopisch keine Veränderungen nachweisen. -Wie bei den Sarkosporidieninfektionen, so zeigt sich nach den -Untersuchungen von +Hertwig+ auch bei diesen Gebilden, dass sie am -+häufigsten und am stärksten entwickelt+ in den Zwerchfellpfeilern, in -den Bauchmuskeln und Zwischenrippenmuskeln vorkommen. - -In jüngster Zeit hat +Olt+[175] diese sog. Muskelstrahlenpilze des -Schweines einer Untersuchung unterworfen und ist dabei zu wesentlich -anderen Ergebnissen gekommen, als die oben genannten Autoren. - -+Olt+ konnte zunächst nachweisen, dass die eigenthümlichen -mikrokokkenartigen Körperchen sich gegen Säuren, Basen und fettlösende -Mittel resistent verhalten, mithin weder aus Kalk noch aus Fett -bestehen können. Ferner nehmen sie Karminfärbung, wodurch die -Plasmatrümmer kräftig roth gefärbt werden, nicht an, dagegen +färben+ -sie sich mit Anilinfarben sehr intensiv und halten den Farbstoff -beim Auswaschen mit Wasser, Glycerin oder Alkohol fester als die -Plasmamassen. Methylgrün, Gentianaviolett und besonders Karbolfuchsin -geben schöne Bilder, wenn die Schnitte in schwach alkoholischen -Lösungen theilweise entfärbt und in Glycerin aufgehellt werden. Bei -starken Vergrösserungen findet man, dass alle Körperchen kugelrund, -scharf konturirt und fast gleich gross sind. - -Mit Rücksicht auf das angegebene Verhalten zu Farbstoffen und ihre -morphologischen Eigenschaften möchte +Olt+ die Körperchen nur als -Kokken deuten. In frischen Präparaten ist eine Anordnung in Kettenform -ohne Weiteres zu erkennen. Die Kokken dringen mit Vorliebe quer -zwischen die Muskelscheiben, bisweilen auch in der Richtung der -Fibrillen ein. Mit dem fortschreitenden Zerfall der Muskelfaser wird -die Anordnung der Ketten eine unregelmässige. Meist liegen mehrere -Kettenreihen in Form von Bündeln nebeneinander, von denen sich -schmälere Züge abzweigen. Die Bündel liegen in kleinen Abständen bald -in paralleler Richtung, bald divergirend oder unregelmässig angeordnet -in den Plasmamassen der kranken Muskelfasern. Bei nicht allzu starken -Vergrösserungen machen sie den Eindruck, als wenn zwischen den -Plasmatrümmern Mycelfäden lägen. Die Streptokokken treten vorzugsweise -in der kontraktilen Substanz auf und nur in geringerer Menge werden sie -in dem Zwischengewebe gefunden. - -Eine Züchtung der Kokken ist bisher noch nicht ausgeführt worden. -Auch scheinen es keine eiterbildenden Kokken zu sein und nach den -bisherigen Beobachtungen ausschlieslich auf das Muskelgewebe beschränkt -zu sein. - -Eine Nachuntersuchung der +Olt+’schen Befunde konnte ich bisher nicht -ausführen. Jedenfalls scheint die Möglichkeit gegeben, dass es sich um -pflanzliche Parasiten handelt. Doch ist auch nach den Untersuchungen -von +Olt+ nicht erklärt, wesshalb die eigenthümlichen, kreisförmig -gestalteten Gebilde zur Entstehung kommen, wie ich sie öfters in -Präparaten gesehen habe, welche mit dem sog. Muskelstrahlenpilz der -Schweine durchsetzt waren. Das Auftreten von Mischinfektionen scheint -mir einstweilen noch am besten die bisherigen Beobachtungen zu erklären. - - -Sarkosporidien beim Pferde. - -[Illustration: Figur 19. - -Sog. Strahlenpilze aus der Muskulatur des Schweines. Charakteristisch -sind die _a_–_e_ bezeichneten Veränderungen. (50fache Vergrösserung.)] - -Beim Pferde kommen Sarkosporidienerkrankungen der Muskeln nicht -selten zur Beobachtung, jedoch lange nicht so häufig, wie beim -Schwein. Besonders häufig ist der Oesophagus, wie +Siedamgrotzky+[176] -fand, Sitz der Erkrankung; daneben wird jedoch auch die gesammte -Skeletmuskulatur betroffen. Bei massenhafter Anwesenheit der -Sarkosporidien in der Skeletmuskulatur werden gewiss nicht selten -auch Erkrankungen eingeleitet, obwohl in der Litteratur darüber -bisher nur vereinzelte Angaben vorliegen. +Siedamgrotzky+ beschreibt -einen solchen Fall, wo bei einem zu Secirübungen verwendeten Pferde -beide dicken inneren Schenkelmuskeln und beide inneren Strecker des -+Vorarms+ erkrankt waren. Die erkrankten Muskeln waren atrophisch, -schlaff und von weissen Streifen durchsetzt. Die tieferen Schichten -waren mehr bräunlich. Daneben fand ein ziemlich schneller Uebergang -von erkrankten zu gesunden Muskelfasern statt. +Mikroskopisch+ -zeigte sich, dass nicht nur die genannten Muskeln, sondern die -+ganze Körpermuskulatur+ des betreffenden Pferdes in stärkerem oder -schwächerem Grade von +Miescher+’schen Schläuchen +durchsetzt+ waren. -Diese Gebilde fanden sich in allen untersuchten Muskeln. Die +Länge+ -derselben war verschieden und erreichte +im Schlunde+ 12 mm, während -sie in der Skeletmuskulatur meist 3–4 mm betrug. Nicht nur in dem -affizirten Muskelfaden, sondern auch in den benachbarten fand sich -stets eine (wahrscheinlich reaktive) Vermehrung der Muskelkerne, so -dass sie oft lange, dem Sarkolemma anliegende Kernreihen, bis zu -14 hintereinander bildeten. Wo die +Schläuche gehäufter auftraten+ -gesellte sich zu dieser intramuskulären Kernwucherung stets eine -Vermehrung des intramuskulären Bindegewebes, welche am stärksten in den -schon makroskopisch als krankhaft verändert erkennbaren Muskelgruppen -nachzuweisen war. +Siedamgrotzky+ meinte, dass es sich zunächst um eine -durch +Miescher+’sche Schläuche angeregte Hyperplasie des Perimysium -internum gehandelt habe, die zur einfachen Atrophie der Muskelfasern -führte. - -Durch diese Beobachtung angeregt untersuchte +Siedamgrotzky+ dann -13 hintereinander geschlachtete Anatomiepferde und fand sowohl bei -diesen, wie auch bei zwei secirten Pferdekadavern und mehreren vom -Pferdeschlächter stammenden Köpfen konstant die +Miescher+’schen -Schläuche in den Muskeln. +Am konstantesten, zahlreichsten und grössten -fanden sich die Schläuche in der Muskulatur des Schlundes+, wo sie -als gerade in der Richtung der Muskelfasern verlaufende weissliche -Stränge leicht zu erkennen sind. Neben dem Schlunde waren die -Schlundkopfmuskeln, die unteren Halsmuskeln und der Zwerchfellmuskel -am meisten bevorzugt. Weniger zahlreich fanden sie sich in den -übrigen Körpermuskeln, in denen sie meist nur bei mikroskopischer -Untersuchung aufgefunden wurden. Dagegen wurden sie im Herzen, in -der glatten Muskulatur des Schlundes, überhaupt an anderen Stellen, -als in quergestreiften willkürlichen Muskelfasern +bei Pferden+ von -+Siedamgrotzky+ niemals gefunden. - -Einen weiteren Fall von +Sarkosporidien in den Muskeln mit -gleichzeitiger Erkrankung+ des Pferdes hat +Pütz+[177] beschrieben. Es -handelt sich um einen Fall aus der Thierklinik der Universität Halle, -welchen ich, damals Assistent der Klinik, gleichfalls zu beobachten -Gelegenheit hatte. - -Ein 5 Jahre alter brauner Wallach war mit dem Vorbericht eingeliefert -worden, dass das Thier seit etwa 6 Monaten lahm sei; und zwar hätte -sich die Lahmheit zunächst auf dem rechten, dann auch auf dem linken -Vorderbeine geäussert. Die klinische Diagnose lautete auf eine -unvollkommene Lähmung mehrerer Muskelgruppen der Vordergliedmassen, -deren primärer Grund entweder in den Muskeln selbst, oder in deren -Nerven bezw. im Rückenmarke zu suchen sei. Da eine erfolgreiche -Behandlung nicht zu erwarten war, wurde das Pferd geschlachtet. -Bei Entfernung der Vordergliedmassen zeigte sich eine auffallende -Degeneration der Muskelgruppen, welche an der oberen Hälfte der Skapula -sich ansetzen und diese mit dem Rumpfe und Halse verbinden. Die -degenerirten Muskeln zeigten makroskopisch ein in verschiedenem Grade -vorhandenes speckähnliches Aussehen und zwar waren die betroffenen -Muskeln meist von mehreren in verschiedenem Maasse fortgeschrittenen -Krankheitsherden durchsetzt, so dass sie weder gleichzeitig in -grösserer Ausdehnung, noch auch in der Reihenfolge, wie sie -nebeneinander liegen, sondern mehr einzeln bezw. stückweise erkrankt zu -sein schienen, während die unmittelbar angrenzenden Muskelstücke oder -ganze Muskeln keine makroskopisch erkennbaren Veränderungen zeigten. -In den degenerirten Muskeln fanden sich in grosser Zahl längliche, -weissliche Konkretionen und zwar auf Längsschnitten in mehr oder -weniger deutlicher reihenförmiger Anordnung. - -+Mikroskopisch+ zeigte sich, dass die Muskelfasern stellenweise in sehr -verschiedenem Maasse geschwunden waren, während dementsprechend das -Perimysium internum unter massenhafter Kern- und Zellenproliferation -hypertrophirt erschien. +Miescher+’sche Schläuche sind bald in -grösserer, bald in geringerer Anzahl vorhanden. - -Über den näheren mikroskopischen Befund giebt +Pütz+ Folgendes an: - -„Schnitte, welche aus den makroskopisch am wenigsten veränderten -Muskelpartien stammen, zeigen zunächst nur das Bild einer chronischen -interstitiellen Myositis. Die intermuskulären Bindegewebszüge sind -mehr oder weniger verbreitert und mit mehr oder weniger Rundzellen, -sowie zahlreichen Kernen durchsetzt. Von den stärkeren Strängen aus -greift das Bindegewebe, sich baumartig verästelnd, zwischen die -Muskelbündel hinein, sich immer mehr verjüngend. Die zwischen dem -gewucherten Bindegewebe liegenden Muskelfäden sind zum grossen Theil -in ihrem Durchmesser verkleinert. Die Verkleinerung desselben nimmt -im Allgemeinen proportional der Verbreiterung der intermuskulären -Bindegewebszüge zu. Hie und da in den einzelnen Schnitten, in -wechselnder Anzahl, aber in keinem gänzlich fehlend, kommen Fibrillen -vor, deren Dickendurchmesser sich um ein Bedeutendes vergrössert -hat. Sie enthalten einen eigenartigen runden, durch Hämatoxylin -blaugefärbten Körper, der von einer scharf konturirten Kapsel oder Haut -umschlossen ist und im Innern deutlich eine grosse Anzahl plumper, -kurzer, stäbchenartiger Gebilde erkennen lässt, die aber ebenfalls -die Farbe nur in unvollkommener Weise angenommen haben. Diese Gebilde -sind Sarkosporidien (früher als Gregarinen, +Miescher+’sche oder -Psorospermienschläuche oder +Rainey+’sche Körperchen bezeichnet). -Diese füllen in diesem Stadium niemals den ganzen Muskelschlauch aus, -sondern sind stets noch in einer breiten Zone wohlerhaltener und in -der charakteristischen Weise tingirbarer Muskelsubstanz vorhanden. Auf -Längsschnitten zeigt das die Sarkosporidien umgebende Muskelprotoplasma -deutliche Querstreifung.“ - -„An anderen Stellen gaben die Schnitte ein von dem Geschilderten etwas -abweichendes Bild. Das interstitielle Bindegewebe tritt in ihnen -zwar in derselben Form und Ausdehnung auf, doch machen sich mitten -zwischen den Muskelbündeln dichte kleinzellige Herde bemerkbar, die -ihre Ausläufer bis weit zwischen die Fibrillen senden. Ausserdem -treten jetzt aber neben sich ganz normal verhaltenden +Miescher+’schen -Schläuchen solche auf, die anscheinend in Folge von Zunahme ihres -Dickendurchmessers den sie umgebenden Mantel von Muskelprotoplasma -auseinandertreiben, zersprengen und, wie man annehmen muss, in seiner -chemisch-physikalischen Konstitution so abändern, dass von ihm am Ende -nur noch bröckelige, auseinandergesprengte Trümmer ohne jede Spur von -Querstreifung übrig bleiben. Zwischen normalen, aber Sarkosporidien -enthaltenden Muskelfasern und derartig hochgradig zerstörten lassen -sich in grösseren Schnittserien alle möglichen Uebergangsbilder -auffinden. Mit diesen Schritt für Schritt ablaufenden Veränderungen in -den Sarkosporidien enthaltenden Muskelfasern entwickeln sich allmählich -in ihrer Umgebung die Erscheinungen einer akuten interstitiellen -Myositis, die sich in scharf ausgeprägter Weise durch eine immer mehr -und mehr zunehmende kleinzellige Infiltration charakterisirt.“ - -„Mit zunehmendem Zerfall der kontraktilen Muskelsubstanz und -fortgesetzter Entwickelung der in ihrer Umgebung auftretenden -Entzündung tritt aber, soweit sich erkennen lässt, eine weitere -Entwickelung der Sarkosporidien nicht ein. Im Gegentheil verschwindet -mit ersterem die Kontur ihrer Kapsel nach und nach vollständig; in -den von ihr umschlossenen Raum drängen sich von aussen einzelne -Rundzellen ein; zugleich kommt es aber auch allmählich zur Einlagerung -feinkörniger, selbst mehr oder weniger grobkörniger, unregelmässig -krystallinischer Kalksalze, welche den Einblick in den beschriebenen -Zerfallsherd schliesslich vollständig unmöglich machen. Es entstehen -auf diese Weise langgestreckte Konkretionen, die sich schon -makroskopisch als grauweisse, langgestreckte, breite Einlagerungen -zu erkennen geben. Erst die Behandlung mit verdünnter Salpetersäure -gestattet nach Auflösung der eingelagerten Kalksalze wiederum einen -vollen Einblick in die Natur dieser Konkretionen.“ - -+Pütz+ kam auf Grund dieses mikroskopischen Befundes zu der Ansicht, -dass nicht erwiesen ist, dass die +Miescher+’schen Schläuche, bezw. die -Gregariniden die Ursache der Erkrankung sind. +Johne+, dem Präparate -zur Untersuchung übersandt waren, erklärte die Muskelerkrankung -für eine chronische, interstitielle Myositis, hervorgerufen durch -+Miescher+’sche Schläuche. Ebenso meinte +Rabe+, dass es sich um eine -verbreitete Gregarinose der Muskeln handle, da manche Muskelbündel -sehr grosse Psorospermienschläuche enthalten. Auch ich[178] kam zu der -Auffassung, dass die Sarkosporidien die Ursache der Erkrankung gewesen -sind. Ebenso +Rieck+[179]. +Pütz+, +Eberth+ und +Schmidt+-Mülheim waren -jedoch gegentheiliger Ansicht. - -+Pütz+ erwähnt dann auch gelegentlich der Mittheilung dieses Falles, -dass er in der +Schlundmuskulatur gesunder Pferde+ in acht nach -einander untersuchten Fällen konstant solche Schläuche angetroffen -habe, welche meist stark entwickelt waren, so dass sie das Sarkolemma -des Muskelfadens bedeutend ausdehnten. - -Die vorstehend angeführten Fälle von Muskelerkrankungen beim Pferde -durch Anwesenheit von Sarkosporidien stehen auch in Beziehung zu der -seit Jahrzehnten bekannten, jedoch von +Günther+[180] (1859) zuerst -beschriebenen sog. - - -„Eisballenkrankheit der jungen Pferde“. - -Es handelt sich dabei um eine Muskelerkrankung, welche bei edlen -Pferden besonders im Alter von 1–3 Jahren in den Gegenden von Hannover -und Mecklenburg in einzelnen Jahrgängen nicht selten beobachtet wird. -Es zeigen sich dabei mehr oder weniger ausgedehnte Anschwellungen in -den Muskeln der Hinterschenkel, welche bei +ruhigem Verhalten+ des -Thieres +weich+ erscheinen, aber sofort +hart+ werden und +markirt+ -hervortreten beim Schnellen mit dem Finger gegen die Haut der kranken -Partie, oder sobald die Patienten in die geringste Aufregung versetzt -werden. In höheren Graden verbreitet sich das Leiden auch auf die -Muskeln des Beckens und des Rückens. Meist, wenn auch nicht immer -in gleichem Grade, entwickelt sich das Leiden in den betreffenden -Muskeln beider Schenkel und Beckenhälften. Die Erkrankung verschwindet -selten vollständig und ist in höheren Graden nicht nur unheilbar, -sondern beeinträchtigt auch die Brauchbarkeit der betreffenden Füllen -derart, dass dieselben werthlos werden. Die Entwickelung der Muskeln -wird gehindert, die Thiere werden säbelbeinig, das Becken senkt sich -und die Pferde können erhebliche Arbeit nicht mehr verrichten. Bei -der +Sektion+ der nach längerem Bestehen des Leidens geschlachteten -oder gestorbenen Pferde findet man (nach +Günther+) die erkrankten -Muskelabschnitte derb und zäh, von blass rosarother bis blass -graurother, selbst grauer Farbe, stellenweise durchschimmernd, wie -frisches Fischfleisch, mit welchem Querschnitte durch die Muskulatur -viel Aehnlichkeit haben[181]. An anderen Stellen erscheint der -Querschnitt körnig. Im Uebrigen erscheinen die Muskelfasern degenerirt, -durch dichtes, sehr wenig verdicktes Zellgewebe eingeschlossen. Die -erkrankten Muskeln glänzen nicht auf Längsschnitten und retrahiren -sich nicht nach Querschnitten, so dass selbst bei getödteten noch -lebenswarmen Thieren die durchschnittenen kranken Muskeln nicht -zurückspringen, aber sogleich soweit anschwellen, wie die Erkrankung -reicht. Im Nervensystem fand +Günther+ keine pathologischen Zustände. -+Gerlach+ fand bei seinen Untersuchungen die Muskelfasern mit -unzähligen „Psorospermien“ durchsetzt und die Muskelfasern oft so -vollständig zerstört, dass nur noch das Sarkolemm übrig geblieben -war. +Gerlach+ hielt die eingewanderten Psorospermien für die Ursache -der Erkrankung. Wahrscheinlich beruht auch die sog. „Füllenlähme“ in -manchen Fällen auf der Einwanderung dieser Parasiten. Zur +Therapie+ -wurde in geringgradigen Fällen Jodeinreibungen, intraparenchymatöse -Einspritzung von Kochsalz, auch Anwendung des Glüheisens empfohlen. - -Man kann demnach auch hinsichtlich der Bedeutung der +Sarkosporidien -als Krankheitserreger bei Pferden+ zu dem Ergebniss kommen, dass diese -Parasiten gewöhnlich keine klinisch erkennbaren Störungen hervorrufen, -jedoch unter bestimmten Umständen, welche noch nicht genügend erforscht -sind, eine Anfangs akute, später chronisch werdende interstitielle -Myositis mit nachfolgender Degeneration der Muskelfasern bewirken -können. - - -Sarkosporidien bei den Rindern. - -Wie bei Pferden, so kommen auch bei Rindern Sarkosporidieninfektionen -der Muskeln nicht selten vor und manchmal ebenfalls mit -Muskelerkrankungen verbunden. +Roell+ führt an, dass die -+Miescher+’schen Schläuche bei den in Wien zur Schlachtung kommenden -Büffeln nahezu konstant in der quergestreiften Muskulatur des -Oesophagus angetroffen und hier bis 1 cm lang und 10–15 mm breit -gefunden werden. +Rieck+ beschreibt näher einen von ihm untersuchten -Fall von ausgedehnter Muskelerkrankung bei einem Bullen, wozu ihm -von +Prietsch+, der den Fall im Leben beobachtete, das Material -geliefert war. Es handelte sich um einen etwa 1½ Jahre alten Bullen, -bei welchem nach den Aufzeichnungen von +Prietsch+ fast alle Muskeln, -namentlich die Bauchmuskeln, Rückenmuskeln, Schulter- und Gesässmuskeln -beulenartige, verhärtete Stellen von Faust- bis Kindskopfgrösse -enthielten. Krankheitserscheinungen sollen an dem Thiere vorher nicht -wahrgenommen sein. In den hochgradig veränderten Muskelabschnitten -fanden sich zahlreiche Sarkosporidien in den Muskelfasern. - -Bei der +makroskopischen Untersuchung+ der übersendeten Muskeln war der -Befund im Wesentlichen so, wie bei dem von +Pütz+ geschilderten Falle -des Pferdes. - -Bei der +mikroskopischen Untersuchung+ in Alkohol gehärteter Stücke -konnten nach Anwendung gleicher Färbungsmethoden zwei deutlich von -einander zu trennende Stadien des pathologischen Prozesses nachgewiesen -werden. - -Das +jüngere+ desselben fand sich wesentlich nur in Präparaten, welche -aus der Grenzschicht zwischen der normalen und der makroskopisch schon -am auffälligsten veränderten Muskulatur stammten. Dieselben boten das -Bild einer sehr hochgradigen akuten Entzündung des Perimysium internum -mit einer ganz erheblichen kleinzelligen Infiltration desselben. -In +Präparaten dieses Stadiums+ liessen sich weder innerhalb der -Muskelfasern, noch in dem zwischen denselben befindlichen Bindegewebe -Sarkosporidien auffinden. - -Ganz anders gestaltet sich das mikroskopische Bild in denjenigen -Schnitten des zweiten Stadiums, welche den hochgradig veränderten -Muskelpartien entnommen waren. Hier ist an Stelle der akuten -Entzündung und kleinzelligen Infiltration eine chronische Entzündung -und kernreiche Wucherung des intramuskulären Bindegewebes getreten, -in Folge dessen die Züge desselben sich in baumartiger, allmählich -immer schwächer werdender Verästelung zwischen den mehr oder weniger -auseinandergedrängten Muskelbündeln und Muskelfasern hinein fortsetzen. - -In den Querschnitten der Muskelbündel fallen ferner einzelne -Fasern durch ihren grossen, den der übrigen oft um mehr als die -Hälfte übertreffenden Durchmesser auf. Das Innere derselben wird -auf Querschnitten eingenommen von einem rundlichen, granulirten -Gebilde, welches die Hämatoxylinfärbung intensiv angenommen hat. -Dasselbe besteht aus einer scharf und doppelt konturirten, sehr -dünnen, homogenen Kapsel, innerhalb deren sich eine grosse Menge -kleiner, blaugefärbter, unregelmässig gestalteter Körnchen befindet. -Es entspricht dies Gebilde vollständig einer quer durchschnittenen -Sarkosporidie. - -[Illustration: Figur 20. - -Theil eines Längsschnittes einer Sarkosporidiencyste aus dem Oesophagus -eines Rindes. 400fache Vergrösserung. (Nach +van Ecke+.)] - -+Brouwier+ fand bei einem geschlachteten Stier einzelne Partien des -Fleisches beinahe wie Kalbfleisch aussehen; besonders ergriffen zeigte -sich die Muskulatur der Hinterschenkel. Die betreffenden Muskeln -enthielten starke Faserzüge, in denen eine Menge kleiner Pünktchen -sichtbar waren. Das betreffende Thier hatte etwa drei Monate vor seinem -Tode einen beschwerlichen Gang gezeigt und schlecht aufstehen können. -Bei der mikroskopischen Untersuchung fand sich eine chronische Myositis -mit Atrophie der Muskelsubstanz und Hypertrophie des intramuskulären -Bindegewebes. +Die Pünktchen erwiesen sich als Miescher’sche Schläuche.+ - -+van Ecke+[182] beobachtete seit mehreren Jahren das Vorkommen -der Sarkosporidien in der Muskulatur der Büffel von Ostindien. -Makroskopisch traten dieselben als weisse oder grauweisse Streifen -hervor. Ganz auffallend viel wurden sie in der quergestreiften -Muskulatur des +Schlundes+ beobachtet. Im Herzen fand +van Ecke+ sie -niemals. Das Innere der Schläuche ist durch viele feinste Scheidewände -in Höhlen abgetheilt, deren halbflüssiger, dem Eiweiss gleichender -Inhalt überaus reich ist an sichel- und weiter an halbmond-, zahn- und -nierenförmigen 10–14 Mikra langen und 2–3 Mikra breiten Körperchen, -worunter in viel geringerer Zahl sich auch runde vorfinden. „Diese -Pseudonavicellen haben deutliche, zu jeder Zeit bestehende (?) -+Eigenbewegungen+, welche zum Theil fortschreitende, anderntheils -rotirende sind und ausserdem auch örtliche, an denen die kegelförmigen -Enden hervortraten.“ Bisweilen konnte +van Ecke+ an einem oder an -beiden Enden auch +Cilien+ nachweisen. Bei der +Kultur+ im hängenden -Tropfen zeigten die Pseudonavicellen nach 12 Stunden lebhafte Bewegung. -Nach 24 Stunden waren sie alle verschwunden und an ihrer Stelle -zahlreiche, lebhaft sich bewegende Amöben aufgetreten, welche +van -Ecke+ mehrmals sich in zwei theilen sah und nachher in eingekapseltem -Zustande beobachten konnte. - -In einer späteren Mittheilung hebt +van Ecke+ noch hervor, dass die mit -den Parasiten behafteten Thiere im Leben keine Krankheitserscheinungen -erkennen liessen. Vorgenommene Fütterungsversuche fielen vollständig -negativ aus. - -[Illustration: Figur 21. - -Schnitt durch eine Sarkosporidiencyste und deren Umgebung aus dem -Oesophagus des Rindes. 60fache Vergrösserung. (Nach +van Ecke+). _a_ -Cystenwand, _b_ periphere Kammern, _c_ Scheidewände der im Centrum -leeren Kammern, _d_ atrophische Muskelfasern im Längsschnitt, _e_ -Muskelfasern im Querschnitt.] - -+Sanfelice+[183] beobachtete in der +Zunge von Rindern und Schafen+ -fast regelmässig Sarkosporidien. Schon bei 15–20facher Vergrösserung -sind die Sarkosporidienschläuche in den quergestreiften Muskeln als -kleine weissliche Stellen, die in ihrer Mitte dicker als an den Enden -sind, zu erkennen. Reisst man einen der Schläuche entzwei, so sieht -man die isolirten Parasiten, welche eine eiförmige oder sichelförmige -Gestalt besitzen und an dem einen Ende dicker als dem anderen sind. -Der Körper dieser Parasiten erscheint aus zwei das Licht verschieden -brechenden Substanzen zusammengesetzt. Die entwickelteren Schläuche -besitzen eine sehr feine, in ihrer ganzen Ausdehnung strukturlose -Membran und einen Inhalt von sichelförmigen Körpern in verschiedenen -Entwickelungsstadien. Stets werden die Schläuche von den Muskelfasern -umhüllt. Nach +Sanfelice+ ist das früheste Entwickelungsstadium -eine protoplasmatische, schwach gefärbte Masse, die in ihrem Innern -stärker gefärbte, aber nicht genau abgegrenzte Stellen aufweist. -Dieser protoplasmatische Körper unterscheidet sich durch seine Färbung -deutlich von der Muskelfaser. Von den Kernen des Sarkolemmaschlauches -sind diese Körper durch die Grösse, geringeres Färbvermögen und durch -das Vorkommen von mehreren Kernen im Innern unterschieden. Ist die -Entwickelung des Schlauches etwas weiter vorgeschritten, dann erscheint -die protoplasmatische Masse grösser, die Keime vermehren sich bis das -volle Entwickelungsstadium des Schlauches erreicht ist und die Kerne -sich erst in eiförmige und dann in sichelförmige Körper umgewandelt -haben. - -Nach weiteren Beobachtungen kommen die Sarkosporidienschläuche in -der Zunge, besonders in den hinteren, der Rachenhöhle anliegenden -Abschnitten und ferner am häufigsten bei Weidethieren vor. Sehr oft -war an den betreffenden Zungen gleichzeitig beginnende Aktinomykose -vorhanden. - - -Sarkosporidien bei Schafen und Ziegen. - -[Illustration: Figur 22. - -Balbiania gigantea in der Schlundwand des Schafes.] - -Ausserordentlich häufig kommen Sarkosporidien bei Schafen vor. Ganz -besonders sieht man dieselben in der Muskulatur des +Schlundes+ oft -in einer Anzahl von mehreren Hundert in der Grösse eines Hirsekorns -bis zu derjenigen einer Erbse. +Morot+[184], welcher von Anfang Mai -bis Anfang Juni im Schlachthause zu Troyes 900 Schafe untersuchte, -fand bei 272 Thieren Sarkosporidien in der Schlundmuskulatur; und -zwar waren bei einzelnen Schafen bis 227 Cysten in der Schlundwand -vorhanden. Bei +demselben+ Thiere fanden sich 128 dieser Gebilde in -der Zunge und eine sehr grosse Zahl in verschiedenen Körpertheilen -des Thieres. Es waren die Muskulatur des Schlundkopfes, Kehlkopfes -und der Wange mit Cysten von der Grösse eines Getreidekornes bis zu -der einer Erbse dicht besetzt. In den Monaten Mai bis Dezember fand -+Bertram+ von 185 untersuchten Schafen 182 mit Sarkosporidien behaftet. -Da die Sarkosporidien im Schlunde meist eine beträchtliche Grösse -(bis Haselnussgrösse) erreichen, werden sie unter Berücksichtigung -der von +Balbiani+ vorgenommenen Eintheilung als +Balbiania gigantea+ -bezeichnet. Man findet die Cysten, welche ausser bei Schafen, -Pferden und Rindern, auch im Schlunde der Ziegen vorkommen, sowohl -in dem die Schlundmuskulatur umgebenden Bindegewebe wie auch in der -Schlundmuskulatur selbst. In der Regel fehlen in der Umgebung der -fertigen Schläuche bei den grösseren Hausthieren jegliche Zeichen -akuter Entzündung; nur sehr selten finden sich kleinere Hämorrhagien -vor. Wie +Pfeiffer+ u. A. angeben, und wie ich bestätigen kann, -finden sich bei starker Sarkosporidieninfektion, wobei die Cysten -ziemlich dicht aneinanderliegen, interstitielle Wucherungen, -Erkrankung und Untergang der Muskelzellen. Die grossen Cysten in der -Schlundmuskulatur zeigen auf Schnitten nur eine schmale Randzone von -mit Sichelkeimen erfüllten Sporocysten. Das Centrum dagegen ist ein -leeres Maschengerüst, in welchem noch an einzelnen Stellen einige -sichelförmige Körperchen vorhanden sind. L. +Pfeiffer+ meint, dass -der Inhalt der central gelegenen Sporocysten wahrscheinlich durch -Kompression von der Oberfläche aus zu Grunde geht, indem von den -luxuriös vorhandenen Keimen die bevorzugten Exemplare zur Peripherie -gelangen und hier sich vermehren. Naturgemäss müsse ein gleichmässig -von der Oberfläche wirkender Druck die central gelegenen Sporocysten am -frühesten treffen und ev. auch zur Evasion veranlassen. Demgegenüber -hebt +Bertram+ mit Recht hervor, dass die sichelförmigen Keime in -abgeschlossenen Kammern liegen und bei längerer Anwesenheit in -demselben Organismus ein Untergang der sichelförmigen Körperchen häufig -beobachtet wird, so im Centrum der Sarkosporidien des Geckos, des -Schafes und ein totaler Zerfall der Schläuche beim Schwein. - -[Illustration: Figur 23. - -Sarkocyste in den Muskelzellen des Schafes. (Nach +Bertram+.)] - -+Bertram+ giebt ferner an, dass durch die starke Entwickelung der -Cysten in der Schlundmuskulatur das dieselben umgebende Sarkolemma -allmählich derartig ausgedehnt wird, dass die Sarkosporidie scheinbar -nicht mehr ihren Sitz in der Muskelfaser hat. Es lässt sich die -sehr dünne Schicht Muskelsubstanz und das Sarkolemma nur durch -die Untersuchung von Querschnitten und bei Anwendung geeigneter -Färbemittel nachweisen. Ich konnte in vielen Fällen beobachten, dass -je nach der Grösse der Cysten dieselben noch von einer schwach roth -schimmernden, mit blossem Auge erkennbaren Hülle umgeben waren. Sobald -der Widerstand, sagt +Bertram+, welcher von dem Sarkolemma auf das -Wachsthum des Schlauches ausgeübt wurde, aufgehoben ist, findet nicht -nur an den Enden des Schlauches, sondern an der gesammten Peripherie -Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum statt. Die sichelförmigen -Körperchen zerfallen dann im Centrum grosser Sarkosporidien. - -Ueber die +Entwickelung der Balbiania gigantea+ macht +Bertram+ noch -folgende nähere Angaben, welche ich im Wesentlichen bestätigen kann. - -[Illustration: Figur 24. - -Junge Sarkocyste in der Muskelfaser eines Schafes.] - -Zunächst ist nachzuweisen, dass auch die Cuticula grosser -Sarkosporidien von dem Sarkolemma und einer Schicht Muskelsubstanz -umgeben ist und kann man in der Regel in dem Sarkolemma gut erhaltene -Muskelkerne erkennen. Nach aussen von dieser Muskelsubstanz folgt noch -eine Bindegewebsmembran, so dass von aussen nach innen nachzuweisen -sind: Bindegewebsmembran, Sarkolemma und Muskelsubstanz und Cuticula. -An der inneren Fläche der Cuticula ist, wie schon bei Pferden -angegeben, eine Bekleidung mit rundlichen Zellen nachzuweisen. Bei -+ganz jungen+ Schläuchen besteht der Inhalt aus runden Zellen, während -eine Ballenbildung und Gerüstsubstanz nicht nachzuweisen ist. Nur -bei weiter entwickelten Schläuchen, die dabei keineswegs immer sehr -gross sind, tritt die Gerüstsubstanz deutlich hervor und in der Mitte -derselben die zu Ballen vereinigten sichelförmigen Körperchen. Die -Menge der sichelförmigen Körperchen nimmt nach dem Centrum in den -einzelnen Kammern ab. Die in der Umgebung des Centrums liegenden -Kammern enthalten in Zerfall begriffene sichelförmige Körperchen und -körnige Zerfallsmassen. In der Mitte sehr grosser Sarkosporidien -findet sich ein Hohlraum, in welchem körnige Massen eingelagert sind. -Die Gerüstsubstanz ist im Centrum zerrissen und hat sich kontrahirt, -wodurch die Kammern an den Rändern des Hohlraums kleiner erscheinen und -langgestreckt sind. Die der Cuticula unmittelbar anliegenden Kammern -sind klein und ihr Inhalt besteht aus Zellen mit hellem Protoplasma und -grossen Kernen. - -Aus diesen Beobachtungen glaubt +Bertram+ folgende Schlüsse ziehen zu -können: - -Die in den jüngsten Stadien befindlichen, stellenweise nicht scharf -abgegrenzten Zellen, welche +Bertram+ als Sporoblastenmutterzellen -bezeichnen möchte, bringen durch Kerntheilung und simultanen Zerfall -des Plasmas Zellen mit homogenem Protoplasma und grossem Kern, die -Sporoblasten, hervor. Um diese scheidet sich Gerüstsubstanz aus, und -die von ihnen später gebildeten Zellen, aus welchen die sichelförmigen -Körperchen hervorgehen, bleiben zu Ballen zusammengelagert. An -den Schlauchenden findet bei mittelgrossen Schläuchen fortwährend -Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum des Schlauches in der -Längsrichtung der Muskelfasern, d. h. in der Richtung des geringsten -Widerstandes statt. Durch Vermehrung der Ballen nimmt die Dicke des -Schlauches zu, und das Sarkolemma wird derartig ausgedehnt, dass die -Sarkosporidie scheinbar nicht mehr ihren Sitz in der Muskelfaser -hat. Es lässt sich jedoch wie schon bemerkt, die sehr dünne Schicht -Muskelsubstanz und das Sarkolemma nur durch die Untersuchung von -Querschnitten und bei Anwendung geeigneter Färbemittel nachweisen. - -[Illustration: Figur 25. - -Aeltere Sarkocyste in den Muskeln eines Schafes. (Nach +Bertram+.)] - -Mit Rücksicht auf die besonders bei Schafen vorkommenden kleineren und -grösseren Sarkosporidien hat +Railliet+ für die kleineren, welche er -als besondere Art ansah, den Namen =Sarcocystis tenella= vorgeschlagen. -Es besteht jedoch kein Artunterschied, vielmehr sind die grossen -Sarkosporidien aus den kleineren hervorgegangen. Warum jedoch z. -B. die Sarkosporidien in der Kehlkopf- und Schlundmuskulatur eine -bedeutendere Grösse als in anderen Muskeln, z. B. im Herzen erlangen, -ist noch nicht entschieden. Es ist möglich, dass der von der Umgebung -ausgeübte Druck hindernd auf das Wachsthum einwirkt. Diejenigen Organe, -deren Muskeln die grössten Sarkosporidien am häufigsten beherbergen, -sind entweder von grossen Körperhöhlen, wie der Schlund, oder von -lockerem Bindegewebe, wie der Kehlkopf, eingeschlossen. Da sich bei -Schafen neben grossen Sarkosporidien im Schlunde häufig auch kleine -Schläuche finden, in denen, wie +Bertram+ angiebt, nur sichelförmige -Körperchen enthalten sind und darum weiteres Wachsthum in Folge dessen -ausgeschlossen ist, so ist es möglich, dass neben den genannten -Ursachen auch noch die Wachsthumsenergie in Frage kommt, welche bei -einigen Sarkosporidien grösser ist als bei andern. - -Ausser in der Muskulatur des Schlundes werden die Sarkosporidien -bei Schafen auch an zahlreichen anderen Stellen gefunden. +Bertram+ -konnte dieselben in Bestätigung der Erfahrungen früherer Untersucher -in den +Zungen-+, +Kau-+, +Schlundkopf-+, +Kehlkopf-+, +Schlund-+, -+Nacken-+, +Zwischenrippen-+, +Zwerchfell-+, +Herz-+, +Bauch-+ und -+Lendenmuskeln+ nachweisen. Die +grösseren+ Formen finden sich nach -+Bertram+ nur in der +Kehlkopf-+, +Pharynx-+, +Schlund-+, +Zungen-+ -und +Gaumensegelmuskulatur+. Von einzelnen Beobachtern wird auch -angegeben, dass die Haut- und Bauchmuskeln des Schafes von den -Sarkosporidien bevorzugt werden. Diese unrichtige Angabe entspricht -wohl nur makroskopischen Untersuchungen, bei welchen obige Organe nicht -berücksichtigt sind. +Pfeiffer+ beobachtete kleine Schläuche in den -Augenmuskeln des Schafes. +Zürn+ will sogar zwei grössere Schläuche an -der harten Hirnhaut eines Schafes gesehen haben. +Laulanié+[185] hat -unter 272 mit Sarkosporidien behafteten Schafen 6 unter dem Brustfell, -10 unter dem Bauchfell und 27 unter Brust und Bauchfell gefunden. Doch -wird es sich auch in diesen Fällen, wie im Schlunde, um ursprünglich in -Muskelfasern gelegene Sarkosporidien gehandelt haben, welche nach dem -Zerreissen der oberflächlich gelegenen Fasern unter die serösen Häute -getreten sind. - -[Illustration: Figur 26. - -Sarkosporidien in den +Purkinje+’schen Fäden des Herzmuskels vom Schaf. -100fache Vergrösserung.] - -Besonders interessant ist das Vorkommen der +Sarkosporidien unter -dem Endokard+. Schon +v. Hessling+[186] fand (1854) diese Gebilde in -der Herzmuskulatur der Wiederkäuer und zwar sowohl +innerhalb der -Purkinje’schen Fäden+, als auch innerhalb des Herzmuskels selbst; -ebenso will +v. Hessling+ dieselben in Schichten des Endokardiums, von -dessen Fasern eingehüllt, gefunden haben. Ferner beschreibt dieselben -+Roloff+[187] an der innern Oberfläche der Herzkammern des Schafes, -sowie +Kühn+, +v. Siebold+ u. A. Wenn demnach +Sticker+[188] in seiner -Mittheilung vom Jahre 1886 einen gleichen Befund veröffentlicht und, -ohne ihn richtig deuten zu können, als einen besonderen auffasst, so -lehrt diese Angabe, dass +Sticker+ sich weder mit seinem Gegenstande -überhaupt, geschweige denn mit der Litteratur über denselben vertraut -gemacht hat. Ich habe schon gelegentlich anderweitiger Untersuchungen -(über die Lupinose der Schafe) vor 15 Jahren sehr häufig diese -Gebilde unter dem Endokardium des Schafes gefunden, sowohl in den sog. -+Purkinje+’schen Fasern wie auch in den darunter gelegenen Muskelfasern -des Herzens. Bekanntlich sind die +Purkinje+’schen Fäden (1845) -eigenthümlich netzartig geformte graue Muskelfäden, welche eine nur -theilweise ausgeprägte Querstreifung zeigen und desshalb auf einem -gewissen embryonalen Standpunkt der Entwickelung stehen geblieben zu -sein scheinen. Man findet dieselben besonders dicht unter dem Endokard -der Ventrikel, jedoch auch in dem Myokardium. Sehr selten sind diese -Fäden beim Menschen zu finden, dagegen regelmässig beim Schafe, meist -auch beim Pferde, ferner beim Kalb, Rind, Schwein, Ziege, Marder, Igel, -Hund, Huhn, Taube und Gans vorhanden. - -[Illustration: Figur 27. - -Sarkosporidien in den +Purkinje+’schen Fäden des Herzmuskels vom Schaf. -500fache Vergrösserung.] - -Man findet die Sarkosporidien in und unter den +Purkinje+’schen Fäden -als meist gleich grosse ovale Gebilde, in welchen man bei starker -Vergrösserung sowohl die sichelförmigen Körperchen, wie auch die -gestreifte Umhüllungsmembran erkennen kann. Ebenso findet man die -Sarkosporidien in dem Myokardium, wo ich dieselben als kurze Schläuche -vorwiegend in den peripheren Abschnitten des Herzmuskels beobachtete. - -Hinsichtlich der +pathologischen Bedeutung der Sarkosporidien+ bei -Schafen liegen in der Litteratur nur wenige Angaben vor, welche die -Annahme einer schädlichen Wirkung rechtfertigen könnten. +Pütz+ sagt, -dass er in Halle reichlich bei der Hälfte der geschlachteten Schafe -Sarkosporidien in mässiger Zahl gefunden habe; niemals sei jedoch -festgestellt worden, dass die Parasiten in den betreffenden Fällen -die Gesundheit ihres Wirthes irgendwie gestört hätten. +Winkler+ hat -im Jahre 1864 bei einer grösseren Zahl von Schafen, welche gewöhnlich -plötzlich gestorben waren, im Verlaufe des Schlundes Sarkosporidien -gefunden. Ob dieselben jedoch die Ursache des Todes waren, ist nicht -festgestellt worden. +Dammann+[189] sah ein neunjähriges edles -Mutterschaf an Erstickung zu Grunde gehen, welches eine grosse Anzahl -von Psorospermienschläuchen im Schlunde und Schlundkopfe, eine -geringere Menge in der Muskulatur des Kehlkopfes und des Zungengrundes -beherbergte. Die zur Seite der Epiglottis gelegenen und an die -Giesskannen tretenden Schleimhautfalten waren durch die Anwesenheit -der Parasiten derart infiltrirt, dass sie starke Wülste bildeten, -welche den Eintritt der Luft verhinderten. Bei der Sektion fielen -zuerst nach Eröffnung der Bauchhöhle 5–6 weissliche, theils rundliche, -theils ovale Herde von der Grösse starker Erbsen oder kleiner Bohnen -auf. Im Brust- und Halstheile des Schlundes fanden sich etwa 50 -derartige Herde in der Muskularis, theils oberflächlich, theils tiefer -gelegen. Dieselben hatten meist die Form und Grösse kleiner Bohnen -und lagen mit ihrer Längsseite den Muskelfasern parallel. Noch weit -massenhafter fanden sich die Cysten in der ganzen Muskulatur des -Pharynx, dessen Schleimhaut, wie die des Larynx und des Velum stark -infiltrirt und aufgewulstet war; weitaus am stärksten zeigte sich diese -Infiltration im Bereiche des Kehldeckels und der Giesskannenknorpel, -wo die Schleimhautfalten als grosse, schlotternde Wülste gegeneinander -gelehnt, den Eingang in die Glottis vollständig versperrten. -Ueber einen ähnlichen Fall berichtet +v. Niederhäusern+[190] von -einer Ziege, welche verschiedene Male an schnell vorübergehenden -Respirationsstörungen gelitten hatte und schliesslich geschlachtet -worden war. Auch hier fanden sich zahlreiche Sarkosporidien in dem die -Muskulatur des Schlundes umgebenden trockenen Bindegewebe und tiefer -im Muskelgewebe, sogar im submucösen Bindegewebe, sowie eine starke -Infiltration und Röthung des Schlundkopfes. - -Sehr interessant sind auch noch zwei von +Roloff+[191] mitgetheilte -Fälle. In dem ersten Falle handelt es sich um ein altes Schaf, das -etwa 6 Wochen lang gekränkelt hatte und dann gestorben war. Es fanden -sich zahlreiche „Psorospermienknoten“ am Schlunde und in den Muskeln, -auf den Rippen und den Bauchdecken, sowie in den tiefer gelegenen -Muskeln an den Schenkeln. In dem zweiten Falle fanden sich bei einer -Haidschnucke, welche 6 Wochen lang ohne nachweisbare Veranlassung -bei ziemlich gutem Appetit immer magerer geworden war, zahlreiche -Psorospermienknoten am Schlunde und namentlich im weichen Gaumen; -ausserdem +eine so grosse Menge von Miescher’schen Schläuchen in der -Muskelhaut des Schlundes und in der Substanz des Herzens+, dass der -Schlund und noch mehr die innere Oberfläche der Herzkammern, wo die -Schläuche unmittelbar unter dem Endokardium lagen, ganz dicht punktirt -erschienen. Die in der Substanz des Herzens liegenden Schläuche hatten -die verschiedenartigsten Formen, rund, oval, birnförmig u. s. w.; die -zahlreichen Schläuche in den Muskeln am Rumpfe, sowie an den Schenkeln -waren meist gestreckt. - -In allen den genannten Fällen scheint mir eine ursächliche Beziehung -der Sarkosporidien zu den beobachteten Krankheitserscheinungen ausser -allem Zweifel. Besonders Fälle wie der letzte von +Roloff+ beobachtete, -wo die Sarkosporidien massenhaft im Herzen vorkamen, kann ich vollauf -bestätigen. Während meiner praktischen Thätigkeit im Kreise Hoyerswerda -und noch später in Halberstadt habe ich wiederholt Schafe obducirt, die -unter den Erscheinungen fortschreitender Kachexie, zuweilen verbunden -mit wassersüchtigen Zuständen gestorben waren und wo sich nichts -weiter nachweisen liess, als jene Sarkosporidien im Schlunde, in der -Muskulatur und +ganz besonders im Herzen+. Das Herzfleisch hatte dabei -eine graubraune oder lehmfarbige, weiche Beschaffenheit. Bei diesen -Befunden hatte ich seiner Zeit in meinem Krankenjournal vermerkt: -Todesursache wahrscheinlich die +Miescher+’schen Schläuche. Jetzt -bin ich der Meinung, dass diese Gebilde sicher die Krankheitsursache -waren; auch glaube ich, dass man in Fällen, wie die genannten die -Sarkosporidien noch öfters als die Krankheitserreger feststellen würde, -wenn man entsprechende Untersuchungen, besonders der Herzmuskulatur -ausführen würde. - -Ob die massenhafte Anwesenheit der Sarkosporidien in der Muskulatur -+der Schafe und besonders auch der Schweine+ gelegentlich auch zu -Blutungen und Zerreissungen Anlass geben kann, werden erst weitere -Untersuchungen lehren müssen. Wie ich in Uebereinstimmung mit +Rieck+ -aussprechen kann, kommen Blutungen in der Muskulatur sowohl bei fetten, -wie auch bei mageren Schweinen und Schafen vor, auch häufig gerade -an denjenigen Stellen, wo erfahrungsgemäss die Lieblingssitze der -Sarkosporidien sind. - -Ueber das Vorkommen von +Bindegewebscysten mit Sarkosporidieninhalt+ -bei einem +Känguruh+ berichtet +Blanchard+[192]. Bei einem im Jardin -des plantes zu Paris im Jahre 1884 verstorbenen Känguruh fanden -sich 50 Cysten in dem submucösen Gewebe des Cöcums; dagegen waren -die sämmtlichen Muskeln des Körpers frei. Die Cysten bestanden -aus im Centrum kleineren, am Rande grösseren Maschen, welche mit -Sichelkörperchen gefüllt waren. +Blanchard+ stellte in seiner -Mittheilung die Sichelkeime den Keimen der Koccidien gleich; sie -sollen, wie die Sichelkeime der Eimeria falciformis in der Hausmaus -direkt durch ein amoeboides Zwischenstadium eine Neuinfektion bewirken -können. - -Ueber das Vorkommen der =Sarkosporidien in der Muskulatur der Vögel= -hat neuerdings +Stiles+[193] Beobachtungen gemacht und beschreibt -seine Befunde unter folgendem System. 1. Balbiania Rileyi nov. spec. -Im intramuskulären Bindegewebe nordamerikanischer Enten vorkommend; -spindelförmig, 1,6 mm lang, 0,48 mm breit; Cuticula ungestreift; Sporen -mit Kern 0,012–0,014 mm lang, an einem Ende verdickt und rund, am -andern zugespitzt. - -2. Balbiania falcatula nov. spec., der B. Rileyi ähnlich, doch viel -kleinere Sporen (0,005–0,006 mm) haltend. Spindelförmig 1,3–3,2 -mm lang, 0,9 mm breit; Cuticula ohne Strichelung. Wohnt in Habia -ludoviciana Nordamerikas. - -3. Sarkocystis falcatula nov. spec. In Muskelfasern des Wirthes von 2. -Spindelförmig mit gestrichelter Cuticula 2,4 mm lang, 0,152 mm breit; -sichelförmige, 0,006 mm lange Sporen. - -Befunde über das Vorkommen von Sarkosporidien bei Vögeln sind auch -schon von anderen Autoren veröffentlicht, u. a. von +Kühn+ und -+Rivolta+.[194] - -Will man die bisherigen Beobachtungen über +die Bedeutung der -Sarkosporidien als Krankheitserreger bei Thieren+ zusammenfassen, -so wird man zu dem Ergebniss gelangen, dass sie unter gewöhnlichen -Verhältnissen keine auffällige klinische Erscheinungen oder erhebliche -pathologische Veränderungen hervorrufen. Nur bei massenhafter -Einwanderung in einzelne Organe oder bestimmte Muskelbezirke oder wenn -bei Erkrankung der Wohnthiere die physiologische Widerstandsfähigkeit -der Umgebung der Sarkosporidien aufgehoben wird, dieselben platzen -und ausgedehnte allgemeine Infektionen bewirken, werden klinisch -und anatomisch nachweisbare Störungen in geringerem oder höherem -Grade eintreten. Es wird dann zunächst eine akute, später chronische -interstitielle Myositis mit nachfolgender Degeneration der Muskelfasern -eintreten können. In leichteren Fällen wird die interstitielle -Erkrankung sehr gering sein und nur vorübergehend auftreten, -während die Muskelfasern körnigen Zerfall erkennen lassen. Weitere -Forschungen werden jedoch erst Klarheit bringen müssen, unter welchen -bestimmten Bedingungen die so häufig in den ganz intakten Muskelfasern -beobachteten Sarkosporidien als Krankheitserreger zu wirken beginnen. - - -=V. Ordnung: Hämosporidien= (+Labbé+ 1894). - -=Vorbemerkung.= Während man bisher die im Blute beobachteten Protozoen -nur in eine Ordnung der Sporozoen: +Hämosporidien+ unterbrachte, ist -nach dem Vorgange von +Labbé+[195] eine zweite Ordnung geschaffen -worden, die +Gymnosporidien+ oder +Acystosporidien+[196], innerhalb -welcher dann wegen der Verschiedenheit der Keimformen eine besondere -Familie die +Hämamöbiden+ abgegrenzt ist, die vorzugsweise die -Blutzellen und die hämopoetischen Organe infiziren. - -Zunächst sollen hier die +Hämosporidien+ besprochen werden. - -Die Hämosporidien sind einzellige Schmarotzer des Blutes, von länglich -gestreckter, gregarinenartiger Gestalt und Struktur; der Keim wächst -in den Blutkörperchen heran, das erwachsene Thier kann eine Zeitlang -frei im Blute leben und dringt vor der Vermehrung von Neuem in Zellen -des Blutes oder der blutbereitenden Organe ein; =innerhalb= derselben -erfolgt der Zerfall in eine Anzahl von Keimen. (+Wasielewski.+) - -Für die +Technik der Untersuchung+ wird von +Wasielewski+ folgendes -Verfahren angegeben. Man benutze Froschblut und überzeuge sich an -einem frischen Blutpräparat von der Anwesenheit der Schmarotzer, -versehe das Präparat mit Vaselinrand oder beobachte im hängenden -Tropfen, beziehentlich im Kapillarröhrchen. Sehr empfehlenswerth -ist die Lebendfärbung mit Methylenblau (1 Theil Methylenblau in 100 -Theilen physiologischer Kochsalzlösung; die Lösung wird mit einem -Stück Fliesspapier durch das Präparat gesaugt). Um die +Keimbildung+ -zu verfolgen, konservirt man die Milz stark infizirter Frösche in -+Flemming+’scher Flüssigkeit und fertigt Schnitt- oder Zupfpräparate -an. Die +Fixirung und Färbung+ der Blutschmarotzer geschieht auf dem -Deckglase. Das lufttrockene Deckglas wird durch die Flamme gezogen und -dann in +Flemming+’scher Lösung fixirt. Die Färbung gelingt am besten -mit Methylenblau -- Eosin. Nach der Methode von +Czenzinski+ mischt -man einen Theil einer konzentrirten wässerigen Methylenblaulösung (2 -Theile konzentrirte wässerige Methylenblaulösung und 4 Theile Wasser) -mit zwei Theilen einer Eosinlösung (Eosin 1 Theil und 60% Alkohol -100 Theile) und färbt damit 24 Stunden. Zur Dreifachfärbung dient -ein Gemisch von +Delafield+’schem Hämatoxilin, Säurefuchsin oder -Bengalroth und Aurantia. Damit färben sich die chromatischen Keimtheile -schwarz-violett, die normalen Blutkörperchen und Phagocyteneinschlüsse -orange, die anämischen Blutkörperchen weinhefefarben, die Conturen der -Parasiten, ihre Vakuolen und Granulationen erscheinen lebhaft roth. - -=Geschichtliches.= Nach den Angaben in der Litteratur hat wohl +E. Ray -Lankester+ (1871)[197] zuerst auf die im Blute der Frösche vorkommenden -Parasiten aufmerksam gemacht und schon um jene Zeit auf ihre Beziehung -zu den Gregarinen hingewiesen. Er verglich sie mit den Pseudonavicellen -der Gregarinen und bezeichnete sie +Drepanidium ranarum+. Die -Selbständigkeit der Drepaniden wurde jedoch erst später (1885) durch -zahlreiche Arbeiten von +Danilewsky+[198] erwiesen[199]. Später hat -dann +J. Gaule+[200] (1880) durch seine Angaben über eigenthümliche -Gebilde, welche in dem Blute der Frösche, Tritonen und Schildkröten -vorkommen, von Neuem die Aufmerksamkeit auf diese Blutparasiten -gelenkt. Allerdings hat +Gaule+ die parasitäre Natur dieser Gebilde -- -von ihm +Blutwürmchen+, +Cystozoen+ genannt -- nicht erkannt, sondern -behauptet, dass sie in allen Zellen als normale Theile des Protoplasmas -vorkämen und gemeine Bestandtheile des thierischen Lebens seien. - -Später folgten dann die Beobachtungen von +Laveran+ (1884) über -das Vorkommen eigenthümlicher Gebilde in dem Blute Malariakranker -und schliesslich zahlreiche Angaben über Befunde von Blutparasiten -bei Vögeln, u. a. von +Grassi+ und +Feletti+[201], +Ceand+, -+Sanfelice+[202] und +Kruse+[203]. - -=Verbreitung und Sitz der Hämosporidien.= Die Hämosporidien sind -bisher nur bei +Amphibien+, +Reptilien+ und +Vögeln+ gefunden worden, -dagegen nicht bei Fischen und Säugern. Am häufigsten sind die Frösche -infizirt, dann beherbergen auch Süsswasserschildkröten und Eidechsen -häufig diese Parasiten. Unter den Vögeln hat man die Hämosporidien -bisher nur bei Eulen und Spechten beobachtet, während die meisten -übrigen Blutparasiten der Vögel zu der bereits genannten anderen -Sporozoenordnung, den +Acystosporidien+, oder zu den Flagellaten -gehören. Nach den bisherigen Beobachtungen scheinen die Hämosporidien -der Kaltblüter besonders in Russland, England, Deutschland, Italien -und Frankreich vorzukommen, während die Vögel in Italien und Russland -häufiger infizirt zu sein scheinen, als in anderen Ländern. - -Der +Sitz+ der Parasiten ist im Blute, und zwar theils in den zelligen -Bestandtheilen desselben, theils im Serum. Vorwiegend sitzen sie in den -rothen, seltener in den weissen Blutkörperchen. Natürlich gelangen die -Parasiten mit den von ihnen infizirten Blutkörperchen auch in bestimmte -Organe, vorwiegend in das Knochenmark und in die Milz. Von einzelnen -Hämosporidienarten werden die keimbildenden Cysten nur in der Milz oder -im Knochenmark angetroffen. Die infizirten rothen Blutkörperchen werden -blass und grösser (ausgedehnt). - -In der +Gestalt+ ähneln die länglich-gestreckten, wurmförmigen, an -beiden Enden spitz auslaufenden oder an einem Ende keulenförmig -angeschwollene Hämosporidien den einkammerigen, mit welchen sie ja -auch ursprünglich verwechselt worden sind. Bei Bewegungen derselben -kommen mannigfaltige Formveränderungen zu Stande, dieselben sind -nicht amöbenförmig, sondern gleichen vollständig den Bewegungen der -Gregarinen. Man kann ferner an denselben das strukturlose Ektoplasma, -das fein granulirte Entoplasma und den runden oder ovalen Kern -unterscheiden. Wie +Labbé+ feststellte, hemmen schwache, galvanische -Ströme die Bewegungen und verursachen bald eine Zerstörung des -Protoplasmas. Durch Kälte wird ihre Bewegungsfähigkeit gelähmt und -bei höheren Graden (unter Null) wird das Protoplasma zerstört. Durch -betäubende Flüssigkeiten (Chloroformwasser, Kokain, hydrochl. Morph. -hydrochlor. 1,0:1000,0; Chloralhydrat 2,0:1000,0) werden die Parasiten -unbeweglich und gelähmt. - -=Vermehrung und Entwickelung.= Die Vermehrung der Hämosporidien erfolgt -innerhalb der Wirthsthiere und innerhalb der Wirthszellen im Gegensatze -zu den Gregarinen, welche meist ausserhalb der Wirthe oder frei in -der Leibeshöhle Sporen bilden. Die erwachsene Hämosporidie wandelt -sich zunächst zur Cyste um; die Cysten finden sich vorzugsweise in der -Milz, in der Leber und im Knochenmark, nur selten im lebenden Blut -(+Wasielewski+). In der Cyste beginnt dann durch Theilung des Kernes -die Entwicklung der jungen Hämosporidien. Die Keime (Sporozoiten) -besitzen eine länglich-ovale, zum Theil leicht sichelförmige Gestalt -(+Labbé+). In das Blut gekommen dringen dann die Keime einzeln oder zu -zweien in ein rothes Blutkörperchen hinein, wobei dann die erwachsenen -Hämosporidien oft die Wirthszelle sprengen und eine Zeit lang frei im -Serum leben. Behufs Vermehrung dringen die Hämosporidien dann wieder -in eine neue Wirthszelle um nach ev. vorangegangener Kopulation zweier -Individuen den Entwicklungsgang von Neuem zu beginnen. Durch Einreissen -der dünnen Cystenhülle kann die Entleerung und Ausstreuung der Keime in -die Blutbahn erfolgen. - -+Auf welchem Wege+ und in welcher Form die Hämosporidien +ihren -Wirth verlassen+ und andere Thiere infiziren, ist noch nicht völlig -aufgeklärt. Da lebende Parasiten auch im Froschdarm angetroffen -wurden, so mag die Verbreitung vielleicht durch die Nahrung erfolgen. -+Künstliche Infektionen+ sind bisher nur durch Uebertragung von -infizirtem Blut auf Thiere derselben Art gelungen. Ausserhalb des -Wirths können die Keime, denen die schützende Sporenhülle fehlt, wohl -nicht lange existiren. - -=Eintheilung.= +Labbé+ unterscheidet drei Gattungen: Drepanidium, -Karyolysus und Danilewskya. - -+Die erste Gattung+: Drepanidium Ray Lankester trägt die Merkmale der -Ordnung. Es sind Blutzellschmarotzer von gregarinenartiger, an beiden -Enden zugespitzter Form. Die Entwicklung beginnt intraglobulär, dann -folgt ein freies Stadium im Serum. Die Sporenbildung erfolgt immer -intracellulär, fast immer intraglobulär. Im Sommer und Herbst kommen -meist Cysten mit Mikrosporen, im Winter und Frühling auch Cysten mit -Makrosporen vor. Der Parasit bewegt sich lebhaft im Serum und scheint -auf die Blutkörperchen keine besondere Wirkung auszuüben. - -Man unterscheidet davon bisher drei Arten: - -a) +Drepanidium princeps Labbé+[204] (Drepanidium ranarum +Lankaster+;) -kommt als kleines 15 µ langes, wurmartiges Gebilde im Blute der Frösche -vor, schraubenförmig zwischen den Blutkörperchen sich bewegend. In -der Mitte des mit einem Kern versehenen Parasiten sind 1–2 Vakuolen -vorhanden. Man sieht die Parasiten bald in den Blutkörperchen, bald -aus denselben heraustretend. Die Schmarotzer findet man ausser in -rothen Blutkörperchen, in Leukocyten, in Zellen der Milz und des -Knochenmarkes, gelegentlich sogar in Zellkernen. D. princeps ist in -ganz Europa verbreitet. - -b) +Drepanidium monilis Labbé+. Dieser Parasit wird fast nur in -italienischen Fröschen beobachtet, dagegen nicht im übrigen Europa. -Der Parasit ist von +Labbé+ monilis genannt worden (moniliform = -halsbandförmig), weil bei Bewegungen Anschwellungen auftreten, -welche mit Einschnürungen abwechseln. Der Parasit hat einen grossen, -bläschenförmigen Kern und reichlich gekörntes Protoplasma; Vakuolen -fehlen. D. monilis kommt fast nur in den rothen Blutkörperchen vor, -bisweilen auch in Hämatoblasten, selten in Leukocyten. - -c) +Drepanidium avium Danilewsky s+. Pseudovermiculus avium s. -Haemogregarina avium -- +Danilewsky+. - -Es sind grosse (10–17 µ lange) gregarinenartige Parasiten, welche -durch ihre wurmförmigen mit transversalen Einschnürungen verbundenen -Bewegungen den anderen Drepaniden gleichen. Die Vermehrung erfolgt -endoglobulär in Cysten. Solche Cysten sind auch mit 5–10 Keimen in der -Milz gefunden worden. Bisher sind dieselben vorwiegend im Blute von -Eulen, Buntspechten und Mandelkrähen beobachtet worden. - -Von der zweiten +Gattung, Karyolysus-Labbé+ ist nur eine Art bekannt: -+Karyolysus lacertarum Labbé+ (Haemogregarina lacertarum +Danilewsky+). - -Die Parasiten leben im Blute von Eidechsen. (Lacerta viridis, muralis -und ocellata.) Die erwachsenen Formen werden 11–14 µ gross, haben die -Gestalt einer Gregarine und +zerstören durch ihre Anwesenheit die -Blutkörperchen+. Die Sporenbildung erfolgt innerhalb der Blutzellen und -nach Cystenbildung. - -+Die dritte Gattung+: +Danilewskya+ enthält +drei Arten+: - -+D. Lacazei+, +D. Stepanowii+ und +D. Krusei+. - -Auch diese Blutzellenschmarotzer zeigen eine ausgesprochen -gregarinenartige Gestalt, erreichen die doppelte Länge eines -Blutkörperchens und haben im Ganzen nur einen +mechanischen Einfluss+ -auf die Blutkörperchen, ohne diese besonders zu alteriren. - -+Danilewskya Lacazei+ (+Labbé+) (Haemocytozoon clavatum) lebt im Blut -von Eidechsen. Die erwachsenen, 25–28 µ langen Parasiten haben eine -wurmförmige Gestalt und einen deutlichen Kern an einem Ende. - -+Danilewskya Stepanowii+ (Haemogregarina Stepanowii) lebt im Blute der -Schildkröte (Cistudo europaea). - -+Danilewskya Krusei+ (+Labbé+) lebt im Blute von Fröschen. - -+Kruse+[205] hebt jedoch mit Recht hervor, dass ein genügender Grund, -die weitgehende Trennung in Ordnungen, Gattungen und Arten, wie sie von -+Labbé+ vorgeschlagen ist, bei den Parasiten der Froschblutkörperchen -durchzuführen nicht vorliegt. Man könnte vielmehr entweder einen -Polymorphismus annehmen, z. B. in dem Sinne eines Generationswechsels, -oder aber die verschiedenen Formen als nächstverwandte Varietäten -einer Spezies betrachten. Ohne weiteres dürfte dies klar sein für -die sog. Drepanidien (princeps, monilis magnum). Das am meisten -vom Typus abweichende sog. Dactylosoma ist am einfachsten als eine -Form zu deuten, die vor ihrer Entwickelung zu Blutwürmchen eine -Wachsthumshemmung erfahren hat. - - -=VI. Ordnung: Acystosporidien= (Syn. +Gymnosporidia Labbé+ 1894). - -Die Acystosporidien sind Zellschmarotzer von amöboidem Bau; sie -scheiden vor der intracellulär ablaufenden Keimbildung =nie eine Hülle= -ab; die Vermehrung erfolgt durch Zerfall des abgerundeten Plasmaleibes -in zahlreiche Keime, welche entweder eine ovale, amöboid veränderliche -oder eine sichelartige, beständige Form besitzen. (+Wasielewski.+) - -=Verbreitung, Sitz, Gestalt, Bau und Entwicklung.