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-The Project Gutenberg EBook of Die Protozoen als Krankheitserreger des
-Menschen und der Hausthiere, by Georg Schneidemühl
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
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-
-Title: Die Protozoen als Krankheitserreger des Menschen und der Hausthiere
- Für Ärzte, Thierärzte und Zoologen
-
-Author: Georg Schneidemühl
-
-Release Date: May 1, 2016 [EBook #51929]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE PROTOZOEN ALS ***
-
-
-
-
-Produced by Sandra Eder, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-file was produced from images generously made available
-by The Internet Archive/American Libraries.)
-
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- ####################################################################
-
- Anmerkungen zur Transkription:
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1898 erschienenen Buchausgabe
- so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Inkonsistente
- und altertümliche Schreibweisen wurden beibehalten; Fachbegriffe
- sowie fremdsprachige Passagen wurden unverändert übernommen.
- Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden
- dagegen stillschweigend korrigiert. Die systematische Einteilung
- des Buches, die sich anhand des Inhaltsverzeichnisses ergibt, wurde
- im Text nicht konsequent wiedergegeben. Die Originalvorlage wurde
- auch dahingehend nicht verändert.
-
- Literaturangaben werden im Original in uneinheitlicher Weise
- zitiert, insbesondere was die Abkürzungen der einzelnen
- Monographien und Zeitschriften anbelangt. Dies wurde hier
- beibehalten, sofern die Verständlichkeit des Zitates dadurch nicht
- beeinträchtigt wird.
-
- Personennamen wurden in der Regel gesperrt gedruckt, was jedoch
- nicht durchgehend beibehalten wurde. Der vorliegende Text folgt
- auch dahingehend der gedruckten Ausgabe. Das Caret-Symbol (^)
- wird einem im Original hochgestellten Zeichen vorangestellt.
- Zur Kennzeichnung der von der Normalschrift abweichenden
- Schriftschnitte werden die folgenden Sonderzeichen vewendet:
-
- kursiv: _Unterstriche_
- fett: =Gleichheitszeichen=
- gesperrt: +Pluszeichen+
-
- ####################################################################
-
-
-
-
- DIE
-
- PROTOZOEN ALS KRANKHEITSERREGER
-
- DES
-
- MENSCHEN UND DER HAUSTHIERE
-
-
- FÜR
-
- +ÄRZTE, THIERÄRZTE UND ZOOLOGEN+
-
- VON
-
- PROFESSOR DR. GEORG SCHNEIDEMÜHL
- PRIVATDOCENT DER THIERMEDIZIN AN DER UNIVERSITÄT KIEL
-
-
- _MIT 37 ABBILDUNGEN IM TEXT_
-
-
-
-
- LEIPZIG
-
- VERLAG VON WILHELM ENGELMANN
-
- 1898.
-
-
-
-
-Von demselben Verfasser sind erschienen:
-
- =Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen
- und der Hausthiere= für Thierärzte, Aerzte und Studirende. gr. 8.
-
- +Erste Lieferung:+ Die Infektionskrankheiten des Menschen und
- der Hausthiere. 1895.
-
- M. 5.--.
-
- +Zweite Lieferung:+ Die Vergiftungen. Die durch thierische
- Parasiten hervorgerufenen Krankheiten des Menschen und der Thiere.
- Die Konstitutionskrankheiten. Die Hautkrankheiten. 1896.
-
- M. 6.--.
-
- +Dritte Lieferung:+ Die Krankheiten der Verdauungsorgane.
- Die Krankheiten der Athmungsorgane. Die Krankheiten der
- Cirkulationsorgane. Die Krankheiten des Nervensystems. 1897.
-
- M. 6.--.
-
- +Vierte+ (Schluss-) +Lieferung:+ Die Krankheiten des
- Nervensystems. Die Krankheiten der Schilddrüse. Krankheiten
- der Harnorgane. Krankheiten der Geschlechtsorgane. Nachträge.
- (Erscheint im Mai 1898.)
-
- (Verlag von +Wilhelm Engelmann+ in +Leipzig+.)
-
-
- =Lage der Eingeweide bei den Haussäugethieren= nebst Anleitung
- zur Exenteration für anatomische und pathologisch-anatomische
- Zwecke und Angaben zur Ausführung der Präparirübungen für
- Studirende und Thierärzte bearbeitet. +Zweite Auflage.+
- Hannover. 1894. 196 Seiten.
-
- geb. M. 3.--.
-
- =Repetitorium der Muskellehre bei den Haussäugethieren,=
- gleichzeitig ein Leitfaden für die Präparirübungen, für Studirende
- und Thierärzte bearbeitet. +Zweite Auflage.+ Hannover. 1894.
- 80 Seiten.
-
- M. 1.50.
-
- =Das Fleischbeschauwesen im Deutschen Reiche, nebst Vorschlägen
- für dessen gesetzliche Regelung.= Leipzig. 1892. 78 Seiten.
-
- M. 1.50.
-
- =Das Thierarzneiwesen Deutschlands und seiner Einzelstaaten.=
- Ein Handbuch für Thierärzte, Staats- und Gemeindebehörden,
- Schlachthofverwaltungen, Medicinalbeamte, Richter und
- Rechtsanwälte. Leipzig. 1893. 506 Seiten.
-
- M. 12.--; geb. M. 13.50.
-
- =Das thierärztliche Unterrichtswesen Deutschlands in seiner
- geschichtlichen Entwickelung und Bedeutung für den thierärztlichen
- Stand.= Ein Gedenkblatt, aus Anlass der Feier des 100jährigen
- Bestehens der thierärztlichen Hochschule zu Berlin bearbeitet.
- Mit einem Portrait des Geh. Med.-Rath Gerlach. Leipzig. 1890. 244
- Seiten.
-
- M. 2.--.
-
-
-
-
- DIE
-
- PROTOZOEN ALS KRANKHEITSERREGER
-
- DES
-
- MENSCHEN UND DER HAUSTHIERE
-
-
- FÜR
-
- +ÄRZTE, THIERÄRZTE UND ZOOLOGEN+
-
- VON
-
- PROFESSOR DR. GEORG SCHNEIDEMÜHL
-
- +PRIVATDOCENT DER THIERMEDIZIN AN DER UNIVERSITÄT KIEL+
-
- _MIT 37 ABBILDUNGEN IM TEXT_
-
-
- LEIPZIG
-
- +VERLAG VON WILHELM ENGELMANN+
-
- 1898.
-
-
-
-
- Druck der Kgl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz in Würzburg.
-
-
-
-
-Vorrede.
-
-
-Wer die Fortschritte der allgemeinen und vergleichenden Pathologie in
-den letzten 10 Jahren verfolgt hat, wird unschwer erkannt haben, dass
-neben den niedrigsten pflanzlichen Organismen auch die niedrigsten
-thierischen Lebewesen -- die Protozoen -- eine bedeutende Rolle in der
-Pathogenese des Menschen und der Thiere spielen. Ist diese Bedeutung
-besonders beim Menschen auch nicht annähernd so gross, wie diejenige
-der pflanzlichen Organismen, so lehren doch die Untersuchungen der
-letzten Jahre, dass die Protozoen jedenfalls eine viel grössere
-Berücksichtigung in der Pathologie verdienen, als ihnen bisher zu Theil
-wurde.
-
-Schon bei der Bearbeitung des Abschnittes über Protozoen in meinem
-Lehrbuche der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen
-und der Hausthiere (Leipzig 1898) empfand ich das Bedürfniss nach
-dem Vorhandensein einer besonderen Schrift über die Protozoen als
-Krankheitserreger recht lebhaft. Noch lebhafter trat dieser Wunsch an
-mich heran, als ich mich entschloss, eine Vorlesung über die Protozoen
-als Krankheitserreger der Thiere und des Menschen anzukündigen. Ein
-geeignetes Buch fehlte, da die vorhandenen Schriften theils nur die
-Protozoen als Krankheitserreger beim Menschen erörtern, theils vom rein
-zoologischen Standpunkte bearbeitet und nicht in erster Linie direkt
-für die Bedürfnisse des Arztes und Thierarztes berechnet sind. Bei
-einer Durchsicht der Litteratur zeigte sich auch, wie sehr zerstreut
-das theilweise recht umfangreiche Material in verschiedenen Schriften
-des In- und Auslandes niedergelegt ist.
-
-Da ich selbst seit einer Reihe von Jahren fortgesetzt Studien über
-einzelne pathogene Protozoen angestellt habe, so entschloss ich mich
-endlich, den vorliegenden Gegenstand zu bearbeiten. Um den weiteren
-Forschern auf diesem Gebiete die Arbeit etwas zu erleichtern, habe
-ich am Schlusse des Buches auch die Litteratur übersichtlich und nach
-Jahrgängen zusammengestellt.
-
-Es ist mir schliesslich noch eine angenehme Pflicht, Herrn Maler
-+Fürst+, welcher den grössten Theil der Abbildungen nach meinen
-Vorlagen gezeichnet hat, sowie ganz besonders der Verlagsbuchhandlung
-meinen wärmsten Dank auszusprechen für das fortgesetzte Entgegenkommen,
-welches mir dieselbe auch bei der Verlagsübernahme dieser Schrift
-gezeigt hat.
-
-Ich würde mich freuen, wenn die Arbeit Anregung zu weiteren Forschungen
-geben und zur Verbreitung der Kenntnisse über die Bedeutung der
-Protozoen als Krankheitserreger beitragen möchte.
-
- +Kiel+, Ostern 1898.
-
- =Georg Schneidemühl.=
-
-
-
-
-Inhalt.
-
- Seite
-
- +Einleitung und Geschichtliches+ 1
-
- Allgemeine Bemerkungen über die Technik der Untersuchung 3
-
- +Allgemeines über Protozoen+ 5
-
- =I. Klasse: Rhizopoden= 9
-
- Amöben als Krankheitserreger 9
-
- Züchtung der Amöben 10
-
- 1. Amoeba koli 16
-
- 2. Amöben der Mundhöhle 22
-
- 3. Amöben des Urogenitalapparates des Menschen 22
-
- 4. Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit
- des lebenden Menschen 23
-
- =II. Klasse: Sporozoen= 24
-
- 1. +Ordnung+: +Gregarinen+ 26
-
- 2. +Ordnung+: +Myxosporidien+ 28
-
- 3. +Ordnung+: +Koccidien+ 31
-
- Koccidien als Krankheitserreger 35
-
- 1. Koccidium oviforme 35
-
- Koccidium oviforme beim Menschen 36
-
- Koccidienkrankheit der Kaninchen 36
-
- Die rothe Ruhr des Rindes 39
-
- 2. Koccidium perforans 43
-
- Koccidium perforans beim Menschen 44
-
- Koccidium perforans bei Thieren 44
-
- 3. Koccidium bigeminum 45
-
- 4. Anderweitiges Vorkommen von Koccidien in inneren
- Organen 46
-
- Durch Koccidien hervorgerufene Erkrankungen des
- Geflügels 47
-
- Epithelioma gregarinosum avium 48
-
- Molluskum kontagiosum des Menschen 49
-
- Schrotausschlag der Schweine 51
-
- Koccidien in der Niere beim Menschen und bei Thieren 59
-
- Koccidien bei Fischen 60
-
- Koccidien als Ursache der Geschwülste 60
-
- 4. +Ordnung+: +Sarkosporidien+ 73
-
- Geschichtliches 73
-
- Bau, Gestalt und Entwickelung der Sarkosporidien 74
-
- Toxische Wirkung der Sarkosporidien 80
-
- a) Sarkosporidien beim Menschen 83
-
- b) Sarkosporidien bei Thieren 84
-
- Sarkosporidien beim Schwein 84
-
- sog. Muskelstrahlenpilze beim Schwein 91
-
- Sarkosporidien beim Pferde 95
-
- Eisballenkrankheit der jungen Pferde 99
-
- Sarkosporidien bei den Rindern 101
-
- Sarkosporidien bei Schafen und Ziegen 104
-
- 5. +Ordnung: Hämosporidien+ 113
-
- Geschichtliches 114
-
- Verbreitung und Sitz der Hämosporidien 115
-
- Vermehrung und Entwickelung 116
-
- Eintheilung 117
-
- 6. +Ordnung: Acystosporidien (Gymnosporidien)+ 118
-
- Verbreitung, Sitz, Gestalt, Bau und Entwickelung 119
-
- a) Hämamöbiden 121
-
- Haemamoeba Laverani. Malaria des Menschen 123
-
- Malariaerkrankungen bei Thieren 130
-
- Texasseuche 132
-
- Hämoglobinurie der Rinder und Schafe 137
-
- Schwarzwasserfieber beim Menschen 144
-
- sog. biliöse Typhoid des Menschen 147
-
- +Anhang+:
-
- Hämamöben bei Syphilis 148
-
- Hämamöben bei Masern 148
-
- Hämamöben bei den Pocken 150
-
- Mikrosporidien 153
-
- Pebrinekrankheit der Seidenspinnerraupen 153
-
- =III. Klasse: Infusorien (Aufgussthierchen)= 154
-
- 1. +Ordnung: Flagellaten (Geisselthierchen)+ 154
-
- Parasitische Flagellaten beim Menschen und bei
- Thieren 155
-
- Trichomonas 155
-
- 1. Cerkomonas hominis 155
-
- 2. Trichomonas vaginalis 156
-
- Flagellaten bei Lungenerkrankungen 156
-
- Lamblia 158
-
- Lamblia intestinalis. Cerkomonas intestinalis 158
-
- 2. +Ordnung: Ciliaten (Wimperinfusorien)+ 161
-
- Balantidium koli 162
-
- +Nachtrag+:
-
- 1. Ueber die systematische Stellung der Miescher’schen
- Schläuche und deren Züchtung 165
-
- 2. Die Organismen der Tollwuth 167
-
- +Litteraturübersicht+ 171
-
- +Sachregister+ 194
-
-
-
-
-Einleitung und Geschichtliches.
-
-
-Wie die Bakterien im Pflanzenreich so nehmen bekanntlich die Protozoen
-im Thierreich die niedrigste Stufe ein und stellen die einfachsten
-Formen dar. Auch ist es diesen thierischen Lebewesen ergangen wie den
-pflanzlichen. Ihre Stellung war lange Zeit eine ganz unsichere, und es
-ist ausserordentlich interessant, dass während die schon gegen Ende
-des 17. Jahrhunderts von +Leeuwenhoek+ gesehenen Bakterien wegen ihrer
-Eigenbewegung noch bis um die Mitte dieses Jahrhunderts für kleinste
-Thierchen gehalten wurden, bis +Perty+ und +Cohn+ ihre pflanzliche
-Natur mit Sicherheit erkannten, die thierische Natur der Protozoen,
-und ganz besonders der wichtigen Gruppe der Sporozoen noch bis in
-die neueste Zeit von manchen Autoren bezweifelt wurde. Die Thatsache
-jedoch, dass Protozoen bei verschiedenen Krankheiten vorkommen und
-auch theilweise in ursächlicher Beziehung zu den Krankheiten stehen
-ist schon seit längerer Zeit bekannt. Von den Krankheiten des Menschen
-sei erwähnt, dass +R. Wagner+[1] (1836) über das Vorkommen von Monaden
-beim Lippenkrebs berichtet, +Donné+[2] (1837) Trichomonas vaginalis im
-Scheidensekret luetischer Frauen fand und die Thiere anfänglich für die
-Ursache der Syphilis hielt. Von späteren Autoren führe ich an, dass
-+Wedl+[3] (1854) Monaden bei Geschwüren beschrieben hat, +Hassel+[4],
-+Junker+[5], +Davaine+[6] und Andere Protozoen in den Stuhlgängen
-von Cholera- und Typhuskranken gefunden haben. +Malmsten+[7] fand
-(1857) Paramaecium coli in grosser Menge bei Lienterie und +Lambl+[8]
-konstatirte (1859) zahlreiche Amöben im Darminhalte eines an Enteritis
-verstorbenen Kindes.
-
-Von weiteren Arbeiten und Untersuchungen über Protozoen als
-Krankheitserreger sind dann besonders die Mittheilungen von
-+Pasteur+[9] über die Pébrine der Seidenraupen (1870) zu nennen.
-Es handelte sich im letzteren Falle um eine unter den Seidenraupen
-verheerend auftretende Krankheit, welche damals die gesammte
-Seidenindustrie Frankreichs zu vernichten drohte. +Pasteur+ konnte nun
-nachweisen, dass diese Krankheit durch kleinste Organismen, welche
-+Leydig+ und +Cornalia+ bereits entdeckt und für Psorospermien[10]
-erkannt hatten, hervorgerufen werde. +Pasteur+ fand dann die
-Sporen dieser Parasiten, die schon früher als +Cornalia+’sche
-Körper bezeichnet wurden, sowohl in den Raupen, wie auch in den
-Schmetterlingen und selbst in den Eiern der kranken Thiere und konnte
-so auch auf die +erbliche+ Uebertragung dieser Krankheit hinweisen.
-+Pasteur+ machte dann den sehr zweckmässigen Vorschlag, nur Eier von
-solchen Schmetterlingen zur Aufzüchtung von Seidenraupen zu benutzen,
-in deren Körper bei nachträglich vorgenommener Untersuchung jene
-Körperchen (Sporen) nicht gefunden worden waren. In der That wurde
-durch diesen sachgemässen Vorschlag erreicht, dass weiterer Schaden von
-der französischen Seidenindustrie ferngehalten wurde.
-
-Während nun allerdings +Pasteur+ nicht zur Entscheidung brachte, ob die
-von ihm gefundenen Gebilde pflanzlicher oder thierischer Natur sind,
-zeigte dann später +Balbiani+[11], dass es sich bei jenen Organismen
-in der That um Protozoen handelte, wie dies schon +Leydig+ vorher
-ausgesprochen hatte.
-
-Als dann die bahnbrechenden Arbeiten +Robert Koch+’s gelehrt hatten,
-dass bei vielen Infektionskrankheiten pflanzliche Organismen die
-Ursache sind, und als derselbe geniale Forscher auch gezeigt hatte,
-wie man auf exaktem Wege diese Organismen erkennt und als spezifische
-Krankheitserreger nachweisen kann, da musste es mit Recht befremden,
-wie +Hauser+[12] zutreffend sagt, dass gerade für die typischsten
-Infektionskrankheiten, welche schon seit alter Zeit als eminent
-ansteckende Seuchen erkannt worden waren, wie die Syphilis, die
-schwarzen Blattern und insbesondere die akuten Exantheme, wie
-Scharlach, Masern, und andere ansteckende Krankheiten, auch mittels der
-+Koch+’schen Untersuchungsmethoden bis heute noch keine pflanzlichen
-Mikroorganismen als die sicheren Erreger dieser Krankheiten
-nachgewiesen werden konnten.
-
-Es trat deshalb in der neueren Zeit immer mehr die Meinung in
-den Vordergrund, dass es sich bei diesen und einigen anderen
-Krankheitsprozessen überhaupt nicht um die Wirkung pflanzlicher
-Organismen, sondern um Protozoen handeln könnte. Dazu kam, dass
-+Laveran+, +Marchiafava+ und +Celli+ in dem Blute von +Malaria+kranken
-in der That Protozoen gefunden hatten, welche mit Sicherheit als die
-Erreger der Krankheit erkannt wurden. Für die menschliche Pathologie
-war eigentlich erst durch diesen Befund zuerst der Beweis erbracht
-worden, dass Protozoen überhaupt eine typische Infektionskrankheit
-hervorrufen könnten. Vielleicht haben diese Befunde bei Malaria die
-Anregung dazu gegeben, dass man um diese Zeit begann den Protozoen
-als Krankheitserregern wieder erhöhtes Interesse entgegenzubringen.
-Besonders ist es das Verdienst +L. Pfeiffer+’s in Weimar durch seine
-Arbeiten[13] die Protozoen-Forschung in hervorragender Weise wieder
-angeregt zu haben. So ist in den letzten Jahren eine ganz umfangreiche
-Litteratur über die Protozoen als Krankheitserreger beim Menschen und
-bei Thieren entstanden, welche, soweit von besonderem Interesse, auch
-im Nachfolgenden citirt werden soll[14].
-
-
-Allgemeine Bemerkungen über die Technik der Untersuchung.
-
-Im Allgemeinen muss man bei der Untersuchung frischer Objekte
-daran festhalten, die Parasiten möglichst in demselben Medium zur
-Untersuchung zu bringen, in welchem der Parasit lebt. So habe ich
-Muskelpräparate meist noch lebenswarm untersucht und später nur
-physiologische Kochsalzlösung hinzugefügt, wenn die mikroskopischen
-Präparate in der warmen Zimmerluft auszutrocknen begannen. Um Protozoen
-im Darm aufzufinden genügt es in Fällen, wo man frisches Material
-untersuchen will, kleine Stückchen der Darmwand zu zerzupfen und in
-physiologischer Kochsalzlösung zu untersuchen. Auch eine Eiweisslösung
-(20 ccm Hühnereiweiss + 1 g Kochsalz + 200 ccm Wasser) wird für
-eine solche Untersuchung benutzt. Cysten erhält man am besten bei
-Untersuchung des Kothes der Thiere, was bei kleinen Hausthieren
-(Kaninchen, Hunden) im Ganzen leicht ausführbar ist. In einer mittels
-einer Glasschale mit Wasser aufgefangenen kleineren Kothmenge kann man
-die Cysten schon bei schwacher Vergrösserung und bei einiger Uebung mit
-blossem Auge als mattweisse oder grauweisse runde Gebilde erkennen.
-Bei anderen Thieren (Schafen) kann man das Rektum in 10–20 cm langen
-Stückchen abbinden und dann jedes herausgeschnittene Stück in der
-genannten Weise untersuchen.
-
-Für +Dauerpräparate+, +Fixirung+ und +Färbung+ sind verschiedene
-Verfahren in Gebrauch. Zur +Fixirung+ wird Osmiumsäurelösung, Sublimat
-und Pikrinessigsäure (100 Theile konzentrirte Pikrinsäurelösung,
-200 Theile destillirtes Wasser und 3 Theile Eisessig) benutzt. Zur
-+Färbung+ wird Essigkarmin, Pikrokarmin oder Safraninlösung verwendet.
-Ich habe vorwiegend Pikrokarmin benutzt und muss aussprechen, dass die
-in dieser Färbung aufbewahrten Gewebsschnitte (Muskel, Darm) noch nach
-Jahren die Parasiten sehr gut gefärbt erkennen lassen. Allerdings muss
-das Pikrokarmin sehr lange einwirken. Ausserdem wird +Goldchlorür+ und
-+Silbernitratlösung+ benutzt; die letztere macht die fadenförmigen
-Anhänge der Sporen deutlich. (+Wasielewski+).
-
-Um +Haemosporidien+ lebend zu färben wird Methylenblau (1 Theil
-Methylenblau in 100 Theilen physiologischer Kochsalzlösung) benutzt und
-die Lösung mit etwas Fliesspapier durch das Präparat gesaugt. Für die
-Fixirung und Färbung dieser Protozoen wird das lufttrockne Deckglas
-durch die Flamme gezogen und dann gefärbt. Zur Färbung benutzt man
-Methylenblau-Eosin. Wie +Czenzinski+ angiebt mischt man zu diesem Zweck
-2 Theile konzentrirter wässriger Methylenblaulösung und 4 Theile Wasser
-für sich, sowie 1 Theil Eosin mit 100 Theilen 60 proz. Alkohols. Darauf
-nimmt man von der ersten Lösung einen Theil und von der zweiten zwei
-Theile und färbt mit diesen etwa 24 Stunden.
-
-Neuerdings wollen +Leyden+ und +Schaudinn+[15] Protozoen in der
-Ascitesflüssigkeit eines lebenden Menschen gefunden haben. Um die
-zelligen Elemente in der Ascitesflüssigkeit schnell zu sedimentiren
-wurden sie meistens zentrifugirt, doch wurden zur Kontrolle auch
-Präparate von nichtzentrifugirtem, durchgeschütteltem Ascites
-angefertigt. Für die Beobachtung der +lebenden+ Amöben wurde ein
-Tropfen der Flüssigkeit auf den Objektträger gebracht, mit einem
-Deckglase bedeckt, das durch Umschmelzen der Ecken in der Gasflamme
-verhindert wurde, einen Druck auf die darunter befindlichen Objekte
-auszuüben und schnell mit Wachs umrandet. Die Amöben blieben in diesen
-Präparaten, bei einer Zimmertemperatur von 24–25° C., meistens 4–5
-Stunden, auch ohne Anwendung des heizbaren Objekttisches, lebendig.
-+Dauerpräparate+ wurden von den genannten Autoren in der Weise
-angefertigt, dass Deckgläser mit Ascitesflüssigkeit bestrichen und
-schnell in eine heisse Mischung von 2 Theilen konzentrirter wässeriger
-Sublimatlösung mit 1 Theil absoluten Alkohols gelegt wurden. Wegen
-des Eiweissgehaltes blieben meistens eine ganze Anzahl Amöben auf dem
-Deckglase haften und wurde letzteres mit 63% Jodalkohol ausgewaschen,
-gefärbt und in Kanadabalsam eingeschlossen.
-
-
-Allgemeines über Protozoen[16].
-
-Als Protozoen bezeichnet man thierische Organismen, welche sich
-während ihres ganzen Lebens nicht über das einzellige Stadium erheben
-oder einfache Kolonien gleichartiger, einzelliger Thiere sind. Das
-zähflüssige, schwachkörnig getrübte Protoplasma der lebenden Zellen
-kann verschieden gestaltete Fortsätze (Pseudopodien) entsenden und
-besitzt in der äusseren hüllenbildenden Schicht theils Wimpern
-(Cilien), theils Geisseln (Flagellen), theils Saugröhrchen. Bei
-einzelnen sind auch ösophagus-ähnliche Spalten und lichtempfindende
-Organe Pigmentflecke (Augen) nachweisbar. Oft findet auch eine
-Ablagerung verschiedener Substanzen (Pigmentkörnchen, Oeltropfen,
-Krystalle) statt oder es werden Gerüstsubstanzen abgeschieden.
-Die +Nahrung+ besteht gewöhnlich aus kleinen thierischen oder
-pflanzlichen Organismen; die parasitischen Arten ernähren sich ausser
-durch aufgenommene feste Nahrung auch auf endosmotischem Wege. Die
-+Vermehrung+ der Protozoen erfolgt auf dem Wege der Theilung oder
-der von dieser abzuleitenden Knospung. Bei der Theilung, welcher die
-Kerntheilung auf direkte, seltener mitotische Weise vorangeht, zerfällt
-der Leib in zwei oder auch mehrere, selbst sehr viele Theilstücke;
-dabei geht die ganze Leibessubstanz in den Nachkommen auf oder es
-bleibt ein kleiner Restkörper übrig, der sich nicht weiter theilt
-und schliesslich zu Grunde geht. Bei der zur Knospung modifizirten
-Theilung tritt gewöhnlich eine grössere Zahl von Knospen, sei es auf
-der äusseren Oberfläche oder im Innern des Thieres, auf. Wo Theilungen
-und Knospungen rasch aufeinander folgen, ohne dass die Theilstücke
-sich gleich nach ihrem Auftreten trennen, kommt es zur Ausbildung sehr
-zahlreicher den Mutterthieren unähnlicher Produkte, die man Schwärmer
-resp. Sporen nennt. Unvollständig ausgeführte Theilungen führen zur
-Ausbildung von Kolonien, Protozoenstöcken. (+Braun.+)
-
-Die Theilungen werden meist nur im encystirten Zustande vollzogen.
-Vorher werden oft zwei (selten mehr) Individuen ein oder mehrere Male
-mit einander vereinigt (Konjugation). Diese Konjugation kann dauernd
-sein und führt dann zu einer völligen Verschmelzung der Leibessubstanz
-beider Paarlinge -- seien es nun Jugendstadien oder erwachsene Formen
--- oder die Konjugation ist (wie z. B. bei den Infusorien) eine
-vorübergehende, die Paarlinge trennen sich wieder und theilen sich
-später jedes für sich. (+Braun.+)
-
-+Braun theilt die Protozoen nach folgendem System ein+:
-
- I. Klasse: =Rhizopoden= oder Sarkodina. Protozoen, deren
- Leibessubstanz Pseudopodien bildet, meist mit chitinösen, kalkigen
- oder kieseligen Gehäusen.
-
-
- 1. Ordnung. +Amoebina+ s. Lobosa. Rhizopoden mit pulsirender
- Vakuole, nackt oder mit einfacher Schale; im süssen oder salzigen
- Wasser, zum Theil auch in der Erde und parasitisch lebend.
-
- 2. Ordnung. +Reticularia+ s. Foraminifera, Rhizopoden mit kalkiger,
- gewöhnlich vielkammeriger Schale, welche meist zahlreiche
- Oeffnungen zum Durchtritt der Pseudopoden trägt; ohne kontraktile
- +Vakuole+; meist mit mehreren Kernen.
-
- 3. Ordnung. +Heliozoa+, Rhizopoden mit radiär stehenden
- Pseudopodien und kontraktiler Vakuole, nackt oder mit radiärem
- Kieselskelet; ohne Centralkapsel; Ektosark oft schaumig,
- Süsswasserthiere.
-
- 4. Ordnung. +Radiolaria+, marine, gewöhnlich pelagisch lebende
- Rhizopoden mit Centralkapsel und radiärem Kieselskelet; ohne
- kontraktile Vakuole; extrakapsuläre Sarkode schaumig.
-
-
- II. Klasse: =Sporozoa=, +nur parasitisch lebende Protozoen+, ohne
- Pseudopodien, ohne Wimpern und Geisseln, ohne Mund und Afterstelle
- und ohne kontraktile Vakuole, meist von einer Kutikula umgeben,
- mit einem oder sehr zahlreichen Kernen, sich durch nicht beschalte
- Fortpflanzungskörper, +Sporen+, vermehrend.
-
-
- 1. Ordnung. +Gregarinida.+ Im Darm, Leibeshöhle, Geschlechtsorganen
- u. s. w. von wirbellosen Thieren, besonders Arthropoden lebend,
- in früheren Jugendstadien amöboid beweglich, später von einer
- die Kontraktionen der Leibessubstanz meist ganz einschränkenden
- Kutikula umgeben, langgestreckt, oft mit Haftapparaten versehen,
- einkernig, nicht selten in zwei Abschnitte gesondert. Vermehrung
- stets nach vorhergegangener Konjugation und Encystirung.
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- 2. Ordnung. +Myxosporidia.+ Fast ausschliesslich auf und in Fischen
- schmarotzend, selten nackt, gewöhnlich von einer derben Kutikula
- umgeben und mit zahlreichen Kernen; ausgezeichnet durch die Bildung
- meist geschwänzter, stets mit Polkörperchen versehener Sporen.
- (Psorospermien.)
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- 3. Ordnung. +Koccidia.+ Einkernige Parasiten in Epithelzellen
- verschiedener Organe, deren Leib nach einer Encystirung, ohne
- vorhergehende Konjugation in ungeschwänzte Sporen, denen
- Polkörperchen durchweg fehlen, zerfällt; neben Sporen, welche zur
- Uebertragung auf andere Wirthe dienen, sollen auch solche zur
- Ausbreitung der Parasiten in demselben Wirth gebildet werden.
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- 4. Ordnung. +Sarkosporidia.+ Schlauchförmige, vielkernige Parasiten
- in den Muskelfasern der Wirbelthiere, besonders der Säuger, die von
- einer zahlreiche Septa in das Körperinnere entsendenden Kutikula
- umgeben sind; sie beginnen wie die Myxosporidien die Produktion
- von Fortpflanzungskörpern lange vor Erreichung der definitiven
- Körpergrösse.
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- 5. Ordnung. +Mikrosporidia.+ Sehr ungenügend bekannte Parasiten
- in den Zellen niederer Thiere, besonders der Insekten, welche
- ausserordentlich kleine Sporen bilden; ihre Stellung bei den
- Sporozoen ist durchaus noch fraglich.
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- 6. Ordnung. +Haemosporidia.+ Einzellige Parasiten der rothen
- Blutkörperchen der Wirbelthiere, bei Vögeln und Menschen Malaria
- erregend; systematische Stellung ebenfalls noch fraglich.
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- III. Klasse: =Infusoria=, meist frei im Wasser lebende Protozoen,
- die von einer dünnen Membran, selten von einem Panzer umgeben sind
- und auf ihrer Körperoberfläche zahlreiche kleinere Wimpern oder
- wenige lange Geisseln tragen, an deren Stelle bei einer Gruppe
- Saugröhrchen traten; mit kontraktiler Vakuole, meist auch mit Mund-
- und Afterstelle.
-
-
- 1. Unterklasse. +Flagellata+ s. Mastigophora: meist kleine
- Infusorien mit einer oder mehreren Geisseln, mit kontraktiler
- Vakuole und einem Kern.
-
- 2. Unterklasse. +Ciliata.+ Mit Wimpern versehene Infusorien,
- meist mit kontraktiler Vakuole, Mund und Afterstelle, Haupt- und
- Ersatzkern.
-
- 3. Unterklasse. +Suktoria.+ Infusorien, die nur in der Jugend
- bewimpert sind, und nach Verlust der Wimpern Saugröhrchen bilden,
- mit kontraktiler Vakuole und einem Kern; ohne Mund; gewöhnlich
- als Ektoparasiten lebend; in der Jugend oft endoparasitisch in
- Infusorien.
-
-Aus allen drei Klassen sind Schmarotzer beim Menschen und bei Thieren
-bekannt.
-
-Um unnöthige Wiederholungen zu vermeiden, soll die Besprechung im
-Wesentlichen unter Berücksichtigung des vorstehenden Systems erfolgen.
-
- +Delage+ und +Hérouard+ haben ihrer Arbeit[17] folgende Eintheilung
- zu Grunde gelegt:
-
- I. Klasse: +=Rhizopoden=+.
-
- 1. =Unterklasse=: Protomyxiae. +Ordnungen+: Acystosporida,
- Azoosporida,
- Zoosporida.
-
- 2. „ Mycetozoariae. +Ordnungen+: Pseudoplasmodida,
- Filoplasmodida,
- Labyrinthulida,
- Euplasmodida
- (Myxomyceten).
-
- 3. „ Amoebiae. +Ordnungen+: Gymnamoebida,
- Thecamoebida.
-
- 4. „ Foraminiferiae. +Ordnungen+: Imperforida,
- Perforida.
-
- 5. „ Heliozoariae.
-
- 6. „ Radiolariae.
-
- II. Klasse: =+Sporozoaria+=.
-
- 1. =Unterklasse=: Rhabdogeniae. +Ordnung+: a) Brachycystida
-
- Unterordnung: Gregarinidae
- Coccididae
- Haemosporidae
- Gymnosporidae.
-
- b) Dolychocystida
-
- Unterordnung: Sarcosporidae.
-
- 2. „ Amoebogenia. +Ordnungen+: Nematocystida.
-
- Unterordnung: Myxosporidae.
-
- III. Klasse: =+Flagella+=.
-
- 1. =Unterklasse=: Euflagelliae. +Ordnungen+: Monadida,
- Euglenida,
- Phytoflagellida.
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- 2. „ Silicoflagelliae.
-
- 3. „ Dinoflagelliae.
-
- 4. „ Cystoflagelliae.
-
- IV. Klasse: =+Infusoria+=.
-
- 1. =Unterklasse=: Ciliae.
-
- 2. „ Tentaculiferiae vel Suctoriae.
-
-
-
-
-I. Klasse: Rhizopoden.
-
-
-Die +Rhizopoden+ oder auch +Sarkodinen+ sind Protozoen einfachster
-Art, deren Leibessubstanz Fortsätze (Pseudopodien) bildet, welche
-vorgetrieben und eingezogen werden können und unter Anderem zur
-Fortbewegung der Thiere verwerthet werden. Die Rhizopoden besitzen
-meistens ein chitinöses, kalkiges oder kieseliges Gehäuse.
-
-Die Rhizopoden werden gegenwärtig in folgende vier +Ordnungen+
-eingetheilt: +Amöben+, +Retikularien+, +Heliozoen+ und +Radiolarien+.
-
-Von diesen haben nach den bisherigen Beobachtungen nur die +Amöben+ ein
-besonderes medizinisches Interesse.
-
-Die zur Ordnung =Amoebina= gehörigen Protozoen lassen entweder
-gar keine besondere Pseudopodienbildung erkennen oder es sind
-stumpflappige, fingerförmige Fortsätze nachweisbar. Die Fortpflanzung
-erfolgt durch Zweitheilung oder nach Encystirung. Sie bewohnen das
-süsse und salzige Wasser.
-
-Hinsichtlich der +Züchtung der Amöben+ oder anderer Protozoen, welche
-bei Versuchen über ihre pathogene Wirkung in Betracht kommen kann,
-mögen die folgenden Methoden aus der neueren Zeit hier Erwähnung finden.
-
-+Ogata+[18] verimpfte das protozoentragende Material auf eine 2,5
-prozentige Traubenzuckerlösung in schmutzigem sterilisirtem Wasser. Als
-sich nach 5–6 Tagen auf diesem Nährboden Infusorien nebst Bakterien
-entwickelten versuchte er in folgender Weise die einen von den anderen
-zu trennen. Er füllte ein 10–20 cm langes Kapillarröhrchen, von 0,3–0,5
-mm im Durchmesser, mit jenem genannten Substrat in der Weise, dass
-etwa 2 cm des Röhrchens leer blieben. Dann hielt er das obere Ende
-des Röhrchens fest mit dem Finger zu, so dass keine Luft eindringen
-konnte und tauchte es in das betreffende, Infusorien nebst Bakterien
-enthaltende Substrat. War das Röhrchen gefüllt, so lötete +Ogata+ es an
-beiden Seiten zu. Schon mit unbewaffnetem Auge und noch besser unter
-dem Mikroskop sieht man, wo der sterile und der beschickte Nährboden
-einander berühren. Dieser Punkt wird am Glase bezeichnet. Nach 5–30
-Minuten wird der Röhrcheninhalt aufs Neue mikroskopisch untersucht.
-Es erweist sich alsdann, dass ein oder mehrere Infusorien dem reinen
-Nährboden um 1 cm oder mehr näher gerückt sind, wobei die Bakterien
-ihnen nicht folgen. +Ogata+ feilte nun den Theil des Röhrchens ab, der
-nur Infusorien enthielt und verlötete ihn. Nach einem Monat wurde der
-Inhalt des Röhrchenabschnittes untersucht, und es wurden nur Infusorien
-darin gefunden. Ihre Bewegungen liessen sich am Besten beobachten, wenn
-das Röhrchen in der Hand erwärmt wurde. In derselben Weise vorgehend,
-erhielt +Ogata+ noch bessere Infusorienkulturen, wenn er eine 2,5
-prozentige Fleischbrühelösung von Traubenzucker (ohne Pepton), mit
-Hinzufügung eines 5 prozentigen sterilisirten und nach allgemeinen
-Regeln neutralisirten Aufgusses von +Porphyra vulgaris+ verwandte.
-
-Wird der Inhalt jenes Kapillarröhrchens in einen der oben genannten
-Nährböden geblasen, so entwickelt sich jenes Infusorium darin in
-Reinkultur, wozu Polytoma uvella und Paramecium aurelia verwendet
-wurden. Eine Reinkultur von Infusorien, die keine Bakterien enthält,
-darf sich nicht vor 7–8 Tagen trüben. Erst nach 4–6 Tagen zeigt sich an
-der Oberfläche des Substrates ein Ring, der, mikroskopisch untersucht,
-aus Infusorien in Reinkultur bestand. Nach 7–8 Tagen greift die Trübung
-des Substrates immer mehr um sich. Alsdann können die Infusorien auf
-Gelatine übertragen werden. Man erhält weisse Kulturen, die nach 2–3
-Wochen 1 mm gross werden. Gelatinestichkulturen zeigen stärkere
-Entwickelung der Infusorien an der Oberfläche, als in der Tiefe.
-
-+C. Miller+[19] ist es nach seinen Angaben gelungen bei 37° C.
-Amöbenkulturen in 2–4 proz. wässeriger Bouillonlösung, in ½ proz.
-Glycerinlösung mit Hinzufügung eines Stückchens Sehne (etwa 1 ccm
-auf ein Glas), in ⅕ prozentiger wässeriger Milchlösung oder in ½
-prozentiger Auflösung von Traubenzucker in verdünntem Heuaufguss zu
-erhalten. +Miller+ giebt an, einige seiner Kulturen mit gutem Erfolge
-25mal übertragen zu haben.
-
-Kurze Zeit vor den Mittheilungen +Miller’s+ hatten +Celli+ und
-+Fiocca+[20] berichtet, dass sie schon seit zwei Jahren auf einem
-Substrat Amöben züchteten. Jede Amöbe hatte nach ihren Beobachtungen
-ein amöboides und ein encystirtes Lebensstadium. Nach den weiteren
-Angaben von +Celli+ und +Fiocca+[21] entwickeln sich die Amöben
-spärlich auf alkalischer Kartoffel, auf ascitischer Flüssigkeit und auf
-Eiweiss; ganz gut und reichlich wachsen sie nur +auf einem Nährboden+,
-nämlich auf +Fucus crispus+. Fucus crispus ist eine Seealge. Eine 5
-proz. genau alkalisirte Lösung davon in Wasser oder Bouillon ist der
-beste Nährboden für Amöben. Bei einiger Uebung kann man dieses Substrat
-ohne zu filtriren direkt aus den Kolben auf Platten ausgiessen. Wenn
-es sich um Kulturen im hängenden Tropfen handelt, ist es am besten
-Fucus crispus ohne Bouillon zu benutzen; der betreffende Nährboden
-muss aber durch Hinzufügung von 1 ccm einer 1/10 Normallösung von
-Kalilauge oder 1–5 ccm konzentrirter Sodalösung auf jede 10 ccm des
-Substrates alkalisirt werden. Auf diese Weise ist es nicht schwer,
-gute Amöbenkulturen mit nur geringer Beimischung von Bakterien zu
-erhalten. Dagegen ist es nicht leicht, Kulturen der einen oder der
-anderen Amöbenspezies allein zu züchten, hauptsächlich, weil gewisse
-Arten derselben ausschliesslich in diesem oder jenem Wasser wachsen.
-Handelt es sich darum, +verschiedene aus der Erde gezüchtete Amöben von
-einander zu isoliren+, so verfuhren die Autoren in folgender Weise:
-
-Mit dem vorhandenen Material werden +Petri+’sche Schälchen aus Fucus
-crispus beschickt; man wartet alsdann bis es zur Bildung encystirter
-Formen kommt. Diese benutzt man zur Kultur im hängenden Tropfen und
-daraus erhält man die einzelnen Amöbenarten, indem man entweder
-sich den Umstand zu Nutze macht, dass die eine Spezies die andere
-überwuchert, oder die Zeit, die zur Entwickelung der verschiedenen
-Formen erforderlich ist, oder indem man die einzelnen Spezies mittels
-einer Platinnadel isolirt. Den aus der Erde oder aus Koth gewonnenen
-Kulturen gesellen sich gewöhnlich einzelne Infusorien bei, allein diese
-gehen nach 1–3maliger Verimpfung zu Grunde und die Amöben sind auf
-diese Weise ganz isolirt. +Celli+ und +Fiocca+ empfehlen die Amöben
-+ungefärbt+ zu untersuchen, da alle Farbstoffe sowohl bei den amöboiden
-als auch bei den encystirten Formen Schrumpfung hervorrufen, wodurch
-beide wesentliche Veränderungen erfahren.
-
-Unter Benutzung des erwähnten Züchtungsverfahrens haben +Celli+ und
-+Fiocca+ dann Erde aus verschiedenen Gegenden Italiens und Aegyptens,
-von Ebenen, Bergen und Niederungen, Lachen und Teichen in malarischen
-und in gesunden Gegenden, Brunnen-, Fluss-, See- und Meerwasser,
-Kloaken-, Strassen- und Stubenstaub, Heu, Gras, Schleim aus Mund,
-Hals, Bronchien, Ohr, Blase, Scheide wie auch den Darminhalt Gesunder
-und Kranker, darunter auch Dysenterischer +auf Amöben untersucht+.
-Die beiden Autoren haben dann die gefundenen Amöben gezüchtet und,
-soweit dieselben bereits in der Wissenschaft bekannt waren, auch mit
-den zugehörigen Namen belegt. Andere wurden, je nach der Gestalt,
-der Grösse und der Verzweigung der im amöboiden Stadium von ihnen
-ausgesandten Pseudopodien bezeichnet. So unterscheiden sie Amoeba
-lobosa (Varietas gattula, oblonga, undulans, Amoeba koli Loeschi),
-Amoeba spinosa, diaphana, vermikularis et retikularis.
-
-Ueber +Amoeba koli+ machen +Celli+ und +Fiocca+ folgende Angaben:
-
-Sie +fanden+ dieselben in der Erde aus der Nachbarschaft dysenterischer
-Fäces, im Wasser aus dem Nilkanal (und seiner Einfassung, von welchem
-aus das Wasser nach Alexandrien geleitet wird), im Darm Gesunder und an
-Dysenterie und an anderen Krankheiten Leidender.
-
-Im +amöboiden+ Stadium haben sie eine lobuläre Gestalt, d. h. schicken
-lobuläre, hyaline, verhältnissmässig zahlreiche Pseudopodien aus; ihre
-Bewegungen sind nicht sehr lebhaft, ihre Grösse wechselt zwischen
-4-, 8-, 15 µ (nach Loesch -- 35 µ). Sie besitzen ein gleichmässig
-feinkörniges Protoplasma, das einen bläschenartigen Kern, und oft auch
-eine Vakuole enthält. +Sie pflanzen sich+ durch Theilung +fort+. Im
-+Ruhestadium+ hat +Amoeba koli+ einfache Konturen und ein gleichmässig
-feinkörniges Protoplasma, im +encystirten Zustande+ jedoch doppelte
-Konturen, wobei die innere derselben dicker als die äussere und der
-Inhalt des Cystchens feinkörnig ist. Hinsichtlich der +Entwickelung+
-konnte festgestellt werden, dass die Amöben nach 12–15 Stunden aus den
-Cysten austreten und amöboide Gestalt annehmen; nach 40–48 Stunden
-werden einzelne Amöben schon abgerundet und nach 60–65 Stunden sind
-bereits alle encystirt oder degenerirt. Bezüglich der +biologischen
-Eigenthümlichkeiten+ wurde festgestellt, dass eine Temperatur von 0–15°
-die Amöben weder im encystirten noch im amöboiden Zustande tödtet,
-weder nach mehreren Stunden noch nach mehreren Tagen; bei 45° C. gehen
-sie nach 5 Stunden, bei 50° C. nach einer Stunde zu Grunde, wenn sie
-im amöboiden Stadium sind. Die +encystirten+ Formen erhalten sich
-sogar bei + 55° C. 4 Tage lang, bei + 60° C. eine Stunde und sogar
-bei einstündiger Einwirkung von + 67° C. mehrere Tage nacheinander.
-Bei +Sonnenlicht+ leben sie bei + 12–15° C. gegen 270 Stunden. Es
-dauert 11–15 Monate ehe sie vertrocknen. Ohne Luftzutritt können
-die Amöben nicht fortkommen, werden sie aber nach Ablauf von 4–6
-Monaten auf gewöhnlichen Nährboden übertragen, so kommen sie wieder
-darauf fort. Erst wenn der Luftzutritt 10 Monate lang abgehalten
-wird, gehen sie zu Grunde. Sie sind weit empfindlicher gegen die
-Wirkung antiseptischer Mittel, als die Bakterien. Sauren Nährboden
-vertragen sie nicht, dafür schadet auch ein Uebermass an Basen ihrer
-Entwickelung nicht. Hinsichtlich des +Vorkommens+ der Amöben fanden
-sie +Celli+ und +Fiocca+ im Darm bei Fröschen, Hühnern, Lämmern,
-Meerschweinchen, Kaninchen und Katzen, darunter bei experimentell an
-Katzen hervorgerufener Dysenterie 3mal Amoeba koli. +Beim Menschen+
-gelang es diesen Autoren nicht, Amöben bei verschiedenen akuten und
-chronischen Leiden der Nase, des Larynx, der Bronchien, der Ohren
-und des männlichen urogenitalen Apparates nachzuweisen. Bei Frauen
-hingegen wurden in 3 Fällen unter 16 angestellten Untersuchungen im
-Urogenitalapparat Amöben gefunden. In der Mundhöhle wurden bei 13
-Untersuchungen niemals Amöben gefunden. Im Magen bei 4 Untersuchungen
-nur einmal. Im +Kinderdarme+ wurden bei 78 untersuchten Fällen
-(darunter 14 gesunde Kinder, 50 Fälle von Darmkatarrh, 5 Fälle von
-grüner Diarrhoe, 6 Fälle von blutiger Diarrhoe und 3 von follikulärem
-Katarrh) 26mal Amöben gefunden. Bei +Erwachsenen+ wurden unter 111
-Untersuchungen 12mal Amöben gefunden, darunter unter 65 Fällen 11mal
-bei Dysenteriekranken. +Demnach kommen die Amöben bei Erwachsenen
-seltener vor, als bei Kindern.+
-
-Hinsichtlich der +Rolle, welche die Amöben bei der Dysenterie
-spielen+, bemerken +Celli+ und +Fiocca+ zunächst am Schlusse ihrer
-sehr fleissigen Arbeit, dass sie allerdings bei 54 Dysenteriefällen
-23mal Amoeba koli gefunden haben. Davon kommen 14 Fälle auf Aegypten.
-Da jedoch bei 8 Dysenteriefällen ausser Amoeba koli auch noch andere
-Amöben (Amoeba diaphana, spinosa, lobosa et vermikularis) gezüchtet
-werden konnten, so meinen die genannten Autoren, ist erforderlich, ehe
-man der Amoeba koli dysenterieerregende Eigenschaften zuerkenne, die
-Wirkung anderer Amöben, die bei Stuhluntersuchungen ohne Kulturen ganz
-unbemerkt bleiben würden, in dieser Richtung ausschliessen zu können.
-Deshalb fehlt es auch nach der Ansicht von +Celli+ und +Fiocca+ bis
-jetzt an sicheren experimentellen Beweisen dafür, dass Amoeba koli
-allein Dysenterie hervorrufen könne; sie sagen, dass sogar Versuche,
-wie Injektionen mit Amoeba koli enthaltenden Fäces in das Rektum und
-mit amöbenhaltigem, aber bakterienfreiem Eiter, diese Frage nicht lösen
-werden, denn diese Experimente sind vom bakteriologischen Standpunkte
-aus nicht rein. +Celli+ und +Fiocca+ haben bei Katzen sogar durch
-Injektion dysenterischer Stühle, die vorher bis zu 45–70° C. erhitzt
-waren, Dysenterie hervorgerufen. Nach der Meinung dieser Autoren wird
-die Dysenterie durch eine virulente Varietät des Bakterium koli, durch
-das sog. Bakterium koli dissenterico hervorgerufen. Diesem virulenten
-Bakterium beigesellt, werden auch die anderen Bakterien virulent,
-wenn auch in geringerem Grade, gehen dieser Eigenschaft aber bei
-Ueberimpfungen wieder verlustig, während jene Varietät des Bakterium
-koli ihre Virulenz selbst nach zahlreichen Ueberimpfungen nicht
-einbüsst.
-
-=Eine andere Art der Züchtung von Amöben als muthmassliche Erreger
-der Dysenterie= hat +Schardringer+[22] vorgenommen. +Schardringer+
-bereitete sich zunächst einen wässerigen Heuaufguss (30–40 g auf 1
-l Wasser) und fügte demselben 1–1½ Proz. Agar hinzu. Um Kulturen zu
-erhalten beschickte er zuerst den Heuaufguss mit dem zu untersuchenden
-(z. B. mit schmutzigem Wasser) und liess den Aufguss 24 Stunden lang
-bei 37° C. stehen. Erst nach Ablauf dieser Zeit injizirte er diesen
-befruchteten Heuaufguss in das Kondensationswasser des oben erwähnten
-Agars mit Heu und bespülte mit diesem Wasser die Oberfläche des Agars.
-Nach einigen Tagen wuchsen darauf, abgesehen von Bakterien, Gebilde,
-die den Kolonien grosser Kokken ähnlich waren. Hiermit beschickte er
-neue Agarplatten und erhielt bei entsprechender Verdünnung Protozoen
-in Reinkultur. Sollen die Kulturen rein sein, so müssen sie zu
-wiederholten Malen auf die Oberfläche des Agars mit Heuaufguss gegossen
-und erst hierauf auf den flüssigen Nährboden übertragen werden.
-
-Sollten die Amöben aus Stuhlentleerungen gezüchtet werden, wo die
-mikroskopische Untersuchung keine Amöben erkennen liess, so verimpfte
-+Schardringer+ dieselben auf einen Heuaufguss und übertrug sie erst
-nach 3 Tagen, wenn das Mikroskop zahlreiche Amöben darin zeigte,
-auf gewöhnliche Gelatineplatten; auf diesen wählte er wiederum die
-Stellen, welche nur Amöben enthielten und verimpfte sie wiederholt
-auf das Kondensationswasser des obenerwähnten Agars mit Heu. Er
-wiederholte diese Ueberimpfung 6mal und erhielt beim letzten Male fast
-Reinkulturen der Amöben. Solche Kulturen enthalten stets eine gewisse
-Anzahl Bakterien, denn diese befinden sich in den Amöben selbst.
-+Schardringer+ hält die von ihm gezüchteten Amöben für identisch mit
-Amoeba koli. Ihre Grösse beträgt 15–20 µ. Die encystirten Formen
-entwickeln sich am raschesten auf der schrägen Agarfläche. Auch im
-kondensirten Agarwasser sieht man fast nur encystirte Amöben. Sie sind
-rund oder eckig, haben einen farblosen Saum und enthalten in ihrem
-hellbräunlichen Inneren 1–2 Kerne. Sind die Amöben auf kondensirtes
-Agarwasser verimpft, so sieht man sie bereits nach zweitägigem Stehen
-der Eprouvetten im Thermostaten auf die schräge Agarfläche kriechen
-und ⅔ ihrer Höhe bezw. Länge wie mit feinem Sande bedecken. Wird
-einer kleiner Theil dieser sandartigen Masse in den hängenden Tropfen
-gebracht, so erhält man daraus lebendige sich rasch bewegende Amöben in
-Menge. Wird ein solcher hängender Tropfen 3–4mal über der Flamme hin-
-und herbewegt, so erhält man in jeder Amöbe einen hellröthlichen Kern
-in einer schmalen grünlichen Hülle. +Schardringer+ meint, dass Amoeba
-koli nicht so allgemein verbreitet ist, wie Manche glauben. Jedenfalls
-hat er bei vielen zu diesem Behufe angestellten Untersuchungen von
-Typhusfällen keine Amöben erhalten.
-
-+Weitere Züchtungsversuche+ sind dann noch von +Beijerink+[23] in Delft
-und von +Gorini+[24] angestellt worden, jedoch handelt es sich dabei
-nicht um Amoeba koli oder um grössere Versuchsreihen. +Beijerink+
-benutzte eine wiederholt mit destillirtem Wasser ausgelaugte
-Agarschicht und +Gorini+ alkalische Kartoffeln[25].
-
-
-Als pathogen sind bisher folgende Amöben bekannt:
-
-
-1. Amoeba koli (Lösch 1875).
-
-Eine genaue Beschreibung dieses bereits im Jahre 1860 von +Lambl beim
-Menschen+ beobachteten Parasiten ist zuerst von +Loesch+[26] (1875)
-gegeben worden. Es handelt sich dabei um einen 0,008–0,040 mm grossen
-mit 1–2 Pseudopodien und ein oder mehreren Vakuolen ausgestatteten
-Parasiten. Bisher hat man Amoeba koli beim Menschen vorwiegend bei
-Dysenterie und den dabei entstehenden Leberabscessen gefunden und
-sie auf Grund von Infektionsversuchen, die besonders _Kartulis_[27]
-angestellt hat als =Erzeuger der Dysenterie= hingestellt. Vor
-+Kartulis+ hatte +R. Koch+ gelegentlich seiner Cholera-Untersuchungen
-in Darmabschnitten von 4 zur Sektion gekommenen Fällen von ägyptischer
-Dysenterie Amöben gefunden. Ebenso in Leberabscessen derselben Fälle.
-Von anderen Autoren werden jedoch in diesen Fällen Mischinfektionen
-mit pathogenen Bakterien angenommen, weil es auch Amöben giebt, die
-nicht infektiös sind. Neuerdings haben dann +Quincke+ und +Roos+[28]
-zwei Fälle von +Amöben-Enteritis+ beobachtet, welche sie zu weiteren
-Versuchen benutzten und auf Grund ihrer Beobachtungen drei beim
-Menschen parasitirende Amöbenarten aufgestellt:
-
-[Illustration: Figur 1.
-
-Amoeba koli +Lösch+ im Darmschleim mit Blut- und Eiterkörperchen. (Nach
-+Lösch+.)]
-
- 1. Amoeba intestini vulgaris, 0,040 mm gross, grob granulirt, weder
- für Menschen noch für Katzen pathogen.
-
- 2. Amoeba koli mitis, ebenso, aber für den Menschen, nicht jedoch
- für Katzen pathogen.
-
- 3. Amoeba koli +Lösch+ s. Amoeba koli felis, bis 0,025 mm gross,
- fein granulirt, für Mensch und Katze pathogen, bei beiden
- Dysenterie hervorrufend.
-
-Da jedoch auch schon +Blanchard+[29] neben Amoeba koli noch Amoeba
-intestinalis unterschied, welche von +Sonsino+ und +Kartulis+
-gelegentlich ihrer Untersuchungen als Ursache der ägyptischen
-Dysenterie gefunden waren, so ist einstweilen die Frage über die
-Dickdarmamöben des Menschen als Krankheitserreger noch nicht gelöst.
-Durch die Untersuchungsergebnisse von +Grassi+, +Calandruccio+,
-+Quincke+ und +Roos+ ist hinsichtlich der Dickdarmamöben des Menschen
-bekannt, dass sie sich encystiren und im encystirten Zustande sehr
-widerstandsfähig sind. +Calandruccio+[30] zeigte durch einen Versuch an
-sich selbst und +Quincke+ und +Roos+ durch Versuche mit Katzen, dass
-durch encystirte Amöben Infektionen per os gelingen, während gleiche
-Versuche mit beweglichen Amöben negativ ausfielen. Es ist anzunehmen,
-wenn auch bisher noch nicht erwiesen, dass die aufgenommenen Amöben
-sich im Darm durch Theilung vermehren.
-
-Von weiteren bemerkenswerthen Fällen, in denen Amöben als Ursache der
-Dysenterie bezeichnet werden, seien noch erwähnt[31] diejenigen von
-+Hlava+, welcher bei 60 Dysenteriefällen in Prag regelmässig Amöben in
-den Ausleerungen fand, ferner die Fälle von +Pfeiffer+ in Weimar (bei
-einem Kinde) von +Cahn+ bei einem vierjährigen Knaben, von +Manner+
-bei einem gleichzeitig mit Leberabscessen komplizirten Falle u. s.
-w. In Kiel hat jüngst +Röhrig+[32] einen Fall von Amöben-Enteritis
-beschrieben. Es handelt sich um eine 40jährige Arbeiterfrau, welche
-unter Erscheinungen einer schweren Pneumonie in die Klinik aufgenommen
-wurde und zehn Tage nach der Aufnahme starb. Die Obduktion ergab ausser
-einer fibrinös-serösen Pleuritis und Abscessen in der linken Lunge auch
-zahlreiche, eigenthümliche Geschwüre im Dickdarm, bei deren näherer
-Untersuchung Amöben gefunden wurden. Auch in einer Darmvene wurden die
-Amöben gefunden. Zur Erklärung des Befundes nimmt +Röhrig+ an, dass
-die Amöben mit der Blutbahn in die Leber, von hier, ohne makroskopisch
-hervortretende Erscheinungen zu machen, in die Lunge gelangt sind,
-wo sie zur Entstehung der Abscesse Veranlassung gaben. Das schnelle
-Umsichgreifen der Lungenaffektion wäre dann auf Bakterienwirkung
-und auf Aspiration bereits jauchiger Massen zurückzuführen. „Mit
-dem Sputum in die Mundhöhle gelangt, könnten die Parasiten in die
-Drüsen eingewandert sein, und von hier aus in derselben Weise wie
-im Darm ihre Zerstörung begonnen haben.“ Die Sektion hatte auch
-ein gangränescirendes Geschwür am linken Zungenrande und an den
-Stimmbändern, sowie starke Schwellung des weichen Gaumens und der
-Tonsillen ergeben.
-
-Von anderen Fällen aus neuerer Zeit mögen noch folgende erwähnt sein.
-
-+Wilson+[33] berichtet über vier Fälle von +Dysenterie+, welche
-durch Amöben hervorgerufen wurden. In keinem der angegebenen Fälle
-waren Symptome eines Leberabscesses nachzuweisen. Stets traten die
-Amöben in den Exkrementen auf. In einem tödtlich verlaufenen Falle
-ergab die Sektion zahlreiche Geschwüre und nekrotische Herde in der
-Schleimhaut. Die Geschwüre enthielten zahlreiche Amöben. In der
-Darmwand war auch die Muskularis stark verändert, ebenso war die
-Niere erkrankt. +Manner+[34] theilt einen Fall von +Amöbendysenterie
-und Leberabscess+ mit. Bei einem seit Jahren unter dysenterischen
-Erscheinungen erkrankten Manne wurden in den schleimigen Theilen des
-Stuhlgangs stets Amöben gefunden. Dieselben glichen durchaus der Amöba
-coli. Der Fall endete unter fortschreitendem Verfall der Kräfte und
-unter Auftreten von Oedemen tödtlich. Bei der Sektion fanden sich in
-der Leber Abscesse, die theils raschen Zerfall ihrer Wand zeigten,
-theils von einer Bindegewebskapsel eingeschlossen waren. Sowohl der
-Abscesseiter als auch die innersten Theile der Abscesswand enthielten
-zahlreiche Amöben. Die Schleimhaut des ganzen Dickdarmes war geschwellt
-und aufgelockert; im Cökum fand sich eine Reihe unregelmässig
-gestalteter, mit leicht gezackten, etwas indurirten Rändern versehener
-Geschwüre. Noch zu Lebzeiten des Kranken wurde mit dem Stuhl desselben
-ein Infektionsversuch an einer Katze gemacht. Das Thier erkrankte bald
-nach der Infektion per rektum und ging nach einer Woche zu Grunde. Bei
-der Sektion wurden im Dickdarm kleine bis in die Submukosa reichende
-Geschwüre und in den tieferen Abschnitten der Schleimhaut die meisten
-Amöben gefunden.
-
-Ferner berichtet +Boas+[35] über zwei von ihm behandelte Fälle von
-Amöbenenteritis. In dem einen gelang es mittelst ganz schwacher
-Argentum nitricum Spülungen (1: 10,000) die Beschwerden zu lindern und
-die Amöben vorübergehend zum Schwinden zu bringen; in dem anderen Falle
-hatte der innerliche Gebrauch von Wismuthsalicylat einen ähnlichen
-Erfolg. +Peyrot+ et +Roger+[36] berichten über einen im Anschluss an
-eine leichte Dysenterie entstandenen +Amöbenabscess in der Leber+.
-
-In der allerjüngsten Zeit hat +W. Janowski+[37] den gegenwärtigen
-Standpunkt über die Aetiologie der Dysenterie unter Verwerthung eigener
-Beobachtungen in einer sehr gründlichen Arbeit erörtert, in welcher
-auch die wichtigsten literarischen Angaben gemacht worden sind.
-+Janowski+ kommt dabei nach sorgfältiger Durchsicht des bis jetzt
-in der Litteratur gesammelten, die Rolle der Amöben bei Dysenterie
-betreffenden Materials zu dem bemerkenswerthen Ergebniss, dass bis
-heute noch keine sicheren Beweise dafür vorliegen, dass die Parasiten
-wirklich die Erreger der Dysenterie in bestimmten Ländern seien. Wenn
-uns die Beweise noch fehlen, so ist der Grund hauptsächlich darin zu
-suchen, dass in Ermangelung von Kulturen bis jetzt die eigentliche,
-streng wissenschaftliche Untersuchungsmethode in dieser Frage
-nicht angewandt werden konnte. Jetzt dagegen ist der Plan solcher
-Untersuchungen deutlich vorgezeichnet. Es müssen +Kulturen+ der Amöba
-coli auf dem von +Celli+ und +Fiocca+ mit so vorzüglichem Resultate
-verwandten +Fucus crispus+ oder auf Agar mit Heu (+Schardringer+)
-gezüchtet werden, wenn letzteres sich thatsächlich als günstiger
-Nährboden für diese Parasiten erweisen sollte. Hat man in diesen
-Kulturen uncystirte Amöbenformen erhalten, so müssen Fütterungsversuche
-bei Thieren angestellt werden, wobei schon einzelne positive Resultate
-von Werth sein können[38]. Andererseits würde sich auch zeigen, dass
-aus schweren Dysenteriefällen gezüchtete Amöba coli bei Thieren weit
-leichter zu Erkrankungen führen, als dieselbe aus anderen Fällen (z.
-B. Kinderdiarrhoe, Kloakenkot oder Teichschlamm) gezüchtete Amöbe. Es
-scheint +Janowski+ mit Recht nicht unwahrscheinlich zu sein, dass die
-+Symbiose mit gewissen Bakterienarten die Virulenz der Amöben selbst
-steigert+[39]. Es scheint die Bedeutung dieses Parasiten für den
-Menschen, je nach den Bedingungen, unter welchen er in den menschlichen
-Organismus gelangt, ganz verschiedenartig sein zu können. An manchen
-Orten Europas (Italien, Deutschland) gelangt dieser Parasit aus der
-Umgebung in den Darm, ohne hier augenscheinlich irgend welche den
-Darm zur Entwickelung der Amöben disponirenden Bakterien vorzufinden.
-In anderen Gegenden aber (Indien, Aegypten, Vereinigte Staaten)
-gelangen die Amöben entweder im Vereine mit Bakterien, die ihnen den
-Boden zu ihrer Entwickelung vorbereiten in den Darm, oder finden
-im Darme Bakterien vor, die ihnen bei Entfaltung ihrer Thätigkeit
-behilflich sind. Von der Art dieser Symbiose, vielleicht auch von der
-sekundären Infektion in einer und in der anderen Serie von Fällen,
-hängt nach der Ansicht von +Janowski+ der mehr oder weniger schädliche
-Einfluss der Amöben auf den Darm und die von den Amöben im Darme
-erworbenen Eigenschaften ab, deren Verschiedenheit erst experimentell
-festzustellen ist.
-
-In den von +Koch+, +Councilmann+ und +Lafleur+, +Kruse+ und +Pasquale+
-u. a. beschriebenen Fällen drängt sich die Ueberzeugung auf, dass die
-betreffenden Autoren eine in klinischer und in anatomischer Hinsicht
-von der gewöhnlichen Dysenterie abweichende Krankheit beobachtet haben
-und dass das konstante Auftreten der Amöben die Beobachter auf den
-Gedanken führte, es bestehe ein inniger ursächlicher Zusammenhang
-zwischen diesen Amöben und jener besonderen Dysenterieform.
-
-Schliesslich wird von +Janowski+ alles, was bis jetzt über
-die Aetiologie der +Dysenterie+ bekannt ist, folgendermassen
-zusammengefasst:
-
-„+Die Dysenterie ist eine ätiologisch nicht einheitliche Krankheit
-und wird aller Wahrscheinlichkeit nach nie durch die Einwirkung
-eines einzelnen Parasiten, sondern durch Zusammenwirkung mehrerer
-Varietäten auf den Organismus hervorgebracht.+ Aus den bis heute in
-der Litteratur vorhandenen Daten kann man schliessen, dass die Ursache
-der gewöhnlichen Dysenterie irgend eine Bakterienassociation ist; eine
-ihrer Formen aber, die sich in klinischer und anatomischer Hinsicht
-von den übrigen unterscheidet, die sogenannte Tropendysenterie, wird
-aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Assoziation einer bestimmten
-Amöbenspezies mit Bakterien hervorgerufen.“
-
-Im Allgemeinen ist die Amöbendysenterie +anatomisch+ charakterisirt
-durch das Auftreten eines hämorrhagischen Katarrhs und durch die
-Bildung umschriebener Geschwüre mit unterminirten Rändern. Dabei
-vermehren sich die Amöben nicht nur in der Darmschleimhaut, sondern
-dringen auch in die Mukosa und Submukosa ein, treten hier zu grösseren
-Haufen zusammen, in deren Gebiet das Gewebe allmählich nekrotisirt.
-Beim Durchbruch der submukösen Herde durch die Schleimhaut entwickeln
-sich die erwähnten Geschwüre, welche einen bedeutenden Umfang annehmen
-können. In ein Darmgefäss gelangt, können dann Metastasen in anderen
-Organen durch Einwanderung der Amöben hervorgerufen werden.
-
-+Klinisch+ ist die von verschiedenen Autoren beobachtete Thatsache von
-Bedeutung, dass die durch die Amöben hervorgerufenen Darmbeschwerden
-meist sehr gering sind und die Patienten nicht veranlassen, ärztliche
-Hülfe in Anspruch zu nehmen. Dies tritt meist erst ein, wenn schon
-Komplikationen eingetreten sind.
-
-=Bei Thieren= sind parasitische Amöben gelegentlich im Darm von Mäusen
-(Amöba muris +Grassi+), von Blatta orientalis (Schaben) (Amöba blattae,
-+Bütschli+), bei Kaninchen, Fröschen, Schnecken (+L. Pfeiffer+) und
-auf der Haut der Schafe lebend (+v. Lendenfeld+) gefunden worden. Nur
-hinsichtlich der auf der Haut der Schafe beobachteten Amöben weiss man,
-dass sie zuweilen eine tödtliche Hauterkrankung hervorrufen können.
-
-
-2. Amöben der Mundhöhle.
-
-Man hat in der Mundhöhle, in einem Abscess unter dem Zahnfleische
-und gelegentlich auch an einem sequestrirten Knochenstückchen des
-Unterkiefers Amöben und amöbenartige Gebilde beim Menschen gefunden,
-doch scheint es sich nur im letzteren Falle (von +Kartulis+[42]
-veröffentlicht) um wirkliche Amöben gehandelt zu haben.
-
-
-3. Amöben des Urogenitalapparates des Menschen.
-
-Unter dem Namen +Amöba urogenitalis+ hat zunächst +E. Baelz+[40]
-eine bei einer 23jährigen Patientin gefundene Amöbe beschrieben,
-welche der Amöba coli sehr ähnlich war. Die Parasiten wurden im Urin
-und auch in der Vagina einer Patientin gefunden, welche kurz vor
-ihrem durch Lungentuberkulose bedingten Tode Hämaturie mit starkem
-Tenesmus der Blase gezeigt hatte. Aehnliche Fälle sind dann später von
-+Jürgens+[41], wo die Amöben in Schleimcysten der Harnblase sassen, von
-+Kartulis+[42], wo die Amöben in einem Blasentumor sassen, und von +C.
-Posner+[43], wo die Amöben im Urin gefunden wurden, noch beschrieben
-worden.
-
-Ferner hat +Tullio Rossi Doria+[44] in Rom bei der +Endometritis
-chronica glandularis+ im Lumen der Drüsen Protozoen gefunden,
-die er der Gruppe der Amöben zurechnete. +Doria+ schliesst aus
-seinen Untersuchungen auf eine Form der Endometritis, die er auf
-die gemeinsame Wirkung von Amöben und Bakterien zurückführte, bei
-vielleicht praevalirender Bedeutung der Amöben. +Pick+[45] hält
-jedoch die Befunde +Doria+’s für hydropische Degenerationsprodukte
-abgestossener epithelialer Elemente. Dem gegenüber zieht +Doria+[46]
-die von +Pick+ aus ungehärtetem und gefärbtem Material gewonnenen
-Beobachtungen in Zweifel. +Pick+ meint schliesslich, dass es sich nur
-um die Bewegung von Leukocyten handelt.
-
-
-4. Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit des lebenden
-Menschen.
-
-Unter dieser Bezeichnung haben neuerdings +Leyden+ und +Schaudinn+[47]
-zwei Fälle beschrieben, wo bei einer 22jährigen, an Ascites leidenden
-Patientin und bei einem 63jährigen, ebenfalls an Ascites leidenden
-Manne amöbenähnliche Gebilde in der durch Punktion entnommenen
-Bauchflüssigkeit nachzuweisen waren. Der zweite Patient ist später
-gestorben und ergab die Autopsie die Bestätigung der auch im Leben
-gestellten Diagnose -- +Carcinom des Magens, mehrere bis apfelgrosse
-Knoten in der Leber, kleinere in der Milz;+ =auf dem Peritoneum=
-+zahlreiche hirsekorn- bis erbsengrosse und auch grössere Knötchen+.
-
-Bei näherer Untersuchung, welche +Schaudinn+ vorgenommen hat, zeigte
-sich in beiden Fällen, dass die Amöben Angehörige derselben Spezies
-sind und sich durch Theilung und Knospung fortpflanzen. +Schaudinn+
-nannte sie deshalb +Leydenia gemmipara+ (+Schaudinn+). Die Parasiten
-zeigten in kontrahirtem Zustande eine kugelige oder unregelmässige
-polygonale Gestalt. Ihre Oberfläche erschien selten glatt, sondern mit
-Buckeln und Höckern besetzt. Sie können einen Durchmesser von 36 µ
-erreichen. Die kleinsten Formen waren 3 µ gross. Die Pseudopodien waren
-in zwei Sorten nachweisbar: als hyaline, lamellöse und als körnige,
-fadenförmige Bildungen.
-
-Am Schlusse der Arbeit sagt +Schaudinn+: „In eine Diskussion über
-die Frage, ob unser Rhizopode etwas mit dem gleichzeitig vorhandenen
-Karcinom zu thun hat, kann ich erst nach einer Untersuchung der
-krebsigen Geschwülste treten, mit der ich jetzt beschäftigt bin. Es
-sei mir nur gestattet, +auf die grosse Aehnlichkeit hinzuweisen, die
-zwischen den kleinen hier geschilderten Amöbenknospen und den angeblich
-parasitären Einschlüssen in den Krebszellen, welche Sawtschenko[48]
-abbildet, besteht. Der Zusammenhang der Amöben mit dem Karcinom+ ist
-wohl möglich. Doch ist meines Erachtens die Frage, ob die Amöben oder
-ihre Jugendzustände die Erreger des Karcinoms und anderer maligner
-Geschwülste sind, nur durch Züchtung zu entscheiden und vorläufig
-besitzen wir keine Methoden der Kultivirung für parasitäre Rhizopoden
-und Sporozoen“.
-
-
-
-
-II. Klasse: Sporozoen[49].
-
-Die Sporozoen sind einzellige thierische Organismen, deren Leib einen
-oder mehrere Kerne, jedoch keine Wimpern und Geisseln, Pseudopodien,
-oder Mund und Afterstelle besitzt. Alle Sporozoen sind Schmarotzer und
-vermehren sich durch beschalte Fortpflanzungszellen (Sporen), welche
-sich im Innern der Zellen bilden. Durch diese Eigenschaft treten sie in
-eine gewisse Verwandtschaft zu niederen pflanzlichen Organismen.
-
-In Bezug auf die +Verbreitung+ lehren die bisherigen
-Untersuchungsergebnisse, dass die Sporozoen sehr weit verbreitete
-Parasiten sind und, mit Ausnahme der Protozoen und Cölenteraten, in
-allen Thierklassen gefunden sind. Dagegen hat man sie noch nie bei
-Pflanzen festgestellt. Interessant ist auch die Wahrnehmung bei diesen
-Parasiten, wie bei den höher organisirten, dass eine Sporozoenart
-meist nur bei wenigen, in naher Verwandtschaft stehenden Wirthen
-schmarotzt und sich dabei dem Entwickelungsgange der Wirthe anpasst.
-Wahrscheinlich sind dieselben auf der ganzen Erde und überall, wo
-Thiere sind, vorhanden. Am meisten sind sie bisher in Europa und
-Amerika gefunden worden.
-
-Wie die +Uebertragung+ auf die Wirthe erfolgt, ist erst bei einigen
-Ordnungen bekannt. Meist erfolgt die Einverleibung durch die Nahrung,
-wobei dann die Sporozoen aus den Exkrementen oder verwesten Thierresten
-in den Boden und ins Wasser gelangen und gelegentlich die Nahrung
-verunreinigen. So sind die an einzelnen Orten und in einzelnen Gegenden
-gelegentlich beobachteten Sporozoenepidemien (z. B. bei Kaninchen) zu
-erklären. In anderen Fällen mögen auch Zwischenwirthe, wie dies bei
-der Texasseuche nachgewiesen ist, vorhanden sein. Schliesslich kann
-nicht geleugnet werden, dass viele Sporozoen für ihre Wirthe ohne jede
-pathologische Bedeutung sind.
