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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Gedichte - -Author: Julius Maria Becker - -Release Date: June 2, 2016 [EBook #52219] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GEDICHTE *** - - - - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - - Julius Maria Becker - - - - - Gedichte - - - Kurt Wolff Verlag · Leipzig - - Bücherei »Der jüngste Tag«. Band 72 - - Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig - - - - - Johanni - - - Als sich dein Haar den Berg entlang ergoß, - Wogte das Weizenfeld in seinem gereiften Gold. - Kornblumen dunkelten, wo noch eben dein Blick geweilt. - Im silbernen Blütenstaub dämmert dein Odem hinab. - - Der Beter vorm Bildstock erfleht noch den Saaten Bestand: - Es tränke sie Tau und der Sturm erachte des Halms. - Dann schließt er auch dich in sein gilbes Gebet. - Saum deines Kleides wehet den Tannen vorbei. - - Jetzt bette ich Müdsein in deine eratmete Saat, - Erde ist kühl und dein Leib ist dem Sinne der Erde so nah. - In Küssen beschwörst du den silbernen Abend heran. - Blaß über Wimpern tanzt schon die Sichel des Monds. - - - - - Ich -- Du - - - Ich halte im Umkreis deiner Verflüchtung mich auf. - Ich weile auch ferne der grenzenden Körperlichkeit. - Ich wandle im blasseren Licht deines Heiligenscheins. - - Du stehst im Abend und verdämmerst ganz still hinaus. - Du streifst noch die Sterne und zitterst im Boden fort. - Der Schleier sind viele, sind Wolken und wehen dich hin. - - Ich nehme das Beste von dir fern atmend in mich. - Ich tränke mein Erdreich mit deinem durchgoldeten Tau. - Ich helle den Traum mit deinem vergessenen Licht. - - Du bist wie zu Hause und weißt auch nicht, wie du mich nährst. - Du senkst deinen Schatten, umwandelst dein Wurzelgerank. - Du blühst und vergehst, doch die Ferne stammelt von dir. - - Ich pflanze dein Echo auf einen verewigten Stern. - Ich rette die Strahlung des Bluts in eine bedürftige Nacht. - Ich trage den Hauch, der noch blieb, auf meinem Fittich hinauf. - - - - - Dein Wesen ist über alle Welt zerstreut -- - - - Dein Wesen ist über alle Welt zerstreut, - An alle Himmel verloren. - Im Kelch von tausend Blumen sammle - Ich dich ein. - - Ich werfe meine Netze weit im Meer - Der Nachthimmel aus, - Feierliche Sternbilder, worin dein Blick sich verewigt, - Sammle ich in meinen Netzen. - - Ich eile zu gehen: - Zurückholen will ich deinen Blick - Aus allen vier Winden der Rose. - Jedem deiner Gedanken reise ich nach. - - Ich behüte mit aufgestellten Windharfen, - Die mein Lied dir brausen, - Geliebte, dein waches, hellwaches Ohr. - - Ich will, daß deines Wesens - Volle Pracht in einem heißen - Kuß mich überschütte: - - O ja, Geliebte, bleibe in meiner Hand! - Schwinde nicht fort aus meinen - Verdämmernden Horizonten! - - Entferne dich nicht aus dem Goldrahmen - Meines geruhigen Tags! - Lästere nicht meinen Besitz an dir! - Habe keine fremden Götter neben mir! - - - - - Als ich im ersten Viertel des Monds -- - - - Als ich im ersten Viertel des Monds - Ausgestreckt in den Rosen des Hügels lag, - Kamst du -- ein wärmender Schatten -- heran, - Gossest auf meine Stirne die Schale des Schlafs. - - Ich eilte in rötlichen Blätterstürzen -- im Herbst - Und war deiner atmenden Nähe schon minder gewiß. - Zeitlosen rahmten die Landschaft der Traurigkeit. - Bei einer Harfe fand ich Zuflucht des Nachts. - - Winters, wenn ich den Eiskristall - In das Licht der erstorbenen Sonne hob, - Fremde, erschienest du nicht. - Regenbogen umkreisten den ewigen Kern. - Zierliche Sterne des Schnees - Schmückten das Grab meiner Seele. - - Aber im Lenz, bald schwimmt die immergrüne Insel heran. - Leidenschaftliche Sonne wühlt sich aus flimmerndem