= Die Acystosporidien -kommen nach den bisherigen Beobachtungen nur bei Wirbelthieren vor. -Besonders häufig sind sie bei Vögeln, ferner bei Fröschen, dann auch im -Blute der Rinder und Schafe und ganz besonders im Blute des Menschen -als Erreger der Malaria (1880 von +Laveran+ entdeckt) beobachtet -worden. Meist handelt es sich um +endemisches+ bezw. +enzootisches+ -Vorkommen. So ist von den Malariakrankheiten bekannt, dass sie in -bestimmten Gegenden besonders der Tropen und Subtropen vorkommen; -auch als Erreger der sog. Texasseuche der Rinder kommen die Parasiten -nur in gewissen Bezirken vor. Künstlich kann die Krankheit durch -Bluttransfusion von einem Wirth auf einen anderen derselben Art -übertragen werden. - -Die Acystosporidien +leben stets in den einmal von ihnen infizirten -Zellen+. Nur die schon völlig reifen Keime wandern kurze Zeit frei -umher, wenn sie geeignete Wirthszellen aufsuchen. +Vorwiegend+ -schmarotzen sie, wie die Hämosporidien, mit welchen sie früher -unter dem Namen „Hämatozoen“ oder „Hémozoaires“ zusammengefasst -wurden, in den +rothen Blutkörperchen+, daneben auch in den weissen -Blutkörperchen, in den Milz- und Knochenmarkzellen. Gelegentlich -gelangen wohl auch einzelne Exemplare in die Nieren, in die Leber und -auch in das Darmepithel. - -Die +pathologische Wirkung+ entwickelt sich langsam, weil die -Organismen fast immer kleiner sind als die befallenen Wirthszellen und -erst durch die massenhafte Zerstörung von Blutzellen ihre verderblichen -Folgen hervorrufen. Die Parasiten haben grosse Aehnlichkeit mit den -Amöben. Im vollständig entwickelten Zustande besitzen sie entweder -amöboide Fortsätze oder eine länglich gestreckte Gestalt. Im frischen -Zustande erscheinen sie fast völlig hyalin. Das Entoplasma zeigt einen -alveolären Bau und enthält den in den Keimen vorhandenen Chromatinkern -und den bei vollständig entwickelten Exemplaren vorhandenen -bläschenförmigen Kern. Neben dem Kern beherbergt das Protoplasma noch -feinkörniges oder krystallinisches Pigment von schwarzer, ockergelber -oder feuerrother Farbe, entstanden durch Zersetzung des Hämoglobins. -Diese +Pigmenteinschlüsse+ sind für die Acystosporidien, besonders der -Warmblüter +charakteristisch+. - -Die +Ortsbewegung+, welche bei jungen Individuen am lebhaftesten -erfolgt, vollzieht sich durch Aussenden und Einziehen kurzer -oder langer Fortsätze. Man kann in den frischen Blutpräparaten -infizirter Thiere intensiv bewegliche Gebilde nachweisen, welche -mit geisselartigen, lebhaft schwingenden Fortsätzen ausgestattet -sind. Man hat dieselben als Polymitusformen beschrieben. +Grassi+, -+Feletti+, +Celli+, +Sanfelice+ und +Labbé+ sind der Ansicht, dass die -Polymitusform eine Degenerationserscheinung ist. Dieselbe zeigt sich -nach +Labbé+ erst im Präparat in Folge der veränderten physikalischen -und chemischen Verhältnisse, in welche das Blut gelangt ist. In -frischen Präparaten löst sich das infizirte Blutkörperchen plötzlich -auf, der Parasit nimmt Kugelform an und an seiner Oberfläche treten -sehr bald 1–10 geisselartige Fortsätze auf, welche sich lebhaft -bewegen. Nach einiger Zeit lösen sich die geisselartigen Fortsätze -los und der übrig gebliebene rundliche Protoplasmakörper geht unter -Vakuolenbildung zu Grunde. +Labbé+ hält nun die geisselführenden -Gebilde für anormale Formen, für ein Stadium der Agonie, welches -dem Untergange vorausgeht; dieselben sind im lebenden Blute nicht -vorhanden. +Die Vermehrung+ der Acystosporidien erfolgt +innerhalb der -Wirthszellen+ meist durch direkten Zerfall des Protoplasmas in eine -grössere oder kleinere Zahl von Keimen. Durch Untergang der befallenen -Blutkörperchen werden die Keime frei. Die freigewordenen Keime machen -zunächst im Serum eine amöboidenartige Bewegung und dringen dann wieder -in Blutzellen ein, wo aufs Neue die Vermehrung erfolgt. Die Zeit für -die Entwicklung neuer Keime beträgt bei einzelnen Arten 2–3 bei anderen -6–7 Tage. - -+Eintheilung.+ Von +Wasielewski+ ist vorgeschlagen worden, die -Acystosporidien in zwei Familien einzutheilen: +Acystidae+ mit -sichelförmigen Keimen und +Haemamöbidae+ mit amöboiden Keimen. Ausser -durch die Keimform unterscheiden sich beide Familien noch durch ihren -vorwiegenden Sitz. Während die Acystiden in Epithelzellen schmarotzen, -infiziren die Hämamöbiden vorzugsweise die Blutzellen und die Zellen -der hämopoetischen Organe. Die zu den Acystosporidien gehörigen -+Gattungen+ werden nun in folgender Weise eingereiht: - - { I. Familie: Acystidae, mit sichelförmigen Keimen: - { Karyophagus, - Acystosporidien { II. Familie: Haemamoebidae mit amöboiden Keimen: - { { a) einsporig: Proteosoma, - { { Haemamoeba, - { Dactylosoma, - { Cystamoeba. - { b) zweisporig: Halteridium. - +Anhang+: Apiosoma, Babesia. - - -I. Familie: =Acystiden=. - -Die Acystiden sind Epithelschmarotzer, welche ihre Entwicklung -in +einer+ Zelle vollenden, keine Cystenhülle abscheiden und in -Sichelkeime zerfallen; sie schmarotzen vorwiegend in den Darmepithelien -von Salamandern, Tritonen und Fröschen. - -II. Familie: =Hämamöbiden=. - -Die zu dieser Familie gehörigen Parasiten sind von +hervorragender -pathologischer Bedeutung+, weil dieselben vorwiegend in den Blutzellen -der Vögel, der Säugethiere und des Menschen schmarotzen und schwere -Erkrankungen erzeugen können. - -Man theilt dieselbe wie erwähnt gegenwärtig ein in: - - a) +zweisporige Hämamöbiden+ mit 1 Gattung: Halteridium, - - b) +einsporige Hämamöbiden+ mit 4 Gattungen: Proteosoma, - Haemamoeba, Dactylosoma, Cytamoeba. - -Zu +letzterer Gruppe+ wird auch einstweilen der Erreger der -Texasseuche: +Apiosoma bigeminum+ (früher Pyrosoma) +Smith+ und der -Erreger der Hämoglobinurie (+Babes+): +Babesia+ gerechnet. - -Von der zu den +zweisporigen+ Hämamöbiden gehörigen Gattung -+Halteridium+ (+Labbé+) ist eine Art: +Halteridium+ von -+Danilewsky-Labbé+ zu nennen, welche im Blute von Fringilla coelebs -(Buchfink), Sturnus vulgaris (Staar), Alauda arvensis (Feldlerche) und -Garrulus glandarius (Eichelhäher) beobachtet ist. Nach +Labbé+ dauert -die Entwicklung einer Parasitengeneration etwa 7 Tage. In der Regel -scheint die Gesundheit der infizirten Vögel durch diese Blutschmarotzer -nicht besonders beeinträchtigt zu werden. - -Von den +einsporigen Hämamöbiden+ ist von der Gattung +Proteosoma+ nur -eine Art: +Proteosoma+ von +Grassis-Labbé+ zu nennen, welche im Blute -von Lerchen und Finken lebt. Die infizirten Thiere bekommen Fieber, -versagen das Futter und gehen häufig an der Erkrankung zu Grunde. - -Von der Gattung +Haemamoeba+ (Syn. +Haematophyllam Metschnikoff+, -+Oscillaria Laveran+, +Plasmodium Marchiafava-Celli+, +Haematomonas -Osler+) ist die eine Art: +Haemamoeba Laverani+, welche im +Blute des -Menschen+ vorkommt von Interesse, weil dieser Parasit die =Ursache der -Malaria= ist. - -Auch bei den Vögeln ist die Frage, ob es sich um verschiedene -Entwicklungszustände desselben Parasiten oder um mehrere Spezies -handelt, ebensowenig wie im Falle der Froschparasiten bis jetzt mit -Sicherheit zu beantworten. - -Hinsichtlich der Bedeutung der Hämosporidien der Vögel als -Krankheitserreger sei noch erwähnt, dass hauptsächlich die schneller -sporulirenden Formen pathogen wirken. Das erzeugte Fieber hat nicht den -Typus, wie das der menschlichen Malaria, ist auch nicht durch Chinin zu -beeinflussen; die Sporenbildung geht ungestört vor sich, wenn auch die -amöboiden Bewegungen durch grosse Gaben (0,01–0,02) sistirt werden[206]. - -[Illustration: Figur 28. - -+Die Blutkörperparasiten der Vögel+ (Vergr. 600–1000). Nr. 13 u. 14 -nach +Labbé+, 15–28 nach +Danilewsky+, die übrigen nach +Kruse+. 1–12. -Parasiten der Krähe. 1–7. Allmähliches Wachsthum bis zur Sporulation -(?). 8 u. 9. Entwicklung von Geisselträgern aus den erwachsenen -Parasiten im frischen Präparat. 10–12. Würmchen, die sich gleichzeitig -aus den Blutkörperchen frei machen. 13–14. Ein ähnlicher Parasit -aus Fringilla coelebs, der Sporen bildet (Halteridium, +Labbé+). -15–18. Cysten, die zur Sporulation kommen, aus dem Knochenmark und -der Niere von mit Parasiten behafteten Vögeln. Die jüngere Form in -18 gregarinenartig beweglich. 19–23. Amöboide, schnell sporulirende -Parasiten der Blutkörperchen, bei 23 eine freie Sporulationsform. -24–26. Cysten mit oblongen, spindelförmigen und spirillenartigen -Inhaltskörperchen. 27 u. 28. Die letzteren aus einem Blutkörperchen -ausschwärmend.] - -Neuerdings hat +MacCallum+[207] die pathologischen Veränderungen der -Gewebe beschrieben, welche bei den mit Hämosporidien infizirten Vögeln -auftreten und welche häufig eine überraschend +grosse Ausdehnung+ -haben im Vergleich zu dem +offenbar guten Wohlbefinden der Thiere+. -Vorwiegend sind Leber und Milz ergriffen. - - -Haemamoeba Laverani. - -=Geschichtliches.= Der Parasit wurde im Jahre 1880 von +Laveran+[208] -im Blute Malariakranker entdeckt. +Golgi+[209] hat dann den -Zusammenhang der Fieberanfälle mit dem Entwicklungsgang des Parasiten -nachgewiesen, während +Marchiafava+ und +Celli+[210] (1888) die -Sporulationsformen bei diesem Parasiten feststellten. Weitere -eingehende Untersuchungen sind dann von +Metschnikoff+[211], +Celli+ -u. +Guarnieri+[212], +Sanfelice+[213], +Grassi+ und +Feletti+[214], -+Mannaberg+[215], +Councilman+[216], und von +Laveran+[217] u. A. -angestellt worden. - -Bekanntlich wird mit =Malaria= (vom ital. mala aria = böse Luft, = -Intermittens Wechsel- oder kaltes Fieber) eine Krankheit des Menschen -bezeichnet, welche in vielen Gegenden (namentlich in Sumpfgegenden) -endemisch vorkommt und durch ihre regelmässigen in bestimmten -Intervallen auftretenden Anfälle ausgezeichnet ist. Das wichtigste -Symptom besteht in einem meist nur kurz andauernden Fieberanfall, -welcher entweder täglich oder alle 2, 3, 4 oder 5 Tage auftritt. Man -spricht demnach auch von einer Fibris quotidiana, tertiana, quartana, -quintana u. s. w. Ausser Fieber ist auch eine meist erhebliche -Schwellung der Milz während des Anfalles nachzuweisen. Neben diesen -mit einer gewissen Regelmässigkeit auftretenden Fieberanfällen kommen -jedoch auch unregelmässige Formen vor und man spricht dann von einem -perniciösen, remittirenden, larvirten, kontinuirlichen u. s. w. -Wechselfieber. Das Hauptarzneimittel gegen die Malaria ist Chinin. Die -Untersuchungen der letzten Jahre haben nun gelehrt, dass den +einzelnen -Malariatypen auch verschiedene Malariaparasiten entsprechen, welche+ -sich in verschieden langer Zeit entwickeln. - -Die +Entwicklung+ verläuft nach der Beschreibung von +Labbé+[218] in -folgender Weise. - -[Illustration: Figur 29. - -_a_-_g_) +Haemamoeba laverani varietas quartana aus dem Blute -malariakranker Menschen+ (nach +Labbé+). - -_a_) frisch infizirtes Blutkörperchen. _b_) etwas grössere Keime. -_c_) erwachsener Parasit mit starker Pigmentkörnung, grosse lappige -Fortsätze bildend. _d_) abgerundete Form mit grossem Kern. _e_) Beginn -der Keimbildung. _f_) rosettenförmig um einen Restkörper angeordnete -Keime. _g_) freie Keime nach Zerfall des rothen Blutkörperchens. - -_h_-_m_) +Haemamoeba laverani varietas tertiana aus dem Blute -malariakranker Menschen+ (nach +Labbé+). - -_h_) amöboide Keime. _i_) erwachsene Amöboidform mit langen zarten -Pseudopodien. _k_) abgerundete erwachsene Form. _l_) Keime morulaartig -angeordnet. _m_) freie Keime nach Zerfall des rothen Blutkörperchens.] - -Ein kleiner amöboider, unpigmentirter Körper dringt in ein -Blutkörperchen ein und wächst darin. Er zersetzt das Hämoglobin, nimmt -Pigment in sich auf und theilt sich früher oder später in eine grössere -oder kleinere Zahl von Keimen. Dabei bleibt immer ein Restkörper übrig, -welcher aus Pigment gebildet ist und niemals in den Keim übergeht. Die -Keime führen innerhalb der rothen Blutkörperchen amöboide Bewegungen -aus. Die rothen Blutkörperchen hypertrophiren unter der Einwirkung der -Parasiten und können das 3–4fache ihres normalen Volumens erreichen. -+Golgi+ zeigte, dass bald nach dem Anfall einer typischen Quartana -an den rothen Blutkörperchen ein kleines unpigmentirtes Körnchen -nachgewiesen werden kann, welches 24 Stunden später etwa ein Sechstel -bis ein Fünftel des Blutkörperchens einnimmt. Etwa 48 Stunden später -haben die Parasiten in den sich vergrössernden Blutkörperchen die -Hälfte bis zwei Drittel eingenommen. Sechzig Stunden nach dem Anfall -(12 Stunden vor dem nächsten) ist von dem Blutkörperchen nur noch ein -schwacher Saum erkennbar. Es beginnt nun die Vermehrung des Parasiten, -in der scheibenartigen Form desselben erscheint eine speichenartige -Zeichnung und schliesslich zerfällt das Ganze in nur selten über 10 -hinausgehende rundliche, kernhaltige Keime. Der Zerfall erfolgt in der -Regel während des zweiten Fieberanfalles. Die frei gewordenen Keime -legen sich bald wieder anderen Blutkörperchen an und der erwähnte -Entwicklungsgang beginnt von Neuem. - -Demnach ist die ganze Entwicklung eine langsame und dauert meistens 72 -Stunden. Zur Erklärung der Febris tertiana hat man zwei Generationen -oder zwei Varietäten des Malariaparasiten unterschieden, wobei dann -beim Eintreten einer Febris tertiana der Entwicklungsgang schon in 48 -Stunden abgeschlossen ist. - -Bei dem regelmässigen +Quartanfieber+, das einer leichteren -Malariainfektion entspricht, wie sie in eigentlichen Malariagegenden -neben der Febris tertiana besonders im Frühling und hauptsächlich -in der heissen Jahreszeit vorkommt, ist ein Parasit die Ursache, -welcher als +Plasmodium malariae quartanae+[219], Amoeba malariae -quartanae[220] oder als Haemamoeba malariae[221] bezeichnet wird[222]. - -Derselbe vollendet seinen Entwicklungscyklus in drei Tagen. -Eigenthümlichkeiten während der Wachsthumsperiode sind: geringe -Beweglichkeit -- nur die jüngeren Formen entsenden Pseudopodien, die -älteren zeigen leichtere Konturverschiebungen -- frühe und intensive -Ablagerung von verhältnissmässig groben Pigmentkörnchen, schliesslich -der Einfluss auf die Wirthszelle, die eher verkleinert, als vergrössert -wird, und deren Hämoglobingehalt zunimmt. - -Auch das +Tertianfieber+ gehört zu den leichteren Infektionen, welche -besonders im Frühjahr in echten Malariaorten vorkommen, und wird durch -+Plasmodium malariae tertianae+ (+Celli+ und +Sanfelice+, +Kruse+) -(+Amoeba febris tertianae+ (+Golgi+), +Haemamoeba vivax Grassi+ und -+Feletti+) hervorgerufen. Der Parasit vollendet seine Entwicklung -in zwei Tagen, füllt im erwachsenen Zustande das Blutkörperchen -völlig aus, bildet dann entweder 14–20 Sporen oder degenerirt. -Charakteristisch sind die lebhaften, amöboiden Bewegungen, die -Feinheit der abgelagerten Pigmentkörnchen, die mässige Entfärbung und -Vergrösserung der Wirthszelle. - -Wie bei der Quartana entspricht auch bei der Tertiana die Reifung der -Sporen dem Beginn des Fiebers. - -Die +schweren quotidianen+ oder +unregelmässigen+, intermittirenden, -remittirenden oder kontinuirlichen Fieber, welche in den -Malariagegenden besonders heimisch sind, werden durch +Plasmodium -malariae quotidianae+ oder +irregularis+ (+Celli+ und +Sanfelice+, -+Kruse+) (+Haemamoeba praecox+, +Grassi+ und +Feletti+) hervorgerufen. -Im Fingerblute werden dann kleine, gar nicht oder sehr spärlich -pigmentirte Parasiten in reger amöboider Bewegung oder in Ringform -gefunden. Die grösseren und sporulirenden Parasiten finden sich -meist gar nicht im peripherischen (Finger-) Blute, dagegen in Massen -in den inneren Organen, besonders in der +Milz+, aus welcher sie -durch Punktion schon während des Lebens gewonnen werden können. Die -erwachsenen Formen erreichen jedoch niemals die Grösse der Tertian- -und Quartanparasiten, füllen höchstens den dritten Theil der rothen -Blutkörperchen aus. Das Pigment ist meistens in einem Klümpchen -vereinigt. Die Sporen sind etwas kleiner wie die der Tertiana und -Quartana und werden in der Zahl von 5–10 gebildet. Besonders bei den -+perniciösen+ Malariaerkrankungen findet man während des Lebens das -Blut überschwemmt mit den kleineren Parasiten und nach dem Tode die -Kapillaren der Organe, ganz besonders der Milz, des Gehirns u. s. w. -strotzend mit Parasiten aller Stadien und mit vielen Sporulationsphasen -gefüllt. In weniger akuten Fällen treten, jedoch erst nachdem -die Infektion 5–8 Tage gedauert hat, zu den bisherigen Formen -eigenthümliche Körper, welche schon von +Laveran+ als +Halbmonde+ -beschrieben worden sind. Sie ähneln Mondsicheln mit abgestumpften -Enden, die sich gleichmässig oder stärker an den Polen färben und in -der Mitte einen manchmal sehr zierlich kranzförmig angeordneten Haufen -von Pigmentstreifen oder Nadeln enthalten. Ihr Längendurchmesser -überragt die rothen Blutscheiben etwa um die Hälfte. Als Ueberreste der -Wirthszelle, in der die Halbmonde entstanden sind, findet man oft ihre -Pole auf der konkaven Seite durch eine zarte, gebogene Linie verbunden -oder den ganzen Körper durch eine doppelte Kontur eingeschlossen. - -Die Halbmonde nehmen zuweilen während der Beobachtung zuerst eine -spindelförmige oder ovale, dann kugelrunde Gestalt an, ihr Pigment -beginnt sich zu vertheilen und der Körper macht schaukelnde Bewegungen -oder entsendet plötzlich lebhaft sich bewegende +Geisseln+. Letztere -werden abgeworfen, und der Mutterkörper zerfällt in mehrere pigmentirte -Kugeln, welche sich noch lange als einzige Reste der +Laveran+’schen -Sicheln erhalten können. Die Geisseln sind, wie im Blute der Vögel, -reproduktionsunfähige, früher oder später der Degeneration verfallende -Elemente. Auch hat die Annahme die meiste Wahrscheinlichkeit, dass -die +Halbmonde unschädliche Residuen des Infektionsprozesses+, eine -abgebrochene Entwicklungsrichtung darstellen. Die Wiederholung der -fieberhaften Perioden wird nicht durch sie, sondern durch die Sporen -vermittelt, obwohl einzelne Autoren die Halbmonde als Dauerformen -ansehen, welche auch Sporen produziren sollen. - -Von +Marchiafava+ und +Bignami+[223] wird nun noch ein +schweres -Tertianafieber+ unterschieden, bei welchem die Parasiten grösser (bis -zur Hälfte eines Blutkörperchens) werden, als bei dem eben genannten. -Halbmonde werden dabei ebenfalls beobachtet. Leicht kann eine -Verwechselung mit der Quotidiana eintreten. - -Von +Celli+ und +Marchiafava+[224] ist einige Male auch ein +Plasmodium -malariae incolor+ oder +Haemamoeba immaculata+ (+Grassi+ und +Feletti+) -beobachtet worden. Diese Form unterscheidet sich von der quotidianen -Form durch das gänzliche Fehlen des Pigmentes. - -Im Uebrigen herrscht noch keine Uebereinstimmung in den Ansichten -der Autoren darüber, ob schliesslich nur +eine+ Parasitenspecies -der Malaria zu Grunde liegt, oder mehrere und endlich wieviele. -Impfversuche, wie solche von +Gualdi+ und +Antolisei+[225], +Antolisei+ -und +Angelini+[226], +Calandruccio+[227], +Bein+[228], +Baccelli+[229] -und +Di Mattei+[230] angestellt worden sind, ergaben die genaue -Reproduktion des verimpften Formentypus (Quartana, Tertiana, Quotidiana -mit Halbmonden) in 18 von 20 Versuchen, während in zwei Versuchen -die Injektion von Blut mit Quartanparasiten irreguläres quotidianes -Fieber erzeugte. Mit Recht hebt +Kruse+ dabei hervor, dass bei der -vorliegenden Frage ein einziger positiv nachgewiesener Fall von -Pleomorphismus für die Entscheidung derselben von viel grösserer -Beweiskraft ist, als 20 negative. Es ist sehr wahrscheinlich, dass -die Transformation des Parasiten, wenn sie überhaupt möglich ist, -nur unter ganz bestimmten Bedingungen eintritt. Neuerdings betont -+Ziemann+[231] auf Grund seiner mikroskopischen Befunde, wie häufig die -Malariaparasiten in ein und demselben Falle sich verschieden verhalten. -+Alle Versuche+, sagt er, +allein aus dem verschiedenen morphologischen -Verhalten der Malariaparasiten die Berechtigung zur Aufstellung -verschiedener Schemata herzuleiten, sind daher mit grosser Vorsicht -aufzunehmen+. - -Die +ursächliche+ Bedeutung der Plasmodien für die Entstehung der -Malariainfektion ist sicher: man findet sie konstant im Blute der -Kranken, durch das infizirte Blut kann die Krankheit übertragen werden -und bei anderen Krankheiten und Gesunden findet man die Blutparasiten -nicht. Der Ursprung des Fiebers wird auf die Erzeugung giftiger Stoffe -zurückgeführt, welche anscheinend dadurch frei werden, dass sich die -Sporulationsformen in ihre Elemente auflösen (+Kruse+). Oertliche -Symptome werden vielleicht durch Anhäufungen der Parasiten in den -Kapillaren der Organe hervorgerufen. - -+Das Ueberstehen einer Infektion+ scheint eine neue Durchseuchung -zu begünstigen, während die natürliche Empfänglichkeit bei den -verschiedenen Menschenrassen eine sehr verschiedene zu sein scheint. -In Sumatra sollen (nach +Martin+[232]) die Europäer am häufigsten und -heftigsten ergriffen werden, während die Malaien, besonders die Tamils -im Allgemeinen seltener als die ersteren und dann an leichteren Formen -(Quartana und Tertiana) erkranken. - -Die Bedeutung der Wirkung des +Chinins+ auf die Malariaparasiten des -Menschen kann nicht bestritten werden; +Marchiafava+ und +Celli+[233] -konnten nach Anwendung von Kochsalzlösung und destillirtem Wasser -auf +extravaskuläre Plasmodien+ ebenfalls eine schädigende Wirkung -nachweisen. - -Die „Phagocyten“ werden im Kampfe mit den Malariaparasiten den -Heilungsprozess unterstützen können; ob sie jedoch von wesentlicher -Bedeutung in Fällen natürlicher Heilung sind, ist einstweilen noch -nicht sichergestellt. - -Die +Inkubationszeit+ ist bei der Malariainfektion sehr wechselnd und -beträgt bei künstlicher Infektion 1–3 Wochen, kann jedoch bei natürlich -entstandenen Infektionen kürzer und länger (1–2 Monate) sein. - -Zur +Diagnostik der Malariainfektion+ ist eine einmalige oder öftere -+Untersuchung des frischen Fingerblutes+ nöthig. Die Bewegungen -der Parasiten bleiben (nach +Kruse+) auch bei Zimmertemperatur -oft stundenlang bestehen. Man kann jedoch auch +Trockenpräparate+ -anfertigen und diese nach 5 Minuten langer Fixirung mit Alkohol -(oder einer Mischung von Alkohol und Aether zu gleichen Theilen) mit -Methylenblau färben. Für die Darstellung der Plasmodien im Gewebe wird -(von +Bignami+) die Fixirung kleiner Organstückchen in Sublimat (1% + -0,07% NaCl + 5% Ac. acet.) während mehrerer Stunden, Auswaschung in -jodirtem und absolutem Alkohol und Färbung mit Safranin, Methylenblau -oder Bismarckbraun empfohlen. - -Hinsichtlich der +Entstehungsart der Blutinfektion+ scheint zunächst -die Aufnahme der Parasiten vom Magen-Darmkanal nicht die Regel zu -bilden, auch die Beweise für die Annahme, dass die Uebertragung durch -die Einathmung infizirter Luft erfolgt, sind noch nicht erbracht -worden. Dagegen weisen die Experimente auf eine Möglichkeit der -Infektion von der Haut aus hin, und es wäre wohl denkbar, wie +Kruse+ -bemerkt, dass die +Infektion auch unter natürlichen Bedingungen von der -Haut aus, etwa durch Insektenstiche+, vermittelt würde. Dann könnte die -Infektion von Person zu Person auch durch Flöhe erfolgen. Diese Art -der Uebertragung würde ihr Analogon in der der Malaria des Menschen -nahestehenden Texasseuche finden, welche erweislich nur durch Stiche -bestimmter Insekten verbreitet und von Thier zu Thier übertragen wird. - -Die +Herkunft des Ansteckungsstoffes+ ist bei der Malaria noch nicht -festgestellt. Jedenfalls lehrt die Erfahrung, dass die Gelegenheit zur -Erkrankung an Malaria in Gegenden vorhanden ist, welche von Menschen -bisher nicht betreten worden sind. - -Die +Erreger der Malaria+ scheinen nur gelegentliche Schmarotzer des -Menschen zu sein. In welcher Form sie ausserhalb des menschlichen -Organismus leben, ist unbekannt. „Wegen der Eigenart der Plasmodien, -die allen Züchtungsversuchen trotzen, könnte man annehmen, dass sie -nur zu parasitärem Leben geeignet, also obligate Schmarotzer wären. -Nach unserer bisherigen Kenntniss kämen keine anderen Wirthsthiere -als höchstens noch Fische, Reptilien, Vögel (Säugethiere! Sch.) -in Betracht, die Parasiten derselben zeigen aber unter sich zwar -Verwandtschaften, sind jedoch nicht identisch. Danach wäre es also -ausgeschlossen, dass die Malariaparasiten von Fröschen, Reptilien oder -Vögeln mittelbar auf den Menschen übergingen, um so mehr, weil wir -auch bei diesen Thieren keine Anhaltspunkte dafür haben, dass sie ihre -Parasiten in grösseren Mengen und in Form von Dauerzuständen in die -Aussenwelt entleeren“. (+Kruse+.) - - -Malariaerkrankungen bei Thieren. - -Von Malariafällen bei Thieren wird schon seit langer Zeit berichtet. -Die meisten Beobachtungen beziehen sich jedoch auf das +Pferd+ -(+Ruini+, +Kersting+). In einzelnen der früher in der Litteratur als -Malaria beschriebenen Fälle, besonders beim Rind und Schaf, mögen -auch manchmal nur Milzbranderkrankungen vorgelegen haben. Dagegen ist -es gegenwärtig nicht mehr zweifelhaft, dass Malaria auch bei Thieren -vorkommt. Zunächst ist zu erwähnen, dass künstliche Uebertragungen der -Malaria des Menschen auf Kaninchen und Hunde mit Erfolg ausgeführt -sind. Ferner kommt nach +Dupuy+ in Senegambien die +Malaria bei -Pferden+ nicht selten vor und tritt theils in akuter, theils in -chronischer, mehrere Monate dauernder Form auf. Von +Popow+[234] wird -über das Vorkommen von Malaria in sumpfigen Gegenden des Kaukasus -berichtet. Die Krankheit war hier beim Menschen sehr stark verbreitet -und +Popow+ hatte Gelegenheit das Leiden auch bei sechs Pferden zu -beobachten. Die Krankheitsdauer betrug 6–11 Tage. Neben Fieber war -Puls- und Athembeschleunigung vorhanden. Des Abends war eine Steigerung -der Erscheinungen nachweisbar. Von innerlichen +Mitteln+ wirkten am -besten und am schnellsten Chinin, das in Dosen von 4,0 gr. 3–5mal -gegeben wurde. Je früher mit der Chininbehandlung begonnen wurde, desto -früher trat Heilung ein. - -+Pierre+[235] berichtet gleichfalls über Malariaerkrankungen der -Pferde und giebt an, dass in den betreffenden Gegenden die Menschen in -gleicher Weise erkranken wie die Pferde. Durch einfaches Zusammenleben -und Kontakt wird die Krankheit +nicht+ übertragen. Dagegen gelingt -die +künstliche Uebertragung+ durch intravenöse Injektion des Blutes -kranker Thiere auf gesunde; subkutane und intravenöse Injektionen bei -Hunden haben jedoch nur einen zweifelhaften Erfolg. Die Inkubationszeit -beträgt oft 10–12 Tage. Die Krankheit tritt entweder als einfaches -intermittirendes oder dauerndes Fieber ohne Organkrankheiten auf; -oder das Fieber geht mit Organkrankheiten einher. Es wurden Katarrhe -des Athmungsapparates, Hämaturie, Pneumonie und Pleuritis, auch -Erkrankungen des centralen Nervenapparates beobachtet. - -Neben der +akuten Form+ zeigte sich auch eine chronische, welche mit -Kachexie und Anämie einhergeht. Das Blut ist dabei quantitativ und -qualitativ verändert. Bei der +Behandlung+ des Leidens war Chinin sehr -wirksam. - -+Sander+[236] theilte mit, dass das Wechselfieber nicht selten bei -Pferden und Rindern in Afrika vorkommt. +Burke+[237] erwähnt, dass die -in Indien unter dem Namen „+Surra+“ bekannte, oft seuchenartig unter -den Pferden auftretende Erkrankung eine perniciöse Anämie ist, welche -durch im Blute zirkulirende zu den Hämamöbiden gehörige Parasiten -hervorgerufen wird, wie auch weitere Untersuchungen von +Evans+, -+Crookshank+, +Osler+ u. A. bestätigt zu haben scheinen. Man hat den -Parasiten nach dem Autor +Evans+: +Trypanosoma Evansi+ genannt. - -Neuerdings hat nun auch +Danilewsky+[238] die Malariaparasiten im Blute -der Vögel gefunden, bei denen sie akute, fieberhafte 4–6 Tage dauernde -Anfälle erzeugen. +Danilewsky+ fand sowohl in der Struktur wie auch in -den biologischen Eigenschaften eine sehr grosse Aehnlichkeit zwischen -diesen Parasiten und denjenigen des Menschen. Ebenso hat +Labbé+[239] -die +endoglobulären Blutparasiten der Vögel+ einer eingehenden -Untersuchung unterzogen und ebenfalls die grosse Aehnlichkeit mit den -Malariaparasiten des Menschen nachgewiesen. +Labbé+ unterscheidet dabei -zwei Gattungen: +Halteridium+ (Laverania) und +Proteosoma+ (Haemamoeba). - -Die jüngsten Formen der Halteridien erscheinen als kleine, helle und -stark lichtbrechende Flecke in den Blutkörperchen, welche später -wachsen und seitlich von den Kernen liegen. Ihre Enden sind etwas -gekrümmt, meistens etwas aufgetrieben und mit Pigmentkörnchen versehen. -Durch Färbung kann man einen Kern nachweisen, welcher bläschenförmig -ist und einen grossen Nucleolus einschliesst. Später nehmen diese -Körperchen eine beutelförmige Gestalt an, der Kern theilt sich und -rückt den Enden näher. Die verdickten Enden sind nach +Labbé+ die -Sporen, in welchen sich die Kerne weiter theilen. So entstehen zwei -Gruppen von Sporozoiten, die sich trennen und ins Blutserum gelangen. -Ausser diesen Formen beobachtete +Labbé+ auch solche, die mit -geisselartigen Fortsätzen versehen waren. Der Entwicklungsgang des -Parasiten, welcher +Halteridium Danilewsky+ genannt wird, dauert etwa -7–8 Tage. - -Die zweite Form -- +Proteosoma+ -- ist in den jüngeren -Entwickelungsstadien dem Halteridium sehr ähnlich. Die älteren -Formen besitzen eine nieren- oder birnförmige Gestalt und einen -bläschenförmigen Kern. Später runden sich die Enden ab und zerfallen -in viele Sporozoiten, welche eine rosettenförmige Anordnung annehmen -und manchmal das ganze Blutkörperchen ausfüllen. Die Entwicklung dauert -4–5 Tage. Die inficirten Blutkörperchen verlieren ihren Farbstoff -und ihre Kerne sind verschoben. +Labbé+ bezeichnet diese Parasiten -als +Proteosoma Grassi+. Es ist nicht unmöglich, dass beide Arten -nur verschiedene Entwicklungsstadien desselben Parasiten darstellen, -worüber noch weitere Untersuchungen Aufschluss bringen müssen. - - * * * * * - -Von den +weiteren Gattungen+ der einsporigen Hämamöbiden ist noch zu -erwähnen, dass die zu +Dactylosoma+ und +Cytamöba+ gehörigen Arten im -+Blute der Frösche+ beobachtet worden sind. - - * * * * * - -+Ebenfalls den Hämamöbiden angereiht+ werden +die Erreger der -Texasseuche und einzelner Formen seuchenartig auftretender -Hämoglobinurie der Rinder+. - -Was zunächst die =Erreger der Texasseuche= betrifft, früher Pyrosoma -bigeminum jetzt +Apiosoma bigeminum Smith+ genannt, so sind die -Untersuchungen über dieselben von +Smith+[240] angestellt worden. - -Das +Texasfieber+ auch Milzfieber (+Texas fever+, +Spanish fever+, -+Southern Cattle Plague of the United States+) ist eine in einzelnen -Bezirken der Vereinigten Staaten vorkommende seuchenartig auftretende -Krankheit der Rinder, welche an bestimmte Gegenden gebunden ist -und besonders am mexikanischen Meerbusen vorkommt. Es liegen seit -1871 Berichte über das Vorkommen der Seuche in den südlichen -Staaten der nordamerikanischen Union vor. Später folgten dann -genauere Darstellungen, neuerdings von +Smith+ und +Kilborne+[241], -+Dinwiddie+[242], +Billings+[243], +Salmon+[244], +Detmers+[245]. -Im Jahre 1894 wurde die Krankheit auch bei einigen nach Hamburg -eingeführten amerikanischen Ochsen beobachtet und später von -+Weisser+ und +Massen+[246] näher studirt und als identisch mit der -amerikanischen Seuche festgestellt. - -[Illustration: Figur 30. - -+Apiosoma bigeminum nach Smith.