-
-Die +Ansiedelung+ der Sporozoen kann in allen Organen und Geweben
-des thierischen Körpers erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass sie --
-besonders in den jüngsten Entwickelungsstadien -- in die Zellen der
-Wirthsthiere, in erster Linie in die Epithel-, Muskel-, Nerven-
-und Blutzellen einzudringen vermögen, um hier theils die ganze
-Entwickelung durchzumachen, theils nach einiger Zeit eine andere Zelle
-aufzusuchen, und die Entwickelung zu vollenden. Nach Abschluss ihres
-Entwickelungsganges schmarotzen sie gewöhnlich in den Geweben oder
-Organen ihrer Wirthe weiter, wobei sie in die verschiedenen Organe
-gerathen und je nach der histologischen Einrichtung und funktionellen
-Bedeutung krankheitserregend werden können. Oft hängt die pathogene
-Bedeutung wesentlich von der Menge der zur Entwickelung gekommenen
-Sporozoen und der durch sie zerstörten Zellen (z. B. im Darmkanal) ab.
-
-Die +Gestalt+ der Sporozoen ist sehr verschieden, meist oval und
-wechselt hinsichtlich der Grösse ebenfalls erheblich. Die +Ernährung+
-erfolgt durch Aufnahme flüssiger Nahrung aus den umgebenden Medien
-entweder auf dem Wege der Diffusion oder durch feinste Poren in der
-Kutikula. Die +Vermehrung+ der Sporozoen, welche meist ungeschlechtlich
-zu erfolgen scheint, geschieht durch Keim- und Sporenbildung;
-vielleicht auch durch Theilung der Keime. Der Abschluss der
-Entwickelung erfolgt meist durch die Bildung der Fortpflanzungskörper,
-wobei die mit einer festen Kapsel umgebene Protoplasmamasse des
-Mutterthieres zerfällt. Die entstandenen kleinen kernhaltigen
-Protoplasmakörper können sich dann direkt in Keime umwandeln oder zu
-Sporoblasten und Sporen werden, indem sie eine feste Hülle um sich
-ausscheiden. Die Sporenhülle ist sehr widerstandsfähig und dient zum
-Schutz der zarten Protoplasmakeime. Kurz vor der Vermehrung nehmen die
-Parasiten allmählich eine rundliche Form an.
-
-
-Die Eintheilung der Sporozoen
-
-ist insofern noch keine vollkommen abgeschlossene, als einzelne Gruppen
-noch zu wenig gekannt und ihre Zugehörigkeit zu den Sporozoen noch
-zweifelhaft ist.
-
-Wir möchten einstweilen folgende +Ordnungen+ wählen:
-
-I. Gregarinen; II. Myxosporidien; III. Koccidien; IV. Sarkosporidien;
-V. Hämosporidien; VI. Acystosporidien; VII. Serosporidien; VIII.
-Amöbosporidien.
-
-
-I. Ordnung: Gregarinen[50], +Gregariniden+.
-
-[Illustration: Figur 2.
-
-Jugendform einer Gregarine (Oocephalus hispanus) nach +Al. Schneider+.
-Die typische Gestalt zeigt die drei hintereinander liegenden Abschnitte
-und die sich scharf abhebende helle Cutikula.]
-
-=Allgemeines.= Die Gregarinen sind einzellige Parasiten von
-kugeliger, ovaler oder langgestreckter Gestalt, zuweilen aus 2-3
-hintereinanderliegenden Abschnitten bestehend, und erwachsen von einer
-festen Cutikula umgeben. Sie sind während ihrer Jugend ausschliessliche
-Zellschmarotzer und werden vorwiegend in den Epithelien der
-Magenschleimhaut gefunden, von wo sie erst später in das Darmlumen
-entleert werden. Ausser im Magen- und Darmkanal sind sie auch in der
-Leibeshöhle und in den Geschlechtsorganen von +wirbellosen+ Thieren,
-besonders bei +Arthropoden+ und +Würmern+, seltener bei Echinodermen
-gefunden worden. +Bei Vertebraten sind sie bisher nicht gefunden
-worden.+
-
-Die Parasiten wurden schon 1787 von +Cavolini+ im Darm eines Krebses
-gesehen und später von +Dufour+, welcher ihnen den noch heute
-gebräuchlichen Namen gegeben hat, bei zahlreichen Insekten.
-
-Die +erwachsenen+ Gregariniden sind einzellige Organismen, deren
-länglicher Leib entweder einheitlich bleibt und niemals encystirt
-(+Monocystidae+) oder in zwei oder drei Abtheilungen zerfällt
-(+Polycystidae+); erstere leben frei in der Leibeshöhle niederer
-Thiere, nur ausnahmsweise in einem Organ (in den sog. Hoden der
-Regenwürmer), letztere im Darm, besonders der Arthropoden. Die +Länge+
-des Körpers schwankt zwischen 0,01–0,02–16 mm. Manchmal grenzt sich
-vom grösseren Hinterabschnitt ein kleiner vorderer ab, dann geht die
-Cutikula, senkrecht zur Längsachse eine Querscheidewand bildend, durch
-die ganze Breite des Körpers. Die +Vermehrung+ der Gregariniden erfolgt
-durch Vereinigung von zwei oder drei Thieren (Konjugation) meist mit
-nachfolgender Encystirung, wobei eine sehr feste, widerstandsfähige
-Membran abgesondert wird. Eine Verschmelzung der encystirten Individuen
-tritt meist nicht ein.
-
-[Illustration: Figur 3.
-
-_a_) Monocystis agilis aus den Samenblasen vom Regenwurm. _b_)
-Gregarina cuncata aus dem Darm vom Mehlkäfer. _c_) Stylorhynchus
-obligacanthus aus dem Darm einer Libelle. (Nach +Leuckart+.)]
-
-Sind 2 oder 3 Individuen in einer Cyste vereinigt, so sporuliren
-sie gesondert. Die Cysten der mehrkammerigen Gregarinen werden vor
-Beginn aller Theilungserscheinungen mit dem Koth der Wirthsthiere
-ausgestossen. Diese Cysten reifen, sobald sie im Freien unter günstige
-Bedingungen gelangen. Dann folgt die +eigentliche Vermehrung+ durch
-Theilung des Gregarinenkerns. Die kleinen Kerne vertheilen sich
-gleichmässig auf der Oberfläche des Cysteninhaltes. Schliesslich
-zerfällt der Cysteninhalt in kleine Plasmakugeln, deren jede einen
-Kern einschliesst -- die sog. +Sporoblasten+. Ausserdem bleibt noch
-etwas unverbrauchtes Protoplasma der sog. +Restkörper+ zurück. Die
-entstandenen Sporoblasten scheiden um sich eine feste Hülle ab und
-werden so zu +Sporen+. In den Sporen geht von Neuem eine mehrfache
-Kerntheilung vor sich. Die dadurch entstandenen 6–8 Kerne vertheilen
-sich wieder auf das vorhandene Protoplasma. Durch Trennung der
-kernhaltigen Protoplasmatheile von einander entstehen die eigentlichen
-+Keime+ (Keimstäbchen oder Sporozoiten, +die jungen Gregarinen+).
-
-Die +Form der Sporen+ ist für die einzelnen Arten charakteristisch;
-einzelne Sporen besitzen keine Hülle (Gymnosporen), andere sind
-beschalt (Angiosporen), oder haben zwei verschieden dicke Hüllen. Die
-+Gestalt+ der Sporozoiten ist meist +sichelförmig+. Selten sind mehr
-als 8 Sichelkeime in einer Spore eingeschlossen.
-
-Hinsichtlich der weiteren +Entwickelung der Gregarinen+ sei noch
-bemerkt, dass sich die Sporen in der Regel in den Cysten ausserhalb
-des Trägers der Gregarinen entwickeln. Die Sporulation kann in zwei
-Wochen beendet sein. Nach erfolgter Reife entleeren die Cysten ihren
-Sporeninhalt entweder durch einfache Ruptur der Cystenhülle oder
-durch Mitwirkung des aufquellenden Restkörpers oder endlich durch
-besondere +Sporodukte+. +Es ist ausreichender Grund zu der Annahme,
-sagt Braun, dass der Genuss reifer Sporen, vielleicht auch reifer
-Cysten, die betreffenden Thiere mit Gregarinen infizirt.+ Die Sporen
-werden durch den Darmsaft zum Aufspringen gebracht, (von A. +Schneider+
-beobachtet) und lassen ihren Inhalt austreten. Die sichelförmigen
-Keimstäbchen (Sporozoiten) machen kreisbogenartige Bewegungen, jedoch
-keine amöboiden oder Schwimmbewegungen. So dringen sie wahrscheinlich
-in die Darmepithelien ein (intracellulärer Parasitismus der jungen
-Gregarinen), wachsen dann über die infizirte Epithelzelle in das Lumen
-des Darmes hinein, es tritt Abschnürung der beiden Theile ein; später
-fällt die Gregarine vom Darmepithel ab, um sich zu konjugiren und ihre
-Weiterentwickelung durchzumachen (+Braun+). Die in der Leibeshöhle
-schmarotzenden Monocystideen durchsetzen jedoch, als Sporen in den Darm
-eingeführt, sogleich die ganze Darmwand, um sich in der Leibeshöhle
-anzusiedeln.
-
-+Eintheilung der Gregariniden+. +L. Léger+ giebt folgende
-Unterabtheilungen an:
-
-1. Unterordnung: Gymnosporen, Sporen nackt, ohne Hülle; a) Familie
-Gymnosporiden (Porospora, im Darm des Hummers). 2. Unterordnung:
-Angiosporea, Sporen mit einfacher oder doppelter Hülle; a) Polycystidea
-und b) Monocystidea, welche vielfach in der Leibeshöhle von Würmern und
-Echinodermen vorkommen.
-
-Da, wie schon erwähnt, die Gregarinen bisher mit Sicherheit bei
-Wirbeltieren noch nicht beobachtet worden sind, so mögen diese Angaben
-genügen.
-
-
-II. Ordnung: Myxosporidien.
-
-Die Myxosporidien kommen vorzugsweise an und in den verschiedensten
-Organen der +Fische+ vor, wo sie sowohl frei in natürlichen
-Körperhöhlen (Leibeshöhle, Schwimmblase, Gallen- und Harnblase) wie
-auch im Bindegewebe liegend angetroffen werden. Ausserdem schmarotzen
-sie auch bei +Würmern+, +Arthropoden+, bei +Amphibien+ und +Reptilien+.
-
-Hinsichtlich der +Fische+ führt +Gurley+[51] 66 verschiedene
-Fischarten an, bei welchen Myxosporidien schmarotzen. Daneben giebt
-es noch manche andere Fischarten, bei denen man bisher noch niemals
-Myxosporidien beobachtete. Unter den +Amphibien+ beobachtet man sie
-bei Fröschen, Kröten und Wassersalamandern; unter den +Reptilien+ sind
-Schildkröten, Krokodile, Schlangen und Eidechsen zu nennen.
-
-Am meisten sind die Myxosporidien bisher in Europa und Amerika gefunden
-worden. Einzelne Arten werden an bestimmten Orten regelmässig gefunden,
-andere treten gelegentlich z. B. bei Fischen so massenhaft auf, dass
-sie schwere Seuchen unter den befallenen Thieren hervorrufen.
-
-+Geschichtlich+ möge erwähnt sein, dass die Parasiten +auf und in dem
-Körper der Fische+ zuerst von +Gluge+[52] (1838) und unabhängig von
-diesem von Joh. +Müller+[53] (1841) beschrieben worden sind. +Müller+
-sah kleine beschalte Körperchen besonders in gelb-weissen Pusteln
-der äusseren Haut kranker Fische, ausserdem auch an den Kiemen und
-in inneren Organen und glaubte es handele sich um eine durch belebte
-Spermatozoen erzeugte Ausschlagskrankheit, weshalb er die in den
-Knötchen gefundenen Körperchen, +Psorospermien+[54] nannte. Nach
-+Gluge+ und +Müller+ sind dann die Myxosporidien von zahlreichen
-anderen Forschern (+Leydig+, +Lieberkühn+, +Bütschli+ (1881), welcher
-die Bezeichnung Myxosporidien vorschlug, +Balbiani+, +Railliet+,
-L. +Pfeiffer+, +Thélohan+ u. a.) in und auf dem Körper zahlreicher
-Fischarten und anderer Thiere gefunden worden.
-
-Bezüglich +Bau und Entwickelungsgang+ der Thiere möge nur das
-Nachfolgende hier erwähnt sein.
-
-Was zunächst die +Form+ der Myxosporidien betrifft, so ist dieselbe
-sowohl bei den einzelnen Thierarten, wie auch bei den einzelnen
-Individuen sehr verschieden und sehr veränderlich. Es kommen
-langgestreckte und ganz unregelmässige Formen vor; die letzteren
-besonders bei den freien Myxosporidien. Ebenso unterliegt die +Grösse+
-vielfachen Schwankungen. In inneren Organen (Gallen-, Harn- und
-Schwimmblase) kommen mikroskopisch kleine, auf der Haut und in den
-Kiemen mit blossem Auge erkennbare Myxosporidien vor.
-
-Ueber die +Vermehrung und Entwickelung der Myxosporidien+ sind die
-Ansichten noch getheilt. Die wichtigsten Arbeiten hierüber liegen
-von +Lieberkühn+, +Balbiani+ und +Bütschli+ vor, deren Ergebnisse
-von +Thélohan+[55] bestätigt und erweitert worden sind. Nach den
-Untersuchungen dieser Autoren beginnt die +Sporenbildung+ mit der
-Bildung zahlreicher Keime in der Plasmamasse (+Primitivkugeln+). Aus
-den Keimen der Primitivkugeln entstehen durch Theilung zahlreiche
-Tochterkerne. Dann beginnt durch Theilung der Primitivkugel in zwei
-Hälften (+Sporoblast+) die Sporoblastenbildung. Die Ausbildung der
-+Sporen+ erfolgt nun in der Weise, dass sich in jedem Sporoblast drei
-Kerne entwickeln, von denen sich zwei in die sog. +Polkörperchen+
-umwandeln. Später entsteht dann die +Polkapsel+ und aus der Hülle
-der Sporoblasten eine sehr widerstandsfähige Sporenwand. Die Zahl
-der Sporen ist bei den verschiedenen Arten eine sehr verschiedene.
-Werden nun die Sporen mit der Nahrung in den Verdauungskanal
-geeigneter Wirthsthiere gebracht, so treten unter der Einwirkung der
-Verdauungssäfte die Polfäden aus ihren Kapseln heraus, und dringen
-wahrscheinlich in die Verdauungsschleimhaut ein, um so die schnelle
-Entfernung der Sporen aus dem Darmkanal zu verhüten. Nach etwa 24
-Stunden sollen sich dann die Sporen öffnen, den Amöboidkern austreten
-lassen, welcher dann unter langsamen Bewegungen diejenigen Organe und
-Gewebe aufsuchen soll, in denen die weitere Entwickelung vor sich gehen
-kann.
-
-Hinsichtlich der =pathologischen Bedeutung der Myxosporidien= sei
-bemerkt, dass seuchenartig auftretende Muskelerkrankungen durch
-Infektion mit Myxosporidien seit langer Zeit bei den +Barben+ in den
-Flussgebieten des Rheins, der Mosel, der Saar, der Seine, Marne und
-Aisne beobachtet sind. Die ersten genaueren Angaben über solche unter
-Beulenbildungen in der Haut aufgetretene Fischseuchen liegen aus dem
-Jahre 1870 von M. +Mégnin+ vor. Dann folgen zahlreiche Mittheilungen
-u. a. von M. A. +Railliet+ (1890), +Ludwig+ (1888), L. +Pfeiffer+
-(1889), T. W. +Müller+ (1890) u. A. L. +Pfeiffer+ zeigte, dass es
-sich dabei um eine von den Muskeln ausgehende Infektion handelt. Die
-kranken Fische sind schon äusserlich an weissfarbigen Schwellungen
-der Haut und tiefen, kraterförmigen Geschwüren erkennbar, welche am
-Kopf, am Rumpf und am Schwanz vorhanden sind. In den Geschwüren sind
-Myxosporidien und Bacillen, durch deren Ansiedlung wohl die Geschwüre
-erzeugt werden, massenhaft nachzuweisen (L. +Pfeiffer+). Die erste
-Ansiedlung der Myxosporidien findet im Innern der Muskelzellen statt.
-Nach den Untersuchungen von +Thélohan+ wird durch das Eindringen der
-Myxosporidien zunächst eine hyaline Degeneration der Muskelfasern
-hervorgerufen, es kommt dann zu einer starken Bindegewebswucherung,
-wobei die Muskelfasern zu Grunde gehen. Schliesslich kann man dann
-sowohl in den unter Einwirkung von besonderen Bacillen entstehenden
-Geschwüren wie auch in den bindegewebigen Cysten die Sporen der
-Myxosporidien nachweisen. L. +Pfeiffer+ fand kleine Tumoren sowohl
-auf Pleura und Peritoneum, wie auch in der Gallenblase, Schwimmblase,
-Milz und selbst in den Gefässwandungen der kranken Fische. Die
-Erkrankung hat viel Aehnlichkeit mit den noch zu erwähnenden
-Sarkosporidieninfektionen beim Pferd, Schaf und Schwein.
-
-
-III. Ordnung: Koccidien[56] (+Leuckart+).
-
-Die Koccidien sind Zellschmarotzer von eiförmiger oder kugeliger
-Gestalt, welche ihre Entwickelung in einer Zelle beenden.
-
-=Vorkommen und Verbreitung.= Die Koccidien schmarotzen bei allen
-Klassen der Wirbelthiere, bei Gliederthieren und bei Weichthieren.
-Dagegen sind sie bei anderen Wirbellosen bisher nicht getroffen worden.
-Die Koccidien leben in den verschiedensten Organen der Thiere und des
-Menschen und zwar zum grossen Theil in den Epithelzellen und deren
-Kernen; andere werden auch im Bindegewebe angetroffen. Am zahlreichsten
-kommen Koccidien bei Wirbelthieren vor, während bei diesen Thieren
-die Gregarinen ganz fehlen. Bei den +Vögeln+ und +Säugethieren+ sind
-die Koccidien die häufigsten Sporozoen; unter den letzteren kommen
-sie nicht selten beim +Menschen+ vor. Unter den Säugethieren findet
-man die Koccidien am meisten bei Pflanzenfressern, wo vorzugsweise
-der Darmkanal daneben auch die Anhangsorgane desselben (Leber,
-+Lieberkühn+’sche Drüsen) ferner Trachea, Larynx, Lunge und Nieren
-befallen werden. Zuweilen sind sie auch im Geschlechtsapparat gefunden
-worden.
-
-=Geschichtliches.= Die ersten Beobachtungen sind wohl an den
-Koccidienknoten in der Leber der Kaninchen gemacht worden, wo sie
-für tuberkelartige, karcinomatöse oder sarkomatöse Gebilde gehalten
-wurden. +Remak+ (1845) brachte die Koccidien in Verbindung mit den
-Psorospermien von Joh. +Müller+, während sie +Lieberkühn+[57] (1854)
-für vollkommen identisch mit denselben erklärte. Im Laufe der nächsten
-Jahre beschäftigten sich dann zahlreiche Forscher mit diesen Gebilden,
-ohne dass jedoch eine gewisse Klarheit über die Natur derselben erzielt
-wurde. Erst +Leukart+[58] (1879) trennte diese bisher auch ei- oder
-kugelförmige Psorospermien genannten Parasiten von den Myxosporidien
-ab und führte für dieselben den Namen Koccidien ein, indem er sie
-als besondere Abtheilung den Sporozoen anreihte. In der neueren Zeit
-wurde durch die Arbeiten von R. +Pfeiffer+[59], +Balbiani+[60],
-+Thélohan+[61] u. A. neue Anregung zum Studium dieser Sporozoen als
-Krankheitserreger gegeben.
-
-=Entwickelung.= Für die Darmkoccidien wird als sicher angenommen,
-dass die Infektion vom Darmkanal aus erfolgt, indem die reifen
-Sporen mit der Nahrung aufgenommen werden. Unter der Einwirkung der
-Verdauungssäfte öffnen sich die Sporen und die Sichelkeime treten
-aus, um unter lebhafter Bewegung in die Darmwand und später in die
-Epithelzellen einzudringen und sich hier in den Epithelzellen, zwischen
-Kern und freiem Zellrand festzusetzen. Innerhalb der Epithelzelle
-runden sich dann die Sichelkeime zu einem kugeligen Körper ab, die
-Keime wachsen auf Kosten der Wirthszelle zur Koccidie heran und
-umgeben sich mit einer oder zwei Cystenhüllen. Die +weitere Reifung
-der Cyste+, d. h. die Sporen- und Keimbildung kann nun +innerhalb+
-oder +ausserhalb+ der Wirthszellen oder Wirthsthiere erfolgen.
-Zunächst ist als Vorbereitung zur Sporulation eine Verdichtung des
-Protoplasmas nachzuweisen, worauf dann nach den Untersuchungen von
-A. +Schneider+[62] die Ausbildung der Sporen auf zwei Arten erfolgen
-kann. Entweder bildet der ganze Inhalt der Cyste sogleich eine grosse
-Anzahl von Sporozoiten, wobei ein Restkörper zurückbleibt, oder --
-wie es die Regel ist, es bilden sich zunächst zwei, vier oder mehrere
-zunächst einkernige Sporoblasten, welche sich dann abschnüren, und mit
-einer einfachen oder doppelten Hülle umgeben. Aus diesen Sporoblasten
-entwickeln sich dann später durch Theilung zwei oder mehrere
-Sporozoiten (die sog. Keimstäbchen oder sichelförmigen Körperchen).
-Man kann demnach unterscheiden: Sporozoiten, die nicht in einer Schale
-(Sporenschale) eingeschlossen sind, sondern in grosser Zahl, mit oder
-ohne Restkörper in der Cystenmembran des Mutterthieres liegen, und
-Sporozoiten, welche zu einem, zwei oder mehreren von einer Sporenschale
-umschlossen sind; dabei ist die Zahl solcher Sporen für einzelne
-Gattungen bezeichnend: 2 bei Cyklospora, 4 bei Koccidien, viele bei
-Adelea, Barrousia und Klossia (+Braun+).
-
-Für die weitere Entwickelung bestand nun die Annahme, dass die
-aus ihrer Schale befreiten Sporozoiten kreisbogenartige oder auch
-wurmförmig kriechende Bewegungen machen, und -- mit der Nahrung in den
-Magendarmkanal geeigneter Thiere eingeführt -- in die Darmepithelien
-einwandern und hier zu jungen Koccidien sich entwickeln. Vor
-einigen Jahren haben jedoch R. und L. +Pfeiffer+ bei den Darm- und
-Leberkoccidien des Kaninchens beobachten können, dass im Innern
-des Darms eine Sporulation auftritt, wobei dann die Koccidien in
-zahlreiche, sichelförmige Keimstäbchen zerfallen. Diese Sporozoiten
-sollen dann, +ohne nach aussen zu kommen+, in den befallenen Organen
-(Darm, Leber) fortgesetzt in neue Epithelien dringen und hiedurch eine
-oft tödtlich werdende Darm- und Lebererkrankung veranlassen. R. und L.
-+Pfeiffer+ bezeichnen diese Sporulation als „+endogene+“. Die Annahme
-einer „+endogenen Schwärmersporenbildung+“ (nach R. und L. +Pfeiffer+)
-gegenüber der „exogenen Dauersporenbildung“ hat jedoch bisher seitens
-einzelner Protozoenforscher Widerspruch erfahren, während andere
-Autoren (+Schuberg+) auf Grund eigener Beobachtungen und theoretischer
-Erwägungen für die +Pfeiffer+’sche Auffassung eintraten. Jedenfalls ist
-durch dieselbe Entstehung und Verlauf der Koccidiose bei Kaninchen,
-die schnelle Ueberschwemmung des infizirten Darmes mit Keimen, die
-Ausbreitung der Krankheit in der Leber, ohne Schwierigkeit erklärt.
-
-Die =Grösse= der Koccidien schwankt innerhalb weiter Grenzen, die
-kleinsten sind etwa 10–12 µ, die grössten 1 mm im Durchmesser lang.
-Während sie durch Carmin und Hämatoxilin meist +nicht gefärbt+ werden,
-gelingt die Färbung durch basische Anilinfarben schnell; doch erfolgt
-bei Anwendung von Alkohol und Nelkenöl auch sehr bald eine starke
-Entfärbung. Neuerdings hat +Abel+ zur Färbung des +Coccidium oviforme+
-noch folgende Angaben gemacht[63].
-
-Das Koccidium oviforme in seinen encystirten Formen nimmt Farbstoffe
-schwer auf, hält sie aber, einmal gefärbt, auch hartnäckig fest.
-Die Koccidien lassen sich daher genau wie die Tuberkelbacillen
-darstellen. Am besten zeigte sich für Deckglaspräparate eine Färbung
-mit Karbolfuchsin unter Aufkochen mit nachfolgender Entfärbung des
-Grundes und der Körpergewebe mit 5 proz. Schwefelsäure und 70 proz.
-Alkohol. In +Schnitten+ färben sich bei mehrstündigem Liegen in
-Karbolfuchsin die Koccidien intensiv roth und bleiben bei der Säure-
-und Alkoholbehandlung leuchtend roth, während das dabei entfärbte
-Gewebe sich in beliebiger Kontrastfärbung tingiren lässt.
-
-Niemals werden bei diesem Verfahren alle, im ungefärbten Präparate
-scheinbar ganz gleich aussehenden Koccidiencysten gefärbt. Während ein
-Theil derselben roth erscheint, ist ein anderer ungefärbt geblieben,
-ein dritter, gewöhnlich an Zahl sehr geringer, dagegen gefärbt. Oft
-zeigen sich die Cystenhüllen von Exemplaren, in denen die ersten
-Zeichen der beginnenden Sporenbildung, d. h. Zusammenziehung des
-Protoplasmas um den central gelegenen Kern, wahrnehmbar sind, für
-Karbolfuchsin durchlässig; die betreffenden Cysten widerstehen der
-Entfärbung. Oft bleiben aber auch Exemplare ohne jede Andeutung. Bei
-gelungener Färbung sind die roth gefärbten Kerne der Parasiten deutlich
-in dem granulirten Protoplasma erkennbar.
-
-Für die =Eintheilung der Koccidien= wird bisher noch das von A.
-+Schneider+ angegebene provisorische System zu Grunde gelegt, welches
-sich auf die Zahl der gebildeten Sporen stützt.
-
- I. Der ganze Inhalt zerfällt, ohne Sporen zu bilden,
- in Sporozoiten; Restkörper vorhanden oder
- fehlend.
-
- a) Cyste nur vier Sporozoiten bildend +Orthospora+.
-
- b) Cyste sehr zahlreiche Sporozoiten bildend +Eimeria+.
-
-
- II. Der Inhalt der Cyste bildet Sporen; Restkörper
- vorhanden oder fehlend.
-
- a) Die Zahl der Sporen beträgt eine:
-
- 1. in jeder Spore zwei Sporozoiten +Cyclospora+.
-
- 2. in jeder Spore zahlreiche Sporozoiten +Isospora+.
-
- b) Die Zahl der Sporen beträgt zwei:
-
- in jeder Spore zwei Sporozoiten +Coccidium+.
-
- c) Die Zahl der Sporen ist sehr gross:
-
- 1. die linsenförmigen Sporen enthalten je
- 2 Sporozoiten +Adelea+.
-
- 2. die ellipsoiden Sporen enthalten je einen
- Sporozoiten +Barrousia+.
-
- 3. die kugeligen Sporen enthalten je einen
- oder mehrere Sporozoiten +Klossia+.
-
-
-
-
-Koccidien als Krankheitserreger beim Menschen und bei Thieren.
-
-
-=1. Koccidium oviforme= (+Leuckart.+ 1879) (Psorospermium cuniculi.
-+Rivolta.+ 1878).
-
-=Zoologisches.= Da Koccidium oviforme vorwiegend bei Thieren und
-besonders in den Epithelzellen der Gallengänge der Kaninchen, seltener
-beim Menschen vorkommt, so sind die biologischen Studien auch nur bei
-Thieren und speziell bei Kaninchen ausgeführt worden.
-
-[Illustration: Figur 4.
-
-Koccidium oviforme aus der Leber des Kaninchens (nach +Balbiani+). _a_,
-_b_) Zusammenziehung des Protoplasmas zur Kugel. _c_) Sporenbildung.
-_d_, _e_) Sporozoiten und Restkörper. _f_) freies Sporozoit.]
-
-Koccidium oviforme hat im encystirten Zustande, wie man ihn in den
-sog. „Koccidienknoten der Kaninchenleber“ sehr häufig antrifft, eine
-länglich ovale Form und ist von einer doppelten, aussen dünnen, innen
-stärkeren Hülle umgeben. Der weitere Entwickelungsgang der encystirten
-Koccidien findet nun in der Weise statt, dass die Koccidien zunächst
-mit dem Darminhalt, in welchem sie bei Kaninchen wiederholt gesehen
-worden sind, nach aussen gelangen. Ausserhalb des Wirths zerfällt
-dann der auf eine Kugel zusammengezogene Koccidienkörper nach
-einiger Zeit in zwei Kugeln und später jede derselben wiederum in
-zwei. Diese kugeligen Körper -- die sog. +Sporoblasten+ -- wachsen
-etwas in die Länge, umgeben sich mit einer Hülle und verwandeln
-sich dann in hantelförmig gestaltete Gebilde -- die +Sporozoiten+
--- um (+Braun+). Die Infektion der Kaninchen findet nun nach der
-gegenwärtigen Anschauung in der Weise statt, dass die Koccidiensporen
-mit der Nahrung in den Körper der Thiere gelangen und hier durch
-die Einwirkung des Magensaftes die Sporenhülle zerstört und die
-Keimstäbchen (Sporozoiten) frei werden. +Rieck+[64] konnte bei Hunden
-feststellen, dass die Sporenhülle durch den Magensaft zerstört und die
-Keimstäbchen frei werden: auch sah er die letzteren sich krümmend hin-
-und herbewegen. Die Sporozoiten gelangen demnach wohl von dem Magen
-der Kaninchen durch den Ductus choledochus nach der Leber. Ueber die
-weitere Vermehrung der in die Epithelien der Gallengänge eingedrungenen
-jungen Koccidien fehlt es noch an einwandsfreien Untersuchungen. Es ist
-möglich, dass sie sich in den Gallengängen durch Theilung oder auf eine
-andere Art vermehren.
-
-
-a) Koccidium oviforme beim Menschen.
-
-=Beim Menschen= ist Koccidium oviforme schon öfters, jedoch im
-Verhältniss zu dem Vorkommen bei Thieren selten beobachtet worden.
-
-Einer der interessantesten Fälle ist der von +Gubler+[65] beschriebene.
-Bei einem 45jähr. Steinbrecher, bei welchem vergrösserte Leber und
-stark ausgesprochene Anämie nachgewiesen wurde, ergab die Sektion
-das Vorhandensein von etwa 20 kastanien- bis eigrossen Geschwülsten
-in der stark vergrösserten Leber, welche ein durchaus krebsartiges
-Aussehen hatten. Die Geschwülste enthielten im Innern eine eiterartige,
-graubraune Flüssigkeit, in welcher mikroskopisch eirunde Körperchen
-nachgewiesen werden konnten, die nach den guten Abbildungen +Gubler+’s
-von +Leuckart+ später als Koccidium oviforme erkannt wurden. Weitere
-ähnliche Fälle sind dann von +Dressler+[66] in Prag, von +Sattler+[67],
-+Perls+[68] u. A. mitgetheilt worden.
-
-
-b) Koccidium oviforme bei Thieren.
-
-=Bei Thieren= soll Koccidium oviforme ausser in den Gallengängen
-der zahmen und wilden +Kaninchen+, gelegentlich auch bei anderen
-Säugethieren (Schwein, Pferd, Rind, Hund und Meerschweinchen)
-beobachtet worden sein; nur ist nicht sicher, dass es sich auch bei den
-betreffenden Befunden stets um Koccidium oviforme gehandelt hat.
-
-Was zunächst die +Krankheit der Kaninchen+ betrifft, so ist bekannt,
-dass besonders junge Kaninchen erkranken und im Sommer öfters ein
-enzootisches Auftreten der Koccidiosis bei Kaninchen beobachtet
-wird. Eingeschleppt werden die Keime in den Stall jedenfalls mit dem
-Futter, während die Weiterverbreitung und besonders die Uebertragung
-auf ältere Thiere auch durch den Koth der einmal infizirten jüngeren
-Thiere erfolgen dürfte, da nach L. +Pfeiffer+[69] in dem Mist der
-verseuchten Ställe massenhaft sporenreife Dauercysten nachzuweisen
-sind. Gesunde Kaninchenzüchtereien können durch ein einziges
-zugekauftes krankes Thier infiziert und vernichtet werden. Unter
-den +Krankheitserscheinungen+ sind bei jungen Kaninchen zu nennen:
-verminderter Appetit, Fieber und Diarrhöe. Im weiteren Verlaufe tritt
-stärkere Gelbfärbung der Schleimhäute auf, die Durchfälle nehmen zu,
-und die Thiere gehen unter fortschreitender Abmagerung in 1–2 Wochen
-zu Grunde. Dieser +akute Verlauf+ der Erkrankung kommt besonders bei
-jungen Thieren vor, während ältere Thiere im Ganzen leichter erkranken,
-wenig abmagern und schliesslich noch gemästet werden können.
-
-Bei der +Sektion+ der gestorbenen Thiere findet man zunächst die
-+Leber+ stark vergrössert und meist auch mit unebenen, höckerigen
-Geschwülsten bedeckt. Auf dem Durchschnitt findet man zahlreiche,
-dicht nebeneinandergelegene, hirse- bis haselnussgrosse, grauweisse
-oder weissgelbe Knoten oder Cysten, welche von einer ziemlich festen
-Kapsel umgeben und von dem übrigen Lebergewebe abgeschlossen sind und
-zum Theil schmierige, käsige oder auch krümelige Massen enthalten,
-in denen man mikroskopisch fettig degenerirte Gallengangsepithelien,
-Leukocyten und eine grosse Zahl der eiförmigen Koccidien erkennen kann.
-Ausserdem ist, besonders bei jungen Kaninchen, auch der +Darmkanal+ in
-Mitleidenschaft gezogen. Man findet inselförmig infizierte Stellen im
-Verlaufe des ganzen, mehr oder weniger erheblich entzündeten Darms,
-besonders im Blinddarm. In und unter den Epithelien sind die Parasiten
-eingelagert und an den kleinen, erhabenen, bald vereinzelt, bald
-gruppenweise auftretenden weissen oder grauröthlichen Flecken in der
-Schleimhaut erkennbar. Das Auftreten der Koccidien erzeugt auch in den
-+Lieberkühn+’schen Drüsen und deren Umgebung zuweilen eine entzündliche
-Infiltration.
-
-Untersucht man den Darminhalt erst kürzlich erkrankter Thiere, so
-findet man +neben den ovalen Protoplasmakörpern+ auch etwas grössere,
-meist +rundlich+ geformte, deren Inhalt direkt in zahlreiche
-Sichelkeime zerfällt. R. und L. +Pfeiffer+ deuten, wie schon an
-anderer Stelle angegeben, diesen Befund als +zweite Vermehrungsart+
-des Koccidium oviforme, während +Labbé+ glaubt, dass es sich um eine
-besondere Gattung der Koccidien, Pfeifferia, handelt.
-
-L. +Pfeiffer+ sagt[70]: „bei +erwachsenen+ Kaninchen findet sich
-nur eine Art von Koccidiencysten, von ihm +Dauercysten+ genannt,
-deren Inhalt erst im Mist des Kaninchenstalles zur Sporenreife sich
-entwickelt und eine Autoinfektion des erwachsenen Kaninchens nicht
-herbeiführt. Bei +jungen+, 4–6 Wochen alten Kaninchen dagegen kommt die
-bisher noch nicht beschriebene zweite Vermehrungsart des Koccidiums
-vor in Cysten ohne derbe Hülle, aus denen eine grössere Anzahl als von
-zwei Sichelkeimen in beweglicher und sofort infektionsfähiger Form
-ausschlüpft. Im Darmrohr, in den Gallengängen und in der Gallenblase
-der jungen, akut erkrankten Kaninchen finden sich Millionen von solchen
-Cysten +mit direkter Sichelkeimbildung+.“
-
-Die mit der Diarrhöeausbildung ins Freie gelangten +Sichelkeime aus
-jungen Thieren+ gehen sehr rasch ausserhalb des Thierkörpers zu Grunde;
-von ihnen aus kann eine Neuinfektion anderer Thiere kaum zu Stande
-kommen. Die +Ansteckung+ bei der Koccidienkrankheit erfolgt demnach
-durch Dauercysten, die Erkrankung und der übermässige Parasitismus wird
-dagegen durch „Schwärmercysten“ vermittelt. Wenn die Dauercysten nach
-der Reifung im Stallmist zufällig mit der Nahrung aufgenommen sind, so
-geht aus dem Sporeninhalt zunächst eine Reihe von Parasitengenerationen
-hervor, deren Sichelkeime ohne Sporocystenzwischenstadium sofort in
-junge, neugebildete Epithelien der Leber, der Gallenblase, des Darmes
-eindringen und Zoosporencysten bilden[71].
-
-Die Kaninchen, welche die Krankheit überstehen, haben nur noch
-+Dauersporencysten+ zum Theil noch innerhalb der +Epithelien+. Diese
-Dauersporencysten werden nach und nach mit dem Koth ausgestossen; sie
-halten sich im Darm am längsten im Blinddarm und in der Gallenblase.
-Lässt man Stücke von der mit Koccidienknoten durchsetzten Leber in
-einer verdeckten Glasschale einige Wochen faulen, oder bringt man
-solche Stücke in einen Brutofen, so entwickeln sich in einigen Tagen
-Sporoblasten (L. +Pfeiffer+).
-
-Hinsichtlich der +Koccidientumoren+ in der Kaninchenleber sagt
-L. +Pfeiffer+, dass in den jüngsten derselben Schwärmercysten
-und Dauercysten gemischt vorhanden sind. In den infizirten
-Leberabschnitten wird die Lebersubstanz durch das Wachsthum und
-die Vermehrung der Parasiten, wie auch durch die Wucherung des
-interacinösen Bindegewebes allmählich atrophisch. Die Gallengänge
-erscheinen dann von einem dichten und breiten Bindegewebe umgeben. Ist
-das Wachsthum der von der akuten Infektion herstammenden Parasiten
-vollendet, so findet kein weiterer Druck auf die Gallengänge statt
-und die Tumorenbildung ist zum Stillstand gekommen. Mit Entwickelung
-einer die Geschwülste von dem gesunden Lebergewebe abgrenzenden
-bindegewebigen Kapsel kommt der Prozess der Geschwulstbildung zum
-Stillstand. Die Bindegewebswucherung ist, wie L. +Pfeiffer+ nicht
-unrichtig bemerkt, als ein frühzeitig einsetzender Heilungsversuch
-von Seiten des Wirthes anzusehen. Es kann schliesslich der Inhalt des
-Retentionstumors zum Theil nach aussen entleert werden unter Bildung
-einer narbigen Einziehung des Lebergewebes -- wie solche häufig beim
-Schlachten der Kaninchen gefunden werden -- oder er bleibt hier Monate,
-event. bis zum Lebensende des Thieres als nach und nach verkalkender
-Tumor zurück (L. +Pfeiffer+).
-
-[Illustration: Figur 5.
-
-Schnitt durch eine Kaninchenleber mit Koccidium oviforme. Die
-Gallengänge sind durch die zahlreichen Parasiten erweitert. (Nach
-+Balbiani+.)]
-
-Erhöhtes Interesse beansprucht Koccidium oviforme nach neueren
-Untersuchungen noch bei der sog.
-
-
-=rothen Ruhr des Rindes= (+Dysenteria haemorrhagica koccidiosa+).
-
-Die Krankheit tritt besonders in der Schweiz sehr häufig und meistens
-enzootisch auf. Die meisten Erkrankungen werden im Sommer und im
-Herbst, zur Zeit der Grasfütterung und des Weideganges beobachtet,
-wobei dann besonders das Jungvieh ergriffen wird, während ältere Thiere
-nur sporadisch erkranken. +Pröger+ und +Zürn+ fanden schon 1877 in der
-erkrankten Darmschleimhaut von Kälbern, welche an Diarrhöe zu Grunde
-gegangen waren, Koccidien in sehr grosser Menge. Von +Zschokke+[72],
-+Hess+[72] und +Guillebeau+[72] ist dies Leiden dann eingehend studirt
-und die Aufnahme von Koccidien als +Ursache+ festgestellt worden.
-+Guillebeau+[73] ist dann auf Grund der Vorgänge bei der Sporenbildung
-zu der Ansicht gekommen, dass Koccidium oviforme, +Leuckart+ auch hier
-den Erreger der Krankheit bildet.
-
-[Illustration: Figur 6.
-
-Koccidien in der Dickdarmschleimhaut bei der rothen Ruhr des Rindes.
-(Nach +Zschokke+.)]
-
-Die Aufnahme der Parasiten scheint vorwiegend mit nassem Grase,
-möglicherweise auch mit dem Wasser, im Stalle, wie auf der Weide
-stattzufinden. Von Thier zu Thier überträgt sich die Krankheit nicht.
-In der Schweiz erkranken besonders die Rinder der Bergweiden, welche
-mit Wasser aus fliessenden Gewässern getränkt wurden. In trockenen
-Jahrgängen und bei Grünfütterung wird das Leiden nicht beobachtet. Wie
-+Zschokke+ meint, sitzen die Parasiten in Schnecken oder Regenwürmern.
-Durch diese werden das Gras und durch letzteres die Herbivoren infizirt.
-
-+Guillebeau+ hat in Gemeinschaft mit +Hess+ Versuche angestellt
-und eine experimentelle Enteritis erzeugt. Durch Fütterung
-mit sporenhaltigem Material trat die Erkrankung +nach einer
-dreiwöchentlichen Dauer des Inkubationsstadiums+ ein. Weitere
-Untersuchungen lehrten, dass neben der Vermehrung durch Sporen auch
-als zweite Fortpflanzungsart eine unter bestimmten Verhältnissen sich
-vollziehende und rasch eine grosse Zahl von Individuen ergebende
-Theilung nachzuweisen ist. Die letztere Fortpflanzungsart trat im
-Laboratorium bei einer Temperatur von 39° C. und der Gegenwart von viel
-Eiweiss ein, dessen Fäulniss durch einen Zusatz von Borsäure gehemmt
-war. Es entstanden unter diesen Verhältnissen zahlreiche kleine 3–7 µ
-breite, homogene Kügelchen. +Da dieselben bei einigen Rindern im Kothe
-in erheblicher Menge angetroffen wurden, so ist anzunehmen+, dass
-diese Art der Vermehrung auch im Darme sich vollzieht. Die künstlich
-erzeugte +Enteritis koccidiosa+ verlief milde, ohne hämorrhagischen
-Charakter. Ferner beobachtete +Guillebeau+, dass die Bildung der
-sichelförmigen Körperchen beginnt, nachdem die Koccidien den Darm
-verlassen haben. Bei 15–18° ist die Viertheilung des Protoplasmas nach
-drei Tagen, die Sporenbildung nach zwei Wochen vollendet. Bei niederer
-Temperatur wird der Vorgang entsprechend verzögert.
-
-Lässt man die Sporen der Koccidien auf feuchtem Papier sich
-entwickeln[74], so zeigt sich, dass das Protoplasma in 4 rundliche
-oder elliptische Segmente sich theilt, von denen jedes von einer
-Hülle umgeben wird. Einige Tage später entstehen in den Segmenten
-zwei sichelförmige Körperchen, neben welchen ein kleines, körniges
-Klümpchen von Protoplasma als Restkörper zurückbleibt. Durch frische
-Koccidien konnte die Krankheit nicht übertragen werden, wohl aber durch
-Koccidien, in denen sich durch Kulturversuche Sporen (Keimstäbchen)
-entwickelt hatten.
-
-In Düngerhaufen können die Koccidien ihren Bedarf an Sauerstoff
-nicht decken; sie werden vielmehr durch die Fäulniss ziemlich rasch
-zerstört. Regengüsse, welche die auf der Weide abgesetzten Kothhaufen
-verdünnen und fortschwemmen, bewirken die Ueberführung der Koccidien
-in Verhältnisse, welche eine Weiterentwickelung gestatten. Nach
-+Guillebeau+ dürfte die Ansteckung des Rindes fast ausschliesslich
-durch das Trinkwasser erfolgen. Da die Thiere auf der Thalsohle meist
-nur klares, durch den Boden filtrirtes Wasser aufnehmen, so ist hier
-die Krankheit seltener, häufiger dagegen auf den Kämmen der Hügel und
-auf den Weiden des Gebirgs, wo das Getränk gelegentlich aus Pfützen,
-Tümpeln und Cysternen entnommen wird. Die Koccidien gelangen in der
-geschilderten Weise in den Dickdarm, wo sie günstige Verhältnisse
-finden, sich anzusiedeln, gelangen hier in die Drüsen und Epithelien,
-zerstören dieselben und erzeugen die Enteritis (+Zschokke+). Da
-das Koccidium oviforme auch bei Kaninchen und Hasen vorkommt, so ist
-die grosse Verbreitung der Sporen auf der Oberfläche des Bodens leicht
-verständlich.
-
-+Hess+ hat besonders eingehende Studien über den klinischen Verlauf
-der Erkrankung bei Rindern gemacht. Nach ihm erliegen etwa 2–4% der
-ergriffenen Thiere der Krankheit. Die Monate Juli bis Oktober,
-und unter ihnen ganz besonders August und September weisen die
-zahlreichsten Fälle auf.
-
-Die wichtigsten +Krankheitserscheinungen+, welche sich meistens nach
-einem Inkubationsstadium von 3 Wochen entwickeln, sind folgende. Im
-Beginne der Erkrankung und in leichten Fällen ist das Allgemeinbefinden
-wenig gestört. In schwereren Fällen ist schon in den ersten beiden
-Tagen der Krankheit hohes, mit Schüttelfrösten verbundenes Fieber
-nachweisbar, dem in den nächsten Tagen grosse Schwäche und Abmagerung
-folgt. Daneben zeigen sich Schwellung der Augenlider, Zurücktreten der
-Augen, Blässe der Schleimhäute und verminderte oder ganz aufgehobene
-Fresslust. Im weiteren +Verlaufe+ zeigen sich in den anfangs normalen
-Fäces grössere und kleinere Blutgerinnsel, auch wird nicht selten
-wässerig-blutige Diarrhöe mit Kroupmembranen beobachtet. Leichte Fällen
-gehen nach 8–10 Tagen, andere nach 2–3 Wochen in Heilung über, während
-schwere Fälle schon nach zwei Tagen tödtlich enden können. In grösseren
-Viehbeständen kann es Monate dauern, bis alle Thiere erkrankt sind;
-ebenso erkranken die durchseuchten Thiere im folgenden Jahre nicht
-selten von Neuem. +Recidive+ werden bei scheinbar völlig geheilten
-Thieren öfters, jedoch ohne ungünstigen Ausgang, beobachtet.
-
-Wie +Hess+ nachweisen konnte, geht die Menge der Koccidien mit der
-Abnahme des Blutes im Kothe stetig zurück. 20 Tage nach Beginn des
-Leidens waren Koccidien in dem wieder normalen Kothe der Thiere nicht
-mehr nachzuweisen. Zur sicheren +Feststellung+ ist, um besonders
-bei erwachsenen Thieren Verwechselungen mit anderen Krankheiten zu
-vermeiden, der frühzeitige Nachweis der Koccidien in den blutigen
-Beimengungen der Darmentleerungen erforderlich.
-
-Der +anatomische Befund+ ist im Wesentlichen folgender: Man findet
-besonders den Dickdarm und hier wieder das Rektum der sehr anämischen
-und abgemagerten Thiere erkrankt. Die grauröthliche, mit tiefen
-Längsfalten versehene, unebene oder granulirte Schleimhaut enthält
-zahlreiche grössere und kleinere Hämorrhagien. Der graugrünliche Inhalt
-ist mehr oder weniger mit Blut gemischt, manchmal auch eitrig und mit
-Kroupmembranen durchsetzt. Bei der mikroskopischen Untersuchung findet
-man sowohl im Darminhalt, wie auch im Epithel der Schleimhaut, die
-Koccidien in sehr grosser Zahl. So zählte +Zschokke+ in einem 1 mm
-langen Stück der Mastdarmschleimhaut 1500 Koccidien. Nach +Zschokke+
-findet man kreisrunde und ovale Formen der Koccidien mit einem
-Durchmesser von 10–20 µ. Die Kerne der Koccidien in den Zellen sind
-zuweilen bis dreimal so gross wie diejenigen der Epithelzellen und
-füllen den Leib der Epithelkerne fast vollständig aus.
-
-Zur +Behandlung+ wird die innerliche Verabreichung von Kreolin oder
-Lysol in Verbindung mit Schleim und Milch empfohlen; auch Klystire,
-den diese Mittel hinzugefügt, sind zweckmässig. +Prophylaktisch+ ist
-Trockenfütterung, grosse Reinlichkeit in den Stallungen, und Vermeidung
-des verunreinigten Trinkwassers erforderlich.
-
-Hinsichtlich der +Verwerthung des Fleisches+ von Rindern, welche
-wegen der Koccidienruhr geschlachtet worden sind, ist bisher über
-nachtheilige Folgen für die menschliche Gesundheit noch nichts bekannt
-geworden. Immerhin wird man das Fleisch als verdorben -- weil von
-fieberhaft erkrankten Thieren herrührend -- bezeichnen und von der
-Verwerthung für die menschliche Nahrung ausschliessen müssen.
-
-
-2. Koccidium perforans. (+Leuckart+ 1879.)
-
-Koccidium perforans ist, wenn auch selten, beim Menschen, häufiger bei
-Thieren beobachtet worden.
-
-[Illustration: Figur 7.
-
-Koccidium perforans (+Leuckart+) in Sporulation (nach +Rieck+).]
-
-Bis heute fehlt es nicht an Autoren, welche das Leberkoccidium und
-Darmkoccidium des Kaninchens zur gleichen Art gehörig ansehen.
-+Leuckart+, und unabhängig von ihm +Rivolta+, und später +Rieck+[75]
-haben jedoch Verschiedenheiten nachgewiesen, auf Grund deren sie
-eine Verschiedenheit von Koccidium oviforme und Koccidium perforans
-festhalten.
-
-Zunächst ist Koccidium perforans kleiner (0,017–0,024 lang und
-0,012–0,014 breit) als Koccidium oviforme, die Gestalt ist mehr
-kugelig und der vorwiegende Sitz ist der Darm der Thiere. Dazu
-kommt, dass Koccidium oviforme 3–4 Wochen braucht, bis die Theilung
-beginnt, während Koccidium perforans sich schon nach 3–4 Tagen theilt.
-Die „Inkubationszeit“, wie +Leuckart+ sagt, ist bei Koccidium
-perforans bedeutend kürzer (3–4 Tage) als bei Koccidium oviforme.
-Ferner unterscheidet sich nach +Rieck+ Koccidium perforans auch
-dadurch von Koccidium oviforme, dass bei Koccidium perforans nach
-dem Zerfall des Protoplasmas zu den 4 Sporen ein Theil desselben
-als „Theilungsrestkörperchen“ übrig bleibt und auch während der
-Entwickelung der weiteren Sporen unverbraucht bleibt. Im Uebrigen ist
-allerdings eine Uebereinstimmung beider Arten vorhanden, nur sind
-vielleicht die Sporen bei Koccidium perforans etwas mehr oval, während
-sie bei Koccidium oviforme mehr spindelförmig sind.
-
-
-a) Koccidium perforans beim Menschen.
-
-Beim Menschen ist Koccidium perforans zwar öfters beobachtet worden,
-doch fehlt es an sicheren Angaben und Untersuchungen darüber, dass es
-sich um Koccidium perforans gehandelt hat. Man hat solche Koccidien in
-der Leber und im Darm des Menschen beobachtet.
-
-
-b) Koccidium perforans bei Thieren.
-
-+Bei Thieren+ sind zwar Koccidien im Darme, wie auch an einzelnen
-Stellen des Respirationsapparates verschiedener Thiere gefunden
-worden, doch ist bisher nur im Darm +der Kaninchen+ mit Sicherheit
-nachgewiesen worden, dass es sich um Koccidium perforans handelt.
-Hinsichtlich der +Art der Infektion+ ist bisher mit Sicherheit nichts
-festgestellt worden. Wahrscheinlich erfolgt die Aufnahme auf den schon
-bei Besprechung von Coccidium oviforme angegebenen Wegen. +Leuckart+
-glaubt auch, dass man bei den Darmkoccidien an eine Selbstinfektion
-denken könne, da die kurze, zur Entwickelung der Sporen nöthige Zeit
-hinreiche, eine solche mittelst der durch Zerfall der Epithelien frei
-gewordenen Darmkoccidien noch innerhalb des Darmes zu ermöglichen.
-Demgegenüber macht +Rieck+ nicht mit Unrecht darauf aufmerksam, dass
-es fraglich sei, ob der Darmsaft die Fähigkeit besitzt, die Schale der
-Sporen, die sich erst trotz der Einwirkung des Darmsaftes gebildet
-hat, auch wieder aufzulösen. +Railliet+ und +Lucet+[76] haben mit
-ausgereiften Sporen der Darmkoccidien zwei junge, bis dahin gesunde
-Kaninchen infizirt; die Thiere starben nach 8 bezw. 10 Tagen und
-zeigten in den Epithelien des Dünndarms verschiedene Altersstadien der
-Koccidien. Die +Krankheitserscheinungen+ bei den Kaninchen bestehen
-vorwiegend in starker, profuser Diarrhoe, welche besonders bei jungen
-Thieren auftritt und dieselben zu Grunde richtet.
-
- * * * * *
-
-[Illustration: Figur 8.
-
-Koccidium perforans aus dem Dünndarm des Kaninchens. Die Parasiten
-sitzen im submukösen Bindegewebe und haben die Schleimhaut abgehoben.]
-
-+Koccidium perforans+ ist ein reiner Epithelschmarotzer, und so findet
-man bei der Sektion und mikroskopischen Untersuchung der erkrankten
-Darmschleimhaut die Parasiten in den Darmepithelien sitzen, welche
-in Folge dessen nekrotisiren und, jedenfalls durch gleichzeitige
-Einwirkung von Darmbakterien, zu oberflächlichen, diphtheritischen
-Parzellen auf der Darmschleimhaut führen. Zuweilen findet man die
-Parasiten auch zwischen Schleimhaut und Muskeln sitzend, wie ich mich
-an Schnitten aus der Dünndarmschleimhaut eines Kaninchens überzeugen
-konnte (vergl. Figur 8). Makroskopisch findet man eine über den ganzen
-Darm verbreitete akute, katarrhalische Entzündung und im Dickdarm
-auch Geschwüre, in welchen man dann mikroskopisch zahllose encystirte
-Koccidien erkennen kann. Wie +Rieck+ u. A. noch beobachteten, kommen
-ausser diesen Darmaffektionen hin und wieder kleine eiterartige,
-nekrotische Zerfallsherde in den Mesenterialdrüsen vor, welche ausser
-Gewebsdetritus zahlreiche Exemplare von Koccidium perforans enthalten,
-die durch die Lymphbahnen verschleppt sein mögen. Ueber diese Drüsen
-hinaus sind Metastasen bisher nicht beobachtet worden.
-
-
-3. Koccidium bigeminum. (+Stiles+ 1891.)
-
-Es sind dies ovale oder rundliche Koccidien, 8–16 µ lang und 7–9 µ
-breit, welche sich in vier spindelförmige Sporen theilen und meist
-zu zwei (wie Zwillinge) nebeneinander gefunden werden, was zu ihrer
-Bezeichnung bigeminum Veranlassung gegeben hat. Man hat dieselben
-bei verschiedenen Säugethieren (+Hunden+, +Katzen+ und +Schafen+),
-gelegentlich auch beim +Menschen+[77] und bei +Vögeln+ gefunden.
-
-Die fraglichen Parasiten sind wohl schon von +Finck+ (1854) bei
-der Katze gesehen worden und unter der Bezeichnung „+Corpuscules
-gemines+“ beschrieben, ohne die wahre Natur derselben erkannt zu haben.
-+Rivolta+[78] sah sie (1861) bei Hunden und nannte sie +Cytospermium
-villorum intestinalium canis+, während +Railliet+ und +Lucet+ (1891)
-die Bezeichnung „+coccidie géminée+“ einführten[79]. +Stiles+[80],
-welcher sie im Darm des Hundes und des Schafes fand, nannte sie nach
-der Bezeichnung von +Railliet+, weil auch er sie jedesmal paarweise
-fand, „+Koccidium bigeminum+“.
-
-Man findet dieselben +nicht in den Epithelien+, sondern unter
-denselben, in dem Gewebe der Zotten angesiedelt.
-
-Näheres über ihre Bedeutung als Krankheitserreger ist bisher nicht
-bekannt geworden.
-
-
-4. Anderweitiges Vorkommen von Koccidien in inneren Organen.
-
-Es sei zunächst +Koccidium tenellum+ erwähnt, das nach +Railliet+
-und +Lucet+[81] in dem +Darmepithel der Hühner+ vorkommt und
-blutige Durchfälle verursacht. Nach Reifung der Sporen in Wasser
-konnten die Parasiten mit Erfolg an Rinder und Kaninchen verfüttert
-werden. +M’Fadyean+[82] beobachtete eine durch Koccidium tenellum
-hervorgerufene Seuche unter +Fasanen+. Es fanden sich selbst im
-+Venenblute+ der erkrankten Thiere die Koccidien und +M’Fadyean+
-glaubt, dass die Parasiten auf dem Wege der Blutbahnen im Körper der
-Vögel verbreitet würden.
-
-Auch die von +Smith+[83] im +Blinddarm+ und in +der Leber von
-Truthühnern+ gefundenen Protozoen dürften Koccidien sein, obwohl
-+Smith+ dieselben für Amoeben (+Amoeba meleagridis nov. spec.+)
-angesprochen und für analog den die Dysenterie des Menschen
-hervorrufenden Parasiten angesehen hat. Die wichtigsten +klinischen
-Erscheinungen+ bestehen in Schwäche, Abmagerung und Durchfall. Die
-Krankheit, welche vorwiegend in Rhode Island beobachtet und dort
-„black head“ genannt wird, tritt besonders bei den jungen, noch
-wenig widerstandsfähigen Truthühnern auf, welche jedenfalls durch
-ältere Hühner infizirt werden. Bei der +Sektion+ findet man eine mit
-starker Hautverdickung einhergehende Entzündung der beiden Blinddärme,
-welche theilweise oder ganz ausgefüllt sind mit festen, gelblichen
-Fibrinmassen, die zuweilen excentrisch geschichtet sind. Manchmal ist
-auch die Serosa erkrankt, die fast stets miterkrankte +Leber+ ist
-vergrössert und aussen, meist auch innen, mit kreisrunden, gelblichen
-oder dunkelrothbraunen Flecken besetzt, welche einen Durchmesser
-von 10–15 mm erreichen. Als Ursache fand +Smith+ rundliche oder
-ovale Gebilde von 8–14 µ Durchmesser mit homogenem oder stärker
-granulirtem Plasma ohne Andeutung eines Kerns. Dieser ist erst nach
-Färbung der Präparate zu erkennen. Man findet diese Gebilde, deren
-Durchmesser im gehärteten Gewebe meist 6 µ nicht übersteigt, einzeln
-oder in grösseren Haufen im adenoiden Gewebe der Blinddarmwand
-und in den Hauterkrankungen der Leber. Darmepithelien werden von
-ihnen nicht aufgesucht. Hierbei mag erwähnt sein, dass +Heller+
-bei den Darmerkrankungen, welche im Verlaufe der durch Gregarinen
-hervorgerufenen sog. „=Geflügeldiphtherie=“ eintreten, sehr derbe,
-weisse oder gelbliche Pfröpfe, bisweilen von geschichtetem Bau
-feststellen konnte, welche fest an der Schleimhaut sassen und von
-zahlreichen „+Psorospermien+“ durchsetzt waren. Nach Ablösung dieser
-Pfröpfe zeigte der Darm geschwürige Defekte.
-
-Ferner sind koccidienähnliche Gebilde als Ursache von
-+Darmerkrankungen+ beim Geflügel schon seit langer Zeit von +Rivolta+
-und +Zürn+[84] beobachtet worden. Leider fehlt es bisher an genauen
-Untersuchungen über die Art der gefundenen Protozoen.
-
-Bei diesen =diphtherieähnlichen, durch koccidienartige Gebilde
-hervorgerufenen Schleimhauterkrankungen des Geflügels= ist die
-Erkrankung der Kopfschleimhaut ähnlich derjenigen bei der durch
-Spaltpilze erzeugten Diphtherie. Es erkrankt die +Schleimhaut der Maul-
-und Rachenhöhle, der Nasenhöhle, des Kehlkopfes und der Konjunktiva mit
-sekundären Darmaffektionen+. +Charakterisirt+ jedoch ist diese sogen.
-+Koccidien-Diphtherie+ durch das meist gleichzeitige Vorhandensein
-von Epitheliomen der Haut, welche namentlich an der Schnabelwurzel,
-dem Kehllappen und Kamm, in der Umgebung der Ohren und Nase sich
-lokalisiren und hier als hirsekorn- bis erbsengrosse, röthlichgraue
-oder gelbgraue, trockene, derbe Knötchen oder warzige, maulbeerartige
-Wucherungen erscheinen; dieselben zeigen fettigen Glanz und zuweilen
-einen käsig-bröckeligen Inhalt. Oft sind dieselben in grosser Zahl
-und dicht gedrängt an den genannten Stellen zu finden. Sitzen diese
-Epitheliome an den Lidrändern, so zeigt sich auch gleichzeitig eine
-katarrhalische, eiterige und +kroupöse Erkrankung der Lidschleimhaut+.
-Die erkrankten Lider werden buckelig vorgewölbt und verkleben zuweilen;
-die Schleimhaut ist gelbroth bis dunkelroth, die Kornea gefärbt, und im
-weiteren Verlaufe tritt auch eiterige Perforation der Kornea ein.
-
-+Bollinger+ hält diese Epitheliome der Haut für +identisch mit
-dem Molluskum kontagiosum des Menschen+. Die +Erkrankung+ ist als
-eine +gutartige+ zu bezeichnen; oft heilt das Epitheliom der Haut
-spontan ab, wobei die Knötchen allmählich vertrocknen und abfallen.
-Ebenso kommt nicht selten eine spontane Heilung der Entzündung der
-Maul-Rachenhöhle und des Kehlkopfes vor. In anderen Fällen tritt jedoch
-tödtlicher Ausgang durch Erstickung oder in Folge entartender Kachexie
-ein.
-
-Bei der +mikroskopischen Untersuchung der Epitheliome+, welche
-früher fälschlich als „+Geflügelpocken+“ bezeichnet wurden, findet
-man, wie +Friedberger-Fröhner+[85] angeben, an frischen Schnitt- und
-Zupfpräparaten in den massenhaft vorhandenen, stark vergrösserten
-Epidermiszellen ähnliche +rundliche Körperchen+, wie in den gewucherten
-Epithelien der erkrankten Maulschleimhaut. -- An den Schnitten
-gehärteter Epitheliomknötchen sieht man, dass die +massenhaft
-gewucherten und stark vergrösserten Epithelzellen sämmtlich+, mit
-Ausnahme der allerjüngsten, in den obersten Zelllagen jene rundlichen
-oder länglichrunden einem enorm geschwollenen Kern ähnlichen Körper
-enthalten, dessen eigenthümlich fettiger Glanz und verquollenes Ansehen
-um so mehr hervortritt, je älter die Zellen sind. Als geeignetes
-Färbmittel ist das Pikrokarmin zu nennen, wobei die eigenthümlichen
-Körperchen gelb und Hämatoxilin-Eosin, wobei die Fremdkörper roth
-gefärbt werden. In Osmiumsäure erscheinen die Gebilde in den Zellen als
-schwarzbraune oder tiefbraune Körper.
-
-Manchmal kommt die +Hautaffektion+ auch ohne Miterkrankung der
-Schleimhäute vor und man hat dann von +Epithelioma gregarinosum avium+
-gesprochen. L. +Pfeiffer+ und +Csokor+[86] ist einige Male eine
-Ueberimpfung der Knötchen auf gesunde Hühner nach einer Inkubation von
-acht Tagen geglückt. +Csokor+ gelang es auch durch Impfversuche die
-+Identität des menschlichen Molluskum kontagiosum mit dem der Thiere
-festzustellen+.
-
-Zur +Behandlung+ ist Bepinselung der erkrankten Schleimhautstellen mit
-1–2 prozentiger Lösung von Kreolin oder Karbolsäure in gleichen Theilen
-Glycerin und Wasser empfohlen worden. Auch +reines Glycerin+ ist (von
-+Zürn+) bei nachfolgender oder gleichzeitiger Enteritis mit Erfolg bei
-Gänsen gegeben worden.
-
- * * * * *
-
-Beim =Molluskum kontagiosum des Menschen= handelt es sich gleichfalls
-um die Entwickelung kleinster, glänzender und durchscheinender
-Knötchen, welche bei dem weiteren Wachsthum in bis erbsengrosse, selten
-grössere, warzenartige Gebilde übergehen, die halbkugelig die normale
-Haut überragen und von normaler Farbe sind. In der Mitte zeigen diese
-Bildungen eine gewöhnlich etwas vertieft liegende Oeffnung, die, was
-besonders bei Loupenbetrachtung gut sichtbar ist, mit transparenten
-drüsigen Massen ausgefüllt ist. Bei seitlichem Druck lässt sich aus der
-Geschwulst eine derbe, gelappte, weissliche Masse hervordrängen, welche
-durch einen Stiel mit der Geschwulst in Zusammenhang bleibt und eine
-gewisse Aehnlichkeit mit einem spitzen Kondylom hat, woher die frühere
-Bezeichnung der Geschwulst, +Kondyloma subkutaneum+, stammt. Nach der
-sehr oberflächlichen Aehnlichkeit mit einer gedellten Pockenpustel
-haben die Franzosen (+Bazin+) die Affektion als Akne varioliformis
-bezeichnet (+Lesser+). Die kleinen Geschwülste sitzen besonders im
-+Gesicht+ und am +Halse+, an den +Händen+, +Vorderarmen+, +Genitalien+
-und deren Umgebung. Gelegentlich treten die kleinen Geschwülste in
-grosser Zahl auch an anderen Körperstellen auf. Vorwiegend sind es
-jedoch solche, wo am häufigsten körperliche Berührungen mit Anderen
-stattfinden. Wie auch klinische Beobachtungen bestätigen, handelt es
-sich um eine +übertragbare Krankheit+. Ebenso ist auch die +künstliche
-Uebertragung+ gelungen und hat gezeigt (+Pick+), dass die Inkubation
-mehr als zwei Monate beträgt.
-
-Die kleinen Geschwülste bleiben meist längere Zeit, oft mehrere Monate
-bestehen, ohne sich zu verändern; häufig tritt dann, oder nachdem
-dieselben abgekratzt sind, eine spontane Heilung ein; allerdings oft
-mit Hinterlassung einer Narbe.
-
-Die +Diagnose+ ist nicht schwer, da man bei mikroskopischer
-Untersuchung in dem ausgedrückten Inhalte der kleinen Geschwülste
-ausser Epithelzellen grosse Mengen der sog. Molluskumkörperchen findet,
-welche von ovaler Form, etwas kleiner als eine Epithelzelle, intensiv
-glänzend und durchsichtig sind. Man kann dieselben schon bei einfacher
-Präparation mit einem Tropfen Aether oder Glycerin, besser aber nach
-Färbung mit einer Anilinfarbe erkennen, welche von den Körperchen
-begierig aufgenommen wird (+Lesser+). Zur +Therapie+ genügt das
-Ausdrücken bezw. Auskratzen der Geschwülste mit dem scharfen Löffel und
-das nachfolgende Einreiben mit Karbolöl.
-
-Demnach erscheint die von +Bollinger+ zuerst betonte +grosse
-Aehnlichkeit+ des Molluskum kontagiosum des Menschen mit dem sog.
-Epithelioma gregarinosum +der Hühner+ durchaus berechtigt. Neuerdings
-hat auch +Salzer+[87] einen Fall aus +Molluskum kontagiosum an
-den Augenlidern des Menschen+ mitgetheilt, welcher den zuerst von
-+Bollinger+ vermutheten ätiologischen Zusammenhang beider Erkrankungen
-noch besonders wahrscheinlich macht. Die betreffende Patientin hatte
-am unteren Lidrand ein wachsweiches, sich derb anfühlendes Knötchen,
-dessen Inhalt zahlreiche Molluskumkörperchen aufwies. +In dem von der
-Patientin bewohnten Hause wurden Tauben gehalten+, mit denen sie häufig
-beim Füttern in direkte Berührung kam. Unter diesen Tauben war eine
-verheerende Seuche ausgebrochen, an welcher die meisten der Thiere
-gestorben waren. Die Tauben hatten Abmagerung, stellenweise Verlust der
-Federn, sowie kammartige Bildungen an den Schnabelrändern gezeigt. Wenn
-nun auch der direkte Nachweis, dass es sich bei den Tauben wirklich um
-Epithelioma kontagiosum handelte, nicht zu erbringen war, so hält doch
-der Verfasser dies nach den Angaben der intelligenten Patientin als
-ziemlich sicher. Ebenso hat neuerdings +Muetze+[88] über das Vorkommen
-des Molluskum kontagiosum der Lider berichtet. Nach Voraussendung einer
-Litteraturübersicht und Beschreibung der betreffenden Fälle, kommt er
-zu folgenden Ergebnissen:
-
-Das Molluskum kontagiosum des Lides bezw. Lidrandes ist nicht selten
-die Ursache von Konjunktivalkatarrh.
-
-Das Molluskum kontagiosum ist ohne Zweifel übertragbar, jedoch ist es
-bis jetzt noch nicht gelungen, die Natur des Kontagiums mit Sicherheit
-festzustellen.
-
-Die Molluskumkörperchen sind als Zerfallsprodukte der durch das
-Kontagium verursachten eigentümlichen Degeneration der Epithelzellen zu
-betrachten.
-
-Die Degeneration beginnt im Protoplasma der Zelle selbst und nicht im
-Zellkern (vergleiche Figur 11 S. 65).
-
- * * * * *
-
-Seit längerer Zeit ist eine =Hautkrankheit der Schweine= bekannt,
-deren Entstehung nach den neuesten Untersuchungen gleichfalls durch
-Koccidien hervorgerufen wird. Dieser mit +multipler Cystenbildung+
-verbundene Hautausschlag der Schweine wurde im Jahre 1888 durch
-+Zschokke+[89] näher untersucht und für denselben die Bezeichnung
-„=Schrotausschlag der Schweine=“ vorgeschlagen. In der That ist diese
-Benennung nicht unzweckmässig, da die grösseren und kleineren dunkel
-gefärbten und bezirksweise ziemlich zahlreich auftretenden Cysten
-durchaus das Bild erzeugen, als wäre der betreffende Hautbezirk durch
-einen Schrotschuss getroffen worden[90]. Die Hautveränderung ist bisher
-in der thierärztlichen Litteratur nicht besonders beachtet worden,
-weil, wie +Olt+[91] mit Recht betont, eine Störung der Gesundheit
-durch dieselbe nicht bedingt wird, und die Veränderungen selbst wegen
-ihres Sitzes unter der Epidermis auf der mit Borsten besetzten Haut
-leicht übersehen werden. Dagegen wird der Schrotausschlag in den
-Schlachthöfen sehr häufig beobachtet, weil hier, nach Entfernung der
-Borsten, die dunklen Bläschen leicht zu erkennen sind. +Man findet
-die Hautaffektion+ vorwiegend auf dem Rücken, an den Hinterbacken,
-auf dem Kreuze und am Schwanzansatze, ferner (seltener) am Halse und
-gelegentlich an allen anderen mit Borsten besetzten Körperstellen.
-Man sieht an den erkrankten Hautabschnitten kleine, mit blossem Auge
-kaum erkennbare und grössere, den Umfang eines Pfefferkornes bis
-zu einer Erbse erreichende, Cysten. Wo dieselben in grösserer Zahl
-nebeneinander vorhanden sind, findet man stets grössere und kleinere,
-niemals dagegen alle von gleichem Umfange. Und zwar liegen manchmal im
-Centrum eines erkrankten Hautstücks die grösseren, nach der Peripherie
-zu die kleineren Bläschen. Die Meinung +Olt+’s, dessen Angaben in
-seiner sehr gründlichen Arbeit im Nachstehenden gefolgt wird, ist
-danach wohl richtig, dass der Prozess als ein fortschreitender gedeutet
-werden muss. Gewöhnlich liegen grössere und kleinere Bläschen in
-unregelmässiger Anordnung neben kleineren, bald zu Gruppen vereinigt,
-bald vereinzelt. So habe ich die Anordnung oft an den für den Kursus
-eingesandten Präparaten gesehen und so entspricht das Bild auch einem
-Schrotschuss. Allerdings wechselt die +Farbe+ der kleinen Bläschen
-erheblich je nach ihrer Grösse, nach der Beschaffenheit ihres Inhalts
-und je nach ihrer oberflächlichen oder tiefen Lage in der Haut.
-Die kleinsten stecknadelkopfgrossen sind blassgelb oder grauweiss,
-später -- wahrscheinlich bedingt durch Aufnahme und Umwandlung des
-Blutfarbstoffs -- werden sie gelbbraun und braun, um dann zuletzt
-als violette oder blauschwarze Gebilde hervorzutreten. Die mit einer
-mehr oder weniger gespannten Kapsel umgebenen Bläschen sind mit einer
-wässerigen, trüben, in der Regel röthlichen Flüssigkeit angefüllt, in
-welcher sich zwiebelartig geschichtete rostfarbene Massen vorfinden.
-Die meisten Bläschen enthalten eine, die grösseren sogar mehrere
-Borsten. Die Wurzel der Borsten liegt in der Wand des Bläschens,
-während der Schaft der Borste in dem Bläschen selbst liegt und meist
-+spiralig gewunden+ ist.
-
-Hinsichtlich der +bisherigen Auffassung über die Ursache und über
-die Entwickelung+ dieser Hauterkrankung möge Folgendes erwähnt
-sein. +Zschokke+ nimmt an, dass ein Kokkus, welcher, von 1 Mikron
-Durchmesser, sich in grosser Menge in den äusseren Theilen der
-Bläschenwand und in den tieferen Epidermisschichten vorfindet, in
-ursächlicher Beziehung zur Entstehung der fraglichen Bildungen steht,
-weil er regelmässig und besonders bei den noch in der Entwickelung
-begriffenen Bläschen angetroffen wird. +Zschokke+ betrachtet
-diese Hautanomalien vorwiegend als abnorme Epidermiswucherung,
-wobei die zapfenartig in die Tiefe sich entwickelnden Bildungen
-später abgeschnürt werden. +Siedamgrotzky+, welcher einmal 500
-solcher Cysten an einem Hautstück fand, hielt sie für Dermoide,
-und ebenso charakterisirt +Johne+ das Hautleiden als multiple
-Dermoidcystenbildung. +Kitt+[92], welcher die Untersuchungen
-von +Zschokke+ seiner Auffassung zu Grunde legt, bezeichnet die
-Bildungen als Epidermiscystchen oder Atherome kleinsten Kalibers.
-+Lungershausen+[93] rechnet den Schrotausschlag zu den von
-+Bonnet+[94] unter dem Namen Hypotrichosis zusammengefassten
-Hemmungsbildungen und vindizirt dem Umstande, dass die Haare der
-Epidermis beim Schrotausschlag nicht durchbrechen, die wichtigste Rolle
-bei der Entstehung dieser Hauterkrankung. Mit Recht hält +Olt+ dieser
-Auffassung von +Lungershausen+ die wichtige Thatsache entgegen, welche
-ich vollkommen bestätigen kann, dass zahlreiche kleine und grössere,
-oft selbst vollkommen entwickelte Bläschen überhaupt keine Haare
-besitzen. Ich bin sogar mit +Zschokke+ der Ansicht, dass das Vorkommen
-der Haare in den Bläschen kein charakteristischer, sondern nur ein
-zufälliger Befund ist, je nach der Entstehung der Bläschen in der Nähe
-einer Haarpapille.
-
-[Illustration: Figur 9.
-
-Schnitt durch eine Knäueldrüse mit cystischer Erweiterung. Ein Haar,
-dessen Follikel eine Verschiebung in der Weise erfahren hat, dass es in
-horizontaler Richtung gewachsen und in das Bläschen eingebrochen ist.
-(Nach +Olt+.)]
-
-+Olt+ konnte nun feststellen, dass die Entwickelung der Bläschen an den
-Schweissdrüsen beginnt, welche dem blossen Auge als kleine blassgelbe
-Knötchen in der normalen Haut erkennbar wird. Mikroskopisch sieht
-man dann innerhalb der Epithelien braune, granulirte Plasmaklümpchen
-von verschiedener Grösse. Ausserdem findet man dann auch frei im
-Drüsenlumen weitere Entwickelungsstadien der Parasiten vor. Man
-sieht eiförmige Gebilde mit einer sehr dünnen glatten Kapsel und mit
-einem wasserklaren, stark lichtbrechenden Plasmaleib, die in der
-Grösse wechseln. Wahrscheinlich werden die zunächst in den Epithelien
-schmarotzenden Parasiten später frei und entwickeln sich dann im
-Drüsenlumen weiter. Bei den nicht abgekapselten Formen, sagt +Olt+,
-liegt der grosse ballenartige Kern in einer formlosen Plasmamasse,
-welche nach verschiedenen Richtungen zahlreiche Fortsätze aussendet,
-die, besonders bei mässiger Erwärmung des Objektes, amöboide Bewegungen
-erkennen lassen. +Olt+ kommt danach zu dem berechtigten Schlusse, dass
-eine +Koccidienart Ursache des Schrotausschlages des Schweines ist+.