Gras. - Auftaucht, von rosiger Muschel gehoben, - Die Herbstliche, Nackte im Schaumgekräusel des Sees. - - Füllhörner schütten Farben und Blumen über dich hin. - O wer darf dir jetzt - Aus zauberischen Lüften den purpurnen, - Rosenbestickten Mantel der Schönheit reichen? - - Auf erhöhtem Wagen ziehst du einher, - An schlanke Deichsel sind goldgezäumte Rosse gespannt, - Schwebende Frauen führen die lockeren Zügel. - Weidenbüsche, die der Lufthauch deines Zuges berührt, - Tönen mit allen Zweigen, Schalmeien gleich. - Orgeln brausen inmitten des Schilfs. - Überall zieht Morgenröte herauf. - - O und dein Wagen rast über mich hin. - Um lodernde Achse rollt sprühend das Sonnenrad. - Ich bin von den Bildern blitzender Sprossen umschattet. - Silberner Wegstaub hüllt meinen Jammer ein. - - - - - Es werde Licht - - - Ich hatte diese Welt schon ganz in meinen Geist genommen - Und sah nach innen, wo im Sphärendrehn - Die düstern Bilder wechselten. -- Es war ein stetes Kommen - Von Nachtgestalten -- stetiges Vergehn. - - Von Gram gebleicht, von Last gekrümmt und mit zerquerter Stirne - So hing ich über diesem tiefsten See. - Aus Spiegelquellen wuchs mein Wolkenhaupt wie Glanz der Firne. - Die Wirbel kreisten um ein Tausend-Weh. - - Da kam der Tag. Mich rief ein Lied. Da war's, als hell im Frühen - Sich diese Welt in deine Augen schwang. - Da brach aus jedem Ding sein Kern des Lichts im Fächerblühen, - Aus allen Wipfeln brauste der Gesang. - - So werd ich diese Nacht der Welt durch deinen Himmel tragen - Und Träume sind der Möven Silberflug. - Des bangen Tags Geschehen ist ein lautlos Ruderschlagen. - Doch Güte kniet in Lämmern, sich genug. - - - - - Lied - - - Sie sind im Licht der Tagessonne - Der Leiber zwei, der Seelen zwei, - Sie streben sonder Wort und Wonne - In weiten Kreisen sich vorbei. - - Er zieht mit jedem roten Morgen - Die wachen Pfade streng hinauf; - Im Köcher ist der Pfeil geborgen, - Es ruht die Hand an Schwertes Knauf. - - Des Weibes Tag ist stiller Wandel - Der Sonne um umlaubtes Haus, - Ein ferner, süßer Duft von Sandel, - An seinem Weg ein Blütenstrauß. - - Doch mit der Sonne Lichtvergluten - Fällt beider Kreis aus ihrer Kraft - Und dunkel muß zusammenfluten, - Was tags sein Einzelsein erschafft. - - Baum, Strauch und Turm zerfließt ins Schweigen, - Der Strom verebbt im weiten Tal; - Der Himmelszeichen goldner Reigen - Geht ein in diesen Sternensaal. - - Nichts will nun beide mehr umragen, - Ein Grauen zwingt den Mann zum Weib. - Von eines Odems Maß getragen, - Durchblüht die Nacht ein Sein, ein Leib. - - - - - Liebesode - - - Dein Blick ist unsterblich in mir. - Er hat ja erst wie ein Sonnenstrahl - Mein dumpf-unseiendes Leben erweckt. - Er hat ja erst die Sehnsucht erweckt. - Dein Blick ist unsterblich in mir. - - Wir sanken, Glieder an Glieder gepreßt - Und Mund an Mund - Als Leib, lustvergessen ein Leib, ins Gras; - Und tief der Himmel mit tausend Sternen - Sank und deckte uns zu. - O Himmel der Lust! O Grab der Lust! - Aber dein Blick ist unsterblich in mir. - - Und, die du gebärst, die Kinder kreisen - Als Sonnen auf eigen-beschriebener Bahn: - Ein neues System. Ich hab es erregt. - Nein, dein Blick hat es erregt. - Und dein Blick ist unsterblich in mir. - - Unsterblicher als die Geschlechter nach mir. - In meiner Seele, wenn alles, was Staub war, - Staub wieder ist, lebt noch dein Blick, - Ihr sphärisches Sein durchleuchtend mit mildem Strahl, - Unsterblich ist dein Blick in mir. - - So wird meine Seele die Sehnsucht hegen, - Wie tief ich gestorben, nach Leben im Fleische, - Um voller zu fassen das schwebende Leben - Im Blicke von dir zu mir, - Unsterblich ist dein Blick in mir. - - - - - Im Abenddämmern zwischen den Jahren -- - - - Nun muß