+ - -_a_-_d_) intraglobuläre Stadien. Die Punktirung zeigt die relative -Färbbarkeit von erhitzten Präparaten mit alkoholischem Methylenblau an. - -_a_) jüngstes Stadium, anscheinend in Zweitheilung begriffen. Aus dem -kreisenden Blute. _b_) spindelförmige Körper aus Herzmuskelblut eines -akut verlaufenden Falles. An den peripheren Enden ist die Färbung -schwach. _c_) birnförmige Körper derselben Herkunft, total gefärbt. -_d_) birnförmige Körper aus dem kreisenden Blute mit peripherer Färbung. - -_e_-_k_) verschiedene Stadien aus frischem Blute ungefärbt. - -_e_) jüngstes Stadium des intraglobulären Parasiten, am Rande des -Blutkörperchens als eine einzige Vakuole sichtbar. Aus dem kreisenden -Blute eines leicht erkrankten Thieres, mit _a_ vergleichbar. _f_) ein -amöboider Körper im kreisenden Blute, 3 Stunden nach der Blutentnahme. -Wahrscheinlich doppelt, da 2 winzige Körperchen vorhanden sind. _g_) -derselbe Körper, eine Stunde später. Ein Körperchen ist nicht sichtbar, -das andere durch einen stäbchenförmigen Körper ersetzt (_?_). _h_ -und _i_) zwei rasch aufeinander folgende Stadien (innerhalb einer -Minute) eines Parasiten von einem anderen Falle, 3 Stunden nach der -Blutentnahme. In diesem Parasiten ist ein winziges Körperchen und -ein Stäbchen vorhanden. _k_) ein paar birnförmige Parasiten aus dem -kreisenden Blute eines genesenden Rindes, mit winzigen Körperchen und -vakuolenartigen ovalen Stellen.] - -Die +Ansteckung+ erfolgt auf der Weide durch bestimmte Zecken -(Boophilus bovis von +Cooper Curtice+, Ixodes bovis von +Ridey+ -genannt), welche auf den Rindern des Seuchengebietes leben und -die Ursache der Krankheit im Seuchenbezirk, wie auch nach anderen -Gegenden hin verschleppen. +Die nächste Ursache+ der Krankheit -bilden jedoch die genannten +Blutparasiten+. Dieselben sind blasse, -amöboide Plasmakörper, zum Theil mit unregelmässigen Umrissen, zum -Theil birnförmig. Die Länge beträgt 2,5–4 µ, die Breite 1,5–2 µ. -In dem breiten Ende des Parasiten findet sich öfter ein dunkles -winziges Körperchen, welches in seltenen Fällen durch ein grösseres -vakuolenartiges Gebilde ersetzt wird. Beide Gebilde kommen auch -zusammen in demselben birnförmigen Körper vor. Manchmal ist auch eine -doppelte Infektion desselben Blutkörperchens nachzuweisen; dasselbe -beherbergt dann zwei Paar birnförmige Körper. - -Im +Beginne+ der Erkrankung finden sich in den Blutkörperchen der -infizirten Rinder äusserst kleine, glänzende Körperchen, welche als -die Keime der Parasiten angesehen werden. Sehr bald erfolgt dann eine -Zweitheilung; jeder Theil wächst nun zunächst in einen spindelförmigen -Körper aus, der zuletzt in Birnform übergeht und sich nur noch schwach -an der Peripherie färbt. Die birnförmigen Gebilde sind mit den spitzen -Enden häufig einander zugekehrt oder durch einen feinen Faden verbunden -und finden sich sehr zahlreich bei den besonders im Sommer vorkommenden -akuten Erkrankungen. Besonders +zahlreich findet man die Parasiten im -Blute der Leber, der Milz, der Nieren und des Herzens+, wo bis 80% der -Blutzellen infizirt sind. Unter der Einwirkung der Parasiten sinkt die -Zahl der rothen Blutzellen in kurzer Zeit ganz erheblich. - -Wird das Blut kranker Thiere gesunden unter die Haut oder in die -Venen injizirt, so treten bei den Versuchsthieren schon nach -wenigen Tagen die ersten Krankheitserscheinungen auf. Kaninchen, -Meerschweinchen, Tauben und Schafe zeigen nach der Impfung keine -Krankheitserscheinungen. Dagegen ist die Empfänglichkeit des Rindes -eine grosse. Meerschweinchen bleiben gesund, wenn sie im Verhältniss -zum Körpergewicht die 25–300fache Dosis desselben Blutes eingespritzt -erhielten, welches 3 von 4 geimpften Kühen tödtete. Auch ist die -Thatsache bemerkenswerth, dass das +Blut scheinbar ganz gesunder Rinder -aus dem Seuchengebiete auf Thiere in immunen Gebieten übertragen, -infizirend wirkt+. - -+Die Verbreitung und Verschleppung der Krankheit+ erfolgt nun, wie -erwähnt, durch zeckentragende, selbst nicht ganz gesund erscheinende -Rinder. Wie +Smith+ angiebt kriechen die Zecken nach ihrem -Ausschlüpfen aus den Eiern, die auf den Weiden abgelagert worden, -sogleich auf die Rinder, wo sie sich mit Vorliebe auf die Innenfläche -der Schenkel und in der Umgebung des Euters festsetzen. Nach zwei -Häutungen sind sie geschlechtsreif, paaren sich, und nach einiger Zeit -schwillt das Weibchen, öfters schon innerhalb 24 Stunden enorm an, löst -sich los und fällt auf den Boden. Nach einigen Tagen wird eine grosse -Menge Eier abgelegt, aus denen in 2–6 Wochen, je nach der umgebenden -Temperatur, die Zecken herausschlüpfen, um wiederum denselben -parasitischen Lebenslauf durchzumachen. Der Zeitraum zwischen dem -Anheften der jungen Zecke und dem Abfallen der trächtigen ist ungefähr -23 Tage. Das Schwellen der Parasiten wird bedingt durch Aufsaugen einer -verhältnissmässig grossen Menge Blut. - -Das Texasfieber wird durch die jungen Zecken 10–15 +Tage nach -ihrem Anheften+ hervorgerufen. Damit steht auch die Thatsache im -Zusammenhange, dass, wenn eine Herde zeckentragender Rinder vom -Seuchengebiete mit empfänglichen Rindern zusammenkommt, bei diesen -die Seuche erst nach 45–60 Tagen zum Ausbruch kommt. Die Krankheit -erscheint erst mit den jungen Zecken und nicht früher. Seuchenartige -Ausbrüche der Krankheit kommen oft dadurch zu Stande, dass infizirte -Rinder auf einer Weide übernachten, auf welcher später empfängliche -Thiere eine Zeit lang bleiben. Da eine reife Zecke ungefähr 2000 Eier -legt, so kann eine einzige Zecke den Boden infiziren. Die lange Dauer -der Gefahr eines so infizirten Bodens ist dadurch erklärt, dass die -jungen Zecken wahrscheinlich monatelang auf dem Boden lebensfähig -bleiben können. +Smith+ hält es für wahrscheinlich, dass die Zecken -sich zunächst mit dem Blute der Rinder des Südens infiziren und die -Mikroparasiten dann auf die junge Zeckengeneration übertragen werden. -Wichtig ist auch noch die Beobachtung, dass Rinder, welche in dem -Seuchengebiete einheimisch sind, die Krankheit als Herdenseuche -nach ausserhalb tragen können, obwohl sie selbst anscheinend ganz -gesund sind. Die Krankheit tritt auf den Weiden des Nordens auf, wenn -Rinder des Südens kurze Zeit auf denselben Weiden gewesen waren. Man -beobachtet die Seuche nur im Sommer und im Herbste. Kälte zerstört -den Krankheitserreger, weshalb die Seuche im kalten Norden nicht zur -Beobachtung kommt. - -In welcher Weise und in welchem Entwicklungsstadium die Mikroparasiten -des Texasfiebers von dem Zeckenweibchen auf die Zeckenlarven übertragen -werden, bedarf noch der weiteren Untersuchung. - -Hinsichtlich der +Krankheitserscheinungen+ sei erwähnt, dass die -Krankheit in einer akuten und in einer chronischen Form auftritt. Bei -der akuten Form wird Fieber mit Steigerung der Körpertemperatur bis -auf 40,5–42° C. beobachtet. Bei der chronischen Form zeigt sich jedoch -nur Abends eine Temperatursteigerung um 1–2° C. über der Norm. Bei der -+akuten+ Form wird ferner Blutharnen und, wie auch bei der chronischen, -Anämie, ferner Sistiren der Milchsekretion und der Futteraufnahme, -daneben auch Verstopfung oder Durchfall beobachtet. Auf der Höhe des -Fiebers nimmt die Zahl der rothen Blutkörperchen schnell ab, so dass -der Verlust innerhalb einer Woche ⅙ der Gesammtsumme betragen kann. -Meist sterben am 5. oder 6. Krankheitstage 80–90% der erkrankten -Thiere. In anderen Fällen tritt der Tod erst nach 14 Tagen oder noch -später ein. Ebenso tritt die Krankheit bei den genesenden Thieren nach -mehreren Wochen in einer chronischen, milden Form wieder auf. - -Von den +anatomischen Veränderungen+ seien folgende erwähnt: Stets ist -eine Schwellung der Milz vorhanden, welche 2–4mal so gross als die -normale ist. Meist ist auch die Leber vergrössert, an der Aussenfläche -erscheint sie bräunlich gelb und ist mit kleinen grauen Fleckchen -besetzt, als Zeichen einer um die Centralvene beginnenden Nekrose -des Lebergewebes. Die Nieren sind im akuten Stadium dunkelbraunroth, -später blass und schlaff. Die Harnblase ist fast ausnahmslos mit -schwarzrothem, undurchsichtigem Harn angefüllt, der nur selten einige -wenige Blutkörperchen enthält. Das Blut ist lackfarben und dickflüssig. -Im Blute der Nieren (80%), des Herzfleisches, der Leber und Milz finden -sich im Innern der rothen Blutkörperchen die beschriebenen runden oder -birnförmigen Parasiten mit amöboider Bewegung. Im Blute der an der -+chronischen+ Form erkrankten Thiere finden sich birnförmig gestaltete -Körper nur ausnahmsweise; dagegen waren 5–50% der rothen Blutkörperchen -mit rundlichen, kokkenähnlichen Gebilden infizirt. Die Körpermuskulatur -erscheint meist schwach getrübt. - -Für die +Untersuchung des Blutes vom lebenden Rinde+ wird der -durch Einstich oder Incision aus der Haut gewonnene Blutstropfen -schnell auf ein Deckglas gebracht, ein wenig mit einem Glasstäbchen -verstrichen und dann, wie für Bakterienuntersuchung über einer -Spiritusflamme lufttrocken gemacht. Hierauf färbt man mit wässeriger -Methylenblaulösung. Für +frische Untersuchung+ wird man dem -Blutstropfen etwas physiologische Kochsalzlösung beigeben und dann die -Besichtigung durch das Mikroskop ausführen. - -Für +Untersuchung von Organen oder Gewebstheilen geschlachteter -oder gestorbener Thiere+ haben +Weisser+ und +Maassen+ folgendes -Verfahren benutzt. Der stark +bluthaltige Gewebssaft der Niere+ wurde -in möglichst dünner Schicht auf eine grössere Anzahl Deckgläser -ausgestrichen und nach der von +Ehrlich+ angegebenen Methode durch -zweistündiges Erhitzen auf ungefähr 110° fixirt und darauf mit -alkalischer Methylenblau- oder wässeriger Gentianaviolettlösung -gefärbt. Gut gelungene Präparate zeigten dann die rothen Blutkörperchen -als weisse, am Rande ganz zart gefärbte Scheiben, in deren Innerem sich -scharf von dem weissen Grunde abhebend die Mikroorganismen sassen; -nicht selten war auch eine schwache Gelbfärbung der Blutkörperchen -durch noch vorhandenen Blutfarbstoff nachzuweisen. - -Die +Färbung der Parasiten in den Schnitten+ gelang mit allen -Kernfarbstoffen. Hämatoxylin, Methylenblau, Gentianaviolett lieferten -recht gute Bilder, doch mussten die beiden letzteren Farbstoffe eine -genügend lange Zeit (in durchscheinenden Lösungen etwa 24 Stunden) -einwirken, damit neben der deutlichen Färbung der Parasiten eine -leichte Anfärbung der Blutkörperchenhülle eintrat. Sehr zahlreich -fanden sich die Parasiten in den Schnitten aus der Niere. Die -Kapillaren waren hier fast durchweg mit infizirten Blutkörperchen -vollgepfropft. In den Kapillaren des Herzmuskels wurden die von dem -Parasiten befallenen Blutkörperchen ebenfalls in grossen Mengen -angetroffen, dagegen enthielten Bugdrüse, Leber und Milz bedeutend mehr -Blutkörperchen, die frei davon waren. - - * * * * * - -In Europa wurde schon seit längerer Zeit unter den =rumänischen -Rindern und Schafen= eine Seuche beobachtet, die gleichartige -Krankheitserscheinungen, wie die Texasfieberseuche darbietet. -+Babes+[247] fand bei dieser Krankheit Blutparasiten, welche den beim -Texasfieber gefundenen sehr ähnlich sind. - -Es handelt sich dabei um eine unter den +Erscheinungen der -Hämoglobinurie+ auftretenden +Erkrankung der Rinder+. Vorwiegend werden -die Ochsen, seltener die Kühe ergriffen. Kälber bleiben verschont. -Es erkranken sowohl die auf der Weide befindlichen, wie auch die im -Stalle gehaltenen Thiere. Die Thiere haben keinen Appetit, hohes -Fieber (40–41,5° C.), zuweilen Kolikerscheinungen, sind sehr anämisch, -hinfällig und haben in den schweren Krankheitsfällen auch regelmässig -+Blutharnen+. Die Krankheit dauert gewöhnlich nur fünf Tage, um dann -entweder tödtlich zu enden, in Genesung überzugehen oder nach einigen -Tagen zu einem zweiten Anfall zu führen, welcher dann meist tödtlich -wird. Durchschnittlich gehen etwa 50% der erkrankten Thiere zu Grunde. -Die +Seuchendauer+ beträgt meist nur wenige Wochen; und die meisten -Erkrankungen finden am Anfange und am Ende des Sommers statt. - -Bei der +Obduktion+ finden sich konstant kleine Blutungen und -Geschwüre im Magen und Duodenum. Die Schleimhaut des Dünndarms ist -stets geschwollen und mit einer dicken gelben gelatinösen Masse -bedeckt. Die +Milz+ ist ebenfalls stets geschwollen. Leber gross und -marmorirt. Centrum der Acini nekrotisch, Nieren gross und brüchig, -von dunkelbraunrother Farbe. In der Schleimhaut des Nierenbeckens -Ecchymosen. In der Harnblase ist dunkelrother bis schwarzer Harn, -der in der Regel keine Blutkörperchen enthält. Das +Blut+ ist blass -und lackfarben. Im Blute, besonders der Nieren und Milz, meist -eingeschlossen im Zellleibe der rothen Blutkörperchen finden sich -von einer Kapsel eingeschlossene Diplokokken, die sich nach +Gram+ -entfärben, rund oder lanzenförmig sind. Sie sind häufig durch eine -feine Linie verbunden und oft in Theilung begriffen. Durch die Theilung -entstehen zwei gebogene, parallel gestellte Stäbchen, mit je zwei -polaren und einem centralen chromatischen Körperchen. Zu Beginn der -Krankheit sind die Parasiten lanzen- oder birnförmig und häufiger im -kreisenden Blute. +Kulturversuche+ mit diesen Parasiten gelangen nur -selten auf hämoglobinhaltigem Blutserum, wo kaum sichtbare gelbliche -Kolonien entstanden, welche in einem Falle bei einem Rinde und -Kaninchen dieselbe Krankheit erzeugten, wie durch Impfung mit Blut von -gefallenen oder erkrankten Rindern. - -Die Kaninchen erkrankten nach intravenöser Injektion von 5 ccm Blut -nach 8 Tagen fieberhaft und gingen gewöhnlich nach wenigen Tagen zu -Grunde. 10 ccm Blut in die Vena jugularis gespritzt, erzeugten durchaus -nicht immer, doch in mehreren Versuchsreihen, bei Ochsen nach 12–15 -Tagen die typische Hämoglobinurie, welche manchmal zum Tode führte. -Meist frei im Blute fanden sich in jedem Falle zahlreiche jenen -ähnliche Parasiten. +Wie beim Texasfieber+ erhalten sich auch diese -Parasiten lange in der Körperhöhle der Zecken. - -+Aehnliche Beobachtungen+ machte +Piana+[248], welcher eine mit -Hämoglobinurie einhergehende stationäre Rinderseuche in den Bergen von -Brescia beobachtete. Ob jedoch diese Seuche mit der in Deutschland in -einzelnen Gegenden vorkommenden Hämoglobinurie der Rinder identisch -ist, lässt sich zur Zeit noch nicht mit Sicherheit entscheiden. - - * * * * * - -In allerjüngster Zeit haben +Celli+ und +Santori+[249] über eine in der -Campagna von Rom beobachtete =Rindermalaria= eingehende Mittheilungen -gemacht. - -Es ist bekannt, dass schweizerische, schweizerisch-lombardische und -holländische Kühe leicht an Malaria erkranken und sterben, wenn sie in -den Agro Romano versetzt werden. Im Herbst 1896 trat in einer Heerde -von ungefähr 100 Kühen aus der Lombardei, welche im vorhergehenden -Winter in das Gebiet von Cervara versetzt worden waren, eine Seuche -auf, von der alle oder doch beinahe alle grossen Thiere ergriffen -wurden, und welche mit Abmagerung und Verminderung der Milchproduktion -verbunden war. Einige, nämlich 20 Stück, erkrankten schwer mit -fieberhafter, akuter Anämie, welche in elf Fällen mit tödtlichem -Ausgang und Hämoglobinurie verbunden war. Bei einigen der stärker -erkrankten Thiere trat Verstopfung ein, bei anderen Diarrhöe, welche -sogar blutig sein konnte. Die Krankheit dauerte im Allgemeinen 5–6 -Tage, in den schwersten Fällen sogar nur 36 Stunden. - -Der Tod trat unter Kollaps und einer Temperaturerniedrigung unter die -Norm ein. - -Von den jungen Thieren wurde nur ein Kalb von der Krankheit ergriffen. -Von ihr wurden auch nicht einmal die lombardischen Kühe verschont, -welche schon seit langer Zeit sich in jener auch in Bezug auf die -menschliche Malaria höchst ungesunden Gegend aufhielten. +Nicht -ergriffen+ von der Krankheit wurden indessen die einheimischen Rinder. - -In dem +frisch untersuchten Blute+ fanden sich zwei Typen von -Blutparasiten: Es fanden sich zunächst +bewegliche Formen mit -Ortsbewegung+ von runder, oblonger, stäbchenförmiger Gestalt, welche -einzeln, zu zweien oder dreien in einem und demselben Blutkörperchen -vorkamen. Hört ihre Bewegung auf, so erscheinen sie ganz rund und -besitzen auch ein centrales Pünktchen. Daneben kommen +bewegliche -Formen mit amöboiden Fortsätzen+ vor, welche 2–3mal grösser als die -vorhergehenden sind und ein so abgeschwächtes Lichtbrechungsvermögen -besitzen, dass man sie innerhalb der rothen Blutkörperchen genau -suchen muss. Die amöboide Bewegung kann lebhaft sein oder auch mehr -träge. In einigen der Bewegungsphasen kommen Formen vor, welche an -die von +Smith+ geschilderten und mit dem Namen +Pyrosoma bigeminum+ -belegten erinnern. - -Zur +Färbung+ des Blutes wurde dasselbe durch Eintrocknen an der Luft -fixirt und dann 10–20 Minuten lang mit einer Mischung von gleichen -Theilen Alkohol und Aether behandelt, und mit Methylenblau, Hämatoxylin -und Eosin gefärbt. Es zeigen sich dann zwei Substanzen, von denen die -eine mehr, die andere weniger gefärbt ist. - -+Kulturen+, welche mit dem kranken Blute vorgenommen wurden, fielen -negativ aus. Ebenso ergebnisslos verliefen Blutübertragungen auf -Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse, Ratten, Katzen und Hunde: nur ein -junges Kalb erkrankte nach einer 9tägigen Inkubationsdauer. Es traten -unregelmässige Temperatursteigerungen ein (40–40,5° C.), doch wurde -Hämoglobinurie nicht beobachtet. - -Hinsichtlich der +Beziehungen zwischen der Malaria des Menschen und -der Rinder+ bemerken +Celli+ und +Santori+, dass bei beiden eine -Zerstörung der rothen Blutkörperchen und daher eine akute Anämie, bei -beiden auch Hämoglobinurie eintreten kann. Die Hämoglobinurie kommt -jedoch nur in schweren Fällen vor. Der Parasit der Rindermalaria bildet -indessen niemals schwarzes Pigment und daher keine Melanämie; er sei -in dieser Beziehung der Sommer-Herbst-Varietät des Parasiten, mit -rapidem Entwicklungscyklus, ohne Pigment bei der bösartigen Malaria -des Menschen vergleichbar. Eine weitere analoge Beziehung besteht -darin, dass auch die Rindermalaria von Thier zu Thier übertragbar -ist, jedoch nur innerhalb derselben Rasse und nicht auf Thiere einer -anderen Rasse oder Species. Auch der anatomisch-pathologische Befund -zeige eine Analogie zwischen der Malaria des Menschen und der Rinder. -+Dionisi+[250] fand in den Nieren, in der Milz und in der Leber analoge -Veränderungen, wie sie +Bastianelli+[251] bei der Malariahämoglobinurie -des Menschen beschrieben hat. Wie beim Menschen haben die Parasiten -nach dem Tode ein mehr gleichmässigeres Aussehen, als diejenigen, -welche während des Lebens gefärbt wurden, sie zeigen indessen keine -besondere Lokalisation in gewissen Organen (Gehirn, Milz, Knochenmark, -Leber) wie bei der menschlichen Malaria. Die rothen Blutkörperchen, -welche Parasiten beherbergen, kleben aneinander, ein Verhalten, -welches an die menschliche Malaria erinnert, indem auch bei dieser die -physikalischen Eigenschaften, besonders die Elastizität der rothen -Blutkörperchen eine bedeutende Veränderung erleiden. - -Weitere Analogien bestehen in den örtlichen und zeitlichen Bedingungen, -unter welchen diese beiden Krankheiten auftreten, sowie in der Wirkung -des Chinins, welches auf die Rindermalaria sicher einen günstigen -Einfluss ausübt. +Celli+ und +Santorini+ fassen dann +das Ergebniss -ihrer Untersuchungen zusammen+ und sagen: - -„In der römischen Campagna kommt eine Krankheit der Rinder vor, welche -charakterisirt ist durch eine akute Anämie mit Fiebererscheinungen -und von einem endoglobulären Parasiten hervorgerufen wird, welcher -hauptsächlich in zwei Formen auftritt.“ Die eine davon kennzeichnet -sich durch eine Ortsbewegung des Parasiten innerhalb der rothen -Blutkörperchen, die andere durch amöboide Bewegung. Der Parasit kann -auch die Form einer Birne annehmen und zu Doppelwesen vereinigt sein, -daher der Name Pyrosoma bigeminum von +Smith+, ein Name indessen, -welcher nur ein Durchgangsstadium in dem bisher noch nicht aufgeklärten -Entwicklungscyklus des Parasiten andeutet. - -In einigen schweren Fällen ist die Krankheit von Hämoglobinurie -begleitet, indessen ist dies keine konstante Begleiterscheinung und -mitunter auch nicht einmal häufig festzustellen, so dass der Name -Hämoglobinurie oder Hämatinurie der Rinder nicht geeignet ist, diese -Krankheit zu charakterisiren. - -Eine schnelle und genaue Diagnose wird durch die Untersuchung des -Blutes ermöglicht, und durch sie kann man Fälle konstatiren, welche -sich sonst der Beachtung entziehen würden. - -Es handelt sich hier um eine Krankheit, welche im wesentlichen mit -jenen, welche anderwärts bei den Rindern bekannt sind und untersucht -wurden, nämlich mit der Hämoglobinurieseuche in Rumänien (+Babes+), -mit dem Texasfieber (+Smith+, +Kilborne+, +Weisser+, +Maassen+), mit -der Hämoglobinurie in Finnland (+Ali Krogius+, +v. Hellens+), mit der -Hämatinurie in Sardinien (+Sanfelice+, +Loi+) identisch ist. - -Zieht man die oben genannten klinischen und von den Parasiten -abgeleiteten Charaktere, den anatomisch-pathologischen Befund, die -Uebertragbarkeit von einem Thier auf das andere, aber innerhalb -derselben Art und Rasse, ferner die Umstände, dass die Krankheit sich -nur in den Malariagegenden und Malariamonaten entwickelt und die -erfolgreiche therapeutische Wirkung des Chinins in Betracht, so kann -man sie geradezu als +Rindermalaria+ bezeichnen. - - * * * * * - -Wie unter den Rindern, so hat man auch unter =Schafen= auf den -sumpfigen Inseln der unteren Donau in gewissen Jahren eine ähnliche -Krankheit auftreten sehen, welche bis ⅕ der Thiere hinwegraffte. -Man bezeichnete die Krankheit in jenen Gegenden =Carceag=. Wie bei -den Rindern werden auch unter den Schafen nur +erwachsene+ Schafe -von der Krankheit befallen. Die Sterblichkeit beträgt 50–60%. +Die -Krankheitserscheinungen+ bestehen in Anämie, Mattigkeit, Fieber -(40–42° C.) mit Schüttelfrost, Verstopfung mit blutigen Entleerungen -und Kolik. +Blutharnen ist selten.+ Manchmal folgt dem ersten Anfall -nach 1–2 Tagen ein zweiter. Der Tod tritt gewöhnlich 2–4 Tage nach dem -Erscheinen der ersten Krankheitssymptome ein. Bei der +Sektion+ finden -sich in der Unterhaut und besonders im Mediastinum gelbsulzige Oedeme; -in der Schleimhaut des Pylorus und des Duodenums Ecchymosen. Die -Schleimhaut des Mastdarms trägt auf den Falten Hämorrhagien, die Basis -der Falten ist mit bröckeligen, schmutzig-braunen Schorfen bedeckt. -Die Milz ist geringgradig geschwollen. Die Leber und Nieren sind -parenchymatös verändert. In der +Harnblase+ befindet sich ein +blasser+ -oder +rothbrauner, hämoglobinhaltiger Urin+. Die +Blutkörperchen+ der -Milz und der hämorrhagischen Oedeme enthalten zu 5–10% meist einzeln, -selten zu zweien gelegene 0,5–1 µ grosse runde Kokken, die eine feine -Theilungslinie in der Mitte erkennen lassen und von einer blassen -Zone umgeben sind. Sie färben sich mit Methylviolett und Methylblau. -Kulturversuche waren bislang erfolglos. Bei +intravenöser+ Injektion -von 8–10 ccm Blut von erkrankten oder gestorbenen Thieren erkranken -Schafe und bekommen nach etwa 8 Tagen Kolik, Fieber und Schüttelfrost. -Im Blute der erkrankten Thiere finden sich dann vereinzelt die -endoglobulären Parasiten. In neuerer Zeit hat dann +Starcovici+[252] -eine +vergleichende Zusammenstellung+ der seuchenhaften Hämoglobinurie -des Rindes, des Texasfiebers und der Carceag der Schafe veröffentlicht, -nach ihrem Vorkommen, nach den Krankheits- und Sektionserscheinungen -und nach den Eigenschaften der Krankheitserreger. - -+Starcovici+ kommt dabei zu dem Ergebniss, dass alle drei Krankheiten -durch denselben Krankheitserreger bezw. Varietäten desselben -hervorgerufen werden, welche er unter dem Gattungsnamen +Babesia+ -zusammenfasst. - -Ueber ähnliche Erkrankungen beim Rinde, wie sie von +Babes+ beobachtet -und beschrieben worden sind, berichten dann auch +Krogius+ und +v. -Hellens+[253], welche das Auftreten einer solchen Seuche in der Zeit -von Juni bis August in Finnland beobachteten. - -Neuerdings theilt auch +A. Bonome+[254] Fälle von einer +parasitären -Iktero-Hämaturie+ der Schafe mit, welche in der Umgebung von Padua -auftrat und jährlich einige Hundert Thiere hinrafft. Die Thiere -zeigen starke Niedergeschlagenheit, verweigern die Nahrungsaufnahme -und gehen unter den Erscheinungen eines schweren Ikterus, begleitet -von Hämaturie und Oedembildung am Halse zu Grunde. Dem Tode geht ein -mehrstündiger Kollaps vorher, während dessen die Temperatur zuweilen -auf 31° sinkt. Ungefärbte Blutpräparate von Thieren, die sich bereits -in vorgeschrittenem Krankheitsstadium befinden, lassen die rothen -Blutkörperchen blasser und in Folge der Anwesenheit von Mikrocyten -grösser erscheinen. Solche Blutkörperchen enthalten in ihrem Innern -oder der Peripherie anhaftend, runde, ovale oder birnförmige, stark -lichtbrechende, farblose Körperchen in der Grösse von 1–3 µ, die -manchmal lebhafte Kontraktionsbewegungen ausführen. Auch im Plasma -beobachtet man zahlreich diese Körperchen, theils isolirt, theils zu -zweien oder dreien vorhanden. Die mit basischen Anilinfarbstoffen -behandelten Präparate liessen diese Parasiten noch deutlicher -erkennen; Geisseln oder Pseudopodien konnten nicht nachgewiesen -werden. Die mikroskopische Untersuchung der Milz, Nieren und Leber -ergab in gefärbten und ungefärbten Zupf- und Schnittpräparaten eine -beträchtliche Menge von Parasiten, die im Gegensatze zu den jungen -Formen im Blute viel entwickeltere und schon in Theilung begriffene -Formen zeigten. Auch in frisch entleertem Harne wurden theils in -Blutkörperchen eingeschlossen, theils freie Parasiten nachgewiesen. -+Bonome+ bezeichnet den Parasiten als +Amöbosporidium+, da die endogene -Vermehrung derjenigen der Sporidien ähnlich ist. Die +Eingangspforte+ -derselben ist nach ihm im Verdauungsapparate zu suchen, von wo -dieselben auf dem Wege des Pfortaderkreislaufes oder auch durch -die Gallengänge in die Leber gelangen. Die Leber ist nach +Bonome+ -dasjenige Organ, dessen Funktion schwer gestört wird. - -Diesen Mittheilungen von +Bonome+ tritt +Babes+[255] in einem Artikel -entgegen, wo er bemerkt, dass die von +Bonome+ beschriebene fieberhafte -Epizootie der Schafe, welche derselbe auf die Wirkung eines Parasiten -zurück führt, sich fast +durch dieselben Symptome+ charakterisire, wie -sie von +Babes+ im Jahre 1892 bei +Carceag+ der Schafe beschrieben -worden sind. Ikterus wie auch Hämaturie sind in mehreren Fällen -von Carceag konstatirt worden. Die von +Bonome+ als Ursache der -Krankheit beschriebenen Parasiten hält +Babes+ für +identisch+ mit den -beschriebenen des Carceag. +Babes+ hält unbedingt an der +Priorität+ -seiner Entdeckung der eigenthümlichen Blutparasiten der Rinder- und -Schafseuche (1888) fest. - - * * * * * - -Vor Kurzem ist auch =beim Menschen= ein den Malariaparasiten -nahestehender Blutzellschmarotzer als Erreger des sog. -+Schwarzwasserfiebers an der Westküste+ Afrikas von +Plehn+ und -als Ursache des +biliösen Typhoids von Schiess-Bey+ und +Bitter+ -beschrieben worden. - -Was zunächst das +Schwarzwasserfieber an der afrikanischen Küste -betrifft+, so hat +Plehn+[256] als Regierungsarzt in Kamerun -ausgedehnte Gelegenheit gehabt Erfahrungen zu sammeln und -Untersuchungen anzustellen. - -Das Schwarzwasserfieber ist an der afrikanischen Westküste unter den -Bezeichnungen +Gallenfieber+, +Blackwater fever+, +Fièvre bilieuse -hématurique+ oder auch einfach +perniciöses Fieber+ bekannt. Auch in -Italien, in Griechenland, auf den Antillen, in Java