-
-[Illustration: Figur 10.
-
-Zwei Schleifen der Knäueldrüse auf dem Querschnitte. Man sieht
-Parasiten, welche zwischen den zerfallenen Epithelien liegen und von
-Schalen umgeben sind. (Nach +Olt+.)]
-
-Die vollständig entwickelten und mit Schalen umgebenen Formen fand
-+Olt+ meistens nur in alten Bläschen; sie sind eiförmig, bis 0,034 mm
-lang und 0,0275 mm dick, also etwas grösser als Koccidium oviforme,
-welches als 0,032 bis 0,037 mm lang und 0,015–0,02 mm breit angegeben
-wird. Die Koccidien des Schrotausschlages zeichnen sich ferner sowohl
-in ihren Jugendstadien, als auch nach vollendeter Entwickelung dadurch
-aus, dass sie +braun gefärbt+ sind, und mit Rücksicht auf diese Farbe
-schlägt +Olt+ für die Parasiten die Bezeichnung +Koccidium fuscum+ vor.
-Die Schale ist aussergewöhnlich dick, (0,0015–0,003) vollständig glatt
-und sehr widerstandsfähig gegen Chemikalien; an einzelnen Schalen ist
-eine mikropylenartige Oeffnung erkennbar. Der Schaleninhalt besteht aus
-einer homogenen Plasmamasse, in welcher zahlreiche, scharf konturirte
-kugelige Sporen liegen, wenn diese nicht nach aussen entleert sind.
-Ausser diesen Formen zeigen sich auch Koccidien mit dünnen Schalen,
-ohne nachweisbare Mikropyle und ohne Sporen, nur mit einem homogenen
-Inhalt versehen. Schliesslich fanden sich nach +Olt+ in dem flüssigen
-Inhalte junger Bläschen noch kegelige, bohnen- oder eiförmige Protozoen
-in wechselnder Grösse (0,022–0,030 mm Länge). Dieselben färben sich mit
-Safranin roth, doch wandelt sich die Farbe nach einiger Zeit in Violett
-um.
-
-+Olt+ kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu dem Ergebniss, dass die
-+als Schrotausschlag des Schweines bezeichnete Hautkrankheit durch
-eine bisher unbekannte Koccidienart veranlasst wird, welche in die
-Schweissdrüsen eindringt und letztere reizt+. Die Krankheit sei demnach
-als eine +Koccidiose der Knäueldrüsen+, als +Spiradenitis coccidiosa
-suis+ zu bezeichnen. Mit diesem Namen will +Olt+ Ursache und Sitz des
-Krankheitsprozesses bezeichnen, während die Benennung „Schrotausschlag“
-nur eine deskriptive Bedeutung hat.
-
-Die Thatsache, dass beim Schrotausschlage an der unteren Seite des
-Bauches und an der Innenfläche der Schenkel eine Bildung von Bläschen
-seltener beobachtet wird, möchte +Olt+ nur aus gewissen Nebenumständen
-erklären. Zunächst sind die anatomischen Verhältnisse von Bedeutung.
-An den Bauchdecken ist der Kutiskörper viel schwächer entwickelt
-als an den übrigen Körpertheilen. Daher legt sich die Haut an der
-unteren Seite des Bauches leicht in Falten, ist weich und wird bei
-jeder Bewegung des Körpers nach den verschiedensten Richtungen
-auf der Unterlage verschoben. Ferner sitzen in diesem Hautbezirke
-die Drüsenknäuelchen viel freier in der lockeren Unterhaut als an
-anderen Körperstellen, und eine Vergrösserung der ganzen Drüse durch
-Stauung ihres Inhaltes stösst mithin auf geringere Widerstände
-als am Rücken, wo der grössere Theil des Drüsenknäuels von derben
-Gewebszügen der Kutis umgeben ist. Hier erfährt die Haut auch geringere
-Verschiebungen und es fällt also jener natürliche Druck weg, welcher
-an der Innenfläche der Schenkel und an den Bauchdecken den Abfluss
-des Hautsekretes wesentlich fördern dürfte. Vor allen Dingen liegt
-aber die Drüse an den zuletzt erwähnten Stellen in einer dünnen und
-sehr lockeren Kutis, welche den Schweissabfluss begünstigt. Mit
-der Zeit hört aber auch in diesen Hautbezirken der Abfluss aus den
-Knäueldrüsen auf, ohne dass damit die Funktion des Epithels gänzlich
-erloschen wäre. Der Inhalt des Drüsenkanals erfährt, abgesehen von
-der Beimengung der Parasiten, gewisse Veränderungen. Es bildet sich
-die kolloidartige Masse in einer grösseren Menge, sodass zuletzt fast
-das ganze Drüsenlumen damit gefüllt ist. Hierdurch wird der Ausfluss
-des Sekretes so sehr erschwert, dass die Muskelelemente der Membrana
-propria nicht mehr im Stande sind, den Druck der angestauten Massen zu
-überwinden. Mithin sind alle Bedingungen für das Zustandekommen einer
-Retentionscyste bei fortgesetzter sekretorischer Funktion der Drüse
-gegeben.
-
-Bezüglich der in den Cysten gefundenen Haare sagt +Olt+, erschien es
-fraglich, ob die Parasiten in die Epithelien der Haarwurzelscheide
-eingedrungen sind und eine cystische Erweiterung derselben veranlasst
-haben, welche alsdann eine abnorme Wachsthumsrichtung der Borste
-im Gefolge hatte, oder ob letztere bei ihrer Entwickelung in ein
-bereits präformirtes Bläschen hineingewachsen ist. Da die mit Haaren
-ausgestatteten Bläschen stets geschichtetes Plattenepithel enthalten,
-welches den Charakter der äusseren Haarwurzelscheide trägt, so glaubte
-+Olt+ zunächst, dass die Parasiten in dieses Epithel eingedrungen
-waren und denselben Prozess wie in den Schweissdrüsen angeregt hätten.
-Ein Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht war jedoch nicht zu
-erbringen. Auch ist es nicht zu erklären, wie die Parasiten in das
-Innere der Haarwurzelscheide gelangen sollten, so lange sich die
-Borste noch keinen Weg durch die Epidermis gebahnt hat. Es lässt
-sich demnach nur annehmen, sagt +Olt+, dass die von den Knäueldrüsen
-ausgegangenen Veränderungen die nächst gelegenen Haarfollikel in
-Mitleidenschaft gezogen haben. Eine Borste, welche bereits ihren
-Weg durch einen normal angelegten Haartrichter nach aussen gefunden
-hat, kann nachträglich nicht mehr von dieser Richtung abgelenkt
-werden, +dagegen läuft jede nun entstehende Borste Gefahr, sich in
-den benachbarten cystischen Raum zu verirren, wenn der angrenzende
-Drüsenkanal erkrankt ist+. Mit dieser Ansicht über den Befund von
-Borsten in den Cysten kann ich mich auf Grund meiner Wahrnehmungen
-nur einverstanden erklären. Der gegebene Weg für das Eindringen der
-Parasiten ist der Ausführungsgang der Schweissdrüse, von hier aus
-geht nach Verstopfung des Ausführungsganges, Erkrankung der Drüse mit
-nachfolgender Cystenbildung, der Prozess aus und wenn +zufällig+ in
-der Nähe ein Haarfollikel sitzt, so kann das sich entwickelnde Haar
-in die Cyste hineingelangen und hier eingerollt werden. Demnach ist
-der Borstenbefund in den Cysten kein charakteristischer, sondern ein
-zufälliger und wird deshalb erst bei den grossen Bläschen, nicht bei
-den kleinen erst in der Entwickelung begriffenen Bläschen gemacht.
-
-Der +Prädilektionssitz+ der Erkrankung auf Rücken, Hinterbacken, Kreuz
-und Schwanzansatz weist darauf hin, dass den auf dem Stallboden, im
-Futter, oder in der Streu vorhandenen Parasiten durch das Scheuern
-gerade dieser Hautstellen erst das Eindringen in die sonst meist
-durch Schmutz verlegten Poren der Schweissdrüsen ermöglicht wird. Der
-Befund in den Cysten und die Art der Entstehung neuer Bläschen spricht
-dafür, wie +Olt+ richtig hervorhebt, dass sich die Koccidien nach dem
-Eindringen in die Schweissdrüsen schnell vermehren und nicht sämmtlich
-von aussen eingedrungen sind.
-
-Bisher hat man, wie erwähnt, dem ganzen Hautleiden für
-die thierärztliche Praxis wenig Bedeutung beigelegt, weil
-Gesundheitsstörungen der Thiere dadurch nicht hervorgerufen werden.
-Dennoch möchte ich auf die bemerkenswerthe Thatsache hinweisen, dass
-in sehr ausgedehnter Weise bei Schweinen Protozoen in den Muskeln, die
-sog. Sarkosporidien, vorkommen, ohne dass bisher klargestellt ist, wie
-diese sehr verbreitete Infektion zur Entwickelung kommt. Vielleicht
-geben einmal spätere Untersuchungen darüber Aufschluss, +ob zwischen
-den Koccidienerkrankungen der Haut und den Sarkosporidieninfektionen
-der Muskeln irgend welche Beziehungen bestehen+; ob z. B. die
-Sarkosporidien sich in den Muskeln derjenigen Gegenden vorwiegend
-vorfinden, wo die Haut Sitz der Koccidienerkrankungen ist oder ob bei
-Koccidienerkrankungen der Haut auch regelmässig die Muskelerkrankungen
-beobachtet werden. Jedenfalls bieten diese Affektionen der Forschung
-noch ein dankbares Feld. Durch wissenschaftliche Assistenten in
-grösseren Schlachthäusern könnte auch nach dieser Richtung viel
-gefördert werden.
-
-Was die +Technik der Untersuchung betrifft+, wie sie von +Olt+
-eingeschlagen ist, so mögen folgende Angaben desselben hier
-wiedergegeben werden. Die erkrankten frischen Hautstücke wurden drei
-Tage lang in absoluten Alkohol gelegt, der mehrmals gewechselt wurde.
-Die gehärteten Theile wurden in 3–4 mm dicke und 1 cm lange Stückchen
-geschnitten, allmählich in Wasser übergeführt und 5–7 Tage lang in
-Borax-Karminlösung gelegt. Hierauf wurden die Schnitte in salzsaurem
-Alkohol (50% Alkohol -- 100:5 Tropfen Salzsäure --) etwa 2 Tage lang
-ausgewaschen, dann wieder entwässert und schliesslich mittelst einer
-Toluol-Nelkenölmischung (1:3 in Paraffin gebettet. In reinem Toluol
-nehmen die Hautstücke eine zu grosse Härte an; auch konnte reines
-Nelkenöl nicht angewandt werden, weil die Präparate ohne Toluolzusatz
-zu lange in dem geschmolzenen Paraffin bleiben mussten, bis das
-Nelkenöl entfernt worden war. Ein zu langes Erwärmen im Thermostaten
-machte die Hautstücke wegen der eintretenden Härte für das Schneiden
-auf dem Mikrotom gleichfalls ungeeignet. Das flüssige Paraffin wurde
-recht oft gewechselt, und sobald sich Probestückchen für das Schneiden
-geeignet erwiesen, kamen die Präparate aus dem Thermostaten. Auf
-diese Weise konnten ganz vorzügliche Schnittserien aus den dicksten
-Hauttheilen des Schweines angefertigt werden. Mit Eiweiss-Glycerin
-wurden die Schnitte aufgeklebt, nach dem Erhitzen alsdann mittels
-Toluol vom Paraffin befreit und in Kanadabalsam eingeschlossen. Bei
-Hautschnitten bietet die Stückfärbung grosse Vorzüge, weil sich beim
-Nachfärben die Kutis in Falten legt, und dadurch das ganze Bild
-verunstaltet.
-
-Die aus den erkrankten Knäueldrüsen hervorgegangenen Knötchen, welche
-noch nicht in Bläschen umgewandelt waren, wurden frei präparirt und
-in Stückfärbung weiter behandelt. Nach mehrstündiger Einwirkung einer
-alkoholischen Sublimatlösung (5 g Sublimat auf 100 g 50 % Alkohol)
-und nachträglicher Entfernung des Sublimates durch Jodalkohol wurden
-die Präparate in Paraffin gebracht und dann geschnitten. Die Schnitte
-färbten sich sehr schön mit Hämatoxylin-Eosin, wobei die Jugendformen
-der Koccidien ihre braune Eigenfarbe behielten und daher leicht
-von den blauen Zellkernen der Epithelien zu unterscheiden waren.
-Wirksame Gegensätze in der Färbung traten ein, wenn die mit Karmin
-gefärbten Stücke nachträglich mit wässriger Methylvioletlösung gefärbt
-wurden. Die Parasiten nehmen dann eine dunkelgrüne Farbe, die übrigen
-Hautbestandtheile eine karminrothe Farbe an.
-
-Zur Untersuchung der Parasiten selbst wurde die Flüssigkeit aus den
-Bläschen der frisch erkrankten Hautstücke unter dem Deckgläschen mit
-starken Vergrösserungen untersucht. Ohne weitere Hülfsmittel konnte
-der hellere Kern von dem dunklen, braunen und granulirten Plasmaleibe
-unterschieden werden. Nach Zusatz einer geringen Menge wässriger
-Safraninlösung liessen sich noch weitere Details erkennen. Die
-Anfertigung guter Dauerpräparate bietet bei der zarten Beschaffenheit
-dieser Parasiten einige Schwierigkeiten. Ungefärbt behielten
-sie in Glycerin ihre Form gut bei. Andere Parasiten wurden mit
-Chrom-Osmiumsäure (+Flemming+) fixirt, ausgewaschen, mit Hämatoxylin
-gefärbt, entwässert und in Kanadabalsam eingeschlossen. Bei diesem
-Verfahren durfte das Präparat niemals trocken werden, sonst verloren
-die Parasiten ihre natürlichen Formen bis zur Unkenntlichkeit. Aus
-Hautstücken, welche in Alkohol aufbewahrt worden sind, kann man die
-Jugendstadien der Parasiten überhaupt nicht mehr in unveränderter
-Gestalt beobachten, da sie ihre Plasmaausläufer eingezogen haben und
-leicht mit anderen zelligen Elementen verwechselt werden können.
-
-Zur Zeit ist, wie +Olt+ am Schlusse seiner sehr gründlichen Arbeit
-ausführt +die Knäueldrüsen-Koccidiose des Schweines+ das einzig
-bekannte Hautleiden dieser Art und, abgesehen von den Erregern, die
-einzige spezifische Krankheit, welche von den Knäueldrüsen der Thiere
-bekannt ist. Dagegen sind in der Menschenmedizin einige Fälle einer
-genetisch noch nicht erforschten eiterigen Knäueldrüsenentzündung
-beobachtet, welche als +Aknitis Barthélemy+[95], +Hydradenitis
-destruens suppurativa Pollitzer+[96], +Hydrosadenitis disseminata
-suppurativa Dubreuilh+[97], +Spiradenitis disseminata suppurativa
-Unna+[98] bezeichnet wird. Bei dieser Krankheit bilden sich in der Haut
-schrotkorn- bis erbsengrosse Knötchen, welche sich röthen, mit einer
-Kruste bedecken und eintrocknen oder erweitern. Nach den histologischen
-Untersuchungen liegt eine Schwellung des Knäueldrüsenepithels mit
-nachfolgender Nekrobiose und Eiterung vor (+Unna+). Der Prozess weicht
-mithin von der Spiradenitis koccidiosa suis wesentlich ab, weil bei
-letzterer Eiterungsprozesse niemals beobachtet worden sind.
-
- * * * * *
-
-Sowohl beim +Menschen wie auch bei Thieren+ sind nun noch =Koccidien
-in der Niere= beobachtet worden. Beim +Menschen+ sind sowohl in den
-Nieren selbst wie auch in den Ureteren gelegentlich Koccidien gefunden
-worden. +Railliet+[99] und +Lucet+[100] nennen mehrere französische
-Aerzte, welche solche Beobachtungen gemacht haben. Nach +Railliet+
-sind Koccidien in den Harnwegen von Kaninchen (von +Brown-Séquard+)
-ferner von +Railliet+ und +Lucet+ in den Nierenkanälchen der Hausgänse
-gefunden worden. +Arnold+ hat beim sog. +Blutharnen der Rinder+ im
-Blasenepithel Koccidien gefunden.
-
-Es sind auch im +Darm und in der Niere der Mäuse+ Koccidien gefunden
-(von +Smith+-Washington, in der Niere; von +Schuberg+ im Darm), und mit
-dem Namen +Koccidium falciforme+ belegt worden.
-
-Schliesslich sind von +Thélohan+[101] echte =Koccidien= auch bei
-=Fischen= gefunden worden. In der Leber des Stichlings Koccidium
-gasterostei, in den Hoden der Sardine Koccidium sardinae, Koccidium
-cruciatum in der Leber einer Makrelenart, Koccidium minutum in der
-Leber, Milz und Niere der Schleie u. s. w. Man findet Koccidienarten
-ausserdem noch bei zahlreichen anderen Fischen, Gliederthieren und
-Batrachiern.
-
- * * * * *
-
-Die Beobachtung, dass das Koccidium oviforme beim Kaninchen und in
-seltenen Fällen offenbar auch beim Menschen +geschwulstähnliche
-Gewebswucherungen+ verursachen kann, war neben anderen Momenten
-Veranlassung sich mehr als bisher dem Studium der =Aetiologie
-der Geschwülste= hinsichtlich des Vorkommens von Protozoen in
-denselben zuzuwenden. „Denn gerade die Aetiologie der Geschwülste
-im engeren Sinne“, sagt +Hauser+[102], „ist bis auf den heutigen
-Tag noch eines der dunkelsten Kapitel der allgemeinen Pathologie.
-Trotz der verschiedenen, zum Theil ja sehr geistreichen Hypothesen
-über die Entstehung der Geschwülste fehlt es uns doch an einer
-sicheren Erklärung für das Zustandekommen eines Krebses, einer
-Fettgeschwulst oder irgend einer anderen der so mannigfaltigen
-Geschwulstformen. Während bei so vielen Krankheiten, namentlich den
-Infektionskrankheiten, unsere Anschauungen über deren Aetiologie
-auf der Erkenntniss von Thatsachen begründet sind, sind wir in
-der Erkenntniss der Geschwülste trotz aller Bemühungen über eine
-hypothetische Grundlage nicht hinausgekommen. Dieser Mangel an
-wirklichem Wissen muss aber gerade hier um so schmerzlicher empfunden
-werden, als den Geschwülsten nicht allein ein ungewöhnliches
-theoretisches Interesse zukommt, sondern dieselben bei ihrem häufigen
-Vorkommen und bei der sie oft auszeichnenden Bösartigkeit auch eine
-ausserordentliche pathologische Bedeutung besitzen, welche um so
-grösser ist, als der Arzt der sich entwickelnden Geschwulst nur allzu
-oft mit absoluter Ohnmacht gegenübersteht.“
-
-Von dem Befunde +Scheuerlen+’s[103] abgesehen, welcher den
-Krebsbacillus entdeckt haben wollte, während es sich nur um einen
-gewöhnlichen und harmlosen Kartoffelbacillus handelte, der zuweilen
-auch auf der Haut als bedeutungsloser Parasit vorkommt, sind alle
-weiteren Bemühungen für die Geschwülste, insbesondere für die
-bösartigen Karcinome und Sarkome, Bakterien oder überhaupt pflanzliche
-Mikroorganismen als Infektionserreger aufzufinden, fruchtlos geblieben,
-so dass die Hoffnung, durch bakteriologische Forschung zum Ziele zu
-kommen jetzt wohl allgemein als aussichtslos angesehen wird. Um so
-energischer wandte sich die Forschung der Feststellung von Protozoen
-in jenen Gebilden zu, nachdem erwiesen war, wie nicht zu leugnen, dass
-krebsähnliche Bildungen durch das Koccidium oviforme hervorgerufen
-werden können.
-
-Von der grossen Zahl hierher gehöriger Untersuchungen mögen nur die
-folgenden kurz erwähnt sein.
-
-Zunächst war es wohl +Thoma+[104] (1889), welcher über eigenthümliche
-Zelleinschlüsse in Karcinomen des Magens, des Darmes und der Mamma
-berichtete, welche er als Koccidien deutete. Die meist stark
-lichtbrechenden Gebilde wurden durch Karmin, Hämatoxylin, Eosin u.
-dgl. gefärbt und lagen stets in Vakuolen degenerirter Krebszellen
-eingeschlossen. Daneben fanden sich auch feinkörnige, stark
-lichtbrechende Kugeln, welche sich nicht färbten. In demselben
-Jahre haben dann +Darier+[105] und +Wickham+[106] bei der sog.
-+Paget+’schen Krankheit -- einem in Karcinom übergehenden Ekzem
-der Brustwarze -- Zelleinschlüsse beschrieben, welche von ihm und
-später von +Malassez+[107] für Psorospermien gehalten worden sind.
-+Darier+ und +Wickham+ hielten die Gebilde gleichzeitig für die
-Erreger der eigenthümlichen Hauterkrankung. Erwähnt sei auch noch,
-dass +Nils-Sjöbring+[108] in Karcinomen der Mamma, der Leber und der
-Prostata Zelleinschlüsse in verschiedenen Formen gefunden hat, welche
-er als verschiedene Entwickelungsstadien desselben Sporozoons ansieht.
-
-Im Laufe der letzten Jahre sind dann weitere zahlreiche Arbeiten
-erschienen, in welchen über protozoenähnliche Gebilde besonders bei
-Karcinomen und Sarkomen berichtet wird. Genannt mögen noch sein
-die Veröffentlichungen von +Steinhaus+[109], +Metschnikoff+[110],
-+Soudakewitsch+[111], +Podwyssozki+ und +Sawtschenko+[112],
-+Ribbert+[113], +Ruffer+[114], +Korotneff+[115], +Foa+[116],
-+Ruffer+ und +Wolker+[117], L. +Pfeiffer+[118], +Adamkiewicz+[119],
-+Vedeler+[120], +Sanfelice+[121], +Gebhardt+[122] und +Roncali+[123].
-+Vedeler+ fand in einem +Lipom+ stark violett gefärbte, kreisrunde
-Gebilde, welche innerhalb der Kapsel der Fettzellen liegen und eine
-blauschwarz gefärbte Begrenzungsmembran haben, die durch einen
-helleren Zwischenraum vom undurchsichtigen Inhalt geschieden ist.
-Die Gebilde haben einen weissen Glanz, als enthielten sie Fett.
-Behandelt man jedoch den einzelnen Schnitt mit Aether, so erfolgt
-keine Veränderung, und sucht man sie mit chlorwasserstoffsaurem
-Alkohol zu entfärben, so verschwindet zwar die Farbe zum grossen
-Theil, aber der Inhalt bleibt gleich undurchsichtig. +Vedeler+ hält
-mit Recht diese Gebilde für thierische Parasiten und wahrscheinlich
-sind es Koccidien. Auch gilt es ihm als erwiesen, dass auch das +Lipom
-nicht von selbst wächst+, sondern dass hier wie bei Cancer, Sarkom,
-Myom ein lebendiges Irritament erforderlich ist, welches den ersten
-Ursprung und das spätere Wachsthum verursacht. +Sanfelice+ isolirte
-+aus gährenden Säften einiger Früchte einen Sprosspilz+, welcher
-auf Agar- und Gelatineplatten weisse, in der Tiefe punktförmige und
-sphärische, an der Oberfläche stecknadelkopfgrosse und kuppelförmige
-Kolonien bildet, in Stichkulturen nagelförmiges Wachsthum zeigt und
-auf Kartoffeln einen weisslichen, scharf erhabenen, üppigen Belag
-hervorbringt. Die verschieden grossen Zellen zeigen in den Jugendformen
-ein gleichmässiges Protoplasma, in vorgeschrittener Entwickelung
-sieht man peripher eine stärkere lichtbrechende Substanz und einen
-hyalinen Centraltheil, zuweilen auch stark lichtbrechende Körnchen in
-diesem. Bei der +Vermehrung+ entstehen an der Peripherie nach einander
-2 Knöspchen, welche zu Tochterzellen auswachsen, die dann ebenfalls
-Knospen hervorbringen. Eine Betheiligung der lichtbrechenden Körnchen
-an der Vermehrung des Pilzes wurde nicht beobachtet.
-
-Nach +interperitonealer Impfung von Reinkulturen des Sprosspilzes
-starben Meerschweinchen+ nach 20–30 Tagen. Milz, Leber und Nieren
-der Thiere waren vergrössert und an der Oberfläche mit zahlreichen
-grösseren und kleineren Flecken bedeckt. Aehnliche Veränderungen fanden
-sich auf der Schnittfläche der zum Theil hepatisirten Lungen. Ebenso
-waren die Inguinal-, Achsel- und Mesenterialdrüsen stark vergrössert.
-Bei mikroskopischer Untersuchung fand man in den erkrankten Organen
-zahlreiche Hefezellen verschiedener Grösse, welche mit einer bald
-dickeren bald dünneren Membran bekleidet waren und zum Theil zwei
-halbmondförmige Gebilde erkennen liessen. Mit dem Material von
-sämmtlichen Organen, besonders aber von der Milz, der Leber und den
-Lungen gelang die Reinzüchtung des als Ausgangsmaterial verwendeten
-Sprosspilzes in Agar und Gelatine.
-
-Mit Anilinfarben konnte die Membran am stärksten gefärbt werden,
-doch wurde auch das Protoplasma mitgefärbt. Wie +Sanfelice+ ferner
-angiebt, war sehr auffallend +das vollkommen gleichartige Verhalten
-des Bildes der beschriebenen Hefezelle in gefärbten und ungefärbten
-Gewebsschnitten mit dem Aussehen der in neuerer Zeit mit so grossem
-Interesse verfolgten Zelleinschlüsse in Geschwülsten+. Der Autor konnte
-gelegentlich mikroskopischer Untersuchung +menschlicher Epitheliome
-und einzelner Tumoren von Pferden und Rindern+ die vielfach als
-Koccidien angesehenen Gebilde nachweisen und dabei feststellen,
-dass dieselben sich +in ihrem mikroskopischen Verhalten von den
-Hefepilzen+ in Gewebsschnitten der an Sprosspilzinfektion erlegenen
-Meerschweinchen +einzig und allein durch ihre Anzahl unterschieden+.
-Während die Hefepilze in grossen Mengen gefunden wurden, fanden sich
-die koccidienähnlichen Gebilde in den untersuchten Tumoren nur ganz
-vereinzelt.
-
-Weitere Untersuchungen werden erst lehren müssen, ob die genannten
-Beobachtungen und Schlussfolgerungen richtig sind; jedenfalls weisen
-auch diese Untersuchungsergebnisse auf eine Beziehung der Parasiten zu
-den Geschwülsten hin.
-
-Neuerdings hat +Gebhardt+[124] noch einen Befund über +zwei von
-Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch+ veröffentlicht, welcher
-für die Entstehung der Geschwülste ebenfalls nicht ohne Interesse ist.
-
-+Gebhardt+ fand unter hunderten geöffneter Frösche zweimal die
-Pylorusgegend von einem sehr augenfälligen Tumor eingenommen. Die
-Oberfläche der Tumoren besteht aus einer grösseren Anzahl glatter
-Höcker von im Ganzen kugeliger Gestalt, welche so angeordnet sind,
-wie die Buckeln auf einem Morgenstern, -- d. h. ihre Längsachsen
-konvergiren radienartig nach den Centren des Tumors, also dem
-Pyloruslumen, zu. Die Gegend des Mesenterialansatzes war in beiden
-Fällen von diesen Höckern frei und nur im Ganzen etwas vorgewölbt. In
-der Farbe war kein Unterschied von der Umgebung zu bemerken, überhaupt
-schien äusserlich die Magendarmwand durchaus intakt über den Tumor
-hinzuziehen. Nirgends sonst waren, weder im Intestinum noch im übrigen
-Körper, ähnliche Tumoren oder überhaupt auffällige Veränderungen zu
-bemerken. Die Konsistenz beider Tumoren war eine recht derbe. Auf dem
-Querschnitt zeigten sich beide Tumoren makroskopisch als solide, nur
-vom Pyloruslumen durchbrochene Geschwülste. Ueber die ganze Fläche
-des sonst ziemlich einfarbigen Tumors verstreut zeigten sich einzelne
-kleine, rostbraune, ¼–½ mm grosse, im Ganzen rundlich konturirte
-Pünktchen, die sich bei näherer Untersuchung als mit bröckligem Inhalt
-erfüllte Hohlräume erwiesen. Auf dem optischen Querschnitt, bei etwa
-20-facher Vergrösserung, zeigte sich, dass der Tumor aus einer ganzen
-Anzahl von Einzeltumoren besteht, welche in Analogie zu der Stellung
-der oben beschriebenen äusserlich sichtbaren Höcker durchaus radiär
-angeordnet sind. Von einander sind dieselben durch Schleimhautfalten
-getrennt, die auf dem Schnitt scheinbar anastomosiren, nach dem Lumen
-zu aber grösstentheils frei endigen. Bei stärkerer Vergrösserung
-erkennt man, dass dieselben fast durchweg beiderseits mit Epithel
-besetzt sind.
-
-Nähere Untersuchungen lehrten, dass der Tumor von den Drüsen ausgeht,
-und es war deshalb die Annahme berechtigt, +in der Umgebung des Tumors
-und zwar in der Tiefe der Drüsen frisch infizirtes Zellmaterial
-anzutreffen+. In der That wurden in einer grossen Zahl von Drüsen,
-sowohl in deren Lumen, als auch innerhalb ihrer Zellen, und zwar nicht
-innerhalb, sondern ausserhalb des Kerns, dem sie oft dicht anlagen,
-kleine polymorphe Gebilde von etwa 2–3 µ Durchmesser beobachtet,
-welche dem nach +Gebhardt+’s Meinung ersten Entwickelungsstadium der
-Parasiten entsprachen. Auf den ersten Blick gleichen sie überraschend
-kleinsten Myxamöben. Bei näherer Untersuchung ist ein schwach
-granulirter intensiv färbbarer Protoplasmaleib und innerhalb desselben
-ganz konstant eine rundlich begrenzte hellere Stelle zu erkennen, in
-der man stets noch ein dunkel gefärbtes Körnchen bemerken konnte. Als
-Resultat von Theilungsvorgängen sieht man an anderen Stellen 15–25
-kuglige Sporen auftreten, die wieder ihrerseits, nachdem sie sich mit
-einer dünnen Hülle umgeben haben, zwei sichelförmige Körperchen und
-einen kleinen, von diesen beiderseits umgebenen Restkörper im Inneren
-ausbilden.
-
-[Illustration: Figur 11.
-
-+Epithelioma molluscum+ nach +Neisser+.
-
-1. Querschnitt eines Molluskumknotens bei schwacher Vergrösserung.
-Die stark glänzenden, durch Hornsubstanz zusammengehaltenen, fertigen
-Molluskumkörperchen (_c_) treten oben heraus. 2. Körnige Schollen neben
-dem Kern der Epithelzelle, stark vergrössert, aus Zone _a_. 3. u. 4.
-Isolirte glänzende Körper in den Zellen aus Zone _b_.]
-
-Hinsichtlich der +Untersuchungsmethode+ sei erwähnt, dass als
-Fixirungsmittel Sublimat, konzentrirte Lösung in physiologischer
-Kochsalzlösung benutzt wurde. Darauf folgte allmählich ansteigend
-Alkohol, von 90% an mit Jodzusatz, Färbung im Stück, dann wiederum
-ansteigender Alkohol, schliesslich Alkohol absolutus, Cedernholzöl,
-Paraffin. Die Schnitte wurden auf erwärmter Unterlage einem Unterguss
-von +Strasser+’scher Klebmasse aufgelegt. Zur Färbung wurde R.
-+Heidenhain+’sche Stückfärbung mit wässerigem dünnen Hämatoxilin und
-Kaliummonochromat vorgenommen.
-
-Ueber das Ergebniss seiner Untersuchungen macht +Gebhardt+ folgende
-Angaben:
-
-1. Es handelt sich in den vorliegenden Fällen um ein ziemlich
-erhebliches epitheliales und gut lokalisirtes Neoplasma, welches von
-zweifellosen Protozoen veranlasst ist. Dabei besteht recht wenig
-Aehnlichkeit mit Karcinom.
-
-2. Der vorliegende Krankheitserreger, zu den Koccidien gehörig, zeigt
-eine doppelte Art der Fortpflanzung, einmal Bildung nackter Sporen
-zur Weiterinfektion des Wirthes, zweitens aber Bildung beschalter
-Dauercysten, die nach aussen entleert werden.
-
-3. Es tritt in der Entwickelung von vornherein ein kernähnliches
-Gebilde auf, welches auch stets die Rolle eines Kerns zu spielen
-scheint. Seine scheinbare Auflösung erfolgt nur vor wichtigen
-Umwälzungen in der Konstitution seines Trägers.
-
-4. Eigentliche Mitosen wurden bei den Theilungsvorgängen nie beobachtet.
-
-5. Konjugationsvorgänge sind nicht auszuschliessen. Namentlich das
-Verhalten des Kerns scheint auf solche zu deuten.
-
-6. Die Schale der Dauerformen ist doppelt; die sekundäre wird von innen
-an die primäre angelagert.
-
-7. Aktive Beweglichkeit ist während eines grossen Abschnittes der
-Entwickelung vorhanden.
-
- * * * * *
-
-Erwähnt sei schliesslich noch die Beobachtung von V. +Müller+[125] über
-+Parasiten im Uteruskarcinom+. +Müller+ konnte sich durch zahlreiche,
-von verschiedenen Forschern kontrollirte Untersuchungen von dem
-gelegentlichen Vorkommen parasitärer und amöboider Organismen als
-Epithelzelleneinschlüsse bei Uteruskarcinomen überzeugen. Er beschreibt
-Makrocysten und Mikrocysten und ferner nicht incystirte intracelluläre
-Gebilde; bei letzteren will es ihm gelungen sein, eine unzweifelhaft
-nicht degenerirte, lebende, in Bewegung befindliche Zelle zu fixiren.
-
-+Clarke+[126] fand bei einem typischen Alveolarsarkom geformte
-Elemente innerhalb der Zellkerne aller Theile des Tumors. Bei Färbung
-mit Hämatoxylin und Eosin nahmen diese intranukleären Körper eine
-rothgelbe, und mit +Biondi+’s Reagenz eine rothbraune Farbe an. Die
-meisten derselben zeigten einen oder zwei helle Stellen im Innern. Ihre
-Gestalt war meistens rund oder birnförmig. Einige von ihnen theilten
-sich durch Spaltung in zwei Theile, und wenn dies der Fall war, sah
-man auch, dass der Kern der Zelle, welche den intranukleären Körper
-enthielt, sich in passiver, amitotischer Theilung befand. +Clarke+ hält
-die Gebilde für Parasiten, die zu den Suktorien gehören, und stellt sie
-in ursächliche Beziehung zur Geschwulstbildung.
-
-Während nun die vorstehend genannten Autoren und manche Andere mit mehr
-oder weniger Bestimmtheit neben der parasitären Natur der von ihnen
-innerhalb und ausserhalb der Zellen gefundenen Gebilde auch an ihrer
-ätiologischen Beziehung zur Entwickelung von Geschwülsten festhalten,
-werden die von einzelnen Autoren gefundenen Zelleinschlüsse von
-+zahlreichen Gegnern der parasitären Aetiologie+ der Geschwulstbildung,
-+überhaupt nicht als Parasiten anerkannt+, sondern als eigenthümliche
-Formen von Zelldegeneration aufgefasst. Von diesen Autoren mögen
-+Hansemann+[127], +Marchand+[128], +Ziegler+[129], +Noggerath+[130],
-+Neisser+[131], +Borril+[132], +Ströbe+[133] genannt sein.
-
-Der Auffassung dieser Autoren steht nun noch als ganz eigenartige
-diejenige von L. +Pfeiffer+[134] und +Adamkiewicz+[135] gegenüber,
-welche meinen, dass u. A. z. B. die +Krebszellen selbst+, welche
-von jenen irrthümlich als Abkömmlinge der Körperzellen betrachtet
-werden, +die Parasiten sind+. +Adamkiewicz+ kam zu seiner Auffassung
-weniger durch eingehende morphologische Studien, als vielmehr auf
-Grund theoretischer Ueberlegungen über das erheblich abweichende
-biologische Verhalten der Krebszellen von den normalen Zellen des
-Körpers. +Adamkiewicz+ suchte seine Meinung auch durch anderweitige
-Versuchsergebnisse zu stützen. Er übertrug Krebsgewebe in das Gehirn
-von Kaninchen und sah die Thiere an schnell zum Tode führenden
-Vergiftungserscheinungen zu Grunde gehen. Die Giftwirkung führte er
-auf ein von den Parasiten erzeugtes Toxin zurück, wobei die Parasiten
-die epithelialen Krebszellen selbst sein sollten. +Adamkiewicz+ ging
-nach dieser Beobachtung noch einen Schritt weiter und wollte eine dem
-+Koch+’schen Verfahren bei der Tuberkulose ähnliche +Behandlung des
-Krebses+ versuchen. Zu diesem Zwecke stellte er sich aus Krebsgewebe
-ein wässeriges Extrakt (+Kankroin+ genannt) her, durch dessen Infektion
-Kaninchen gegen tödtliche Dosen des Krebsgiftes immunisirt werden
-sollten. Nach Injektion des Kankroin bei +Krebskranken+ war ähnlich,
-wie nach Tuberkulininjektionen bei Lupus, zunächst Röthung und
-Schwellung der Krebsgeschwulst, und nach weiteren Injektionen deutliche
-Rückbildungserscheinungen zu erkennen. Der Tumor wurde weicher und
-verkleinerte sich. Eine Heilung konnte jedoch +Adamkiewicz+ bisher mit
-seiner Methode nicht erzielen.
-
-Jedoch mag hierbei erwähnt sein, dass +Emmerich+[136] durch Injektion
-von Serum von Schafen, welche vorher gegen Erysipelkokken immunisirt
-waren, eine wirkliche Heilung von Krebsfällen gesehen haben will
-und dabei ebenfalls die Ansicht ausspricht, dass die vermeintliche
-Rückbildung der Krebsgeschwulst auf die Vernichtung der Krebsparasiten
-durch das injizirte Serum zurückgeführt werden müsse. Leider sind
-jedoch die Beobachtungen von +Adamkiewicz+ und +Emmerich+ von anderen
-Autoren bisher nicht bestätigt worden.
-
-Immerhin ist nach den bisher mitgetheilten Beobachtungen über das
-Vorhandensein von Koccidien oder ähnlichen Gebilden in Geschwülsten die
-Frage berechtigt, +ob die Wahrscheinlichkeit besteht, die Geschwülste
-als parasitäre Neubildungen auffassen zu können+.
-
-Zur Beantwortung dieser Frage werden von +Hauser+ zwei Unterfragen
-gestellt: Giebt es zweifellose Infektionskrankheiten, welche in
-ihrem Verlauf gewisse Analogien mit der Entwickelung und dem Verlauf
-der Geschwülste, insbesondere der bösartigen erkennen lassen? Und
-lassen sich ferner die bei Geschwülsten, namentlich beim Krebs zu
-beobachtenden anatomischen Befunde und biologischen Vorgänge nach
-unserem gegenwärtigen Wissen mit einer parasitären Theorie der
-Geschwülste vereinbaren?
-
-Was die erste Frage betrifft, so ist, wie auch +Hauser+ hervorhebt,
-nicht zu leugnen, dass in einem sehr wesentlichen Punkte, nämlich
-hinsichtlich der Fähigkeit Metastasen zu bilden, eine gewisse
-+Analogie zwischen den bösartigen Geschwülsten und den sogenannten
-Infektionsgeschwülsten+, zu welchen z. B. die Tuberkulose und die
-Syphilis, ich möchte hinzufügen Aktinomykose und Botryomykose zu
-rechnen sind, besteht. In allen Fällen können unter bestimmten
-Voraussetzungen metastatische geschwulstähnliche oder geschwulstartige
-Krankheitsheerde zur Entwickelung kommen. Vielfach analoge Vorgänge
-sieht man nun auch bei der Krebsbildung sich abspielen. Zunächst ein
-lokalisirter Krankheitsheerd, dann meistens Zerfall des neugebildeten
-Gewebes, folgt häufig krebsige Erkrankung der benachbarten Lymphdrüsen,
-wie bei Tuberkulose und Syphilis, schliesslich kommen auch bald
-vereinzelte, bald zahllose metastatische Geschwülste von der gleichen
-Beschaffenheit wie die primären zur Entstehung.
-
-[Illustration: Figur 12.
-
-+Einschlüsse+ in oder zwischen Epithel- oder Geschwulstzellen. Vergr.
-500–1000.
-
-1. Aus einem Hautsarkom nach +Touton+; die in der mittleren Zelle
-liegenden Kügelchen nehmen die +Weigert+’sche Fibrinfärbung an. 2.
-Aus einem Carcinom nach +Steinhaus+. 3. Zelle aus einem Carcinom nach
-+Podwyssowski+ und +Sawtschenko+. Die neben dem Kern liegenden Körner
-färben sich mit Pikrokarmin, das daranliegende Korn mit Safranin. 4.
-Zelleinschluss aus einem Sarkom nach +Pawlowski+. 5.-8. Verschiedene
-Formen aus einem Lippenkarcinom. „Rhopalocephalus carcinomatosus“ nach
-+Korotneff+. 9 a-c. Zellen aus einem Fall von Sycosis non parasitaria,
-stammen von der Wurzelscheide eines Barthaares, nach +Kruse+.]
-
-Der scheinbaren Analogie zwischen den Infektionsgeschwülsten und der
-Karcinom- und Sarkombildung steht nun der +Unterschied+ gegenüber,
-dass bei den letzteren die +Geschwulstelemente selbst+ weitergetragen,
-an irgend einer Stelle des Körpers abgelagert werden und zur
-Metastase die Veranlassung abgeben. Auch der Annahme, dass mit diesen
-Geschwulstelementen gleichzeitig die spezifischen Krankheitserreger
-verschleppt werden und die Metastasenbildung bewirken, steht die
-Thatsache entgegen, dass bei den Geschwülsten im engeren Sinne die
-metastatische Geschwulst durch Wucherung der verschleppten Zellen
-selbst erzeugt wird. Während es sich bei den Infektionsgeschwülsten
-um eine Art entzündlicher Gewebsneubildung handelt, tritt bei den
-+Geschwülsten im engeren Sinne eine zu Geschwulstbildung führende
-Wucherung verschleppter Körperzellen ein. Das grosse biologische
-Räthsel der Geschwülste im engeren Sinne, sagt Hauser, beruht also auf
-einer bis an den Parasitismus reichenden Emanzipation der Gewebszellen
-von den physiologischen Wachstumsgesetzen.+ Nach ihm wären die
-beobachteten Koccidien zufällige Gäste in den Geschwülsten dieser
-Art, ohne mit der Entstehung derselben in irgend welcher Beziehung zu
-stehen. Bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge wird man sich daher den
-Ausführungen +Hauser+’s vollkommen anschliessen können:
-
-„Es ist gewiss eine dankenswerthe Aufgabe der Zukunft, zu erforschen,
-welche weitere Bedeutung den Protozoen als Krankheitserregern
-thatsächlich noch zukommt; denn die Möglichkeit, dass dieselbe eine
-viel weitere sein kann, als wir zur Zeit auf Grund wirklich positiver
-Kenntnisse anzunehmen berechtigt sind, kann nicht bestritten werden.
-Auch für die Aetiologie mancher Geschwülste mag vielleicht die
-Protozoenforschung noch werthvolle Aufschlüsse bringen; +denn wenn auch
-der Infektionstheorie der Geschwülste sich im Allgemeinen die erwähnten
-Schwierigkeiten entgegenstellen, so dürfen wir deshalb doch nicht a
-priori es für absolut unmöglich erklären, dass nicht doch Vorgänge,
-wie wir sie bei der Krebsentwickelung beobachten, durch Parasiten
-veranlasst werden könnten+. Wir müssen nur bei der ausserordentlichen
-Unwahrscheinlichkeit unbedingt eine unanfechtbare und exakte
-Beweisführung fordern.“
-
- * * * * *
-
-In der jüngsten Zeit hat +Roncali+[137] in einer zusammenfassenden
-Arbeit über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse über die
-Aetiologie des Krebses berichtet. Er kommt dabei zu Ergebnissen, welche
-der Vollständigkeit wegen ebenfalls in Kürze hier wiedergegeben werden
-sollen.
-
-+Roncali+ glaubt, dass man eine genetische Verbindung zwischen
-Blastomyceten und bösartigen Neubildungen nicht in Abrede stellen
-kann, und zwar aus folgenden Gründen: 1. wegen der morphologischen
-Beweise, auf Grund des Studiums der Histologie der Tumoren; 2. wegen
-der gelungenen +Isolirung der Fermente+ bösartiger Neubildungen beim
-Menschen, welche das Studium der biologischen, morphologischen und
-pathogenen Eigenschaften dieser Mikroorganismen zum Zwecke gehabt hat;
-3. wegen der Inokulation der aus ihrer Umgebung isolirten Blastomyceten
-auf Thiere, welche die Reproduktion bösartiger Neubildungen bei Thieren
-bezweckt hat. Aus diesen drei Beweisführungen haben sich Thatsachen
-ergeben, welche man in folgenden Sätzen zusammenfassen kann:
-
-1. In den bösartigen Neubildungen des Menschen und der Thiere findet
-man im +Protoplasma der Zelle und extracellulär im Bindegewebe+ Körper,
-welche nicht von den Zellen herstammen, sondern den thierischen Geweben
-fremd sind.
-
-2. Diese Körper sind morphologisch identisch mit den sog. Koccidien,
-welche von verschiedenen Autoren in den Zellen von Epitheliomen und
-Sarkomen eingeschlossen gefunden worden sind.
-
-3. Diese im Krebs gefundenen Körper sind auch morphologisch identisch
-mit den Blastomyceten, die man in den Geweben der zum Experiment
-benutzten Thiere antreffen kann, wenn diese mit Reinkulturen von
-organisirten Fermenten inokulirt worden sind.
-
-4. Diese Körper widerstehen konzentrirten Säuren und Alkalien auf
-dieselbe Weise, wie die Blastomyceten, welche in den Geweben der Thiere
-in Folge von Inokulation subsistiren können.
-
-5. Diese Körper finden sich weniger gewöhnlich in den bösartigen
-Neubildungen; ausnahmsweise in anderen pathologischen Prozessen.
-
-6. Diese Körper sind in den Neubildungen des Menschen auf bestimmte
-Oertlichkeiten vertheilt; man findet sie an der Peripherie des
-neugebildeten Gewebes, also wo Wachsthum stattfindet, nicht in
-der Mitte des Gewebes, wo der Zuwachs aufgehört hat und wo man
-nur in Degeneration befindliche Elemente antrifft. Ferner ist ihr
-Sitz entweder im Zellprotoplasma, oder zwischen den Bündeln des
-Stützgewebes, und ausnahmsweise im Kern, und diese Umstände schliessen
-einerseits die Zufälligkeit des Vorkommens dieser Körper aus und
-beweisen auf der anderen Seite die enge Beziehung zwischen ihnen und
-der Neubildung.
-
-7. Diese Körper reagiren auf eine spezifische Färbungsmethode, die man
-auch an Reinkulturen aus den bösartigen Neoplasmen des Menschen und der
-Thiere erhalten kann.
-
-8. Bei Untersuchung dieser in Reinkulturen aus bösartigen Tumoren von
-Menschen und Thieren erhaltenen Körper hat man gefunden, dass sie
-bei Inokulation in den Zellen der pathogenen Gewebe und zwischen die
-Fasern des Bindegewebes eindringen, wobei sie dieselben Formen von
-Zelleinschlüssen reproduziren, die sich in den Tumoren des Menschen
-und der Thiere finden, aus welchen diese Blastomyceten in Reinkultur
-isolirt worden sind.
-
-9. Diese in Krebszellen eingeschlossene Körper geben die Reaktion der
-Cellulose auf dieselbe Weise, wie die Blastomyceten in den Geweben der
-Thiere, in die sie durch Inokulation von Reinkulturen gelangt sind,
-und dies bildet einen neuen Charakter, der sie von Degenerationsformen
-unterscheidet.
-
-10. Die Läsionen, welche einige Blastomyceten bei den zum Experiment
-benutzten Thieren verursachen, sind verschieden, je nach der Spezies
-zu der das Thier gehört, und wenn man allmählich auf der zoologischen
-Stufenleiter aufsteigt, findet man, dass die +Säugethiere der höheren
-Klasse+ (Hunde) +weniger empfänglich+ für die Infektion mit diesen
-Blastomyceten sind, als die der +niederen+ (Meerschweinchen, Mäuse,
-Kaninchen, Ratten u. s. w.). Denn während einige Blastomyceten bei
-den niederen Klassen Infektionen und zerstreute Heerde hervorbringen,
-erzeugen dieselben Blastomyceten bei den höheren Klassen nur an den
-Impfstellen isolirte Heerde, und während sie sich bei den niederen
-Klassen sehr zahlreich in allen Theilen des Organismus vorfinden, sehen
-wir sie bei den höheren in den Tumoren dieselbe Vertheilung vornehmen,
-die wir an den eingeschlossenen Körpern in den Tumoren des Menschen
-gefunden haben.
-
-11. Einige Blastomyceten bringen bei den Versuchsthieren Läsionen von
-wesentlich neoplastischem, nicht von entzündlichem Charakter hervor.
-
-12. Bei höheren Säugethieren (Hunden) können gewisse Blastomyceten,
-wenn sie inokulirt werden, an der Impfstelle eine Neubildung
-hervorbringen, welche sich dann auf dem Lymphwege in verschiedene
-Organe fortpflanzt und das Thier durch Kachexie tödtet.
-
-13. Endlich können gewisse Blastomyceten, wenn sie in Reinkultur in die
-Milchdrüse einer Hündin inokulirt werden, die Bildung von Neubildungen
-von epithelialer Natur veranlassen[138].
-
-
-
-
-IV. Ordnung: Sarkosporidien[139].
-
-
-Nach der früher angegebenen Eintheilung bilden die Sarkosporidien eine
-Ordnung der +Sporozoen+.
-
-+Balbiani+[140] hat (1884) die bis dahin unter dem Namen
-„+Miescher+’sche oder +Rainey+’sche Schläuche“ bekannten Parasiten in
-der Muskulatur warmblütiger Wirbelthiere als +Sarkosporidia+ bezeichnet
-und sie als besondere Ordnung den Sporozoen zugetheilt.
-
-Die Sarkosporidien sind Schmarotzer der Muskelfasern und besitzen eine
-schlauchförmige oder ovale, bisweilen kugelige Gestalt; ihr Protoplasma
-zerfällt in zahlreiche nieren- oder sichelförmige, kernhaltige
-Körperchen.
-
-Bisher sind die Parasiten ausschliesslich bei Wirbelthieren gefunden
-worden und unter diesen vorwiegend bei Säugethieren. Besonders +häufig+
-sind sie bei +Schafen+ und +Schweinen+, aber auch bei +Pferden+,
-+Rindern+, +Hunden+, +Katzen+, +Hirschen+, +Büffeln+, +Rehen+,
-+Kaninchen+, +Mäusen+ und +Ratten+ nicht selten. Ebenso sind sie einige
-Male beim +Menschen+ nachgewiesen worden. Ferner bei +Vögeln+ (Hühner,
-Enten) und bei einer Eidechsenart.
-
-
-=Geschichtliches.= Zuerst gesehen und beschrieben sind diese Parasiten
-wohl von F. +Miescher+[141] (1843), welcher dieselben bei einer
-Maus und besonders in den quergestreiften Muskeln des Rumpfes, der
-Extremitäten, des Halses, Kopfes, der Augen und des Zwerchfells
-beobachtete, wo milchweisse, parallel der Faserrichtung verlaufende
-Fäden zu erkennen waren. Mikroskopisch zeigte sich, dass die Schläuche
-von einer strukturlosen Membran umgeben waren und zahllose längliche
-oder nierenförmige Körperchen und in geringerer Zahl kleine Kugeln
-enthielten. +Miescher+ liess jedoch die Frage unentschieden, ob
-pathologische Veränderungen der Muskeln oder ob Parasiten vorlägen.
-Später hat dann +v. Hessling+[142] (1854) ähnliche Gebilde, jedoch von
-kleinerem Umfange, in der +Herzmuskulatur+ des Rehs, des Schafes und
-Rindes gesehen und zwar lagen die Gebilde innerhalb der Muskelfasern.
-Auch +v. Hessling+ hielt diese Bildungen für Umwandlungen der
-Muskelsubstanz, während +v. Siebold+[143], welcher sie bei Mäusen und
-Ratten sowie gleichfalls im Herzen der Schlachtthiere beobachtete, sie
-für „schimmelartige Entophyten“ hielt. In der Muskulatur des Schweines
-beschrieb sie G. +Rainey+[144] (1858), jedoch nicht als protozoenartige
-Gebilde, sondern als Jugendzustände von Cysticerken. +Leuckart+ hat
-dann (1863) die Unrichtigkeit dieser Auffassung dargethan, jedoch das
-Vorkommen des schon von +Rainey+ gesehenen Borstenbesatzes, ebenso,
-dass diese Körper in den Muskelfasern liegen, bestätigt.
-
-Es folgten dann im Laufe der nächsten Jahre zahlreiche Arbeiten, welche
-das Vorkommen der genannten Gebilde bei verschiedenen Säugethieren
-feststellten, und auf die später noch zurückgekommen werden soll. Hier
-möge nur erwähnt sein, dass +Manz+[145] (1867), welcher die Schläuche
-beim Reh und Kaninchen beobachtete, schon angegeben hat, dass der
-Inhalt der Gebilde sich aus grösseren Ballen vereinigter kugeliger
-Zellen zusammensetzt, die wiederum von einer zarten Membran umgeben,
-sich in bohnen- oder nierenförmige Körper umwandeln. Eine Eigenbewegung
-ist an den letzteren niemals gesehen worden, wohl aber Andeutungen
-einer Theilung.
-
-
-=Bau, Gestalt und Entwickelung der Sarkosporidien.= Die Sarkosporidien
-treten innerhalb der Muskeln stets in Schlauchform auf, wobei sie sich
-der Breite und Länge der Wirthszelle anpassen, stets überwiegt der
-Längsdurchmesser. Die Schlauchenden sind stets etwas verschmälert und
-mehr oder weniger abgerundet. Bei den im +Bindegewebe+ sitzenden Formen
-ist die Gestalt mehr oval, fast kuglig. Die +Grösse+ der Schläuche
-schwankt zwischen 0,5–4 mm Länge und 0,4 mm Breite; bei Mäusen und
-Ratten können die Schläuche 5–6 cm lang werden, Balbiania gigantea im
-Oesophagus der Schafe kann die Grösse einer kleinen Haselnuss erreichen.
-
-Die Sarkosporidien sind weisse oder grauweisse Gebilde und geben,
-wenn sie in grösserer Anzahl vorhanden sind, auch den betroffenen
-Muskelfasern ein eigenthümliches Aussehen. Während man an den jüngsten
-Sarkosporidien eine zarte dünne Hülle nachweisen kann, zeigt sich
-bei den älteren Formen, eine dickere, derbere +Membran+, welche zwei
-Schichten, +eine äussere+ dickere und eine innere dünnere erkennen
-lässt. An der äusseren ist eine radiäre Streifung erkennbar, welche
-von +Rainey+ als die Fortbewegung verursachende Borsten gedeutet,
-von +Rivolta+[146] für Cilien gehalten, von +Virchow+ für Reste von
-Muskelfasern, von +Leuckart+[147] für eine Andeutung von Porenkanälchen
-gehalten wurde. Innerhalb der Muskelfasern ist dieser Wimperbesatz
-schwer erkennbar, dagegen wieder nach Behandlung des Präparates mit
-verdünnter Essigsäure und Alkalien auch innerhalb des Sarkolemms
-sichtbar. Die +innere+, dünnere, homogene oder feinfaserige Schicht
-sendet in das Innere der Cyste Fortsätze, welche hier die Wandungen
-eines Kammersystems bilden helfen, wie dies bei Sarkocystis Miescheri
-(Schwein), bei den Sarkosporidien des Schafes (+Bertram+[148]) und
-auch beim Rinde und Pferde (+eigene Beobachtung+) zu erkennen ist. Die
-Kammern selbst sind, wie man bei starker Vergrösserung besonders an
-Präparaten von Balbiana gigantea erkennen kann, von den Keimstäbchen
-(+Sporozoïten+) oder von Entwickelungsstadien derselben erfüllt.
-Ueber die +Entwickelung der Sarkosporidien+ sagt +Bertram+, dass in
-grossen an den Enden und an den Seiten der Schläuche in grösserer
-Anzahl vorhandenen Sporoblastenmutterzellen Kerntheilungsphasen zu
-beobachten sind, der dann Theilung des Zellleibes und Entstehung der
-Sporoblasten folgt. Um diese Sporoblasten, sagt +Bertram+, scheidet
-sich die Gerüstsubstanz aus und die von ihnen später gebildeten
-Zellen, aus welchen die sichelförmigen Körperchen hervorgehen, bleiben
-zu Ballen zusammengelagert. An den Schlauchenden findet, wie dies
-schon +Rainey+ vermuthete, besonders bei mittelgrossen Sarkocysten
-fortwährend Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum des Schlauches
-in der Längsrichtung der Muskelfasern, d. h. in der Richtung des
-geringsten Widerstandes statt. Diese Angaben von +Bertram+ kann ich
-im Wesentlichen bestätigen. Zuweilen sah ich in der Umgebung der
-Schlauchenden zahlreiche grosse, stark granulirte Zellen angehäuft,
-welche den noch innerhalb des Schlauches sitzenden vollkommen ähnlich
-waren. Da ich dieses Vorkommniss trotz der oft massenhaft vorhandenen
-Sarkocysten nur selten feststellen konnte, möchte ich annehmen, dass es
-sich um Kunstprodukte handelt, welche bei der Präparation entstanden
-sind. Bemerkenswerth ist auch, dass die Muskelfasern trotz der
-Anwesenheit von Sarkosporidienschläuchen in der Regel weder vergrössert
-erschienen +noch ihre Querstreifung in der unmittelbaren Nähe der
-Schläuche verloren hatten+. Einen Zerfall der Muskelfasern sah ich
-meist bei Anwesenheit sehr zahlreicher, vollständig entwickelter, zum
-Theil im Verkalkungszustande befindlicher Sarkosporidienschläuche.
-
-Hinsichtlich der +Entwickelung+ der Keime der Sarkosporidien
-(Sporozoïten) ist vollständige Klarheit noch nicht erzielt worden. Bei
-starker Vergrösserung sieht man besonders in Sarkosporidien aus dem
-Oesophagus und Herzen des Schafes kleine halbmondförmige, schiffförmige
-oder mehr spindelförmige Körperchen in den kleinen Kammern liegen,
-welche wohl als Keime anzusehen sind und sich in dem Augenblick weiter
-entwickeln werden, wo sie den Schlauch verlassen haben. Ich sah
-dieselben, besonders in den +Purkinje+’schen Fasern des Schafherzen
-nicht nur, wie +Bertram+ angiebt, an den peripheren Theilen der
-Sarkocyste, sondern gleichmässig über den ganzen Schlauch vertheilt.
-An Zupfpräparaten fand ich zuweilen auch Keime mit fadenförmigem
-Anhang, wie dies schon +Ecke+, +Dammann+, +Pagenstecher+ beobachteten.
-In den Sarkosporidienschläuchen der Schweinemuskeln habe ich jedoch
-solche Keime ebenso wie +Bertram+ nicht gefunden. Vielleicht ist die
-Ursache, dass diese Thiere meistens schon zu einer Zeit (6–9 Monaten)
-geschlachtet werden, wo jener Entwickelungszustand in Sarkosporidien
-noch nicht erreicht ist.
-
-+Auf welchem Wege und in welcher Form die Parasiten in die Wirthsthiere
-dringen, ist bisher noch unbekannt.+ Man nimmt an, ohne dass bisher ein
-sicherer Beweis erbracht ist, dass die Infektion vom Magendarmkanal
-ausgeht. +Kasparek+ glaubt, wie L. +Pfeiffer+, dass die Schmarotzer
-durch einen Zwischenwirth übertragen werden. Er fand 4 Stunden
-nach der subkutanen Verimpfung des Schlauchinhaltes Sichelkeime im
-Blut und bestätigt auch die von L. +Pfeiffer+ geschilderte starke
-Toxinwirkung der Sarkosporidien. Nach meinen Studien bin ich zu der
-Ansicht gekommen, dass die Keime mit dem Futter oder Trinkwasser in
-den Magen +junger Thiere+ gelangen und von hier, mittelst der Blutbahn
-nach den verschiedenen Organen verschleppt werden. Da nach +Pfeiffer+
-und +Bertram+ die sichelförmigen Keime durch den Magensaft zerstört
-werden, so müssen sie, wie andere Parasiten in einem encystirten
-Stadium in den Magen gelangen, wodurch sie vor der zerstörenden
-Wirkung des Magensaftes geschützt sind. In den Muskeln der Schweine
-konnte ich nachweisen, dass in unmittelbarer Umgebung der Gefässe die
-Ansiedlung von Sarkocysten am grössten war. Ebenso sah ich oft in der
-nächsten Umgebung grosser länglich geformter Sarkosporidienschläuche,
-kleinere und mehr rundliche. Ob es sich dabei um eine durch Platzen
-der grösseren Schläuche bewirkte Autoinfektion innerhalb der Muskeln
-oder nur um verschiedene Entwickelungsstadien zu verschiedenen Zeiten
-von aussen aufgenommener Keime handelt, lasse ich unentschieden. Doch
-scheint mir die auch von L. +Pfeiffer+ vertretene Anschauung von der
-Selbstinfektion nicht ohne jede Stütze zu sein.
-
-Im Uebrigen scheint das Schicksal der Schläuche in der Regel bei den
-meisten das gleiche zu sein. Bei erheblicheren Allgemeinkrankheiten,
-wobei die Widerstandsfähigkeit der Muskelfasern herabgesetzt wird
-oder diese selbst erkranken, werden auch die Sarkosporidienschläuche
-in Mitleidenschaft gezogen, es treten Leukocyten in dieselben ein
-und rufen eine Entzündung der Schläuche und deren nächster Umgebung
-hervor. Später tritt dann eine Verödung und Verkalkung ein. Mir
-scheint nach Besichtigung einer sehr grossen Zahl von Präparaten die
-Allgemeinkrankheit der Thiere (z. B. Rothlaufseuche, Schweineseuche
-oder schwere Darmkatarrhe) die vorwiegende Bedingung zu sein für
-obige Veränderung der Schläuche. Ich habe fast regelmässig bei
-ausgedehnten Verkalkungen an den Sarkosporidienschläuchen der
-Schweine auch eine ausgedehnte Erkrankung der Muskelfasern gefunden.
-Andererseits sah ich in vielen Fällen eine massenhafte Anwesenheit von
-Sarkosporidienschläuchen, ohne dass eine abnorme Veränderung an den
-Muskelfasern zu erkennen war.
-
-L. +Pfeiffer+ hat auch +Uebertragungsversuche+ in kleinem Umfange
-ausgeführt, ohne zu einem bestimmten Ergebnisse gekommen zu sein.
-Mit Recht weist er darauf hin, dass enzootische Erkrankungen bei
-Hausthieren beobachtet werden. Mit vielen Cysten besetzte Oesophagi
-des Schafes findet man bei Schlachtthieren aus der gleichen Heerde;
-Jahreszeit und Lebensalter haben gleichfalls einen Einfluss. Bei
-jungen Schafen und Schweinen finden sich ebenfalls Schläuche; nicht
-aber bei saugenden Lämmern und Schweinen. Nach +Beale+ sind 6 Monate
-alte Kälber zuweilen schon total mit Sarkosporidienschläuchen besetzt
-gewesen.
-
-Fütterungsversuche sind bisher stets resultatlos gewesen.
-
-+Bertram+ fand in den Monaten Mai bis Dezember von 185 untersuchten
-Schafen 182 mit Sarkosporidien behaftet. Mit Ausnahme eines Falles, in
-welchem bei einem älteren Schafe neben grösseren Schläuchen nur zwei
-sehr kleine, ohne sichelförmige Körperchen vorhanden waren, beobachtete
-+Bertram+ die übrigen jugendlichen Schläuche, in welchen eine
-Ausbildung sichelförmiger Körperchen noch nicht stattgefunden hatte,
-in grösserer Menge bei einem acht Monate alten Lamm. Dieses und noch
-andere Lämmer aus derselben Heerde waren mit kleinen, sichelförmige
-Körperchen enthaltenden Schläuchen infizirt. Grosse Sarkosporidien
-waren bei diesen Thieren nicht vorhanden. +Die Infektion ist daher
-wahrscheinlich+, meint +Bertram+, +nur bei jüngeren Thieren möglich+,
-da sich bei diesen die Jugendstadien des Parasiten finden, während
-bei älteren Thieren in der Regel nur ausgebildete Formen beobachtet
-werden. Die fraglichen Lämmer wurden im März auf der Weide geboren und
-sind von der Geburt an bis zur Untersuchung auf der Weide geblieben.
-Da Stallfütterung ausgeschlossen ist, so muss die Infektion beim
-Weidegange stattgefunden haben. Die behüteten Wiesen sind trocken, mit
-Klee und Süssgräsern bestanden. Die Wasserlöcher, welche zum Tränken
-benutzt wurden, hatten morastigen Grund.
-
-In +Embryonen+ vom Schaf, Schwein und Rind fanden sich keine
-Sarkosporidien, ebenso lieferten +Blutuntersuchungen negative
-Resultate+.
-
-Auch +Bertram+ glaubt, dass die Infektion auf der Weide bezw. bei
-Grünfütterung stattfindet. Ob ein Zwischenwirth vorhanden ist oder ob
-die Infektion direkt stattfindet, muss noch dahingestellt bleiben. Erst
-wenn es nicht gelingen sollte, sehr junge Individuen zu infiziren,
-dürfte die direkte Uebertragung ausgeschlossen sein.
-
-Neuerdings hat auch +Lindner+[149] einige Angaben über die Biologie
-der Sarkosporidien des Schweines gemacht, welche hier erwähnt sein
-mögen, soweit sie besonderes Interesse beanspruchen. Zweifellos
-sind aber +Lindner+ bei seinen Untersuchungen manche Irrthümer
-passirt. Gelegentlich einer in Kassel im Sommer 1884 herrschenden
-Typhus-Epidemie fand +Lindner+ bei seinen in verschiedener Richtung
-ausgeführten Versuchen u. A. auch, dass die in einem verunreinigten
-Brunnenwasser gefundenen stiellosen Vorticellen sehr gut in thierisches
-Eiweiss enthaltenden Nährflüssigkeiten, in Fleischbrühe, Milch,
-Blutserum, Schleimhautsekreten u. s. w. gediehen. In der freien
-Natur fanden sich die entwickelten Vorticellen häufig in anderen
-Schmutzwässern, die mit organischen Zersetzungsstoffen gesättigt
-waren, in Abfallwässern von Schlachthäusern, Exkremente führenden
-Sielen u. s. w. Die Vorticellen besassen in ausgedehntem Masse die
-Fähigkeit, bei irgend welchen ihre Existenz bedrohenden Einflüssen
-Dauercysten zu bilden, und wurden in dieser encystirten Form im Freien
-nicht nur auf den verschiedensten Pflanzen und in den verschiedensten
-Wässern, sondern +auch auf und+ in dem Körper verschiedener Thiere
-und Menschen angetroffen. So wurden sie von +Lindner+ bei Nasen- und
-Luftröhren-Katarrhen, in Schleimhautsekreten, in den Dejektionen von
-Typhuskranken, in den Schorfen von Kopfhautekzemen, in dem Fäkalinhalt
-von Schwänen u. s. w. gefunden.
-
-Es ergaben dann weitere Kulturen mit dem Venenblute verschiedener
-Hausthiere, u. A. von einem frisch geschlachteten Schweine und einem
-an schwerer Unterleibsentzündung erkrankten Hunde nach 3–6 Tagen
-das Vorhandensein zahlreicher lebender Vorticellen. Im weiteren
-Verlaufe dieser Versuche wurde in einen am Kopf eines Muskels von
-einem frisch geschlachteten Schweine gemachten tiefen Einschnitt ein
-Tropfen vorticellenhaltigen Wassers eingeträufelt und die Wundränder
-verklebt. Nach einigen Tagen zeigte sich, dass die Vorticellen nicht
-mehr an der Stelle der Incision, sondern in geringerer oder grösserer
-Entfernung davon theils vereinzelt, theils gruppenweise in und zwischen
-den Muskelfasern anzutreffen waren. Die Vorticellen waren dicht
-aneinandergelagert oder zwischen einander geschoben, sodass sie +grosse
-Aehnlichkeit mit Schläuchen+ hatten. Hiedurch wurde nun +Lindner+
-veranlasst den besonders im Muskelfleische der Schweine häufig
-vorkommenden +Miescher+’schen Schläuchen seine besondere Aufmerksamkeit
-zuzuwenden.
-
-+Lindner+ übertrug hierauf die die Schläuche enthaltenden
-Fleischpartikel in mit verdünnter Fleischbrühe gefüllte reine Gläser
-und sah nach 30–48 Stunden auf der Oberfläche der Gläser eine Rahmhaut
-sich bilden, in welcher zwischen lebhaft sich bewegenden Bacillen
-Myriaden kleiner, runder, hellglänzender, ruhender Körperchen
-nachzuweisen waren, welche die ersten Entwickelungsstufen der
-stiellosen Vorticellen darstellen. 3–4 Tage später wurden mit zwei
-Geisseln versehene Cercomonaden theils vereinzelt, theils zu 4–8 oder
-mehr Gliedern vereinigt beobachtet. Nach 6 Tagen zeigten sich einzelne
-grosse ruhende Vorticellen in Cystenform ohne deutlichen körnigen
-Inhalt, und nach 8–9 Tagen kräftig entwickelte, lebende Vorticellen,
-welche sich alsbald massenhaft durch Kopulation und Theilung vermehrten.
-
-Die mit normalem Schweinefleisch in frischem sowohl wie in faulendem
-Zustande vorgenommenen Kontrollversuche ergaben bezüglich des Gehaltes
-an Protozoen ein durchaus negatives Resultat. +Lindner+ scheint es
-nach den mehrfach vorgenommenen Versuchen mit dem von +Miescher+’schen
-Schläuchen durchsetzten Schweinefleisch zweifellos zu sein, +dass der
-Inhalt dieser räthselhaften Mikroorganismen aus in und zwischen den
-Muskelfasern eingewanderten stiellosen Vorticellen in verschiedenen
-Entwickelungsstadien besteht+. Dieser Annahme wird man jedoch
-einstweilen starke Zweifel entgegensetzen müssen. Jedenfalls würden
-weitere Züchtungsversuche in der genannten Richtung ganz zweckmässig
-sein.
-
-Nicht weniger Zweifel wird man der Ansicht von +Behla+[150]
-entgegenbringen, welcher die Sarkosporidien den +Blastomyceten+
-anreiht, weil es ihm angeblich gelang, zerzupfte Schläuche auf
-neutraler Bouillongelatine, Malzextraktgelatine zum Wachsthum zu
-bringen und dabei Kulturen von weisser Hefe sich bilden sah. Die
-Möglichkeit ist doch nicht ausgeschlossen, dass bei +Lindner+ und
-+Behla+ zufällige Verunreinigungen mit anderen thierischen oder
-pflanzlichen Parasiten die Resultate der Versuche bewirkt haben.
-
- * * * * *
-
-An dieser Stelle mögen auch noch einige Angaben über die =toxische
-Wirkung der Sarkosporidienschläuche= gemacht werden.
-
-L. +Pfeiffer+[151] hatte Impfversuche mit dem Inhalte der
-Sarkosporidienschläuche vom Oesophagus des Schafes gemacht, wobei
-er ein wässeriges und ein Glycerinextrakt Kaninchen injizirte
-und nach kleinen Dosen nur Fieber, nach grösseren Gaben auch
-Collapserscheinungen eintreten sah. Für die nur mit Kaninchen und
-einigen Mäusen angestellten Versuche wurden bei einer Versuchsreihe
-der Inhalt der aseptisch gemachten Cysten des Oesophagus des Schafes
-mit Humor aqueus des Schafauges zu einer Emulsion verrieben und
-eingespritzt. Alle Thiere bekamen Diarrhöe, Schnupfen und Fieber
-und +starben innerhalb 4–6 Stunden+. In einer zweiten kleineren
-Versuchsreihe wurde das +Glycerinextrakt+ der Sarkosporidienkeime
-(ebenfalls von der Speiseröhre des Schafes) benutzt. Es wurde der
-Inhalt von 36 Cysten mit Glycerin 48 Stunden in dem Brutschrank bei
-38° eingestellt, mehrmals in dieser Zeit gründlich umgeschüttelt
-und schliesslich der klare Inhalt von den zu Boden gesunkenen
-Sarkosporidiencysten abgesogen. Die zur Herstellung der Extrakte
-verwendeten Cysten waren nahezu gleich gross und hatten auch den
-gleichen Inhalt; ältere und verkalkte Cysten wurden nicht verwendet.
-Bei den Versuchsthieren trat in allen Fällen Fieber ein, ausserdem
-Diarrhöe, Speichelfluss, Krämpfe und Kollapserscheinungen. Nach 5 Tagen
-waren die Kaninchen wieder wohl.
-
-L. +Pfeiffer+ hat im Herbst 1889 eine ähnliche akut tödtliche
-Einwirkung nach einer Einspritzung der möglichst aseptisch
-hergestellten Emulsion von Kochsalzwasser (0,6%) mit dem Innern eines
-melanotischen Karcinoms beobachtet.
-
-Weitere Versuche dieser Art hat dann +Kasparek+[152] im
-bakteriologischen Laboratorium des Prof. E. +Nocard+ in Alfort-Paris
-angestellt. Die Versuche von L. +Pfeiffer+, +Bertram+, +Manz+ und
-+Siedamgrotzky+ bei verschiedenen Thieren hatten zunächst gelehrt, dass
-durch +Verfütterung+ von Sarkosporidien an Ratten, Meerschweinchen
-und weisse Mäuse eine Infektion oder irgend eine Ansiedlung von
-Keimen nicht herbeigeführt wird. Es stehen diese Versuchsergebnisse
-auch im Einklange mit der bisherigen Erfahrung, dass der Genuss des
-sarkosporidienhaltigen Fleisches beim Menschen bisher ohne jeden
-Nachtheil gewesen ist. Ueberdies ist auch durch einen Versuch, welchen
-L. +Moulé+ und +Canal+ anstellten, indem sie rohes mit Sarkosporidien
-stark durchsetztes Fleisch ohne jeden Nachtheil verzehrten, ein
-direkter Beweis für die Unschädlichkeit des fraglichen Fleisches
-erbracht worden. +Pfeiffer+ und +Bertram+ zeigten auch, dass die
-Sarkosporidien aus dem Oesophagus des Schafes durch den Magensaft
-zerstört werden.
-
-+Kasparek+ untersuchte nun die Wirkung der Infektion, wenn die
-Sarkosporidien nicht verfüttert, sondern subkutan einverleibt wurden.
-Zu diesem Zwecke wurden +Miescher+’sche Schläuche zuerst mit Sublimat,
-Alkohol und Aether gereinigt, darauf mit einer sterilisirten Schere
-durchschnitten und ihr Inhalt (ungefähr ½ ccm) dem Versuchsthiere am
-Rücken subkutan eingeimpft. Hiebei konnten in dem 4 Stunden nach der
-Impfung aus der Ohrvene entnommenen Blute +zwischen den Blutkörperchen
-frei liegende+ den +Sarkosporidiensicheln sehr ähnliche Körper+
-nachgewiesen werden. Zur Färbung wurde eine Mischung von gleichen
-Theilen der +Loeffler+’schen alkoholischen Methylenblaulösung und des
-Blutserums mit einem Zusatze von geringer Menge von Thymol benutzt. Bei
-der Sektion wurden jedoch Sarkosporidien weder in den Muskeln noch in
-der Milz gefunden. „Wenn auch diese Versuche, sagt +Kasparek+, keinen
-Aufschluss über die Infektion mit Sarkosporidien liefern können, so
-führen sie doch zu der interessanten Beobachtung, dass +die Sporozoiten
-von der Impfstelle aus gleich anderen thierischen Parasiten in die
-Blutbahn gelangen können, in derselben jedoch in sehr kurzer Zeit ihre
-Form verändern+.“ Diese zu weiteren Schlüssen über die Biologie der
-Sarkosporidien führende Beobachtung stimmt auch mit den Angaben von
-L. +Pfeiffer+ überein. Nach +Pfeiffer+ „werden ebenfalls die Sicheln
-sofort zu Zellen, die den Leukocyten zum Verwechseln ähnlich sind, wenn
-ein geschlossener +Miescher+’scher Schlauch (ein „Dauerschlauch“) im
-Wirthsthier selbst platzt“. Ob diese Formveränderungen der im Blute
-gefundenen Sichelkeime normale oder die Einleitung zum Absterben
-sind, muss dahingestellt werden; wäre das letztere der Fall, so
-müsste man mit +Pfeiffer+ annehmen, dass die +Infektion durch einen
-Zwischenträger+ zu Stande kommt.