und in New-Guinea -ist es beobachtet worden. In Westafrika scheint es vor etwa 15 Jahren -noch auf Dakar, Lagos und Gabun beschränkt gewesen zu sein, seitdem -aber um sich gegriffen zu haben. In Kamerun sind seit 1890 von 61 -(unter 93) gestorbenen Europäern, deren Todesursache bekannt ist -16 = 16% der Krankheit erlegen. Unter 439 von +Plehn+ behandelten -Fieberanfällen bei Weissen handelte es sich einschliesslich der eigenen -Erkrankung, welche ihn nach seiner Rückkehr in Berlin befiel, 39mal um -Schwarzwasserfieber. Neger scheinen im Ganzen selten daran zu erkranken. - -Einmaliges Ueberstehen der Krankheit schützt gegen eine neue Infektion -nicht, scheint vielmehr die Empfänglichkeit dafür zu steigern. Häufig -erfolgt die Erkrankung kurze Zeit nach Gemüthsaufregungen oder nach -körperlichen Anstrengungen und Entbehrungen. Die +Inkubationszeit+ -lässt sich fast nie bestimmen, da dieselbe in den weitaus meisten -Fällen als +Recidiv unkomplizirter Malaria+ auftritt. Ein +primäres -Schwarzwasserfieber+ ohne vorangegangene unkomplizirte Malaria hat -+Plehn+ nur in drei Fällen gesehen. - -Dem eigentlichen Anfalle gehen +Prodromalerscheinungen+ voraus, -bestehend in Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Rücken- und -Gliederschmerzen und in leichten Fieberbewegungen. Der +Anfall+ selbst -setzt gewöhnlich mit intensivem und lange anhaltendem Schüttelfrost -ein; das Sensorium ist häufig leicht getrübt; die quälendsten -Erscheinungen sind Uebelkeit und unstillbares Erbrechen; dazu gesellt -sich ein zunehmendes Oppressionsgefühl auf der Brust, das sich bis -zu hochgradiger Athemnoth steigern kann. Stets tritt +Ikterus+ auf, -der meist rasch zunimmt und in schweren Fällen bereits nach kurzer -Zeit eine tief citronengelbe Färbung annehmen kann. Das +Fieber+ ist -sehr unregelmässig und zeigt einen der Kurve des septischen Fiebers -ähnlichen Verlauf. Der +Puls+ ist meist stark beschleunigt, 120–140, -gespannt und voll; dauert die Krankheit längere Zeit, so wird er -schnell klein und aussetzend. Die +physikalische Untersuchung+ der -Organe ergiebt wenig Charakteristisches; das Abdomen ist nicht selten -in toto empfindlich; Vergrösserung der Milz war nur in der Hälfte der -Fälle nachzuweisen. - -Bei der +mikroskopischen Untersuchung des Blutes+ finden sich -ausserordentlich zahlreich Makrocyten vor; ein grosser Theil der rothen -Blutkörperchen ist auffällig blass; bei einigen lässt sich irgendwelche -Färbung überhaupt nicht mehr erkennen. Sehr +charakteristisch+ für die -Krankheit ist das +Verhalten des Urins+. Derselbe ist von Beginn des -Fiebers ab +dunkelschwarzroth+. In schweren Fällen ist häufig bereits -der erste im Fieber gelassene Urin dunkel-schwarzroth, nicht selten so -dunkel, dass sich die rothe Beimischung nur bei durchfallendem Licht im -Tropfen erkennen lässt. Ebenso ist in schweren Fällen die Quantität des -Urins herabgesetzt und seine Entleerung mit starken Urethralschmerzen -verbunden. Beim Kochen zeigt der Urin einen starken +Eiweissgehalt+; -es besteht Nephritis. Gallenfarbstoff und Gallensäure wurde vom Verf. -darin nicht gefunden. In schweren Fällen führt die Krankheit durch -Herzschwäche oder nachfolgende Nephritis zum Tode; zuweilen tritt -Hämoglobinsäure paroxysmatisch und intermittirend auf; in leichten -Erkrankungen fehlt sie manchmal gänzlich. - -+Aetiologisch+ zählt +Plehn+ das +Schwarzwasserfieber+ zur +Malaria+. -Der Nachweis der Parasiten gelang erst bei der Untersuchung frischen -lebenden Blutes auf konkavem Objektträger. Es fanden sich in den -rothen Blutkörperchen helle, in Methylenblau nicht färbbare Flecke, -+ohne+ Pigmentbildung. Die Parasiten wuchsen nur bis zur Grösse des -vierten Theils eines rothen Blutkörperchen heran, während die bei uns -heimischen Malariaamöben ein solches schliesslich nahezu vollkommen -auszufüllen pflegen. Später zerfielen die Parasiten in 5–6 kleinere, -an dem einen Pol stärker färbbare Gebilde. Dieselben blieben entweder -im Zusammenhang und nahmen dabei eine sternförmige Gestalt an, oder -sie wurden frei und bewegten sich dann schnell in der Blutflüssigkeit -fort. Wie schon erwähnt, +fehlte+ das in heimischen Malariaamöben -stets anzutreffende +Pigment+ in den Schwarzwasserparasiten gänzlich, -ebenso sind die letzteren viel kleiner und besitzen eine gleichmässig -oval-ringförmige Gestalt. - -Des Weiteren macht +Plehn+ noch darauf aufmerksam, dass das +Chinin+ --- wie dies ja auch für eine grössere Reihe anderer chemischer -Körper überhaupt nachgewiesen ist -- die Fähigkeit hat, beim relativ -Gesunden +Hämoglobinurie hervorzurufen+, oder ein gewöhnliches Fieber -in ein hämoglobinurisches zu verwandeln und ein hämoglobinurisches -in erheblicher Weise zu verschlimmern. +Plehn+ kommt nach seinen -Erfahrungen über die Wirkung des Chinins bei dem Schwarzwasserfieber -zu dem Ergebniss, dass das Fieber +ungünstig+ beeinflusst wird. Die -Krankheit hat eine ausgesprochene Neigung zur Spontanheilung. Nützlich -erwies sich die von +Kohlstock+ empfohlene Einathmung von komprimirtem -Sauerstoff. - -Den Beobachtungen von +Plehn+ gegenüber erklärte dann +Belon+[257], -dass das Schwarzwasserfieber keine besondere, der Gruppe der Malaria -zugehörige Krankheit vorstelle; vielmehr sei die von +Plehn+ -beschriebene Erkrankung nichts anderes als Gelbfieber. - -Dem gegenüber hält jedoch +Plehn+[258] seine Mittheilungen in vollem -Umfange aufrecht und führt noch zum Beweise für die Richtigkeit seiner -Auffassung folgende +Unterschiede zwischen Schwarzwasserfieber und -Gelbfieber+ an: - -1. Gelbfieber ist epidemisch und kontagiös, Schwarzwasserfieber eine -sporadische nur ausnahmsweise in Gruppen von Fällen auftretende, -niemals ansteckende Krankheit. - -2. Die Gefahr der Gelbfiebererkrankung ist bei der Ankunft am Fieberort -am grössten und nimmt mit der Dauer des Aufenthalts daselbst ab; -Schwarzwasserfieber befällt meist Personen, die schon längere Zeit an -dem Orte leben. Gelbfieber wiederholt sich selten, Schwarzwasserfieber -häufig bei derselben Person. Das bei Gelbfieber charakteristische -blutige Erbrechen wurde von +Plehn+ bei Schwarzwasserfieber niemals -gesehen. Bei Gelbfieber ist der Ikterus nicht konstant und meist -ein später eintretendes Symptom; beim Schwarzwasserfieber ist die -Gelbfärbung stets und zwar beim Beginne der Krankheit vorhanden; -ebenso verhält es sich mit der Albuminurie. Der Verlauf ist bei -Gelbfieber regelmässig und zerfällt in typische Abschnitte, bei -Schwarzwasserfieber nach Dauer und Intensität wechselnd. Die -Zerfallserscheinungen des Blutes und die Parasiten, welche dem -Schwarzwasserfieber eigenthümlich sind, fehlen beim Gelbfieber. - -3. Die Magenschleimhaut wird bei Leichenöffnungen der an Gelbfieber -Verstorbenen stark entzündet, bei Schwarzwasserfieber blass und -blutleer gefunden; die Leber ist bei der ersteren Krankheit -fettig degenerirt, bei der anderen stark hyperämisch und durch -Pigmentablagerung intensiv dunkel gefärbt. - -Von +Kückel+[259], welcher nur 4 Fälle von Schwarzwasserfieber -auf einer Seereise nach dem Kongo zu behandeln Gelegenheit hatte, -glaubt, dass das Chinin in grossen Gaben (8–12 Gramm am ersten -Tage gegeben), durchaus günstig wirkt. Gegenüber dieser auf nur -vier Krankenbeobachtungen gegründeten Auffassung +Kückels+ hat -+Plehn+ in einen auf der 67. Naturforscherversammlung in Lübeck -gehaltenen Vortrage sich auf neue, seitens der deutschen Aerzte -in den Reichskolonialgebieten gesammelten Erfahrungen berufen und -nachdrücklich nochmals seine Auffassung vertreten, dass das +Chinin -in der Behandlung des Schwarzwasserfiebers nicht nur nutzlos, sondern -geradezu schädlich sei+. - - * * * * * - -Hinsichtlich des sog. +biliösen Typhoids+, welches neuerdings überhaupt -nicht mehr zum Typhus gerechnet wird, hatten +Schiess-Bey+ und -+Bitter+[260] Gelegenheit in Alexandrien 4 Fälle zu beobachten. Sie -fanden bei ihren Untersuchungen des Blutes der Lebenden 1–2 µ grosse -Plasmodien sowohl in den rothen Blutkörperchen, wie auch freiliegend -und dann lebhafte amöboide Bewegungen ausführend. Daneben konnten alle -Stadien wie bei Malariaparasiten festgestellt werden. Deshalb kommen -+Bitter+ und +Schiess-Bey+ zu der Ansicht, das biliöse Typhoid den -Malariakrankheiten anzuschliessen. - - -Anhang. - -Es mag noch erwähnt sein, dass +Doehle+[261] in dem frischen Blute, -sowohl in der Blutflüssigkeit wie in den rothen Blutkörperchen von -=Masernkranken= sich langsam aber deutlich bewegende Gebilde von ½-1 -µ Durchmesser gefunden hat, die einen hellen Hof und einen dunklen -Kern hatten, auch 1–2 Fortsätze erkennen liessen. +Doehle+ hält diese -Gebilde für die Erreger der Masern. - -+Derselbe Autor+ fand auch im Blute von Scharlachkranken -geisseltragende Kugeln, die er für die Erreger des =Scharlachs= hält. - -Auch =im Blute Syphilitischer= sowie in dem =Blute und in den -Pockenpusteln Pockenkranker= fand +Doehle+[262] dieselben -eigenthümlichen Gebilde. - -Bezüglich der bei =Syphilis= gefundenen Gebilde hat +Doehle+ vor Kurzem -über weitere Versuche berichtet[263]. - -+Doehle+ gelang es zunächst die fraglichen Gebilde auch im Gewebe -nachzuweisen. - -Färbt man mit einer Mischung von Hämatoxylin und Karbolfuchsin, -differenzirt danach durch Behandlung mit Jod oder Chrompräparaten -und Alkohol, so ergiebt sich eine Doppelfärbung. In syphilitischen -Entzündungsprodukten verschiedener Organe (Schanker, Hodengumma, -Hirngumma, Herzgumma, Lungen- und Lebergumma, [bei kongenitaler -Syphilis]) findet man die Kerne in gewöhnlicher Weise mit Hämatoxylin -gefärbt (oder auch bei Anwendung von Chrom fast vollkommen entfärbt); -ausserdem aber intensiv roth gefärbte Körper von verschiedener -Grösse, an denen ebenfalls hin und wieder Fortsätze zu sehen sind. -Die kleinsten Körper sind gewöhnlich rund, die grösseren rund oder -eckig in den verschiedenen Formen, wie wenn sie in verschiedenen -Bewegungszuständen fixirt seien. Die Färbung ist jedoch nicht lange -haltbar. Bei vergleichenden Färbungen an aus anderer Ursache krankhaft -veränderten Geweben fand sich nur einmal eine gleiche Reaktion bei -einem zweifelhaften Sarkom. +Doehle+ hält die im Gewebe gefärbten -Körper für identisch mit den von ihm früher im lebenden Zustande -beobachteten und beschriebenen. - -+Doehle+ hat auch Impfungen ausgeführt und benutzte dazu ½ ccm -grosse Stücke von Gummen der Lunge, der Leber oder auch von der -stark veränderten Milz von genitaler Lues. Mit Erfolg wurde auch das -Material von Kindern benutzt, die einige Zeit gelebt hatten. Unter -Berücksichtigung aller Vorsichtsmassregeln wurden die Stückchen dann -unter die Haut am Bauche von Meerschweinchen gebracht. Der weitere -Verlauf ist dann in der Regel folgender: - -Die Wunde heilt in wenigen Tagen ohne Eiterung. Das Impfstück ist -zunächst unter der Haut noch verschieblich, dann entwickelt sich darum -eine entzündliche Infiltration, deren Betasten dem Thiere Schmerzen -verursacht; nach ungefähr 4 Wochen ist die Infiltration zurückgebildet -und man fühlt jetzt deutlich wieder das Impfstück. +Ein Geschwür -bildet sich von dem Impfstück+ ausgehend nie. Die Resorption des -implantirten Stückes geht sehr langsam vor sich, so dass man noch nach -3–4 Monaten gelegentlich einen Rest davon fühlen kann. Die geimpften -Thiere sind in den ersten Monaten anscheinend vollkommen gesund, bei -jungen Thieren findet allerdings ein geringeres Wachsthum statt, als -bei den gleichalterigen nicht geimpften. Im 4. oder 5. Monat kann man -den Thieren ansehen, dass sie krank sind. Sie magern ab, die Haare -werden struppig. Dieser Krankheitszustand wird immer stärker, dabei -werden die Thiere schwächer, so dass sie wenig lebhaft sich bewegen, -die Hinterbeine nachschleppen und endlich unter hochgradiger Abmagerung -zu Grunde gehen. Die +Dauer der Krankheit+ von der Impfung bis zum -Tode beträgt durchschnittlich 8–9 Monate. Die +Sektion+ ergiebt an -Organveränderungen nichts als eine vergrösserte Milz mit sehr starker -rostfarbener Pigmentirung, etwas geschwollene Lymphdrüsen, und bei -einzelnen Thieren mikroskopisch nachweisbar eine Vermehrung des -interstitiellen Gewebes der Lunge. - -Im +Blute der kranken Thiere+, und ebenso der gestorbenen, wenn -es frisch zur Untersuchung kommt, fanden sich bewegliche Körper, -die theils einfache Kugeln oder Ovale darstellen, theils zu zweien -nebeneinander hingen, in Bewegung waren und öfter eine Geissel erkennen -liessen. Grössere Formen fanden sich nur spärlich. Ausserdem zahlreiche -rothe Blutkörperchen als pigmentlose Scheiben und ungewöhnlich kleine -Blutscheiben in grosser Zahl. Die beweglichen Körper stimmten in ihrem -Verhalten überein mit den von +Doehle+ schon früher bei Syphilis -beschriebenen und zwar hauptsächlich mit den kleineren Formen. -Desgleichen stimmten sie überein mit dem Befunde im Blute bei Roseola -syphilitica. - -„Dies würde ein Beweis sein, sagt +Doehle+, dass eine Infektion -stattgefunden hat und Organismen, die Jenen, welche man bei -menschlicher Syphilis findet, ungemein ähnlich, resp. gleich sind, -im Blute der Meerschweinchen sich entwickeln können, ferner, dass -unter dem Einflusse derselben eine erhebliche Veränderung des Blutes -stattfindet, ähnlich der Blutveränderung bei der Syphilis des Menschen. -Aber nicht nur dieser Beweis, sondern hauptsächlich der typische -Krankheitsverlauf nach Implantation von syphilitischem Material ist es, -der zu dem Schlusse zwingt, dass die Syphilis auf Thiere übertragbar -ist, hiermit zu weiteren Untersuchungen auffordert, um endlich diese -Krankheit dem Thierexperiment zugängig zu machen.“ - - * * * * * - -[Illustration: Figur 31. - -Parasiten aus +Variolalymphe+ einer Impfstelle der Kornea, nach -+Guarnieri+. - -1. Schnittpräparat mit Parasiten innerhalb der Epithelien. Vergr. -c. 600. 2. Stärkere Vergrösserung einer einzelnen Zelle. 3. -Sporulationsstadium (?).] - -Bei den =Pocken= hatte +Doehle+ im +Blute+ und +Guarnieri+[264] auf -Schnitten von dem präpustelaren Stadium in den Zellen der Malpighischen -Schicht neben dem Kern färbbare, unregelmässig geformte Körperchen -gefunden. +Guarnieri+ erhielt dann durch Verimpfung von minimalen -Mengen Vaccinalymphe auf die Kornea von Kaninchen an Ort und Stelle -eine Epithelverdickung, dann bildete sich ein kleiner Substanzverlust, -das Knötchen wuchs dabei, und in der Umgebung traten neue, kaum -sichtbare, epitheliale Wucherungen auf. An Epithelfetzen, die frisch -untersucht wurden, liessen sich in zahlreichen Zellen kleine glänzende -Körperchen nachweisen, die den Kern häufig etwas zur Seite gedrängt -hatten und die auf dem geheizten Objekttisch untersucht, langsame -amöboide Bewegungen ausführten. Auf Schnitten lagen die Körperchen -in einer Lücke des Leibes der Epithelzellen, zeigten im fixirten -Zustande eine unregelmässige Form, einen stärker färbbaren Kern und -manchmal Vakuolen. Die grössten Parasiten, welche öfters zu zweien -dicht aneinander lagen und Andeutungen von Karyokinese zeigten, -erreichten etwa die Grösse der Epithelkerne. Zuweilen fand +Guarnieri+ -Veränderungen, welche als Sporulationsphasen betrachtet werden -konnten. Dabei zeigten die Fremdkörper eine radiäre Furchung oder -eine Maulbeerform. Bei Wiederholung der Korneaimpfungen konnte neben -einzelnen ungünstigen Ergebnissen manchmal ein dem eben beschriebenen -ganz ähnliches Ergebniss erzielt werden. - -Die Befunde von +Guarnieri+ sind später von +L. Pfeiffer+[265], -+E. Pfeiffer+[266], +Sicherer+[267], +Monti+[268], +Ruffer+[269], -+Plimmer+[270], +J. Clarke+[271] u. A. bestätigt worden. +Guarnieri+ -war theilweise von Arbeiten ausgegangen, welche früher +van der -Loeff+[272] und +L. Pfeiffer+ unabhängig von einander ausgeführt -hatten, wobei Protozoen im Inhalte der Pockenpustel gefunden und -beschrieben worden waren. - -+Guarnieri+ fand die Zellschmarotzer sowohl bei Variola wie auch -bei Vaccina und nannte sie +Cytoryctes variolae+ und +C. vaccinae+. -Die beschriebenen Gebilde fanden sich auch in den Epithelien der -Schleimhautverdickungen am Larynx und Pharynx, wenn auch weniger -deutlich. +Guarnieri+ fixirte für seine Untersuchungen die Hornhaut in -Sublimatessigsäure und fertigte dann Serienschnitte an. - -Neuerdings hat nun +v. Wasielewski+[273] weitere Studien über diese -Gebilde angestellt und dabei eine Technik verwerthet, deren Benutzung -nach seiner Ansicht am meisten vor Misserfolgen schützt. - -Zur Impfung wurde Glycerinvaccina der Impfinstitute zu +Weimar+ und -+Halle+ sowie frische Rinderlymphe benutzt. Meistens (50) wurden -Kaninchen, seltener (10) Meerschweinchen für die Versuche benutzt. -Als Fixirungsflüssigkeiten wurden Sublimatchromsäure (Sublimat, -konzentrirte wässrige Lösung 200,0 + Aqu. destill. 250,0 + Ac. -chrom. 0,5), Pikrinsublimat (konzentrirte wässrige Pikrinsäurelösung -1000,0 + konzentrirte wässrige Sublimatlösung 1000,0 + Ac. acet. -glac. 50,0 + Aqu. dest. 2000,0), Pikrinessigsäure, +Flemming+’sche -Lösung, Sublimat, Sublimatsalpetersäure (in heisser physiologischer -Kochsalzlösung gesättigte Sublimatlösung + Salpetersäure 3 Proz. a͠a) -angewandt worden. - -Das in Paraffin eingebettete Material wurde in Serienschnitte -von 5–10 µ Dicke zerlegt. Zur Färbung dienten die gebräuchlichen -Karmin-Hämatoxylin- und Anilinfarben. Um die Cytoryctesformen von der -Umgebung abzuheben, empfiehlt sich, wie schon +E. Pfeiffer+ angab, -die Anwendung der +Heidenhain+’schen Färbung; zur Nachfärbung wurden -Bordeauxroth, Säurefuchsin oder Orange benutzt. Noch bessere Bilder -giebt die Färbung mit Alaunfuchsin, Entfärbung mit Kali chromic., -Nachfärbung mit +Ehrlich+’schem Hämatoxylin. - -Die Paraffinschnitte werden auf dem Objektträger mit Eiweissglycerin -aufgeklebt. Das Paraffin wird mit Xylol entfernt und die Schnitte dann -mit Alkohol absolutus 96 proz. Alk. 70 proz. und Wasser abgespült. -Alsdann erfolgt eine Färbung in Alaunfuchsin (Fuchsin 1, Alumen crudum -3,0 Aqu. dest. 100,0) 24 Stunden lang. Dann erfolgt Entfärben mit Kali -bichromic. unter dem Mikroskop; zu diesem Zwecke wird von einer ½ proz. -Lösung unmittelbar vor dem Gebrauch eine Mischung mit gleichen Theilen -70 proz. Alkohol hergestellt, da sich nach längerem Stehen, besonders -im Sonnenlicht Niederschläge bilden, welche am Präparat leicht haften -bleiben. Die Entfärbung wird so lange fortgesetzt bis das Präparat -mit Ausnahme der leuchtendrothen Zelleinschlüsse blassrosa erscheint, -hierauf Abspülen mit Aqu. destillata und Nachfärben mit +Ehrlich+’schem -Hämatoxylin. - -Bei dieser Methode werden die Cytoryctesformen leuchtend roth, während -Zellkern und Protoplasma der Epithelien die Hämatoxylinfärbung annehmen. - -Nach +Wasielewski+ scheint die +Entwicklung der Cytoryctes vaccinae+ im -Hornhautepithel des Kaninchens am 2. und 3. Tage nach der Impfung ihren -Höhepunkt zu erreichen. Im +ungefärbten Zustande+ besitzen sie ein viel -stärkeres Lichtbrechungsvermögen als Kern und Protoplasma. Sie fallen -bei der Beobachtung ungefärbter Schnitte in Wasser durch ihren starken -Glanz innerhalb der Epithelzellen auf. Wegen der weiteren Erscheinungen -nach der Färbung muss auf die Arbeit von +Wasielewski+ verwiesen werden. - -Schliesslich möge erwähnt sein, dass einzelne Autoren, wie +Unna+, -+Coporaso+, +Léoni+, +Ferroni+ und +Massari+ in den oben genannten -Gebilden nicht die Parasiten der Vaccina bezw. Variola erblicken. Auch -+Salmon+[274] kommt neuerdings zu einer anderen Deutung und meint, es -wären Chromatinklumpen, welche von Wanderzellen abstammten. Trotzdem -auch +Salmon+ Versuche zur Stütze seiner Auffassung anführt, wird man -denselben einstweilen noch nicht zustimmen können, da die färberischen -Eigenthümlichkeiten allein nicht den Ausschlag geben können. - - -Mikrosporidien. - -+Balbiani+ hat in seinen „Leçons sur les Sporozoaires“ (Paris 1884) -die bisher nur bei den Arthropoden bekannten sog. „Pebrinekörperchen“ -oder „Psorospermien der Arthropoden“ als eine besondere Gruppe -- -Microsporidia -- den Sporozoen eingefügt. +F. Leydig+ hat dieselben -zuerst (1853) bei +Coccus hesperidium+ entdeckt, dann wurden dieselben -bei zahlreichen anderen Arthropoden, ferner einzelnen Cestoden, -Nematoden, Reptilien und Amphibien gefunden. Der +Sitz+ der Parasiten -ist verschieden; in einzelnen Fällen sind nur die Muskulatur bei -anderen Thieren (z. B. bei den Arthropoden) theils diese, theils auch -andere Organe (Darm, Malpighische Gefässe, Genitalien, Tracheen) -infizirt. - -Neuerdings werden nach dem Vorgange von +Thélohann+[275] die -Mikrosporidien zur Familie der +Glugeiden+ und den +Myxosporidien+ -zugerechnet. - -Die +Glugeiden+ besitzen meist sehr kleine, eiförmige Sporen, welche -am breiten Ende eine +nicht+ färbbare Vakuole, am schmalen Ende -eine frisch meist unsichtbare Polkapsel besitzen. Die Theilung der -Sporenhülle in zwei Schalenhälften ist schwer nachweisbar. - -Man theilt die Familie der Glugeiden in drei Gattungen ein: Glugea, -Pleistophora und Thelohannia. - -Zur Gattung +Glugea+, deren Arten fast ausschliesslich in Geweben -schmarotzen, gehören nun 1. Glugea mikrospora Thélohann (Nosema anomala -Moniez), lebt im subkutanen Bindegewebe und im Ovarium des Stichlings, -sowie 2. +Glugea bombycis+ (+Thélohann+) (+Microsporidium bombycis -Balbiani+). - -Der Schmarotzer lebt in sämmtlichen Geweben des Seidenspinners -(Bombyx mori) und ist der +Erreger+ der sog. +Pebrinekrankheit+ der -Seidenspinnerraupen, durch welche nach den Berechnungen von +M. de -Quatrefages+ die Seidenzüchter Frankreichs allein in dem Zeitraum -von 1854–1867 einen Verlust von wenigstens einer Milliarde Franks -erlitten haben. Auf Anrathen von +Pasteur+ und +Balbiani+ ist dann -durch mikroskopische Untersuchung und Ausscheidung der infizirten Eier -die Einschränkung der Seuche gelungen. Die Sporen, welche man von dem -Parasiten zuerst kannte, besitzen nach +Balbiani+ eine dicke Schale, -die an einem Ende aufspringt und ein kleines nacktes Körperchen, das -amöboide Bewegungen zeigt, austreten lässt. Diese gelangen dann später -in die Darmepithelien, sowie in die Muskularis des Darmes und können -später -- durch Autoinfektion -- auch andere Gewebe infiziren. Sicher -ist, dass selbst die +abgelegten Eier+ der kranken Seidenspinner -bereits infizirt sind, +ohne dass die Entwicklungsfähigkeit derselben -darunter leidet+. Demnach kann hier eine +direkte Vererbung+ der -Krankheit von Generation zu Generation stattfinden. Daneben kann auch -eine Infektion durch mit Sporen infizirtes Futter vorkommen. - - - - -III. Klasse: Infusorien (Aufgussthierchen). - - -=Zoologisches und Geschichtliches.= Wie der Name -- Aufgussthierchen --- noch erkennen lässt, wurden ursprünglich alle Organismen, welche -in Infusionen auftraten, d. h. in Wasser-Aufgüssen auf irgend welche -organische Substanzen, Infusorien genannt. Gegenwärtig beschränkt man -den Namen Infusoria auf einzellige Organismen von meist bilateralem -Bau und meist konstanter Körpergestalt, die sich vor anderen Protozoen -durch den Besitz lebhaft schwingender Härchen auszeichnen. Sind diese -so lang oder länger als der Körper, so nennt man sie +Geisseln+ oder -+Flagella+; sind sie kürzer als der Körper und in grösser Anzahl -vorhanden, so spricht man von Wimpern oder +Cilia+. Nur eine Gruppe der -Infusorien, die Suctoria besitzen solche Wimpern nur in der Jugend, im -erwachsenen Zustande dagegen Saugröhrchen (+Braun+). - -Die Verschiedenheit der Körperanhänge (Flagella, Cilien und -Saugröhrchen) ist die Grundlage für die +Eintheilung+ der +Infusorien+ -in +Flagellaten+, +Ciliaten+ und +Suktorien+ gewesen. - - -=I. Ordnung: Flagellaten= (Geisselthierchen). - -Die +Flagellaten+ sind durch den Besitz einer oder mehrerer langer -Geisseln +charakterisirt+, die meist nur an dem Vorderende des in der -Regel von einer Kutikula umgebenen Körpers vorhanden sind. Eigentliche -Wimpern kommen neben den Geisseln nicht vor, dagegen eine der Länge -nach über den Körper verlaufende Membran, deren freier Rand sich in -mehr oder weniger ausgesprochenen Zacken auszieht und dann Wimpern -vortäuscht (+Braun+). Der meist kleine Körper hat oft am vorderen -Ende eine Mundstelle, ein After fehlt. Die +Vermehrung+ erfolgt durch -Theilung; entweder durch Theilung des Körpers in zwei Individuen oder -(selten) nach Encystirung in eine grössere Anzahl von Schwärmern. -Man findet die Flagellaten im süssen und salzigen Wasser, theils -festsitzend (oft an Thieren), theils frei schwimmend; manche scheiden -Gehäuse aus. - -Die in +Fäulnisswässern lebenden+ Gruppen enthalten meist noch die -parasitisch lebenden Arten, die man theils im Darm und dessen Anhängen, -theils in den Genitalien oder im Blute antrifft. - - -Parasitische Flagellaten beim Menschen und bei Thieren. - -=Trichomonas.= Rundlicher oder ovaler durchsichtiger Körper mit drei -oder vier oft verklebenden Geisseln am Vorderende. Das Hinterende ist -spitz und ohne Geissel. - -1. +Cercomonas hominis+ (+Davaine+ 1854) (+Syn.+: Trichomonas hominis -Dav. 1854; Cercomonas intestinalis +Lambl+ 1875; Megastroma entericum -+Grassi+ 1881; Trichomonas intestinalis +Leuckart+ 1879; Monocercomonas -hominis +Grassi+ 1882.) - -[Illustration: Figur 32. - -Trichomonas hominis Dav. (Nach +Grassi+.)] - -Der Parasit ist birnförmig, mit spitz zulaufendem Hinterleibsende und -3–4 Geisseln am Vorderende. Die Länge beträgt 0,004 bis 0,010 und die -Breite 0,004. Cercomonas intestinalis kommt sehr häufig beim Menschen -vor und ist bei Darmkatarrhen[276] und besonders oft bei Diarrhöen -der Kinder[277] beobachtet worden. Trotzdem ist die +pathogene -Bedeutung+ noch sehr zweifelhaft. Ebenso ist über die Entwicklung -und Infektionsquelle sicheres bisher nicht bekannt. +Epstein+ sah in -seiner Klinik einmal sechs Kinder eines Zimmers fast gleichzeitig -an Trichomonaden-Diarrhöe erkranken, und stellte ausserdem fest, -dass Säuglinge, auch wenn sie neben der Muttermilch noch andere Kost -erhalten und selbst an Diarrhöe erkranken, stets frei von Trichomonaden -gefunden werden. - -Jüngst hat +Hensen+[278] eine Mittheilung gemacht über einen Befund von -+Infusorien im Mageninhalt bei Carcinoma ventriculi+. - -Bei einem 39jährigen Arbeiter, welcher unter den Erscheinungen -zunehmender Abmagerung, Erbrechen schleimiger Massen und unverdauter -Speisen kurz nach dem Essen ins Krankenhaus kam, wurden im Mageninhalte -Infusorien gefunden. Die Sektion ergab ein grosses zum Theil -zerfallenes Carcinom des Magens, und Verwachsungen desselben mit dem -linken Leberlappen, dem Pankreas und dem Zwerchfell, sowie Metastasen -in der Leber, den retroperitonealen und den am Cardiamagen gelegenen -Lymphdrüsen. - -In dem ausgedehnt carcinomatösen Magen, mit seinen zahlreichen -ulcerirten und zerklüfteten Flächen, seinem zersetzten und alkalisch -reagirendem Inhalt, waren zahlreiche Infusorien nachzuweisen, -deren Grösse von 5–15 µ schwankte. Dieselben zeigten zuweilen eine -lebhafte Bewegung und liessen sich mit Methylenblau färben. +Hensen+ -möchte dieselben den Monadinen zuzählen, wie solche +Marchand+[279] -gelegendlich im Urin gefunden hat. Im Erbrochenen und im Stuhl waren -sie nicht nachzuweisen. - -Unter normalen Verhältnissen dürften sie im Magen leicht zu Grunde -gehn, dagegen meint +Hensen+, könnte ein solcher Befund gelegentlich in -diagnostischer Hinsicht verwerthbar werden. - -[Illustration: Figur 33. - -Trichomonas vaginalis (nach +Braun+).] - -2. +Trichomonas vaginalis+ (+Donné+ 1837). Der kurze oder mehr -langgestreckte Parasit besitzt an seinem vorderen Ende vier Geisseln, -welche so lang oder länger als der Körper sind. Das hintere Ende -verlängert sich in eine gerade oder gebogene Spitze. Trichomonas -vaginalis ist ein sehr häufiger Parasit bei Frauen und gelegentlich -auch beim Manne (im Urin, +Miura+[280]) beobachtet worden. Die -Parasiten leben +in dem sauer reagirenden+ (nicht in normalem) -+Vaginalschleim+ bei Frauen verschiedenen Alters, sowohl bei -menstruirenden wie nicht mehr menstruirenden Personen, Schwangeren -wie Nichtschwangeren, selbst bei Mädchen von 6–7 Jahren, sofern -bei denselben Scheidenkatarrh mit saurer Reaktion des Sekretes -besteht. Bei Injektion alkalischer Flüssigkeiten werden die Parasiten -getödtet (+Braun+). Unbekannt ist bisher, ob die Trichomonaden den -Scheidenkatarrh hervorrufen oder nur Begleiter desselben sind. - -[Illustration: Figur 34. - -Trichomonas vaginalis, sehr stark vergrössert. - -(Nach +Künstler+.)] - -Neuerdings hat +Schmidt+[281] in drei Fällen von +Lungenerkrankungen+ -Flagellaten beobachtet, welche er Trichomonas pulmonalis benannte, -jedoch möglicherweise für identisch mit Trichomonas vaginalis hält. -In zwei Fällen handelte es sich um eine Aspirationspneumonie und -Lungengangrän, im dritten um Bronchiektasie. Der Fundort der Protozoen -waren in allen drei Fällen ausschliesslich die übelriechenden -+Dittrich+’schen Pfröpfe, die in wechselnder Zahl und Grösse im Auswurf -angetroffen wurden. Zerdrückte man einen solchen frischentleerten -Pfropf zwischen Objektträger und Deckgläschen, so sah man zwischen -den verschiedenen Bakterien die betreffenden Infusorien, welche sich -auf den ersten Blick nicht viel von Leukocyten unterscheiden, bald -an ihrer selbständigen eigenartigen Bewegung. Die durchschnittliche -Grösse ist etwas geringer als die eines Eiterkörperchens; ihre Form -wechselt ausserordentlich. Am häufigsten zeigen sie eine ovuläre oder -unregelmässig längliche Gestalt. An dem einen Pol tragen sie eine -wechselnde Anzahl in lebhafter Bewegung begriffener Geisseln. Ausser -der Geisselbewegung existirt auch noch eine amöboide Bewegung, deren -Effekt eine fortwährende Veränderung der Leibesform ist. Färbungen -von Trockenpräparaten ergaben keine instruktiven Bilder. Am besten -ist es nach +Schmidt+ Methylviolett oder irgend eine andere Farbe am -Deckglasrande des frischen Präparates aufzutupfen und zu warten, bis -durch Diffusion der Farbstoff die im Gesichtsfeld eingestellten Thiere -erreicht. Die Färbung tritt erst dann ein, wenn die Lebensthätigkeit -aufgehört hat. Versuche, die Infusorien zu isoliren, zu züchten, -oder künstlich zu übertragen, gelangen nicht. Interessant ist noch, -dass in einem Falle mit der Besserung des Krankheitsprozesses die -+Dittrich+’schen Pfröpfe und mit ihnen die Trichomonaden aus dem Sputum -verschwanden. - -Vor Kurzem hat +Wieting+[282] über das Vorkommen von Trichomonas in der -Lunge eines Schweines bei lobulärer Pneumonie berichtet. - -Bei einem 4 Monate alten Schwein, das 14 Tage lang die Erscheinungen -einer Lungenaffektion dargeboten hatte, wurde nach der Sektion in -den grösseren und kleineren lobulärpneumonischen Heerden eine der -Trichomonas vaginalis sehr ähnliche Flagellatenart beobachtet. Daneben -war auch der +Fränkel-Weichselbaum+’sche Diplococcus lanceolatus -vorhanden. Die Flagellaten sind danach wahrscheinlich sekundär zur -Ansiedlung gekommen. - -=Lamblia.= BLANCHARD 1888. - -Die Gattung ist +charakterisirt+ durch eine vordere, saugnapfartige -Vertiefung und durch das Vorhandensein von +Geisseln am Vorderende und -am Hinterende+ des Thieres. - -[Illustration: Figur 35. - -Das von +Roos+ beobachtete Flagellat.] - -+Lamblia intestinalis+ (+Lambl+ 1859). +Syn.+: Cerkomonas intestinalis -+Lambl+ 1859. Hexamita duodenalis +Davaine+ 1875. Dimorphus muris -+Grassi+ 1879. Megastoma entericum +Grassi+ 1881. Megastoma -intestinale. +Blanchard+ 1886. - -Die Parasiten sind von birnförmiger Gestalt und die vier Geisselpaare -nach hinten gerichtet. Die Länge beträgt 0,010–0,016 mm, die Breite -0,005–0,0075 mm. Die +Cysten+ sind oval, 0,009–0,012 mm lang und -0,007–0,010 mm breit; sie erscheinen wasserhell, leicht grünlich; der -eingeschlossene Parasit ist oft nur andeutungsweise als dunklerer -S-förmiger Körper zu sehen. - -Man hat Lamblia intestinalis beim +Menschen+ sowohl bei Gesunden wie -bei Kranken, bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern gesehen und ist -jetzt zu der Ansicht gekommen, dass der Parasit im Ganzen sehr häufig -beim Menschen vorkommt, jedoch eine besondere pathogene Bedeutung nicht -besitzt. - -+Bei Thieren+ ist der Schmarotzer sehr oft festgestellt worden, und -besonders im Darm (vorwiegend im Duodenum und Jejunum) der Mäuse, -Ratten, Katzen, Kaninchen und Schafe beobachtet. - -[Illustration: Figur 36. - -Lamblia intestinalis von der Fläche, von der Seite, auf Darmepithelien, -abgestorbene und encystirt. (Nach +Grassi+ und +Schewiakoff+.)] - -Hinsichtlich der +Infektion des Menschen+ wird angenommen, dass der -Mensch sich die Parasiten durch Aufnahme der Cysten einverleibt, welche -in den meisten Fällen von den Mäusen und Ratten ausgestreut, ins Wasser -oder auch in andere Nahrungsmittel gelangen und so den Weg in den -menschlichen Körper finden. - -Neuerdings hat +W. Janowski+[283] in einer sehr fleissigen Arbeit, -welche die gesammte Litteratur berücksichtigt, die +Frage der Bedeutung -der Flagellaten für die Pathologie des Darmkanals+ erörtert und gelangt -dabei auf Grund seiner eigenen 6 Beobachtungen und auf Grund der ganzen -diesbezüglichen Litteratur zu dem Schlusse, dass die +Anwesenheit -der Flagellaten im Darme grösstentheils ganz ohne Einfluss+ auf -die Funktionen desselben ist, dass jedoch in +Ausnahmefällen+, die -Flagellaten durch ihre Anwesenheit den +Darm reizen+ und theils -Diarrhöe hervorrufen, theils dieselbe in die Länge ziehen können. - -„Dies schliessen wir, sagt +Janowski+, aus den bis jetzt schon -vorhandenen Daten über gewisse Fälle, in denen Trichomonaden oder -Cerkomonaden im Darme vorhanden waren. Ist dies aber der Fall, so liegt -darin ein Grund mehr für uns, in jedem Diarrhöefall im Krankenhause und -wenigstens bei jeder hartnäckigen Diarrhöe ausserhalb des Hospitals -den frisch abgegebenen Stuhl einer mikroskopischen Untersuchung -zu unterziehen. Auf diese Weise ist doppelter Nutzen zu erzielen. -Erstens wird weit rascher, als es bis jetzt der Fall war, ein Material -zusammenkommen, auf Grund dessen die Frage von der Bedeutung der -Flagellaten in der Pathologie des Darmkanals bald ihre vollständige -Lösung finden wird. Zweitens gewinnt der behandelnde Arzt dadurch -eine Handhabe, um im betreffenden Falle von vorne herein die richtige -Prognose zu stellen und sich für eine entsprechende Behandlungsmethode -zu entscheiden. Von allen Fällen, in denen es sich um hartnäckige -Diarrhöe mit Vorhandensein zahlreicher Flagellaten im Stuhle handelt, -kann man sagen, dass die +geeignetste Behandlung derselben die gegen -die Flagellaten selbst gerichtete ist+. Gerade diese +Therapie+ giebt -zuweilen (+Zunker+, +Roos+ u. A.) sehr rasch günstige Resultate, -während jede andere sich erfolglos erweist. Die Behandlungsmethode ist -äusserst einfach: der Kranke erhält mehrere Tage nach einander 3–4mal -täglich 0,1–0,2 Kalomel. Selbstverständlich muss sorgfältig auf -etwaige sich einstellende Vergiftungssymptome geachtet und die Kur -in diesem Falle unterbrochen werden. Gewöhnlich hört nach 3 solchen -Kuren die Diarrhöe auf. Die Intervalle zwischen den einzelnen Kuren -müssen je nachdem, ob und wie bald sich wieder Flagellaten im Stuhl -zeigen und je nachdem der Kranke sich dem Kalomel gegenüber verhält, -von verschiedener Dauer sein. Zuweilen hilft schon 1 solche Kur -und leistet somit bessere Dienste als der jahrelange Gebrauch von -Mineralwasser oder von anderen therapeutischen Mitteln. Ungeachtet der -Seltenheit solcher Fälle, in denen die Flagellaten die wahre Ursache -der Diarrhöe sind, sollte man sie doch in keinem Falle von hartnäckiger -Diarrhöe ausser Acht lassen und eine gegen sie gerichtete Behandlung -einschlagen, sobald man zahlreiche Exemplare derselben in frisch -abgegebenen Entleerungen solcher Individuen findet, bei denen keine -andere Ursache für den Durchfall nachzuweisen ist.“ -- Manche empfehlen -zu diesem Zwecke ausser Kalomel noch Klystiere mit einer schwachen -Sublimatlösung, und in einem Falle glaubt +Janowski+, dass Chinin die -Trichomonaden getödtet hat[284]. - - * * * * * - -+L. Pfeiffer+[285] glaubt, dass bestimmte Arten der =Diphtherie der -Vögel= durch Flagellaten hervorgerufen werden. Bekannt ist in dieser -Hinsicht bisher nur, dass Protozoen, wahrscheinlich Koccidien, solche -Erkrankungen hervorrufen können. +L. Pfeiffer+ fand bei allen kranken -Tauben, bei welchen die Krankheit auf den Schleimhäuten ausgesprochen -war, Flagellaten im Schleim des Maulinnern und der Trachea. Sie -+fehlten+ im Maulschleim +gesunder+ Tauben. Bei akut tödtlichen -Erkrankungen unter Hühnern, Enten, Krähen, Pfauen und Truthähnen -mit diphtherischen Veränderungen in der Trachea und im Darm fanden -sich Millionen dieser Flagellaten. +Verimpfungen+ des Schnabel- oder -Darminhaltes in das Schnabelinnere von gesunden Tauben und Hühnern -bewirkte in zwei Tagen den Tod der Impfthiere und fanden sich dann -Millionen von Flagellaten in der Trachea und im Darmrohr vertheilt. -+Pfeiffer+ zählt die von ihm beobachtete Flagellate zur Gattung -+Trichomonas+. Ein undulirender Saum bewegt sie lebhaft von vorne nach -hinten. Die Zahl der Geisseln beträgt 2, 3–4; in der Mehrzahl der Fälle -3. Ein grosser Kern liegt an der Geisselbasis, ein bis zwei kontraktile -Vakuolen am anderen Pol. Eine typische Gestalt hat jedoch nach -+Pfeiffer+ die Flagellate nicht, Theilungen sind häufig zu bemerken. -+Babes+ fand ähnliche Protozoen auch auf der normalen Schleimhaut der -Vögel und glaubt, dass sie die Ursache der Erkrankung nicht sind. - - -=II. Ordnung: Ciliaten= (Wimperinfusorien). - -=Zoologisches.= Die Ciliaten leben theils frei schwimmend, theils -festsitzend und Kolonien bildend, im süssen, wie salzigen Wasser. -Zahlreiche Arten sind Parasiten bei verschiedenen niederen und -höheren Thieren und einige auch beim Menschen. Die +Wimpern+, deren -verschiedene Anordnung am Körper das Prinzip für die Klassifikation -der Ciliata ist, sind stets Fortsetzungen des Ektosarkes; ihre Gestalt -ist verschieden, haar-, seltener dorn- oder griffel- oder hakenförmig; -auch undulirende Membranen kommen gelegentlich vor (+Braun+). Die -+Vermehrung+ geschieht durch Zweitheilung, seltener, nach Encystirung -oder durch Knospung. Die Theilungen können sich vielfach wiederholen, -sistiren aber schliesslich, um durch Konjugation zweier Individuen -eine Regeneration besonders der Kerne zu ermöglichen. Fast überall ist -ein +Grosskern+ (Makronukleus) und demselben meist dicht anliegend -ein +Kleinkern+ (Mikronukleus) vorhanden. Zahlreiche Untersuchungen -(+Bütschli+, +Hertwig+, +Maupas+) lehrten, dass nachdem sich zwei -Individuen mit gleichnamigen Körperflächen aneinander gelegt haben, -der Mikronukleus sich vom Makronukleus trennt, sich vergrössert und -unter den Erscheinungen der Karyokinese zweimal theilt, so dass in -jedem Paarling (Gamet) 4 Mikronuklei vorhanden sind; drei derselben -gehen zu Grunde und werden resorbirt, der vierte rückt allmählich -nach einer durch Resorption der Kutikula an der Berührungsfläche der -Gameten entstandenen Verbindungsbrücke des Protoplasma und tauscht die -Hälfte seiner Substanz gegen die Hälfte des vierten Mikronukleus des -anderen Gameten aus; dann rekonstruirt sich dieser Mischkleinkern und -theilt sich in jedem Gamet, gewöhnlich zweimal. Von den so entstandenen -Theilstücken wird eines zum neuen Mikronukleus, eines oder mehrere -verschmelzen zum neuen Makronukleus. Der alte Grosskern ist gegen Ende -der Konjugation zerfallen und resorbirt worden. Gewöhnlich trennen -sich die beiden Gameten früher oder später und vermehren sich dann -selbständig durch Theilungen, bis einer Reihe von Theilungen wieder -Konjugation folgt (+Braun+). Encystirung ist unter den Ciliaten -allgemein verbreitet und dient als Schutzmittel beim Eintrocknen der -Gewässer, in welchen die Ciliaten leben. Weil solche Cysten durch den -Wind weit fortgetragen werden können, ist erklärlich, dass die meisten -Arten eine sehr grosse geographische Verbreitung besitzen. - -Nach +v. Stein+ werden die Ciliaten in folgender Weise eingetheilt, -wobei die verschiedene Anordnung der Wimpern am Körper zu Grunde gelegt -wird. - - 1. Ordnung: +Holotricha+, ciliate Infusorien mit Wimpern, welche - gleichmässig über den ganzen Körper vertheilt sind. - - 2. Ordnung: +Heterotricha+, wie die Holotricha allseitig bewimpert, - aber mit stärkeren Wimpern am Peristom. - - 3. Ordnung: +Hypotricha+, nur auf der Ventralfläche bewimpert. - - 4. Ordnung: +Peritricha+, nur mit einer Wimperspirale, meist - festsitzend. - -=Beim Menschen= sind parasitische Infusorien aus den Ordnungen -Heterotricha und Peritricha bekannt. - -Zu den +Heterotricha+ gehörig ist von Bedeutung: - -=Balantidium koli= (Malmsten 1857) (Syn.: Paramaecium koli)[286]. - -=Zoologisches.= Der eiförmige Parasit besitzt eine Länge von 0,01–0,07 -mm und eine Breite von 0,05–0,07. Der Körper ist vollständig mit -Flimmerhaaren besetzt: es verlaufen ferner über den Körper von vorne -nach hinten parallele Streifen. Die Fortpflanzung erfolgt durch -Konjugation und Encystirung. +Leuckart+[287] hat das konstante -Vorkommen der Parasiten im +Cöcum und Colon des Schweines+ zuerst -nachgewiesen und dabei sechs verschiedene Arten Balantidium als -normalen Befund angegeben. Auch in der +Kloake des Frosches+ sind -Balantidien stets zu finden. - -+Beim Menschen+ ist nur +eine Art Balantidium+ beobachtet worden -und der Entdecker derselben ist +Leuwenhoek+, der es an sich selbst -gefunden hat. Das Verdienst jedoch diesen Parasiten in der Medizin -bekannt gemacht zu haben, gebührt +Malmsten+[288] (1856), welcher in -zwei Fällen von schwerer Darmerkrankung nach Cholera und Cholerine -denselben in den Stuhlentleerungen der Kranken aufgefunden hat. Später -sind dann noch aus Stockholm und Upsala[289] weitere 13 Fälle gemeldet -worden, über welche +Mitter+[290] neben anderen eine Uebersicht giebt. -Zwei weitere Fälle sind dann noch aus Dorpat, je einer aus Freiburg, -Turin und den Sundainseln, 6 Fälle aus Kochinchina, 2 Fälle aus Amerika -bekannt geworden. Zu diesen 28 Fällen sind dann noch hinzugekommen -ein Fall von +Roos+[291], fünf Fälle von +Lösch+[292] und zwei von -+Dehio+[293], so dass etwa 36 Fälle in der Litteratur mitgetheilt sein -dürften. - -[Illustration: Figur 37. - -Balantidium coli. _a_) Kern. _b_) Vakuole. _c_) Peristom. _d_) -Nahrungsballen.] - -Hinsichtlich der +Aetiologie+ ist die Vermuthung berechtigt, dass -zwar das Schwein der eigentliche Träger des Parasiten ist, der -Mensch sich jedoch gelegentlich durch das Schwein infiziren kann. -+Mitter+ giebt nach seiner Uebersicht an, dass in 13% der Fälle -die Patienten wahrscheinlich, in 13% +sicher+ ihre Balantidien von -den Schweinen bezogen haben. Wie jedoch die Balantidien in den -menschlichen Körper gelangen, ist mit Sicherheit noch nicht zu -entscheiden. Die eingekapselten Balantidien können sowohl mit dem -Winde aufgewirbelt und eingeathmet werden, wie auch mit den damit -verunreinigten Nahrungsmitteln in den Verdauungskanal des Menschen -gelangen. Andererseits ist bemerkenswerth, dass in mehr als der Hälfte -der mitgetheilten Fälle die Durchfälle, welche auf die Anwesenheit -der Balantidien bezogen werden müssen, sekundär bei solchen Kranken -aufgetreten sind, die vorher an sonstigen schweren Erkrankungen des -Verdauungstraktes, wie z. B. Cholera, Typhus, tropischer Ruhr, akuter -Gastritis gelitten haben. - -Hinsichtlich der +Symptome und des Krankheitsverlaufes+ ist zu -erwähnen, dass stets die Erscheinungen eines mehr oder weniger heftigen -Darmkatarrhs vorhanden sind, welcher mit vielfachen Verschlimmerungen -und Verbesserungen verlaufen kann und nach den bisherigen Erfahrungen -nur wenig Aussicht auf definitive Heilung giebt. So sind Fälle bekannt, -wo die Dauer 20 Jahre betragen hat; auch erfolgten in einzelnen -Krankheitsfällen die Stuhlentleerungen 10–20mal täglich. - -Aus den wenigen Sektionsberichten geht hervor, dass +Geschwüre im -Dickdarm+ auftreten und sich die Balantidien mit Vorliebe im Cöcum, -Wurmfortsatz und im Mastdarm ansiedeln. Manchmal kann, wie ein von -+Dehio+ mitgetheilter Fall lehrt, die Ansiedelung der Balantidien -sehr massenhaft erfolgen und die entstehenden Darmgeschwüre zu -+Darmblutungen+ mit tödtlichem Ausgang führen. - -Demnach kann man aussprechen, dass die +Balantidien+ in einzelnen -Fällen +direkte Krankheitsursache+ sind, in anderen bestehende -Darmerkrankungen durch ihr Hinzukommen wesentlich verschlimmern, oder --- wie +Dehio+ bemerkt -- eine +Balantidien-Kolitis+ hervorrufen -können. Erwähnt sei hier noch, dass +Grassi+ und +Calandruccio+ sich -durch Balantidiencysten aus dem Schwein nicht zu infiziren vermochten. -+Was die Behandlung+ betrifft, so herrscht unter den Autoren darin -Uebereinstimmung, dass innere Mittel (Opiate und Adstringentien) -nicht helfen. Besserungen sind nur durch die +örtliche+ Behandlung -des Dickdarmes mit Klystieren aus Tannin oder Chinin. muriat. erzielt -worden (50 g Essigsäure mit 5 g Acid. tann. auf 2000 ccm Wasser; oder -Chinininfusionen 1:1000,0 Wasser). +Dehio+ beobachtete, dass die -Balantidien nach der innerlichen Verabfolgung von +Felix mas+ sich -sammt und sonders +encystirten+ und den Darm in dieser Form verliessen. -Die Vermuthung liegt nahe, dass dieses Mittel nicht nur auf die -parasitischen Würmer, sondern auch auf niedere Thierorganismen als ein -spezifisches Gift wirken. - -=Bei Thieren= ist, wie erwähnt, Balantidium koli nur beim +Schwein+ -beobachtet worden. Man hat den Parasiten sowohl in Deutschland, wie -auch in Schweden, Russland, Frankreich und Italien bei Schweinen -gefunden. Derselbe scheint jedoch etwas kleiner zu sein, als -Balantidium koli des Menschen. Bei etwas reichlicher Anwesenheit im -Dickdarm des Schweines sind die Parasiten oft schon mit der Lupe als -kleine, weissliche, mobile Pünktchen zu erkennen (+Kitt+). In halb -vertrockneten Exkrementen des Schweines und in mikroskopischen, mit -Wasser angemachten Präparaten, welche einige Zeit gestanden haben, -verschrumpft der Cilienbesatz, das Balantidium erscheint als ruhende -Blase von 80–100 µ (+Kitt+). Erwähnt ist auch bereits, dass mit dem -Kothe der Schweine zahlreiche, bereits encystirte oder sich bald -encystirende Balantidien entleert werden. - -Nach allen bisherigen Erfahrungen scheint +Balantidium koli für das -Schwein+ ohne jede Bedeutung zu sein, da Krankheitserscheinungen trotz -oft massenhafter Anwesenheit der Parasiten nicht beobachtet werden. - - -Nachtrag. - -=1. Ueber die systematische Stellung der Miescher’schen Schläuche und -deren Züchtung.= - -+Behla+ hat vor Kurzem zwei „vorläufige Mittheilungen“[294] über seine -Befunde hinsichtlich der systematischen Stellung der Parasiten der -+Miescher+’schen Schläuche und deren Züchtung veröffentlicht, aus -welchen das Nachfolgende hier erwähnt sei. - -+Behla+ strich rein entnommenen Cysteninhalt auf frisches mit -aseptischen Instrumenten aufgespaltenes Muskelfleisch derselben -Thierart oder in frisch mit zerzupften Muskelfasern vermengten -Muskelsaft und beobachtete die Entwicklung von Sprosspilzen. Durch -weitere Versuche ist es dann +Behla+ gelungen nachzuweisen, dass -der erzielte Blastomycet mit dem +Kartoffelpilz+, Phytophthora -infestans, zusammenhängt. Nur solche Thiere würden auch von der -Sarkosporidienkrankheit befallen, welche Kartoffeln zu sich nehmen oder -Pflanzenblätter, auf denen der betreffende Pilz vegetirt. Den weiteren -Entwicklungsgang stellt sich nun +Behla+ in folgender Weise vor. - -Die Sporen der Phytophora infestans gelangen beim Fressen in den Magen -und in die Verdauungsorgane von Thieren. In diesem Sporenstadium -widerstehen sie den Verdauungssäften. Die Sporen keimen aus und unter -den veränderten Verhältnissen in der neuen Nährlösung vermehrt sich der -Pilz in hefeartiger Sprossung, wie solche schon bei Mukor, Brandpilzen, -Bacidiomyceten u. s. w. nachgewiesen ist. Diese Keime bohren sich nun -in die Darmepithelien ein, dringen tiefer, gelangen in die Blutbahn und -werden in die Muskulatur oder in das Bindegewebe transportirt, wo sie -sich festsetzen und weiter proliferiren. Das, was wir da finden, sind -die Schläuche in verschiedenen Stadien des Alters und der Entwicklung. -Der Grund für besondere Prädilektionssitze der Parasiten, kann nach -+Behla+ nur in den jeweiligen besonderen Cirkulationsverhältnissen -liegen. Der Parasit bildet bei seinem Aufenthalt im thierischen Körper -ein Dauerstadium nicht. Die Sicheln in den Cysten sind zum grossen -Theil abgestorben, nur einige hyaline Sicheln und Rundzellen besitzen -noch soviel Leben, dass sie, auf geeignete Nährböden versetzt, sich -vermehren können. - -Irrig ist die Ansicht, meint +Behla+, dass der Parasit im Körper -Dauersporen bilden muss zur Erhaltung seiner Art. Sein Parasitismus -im Körper ist nur ein gelegentlicher. Er kann auch seinen Cyklus -ohne den Menschen in der freien Natur durchmachen, ebenso wie der -+Malariaparasit+ ohne den Menschen sein Leben fristet, denn er hat -lange Zeit in Gegenden existirt und seine Art erhalten, ehe der Mensch -dorthin gekommen ist. - -„Sein Befund“, schliesst +Behla+ die zweite Mittheilung, „wirft ein -neues Licht auf die Anschauungen von den Protozoen und Sporozoen. -Pflanzenparasiten können auch gelegentlich den Thierkörper befallen. -Dass die dem Wasserleben angepassten Pilze, die Chytridiaceen und -Saprolegniaceen sowie die Peronosporaceen, wenn sie in flüssige -Nährmedien gelangen, cilienbesetzte Schwärmsporen bilden und dass -Mycelpilze unter Umständen hefeartige Sprossung zeigen, sind -bemerkenswerthe Thatsachen. Es wird angezeigt sein, in Zukunft -die Methode zu verfolgen, für einzelne Pilze die ursprünglichen -Nährpflanzen in der freien Natur auszukunden, um den Entwicklungscyklus -klarzulegen, die Pilze zur Sporenbildung zu zwingen und die -betreffenden Blätter oder Früchte als Futter zu verwenden. Es ist -anzunehmen, dass demnächst auch manche andere dunkle Krankheit, wie -die Koccidienkrankheit der Kaninchen, Aktinomykose u. s. w. durch -Füttern von pilzkranken Pflanzen, Blättern, Kartoffeln, Rüben u. s. -w., welche mit Konidien, Oosporen, Perithecien, Pyceiden von Phyko- -und Mykomyceten u. s. w. besetzt sind, Klärung finden wird. +Das -Studium der Pflanzen-, Thier- und Menschenkrankheiten muss nach -meiner Ansicht Hand in Hand gehen+, besonders in den Gebietsstrichen, -wo Seuchen stationär sind. Mit dieser kombinirten Forschungsmethode -liesse sich manches unerwartete Resultat erzielen. Probleme wollen -von verschiedenen Seiten angegriffen sein. Bekanntlich sind bei -verschiedenen Geschwülsten Sprosspilze gezüchtet worden. Die Stimmen -mehren sich. Noch so exakte Untersuchungs- und Färbemethoden an todtem -Material sind nur ein einseitiger Untersuchungsweg. Hoffnungsvoller -ist die Züchtungsmethode. Höchst wahrscheinlich sind die gefundenen -Sprosspilze nur Entwicklungsstadien von Mycelpilzen. Ihr Eindringen -in den Körper geschieht muthmasslich in einem anderen Stadium als -durch das Einverleiben der Sprosspilzkulturen in den Körper. Mir will -scheinen, als wenn es durch die angedeutete Forschungsmethode gelingen -müsste, der Natur auch ihr Geheimniss des Hervorbringens der bösartigen -Geschwülste abzuringen.“ - -Weitere Versuche werden zwar erst lehren müssen, ob die Anschauungen -+Behla+’s über die Entstehung der Sarkosporidien richtig sind, aber es -kann nicht geleugnet werden, dass die Aetiologie mancher Thier- und -Menschenkrankheiten schneller gefördert würde, wenn Pflanzen-, Thier- -und Menschenpathologen etwas mehr Fühlung zu einander nehmen möchten. -Für die Pathologie des Menschen und der Thiere glaube ich durch mein -Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen und -der Hausthiere (Leipzig 1898) die Wege dazu etwas geebnet zu haben. -- - -=2. Die Organismen der Tollwuth.= - -In einer Arbeit „+Beitrag zur Kenntniss der Aetiologie der -Tollwuth+“[295] berichtet zunächst +Giovanni Memmo+ über seine weiteren -Versuche den Erreger der Tollwuth festzustellen. - -Schon früher[296] war es ihm gelungen aus dem Gehirn eines an -experimenteller Rabies gestorbenen Kaninchens einen +Blastomyceten+ in -Reinkultur zu züchten, später auch aus dem Gehirn eines in Folge Bisses -eines tollen Hundes gestorbenen vierjährigen Kindes. Schliesslich -gelang es +Memmo+ auch den Blastomyceten noch aus weiteren 5 an fixem -Virus gestorbenen Kaninchen, sowie aus allen mit den ersten Kulturen -geimpften und nach 40–50 Tagen gestorbenen Thieres zu isoliren. +Der -Blastomycet fand sich im Liquor cerebrospinalis, im Humor aqueus, in -der Parotis und im Speichel.+ - -Im Liquor cerebrospinalis war die Form der Blastomyceten sehr scharf -und gleichmässig; die Zellen waren von einer dicken, lichtbrechenden, -doppelkonturirten Membran umgeben und manchmal in Knospung begriffen. -Die Kolonien auf Agar und Gelatine waren einander sehr ähnlich, die -oberflächlichen waren ausgebreiteter, wenig erhaben und weissgrau. -Auf saurem Nährboden war die Entwicklung üppiger. Am besten war -das Wachsthum bei einer Temperatur von 35° C. Für Thiere war der -Blastomycet pathogen. Intraabdominal geimpfte Meerschweinchen zeigten -nach 11–20 Tagen Parese der Hinterglieder, welche an Ausdehnung und -Intensität zunahm, und nach 24 Stunden erfolgte der Tod unter einigen -klonischen Krämpfen. Subdural infizirte Kaninchen erkrankten nicht -immer; bei den erkrankten zeigte sich am 6.-8. Tage Paresis des -Hintertheils, später auch Lähmung der Vordergliedmassen, und binnen -1–2 Tagen trat der Tod ein. Subdural oder auch subkutan geimpfte -Hunde magerten nach 30–60 Tagen ab und bei einigen wurde Beisssucht -beobachtet. Die Thiere verweigerten das Futter, erbrachen und zeigten -Schaum vor dem Maule; dann zeigte sich Parese der Gliedmassen, der -Unterkiefer hing herunter und der Tod erfolgte mit zunehmender Lähmung -nach 48 Stunden. Eine Uebertragung von den Hunden auf Kaninchen gelang -nicht. An verendeten Hunden fanden sich weder Organveränderungen, -noch in den Organen irgendwelche Mikroorganismen; +aus dem centralen -Nervensystem liessen sich aber die Blastomyceten öfters in Reinkultur -isoliren+. - -Denselben Organismus konnte +Memmo+ auch im weiteren Verlaufe seiner -Untersuchungen[297] immer mit den nämlichen kulturellen Eigenschaften -und dem gleichen pathogenen Vermögen aus anderen an fixem Virus -gestorbenen Kaninchen und aus 4 der Tollwuth verfallenen Hunden -isoliren. - -Kulturen mit soliden Nährböden bleiben steril; am besten erweisen sich -+flüssige Nährböden+ aus Bouillon mit Weinsteinsäure und Glykose, wo -die Acidität nur ein ganz wenig stärker ist, als diejenige, welche -die Gehirnsubstanz im normalen Zustande besitzt. Einen höheren Grad -von Acidität vertragen die Blastomyceten nicht. Die Entwicklung der -Mikroorganismen beginnt erst nach einigen Tagen. Auf die geschilderte -Art hat +Memmo+ eine Entwicklung der Blastomyceten in reiner Kultur aus -der +cephalorhachitischen Flüssigkeit+, der Gehirnsubstanz und aus dem -Humor aqueus erhalten. Ebenso waren die Organismen aus dem +Stroma der -Parotis+, +aus dem Speichel+, +aber niemals aus anderen Organen und -aus dem Herzblut zu isoliren+. Es scheint ferner, dass der Organismus, -welcher an ausschliesslich parasitäre Lebensweise gewöhnt ist und sich -an ein besonderes Gewebe angepasst hat, sich schwer dazu bewegen lässt, -saprophytisch auf unseren Nährböden zu leben. - -Bei +Impfungen der Hunde+ zeigte sich im Mittel 30–60 Tage nach -derselben Abmagerung, bei einzelnen etwas Beisssucht, Verweigerung der -Nahrung, Erbrechen, Schaumabsonderung, dann Parese der hinteren oder -vorderen Gliedmassen. Unter zunehmender Parese, wobei der Unterkiefer -lediglich seinem eigenen Gewichte nachgiebt, tritt nach ungefähr 48 -Stunden der Tod ein. - -Die Krankheit kann dann von Hund zu Hund übertragen werden, indem man -zu den folgenden subkutanen Injektionen jedesmal eine Emulsion der -Gehirnsubstanz der gestorbenen Thiere verwendet. - -+Memmo+ hält den von ihm gefundenen +Blastomyceten für den Erreger -der Tollwuth+. Demgegenüber berichtet +Grigorjew+[298] in neuester -Zeit über Thatsachen, welche ihn zu der Annahme einer Betheiligung von -=Protozoen an der Aetiologie der Tollwuth= veranlassen. Aus diesem -Grunde ist auch über obige Arbeiten von +Memmo+ hier Mittheilung -gemacht worden. - -+Grigorjew+ führte in die +vordere Augenkammer+ eine Emulsion der -Substanz der Medulla oblongata toller Thiere ein. Um eine Verwechselung -der betreffenden Parasiten mit den weissen Blutkörperchen und den -Produkten der Zersetzung des Nervengewebes möglichst zu vermeiden, -wurden an einer Zahl anderer Thiere Kontrollimpfungen mit einer -Emulsion der Gehirnsubstanz gesunder Thiere vorgenommen. Die -Untersuchung erfolgte entweder im frischen Zustande oder unter -geringer Hinzufügung von schwachen wässerigen Anilinlösungen auf einem -+Ranvier+’schen Heiztische bei 37,5° C. - -Es wurden Untersuchungen der genannten Art bei 5 Hunden und 10 -Kaninchen ausgeführt. Häufiger bei Hunden als bei Kaninchen fanden -sich protoplasmatische Körperchen von verschiedener Grösse und Form, -welche durch ihr eigenartiges Aussehen unter allen anderen Bildungen -auffielen. Die betr. Körperchen hatten unregelmässige, gezackte -Konturen, bestanden aus einer blassen, gallertartigen Masse, die in -den zum Centrum gelegenen Theilen netzartig oder schwammig und in -den peripheren Theilen homogen erschienen. Ihre Grösse betrug 2–4 -µ. In einigen dieser Körperchen war ein dem Kern gleiches Gebilde -eingeschlossen, das schwach das Licht brach und eine Grösse von 0,5–1 -µ hatte. Diese Körper führten sehr langsame amöboide Bewegungen aus, -indem sie Pseudopodien aussandten, dabei einen beständigen Wechsel -der Körperform aufweisend. Die amöboiden Körper färbten sich nur -sehr schwach bei Anwendung konzentrirter wässeriger Anilinlösungen. -+Kulturversuche+ mit diesen Protozoen auf entsprechenden Nährböden -blieben erfolglos. +Grigorjew+ glaubt jedoch, dass es sich um Koccidien -handeln dürfte. - -Einstweilen scheinen jedoch die Versuche von +Memmo+ zu verwerthbareren -Ergebnissen geführt zu haben, als diejenigen von +Grigorjew+. - - - - -Litteratur. - - -Allgemeine Litteratur über Protozoen. - - +L. Pfeiffer+, Die Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. Jena 1891. - - +v. Wasielewski+, Sporozoenkunde. Jena 1896. - - +M. Braun+, Die thierischen Parasiten des Menschen. 