-
-Hinsichtlich des =Sitzes der Sarkosporidien= möge noch folgendes
-erwähnt sein.
-
-Die Parasiten scheinen mit Vorliebe oder sogar ausschliesslich im
-Muskelgewebe ihrer Wirthsthiere zu leben und sind im Beginne der
-Infektion stets +Zellschmarotzer+ d. h. sie liegen als längliche
-Schläuche in den +Muskelzellen selbst+.
-
-Wenn im weiteren Verlaufe einer Sarkosporidieninvasion die Infektion
-fortschreitet, so können die Parasiten als +Gewebsschmarotzer+ wie die
-Myxosporidien in zwei Formen auftreten, nämlich:
-
-1. als +Cysten+
-
-2. als +diffuse Infiltration+, welche zur Geschwulstbildung führen kann.
-
-Die +Cysten+ werden, wie noch erörtert werden soll, besonders
-häufig im Oesophagus, gelegentlich im Darm, auf der Pleura und dem
-Peritoneum beobachtet und entstehen dadurch, dass die Wand des
-Sarkosporidienschlauches erhalten bleibt und in demselben Maasse
-wächst, als der Inhalt zunimmt.
-
-Die diffuse +Infiltration+ kommt zu Stande, wenn die Hülle des
-Sarkosporidienschlauches platzt und der entwickelungsfähige Inhalt das
-Nachbargewebe überschwemmt.
-
-Wie schon bemerkt wird durch die Anwesenheit der Sarkosporidien
-zunächst die normale Beschaffenheit der Muskelfasern nicht verändert.
-Es scheint vielmehr eine Erkrankung der Muskelfasern nur unter ganz
-bestimmten Voraussetzungen (massenhafte Anwesenheit der Parasiten,
-Erkrankung des Wirthsthieres) zu erfolgen.
-
-Nach dem Vorgange von R. +Blanchard+[153] wird je nach dem Sitze der
-erwachsenen Sarkosporidien folgende =Eintheilung der Sarkosporidien=
-vorgenommen:
-
- 1. Familie +Miescheridae+, in den quergestreiften Muskelfasern.
-
- 1. +Gattung+ Miescheria, Hüllmembran dünn und strukturlos.
-
- 2. +Gattung+ Sarkocystis. Hüllmembran dick und mit Querstreifen,
- bezw. mit Borsten.
-
- 2. Familie +Balbianidae+, im Bindegewebe lebend, vielleicht in
- der Jugend in Muskeln.
-
- 3. +Gattung+ Balbiania.
-
- Als bisher benannte Arten der Säugethiere sind zu erwähnen:
-
- 1. Sarkocystis miescheriana (Kühn) = Sarkoc. Miescheri R.
- Lantz, in den Muskeln der Hausschweine.
-
- 2. Miescheria muris in den Muskeln der Mäuse und Ratten.
-
- 3. Miescheria Hueti in den Muskeln von Otaria kalifornika.
-
- 4. Balbiania mukosa in der Submukosa des Darmes bei
- Makropus penicillatus (Känguruh).
-
- 5. Balbiania gigantea, im Bindegewebe des Oesophagus beim
- Schaf und bei der Ziege.
-
-
-a) Sarkosporidien beim Menschen.
-
-Ueber das Vorkommen von Sarkosporidien +beim Menschen+ finden sich
-zwar Angaben in der +Litteratur+[154], aber, wie +Braun+ mit Recht
-am Schlusse des kurzen Berichts über dieselben hervorhebt, können
-fast alle keinem einigermassen mit den Sarkosporidien Vertrauten
-genügen, um die Existenz solcher beim Menschen annehmen zu können.
-Nur ein von +Baraban+ und +Saint Remy+[155] mitgetheilter Fall,
-wo die Sarkosporidien in einer Länge von 0,150 bis 1,6 mm in den
-Kehlkopfmuskeln eines Menschen nachgewiesen wurden, kann für das
-Vorkommen der Gebilde beim Menschen verwerthet werden. Weniger sicher
-für diese Annahme ist ein von +Kartulis+[156] veröffentlichter Fall
-zu verwerthen. Ein 36jähriger Sudanese war an multiplem Leber- und
-Bauchmuskelabscess gestorben. In der Leber fanden sich Gebilde, welche
-an Grösse und Gestalt den Koccidien der Kaninchen ähnlich waren und
-in den Abscesswandungen der Bauchmuskeln „ganz junge langgestreckte,
-runde oder ovale Psorospermien“. Grosse Cysten von +Miescher+’schen
-Schläuchen sollen auch in der Muskularis des Darmes vorhanden gewesen
-sein, während man bisher diese Parasiten nur in der quergestreiften
-Muskulatur gesehen hat.
-
-Jedenfalls kann auch jetzt noch die Behauptung aufrecht erhalten
-werden, dass die =Sarkosporidien beim Menschen ganz ausserordentlich
-selten= vorkommen.
-
-
-b) Sarkosporidien bei Thieren.
-
-
-=Sarkosporidien beim Schwein.=
-
-Wie ganz besonders durch die Untersuchungen des Schweinefleisches auf
-Trichinen bis in die neueste Zeit hinein bestätigt wurde, kommen die
-sog. +Miescher+’schen Schläuche am +häufigsten beim Schwein+ vor.
-+Ripping+[157] giebt an, dass er sie bei jedem untersuchten Schwein
-gefunden habe, +Kühn+[158] sah die Parasiten bei 98,5 Proz. der
-untersuchten Thiere. +Herbst+[159] konnte sie bei 50 Proz. der Schweine
-nachweisen.
-
-Hinsichtlich des +Vorkommens der Sarkosporidien+ in den verschiedenen
-Muskelgruppen ist zu bemerken, dass nach den bisherigen Beobachtungen,
-welche ich bestätigen kann, die Kehlkopfs-, Zwerchfells- und
-Zwischenrippenmuskeln am häufigsten und ausgiebigsten befallen
-erscheinen. Daneben sind auch die Lendenmuskeln, sowie die Muskeln
-des Auges, das Herzfleisch, die Rumpfmuskulatur recht oft infizirt.
-Ich habe in +allen+ von mir untersuchten +Fällen+ von Trichinose
-des Schweines -- etwa 70 -- die betreffenden Muskelabschnitte ganz
-hochgradig mit Sarkosporidien infizirt gefunden. Allerdings habe ich
-auch recht oft hochgradige Fälle von Sarkosporidieninfektion in den
-Muskeln des Schweines gefunden, ohne jegliche Trichinenerkrankung der
-betreffenden Thiere.
-
-Es ist ja auffällig, dass vorwiegend dieselben Stellen
-Prädilektionssitze der Sarkosporidien bei Schweinen (Kehlkopf,
-Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln) sind, welche auch für die Trichinen
-beobachtet werden und die Annahme, dass gleiche Verbreitungswege bei
-beiden Parasiten vorliegen könnten, nicht unberechtigt. Allein es ist
-zu berücksichtigen, dass es an ausgedehnten methodischen Untersuchungen
-über die Verbreitung der Sarkosporidien in der Muskulatur der
-Schweine, welche in Schlachthäusern leicht ausgeführt werden können,
-bisher fehlt und die bisherigen Wahrnehmungen sich vorwiegend auf die
-bei der Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen gemachten
-Beobachtungen beziehen. Auch muss darauf hingewiesen werden, dass
-Trichinen im Herzfleisch bisher nicht festgestellt worden sind.
-
-Ebenso fehlt es auch noch an sicheren Angaben über den Wechsel in der
-Häufigkeit und in der Grösse der Schläuche, je nach der Jahreszeit,
-dem Alter und der Rasse der Thiere. L. +Pfeiffer+ giebt an, dass
-im August und im September die kleinsten Schläuche vorkommen. Ich
-selbst beobachtete, dass die sog. Treiberschweine, die gewöhnliche
-Landrasse, viel häufiger und ausgedehnter infizirt sind, als die in
-guten Stallungen gehaltenen und der englischen Rasse angehörigen
-Thiere. Zuweilen kann ein vollständig enzootisches Auftreten in
-einzelnen Stallungen beobachtet werden, insofern als ziemlich alle
-Thiere eines Stalles besonders stark mit Sarkosporidien behaftet sind.
-Wenn auch sicher ist, dass in der grossen Mehrzahl der Fälle selbst
-eine reichliche Anwesenheit von Sarkosporidien ohne +krankmachenden
-Einfluss auf die Schweine+ ist, so kann nach mehrfachen Beobachtungen
-jedoch nicht in Abrede gestellt werden, dass eine Erkrankung der
-Schweine unter gewissen Voraussetzungen eintreten kann. L. +Pfeiffer+
-glaubt, dass die Schweine in einem frühen Stadium der Entwickelung
-der Sarkosporidien, d. h. zu der Zeit, wo die Infektionskeime in
-die Muskelzellen einwandern, erkranken. +Siedamgrotzky+[160],
-+Laulanié+[161] und +Brouwier+[162] glauben, dass, wie die bei Pferden
-und Rindern, so auch die bei Schweinen gelegentlich auftretenden
-chronischen, interstitiellen Muskelentzündungen durch die in solchen
-Fällen in besonders grosser Anzahl vorhandenen Sarkosporidien
-verursacht werden. +Virchow+[163] sah bei solchen Schweinen eine
-Paralyse der hinteren Extremitäten eintreten, +Brschosnionski+[164]
-beobachtete bei zwei Schweinen Appetitlosigkeit, beständiges Liegen,
-gekrümmten Rücken, ungeordnete Bewegung mit dem Hintertheil,
-Schmerzhaftigkeit der Muskeln bei Druck, heisere Stimme und Fieber.
-Nach der Schlachtung zeigte sich die Muskulatur wässerig, mürbe und
-von zahlreichen Sarkosporidien durchsetzt. +Roell+[165] sagt, dass
-die Gegenwart der +Miescher+’schen Schläuche in den meisten Fällen
-die Gesundheit der Schweine nicht zu beeinträchtigen scheint; es
-sind jedoch Fälle bekannt, wo sie in enormer Menge vorhanden, die
-willkürlichen Bewegungen gehemmt und zur Paralyse der hinteren
-Extremitäten Anlass gegeben haben. +Pütz+[166] glaubt jedoch,
-dass es sich hier nur um ein mehr zufälliges Zusammentreffen der
-Anwesenheit der Sarkosporidien und der aus anderen Gründen entstandenen
-Muskelerkrankung handele.
-
-[Illustration: Figur 13.
-
-Mit verkalkten Sarkosporidien (+Miescher+’schen Schläuchen) stark
-durchsetzte Muskulatur des Schweins. (Natürliche Grösse.)]
-
-Nach meinen, schon oben erwähnten jahrelangen Beobachtungen in
-Gegenden, wo sehr viele Schweine mit massenhafter Invasion von
-Sarkosporidien und mit Lähmungen der hinteren Gliedmassen, allgemeiner
-Muskelschwäche u. dgl. vorkamen, bin ich zu der Auffassung gekommen,
-dass die Sarkosporidien einmal nachtheilig werden können, wenn sie
-in kleinen Muskelgruppen mit grosser Massenhaftigkeit auftreten
-und ferner wenn Allgemeinerkrankungen (schwere fieberhafte Magen-,
-Darmkrankheiten, Rothlauf) vorangegangen sind. Vielleicht wird
-durch die Allgemeinkrankheit die normale Widerstandsfähigkeit der
-Muskelzellen in einzelnen Muskelgruppen so stark beeinträchtigt,
-dass nach L. +Pfeiffer+’s Ansicht dann die Schläuche platzen und
-eine erhebliche Infektion der Nachbarschaft mit obigen klinischen
-Erscheinungen bewirken können. Starke Fettumwandlung der Muskelfasern
-scheint in gleicher Weise zu wirken, so dass dann aus Fettfüllung
-später scholliger Zerfall der Muskelfasern sich entwickelt.
-
-[Illustration: Figur 14.
-
-Sarkosporidien in der Muskulatur des Schweins. (Natürliche Grösse.)]
-
-+Anatomisch+ ist an dem mit Sarkosporidien durchsetztem Fleische der
-Schweine +makroskopisch+ in den allermeisten Fällen nichts Abnormes
-nachzuweisen. Nur bei sehr starker Durchsetzung erscheint das
-Fleisch missfarbig, gelbröthlich oder grauröthlich, mit zahlreichen
-grauweissen Strichen durchsetzt (von Verkalkungen der Schläuche
-herrührend). Vielfach ist das Fleisch in solchen Fällen auch stärker
-durchfeuchtet und wird wegen dieser Beschaffenheit als verdorben (und
-ekelerregend) -- jedoch nicht als schädliches Nahrungsmittel, vom
-Konsum ausgeschlossen.
-
-[Illustration: Figur 15.
-
-Sarkosporidien in der Muskulatur des Schweins. (Schwache Vergrösserung
-30/1.)]
-
-
-[Illustration: Figur 16.
-
-Ende eines Sarkosporidienschlauches; daneben Sporozoiten nach
-+Leuckart+ (stark vergrössert).]
-
-[Illustration: Figur 17.
-
-Sarkosporidienschlauch in der quergestreiften Muskulatur des Schweins.
-(50fache Vergrösserung.)]
-
-Bei +mikroskopischer Besichtigung+ sieht man die Schläuche in der
-Länge der befallenen häufig etwas vergrösserten Muskelzellen. An der
-inneren Hülle der Wandung ist eine radiäre Streifung, besonders an den
-Enden der Cyste, erkennbar. In dem Inhalte der jungen Cysten sind,
-wie L. +Pfeiffer+ angiebt, Rundzellen vorhanden, aus welchen sich
-später Sichelkeime entwickeln. „Die Sichelkeime können +einfache+
-sein oder solche mit +differenzirtem Inhalt+. Die einfachen führen
-Bewegungen aus, dehnen sich, biegen die Spitzen einander zu, strecken
-sich schnellend wieder aus oder drehen sich auch in einem Kreis mit
-kurzem Radius herum. Bei Wasserzusatz fällt der Kern leicht aus und
-bildet eine hernienartige Vorwölbung; die Sichel hat also eine eigene
-Membran. Mit filtrirtem menschlichen Speichel erwärmt, zerfliesst die
-Sichel zu amöboiden Formen, die langsame Konturverschiebungen zeigen.“
-„Die Sichelkeime mit differenzirtem Inhalt werden in kleinsten und
-in grossen Schläuchen gefunden; sie sind bewegungslos. Ausser den
-Sichelkeimen und den diese Sichelkeime beherbergenden Rundzellen kommen
-am Rande der Schläuche noch grössere Gebilde vor, mit einem Inhalt von
-2, 4, 6 und mehr färbbaren Kernen.“ Wenn man auch in den verschieden
-grossen Schläuchen Rundzellen und Sichelkeime nachweisen kann, so ist
-es mir jedoch nicht gelungen eine Bewegung an den letzteren erkennen
-zu können. L. +Pfeiffer+ ist nun der Ansicht, dass die Hülle der
-Muskelschläuche bei einer gewissen Grösse platzen und dann ein Erguss
-von Sichelkeimen in die Umgebung mit nachfolgender weiterer Zerstörung
-neuer Muskelzellen stattfinden kann. Ich kann nur erklären, dass ich
-öfters in der Nähe von grossen Sarkosporidienschläuchen kleinere und
-mehr rundliche beobachtet habe. Dabei schien die Muskelzelle selbst
-ganz intakt. Ob die Ansicht von L. +Pfeiffer+ richtig ist wird erst
-durch methodisch ausgeführte weitere Untersuchungen festzustellen sein.
-Unter welchen Umständen nach meiner Ansicht eine Autoinfektion möglich
-sein kann, habe ich schon oben erörtert. L. +Pfeiffer+[167] glaubt,
-dass die Autoinfektion bei ungewöhnlich starken Muskelanstrengungen
-durch Platzen eines oder des anderen Schlauches und Verbreitung der
-Keime mittelst des Kreislaufs erfolgen kann. „Die +Miescher+’schen
-Schläuche selbst sind aufzufassen als Colnobien oder Kolonien
-von Parasiten, mit einander verklebt und innig verschmolzen in
-gemeinschaftlichem Hyaloplasma[167].“ „Der +Miescher+’sche Schlauch
-kann entstehen aus einem einzigen Keim, der sich zur runden Sporocyste
-ausbildet und dessen Sichelkeime wiederum zu vielen Sporocysten
-sich umwandeln, so lange die Raumverhältnisse der Muskelzelle die
-Vermehrung gestatten. Ebenso können aber auch in dieselbe Muskelzelle
-gleichzeitig mehrere oder viele Sichelkeime an derselben Stelle
-einwandern (Mehrlingsinfektion des Autors), und in gleicher Weise, wie
-eben geschildert, aber gemeinschaftlich, an der Schlauchbildung sich
-betheiligen. Trifft die Einwanderung räumlich verschiedene Stellen der
-Muskelzelle gleichzeitig, so können selbst zwei und drei räumlich von
-einander getrennte Schläuche zur Entwickelung kommen.“
-
-[Illustration: Figur 18.
-
-Erwachsener Sarkosporidienschlauch aus den quergestreiften Muskeln
-des Schweins; an der rechten Seite ist die radiär gestreifte Hülle
-eingerissen. (Nach +Manz+.)]
-
-Sicher ist nach allen Beobachtungen und Erfahrungen, dass die
-+Lebensdauer+ der Parasiten eine mehrjährige sein kann.
-
-+Bertram+[168] macht über das Ergebniss seiner Untersuchungen folgende
-Angaben, die hier theilweise wörtlich citirt werden sollen, weil das
-Original den Lesern nicht leicht zugänglich sein dürfte. Die Länge der
-vollständig entwickelten Sarkosporidien des Schweins schwankt zwischen
-½ und 3 mm; die grösste von +Bertram+ beobachtete Breite beträgt 0,4
-mm. Auch an den kleinsten Schläuchen ist eine aus zwei Schichten
-bestehende Membran nachzuweisen, welche an den Enden des Schlauches
-bedeutend dicker ist als in der mittleren Region. In der Regel tritt
-nach +Bertram+ ein +Zerfall+ der äusseren Schicht in Stäbchen ein;
-ich habe die Stäbcheneinrichtung an der äusseren Schicht bei allen
-grösseren Schläuchen regelmässig gesehen.
-
-Nach +Virchow+[169] sollen die sogenannten Cilien und Borsten an der
-Oberfläche bei einigen Schläuchen erst nach dem Zerreissen der Faser
-auftreten, zum Muskelprimitivbündel gehören und Querstreifen der
-Muskelfaser darstellen.
-
-In mit Hämatoxylin gefärbten Schnitten zeigte sich nun dieser
-Zerfall der äusseren Schicht in Stäbchen ebenfalls deutlich. Die
-Stäbchen weisen dann, wie +Bertram+ angiebt, eine dunklere Färbung
-als die umgebende, häufig noch sehr gut erhaltene, quergestreifte
-Substanz auf. Befreit man einen Schlauch aus der ihn umgebenden
-Muskelfaser, so bleibt der Stäbchenbesatz stets mit dem Schlauche in
-Verbindung. Demnach dürfte es sich nicht um ein zum Primitivbündel
-gehöriges Produkt handeln. +Leuckart+[170] erklärt die Entstehung der
-Stäbchenschicht dadurch, dass zwischen den benachbarten Porenkanälchen,
-welche die Schlauchhaut durchbohren sollen, Rissbildungen auftreten.
-+Manz+[171] und +Bütschli+[172] haben sich dieser Auffassung
-angeschlossen. +Bütschli+ spricht noch die Vermuthung aus, dass sich
-unterhalb der porösen und gewöhnlich in den Borstenbesatz zerfallenden
-Haut noch eine kontinuirliche zusammenhängende Membran oder doch eine
-nicht zerfallende Hautschicht finde. Dies ist, wie schon oben erwähnt,
-durchaus der Fall; dagegen lassen sich, wie ich +Bertram+ bestätigen
-kann, an den Stäbchen keine Strukturunterschiede nachweisen und eben
-desshalb glaube ich, dass sie ein Bestandtheil in der Organisation
-dieser äusseren Schicht darstellen.
-
-Die +innere Schicht+ der Membran stellt eine homogene dünne Haut
-dar, welche mit grosskernigen Zellen ausgekleidet ist. Von der
-inneren Schicht der Membran gehen Fortsätze in den Schlauch und
-bilden ein feines Maschenwerk, wodurch ein vollständiges Kammersystem
-hervorgerufen wird. An den ausgebildeten Schläuchen findet man in
-diesen Kammern zu Ballen zusammengelagerte sichelförmige Körperchen
-liegen. Neben den sichelförmigen Körperchen finden sich in den
-einzelnen Kammern noch stark lichtbrechende Körnchen von rundlicher
-Gestalt. Bei der Zerreissung eines Schlauches treten die sichelförmigen
-Körperchen nur aus den von dem Risse getroffenen Kammern hervor,
-wodurch sichergestellt ist, dass die +Maschenräume abgeschlossen sind+.
-
-Hinsichtlich der +Entstehung der sichelförmigen Körperchen in den
-Sarkosporidien des Schweines+ konnte +Bertram+ Folgendes ermitteln.
-
-In kleinen Schläuchen finden sich an den Enden rundliche grosse
-Zellen. Das Protoplasma derselben ist homogen, der Kern gross und
-unregelmässig. Zuweilen findet man die Zellen in Theilung begriffen.
-Jede Zelle ist von Gerüstsubstanz umgeben, deren Verbindung mit der
-Kutikula deutlich wahrnehmbar ist. Die Zellen liegen also in einer
-abgeschlossenen, von Gerüstsubstanz umgebenen Kammer, und es bleiben
-auch die von ihnen gebildeten Zellen in derselben. +Letztere wandeln
-sich dann in die sichelförmigen Körperchen um+. An den Sarkosporidien
-des Schafes sind die einzelnen Stadien des Vorganges besser zu
-verfolgen, als an den Gebilden des Schweines. Weder eine Theilung noch
-eine Bewegung der sichelförmigen Keime ist nachzuweisen.
-
-Im weiteren Verlaufe kann nun ein Zerfall der Sarkosporidien eintreten.
-Denn die sichelförmigen Körperchen zerfallen dann innerhalb der Kammern
-in eine feinkörnige Masse, wie man dies in der Muskulatur des Schweines
-überaus häufig nachweisen kann. Sehr oft bleibt dann auch die Umhüllung
-des Schlauches nicht intakt, sie zerreisst und es dringen Leukocyten in
-das Innere ein. Ist erst einmal ein solcher Zerfall der Sarkosporidien
-eingetreten, dann findet auch sehr leicht eine Aufnahme und Ablagerung
-von Kalksalzen in denselben statt. Ob, wie +Pfeiffer+ glaubt, die
-sichelförmigen Körperchen in das umgebende Gewebe eindringen und neue
-Infektionen bewirken können, wenn bei völlig gesunden Schläuchen die
-Umhüllung platzt, ist noch nicht genügend festgestellt. Die Möglichkeit
-kann jedenfalls nicht bestritten werden.
-
-Es mag an dieser Stelle erwähnt sein, dass beim Schwein noch eine
-+andere Muskelerkrankung+ vorkommt, welche grosse Aehnlichkeit
-mit Sarkosporidieninfektion hat. +Duncker+[173], welcher von
-einem Trichinenschauer auf eigenthümlich dunkle Muskelfasern im
-Schweinefleisch aufmerksam gemacht war, fand bei genauerer Untersuchung
-zwischen normalen Muskelfasern andere schmutzig braun gefärbte. Der
-Sarkolemmaschlauch enthielt in unregelmässigen Entfernungen von
-einander scharf umschriebene, dunkle, in der Mitte hellere Körper mit
-wulstigem Rande. +Duncker+ hielt diese Gebilde irrthümlich für echte
-Strahlenpilze, während nähere Untersuchungen, welche bald darauf von
-+Johne+, +Hertwig+ u. A. vorgenommen wurden, lehrten, dass dieselben
-mit den echten Strahlenpilzen nichts zu thun haben. Es sind, wie auch
-ich mich bei zahlreichen Untersuchungen überzeugen konnte scharf
-abgegrenzte Gebilde von rundlicher oder ovaler Gestalt, in welchen
-man bei stärkerer Vergrösserung eine eigenthümlich körnige Streifung
-erkennen kann. Ich bin zu der Ansicht gekommen, dass es sich um
-frühzeitig zu Grunde gegangene Sarkosporidienschläuche handelt, bei
-welchen eine grössere Aufnahme von Kalksalzen noch nicht stattgefunden
-hat. +Hertwig+[174], welcher für diese Gebilde die Bezeichnung
-„Muskelstrahlenpilze“ wünschte, macht über seinen Befund folgende
-Angaben:
-
-„Bei 40–50facher Vergrösserung bemerkt man an Quetschpräparaten
-zwischen den normalen Muskelfasern andere, welche in ihrem Verlaufe
-ungleichmässig unterbrochen, mehr oder weniger dunkel, grau oder braun
-gefärbte Stellen enthalten, in welchen, ebenfalls in unregelmässigen
-Zwischenräumen dunkele, runde oder rundliche, meistentheils scharf
-abgegrenzte Körperchen liegen, deren Durchmesser gewöhnlich denjenigen
-einer Muskelfaser oder darüber besitzt.
-
-Diese Muskelfasern haben ihre gestreckte Form verloren, sie sind
-zusammengezogen und haben dadurch eine unregelmässige wellige
-Gestalt erhalten; bisweilen sind sie in ihrem ganzen Verlaufe,
-bisweilen nur an einzelnen Stellen breiter als die gewöhnlichen
-Muskelfasern. Bei stärkerer, etwa 300facher Vergrösserung, sieht
-man, dass die dunkelgefärbten Stellen in den Muskelfasern aus einem
-stark lichtbrechenden Inhalt von feinen Fetttröpfchen zerfallener
-Muskelsubstanz und vorzugsweise aus kleinen mikrokokkenartigen
-Körperchen (Sporen?) bestehen, zwischen welchen häufig keulenförmige
-Pilzfäden liegen. Die Querstreifung ist gewöhnlich nur noch undeutlich
-zu erkennen, oft vollständig verschwunden. Die Muskelfasern enthalten
-häufig bis in die Mitte gehende Querrisse, auch vollständige
-Zerreissungen. In einem jedenfalls weiter vorgeschrittenen Stadium ist
-die kontraktile Substanz in unregelmässige, rundliche oder viereckige
-Schollen von verschiedener Grösse zerfallen. Zwischen diesen Partien
-liegen die vorerwähnten rundlichen, scharf abgegrenzten Körper, die
-Strahlenpilze.
-
-In der Umgebung der Rasen ist das Sarkolemm verdickt und reichliche
-Lagerung von Granulationszellen vorhanden. An Präparaten, welche mit
-+Cochenille gefärbt+ sind, hebt sich diese Umgebung etwas heller
-von den dunkel gefärbten Pilzen ab. Von dem Mittelpunkt des Rasens
-erstrecken sich nach allen Seiten gleichsam in Strahlen, neben und
-übereinander liegend, und sich dadurch zum Theil deckend, zarte stark
-lichtbrechende Keulen, welche in der Regel eine längliche, birnförmige
-Gestalt besitzen, doch fehlen auch solche nicht mit kolbenartigen
-Anschwellungen oder mit dichotomischen Theilungen an den Endpunkten.
-Wiederholt ist auch beobachtet worden, dass zwei Keulen aus einem
-Mycelfaden entstehen, und dass eine Septirung zwischen Faden und Keule
-besteht.
-
-An der Basis der Keulen befindet sich das Mycelium als ein dichtes
-Flechtwerk von äusserst feinen Fäden, mit kleinen mikrokokkenartigen
-Körperchen durchsetzt. Dasselbe ist bei durchfallendem Lichte
-durchscheinend und hebt sich heller gegen die Umgebung ab. In dieser
-Weise sieht man den Rasen nur bei einer bestimmten Lage, bei einer
-anderen Lage sieht man die Keulen gegen sich gekehrt, wodurch ein Bild
-entsteht, welches +Ponfick+ mit dem Fruchtboden gewisser Kompositen
-vergleicht und +Plaut+ mit dem Anblick verglichen hat, den man erhält,
-wenn man viele dicht zusammengebundene Nadeln von oben betrachtet.
-
-Pilzfäden von derselben Art, wie an den ausgebildeten Rasen,
-findet man vereinzelt oder in grösserer Zahl und in verschiedenen
-Wachsthumsstadien aus der kontraktilen Substanz und aus den zerfallenen
-Schollen derselben herausgewachsen, wodurch die Annahme gerechtfertigt
-erscheint, dass die kontraktile Substanz das materielle Substrat für
-die Ernährung der Pilze darstellt, und dass die Form der erwähnten
-Schollen auf die runde oder längliche Gestalt der Pilze von Einfluss
-ist. Der Verkalkungsprozess geht nicht von einer bestimmten Stelle
-aus, sondern beginnt bald im Mittelpunkt, bald in der Peripherie. In
-dem ersten Falle zeigen sich, wenn die Verkalkung schon einen grossen
-Umfang erreicht hat, unter dem Mikroskop besonders hübsche Bilder
-dadurch, dass ein grösseres völlig dunkeles Centrum an den hellen
-Endtheilen der Keulen von einer Strahlenfigur umgeben wird.
-
-Aus diesem Befunde ergiebt sich, dass die Pilze eine zerstörende
-Einwirkung auf die Muskelfasern -- und dadurch auf die Muskeln selbst
--- ausüben; es lässt sich füglich nicht anders denken, als dass die
-vorgefundenen Veränderungen eine Folge der Einwanderung der Pilzkeime
-und deren weiteren Entwickelung sind, weil in pilzfreien Muskeln diese
-Veränderungen nicht vorkommen. Die Schwellung der Muskelfasern, das
-Verschwinden der Querstreifung, der Zerfall der Muskelfasern, die
-Verdickung des Sarkolemms und die Bildung von Granulationszellen in
-der Umgebung der Pilzrasen, lassen dauernde formative Störungen ohne
-Zweifel und vorübergehende funktionelle und nutritive mit Bestimmtheit
-voraussetzen.“
-
-+Hertwig+ glaubte demnach, dass die Pilze eine zerstörende Einwirkung
-auf die Muskelfasern ausüben und dadurch jene Veränderungen bedingt
-werden. +Hertwig+ fand dieselben Gebilde später auch in dem wässerig
-erscheinenden +Fleische von Schafen+, ebenso sind sie in ähnlich
-verändertem Fleische von +Kälbern+ (+Falk+) gefunden worden. Hat
-eine grössere Invasion von Parasiten stattgefunden, so erscheint das
-befallene Fleisch rothgelb, lehmfarbig, grauroth und mit grauweissen
-Strichen durchsetzt, stark durchfeuchtet und ziemlich weich. Derartiges
-Fleisch wird als +verdorben+ und ekelerregend dem Konsum zu entziehen
-sein.
-
-Ist die Infektion nur eine geringe, so kann man, wie beim
-Sarkosporidienfleisch makroskopisch keine Veränderungen nachweisen.
-Wie bei den Sarkosporidieninfektionen, so zeigt sich nach den
-Untersuchungen von +Hertwig+ auch bei diesen Gebilden, dass sie am
-+häufigsten und am stärksten entwickelt+ in den Zwerchfellpfeilern, in
-den Bauchmuskeln und Zwischenrippenmuskeln vorkommen.
-
-In jüngster Zeit hat +Olt+[175] diese sog. Muskelstrahlenpilze des
-Schweines einer Untersuchung unterworfen und ist dabei zu wesentlich
-anderen Ergebnissen gekommen, als die oben genannten Autoren.
-
-+Olt+ konnte zunächst nachweisen, dass die eigenthümlichen
-mikrokokkenartigen Körperchen sich gegen Säuren, Basen und fettlösende
-Mittel resistent verhalten, mithin weder aus Kalk noch aus Fett
-bestehen können. Ferner nehmen sie Karminfärbung, wodurch die
-Plasmatrümmer kräftig roth gefärbt werden, nicht an, dagegen +färben+
-sie sich mit Anilinfarben sehr intensiv und halten den Farbstoff
-beim Auswaschen mit Wasser, Glycerin oder Alkohol fester als die
-Plasmamassen. Methylgrün, Gentianaviolett und besonders Karbolfuchsin
-geben schöne Bilder, wenn die Schnitte in schwach alkoholischen
-Lösungen theilweise entfärbt und in Glycerin aufgehellt werden. Bei
-starken Vergrösserungen findet man, dass alle Körperchen kugelrund,
-scharf konturirt und fast gleich gross sind.
-
-Mit Rücksicht auf das angegebene Verhalten zu Farbstoffen und ihre
-morphologischen Eigenschaften möchte +Olt+ die Körperchen nur als
-Kokken deuten. In frischen Präparaten ist eine Anordnung in Kettenform
-ohne Weiteres zu erkennen. Die Kokken dringen mit Vorliebe quer
-zwischen die Muskelscheiben, bisweilen auch in der Richtung der
-Fibrillen ein. Mit dem fortschreitenden Zerfall der Muskelfaser wird
-die Anordnung der Ketten eine unregelmässige. Meist liegen mehrere
-Kettenreihen in Form von Bündeln nebeneinander, von denen sich
-schmälere Züge abzweigen. Die Bündel liegen in kleinen Abständen bald
-in paralleler Richtung, bald divergirend oder unregelmässig angeordnet
-in den Plasmamassen der kranken Muskelfasern. Bei nicht allzu starken
-Vergrösserungen machen sie den Eindruck, als wenn zwischen den
-Plasmatrümmern Mycelfäden lägen. Die Streptokokken treten vorzugsweise
-in der kontraktilen Substanz auf und nur in geringerer Menge werden sie
-in dem Zwischengewebe gefunden.
-
-Eine Züchtung der Kokken ist bisher noch nicht ausgeführt worden.
-Auch scheinen es keine eiterbildenden Kokken zu sein und nach den
-bisherigen Beobachtungen ausschlieslich auf das Muskelgewebe beschränkt
-zu sein.
-
-Eine Nachuntersuchung der +Olt+’schen Befunde konnte ich bisher nicht
-ausführen. Jedenfalls scheint die Möglichkeit gegeben, dass es sich um
-pflanzliche Parasiten handelt. Doch ist auch nach den Untersuchungen
-von +Olt+ nicht erklärt, wesshalb die eigenthümlichen, kreisförmig
-gestalteten Gebilde zur Entstehung kommen, wie ich sie öfters in
-Präparaten gesehen habe, welche mit dem sog. Muskelstrahlenpilz der
-Schweine durchsetzt waren. Das Auftreten von Mischinfektionen scheint
-mir einstweilen noch am besten die bisherigen Beobachtungen zu erklären.
-
-
-Sarkosporidien beim Pferde.
-
-[Illustration: Figur 19.
-
-Sog. Strahlenpilze aus der Muskulatur des Schweines. Charakteristisch
-sind die _a_–_e_ bezeichneten Veränderungen. (50fache Vergrösserung.)]
-
-Beim Pferde kommen Sarkosporidienerkrankungen der Muskeln nicht
-selten zur Beobachtung, jedoch lange nicht so häufig, wie beim
-Schwein. Besonders häufig ist der Oesophagus, wie +Siedamgrotzky+[176]
-fand, Sitz der Erkrankung; daneben wird jedoch auch die gesammte
-Skeletmuskulatur betroffen. Bei massenhafter Anwesenheit der
-Sarkosporidien in der Skeletmuskulatur werden gewiss nicht selten
-auch Erkrankungen eingeleitet, obwohl in der Litteratur darüber
-bisher nur vereinzelte Angaben vorliegen. +Siedamgrotzky+ beschreibt
-einen solchen Fall, wo bei einem zu Secirübungen verwendeten Pferde
-beide dicken inneren Schenkelmuskeln und beide inneren Strecker des
-+Vorarms+ erkrankt waren. Die erkrankten Muskeln waren atrophisch,
-schlaff und von weissen Streifen durchsetzt. Die tieferen Schichten
-waren mehr bräunlich. Daneben fand ein ziemlich schneller Uebergang
-von erkrankten zu gesunden Muskelfasern statt. +Mikroskopisch+
-zeigte sich, dass nicht nur die genannten Muskeln, sondern die
-+ganze Körpermuskulatur+ des betreffenden Pferdes in stärkerem oder
-schwächerem Grade von +Miescher+’schen Schläuchen +durchsetzt+ waren.
-Diese Gebilde fanden sich in allen untersuchten Muskeln. Die +Länge+
-derselben war verschieden und erreichte +im Schlunde+ 12 mm, während
-sie in der Skeletmuskulatur meist 3–4 mm betrug. Nicht nur in dem
-affizirten Muskelfaden, sondern auch in den benachbarten fand sich
-stets eine (wahrscheinlich reaktive) Vermehrung der Muskelkerne, so
-dass sie oft lange, dem Sarkolemma anliegende Kernreihen, bis zu
-14 hintereinander bildeten. Wo die +Schläuche gehäufter auftraten+
-gesellte sich zu dieser intramuskulären Kernwucherung stets eine
-Vermehrung des intramuskulären Bindegewebes, welche am stärksten in den
-schon makroskopisch als krankhaft verändert erkennbaren Muskelgruppen
-nachzuweisen war. +Siedamgrotzky+ meinte, dass es sich zunächst um eine
-durch +Miescher+’sche Schläuche angeregte Hyperplasie des Perimysium
-internum gehandelt habe, die zur einfachen Atrophie der Muskelfasern
-führte.
-
-Durch diese Beobachtung angeregt untersuchte +Siedamgrotzky+ dann
-13 hintereinander geschlachtete Anatomiepferde und fand sowohl bei
-diesen, wie auch bei zwei secirten Pferdekadavern und mehreren vom
-Pferdeschlächter stammenden Köpfen konstant die +Miescher+’schen
-Schläuche in den Muskeln. +Am konstantesten, zahlreichsten und grössten
-fanden sich die Schläuche in der Muskulatur des Schlundes+, wo sie
-als gerade in der Richtung der Muskelfasern verlaufende weissliche
-Stränge leicht zu erkennen sind. Neben dem Schlunde waren die
-Schlundkopfmuskeln, die unteren Halsmuskeln und der Zwerchfellmuskel
-am meisten bevorzugt. Weniger zahlreich fanden sie sich in den
-übrigen Körpermuskeln, in denen sie meist nur bei mikroskopischer
-Untersuchung aufgefunden wurden. Dagegen wurden sie im Herzen, in
-der glatten Muskulatur des Schlundes, überhaupt an anderen Stellen,
-als in quergestreiften willkürlichen Muskelfasern +bei Pferden+ von
-+Siedamgrotzky+ niemals gefunden.
-
-Einen weiteren Fall von +Sarkosporidien in den Muskeln mit
-gleichzeitiger Erkrankung+ des Pferdes hat +Pütz+[177] beschrieben. Es
-handelt sich um einen Fall aus der Thierklinik der Universität Halle,
-welchen ich, damals Assistent der Klinik, gleichfalls zu beobachten
-Gelegenheit hatte.
-
-Ein 5 Jahre alter brauner Wallach war mit dem Vorbericht eingeliefert
-worden, dass das Thier seit etwa 6 Monaten lahm sei; und zwar hätte
-sich die Lahmheit zunächst auf dem rechten, dann auch auf dem linken
-Vorderbeine geäussert. Die klinische Diagnose lautete auf eine
-unvollkommene Lähmung mehrerer Muskelgruppen der Vordergliedmassen,
-deren primärer Grund entweder in den Muskeln selbst, oder in deren
-Nerven bezw. im Rückenmarke zu suchen sei. Da eine erfolgreiche
-Behandlung nicht zu erwarten war, wurde das Pferd geschlachtet.
-Bei Entfernung der Vordergliedmassen zeigte sich eine auffallende
-Degeneration der Muskelgruppen, welche an der oberen Hälfte der Skapula
-sich ansetzen und diese mit dem Rumpfe und Halse verbinden. Die
-degenerirten Muskeln zeigten makroskopisch ein in verschiedenem Grade
-vorhandenes speckähnliches Aussehen und zwar waren die betroffenen
-Muskeln meist von mehreren in verschiedenem Maasse fortgeschrittenen
-Krankheitsherden durchsetzt, so dass sie weder gleichzeitig in
-grösserer Ausdehnung, noch auch in der Reihenfolge, wie sie
-nebeneinander liegen, sondern mehr einzeln bezw. stückweise erkrankt zu
-sein schienen, während die unmittelbar angrenzenden Muskelstücke oder
-ganze Muskeln keine makroskopisch erkennbaren Veränderungen zeigten.
-In den degenerirten Muskeln fanden sich in grosser Zahl längliche,
-weissliche Konkretionen und zwar auf Längsschnitten in mehr oder
-weniger deutlicher reihenförmiger Anordnung.
-
-+Mikroskopisch+ zeigte sich, dass die Muskelfasern stellenweise in sehr
-verschiedenem Maasse geschwunden waren, während dementsprechend das
-Perimysium internum unter massenhafter Kern- und Zellenproliferation
-hypertrophirt erschien. +Miescher+’sche Schläuche sind bald in
-grösserer, bald in geringerer Anzahl vorhanden.
-
-Über den näheren mikroskopischen Befund giebt +Pütz+ Folgendes an:
-
-„Schnitte, welche aus den makroskopisch am wenigsten veränderten
-Muskelpartien stammen, zeigen zunächst nur das Bild einer chronischen
-interstitiellen Myositis. Die intermuskulären Bindegewebszüge sind
-mehr oder weniger verbreitert und mit mehr oder weniger Rundzellen,
-sowie zahlreichen Kernen durchsetzt. Von den stärkeren Strängen aus
-greift das Bindegewebe, sich baumartig verästelnd, zwischen die
-Muskelbündel hinein, sich immer mehr verjüngend. Die zwischen dem
-gewucherten Bindegewebe liegenden Muskelfäden sind zum grossen Theil
-in ihrem Durchmesser verkleinert. Die Verkleinerung desselben nimmt
-im Allgemeinen proportional der Verbreiterung der intermuskulären
-Bindegewebszüge zu. Hie und da in den einzelnen Schnitten, in
-wechselnder Anzahl, aber in keinem gänzlich fehlend, kommen Fibrillen
-vor, deren Dickendurchmesser sich um ein Bedeutendes vergrössert
-hat. Sie enthalten einen eigenartigen runden, durch Hämatoxylin
-blaugefärbten Körper, der von einer scharf konturirten Kapsel oder Haut
-umschlossen ist und im Innern deutlich eine grosse Anzahl plumper,
-kurzer, stäbchenartiger Gebilde erkennen lässt, die aber ebenfalls
-die Farbe nur in unvollkommener Weise angenommen haben. Diese Gebilde
-sind Sarkosporidien (früher als Gregarinen, +Miescher+’sche oder
-Psorospermienschläuche oder +Rainey+’sche Körperchen bezeichnet).
-Diese füllen in diesem Stadium niemals den ganzen Muskelschlauch aus,
-sondern sind stets noch in einer breiten Zone wohlerhaltener und in
-der charakteristischen Weise tingirbarer Muskelsubstanz vorhanden. Auf
-Längsschnitten zeigt das die Sarkosporidien umgebende Muskelprotoplasma
-deutliche Querstreifung.“
-
-„An anderen Stellen gaben die Schnitte ein von dem Geschilderten etwas
-abweichendes Bild. Das interstitielle Bindegewebe tritt in ihnen
-zwar in derselben Form und Ausdehnung auf, doch machen sich mitten
-zwischen den Muskelbündeln dichte kleinzellige Herde bemerkbar, die
-ihre Ausläufer bis weit zwischen die Fibrillen senden. Ausserdem
-treten jetzt aber neben sich ganz normal verhaltenden +Miescher+’schen
-Schläuchen solche auf, die anscheinend in Folge von Zunahme ihres
-Dickendurchmessers den sie umgebenden Mantel von Muskelprotoplasma
-auseinandertreiben, zersprengen und, wie man annehmen muss, in seiner
-chemisch-physikalischen Konstitution so abändern, dass von ihm am Ende
-nur noch bröckelige, auseinandergesprengte Trümmer ohne jede Spur von
-Querstreifung übrig bleiben. Zwischen normalen, aber Sarkosporidien
-enthaltenden Muskelfasern und derartig hochgradig zerstörten lassen
-sich in grösseren Schnittserien alle möglichen Uebergangsbilder
-auffinden. Mit diesen Schritt für Schritt ablaufenden Veränderungen in
-den Sarkosporidien enthaltenden Muskelfasern entwickeln sich allmählich
-in ihrer Umgebung die Erscheinungen einer akuten interstitiellen
-Myositis, die sich in scharf ausgeprägter Weise durch eine immer mehr
-und mehr zunehmende kleinzellige Infiltration charakterisirt.“
-
-„Mit zunehmendem Zerfall der kontraktilen Muskelsubstanz und
-fortgesetzter Entwickelung der in ihrer Umgebung auftretenden
-Entzündung tritt aber, soweit sich erkennen lässt, eine weitere
-Entwickelung der Sarkosporidien nicht ein. Im Gegentheil verschwindet
-mit ersterem die Kontur ihrer Kapsel nach und nach vollständig; in
-den von ihr umschlossenen Raum drängen sich von aussen einzelne
-Rundzellen ein; zugleich kommt es aber auch allmählich zur Einlagerung
-feinkörniger, selbst mehr oder weniger grobkörniger, unregelmässig
-krystallinischer Kalksalze, welche den Einblick in den beschriebenen
-Zerfallsherd schliesslich vollständig unmöglich machen. Es entstehen
-auf diese Weise langgestreckte Konkretionen, die sich schon
-makroskopisch als grauweisse, langgestreckte, breite Einlagerungen
-zu erkennen geben. Erst die Behandlung mit verdünnter Salpetersäure
-gestattet nach Auflösung der eingelagerten Kalksalze wiederum einen
-vollen Einblick in die Natur dieser Konkretionen.“
-
-+Pütz+ kam auf Grund dieses mikroskopischen Befundes zu der Ansicht,
-dass nicht erwiesen ist, dass die +Miescher+’schen Schläuche, bezw. die
-Gregariniden die Ursache der Erkrankung sind. +Johne+, dem Präparate
-zur Untersuchung übersandt waren, erklärte die Muskelerkrankung
-für eine chronische, interstitielle Myositis, hervorgerufen durch
-+Miescher+’sche Schläuche. Ebenso meinte +Rabe+, dass es sich um eine
-verbreitete Gregarinose der Muskeln handle, da manche Muskelbündel
-sehr grosse Psorospermienschläuche enthalten. Auch ich[178] kam zu der
-Auffassung, dass die Sarkosporidien die Ursache der Erkrankung gewesen
-sind. Ebenso +Rieck+[179]. +Pütz+, +Eberth+ und +Schmidt+-Mülheim waren
-jedoch gegentheiliger Ansicht.
-
-+Pütz+ erwähnt dann auch gelegentlich der Mittheilung dieses Falles,
-dass er in der +Schlundmuskulatur gesunder Pferde+ in acht nach
-einander untersuchten Fällen konstant solche Schläuche angetroffen
-habe, welche meist stark entwickelt waren, so dass sie das Sarkolemma
-des Muskelfadens bedeutend ausdehnten.
-
-Die vorstehend angeführten Fälle von Muskelerkrankungen beim Pferde
-durch Anwesenheit von Sarkosporidien stehen auch in Beziehung zu der
-seit Jahrzehnten bekannten, jedoch von +Günther+[180] (1859) zuerst
-beschriebenen sog.
-
-
-„Eisballenkrankheit der jungen Pferde“.
-
-Es handelt sich dabei um eine Muskelerkrankung, welche bei edlen
-Pferden besonders im Alter von 1–3 Jahren in den Gegenden von Hannover
-und Mecklenburg in einzelnen Jahrgängen nicht selten beobachtet wird.
-Es zeigen sich dabei mehr oder weniger ausgedehnte Anschwellungen in
-den Muskeln der Hinterschenkel, welche bei +ruhigem Verhalten+ des
-Thieres +weich+ erscheinen, aber sofort +hart+ werden und +markirt+
-hervortreten beim Schnellen mit dem Finger gegen die Haut der kranken
-Partie, oder sobald die Patienten in die geringste Aufregung versetzt
-werden. In höheren Graden verbreitet sich das Leiden auch auf die
-Muskeln des Beckens und des Rückens. Meist, wenn auch nicht immer
-in gleichem Grade, entwickelt sich das Leiden in den betreffenden
-Muskeln beider Schenkel und Beckenhälften. Die Erkrankung verschwindet
-selten vollständig und ist in höheren Graden nicht nur unheilbar,
-sondern beeinträchtigt auch die Brauchbarkeit der betreffenden Füllen
-derart, dass dieselben werthlos werden. Die Entwickelung der Muskeln
-wird gehindert, die Thiere werden säbelbeinig, das Becken senkt sich
-und die Pferde können erhebliche Arbeit nicht mehr verrichten. Bei
-der +Sektion+ der nach längerem Bestehen des Leidens geschlachteten
-oder gestorbenen Pferde findet man (nach +Günther+) die erkrankten
-Muskelabschnitte derb und zäh, von blass rosarother bis blass
-graurother, selbst grauer Farbe, stellenweise durchschimmernd, wie
-frisches Fischfleisch, mit welchem Querschnitte durch die Muskulatur
-viel Aehnlichkeit haben[181]. An anderen Stellen erscheint der
-Querschnitt körnig. Im Uebrigen erscheinen die Muskelfasern degenerirt,
-durch dichtes, sehr wenig verdicktes Zellgewebe eingeschlossen. Die
-erkrankten Muskeln glänzen nicht auf Längsschnitten und retrahiren
-sich nicht nach Querschnitten, so dass selbst bei getödteten noch
-lebenswarmen Thieren die durchschnittenen kranken Muskeln nicht
-zurückspringen, aber sogleich soweit anschwellen, wie die Erkrankung
-reicht. Im Nervensystem fand +Günther+ keine pathologischen Zustände.
-+Gerlach+ fand bei seinen Untersuchungen die Muskelfasern mit
-unzähligen „Psorospermien“ durchsetzt und die Muskelfasern oft so
-vollständig zerstört, dass nur noch das Sarkolemm übrig geblieben
-war. +Gerlach+ hielt die eingewanderten Psorospermien für die Ursache
-der Erkrankung. Wahrscheinlich beruht auch die sog. „Füllenlähme“ in
-manchen Fällen auf der Einwanderung dieser Parasiten. Zur +Therapie+
-wurde in geringgradigen Fällen Jodeinreibungen, intraparenchymatöse
-Einspritzung von Kochsalz, auch Anwendung des Glüheisens empfohlen.
-
-Man kann demnach auch hinsichtlich der Bedeutung der +Sarkosporidien
-als Krankheitserreger bei Pferden+ zu dem Ergebniss kommen, dass diese
-Parasiten gewöhnlich keine klinisch erkennbaren Störungen hervorrufen,
-jedoch unter bestimmten Umständen, welche noch nicht genügend erforscht
-sind, eine Anfangs akute, später chronisch werdende interstitielle
-Myositis mit nachfolgender Degeneration der Muskelfasern bewirken
-können.
-
-
-Sarkosporidien bei den Rindern.
-
-Wie bei Pferden, so kommen auch bei Rindern Sarkosporidieninfektionen
-der Muskeln nicht selten vor und manchmal ebenfalls mit
-Muskelerkrankungen verbunden. +Roell+ führt an, dass die
-+Miescher+’schen Schläuche bei den in Wien zur Schlachtung kommenden
-Büffeln nahezu konstant in der quergestreiften Muskulatur des
-Oesophagus angetroffen und hier bis 1 cm lang und 10–15 mm breit
-gefunden werden. +Rieck+ beschreibt näher einen von ihm untersuchten
-Fall von ausgedehnter Muskelerkrankung bei einem Bullen, wozu ihm
-von +Prietsch+, der den Fall im Leben beobachtete, das Material
-geliefert war. Es handelte sich um einen etwa 1½ Jahre alten Bullen,
-bei welchem nach den Aufzeichnungen von +Prietsch+ fast alle Muskeln,
-namentlich die Bauchmuskeln, Rückenmuskeln, Schulter- und Gesässmuskeln
-beulenartige, verhärtete Stellen von Faust- bis Kindskopfgrösse
-enthielten. Krankheitserscheinungen sollen an dem Thiere vorher nicht
-wahrgenommen sein. In den hochgradig veränderten Muskelabschnitten
-fanden sich zahlreiche Sarkosporidien in den Muskelfasern.
-
-Bei der +makroskopischen Untersuchung+ der übersendeten Muskeln war der
-Befund im Wesentlichen so, wie bei dem von +Pütz+ geschilderten Falle
-des Pferdes.
-
-Bei der +mikroskopischen Untersuchung+ in Alkohol gehärteter Stücke
-konnten nach Anwendung gleicher Färbungsmethoden zwei deutlich von
-einander zu trennende Stadien des pathologischen Prozesses nachgewiesen
-werden.
-
-Das +jüngere+ desselben fand sich wesentlich nur in Präparaten, welche
-aus der Grenzschicht zwischen der normalen und der makroskopisch schon
-am auffälligsten veränderten Muskulatur stammten. Dieselben boten das
-Bild einer sehr hochgradigen akuten Entzündung des Perimysium internum
-mit einer ganz erheblichen kleinzelligen Infiltration desselben.
-In +Präparaten dieses Stadiums+ liessen sich weder innerhalb der
-Muskelfasern, noch in dem zwischen denselben befindlichen Bindegewebe
-Sarkosporidien auffinden.
-
-Ganz anders gestaltet sich das mikroskopische Bild in denjenigen
-Schnitten des zweiten Stadiums, welche den hochgradig veränderten
-Muskelpartien entnommen waren. Hier ist an Stelle der akuten
-Entzündung und kleinzelligen Infiltration eine chronische Entzündung
-und kernreiche Wucherung des intramuskulären Bindegewebes getreten,
-in Folge dessen die Züge desselben sich in baumartiger, allmählich
-immer schwächer werdender Verästelung zwischen den mehr oder weniger
-auseinandergedrängten Muskelbündeln und Muskelfasern hinein fortsetzen.
-
-In den Querschnitten der Muskelbündel fallen ferner einzelne
-Fasern durch ihren grossen, den der übrigen oft um mehr als die
-Hälfte übertreffenden Durchmesser auf. Das Innere derselben wird
-auf Querschnitten eingenommen von einem rundlichen, granulirten
-Gebilde, welches die Hämatoxylinfärbung intensiv angenommen hat.
-Dasselbe besteht aus einer scharf und doppelt konturirten, sehr
-dünnen, homogenen Kapsel, innerhalb deren sich eine grosse Menge
-kleiner, blaugefärbter, unregelmässig gestalteter Körnchen befindet.
-Es entspricht dies Gebilde vollständig einer quer durchschnittenen
-Sarkosporidie.
-
-[Illustration: Figur 20.
-
-Theil eines Längsschnittes einer Sarkosporidiencyste aus dem Oesophagus
-eines Rindes. 400fache Vergrösserung. (Nach +van Ecke+.)]
-
-+Brouwier+ fand bei einem geschlachteten Stier einzelne Partien des
-Fleisches beinahe wie Kalbfleisch aussehen; besonders ergriffen zeigte
-sich die Muskulatur der Hinterschenkel. Die betreffenden Muskeln
-enthielten starke Faserzüge, in denen eine Menge kleiner Pünktchen
-sichtbar waren. Das betreffende Thier hatte etwa drei Monate vor seinem
-Tode einen beschwerlichen Gang gezeigt und schlecht aufstehen können.
-Bei der mikroskopischen Untersuchung fand sich eine chronische Myositis
-mit Atrophie der Muskelsubstanz und Hypertrophie des intramuskulären
-Bindegewebes. +Die Pünktchen erwiesen sich als Miescher’sche Schläuche.+
-
-+van Ecke+[182] beobachtete seit mehreren Jahren das Vorkommen
-der Sarkosporidien in der Muskulatur der Büffel von Ostindien.
-Makroskopisch traten dieselben als weisse oder grauweisse Streifen
-hervor. Ganz auffallend viel wurden sie in der quergestreiften
-Muskulatur des +Schlundes+ beobachtet. Im Herzen fand +van Ecke+ sie
-niemals. Das Innere der Schläuche ist durch viele feinste Scheidewände
-in Höhlen abgetheilt, deren halbflüssiger, dem Eiweiss gleichender
-Inhalt überaus reich ist an sichel- und weiter an halbmond-, zahn- und
-nierenförmigen 10–14 Mikra langen und 2–3 Mikra breiten Körperchen,
-worunter in viel geringerer Zahl sich auch runde vorfinden. „Diese
-Pseudonavicellen haben deutliche, zu jeder Zeit bestehende (?)
-+Eigenbewegungen+, welche zum Theil fortschreitende, anderntheils
-rotirende sind und ausserdem auch örtliche, an denen die kegelförmigen
-Enden hervortraten.“ Bisweilen konnte +van Ecke+ an einem oder an
-beiden Enden auch +Cilien+ nachweisen. Bei der +Kultur+ im hängenden
-Tropfen zeigten die Pseudonavicellen nach 12 Stunden lebhafte Bewegung.
-Nach 24 Stunden waren sie alle verschwunden und an ihrer Stelle
-zahlreiche, lebhaft sich bewegende Amöben aufgetreten, welche +van
-Ecke+ mehrmals sich in zwei theilen sah und nachher in eingekapseltem
-Zustande beobachten konnte.
-
-In einer späteren Mittheilung hebt +van Ecke+ noch hervor, dass die mit
-den Parasiten behafteten Thiere im Leben keine Krankheitserscheinungen
-erkennen liessen. Vorgenommene Fütterungsversuche fielen vollständig
-negativ aus.
-
-[Illustration: Figur 21.
-
-Schnitt durch eine Sarkosporidiencyste und deren Umgebung aus dem
-Oesophagus des Rindes. 60fache Vergrösserung. (Nach +van Ecke+). _a_
-Cystenwand, _b_ periphere Kammern, _c_ Scheidewände der im Centrum
-leeren Kammern, _d_ atrophische Muskelfasern im Längsschnitt, _e_
-Muskelfasern im Querschnitt.]
-
-+Sanfelice+[183] beobachtete in der +Zunge von Rindern und Schafen+
-fast regelmässig Sarkosporidien. Schon bei 15–20facher Vergrösserung
-sind die Sarkosporidienschläuche in den quergestreiften Muskeln als
-kleine weissliche Stellen, die in ihrer Mitte dicker als an den Enden
-sind, zu erkennen. Reisst man einen der Schläuche entzwei, so sieht
-man die isolirten Parasiten, welche eine eiförmige oder sichelförmige
-Gestalt besitzen und an dem einen Ende dicker als dem anderen sind.
-Der Körper dieser Parasiten erscheint aus zwei das Licht verschieden
-brechenden Substanzen zusammengesetzt. Die entwickelteren Schläuche
-besitzen eine sehr feine, in ihrer ganzen Ausdehnung strukturlose
-Membran und einen Inhalt von sichelförmigen Körpern in verschiedenen
-Entwickelungsstadien. Stets werden die Schläuche von den Muskelfasern
-umhüllt. Nach +Sanfelice+ ist das früheste Entwickelungsstadium
-eine protoplasmatische, schwach gefärbte Masse, die in ihrem Innern
-stärker gefärbte, aber nicht genau abgegrenzte Stellen aufweist.
-Dieser protoplasmatische Körper unterscheidet sich durch seine Färbung
-deutlich von der Muskelfaser. Von den Kernen des Sarkolemmaschlauches
-sind diese Körper durch die Grösse, geringeres Färbvermögen und durch
-das Vorkommen von mehreren Kernen im Innern unterschieden. Ist die
-Entwickelung des Schlauches etwas weiter vorgeschritten, dann erscheint
-die protoplasmatische Masse grösser, die Keime vermehren sich bis das
-volle Entwickelungsstadium des Schlauches erreicht ist und die Kerne
-sich erst in eiförmige und dann in sichelförmige Körper umgewandelt
-haben.
-
-Nach weiteren Beobachtungen kommen die Sarkosporidienschläuche in
-der Zunge, besonders in den hinteren, der Rachenhöhle anliegenden
-Abschnitten und ferner am häufigsten bei Weidethieren vor. Sehr oft
-war an den betreffenden Zungen gleichzeitig beginnende Aktinomykose
-vorhanden.
-
-
-Sarkosporidien bei Schafen und Ziegen.
-
-[Illustration: Figur 22.
-
-Balbiania gigantea in der Schlundwand des Schafes.]
-
-Ausserordentlich häufig kommen Sarkosporidien bei Schafen vor. Ganz
-besonders sieht man dieselben in der Muskulatur des +Schlundes+ oft
-in einer Anzahl von mehreren Hundert in der Grösse eines Hirsekorns
-bis zu derjenigen einer Erbse. +Morot+[184], welcher von Anfang Mai
-bis Anfang Juni im Schlachthause zu Troyes 900 Schafe untersuchte,
-fand bei 272 Thieren Sarkosporidien in der Schlundmuskulatur; und
-zwar waren bei einzelnen Schafen bis 227 Cysten in der Schlundwand
-vorhanden. Bei +demselben+ Thiere fanden sich 128 dieser Gebilde in
-der Zunge und eine sehr grosse Zahl in verschiedenen Körpertheilen
-des Thieres. Es waren die Muskulatur des Schlundkopfes, Kehlkopfes
-und der Wange mit Cysten von der Grösse eines Getreidekornes bis zu
-der einer Erbse dicht besetzt. In den Monaten Mai bis Dezember fand
-+Bertram+ von 185 untersuchten Schafen 182 mit Sarkosporidien behaftet.
-Da die Sarkosporidien im Schlunde meist eine beträchtliche Grösse
-(bis Haselnussgrösse) erreichen, werden sie unter Berücksichtigung
-der von +Balbiani+ vorgenommenen Eintheilung als +Balbiania gigantea+
-bezeichnet. Man findet die Cysten, welche ausser bei Schafen,
-Pferden und Rindern, auch im Schlunde der Ziegen vorkommen, sowohl
-in dem die Schlundmuskulatur umgebenden Bindegewebe wie auch in der
-Schlundmuskulatur selbst. In der Regel fehlen in der Umgebung der
-fertigen Schläuche bei den grösseren Hausthieren jegliche Zeichen
-akuter Entzündung; nur sehr selten finden sich kleinere Hämorrhagien
-vor. Wie +Pfeiffer+ u. A. angeben, und wie ich bestätigen kann,
-finden sich bei starker Sarkosporidieninfektion, wobei die Cysten
-ziemlich dicht aneinanderliegen, interstitielle Wucherungen,
-Erkrankung und Untergang der Muskelzellen. Die grossen Cysten in der
-Schlundmuskulatur zeigen auf Schnitten nur eine schmale Randzone von
-mit Sichelkeimen erfüllten Sporocysten. Das Centrum dagegen ist ein
-leeres Maschengerüst, in welchem noch an einzelnen Stellen einige
-sichelförmige Körperchen vorhanden sind. L. +Pfeiffer+ meint, dass
-der Inhalt der central gelegenen Sporocysten wahrscheinlich durch
-Kompression von der Oberfläche aus zu Grunde geht, indem von den
-luxuriös vorhandenen Keimen die bevorzugten Exemplare zur Peripherie
-gelangen und hier sich vermehren. Naturgemäss müsse ein gleichmässig
-von der Oberfläche wirkender Druck die central gelegenen Sporocysten am
-frühesten treffen und ev. auch zur Evasion veranlassen. Demgegenüber
-hebt +Bertram+ mit Recht hervor, dass die sichelförmigen Keime in
-abgeschlossenen Kammern liegen und bei längerer Anwesenheit in
-demselben Organismus ein Untergang der sichelförmigen Körperchen häufig
-beobachtet wird, so im Centrum der Sarkosporidien des Geckos, des
-Schafes und ein totaler Zerfall der Schläuche beim Schwein.
-
-[Illustration: Figur 23.
-
-Sarkocyste in den Muskelzellen des Schafes. (Nach +Bertram+.)]
-
-+Bertram+ giebt ferner an, dass durch die starke Entwickelung der
-Cysten in der Schlundmuskulatur das dieselben umgebende Sarkolemma
-allmählich derartig ausgedehnt wird, dass die Sarkosporidie scheinbar
-nicht mehr ihren Sitz in der Muskelfaser hat. Es lässt sich die
-sehr dünne Schicht Muskelsubstanz und das Sarkolemma nur durch
-die Untersuchung von Querschnitten und bei Anwendung geeigneter
-Färbemittel nachweisen. Ich konnte in vielen Fällen beobachten, dass
-je nach der Grösse der Cysten dieselben noch von einer schwach roth
-schimmernden, mit blossem Auge erkennbaren Hülle umgeben waren. Sobald
-der Widerstand, sagt +Bertram+, welcher von dem Sarkolemma auf das
-Wachsthum des Schlauches ausgeübt wurde, aufgehoben ist, findet nicht
-nur an den Enden des Schlauches, sondern an der gesammten Peripherie
-Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum statt. Die sichelförmigen
-Körperchen zerfallen dann im Centrum grosser Sarkosporidien.
-
-Ueber die +Entwickelung der Balbiania gigantea+ macht +Bertram+ noch
-folgende nähere Angaben, welche ich im Wesentlichen bestätigen kann.
-
-[Illustration: Figur 24.
-
-Junge Sarkocyste in der Muskelfaser eines Schafes.]
-
-Zunächst ist nachzuweisen, dass auch die Cuticula grosser
-Sarkosporidien von dem Sarkolemma und einer Schicht Muskelsubstanz
-umgeben ist und kann man in der Regel in dem Sarkolemma gut erhaltene
-Muskelkerne erkennen. Nach aussen von dieser Muskelsubstanz folgt noch
-eine Bindegewebsmembran, so dass von aussen nach innen nachzuweisen
-sind: Bindegewebsmembran, Sarkolemma und Muskelsubstanz und Cuticula.
-An der inneren Fläche der Cuticula ist, wie schon bei Pferden
-angegeben, eine Bekleidung mit rundlichen Zellen nachzuweisen. Bei
-+ganz jungen+ Schläuchen besteht der Inhalt aus runden Zellen, während
-eine Ballenbildung und Gerüstsubstanz nicht nachzuweisen ist. Nur
-bei weiter entwickelten Schläuchen, die dabei keineswegs immer sehr
-gross sind, tritt die Gerüstsubstanz deutlich hervor und in der Mitte
-derselben die zu Ballen vereinigten sichelförmigen Körperchen. Die
-Menge der sichelförmigen Körperchen nimmt nach dem Centrum in den
-einzelnen Kammern ab. Die in der Umgebung des Centrums liegenden
-Kammern enthalten in Zerfall begriffene sichelförmige Körperchen und
-körnige Zerfallsmassen. In der Mitte sehr grosser Sarkosporidien
-findet sich ein Hohlraum, in welchem körnige Massen eingelagert sind.
-Die Gerüstsubstanz ist im Centrum zerrissen und hat sich kontrahirt,
-wodurch die Kammern an den Rändern des Hohlraums kleiner erscheinen und
-langgestreckt sind. Die der Cuticula unmittelbar anliegenden Kammern
-sind klein und ihr Inhalt besteht aus Zellen mit hellem Protoplasma und
-grossen Kernen.
-
-Aus diesen Beobachtungen glaubt +Bertram+ folgende Schlüsse ziehen zu
-können:
-
-Die in den jüngsten Stadien befindlichen, stellenweise nicht scharf
-abgegrenzten Zellen, welche +Bertram+ als Sporoblastenmutterzellen
-bezeichnen möchte, bringen durch Kerntheilung und simultanen Zerfall
-des Plasmas Zellen mit homogenem Protoplasma und grossem Kern, die
-Sporoblasten, hervor. Um diese scheidet sich Gerüstsubstanz aus, und
-die von ihnen später gebildeten Zellen, aus welchen die sichelförmigen
-Körperchen hervorgehen, bleiben zu Ballen zusammengelagert. An
-den Schlauchenden findet bei mittelgrossen Schläuchen fortwährend
-Zelltheilung, Ballenbildung und Wachsthum des Schlauches in der
-Längsrichtung der Muskelfasern, d. h. in der Richtung des geringsten
-Widerstandes statt. Durch Vermehrung der Ballen nimmt die Dicke des
-Schlauches zu, und das Sarkolemma wird derartig ausgedehnt, dass die
-Sarkosporidie scheinbar nicht mehr ihren Sitz in der Muskelfaser
-hat. Es lässt sich jedoch wie schon bemerkt, die sehr dünne Schicht
-Muskelsubstanz und das Sarkolemma nur durch die Untersuchung von
-Querschnitten und bei Anwendung geeigneter Färbemittel nachweisen.
-
-[Illustration: Figur 25.
-
-Aeltere Sarkocyste in den Muskeln eines Schafes. (Nach +Bertram+.)]
-
-Mit Rücksicht auf die besonders bei Schafen vorkommenden kleineren und
-grösseren Sarkosporidien hat +Railliet+ für die kleineren, welche er
-als besondere Art ansah, den Namen =Sarcocystis tenella= vorgeschlagen.
-Es besteht jedoch kein Artunterschied, vielmehr sind die grossen
-Sarkosporidien aus den kleineren hervorgegangen. Warum jedoch z.
-B. die Sarkosporidien in der Kehlkopf- und Schlundmuskulatur eine
-bedeutendere Grösse als in anderen Muskeln, z. B. im Herzen erlangen,
-ist noch nicht entschieden. Es ist möglich, dass der von der Umgebung
-ausgeübte Druck hindernd auf das Wachsthum einwirkt. Diejenigen Organe,
-deren Muskeln die grössten Sarkosporidien am häufigsten beherbergen,
-sind entweder von grossen Körperhöhlen, wie der Schlund, oder von
-lockerem Bindegewebe, wie der Kehlkopf, eingeschlossen. Da sich bei
-Schafen neben grossen Sarkosporidien im Schlunde häufig auch kleine
-Schläuche finden, in denen, wie +Bertram+ angiebt, nur sichelförmige
-Körperchen enthalten sind und darum weiteres Wachsthum in Folge dessen
-ausgeschlossen ist, so ist es möglich, dass neben den genannten
-Ursachen auch noch die Wachsthumsenergie in Frage kommt, welche bei
-einigen Sarkosporidien grösser ist als bei andern.
-
-Ausser in der Muskulatur des Schlundes werden die Sarkosporidien
-bei Schafen auch an zahlreichen anderen Stellen gefunden. +Bertram+
-konnte dieselben in Bestätigung der Erfahrungen früherer Untersucher
-in den +Zungen-+, +Kau-+, +Schlundkopf-+, +Kehlkopf-+, +Schlund-+,
-+Nacken-+, +Zwischenrippen-+, +Zwerchfell-+, +Herz-+, +Bauch-+ und
-+Lendenmuskeln+ nachweisen. Die +grösseren+ Formen finden sich nach
-+Bertram+ nur in der +Kehlkopf-+, +Pharynx-+, +Schlund-+, +Zungen-+
-und +Gaumensegelmuskulatur+. Von einzelnen Beobachtern wird auch
-angegeben, dass die Haut- und Bauchmuskeln des Schafes von den
-Sarkosporidien bevorzugt werden. Diese unrichtige Angabe entspricht
-wohl nur makroskopischen Untersuchungen, bei welchen obige Organe nicht
-berücksichtigt sind. +Pfeiffer+ beobachtete kleine Schläuche in den
-Augenmuskeln des Schafes. +Zürn+ will sogar zwei grössere Schläuche an
-der harten Hirnhaut eines Schafes gesehen haben. +Laulanié+[185] hat
-unter 272 mit Sarkosporidien behafteten Schafen 6 unter dem Brustfell,
-10 unter dem Bauchfell und 27 unter Brust und Bauchfell gefunden. Doch
-wird es sich auch in diesen Fällen, wie im Schlunde, um ursprünglich in
-Muskelfasern gelegene Sarkosporidien gehandelt haben, welche nach dem
-Zerreissen der oberflächlich gelegenen Fasern unter die serösen Häute
-getreten sind.
-
-[Illustration: Figur 26.
-
-Sarkosporidien in den +Purkinje+’schen Fäden des Herzmuskels vom Schaf.
-100fache Vergrösserung.]
-
-Besonders interessant ist das Vorkommen der +Sarkosporidien unter
-dem Endokard+. Schon +v. Hessling+[186] fand (1854) diese Gebilde in
-der Herzmuskulatur der Wiederkäuer und zwar sowohl +innerhalb der
-Purkinje’schen Fäden+, als auch innerhalb des Herzmuskels selbst;
-ebenso will +v. Hessling+ dieselben in Schichten des Endokardiums, von
-dessen Fasern eingehüllt, gefunden haben. Ferner beschreibt dieselben
-+Roloff+[187] an der innern Oberfläche der Herzkammern des Schafes,
-sowie +Kühn+, +v. Siebold+ u. A. Wenn demnach +Sticker+[188] in seiner
-Mittheilung vom Jahre 1886 einen gleichen Befund veröffentlicht und,
-ohne ihn richtig deuten zu können, als einen besonderen auffasst, so
-lehrt diese Angabe, dass +Sticker+ sich weder mit seinem Gegenstande
-überhaupt, geschweige denn mit der Litteratur über denselben vertraut
-gemacht hat. Ich habe schon gelegentlich anderweitiger Untersuchungen
-(über die Lupinose der Schafe) vor 15 Jahren sehr häufig diese
-Gebilde unter dem Endokardium des Schafes gefunden, sowohl in den sog.
-+Purkinje+’schen Fasern wie auch in den darunter gelegenen Muskelfasern
-des Herzens. Bekanntlich sind die +Purkinje+’schen Fäden (1845)
-eigenthümlich netzartig geformte graue Muskelfäden, welche eine nur
-theilweise ausgeprägte Querstreifung zeigen und desshalb auf einem
-gewissen embryonalen Standpunkt der Entwickelung stehen geblieben zu
-sein scheinen. Man findet dieselben besonders dicht unter dem Endokard
-der Ventrikel, jedoch auch in dem Myokardium. Sehr selten sind diese
-Fäden beim Menschen zu finden, dagegen regelmässig beim Schafe, meist
-auch beim Pferde, ferner beim Kalb, Rind, Schwein, Ziege, Marder, Igel,
-Hund, Huhn, Taube und Gans vorhanden.
-
-[Illustration: Figur 27.
-
-Sarkosporidien in den +Purkinje+’schen Fäden des Herzmuskels vom Schaf.
-500fache Vergrösserung.]
-
-Man findet die Sarkosporidien in und unter den +Purkinje+’schen Fäden
-als meist gleich grosse ovale Gebilde, in welchen man bei starker
-Vergrösserung sowohl die sichelförmigen Körperchen, wie auch die
-gestreifte Umhüllungsmembran erkennen kann. Ebenso findet man die
-Sarkosporidien in dem Myokardium, wo ich dieselben als kurze Schläuche
-vorwiegend in den peripheren Abschnitten des Herzmuskels beobachtete.
-
-Hinsichtlich der +pathologischen Bedeutung der Sarkosporidien+ bei
-Schafen liegen in der Litteratur nur wenige Angaben vor, welche die
-Annahme einer schädlichen Wirkung rechtfertigen könnten. +Pütz+ sagt,
-dass er in Halle reichlich bei der Hälfte der geschlachteten Schafe
-Sarkosporidien in mässiger Zahl gefunden habe; niemals sei jedoch
-festgestellt worden, dass die Parasiten in den betreffenden Fällen
-die Gesundheit ihres Wirthes irgendwie gestört hätten. +Winkler+ hat
-im Jahre 1864 bei einer grösseren Zahl von Schafen, welche gewöhnlich
-plötzlich gestorben waren, im Verlaufe des Schlundes Sarkosporidien
-gefunden. Ob dieselben jedoch die Ursache des Todes waren, ist nicht
-festgestellt worden. +Dammann+[189] sah ein neunjähriges edles
-Mutterschaf an Erstickung zu Grunde gehen, welches eine grosse Anzahl
-von Psorospermienschläuchen im Schlunde und Schlundkopfe, eine
-geringere Menge in der Muskulatur des Kehlkopfes und des Zungengrundes
-beherbergte. Die zur Seite der Epiglottis gelegenen und an die
-Giesskannen tretenden Schleimhautfalten waren durch die Anwesenheit
-der Parasiten derart infiltrirt, dass sie starke Wülste bildeten,
-welche den Eintritt der Luft verhinderten. Bei der Sektion fielen
-zuerst nach Eröffnung der Bauchhöhle 5–6 weissliche, theils rundliche,
-theils ovale Herde von der Grösse starker Erbsen oder kleiner Bohnen
-auf. Im Brust- und Halstheile des Schlundes fanden sich etwa 50
-derartige Herde in der Muskularis, theils oberflächlich, theils tiefer
-gelegen. Dieselben hatten meist die Form und Grösse kleiner Bohnen
-und lagen mit ihrer Längsseite den Muskelfasern parallel. Noch weit
-massenhafter fanden sich die Cysten in der ganzen Muskulatur des
-Pharynx, dessen Schleimhaut, wie die des Larynx und des Velum stark
-infiltrirt und aufgewulstet war; weitaus am stärksten zeigte sich diese
-Infiltration im Bereiche des Kehldeckels und der Giesskannenknorpel,
-wo die Schleimhautfalten als grosse, schlotternde Wülste gegeneinander
-gelehnt, den Eingang in die Glottis vollständig versperrten.