2. Aufl. Würzburg - 1895. - - +R. Leuckart+, Die Parasiten des Menschen und die von ihnen - herrührenden Krankheiten. 2. Aufl. 1879 u. ff. - - +L. G. Neumann+, Traité des maladies parasitaires non microbiennes des - animaux domestiques. 2^e éd. Paris 1892. - - +A. Railliet+, Traité de zoologie médicale et agricole. Paris 1895. - - +R. Moniez+, Les parasites de l’homme. Paris 1888. - - +A. Kruse+, Systematik der Protozoen. (+Flügge+, Die Mikroorganismen. - Bd. II. Leipzig 1896.) - - +L. Pfeiffer+, Untersuchungen über den Krebs. Die Zellerkrankungen und - die Geschwulstbildungen durch Sporozoen. Jena 1893. - - +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie - des Menschen und der Hausthiere. Leipzig 1898. S. 257–268. - - - - -Geschichtliches. - - 1836. +Wagner+, Fragmente zur Physiologie der Zeugung. 1836. - - 1837. +Donné+, Recherches microsp. sur la nature du mucus. - Paris 1837. - - 1854. +Wedl+, Grundlage der path. Histologie. 1854. - - „ +Davaine+, Compt. rend. Soc. biolog. 1854. - - 1857. +Malmsten+, Virchow’s Archiv. 1857. - - 1859. +Hassel+, The Lancet. 1859. - - „ +Junker+, Deutsche Zeitschrift für praktische Medizin. 1859. - - „ +Lambl+, Prager Viertelj. für praktische Heilkunde. 1859. - - 1870. +Pasteur+, Études sur la maladie des vers à, soie. Paris - 1870. - - 1884. +Balbiani+, Leçons sur les sporozoaires. Paris 1884. - - - - -Technik der Untersuchung. - - 1891. +Pfeiffer+, Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. Jena - 1891. - - 1893. +Ogata+, Ueber die Reinkulturen gewisser Protozoen.(Centralblatt - für Bakt. 1893. Bd. XIV.) - - 1894. +Miller+, Ueber aseptische Protozoenkulturen. Centralbl. für - Bakteriol. 1894. Nr. 7. Bd. XVI. - - „ +Fiocca+, Beiträge zur Amöbenforschung. (Centralbl. für Bakt. - 1894.) - - 1895. +Hauser+, Protozoen als Krankheitserreger. Leipzig. - - 1896. +Celli und Fiocca+, Centralblatt für Bakteriologie. 1896. - - „ +Schardringer+, Reinkultur von Protozoen auf festem Nährboden. - Centralbl. für Bakt. 1896. Bd. XIX. - - „ +Beijerink+, Kulturversuche mit Amöben auf festem Substrate. - (Centralblatt für Bakteriologie 1896.) - - „ +Giorini+, Kultur der Amöben auf festem Substrate. (Centralbl. - für Bakt. 1896.) Bd. XX. - - „ +Casagrandi+ und +Barbagallo+, Kultur von Amöben. (Cent. f. Bakt. - 1896. S. 579.) - - „ +Frosch+, Frage der Reinzüchtung der Amöben. Ebenda S. 926. - - 1897. +Schardringer+, Centralblatt für Bakt. und Parasit. 1897. Bd. - XXIV. - - - - -I. Klasse Amöben. - - -a) Allgemeine Litteratur über Amöben[299]. - - 1763. +M. F. Ledermüller+, Mikroskopische Augen- und - Gemüthsergötzungen. Nürnberg. - - 1835. +Dujardin+, Observations sur les Rhizopodes. Comptes rendus - 1835. -- Histoire naturelle des zoophytes. Paris. 1841. -- - Articl. Rhizopodes in Diction. univers. d’histoire natur. Paris. - Vol. XI. 1848. - - 1838. +Ehrenberg+, Die Infusionsthierchen als vollkommene Organismen. - 1838. 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S. 149.) - - 1865. +Stieda+, Ueber die Psorospermien in der Kaninchenleber und - ihre Entwicklung. (Archiv für pathol. Anatomie. Bd. XXXII. S. - 132.) - - 1866. +Reincke+, Nonnulla quaedam de Psorospermis Cuniculi. Diss. - inaug. Kiel. - - 1867. +Waldenburg+, Zur Entwickelungsgeschichte der Psorospermien. - (Archiv f. pathol. Anat. Bd. XL. S. 435.) - - 1868. +Lang, G.+, Ueber die Entstehungsweise der sog. Wurmknoten in der - Leber. (Archiv f. path. Anat. Bd. 44. S. 202.) - - „ +Roloff, F.+, Ueber die sogenannten Psorospermienknoten in der - Leber des Kaninchens. (Archiv f. path. Anat. Bd. 43. S. 512.) - - 1869. +Rivolta, S.+, Psorospermi e Psorospermosi negli animali - domestici. (Il med. veterin. giorn. theoret. della R. Sc. d. med. - veterin. di Torino. Bd. IV.) - - „ +Rivolta, S.+, Infusorii cogliati, primo stadio di sviluppo dei - Psorospermi nel fegato de coniglio. (Ebenda.) - - 1870. +Eimer+, Th., Ueber die ei- und kugelförmigen Psorospermien der - Wirbelthiere. Würzburg. - - 1872. +Zürn+, Die Schmarotzer auf und in dem Körper unserer - Haussäugethiere. Weimar. - - 1873. +Arloing+ und +Tripier+, Lésions organiques de nature parasitaire - chez le Poulet. (Association française pour l’avancement des - sciences S. 810.) - - „ +Rivolta+, Dei parasiti vegetali S. 381. Pisa. -- Sopre alcune - specie di Tenie delle pecore e sopre speciali cellule oviforme - dei villi del cane e dell gatto, +Pisa+. - - „ +Silvestrini, A.+ und +Rivolta, S.+, Psorospermosi epizootia nei - gallinacei. (Giorn. di anat. fisiol. e patol. degli animali, - +Pisa+.) - - 1874. +Zürn+, Die durch Parasiten bedingten Krankheiten der Kaninchen. - (Blätter für Kaninchenzucht.) - - „ Derselbe, Die Ohrenkrankheiten der Kaninchen. (Deutsche - Zeitschrift für Thiermed. und vergl. Patholog. S. 281.) - - 1875. +Schneider, A.+, Note sur la psorospermie oviforme du Poulpe. - (Archives de Zoologie expérimentale et générale. Bd. IV.) - - „ Derselbe, Note sur les rapports des psorospermies oviformes aux - véritables Grégarines. (Ebenda Bd. IV.) - - 1876. +Perroncito, E.+, Nuovo casto di psorospermosi intestinale in una - Gallina. (Annali della R. Accad. di Agricolt. di Torino. Bd. - XIX.) - - „ +Piana, G.+, Ricerche sopra una epizootica dei Gallinacei nella - provincia di Bologna. (Gazetta med. veter.) - - „ +Solger+ und +Gabriel+, Berichte der schles. Gesellschaft f. - Vaterl. Kultur. - - 1877. +Rivolta, S.+, Sopra il vajuolo dei colombi e dei Polli. (Stud. - fatt. n. gabin di anat. path. di Pisa. S. 29.) - - „ Derselbe, Delle cellule oviformi dei villi del Cane. (Ebenda S. - 42.) - - „ Derselbe, Ancora delle cellule oviformi e specialmente di quelle - con nucleo in segment. dei villi del Cane. S. 85. - - „ Derselbe, Psorospermosi enterica e corpuscoli cellulari nel - fegato di piccoli uccelli. (Giorn. di Anat. fisiola e patol. - degli animali.) - - „ Derselbe, Delle Gregarinosi dei Polli. Ebenda. - - 1878. +Zürn+, Die kugel- und eiförmigen Psorospermien als Ursache von - Krankheiten bei Hausthieren. - - 1879. +Leuckart, R.+, Die menschlichen Parasiten. 2. Auflage. Bd. 1. - 1879 u. ff. - - 1880. +Johne+, Sächs. Veterinärbericht. S. 39. - - „ +Heller, A.+, Die Schmarotzer. München. S. 161. - - 1881. +Bütschli, O.+, Zur Kenntniss der Fischpsorospermien. Zeitschrift - für wiss. Zoologie. Bd. 35. S. 629. - - „ +Schneider, A.+, Sur les psorospermies oviformes des Coccidies. - (Archives de zoologie expérimentale et générale. Bd. IX. S. 387.) - - 1882. +Grassi+, Protisks endoparasites appartement aux classes des - Flagellata, Lobosa Sporozoa et Ciliata. (Archives italiennes de - biologie. S. 402.) - - „ +Bütschli+, Protozoa in +Bronn+’s Klassen und Ordnungen des - Thierreichs. - - „ +Zürn+, Krankheiten des Hausgeflügels. S. 138. - - 1883. +Schneider+, Nouvelles Observations sur la sporulation de Klossia - octopiana. (Archives de Zoologie expérimentale et générale. Bd. - I. 2. Serie S. 78.) - - 1884. +Balbiani+, Leçons sur les Sporozoaires, publiées par Pelletan. - (Journal de micrographie.) - - „ +Flesch+, Max, Sur un parasite de la parvi intestinale du - Cheval. (Berner Mittheilungen und Recueil zoologique suisse Bd. - I.) - - „ +Künstler, J.+ et +Pitres+, Sur une psorospermie trouvé dans une - tumeur pleurétique. (Journal de micrographie et Comptes rendus de - la Société de biologie. S. 523.) - - 1885. +Ray Lankester+, Encyclop. britann. 9. Auflage. (Sporozoen.) - - 1886. +Künstler+, Diplocystis Schneideri. (Tablettes zoologiques Bd. I. - S. 26–66.) - - „ +Harz+, Kochs Encyklopädie. - - „ +Moniez, R.+, Note sur le genre Gymnospora, type nouveau de - Sporozoaire. (Bulletin de la Société zoologique de France Bd. XI. - S. 587.) - - „ +Pachinger+, Nehany adat a sporozoak termeszétrajzàhoz -- - Kolozsvartt. S. 18. - - „ +Schneider, A.+, Coccidies nouvelles ou peu connues. (Tablettes - zoologiques, Bd. I.) - - 1887. +Pachinger+, Mittheilungen über Sporozoen. (Zool. Anzeiger Bd. - IX. S. 471.) - - „ +Pfeiffer, L.+, Beitrag zur Kenntniss der pathogenen Gregarinen. - (Zeitschr. für Hygiene. Bd. III. S. 469.) - - 1888. +Beddart+, Remarks upon a species of Coccidium infesting - Perichaeta. (Annals and Magaz. of nat. Hist. Bd. II. S. 433.) - - „ +Riek+, Sporozoen als Krankheitserreger bei Hausthieren. - (Deutsche Zeitschrift für Thiermed. Bd. XIV. S. 57.) - - „ +Rivolta e Delprato+, L’Ornitojatria. S. 85. - - „ +Zschokke+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde. 1888. Bd. XXX. - - 1889. +Barrois, Th.+, La psorospermose coccidienne hépatique du Lapin - dans les garennes du Pas-de-Calais en 1889. (Revue biologique du - Nord. Bd. II. S. 166.) - - „ +Smith+, Th., Some observations on Coccidia in the renal - epithelium of the mouse. (Journ. of Comp. med. and Surgery, - juillet.) - - „ +Wierzejsky+, Kleiner Beitrag zur Kenntniss der Psorospermium - Haeckelii. (Zoolog. Anzeiger Bd. XI. S. 238.) - - „ +Zacharias, O.+, Ueber Psorospermium Haeckelii. (Zool. Anzeiger - Bd. XI. S. 449.) - - „ +Thoma+, Fortschritte der Medizin. 1889. Bd. 7. - - „ +Darier+, Compt. rend. 1889. - - 1890. +Balbiani+, Sur trois Entophytes nouveaux du tube digestiv des - Myriapodes. (Journal de l’anatomie et de la physiologie S. 41.) - - „ +Mingazzini, P.+, La parentela dei Coccidi colle Gregarine. - (Bollett. soc. nat. Napoli S. 151–159.) - - „ Derselbe, Classificazione dei Coccidi e delle Gregarine. (Atti. - R. Accad. Lincei Bd. V. S. 68–75.) - - „ Derselbe, Contributivo alla conoscenza dei Coccidi. (Ebenda. S. - 175–181.) - - „ Derselbe, Ciclo evoluto del la Benedenia octopiana, (Ebenda. S. - 218–222.) - - „ +Railliet+ et +Lucet+, Une nouvelle maladie parasitaire de l’Oie - domestique causée par les Coccidies. (Comptes rendus de la - Société de biologie. 24. Mai.) - - „ Derselbe, Observations sur quelques Coccidies intestinales. - (Comptes rendus de la Société de biologie.) - - „ +Podwissozky+, Centralblatt f. allgem. Pathologie Bd. I. - - „ +Thélohann+, Sur deux Coccidies nouvelles parasites de l’Epinoche - et de la Sardine. (Comptes rendus de la Société de biologie.) - - „ +Paget+, Maladie de peau, dite Maladie de Paget. Paris 1890. - - „ +Nils-Szöbring+, Fortschritte der Medizin. 1890. - - „ +Steinhaus+, Ueber Carcinomeinschlüsse. Virchow’s Archiv 1891. - - „ +Ribbert+, Deutsche med. Wochenschr. 1891. - - 1891. +Liénaux+, Coccidies des poumons du Chien. (Annales de médecine - vétérinaire, Bruxelles S. 16.) - - „ +Malassez+, La psorospermose du Lapin. (Archives de médecine - expérimentale, Bd. III.) - - „ +Pfeiffer, L.+, Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. - - „ +Railliet+ et +Lucet+, Développement expérimental des Coccidies - de l’épithélium intestinal du Lapin et de la Poule. (Comptes - rendus de la Société de biologie.) - - „ +Shattock+ et +Ballance+, Negative resultats of psorospermial - inoculation in animals. (Brit. med. Journ.) - - „ +Sheridan Delépine+, Cultivation of psorospermiae. (Brit. med. - Journ.) - - „ +Stiles+, Note préliminaire sur quelques parasites. (Bulletin de - la Société zoologique de France S. 163.) - - „ +Wolters+ (Max), Die Konjugation und Sporenbildung bei - Gregarinen. (Archiv für mikr. Anatomie S. 99–139.) - - 1892. +Condorelli e Fiore+, Un caso di psorospermosi in - Coccothraustes vulgaris. (Bull. soc. Rom. Stud. Zool. Bd. I. S. - 68–74.) - - „ +Curtice+, Journ. C. R. A. veter. Arch. - - „ +Hess+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde S. 34. - - „ +Mégnin, P.+, Epizootie grave de gastroentérite coccidienne sur - des Lièvres. (Comptes rendus de la Société de biologie, Bd. IV. - S. 892–894.) - - „ +Mingazzini+, Nuove specie di Sporozoi. (Att. d. R. Accad. - Lincei Bd. I. S. 376–462.) - - „ +Pfeiffer, R.+, Beiträge zur Protozoenforschung. Die - Koccidienkrankheit der Kaninchen. Berlin. - - „ +Podwissozky+, Studien über Koccidien. Erster Befund von - Schmarotzern der Sporozoen im Graaf’schen Follikel im thierischen - Ei (bei Kaninchen). (Centr. f. allgem. Path. u. Therapie. S. - 537.) - - „ +Severi+, Gregarinosi polmonale in infante natomorto, Genova. - (Extr. in Boll. R. Accad. med. Genova II.) - - „ +Schneider, A.+, Tablettes zoologiques. Bd. II. (le Cycle - évolutif des Coccidies et M. le docteur Pfeiffer; Coccidies - nouvelles ou peu connues; Parenté des Coccidies et des - Grégarines.) - - „ +Schuberg+, Ueber Koccidien des Mäusedarmes. (Würzburg. - Sitzbrchte.) - - „ +Stiles+, Notes in parasites. (Journ. of Comp. med. and veter. - Archiv. Bd. XIII. S. 517.) - - „ +Thélohann+, Sur quelques Coccidies nouvelles parasites des - Poissons. (Comptes rendus de la Société de biologie. Bd. 28. S. - 152.) - - „ +Willach+, Ueber die Natur der Koccidien. (Archiv f. wiss. u. - prakt. Thierheilkunde. Bd. XVIII. S. 242.) - - „ +Zschokke+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde. - - 1893. +Baginsky+, Ueber die Koccidienkrankheit der Kaninchen. (Arch. f. - Anat. und Physiol. 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(Archives de zoologie expérimentale et - générale. S. 767.) - - „ +Labbé+, Sur deux Coccidies nouvelles parasites des Poissons. - (Bulletin de la Société zoologique de Franc. S. 202.) - - „ +Lüpke+, Coccidium oviforme als Krankheitsursache. (Berl. thier. - Wochenschr. S. 502.) - - „ +Pfeiffer, L.+, Untersuchungen über den Krebs. (Die - Zellerkrankungen durch Sporozoen.) Jena. - - „ Derselbe, Der Parasitismus des Epithelkarzinoms, sowie der - Sarko-, Mikro- und Myxosporidien im Muskelgewebe. (Centr. f. - Bakt. u. Parasit. Bd. XIV.) - - „ +Pollard+, New Sporozoa in Amphioxus. (Quart. Journ. micr. Bd. - 34. S. 311.) - - „ +Smith+, Th., Preliminary notes on a Sporozoon in the intestinal - vills of Cattle. (Bull. dep. of. Agricult. Washington. S. 73.) - - „ +Thélohann+, Nouvelles Recherches sur les Coccidies. (Comptes - rendus de l’Académie des sciences. Paris. Bd. 117. S. 247.) - - 1894. +Labbé, A.+, Recherches zoologiques et biologiques sur les - parasites endoglobulaires du sang des Vertébrés. (Archives de - zoologie expérimentale et générale. S. 155.) - - „ Derselbe, Sur la coëxistence chez le même hôte d’une Coccidie - monosporée et d’une Coccidie polysporée. (Comptes rendus de - l’Académie des sciences, Paris.) - - „ Derselbe, Sur la morphologie et la classification des Coccidies. - (Ebenda.) - - „ +Mingazzini, P.+, Contributo alla conoscenza degli Sporozoi. - (Memb. Lab. Anat. norm. Roma. Bd. 3. S. 31–85.) - - „ +Thélohann+, Nouvelles Recherches sur les Coccidies. (Archives - de zoologie expérimentale et générale. S. 541.) - - „ +Unna+, Spiradenitis disseminata supparativa. Berlin 1894. - - „ +Kitt+, Lehrbuch der path.-anat. Diagnostik. Bd. I. 1894. - - „ +Lungershausen+, Hypotrichosis localis cystica. Dissert. 1894. - - 1895. +Jackson Clarke, J. A.+, Study of Coccidia. (Quart. Journ. of - micr. sc. S. 277.) - - „ Derselbe, Observations on various Sporozoa. (Ebenda. S. 287.) - - „ +Roncali+, Centralbl. für Bakt. u. Paras. Bd. 17. 1895. - - „ +Müller+, Archiv für Cynäkologie. 1895. Bd. 48. - - „ +J. Clarke+, Centralbl. f. Bakt. und Path. Bd. 17. S. 604. - - „ +Eisen+, Spermatobium. (Proced. Californ. Accad. Bd. V.) - - „ +Labbé, A.+, Sur le noyau et la division nucléaire chez les - Benedenia. (Comptes rendus de l’Académie des sciences. Paris.) - - „ Derselbe, Bananella Lacazei, genre nouveau de Coccidie - oligosporée. (Archives de zoologie expérimentale et générale.) - - „ +Pfeiffer, L.+, Ueber Blutparasiten, Serumsporidien bei - Blutkörperchen freien niederen Thieren. (Corresp. Blätter des - allgem. ärztl. Vereins f. Thür.) - - „ +Podwissozky, W.+, Zur Entwickelungsgeschichte des Koccidium - oviforme als Zellschmarotzer. (Bibl. med. Kassel.) - - 1896. +Labbé+, Alphonse, Recherches zoologiques, cytologiques et - biologiques sur les Coccidies. (Archives de Zoologie - expérimentale et générale. 1896. Bd. IV. dritte Serie S. 517–650. - Mit genauem Litteraturverzeichniss.) - - „ +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergl. Pathologie u. Therapie. - Leipzig 1895 u. ff. - - „ +Salzer+, Ein Fall von Molluscum contagioseno an den Augenlidern. - (Münch. med. Wochenschrift 1896.) - - „ +Roncali+, Centralbl. für Bakt. und Paras. Bd. XX. 1896. - - 1897. +Roncali+, Centralblatt für Bakt. und Parasitenkunde 1897. Bd. - XXI. - - „ +Gebhard+, Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim - Frosch. (Virchow’s Archiv Bd. 147. 1897. S. 536.) - - -4. Sarkosporidien. - - 1843. +Miescher+, Verhandlungen der naturforsch. Gesellschaft zu Basel. - - 1851. +Herbst+, Nachrichten der Ges. d. Wissenschaften. Jena. - - „ von +Siebold+, Zeitschrift f. wissensch. Zoologie Bd. V. - - 1854. +v. Hessling+, Zeitschr. für wissensch. Zoologie Bd. V. - - 1858. +Rayney+, Transact. roy. philosoph. Soc. 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Vierteljahresschr. f. wiss. Veter. - - 1880. +Bütschli+, Bronn’s Klassen und Ordnungen des Thierreichs. - - 1882. +Huet+, Bulletin de la Soc. de Biologie. - - 1883. +Brouwier+, Écho vétérinaire. - - „ +Hadden+, Transact. of the pathol. Soc. of London. Bd. 34. - - 1884. +Balbiani+, Leçons sur les Sporozoaires. Paris. - - „ +Laulanié+, Revue vétérinaire. - - „ +Schmidt+, Handbuch der Fleischkunde. - - „ +Mayer+, Biolog. Centralblatt. - - „ +Hertwig+, Archiv für wissensch. Thierheilkunde. Bd. XII. - - „ +Duncker+, Zeitschrift für Mikroskopie und Fleischbeschau 1884. - - „ +Johne+, Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin. Bd. X. 1884. - - 1885. +Blanchard+, Bull. de la Soc. zool. de France. Bd. X. S. 244. - - „ Derselbe, C. R. Ac. sc. de Paris. (S. 1599.) - - 1886. +Stoss+, Oest. Monatschr. f. Thierheilk. - - „ +Morot+, Rec. de médec. vétér. - - „ +Johne+, Fortschritte der Medizin. Bd. 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S. 377. - - „ +Schmidt+, Ueber parasitäre Protozoen (Trichomonas pulmonalis) im - Auswurf. Münch. med. Wochenschrift 1895. No. 51. - - „ +Schürmayer+, Ueber das Vorkommen der Flagellaten im Darmkanal - des Menschen. (Centralblatt für Bakt. 1895. Bd. 18. No. 11.) - - 1896. +W. Janowski+, Ueber Flagellaten in den menschlichen Fäces und - über ihre Bedeutung für die Pathologie des Darmkanals. - (Zeitschrift für klinische Medizin Bd. 31. Heft. 5/6.) - - „ +Blanchard+, Parasites animaux. Traité de pathologie générale. - Paris 1896. Band II. - - „ +Boas+, Ueber Amöbenenteritis. Deutsche med. Wochenschr. 1896. - No. 14. - - „ +Celli+ und +Fiocca+, Centralblatt für Bakt. 1896. Bd. 19. 14/15. - S. 537. - - „ +Dock+, Trichomonas as a parasite of man. (American Journal of - the med. sciences 1896.) - - „ +Sievers+, Balantidium coli. Zeitschr. f. klin. Medizin. 1896. - - „ +Janowski+, Ein Fall von Balantidium coli im menschlichen Stuhle. - Gazeta Lekarska. 1896. - - „ +Schardringer+, Reinkultur von Protozoen auf festen Nährböden. - Centralblatt für Bakteriologie 1896. Bd. 19. - - 1897. +Perroncito+, Incapsulamento del megastoma intestinale. Giornale - della R. Accademia di medicina in Torino. Centralbl. für Bakt. - Bd. XXII. No. 23. S. 738. - - „ +Hensen+, Befund von Infusorien im Mageninhalt bei Carcinom. - (Deutsches Archiv für klin. Medizin. Bd. 59. S. 451.) - - „ +Wieting+, Ueber das Vorkommen von Trichomonas in der Lunge - eines Schweines. (Centralbl. für Bakt. und Paras. Bd. XXI. 1897. - Nr. 19.) - - -II. Ordnung: Ciliaten. - - 1857. +Malmsten+, Infusorien als Intestinalthiere des Menschen. - Virchow’s Archiv. Bd. XII. 1857. - - 1882. +Lösch+, Petersburg. med. Wochenschr. 1882. - - 1891. +Mitter+, Inaugural-Dissertation. Kiel 1891. - - 1893. +Roos+, Deutsches Archiv für klinische Medizin 1893. - - 1896. +Dehio+, Sitzungsberichte der Dorpater Naturf.-Gesellschaft 1896. - - - - -Sachregister. - - - Acystiden, 120. - - Acystosporidien, 113. - -- Eintheilung, 118, 120. - - Adelea, 34. - - Aknitis Barthélemy, 59. - - Amoeba blattae, 22. - -- intestini vulgaris, 17. - -- koli, 12, 16. - -- meleagridis, 46. - -- koli mitis, 17. - -- muris, 22. - -- urogenitalis, 22. - - Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit, 23. - - Amöben als Erreger der Dysenterie, 14. - - Amöben des Urogenitalapparates, 22. - - Amöbenenteritis, 19. - - Amöben im Leberabscess, 19. - -- bei Thieren, 22. - -- der Mundhöhle, 22. - -- Züchtung derselben, 9, 15. - - Amoebina, 6, 9. - - Amoebosporidium, 143. - - Apiosoma, 120. - - Apiosoma bigeminum, 132. - - Aufgussthierchen, 154. - - - Babesia, 120. - - Balantidium koli, 162. - - Balbiania falcatula, 112. - -- gigantea, 106. - -- Rileyi, 112. - - Barbeninfektion durch Myxosporidien, 30. - - Barrousia, 35. - - Biliöses Typhoid, 147. - - Black head, 46. - - Blackwater fever, 144. - - Blutharnen der Rinder, 59. - - Bombyx mori, 153. - - - Carceag der Schafe, 142. - - Cercomonas hominis, 155. - -- intestinalis, 155, 158. - - Ciliata, 8. - - Ciliaten, 161. - - Coccidie géminée, 46. - - Coccidium, 34. - - Coccus hesperidium, 153. - - Corpuscules gemines, 46. - - Cyclospora, 34. - - Cystamöba, 120. - - Cytamöba, 132. - - Cytoryctes variolae, 151. - - Cytospermium villorum intestinalium, 46. - - - Dactylosoma, 120, 132. - - Danilewskya, 118. - -- Krusei, 118. - -- Lacazei, 118. - -- Stepanowii, 118. - - Dimorphus muris, 158. - - Diphtherie der Vögel, 160. - - Drepanidium, 117. - -- avium, 117. - -- monilis, 117. - -- princeps, 117. - - Dysenteria haemorrhagica koccidiosa, 39. - - - Eimeria, 34. - - Eisballenkrankheit der jungen Pferde, 99. - - Enteritis koccidiosa, 41. - - Epithelioma gregarinosum avium, 46. - - - Fièvre bilieuse hématurique, 144. - - Flagellata, 8. - - Flagellaten, 154. - - Foraminifera, 6. - - - Gallenfieber, 144. - - Geflügeldiphtherie, 47. - - Geisselthierchen, 154. - - Glugea bombycis, 153. - -- mikrospora, 153. - - Glugeiden, 153. - - Gregariniden, 7, 26. - -- Eintheilung, 28. - - Gymnosporidien, 113, 118. - - - Haemamoeba, 120. - -- immaculata, 127. - -- praecox, 127. - -- vivax, 128. - - Haemamoebiden, 113, 121. - -- bei Vögeln, 123. - - Haemamoeba Laverani, 123. - - Haemoglobinurie der Rinder, 137. - - Haemosporidia, 7. - - Haemosporidien, 113. - - Haemosporidienfärbung, 4. - - Halteridium, 120. - - Heliozoa, 6. - - Hexamita duodenalis, 158. - - Holotricha, 162. - - Hydradenitis destruens suppurativa, 59. - - Hydrosadenitis disseminata, 59. - - Hypotricha, 162. - - - Ictero-Haematurie der Schafe, 143. - - Infusorien, 8, 154. - -- bei Carcinoma ventriculi, 156. - - Isospora, 34. - - - Karyolysus, 116, 117. - -- lacertarum, 117. - - Klossia, 35. - - Koccidia, 7. - - Koccidien, 31. - -- Eintheilung, 34. - -- als Krankheitserreger, 35. - - Koccidien bei Hühnern, 46. - -- bei Fischen, 60. - -- im Darm, 59. - -- in Geschwülsten, 60. - -- in der Niere, 60. - -- in inneren Organen, 46. - - Koccidien-Diphtherie, 47. - - Koccidientumoren in der Kaninchenleber, 38. - - Koccidiose der Knäueldrüsen, 55. - - Koccidium bigeminum, 45. - -- cruciatum, 60. - -- falciforme, 59. - -- gasterostei, 60. - -- minutum, 60. - -- oviforme, 35, 36. - -- perforans, 43. - -- sardinae, 60. - -- tenellum, 46. - - Kondyloma subkutaneum, 49. - - - Lamblia intestinalis, 158. - - Lobosa, 6. - - - Malaria, 123. - - Malariaerkrankungen bei Thieren, 131. - - Masern, 148. - - Mastigophora, 8. - - Megastoma entericum, 155. - -- intestinale, 158. - - Mieschersche Schläuche. Systematische Stellung, 165. - - Mikrosporidia, 7, 153. - - Mikrosporidium bombycis, 153. - - Molluskumkörperchen, 50. - - Molluskum kontagiosum, 48. - - Monocercomonas hominis, 155. - - Muskelstrahlenpilze, 91. - - Myxosporidien, 7, 28. - -- pathologische Bedeutung, 30. - - - Nosema anomala, 153. - - - Orthospora, 34. - - - Pebrinekörperchen, 153. - - Pebrinekrankheit der Seidenspinnerraupe, 153. - - Peritricha, 162. - - Perniciöses Fieber, 144. - - Plagiostoma coli, 162. - - Plasmodium malariae incolor, 127. - - Plasmodium malariae quartanae, 125. - - Pocken, 148, 150. - - Proteosoma, 120, 133. - - Protozoen, Allgemeines, 5. - -- Eintheilung, 7. - -- in Pylorustumoren beim Frosch, 64. - - Psorospermium cuniculi, 35. - - - Radiolaria, 6. - - Reticularia, 6. - - Rhizopoden, 6, 9. - - Rindermalaria, 139. - - Ruhr, rothe des Rindes, 39. - - - Sarkocystis falcatula, 112. - - Sarkodina, 6, 9. - - Sarkosporidia, 7. - - Sarkosporidien, 73. - -- Eintheilung, 83. - -- beim Känguruh, 112. - -- beim Menschen, 83. - -- beim Pferde, 95. - -- bei Rindern, 101. - -- bei Schafen und Ziegen, 104. - -- beim Schwein, 84. - -- bei Thieren, 84. - -- Sitz derselben, 82. - -- in der Muskulatur der Vögel, 112. - - Sarkosporidienschläuche, toxische Wirkung, 80. - - Scharlach, 148. - - Schrotausschlag der Schweine, 51. - - Schwarzwasserfieber, 144. - - Spiradenitis coccidiosa, 55. - -- disseminata suppurativa, 59. - - Sporozoa, 7, 24. - - Suktoria, 8. - - Syphilis, 148. - - - Texasseuche, 133. - - Tollwuth-Organismen, 167. - - Trichomonas hominis, 155. - -- intestinalis, 155. - -- vaginalis, 156, 161. - - Typhoid, biliöses, 144. - - - - -Verlag von +Wilhelm Engelmann+ in Leipzig. - - - _=Bütschli, O.=_, =Untersuchungen über mikroskopische Schäume und - das Protoplasma=. Versuche und Beobachtungen zur Lösung der Frage - nach den physikalischen Bedingungen der Lebenserscheinungen. Mit 6 - lithographischen Tafeln und 23 Figuren im Text. 4. 1892. - - M. 24.--. - - -- =Weitere Ausführungen über den Bau der Cyanophyceen und - Bacterien.= Im Anschlüsse an meine Abhandlung aus dem Jahre - 1890. Mit 2 Lichtdruck- und 3 lithographirten Tafeln, sowie 6 - Textfiguren. Lex. 8. - - M. 6.--. - - _=Daffner, Franz=_, =Das Wachstum des Menschen=. Anthropologische - Studie. gr. 8. 1897. - - M. 2.50. - - _=Engelmann, Th. Wilh.=_, =Gedächtnisrede auf Hermann von - Helmholtz=. Gehalten am 28. September 1894 in der Aula der - Universität Utrecht. 8. 1894. - - M. --.60. - - -- =Über den Ursprung der Muskelkraft.= Zweite vermehrte und - verbesserte Auflage. Mit 4 Figuren im Text. 8. 1893. - - M. 2.--. - - -- =Tafeln und Tabellen zur Darstellung der Ergebnisse - spectroskopischer und spectrophotometrischer Beobachtungen.= 8. - 1897. In Mappe mit Bemerkungen und Tabellen. - - M. 1.80. - - ---- Je 10 Stück einer Tafel werden zum Preise von 1 Mark +apart+ - abgegeben.---- - - _=Féré, Charles=_, =Die Epilepsie=. Autorisierte Übersetzung von - +Paul Ebers+. Mit einem Vorwort von +F. Tuczek+. Mit 65 Figuren im - Text und 1 Tafel. gr. 8. 1896. - - geh. M. 11.--; geb. M. 12.20. - - _=Fol, Hermann=_, =Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen - Anatomie= mit Einschluss der vergleichenden Histologie und - Histogenie. Mit 220 zum Theil farbigen Figuren im Text und einem - ausführlichen Register. gr. 8. 1896. - - geh. M. 14.--; geb. M. 16.--. - - _=Frey, Heinr.=_, =Das Mikroskop und die mikroskopische Technik=. - +Achte vermehrte Auflage.+ Mit 417 Figuren in Holzschnitt u. - Preisverzeichnissen mikroskopischer Utensilien. gr. 8. 1886. - - geh. M. 9.--; geb. M. 10.50. - - _=Friedrich, Paul Leopold=_, =Das Verhältnis der experimentellen - Bakteriologie zur Chirurgie=. Antrittsvorlesung gehalten am 10. - Juli 1897 in der Aula der Universität Leipzig. 8. 1897. - - M. 1.--. - - _=Hoorweg, J. L.=_, =Die medicinische Elektrotechnik= und ihre - physikalischen Grundlagen. Mit 77 Figuren im Text. 8. 1893. - - geh. M. 4.--; geb. M. 4.70. - - _=Kölliker, Alb.=_, =Handbuch der Gewebelehre des Menschen=. +6. - umgearbeitete Auflage. Zwei Bände.+ gr. 8. 1889/1896. - - geh. M. 33.--; geb. M. 37.50. - - - +Erster Band+: Die allgemeine Gewebelehre und die Systeme der - Haut, Knochen und Muskeln. Mit 329 zum Theil farbigen Figuren in - Holzschnitt und Zinkographie, gr. 8. 1889. - - geh. M. 9.--; geb. M. 11.--. - - +Zweiter Band+: Nervensystem des Menschen und der Thiere. Mit 516 - zum Theil farbigen Figuren in Holzschnitt und Zinkographie, gr. 8. - 1896. - - geh. M. 24.--; geb. 26.50. - - == Ein +dritter Band+: die +Verdauungs+-, +Respirations+-, - +Geschlechts+- und die +höheren Sinnesorgane+ enthaltend, ist in - Vorbereitung. == - - _=Nussbaum, J. N. v.=_, =Über Unglücke in der Chirurgie=. 1.-3. - Abdruck. 8. 1888. - - M. --.90. - - _=Ranke, Johs.=_, =Grundzüge der Physiologie des Menschen= mit - Rücksicht auf die Gesundheitspflege und das praktische Bedürfniss - der Ärzte und Studirenden. Zum Selbststudium bearbeitet. 4. - umgearbeitete Auflage. Mit 274 Holzschnitten, gr. 8. 1881. - - geh. M. 14.--: geb. M. 15.60. - - _=Rindfleisch, Eduard=_, =Die Elemente der Pathologie=. +Dritte - Auflage.+ gr. 8. 1896. - - geh. M. 7.60; geb. M. 8.60. - - -- =Lehrbuch der pathologischen Gewebelehre= mit Einschluss einer - pathologischen Anatomie. 6. völlig umgearbeitete Auflage. Mit 306 - Holzschnitten und 1 lithogr. Tafel, gr. 8. 1886. - - geh. M. 16.--; geb. M. 18.25. - - _=Rosenberg, Emil=_, =Eine vergleichende Beurtheilung der - verschiedenen Richtungen in der Anatomie des Menschen=. Vortrag - beim Antritt der Professur für Anatomie an der Universität zu - Utrecht am 28. September 1888. 8. 1889. - - M. --.80. - - _=Ruge, G.