-Ueber einen ähnlichen Fall berichtet +v. Niederhäusern+[190] von
-einer Ziege, welche verschiedene Male an schnell vorübergehenden
-Respirationsstörungen gelitten hatte und schliesslich geschlachtet
-worden war. Auch hier fanden sich zahlreiche Sarkosporidien in dem die
-Muskulatur des Schlundes umgebenden trockenen Bindegewebe und tiefer
-im Muskelgewebe, sogar im submucösen Bindegewebe, sowie eine starke
-Infiltration und Röthung des Schlundkopfes.
-
-Sehr interessant sind auch noch zwei von +Roloff+[191] mitgetheilte
-Fälle. In dem ersten Falle handelt es sich um ein altes Schaf, das
-etwa 6 Wochen lang gekränkelt hatte und dann gestorben war. Es fanden
-sich zahlreiche „Psorospermienknoten“ am Schlunde und in den Muskeln,
-auf den Rippen und den Bauchdecken, sowie in den tiefer gelegenen
-Muskeln an den Schenkeln. In dem zweiten Falle fanden sich bei einer
-Haidschnucke, welche 6 Wochen lang ohne nachweisbare Veranlassung
-bei ziemlich gutem Appetit immer magerer geworden war, zahlreiche
-Psorospermienknoten am Schlunde und namentlich im weichen Gaumen;
-ausserdem +eine so grosse Menge von Miescher’schen Schläuchen in der
-Muskelhaut des Schlundes und in der Substanz des Herzens+, dass der
-Schlund und noch mehr die innere Oberfläche der Herzkammern, wo die
-Schläuche unmittelbar unter dem Endokardium lagen, ganz dicht punktirt
-erschienen. Die in der Substanz des Herzens liegenden Schläuche hatten
-die verschiedenartigsten Formen, rund, oval, birnförmig u. s. w.; die
-zahlreichen Schläuche in den Muskeln am Rumpfe, sowie an den Schenkeln
-waren meist gestreckt.
-
-In allen den genannten Fällen scheint mir eine ursächliche Beziehung
-der Sarkosporidien zu den beobachteten Krankheitserscheinungen ausser
-allem Zweifel. Besonders Fälle wie der letzte von +Roloff+ beobachtete,
-wo die Sarkosporidien massenhaft im Herzen vorkamen, kann ich vollauf
-bestätigen. Während meiner praktischen Thätigkeit im Kreise Hoyerswerda
-und noch später in Halberstadt habe ich wiederholt Schafe obducirt, die
-unter den Erscheinungen fortschreitender Kachexie, zuweilen verbunden
-mit wassersüchtigen Zuständen gestorben waren und wo sich nichts
-weiter nachweisen liess, als jene Sarkosporidien im Schlunde, in der
-Muskulatur und +ganz besonders im Herzen+. Das Herzfleisch hatte dabei
-eine graubraune oder lehmfarbige, weiche Beschaffenheit. Bei diesen
-Befunden hatte ich seiner Zeit in meinem Krankenjournal vermerkt:
-Todesursache wahrscheinlich die +Miescher+’schen Schläuche. Jetzt
-bin ich der Meinung, dass diese Gebilde sicher die Krankheitsursache
-waren; auch glaube ich, dass man in Fällen, wie die genannten die
-Sarkosporidien noch öfters als die Krankheitserreger feststellen würde,
-wenn man entsprechende Untersuchungen, besonders der Herzmuskulatur
-ausführen würde.
-
-Ob die massenhafte Anwesenheit der Sarkosporidien in der Muskulatur
-+der Schafe und besonders auch der Schweine+ gelegentlich auch zu
-Blutungen und Zerreissungen Anlass geben kann, werden erst weitere
-Untersuchungen lehren müssen. Wie ich in Uebereinstimmung mit +Rieck+
-aussprechen kann, kommen Blutungen in der Muskulatur sowohl bei fetten,
-wie auch bei mageren Schweinen und Schafen vor, auch häufig gerade
-an denjenigen Stellen, wo erfahrungsgemäss die Lieblingssitze der
-Sarkosporidien sind.
-
-Ueber das Vorkommen von +Bindegewebscysten mit Sarkosporidieninhalt+
-bei einem +Känguruh+ berichtet +Blanchard+[192]. Bei einem im Jardin
-des plantes zu Paris im Jahre 1884 verstorbenen Känguruh fanden
-sich 50 Cysten in dem submucösen Gewebe des Cöcums; dagegen waren
-die sämmtlichen Muskeln des Körpers frei. Die Cysten bestanden
-aus im Centrum kleineren, am Rande grösseren Maschen, welche mit
-Sichelkörperchen gefüllt waren. +Blanchard+ stellte in seiner
-Mittheilung die Sichelkeime den Keimen der Koccidien gleich; sie
-sollen, wie die Sichelkeime der Eimeria falciformis in der Hausmaus
-direkt durch ein amoeboides Zwischenstadium eine Neuinfektion bewirken
-können.
-
-Ueber das Vorkommen der =Sarkosporidien in der Muskulatur der Vögel=
-hat neuerdings +Stiles+[193] Beobachtungen gemacht und beschreibt
-seine Befunde unter folgendem System. 1. Balbiania Rileyi nov. spec.
-Im intramuskulären Bindegewebe nordamerikanischer Enten vorkommend;
-spindelförmig, 1,6 mm lang, 0,48 mm breit; Cuticula ungestreift; Sporen
-mit Kern 0,012–0,014 mm lang, an einem Ende verdickt und rund, am
-andern zugespitzt.
-
-2. Balbiania falcatula nov. spec., der B. Rileyi ähnlich, doch viel
-kleinere Sporen (0,005–0,006 mm) haltend. Spindelförmig 1,3–3,2
-mm lang, 0,9 mm breit; Cuticula ohne Strichelung. Wohnt in Habia
-ludoviciana Nordamerikas.
-
-3. Sarkocystis falcatula nov. spec. In Muskelfasern des Wirthes von 2.
-Spindelförmig mit gestrichelter Cuticula 2,4 mm lang, 0,152 mm breit;
-sichelförmige, 0,006 mm lange Sporen.
-
-Befunde über das Vorkommen von Sarkosporidien bei Vögeln sind auch
-schon von anderen Autoren veröffentlicht, u. a. von +Kühn+ und
-+Rivolta+.[194]
-
-Will man die bisherigen Beobachtungen über +die Bedeutung der
-Sarkosporidien als Krankheitserreger bei Thieren+ zusammenfassen,
-so wird man zu dem Ergebniss gelangen, dass sie unter gewöhnlichen
-Verhältnissen keine auffällige klinische Erscheinungen oder erhebliche
-pathologische Veränderungen hervorrufen. Nur bei massenhafter
-Einwanderung in einzelne Organe oder bestimmte Muskelbezirke oder wenn
-bei Erkrankung der Wohnthiere die physiologische Widerstandsfähigkeit
-der Umgebung der Sarkosporidien aufgehoben wird, dieselben platzen
-und ausgedehnte allgemeine Infektionen bewirken, werden klinisch
-und anatomisch nachweisbare Störungen in geringerem oder höherem
-Grade eintreten. Es wird dann zunächst eine akute, später chronische
-interstitielle Myositis mit nachfolgender Degeneration der Muskelfasern
-eintreten können. In leichteren Fällen wird die interstitielle
-Erkrankung sehr gering sein und nur vorübergehend auftreten,
-während die Muskelfasern körnigen Zerfall erkennen lassen. Weitere
-Forschungen werden jedoch erst Klarheit bringen müssen, unter welchen
-bestimmten Bedingungen die so häufig in den ganz intakten Muskelfasern
-beobachteten Sarkosporidien als Krankheitserreger zu wirken beginnen.
-
-
-=V. Ordnung: Hämosporidien= (+Labbé+ 1894).
-
-=Vorbemerkung.= Während man bisher die im Blute beobachteten Protozoen
-nur in eine Ordnung der Sporozoen: +Hämosporidien+ unterbrachte, ist
-nach dem Vorgange von +Labbé+[195] eine zweite Ordnung geschaffen
-worden, die +Gymnosporidien+ oder +Acystosporidien+[196], innerhalb
-welcher dann wegen der Verschiedenheit der Keimformen eine besondere
-Familie die +Hämamöbiden+ abgegrenzt ist, die vorzugsweise die
-Blutzellen und die hämopoetischen Organe infiziren.
-
-Zunächst sollen hier die +Hämosporidien+ besprochen werden.
-
-Die Hämosporidien sind einzellige Schmarotzer des Blutes, von länglich
-gestreckter, gregarinenartiger Gestalt und Struktur; der Keim wächst
-in den Blutkörperchen heran, das erwachsene Thier kann eine Zeitlang
-frei im Blute leben und dringt vor der Vermehrung von Neuem in Zellen
-des Blutes oder der blutbereitenden Organe ein; =innerhalb= derselben
-erfolgt der Zerfall in eine Anzahl von Keimen. (+Wasielewski.+)
-
-Für die +Technik der Untersuchung+ wird von +Wasielewski+ folgendes
-Verfahren angegeben. Man benutze Froschblut und überzeuge sich an
-einem frischen Blutpräparat von der Anwesenheit der Schmarotzer,
-versehe das Präparat mit Vaselinrand oder beobachte im hängenden
-Tropfen, beziehentlich im Kapillarröhrchen. Sehr empfehlenswerth
-ist die Lebendfärbung mit Methylenblau (1 Theil Methylenblau in 100
-Theilen physiologischer Kochsalzlösung; die Lösung wird mit einem
-Stück Fliesspapier durch das Präparat gesaugt). Um die +Keimbildung+
-zu verfolgen, konservirt man die Milz stark infizirter Frösche in
-+Flemming+’scher Flüssigkeit und fertigt Schnitt- oder Zupfpräparate
-an. Die +Fixirung und Färbung+ der Blutschmarotzer geschieht auf dem
-Deckglase. Das lufttrockene Deckglas wird durch die Flamme gezogen und
-dann in +Flemming+’scher Lösung fixirt. Die Färbung gelingt am besten
-mit Methylenblau -- Eosin. Nach der Methode von +Czenzinski+ mischt
-man einen Theil einer konzentrirten wässerigen Methylenblaulösung (2
-Theile konzentrirte wässerige Methylenblaulösung und 4 Theile Wasser)
-mit zwei Theilen einer Eosinlösung (Eosin 1 Theil und 60% Alkohol
-100 Theile) und färbt damit 24 Stunden. Zur Dreifachfärbung dient
-ein Gemisch von +Delafield+’schem Hämatoxilin, Säurefuchsin oder
-Bengalroth und Aurantia. Damit färben sich die chromatischen Keimtheile
-schwarz-violett, die normalen Blutkörperchen und Phagocyteneinschlüsse
-orange, die anämischen Blutkörperchen weinhefefarben, die Conturen der
-Parasiten, ihre Vakuolen und Granulationen erscheinen lebhaft roth.
-
-=Geschichtliches.= Nach den Angaben in der Litteratur hat wohl +E. Ray
-Lankester+ (1871)[197] zuerst auf die im Blute der Frösche vorkommenden
-Parasiten aufmerksam gemacht und schon um jene Zeit auf ihre Beziehung
-zu den Gregarinen hingewiesen. Er verglich sie mit den Pseudonavicellen
-der Gregarinen und bezeichnete sie +Drepanidium ranarum+. Die
-Selbständigkeit der Drepaniden wurde jedoch erst später (1885) durch
-zahlreiche Arbeiten von +Danilewsky+[198] erwiesen[199]. Später hat
-dann +J. Gaule+[200] (1880) durch seine Angaben über eigenthümliche
-Gebilde, welche in dem Blute der Frösche, Tritonen und Schildkröten
-vorkommen, von Neuem die Aufmerksamkeit auf diese Blutparasiten
-gelenkt. Allerdings hat +Gaule+ die parasitäre Natur dieser Gebilde --
-von ihm +Blutwürmchen+, +Cystozoen+ genannt -- nicht erkannt, sondern
-behauptet, dass sie in allen Zellen als normale Theile des Protoplasmas
-vorkämen und gemeine Bestandtheile des thierischen Lebens seien.
-
-Später folgten dann die Beobachtungen von +Laveran+ (1884) über
-das Vorkommen eigenthümlicher Gebilde in dem Blute Malariakranker
-und schliesslich zahlreiche Angaben über Befunde von Blutparasiten
-bei Vögeln, u. a. von +Grassi+ und +Feletti+[201], +Ceand+,
-+Sanfelice+[202] und +Kruse+[203].
-
-=Verbreitung und Sitz der Hämosporidien.= Die Hämosporidien sind
-bisher nur bei +Amphibien+, +Reptilien+ und +Vögeln+ gefunden worden,
-dagegen nicht bei Fischen und Säugern. Am häufigsten sind die Frösche
-infizirt, dann beherbergen auch Süsswasserschildkröten und Eidechsen
-häufig diese Parasiten. Unter den Vögeln hat man die Hämosporidien
-bisher nur bei Eulen und Spechten beobachtet, während die meisten
-übrigen Blutparasiten der Vögel zu der bereits genannten anderen
-Sporozoenordnung, den +Acystosporidien+, oder zu den Flagellaten
-gehören. Nach den bisherigen Beobachtungen scheinen die Hämosporidien
-der Kaltblüter besonders in Russland, England, Deutschland, Italien
-und Frankreich vorzukommen, während die Vögel in Italien und Russland
-häufiger infizirt zu sein scheinen, als in anderen Ländern.
-
-Der +Sitz+ der Parasiten ist im Blute, und zwar theils in den zelligen
-Bestandtheilen desselben, theils im Serum. Vorwiegend sitzen sie in den
-rothen, seltener in den weissen Blutkörperchen. Natürlich gelangen die
-Parasiten mit den von ihnen infizirten Blutkörperchen auch in bestimmte
-Organe, vorwiegend in das Knochenmark und in die Milz. Von einzelnen
-Hämosporidienarten werden die keimbildenden Cysten nur in der Milz oder
-im Knochenmark angetroffen. Die infizirten rothen Blutkörperchen werden
-blass und grösser (ausgedehnt).
-
-In der +Gestalt+ ähneln die länglich-gestreckten, wurmförmigen, an
-beiden Enden spitz auslaufenden oder an einem Ende keulenförmig
-angeschwollene Hämosporidien den einkammerigen, mit welchen sie ja
-auch ursprünglich verwechselt worden sind. Bei Bewegungen derselben
-kommen mannigfaltige Formveränderungen zu Stande, dieselben sind
-nicht amöbenförmig, sondern gleichen vollständig den Bewegungen der
-Gregarinen. Man kann ferner an denselben das strukturlose Ektoplasma,
-das fein granulirte Entoplasma und den runden oder ovalen Kern
-unterscheiden. Wie +Labbé+ feststellte, hemmen schwache, galvanische
-Ströme die Bewegungen und verursachen bald eine Zerstörung des
-Protoplasmas. Durch Kälte wird ihre Bewegungsfähigkeit gelähmt und
-bei höheren Graden (unter Null) wird das Protoplasma zerstört. Durch
-betäubende Flüssigkeiten (Chloroformwasser, Kokain, hydrochl. Morph.
-hydrochlor. 1,0:1000,0; Chloralhydrat 2,0:1000,0) werden die Parasiten
-unbeweglich und gelähmt.
-
-=Vermehrung und Entwickelung.= Die Vermehrung der Hämosporidien erfolgt
-innerhalb der Wirthsthiere und innerhalb der Wirthszellen im Gegensatze
-zu den Gregarinen, welche meist ausserhalb der Wirthe oder frei in
-der Leibeshöhle Sporen bilden. Die erwachsene Hämosporidie wandelt
-sich zunächst zur Cyste um; die Cysten finden sich vorzugsweise in der
-Milz, in der Leber und im Knochenmark, nur selten im lebenden Blut
-(+Wasielewski+). In der Cyste beginnt dann durch Theilung des Kernes
-die Entwicklung der jungen Hämosporidien. Die Keime (Sporozoiten)
-besitzen eine länglich-ovale, zum Theil leicht sichelförmige Gestalt
-(+Labbé+). In das Blut gekommen dringen dann die Keime einzeln oder zu
-zweien in ein rothes Blutkörperchen hinein, wobei dann die erwachsenen
-Hämosporidien oft die Wirthszelle sprengen und eine Zeit lang frei im
-Serum leben. Behufs Vermehrung dringen die Hämosporidien dann wieder
-in eine neue Wirthszelle um nach ev. vorangegangener Kopulation zweier
-Individuen den Entwicklungsgang von Neuem zu beginnen. Durch Einreissen
-der dünnen Cystenhülle kann die Entleerung und Ausstreuung der Keime in
-die Blutbahn erfolgen.
-
-+Auf welchem Wege+ und in welcher Form die Hämosporidien +ihren
-Wirth verlassen+ und andere Thiere infiziren, ist noch nicht völlig
-aufgeklärt. Da lebende Parasiten auch im Froschdarm angetroffen
-wurden, so mag die Verbreitung vielleicht durch die Nahrung erfolgen.
-+Künstliche Infektionen+ sind bisher nur durch Uebertragung von
-infizirtem Blut auf Thiere derselben Art gelungen. Ausserhalb des
-Wirths können die Keime, denen die schützende Sporenhülle fehlt, wohl
-nicht lange existiren.
-
-=Eintheilung.= +Labbé+ unterscheidet drei Gattungen: Drepanidium,
-Karyolysus und Danilewskya.
-
-+Die erste Gattung+: Drepanidium Ray Lankester trägt die Merkmale der
-Ordnung. Es sind Blutzellschmarotzer von gregarinenartiger, an beiden
-Enden zugespitzter Form. Die Entwicklung beginnt intraglobulär, dann
-folgt ein freies Stadium im Serum. Die Sporenbildung erfolgt immer
-intracellulär, fast immer intraglobulär. Im Sommer und Herbst kommen
-meist Cysten mit Mikrosporen, im Winter und Frühling auch Cysten mit
-Makrosporen vor. Der Parasit bewegt sich lebhaft im Serum und scheint
-auf die Blutkörperchen keine besondere Wirkung auszuüben.
-
-Man unterscheidet davon bisher drei Arten:
-
-a) +Drepanidium princeps Labbé+[204] (Drepanidium ranarum +Lankaster+;)
-kommt als kleines 15 µ langes, wurmartiges Gebilde im Blute der Frösche
-vor, schraubenförmig zwischen den Blutkörperchen sich bewegend. In
-der Mitte des mit einem Kern versehenen Parasiten sind 1–2 Vakuolen
-vorhanden. Man sieht die Parasiten bald in den Blutkörperchen, bald
-aus denselben heraustretend. Die Schmarotzer findet man ausser in
-rothen Blutkörperchen, in Leukocyten, in Zellen der Milz und des
-Knochenmarkes, gelegentlich sogar in Zellkernen. D. princeps ist in
-ganz Europa verbreitet.
-
-b) +Drepanidium monilis Labbé+. Dieser Parasit wird fast nur in
-italienischen Fröschen beobachtet, dagegen nicht im übrigen Europa.
-Der Parasit ist von +Labbé+ monilis genannt worden (moniliform =
-halsbandförmig), weil bei Bewegungen Anschwellungen auftreten,
-welche mit Einschnürungen abwechseln. Der Parasit hat einen grossen,
-bläschenförmigen Kern und reichlich gekörntes Protoplasma; Vakuolen
-fehlen. D. monilis kommt fast nur in den rothen Blutkörperchen vor,
-bisweilen auch in Hämatoblasten, selten in Leukocyten.
-
-c) +Drepanidium avium Danilewsky s+. Pseudovermiculus avium s.
-Haemogregarina avium -- +Danilewsky+.
-
-Es sind grosse (10–17 µ lange) gregarinenartige Parasiten, welche
-durch ihre wurmförmigen mit transversalen Einschnürungen verbundenen
-Bewegungen den anderen Drepaniden gleichen. Die Vermehrung erfolgt
-endoglobulär in Cysten. Solche Cysten sind auch mit 5–10 Keimen in der
-Milz gefunden worden. Bisher sind dieselben vorwiegend im Blute von
-Eulen, Buntspechten und Mandelkrähen beobachtet worden.
-
-Von der zweiten +Gattung, Karyolysus-Labbé+ ist nur eine Art bekannt:
-+Karyolysus lacertarum Labbé+ (Haemogregarina lacertarum +Danilewsky+).
-
-Die Parasiten leben im Blute von Eidechsen. (Lacerta viridis, muralis
-und ocellata.) Die erwachsenen Formen werden 11–14 µ gross, haben die
-Gestalt einer Gregarine und +zerstören durch ihre Anwesenheit die
-Blutkörperchen+. Die Sporenbildung erfolgt innerhalb der Blutzellen und
-nach Cystenbildung.
-
-+Die dritte Gattung+: +Danilewskya+ enthält +drei Arten+:
-
-+D. Lacazei+, +D. Stepanowii+ und +D. Krusei+.
-
-Auch diese Blutzellenschmarotzer zeigen eine ausgesprochen
-gregarinenartige Gestalt, erreichen die doppelte Länge eines
-Blutkörperchens und haben im Ganzen nur einen +mechanischen Einfluss+
-auf die Blutkörperchen, ohne diese besonders zu alteriren.
-
-+Danilewskya Lacazei+ (+Labbé+) (Haemocytozoon clavatum) lebt im Blut
-von Eidechsen. Die erwachsenen, 25–28 µ langen Parasiten haben eine
-wurmförmige Gestalt und einen deutlichen Kern an einem Ende.
-
-+Danilewskya Stepanowii+ (Haemogregarina Stepanowii) lebt im Blute der
-Schildkröte (Cistudo europaea).
-
-+Danilewskya Krusei+ (+Labbé+) lebt im Blute von Fröschen.
-
-+Kruse+[205] hebt jedoch mit Recht hervor, dass ein genügender Grund,
-die weitgehende Trennung in Ordnungen, Gattungen und Arten, wie sie von
-+Labbé+ vorgeschlagen ist, bei den Parasiten der Froschblutkörperchen
-durchzuführen nicht vorliegt. Man könnte vielmehr entweder einen
-Polymorphismus annehmen, z. B. in dem Sinne eines Generationswechsels,
-oder aber die verschiedenen Formen als nächstverwandte Varietäten
-einer Spezies betrachten. Ohne weiteres dürfte dies klar sein für
-die sog. Drepanidien (princeps, monilis magnum). Das am meisten
-vom Typus abweichende sog. Dactylosoma ist am einfachsten als eine
-Form zu deuten, die vor ihrer Entwickelung zu Blutwürmchen eine
-Wachsthumshemmung erfahren hat.
-
-
-=VI. Ordnung: Acystosporidien= (Syn. +Gymnosporidia Labbé+ 1894).
-
-Die Acystosporidien sind Zellschmarotzer von amöboidem Bau; sie
-scheiden vor der intracellulär ablaufenden Keimbildung =nie eine Hülle=
-ab; die Vermehrung erfolgt durch Zerfall des abgerundeten Plasmaleibes
-in zahlreiche Keime, welche entweder eine ovale, amöboid veränderliche
-oder eine sichelartige, beständige Form besitzen. (+Wasielewski.+)
-
-=Verbreitung, Sitz, Gestalt, Bau und Entwicklung.= Die Acystosporidien
-kommen nach den bisherigen Beobachtungen nur bei Wirbelthieren vor.
-Besonders häufig sind sie bei Vögeln, ferner bei Fröschen, dann auch im
-Blute der Rinder und Schafe und ganz besonders im Blute des Menschen
-als Erreger der Malaria (1880 von +Laveran+ entdeckt) beobachtet
-worden. Meist handelt es sich um +endemisches+ bezw. +enzootisches+
-Vorkommen. So ist von den Malariakrankheiten bekannt, dass sie in
-bestimmten Gegenden besonders der Tropen und Subtropen vorkommen;
-auch als Erreger der sog. Texasseuche der Rinder kommen die Parasiten
-nur in gewissen Bezirken vor. Künstlich kann die Krankheit durch
-Bluttransfusion von einem Wirth auf einen anderen derselben Art
-übertragen werden.
-
-Die Acystosporidien +leben stets in den einmal von ihnen infizirten
-Zellen+. Nur die schon völlig reifen Keime wandern kurze Zeit frei
-umher, wenn sie geeignete Wirthszellen aufsuchen. +Vorwiegend+
-schmarotzen sie, wie die Hämosporidien, mit welchen sie früher
-unter dem Namen „Hämatozoen“ oder „Hémozoaires“ zusammengefasst
-wurden, in den +rothen Blutkörperchen+, daneben auch in den weissen
-Blutkörperchen, in den Milz- und Knochenmarkzellen. Gelegentlich
-gelangen wohl auch einzelne Exemplare in die Nieren, in die Leber und
-auch in das Darmepithel.
-
-Die +pathologische Wirkung+ entwickelt sich langsam, weil die
-Organismen fast immer kleiner sind als die befallenen Wirthszellen und
-erst durch die massenhafte Zerstörung von Blutzellen ihre verderblichen
-Folgen hervorrufen. Die Parasiten haben grosse Aehnlichkeit mit den
-Amöben. Im vollständig entwickelten Zustande besitzen sie entweder
-amöboide Fortsätze oder eine länglich gestreckte Gestalt. Im frischen
-Zustande erscheinen sie fast völlig hyalin. Das Entoplasma zeigt einen
-alveolären Bau und enthält den in den Keimen vorhandenen Chromatinkern
-und den bei vollständig entwickelten Exemplaren vorhandenen
-bläschenförmigen Kern. Neben dem Kern beherbergt das Protoplasma noch
-feinkörniges oder krystallinisches Pigment von schwarzer, ockergelber
-oder feuerrother Farbe, entstanden durch Zersetzung des Hämoglobins.
-Diese +Pigmenteinschlüsse+ sind für die Acystosporidien, besonders der
-Warmblüter +charakteristisch+.
-
-Die +Ortsbewegung+, welche bei jungen Individuen am lebhaftesten
-erfolgt, vollzieht sich durch Aussenden und Einziehen kurzer
-oder langer Fortsätze. Man kann in den frischen Blutpräparaten
-infizirter Thiere intensiv bewegliche Gebilde nachweisen, welche
-mit geisselartigen, lebhaft schwingenden Fortsätzen ausgestattet
-sind. Man hat dieselben als Polymitusformen beschrieben. +Grassi+,
-+Feletti+, +Celli+, +Sanfelice+ und +Labbé+ sind der Ansicht, dass die
-Polymitusform eine Degenerationserscheinung ist. Dieselbe zeigt sich
-nach +Labbé+ erst im Präparat in Folge der veränderten physikalischen
-und chemischen Verhältnisse, in welche das Blut gelangt ist. In
-frischen Präparaten löst sich das infizirte Blutkörperchen plötzlich
-auf, der Parasit nimmt Kugelform an und an seiner Oberfläche treten
-sehr bald 1–10 geisselartige Fortsätze auf, welche sich lebhaft
-bewegen. Nach einiger Zeit lösen sich die geisselartigen Fortsätze
-los und der übrig gebliebene rundliche Protoplasmakörper geht unter
-Vakuolenbildung zu Grunde. +Labbé+ hält nun die geisselführenden
-Gebilde für anormale Formen, für ein Stadium der Agonie, welches
-dem Untergange vorausgeht; dieselben sind im lebenden Blute nicht
-vorhanden. +Die Vermehrung+ der Acystosporidien erfolgt +innerhalb der
-Wirthszellen+ meist durch direkten Zerfall des Protoplasmas in eine
-grössere oder kleinere Zahl von Keimen. Durch Untergang der befallenen
-Blutkörperchen werden die Keime frei. Die freigewordenen Keime machen
-zunächst im Serum eine amöboidenartige Bewegung und dringen dann wieder
-in Blutzellen ein, wo aufs Neue die Vermehrung erfolgt. Die Zeit für
-die Entwicklung neuer Keime beträgt bei einzelnen Arten 2–3 bei anderen
-6–7 Tage.
-
-+Eintheilung.+ Von +Wasielewski+ ist vorgeschlagen worden, die
-Acystosporidien in zwei Familien einzutheilen: +Acystidae+ mit
-sichelförmigen Keimen und +Haemamöbidae+ mit amöboiden Keimen. Ausser
-durch die Keimform unterscheiden sich beide Familien noch durch ihren
-vorwiegenden Sitz. Während die Acystiden in Epithelzellen schmarotzen,
-infiziren die Hämamöbiden vorzugsweise die Blutzellen und die Zellen
-der hämopoetischen Organe. Die zu den Acystosporidien gehörigen
-+Gattungen+ werden nun in folgender Weise eingereiht:
-
- { I. Familie: Acystidae, mit sichelförmigen Keimen:
- { Karyophagus,
- Acystosporidien { II. Familie: Haemamoebidae mit amöboiden Keimen:
- { { a) einsporig: Proteosoma,
- { { Haemamoeba,
- { Dactylosoma,
- { Cystamoeba.
- { b) zweisporig: Halteridium.
- +Anhang+: Apiosoma, Babesia.
-
-
-I. Familie: =Acystiden=.
-
-Die Acystiden sind Epithelschmarotzer, welche ihre Entwicklung
-in +einer+ Zelle vollenden, keine Cystenhülle abscheiden und in
-Sichelkeime zerfallen; sie schmarotzen vorwiegend in den Darmepithelien
-von Salamandern, Tritonen und Fröschen.
-
-II. Familie: =Hämamöbiden=.
-
-Die zu dieser Familie gehörigen Parasiten sind von +hervorragender
-pathologischer Bedeutung+, weil dieselben vorwiegend in den Blutzellen
-der Vögel, der Säugethiere und des Menschen schmarotzen und schwere
-Erkrankungen erzeugen können.
-
-Man theilt dieselbe wie erwähnt gegenwärtig ein in:
-
- a) +zweisporige Hämamöbiden+ mit 1 Gattung: Halteridium,
-
- b) +einsporige Hämamöbiden+ mit 4 Gattungen: Proteosoma,
- Haemamoeba, Dactylosoma, Cytamoeba.
-
-Zu +letzterer Gruppe+ wird auch einstweilen der Erreger der
-Texasseuche: +Apiosoma bigeminum+ (früher Pyrosoma) +Smith+ und der
-Erreger der Hämoglobinurie (+Babes+): +Babesia+ gerechnet.
-
-Von der zu den +zweisporigen+ Hämamöbiden gehörigen Gattung
-+Halteridium+ (+Labbé+) ist eine Art: +Halteridium+ von
-+Danilewsky-Labbé+ zu nennen, welche im Blute von Fringilla coelebs
-(Buchfink), Sturnus vulgaris (Staar), Alauda arvensis (Feldlerche) und
-Garrulus glandarius (Eichelhäher) beobachtet ist. Nach +Labbé+ dauert
-die Entwicklung einer Parasitengeneration etwa 7 Tage. In der Regel
-scheint die Gesundheit der infizirten Vögel durch diese Blutschmarotzer
-nicht besonders beeinträchtigt zu werden.
-
-Von den +einsporigen Hämamöbiden+ ist von der Gattung +Proteosoma+ nur
-eine Art: +Proteosoma+ von +Grassis-Labbé+ zu nennen, welche im Blute
-von Lerchen und Finken lebt. Die infizirten Thiere bekommen Fieber,
-versagen das Futter und gehen häufig an der Erkrankung zu Grunde.
-
-Von der Gattung +Haemamoeba+ (Syn. +Haematophyllam Metschnikoff+,
-+Oscillaria Laveran+, +Plasmodium Marchiafava-Celli+, +Haematomonas
-Osler+) ist die eine Art: +Haemamoeba Laverani+, welche im +Blute des
-Menschen+ vorkommt von Interesse, weil dieser Parasit die =Ursache der
-Malaria= ist.
-
-Auch bei den Vögeln ist die Frage, ob es sich um verschiedene
-Entwicklungszustände desselben Parasiten oder um mehrere Spezies
-handelt, ebensowenig wie im Falle der Froschparasiten bis jetzt mit
-Sicherheit zu beantworten.
-
-Hinsichtlich der Bedeutung der Hämosporidien der Vögel als
-Krankheitserreger sei noch erwähnt, dass hauptsächlich die schneller
-sporulirenden Formen pathogen wirken. Das erzeugte Fieber hat nicht den
-Typus, wie das der menschlichen Malaria, ist auch nicht durch Chinin zu
-beeinflussen; die Sporenbildung geht ungestört vor sich, wenn auch die
-amöboiden Bewegungen durch grosse Gaben (0,01–0,02) sistirt werden[206].
-
-[Illustration: Figur 28.
-
-+Die Blutkörperparasiten der Vögel+ (Vergr. 600–1000). Nr. 13 u. 14
-nach +Labbé+, 15–28 nach +Danilewsky+, die übrigen nach +Kruse+. 1–12.
-Parasiten der Krähe. 1–7. Allmähliches Wachsthum bis zur Sporulation
-(?). 8 u. 9. Entwicklung von Geisselträgern aus den erwachsenen
-Parasiten im frischen Präparat. 10–12. Würmchen, die sich gleichzeitig
-aus den Blutkörperchen frei machen. 13–14. Ein ähnlicher Parasit
-aus Fringilla coelebs, der Sporen bildet (Halteridium, +Labbé+).
-15–18. Cysten, die zur Sporulation kommen, aus dem Knochenmark und
-der Niere von mit Parasiten behafteten Vögeln. Die jüngere Form in
-18 gregarinenartig beweglich. 19–23. Amöboide, schnell sporulirende
-Parasiten der Blutkörperchen, bei 23 eine freie Sporulationsform.
-24–26. Cysten mit oblongen, spindelförmigen und spirillenartigen
-Inhaltskörperchen. 27 u. 28. Die letzteren aus einem Blutkörperchen
-ausschwärmend.]
-
-Neuerdings hat +MacCallum+[207] die pathologischen Veränderungen der
-Gewebe beschrieben, welche bei den mit Hämosporidien infizirten Vögeln
-auftreten und welche häufig eine überraschend +grosse Ausdehnung+
-haben im Vergleich zu dem +offenbar guten Wohlbefinden der Thiere+.
-Vorwiegend sind Leber und Milz ergriffen.
-
-
-Haemamoeba Laverani.
-
-=Geschichtliches.= Der Parasit wurde im Jahre 1880 von +Laveran+[208]
-im Blute Malariakranker entdeckt. +Golgi+[209] hat dann den
-Zusammenhang der Fieberanfälle mit dem Entwicklungsgang des Parasiten
-nachgewiesen, während +Marchiafava+ und +Celli+[210] (1888) die
-Sporulationsformen bei diesem Parasiten feststellten. Weitere
-eingehende Untersuchungen sind dann von +Metschnikoff+[211], +Celli+
-u. +Guarnieri+[212], +Sanfelice+[213], +Grassi+ und +Feletti+[214],
-+Mannaberg+[215], +Councilman+[216], und von +Laveran+[217] u. A.
-angestellt worden.
-
-Bekanntlich wird mit =Malaria= (vom ital. mala aria = böse Luft, =
-Intermittens Wechsel- oder kaltes Fieber) eine Krankheit des Menschen
-bezeichnet, welche in vielen Gegenden (namentlich in Sumpfgegenden)
-endemisch vorkommt und durch ihre regelmässigen in bestimmten
-Intervallen auftretenden Anfälle ausgezeichnet ist. Das wichtigste
-Symptom besteht in einem meist nur kurz andauernden Fieberanfall,
-welcher entweder täglich oder alle 2, 3, 4 oder 5 Tage auftritt. Man
-spricht demnach auch von einer Fibris quotidiana, tertiana, quartana,
-quintana u. s. w. Ausser Fieber ist auch eine meist erhebliche
-Schwellung der Milz während des Anfalles nachzuweisen. Neben diesen
-mit einer gewissen Regelmässigkeit auftretenden Fieberanfällen kommen
-jedoch auch unregelmässige Formen vor und man spricht dann von einem
-perniciösen, remittirenden, larvirten, kontinuirlichen u. s. w.
-Wechselfieber. Das Hauptarzneimittel gegen die Malaria ist Chinin. Die
-Untersuchungen der letzten Jahre haben nun gelehrt, dass den +einzelnen
-Malariatypen auch verschiedene Malariaparasiten entsprechen, welche+
-sich in verschieden langer Zeit entwickeln.
-
-Die +Entwicklung+ verläuft nach der Beschreibung von +Labbé+[218] in
-folgender Weise.
-
-[Illustration: Figur 29.
-
-_a_-_g_) +Haemamoeba laverani varietas quartana aus dem Blute
-malariakranker Menschen+ (nach +Labbé+).
-
-_a_) frisch infizirtes Blutkörperchen. _b_) etwas grössere Keime.
-_c_) erwachsener Parasit mit starker Pigmentkörnung, grosse lappige
-Fortsätze bildend. _d_) abgerundete Form mit grossem Kern. _e_) Beginn
-der Keimbildung. _f_) rosettenförmig um einen Restkörper angeordnete
-Keime. _g_) freie Keime nach Zerfall des rothen Blutkörperchens.
-
-_h_-_m_) +Haemamoeba laverani varietas tertiana aus dem Blute
-malariakranker Menschen+ (nach +Labbé+).
-
-_h_) amöboide Keime. _i_) erwachsene Amöboidform mit langen zarten
-Pseudopodien. _k_) abgerundete erwachsene Form. _l_) Keime morulaartig
-angeordnet. _m_) freie Keime nach Zerfall des rothen Blutkörperchens.]
-
-Ein kleiner amöboider, unpigmentirter Körper dringt in ein
-Blutkörperchen ein und wächst darin. Er zersetzt das Hämoglobin, nimmt
-Pigment in sich auf und theilt sich früher oder später in eine grössere
-oder kleinere Zahl von Keimen. Dabei bleibt immer ein Restkörper übrig,
-welcher aus Pigment gebildet ist und niemals in den Keim übergeht. Die
-Keime führen innerhalb der rothen Blutkörperchen amöboide Bewegungen
-aus. Die rothen Blutkörperchen hypertrophiren unter der Einwirkung der
-Parasiten und können das 3–4fache ihres normalen Volumens erreichen.
-+Golgi+ zeigte, dass bald nach dem Anfall einer typischen Quartana
-an den rothen Blutkörperchen ein kleines unpigmentirtes Körnchen
-nachgewiesen werden kann, welches 24 Stunden später etwa ein Sechstel
-bis ein Fünftel des Blutkörperchens einnimmt. Etwa 48 Stunden später
-haben die Parasiten in den sich vergrössernden Blutkörperchen die
-Hälfte bis zwei Drittel eingenommen. Sechzig Stunden nach dem Anfall
-(12 Stunden vor dem nächsten) ist von dem Blutkörperchen nur noch ein
-schwacher Saum erkennbar. Es beginnt nun die Vermehrung des Parasiten,
-in der scheibenartigen Form desselben erscheint eine speichenartige
-Zeichnung und schliesslich zerfällt das Ganze in nur selten über 10
-hinausgehende rundliche, kernhaltige Keime. Der Zerfall erfolgt in der
-Regel während des zweiten Fieberanfalles. Die frei gewordenen Keime
-legen sich bald wieder anderen Blutkörperchen an und der erwähnte
-Entwicklungsgang beginnt von Neuem.
-
-Demnach ist die ganze Entwicklung eine langsame und dauert meistens 72
-Stunden. Zur Erklärung der Febris tertiana hat man zwei Generationen
-oder zwei Varietäten des Malariaparasiten unterschieden, wobei dann
-beim Eintreten einer Febris tertiana der Entwicklungsgang schon in 48
-Stunden abgeschlossen ist.
-
-Bei dem regelmässigen +Quartanfieber+, das einer leichteren
-Malariainfektion entspricht, wie sie in eigentlichen Malariagegenden
-neben der Febris tertiana besonders im Frühling und hauptsächlich
-in der heissen Jahreszeit vorkommt, ist ein Parasit die Ursache,
-welcher als +Plasmodium malariae quartanae+[219], Amoeba malariae
-quartanae[220] oder als Haemamoeba malariae[221] bezeichnet wird[222].
-
-Derselbe vollendet seinen Entwicklungscyklus in drei Tagen.
-Eigenthümlichkeiten während der Wachsthumsperiode sind: geringe
-Beweglichkeit -- nur die jüngeren Formen entsenden Pseudopodien, die
-älteren zeigen leichtere Konturverschiebungen -- frühe und intensive
-Ablagerung von verhältnissmässig groben Pigmentkörnchen, schliesslich
-der Einfluss auf die Wirthszelle, die eher verkleinert, als vergrössert
-wird, und deren Hämoglobingehalt zunimmt.
-
-Auch das +Tertianfieber+ gehört zu den leichteren Infektionen, welche
-besonders im Frühjahr in echten Malariaorten vorkommen, und wird durch
-+Plasmodium malariae tertianae+ (+Celli+ und +Sanfelice+, +Kruse+)
-(+Amoeba febris tertianae+ (+Golgi+), +Haemamoeba vivax Grassi+ und
-+Feletti+) hervorgerufen. Der Parasit vollendet seine Entwicklung
-in zwei Tagen, füllt im erwachsenen Zustande das Blutkörperchen
-völlig aus, bildet dann entweder 14–20 Sporen oder degenerirt.
-Charakteristisch sind die lebhaften, amöboiden Bewegungen, die
-Feinheit der abgelagerten Pigmentkörnchen, die mässige Entfärbung und
-Vergrösserung der Wirthszelle.
-
-Wie bei der Quartana entspricht auch bei der Tertiana die Reifung der
-Sporen dem Beginn des Fiebers.
-
-Die +schweren quotidianen+ oder +unregelmässigen+, intermittirenden,
-remittirenden oder kontinuirlichen Fieber, welche in den
-Malariagegenden besonders heimisch sind, werden durch +Plasmodium
-malariae quotidianae+ oder +irregularis+ (+Celli+ und +Sanfelice+,
-+Kruse+) (+Haemamoeba praecox+, +Grassi+ und +Feletti+) hervorgerufen.
-Im Fingerblute werden dann kleine, gar nicht oder sehr spärlich
-pigmentirte Parasiten in reger amöboider Bewegung oder in Ringform
-gefunden. Die grösseren und sporulirenden Parasiten finden sich
-meist gar nicht im peripherischen (Finger-) Blute, dagegen in Massen
-in den inneren Organen, besonders in der +Milz+, aus welcher sie
-durch Punktion schon während des Lebens gewonnen werden können. Die
-erwachsenen Formen erreichen jedoch niemals die Grösse der Tertian-
-und Quartanparasiten, füllen höchstens den dritten Theil der rothen
-Blutkörperchen aus. Das Pigment ist meistens in einem Klümpchen
-vereinigt. Die Sporen sind etwas kleiner wie die der Tertiana und
-Quartana und werden in der Zahl von 5–10 gebildet. Besonders bei den
-+perniciösen+ Malariaerkrankungen findet man während des Lebens das
-Blut überschwemmt mit den kleineren Parasiten und nach dem Tode die
-Kapillaren der Organe, ganz besonders der Milz, des Gehirns u. s. w.
-strotzend mit Parasiten aller Stadien und mit vielen Sporulationsphasen
-gefüllt. In weniger akuten Fällen treten, jedoch erst nachdem
-die Infektion 5–8 Tage gedauert hat, zu den bisherigen Formen
-eigenthümliche Körper, welche schon von +Laveran+ als +Halbmonde+
-beschrieben worden sind. Sie ähneln Mondsicheln mit abgestumpften
-Enden, die sich gleichmässig oder stärker an den Polen färben und in
-der Mitte einen manchmal sehr zierlich kranzförmig angeordneten Haufen
-von Pigmentstreifen oder Nadeln enthalten. Ihr Längendurchmesser
-überragt die rothen Blutscheiben etwa um die Hälfte. Als Ueberreste der
-Wirthszelle, in der die Halbmonde entstanden sind, findet man oft ihre
-Pole auf der konkaven Seite durch eine zarte, gebogene Linie verbunden
-oder den ganzen Körper durch eine doppelte Kontur eingeschlossen.
-
-Die Halbmonde nehmen zuweilen während der Beobachtung zuerst eine
-spindelförmige oder ovale, dann kugelrunde Gestalt an, ihr Pigment
-beginnt sich zu vertheilen und der Körper macht schaukelnde Bewegungen
-oder entsendet plötzlich lebhaft sich bewegende +Geisseln+. Letztere
-werden abgeworfen, und der Mutterkörper zerfällt in mehrere pigmentirte
-Kugeln, welche sich noch lange als einzige Reste der +Laveran+’schen
-Sicheln erhalten können. Die Geisseln sind, wie im Blute der Vögel,
-reproduktionsunfähige, früher oder später der Degeneration verfallende
-Elemente. Auch hat die Annahme die meiste Wahrscheinlichkeit, dass
-die +Halbmonde unschädliche Residuen des Infektionsprozesses+, eine
-abgebrochene Entwicklungsrichtung darstellen. Die Wiederholung der
-fieberhaften Perioden wird nicht durch sie, sondern durch die Sporen
-vermittelt, obwohl einzelne Autoren die Halbmonde als Dauerformen
-ansehen, welche auch Sporen produziren sollen.
-
-Von +Marchiafava+ und +Bignami+[223] wird nun noch ein +schweres
-Tertianafieber+ unterschieden, bei welchem die Parasiten grösser (bis
-zur Hälfte eines Blutkörperchens) werden, als bei dem eben genannten.
-Halbmonde werden dabei ebenfalls beobachtet. Leicht kann eine
-Verwechselung mit der Quotidiana eintreten.
-
-Von +Celli+ und +Marchiafava+[224] ist einige Male auch ein +Plasmodium
-malariae incolor+ oder +Haemamoeba immaculata+ (+Grassi+ und +Feletti+)
-beobachtet worden. Diese Form unterscheidet sich von der quotidianen
-Form durch das gänzliche Fehlen des Pigmentes.
-
-Im Uebrigen herrscht noch keine Uebereinstimmung in den Ansichten
-der Autoren darüber, ob schliesslich nur +eine+ Parasitenspecies
-der Malaria zu Grunde liegt, oder mehrere und endlich wieviele.
-Impfversuche, wie solche von +Gualdi+ und +Antolisei+[225], +Antolisei+
-und +Angelini+[226], +Calandruccio+[227], +Bein+[228], +Baccelli+[229]
-und +Di Mattei+[230] angestellt worden sind, ergaben die genaue
-Reproduktion des verimpften Formentypus (Quartana, Tertiana, Quotidiana
-mit Halbmonden) in 18 von 20 Versuchen, während in zwei Versuchen
-die Injektion von Blut mit Quartanparasiten irreguläres quotidianes
-Fieber erzeugte. Mit Recht hebt +Kruse+ dabei hervor, dass bei der
-vorliegenden Frage ein einziger positiv nachgewiesener Fall von
-Pleomorphismus für die Entscheidung derselben von viel grösserer
-Beweiskraft ist, als 20 negative. Es ist sehr wahrscheinlich, dass
-die Transformation des Parasiten, wenn sie überhaupt möglich ist,
-nur unter ganz bestimmten Bedingungen eintritt. Neuerdings betont
-+Ziemann+[231] auf Grund seiner mikroskopischen Befunde, wie häufig die
-Malariaparasiten in ein und demselben Falle sich verschieden verhalten.
-+Alle Versuche+, sagt er, +allein aus dem verschiedenen morphologischen
-Verhalten der Malariaparasiten die Berechtigung zur Aufstellung
-verschiedener Schemata herzuleiten, sind daher mit grosser Vorsicht
-aufzunehmen+.
-
-Die +ursächliche+ Bedeutung der Plasmodien für die Entstehung der
-Malariainfektion ist sicher: man findet sie konstant im Blute der
-Kranken, durch das infizirte Blut kann die Krankheit übertragen werden
-und bei anderen Krankheiten und Gesunden findet man die Blutparasiten
-nicht. Der Ursprung des Fiebers wird auf die Erzeugung giftiger Stoffe
-zurückgeführt, welche anscheinend dadurch frei werden, dass sich die
-Sporulationsformen in ihre Elemente auflösen (+Kruse+). Oertliche
-Symptome werden vielleicht durch Anhäufungen der Parasiten in den
-Kapillaren der Organe hervorgerufen.
-
-+Das Ueberstehen einer Infektion+ scheint eine neue Durchseuchung
-zu begünstigen, während die natürliche Empfänglichkeit bei den
-verschiedenen Menschenrassen eine sehr verschiedene zu sein scheint.
-In Sumatra sollen (nach +Martin+[232]) die Europäer am häufigsten und
-heftigsten ergriffen werden, während die Malaien, besonders die Tamils
-im Allgemeinen seltener als die ersteren und dann an leichteren Formen
-(Quartana und Tertiana) erkranken.
-
-Die Bedeutung der Wirkung des +Chinins+ auf die Malariaparasiten des
-Menschen kann nicht bestritten werden; +Marchiafava+ und +Celli+[233]
-konnten nach Anwendung von Kochsalzlösung und destillirtem Wasser
-auf +extravaskuläre Plasmodien+ ebenfalls eine schädigende Wirkung
-nachweisen.
-
-Die „Phagocyten“ werden im Kampfe mit den Malariaparasiten den
-Heilungsprozess unterstützen können; ob sie jedoch von wesentlicher
-Bedeutung in Fällen natürlicher Heilung sind, ist einstweilen noch
-nicht sichergestellt.
-
-Die +Inkubationszeit+ ist bei der Malariainfektion sehr wechselnd und
-beträgt bei künstlicher Infektion 1–3 Wochen, kann jedoch bei natürlich
-entstandenen Infektionen kürzer und länger (1–2 Monate) sein.
-
-Zur +Diagnostik der Malariainfektion+ ist eine einmalige oder öftere
-+Untersuchung des frischen Fingerblutes+ nöthig. Die Bewegungen
-der Parasiten bleiben (nach +Kruse+) auch bei Zimmertemperatur
-oft stundenlang bestehen. Man kann jedoch auch +Trockenpräparate+
-anfertigen und diese nach 5 Minuten langer Fixirung mit Alkohol
-(oder einer Mischung von Alkohol und Aether zu gleichen Theilen) mit
-Methylenblau färben. Für die Darstellung der Plasmodien im Gewebe wird
-(von +Bignami+) die Fixirung kleiner Organstückchen in Sublimat (1% +
-0,07% NaCl + 5% Ac. acet.) während mehrerer Stunden, Auswaschung in
-jodirtem und absolutem Alkohol und Färbung mit Safranin, Methylenblau
-oder Bismarckbraun empfohlen.
-
-Hinsichtlich der +Entstehungsart der Blutinfektion+ scheint zunächst
-die Aufnahme der Parasiten vom Magen-Darmkanal nicht die Regel zu
-bilden, auch die Beweise für die Annahme, dass die Uebertragung durch
-die Einathmung infizirter Luft erfolgt, sind noch nicht erbracht
-worden. Dagegen weisen die Experimente auf eine Möglichkeit der
-Infektion von der Haut aus hin, und es wäre wohl denkbar, wie +Kruse+
-bemerkt, dass die +Infektion auch unter natürlichen Bedingungen von der
-Haut aus, etwa durch Insektenstiche+, vermittelt würde. Dann könnte die
-Infektion von Person zu Person auch durch Flöhe erfolgen. Diese Art
-der Uebertragung würde ihr Analogon in der der Malaria des Menschen
-nahestehenden Texasseuche finden, welche erweislich nur durch Stiche
-bestimmter Insekten verbreitet und von Thier zu Thier übertragen wird.
-
-Die +Herkunft des Ansteckungsstoffes+ ist bei der Malaria noch nicht
-festgestellt. Jedenfalls lehrt die Erfahrung, dass die Gelegenheit zur
-Erkrankung an Malaria in Gegenden vorhanden ist, welche von Menschen
-bisher nicht betreten worden sind.
-
-Die +Erreger der Malaria+ scheinen nur gelegentliche Schmarotzer des
-Menschen zu sein. In welcher Form sie ausserhalb des menschlichen
-Organismus leben, ist unbekannt. „Wegen der Eigenart der Plasmodien,
-die allen Züchtungsversuchen trotzen, könnte man annehmen, dass sie
-nur zu parasitärem Leben geeignet, also obligate Schmarotzer wären.
-Nach unserer bisherigen Kenntniss kämen keine anderen Wirthsthiere
-als höchstens noch Fische, Reptilien, Vögel (Säugethiere! Sch.)
-in Betracht, die Parasiten derselben zeigen aber unter sich zwar
-Verwandtschaften, sind jedoch nicht identisch. Danach wäre es also
-ausgeschlossen, dass die Malariaparasiten von Fröschen, Reptilien oder
-Vögeln mittelbar auf den Menschen übergingen, um so mehr, weil wir
-auch bei diesen Thieren keine Anhaltspunkte dafür haben, dass sie ihre
-Parasiten in grösseren Mengen und in Form von Dauerzuständen in die
-Aussenwelt entleeren“. (+Kruse+.)
-
-
-Malariaerkrankungen bei Thieren.
-
-Von Malariafällen bei Thieren wird schon seit langer Zeit berichtet.
-Die meisten Beobachtungen beziehen sich jedoch auf das +Pferd+
-(+Ruini+, +Kersting+). In einzelnen der früher in der Litteratur als
-Malaria beschriebenen Fälle, besonders beim Rind und Schaf, mögen
-auch manchmal nur Milzbranderkrankungen vorgelegen haben. Dagegen ist
-es gegenwärtig nicht mehr zweifelhaft, dass Malaria auch bei Thieren
-vorkommt. Zunächst ist zu erwähnen, dass künstliche Uebertragungen der
-Malaria des Menschen auf Kaninchen und Hunde mit Erfolg ausgeführt
-sind. Ferner kommt nach +Dupuy+ in Senegambien die +Malaria bei
-Pferden+ nicht selten vor und tritt theils in akuter, theils in
-chronischer, mehrere Monate dauernder Form auf. Von +Popow+[234] wird
-über das Vorkommen von Malaria in sumpfigen Gegenden des Kaukasus
-berichtet. Die Krankheit war hier beim Menschen sehr stark verbreitet
-und +Popow+ hatte Gelegenheit das Leiden auch bei sechs Pferden zu
-beobachten. Die Krankheitsdauer betrug 6–11 Tage. Neben Fieber war
-Puls- und Athembeschleunigung vorhanden. Des Abends war eine Steigerung
-der Erscheinungen nachweisbar. Von innerlichen +Mitteln+ wirkten am
-besten und am schnellsten Chinin, das in Dosen von 4,0 gr. 3–5mal
-gegeben wurde. Je früher mit der Chininbehandlung begonnen wurde, desto
-früher trat Heilung ein.
-
-+Pierre+[235] berichtet gleichfalls über Malariaerkrankungen der
-Pferde und giebt an, dass in den betreffenden Gegenden die Menschen in
-gleicher Weise erkranken wie die Pferde. Durch einfaches Zusammenleben
-und Kontakt wird die Krankheit +nicht+ übertragen. Dagegen gelingt
-die +künstliche Uebertragung+ durch intravenöse Injektion des Blutes
-kranker Thiere auf gesunde; subkutane und intravenöse Injektionen bei
-Hunden haben jedoch nur einen zweifelhaften Erfolg. Die Inkubationszeit
-beträgt oft 10–12 Tage. Die Krankheit tritt entweder als einfaches
-intermittirendes oder dauerndes Fieber ohne Organkrankheiten auf;
-oder das Fieber geht mit Organkrankheiten einher. Es wurden Katarrhe
-des Athmungsapparates, Hämaturie, Pneumonie und Pleuritis, auch
-Erkrankungen des centralen Nervenapparates beobachtet.
-
-Neben der +akuten Form+ zeigte sich auch eine chronische, welche mit
-Kachexie und Anämie einhergeht. Das Blut ist dabei quantitativ und
-qualitativ verändert. Bei der +Behandlung+ des Leidens war Chinin sehr
-wirksam.
-
-+Sander+[236] theilte mit, dass das Wechselfieber nicht selten bei
-Pferden und Rindern in Afrika vorkommt. +Burke+[237] erwähnt, dass die
-in Indien unter dem Namen „+Surra+“ bekannte, oft seuchenartig unter
-den Pferden auftretende Erkrankung eine perniciöse Anämie ist, welche
-durch im Blute zirkulirende zu den Hämamöbiden gehörige Parasiten
-hervorgerufen wird, wie auch weitere Untersuchungen von +Evans+,
-+Crookshank+, +Osler+ u. A. bestätigt zu haben scheinen. Man hat den
-Parasiten nach dem Autor +Evans+: +Trypanosoma Evansi+ genannt.
-
-Neuerdings hat nun auch +Danilewsky+[238] die Malariaparasiten im Blute
-der Vögel gefunden, bei denen sie akute, fieberhafte 4–6 Tage dauernde
-Anfälle erzeugen. +Danilewsky+ fand sowohl in der Struktur wie auch in
-den biologischen Eigenschaften eine sehr grosse Aehnlichkeit zwischen
-diesen Parasiten und denjenigen des Menschen. Ebenso hat +Labbé+[239]
-die +endoglobulären Blutparasiten der Vögel+ einer eingehenden
-Untersuchung unterzogen und ebenfalls die grosse Aehnlichkeit mit den
-Malariaparasiten des Menschen nachgewiesen. +Labbé+ unterscheidet dabei
-zwei Gattungen: +Halteridium+ (Laverania) und +Proteosoma+ (Haemamoeba).
-
-Die jüngsten Formen der Halteridien erscheinen als kleine, helle und
-stark lichtbrechende Flecke in den Blutkörperchen, welche später
-wachsen und seitlich von den Kernen liegen. Ihre Enden sind etwas
-gekrümmt, meistens etwas aufgetrieben und mit Pigmentkörnchen versehen.
-Durch Färbung kann man einen Kern nachweisen, welcher bläschenförmig
-ist und einen grossen Nucleolus einschliesst. Später nehmen diese
-Körperchen eine beutelförmige Gestalt an, der Kern theilt sich und
-rückt den Enden näher. Die verdickten Enden sind nach +Labbé+ die
-Sporen, in welchen sich die Kerne weiter theilen. So entstehen zwei
-Gruppen von Sporozoiten, die sich trennen und ins Blutserum gelangen.
-Ausser diesen Formen beobachtete +Labbé+ auch solche, die mit
-geisselartigen Fortsätzen versehen waren. Der Entwicklungsgang des
-Parasiten, welcher +Halteridium Danilewsky+ genannt wird, dauert etwa
-7–8 Tage.
-
-Die zweite Form -- +Proteosoma+ -- ist in den jüngeren
-Entwickelungsstadien dem Halteridium sehr ähnlich. Die älteren
-Formen besitzen eine nieren- oder birnförmige Gestalt und einen
-bläschenförmigen Kern. Später runden sich die Enden ab und zerfallen
-in viele Sporozoiten, welche eine rosettenförmige Anordnung annehmen
-und manchmal das ganze Blutkörperchen ausfüllen. Die Entwicklung dauert
-4–5 Tage. Die inficirten Blutkörperchen verlieren ihren Farbstoff
-und ihre Kerne sind verschoben. +Labbé+ bezeichnet diese Parasiten
-als +Proteosoma Grassi+. Es ist nicht unmöglich, dass beide Arten
-nur verschiedene Entwicklungsstadien desselben Parasiten darstellen,
-worüber noch weitere Untersuchungen Aufschluss bringen müssen.
-
- * * * * *
-
-Von den +weiteren Gattungen+ der einsporigen Hämamöbiden ist noch zu
-erwähnen, dass die zu +Dactylosoma+ und +Cytamöba+ gehörigen Arten im
-+Blute der Frösche+ beobachtet worden sind.
-
- * * * * *
-
-+Ebenfalls den Hämamöbiden angereiht+ werden +die Erreger der
-Texasseuche und einzelner Formen seuchenartig auftretender
-Hämoglobinurie der Rinder+.
-
-Was zunächst die =Erreger der Texasseuche= betrifft, früher Pyrosoma
-bigeminum jetzt +Apiosoma bigeminum Smith+ genannt, so sind die
-Untersuchungen über dieselben von +Smith+[240] angestellt worden.
-
-Das +Texasfieber+ auch Milzfieber (+Texas fever+, +Spanish fever+,
-+Southern Cattle Plague of the United States+) ist eine in einzelnen
-Bezirken der Vereinigten Staaten vorkommende seuchenartig auftretende
-Krankheit der Rinder, welche an bestimmte Gegenden gebunden ist
-und besonders am mexikanischen Meerbusen vorkommt. Es liegen seit
-1871 Berichte über das Vorkommen der Seuche in den südlichen
-Staaten der nordamerikanischen Union vor. Später folgten dann
-genauere Darstellungen, neuerdings von +Smith+ und +Kilborne+[241],
-+Dinwiddie+[242], +Billings+[243], +Salmon+[244], +Detmers+[245].
-Im Jahre 1894 wurde die Krankheit auch bei einigen nach Hamburg
-eingeführten amerikanischen Ochsen beobachtet und später von
-+Weisser+ und +Massen+[246] näher studirt und als identisch mit der
-amerikanischen Seuche festgestellt.
-
-[Illustration: Figur 30.
-
-+Apiosoma bigeminum nach Smith.+
-
-_a_-_d_) intraglobuläre Stadien. Die Punktirung zeigt die relative
-Färbbarkeit von erhitzten Präparaten mit alkoholischem Methylenblau an.
-
-_a_) jüngstes Stadium, anscheinend in Zweitheilung begriffen. Aus dem
-kreisenden Blute. _b_) spindelförmige Körper aus Herzmuskelblut eines
-akut verlaufenden Falles. An den peripheren Enden ist die Färbung
-schwach. _c_) birnförmige Körper derselben Herkunft, total gefärbt.
-_d_) birnförmige Körper aus dem kreisenden Blute mit peripherer Färbung.
-
-_e_-_k_) verschiedene Stadien aus frischem Blute ungefärbt.
-
-_e_) jüngstes Stadium des intraglobulären Parasiten, am Rande des
-Blutkörperchens als eine einzige Vakuole sichtbar. Aus dem kreisenden
-Blute eines leicht erkrankten Thieres, mit _a_ vergleichbar. _f_) ein
-amöboider Körper im kreisenden Blute, 3 Stunden nach der Blutentnahme.
-Wahrscheinlich doppelt, da 2 winzige Körperchen vorhanden sind. _g_)
-derselbe Körper, eine Stunde später. Ein Körperchen ist nicht sichtbar,
-das andere durch einen stäbchenförmigen Körper ersetzt (_?_). _h_
-und _i_) zwei rasch aufeinander folgende Stadien (innerhalb einer
-Minute) eines Parasiten von einem anderen Falle, 3 Stunden nach der
-Blutentnahme. In diesem Parasiten ist ein winziges Körperchen und
-ein Stäbchen vorhanden. _k_) ein paar birnförmige Parasiten aus dem
-kreisenden Blute eines genesenden Rindes, mit winzigen Körperchen und
-vakuolenartigen ovalen Stellen.]
-
-Die +Ansteckung+ erfolgt auf der Weide durch bestimmte Zecken
-(Boophilus bovis von +Cooper Curtice+, Ixodes bovis von +Ridey+
-genannt), welche auf den Rindern des Seuchengebietes leben und
-die Ursache der Krankheit im Seuchenbezirk, wie auch nach anderen
-Gegenden hin verschleppen. +Die nächste Ursache+ der Krankheit
-bilden jedoch die genannten +Blutparasiten+. Dieselben sind blasse,
-amöboide Plasmakörper, zum Theil mit unregelmässigen Umrissen, zum
-Theil birnförmig. Die Länge beträgt 2,5–4 µ, die Breite 1,5–2 µ.
-In dem breiten Ende des Parasiten findet sich öfter ein dunkles
-winziges Körperchen, welches in seltenen Fällen durch ein grösseres
-vakuolenartiges Gebilde ersetzt wird. Beide Gebilde kommen auch
-zusammen in demselben birnförmigen Körper vor. Manchmal ist auch eine
-doppelte Infektion desselben Blutkörperchens nachzuweisen; dasselbe
-beherbergt dann zwei Paar birnförmige Körper.
-
-Im +Beginne+ der Erkrankung finden sich in den Blutkörperchen der
-infizirten Rinder äusserst kleine, glänzende Körperchen, welche als
-die Keime der Parasiten angesehen werden. Sehr bald erfolgt dann eine
-Zweitheilung; jeder Theil wächst nun zunächst in einen spindelförmigen
-Körper aus, der zuletzt in Birnform übergeht und sich nur noch schwach
-an der Peripherie färbt. Die birnförmigen Gebilde sind mit den spitzen
-Enden häufig einander zugekehrt oder durch einen feinen Faden verbunden
-und finden sich sehr zahlreich bei den besonders im Sommer vorkommenden
-akuten Erkrankungen. Besonders +zahlreich findet man die Parasiten im
-Blute der Leber, der Milz, der Nieren und des Herzens+, wo bis 80% der
-Blutzellen infizirt sind. Unter der Einwirkung der Parasiten sinkt die
-Zahl der rothen Blutzellen in kurzer Zeit ganz erheblich.
-
-Wird das Blut kranker Thiere gesunden unter die Haut oder in die
-Venen injizirt, so treten bei den Versuchsthieren schon nach
-wenigen Tagen die ersten Krankheitserscheinungen auf. Kaninchen,
-Meerschweinchen, Tauben und Schafe zeigen nach der Impfung keine
-Krankheitserscheinungen. Dagegen ist die Empfänglichkeit des Rindes
-eine grosse. Meerschweinchen bleiben gesund, wenn sie im Verhältniss
-zum Körpergewicht die 25–300fache Dosis desselben Blutes eingespritzt
-erhielten, welches 3 von 4 geimpften Kühen tödtete. Auch ist die
-Thatsache bemerkenswerth, dass das +Blut scheinbar ganz gesunder Rinder
-aus dem Seuchengebiete auf Thiere in immunen Gebieten übertragen,
-infizirend wirkt+.
-
-+Die Verbreitung und Verschleppung der Krankheit+ erfolgt nun, wie
-erwähnt, durch zeckentragende, selbst nicht ganz gesund erscheinende
-Rinder. Wie +Smith+ angiebt kriechen die Zecken nach ihrem
-Ausschlüpfen aus den Eiern, die auf den Weiden abgelagert worden,
-sogleich auf die Rinder, wo sie sich mit Vorliebe auf die Innenfläche
-der Schenkel und in der Umgebung des Euters festsetzen. Nach zwei
-Häutungen sind sie geschlechtsreif, paaren sich, und nach einiger Zeit
-schwillt das Weibchen, öfters schon innerhalb 24 Stunden enorm an, löst
-sich los und fällt auf den Boden. Nach einigen Tagen wird eine grosse
-Menge Eier abgelegt, aus denen in 2–6 Wochen, je nach der umgebenden
-Temperatur, die Zecken herausschlüpfen, um wiederum denselben
-parasitischen Lebenslauf durchzumachen. Der Zeitraum zwischen dem
-Anheften der jungen Zecke und dem Abfallen der trächtigen ist ungefähr
-23 Tage. Das Schwellen der Parasiten wird bedingt durch Aufsaugen einer
-verhältnissmässig grossen Menge Blut.
-
-Das Texasfieber wird durch die jungen Zecken 10–15 +Tage nach
-ihrem Anheften+ hervorgerufen. Damit steht auch die Thatsache im
-Zusammenhange, dass, wenn eine Herde zeckentragender Rinder vom
-Seuchengebiete mit empfänglichen Rindern zusammenkommt, bei diesen
-die Seuche erst nach 45–60 Tagen zum Ausbruch kommt. Die Krankheit
-erscheint erst mit den jungen Zecken und nicht früher. Seuchenartige
-Ausbrüche der Krankheit kommen oft dadurch zu Stande, dass infizirte
-Rinder auf einer Weide übernachten, auf welcher später empfängliche
-Thiere eine Zeit lang bleiben. Da eine reife Zecke ungefähr 2000 Eier
-legt, so kann eine einzige Zecke den Boden infiziren. Die lange Dauer
-der Gefahr eines so infizirten Bodens ist dadurch erklärt, dass die
-jungen Zecken wahrscheinlich monatelang auf dem Boden lebensfähig
-bleiben können. +Smith+ hält es für wahrscheinlich, dass die Zecken
-sich zunächst mit dem Blute der Rinder des Südens infiziren und die
-Mikroparasiten dann auf die junge Zeckengeneration übertragen werden.
-Wichtig ist auch noch die Beobachtung, dass Rinder, welche in dem
-Seuchengebiete einheimisch sind, die Krankheit als Herdenseuche
-nach ausserhalb tragen können, obwohl sie selbst anscheinend ganz
-gesund sind. Die Krankheit tritt auf den Weiden des Nordens auf, wenn
-Rinder des Südens kurze Zeit auf denselben Weiden gewesen waren. Man
-beobachtet die Seuche nur im Sommer und im Herbste. Kälte zerstört
-den Krankheitserreger, weshalb die Seuche im kalten Norden nicht zur
-Beobachtung kommt.
-
-In welcher Weise und in welchem Entwicklungsstadium die Mikroparasiten
-des Texasfiebers von dem Zeckenweibchen auf die Zeckenlarven übertragen
-werden, bedarf noch der weiteren Untersuchung.
-
-Hinsichtlich der +Krankheitserscheinungen+ sei erwähnt, dass die
-Krankheit in einer akuten und in einer chronischen Form auftritt. Bei
-der akuten Form wird Fieber mit Steigerung der Körpertemperatur bis
-auf 40,5–42° C. beobachtet. Bei der chronischen Form zeigt sich jedoch
-nur Abends eine Temperatursteigerung um 1–2° C. über der Norm. Bei der
-+akuten+ Form wird ferner Blutharnen und, wie auch bei der chronischen,
-Anämie, ferner Sistiren der Milchsekretion und der Futteraufnahme,
-daneben auch Verstopfung oder Durchfall beobachtet. Auf der Höhe des
-Fiebers nimmt die Zahl der rothen Blutkörperchen schnell ab, so dass
-der Verlust innerhalb einer Woche ⅙ der Gesammtsumme betragen kann.
-Meist sterben am 5. oder 6. Krankheitstage 80–90% der erkrankten
-Thiere. In anderen Fällen tritt der Tod erst nach 14 Tagen oder noch
-später ein. Ebenso tritt die Krankheit bei den genesenden Thieren nach
-mehreren Wochen in einer chronischen, milden Form wieder auf.
-
-Von den +anatomischen Veränderungen+ seien folgende erwähnt: Stets ist
-eine Schwellung der Milz vorhanden, welche 2–4mal so gross als die
-normale ist. Meist ist auch die Leber vergrössert, an der Aussenfläche
-erscheint sie bräunlich gelb und ist mit kleinen grauen Fleckchen
-besetzt, als Zeichen einer um die Centralvene beginnenden Nekrose
-des Lebergewebes. Die Nieren sind im akuten Stadium dunkelbraunroth,
-später blass und schlaff. Die Harnblase ist fast ausnahmslos mit
-schwarzrothem, undurchsichtigem Harn angefüllt, der nur selten einige
-wenige Blutkörperchen enthält. Das Blut ist lackfarben und dickflüssig.
-Im Blute der Nieren (80%), des Herzfleisches, der Leber und Milz finden
-sich im Innern der rothen Blutkörperchen die beschriebenen runden oder
-birnförmigen Parasiten mit amöboider Bewegung. Im Blute der an der
-+chronischen+ Form erkrankten Thiere finden sich birnförmig gestaltete
-Körper nur ausnahmsweise; dagegen waren 5–50% der rothen Blutkörperchen
-mit rundlichen, kokkenähnlichen Gebilden infizirt. Die Körpermuskulatur
-erscheint meist schwach getrübt.
-
-Für die +Untersuchung des Blutes vom lebenden Rinde+ wird der
-durch Einstich oder Incision aus der Haut gewonnene Blutstropfen
-schnell auf ein Deckglas gebracht, ein wenig mit einem Glasstäbchen
-verstrichen und dann, wie für Bakterienuntersuchung über einer
-Spiritusflamme lufttrocken gemacht. Hierauf färbt man mit wässeriger
-Methylenblaulösung. Für +frische Untersuchung+ wird man dem
-Blutstropfen etwas physiologische Kochsalzlösung beigeben und dann die
-Besichtigung durch das Mikroskop ausführen.
-
-Für +Untersuchung von Organen oder Gewebstheilen geschlachteter
-oder gestorbener Thiere+ haben +Weisser+ und +Maassen+ folgendes
-Verfahren benutzt. Der stark +bluthaltige Gewebssaft der Niere+ wurde
-in möglichst dünner Schicht auf eine grössere Anzahl Deckgläser
-ausgestrichen und nach der von +Ehrlich+ angegebenen Methode durch
-zweistündiges Erhitzen auf ungefähr 110° fixirt und darauf mit
-alkalischer Methylenblau- oder wässeriger Gentianaviolettlösung
-gefärbt. Gut gelungene Präparate zeigten dann die rothen Blutkörperchen
-als weisse, am Rande ganz zart gefärbte Scheiben, in deren Innerem sich
-scharf von dem weissen Grunde abhebend die Mikroorganismen sassen;
-nicht selten war auch eine schwache Gelbfärbung der Blutkörperchen
-durch noch vorhandenen Blutfarbstoff nachzuweisen.
-
-Die +Färbung der Parasiten in den Schnitten+ gelang mit allen
-Kernfarbstoffen. Hämatoxylin, Methylenblau, Gentianaviolett lieferten
-recht gute Bilder, doch mussten die beiden letzteren Farbstoffe eine
-genügend lange Zeit (in durchscheinenden Lösungen etwa 24 Stunden)
-einwirken, damit neben der deutlichen Färbung der Parasiten eine
-leichte Anfärbung der Blutkörperchenhülle eintrat. Sehr zahlreich
-fanden sich die Parasiten in den Schnitten aus der Niere. Die
-Kapillaren waren hier fast durchweg mit infizirten Blutkörperchen
-vollgepfropft. In den Kapillaren des Herzmuskels wurden die von dem
-Parasiten befallenen Blutkörperchen ebenfalls in grossen Mengen
-angetroffen, dagegen enthielten Bugdrüse, Leber und Milz bedeutend mehr
-Blutkörperchen, die frei davon waren.
-
- * * * * *
-
-In Europa wurde schon seit längerer Zeit unter den =rumänischen
-Rindern und Schafen= eine Seuche beobachtet, die gleichartige
-Krankheitserscheinungen, wie die Texasfieberseuche darbietet.
-+Babes+[247] fand bei dieser Krankheit Blutparasiten, welche den beim
-Texasfieber gefundenen sehr ähnlich sind.
-
-Es handelt sich dabei um eine unter den +Erscheinungen der
-Hämoglobinurie+ auftretenden +Erkrankung der Rinder+. Vorwiegend werden
-die Ochsen, seltener die Kühe ergriffen. Kälber bleiben verschont.
-Es erkranken sowohl die auf der Weide befindlichen, wie auch die im
-Stalle gehaltenen Thiere. Die Thiere haben keinen Appetit, hohes
-Fieber (40–41,5° C.), zuweilen Kolikerscheinungen, sind sehr anämisch,
-hinfällig und haben in den schweren Krankheitsfällen auch regelmässig
-+Blutharnen+. Die Krankheit dauert gewöhnlich nur fünf Tage, um dann
-entweder tödtlich zu enden, in Genesung überzugehen oder nach einigen
-Tagen zu einem zweiten Anfall zu führen, welcher dann meist tödtlich
-wird. Durchschnittlich gehen etwa 50% der erkrankten Thiere zu Grunde.
-Die +Seuchendauer+ beträgt meist nur wenige Wochen; und die meisten
-Erkrankungen finden am Anfange und am Ende des Sommers statt.
-
-Bei der +Obduktion+ finden sich konstant kleine Blutungen und
-Geschwüre im Magen und Duodenum. Die Schleimhaut des Dünndarms ist
-stets geschwollen und mit einer dicken gelben gelatinösen Masse
-bedeckt. Die +Milz+ ist ebenfalls stets geschwollen. Leber gross und
-marmorirt. Centrum der Acini nekrotisch, Nieren gross und brüchig,
-von dunkelbraunrother Farbe. In der Schleimhaut des Nierenbeckens
-Ecchymosen. In der Harnblase ist dunkelrother bis schwarzer Harn,
-der in der Regel keine Blutkörperchen enthält. Das +Blut+ ist blass
-und lackfarben. Im Blute, besonders der Nieren und Milz, meist
-eingeschlossen im Zellleibe der rothen Blutkörperchen finden sich
-von einer Kapsel eingeschlossene Diplokokken, die sich nach +Gram+
-entfärben, rund oder lanzenförmig sind. Sie sind häufig durch eine
-feine Linie verbunden und oft in Theilung begriffen. Durch die Theilung
-entstehen zwei gebogene, parallel gestellte Stäbchen, mit je zwei
-polaren und einem centralen chromatischen Körperchen. Zu Beginn der
-Krankheit sind die Parasiten lanzen- oder birnförmig und häufiger im
-kreisenden Blute. +Kulturversuche+ mit diesen Parasiten gelangen nur
-selten auf hämoglobinhaltigem Blutserum, wo kaum sichtbare gelbliche
-Kolonien entstanden, welche in einem Falle bei einem Rinde und
-Kaninchen dieselbe Krankheit erzeugten, wie durch Impfung mit Blut von
-gefallenen oder erkrankten Rindern.
-
-Die Kaninchen erkrankten nach intravenöser Injektion von 5 ccm Blut
-nach 8 Tagen fieberhaft und gingen gewöhnlich nach wenigen Tagen zu
-Grunde. 10 ccm Blut in die Vena jugularis gespritzt, erzeugten durchaus
-nicht immer, doch in mehreren Versuchsreihen, bei Ochsen nach 12–15
-Tagen die typische Hämoglobinurie, welche manchmal zum Tode führte.
-Meist frei im Blute fanden sich in jedem Falle zahlreiche jenen
-ähnliche Parasiten. +Wie beim Texasfieber+ erhalten sich auch diese
-Parasiten lange in der Körperhöhle der Zecken.
-
-+Aehnliche Beobachtungen+ machte +Piana+[248], welcher eine mit
-Hämoglobinurie einhergehende stationäre Rinderseuche in den Bergen von
-Brescia beobachtete. Ob jedoch diese Seuche mit der in Deutschland in
-einzelnen Gegenden vorkommenden Hämoglobinurie der Rinder identisch
-ist, lässt sich zur Zeit noch nicht mit Sicherheit entscheiden.
-
- * * * * *
-
-In allerjüngster Zeit haben +Celli+ und +Santori+[249] über eine in der
-Campagna von Rom beobachtete =Rindermalaria= eingehende Mittheilungen
-gemacht.
-
-Es ist bekannt, dass schweizerische, schweizerisch-lombardische und
-holländische Kühe leicht an Malaria erkranken und sterben, wenn sie in
-den Agro Romano versetzt werden. Im Herbst 1896 trat in einer Heerde
-von ungefähr 100 Kühen aus der Lombardei, welche im vorhergehenden
-Winter in das Gebiet von Cervara versetzt worden waren, eine Seuche
-auf, von der alle oder doch beinahe alle grossen Thiere ergriffen
-wurden, und welche mit Abmagerung und Verminderung der Milchproduktion
-verbunden war. Einige, nämlich 20 Stück, erkrankten schwer mit
-fieberhafter, akuter Anämie, welche in elf Fällen mit tödtlichem
-Ausgang und Hämoglobinurie verbunden war. Bei einigen der stärker
-erkrankten Thiere trat Verstopfung ein, bei anderen Diarrhöe, welche
-sogar blutig sein konnte. Die Krankheit dauerte im Allgemeinen 5–6
-Tage, in den schwersten Fällen sogar nur 36 Stunden.
-
-Der Tod trat unter Kollaps und einer Temperaturerniedrigung unter die
-Norm ein.
-
-Von den jungen Thieren wurde nur ein Kalb von der Krankheit ergriffen.
-Von ihr wurden auch nicht einmal die lombardischen Kühe verschont,
-welche schon seit langer Zeit sich in jener auch in Bezug auf die
-menschliche Malaria höchst ungesunden Gegend aufhielten. +Nicht
-ergriffen+ von der Krankheit wurden indessen die einheimischen Rinder.
-
-In dem +frisch untersuchten Blute+ fanden sich zwei Typen von
-Blutparasiten: Es fanden sich zunächst +bewegliche Formen mit
-Ortsbewegung+ von runder, oblonger, stäbchenförmiger Gestalt, welche
-einzeln, zu zweien oder dreien in einem und demselben Blutkörperchen
-vorkamen. Hört ihre Bewegung auf, so erscheinen sie ganz rund und
-besitzen auch ein centrales Pünktchen. Daneben kommen +bewegliche
-Formen mit amöboiden Fortsätzen+ vor, welche 2–3mal grösser als die
-vorhergehenden sind und ein so abgeschwächtes Lichtbrechungsvermögen
-besitzen, dass man sie innerhalb der rothen Blutkörperchen genau
-suchen muss. Die amöboide Bewegung kann lebhaft sein oder auch mehr
-träge. In einigen der Bewegungsphasen kommen Formen vor, welche an
-die von +Smith+ geschilderten und mit dem Namen +Pyrosoma bigeminum+
-belegten erinnern.
-
-Zur +Färbung+ des Blutes wurde dasselbe durch Eintrocknen an der Luft
-fixirt und dann 10–20 Minuten lang mit einer Mischung von gleichen
-Theilen Alkohol und Aether behandelt, und mit Methylenblau, Hämatoxylin
-und Eosin gefärbt. Es zeigen sich dann zwei Substanzen, von denen die
-eine mehr, die andere weniger gefärbt ist.
-
-+Kulturen+, welche mit dem kranken Blute vorgenommen wurden, fielen
-negativ aus. Ebenso ergebnisslos verliefen Blutübertragungen auf
-Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse, Ratten, Katzen und Hunde: nur ein
-junges Kalb erkrankte nach einer 9tägigen Inkubationsdauer. Es traten
-unregelmässige Temperatursteigerungen ein (40–40,5° C.), doch wurde
-Hämoglobinurie nicht beobachtet.
-
-Hinsichtlich der +Beziehungen zwischen der Malaria des Menschen und
-der Rinder+ bemerken +Celli+ und +Santori+, dass bei beiden eine
-Zerstörung der rothen Blutkörperchen und daher eine akute Anämie, bei
-beiden auch Hämoglobinurie eintreten kann. Die Hämoglobinurie kommt
-jedoch nur in schweren Fällen vor. Der Parasit der Rindermalaria bildet
-indessen niemals schwarzes Pigment und daher keine Melanämie; er sei
-in dieser Beziehung der Sommer-Herbst-Varietät des Parasiten, mit
-rapidem Entwicklungscyklus, ohne Pigment bei der bösartigen Malaria
-des Menschen vergleichbar. Eine weitere analoge Beziehung besteht
-darin, dass auch die Rindermalaria von Thier zu Thier übertragbar
-ist, jedoch nur innerhalb derselben Rasse und nicht auf Thiere einer
-anderen Rasse oder Species. Auch der anatomisch-pathologische Befund
-zeige eine Analogie zwischen der Malaria des Menschen und der Rinder.
-+Dionisi+[250] fand in den Nieren, in der Milz und in der Leber analoge
-Veränderungen, wie sie +Bastianelli+[251] bei der Malariahämoglobinurie
-des Menschen beschrieben hat. Wie beim Menschen haben die Parasiten
-nach dem Tode ein mehr gleichmässigeres Aussehen, als diejenigen,
-welche während des Lebens gefärbt wurden, sie zeigen indessen keine
-besondere Lokalisation in gewissen Organen (Gehirn, Milz, Knochenmark,
-Leber) wie bei der menschlichen Malaria. Die rothen Blutkörperchen,
-welche Parasiten beherbergen, kleben aneinander, ein Verhalten,
-welches an die menschliche Malaria erinnert, indem auch bei dieser die
-physikalischen Eigenschaften, besonders die Elastizität der rothen
-Blutkörperchen eine bedeutende Veränderung erleiden.
-
-Weitere Analogien bestehen in den örtlichen und zeitlichen Bedingungen,
-unter welchen diese beiden Krankheiten auftreten, sowie in der Wirkung
-des Chinins, welches auf die Rindermalaria sicher einen günstigen
-Einfluss ausübt. +Celli+ und +Santorini+ fassen dann +das Ergebniss
-ihrer Untersuchungen zusammen+ und sagen:
-
-„In der römischen Campagna kommt eine Krankheit der Rinder vor, welche
-charakterisirt ist durch eine akute Anämie mit Fiebererscheinungen
-und von einem endoglobulären Parasiten hervorgerufen wird, welcher
-hauptsächlich in zwei Formen auftritt.“ Die eine davon kennzeichnet
-sich durch eine Ortsbewegung des Parasiten innerhalb der rothen
-Blutkörperchen, die andere durch amöboide Bewegung. Der Parasit kann
-auch die Form einer Birne annehmen und zu Doppelwesen vereinigt sein,
-daher der Name Pyrosoma bigeminum von +Smith+, ein Name indessen,
-welcher nur ein Durchgangsstadium in dem bisher noch nicht aufgeklärten
-Entwicklungscyklus des Parasiten andeutet.
-
-In einigen schweren Fällen ist die Krankheit von Hämoglobinurie
-begleitet, indessen ist dies keine konstante Begleiterscheinung und
-mitunter auch nicht einmal häufig festzustellen, so dass der Name
-Hämoglobinurie oder Hämatinurie der Rinder nicht geeignet ist, diese
-Krankheit zu charakterisiren.
-
-Eine schnelle und genaue Diagnose wird durch die Untersuchung des
-Blutes ermöglicht, und durch sie kann man Fälle konstatiren, welche
-sich sonst der Beachtung entziehen würden.
-
-Es handelt sich hier um eine Krankheit, welche im wesentlichen mit
-jenen, welche anderwärts bei den Rindern bekannt sind und untersucht
-wurden, nämlich mit der Hämoglobinurieseuche in Rumänien (+Babes+),
-mit dem Texasfieber (+Smith+, +Kilborne+, +Weisser+, +Maassen+), mit
-der Hämoglobinurie in Finnland (+Ali Krogius+, +v. Hellens+), mit der
-Hämatinurie in Sardinien (+Sanfelice+, +Loi+) identisch ist.
-
-Zieht man die oben genannten klinischen und von den Parasiten
-abgeleiteten Charaktere, den anatomisch-pathologischen Befund, die
-Uebertragbarkeit von einem Thier auf das andere, aber innerhalb
-derselben Art und Rasse, ferner die Umstände, dass die Krankheit sich
-nur in den Malariagegenden und Malariamonaten entwickelt und die
-erfolgreiche therapeutische Wirkung des Chinins in Betracht, so kann
-man sie geradezu als +Rindermalaria+ bezeichnen.
-
- * * * * *
-
-Wie unter den Rindern, so hat man auch unter =Schafen= auf den
-sumpfigen Inseln der unteren Donau in gewissen Jahren eine ähnliche
-Krankheit auftreten sehen, welche bis ⅕ der Thiere hinwegraffte.
-Man bezeichnete die Krankheit in jenen Gegenden =Carceag=. Wie bei
-den Rindern werden auch unter den Schafen nur +erwachsene+ Schafe
-von der Krankheit befallen. Die Sterblichkeit beträgt 50–60%. +Die
-Krankheitserscheinungen+ bestehen in Anämie, Mattigkeit, Fieber
-(40–42° C.) mit Schüttelfrost, Verstopfung mit blutigen Entleerungen
-und Kolik. +Blutharnen ist selten.+ Manchmal folgt dem ersten Anfall
-nach 1–2 Tagen ein zweiter. Der Tod tritt gewöhnlich 2–4 Tage nach dem
-Erscheinen der ersten Krankheitssymptome ein. Bei der +Sektion+ finden
-sich in der Unterhaut und besonders im Mediastinum gelbsulzige Oedeme;
-in der Schleimhaut des Pylorus und des Duodenums Ecchymosen. Die
-Schleimhaut des Mastdarms trägt auf den Falten Hämorrhagien, die Basis
-der Falten ist mit bröckeligen, schmutzig-braunen Schorfen bedeckt.
-Die Milz ist geringgradig geschwollen. Die Leber und Nieren sind
-parenchymatös verändert. In der +Harnblase+ befindet sich ein +blasser+
-oder +rothbrauner, hämoglobinhaltiger Urin+. Die +Blutkörperchen+ der
-Milz und der hämorrhagischen Oedeme enthalten zu 5–10% meist einzeln,
-selten zu zweien gelegene 0,5–1 µ grosse runde Kokken, die eine feine
-Theilungslinie in der Mitte erkennen lassen und von einer blassen
-Zone umgeben sind. Sie färben sich mit Methylviolett und Methylblau.
-Kulturversuche waren bislang erfolglos. Bei +intravenöser+ Injektion
-von 8–10 ccm Blut von erkrankten oder gestorbenen Thieren erkranken
-Schafe und bekommen nach etwa 8 Tagen Kolik, Fieber und Schüttelfrost.
-Im Blute der erkrankten Thiere finden sich dann vereinzelt die
-endoglobulären Parasiten. In neuerer Zeit hat dann +Starcovici+[252]
-eine +vergleichende Zusammenstellung+ der seuchenhaften Hämoglobinurie
-des Rindes, des Texasfiebers und der Carceag der Schafe veröffentlicht,
-nach ihrem Vorkommen, nach den Krankheits- und Sektionserscheinungen
-und nach den Eigenschaften der Krankheitserreger.
-
-+Starcovici+ kommt dabei zu dem Ergebniss, dass alle drei Krankheiten
-durch denselben Krankheitserreger bezw. Varietäten desselben
-hervorgerufen werden, welche er unter dem Gattungsnamen +Babesia+
-zusammenfasst.
-
-Ueber ähnliche Erkrankungen beim Rinde, wie sie von +Babes+ beobachtet
-und beschrieben worden sind, berichten dann auch +Krogius+ und +v.
-Hellens+[253], welche das Auftreten einer solchen Seuche in der Zeit
-von Juni bis August in Finnland beobachteten.
-
-Neuerdings theilt auch +A. Bonome+[254] Fälle von einer +parasitären
-Iktero-Hämaturie+ der Schafe mit, welche in der Umgebung von Padua
-auftrat und jährlich einige Hundert Thiere hinrafft. Die Thiere
-zeigen starke Niedergeschlagenheit, verweigern die Nahrungsaufnahme
-und gehen unter den Erscheinungen eines schweren Ikterus, begleitet
-von Hämaturie und Oedembildung am Halse zu Grunde. Dem Tode geht ein
-mehrstündiger Kollaps vorher, während dessen die Temperatur zuweilen
-auf 31° sinkt. Ungefärbte Blutpräparate von Thieren, die sich bereits
-in vorgeschrittenem Krankheitsstadium befinden, lassen die rothen
-Blutkörperchen blasser und in Folge der Anwesenheit von Mikrocyten
-grösser erscheinen. Solche Blutkörperchen enthalten in ihrem Innern
-oder der Peripherie anhaftend, runde, ovale oder birnförmige, stark
-lichtbrechende, farblose Körperchen in der Grösse von 1–3 µ, die
-manchmal lebhafte Kontraktionsbewegungen ausführen. Auch im Plasma
-beobachtet man zahlreich diese Körperchen, theils isolirt, theils zu
-zweien oder dreien vorhanden. Die mit basischen Anilinfarbstoffen
-behandelten Präparate liessen diese Parasiten noch deutlicher
-erkennen; Geisseln oder Pseudopodien konnten nicht nachgewiesen
-werden. Die mikroskopische Untersuchung der Milz, Nieren und Leber
-ergab in gefärbten und ungefärbten Zupf- und Schnittpräparaten eine
-beträchtliche Menge von Parasiten, die im Gegensatze zu den jungen
-Formen im Blute viel entwickeltere und schon in Theilung begriffene
-Formen zeigten. Auch in frisch entleertem Harne wurden theils in
-Blutkörperchen eingeschlossen, theils freie Parasiten nachgewiesen.
-+Bonome+ bezeichnet den Parasiten als +Amöbosporidium+, da die endogene
-Vermehrung derjenigen der Sporidien ähnlich ist. Die +Eingangspforte+
-derselben ist nach ihm im Verdauungsapparate zu suchen, von wo
-dieselben auf dem Wege des Pfortaderkreislaufes oder auch durch
-die Gallengänge in die Leber gelangen. Die Leber ist nach +Bonome+
-dasjenige Organ, dessen Funktion schwer gestört wird.
-
-Diesen Mittheilungen von +Bonome+ tritt +Babes+[255] in einem Artikel
-entgegen, wo er bemerkt, dass die von +Bonome+ beschriebene fieberhafte
-Epizootie der Schafe, welche derselbe auf die Wirkung eines Parasiten
-zurück führt, sich fast +durch dieselben Symptome+ charakterisire, wie
-sie von +Babes+ im Jahre 1892 bei +Carceag+ der Schafe beschrieben
-worden sind. Ikterus wie auch Hämaturie sind in mehreren Fällen
-von Carceag konstatirt worden. Die von +Bonome+ als Ursache der
-Krankheit beschriebenen Parasiten hält +Babes+ für +identisch+ mit den
-beschriebenen des Carceag. +Babes+ hält unbedingt an der +Priorität+
-seiner Entdeckung der eigenthümlichen Blutparasiten der Rinder- und
-Schafseuche (1888) fest.
-
- * * * * *
-
-Vor Kurzem ist auch =beim Menschen= ein den Malariaparasiten
-nahestehender Blutzellschmarotzer als Erreger des sog.
-+Schwarzwasserfiebers an der Westküste+ Afrikas von +Plehn+ und
-als Ursache des +biliösen Typhoids von Schiess-Bey+ und +Bitter+
-beschrieben worden.
-
-Was zunächst das +Schwarzwasserfieber an der afrikanischen Küste
-betrifft+, so hat +Plehn+[256] als Regierungsarzt in Kamerun
-ausgedehnte Gelegenheit gehabt Erfahrungen zu sammeln und
-Untersuchungen anzustellen.
-
-Das Schwarzwasserfieber ist an der afrikanischen Westküste unter den
-Bezeichnungen +Gallenfieber+, +Blackwater fever+, +Fièvre bilieuse
-hématurique+ oder auch einfach +perniciöses Fieber+ bekannt. Auch in
-Italien, in Griechenland, auf den Antillen, in Java und in New-Guinea
-ist es beobachtet worden. In Westafrika scheint es vor etwa 15 Jahren
-noch auf Dakar, Lagos und Gabun beschränkt gewesen zu sein, seitdem
-aber um sich gegriffen zu haben. In Kamerun sind seit 1890 von 61
-(unter 93) gestorbenen Europäern, deren Todesursache bekannt ist
-16 = 16% der Krankheit erlegen. Unter 439 von +Plehn+ behandelten
-Fieberanfällen bei Weissen handelte es sich einschliesslich der eigenen
-Erkrankung, welche ihn nach seiner Rückkehr in Berlin befiel, 39mal um
-Schwarzwasserfieber. Neger scheinen im Ganzen selten daran zu erkranken.
-
-Einmaliges Ueberstehen der Krankheit schützt gegen eine neue Infektion
-nicht, scheint vielmehr die Empfänglichkeit dafür zu steigern. Häufig
-erfolgt die Erkrankung kurze Zeit nach Gemüthsaufregungen oder nach
-körperlichen Anstrengungen und Entbehrungen. Die +Inkubationszeit+
-lässt sich fast nie bestimmen, da dieselbe in den weitaus meisten
-Fällen als +Recidiv unkomplizirter Malaria+ auftritt. Ein +primäres
-Schwarzwasserfieber+ ohne vorangegangene unkomplizirte Malaria hat
-+Plehn+ nur in drei Fällen gesehen.
-
-Dem eigentlichen Anfalle gehen +Prodromalerscheinungen+ voraus,
-bestehend in Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Rücken- und
-Gliederschmerzen und in leichten Fieberbewegungen. Der +Anfall+ selbst
-setzt gewöhnlich mit intensivem und lange anhaltendem Schüttelfrost
-ein; das Sensorium ist häufig leicht getrübt; die quälendsten
-Erscheinungen sind Uebelkeit und unstillbares Erbrechen; dazu gesellt
-sich ein zunehmendes Oppressionsgefühl auf der Brust, das sich bis
-zu hochgradiger Athemnoth steigern kann. Stets tritt +Ikterus+ auf,
-der meist rasch zunimmt und in schweren Fällen bereits nach kurzer
-Zeit eine tief citronengelbe Färbung annehmen kann. Das +Fieber+ ist
-sehr unregelmässig und zeigt einen der Kurve des septischen Fiebers
-ähnlichen Verlauf. Der +Puls+ ist meist stark beschleunigt, 120–140,
-gespannt und voll; dauert die Krankheit längere Zeit, so wird er
-schnell klein und aussetzend. Die +physikalische Untersuchung+ der
-Organe ergiebt wenig Charakteristisches; das Abdomen ist nicht selten
-in toto empfindlich; Vergrösserung der Milz war nur in der Hälfte der
-Fälle nachzuweisen.
-
-Bei der +mikroskopischen Untersuchung des Blutes+ finden sich
-ausserordentlich zahlreich Makrocyten vor; ein grosser Theil der rothen
-Blutkörperchen ist auffällig blass; bei einigen lässt sich irgendwelche
-Färbung überhaupt nicht mehr erkennen. Sehr +charakteristisch+ für die
-Krankheit ist das +Verhalten des Urins+. Derselbe ist von Beginn des
-Fiebers ab +dunkelschwarzroth+. In schweren Fällen ist häufig bereits
-der erste im Fieber gelassene Urin dunkel-schwarzroth, nicht selten so
-dunkel, dass sich die rothe Beimischung nur bei durchfallendem Licht im
-Tropfen erkennen lässt. Ebenso ist in schweren Fällen die Quantität des
-Urins herabgesetzt und seine Entleerung mit starken Urethralschmerzen
-verbunden. Beim Kochen zeigt der Urin einen starken +Eiweissgehalt+;
-es besteht Nephritis. Gallenfarbstoff und Gallensäure wurde vom Verf.
-darin nicht gefunden. In schweren Fällen führt die Krankheit durch
-Herzschwäche oder nachfolgende Nephritis zum Tode; zuweilen tritt
-Hämoglobinsäure paroxysmatisch und intermittirend auf; in leichten
-Erkrankungen fehlt sie manchmal gänzlich.
-
-+Aetiologisch+ zählt +Plehn+ das +Schwarzwasserfieber+ zur +Malaria+.
-Der Nachweis der Parasiten gelang erst bei der Untersuchung frischen
-lebenden Blutes auf konkavem Objektträger. Es fanden sich in den
-rothen Blutkörperchen helle, in Methylenblau nicht färbbare Flecke,
-+ohne+ Pigmentbildung. Die Parasiten wuchsen nur bis zur Grösse des
-vierten Theils eines rothen Blutkörperchen heran, während die bei uns
-heimischen Malariaamöben ein solches schliesslich nahezu vollkommen
-auszufüllen pflegen. Später zerfielen die Parasiten in 5–6 kleinere,
-an dem einen Pol stärker färbbare Gebilde. Dieselben blieben entweder
-im Zusammenhang und nahmen dabei eine sternförmige Gestalt an, oder
-sie wurden frei und bewegten sich dann schnell in der Blutflüssigkeit
-fort. Wie schon erwähnt, +fehlte+ das in heimischen Malariaamöben
-stets anzutreffende +Pigment+ in den Schwarzwasserparasiten gänzlich,
-ebenso sind die letzteren viel kleiner und besitzen eine gleichmässig
-oval-ringförmige Gestalt.
-
-Des Weiteren macht +Plehn+ noch darauf aufmerksam, dass das +Chinin+
--- wie dies ja auch für eine grössere Reihe anderer chemischer
-Körper überhaupt nachgewiesen ist -- die Fähigkeit hat, beim relativ
-Gesunden +Hämoglobinurie hervorzurufen+, oder ein gewöhnliches Fieber
-in ein hämoglobinurisches zu verwandeln und ein hämoglobinurisches
-in erheblicher Weise zu verschlimmern. +Plehn+ kommt nach seinen
-Erfahrungen über die Wirkung des Chinins bei dem Schwarzwasserfieber
-zu dem Ergebniss, dass das Fieber +ungünstig+ beeinflusst wird. Die
-Krankheit hat eine ausgesprochene Neigung zur Spontanheilung. Nützlich
-erwies sich die von +Kohlstock+ empfohlene Einathmung von komprimirtem
-Sauerstoff.
-
-Den Beobachtungen von +Plehn+ gegenüber erklärte dann +Belon+[257],
-dass das Schwarzwasserfieber keine besondere, der Gruppe der Malaria
-zugehörige Krankheit vorstelle; vielmehr sei die von +Plehn+
-beschriebene Erkrankung nichts anderes als Gelbfieber.
-
-Dem gegenüber hält jedoch +Plehn+[258] seine Mittheilungen in vollem
-Umfange aufrecht und führt noch zum Beweise für die Richtigkeit seiner
-Auffassung folgende +Unterschiede zwischen Schwarzwasserfieber und
-Gelbfieber+ an:
-
-1. Gelbfieber ist epidemisch und kontagiös, Schwarzwasserfieber eine
-sporadische nur ausnahmsweise in Gruppen von Fällen auftretende,
-niemals ansteckende Krankheit.
-
-2. Die Gefahr der Gelbfiebererkrankung ist bei der Ankunft am Fieberort
-am grössten und nimmt mit der Dauer des Aufenthalts daselbst ab;
-Schwarzwasserfieber befällt meist Personen, die schon längere Zeit an
-dem Orte leben. Gelbfieber wiederholt sich selten, Schwarzwasserfieber
-häufig bei derselben Person. Das bei Gelbfieber charakteristische
-blutige Erbrechen wurde von +Plehn+ bei Schwarzwasserfieber niemals
-gesehen. Bei Gelbfieber ist der Ikterus nicht konstant und meist
-ein später eintretendes Symptom; beim Schwarzwasserfieber ist die
-Gelbfärbung stets und zwar beim Beginne der Krankheit vorhanden;
-ebenso verhält es sich mit der Albuminurie. Der Verlauf ist bei
-Gelbfieber regelmässig und zerfällt in typische Abschnitte, bei
-Schwarzwasserfieber nach Dauer und Intensität wechselnd. Die
-Zerfallserscheinungen des Blutes und die Parasiten, welche dem
-Schwarzwasserfieber eigenthümlich sind, fehlen beim Gelbfieber.
-
-3. Die Magenschleimhaut wird bei Leichenöffnungen der an Gelbfieber
-Verstorbenen stark entzündet, bei Schwarzwasserfieber blass und
-blutleer gefunden; die Leber ist bei der ersteren Krankheit
-fettig degenerirt, bei der anderen stark hyperämisch und durch
-Pigmentablagerung intensiv dunkel gefärbt.
-
-Von +Kückel+[259], welcher nur 4 Fälle von Schwarzwasserfieber
-auf einer Seereise nach dem Kongo zu behandeln Gelegenheit hatte,
-glaubt, dass das Chinin in grossen Gaben (8–12 Gramm am ersten
-Tage gegeben), durchaus günstig wirkt. Gegenüber dieser auf nur
-vier Krankenbeobachtungen gegründeten Auffassung +Kückels+ hat
-+Plehn+ in einen auf der 67. Naturforscherversammlung in Lübeck
-gehaltenen Vortrage sich auf neue, seitens der deutschen Aerzte
-in den Reichskolonialgebieten gesammelten Erfahrungen berufen und
-nachdrücklich nochmals seine Auffassung vertreten, dass das +Chinin
-in der Behandlung des Schwarzwasserfiebers nicht nur nutzlos, sondern
-geradezu schädlich sei+.
-
- * * * * *
-
-Hinsichtlich des sog. +biliösen Typhoids+, welches neuerdings überhaupt
-nicht mehr zum Typhus gerechnet wird, hatten +Schiess-Bey+ und
-+Bitter+[260] Gelegenheit in Alexandrien 4 Fälle zu beobachten. Sie
-fanden bei ihren Untersuchungen des Blutes der Lebenden 1–2 µ grosse
-Plasmodien sowohl in den rothen Blutkörperchen, wie auch freiliegend
-und dann lebhafte amöboide Bewegungen ausführend. Daneben konnten alle
-Stadien wie bei Malariaparasiten festgestellt werden. Deshalb kommen
-+Bitter+ und +Schiess-Bey+ zu der Ansicht, das biliöse Typhoid den
-Malariakrankheiten anzuschliessen.
-
-
-Anhang.
-
-Es mag noch erwähnt sein, dass +Doehle+[261] in dem frischen Blute,
-sowohl in der Blutflüssigkeit wie in den rothen Blutkörperchen von
-=Masernkranken= sich langsam aber deutlich bewegende Gebilde von ½-1
-µ Durchmesser gefunden hat, die einen hellen Hof und einen dunklen
-Kern hatten, auch 1–2 Fortsätze erkennen liessen. +Doehle+ hält diese
-Gebilde für die Erreger der Masern.
-
-+Derselbe Autor+ fand auch im Blute von Scharlachkranken
-geisseltragende Kugeln, die er für die Erreger des =Scharlachs= hält.
-
-Auch =im Blute Syphilitischer= sowie in dem =Blute und in den
-Pockenpusteln Pockenkranker= fand +Doehle+[262] dieselben
-eigenthümlichen Gebilde.
-
-Bezüglich der bei =Syphilis= gefundenen Gebilde hat +Doehle+ vor Kurzem
-über weitere Versuche berichtet[263].
-
-+Doehle+ gelang es zunächst die fraglichen Gebilde auch im Gewebe
-nachzuweisen.
-
-Färbt man mit einer Mischung von Hämatoxylin und Karbolfuchsin,
-differenzirt danach durch Behandlung mit Jod oder Chrompräparaten
-und Alkohol, so ergiebt sich eine Doppelfärbung. In syphilitischen
-Entzündungsprodukten verschiedener Organe (Schanker, Hodengumma,
-Hirngumma, Herzgumma, Lungen- und Lebergumma, [bei kongenitaler
-Syphilis]) findet man die Kerne in gewöhnlicher Weise mit Hämatoxylin
-gefärbt (oder auch bei Anwendung von Chrom fast vollkommen entfärbt);
-ausserdem aber intensiv roth gefärbte Körper von verschiedener
-Grösse, an denen ebenfalls hin und wieder Fortsätze zu sehen sind.
-Die kleinsten Körper sind gewöhnlich rund, die grösseren rund oder
-eckig in den verschiedenen Formen, wie wenn sie in verschiedenen
-Bewegungszuständen fixirt seien. Die Färbung ist jedoch nicht lange
-haltbar. Bei vergleichenden Färbungen an aus anderer Ursache krankhaft
-veränderten Geweben fand sich nur einmal eine gleiche Reaktion bei
-einem zweifelhaften Sarkom. +Doehle+ hält die im Gewebe gefärbten
-Körper für identisch mit den von ihm früher im lebenden Zustande
-beobachteten und beschriebenen.
-
-+Doehle+ hat auch Impfungen ausgeführt und benutzte dazu ½ ccm
-grosse Stücke von Gummen der Lunge, der Leber oder auch von der
-stark veränderten Milz von genitaler Lues. Mit Erfolg wurde auch das
-Material von Kindern benutzt, die einige Zeit gelebt hatten. Unter
-Berücksichtigung aller Vorsichtsmassregeln wurden die Stückchen dann
-unter die Haut am Bauche von Meerschweinchen gebracht. Der weitere
-Verlauf ist dann in der Regel folgender:
-
-Die Wunde heilt in wenigen Tagen ohne Eiterung. Das Impfstück ist
-zunächst unter der Haut noch verschieblich, dann entwickelt sich darum
-eine entzündliche Infiltration, deren Betasten dem Thiere Schmerzen
-verursacht; nach ungefähr 4 Wochen ist die Infiltration zurückgebildet
-und man fühlt jetzt deutlich wieder das Impfstück. +Ein Geschwür
-bildet sich von dem Impfstück+ ausgehend nie. Die Resorption des
-implantirten Stückes geht sehr langsam vor sich, so dass man noch nach
-3–4 Monaten gelegentlich einen Rest davon fühlen kann. Die geimpften
-Thiere sind in den ersten Monaten anscheinend vollkommen gesund, bei
-jungen Thieren findet allerdings ein geringeres Wachsthum statt, als
-bei den gleichalterigen nicht geimpften. Im 4. oder 5. Monat kann man
-den Thieren ansehen, dass sie krank sind. Sie magern ab, die Haare
-werden struppig. Dieser Krankheitszustand wird immer stärker, dabei
-werden die Thiere schwächer, so dass sie wenig lebhaft sich bewegen,
-die Hinterbeine nachschleppen und endlich unter hochgradiger Abmagerung
-zu Grunde gehen. Die +Dauer der Krankheit+ von der Impfung bis zum
-Tode beträgt durchschnittlich 8–9 Monate. Die +Sektion+ ergiebt an
-Organveränderungen nichts als eine vergrösserte Milz mit sehr starker
-rostfarbener Pigmentirung, etwas geschwollene Lymphdrüsen, und bei
-einzelnen Thieren mikroskopisch nachweisbar eine Vermehrung des
-interstitiellen Gewebes der Lunge.
-
-Im +Blute der kranken Thiere+, und ebenso der gestorbenen, wenn
-es frisch zur Untersuchung kommt, fanden sich bewegliche Körper,
-die theils einfache Kugeln oder Ovale darstellen, theils zu zweien
-nebeneinander hingen, in Bewegung waren und öfter eine Geissel erkennen
-liessen. Grössere Formen fanden sich nur spärlich. Ausserdem zahlreiche
-rothe Blutkörperchen als pigmentlose Scheiben und ungewöhnlich kleine
-Blutscheiben in grosser Zahl. Die beweglichen Körper stimmten in ihrem
-Verhalten überein mit den von +Doehle+ schon früher bei Syphilis
-beschriebenen und zwar hauptsächlich mit den kleineren Formen.
-Desgleichen stimmten sie überein mit dem Befunde im Blute bei Roseola
-syphilitica.
-
-„Dies würde ein Beweis sein, sagt +Doehle+, dass eine Infektion
-stattgefunden hat und Organismen, die Jenen, welche man bei
-menschlicher Syphilis findet, ungemein ähnlich, resp. gleich sind,
-im Blute der Meerschweinchen sich entwickeln können, ferner, dass
-unter dem Einflusse derselben eine erhebliche Veränderung des Blutes
-stattfindet, ähnlich der Blutveränderung bei der Syphilis des Menschen.
-Aber nicht nur dieser Beweis, sondern hauptsächlich der typische
-Krankheitsverlauf nach Implantation von syphilitischem Material ist es,
-der zu dem Schlusse zwingt, dass die Syphilis auf Thiere übertragbar
-ist, hiermit zu weiteren Untersuchungen auffordert, um endlich diese
-Krankheit dem Thierexperiment zugängig zu machen.“
-
- * * * * *
-
-[Illustration: Figur 31.
-
-Parasiten aus +Variolalymphe+ einer Impfstelle der Kornea, nach
-+Guarnieri+.
-
-1. Schnittpräparat mit Parasiten innerhalb der Epithelien. Vergr.
-c. 600. 2. Stärkere Vergrösserung einer einzelnen Zelle. 3.
-Sporulationsstadium (?).]
-
-Bei den =Pocken= hatte +Doehle+ im +Blute+ und +Guarnieri+[264] auf
-Schnitten von dem präpustelaren Stadium in den Zellen der Malpighischen
-Schicht neben dem Kern färbbare, unregelmässig geformte Körperchen
-gefunden. +Guarnieri+ erhielt dann durch Verimpfung von minimalen
-Mengen Vaccinalymphe auf die Kornea von Kaninchen an Ort und Stelle
-eine Epithelverdickung, dann bildete sich ein kleiner Substanzverlust,
-das Knötchen wuchs dabei, und in der Umgebung traten neue, kaum
-sichtbare, epitheliale Wucherungen auf. An Epithelfetzen, die frisch
-untersucht wurden, liessen sich in zahlreichen Zellen kleine glänzende
-Körperchen nachweisen, die den Kern häufig etwas zur Seite gedrängt
-hatten und die auf dem geheizten Objekttisch untersucht, langsame
-amöboide Bewegungen ausführten. Auf Schnitten lagen die Körperchen
-in einer Lücke des Leibes der Epithelzellen, zeigten im fixirten
-Zustande eine unregelmässige Form, einen stärker färbbaren Kern und
-manchmal Vakuolen. Die grössten Parasiten, welche öfters zu zweien
-dicht aneinander lagen und Andeutungen von Karyokinese zeigten,
-erreichten etwa die Grösse der Epithelkerne. Zuweilen fand +Guarnieri+
-Veränderungen, welche als Sporulationsphasen betrachtet werden
-konnten. Dabei zeigten die Fremdkörper eine radiäre Furchung oder
-eine Maulbeerform. Bei Wiederholung der Korneaimpfungen konnte neben
-einzelnen ungünstigen Ergebnissen manchmal ein dem eben beschriebenen
-ganz ähnliches Ergebniss erzielt werden.
-
-Die Befunde von +Guarnieri+ sind später von +L. Pfeiffer+[265],
-+E. Pfeiffer+[266], +Sicherer+[267], +Monti+[268], +Ruffer+[269],
-+Plimmer+[270], +J. Clarke+[271] u. A. bestätigt worden. +Guarnieri+
-war theilweise von Arbeiten ausgegangen, welche früher +van der
-Loeff+[272] und +L. Pfeiffer+ unabhängig von einander ausgeführt
-hatten, wobei Protozoen im Inhalte der Pockenpustel gefunden und
-beschrieben worden waren.
-
-+Guarnieri+ fand die Zellschmarotzer sowohl bei Variola wie auch
-bei Vaccina und nannte sie +Cytoryctes variolae+ und +C. vaccinae+.
-Die beschriebenen Gebilde fanden sich auch in den Epithelien der
-Schleimhautverdickungen am Larynx und Pharynx, wenn auch weniger
-deutlich. +Guarnieri+ fixirte für seine Untersuchungen die Hornhaut in
-Sublimatessigsäure und fertigte dann Serienschnitte an.
-
-Neuerdings hat nun +v. Wasielewski+[273] weitere Studien über diese
-Gebilde angestellt und dabei eine Technik verwerthet, deren Benutzung
-nach seiner Ansicht am meisten vor Misserfolgen schützt.
-
-Zur Impfung wurde Glycerinvaccina der Impfinstitute zu +Weimar+ und
-+Halle+ sowie frische Rinderlymphe benutzt. Meistens (50) wurden
-Kaninchen, seltener (10) Meerschweinchen für die Versuche benutzt.
-Als Fixirungsflüssigkeiten wurden Sublimatchromsäure (Sublimat,
-konzentrirte wässrige Lösung 200,0 + Aqu. destill. 250,0 + Ac.
-chrom. 0,5), Pikrinsublimat (konzentrirte wässrige Pikrinsäurelösung
-1000,0 + konzentrirte wässrige Sublimatlösung 1000,0 + Ac. acet.
-glac. 50,0 + Aqu. dest. 2000,0), Pikrinessigsäure, +Flemming+’sche
-Lösung, Sublimat, Sublimatsalpetersäure (in heisser physiologischer
-Kochsalzlösung gesättigte Sublimatlösung + Salpetersäure 3 Proz. a͠a)
-angewandt worden.
-
-Das in Paraffin eingebettete Material wurde in Serienschnitte
-von 5–10 µ Dicke zerlegt. Zur Färbung dienten die gebräuchlichen
-Karmin-Hämatoxylin- und Anilinfarben. Um die Cytoryctesformen von der
-Umgebung abzuheben, empfiehlt sich, wie schon +E. Pfeiffer+ angab,
-die Anwendung der +Heidenhain+’schen Färbung; zur Nachfärbung wurden
-Bordeauxroth, Säurefuchsin oder Orange benutzt. Noch bessere Bilder
-giebt die Färbung mit Alaunfuchsin, Entfärbung mit Kali chromic.,
-Nachfärbung mit +Ehrlich+’schem Hämatoxylin.
-
-Die Paraffinschnitte werden auf dem Objektträger mit Eiweissglycerin
-aufgeklebt. Das Paraffin wird mit Xylol entfernt und die Schnitte dann
-mit Alkohol absolutus 96 proz. Alk. 70 proz. und Wasser abgespült.
-Alsdann erfolgt eine Färbung in Alaunfuchsin (Fuchsin 1, Alumen crudum
-3,0 Aqu. dest. 100,0) 24 Stunden lang. Dann erfolgt Entfärben mit Kali
-bichromic. unter dem Mikroskop; zu diesem Zwecke wird von einer ½ proz.
-Lösung unmittelbar vor dem Gebrauch eine Mischung mit gleichen Theilen
-70 proz. Alkohol hergestellt, da sich nach längerem Stehen, besonders
-im Sonnenlicht Niederschläge bilden, welche am Präparat leicht haften
-bleiben. Die Entfärbung wird so lange fortgesetzt bis das Präparat
-mit Ausnahme der leuchtendrothen Zelleinschlüsse blassrosa erscheint,
-hierauf Abspülen mit Aqu. destillata und Nachfärben mit +Ehrlich+’schem
-Hämatoxylin.
-
-Bei dieser Methode werden die Cytoryctesformen leuchtend roth, während
-Zellkern und Protoplasma der Epithelien die Hämatoxylinfärbung annehmen.
-
-Nach +Wasielewski+ scheint die +Entwicklung der Cytoryctes vaccinae+ im
-Hornhautepithel des Kaninchens am 2. und 3. Tage nach der Impfung ihren
-Höhepunkt zu erreichen. Im +ungefärbten Zustande+ besitzen sie ein viel
-stärkeres Lichtbrechungsvermögen als Kern und Protoplasma. Sie fallen
-bei der Beobachtung ungefärbter Schnitte in Wasser durch ihren starken
-Glanz innerhalb der Epithelzellen auf. Wegen der weiteren Erscheinungen
-nach der Färbung muss auf die Arbeit von +Wasielewski+ verwiesen werden.
-
-Schliesslich möge erwähnt sein, dass einzelne Autoren, wie +Unna+,
-+Coporaso+, +Léoni+, +Ferroni+ und +Massari+ in den oben genannten
-Gebilden nicht die Parasiten der Vaccina bezw. Variola erblicken. Auch
-+Salmon+[274] kommt neuerdings zu einer anderen Deutung und meint, es
-wären Chromatinklumpen, welche von Wanderzellen abstammten. Trotzdem
-auch +Salmon+ Versuche zur Stütze seiner Auffassung anführt, wird man
-denselben einstweilen noch nicht zustimmen können, da die färberischen
-Eigenthümlichkeiten allein nicht den Ausschlag geben können.
-
-
-Mikrosporidien.
-
-+Balbiani+ hat in seinen „Leçons sur les Sporozoaires“ (Paris 1884)
-die bisher nur bei den Arthropoden bekannten sog. „Pebrinekörperchen“
-oder „Psorospermien der Arthropoden“ als eine besondere Gruppe --
-Microsporidia -- den Sporozoen eingefügt. +F. Leydig+ hat dieselben
-zuerst (1853) bei +Coccus hesperidium+ entdeckt, dann wurden dieselben
-bei zahlreichen anderen Arthropoden, ferner einzelnen Cestoden,
-Nematoden, Reptilien und Amphibien gefunden. Der +Sitz+ der Parasiten
-ist verschieden; in einzelnen Fällen sind nur die Muskulatur bei
-anderen Thieren (z. B. bei den Arthropoden) theils diese, theils auch
-andere Organe (Darm, Malpighische Gefässe, Genitalien, Tracheen)
-infizirt.
-
-Neuerdings werden nach dem Vorgange von +Thélohann+[275] die
-Mikrosporidien zur Familie der +Glugeiden+ und den +Myxosporidien+
-zugerechnet.
-
-Die +Glugeiden+ besitzen meist sehr kleine, eiförmige Sporen, welche
-am breiten Ende eine +nicht+ färbbare Vakuole, am schmalen Ende
-eine frisch meist unsichtbare Polkapsel besitzen. Die Theilung der
-Sporenhülle in zwei Schalenhälften ist schwer nachweisbar.
-
-Man theilt die Familie der Glugeiden in drei Gattungen ein: Glugea,
-Pleistophora und Thelohannia.
-
-Zur Gattung +Glugea+, deren Arten fast ausschliesslich in Geweben
-schmarotzen, gehören nun 1. Glugea mikrospora Thélohann (Nosema anomala
-Moniez), lebt im subkutanen Bindegewebe und im Ovarium des Stichlings,
-sowie 2. +Glugea bombycis+ (+Thélohann+) (+Microsporidium bombycis
-Balbiani+).
-
-Der Schmarotzer lebt in sämmtlichen Geweben des Seidenspinners
-(Bombyx mori) und ist der +Erreger+ der sog. +Pebrinekrankheit+ der
-Seidenspinnerraupen, durch welche nach den Berechnungen von +M. de
-Quatrefages+ die Seidenzüchter Frankreichs allein in dem Zeitraum
-von 1854–1867 einen Verlust von wenigstens einer Milliarde Franks
-erlitten haben. Auf Anrathen von +Pasteur+ und +Balbiani+ ist dann
-durch mikroskopische Untersuchung und Ausscheidung der infizirten Eier
-die Einschränkung der Seuche gelungen. Die Sporen, welche man von dem
-Parasiten zuerst kannte, besitzen nach +Balbiani+ eine dicke Schale,
-die an einem Ende aufspringt und ein kleines nacktes Körperchen, das
-amöboide Bewegungen zeigt, austreten lässt. Diese gelangen dann später
-in die Darmepithelien, sowie in die Muskularis des Darmes und können
-später -- durch Autoinfektion -- auch andere Gewebe infiziren. Sicher
-ist, dass selbst die +abgelegten Eier+ der kranken Seidenspinner
-bereits infizirt sind, +ohne dass die Entwicklungsfähigkeit derselben
-darunter leidet+. Demnach kann hier eine +direkte Vererbung+ der
-Krankheit von Generation zu Generation stattfinden. Daneben kann auch
-eine Infektion durch mit Sporen infizirtes Futter vorkommen.
-
-
-
-
-III. Klasse: Infusorien (Aufgussthierchen).
-
-
-=Zoologisches und Geschichtliches.= Wie der Name -- Aufgussthierchen
--- noch erkennen lässt, wurden ursprünglich alle Organismen, welche
-in Infusionen auftraten, d. h. in Wasser-Aufgüssen auf irgend welche
-organische Substanzen, Infusorien genannt. Gegenwärtig beschränkt man
-den Namen Infusoria auf einzellige Organismen von meist bilateralem
-Bau und meist konstanter Körpergestalt, die sich vor anderen Protozoen
-durch den Besitz lebhaft schwingender Härchen auszeichnen. Sind diese
-so lang oder länger als der Körper, so nennt man sie +Geisseln+ oder
-+Flagella+; sind sie kürzer als der Körper und in grösser Anzahl
-vorhanden, so spricht man von Wimpern oder +Cilia+. Nur eine Gruppe der
-Infusorien, die Suctoria besitzen solche Wimpern nur in der Jugend, im
-erwachsenen Zustande dagegen Saugröhrchen (+Braun+).
-
-Die Verschiedenheit der Körperanhänge (Flagella, Cilien und
-Saugröhrchen) ist die Grundlage für die +Eintheilung+ der +Infusorien+
-in +Flagellaten+, +Ciliaten+ und +Suktorien+ gewesen.
-
-
-=I. Ordnung: Flagellaten= (Geisselthierchen).
-
-Die +Flagellaten+ sind durch den Besitz einer oder mehrerer langer
-Geisseln +charakterisirt+, die meist nur an dem Vorderende des in der
-Regel von einer Kutikula umgebenen Körpers vorhanden sind. Eigentliche
-Wimpern kommen neben den Geisseln nicht vor, dagegen eine der Länge
-nach über den Körper verlaufende Membran, deren freier Rand sich in
-mehr oder weniger ausgesprochenen Zacken auszieht und dann Wimpern
-vortäuscht (+Braun+). Der meist kleine Körper hat oft am vorderen
-Ende eine Mundstelle, ein After fehlt. Die +Vermehrung+ erfolgt durch
-Theilung; entweder durch Theilung des Körpers in zwei Individuen oder
-(selten) nach Encystirung in eine grössere Anzahl von Schwärmern.
-Man findet die Flagellaten im süssen und salzigen Wasser, theils
-festsitzend (oft an Thieren), theils frei schwimmend; manche scheiden
-Gehäuse aus.
-
-Die in +Fäulnisswässern lebenden+ Gruppen enthalten meist noch die
-parasitisch lebenden Arten, die man theils im Darm und dessen Anhängen,
-theils in den Genitalien oder im Blute antrifft.
-
-
-Parasitische Flagellaten beim Menschen und bei Thieren.
-
-=Trichomonas.= Rundlicher oder ovaler durchsichtiger Körper mit drei
-oder vier oft verklebenden Geisseln am Vorderende. Das Hinterende ist
-spitz und ohne Geissel.
-
-1. +Cercomonas hominis+ (+Davaine+ 1854) (+Syn.+: Trichomonas hominis
-Dav. 1854; Cercomonas intestinalis +Lambl+ 1875; Megastroma entericum
-+Grassi+ 1881; Trichomonas intestinalis +Leuckart+ 1879; Monocercomonas
-hominis +Grassi+ 1882.)
-
-[Illustration: Figur 32.
-
-Trichomonas hominis Dav. (Nach +Grassi+.)]
-
-Der Parasit ist birnförmig, mit spitz zulaufendem Hinterleibsende und
-3–4 Geisseln am Vorderende. Die Länge beträgt 0,004 bis 0,010 und die
-Breite 0,004. Cercomonas intestinalis kommt sehr häufig beim Menschen
-vor und ist bei Darmkatarrhen[276] und besonders oft bei Diarrhöen
-der Kinder[277] beobachtet worden. Trotzdem ist die +pathogene
-Bedeutung+ noch sehr zweifelhaft. Ebenso ist über die Entwicklung
-und Infektionsquelle sicheres bisher nicht bekannt. +Epstein+ sah in
-seiner Klinik einmal sechs Kinder eines Zimmers fast gleichzeitig
-an Trichomonaden-Diarrhöe erkranken, und stellte ausserdem fest,
-dass Säuglinge, auch wenn sie neben der Muttermilch noch andere Kost
-erhalten und selbst an Diarrhöe erkranken, stets frei von Trichomonaden
-gefunden werden.
-
-Jüngst hat +Hensen+[278] eine Mittheilung gemacht über einen Befund von
-+Infusorien im Mageninhalt bei Carcinoma ventriculi+.
-
-Bei einem 39jährigen Arbeiter, welcher unter den Erscheinungen
-zunehmender Abmagerung, Erbrechen schleimiger Massen und unverdauter
-Speisen kurz nach dem Essen ins Krankenhaus kam, wurden im Mageninhalte
-Infusorien gefunden. Die Sektion ergab ein grosses zum Theil
-zerfallenes Carcinom des Magens, und Verwachsungen desselben mit dem
-linken Leberlappen, dem Pankreas und dem Zwerchfell, sowie Metastasen
-in der Leber, den retroperitonealen und den am Cardiamagen gelegenen
-Lymphdrüsen.
-
-In dem ausgedehnt carcinomatösen Magen, mit seinen zahlreichen
-ulcerirten und zerklüfteten Flächen, seinem zersetzten und alkalisch
-reagirendem Inhalt, waren zahlreiche Infusorien nachzuweisen,
-deren Grösse von 5–15 µ schwankte. Dieselben zeigten zuweilen eine
-lebhafte Bewegung und liessen sich mit Methylenblau färben. +Hensen+
-möchte dieselben den Monadinen zuzählen, wie solche +Marchand+[279]
-gelegendlich im Urin gefunden hat. Im Erbrochenen und im Stuhl waren
-sie nicht nachzuweisen.
-
-Unter normalen Verhältnissen dürften sie im Magen leicht zu Grunde
-gehn, dagegen meint +Hensen+, könnte ein solcher Befund gelegentlich in
-diagnostischer Hinsicht verwerthbar werden.
-
-[Illustration: Figur 33.
-
-Trichomonas vaginalis (nach +Braun+).]
-
-2. +Trichomonas vaginalis+ (+Donné+ 1837). Der kurze oder mehr
-langgestreckte Parasit besitzt an seinem vorderen Ende vier Geisseln,
-welche so lang oder länger als der Körper sind. Das hintere Ende
-verlängert sich in eine gerade oder gebogene Spitze. Trichomonas
-vaginalis ist ein sehr häufiger Parasit bei Frauen und gelegentlich
-auch beim Manne (im Urin, +Miura+[280]) beobachtet worden. Die
-Parasiten leben +in dem sauer reagirenden+ (nicht in normalem)
-+Vaginalschleim+ bei Frauen verschiedenen Alters, sowohl bei
-menstruirenden wie nicht mehr menstruirenden Personen, Schwangeren
-wie Nichtschwangeren, selbst bei Mädchen von 6–7 Jahren, sofern
-bei denselben Scheidenkatarrh mit saurer Reaktion des Sekretes
-besteht. Bei Injektion alkalischer Flüssigkeiten werden die Parasiten
-getödtet (+Braun+). Unbekannt ist bisher, ob die Trichomonaden den
-Scheidenkatarrh hervorrufen oder nur Begleiter desselben sind.
-
-[Illustration: Figur 34.
-
-Trichomonas vaginalis, sehr stark vergrössert.
-
-(Nach +Künstler+.)]
-
-Neuerdings hat +Schmidt+[281] in drei Fällen von +Lungenerkrankungen+
-Flagellaten beobachtet, welche er Trichomonas pulmonalis benannte,
-jedoch möglicherweise für identisch mit Trichomonas vaginalis hält.
-In zwei Fällen handelte es sich um eine Aspirationspneumonie und
-Lungengangrän, im dritten um Bronchiektasie. Der Fundort der Protozoen
-waren in allen drei Fällen ausschliesslich die übelriechenden
-+Dittrich+’schen Pfröpfe, die in wechselnder Zahl und Grösse im Auswurf
-angetroffen wurden. Zerdrückte man einen solchen frischentleerten
-Pfropf zwischen Objektträger und Deckgläschen, so sah man zwischen
-den verschiedenen Bakterien die betreffenden Infusorien, welche sich
-auf den ersten Blick nicht viel von Leukocyten unterscheiden, bald
-an ihrer selbständigen eigenartigen Bewegung. Die durchschnittliche
-Grösse ist etwas geringer als die eines Eiterkörperchens; ihre Form
-wechselt ausserordentlich. Am häufigsten zeigen sie eine ovuläre oder
-unregelmässig längliche Gestalt. An dem einen Pol tragen sie eine
-wechselnde Anzahl in lebhafter Bewegung begriffener Geisseln. Ausser
-der Geisselbewegung existirt auch noch eine amöboide Bewegung, deren
-Effekt eine fortwährende Veränderung der Leibesform ist. Färbungen
-von Trockenpräparaten ergaben keine instruktiven Bilder. Am besten
-ist es nach +Schmidt+ Methylviolett oder irgend eine andere Farbe am
-Deckglasrande des frischen Präparates aufzutupfen und zu warten, bis
-durch Diffusion der Farbstoff die im Gesichtsfeld eingestellten Thiere
-erreicht. Die Färbung tritt erst dann ein, wenn die Lebensthätigkeit
-aufgehört hat. Versuche, die Infusorien zu isoliren, zu züchten,
-oder künstlich zu übertragen, gelangen nicht. Interessant ist noch,
-dass in einem Falle mit der Besserung des Krankheitsprozesses die
-+Dittrich+’schen Pfröpfe und mit ihnen die Trichomonaden aus dem Sputum
-verschwanden.
-
-Vor Kurzem hat +Wieting+[282] über das Vorkommen von Trichomonas in der
-Lunge eines Schweines bei lobulärer Pneumonie berichtet.
-
-Bei einem 4 Monate alten Schwein, das 14 Tage lang die Erscheinungen
-einer Lungenaffektion dargeboten hatte, wurde nach der Sektion in
-den grösseren und kleineren lobulärpneumonischen Heerden eine der
-Trichomonas vaginalis sehr ähnliche Flagellatenart beobachtet. Daneben
-war auch der +Fränkel-Weichselbaum+’sche Diplococcus lanceolatus
-vorhanden. Die Flagellaten sind danach wahrscheinlich sekundär zur
-Ansiedlung gekommen.
-
-=Lamblia.= BLANCHARD 1888.
-
-Die Gattung ist +charakterisirt+ durch eine vordere, saugnapfartige
-Vertiefung und durch das Vorhandensein von +Geisseln am Vorderende und
-am Hinterende+ des Thieres.
-
-[Illustration: Figur 35.
-
-Das von +Roos+ beobachtete Flagellat.]
-
-+Lamblia intestinalis+ (+Lambl+ 1859). +Syn.+: Cerkomonas intestinalis
-+Lambl+ 1859. Hexamita duodenalis +Davaine+ 1875. Dimorphus muris
-+Grassi+ 1879. Megastoma entericum +Grassi+ 1881. Megastoma
-intestinale. +Blanchard+ 1886.
-
-Die Parasiten sind von birnförmiger Gestalt und die vier Geisselpaare
-nach hinten gerichtet. Die Länge beträgt 0,010–0,016 mm, die Breite
-0,005–0,0075 mm. Die +Cysten+ sind oval, 0,009–0,012 mm lang und
-0,007–0,010 mm breit; sie erscheinen wasserhell, leicht grünlich; der
-eingeschlossene Parasit ist oft nur andeutungsweise als dunklerer
-S-förmiger Körper zu sehen.
-
-Man hat Lamblia intestinalis beim +Menschen+ sowohl bei Gesunden wie
-bei Kranken, bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern gesehen und ist
-jetzt zu der Ansicht gekommen, dass der Parasit im Ganzen sehr häufig
-beim Menschen vorkommt, jedoch eine besondere pathogene Bedeutung nicht
-besitzt.
-
-+Bei Thieren+ ist der Schmarotzer sehr oft festgestellt worden, und
-besonders im Darm (vorwiegend im Duodenum und Jejunum) der Mäuse,
-Ratten, Katzen, Kaninchen und Schafe beobachtet.
-
-[Illustration: Figur 36.
-
-Lamblia intestinalis von der Fläche, von der Seite, auf Darmepithelien,
-abgestorbene und encystirt. (Nach +Grassi+ und +Schewiakoff+.)]
-
-Hinsichtlich der +Infektion des Menschen+ wird angenommen, dass der
-Mensch sich die Parasiten durch Aufnahme der Cysten einverleibt, welche
-in den meisten Fällen von den Mäusen und Ratten ausgestreut, ins Wasser
-oder auch in andere Nahrungsmittel gelangen und so den Weg in den
-menschlichen Körper finden.
-
-Neuerdings hat +W. Janowski+[283] in einer sehr fleissigen Arbeit,
-welche die gesammte Litteratur berücksichtigt, die +Frage der Bedeutung
-der Flagellaten für die Pathologie des Darmkanals+ erörtert und gelangt
-dabei auf Grund seiner eigenen 6 Beobachtungen und auf Grund der ganzen
-diesbezüglichen Litteratur zu dem Schlusse, dass die +Anwesenheit
-der Flagellaten im Darme grösstentheils ganz ohne Einfluss+ auf
-die Funktionen desselben ist, dass jedoch in +Ausnahmefällen+, die
-Flagellaten durch ihre Anwesenheit den +Darm reizen+ und theils
-Diarrhöe hervorrufen, theils dieselbe in die Länge ziehen können.
-
-„Dies schliessen wir, sagt +Janowski+, aus den bis jetzt schon
-vorhandenen Daten über gewisse Fälle, in denen Trichomonaden oder
-Cerkomonaden im Darme vorhanden waren. Ist dies aber der Fall, so liegt
-darin ein Grund mehr für uns, in jedem Diarrhöefall im Krankenhause und
-wenigstens bei jeder hartnäckigen Diarrhöe ausserhalb des Hospitals
-den frisch abgegebenen Stuhl einer mikroskopischen Untersuchung
-zu unterziehen. Auf diese Weise ist doppelter Nutzen zu erzielen.
-Erstens wird weit rascher, als es bis jetzt der Fall war, ein Material
-zusammenkommen, auf Grund dessen die Frage von der Bedeutung der
-Flagellaten in der Pathologie des Darmkanals bald ihre vollständige
-Lösung finden wird. Zweitens gewinnt der behandelnde Arzt dadurch
-eine Handhabe, um im betreffenden Falle von vorne herein die richtige
-Prognose zu stellen und sich für eine entsprechende Behandlungsmethode
-zu entscheiden. Von allen Fällen, in denen es sich um hartnäckige
-Diarrhöe mit Vorhandensein zahlreicher Flagellaten im Stuhle handelt,
-kann man sagen, dass die +geeignetste Behandlung derselben die gegen
-die Flagellaten selbst gerichtete ist+. Gerade diese +Therapie+ giebt
-zuweilen (+Zunker+, +Roos+ u. A.) sehr rasch günstige Resultate,
-während jede andere sich erfolglos erweist. Die Behandlungsmethode ist
-äusserst einfach: der Kranke erhält mehrere Tage nach einander 3–4mal
-täglich 0,1–0,2 Kalomel. Selbstverständlich muss sorgfältig auf
-etwaige sich einstellende Vergiftungssymptome geachtet und die Kur
-in diesem Falle unterbrochen werden. Gewöhnlich hört nach 3 solchen
-Kuren die Diarrhöe auf. Die Intervalle zwischen den einzelnen Kuren
-müssen je nachdem, ob und wie bald sich wieder Flagellaten im Stuhl
-zeigen und je nachdem der Kranke sich dem Kalomel gegenüber verhält,
-von verschiedener Dauer sein. Zuweilen hilft schon 1 solche Kur
-und leistet somit bessere Dienste als der jahrelange Gebrauch von
-Mineralwasser oder von anderen therapeutischen Mitteln. Ungeachtet der
-Seltenheit solcher Fälle, in denen die Flagellaten die wahre Ursache
-der Diarrhöe sind, sollte man sie doch in keinem Falle von hartnäckiger
-Diarrhöe ausser Acht lassen und eine gegen sie gerichtete Behandlung
-einschlagen, sobald man zahlreiche Exemplare derselben in frisch
-abgegebenen Entleerungen solcher Individuen findet, bei denen keine
-andere Ursache für den Durchfall nachzuweisen ist.“ -- Manche empfehlen
-zu diesem Zwecke ausser Kalomel noch Klystiere mit einer schwachen
-Sublimatlösung, und in einem Falle glaubt +Janowski+, dass Chinin die
-Trichomonaden getödtet hat[284].
-
- * * * * *
-
-+L. Pfeiffer+[285] glaubt, dass bestimmte Arten der =Diphtherie der
-Vögel= durch Flagellaten hervorgerufen werden. Bekannt ist in dieser
-Hinsicht bisher nur, dass Protozoen, wahrscheinlich Koccidien, solche
-Erkrankungen hervorrufen können. +L. Pfeiffer+ fand bei allen kranken
-Tauben, bei welchen die Krankheit auf den Schleimhäuten ausgesprochen
-war, Flagellaten im Schleim des Maulinnern und der Trachea. Sie
-+fehlten+ im Maulschleim +gesunder+ Tauben. Bei akut tödtlichen
-Erkrankungen unter Hühnern, Enten, Krähen, Pfauen und Truthähnen
-mit diphtherischen Veränderungen in der Trachea und im Darm fanden
-sich Millionen dieser Flagellaten. +Verimpfungen+ des Schnabel- oder
-Darminhaltes in das Schnabelinnere von gesunden Tauben und Hühnern
-bewirkte in zwei Tagen den Tod der Impfthiere und fanden sich dann
-Millionen von Flagellaten in der Trachea und im Darmrohr vertheilt.
-+Pfeiffer+ zählt die von ihm beobachtete Flagellate zur Gattung
-+Trichomonas+. Ein undulirender Saum bewegt sie lebhaft von vorne nach
-hinten. Die Zahl der Geisseln beträgt 2, 3–4; in der Mehrzahl der Fälle
-3. Ein grosser Kern liegt an der Geisselbasis, ein bis zwei kontraktile
-Vakuolen am anderen Pol. Eine typische Gestalt hat jedoch nach
-+Pfeiffer+ die Flagellate nicht, Theilungen sind häufig zu bemerken.
-+Babes+ fand ähnliche Protozoen auch auf der normalen Schleimhaut der
-Vögel und glaubt, dass sie die Ursache der Erkrankung nicht sind.
-
-
-=II. Ordnung: Ciliaten= (Wimperinfusorien).
-
-=Zoologisches.= Die Ciliaten leben theils frei schwimmend, theils
-festsitzend und Kolonien bildend, im süssen, wie salzigen Wasser.
-Zahlreiche Arten sind Parasiten bei verschiedenen niederen und
-höheren Thieren und einige auch beim Menschen. Die +Wimpern+, deren
-verschiedene Anordnung am Körper das Prinzip für die Klassifikation
-der Ciliata ist, sind stets Fortsetzungen des Ektosarkes; ihre Gestalt
-ist verschieden, haar-, seltener dorn- oder griffel- oder hakenförmig;
-auch undulirende Membranen kommen gelegentlich vor (+Braun+). Die
-+Vermehrung+ geschieht durch Zweitheilung, seltener, nach Encystirung
-oder durch Knospung. Die Theilungen können sich vielfach wiederholen,
-sistiren aber schliesslich, um durch Konjugation zweier Individuen
-eine Regeneration besonders der Kerne zu ermöglichen. Fast überall ist
-ein +Grosskern+ (Makronukleus) und demselben meist dicht anliegend
-ein +Kleinkern+ (Mikronukleus) vorhanden. Zahlreiche Untersuchungen
-(+Bütschli+, +Hertwig+, +Maupas+) lehrten, dass nachdem sich zwei
-Individuen mit gleichnamigen Körperflächen aneinander gelegt haben,
-der Mikronukleus sich vom Makronukleus trennt, sich vergrössert und
-unter den Erscheinungen der Karyokinese zweimal theilt, so dass in
-jedem Paarling (Gamet) 4 Mikronuklei vorhanden sind; drei derselben
-gehen zu Grunde und werden resorbirt, der vierte rückt allmählich
-nach einer durch Resorption der Kutikula an der Berührungsfläche der
-Gameten entstandenen Verbindungsbrücke des Protoplasma und tauscht die
-Hälfte seiner Substanz gegen die Hälfte des vierten Mikronukleus des
-anderen Gameten aus; dann rekonstruirt sich dieser Mischkleinkern und
-theilt sich in jedem Gamet, gewöhnlich zweimal. Von den so entstandenen
-Theilstücken wird eines zum neuen Mikronukleus, eines oder mehrere
-verschmelzen zum neuen Makronukleus. Der alte Grosskern ist gegen Ende
-der Konjugation zerfallen und resorbirt worden. Gewöhnlich trennen
-sich die beiden Gameten früher oder später und vermehren sich dann
-selbständig durch Theilungen, bis einer Reihe von Theilungen wieder
-Konjugation folgt (+Braun+). Encystirung ist unter den Ciliaten
-allgemein verbreitet und dient als Schutzmittel beim Eintrocknen der
-Gewässer, in welchen die Ciliaten leben. Weil solche Cysten durch den
-Wind weit fortgetragen werden können, ist erklärlich, dass die meisten
-Arten eine sehr grosse geographische Verbreitung besitzen.
-
-Nach +v. Stein+ werden die Ciliaten in folgender Weise eingetheilt,
-wobei die verschiedene Anordnung der Wimpern am Körper zu Grunde gelegt
-wird.
-
- 1. Ordnung: +Holotricha+, ciliate Infusorien mit Wimpern, welche
- gleichmässig über den ganzen Körper vertheilt sind.
-
- 2. Ordnung: +Heterotricha+, wie die Holotricha allseitig bewimpert,
- aber mit stärkeren Wimpern am Peristom.
-
- 3. Ordnung: +Hypotricha+, nur auf der Ventralfläche bewimpert.
-
- 4. Ordnung: +Peritricha+, nur mit einer Wimperspirale, meist
- festsitzend.
-
-=Beim Menschen= sind parasitische Infusorien aus den Ordnungen
-Heterotricha und Peritricha bekannt.
-
-Zu den +Heterotricha+ gehörig ist von Bedeutung:
-
-=Balantidium koli= (Malmsten 1857) (Syn.: Paramaecium koli)[286].
-
-=Zoologisches.= Der eiförmige Parasit besitzt eine Länge von 0,01–0,07
-mm und eine Breite von 0,05–0,07. Der Körper ist vollständig mit
-Flimmerhaaren besetzt: es verlaufen ferner über den Körper von vorne
-nach hinten parallele Streifen. Die Fortpflanzung erfolgt durch
-Konjugation und Encystirung. +Leuckart+[287] hat das konstante
-Vorkommen der Parasiten im +Cöcum und Colon des Schweines+ zuerst
-nachgewiesen und dabei sechs verschiedene Arten Balantidium als
-normalen Befund angegeben. Auch in der +Kloake des Frosches+ sind
-Balantidien stets zu finden.
-
-+Beim Menschen+ ist nur +eine Art Balantidium+ beobachtet worden
-und der Entdecker derselben ist +Leuwenhoek+, der es an sich selbst
-gefunden hat. Das Verdienst jedoch diesen Parasiten in der Medizin
-bekannt gemacht zu haben, gebührt +Malmsten+[288] (1856), welcher in
-zwei Fällen von schwerer Darmerkrankung nach Cholera und Cholerine
-denselben in den Stuhlentleerungen der Kranken aufgefunden hat. Später
-sind dann noch aus Stockholm und Upsala[289] weitere 13 Fälle gemeldet
-worden, über welche +Mitter+[290] neben anderen eine Uebersicht giebt.
-Zwei weitere Fälle sind dann noch aus Dorpat, je einer aus Freiburg,
-Turin und den Sundainseln, 6 Fälle aus Kochinchina, 2 Fälle aus Amerika
-bekannt geworden. Zu diesen 28 Fällen sind dann noch hinzugekommen
-ein Fall von +Roos+[291], fünf Fälle von +Lösch+[292] und zwei von
-+Dehio+[293], so dass etwa 36 Fälle in der Litteratur mitgetheilt sein
-dürften.
-
-[Illustration: Figur 37.
-
-Balantidium coli. _a_) Kern. _b_) Vakuole. _c_) Peristom. _d_)
-Nahrungsballen.]
-
-Hinsichtlich der +Aetiologie+ ist die Vermuthung berechtigt, dass
-zwar das Schwein der eigentliche Träger des Parasiten ist, der
-Mensch sich jedoch gelegentlich durch das Schwein infiziren kann.
-+Mitter+ giebt nach seiner Uebersicht an, dass in 13% der Fälle
-die Patienten wahrscheinlich, in 13% +sicher+ ihre Balantidien von
-den Schweinen bezogen haben. Wie jedoch die Balantidien in den
-menschlichen Körper gelangen, ist mit Sicherheit noch nicht zu
-entscheiden. Die eingekapselten Balantidien können sowohl mit dem
-Winde aufgewirbelt und eingeathmet werden, wie auch mit den damit
-verunreinigten Nahrungsmitteln in den Verdauungskanal des Menschen
-gelangen. Andererseits ist bemerkenswerth, dass in mehr als der Hälfte
-der mitgetheilten Fälle die Durchfälle, welche auf die Anwesenheit
-der Balantidien bezogen werden müssen, sekundär bei solchen Kranken
-aufgetreten sind, die vorher an sonstigen schweren Erkrankungen des
-Verdauungstraktes, wie z. B. Cholera, Typhus, tropischer Ruhr, akuter
-Gastritis gelitten haben.
-
-Hinsichtlich der +Symptome und des Krankheitsverlaufes+ ist zu
-erwähnen, dass stets die Erscheinungen eines mehr oder weniger heftigen
-Darmkatarrhs vorhanden sind, welcher mit vielfachen Verschlimmerungen
-und Verbesserungen verlaufen kann und nach den bisherigen Erfahrungen
-nur wenig Aussicht auf definitive Heilung giebt. So sind Fälle bekannt,
-wo die Dauer 20 Jahre betragen hat; auch erfolgten in einzelnen
-Krankheitsfällen die Stuhlentleerungen 10–20mal täglich.
-
-Aus den wenigen Sektionsberichten geht hervor, dass +Geschwüre im
-Dickdarm+ auftreten und sich die Balantidien mit Vorliebe im Cöcum,
-Wurmfortsatz und im Mastdarm ansiedeln. Manchmal kann, wie ein von
-+Dehio+ mitgetheilter Fall lehrt, die Ansiedelung der Balantidien
-sehr massenhaft erfolgen und die entstehenden Darmgeschwüre zu
-+Darmblutungen+ mit tödtlichem Ausgang führen.
-
-Demnach kann man aussprechen, dass die +Balantidien+ in einzelnen
-Fällen +direkte Krankheitsursache+ sind, in anderen bestehende
-Darmerkrankungen durch ihr Hinzukommen wesentlich verschlimmern, oder
--- wie +Dehio+ bemerkt -- eine +Balantidien-Kolitis+ hervorrufen
-können. Erwähnt sei hier noch, dass +Grassi+ und +Calandruccio+ sich
-durch Balantidiencysten aus dem Schwein nicht zu infiziren vermochten.
-+Was die Behandlung+ betrifft, so herrscht unter den Autoren darin
-Uebereinstimmung, dass innere Mittel (Opiate und Adstringentien)
-nicht helfen. Besserungen sind nur durch die +örtliche+ Behandlung
-des Dickdarmes mit Klystieren aus Tannin oder Chinin. muriat. erzielt
-worden (50 g Essigsäure mit 5 g Acid. tann. auf 2000 ccm Wasser; oder
-Chinininfusionen 1:1000,0 Wasser). +Dehio+ beobachtete, dass die
-Balantidien nach der innerlichen Verabfolgung von +Felix mas+ sich
-sammt und sonders +encystirten+ und den Darm in dieser Form verliessen.
-Die Vermuthung liegt nahe, dass dieses Mittel nicht nur auf die
-parasitischen Würmer, sondern auch auf niedere Thierorganismen als ein
-spezifisches Gift wirken.
-
-=Bei Thieren= ist, wie erwähnt, Balantidium koli nur beim +Schwein+
-beobachtet worden. Man hat den Parasiten sowohl in Deutschland, wie
-auch in Schweden, Russland, Frankreich und Italien bei Schweinen
-gefunden. Derselbe scheint jedoch etwas kleiner zu sein, als
-Balantidium koli des Menschen. Bei etwas reichlicher Anwesenheit im
-Dickdarm des Schweines sind die Parasiten oft schon mit der Lupe als
-kleine, weissliche, mobile Pünktchen zu erkennen (+Kitt+). In halb
-vertrockneten Exkrementen des Schweines und in mikroskopischen, mit
-Wasser angemachten Präparaten, welche einige Zeit gestanden haben,
-verschrumpft der Cilienbesatz, das Balantidium erscheint als ruhende
-Blase von 80–100 µ (+Kitt+). Erwähnt ist auch bereits, dass mit dem
-Kothe der Schweine zahlreiche, bereits encystirte oder sich bald
-encystirende Balantidien entleert werden.
-
-Nach allen bisherigen Erfahrungen scheint +Balantidium koli für das
-Schwein+ ohne jede Bedeutung zu sein, da Krankheitserscheinungen trotz
-oft massenhafter Anwesenheit der Parasiten nicht beobachtet werden.
-
-
-Nachtrag.
-
-=1. Ueber die systematische Stellung der Miescher’schen Schläuche und
-deren Züchtung.=
-
-+Behla+ hat vor Kurzem zwei „vorläufige Mittheilungen“[294] über seine
-Befunde hinsichtlich der systematischen Stellung der Parasiten der
-+Miescher+’schen Schläuche und deren Züchtung veröffentlicht, aus
-welchen das Nachfolgende hier erwähnt sei.
-
-+Behla+ strich rein entnommenen Cysteninhalt auf frisches mit
-aseptischen Instrumenten aufgespaltenes Muskelfleisch derselben
-Thierart oder in frisch mit zerzupften Muskelfasern vermengten
-Muskelsaft und beobachtete die Entwicklung von Sprosspilzen. Durch
-weitere Versuche ist es dann +Behla+ gelungen nachzuweisen, dass
-der erzielte Blastomycet mit dem +Kartoffelpilz+, Phytophthora
-infestans, zusammenhängt. Nur solche Thiere würden auch von der
-Sarkosporidienkrankheit befallen, welche Kartoffeln zu sich nehmen oder
-Pflanzenblätter, auf denen der betreffende Pilz vegetirt. Den weiteren
-Entwicklungsgang stellt sich nun +Behla+ in folgender Weise vor.
-
-Die Sporen der Phytophora infestans gelangen beim Fressen in den Magen
-und in die Verdauungsorgane von Thieren. In diesem Sporenstadium
-widerstehen sie den Verdauungssäften. Die Sporen keimen aus und unter
-den veränderten Verhältnissen in der neuen Nährlösung vermehrt sich der
-Pilz in hefeartiger Sprossung, wie solche schon bei Mukor, Brandpilzen,
-Bacidiomyceten u. s. w. nachgewiesen ist. Diese Keime bohren sich nun
-in die Darmepithelien ein, dringen tiefer, gelangen in die Blutbahn und
-werden in die Muskulatur oder in das Bindegewebe transportirt, wo sie
-sich festsetzen und weiter proliferiren. Das, was wir da finden, sind
-die Schläuche in verschiedenen Stadien des Alters und der Entwicklung.
-Der Grund für besondere Prädilektionssitze der Parasiten, kann nach
-+Behla+ nur in den jeweiligen besonderen Cirkulationsverhältnissen
-liegen. Der Parasit bildet bei seinem Aufenthalt im thierischen Körper
-ein Dauerstadium nicht. Die Sicheln in den Cysten sind zum grossen
-Theil abgestorben, nur einige hyaline Sicheln und Rundzellen besitzen
-noch soviel Leben, dass sie, auf geeignete Nährböden versetzt, sich
-vermehren können.