=_, =Anleitungen zu den Präparierübungen an der - menschlichen Leiche=. +Zweite verbesserte Auflage.+ Mit 51 Figuren - in Holzschnitt. gr. 8. 1896. - - geh. M. 6.--; geb. M. 7.20. - - _=Uhthoff, W.=_, =Über die bei der Syphilis des - Centralnervensystems vorkommenden Augenstörungen=. Mit 8 - lithographirten, zum Theil farbigen Tafeln. (Separat-Abdruck aus - +v. Graefe’s+ Archiv für Ophthalmologie. XXXIX. Bd. 1. u. 3. Abth. - und XL. Bd. 1. Abth.) 8. 1894. - - M. 8.--. - - _=Uhthoff, W., u. Th. Axenfeld=_, =Beiträge zur pathologischen - Anatomie und Bakteriologie der eiterigen Keratitis des Menschen=. - (Aus der Universitäts-Augenklinik zu Marburg.) Mit 4 Tafeln. - (Separat-Abdruck aus +v. Graefe’s+ Archiv für Ophthalmologie. XLII. - Bd. 1. Abth.) 8. 1896. - - M. 4.--. - - _=Winkler C.=_, =Über die Bedeutung des psychiatrischen Unterrichts - für die Heilkunde=. Antrittsrede gehalten an der Reichsuniversität - in Utrecht am 20. September 1893. (Ins Deutsche übertragen von - +Ferd. Adalb. Junker von Langegg+.) 8. 1894. - - M. --.80. - - _=Wundt, Wilhelm=_, =Grundzüge der physiologischen Psychologie=. - +Vierte+ umgearbeitete Auflage. +Zwei Bände.+ Mit 237 - Holzschnitten. gr. 8. 1893. - - geh. M. 22.--; geb. M. 26.--. - - - +Erster Band.+ Mit 143 Holzschnitten, gr. 8. 1893. - - geh. M. 10.--; geb. M. 12.--. - - +Zweiter Band.+ Mit 94 Holzschnitten, gr. 8. 1893. - - geh. M. 12.--; geb. M. 14.--. - - - -- =Hypnotismus und Suggestion.= (Revidirter Abdruck aus: Wundt, - Philosoph. Studien. Bd. VIII, Heft 1.) 8. 1892. - - M. 1.50. - - -- =Grundriss der Psychologie.= +Zweite Auflage.+ 8. 1897. - - geh. M. 6.--; geb. M. 7.--. - - -- =System der Philosophie.= +Zweite umgearbeitete Auflage.+ gr. 8. - 1897. - - geh. M. 12.--; geb. M. 14.50. - - -Druck der kgl. Universitätsdruckerei von +H. Stürtz+ in Würzburg. - - - - -Fußnoten: - -[1] Fragmente zur Physiologie der Zeugung 1836. - -[2] Recherches mikroskop. sur la nature du mucus 1837. Paris. - -[3] Grundlage der patholog. Histologie 1854. - -[4] The Lancet 1859. - -[5] Deutsche Zeitschrift für praktische Medizin. - -[6] Comptes rend. Soc. biolog. 1854. - -[7] +Virchow+’s Archiv 1857. - -[8] +Prager+, Vierteljahrsschrift für praktische Heilkunde 1859. - -[9] Études sur la maladie des vers à soie 1870. - -[10] +J. Müller+ leitete die Bezeichnung von ψώρα Krätze und -σπερμεῖον kleiner Samen ab; er beobachtete solche Gebilde bei Fischen -und glaubte es handle sich um eine durch belebte Semina erzeugte -Ausschlagskrankheit. Später wurden diese Gebilde auch +Miescher+’sche -oder +Rainey+’sche Schläuche genannt. - -[11] Leçons sur les sporozoaires Paris 1884. - -[12] +Hauser+, Protozoen als Krankheitserreger. Antrittsrede 1895. - -[13] Die Protozoen als Krankheitserreger. Jena 1891. 1895. - -[14] Für besondere Studien muss auf die in den Werken von +R. -Pfeiffer+, +Braun+, +Laveran+ angegebenen Litteraturverzeichnisse -verwiesen werden. - -[15] Ein neuer in der Ascitesflüssigkeit des lebenden Menschen -gefundener amöbenähnlicher Rhizopode. Sitzungsberichte der Akademie der -Wissenschaften zu Berlin XXXIX 1896. - -[16] In den Angaben über die zoologische Stellung der Protozoen folge -ich theilweise der Darstellung von +Braun+ „die thierischen Parasiten -des Menschen“ 1895. Für spezielle zoologische Studien sei auf das Werk -von +Delage+ und +Hérouard+ Traité de Zoologie concrète Bd. I: La -Cellule et les Protozoaires. Paris 1896 (Schleicher Frères) verwiesen. - -[17] La Cellule et les Protozoaires. Traité de Zoologie concrète Bd. I. -Paris 1896. - -[18] Ueber die Reinkulturen gewisser Protozoen. Centralblatt für -Bakteriologie. Bd. XIV. 1893. S. 264. - -[19] Ueber aseptische Protozoenkulturen und die dazu verwendeten -Methoden. Centralblatt für Bakteriologie 1894. Nr. 7. - -[20] Beiträge zur Amöbenforschung. Centralblatt für Bakteriologie 1894. - -[21] Centralblatt für Bakteriologie 1896. S. 537 und Referat von -+Janowski+, Centralblatt 1897. S. 237. - -[22] Reinkultur von Protozoen auf festen Nährböden. Centralblatt für -Bakteriologie 1896. Bd. XIX. - -[23] Kulturversuche mit Amöben auf festem Substrate. Centralblatt für -Bakteriologie 1896. S. 257. - -[24] Die Kultur der Amöben auf festem Substrate. Centralblatt für -Bakteriologie 1896. S. 785. - -[25] Während der Drucklegung dieser Schrift sind dann noch folgende -weitere Arbeiten über die Kultur von Amöben oder Protozoen überhaupt -erschienen: - -Zunächst eine Arbeit von +Casagrandi+ und +Barbagallo+ (Centralblatt -für Bakteriologie und Parasitenkunde Bd. XXI S. 579) „über die Kultur -von Amöben“, in welcher auch alle früheren Arbeiten über denselben -Gegenstand Berücksichtigung gefunden haben. - -+Casagrandi+ und +Barbagallo+ kommen auf Grund ihrer Versuche zu dem -wichtigen Schlusse, dass es in der That eine Anzahl von Nährböden -giebt, in denen man die Amöben, welche ein freies Leben führen mit -einer kontraktilen Vakuole versehen sind und vielkernige Cysten -bilden, züchten kann. +Es gelingt dies aber nicht mit denjenigen -Amöben+, welche eine +parasitäre Lebensweise+ führen und den Fäces der -Individuen, in denen sie hospitiren, entnommen werden oder auch mit -denjenigen, welche folgende beiden, den niedrigeren schmarotzenden -Protozoen gemeinsame Eigenschaften besitzen: - -1. Mangel einer kontraktilen Vakuole (wie bei allen niedrigeren -parasitären Protozoen); - -2. Vorkommen einer mehrkernigen Cyste. - -Gleichzeitig bemerken die genannten Autoren, dass die Amoeba coli von -+Kartulis+, wie +Kruse+ und +Pasquale+ zeigten, nichts weiter ist -als die Strohamöbe. Auch in den Kulturen von +Piccardi+ tritt keine -Entwickelung von Amoeba coli ein. Ebenso haben die Amoeba zymophila -von +Beyerinck+ und die Amoeba coli von +Schardringer+ mit Amoeba coli -nichts zu thun. - -+Frosch+ (Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde Band -XXI S. 926) kommt in einer vorläufigen Mittheilung über „die Frage -der Reinzüchtung der Amöben“ zu dem Ergebniss, dass das Wachstum -einzelner Amöben an das Vorhandensein der Bakterien oder deren -Stoffwechselprodukte gebunden zu sein scheint. - -+Schardringer+ (Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde -1897 Bd. XXII S. 3) ist es dagegen gelungen, +reine und von Bakterien -freie, fortzüchtbare+ Kulturen zu erhalten. Allerdings ist die -Bewegungsfähigkeit in mit Bakterien verunreinigten Kulturen ungleich -grösser als in davon freien. (Näheres muss in den zitirten Arbeiten -nachgelesen werden.) - -[26] +Virchow+’s Archiv 1875. - -[27] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1890. - -[28] Ueber Amöbenenteritis (Berl. klin. Wochenschrift 1893). - -[29] Traité de Zoologie médicale 1885. - -[30] cit. nach +Braun+, Parasiten d. Menschen 1895. - -[31] vergl. +Baumgarten+, Jahresberichte 1891–1893. - -[32] Inaugural-Dissertation 1896. - -[33] +Wilson+, Cases of amoebic dysentery. (John Hopkins hospital -Bulletin. 1895). Centralblatt für Bakteriologie XIX. S. 353. - -[34] +Manner+, Ein Fall von Amöbendysenterie und Leberabscess. Wiener -klin. Wochenschrift 1896. - -[35] +Boas+, Ueber Amöbenenteritis (Deutsche med. Wochenschrift) 1896. - -[36] +Peyrot+ et +Roger+ Abscès dysentériques du foie avec amèbes (La -Médecine moderne. 1896). Centralblatt für Bakteriologie XX. S. 815. - -[37] +W. Janowski+, zur Aetiologie der Dysenterie. Centralblatt für -Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. I. Abtheilung. Heft 4–7. - -[38] Man vergleiche hierüber die Urtheile von +Casagrandi+ und -+Barbagallo+ S. 16. - -[39] Man vergleiche die Versuchsergebnisse von +Frosch+ S. 16. - -[40] Berl. klin. Wochenschrift 1883 S. 237. - -[41] Verhandl. für innere Med. 1889. - -[42] Zeitschrift für Hygiene 1893. - -[43] Berl. klinische Wochenschrift 1893. - -[44] Ueber das Vorhandensein von Protozoen bei der Endometritis -chronica glandularis (Archiv für Gynäkologie 1894). - -[45] Berliner klinische Wochenschrift 1895. Nr. 22 und 23. - -[46] Berliner klinische Wochenschrift 1895. Nr. 46. - -[47] Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften Berlin 1896. -XXXIX. - -[48] Sporozoen in Geschwülsten. Bibl. medica 1895. - -[49] Hinsichtlich der zoologischen Angaben folge ich zum Theil -den Angaben von +Braun+ und +Wasielewski+, auf deren Werke für -Spezialstudien verwiesen werden muss. - -[50] gregarius -- grex = in Heerden lebend. - -[51] On the classification of the myxosporidia, Wash. 1889. The -Myxosporidia, or Psorosperms of fishes, and the epidemies produced by -them. Bull. U. S. Fish Commission, Part. XVIII. Washington, Gouvernement -Printing Office, 1894. - -[52] Bull. de l’Acad. roy. de Belg. V. 1838, p. 772 (cit. nach +Braun+). - -[53] Ueber eine eigentümliche krankhafte parasitische Bildung mit -spezifisch organisirten Samenkörperchen, Arch. f Anat. und Phys. 1841. - -[54] ψώρα = Krätze, Hautkrankheit und σπερμεῖον = kleiner Samen. -Die Bezeichnung +Psorospermien+ ist dann auch auf andere durch -Protozoën erzeugte Veränderungen in den Muskeln der Säugethiere, wo -sie auch +Miescher+’sche und +Rainey+’sche Schläuche genannt werden, -übergegangen. (Vergl. auch Anmerkung 4. S. 2.) - -[55] Recherches sur les Myxosporidies. Bulletin scientifique de la -France et de la Belgique. T. XXVI. Paris 1895. - -[56] von κόκκος Kern. - -[57] Ueber die Psorospermien, Archiv für Anat. und Phys. 1854. - -[58] Die thierischen Parasiten des Menschen 1879. - -[59] Beiträge zur Protozoënforschung. Die Koccidienkrankheit der -Kaninchen. Berlin 1892. - -[60] Journ. de l’anat. et de la phys. 1889. - -[61] Ann. de micr. 1890. Compt. rend. Acad. Paris Bd. 40, 44 und 47. - -[62] Archives de Zoologie expérimentale 1881. Tablettes zoologiques -1886. 1892. - -[63] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1896. S. 904. - -[64] Deutsche Zeitschrift f. Thiermed. Bd. XIV. 1889. - -[65] +Gubler+, Gaz. méd. Paris 1858. S. 657. - -[66] +Leuckart+, die menschl. Parasiten 1863. I. Bd. S. 741. - -[67] ebenda S. 781. - -[68] ebenda S. 281. - -[69] Untersuchungen über den Krebs. Jena. 1893. S. 24. - -[70] Die Protozoën als Krankheitserreger. Zweite Auflage. 1891. S. 45. - -[71] L. +Pfeiffer+, Untersuchungen über den Krebs. S. 25. - -[72] Schweizer Archiv für Thierheilkunde 1892. 1893. - -[73] Schweizer Archiv 1894. S. 169. - -[74] +Guillebeau+, über das Vorkommen von Koccidium oviforme bei -der rothen Ruhr des Rindes. Mitth. der naturforsch. Ges. in Bern. -Centralbl. für Bakt. u. Parasitenkunde. Bd. XIV. - -[75] Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin 1889. Bd. XIV. S. 68. - -[76] Observ. sur quelques Koccidies intestinales C. r. de la Soc. de -biologie 1890. S. 660. - -[77] Virchow’s Archiv 1860. Bd. XVIII S. 523. - -[78] Delle cellule oviforme che trovansi nei villi intestinali del cane -e del gatto. - -[79] C. R. de la Soc. de biologie 1890 S. 660. - -[80] The Journ. of comp. medecine and veterinary archives Bd. XIII. 1891 - -[81] Bull. de la soc. zoolog. XVI. 246. - -[82] The Journal of compar. Pathology 1894. - -[83] Bur. of animal industry. Bull. Nr. 8 und Cent. für Bakt. 1894. - -[84] Krankheiten des Hausgeflügels 1882. - -[85] Lehrbuch der spec. Path. und Therapie 1896. - -[86] Oesterr. Vierteljahresschrift für Thierheilkunde Bd. 60. S. 23. - -[87] +Salzer+, ein Fall von Molluscum contagiosum an den Augenlidern -(Münch. med. Wochenschrift 1896.) - -[88] +Muetze+, Beitrag zur Kenntniss des Molluskum contagiosum der -Lider (Archiv für Augenheilkunde Bd. XXXIII. S. 302–310). - -[89] Schweizer Archiv für Thierheilkunde Bd. XXX S. 72. - -[90] Gelegentlich der von mir alljährlich abgehaltenen -Demonstrationskurse in der animalischen Nahrungsmittelhygiene für -Marineärzte ist es bei Vorzeigung mit Schrotausschlag behafteter -frischer Haut von Schweinen zweimal vorgekommen, dass von Einem der -Theilnehmer ohne Kenntniss der Natur der Hautaffektion erklärt wurde: -„Die Haut sieht aus, als sei sie durch einen Schrotschuss verletzt -worden.“ - -[91] Der Schrotausschlag des Schweines. Archiv für wissensch. und -prakt. Thierheilkunde XXII. Bd. - -[92] Lehrbuch der path.-anatom. Diagnostik Bd. I. Stuttgart 1894. - -[93] Ueber Hypotrichosis localis. cystika. Leipzig 1894. Dissertation. - -[94] Ueber Hypotrichosis universalis, anatomische Hefte von Fr. -+Merkel+ und +Bonnet+. 1892. - -[95] Ueber Aknitis oder eine spezielle Art disseminirter und -generalisirter Follikulitiden. Annales 1891. - -[96] Hydradenitis destruens suppurativa. 1892. Monatsschrift für -Dermatologie 1892 S. 129. - -[97] Ueber disseminirte suppurative Hydrosadenitis. Arch. de méd. -expér. et d’anat. path. 1893. Jan. - -[98] Histopathologie der Hautkrankheiten. Berlin 1894. - -[99] Traité de zool. méd. et agric. 1893. - -[100] Recueil de méd. vét. 1892. - -[101] Journal de l’anatomie et de physiologie 1892. L. +Pfeiffer+, -Untersuchungen über den Krebs. S. 134. - -[102] Die Protozoën als Krankheitserreger. Biologisches Centralblatt. -1895. - -[103] Deutsche medizinische Wochenschrift 1887. - -[104] Ueber eigenartige parasitäre Organismen in den Epithelzellen der -Karcinome. Fortschritte der Medizin. Bd. 7. 1889. - -[105] Annales de dermatologie et de syphiligraphie 1889. Société de -biologie 1889. Comptes rendus 1889. - -[106] Arch. de méd. exp. 1890. Maladie de peau, dite Maladie de Paget. -Paris 1890. 4 Tafeln. - -[107] Archiv de méd. expériment. et d’anat. path. 1890. - -[108] Fortschritte der Medizin 1890. - -[109] Ueber Karcinomeinschlüsse. Virchow’s Archiv 1891. Bd. 131. - -[110] Annales de l’institut Pasteur 1892. - -[111] Annales de l’institut Pasteur 1892. - -[112] Centralblatt für Bakteriologie 1892. - -[113] Deutsche med. Wochenschrift 1891. - -[114] Journal of path. and bacteriol. 1892. Brit. med. Journal 1892. - -[115] Sporozoen als Krankheitserreger 1893. - -[116] Centralblatt für Bakteriologie 1892. - -[117] Untersuchungen über den Krebs. 1893. - -[118] Untersuchungen über den Krebs. 1893. - -[119] Untersuchungen über den Krebs. Wien-Leipzig. 1893. - -[120] Das Lipomprotozoon. Centralblatt für Bakteriologie Bd. 19. 274. - -[121] Ueber eine für Thiere pathogene Sprosspilzart. Centralblatt für -Bakteriologie Bd. 17. S. 113. - -[122] Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch, -Virchow’s Archiv. 147 Bd. 1897. S. 536. - -[123] Von +Roncali+ liegen mehrere Arbeiten über das Vorkommen von -thierischen Lebewesen in Geschwülsten vor: u. A. sur l’Existence des -Levures organisées dans les Sarcomes. (Annales de Micrographie 1896. -Paris). Intorno al Sarcoma del Padiglione dell’ Orecchio. (Archivio -Italiano di Otologia, Rinologia e Laringologia 1897). Centralblatt -für Bakteriologie und Parasitenkunde 1896. Blastomyceten in den -Sarkomen. Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1895. Nr. -14/15. Mikrobiologische Untersuchungen über einen Tumor des Abdomens. -(Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1897.) - -[124] Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch. -Virchow’s Archiv Bd. 147. 1897 S. 536. - -[125] Archiv für Gynäkologie. 1895 Bd. 48. - -[126] J. +Jackson Clarke+, Bemerkungen über die Biologie des -Alveolarsarkoms. Centralblatt für Bakteriologie Bd. 17. S. 604. - -[127] Berl. klin. Wochenschrift 1894. - -[128] Fortschritte der Medizin 1894. - -[129] Lehrbuch der spez.-path. Anat. 1895. - -[130] Beiträge zur Entwickelung der Karcinome 1892. - -[131] Archiv für Dermatologie 1892. - -[132] Evolution cellulaire et parasitaire dans l’épithélioma. 1892. - -[133] Beiträge zur path. Anatomie 1892. Bd. XI. - -[134] l. c. - -[135] Untersuchungen über den Krebs 1893. - -[136] Münch. med. Wochenschr. 1895. - -[137] B. +Roncali+, Ueber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse -über die Aetiologie des Krebses (Aus dem Institute für klin. -Chirurgie an der Universität Rom). Centralblatt für Bakteriologie und -Parasitenkunde 1897. Nr. 8–10. - -[138] Während der Drucklegung ist noch eine sehr fleissige Schrift -von +Behla+ „Die Amöben, insbesondere vom parasitären und kulturellen -Standpunkt“ erschienen, in welcher sich ein sehr umfangreiches -Litteraturverzeichniss vorfindet. - -[139] In dem Abschnitt über Sarkosporidien folge ich im Wesentlichen -meiner Schrift „Ueber Sarkosporidien“. Thiermedizinische Vorträge Bd. -III, Heft 11, an deren Ende auch ein besonderes Litteraturverzeichniss -sich befindet. - -[140] Leçons sur les sporozoaires. Paris 1884. - -[141] Ueber eigenth. Schläuche in den Muskeln einer Hausmaus. Bericht -über die Verhandl. der naturforsch. Ges. in Basel 1843. - -[142] Zeitsch. für wissensch. Zoologie Bd. V, S. 189. 1854. - -[143] Zeitsch. für wissensch. Zoologie Bd. V, S. 199–200. 1854. - -[144] On the structure and developpement of the Cysticercus cellulosae -as found in the muscles of the pig. Transact roy. philosoph. 1858. cit. -nach +Braun+. - -[145] Beitr. zur Kenntniss d. +Miescher+’schen Schläuche. 1867. - -[146] Dei parasiti vegetali, Torino 1873 und Giornale di anat. fisiol. -e patol. degli animali 1874. - -[147] Die thierischen Parasiten 1879. - -[148] Beitrag zur Kenntniss der Sarkosporidien. Inauguraldissertation -Rostock. 1892. Zoolog. Jahrbücher 1893. - -[149] Zur Kenntniss der Biologie gewisser Vorticellen. Biologisches -Centralblatt Bd. XV 1895. Nr. 23. - -[150] Systematische Stellung der Parasiten der +Miescher+’schen -Schläuche und deren Züchtung. Berl. thier. Wochenschrift 1897 Nr. 47. - -[151] Die Protozoën als Krankheitserreger. 1891. S. 123. - -[152] Beitrag zu den Infektionsversuchen mit Sarkosporidien. -Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. Bd. 18. S. 327. - -[153] Bull. soc. Zool. de France X. 1885. - -[154] +Lindemann+, hygienische Bedeutung der Gregarinen. Deutsche -Zeitschr. für Staatsarzneikunde 1868; +Rosenberg+, Zeitschrift für -Hygiene und Infektionskrankheiten Band 11. 1892. - -[155] Compt. Rend. soc. biol. 1894 cit. nach +Braun+. - -[156] Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten Bd. 14. 1893. - -[157] Zeitschrift für rationelle Medizin 1865. - -[158] Mitth. des landw. Institutes Halle 1865. - -[159] Nachrichten der Ges. der Wissenschaften Göttingen 1851. - -[160] Wochenschrift für Thierh. 1872. - -[161] Revue vétér. 1884. - -[162] L’Echo vétér. 1883. - -[163] Archiv Bd. 32. - -[164] Petersb. Journal 1893. - -[165] Path. u. Therapie. - -[166] Virchow’s Archiv 1887. - -[167] Untersuchungen über den Krebs S. 43. - -[168] l. c. S. 585. - -[169] Darstellung der Lehre von den Trichinen. Virchow’s Archiv. 1865. -S. 356. - -[170] Die menschlichen Parasiten I. Bd. 1863. - -[171] Archiv für mikroskop. Anatomie 1867. - -[172] +Bronn+’s Klassen und Ordnungen des Thierreichs I. Bd. Protozoa, -1882–1889. - -[173] Zeitsch. für Mikroskopie und Fleischbeschau Bd. III. - -[174] Archiv für wissensch. und prakt. Thierheilkunde 1886. - -[175] Archiv für wissensch. und praktische Thierheilkunde 1897. Band 23. - -[176] Wochenschrift für Thierheilkunde 1872. - -[177] Virchow’s Archiv, Bd. 109. 1887. - -[178] Vergl. auch Thiermedizinische Rundschau 1886. Nr. 9. - -[179] Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin Bd. XIV. 1889. - -[180] Beurtheilungslehre des Pferdes, Hannover 1859 S. 254–256; -topographische Myologie. Hannover 1866 S. 206. - -[181] +Pütz+ glaubt, dass man wegen dieser Eigenthümlichkeit die -Erkrankung mit dem sonst unpassenden Namen „Eisballen“ belegt habe. - -[182] Thierärztl. Blätter für Niederländisch-Indien Bd. VI 1891. S. -121–166. - -[183] Zeitschrift für Hygiene Bd. XX. - -[184] Rec. de Méd. vét. 1886. - -[185] Revue vétérinaire 1884. - -[186] Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie V. Bd. 1854. - -[187] +Pütz+, Zeitschrift für prakt. Nat. Wiss. Bd. II. - -[188] Archiv für wiss. und prakt. Thierh. Bd. XII. - -[189] Virchow’s Archiv Bd. 41. - -[190] +Pütz+ Zeitschrift für prakt. Nat. Wissenschaft Bd. I. - -[191] ebenda Bd. II. - -[192] Traité de zoologie médicale 1889–90, +Pfeiffer+, Krebs- und -Zellenerkrankungen durch Sporozoen S. 136. - -[193] Notes on parasites. On the presence of Sarkosporidia in birds. U. -St. Depart. of agric. Bureau of anim. industry 1893. - -[194] Meine Bemerkung S. 37 in meiner Schrift über Sarkosporidien, dass -+Stiles+ diese Thatsache entgangen sei, ist, wie ich mich nachträglich -überzeugt habe, unrichtig. Sch. - -[195] Parasites endoglobulaires du sang des vertébrés, in Arch. de -zool. expér. 1894 pag. 54–258. - -[196] Die Bezeichnung Acystosporidien ist von +Wasielewski+ -eingeführt, weil für eine Familie der Gregarinen schon die Bezeichnung -Gymnosporidien vorhanden ist. - -[197] Quart. Journ. microsc. science 1871. - -[198] Die Hämatozoen der Kaltblüter. Arch. für mikr. Anat. 1885. - -[199] Für Spezialstudien über die Hämatozoen sei hinsichtlich der -Litteratur auf die Schrift von +Laveran+ und +Blanchard+ „Les -Hématozoaires de l’homme et des Animaux“. Paris 1895 (Rueff et Cie) -hingewiesen. - -[200] Ueber Blutwürmchen, welche aus den Froschblutkörperchen -auswandern. Archiv f. Anat. u. Phys. 1880. - -[201] Atti Accad. Gioenia sc. natur. Catania 92–93. - -[202] Fortschritte der Medizin 1891. - -[203] Virchow’s Archiv Bd. 121. Hyg. Rundschau 1892 S. 461. - -[204] Arch. Zoolog. expériment. 1894. - -[205] +Flügge+, Die Mikroorganismen. 3. Aufl. Bd. II. 1896. S. 658. - -[206] Man vergleiche die Arbeiten von +Danilewsky+ (Archiv für Hygiene -Bd. 25) u. (Centralblatt für Bakteriologie Bd. 12), +Grassi+ und -+Feletti+ (Atti Accad. Livien 92/93. Centralblatt für Bakt. Bd. 9); +di -Mattei+ (Archiv für Hygiene Bd. 22) +Sakharoff+ (Annales de l’Institut -Pasteur 1893 Bd. 12). - -[207] On the pathology of haematozoon infections in birds. (Bulletin of -the Johns Hopkins Hospital Bd. VIII 1897 Nr. 72 S. 51.) - -[208] Traité des fièvres palustres Paris 1884. Compt. rend. de l’Ac. d. -sciences 1881. Du paludisme et son hématozoaire Paris 1891. - -[209] Fortschritte der Medizin 1886. 1889. - -[210] Fortschritte der Medizin 1885. 1888. - -[211] Centralbl. für Bakt. 1887. - -[212] Archivio delle scienze mediche 1889. - -[213] Fortschritte der Medizin 1891. - -[214] Centralbl. für Bakteriologie Bd. 7. - -[215] Malariaparasiten, Wien 1893 (mit ziemlich vollständiger -Litteratur). - -[216] Fortschritte der Medizin 1888. - -[217] +Laveran+ et +Blanchard+, Les Hématozoaires de l’Homme et des -Animaux. Paris 1895 (mit sehr umfangreichem Litteraturverzeichniss). - -[218] Parasites endoglobulaires. Archives de Zoologie expérimentale -III. Serie Bd. II. - -[219] +Celli+ und +Sanfelice+, Fortschritte der Medizin 1891. +Kruse+, -Hygienische Rundschau 1892. - -[220] +Golgi+, Zeitschrift für Hygiene Bd. X. - -[221] +Grassi+ und +Feletti+, Centralblatt für Bakteriologie Bd. X. - -[222] Im Nachfolgenden folge ich theilweise den Angaben von +Kruse+, -+Flügge+, Mikroorganismen Bd. II. S. 674. - -[223] Deutsche med. Wochenschrift 1892. - -[224] Archivio delle scienze mediche 1888. - -[225] Riforma medica 1889. - -[226] Riforma medica 1889. - -[227] Hyg. Rundschau 1892/93. - -[228] Charité-Annalen 1891. - -[229] Deutsche med. Wochenschrift 1892. - -[230] Archiv für Hygiene Bd. 22. - -[231] Zur Morphologie der Malariaparasiten, Centralblatt für -Bakteriologie Bd. XXI 1897. - -[232] Malaria der Tropenländer. Berlin 1889. +Schelling+, -Malariakrankheiten. Berlin 1890. - -[233] Fortschritte der Medizin 1885. - -[234] Petersburg. Archiv. 1892. - -[235] Ueber das Sumpffieber bei Pferden. Rec. de méd. vét. S. 148. 1896. - -[236] Nürnberger Naturforscherversammlung 1893. - -[237] General pathology of Surra 1891. Americ. vet. rev. Bd. 15. - -[238] Arbeiten aus dem Institut Pasteur 1890. Centralbl. für Bakt. und -Paras. 1894 Nr. 15. - -[239] Recherches zoologiques et biologiques sur les parasites -endoglobulaires du sang des Vertébrés. Arch. de Zoolog. expér. et gén. -Sér. III Band II. - -[240] Animal Reports Washington 1891/92, 1893. - -[241] Animal Reports Washington 1891/92, 1893. - -[242] Journ. of comp. med. 1891. - -[243] Monographie über Texasfieber 1893. - -[244] Journal of comp. med. Bd. V. - -[245] Investigation of Texas cattle fever. Washington 1881. - -[246] Arbeiten aus dem kais. Gesundheitsamt 1895 S. 411. - -[247] Comptes rend. de l’acad. des sciences Paris 1888. Die Aetiologie -der seuchenhaften Hämoglobinurie des Rindes, Virchow’s Archiv. 1889 Bd. -115. S. 81. Rec. de médec. vét. 1889. 1890. - -[248] Clin. veter. 1889 und 1890. - -[249] Die Rindermalaria in der Campagna von Rom (Centralblatt für -Bakteriologie und Parasitenkunde 1897. Bd. XXI Heft 15/16). - -[250] Supplimenti al Policlinico. 1897. Bd. XIV. - -[251] Le emoglobinurie da malaria secondo i recenti studi (Annali di -medicina navale 1896). - -[252] Centralbl. für Bakter. 1893. Nr. 1. - -[253] Des hématozoaires de l’hémoglobinurie du bœuf (Arch. de méd. exp. -1894). - -[254] +Virchow+’s Archiv Bd. 139. 1895. S. 1. - -[255] +Virchow+’s Archiv Bd. 139. 1895. S. 382. - -[256] Deutsche med. Wochenschrift 1895. Nr. 25–27. - -[257] Deutsche med. Centralzeitung 1895. - -[258] Deutsche med. Wochenschr. 1895 Nr. 30. - -[259] Deutsche med. Wochenschrift 1895 Nr. 38. - -[260] Deutsche med. Wochenschrift 1894. - -[261] Centralblatt für allgemeine Pathologie 1892. - -[262] Centralblatt für Bakteriologie 1892. - -[263] Münch. med. Wochenschrift 1897 Nr. 41. - -[264] Ricerche sulla patogenesi ed etiologia dell’ infezione vaccinica -e vaiolosa (Archivio per le scienze mediche Torino e Palermo. Vol. XVI -1892). - -[265] Nachtrag zu: Protozoen als Krankheitserreger 1895. - -[266] Centralbl. für Bakt. Bd. 18 (1896). - -[267] +Sicherer+, Münch. med. Wochenschrift 1895. - -[268] Centr. für Bakt. Bd. 16. - -[269] Brit. med. Journ. Bd. I. 1894. - -[270] Brit. med. Journ. Bd. I. 1894. - -[271] Cent. für Bakt. Bd. 17 1895. - -[272] Monatsheft für Dermatologie 1887. - -[273] Ueber Form und Färbbarkeit der Zelleinschlüsse bei -Vaccinaimpfungen. Cent. für Bakt. Bd. XXI. 1897 S. 901. - -[274] Recherches sur l’infection dans la vaccine (Annales de l’Institut -Pasteur 1897, Nr. 4). - -[275] Compt. rend. de l’Acad. d. sciences 1890. 1894. Comptes rendus de -la société de biologie 1892. 1894. - -[276] +Grassi+, Gaz. méd. 1879. - -[277] +Epstein+, über Infusoriendiarrhöe. Deutsches Archiv für klin. -Medizin 1893. S. 505. - -[278] Deutsches Archiv für klinische Medizin 1897. Bd. 55. S. 451. - -[279] Ueber das Vorkommen von Trichomonas im Harne. Centralblatt für -Bakteriologie 1894. - -[280] Centralblatt für Bakteriologie 1894. - -[281] Münchener med. Wochenschrift 1895 Nr. 51. - -[282] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde Bd. XXI. 1897. -Nr. 19 S. 721. - -[283] Zeitschrift für klinische Medizin Bd. XXXI. 1897 S. 488. - -[284] Es mag an dieser Stelle noch erwähnt sein, dass nach den -Untersuchungen von +Fiorentini+, +Gruby+, +Delafond+, +Colin+, -+Bundle+ u. A. Infusorien bei allen gesunden Pferden vorkommen und -als Commensalen aufgefasst werden, denen eine gewisse physiologische -Bedeutung bei der Verdauung zugeschrieben wird. - -[285] Die Protozoen als Krankheitserreger, 2. Auflage 1891. S. 149. - -[286] Andere Synonyma sind: Plagiotoma coli (+Claparède+ et +Lachmann+ -1858) Leucophrys coli +Stein+ 1860. - -[287] Parasiten des Menschen. - -[288] Infusorien als Intestinalthiere des Menschen. (+Virchow+’s Archiv -XII. 1857.) - -[289] +Ekecrantz+, Nordiskt medizinskt Arkiv Bd. I 1869. +Wising+, -Nordiskt medizinskt Arkiv Bd. III. +Belfrage+ Upsala. Läkareförenings -forhandlinger Bd. V. 1869. +Winblad+ ebenda Bd. V. +Petersen+ -ebenda Bd. VIII. 1873. +Heuschen+ ebenda Bd. X. 1874. +Heuschen och -Waldenström+ Bd. X. 1874. - -[290] +Mitter+, Inaugural-Dissertation Kiel 1891. +Treille+, Archives -de méd. navale Bd. 24. 1875. +Graziadei+, Archivi per le scienze -mediche vol. IV. 1880. +Zur Nieden+, Centralblatt für klin. Medizin -1881. +Stockvis+, Weekblad van to Nederl. Tijdschrift voor Geneesk. -1884. +Edgren+, Svenska läkaserälleskapet forhandlinger 1885. - -[291] Deutsches Archiv für klinische Medizin 1893. - -[292] Petersburger med. Wochenschrift 1882. - -[293] Sitzungsbericht der Dorpater Naturforsch. Gesellschaft 1896. - -[294] Berl. thierärzt. Wochenschrift 1897. Nr. 47, 52. - -[295] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. Bd. XXI -S. 657. - -[296] Beiträge zur Aetiologie der Rabies. Centralbl. für Bakt. u. Par. -Bd. XX 1896 Nr. 6 u. 7. - -[297] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. Bd. XXI -S. 657. - -[298] Centralbl. für Bakt. u. Paras. 1897. Bd. XXII S. 399. - -[299] Die litterarischen Nachweise über Amöben sind theilweise der -Uebersicht von +Behla+, die Amöben, Berlin 1897 entnommen. - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Protozoen als Krankheitserreger -des Menschen und der Hausthiere, by Georg Schneidemühl - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE PROTOZOEN ALS *** - -***** This file should be named 51929-0.txt or 51929-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/1/9/2/51929/ - -Produced by Sandra Eder, Reiner Ruf, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive/American Libraries.) - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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