-
-Irrig ist die Ansicht, meint +Behla+, dass der Parasit im Körper
-Dauersporen bilden muss zur Erhaltung seiner Art. Sein Parasitismus
-im Körper ist nur ein gelegentlicher. Er kann auch seinen Cyklus
-ohne den Menschen in der freien Natur durchmachen, ebenso wie der
-+Malariaparasit+ ohne den Menschen sein Leben fristet, denn er hat
-lange Zeit in Gegenden existirt und seine Art erhalten, ehe der Mensch
-dorthin gekommen ist.
-
-„Sein Befund“, schliesst +Behla+ die zweite Mittheilung, „wirft ein
-neues Licht auf die Anschauungen von den Protozoen und Sporozoen.
-Pflanzenparasiten können auch gelegentlich den Thierkörper befallen.
-Dass die dem Wasserleben angepassten Pilze, die Chytridiaceen und
-Saprolegniaceen sowie die Peronosporaceen, wenn sie in flüssige
-Nährmedien gelangen, cilienbesetzte Schwärmsporen bilden und dass
-Mycelpilze unter Umständen hefeartige Sprossung zeigen, sind
-bemerkenswerthe Thatsachen. Es wird angezeigt sein, in Zukunft
-die Methode zu verfolgen, für einzelne Pilze die ursprünglichen
-Nährpflanzen in der freien Natur auszukunden, um den Entwicklungscyklus
-klarzulegen, die Pilze zur Sporenbildung zu zwingen und die
-betreffenden Blätter oder Früchte als Futter zu verwenden. Es ist
-anzunehmen, dass demnächst auch manche andere dunkle Krankheit, wie
-die Koccidienkrankheit der Kaninchen, Aktinomykose u. s. w. durch
-Füttern von pilzkranken Pflanzen, Blättern, Kartoffeln, Rüben u. s.
-w., welche mit Konidien, Oosporen, Perithecien, Pyceiden von Phyko-
-und Mykomyceten u. s. w. besetzt sind, Klärung finden wird. +Das
-Studium der Pflanzen-, Thier- und Menschenkrankheiten muss nach
-meiner Ansicht Hand in Hand gehen+, besonders in den Gebietsstrichen,
-wo Seuchen stationär sind. Mit dieser kombinirten Forschungsmethode
-liesse sich manches unerwartete Resultat erzielen. Probleme wollen
-von verschiedenen Seiten angegriffen sein. Bekanntlich sind bei
-verschiedenen Geschwülsten Sprosspilze gezüchtet worden. Die Stimmen
-mehren sich. Noch so exakte Untersuchungs- und Färbemethoden an todtem
-Material sind nur ein einseitiger Untersuchungsweg. Hoffnungsvoller
-ist die Züchtungsmethode. Höchst wahrscheinlich sind die gefundenen
-Sprosspilze nur Entwicklungsstadien von Mycelpilzen. Ihr Eindringen
-in den Körper geschieht muthmasslich in einem anderen Stadium als
-durch das Einverleiben der Sprosspilzkulturen in den Körper. Mir will
-scheinen, als wenn es durch die angedeutete Forschungsmethode gelingen
-müsste, der Natur auch ihr Geheimniss des Hervorbringens der bösartigen
-Geschwülste abzuringen.“
-
-Weitere Versuche werden zwar erst lehren müssen, ob die Anschauungen
-+Behla+’s über die Entstehung der Sarkosporidien richtig sind, aber es
-kann nicht geleugnet werden, dass die Aetiologie mancher Thier- und
-Menschenkrankheiten schneller gefördert würde, wenn Pflanzen-, Thier-
-und Menschenpathologen etwas mehr Fühlung zu einander nehmen möchten.
-Für die Pathologie des Menschen und der Thiere glaube ich durch mein
-Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie des Menschen und
-der Hausthiere (Leipzig 1898) die Wege dazu etwas geebnet zu haben. --
-
-=2. Die Organismen der Tollwuth.=
-
-In einer Arbeit „+Beitrag zur Kenntniss der Aetiologie der
-Tollwuth+“[295] berichtet zunächst +Giovanni Memmo+ über seine weiteren
-Versuche den Erreger der Tollwuth festzustellen.
-
-Schon früher[296] war es ihm gelungen aus dem Gehirn eines an
-experimenteller Rabies gestorbenen Kaninchens einen +Blastomyceten+ in
-Reinkultur zu züchten, später auch aus dem Gehirn eines in Folge Bisses
-eines tollen Hundes gestorbenen vierjährigen Kindes. Schliesslich
-gelang es +Memmo+ auch den Blastomyceten noch aus weiteren 5 an fixem
-Virus gestorbenen Kaninchen, sowie aus allen mit den ersten Kulturen
-geimpften und nach 40–50 Tagen gestorbenen Thieres zu isoliren. +Der
-Blastomycet fand sich im Liquor cerebrospinalis, im Humor aqueus, in
-der Parotis und im Speichel.+
-
-Im Liquor cerebrospinalis war die Form der Blastomyceten sehr scharf
-und gleichmässig; die Zellen waren von einer dicken, lichtbrechenden,
-doppelkonturirten Membran umgeben und manchmal in Knospung begriffen.
-Die Kolonien auf Agar und Gelatine waren einander sehr ähnlich, die
-oberflächlichen waren ausgebreiteter, wenig erhaben und weissgrau.
-Auf saurem Nährboden war die Entwicklung üppiger. Am besten war
-das Wachsthum bei einer Temperatur von 35° C. Für Thiere war der
-Blastomycet pathogen. Intraabdominal geimpfte Meerschweinchen zeigten
-nach 11–20 Tagen Parese der Hinterglieder, welche an Ausdehnung und
-Intensität zunahm, und nach 24 Stunden erfolgte der Tod unter einigen
-klonischen Krämpfen. Subdural infizirte Kaninchen erkrankten nicht
-immer; bei den erkrankten zeigte sich am 6.-8. Tage Paresis des
-Hintertheils, später auch Lähmung der Vordergliedmassen, und binnen
-1–2 Tagen trat der Tod ein. Subdural oder auch subkutan geimpfte
-Hunde magerten nach 30–60 Tagen ab und bei einigen wurde Beisssucht
-beobachtet. Die Thiere verweigerten das Futter, erbrachen und zeigten
-Schaum vor dem Maule; dann zeigte sich Parese der Gliedmassen, der
-Unterkiefer hing herunter und der Tod erfolgte mit zunehmender Lähmung
-nach 48 Stunden. Eine Uebertragung von den Hunden auf Kaninchen gelang
-nicht. An verendeten Hunden fanden sich weder Organveränderungen,
-noch in den Organen irgendwelche Mikroorganismen; +aus dem centralen
-Nervensystem liessen sich aber die Blastomyceten öfters in Reinkultur
-isoliren+.
-
-Denselben Organismus konnte +Memmo+ auch im weiteren Verlaufe seiner
-Untersuchungen[297] immer mit den nämlichen kulturellen Eigenschaften
-und dem gleichen pathogenen Vermögen aus anderen an fixem Virus
-gestorbenen Kaninchen und aus 4 der Tollwuth verfallenen Hunden
-isoliren.
-
-Kulturen mit soliden Nährböden bleiben steril; am besten erweisen sich
-+flüssige Nährböden+ aus Bouillon mit Weinsteinsäure und Glykose, wo
-die Acidität nur ein ganz wenig stärker ist, als diejenige, welche
-die Gehirnsubstanz im normalen Zustande besitzt. Einen höheren Grad
-von Acidität vertragen die Blastomyceten nicht. Die Entwicklung der
-Mikroorganismen beginnt erst nach einigen Tagen. Auf die geschilderte
-Art hat +Memmo+ eine Entwicklung der Blastomyceten in reiner Kultur aus
-der +cephalorhachitischen Flüssigkeit+, der Gehirnsubstanz und aus dem
-Humor aqueus erhalten. Ebenso waren die Organismen aus dem +Stroma der
-Parotis+, +aus dem Speichel+, +aber niemals aus anderen Organen und
-aus dem Herzblut zu isoliren+. Es scheint ferner, dass der Organismus,
-welcher an ausschliesslich parasitäre Lebensweise gewöhnt ist und sich
-an ein besonderes Gewebe angepasst hat, sich schwer dazu bewegen lässt,
-saprophytisch auf unseren Nährböden zu leben.
-
-Bei +Impfungen der Hunde+ zeigte sich im Mittel 30–60 Tage nach
-derselben Abmagerung, bei einzelnen etwas Beisssucht, Verweigerung der
-Nahrung, Erbrechen, Schaumabsonderung, dann Parese der hinteren oder
-vorderen Gliedmassen. Unter zunehmender Parese, wobei der Unterkiefer
-lediglich seinem eigenen Gewichte nachgiebt, tritt nach ungefähr 48
-Stunden der Tod ein.
-
-Die Krankheit kann dann von Hund zu Hund übertragen werden, indem man
-zu den folgenden subkutanen Injektionen jedesmal eine Emulsion der
-Gehirnsubstanz der gestorbenen Thiere verwendet.
-
-+Memmo+ hält den von ihm gefundenen +Blastomyceten für den Erreger
-der Tollwuth+. Demgegenüber berichtet +Grigorjew+[298] in neuester
-Zeit über Thatsachen, welche ihn zu der Annahme einer Betheiligung von
-=Protozoen an der Aetiologie der Tollwuth= veranlassen. Aus diesem
-Grunde ist auch über obige Arbeiten von +Memmo+ hier Mittheilung
-gemacht worden.
-
-+Grigorjew+ führte in die +vordere Augenkammer+ eine Emulsion der
-Substanz der Medulla oblongata toller Thiere ein. Um eine Verwechselung
-der betreffenden Parasiten mit den weissen Blutkörperchen und den
-Produkten der Zersetzung des Nervengewebes möglichst zu vermeiden,
-wurden an einer Zahl anderer Thiere Kontrollimpfungen mit einer
-Emulsion der Gehirnsubstanz gesunder Thiere vorgenommen. Die
-Untersuchung erfolgte entweder im frischen Zustande oder unter
-geringer Hinzufügung von schwachen wässerigen Anilinlösungen auf einem
-+Ranvier+’schen Heiztische bei 37,5° C.
-
-Es wurden Untersuchungen der genannten Art bei 5 Hunden und 10
-Kaninchen ausgeführt. Häufiger bei Hunden als bei Kaninchen fanden
-sich protoplasmatische Körperchen von verschiedener Grösse und Form,
-welche durch ihr eigenartiges Aussehen unter allen anderen Bildungen
-auffielen. Die betr. Körperchen hatten unregelmässige, gezackte
-Konturen, bestanden aus einer blassen, gallertartigen Masse, die in
-den zum Centrum gelegenen Theilen netzartig oder schwammig und in
-den peripheren Theilen homogen erschienen. Ihre Grösse betrug 2–4
-µ. In einigen dieser Körperchen war ein dem Kern gleiches Gebilde
-eingeschlossen, das schwach das Licht brach und eine Grösse von 0,5–1
-µ hatte. Diese Körper führten sehr langsame amöboide Bewegungen aus,
-indem sie Pseudopodien aussandten, dabei einen beständigen Wechsel
-der Körperform aufweisend. Die amöboiden Körper färbten sich nur
-sehr schwach bei Anwendung konzentrirter wässeriger Anilinlösungen.
-+Kulturversuche+ mit diesen Protozoen auf entsprechenden Nährböden
-blieben erfolglos. +Grigorjew+ glaubt jedoch, dass es sich um Koccidien
-handeln dürfte.
-
-Einstweilen scheinen jedoch die Versuche von +Memmo+ zu verwerthbareren
-Ergebnissen geführt zu haben, als diejenigen von +Grigorjew+.
-
-
-
-
-Litteratur.
-
-
-Allgemeine Litteratur über Protozoen.
-
- +L. Pfeiffer+, Die Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. Jena 1891.
-
- +v. Wasielewski+, Sporozoenkunde. Jena 1896.
-
- +M. Braun+, Die thierischen Parasiten des Menschen. 2. Aufl. Würzburg
- 1895.
-
- +R. Leuckart+, Die Parasiten des Menschen und die von ihnen
- herrührenden Krankheiten. 2. Aufl. 1879 u. ff.
-
- +L. G. Neumann+, Traité des maladies parasitaires non microbiennes des
- animaux domestiques. 2^e éd. Paris 1892.
-
- +A. Railliet+, Traité de zoologie médicale et agricole. Paris 1895.
-
- +R. Moniez+, Les parasites de l’homme. Paris 1888.
-
- +A. Kruse+, Systematik der Protozoen. (+Flügge+, Die Mikroorganismen.
- Bd. II. Leipzig 1896.)
-
- +L. Pfeiffer+, Untersuchungen über den Krebs. Die Zellerkrankungen und
- die Geschwulstbildungen durch Sporozoen. Jena 1893.
-
- +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und Therapie
- des Menschen und der Hausthiere. Leipzig 1898. S. 257–268.
-
-
-
-
-Geschichtliches.
-
- 1836. +Wagner+, Fragmente zur Physiologie der Zeugung. 1836.
-
- 1837. +Donné+, Recherches microsp. sur la nature du mucus.
- Paris 1837.
-
- 1854. +Wedl+, Grundlage der path. Histologie. 1854.
-
- „ +Davaine+, Compt. rend. Soc. biolog. 1854.
-
- 1857. +Malmsten+, Virchow’s Archiv. 1857.
-
- 1859. +Hassel+, The Lancet. 1859.
-
- „ +Junker+, Deutsche Zeitschrift für praktische Medizin. 1859.
-
- „ +Lambl+, Prager Viertelj. für praktische Heilkunde. 1859.
-
- 1870. +Pasteur+, Études sur la maladie des vers à, soie. Paris
- 1870.
-
- 1884. +Balbiani+, Leçons sur les sporozoaires. Paris 1884.
-
-
-
-
-Technik der Untersuchung.
-
- 1891. +Pfeiffer+, Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. Jena
- 1891.
-
- 1893. +Ogata+, Ueber die Reinkulturen gewisser Protozoen.(Centralblatt
- für Bakt. 1893. Bd. XIV.)
-
- 1894. +Miller+, Ueber aseptische Protozoenkulturen. Centralbl. für
- Bakteriol. 1894. Nr. 7. Bd. XVI.
-
- „ +Fiocca+, Beiträge zur Amöbenforschung. (Centralbl. für Bakt.
- 1894.)
-
- 1895. +Hauser+, Protozoen als Krankheitserreger. Leipzig.
-
- 1896. +Celli und Fiocca+, Centralblatt für Bakteriologie. 1896.
-
- „ +Schardringer+, Reinkultur von Protozoen auf festem Nährboden.
- Centralbl. für Bakt. 1896. Bd. XIX.
-
- „ +Beijerink+, Kulturversuche mit Amöben auf festem Substrate.
- (Centralblatt für Bakteriologie 1896.)
-
- „ +Giorini+, Kultur der Amöben auf festem Substrate. (Centralbl.
- für Bakt. 1896.) Bd. XX.
-
- „ +Casagrandi+ und +Barbagallo+, Kultur von Amöben. (Cent. f. Bakt.
- 1896. S. 579.)
-
- „ +Frosch+, Frage der Reinzüchtung der Amöben. Ebenda S. 926.
-
- 1897. +Schardringer+, Centralblatt für Bakt. und Parasit. 1897. Bd.
- XXIV.
-
-
-
-
-I. Klasse Amöben.
-
-
-a) Allgemeine Litteratur über Amöben[299].
-
- 1763. +M. F. Ledermüller+, Mikroskopische Augen- und
- Gemüthsergötzungen. Nürnberg.
-
- 1835. +Dujardin+, Observations sur les Rhizopodes. Comptes rendus
- 1835. -- Histoire naturelle des zoophytes. Paris. 1841. --
- Articl. Rhizopodes in Diction. univers. d’histoire natur. Paris.
- Vol. XI. 1848.
-
- 1838. +Ehrenberg+, Die Infusionsthierchen als vollkommene Organismen.
- 1838. Leipzig. -- Ueber noch jetzt zahlreich lebende Thierarten
- der Kreidebildung und den Organismus der Polythalamien. Abhandl.
- der Akademie zu Berlin 1839. -- Uebersicht der seit 1847
- fortgesetzten Untersuchungen über d. von der Atmosphäre
- unsichtbar getragene Leben. Abh. d. Berl. Akad. aus dem Jahre
- 1871. Berlin. 1872.
-
- 1844. +d’Orbigny+, Articl. Foraminifères in Dict. univ. d’hist. natur.
- T. V. 1884. S. 662.
-
- 1852. +M. Perty+, Zur Kenntniss der kleinsten Lebensformen in der
- Schweiz. Bern. 1852.
-
- 1854. +Max Sigm. Schultze+, Ueber den Organismus der Polythalamien
- nebst Bemerkungen über die Rhizopoden im Allgemeinen. Leipzig.
-
- 1856. +Lieberkühn+, Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. 1856. Bd. VIII.
- -- Acad. belgique Mémoires des savants étrangers. Tome XXVI. Fol.
- XI.
-
- „ +L. Auerbach+, Ueber die Einzelligkeit der Amöben. Zeitschr. f.
- wissensch. Zool. Bd. VII. 1856. p. 391. -- Amoeba bilimbosa
- ibid. S. 274.
-
- 1858. +W. C. Williamson+, On the recent Foraminifera of Great-Britain.
- London. 1858.
-
- 1858–1861. +Claparède+ und +Lachmann+, Études sur les Infusoires et les
- Rhizopodes. 2 vol. Genève.
-
- 1859. +Parker+ and +Jones+, On the nomenclature of the Foraminifera.
- Ann. mag. nat. hist. 1859 u. ff. Part. I-XV.
-
- 1861. +Reuss+, Entwurf einer systematischen Zusammenstellung der
- Foraminifera. Wien 1861. Sitzungsber. d. k. k. Akad. d.
- Wissensch. zu Wien.
-
- 1862. +Carpenter+, Introduction to the Study of the Foraminifera. Roy.
- Society. London.
-
- 1864. +H. B. Brady+, On the rizopodal-fauna of the Shetlands. Transact.
- Linnean. soc. T. XXIV. 1864 -- of the Hebrids. Report. Brit.
- Assoc. Nottingham Meeting 1866. -- The foraminifera of tidal
- rivers. Ann. mag. nat. hist. 3. ser. T. VI. 1870. -- Notes on
- some Reticularian Rhizopoda of the „Challenger“ expedition. I. On
- new or little known arenaceous types. Qu. journ. of microsc. sc.
- No. 5. Bd. XIX. II Addit. to the knowledge of porcellanous and
- hyal. typ.
-
- 1867. +Waldenberg+, Arch. f. path. Anat. Bd. 40. S. 438.
-
- 1868. +G. Haeckel+, Das Protistenreich. Monographie der Moneren. Jena.
- Zeitschr. f. Med. u. Naturk. Bd. IV. 1868. -- Ueber den
- Sarkodekörper der Rhizopoden. Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd.
- XV. 1865. -- Zur Morphologie der Infusorien. 1873 etc.
-
- 1872. +Jahresberichte+ der Kommission der wissenschaftlichen
- Untersuchung der deutschen Meere in Kiel für das Jahr 1872–1873.
- II. u. III. Jahrg. 1875. +F. E. Schultze+, Rhizopoden der Nord-
- und Ostsee.
-
- 1874. +F. E. Schulze+, Rhizopodenstudien. Arch. f. mikrosk. Anat. I. u.
- II. Bd. X. 1874. III. u. IV. Bd. XI. 1875. Bd. XIII. 1877 etc.
-
- „ +R. Hertwig+ und +Lesser+, Ueber Rhizopoden und denselben
- nahestehende Organismen. Arch. f. mikr. Anat. 1874. Bd. X.
- Supplement. Süsswasserformen -- +R. Hertwig+, Bemerkungen zur
- Organisation und systematischen Stellung der Foraminifera. Jena.
- Zeitschr. f. Med. u. Naturwissensch. Bd. X. 1876.
-
- „ +J. Leidy+, Proceedings of the Acad. of natur. scienc. of
- Philadelphia 1874. u. 1877 etc.
-
- „ +Frommentel+, Études sur les microzoaires. Paris.
-
- 1876. +Maggi+, Atti dell’ Instituto Lombardo. 1876.
-
- „ +L. Cienkowsky+, Ueber einige Rhizopoden und verwandte
- Organismen. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. XII. 1876.
-
- „ +Archer+, Résumé of recent contributions to the knowledge of
- freshwater Rhizopoda. -- Qu. journ. microsc. XVI. u. XVII.
- 1876–1877.
-
- 1877. +B. Eyferth+, Die mikroskopischen Süsswasserbewohner.
- Braunschweig.
-
- 1878. +von Mereschkowsky+, Amoeba jelaginia. Arch. f. mikr. Anat. 1875.
- Bd. XI. S. 592. -- Studien über die Protozoen des nördlichen
- Russlands. Arch. f. mikr. Anat. XVI. p. 204. 1878.
-
- „ +Aim. Schneider+, Sur les rhizopodes terrestres. Rev. scientif.
- 1878.
-
- 1879. +Leuckart+, Die Parasiten des Menschen. Leipzig. 1879 u. ff.
-
- 1880. +A. Gruber+, Der Theilungsvorgang bei Euglypha alveolata, die
- Theilung der monothalamen Rhizopoden. Untersuchungen über einige
- Protozoen, über Kerntheilungsvorgänge bei einigen Protozoen.
- Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. XXXV-XXXVIII. -- Studien über
- Amöben. Zeitschr. f. wissensch. Zool. Bd. 41. 1885.
-
- 1882. +Lanessan+, Traité de zoologique. I. Protozoaires.
-
- „ +Zürn+, Die Schmarotzer auf und in dem Körper unserer Hausthiere.
- II. Aufl. Weimar. 1882–1887.
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- 1883. +G. Klebs+, Ueber die Organisation einiger Flagellatengruppen und
- ihre Beziehungen zu Algen und Infusorien. 1883.
-
- 1884. +A. Brass+, Die thierischen Parasiten des Menschen. Kassel.
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- „ +Balbiani+, Études sur la reproduction des Protozoaires. Journ.
- de la phys. Tom. III. Leçons sur les sporozoaires. Paris.
-
- 1887. +F. Blochmann+, Zur Kenntniss der Fortpflanzung von Euglypha
- alveolata. Morph. Jahrbuch. XIII. 1887.
-
- „ +W. Schewiakoff+, Ueber die karyokinet. Kerntheilung bei Euglypha
- alveolata Morph. Jahrb. 1887. Bd. XIII.
-
- 1888. +Neumann-Toulouse+, Traité des maladies parasitaires
- non-microbiennes chez les animaux domestiques. Paris. 2^e éd.
- 1892.
-
- 1889. +H. G. Bronns+ Klassen und Ordnungen des Thierreichs in Wort und
- Bild. I. Bd. Protozoen neu bearbeitet von +O. Bütschli+. I. Abth.
- Sarkodina und Sporozoa. Leipzig u. Heidelberg. C. F. Winters
- Verlagsbuchh. 1889.
-
- „ +R. Blanchard+, Traité de zoologique médicale. 2. Bd. 1889–1890.
- Tome I und Maladies parasitaires, parasites animaux, parasites
- végétanx à l’exclusion des Bactéries. Traité de Pathol. génér. T.
- II. p. 649–932. Paris. 1895.
-
- 1890. +Baumgarten+, Die pathologische Mycologie. Bd. II. 1890; --
- ferner Jahresberichte über die Fortschritte in der Lehre von den
- pathogenen Mikroorganismen. 1885 u. ff.
-
- 1891. +L. Pfeiffer+, Die Protozoen als Krankheitserreger. II. Aufl.
- 1891. Jena.
-
- „ +C. Claus+, Lehrbuch der Zoologie. 5. Aufl. Marburg 1891.
-
- 1892. +Verworn+, Die Bewegung der lebendigen Substanz. Eine
- vergleichende physiologische Unters. bei
- Kontraktionserscheinungen. Jena.
-
- „ +R. Hertwig+, Lehrbuch der Zoologie. 1892. Jena.
-
- „ +R. Pfeiffer+, Beiträge zur Protozoenforschung. Die
- Koccidienkrankheit der Kaninchen. Berlin.
-
- 1893. +O. Hertwig+, Die Zelle und die Gewebe. Jena.
-
- 1894. +A. Labbé+, Recherches zoologiques et biologiques sur les
- parasites endoglobulaires du sang des Vertébrés. Arch. de zool.
- expérim. III. Série. T. II. p. 55–258.
-
- „ +F. Klemperer+ und +E. Lewy+, Grundriss der klinischen
- Bakteriologie. Berlin 1894.
-
- 1895. +M. Braun+, Die thierischen Parasiten des Menschen. 1895. II.
- Aufl. Würzburg.
-
- „ +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergleichenden Pathologie und
- Therapie des Menschen und der Hausthiere. 1895 u. ff. Leipzig.
-
- 1896. +Dantec+ et +Bérard+, Les sporozoaires et particulièrement les
- coccidies pathogènes. Paris.
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- „ +von Wasielewski+, Sporozoenkunde. Jena.
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- „ +O. Lubarsch+ und +R. Ostertag+, Ergebnisse der allgemeinen
- Aetiologie der Menschen- und Thierkrankheiten. 1896. Wiesbaden.
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- 1897. +Behla+, Die Amöben. Berlin. 1897.
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-b) Spezielle Litteratur über parasitäre Amöben.
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- 1849. +G. Gros+, Fragments d’helminthologie et de physiol. microscop.
- Bullet. de la soc. Imp. de Natural de Moscou. 1849. I. 2. p. 555.
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- Josef-Kinderhospital in Prag. 1860. S. 362.
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- 1862. +Sternberg+, Zeitschrift für neuere Medizin. 1862. No. 20–24.
- Herausgegeben von Walter in Kiew (russ.).
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- 1870. +Lewis+, Sixt. ann. rep. san. Commiss. with the Govern. of
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- 1870–71. +Balsamo-Crivelli+ und +Maggi+, Ueber Kultur von Autoamoeba
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- 1870. +Cunningham+, Seventh. ann. rep. of the. san. Comm. Govern. of
- India, Calcutta 1870. -- On the development of certain
- microscopic Organism occuring in the intestinal canal. Quart.
- journ. microsc. sc. XXI. 1881. p. 234.
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- 1875. +F. Loesch+, Massenhafte Entwickelung von Amöben im Dickdarm.
- Virchow’s Archiv. Bd. XLV. 1875. S. 196.
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- 1879. +B. Grassi+, Dei protozoi parassiti e specialmente di quelli che
- sono nell’ uomo (Sunto preventivo). Gazetta medica italian.
- 1879. p. 45. -- Intorno ad alcuni protisti endoparassiti et
- appartenenti alle classi dei flagellati, lobosi, sporozoi e
- ciliati. Atti della società, Italiana di scienze naturali. Vol.
- XXIV. Milano 1882. -- Significato patologico dei protozoi
- parassiti dell’ uomo. Atti della Real. Accad. dei Lincei
- Rendiconti. IV. 1888. p. 83 etc.
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- „ +Normand+, Note sur deux cas de colite parasitaire. Arch. méd.
- Nav. XXXII. 1879. p. 211.
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- 1882. +Perroncito+, Parassiti dell’ uomo e degli animali utili. Milano.
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- 1883. +E. Baelz+, Ueber einige neue Parasiten des Menschen. Berl. klin.
- Wochenschrift. 1883. S. 237.
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- 1884. +Petrone+, Nota sull’ infezione dissenterica. Lo sperimentale.
- 1884. Maggio p. 509.
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- 1885. +Kartulis+, Ueber Riesenamöben bei chronischer Darmentzündung der
- Aegypter. Virchow’s Arch. XCIX. 1885. S. 145. -- Zur Aetiologie
- der Dysenterie in Aegypten. Virchow’s Arch. CV. 1886. S. 521. --
- Zur Aetiologie der Leberabscesse. Centralbl. für B. und P. II.
- 1887. No. 25. S. 745. -- Ueber tropische Leberabscesse und ihr
- Verhältniss zur Dysenterie. Virchow’s Arch. CXVIII. 1889. S. 97.
- -- Einiges über die Pathogenese der Dysenterieamöben. Centralbl.
- für B. und P. IX. 1891. No. 11. S. 365. -- Ueber weitere
- Verbreitungsgebiete der Dysenterieamöben. Centralbl. für B. und
- P. VII. 1890. S. 54. -- Ueber pathogene Protozoen beim Menschen.
- Zeitschr. für Hygiene und Infektionskrankh. XIII. 1893. S. 2. --
- Amöben im Eiter eines Submaxillarabscesses und im nekrotischen
- Gewebe. Ibid. S. 9. -- Dysenterie. V. Bd. III. Abth. in der
- speziellen Pathol. u. Therap., herausg. von +Nothnagel+. Wien
- 1896.
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- 1887. +R. Koch+ und +G. Gaffky+, Arbeiten aus dem Kaiserl.
- Gesundheitsamt. III. Berlin 1887. Bericht über die Thätigkeit der
- zur Erforschung der Cholera im Jahre 1883 nach Egypten und Indien
- entsendeten Kommission.
-
- „ +O. Hlava+, Ueber die Dysenterie. Zeitschr. für böhmische Aerzte
- in Prag. 1887. Ref. im Centralbl. f. B. und P. 1887. No. 18. S.
- 537.
-
- „ +Ribbert+, Ueber einen bei Kaninchen gefundenen pathogenen
- Spaltpilz. Deutsche med. Wochenschr. 1887. No. 8.
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- „ +H. M. Biggs+, History of an epidemie of dysentery at the
- Alonchouse, Blackwells Island, New-York. New-York. med. Journal.
- 1887. p. 13.
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- 1888. +Chantemesse+ et +Widal+, Sur le microbe de la dysentérie
- épidémique. Bullet. de l’Acad. de médecine. T. XXX. 1888. p. 522.
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- 1889. +Jürgens+, Verhandlungen des Vereins für innere Medizin. 1889.
- Deutsch. med. Wochenschr. 1892. No. 20. S. 454.
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- „ +Massiutin+, Ueber die Amöben als Parasiten des Dickdarms.
- Wratsch. 1889. Nr. 25. Ref. im Centralbl. für B. und P. 1889. Bd.
- VII. S. 451.
-
- 1890. +W. Osler+, Ueber die Dysenterie und im dysenterischen
- Leberabscess vorhandene Amöben. Centralbl. für B. und P. 1890.
- Bd. IX. No. 23. S. 736. -- Johns Hopkins Hospit. Bullet. Vol. I.
- 1890. No. 5. S. 53.
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- „ +Calandruccio+, Animali parassiti dell’ uomo in Sicilia. Atti
- dell’ Accademia Gioenia. Serie IV. Vol. II. 1890. S. 95.
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- „ +J. Fenoglio+, Entéro-colite par Amoebe coli. Arch. italiennes
- de médecine. T. XIV. 1890. p. 62–70.
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- „ +Musser+, University medical Magazine. Vol. III.
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- „ +Simon+, Johns Hopkins Hospital Bulletin. 1890.
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- „ +A. Stengel+, Acute Dysentery and the Amoeba coli. Philadelphia
- medical News 1890 Nov. p. 500. -- The amoeba coli. University
- medical Magazine. 1892 January.
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- Deutsche med. Wochenschr. 1891. S. 881.
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- für B. und P. 1892. p. 524.
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- „ +Riva+, Amöbenkulturen, Lavori dei Congressi di medicina
- internat. IV. Congresso tenuta a Roma nel 1891.
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- „ +E. Cahen+, Ueber Protozoen im kindlichen Stuhle. Deutsche med.
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- „ +A. Lutz+, Zur Kenntniss der Amöben bei Enteritis und Hepatitis.
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- News. Vol. LIX. 1891. No. 8. p. 201.
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- Hospital. Bulletin No. XXV. Sept. 1892. Ref. im Centralblatt für
- B. und P. XIV. 1893. p. 288.
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- „ +Ogata+, Zur Aetiologie der Dysenterie. Centralbl. für B. und P.
- Bd. XI. 1892. No. 9–10. S. 264. -- Ueber die Reinkultur gewisser
- Protozoen (Infus.). Centralbl. für B. und P. Bd. XIV. 1893. No.
- 6. S. 165.
-
- „ +J. Kovács+, Beobachtungen und Versuche über die sogenannte
- Amöbendysenterie. Zeitschr. f. Heilkunde. Bd. XIII. 1892. p. 509.
- Referat in Baumgarten’s Jahrbücher. Bd. VIII. 1892. p. 425 u.
- Centralbl. f. allgem. Pathol. 1893. No. 3. p. 119.
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- „ +Wesener+, Unsere gegenwärtigen Kenntnisse über Dysenterie in
- anatomischer und ätiologischer Hinsicht. Centralbl. f. allgem.
- Patholog. Bd. III. 1892. No. 12. p. 484 u. No. 13. p. 529.
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- „ +A. Maggiora+, Einige mikroskopische und bakteriologische
- Beobachtungen während einer epidemisch-dysenterischen
- Darmentzündung. Centralbl. f. Bakteriol. u. Parasitenk. Bd. XI.
- 1892. No. 6–7. p. 123.
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- „ +E. Ziegler+, Handbuch d. speciell. path. Anatomie. 7. Aufl.
- Jena. 1892 p. 544.
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- „ +Harold+, Case of Dysentery with Amoeba coli in the stools.
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- „ +W. Janowski+, Kritische Uebersicht der Methoden der Behandlung
- der Dysenterie. Kronika Lekarska. 1892. No. 12. p. 783. -- Ueber
- Flagellaten im menschlichen Stuhl und ihre Bedeutung in der
- Pathologie des Darmkanals. -- Zur Aetiologie der Dysenterie.
- Centralbl. f. B. u. P. 1897. XXI. Bd. No. 3. p. 88. No. 4. p.
- 151. No. 5. p. 194. No. 6, 7. p. 234.
-
- 1893. +Zancarol+, Pathog. des abscès du foie. Revue de chirurg. 1893.
- Bd. VIII. -- Dysent. tropicale et abscès du foie. Le progrès méd.
- 1895. No. 24. p. 393.
-
- „ +A. Schuberg+, Die menschliche Amöbe des Dickdarms. Centralbl. f.
- B. u. P. Bd. XIII. 1893. No. 18–22.
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- „ +C. Posner+, Ueber Amöben im Harn. Berliner klin. Wochenschr.
- Jahrgang XXX. 1893. No. 28. p. 674.
-
- „ +H. Quincke+ und +G. Roos+, Ueber Amöbenenteritis. Berl. klin.
- Wochenschrift. 1893. No. 45. p. 1089.
-
- „ +Kruse+ und +Pasquale+, Eine Expedition nach Aegypten zum Studium
- der Dysenterie und des Leberabscesses. Deutsche med.
- Wochenschrift. 1893. No. 15. p. 354. No. 16. p. 378. --
- Untersuchungen über Dysenterie und Leberabscess. Zeitschr. f.
- Hygiene. 1894. p. 1–148.
-
- „ +Laveran+, Étiologie de la dysentérie. Sem. méd. 1893. p. 508.
-
- „ +L. Bertrand+ et +Baucher+, Nouvelle étude
- bactériologique des selles dans la dysentérie nostras epidémique.
- Gaz. hebd. 1893. No. 40. p. 474.
-
- „ +A. Ebstein+, Beobachtungen über Cercomonas hominis und Amoeba
- coli. Prager med. Wochenschr. 1893. p. 38–40.
-
- „ +F. Schardinger+, Reinkultur der Amöben auf festem Nährboden.
- Centralblatt f. B. u. P. Bd. XIII. 1883. No. 18–22. --
- Protozoenkulturen, Nachtrag. Centralbl. f. B. u. P. Bd. XXII. No.
- 1, 3.
-
- 1894. +E. Roos+, Zur Kenntniss der Amöbenenteritis. Archiv f. experim.
- Pathol. u. Pharmak. Bd. 33. 1894. p. 389.
-
- „ +Rossi Doria+, Amöbenbefund bei Endometritis chronica
- glandularis. Arch. f. Gynäk. Bd. 47. Heft I.
-
- „ +N. Lobas+, Aus der Casuistik der amöb. Erkrankung. Wratsch.
- 1894. No. 30. p. 845.
-
- „ +Piccardi+, Amöbenkulturen. R. Accad. di med. di Torino. Sed.
- del. 14. Dic. 1894 und Alcuni protozoi delle feci dell’ uomo.
- Giornale della reale Accademia di medicina di Torino. Vol. I.
- 1895. Fasc. 3–4.
-
- „ +M. Vivaldi+, Le amebe della dissenterica. La riforma medica.
- Anno X. 1894 No. 238.
-
- „ +F. Berndt+, Protozoen in einem Leberabscess. Deutsche Zeitschr.
- f. Chir. Bd. 40. 1894. Heft 1 u. 2. p. 163.
-
- „ +E. Silvestri+, Contributo allo studio dell’ etiologia della
- dysenteria. La riforma medica. 1894. No. 22.
-
- „ +O. Arnaud+, Recherches sur l’étiologie de la dysentérie aiguë
- des pays chauds. Annal. d’Inst. Pasteur. 1894. No. 7. p. 495.
-
- „ +Madan+, La disentéria en Playa de Indios. Crónica med.
- quirurgica de la Habana. 1894. p. 395–405.
-
- „ +C. O. Miller+, Ueber aseptische Protozoenkulturen und die dazu
- verwendeten Methoden. Centralbl. f. B. u. P. Bd. XVI. 1894. No.
- 7.
-
- „ +A. Celli+ und +R. Fiocca+, Beiträge zur Amöbenforschung.
- Centralbl. f. B. u. P. Bd. XV. 1894. No. 13–14. p. 470. --
- Contributo allo cognoscenza della vita delle amebe. La riforma
- medica. 1894. No. 187, p. 435 und Centralbl. f. B. u. P. Bd. XVI.
- 1894. No. 8–9. p. 329. -- Ueber die Aetiologie der Dysenterie.
- Centralbl. f. B. u. P. Bd. XVII. 1895. No. 9 u. 10. p. 309. --
- Intorno alla biologia delle amebe. Bulletino della R. Academia
- medica di Roma. Anno XXI. 1894–1895. Fascicolo V. Roma. Abgekürzt
- Deutsch. Centralbl. f. B. u. P. Bd. XIX. 1896. No. 14 u. 15. p.
- 537. -- Atti dell’ Accademia. Gioenia di Catania. Seduta del 24.
- Nov. 1895. p. 537.
-
- „ +Mosler+ und +Peiper+, Spezielle Patholog. u. Therapie,
- herausgegeben von Nothnagel. Bd. VI. Wien.
-
- 1895. +Lindner+, Mikroskopische Betriebskontrolle im Gährungsgewerbe.
- 1895. p. 35.
-
- „ +J. Gasser+, Notes sur les causes de la dysentérie. Arch. de méd.
- expérim. No. 2. Mars 1895. p. 198.
-
- „ +Casagrandi e Barbagallo-Rapisardi+, Sull’ amoeba coli Loesch,
- ricerche biologiche e cliniche. Accad. Gioenia di Science
- natural. di Catania. Seduta del 27. I. Catania 1895. 8. p. 15 und
- seduta del 24. XI. 1895. p. 13. -- Ueber die Kultur von Amöben.
- Centralbl. f. B. u. P. Bd. XXI. 1897. No. 24 u. 25. p. 926.
-
- „ +Bosco+ und +Perroncito+, Amöbenkulturen. R. Accad. di med. di
- Torino. Sed. del 29. Nov. 1895 u. 10. Genn. 1896.
-
- „ +V. Babes+ et +V. Figura+, Étude sur l’entéro-hépatite suppurée
- endémique. Annales de l’Instit. de pathol. et de Bactériol. de
- Bucarest. 1895. p. 211–255.
-
- „ +John Carnow+, Hepatic abscess followed by amoebic dysentery,
- operation, recovery. Lancet. 1895. Vol. I. No. 3740. May. p.
- 1109.
-
- „ +R. Monti+, Kultur von Amöben. Bolletino scientifico. No. 1.
- Pavia Marzo. 1895 u. Arch. Ital. de Biologie. 1895. p. 174.
-
- „ +Wilson+, Cases of amoebic dysentery. Centralblatt für Bakt. Bd.
- XIX. S. 353.
-
- 1896. +Rendu+, Deux cas d’abscès tropicaux du foie. Sem. méd. 1896. No.
- 36. p. 285.
-
- „ +F. Fajardo+, Ueber amöbische Hepatitis und Enteritis in den
- Tropen (Brasilien). Centralbl. f. B. u. P. Bd. XIX. 1896. No. 20.
- p. 753.
-
- „ +A. Celli+, Eziologia della dissenteria. Ne’ suoi Rapporti col B.
- Coli e colle sue Tossine. Annali d’Igiene sperimentale. Vol. VI.
- Fascicolo II. 1896.
-
- „ +J. Boas+, Ueber Amöbenenteritis. Deutsche med. Wochenschrift.
- No. 14. p. 214–218.
-
- „ +Borchardt+, De l’entérite amébienne. Sem. méd. 1896. No. 11. p.
- 87.
-
- „ +F. Manner+, Ein Fall von Amöbendysenterie und Leberabscess.
- Wiener klin. Wochenschr. 1896. No. 8 u. 9.
-
- „ +Peyrot+ et +Roger+, Abscès dysentérique du foie avec amèbes. La
- médic. moderne. 1896. p. 232. Ref. im Centralbl. f. Bakt. u. P.
- Bd. XX. 1896. No. 22 u. 23. p. 815.
-
- „ +E. Cramer+, Neuere Arbeiten über Tropenruhr oder
- Amöbendysenterie. Centralbl. f. allgemeine Pathol. Bd. VII. 1896.
- No. 4. p. 138.
-
- „ +M. W. Beyerinck+, Kulturversuche mit Amöben auf festem
- Substrate. Centralbl. f. B. u. P. Bd. XIX. 1896. No. 18. p. 257.
- -- Amöbenkultur auf festem Substrate. Centralbl. f. B. u. P.
- 1897. Bd. 21. No. 3 p. 101.
-
- „ +Gorini+, Die Kultur der Amöben auf festem Substrate. Centralbl.
- f. Bakt. Bd. XIX. 1896. No. 20. p. 785.
-
- „ +Leyden+ und +Schaudinn+, Leydenia gemmipara Schaudinn ein neuer
- in der Ascitesflüssigkeit des lebenden Menschen gefundener
- amöbenartiger Rhizopode. Sitzungsberichte der Königl. Preuss.
- Akad. d. Wissenschaften zu Berlin. Bd. 39. 1896. p. 13.
-
- 1897. +P. Frosch+, Zur Frage der Reinzüchtung von Amöben. Centralbl. f.
- B. u. P. Bd. XXI. 1897. No. 24 u. 25. p. 926.
-
- „ +W. Janowski+, Zur Aetiologie der Dysenterie. Centralblatt für
- Bakt. 1897. I. Abth. Heft 4–7.
-
-
-
-
-II. Klasse: Sporozoen.
-
-
-1. Gregarinen.
-
- 1792. +Cavolini+, F., Memoria sulla generazione dei pesci e dei granchi
- Napoli. Deutsch. Berlin 1792.
-
- 1828. +Dufour+, L., Note sur la grégarine. (Ann. d. sc. nat. 1828. S.
- 366.)
-
- 1839. +v. Siebold+, Beitr. zur Naturgesch. der wirbellosen Thiere.
- Danzig 1839.
-
- 1848. +A. Kölliker+, Beitr. z. Kenntniss niederer Thiere. (Zeitschr. f.
- wiss. Zoologie Bd. 1, 1848.)
-
- „ +v. Stein+, Ueber die Natur der Gregarinen. (Arch. f. An. u.
- Phys. 1848. S. 182.)
-
- 1854. +A. Schmidt+, Beitrag zur Kenntniss der Gregarinen und ihrer
- Entwickelung. (Abhandl. der Senckenb. naturf. Ges. in Frankfurt
- a. M.)
-
- 1855. +N. Lieberkühn+, Evolution des grégarines. (Acad. belg. 1855.)
-
- 1871. +E. van Beneden+, Rech. sur l’evolution des Grégarines. (Bull.
- Acad. roy. belg. 1871. S. 325.)
-
- 1872. +A. Giard+, Contribution à l’hist. nat. des Synascidies. (Arch.
- d. Zool. exp. et gén. II. 1872. S. 481.)
-
- 1873. +Schneider+, Tablettes zoologiques. 1873. 1875. 1882.
-
- 1881. +O. Bütschli+, Kleine Beiträge zur Kenntniss der Gregarinen.
- (Zeitschr. f. wiss. Zoologie Bd. 35, 1881. S. 384.)
-
- 1886. +E. Maupas+, Sur les granules amylacés du cystome des
- Grégarines. (Compt. rend. Ac. sc. Paris. S. 120.)
-
- 1891. +M. Wolters+, Die Konjugation und Sporenbildung bei Gregarinen.
- (Archiv f. mikr. Anat. 1891. S. 99.)
-
- 1892. +L. Léger+, Rech. sur les grégarines. (Tabl. zool. III. 1892.)
-
- „ +J. Frenzel+, Ueber einige in Seethieren lebende Gregarinen.
- (Jen. Zeitschr. für Naturwiss. 1892. S. 233.)
-
-
-2. Myxosporidien.
-
- 1838. +Gluge+, Tumeures encystées observées sur la peau des épinoches.
- (Bull. de l’Acad. roy. de Belg. 1838.)
-
- 1841. +J. Müller+, Ueber eine eigenthümliche krankhafte parasitische
- Bildung mit spezifisch organisirten Samenkörperchen. (Arch. f.
- Anat. und Physiol. 1841. S. 477.)
-
- 1842. +J. Müller+ u. +A. Retzius+, Ueber parasitische Bildungen. 1842.
- S. 193.
-
- „ +Creplin+, Beschreibung der Psorospermien des Kaulbarsches
- nebst einigen Bemerkungen über die der Plötze. (Archiv f.
- Naturgesch. 1842.)
-
- 1845. +F. Dujardin+, Histoire naturelle des helminthes. Paris 1845.
-
- 1851. +F. Leydig+, Ueber Psorospermien und Gregarinen. (Arch. f. Anat.
- u. Phys. 1851.)
-
- 1853. Ch. +Robin+, Hist. nat. des végétaux. Paris 1853.
-
- 1854. +N. Lieberkühn+, Ueber die Psorospermien. (Arch. für Anat. u.
- Phys. 1854.)
-
- 1863. +G. Balbiani+, Sur l’organis. et la nature des psorospermies. (C.
- R. Ac. sc. Paris 1863. S. 157.)
-
- 1879. +B. Gabriel+, Ueber die in der Harnblase des Hechtes sich
- findenden parasitischen Gebilde. (Sitzungsber. d. schles. Ges. f.
- vaterl. Kultur 1879).
-
- 1881. +O. Bütschli+, Zur Kenntniss der Fischsporospermien. (Z. f.
- wiss. Zoologie. 1881. Bd. 35.)
-
- 1882. +O. Bütschli+, Protozoen in Bronns Klassen und Ordnungen der
- Thiere. I. Abth. Leipzig 1882. S. 590–603.
-
- 1884. +Balbiani+, Leçons sur les sporozoaires. Paris 1884.
-
- 1889. +P. Thélohann+, Sur la Constitution des spores des myxosporidies.
- (C. R. Ac. sc. Paris 109. 1889.)
-
- „ +H. Ludwig+, Ueber die Myxosporidienkrankheit der Barben in der
- Mosel. (Jahresbericht des Rhein. Fisch.-Vereins 1888.)
-
- „ +A. Lutz+, Ueber ein Myxosporidium aus der Gallenblase
- brasilianischer Batrachier. (Cent. f. Bakt. und Paras. 1889. Bd.
- V. S. 74.)
-
- „ +Perugia+, Sulle myxosporidie dei pesei marini. (Bull. scientif.
- Ann. XII. 1889.)
-
- 1890. +A. Railliet+, La maladie des barbeaux de la Marne. (Bull. soc.
- centr. d’aquic. de France pour 1890.)
-
- „ +P. Thélohann+, Contributions à l’étude des myxosporidies. (Ann.
- de microgr. Paris. Bd. II. 1890. S. 192.)
-
- 1891. +A. Korotneff+, Myxosporidium bryozoides. (Zeitschr. f. w. Zool.
- 1891. Bd. 53. S. 591.)
-
- „ +P. Thélohann+, Sur deux sporozoaires nouveaux, parasites des
- muscles des poissons. (Compt. rend. Ac. sc. Paris. Bd. 112. 1891.
- S. 168.)
-
- „ +R. Gurley+, On the classification of the myxosporidia. (Bull.
- U. S. Fish Comm. 1891.)
-
- 1892. +Thélohann+, Note sur la Glugea microspora. (Compt. rend. soc.
- biol. Paris 1891. S. 27.)
-
- „ Derselbe, Myxosporidies de la vésicule biliaire des poissons.
- (Compt. rend. Ac. sc. 1892. Bd. 115. S. 961.)
-
- „ Derselbe, Observations sur les myxosporidies et essai de
- classification des ces organismes. (Bull. soc. philom. Paris
- 1892. Bd. IV. S. 165.)
-
- „ +Henneguy+ et +Thélohann+, Myxosporidies parasites des muscles
- chez quelques crustacées décapodes. (Ann. de microgr. Paris 1892.
- Bd. IV. S. 617.)
-
- „ +P. Mingazzini+, Nuove Specie di Sporozoi. (Atti Accad. Lincei
- Rom. 1892.)
-
- „ +W. Weltner+, Ueber Myxosporidien in den Eiern von Esox luicus.
- (Sitzungsber. d. Ges. naturf. Freunde. Berlin 1892.)
-
-
-3. Koccidien.
-
- 1839. +Hake, A.+, treatise on varicose capillaries, as constitut. of
- carcin. of the hepatic ducts, with an account of a new form of
- the pus globule, +London+.
-
- 1842. +Müller+ und +Retzius+, Ueber parasitische Bildungen. (Archiv f.
- Anat. u. Phys. S. 193.)
-
- 1843. +Nasse, H.+, Ueber die eiförmigen Zellen der tuberkelähnlichen
- Ablagerungen in den Gallengängen der Kaninchen. (Archiv f. Anat.
- u. Phys. S. 209.)
-
- 1845. +Vogel+, Oesterleins Jahr. für praktische Heilkunde I.
-
- „ +Remak, R.+, Diagnostische und pathogenetische Untersuchungen.
- Berlin.
-
- 1846. +Handfield+ (+J.+), Examen microscopique d’un foie de Lapin
- altéré. (Archives d’anatomie et de physiologie. p. 18.)
-
- „ +Rayer+, Oeufs de Distomes en quantité innombrable dans les
- voies biliaires du Lapin domestique, sans Distomes dans les mêmes
- parties. (Archives d’Anatomie et de Physiologie. S. 20.)
-
- „ +Dujardin+, Histoire naturelle des Helminthes, Paris.
-
- 1847. +Kauffmann+, Analecta ad tuberculorum et entozoorum cognitionem.
- Diss. inaug. Berlin.
-
- 1852. +Küchenmeister+, Beiträge zur Helminthologie. (Archiv f. Path.
- Anat. Bd. IV. S. 83.)
-
- „ +Koelliker+, Mikroskopische Anatomie. Leipzig. S. 173.
-
- 1853. +Robin+ (Ch.), Histoire naturelle des végétaux parasites. Paris.
-
- 1854. +Finck (+H.+), Sur la physiologie de l’épithélium intestinal.
- Thèse de Strasbourg.
-
- „ +Lieberkühn, N.+, Ueber die Psorospermien. (Arch. f. Anat. und
- Physiol. Bd. I-II. S. 1–24.)
-
- 1855. +Kloss, H.+, Ueber Parasiten in der Niere von Helix. (Abh. der
- Senckenberg. naturf. Gesellsch. Bd. I. S. 189–213.)
-
- 1858. +Gubler+, Tumeur du foie déterminée par des oeufs d’Helminthes,
- observée chez l’homme. (Gazette médicale. Paris 1858. S.
- 657–661.)
-
- 1859. +Klebs, E.+, Psorospermien im Innern von thierischen Zellen.
- (Virchow’s Archiv f. path. Anatomie. Bd. XVI. S. 188–192.)
-
- 1860. +Virchow, R.+, Helminthologische Notizen. (Arch. f. path.
- Anatomie Bd. XVIII. S. 342–527.)
-
- „ +Waldenburg, L.+, De structura et origine Cystidum verminosarum.
- Diss. inaug. Berlin. (Arch. f. path. Anat. Bd. XXIV. S. 149.)
-
- 1861. +Neumann, E.+, Kleinere Mittheilungen III. Psorospermien im
- Darmepithel. (Arch. für mikrosk. Anatomie. Bd. II. S. 512.)
-
- „ +Davaine, C.+, Traité des Entozoaires. Paris. 2. Aufl. 1877.
-
- 1862. +Eberth+, Ueber die Psorospermienschläuche der Cephalopoden.
- (Zeitschr. für wiss. Zoologie Bd. XI. S. 397.)
-
- „ +Waldenburg+, Ueber Struktur und Ursprung der wurmhaltigen
- Cysten. (Arch. für path. Anat. Bd. XXIV. S. 149.)
-
- 1865. +Stieda+, Ueber die Psorospermien in der Kaninchenleber und
- ihre Entwicklung. (Archiv für pathol. Anatomie. Bd. XXXII. S.
- 132.)
-
- 1866. +Reincke+, Nonnulla quaedam de Psorospermis Cuniculi. Diss.
- inaug. Kiel.
-
- 1867. +Waldenburg+, Zur Entwickelungsgeschichte der Psorospermien.
- (Archiv f. pathol. Anat. Bd. XL. S. 435.)
-
- 1868. +Lang, G.+, Ueber die Entstehungsweise der sog. Wurmknoten in der
- Leber. (Archiv f. path. Anat. Bd. 44. S. 202.)
-
- „ +Roloff, F.+, Ueber die sogenannten Psorospermienknoten in der
- Leber des Kaninchens. (Archiv f. path. Anat. Bd. 43. S. 512.)
-
- 1869. +Rivolta, S.+, Psorospermi e Psorospermosi negli animali
- domestici. (Il med. veterin. giorn. theoret. della R. Sc. d. med.
- veterin. di Torino. Bd. IV.)
-
- „ +Rivolta, S.+, Infusorii cogliati, primo stadio di sviluppo dei
- Psorospermi nel fegato de coniglio. (Ebenda.)
-
- 1870. +Eimer+, Th., Ueber die ei- und kugelförmigen Psorospermien der
- Wirbelthiere. Würzburg.
-
- 1872. +Zürn+, Die Schmarotzer auf und in dem Körper unserer
- Haussäugethiere. Weimar.
-
- 1873. +Arloing+ und +Tripier+, Lésions organiques de nature parasitaire
- chez le Poulet. (Association française pour l’avancement des
- sciences S. 810.)
-
- „ +Rivolta+, Dei parasiti vegetali S. 381. Pisa. -- Sopre alcune
- specie di Tenie delle pecore e sopre speciali cellule oviforme
- dei villi del cane e dell gatto, +Pisa+.
-
- „ +Silvestrini, A.+ und +Rivolta, S.+, Psorospermosi epizootia nei
- gallinacei. (Giorn. di anat. fisiol. e patol. degli animali,
- +Pisa+.)
-
- 1874. +Zürn+, Die durch Parasiten bedingten Krankheiten der Kaninchen.
- (Blätter für Kaninchenzucht.)
-
- „ Derselbe, Die Ohrenkrankheiten der Kaninchen. (Deutsche
- Zeitschrift für Thiermed. und vergl. Patholog. S. 281.)
-
- 1875. +Schneider, A.+, Note sur la psorospermie oviforme du Poulpe.
- (Archives de Zoologie expérimentale et générale. Bd. IV.)
-
- „ Derselbe, Note sur les rapports des psorospermies oviformes aux
- véritables Grégarines. (Ebenda Bd. IV.)
-
- 1876. +Perroncito, E.+, Nuovo casto di psorospermosi intestinale in una
- Gallina. (Annali della R. Accad. di Agricolt. di Torino. Bd.
- XIX.)
-
- „ +Piana, G.+, Ricerche sopra una epizootica dei Gallinacei nella
- provincia di Bologna. (Gazetta med. veter.)
-
- „ +Solger+ und +Gabriel+, Berichte der schles. Gesellschaft f.
- Vaterl. Kultur.
-
- 1877. +Rivolta, S.+, Sopra il vajuolo dei colombi e dei Polli. (Stud.
- fatt. n. gabin di anat. path. di Pisa. S. 29.)
-
- „ Derselbe, Delle cellule oviformi dei villi del Cane. (Ebenda S.
- 42.)
-
- „ Derselbe, Ancora delle cellule oviformi e specialmente di quelle
- con nucleo in segment. dei villi del Cane. S. 85.
-
- „ Derselbe, Psorospermosi enterica e corpuscoli cellulari nel
- fegato di piccoli uccelli. (Giorn. di Anat. fisiola e patol.
- degli animali.)
-
- „ Derselbe, Delle Gregarinosi dei Polli. Ebenda.
-
- 1878. +Zürn+, Die kugel- und eiförmigen Psorospermien als Ursache von
- Krankheiten bei Hausthieren.
-
- 1879. +Leuckart, R.+, Die menschlichen Parasiten. 2. Auflage. Bd. 1.
- 1879 u. ff.
-
- 1880. +Johne+, Sächs. Veterinärbericht. S. 39.
-
- „ +Heller, A.+, Die Schmarotzer. München. S. 161.
-
- 1881. +Bütschli, O.+, Zur Kenntniss der Fischpsorospermien. Zeitschrift
- für wiss. Zoologie. Bd. 35. S. 629.
-
- „ +Schneider, A.+, Sur les psorospermies oviformes des Coccidies.
- (Archives de zoologie expérimentale et générale. Bd. IX. S. 387.)
-
- 1882. +Grassi+, Protisks endoparasites appartement aux classes des
- Flagellata, Lobosa Sporozoa et Ciliata. (Archives italiennes de
- biologie. S. 402.)
-
- „ +Bütschli+, Protozoa in +Bronn+’s Klassen und Ordnungen des
- Thierreichs.
-
- „ +Zürn+, Krankheiten des Hausgeflügels. S. 138.
-
- 1883. +Schneider+, Nouvelles Observations sur la sporulation de Klossia
- octopiana. (Archives de Zoologie expérimentale et générale. Bd.
- I. 2. Serie S. 78.)
-
- 1884. +Balbiani+, Leçons sur les Sporozoaires, publiées par Pelletan.
- (Journal de micrographie.)
-
- „ +Flesch+, Max, Sur un parasite de la parvi intestinale du
- Cheval. (Berner Mittheilungen und Recueil zoologique suisse Bd.
- I.)
-
- „ +Künstler, J.+ et +Pitres+, Sur une psorospermie trouvé dans une
- tumeur pleurétique. (Journal de micrographie et Comptes rendus de
- la Société de biologie. S. 523.)
-
- 1885. +Ray Lankester+, Encyclop. britann. 9. Auflage. (Sporozoen.)
-
- 1886. +Künstler+, Diplocystis Schneideri. (Tablettes zoologiques Bd. I.
- S. 26–66.)
-
- „ +Harz+, Kochs Encyklopädie.
-
- „ +Moniez, R.+, Note sur le genre Gymnospora, type nouveau de
- Sporozoaire. (Bulletin de la Société zoologique de France Bd. XI.
- S. 587.)
-
- „ +Pachinger+, Nehany adat a sporozoak termeszétrajzàhoz --
- Kolozsvartt. S. 18.
-
- „ +Schneider, A.+, Coccidies nouvelles ou peu connues. (Tablettes
- zoologiques, Bd. I.)
-
- 1887. +Pachinger+, Mittheilungen über Sporozoen. (Zool. Anzeiger Bd.
- IX. S. 471.)
-
- „ +Pfeiffer, L.+, Beitrag zur Kenntniss der pathogenen Gregarinen.
- (Zeitschr. für Hygiene. Bd. III. S. 469.)
-
- 1888. +Beddart+, Remarks upon a species of Coccidium infesting
- Perichaeta. (Annals and Magaz. of nat. Hist. Bd. II. S. 433.)
-
- „ +Riek+, Sporozoen als Krankheitserreger bei Hausthieren.
- (Deutsche Zeitschrift für Thiermed. Bd. XIV. S. 57.)
-
- „ +Rivolta e Delprato+, L’Ornitojatria. S. 85.
-
- „ +Zschokke+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde. 1888. Bd. XXX.
-
- 1889. +Barrois, Th.+, La psorospermose coccidienne hépatique du Lapin
- dans les garennes du Pas-de-Calais en 1889. (Revue biologique du
- Nord. Bd. II. S. 166.)
-
- „ +Smith+, Th., Some observations on Coccidia in the renal
- epithelium of the mouse. (Journ. of Comp. med. and Surgery,
- juillet.)
-
- „ +Wierzejsky+, Kleiner Beitrag zur Kenntniss der Psorospermium
- Haeckelii. (Zoolog. Anzeiger Bd. XI. S. 238.)
-
- „ +Zacharias, O.+, Ueber Psorospermium Haeckelii. (Zool. Anzeiger
- Bd. XI. S. 449.)
-
- „ +Thoma+, Fortschritte der Medizin. 1889. Bd. 7.
-
- „ +Darier+, Compt. rend. 1889.
-
- 1890. +Balbiani+, Sur trois Entophytes nouveaux du tube digestiv des
- Myriapodes. (Journal de l’anatomie et de la physiologie S. 41.)
-
- „ +Mingazzini, P.+, La parentela dei Coccidi colle Gregarine.
- (Bollett. soc. nat. Napoli S. 151–159.)
-
- „ Derselbe, Classificazione dei Coccidi e delle Gregarine. (Atti.
- R. Accad. Lincei Bd. V. S. 68–75.)
-
- „ Derselbe, Contributivo alla conoscenza dei Coccidi. (Ebenda. S.
- 175–181.)
-
- „ Derselbe, Ciclo evoluto del la Benedenia octopiana, (Ebenda. S.
- 218–222.)
-
- „ +Railliet+ et +Lucet+, Une nouvelle maladie parasitaire de l’Oie
- domestique causée par les Coccidies. (Comptes rendus de la
- Société de biologie. 24. Mai.)
-
- „ Derselbe, Observations sur quelques Coccidies intestinales.
- (Comptes rendus de la Société de biologie.)
-
- „ +Podwissozky+, Centralblatt f. allgem. Pathologie Bd. I.
-
- „ +Thélohann+, Sur deux Coccidies nouvelles parasites de l’Epinoche
- et de la Sardine. (Comptes rendus de la Société de biologie.)
-
- „ +Paget+, Maladie de peau, dite Maladie de Paget. Paris 1890.
-
- „ +Nils-Szöbring+, Fortschritte der Medizin. 1890.
-
- „ +Steinhaus+, Ueber Carcinomeinschlüsse. Virchow’s Archiv 1891.
-
- „ +Ribbert+, Deutsche med. Wochenschr. 1891.
-
- 1891. +Liénaux+, Coccidies des poumons du Chien. (Annales de médecine
- vétérinaire, Bruxelles S. 16.)
-
- „ +Malassez+, La psorospermose du Lapin. (Archives de médecine
- expérimentale, Bd. III.)
-
- „ +Pfeiffer, L.+, Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl.
-
- „ +Railliet+ et +Lucet+, Développement expérimental des Coccidies
- de l’épithélium intestinal du Lapin et de la Poule. (Comptes
- rendus de la Société de biologie.)
-
- „ +Shattock+ et +Ballance+, Negative resultats of psorospermial
- inoculation in animals. (Brit. med. Journ.)
-
- „ +Sheridan Delépine+, Cultivation of psorospermiae. (Brit. med.
- Journ.)
-
- „ +Stiles+, Note préliminaire sur quelques parasites. (Bulletin de
- la Société zoologique de France S. 163.)
-
- „ +Wolters+ (Max), Die Konjugation und Sporenbildung bei
- Gregarinen. (Archiv für mikr. Anatomie S. 99–139.)
-
- 1892. +Condorelli e Fiore+, Un caso di psorospermosi in
- Coccothraustes vulgaris. (Bull. soc. Rom. Stud. Zool. Bd. I. S.
- 68–74.)
-
- „ +Curtice+, Journ. C. R. A. veter. Arch.
-
- „ +Hess+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde S. 34.
-
- „ +Mégnin, P.+, Epizootie grave de gastroentérite coccidienne sur
- des Lièvres. (Comptes rendus de la Société de biologie, Bd. IV.
- S. 892–894.)
-
- „ +Mingazzini+, Nuove specie di Sporozoi. (Att. d. R. Accad.
- Lincei Bd. I. S. 376–462.)
-
- „ +Pfeiffer, R.+, Beiträge zur Protozoenforschung. Die
- Koccidienkrankheit der Kaninchen. Berlin.
-
- „ +Podwissozky+, Studien über Koccidien. Erster Befund von
- Schmarotzern der Sporozoen im Graaf’schen Follikel im thierischen
- Ei (bei Kaninchen). (Centr. f. allgem. Path. u. Therapie. S.
- 537.)
-
- „ +Severi+, Gregarinosi polmonale in infante natomorto, Genova.
- (Extr. in Boll. R. Accad. med. Genova II.)
-
- „ +Schneider, A.+, Tablettes zoologiques. Bd. II. (le Cycle
- évolutif des Coccidies et M. le docteur Pfeiffer; Coccidies
- nouvelles ou peu connues; Parenté des Coccidies et des
- Grégarines.)
-
- „ +Schuberg+, Ueber Koccidien des Mäusedarmes. (Würzburg.
- Sitzbrchte.)
-
- „ +Stiles+, Notes in parasites. (Journ. of Comp. med. and veter.
- Archiv. Bd. XIII. S. 517.)
-
- „ +Thélohann+, Sur quelques Coccidies nouvelles parasites des
- Poissons. (Comptes rendus de la Société de biologie. Bd. 28. S.
- 152.)
-
- „ +Willach+, Ueber die Natur der Koccidien. (Archiv f. wiss. u.
- prakt. Thierheilkunde. Bd. XVIII. S. 242.)
-
- „ +Zschokke+, Schweizer Archiv für Thierheilkunde.
-
- 1893. +Baginsky+, Ueber die Koccidienkrankheit der Kaninchen. (Arch. f.
- Anat. und Physiol. S. 192.)
-
- „ +Metschnikoff+, Annales de l’Institut Pasteur 1892.
-
- „ +Sondakewitsch+ ebenda.
-
- „ +Sawtschenko+, Centr. für Bakt. 1892.
-
- „ +Ruffer+, Journ. of path. and bact. 1892.
-
- „ +Korotneff+, Sporozoen als Krankheitserreger.
-
- „ +Chewiakof, W.+, Ueber einige ekto- und endoparasitische
- Protozoen der Cyclopiden. (Bulletin de la Société impériale des
- naturalistes 1–29.)
-
- „ +Guillebeau, A.+, Ueber das Vorkommen von Coccidium oviforme
- bei der rothen Ruhr des Rindes. (Centralblatt für Bakt. u.
- Parasitenkunde. Bd. XIV.)
-
- „ +Felsenthal+ und +Stamm+, Die Veränderungen in Leber und Darm bei
- der Koccidienkrankheit der Kaninchen. (Arch. f. path. Anat. Bd.
- 132.)
-
- „ +Wolker+, Untersuchungen über den Krebs 1893.
-
- „ +Adamkiewitz+, Untersuchungen über den Krebs. Wien.
-
- „ +Labbé, A.+, Sur les Coccidies des Oiseaux. (Comptes rendus de
- l’Académie des sciences. Paris.)
-
- „ Derselbe, Coccidium Delagii, Coccidie nouvelle parasite des
- Tortues d’eau douce. (Archives de zoologie expérimentale et
- générale. S. 767.)
-
- „ +Labbé+, Sur deux Coccidies nouvelles parasites des Poissons.
- (Bulletin de la Société zoologique de Franc. S. 202.)
-
- „ +Lüpke+, Coccidium oviforme als Krankheitsursache. (Berl. thier.
- Wochenschr. S. 502.)
-
- „ +Pfeiffer, L.+, Untersuchungen über den Krebs. (Die
- Zellerkrankungen durch Sporozoen.) Jena.
-
- „ Derselbe, Der Parasitismus des Epithelkarzinoms, sowie der
- Sarko-, Mikro- und Myxosporidien im Muskelgewebe. (Centr. f.
- Bakt. u. Parasit. Bd. XIV.)
-
- „ +Pollard+, New Sporozoa in Amphioxus. (Quart. Journ. micr. Bd.
- 34. S. 311.)
-
- „ +Smith+, Th., Preliminary notes on a Sporozoon in the intestinal
- vills of Cattle. (Bull. dep. of. Agricult. Washington. S. 73.)
-
- „ +Thélohann+, Nouvelles Recherches sur les Coccidies. (Comptes
- rendus de l’Académie des sciences. Paris. Bd. 117. S. 247.)
-
- 1894. +Labbé, A.+, Recherches zoologiques et biologiques sur les
- parasites endoglobulaires du sang des Vertébrés. (Archives de
- zoologie expérimentale et générale. S. 155.)
-
- „ Derselbe, Sur la coëxistence chez le même hôte d’une Coccidie
- monosporée et d’une Coccidie polysporée. (Comptes rendus de
- l’Académie des sciences, Paris.)
-
- „ Derselbe, Sur la morphologie et la classification des Coccidies.
- (Ebenda.)
-
- „ +Mingazzini, P.+, Contributo alla conoscenza degli Sporozoi.
- (Memb. Lab. Anat. norm. Roma. Bd. 3. S. 31–85.)
-
- „ +Thélohann+, Nouvelles Recherches sur les Coccidies. (Archives
- de zoologie expérimentale et générale. S. 541.)
-
- „ +Unna+, Spiradenitis disseminata supparativa. Berlin 1894.
-
- „ +Kitt+, Lehrbuch der path.-anat. Diagnostik. Bd. I. 1894.
-
- „ +Lungershausen+, Hypotrichosis localis cystica. Dissert. 1894.
-
- 1895. +Jackson Clarke, J. A.+, Study of Coccidia. (Quart. Journ. of
- micr. sc. S. 277.)
-
- „ Derselbe, Observations on various Sporozoa. (Ebenda. S. 287.)
-
- „ +Roncali+, Centralbl. für Bakt. u. Paras. Bd. 17. 1895.
-
- „ +Müller+, Archiv für Cynäkologie. 1895. Bd. 48.
-
- „ +J. Clarke+, Centralbl. f. Bakt. und Path. Bd. 17. S. 604.
-
- „ +Eisen+, Spermatobium. (Proced. Californ. Accad. Bd. V.)
-
- „ +Labbé, A.+, Sur le noyau et la division nucléaire chez les
- Benedenia. (Comptes rendus de l’Académie des sciences. Paris.)
-
- „ Derselbe, Bananella Lacazei, genre nouveau de Coccidie
- oligosporée. (Archives de zoologie expérimentale et générale.)
-
- „ +Pfeiffer, L.+, Ueber Blutparasiten, Serumsporidien bei
- Blutkörperchen freien niederen Thieren. (Corresp. Blätter des
- allgem. ärztl. Vereins f. Thür.)
-
- „ +Podwissozky, W.+, Zur Entwickelungsgeschichte des Koccidium
- oviforme als Zellschmarotzer. (Bibl. med. Kassel.)
-
- 1896. +Labbé+, Alphonse, Recherches zoologiques, cytologiques et
- biologiques sur les Coccidies. (Archives de Zoologie
- expérimentale et générale. 1896. Bd. IV. dritte Serie S. 517–650.
- Mit genauem Litteraturverzeichniss.)
-
- „ +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergl. Pathologie u. Therapie.
- Leipzig 1895 u. ff.
-
- „ +Salzer+, Ein Fall von Molluscum contagioseno an den Augenlidern.
- (Münch. med. Wochenschrift 1896.)
-
- „ +Roncali+, Centralbl. für Bakt. und Paras. Bd. XX. 1896.
-
- 1897. +Roncali+, Centralblatt für Bakt. und Parasitenkunde 1897. Bd.
- XXI.
-
- „ +Gebhard+, Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim
- Frosch. (Virchow’s Archiv Bd. 147. 1897. S. 536.)
-
-
-4. Sarkosporidien.
-
- 1843. +Miescher+, Verhandlungen der naturforsch. Gesellschaft zu Basel.
-
- 1851. +Herbst+, Nachrichten der Ges. d. Wissenschaften. Jena.
-
- „ von +Siebold+, Zeitschrift f. wissensch. Zoologie Bd. V.
-
- 1854. +v. Hessling+, Zeitschr. für wissensch. Zoologie Bd. V.
-
- 1858. +Rayney+, Transact. roy. philosoph. Soc. Bd. 127.
-
- 1859. +Rayney, A.+, Mémoires de la Société de Biologie Bd. V.
-
- „ +Günther+, Beurtheilungslehre des Pferdes. Hannover. S. 254.
-
- 1863. +Krause+, Zeitschrift für rationelle Medizin. S. 136.
-
- „ +Waldeyer+, Centralbl. f. d. med. Wissenschaften. S. 849.
-
- „ +Lindemann+, Bull. de la Soc. imp. des naturat. de Moscou. Bd.
- 36.
-
- „ +Balbiani+, Compt. rendus de l’Ac. des Sciences.
-
- 1864. +Lieberkühn+, Müller’s Archiv f. Anat. und Physiol.
-
- 1865. +Pagenstecher+, Verh. des med. Vereins Heidelberg.
-
- „ +Ripping+, Zeitschr. für rat. Medizin. S. 133.
-
- „ +Virchow+, Virchow’s Archiv Bd. 32. S. 353.
-
- „ +Kühn+, Mitth. d. landw. Instituts d. Univ. Halle.
-
- „ +Leisering+ und +Winkler+, Arch. für path. Anat. Bd. 37.
-
- „ +Günther+, Topographische Myologie, Hannover.
-
- „ +Beale+, Scient. Review Bd. V.
-
- 1867. +Manz+, Archiv für mikr. Anatomie Bd. III S. 345.
-
- „ +Dammann+, Archiv für path. Anatomie Bd. 61. S. 283.
-
- „ +Johne+, Archiv für mikr. Anatomie. Bd. XIII.
-
- 1868. +Lindemann+, Deutsche Zeitschr. f. Staatsarzneikunde. Bd. XXVI.
-
- „ +Ratzel+, Archiv f. Naturgesch.
-
- 1869. +Perroncito+, Il medico veterinario. Torino.
-
- „ +Rivolta+, Il medico veterinario. Torino.
-
- 1872. +Siedamgrotzky+, Wochenschrift für Thierh. und Viehzucht S. 97.
-
- „ +Rivolta+, Psorospermosi epizootica nei gallinacei.
-
- „ +Roell+, Lehrbuch d. spec. Pathologie und Therapie.
-
- 1873. +v. Niederhäusern+, Zeitschr. f. prakt. Veter. Bd. I. S. 79.
-
- „ +Rivolta+, Dei parasiti vegetali. Torino, S. 390.
-
- „ +Leisering+, Zeitschr. f. prakt. Veterinärw. Bd. I.
-
- 1874. +Rivolta+, Giorn. di anat. fiseol. e path. degli animali. S. 257.
-
- „ +Klebs+, Arch. f. path. Anat. Bd. 41.
-
- „ +Roloff+, Zeitschr. f. prak. Vet. Bd. II.
-
- 1877. +Davaine+, Traité des Entozoaires.
-
- 1878. +Zürn+, Die ei- und kugelförmigen Psorospermien als Ursache von
- Hausthierkrankheiten. Leipzig.
-
- „ +Beale+, The microscope in Medicine. London.
-
- 1879. +Baranski+, Oesterr. Vierteljahresschr. f. wiss. Veter.
-
- 1880. +Bütschli+, Bronn’s Klassen und Ordnungen des Thierreichs.
-
- 1882. +Huet+, Bulletin de la Soc. de Biologie.
-
- 1883. +Brouwier+, Écho vétérinaire.
-
- „ +Hadden+, Transact. of the pathol. Soc. of London. Bd. 34.
-
- 1884. +Balbiani+, Leçons sur les Sporozoaires. Paris.
-
- „ +Laulanié+, Revue vétérinaire.
-
- „ +Schmidt+, Handbuch der Fleischkunde.
-
- „ +Mayer+, Biolog. Centralblatt.
-
- „ +Hertwig+, Archiv für wissensch. Thierheilkunde. Bd. XII.
-
- „ +Duncker+, Zeitschrift für Mikroskopie und Fleischbeschau 1884.
-
- „ +Johne+, Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin. Bd. X. 1884.
-
- 1885. +Blanchard+, Bull. de la Soc. zool. de France. Bd. X. S. 244.
-
- „ Derselbe, C. R. Ac. sc. de Paris. (S. 1599.)
-
- 1886. +Stoss+, Oest. Monatschr. f. Thierheilk.
-
- „ +Morot+, Rec. de médec. vétér.
-
- „ +Johne+, Fortschritte der Medizin. Bd. II. 1884.
-
- „ +Moulé+, Journ. des connaiss. méd. prat.
-
- „ +Railliet+, Bull. de la Soc. centrale S. 130.
-
- „ -- Rec. de méd. vétér.
-
- „ +Moulé+, Bull. Soc. centr. méd. vétér. S. 115.
-
- „ +Railliet+, Eléments de zoologie méd. et agricole.
-
- „ +Jong+, Schweizer Archiv für Thierh. S. 320.
-
- „ +Sticker+, Archiv für wissensch. und prakt. Thierh. Bd. XII. S.
- 381.
-
- „ +Leuckart+, Die Parasiten des Menschen. Leipzig.
-
- 1887. +Schulz+, Der Thierarzt.
-
- „ +Schulz+, Rec. de méd. vétér. S. 457.
-
- „ +Pütz+, Arch. f. path. Anat. Bd. 109.
-
- „ +Sticker+, Arch. f. wiss. u. prakt. Thierheilkunde. Bd. XIII.
-
- „ +Moulé+, Des sarcosporidies de leur fréquence chez les animaux
- de boucherie.
-
- „ +Klebs+, Allgem. Pathologie. S. 291.
-
- „ +Koch+ und +Gaffky+, Arbeiten aus dem Kais. Gesundheitsamt. Bd.
- III.
-
- 1888. +Neumann+, Traité des maladies paras. non microb. des animaux
- domest.
-
- „ +Pütz+, Arch. f. w. u. prakt. Thierheilk. Bd. XIX. S. 112.
-
- „ +Pfeiffer+, Zeitschr. f. Hygien. Bd. IV.
-
- „ +Rieck+, Deutsche Zeitschr. f. Thiermed.
-
- 1889. +Moulé+, Annales de micrographie. S. 95.
-
- „ +Eve+, Transact. path. Soc. of. London. Bd. 40.
-
- 1890. +Pfeiffer+, Arch. f. path. Anat. Bd. 122.
-
- „ -- Centralbl. f. Bakter. und Parasitenk. Bd. VIII.
-
- „ +Blanchard+, Traité de zoologie médicale.
-
- „ +Targett+, Transact. path. Soc. of London. Bd. 41. S. 170.
-
- 1891. +Pfeiffer+, Die Protozoen als Krankheitserreger. 2. Aufl. Jena.
-
- „ +Rosenberg+, Zeitschrift für Hygiene. Bd. XI. S. 435.
-
- 1892. +Bertram+, Zoolog. Jahrbücher. Abth. f. Morph. d. Thiere. Bd. V.
-
- 1893. +Stiles+, U. S. depart. of agricult. Bull. 3.
-
- „ +Pfeiffer+, Untersuchungen über d. Krebs. Jena. S. 42.
-
- „ +Kartulis+, Zeitschr. f. Hygiene. Bd. XIII.
-
- „ +Brschosionski+, Petersb. Journal 1893.
-
- 1894. +Baraban+ et +Saint-Remy+, Bull. de la Soc. de biol. Bd. I. S.
- 201.
-
- „ +Brusaferro+, Actinomykosi miliare muscolare. Clinica vet.
- XVIII. 1894.
-
- 1895. +T. Kasparek+, Centralbl. f. Bakt. und Paras. Bd. 18.
-
- „ +Braun+, Die thierischen Parasiten des Menschen. Würzburg.
-
- „ +Perrier+, Traité de zoologie. Bd. II.
-
- „ +Ostertag+, Handb. d. Fleischbeschau.
-
- 1896. +Blanchard+, Traité de path. génér. de Bouchard. Bd. II. S. 687.
-
- „ +Wasielewski+, Sporozoenkunde. Jena.
-
- 1897. +Schneidemühl+, Lehrbuch der vergl. Pathologie und Therapie.
- Leipzig.
-
- „ -- Ueber Sarkosporidien. Leipzig.
-
-
-5. Hämosporidien.
-
- 1871. +Lankester+, Quart. Journ. micr. scienc. 1871.
-
- 1880. +A. Laveran+, Communic. relatives aux parasites du paludisme.
- (Ac. de Médec. 1880.)
-
- „ +Gaule+, Ueber Blutwürmchen, welche aus den Ferschblutkörperchen
- auswandern. (Arch. f. Anat. u. Physiol.)
-
- 1884. +A. Laveran+, Traité des fièvres palustres. Paris.
-
- „ +E. Marchiafava+ et +A. Celli+, Sulle alteraz. dei globuli rossi
- nella infez. da malaria. (Reale Accad. dei Lincei Roma 1884.)
-
- 1885. +E. Marchiafava+ et +A. Celli+, Nuove Ricerche sulla infez.
- malaria. (Annali di agricoltura, Roma et Fortschritte der Medizin
- 1885.)
-
- „ +Danilewsky+, Die Hämatozoen der Kaltblüter. (Archiv f. mikr.
- Anat. 1885.)
-
- 1886. +Golgi+, Sull’ infez. malarica (Archivio per le sc. med. Bd. X.
- 1886.)
-
- „ +Councilman+, Sur certains éléments trouvés dans le sang des
- sujets atteints de fièvre intermittente. (Maryland Med. Journ.
- October 1886.)
-
- „ +Metchnikoff+, Centr. für Bakt. und Paras. 1886. Bd. II.
-
- 1887. +Tommasi Crudelli+, Deutsche med. Woch. 1887.
-
- „ +Danilewski+, Beiträge zur Frage der Identität der pathogenen
- Parasiten des Blutes vom Menschen und derjenigen der Thiere.
- (Centralbl. f. d. med. Wissenschaften 1887.)
-
- „ +van der Loeff+, Monatshefte für Dermatologie 1887.
-
- 1888. +Schiavuzzi+, Untersuchungen über die Malaria in Polen. (Münch.
- med. Wochenschr. 1888.)
-
- „ +Councilman+, Neuere Untersuchungen über Laveran’s Organismus der
- Malaria. (Fortschritte der Med. 1888.)
-
- „ +Celli+ et +Guarnieri+, Sur la structure intime du plasmodium
- malariae. (Rif. med. 1888.)
-
- „ +Chenzinski+, Zur Lehre über den Organismus des Malariafiebers.
- (Centralbl. für Bakt. 1888 Bd. III.)
-
- „ +Babes+, Sur l’hémoglobinurie bactérienne du bœuf. (Acad. des
- Sciences 1888.)
-
- 1889. +Babes+, Die Aetiologie der seuchenhaften Hämoglobinurie des
- Rindes. (Virchow’s Archiv Bd. 115. 1889.)
-
- „ +Smith+, Preliminary observations on the microorganism of Texas
- fever. (The med. News. 1889.)
-
- „ +Golgi+, Interno al preteso bac. malariae di Klebs, Tommasi
- Crudeli e Schiavuzzi. Torino 1889.
-
- „ +Gualdi+ et +Antolisei+, Accad. di med. Rome 1889.
-
- „ +Haym+, Du sang et des altér. anat. Paris 1889.
-
- „ +Martin+, Malaria der Tropenländer. Berlin 1889.
-
- 1890. +F. Plehn+, Beitrag zur Lehre der Malariainfektion. (Zeitschrift
- f. Hygiene 1890.)
-
- „ +Jaksch+, Ueber Malariaplasmodien. (Prager med. Wochenschr.
- 1890.)
-
- „ +A. Laveran+, De l’examen du sang au point de vue de la recherche
- de l’hématozoaire du paludisme. (Soc. méd. des hôpitaux 1890.)
-
- „ +Danilewsky+, Développement des parasites malariques dans les
- leucocytes des oiseaux. (Ann. de l’Inst. Pasteur. 1890. S. 427.)
-
- „ +Grassi+ et +Feletti+, Ancora sui parassiti degli necelli. (Bull.
- de l’Acad. des sc. nat. de Catane Juin 1890.)
-
- „ +A. Edington+, Report on the morphology and development of the
- Blood. (Brit. med. Journ. 31. Mai 1890.)
-
- „ +Browicz+, Mouvements des globules rouges dans les anémies
- graves. (Congrès de méd. int. Vienne 1890.)
-
- „ +Kollmann+, Ueber die Pseudomikroben des normalen menschlichen
- Blutes. (Berl. med. Kongress 1890.)
-
- „ +Schelling+, Malariakrankheiten. Berlin.
-
- „ +Babes+, Bemerkungen über die seuchenhafte Hämoglobinurie des
- Rindes. (X. Intern. med. Kongress 1890–91.)
-
- 1891. +Danilewsky+, Ueber den Polymitus malariae. (Centr. für Bakt. u.
- Paras. 1891.)
-
- „ +Celli+ et +Sanfelice+, Sur les parasites du globule rouge chez
- l’homme et chez les animaux. (Ann. dell’ Instit. d’Igiene sperim.
- dell’ Universita di Roma 1891.)
-
- „ +A. Laveran+, Sur les hématoz. de l’alouette voisins de ceux du
- paludisme. (Soc. de biologie 1891.)
-
- „ +Golgi+ (Zeitschrift für Hygiene 1891.)
-
- „ +Hochsinger+, Ueber Malaria. (Wien. med. Presse 1891.)
-
- „ +Di Mattei+, Contrib. à l’étude expérim. du paludisme chez
- l’homme et chez les animaux. (Rif. med. 1891.)
-
- „ +Ehrlich+, Farbenanalytische Untersuchungen zur Histologie und
- Klinik des Blutes. Berlin 1891.
-
- „ +E. Maragliano+ et +Castellino+, Sur la nécrobiose lente des
- globules rouges. (Arch. ital. di clin. med. 1891.)
-
- „ +Sanfelice+, Fortschritte der Medizin 1891.
-
- „ +Burke+, General pathology of Surra. (Amer. vet. rev. Bd. XV.
- 1891.)
-
- „ +G. Dock+, Die Blutparasiten beim tropischen Sumpffieber.
- (Fortschr. der Medizin 1891.)
-
- „ +Sacharof+, Rech. sur le parasite des fièvres palustres
- irrégulières. (Ann. de l’Inst. Pasteur 1891.)
-
- „ +J. Mannaberg+, Morphologie und Biologie der Plasmodien des
- Sumpffiebers. (Centralbl. für klin. Med. 1891.)
-
- „ +Grassi+ et +Feletti+, Weiteres zur Malariafrage. (Centralbl. für
- Bakt. 1891. Bd. X.)
-
- „ +Danilewsky+, Contrib. à l’étude de la microbiose malarique.
- (Ann. de l’Inst. Pasteur 1891.)
-
- „ +Angelini+, État réfractaire des singes et les animaux en
- général au paludisme. (Rif. med. December 1891.)
-
- „ +S. Bein+, Experimentelle Untersuchungen über Malaria.
- (Charité-Annalen 1891.)
-
- „ +Smith+, On changes in the red blood-corpuscles in the
- pernicious anæmia of the Texas cattle fever. (Transactions of the
- Association of American Physicians. September 1891.)
-
- 1892. +H. Vincent+, Technique pour la recherche de l’hématog. du
- paludisme. (Tribune méd. 1892.)
-
- „ +E. Grawitz+ (Berl. klin. Wochenschr. 1892.)
-
- „ +Kruse+, Hygien. Rundschau 1892.
-
- „ +E. Marchiafava+ et +Bignami+, Sur les fièvres
- estivo-automnales. (Rome.)
-
- „ +A. Laveran+, Existe-t-il plusieurs parasites du paludisme?
- (Soc. de biologie 1892.)
-
- „ +Bacelli+, Internat. med. Kongress. Rom 1892.
-
- „ +R. v. Limbeck+, Grundriss einer klinischen Pathologie des
- Blutes. Jena.
-
- „ +Metchnikoff+, Leçons sur la pathologie comparée de
- l’inflammation. Paris.
-
- „ +Calandruccis+, Hyg. Rund. 1892.
-
- „ +Popow+, Petersburg. Archiv. 1892.
-
- „ +Doehle+, Centralbl. für allg. Patholog.
-
- 1893. +Babes+ et +Gheorgin+, Sur les différentes formes du parasite de
- la malaria. (Arch. de méd. expérim. 1893.)
-
- „ +Mannaberg+, Die Malaria-Parasiten. Wien 1893.
-
- „ +Fajardo+, O microbio da malaria. (Rio de Janeiro 1893.)
-
- „ +Sforza+, Sur la nature des corps semilunaires. (Journal italien
- de méd. 1893.)
-
- „ +C. Golgi+, Sur les fièvres malariques estivo-automnales. (Gaz.
- med. di Pavia 1893.)
-
- „ +Catrin+, L’hématoz. du paludisme. (Gaz. des hôpitaux 1893.)
-
- „ +Sander+, Nürnberger Naturforsch. 1893.
-
- „ +Billings+, Texasfieber.
-
- „ Th. +Smith+ und +F. L. Kilborne+, Die Aetiologie der
- Texasfieberseuche des Rindes. (Centralblatt für Bakteriologie Bd.
- XIII. 1893.)
-
- „ -- Investigations into the nature, causations, and prevention
- of Southern cattle fever. (Animal reports of the Bureau of animal
- industry. Washington 1893.)
-
- „ +Strarcovici+, Bemerkungen über den durch Babes entdeckten
- Blutparasiten und die durch denselben hervorgebrachten
- Krankheiten. (Centralblatt für Bakter. Bd. XIV. 1893.)
-
- 1894. +G. Dock+, Fièvres pernicieuses. (Americ. Journ. of the med. Sc.
- April 1894.)
-
- „ +Bacilli+, +Hewetson+, +Feletti+, Intern. med. Kongress. Rom
- 1894.
-
- „ +E. Canton+, Le parasite des fièvres palustres. (Buenos-Aires
- 1894.)
-
- „ +Danilewsky+, Arbeiten aus dem Institut Pasteur. Centralbl. für
- Bakt. u. Par.
-
- „ +Labbé+, Archiv. de zoolog. expér. et gén. Sér. III. No. 15. Bd.
- II.
-
- „ +Monti+, Centralbl. für Bakt. und Parasit. Bd. 16. 1894.
-
- „ +Ruffer+, Brit. med. Journ. Bd. I. 1894.
-
- „ +v. Hellens+, Archiv. de méd. expér. 1894.
-
- „ +Ritter+, Deutsche med. Wochenschr. 1894.
-
- „ +Labbé+, Parasites endoglobulaires du sang des vertibrés.
- (Archiv. de Zoolog.)
-
- „ +Ali Krogius+ und +v. Hellens+, Des hématozoaires de
- l’hémoglobinurie du bœuf. (Archiv. de méd. exp. 1894.)
-
- 1895. +Sanfelice+ und +Loi+, Sull’ etiologia della ematinuria dei
- bovini in Sardegna. (Mod. zooiatro Anno VII.)
-
- „ +Weisser+ und +Maassen+, Zur Aetiologie des Texasfiebers.
- (Arbeiten aus dem k. Gesundheitsamte. Bd. XI. 1895.)
-
- „ +Sicherer+, Münch. med. Wochenschr. 1895.
-
- „ +D. Clarke+, Centralbl. für Bakt. Bd. 17. 1895.
-
- „ +Bonome+, Virchow’s Archiv. Bd. 139. 1895. S. 1.
-
- „ +Babes+, Ebenda S. 382.
-
- „ +Plehn+, Deutsche med. Wochenschr. 1895. No. 25–27.
-
- „ +Kückel+, Ebenda No. 38.
-
- „ +Laveran+ et +Blanchard+, Les Hématozoaires de l’Homme et des
- Animaux. Paris. (Enthält ein sehr umfangreiches
- Litteraturverzeichniss.)
-
- 1896. +Perroncito+, Le emoglobinurie da malaria secondo i recenti
- studi. (Annali di medicina navale 1896.)
-
- „ +Flügge+, Mikroorganismen. Bd. II. 3. Aufl. S. 658.
-
- „ +Pierre+, Ueber das Sumpffieber bei Pferden. Rec. de méd. vét. S.
- 148. 1896.
-
- „ +Bastianelli+, Annali di medicina navale 1896.
-
- 1897. +A. Celli+ und +F. S. Santori+, Die Rindermalaria in der Campagna
- von Rom. (Centralblatt für Bakt. und Paras. Bd. XXI. 1897.
- 15/16.)
-
- „ +Dionisi+, Supplemento al Policlinico. Anno III. 1897.
-
- „ +Ziemann+, Zur Morphologie der Malariaparasiten. (Centr. f.
- Bakt. Bd. XXI. 1897.)
-
- „ +v. Wasielewski+, Ueber Form und Färbbarkeit der
- Zelleinschlüsse bei Vaccinaimpfungen. Centralbl. für Bakt. Bd.
- XXI. 1897. S. 901.
-
- „ +Salmon+, Recherches sur l’infection dans la vaccine. (Annales de
- l’Institut Pasteur 1897. No. 4.)
-
- „ +Doehle+, Münch. med. Wochenschrift. 1897. No. 41.
-
-
-
-
-III. Klasse: Infusorien.
-
-
-I. Ordnung: Flagellaten.
-
- 1836. +Donné+, Animalcules existent dans certaines matières parulentes.
- (Compt. rend. de l’académie des sciences.)
-
- 1854. +Davaine+, Compt. rend. de la société de biologie de Paris.
-
- 1855. +Scanzoni+ und +Kölliker+, Das Sekret der Schleimhaut der Vagina.
- Beiträge zur Geburtskunde. Bd. VI.
-
- 1859. +Hasall+, On the development and significance of vibrio lineola,
- bodo urinarius etc. The Lancet 1859.
-
- „ +Lambl+, Mikroskopische Untersuchungen der Darmexkrete.
- Vierteljahresschr. für prakt. Heilkunde. Bd. 61. 1859.
-
- 1860. +Lambl+, Beobachtungen und Studien aus dem Gebiete der pathol.
- Anatomie und Histologie. Prag. 1860.
-
- 1869. +Ekercrantz+, Bidrag till Kännedomen om de i menniskans
- tarmkanal forekommande infusorer. Nordiskt medic. Arkiv. 1869.
-
- 1875. +Lambl+, Cercomonas et echinococcus in hepate hominis. 1875.
-
- „ +Marchand+, Ein Fall von Infusorien im Typhusstuhl. Virchow’s
- Archiv. 1875. Bd. 64. S. 293.
-
- „ +Grassi+, Dei protozoi parassiti e specialmente di quelli che
- sono nell’ uomo. Gazetta medica italiana Lombardia. 1875.
-
- 1878. +Zunker+, Ueber das Vorkommen des Cercomonas intestinalis im
- Digestionskanal des Menschen und dessen Beziehung zu Diarrhöen.
- Deutsche Zeitschr. für prakt. Medizin. 1878. No. 1.
-
- „ +Stein+, Der Organismus der Infusorienthiere. Bd. III. 1878–1883.
-
- 1879. +Kannenberg+, Ueber Infusorien im Sputum. Virchow’s Archiv.
- 1879. Bd. 75.
-
- „ -- Ueber die Infusorien in den Sputis bei Lungengangrän.
- Zeitschr. für klin. Medizin. 1879. Bd. I. S. 228.
-
- „ +Grassi+, Gaz. méd. 1879.
-
- 1881. +Cunningham+ and +Lewis+, On the development of certain
- microrganismus occuring in the intestinal canal. Quarterly
- Journal of medical science. 1881.
-
- 1882. +Grassi+, Intorno ad alcuni protisti entoparassitici ed
- appartencati alle clape dei flagellati, lobosi, sporozoi e
- ciliati. Atti della societa Italiana di scienze naturali. Milano
- 1882.
-
- 1883. +Künstler+, Analyse microscopique des urines d’un malade atteint
- de pyélite consécutive à une opération de taille. Journal de
- médecine de Bordeaux. 1883. No. 21.
-
- „ +Bütschli+, Bronns Klassen und Ordnungen des Thierreichs,
- wissenschaftlich dargestellt. Bd. I. Protozoen. Leipzig.
-
- 1886. +Kartulis+, Zur Aetiologie der Dysenterie in Aegypten.
- Virchow’s Archiv. Bd. 105. S. 521.
-
- „ +Litten+, Ueber Hydropneumothorax und das Vorkommen von
- Cercomonaden im lebenden Lungengewebe. Bericht über die Verhandl.
- des V. Kongresses für innere Medizin. Centralbl. für klinische
- Med. 1886. No. 25.
-
- 1888. +Grassi+, Significato patologico dei protozoi parassiti
- dell’ uomo. Atti della R. Accademia dei Lincei. Rendiconti.
-
- „ +Grassi+ und +Schewiakoff+, Beitrag zur Kenntniss der Megastoma
- entericum. Zeitschrift für wissensch. Zoologie. Bd. 46. 1888.
-
- „ +v. Jaksch+, Ueber das Vorkommen von thierischen Parasiten in den
- Fäces der Kinder. Wiener klin. Wochenschrift 1888.
-
- „ +Perroncito+, Sur la diffusion des cercomonas intestinaux. Arch.
- ital. de Biologie. 1888.
-
- 1889. +Massiutin+, Ueber Amöben als Parasiten des Dickdarmes.
- Centralbl. für Bakt. 1889. Bd. VI. 16/17.
-
- „ +Perroncito+, Una malattia dominante nei porchettini d’India
- dovuto a’ protozoi e più particolarmente a specie di cercomonas.
- Annali della R. Accad. d’ agric. di Torino Bd. 32. 1889.
-
- 1890. +Councilman+ and +Lafleur+, Amoebii Dysentery. John Hopkins
- Hospital reports. Baltimore. Bd. II. S. 395–548.
-
- „ +Fenoglio+, Entéro-colite par amoeba coli. Arch. italiennes de
- médecine. 1890.
-
- 1891. +Cahen+, Ueber Protozoen im kindlichen Stuhle. (Deutsche med.
- Wochenschrift 1891. No. 27. S. 853.)
-
- „ +Dock+, Observations on the amoeba coli in dysentery and abscess
- of the liver. (Daniels Texas medical Journal.)
-
- „ +Moritz, F.+, Ueber ein Entozoon des Menschen. Münch. med.
- Wochenschrift 1891.
-
- „ +Kartulis+, Einiges über die Pathogenese der Dysenterieamöben.
- Centralblatt für Bakteriologie u. P. 1891.
-
- „ +May+, Ueber Cercomonas coli hominis. Deutsches Archiv für klin.
- Medizin. 1891. Bd. 49.
-
- „ +Miura+, Trichomonas vaginalis in frisch gelassenem Urin eines
- Mannes. Centralblatt für Bakteriologie. Bd. XVI.
-
- 1892. +Streng+, Infusorien im Sputum bei Lungengangrän. Fortschritte
- der Medizin. 1892.
-
- 1893. +Epstein+, Beobachtungen über Monocercomonas hominis und Amoeba
- coli (+Loesch+) bei Kinderdiarrhöen. Prager med. Wochenschrift
- No. 38–40.
-
- „ +Quincke+ und +Roos+, Ueber Amöben-Enteritis. Berl. klin.
- Wochenschrift 1893.
-
- „ +Roos+, Ueber Infusoriendiarrhöe. Deutsch. Archiv für klin.
- Medizin. 1893.
-
- „ +Schuberg+, Die parasitischen Amöben des menschlichen Darmes.
- Centralblatt für Bakteriologie.
-
- „ +Moritz+ und +Hölzl+, Ueber Häufigkeit und Bedeutung des
- Vorkommens von Megaostoma entericum im Darmkanal des Menschen.
- (Sitzungsberichte des ärztl. Vereins in München) 1893.
-
- 1894. +Kruse+ und +Pasquale+, Untersuchungen über Dysenterie und
- Leberabscess. Zeitschrift für Hygiene. 1894. Bd. 16.
-
- „ +Marchand+, Ueber das Vorkommen von Trichomonas im Harn eines
- Mannes, nebst Bemerkungen über Trichomonas vaginalis. Centralbl.
- für Bakt. 1894. Bd. XV.
-
- „ +Mosler+ und +Peiper+, Thierische Parasiten. Nothnagel sp. Path.
- Bd. VI. 1894.
-
- 1895. +Piccardi+, Alcuni protozoi delle feci dell’ uomo. Progrès
- médical 1895. No. 23. S. 377.
-
- „ +Schmidt+, Ueber parasitäre Protozoen (Trichomonas pulmonalis) im
- Auswurf. Münch. med. Wochenschrift 1895. No. 51.
-
- „ +Schürmayer+, Ueber das Vorkommen der Flagellaten im Darmkanal
- des Menschen. (Centralblatt für Bakt. 1895. Bd. 18. No. 11.)
-
- 1896. +W. Janowski+, Ueber Flagellaten in den menschlichen Fäces und
- über ihre Bedeutung für die Pathologie des Darmkanals.
- (Zeitschrift für klinische Medizin Bd. 31. Heft. 5/6.)
-
- „ +Blanchard+, Parasites animaux. Traité de pathologie générale.
- Paris 1896. Band II.
-
- „ +Boas+, Ueber Amöbenenteritis. Deutsche med. Wochenschr. 1896.
- No. 14.
-
- „ +Celli+ und +Fiocca+, Centralblatt für Bakt. 1896. Bd. 19. 14/15.
- S. 537.
-
- „ +Dock+, Trichomonas as a parasite of man. (American Journal of
- the med. sciences 1896.)
-
- „ +Sievers+, Balantidium coli. Zeitschr. f. klin. Medizin. 1896.
-
- „ +Janowski+, Ein Fall von Balantidium coli im menschlichen Stuhle.
- Gazeta Lekarska. 1896.
-
- „ +Schardringer+, Reinkultur von Protozoen auf festen Nährböden.
- Centralblatt für Bakteriologie 1896. Bd. 19.
-
- 1897. +Perroncito+, Incapsulamento del megastoma intestinale. Giornale
- della R. Accademia di medicina in Torino. Centralbl. für Bakt.
- Bd. XXII. No. 23. S. 738.
-
- „ +Hensen+, Befund von Infusorien im Mageninhalt bei Carcinom.
- (Deutsches Archiv für klin. Medizin. Bd. 59. S. 451.)
-
- „ +Wieting+, Ueber das Vorkommen von Trichomonas in der Lunge
- eines Schweines. (Centralbl. für Bakt. und Paras. Bd. XXI. 1897.
- Nr. 19.)
-
-
-II. Ordnung: Ciliaten.
-
- 1857. +Malmsten+, Infusorien als Intestinalthiere des Menschen.
- Virchow’s Archiv. Bd. XII. 1857.
-
- 1882. +Lösch+, Petersburg. med. Wochenschr. 1882.
-
- 1891. +Mitter+, Inaugural-Dissertation. Kiel 1891.
-
- 1893. +Roos+, Deutsches Archiv für klinische Medizin 1893.
-
- 1896. +Dehio+, Sitzungsberichte der Dorpater Naturf.-Gesellschaft 1896.
-
-
-
-
-Sachregister.
-
-
- Acystiden, 120.
-
- Acystosporidien, 113.
- -- Eintheilung, 118, 120.
-
- Adelea, 34.
-
- Aknitis Barthélemy, 59.
-
- Amoeba blattae, 22.
- -- intestini vulgaris, 17.
- -- koli, 12, 16.
- -- meleagridis, 46.
- -- koli mitis, 17.
- -- muris, 22.
- -- urogenitalis, 22.
-
- Amöbenähnliche Rhizopoden in der Ascitesflüssigkeit, 23.
-
- Amöben als Erreger der Dysenterie, 14.
-
- Amöben des Urogenitalapparates, 22.
-
- Amöbenenteritis, 19.
-
- Amöben im Leberabscess, 19.
- -- bei Thieren, 22.
- -- der Mundhöhle, 22.
- -- Züchtung derselben, 9, 15.
-
- Amoebina, 6, 9.
-
- Amoebosporidium, 143.
-
- Apiosoma, 120.
-
- Apiosoma bigeminum, 132.
-
- Aufgussthierchen, 154.
-
-
- Babesia, 120.
-
- Balantidium koli, 162.
-
- Balbiania falcatula, 112.
- -- gigantea, 106.
- -- Rileyi, 112.
-
- Barbeninfektion durch Myxosporidien, 30.
-
- Barrousia, 35.
-
- Biliöses Typhoid, 147.
-
- Black head, 46.
-
- Blackwater fever, 144.
-
- Blutharnen der Rinder, 59.
-
- Bombyx mori, 153.
-
-
- Carceag der Schafe, 142.
-
- Cercomonas hominis, 155.
- -- intestinalis, 155, 158.
-
- Ciliata, 8.
-
- Ciliaten, 161.
-
- Coccidie géminée, 46.
-
- Coccidium, 34.
-
- Coccus hesperidium, 153.
-
- Corpuscules gemines, 46.
-
- Cyclospora, 34.
-
- Cystamöba, 120.
-
- Cytamöba, 132.
-
- Cytoryctes variolae, 151.
-
- Cytospermium villorum intestinalium, 46.
-
-
- Dactylosoma, 120, 132.
-
- Danilewskya, 118.
- -- Krusei, 118.
- -- Lacazei, 118.
- -- Stepanowii, 118.
-
- Dimorphus muris, 158.
-
- Diphtherie der Vögel, 160.
-
- Drepanidium, 117.
- -- avium, 117.
- -- monilis, 117.
- -- princeps, 117.
-
- Dysenteria haemorrhagica koccidiosa, 39.
-
-
- Eimeria, 34.
-
- Eisballenkrankheit der jungen Pferde, 99.
-
- Enteritis koccidiosa, 41.
-
- Epithelioma gregarinosum avium, 46.
-
-
- Fièvre bilieuse hématurique, 144.
-
- Flagellata, 8.
-
- Flagellaten, 154.
-
- Foraminifera, 6.
-
-
- Gallenfieber, 144.
-
- Geflügeldiphtherie, 47.
-
- Geisselthierchen, 154.
-
- Glugea bombycis, 153.
- -- mikrospora, 153.
-
- Glugeiden, 153.
-
- Gregariniden, 7, 26.
- -- Eintheilung, 28.
-
- Gymnosporidien, 113, 118.
-
-
- Haemamoeba, 120.
- -- immaculata, 127.
- -- praecox, 127.
- -- vivax, 128.
-
- Haemamoebiden, 113, 121.
- -- bei Vögeln, 123.
-
- Haemamoeba Laverani, 123.
-
- Haemoglobinurie der Rinder, 137.
-
- Haemosporidia, 7.
-
- Haemosporidien, 113.
-
- Haemosporidienfärbung, 4.
-
- Halteridium, 120.
-
- Heliozoa, 6.
-
- Hexamita duodenalis, 158.
-
- Holotricha, 162.
-
- Hydradenitis destruens suppurativa, 59.
-
- Hydrosadenitis disseminata, 59.
-
- Hypotricha, 162.
-
-
- Ictero-Haematurie der Schafe, 143.
-
- Infusorien, 8, 154.
- -- bei Carcinoma ventriculi, 156.
-
- Isospora, 34.
-
-
- Karyolysus, 116, 117.
- -- lacertarum, 117.
-
- Klossia, 35.
-
- Koccidia, 7.
-
- Koccidien, 31.
- -- Eintheilung, 34.
- -- als Krankheitserreger, 35.
-
- Koccidien bei Hühnern, 46.
- -- bei Fischen, 60.
- -- im Darm, 59.
- -- in Geschwülsten, 60.
- -- in der Niere, 60.
- -- in inneren Organen, 46.
-
- Koccidien-Diphtherie, 47.
-
- Koccidientumoren in der Kaninchenleber, 38.
-
- Koccidiose der Knäueldrüsen, 55.
-
- Koccidium bigeminum, 45.
- -- cruciatum, 60.
- -- falciforme, 59.
- -- gasterostei, 60.
- -- minutum, 60.
- -- oviforme, 35, 36.
- -- perforans, 43.
- -- sardinae, 60.
- -- tenellum, 46.
-
- Kondyloma subkutaneum, 49.
-
-
- Lamblia intestinalis, 158.
-
- Lobosa, 6.
-
-
- Malaria, 123.
-
- Malariaerkrankungen bei Thieren, 131.
-
- Masern, 148.
-
- Mastigophora, 8.
-
- Megastoma entericum, 155.
- -- intestinale, 158.
-
- Mieschersche Schläuche. Systematische Stellung, 165.
-
- Mikrosporidia, 7, 153.
-
- Mikrosporidium bombycis, 153.
-
- Molluskumkörperchen, 50.
-
- Molluskum kontagiosum, 48.
-
- Monocercomonas hominis, 155.
-
- Muskelstrahlenpilze, 91.
-
- Myxosporidien, 7, 28.
- -- pathologische Bedeutung, 30.
-
-
- Nosema anomala, 153.
-
-
- Orthospora, 34.
-
-
- Pebrinekörperchen, 153.
-
- Pebrinekrankheit der Seidenspinnerraupe, 153.
-
- Peritricha, 162.
-
- Perniciöses Fieber, 144.
-
- Plagiostoma coli, 162.
-
- Plasmodium malariae incolor, 127.
-
- Plasmodium malariae quartanae, 125.
-
- Pocken, 148, 150.
-
- Proteosoma, 120, 133.
-
- Protozoen, Allgemeines, 5.
- -- Eintheilung, 7.
- -- in Pylorustumoren beim Frosch, 64.
-
- Psorospermium cuniculi, 35.
-
-
- Radiolaria, 6.
-
- Reticularia, 6.
-
- Rhizopoden, 6, 9.
-
- Rindermalaria, 139.
-
- Ruhr, rothe des Rindes, 39.
-
-
- Sarkocystis falcatula, 112.
-
- Sarkodina, 6, 9.
-
- Sarkosporidia, 7.
-
- Sarkosporidien, 73.
- -- Eintheilung, 83.
- -- beim Känguruh, 112.
- -- beim Menschen, 83.
- -- beim Pferde, 95.
- -- bei Rindern, 101.
- -- bei Schafen und Ziegen, 104.
- -- beim Schwein, 84.
- -- bei Thieren, 84.
- -- Sitz derselben, 82.
- -- in der Muskulatur der Vögel, 112.
-
- Sarkosporidienschläuche, toxische Wirkung, 80.
-
- Scharlach, 148.
-
- Schrotausschlag der Schweine, 51.
-
- Schwarzwasserfieber, 144.
-
- Spiradenitis coccidiosa, 55.
- -- disseminata suppurativa, 59.
-
- Sporozoa, 7, 24.
-
- Suktoria, 8.
-
- Syphilis, 148.
-
-
- Texasseuche, 133.
-
- Tollwuth-Organismen, 167.
-
- Trichomonas hominis, 155.
- -- intestinalis, 155.
- -- vaginalis, 156, 161.
-
- Typhoid, biliöses, 144.
-
-
-
-
-Verlag von +Wilhelm Engelmann+ in Leipzig.
-
-
- _=Bütschli, O.=_, =Untersuchungen über mikroskopische Schäume und
- das Protoplasma=. Versuche und Beobachtungen zur Lösung der Frage
- nach den physikalischen Bedingungen der Lebenserscheinungen. Mit 6
- lithographischen Tafeln und 23 Figuren im Text. 4. 1892.
-
- M. 24.--.
-
- -- =Weitere Ausführungen über den Bau der Cyanophyceen und
- Bacterien.= Im Anschlüsse an meine Abhandlung aus dem Jahre
- 1890. Mit 2 Lichtdruck- und 3 lithographirten Tafeln, sowie 6
- Textfiguren. Lex. 8.
-
- M. 6.--.
-
- _=Daffner, Franz=_, =Das Wachstum des Menschen=. Anthropologische
- Studie. gr. 8. 1897.
-
- M. 2.50.
-
- _=Engelmann, Th. Wilh.=_, =Gedächtnisrede auf Hermann von
- Helmholtz=. Gehalten am 28. September 1894 in der Aula der
- Universität Utrecht. 8. 1894.
-
- M. --.60.
-
- -- =Über den Ursprung der Muskelkraft.= Zweite vermehrte und
- verbesserte Auflage. Mit 4 Figuren im Text. 8. 1893.
-
- M. 2.--.
-
- -- =Tafeln und Tabellen zur Darstellung der Ergebnisse
- spectroskopischer und spectrophotometrischer Beobachtungen.= 8.
- 1897. In Mappe mit Bemerkungen und Tabellen.
-
- M. 1.80.
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- ---- Je 10 Stück einer Tafel werden zum Preise von 1 Mark +apart+
- abgegeben.----
-
- _=Féré, Charles=_, =Die Epilepsie=. Autorisierte Übersetzung von
- +Paul Ebers+. Mit einem Vorwort von +F. Tuczek+. Mit 65 Figuren im
- Text und 1 Tafel. gr. 8. 1896.
-
- geh. M. 11.--; geb. M. 12.20.
-
- _=Fol, Hermann=_, =Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen
- Anatomie= mit Einschluss der vergleichenden Histologie und
- Histogenie. Mit 220 zum Theil farbigen Figuren im Text und einem
- ausführlichen Register. gr. 8. 1896.
-
- geh. M. 14.--; geb. M. 16.--.
-
- _=Frey, Heinr.=_, =Das Mikroskop und die mikroskopische Technik=.
- +Achte vermehrte Auflage.+ Mit 417 Figuren in Holzschnitt u.
- Preisverzeichnissen mikroskopischer Utensilien. gr. 8. 1886.
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- geh. M. 9.--; geb. M. 10.50.
-
- _=Friedrich, Paul Leopold=_, =Das Verhältnis der experimentellen
- Bakteriologie zur Chirurgie=. Antrittsvorlesung gehalten am 10.
- Juli 1897 in der Aula der Universität Leipzig. 8. 1897.
-
- M. 1.--.
-
- _=Hoorweg, J. L.=_, =Die medicinische Elektrotechnik= und ihre
- physikalischen Grundlagen. Mit 77 Figuren im Text. 8. 1893.
-
- geh. M. 4.--; geb. M. 4.70.
-
- _=Kölliker, Alb.=_, =Handbuch der Gewebelehre des Menschen=. +6.
- umgearbeitete Auflage. Zwei Bände.+ gr. 8. 1889/1896.
-
- geh. M. 33.--; geb. M. 37.50.
-
-
- +Erster Band+: Die allgemeine Gewebelehre und die Systeme der
- Haut, Knochen und Muskeln. Mit 329 zum Theil farbigen Figuren in
- Holzschnitt und Zinkographie, gr. 8. 1889.
-
- geh. M. 9.--; geb. M. 11.--.
-
- +Zweiter Band+: Nervensystem des Menschen und der Thiere. Mit 516
- zum Theil farbigen Figuren in Holzschnitt und Zinkographie, gr. 8.
- 1896.
-
- geh. M. 24.--; geb. 26.50.
-
- == Ein +dritter Band+: die +Verdauungs+-, +Respirations+-,
- +Geschlechts+- und die +höheren Sinnesorgane+ enthaltend, ist in
- Vorbereitung. ==
-
- _=Nussbaum, J. N. v.=_, =Über Unglücke in der Chirurgie=. 1.-3.
- Abdruck. 8. 1888.
-
- M. --.90.
-
- _=Ranke, Johs.=_, =Grundzüge der Physiologie des Menschen= mit
- Rücksicht auf die Gesundheitspflege und das praktische Bedürfniss
- der Ärzte und Studirenden. Zum Selbststudium bearbeitet. 4.
- umgearbeitete Auflage. Mit 274 Holzschnitten, gr. 8. 1881.
-
- geh. M. 14.--: geb. M. 15.60.
-
- _=Rindfleisch, Eduard=_, =Die Elemente der Pathologie=. +Dritte
- Auflage.+ gr. 8. 1896.
-
- geh. M. 7.60; geb. M. 8.60.
-
- -- =Lehrbuch der pathologischen Gewebelehre= mit Einschluss einer
- pathologischen Anatomie. 6. völlig umgearbeitete Auflage. Mit 306
- Holzschnitten und 1 lithogr. Tafel, gr. 8. 1886.
-
- geh. M. 16.--; geb. M. 18.25.
-
- _=Rosenberg, Emil=_, =Eine vergleichende Beurtheilung der
- verschiedenen Richtungen in der Anatomie des Menschen=. Vortrag
- beim Antritt der Professur für Anatomie an der Universität zu
- Utrecht am 28. September 1888. 8. 1889.
-
- M. --.80.
-
- _=Ruge, G.=_, =Anleitungen zu den Präparierübungen an der
- menschlichen Leiche=. +Zweite verbesserte Auflage.+ Mit 51 Figuren
- in Holzschnitt. gr. 8. 1896.
-
- geh. M. 6.--; geb. M. 7.20.
-
- _=Uhthoff, W.=_, =Über die bei der Syphilis des
- Centralnervensystems vorkommenden Augenstörungen=. Mit 8
- lithographirten, zum Theil farbigen Tafeln. (Separat-Abdruck aus
- +v. Graefe’s+ Archiv für Ophthalmologie. XXXIX. Bd. 1. u. 3. Abth.
- und XL. Bd. 1. Abth.) 8. 1894.
-
- M. 8.--.
-
- _=Uhthoff, W., u. Th. Axenfeld=_, =Beiträge zur pathologischen
- Anatomie und Bakteriologie der eiterigen Keratitis des Menschen=.
- (Aus der Universitäts-Augenklinik zu Marburg.) Mit 4 Tafeln.
- (Separat-Abdruck aus +v. Graefe’s+ Archiv für Ophthalmologie. XLII.
- Bd. 1. Abth.) 8. 1896.
-
- M. 4.--.
-
- _=Winkler C.=_, =Über die Bedeutung des psychiatrischen Unterrichts
- für die Heilkunde=. Antrittsrede gehalten an der Reichsuniversität
- in Utrecht am 20. September 1893. (Ins Deutsche übertragen von
- +Ferd. Adalb. Junker von Langegg+.) 8. 1894.
-
- M. --.80.
-
- _=Wundt, Wilhelm=_, =Grundzüge der physiologischen Psychologie=.
- +Vierte+ umgearbeitete Auflage. +Zwei Bände.+ Mit 237
- Holzschnitten. gr. 8. 1893.
-
- geh. M. 22.--; geb. M. 26.--.
-
-
- +Erster Band.+ Mit 143 Holzschnitten, gr. 8. 1893.
-
- geh. M. 10.--; geb. M. 12.--.
-
- +Zweiter Band.+ Mit 94 Holzschnitten, gr. 8. 1893.
-
- geh. M. 12.--; geb. M. 14.--.
-
-
- -- =Hypnotismus und Suggestion.= (Revidirter Abdruck aus: Wundt,
- Philosoph. Studien. Bd. VIII, Heft 1.) 8. 1892.
-
- M. 1.50.
-
- -- =Grundriss der Psychologie.= +Zweite Auflage.+ 8. 1897.
-
- geh. M. 6.--; geb. M. 7.--.
-
- -- =System der Philosophie.= +Zweite umgearbeitete Auflage.+ gr. 8.
- 1897.
-
- geh. M. 12.--; geb. M. 14.50.
-
-
-Druck der kgl. Universitätsdruckerei von +H. Stürtz+ in Würzburg.
-
-
-
-
-Fußnoten:
-
-[1] Fragmente zur Physiologie der Zeugung 1836.
-
-[2] Recherches mikroskop. sur la nature du mucus 1837. Paris.
-
-[3] Grundlage der patholog. Histologie 1854.
-
-[4] The Lancet 1859.
-
-[5] Deutsche Zeitschrift für praktische Medizin.
-
-[6] Comptes rend. Soc. biolog. 1854.
-
-[7] +Virchow+’s Archiv 1857.
-
-[8] +Prager+, Vierteljahrsschrift für praktische Heilkunde 1859.
-
-[9] Études sur la maladie des vers à soie 1870.
-
-[10] +J. Müller+ leitete die Bezeichnung von ψώρα Krätze und
-σπερμεῖον kleiner Samen ab; er beobachtete solche Gebilde bei Fischen
-und glaubte es handle sich um eine durch belebte Semina erzeugte
-Ausschlagskrankheit. Später wurden diese Gebilde auch +Miescher+’sche
-oder +Rainey+’sche Schläuche genannt.
-
-[11] Leçons sur les sporozoaires Paris 1884.
-
-[12] +Hauser+, Protozoen als Krankheitserreger. Antrittsrede 1895.
-
-[13] Die Protozoen als Krankheitserreger. Jena 1891. 1895.
-
-[14] Für besondere Studien muss auf die in den Werken von +R.
-Pfeiffer+, +Braun+, +Laveran+ angegebenen Litteraturverzeichnisse
-verwiesen werden.
-
-[15] Ein neuer in der Ascitesflüssigkeit des lebenden Menschen
-gefundener amöbenähnlicher Rhizopode. Sitzungsberichte der Akademie der
-Wissenschaften zu Berlin XXXIX 1896.
-
-[16] In den Angaben über die zoologische Stellung der Protozoen folge
-ich theilweise der Darstellung von +Braun+ „die thierischen Parasiten
-des Menschen“ 1895. Für spezielle zoologische Studien sei auf das Werk
-von +Delage+ und +Hérouard+ Traité de Zoologie concrète Bd. I: La
-Cellule et les Protozoaires. Paris 1896 (Schleicher Frères) verwiesen.
-
-[17] La Cellule et les Protozoaires. Traité de Zoologie concrète Bd. I.
-Paris 1896.
-
-[18] Ueber die Reinkulturen gewisser Protozoen. Centralblatt für
-Bakteriologie. Bd. XIV. 1893. S. 264.
-
-[19] Ueber aseptische Protozoenkulturen und die dazu verwendeten
-Methoden. Centralblatt für Bakteriologie 1894. Nr. 7.
-
-[20] Beiträge zur Amöbenforschung. Centralblatt für Bakteriologie 1894.
-
-[21] Centralblatt für Bakteriologie 1896. S. 537 und Referat von
-+Janowski+, Centralblatt 1897. S. 237.
-
-[22] Reinkultur von Protozoen auf festen Nährböden. Centralblatt für
-Bakteriologie 1896. Bd. XIX.
-
-[23] Kulturversuche mit Amöben auf festem Substrate. Centralblatt für
-Bakteriologie 1896. S. 257.
-
-[24] Die Kultur der Amöben auf festem Substrate. Centralblatt für
-Bakteriologie 1896. S. 785.
-
-[25] Während der Drucklegung dieser Schrift sind dann noch folgende
-weitere Arbeiten über die Kultur von Amöben oder Protozoen überhaupt
-erschienen:
-
-Zunächst eine Arbeit von +Casagrandi+ und +Barbagallo+ (Centralblatt
-für Bakteriologie und Parasitenkunde Bd. XXI S. 579) „über die Kultur
-von Amöben“, in welcher auch alle früheren Arbeiten über denselben
-Gegenstand Berücksichtigung gefunden haben.
-
-+Casagrandi+ und +Barbagallo+ kommen auf Grund ihrer Versuche zu dem
-wichtigen Schlusse, dass es in der That eine Anzahl von Nährböden
-giebt, in denen man die Amöben, welche ein freies Leben führen mit
-einer kontraktilen Vakuole versehen sind und vielkernige Cysten
-bilden, züchten kann. +Es gelingt dies aber nicht mit denjenigen
-Amöben+, welche eine +parasitäre Lebensweise+ führen und den Fäces der
-Individuen, in denen sie hospitiren, entnommen werden oder auch mit
-denjenigen, welche folgende beiden, den niedrigeren schmarotzenden
-Protozoen gemeinsame Eigenschaften besitzen:
-
-1. Mangel einer kontraktilen Vakuole (wie bei allen niedrigeren
-parasitären Protozoen);
-
-2. Vorkommen einer mehrkernigen Cyste.
-
-Gleichzeitig bemerken die genannten Autoren, dass die Amoeba coli von
-+Kartulis+, wie +Kruse+ und +Pasquale+ zeigten, nichts weiter ist
-als die Strohamöbe. Auch in den Kulturen von +Piccardi+ tritt keine
-Entwickelung von Amoeba coli ein. Ebenso haben die Amoeba zymophila
-von +Beyerinck+ und die Amoeba coli von +Schardringer+ mit Amoeba coli
-nichts zu thun.
-
-+Frosch+ (Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde Band
-XXI S. 926) kommt in einer vorläufigen Mittheilung über „die Frage
-der Reinzüchtung der Amöben“ zu dem Ergebniss, dass das Wachstum
-einzelner Amöben an das Vorhandensein der Bakterien oder deren
-Stoffwechselprodukte gebunden zu sein scheint.
-
-+Schardringer+ (Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde
-1897 Bd. XXII S. 3) ist es dagegen gelungen, +reine und von Bakterien
-freie, fortzüchtbare+ Kulturen zu erhalten. Allerdings ist die
-Bewegungsfähigkeit in mit Bakterien verunreinigten Kulturen ungleich
-grösser als in davon freien. (Näheres muss in den zitirten Arbeiten
-nachgelesen werden.)
-
-[26] +Virchow+’s Archiv 1875.
-
-[27] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1890.
-
-[28] Ueber Amöbenenteritis (Berl. klin. Wochenschrift 1893).
-
-[29] Traité de Zoologie médicale 1885.
-
-[30] cit. nach +Braun+, Parasiten d. Menschen 1895.
-
-[31] vergl. +Baumgarten+, Jahresberichte 1891–1893.
-
-[32] Inaugural-Dissertation 1896.
-
-[33] +Wilson+, Cases of amoebic dysentery. (John Hopkins hospital
-Bulletin. 1895). Centralblatt für Bakteriologie XIX. S. 353.
-
-[34] +Manner+, Ein Fall von Amöbendysenterie und Leberabscess. Wiener
-klin. Wochenschrift 1896.
-
-[35] +Boas+, Ueber Amöbenenteritis (Deutsche med. Wochenschrift) 1896.
-
-[36] +Peyrot+ et +Roger+ Abscès dysentériques du foie avec amèbes (La
-Médecine moderne. 1896). Centralblatt für Bakteriologie XX. S. 815.
-
-[37] +W. Janowski+, zur Aetiologie der Dysenterie. Centralblatt für
-Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. I. Abtheilung. Heft 4–7.
-
-[38] Man vergleiche hierüber die Urtheile von +Casagrandi+ und
-+Barbagallo+ S. 16.
-
-[39] Man vergleiche die Versuchsergebnisse von +Frosch+ S. 16.
-
-[40] Berl. klin. Wochenschrift 1883 S. 237.
-
-[41] Verhandl. für innere Med. 1889.
-
-[42] Zeitschrift für Hygiene 1893.
-
-[43] Berl. klinische Wochenschrift 1893.
-
-[44] Ueber das Vorhandensein von Protozoen bei der Endometritis
-chronica glandularis (Archiv für Gynäkologie 1894).
-
-[45] Berliner klinische Wochenschrift 1895. Nr. 22 und 23.
-
-[46] Berliner klinische Wochenschrift 1895. Nr. 46.
-
-[47] Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften Berlin 1896.
-XXXIX.
-
-[48] Sporozoen in Geschwülsten. Bibl. medica 1895.
-
-[49] Hinsichtlich der zoologischen Angaben folge ich zum Theil
-den Angaben von +Braun+ und +Wasielewski+, auf deren Werke für
-Spezialstudien verwiesen werden muss.
-
-[50] gregarius -- grex = in Heerden lebend.
-
-[51] On the classification of the myxosporidia, Wash. 1889. The
-Myxosporidia, or Psorosperms of fishes, and the epidemies produced by
-them. Bull. U. S. Fish Commission, Part. XVIII. Washington, Gouvernement
-Printing Office, 1894.
-
-[52] Bull. de l’Acad. roy. de Belg. V. 1838, p. 772 (cit. nach +Braun+).
-
-[53] Ueber eine eigentümliche krankhafte parasitische Bildung mit
-spezifisch organisirten Samenkörperchen, Arch. f Anat. und Phys. 1841.
-
-[54] ψώρα = Krätze, Hautkrankheit und σπερμεῖον = kleiner Samen.
-Die Bezeichnung +Psorospermien+ ist dann auch auf andere durch
-Protozoën erzeugte Veränderungen in den Muskeln der Säugethiere, wo
-sie auch +Miescher+’sche und +Rainey+’sche Schläuche genannt werden,
-übergegangen. (Vergl. auch Anmerkung 4. S. 2.)
-
-[55] Recherches sur les Myxosporidies. Bulletin scientifique de la
-France et de la Belgique. T. XXVI. Paris 1895.
-
-[56] von κόκκος Kern.
-
-[57] Ueber die Psorospermien, Archiv für Anat. und Phys. 1854.
-
-[58] Die thierischen Parasiten des Menschen 1879.
-
-[59] Beiträge zur Protozoënforschung. Die Koccidienkrankheit der
-Kaninchen. Berlin 1892.
-
-[60] Journ. de l’anat. et de la phys. 1889.
-
-[61] Ann. de micr. 1890. Compt. rend. Acad. Paris Bd. 40, 44 und 47.
-
-[62] Archives de Zoologie expérimentale 1881. Tablettes zoologiques
-1886. 1892.
-
-[63] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1896. S. 904.
-
-[64] Deutsche Zeitschrift f. Thiermed. Bd. XIV. 1889.
-
-[65] +Gubler+, Gaz. méd. Paris 1858. S. 657.
-
-[66] +Leuckart+, die menschl. Parasiten 1863. I. Bd. S. 741.
-
-[67] ebenda S. 781.
-
-[68] ebenda S. 281.
-
-[69] Untersuchungen über den Krebs. Jena. 1893. S. 24.
-
-[70] Die Protozoën als Krankheitserreger. Zweite Auflage. 1891. S. 45.
-
-[71] L. +Pfeiffer+, Untersuchungen über den Krebs. S. 25.
-
-[72] Schweizer Archiv für Thierheilkunde 1892. 1893.
-
-[73] Schweizer Archiv 1894. S. 169.
-
-[74] +Guillebeau+, über das Vorkommen von Koccidium oviforme bei
-der rothen Ruhr des Rindes. Mitth. der naturforsch. Ges. in Bern.
-Centralbl. für Bakt. u. Parasitenkunde. Bd. XIV.
-
-[75] Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin 1889. Bd. XIV. S. 68.
-
-[76] Observ. sur quelques Koccidies intestinales C. r. de la Soc. de
-biologie 1890. S. 660.
-
-[77] Virchow’s Archiv 1860. Bd. XVIII S. 523.
-
-[78] Delle cellule oviforme che trovansi nei villi intestinali del cane
-e del gatto.
-
-[79] C. R. de la Soc. de biologie 1890 S. 660.
-
-[80] The Journ. of comp. medecine and veterinary archives Bd. XIII. 1891
-
-[81] Bull. de la soc. zoolog. XVI. 246.
-
-[82] The Journal of compar. Pathology 1894.
-
-[83] Bur. of animal industry. Bull. Nr. 8 und Cent. für Bakt. 1894.
-
-[84] Krankheiten des Hausgeflügels 1882.
-
-[85] Lehrbuch der spec. Path. und Therapie 1896.
-
-[86] Oesterr. Vierteljahresschrift für Thierheilkunde Bd. 60. S. 23.
-
-[87] +Salzer+, ein Fall von Molluscum contagiosum an den Augenlidern
-(Münch. med. Wochenschrift 1896.)
-
-[88] +Muetze+, Beitrag zur Kenntniss des Molluskum contagiosum der
-Lider (Archiv für Augenheilkunde Bd. XXXIII. S. 302–310).
-
-[89] Schweizer Archiv für Thierheilkunde Bd. XXX S. 72.
-
-[90] Gelegentlich der von mir alljährlich abgehaltenen
-Demonstrationskurse in der animalischen Nahrungsmittelhygiene für
-Marineärzte ist es bei Vorzeigung mit Schrotausschlag behafteter
-frischer Haut von Schweinen zweimal vorgekommen, dass von Einem der
-Theilnehmer ohne Kenntniss der Natur der Hautaffektion erklärt wurde:
-„Die Haut sieht aus, als sei sie durch einen Schrotschuss verletzt
-worden.“
-
-[91] Der Schrotausschlag des Schweines. Archiv für wissensch. und
-prakt. Thierheilkunde XXII. Bd.
-
-[92] Lehrbuch der path.-anatom. Diagnostik Bd. I. Stuttgart 1894.
-
-[93] Ueber Hypotrichosis localis. cystika. Leipzig 1894. Dissertation.
-
-[94] Ueber Hypotrichosis universalis, anatomische Hefte von Fr.
-+Merkel+ und +Bonnet+. 1892.
-
-[95] Ueber Aknitis oder eine spezielle Art disseminirter und
-generalisirter Follikulitiden. Annales 1891.
-
-[96] Hydradenitis destruens suppurativa. 1892. Monatsschrift für
-Dermatologie 1892 S. 129.
-
-[97] Ueber disseminirte suppurative Hydrosadenitis. Arch. de méd.
-expér. et d’anat. path. 1893. Jan.
-
-[98] Histopathologie der Hautkrankheiten. Berlin 1894.
-
-[99] Traité de zool. méd. et agric. 1893.
-
-[100] Recueil de méd. vét. 1892.
-
-[101] Journal de l’anatomie et de physiologie 1892. L. +Pfeiffer+,
-Untersuchungen über den Krebs. S. 134.
-
-[102] Die Protozoën als Krankheitserreger. Biologisches Centralblatt.
-1895.
-
-[103] Deutsche medizinische Wochenschrift 1887.
-
-[104] Ueber eigenartige parasitäre Organismen in den Epithelzellen der
-Karcinome. Fortschritte der Medizin. Bd. 7. 1889.
-
-[105] Annales de dermatologie et de syphiligraphie 1889. Société de
-biologie 1889. Comptes rendus 1889.
-
-[106] Arch. de méd. exp. 1890. Maladie de peau, dite Maladie de Paget.
-Paris 1890. 4 Tafeln.
-
-[107] Archiv de méd. expériment. et d’anat. path. 1890.
-
-[108] Fortschritte der Medizin 1890.
-
-[109] Ueber Karcinomeinschlüsse. Virchow’s Archiv 1891. Bd. 131.
-
-[110] Annales de l’institut Pasteur 1892.
-
-[111] Annales de l’institut Pasteur 1892.
-
-[112] Centralblatt für Bakteriologie 1892.
-
-[113] Deutsche med. Wochenschrift 1891.
-
-[114] Journal of path. and bacteriol. 1892. Brit. med. Journal 1892.
-
-[115] Sporozoen als Krankheitserreger 1893.
-
-[116] Centralblatt für Bakteriologie 1892.
-
-[117] Untersuchungen über den Krebs. 1893.
-
-[118] Untersuchungen über den Krebs. 1893.
-
-[119] Untersuchungen über den Krebs. Wien-Leipzig. 1893.
-
-[120] Das Lipomprotozoon. Centralblatt für Bakteriologie Bd. 19. 274.
-
-[121] Ueber eine für Thiere pathogene Sprosspilzart. Centralblatt für
-Bakteriologie Bd. 17. S. 113.
-
-[122] Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch,
-Virchow’s Archiv. 147 Bd. 1897. S. 536.
-
-[123] Von +Roncali+ liegen mehrere Arbeiten über das Vorkommen von
-thierischen Lebewesen in Geschwülsten vor: u. A. sur l’Existence des
-Levures organisées dans les Sarcomes. (Annales de Micrographie 1896.
-Paris). Intorno al Sarcoma del Padiglione dell’ Orecchio. (Archivio
-Italiano di Otologia, Rinologia e Laringologia 1897). Centralblatt
-für Bakteriologie und Parasitenkunde 1896. Blastomyceten in den
-Sarkomen. Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1895. Nr.
-14/15. Mikrobiologische Untersuchungen über einen Tumor des Abdomens.
-(Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde 1897.)
-
-[124] Ueber zwei von Protozoen erzeugte Pylorustumoren beim Frosch.
-Virchow’s Archiv Bd. 147. 1897 S. 536.
-
-[125] Archiv für Gynäkologie. 1895 Bd. 48.
-
-[126] J. +Jackson Clarke+, Bemerkungen über die Biologie des
-Alveolarsarkoms. Centralblatt für Bakteriologie Bd. 17. S. 604.
-
-[127] Berl. klin. Wochenschrift 1894.
-
-[128] Fortschritte der Medizin 1894.
-
-[129] Lehrbuch der spez.-path. Anat. 1895.
-
-[130] Beiträge zur Entwickelung der Karcinome 1892.
-
-[131] Archiv für Dermatologie 1892.
-
-[132] Evolution cellulaire et parasitaire dans l’épithélioma. 1892.
-
-[133] Beiträge zur path. Anatomie 1892. Bd. XI.
-
-[134] l. c.
-
-[135] Untersuchungen über den Krebs 1893.
-
-[136] Münch. med. Wochenschr. 1895.
-
-[137] B. +Roncali+, Ueber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse
-über die Aetiologie des Krebses (Aus dem Institute für klin.
-Chirurgie an der Universität Rom). Centralblatt für Bakteriologie und
-Parasitenkunde 1897. Nr. 8–10.
-
-[138] Während der Drucklegung ist noch eine sehr fleissige Schrift
-von +Behla+ „Die Amöben, insbesondere vom parasitären und kulturellen
-Standpunkt“ erschienen, in welcher sich ein sehr umfangreiches
-Litteraturverzeichniss vorfindet.
-
-[139] In dem Abschnitt über Sarkosporidien folge ich im Wesentlichen
-meiner Schrift „Ueber Sarkosporidien“. Thiermedizinische Vorträge Bd.
-III, Heft 11, an deren Ende auch ein besonderes Litteraturverzeichniss
-sich befindet.
-
-[140] Leçons sur les sporozoaires. Paris 1884.
-
-[141] Ueber eigenth. Schläuche in den Muskeln einer Hausmaus. Bericht
-über die Verhandl. der naturforsch. Ges. in Basel 1843.
-
-[142] Zeitsch. für wissensch. Zoologie Bd. V, S. 189. 1854.
-
-[143] Zeitsch. für wissensch. Zoologie Bd. V, S. 199–200. 1854.
-
-[144] On the structure and developpement of the Cysticercus cellulosae
-as found in the muscles of the pig. Transact roy. philosoph. 1858. cit.
-nach +Braun+.
-
-[145] Beitr. zur Kenntniss d. +Miescher+’schen Schläuche. 1867.
-
-[146] Dei parasiti vegetali, Torino 1873 und Giornale di anat. fisiol.
-e patol. degli animali 1874.
-
-[147] Die thierischen Parasiten 1879.
-
-[148] Beitrag zur Kenntniss der Sarkosporidien. Inauguraldissertation
-Rostock. 1892. Zoolog. Jahrbücher 1893.
-
-[149] Zur Kenntniss der Biologie gewisser Vorticellen. Biologisches
-Centralblatt Bd. XV 1895. Nr. 23.
-
-[150] Systematische Stellung der Parasiten der +Miescher+’schen
-Schläuche und deren Züchtung. Berl. thier. Wochenschrift 1897 Nr. 47.
-
-[151] Die Protozoën als Krankheitserreger. 1891. S. 123.
-
-[152] Beitrag zu den Infektionsversuchen mit Sarkosporidien.
-Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. Bd. 18. S. 327.
-
-[153] Bull. soc. Zool. de France X. 1885.
-
-[154] +Lindemann+, hygienische Bedeutung der Gregarinen. Deutsche
-Zeitschr. für Staatsarzneikunde 1868; +Rosenberg+, Zeitschrift für
-Hygiene und Infektionskrankheiten Band 11. 1892.
-
-[155] Compt. Rend. soc. biol. 1894 cit. nach +Braun+.
-
-[156] Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten Bd. 14. 1893.
-
-[157] Zeitschrift für rationelle Medizin 1865.
-
-[158] Mitth. des landw. Institutes Halle 1865.
-
-[159] Nachrichten der Ges. der Wissenschaften Göttingen 1851.
-
-[160] Wochenschrift für Thierh. 1872.
-
-[161] Revue vétér. 1884.
-
-[162] L’Echo vétér. 1883.
-
-[163] Archiv Bd. 32.
-
-[164] Petersb. Journal 1893.
-
-[165] Path. u. Therapie.
-
-[166] Virchow’s Archiv 1887.
-
-[167] Untersuchungen über den Krebs S. 43.
-
-[168] l. c. S. 585.
-
-[169] Darstellung der Lehre von den Trichinen. Virchow’s Archiv. 1865.
-S. 356.
-
-[170] Die menschlichen Parasiten I. Bd. 1863.
-
-[171] Archiv für mikroskop. Anatomie 1867.
-
-[172] +Bronn+’s Klassen und Ordnungen des Thierreichs I. Bd. Protozoa,
-1882–1889.
-
-[173] Zeitsch. für Mikroskopie und Fleischbeschau Bd. III.
-
-[174] Archiv für wissensch. und prakt. Thierheilkunde 1886.
-
-[175] Archiv für wissensch. und praktische Thierheilkunde 1897. Band 23.
-
-[176] Wochenschrift für Thierheilkunde 1872.
-
-[177] Virchow’s Archiv, Bd. 109. 1887.
-
-[178] Vergl. auch Thiermedizinische Rundschau 1886. Nr. 9.
-
-[179] Deutsche Zeitschrift für Thiermedizin Bd. XIV. 1889.
-
-[180] Beurtheilungslehre des Pferdes, Hannover 1859 S. 254–256;
-topographische Myologie. Hannover 1866 S. 206.
-
-[181] +Pütz+ glaubt, dass man wegen dieser Eigenthümlichkeit die
-Erkrankung mit dem sonst unpassenden Namen „Eisballen“ belegt habe.
-
-[182] Thierärztl. Blätter für Niederländisch-Indien Bd. VI 1891. S.
-121–166.
-
-[183] Zeitschrift für Hygiene Bd. XX.
-
-[184] Rec. de Méd. vét. 1886.
-
-[185] Revue vétérinaire 1884.
-
-[186] Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie V. Bd. 1854.
-
-[187] +Pütz+, Zeitschrift für prakt. Nat. Wiss. Bd. II.
-
-[188] Archiv für wiss. und prakt. Thierh. Bd. XII.
-
-[189] Virchow’s Archiv Bd. 41.
-
-[190] +Pütz+ Zeitschrift für prakt. Nat. Wissenschaft Bd. I.
-
-[191] ebenda Bd. II.
-
-[192] Traité de zoologie médicale 1889–90, +Pfeiffer+, Krebs- und
-Zellenerkrankungen durch Sporozoen S. 136.
-
-[193] Notes on parasites. On the presence of Sarkosporidia in birds. U.
-St. Depart. of agric. Bureau of anim. industry 1893.
-
-[194] Meine Bemerkung S. 37 in meiner Schrift über Sarkosporidien, dass
-+Stiles+ diese Thatsache entgangen sei, ist, wie ich mich nachträglich
-überzeugt habe, unrichtig. Sch.
-
-[195] Parasites endoglobulaires du sang des vertébrés, in Arch. de
-zool. expér. 1894 pag. 54–258.
-
-[196] Die Bezeichnung Acystosporidien ist von +Wasielewski+
-eingeführt, weil für eine Familie der Gregarinen schon die Bezeichnung
-Gymnosporidien vorhanden ist.
-
-[197] Quart. Journ. microsc. science 1871.
-
-[198] Die Hämatozoen der Kaltblüter. Arch. für mikr. Anat. 1885.
-
-[199] Für Spezialstudien über die Hämatozoen sei hinsichtlich der
-Litteratur auf die Schrift von +Laveran+ und +Blanchard+ „Les
-Hématozoaires de l’homme et des Animaux“. Paris 1895 (Rueff et Cie)
-hingewiesen.
-
-[200] Ueber Blutwürmchen, welche aus den Froschblutkörperchen
-auswandern. Archiv f. Anat. u. Phys. 1880.
-
-[201] Atti Accad. Gioenia sc. natur. Catania 92–93.
-
-[202] Fortschritte der Medizin 1891.
-
-[203] Virchow’s Archiv Bd. 121. Hyg. Rundschau 1892 S. 461.
-
-[204] Arch. Zoolog. expériment. 1894.
-
-[205] +Flügge+, Die Mikroorganismen. 3. Aufl. Bd. II. 1896. S. 658.
-
-[206] Man vergleiche die Arbeiten von +Danilewsky+ (Archiv für Hygiene
-Bd. 25) u. (Centralblatt für Bakteriologie Bd. 12), +Grassi+ und
-+Feletti+ (Atti Accad. Livien 92/93. Centralblatt für Bakt. Bd. 9); +di
-Mattei+ (Archiv für Hygiene Bd. 22) +Sakharoff+ (Annales de l’Institut
-Pasteur 1893 Bd. 12).
-
-[207] On the pathology of haematozoon infections in birds. (Bulletin of
-the Johns Hopkins Hospital Bd. VIII 1897 Nr. 72 S. 51.)
-
-[208] Traité des fièvres palustres Paris 1884. Compt. rend. de l’Ac. d.
-sciences 1881. Du paludisme et son hématozoaire Paris 1891.
-
-[209] Fortschritte der Medizin 1886. 1889.
-
-[210] Fortschritte der Medizin 1885. 1888.
-
-[211] Centralbl. für Bakt. 1887.
-
-[212] Archivio delle scienze mediche 1889.
-
-[213] Fortschritte der Medizin 1891.
-
-[214] Centralbl. für Bakteriologie Bd. 7.
-
-[215] Malariaparasiten, Wien 1893 (mit ziemlich vollständiger
-Litteratur).
-
-[216] Fortschritte der Medizin 1888.
-
-[217] +Laveran+ et +Blanchard+, Les Hématozoaires de l’Homme et des
-Animaux. Paris 1895 (mit sehr umfangreichem Litteraturverzeichniss).
-
-[218] Parasites endoglobulaires. Archives de Zoologie expérimentale
-III. Serie Bd. II.
-
-[219] +Celli+ und +Sanfelice+, Fortschritte der Medizin 1891. +Kruse+,
-Hygienische Rundschau 1892.
-
-[220] +Golgi+, Zeitschrift für Hygiene Bd. X.
-
-[221] +Grassi+ und +Feletti+, Centralblatt für Bakteriologie Bd. X.
-
-[222] Im Nachfolgenden folge ich theilweise den Angaben von +Kruse+,
-+Flügge+, Mikroorganismen Bd. II. S. 674.
-
-[223] Deutsche med. Wochenschrift 1892.
-
-[224] Archivio delle scienze mediche 1888.
-
-[225] Riforma medica 1889.
-
-[226] Riforma medica 1889.
-
-[227] Hyg. Rundschau 1892/93.
-
-[228] Charité-Annalen 1891.
-
-[229] Deutsche med. Wochenschrift 1892.
-
-[230] Archiv für Hygiene Bd. 22.
-
-[231] Zur Morphologie der Malariaparasiten, Centralblatt für
-Bakteriologie Bd. XXI 1897.
-
-[232] Malaria der Tropenländer. Berlin 1889. +Schelling+,
-Malariakrankheiten. Berlin 1890.
-
-[233] Fortschritte der Medizin 1885.
-
-[234] Petersburg. Archiv. 1892.
-
-[235] Ueber das Sumpffieber bei Pferden. Rec. de méd. vét. S. 148. 1896.
-
-[236] Nürnberger Naturforscherversammlung 1893.
-
-[237] General pathology of Surra 1891. Americ. vet. rev. Bd. 15.
-
-[238] Arbeiten aus dem Institut Pasteur 1890. Centralbl. für Bakt. und
-Paras. 1894 Nr. 15.
-
-[239] Recherches zoologiques et biologiques sur les parasites
-endoglobulaires du sang des Vertébrés. Arch. de Zoolog. expér. et gén.
-Sér. III Band II.
-
-[240] Animal Reports Washington 1891/92, 1893.
-
-[241] Animal Reports Washington 1891/92, 1893.
-
-[242] Journ. of comp. med. 1891.
-
-[243] Monographie über Texasfieber 1893.
-
-[244] Journal of comp. med. Bd. V.
-
-[245] Investigation of Texas cattle fever. Washington 1881.
-
-[246] Arbeiten aus dem kais. Gesundheitsamt 1895 S. 411.
-
-[247] Comptes rend. de l’acad. des sciences Paris 1888. Die Aetiologie
-der seuchenhaften Hämoglobinurie des Rindes, Virchow’s Archiv. 1889 Bd.
-115. S. 81. Rec. de médec. vét. 1889. 1890.
-
-[248] Clin. veter. 1889 und 1890.
-
-[249] Die Rindermalaria in der Campagna von Rom (Centralblatt für
-Bakteriologie und Parasitenkunde 1897. Bd. XXI Heft 15/16).
-
-[250] Supplimenti al Policlinico. 1897. Bd. XIV.
-
-[251] Le emoglobinurie da malaria secondo i recenti studi (Annali di
-medicina navale 1896).
-
-[252] Centralbl. für Bakter. 1893. Nr. 1.
-
-[253] Des hématozoaires de l’hémoglobinurie du bœuf (Arch. de méd. exp.
-1894).
-
-[254] +Virchow+’s Archiv Bd. 139. 1895. S. 1.
-
-[255] +Virchow+’s Archiv Bd. 139. 1895. S. 382.
-
-[256] Deutsche med. Wochenschrift 1895. Nr. 25–27.
-
-[257] Deutsche med. Centralzeitung 1895.
-
-[258] Deutsche med. Wochenschr. 1895 Nr. 30.
-
-[259] Deutsche med. Wochenschrift 1895 Nr. 38.
-
-[260] Deutsche med. Wochenschrift 1894.
-
-[261] Centralblatt für allgemeine Pathologie 1892.
-
-[262] Centralblatt für Bakteriologie 1892.
-
-[263] Münch. med. Wochenschrift 1897 Nr. 41.
-
-[264] Ricerche sulla patogenesi ed etiologia dell’ infezione vaccinica
-e vaiolosa (Archivio per le scienze mediche Torino e Palermo. Vol. XVI
-1892).
-
-[265] Nachtrag zu: Protozoen als Krankheitserreger 1895.
-
-[266] Centralbl. für Bakt. Bd. 18 (1896).
-
-[267] +Sicherer+, Münch. med. Wochenschrift 1895.
-
-[268] Centr. für Bakt. Bd. 16.
-
-[269] Brit. med. Journ. Bd. I. 1894.
-
-[270] Brit. med. Journ. Bd. I. 1894.
-
-[271] Cent. für Bakt. Bd. 17 1895.
-
-[272] Monatsheft für Dermatologie 1887.
-
-[273] Ueber Form und Färbbarkeit der Zelleinschlüsse bei
-Vaccinaimpfungen. Cent. für Bakt. Bd. XXI. 1897 S. 901.
-
-[274] Recherches sur l’infection dans la vaccine (Annales de l’Institut
-Pasteur 1897, Nr. 4).
-
-[275] Compt. rend. de l’Acad. d. sciences 1890. 1894. Comptes rendus de
-la société de biologie 1892. 1894.
-
-[276] +Grassi+, Gaz. méd. 1879.
-
-[277] +Epstein+, über Infusoriendiarrhöe. Deutsches Archiv für klin.
-Medizin 1893. S. 505.
-
-[278] Deutsches Archiv für klinische Medizin 1897. Bd. 55. S. 451.
-
-[279] Ueber das Vorkommen von Trichomonas im Harne. Centralblatt für
-Bakteriologie 1894.
-
-[280] Centralblatt für Bakteriologie 1894.
-
-[281] Münchener med. Wochenschrift 1895 Nr. 51.
-
-[282] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde Bd. XXI. 1897.
-Nr. 19 S. 721.
-
-[283] Zeitschrift für klinische Medizin Bd. XXXI. 1897 S. 488.
-
-[284] Es mag an dieser Stelle noch erwähnt sein, dass nach den
-Untersuchungen von +Fiorentini+, +Gruby+, +Delafond+, +Colin+,
-+Bundle+ u. A. Infusorien bei allen gesunden Pferden vorkommen und
-als Commensalen aufgefasst werden, denen eine gewisse physiologische
-Bedeutung bei der Verdauung zugeschrieben wird.
-
-[285] Die Protozoen als Krankheitserreger, 2. Auflage 1891. S. 149.
-
-[286] Andere Synonyma sind: Plagiotoma coli (+Claparède+ et +Lachmann+
-1858) Leucophrys coli +Stein+ 1860.
-
-[287] Parasiten des Menschen.
-
-[288] Infusorien als Intestinalthiere des Menschen. (+Virchow+’s Archiv
-XII. 1857.)
-
-[289] +Ekecrantz+, Nordiskt medizinskt Arkiv Bd. I 1869. +Wising+,
-Nordiskt medizinskt Arkiv Bd. III. +Belfrage+ Upsala. Läkareförenings
-forhandlinger Bd. V. 1869. +Winblad+ ebenda Bd. V. +Petersen+
-ebenda Bd. VIII. 1873. +Heuschen+ ebenda Bd. X. 1874. +Heuschen och
-Waldenström+ Bd. X. 1874.
-
-[290] +Mitter+, Inaugural-Dissertation Kiel 1891. +Treille+, Archives
-de méd. navale Bd. 24. 1875. +Graziadei+, Archivi per le scienze
-mediche vol. IV. 1880. +Zur Nieden+, Centralblatt für klin. Medizin
-1881. +Stockvis+, Weekblad van to Nederl. Tijdschrift voor Geneesk.
-1884. +Edgren+, Svenska läkaserälleskapet forhandlinger 1885.
-
-[291] Deutsches Archiv für klinische Medizin 1893.
-
-[292] Petersburger med. Wochenschrift 1882.
-
-[293] Sitzungsbericht der Dorpater Naturforsch. Gesellschaft 1896.
-
-[294] Berl. thierärzt. Wochenschrift 1897. Nr. 47, 52.
-
-[295] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. Bd. XXI
-S. 657.
-
-[296] Beiträge zur Aetiologie der Rabies. Centralbl. für Bakt. u. Par.
-Bd. XX 1896 Nr. 6 u. 7.
-
-[297] Centralblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde. 1897. Bd. XXI
-S. 657.
-
-[298] Centralbl. für Bakt. u. Paras. 1897. Bd. XXII S. 399.
-
-[299] Die litterarischen Nachweise über Amöben sind theilweise der
-Uebersicht von +Behla+, die Amöben, Berlin 1897 entnommen.
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Protozoen als Krankheitserreger
-des Menschen und der Hausthiere, by Georg Schneidemühl
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE PROTOZOEN ALS ***
-
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-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
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-date contact information can be found at the Foundation's web site and
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