ich nächtelang - Vergeblich am Scheideweg der Milchstraße auf dich warten, - Im Abenddämmern zwischen den Jahren - Säumte ich drüben als der Mann im Mond. - - Früher konnte ich dich in den verzweigten Tälern - Der Erde noch suchen gehn. - Im bläulichen Frostlicht des Monds - Schliefen die Hütten, im Schatten zerstreut. - - Doch irgendwo, drinnen, dein kristallener Atem - Zeichnete Orchideen auf silberne Scheiben. - Eisblumen -- die schönsten auf gläsernen Beeten der Nacht -- - Zeigten den Weg zum wärmenden Licht deines Kusses. - - Nun weiß ich dich nirgends zu finden. - Ich suche die Träume der Jünglinge auf. - Ich weiß es, in Nächten des klirrenden Siebengestirns - Träumen sie immer nur dich, - Träumen dich mit all deinem Lächeln, farbig im stillen - Gedenken an mich. - Nur in den Träumen Verliebter finde ich nochmals zu dir zurück. - - - - - Der Kranke - - - Abends wissen wir, wenn jach das erste Viertel - Kalten Monds im Oberlichte reift, - Wenn um silberisch Gewand den Sternengürtel - Naher Abend zart mit Händen streift, - Daß der Adler nun sein Nest - Giererwacht, die Nacht auf Schwingen, - Nacht zu bringen, - Flügelgroß verläßt. - - Leises Rollen wie bei düstern Nachtgewittern - Kündet, daß der fremde Vogel naht. - Diesen Kranken dann befällt ein heftig Zittern - Und er rüstet sich zur schwersten Tat, - Atmet hart; und fast erstickt - Ruft er Hilfe, wehrt mit Händen, - Abzuwenden - Unheil, blind geschickt. - - Durch geschlossene Fenster, schmal durch Schloß und Riegel, - Sichtbar nur dem heißen Fiebertraum, - Schlägt's wie Schwefelflammen, bricht's wie Aschenflügel, - Spreitet sich wie Fächer, Krone, Baum, - Stürzt dem Kranken auf die Brust, - Krallt sich fest mit krummen Klauen, - Hell in blauen - Augen thront die Lust - Mit dem Schnabel dieses Kranken Fleisch zu spalten. - Eine Sichel bohrt sich tief hinein, - Wühlt hinab; das Herz in zuckenden Gewalten - Blutet Funken, sprüht wie Feuerstein. - Sieben Stunden währt die Not - Und den Kranken hört man stöhnen, - Gott verhöhnen - Und er liegt wie tot. - - Heiße Tränen seh ich ihn aufs Kissen weinen, - Das ihn wie ein Felsgeklüft umfängt, - Und wir andern um sein Lager, Kinder, scheinen - Steinernes Gebirg, das ihn bedrängt - Und so wie Gebirge schweigt, - Da wir ganz in Schmerz erstarrten, - Zählen, warten, - Bis der Morgen steigt. - - Unsre Blicke bohren sich ins Fensterdunkel, - Unsre Blicke suchen morgenwärts. - »Endigt, Venus, endigt nicht dein Lichtgefunkel? - Findet Ruhe endlich nicht dies Herz?« - Und ins Licht noch ganz versteckt, - Mündet Glanz der blassern Sterne. - Wolkenferne - Kühn der Tag sich reckt. - - Ragt empor als Held mit goldenem Schild und Bogen, - Ist im Sonnenkahn herbeigeschifft. - Durch den Dämmer klirrend kommt ein Pfeil geflogen, - Der durchs Fenster kühn den Vogel trifft. - Lauter Jammer ist verweht, - Selbst der Kranke atmet Wonne - Bringt dir, Sonne, - Froh sein Dankgebet. - - - - - Nacht - - - Sei zufrieden! Schon ringt sich der Abendstern aus totem Sonnenrot. - Schmale Sichel des Monds schwimmt am gotischen Fenster vorbei. - Das farbige Traumbuch des Tags entblättert im Wind. - Atem des schlafenden Kinds eilt den Sternbildern voraus. - - Siehe, ich harre der göttlichen Huld dieser Nacht, - Denn sie löst mir von Gliedern der trotzigen Ketten Geklirr - Und ich wandre im schneeigen Licht vormitternächtigen Schlafs - Lämmerumtanzt zu den äußersten Küsten der Seele. - - Überm veilchenfarbigen Segel am Fährenrand - Dehnt sich im Sternengewoge das Meer der Unendlichkeit. - Meine Harfe am schäumenden Kiel erbraust in die Nacht. - Eure Hände, Geliebten, die einst ihr wart, - Mischen sich still in atmender Saiten Geflecht. - - Nachtviolengeranke, so flicht sich der Sang um das Boot - Und mich besitzt die Gemeinschaft der Erdeentschwerten. - Aber schon dringen vom anderen Ufer Geräusche, erwacht, - Helios schirrt die blendenden Rosse zur morgigen Sonnenfahrt. - Und ich erwache zum Wissen der ärmlichsten Traurigkeit. - Langsam wachse ich wieder ins Kettengefüge des leiblichen Tags. - - - - - Ich komme aus meinen Träumen -- - - - Ich komme aus meinen Träumen euch zugereist. - Ich habe meine Hände voll Glanz, - In meinen Augen ist Licht des fernsten Gestirns. - Ich will euch die Farben des Regenbogens bringen, - Denn ihr seid ja so aschengrau, - So erdgebrannten Gesichts. - Ihr säuselt an Krankenbetten als Echo der giftigen Seufzer, - Sterbet zehnmal des Tags und werdet - Mit blechernen Trauermärschen zehnmal des Tags zu Grabe gebracht. - Auswendig kennt ihr die Inschrift auf spiegelndem Marmor in Gold, - Den ewigen Grabstein schleppt ihr auf Rücken das Leben entlang. - - Ihr sitzet am Schachbrett und haltet gedrechselten Läufer, - Schwimmt auf dem Rauch des Cafés - In euer brodelndes Nichts hinab, - Gespenster, hört mich, Gebannte ins schattenzerworfene - Nachttal der Erde: - Ich komme aus meinen Träumen euch zugereist, - Ich zünde nun farbige Feuer, - Lasse die Girandolen kreisen, - Eröffne das Lichtfest der Sterne, - Wehe mit farbigen Phönixflügeln heran. - - Farbige Flügel mit Federn der trunkenen Asia - Dehnen sich zwischen den Säulen im morgenrötlichen Tempel. - O ich jage euch Sonnen über die Erde hin, - Ihr sehet an blühenden Himmeln weit - Lilienhände im Spiel der klingenden Saiten; - Ihr sollt euch nach Blumen bücken, hört ihr! - Kinder emporheben in den goldenen Stromfall des Lichts. - Sehnen soll euch erfassen - Nach dem göttlichen Tod im entflammtesten Kuß! - - - - - So haben mich die Jahrtausende gesehn -- - - - So haben mich die Jahrtausende gesehn: - Hochgebäumt über brodelndem Menschen-Weh. - Ich war ein Springquell, mein Blutstrahl fiel - In die tönende Muschel der Erde hinab. - - Deingedenken doch war das Rot am Abendhimmel der Schlacht, - War im zehnfachen Tod die tastende Ewigkeit. - Komm und brich den Glanz deiner Schönheit - Lächelnd im Stromfall, wenn ich mich erdwärts ergieße! - - Denn so wird die Welt den fliehenden Augenblick schön - Und ihr Abglanz spiegelt im Antlitz der Engel sich fort. - Stürze sie ab! - Geläuterter Widerschein sind wir, der entflieht. - - - - - Fluch - - - Auf euere Neroschädel treffe dieser Fluch! - Euch war der Brudermord die beste Konjunktur, - Euch war der Börsenzettel die präzise Uhr, - Das Manometer, wo ihr grinsend -- o verrucht -- - In Ledersesseln mit umpolsterten Gesäßen - Den letzten Stand der Blut-Flut lächelnd abgelesen. - - Ach, meine neue Welt, ich weiß ja keine Qual, - So tief an tiefer Zeit, so weit an weitem Raum - Und meinen großen Fluch, o Fluch! erreicht sie kaum. - Denn schnürte ich euch auch an jeden Marterpfahl - Und bräch mein heilig Zorngefäß an euch in Scherben, - In tausend Blitzen könnt ihr doch nur einmal sterben! - - Drum seiet ihr -- ich will's! -- der Ewigkeit erwählt! - Daß immer neu die Rache in Erfüllung geht, - Sei euch der Tod die Stunde, wo ihr aufersteht - Zu einem Leben, das gleich tausend Leben zählt. - Aus jedem Euter sollt ihr euch das Sterben melken. - Mit jedem Grashalm, jedem Blatt sollt ihr verwelken! - - Ich schmeiße euern Balg in jeden Erdvulkan, - Ich warte, bis sein Ekel ihn zu Rande speit, - Ich stürz ihn neuerdings in Glut und Flammenleid, - Laß ihn hinab, zieh ihn empor wie Last am Kran - Und will mich höhnisch in ekstatischem Ergötzen - An seinen Tantalqualen tausend Jahre letzen. - - Ihr trankt der Brüder Blut aus tausendfachem Kelch, - Verspeistet auch sein Herz und wurdet fett. - Nun reiß ich's euch aus klirrendem Skelett - Und werf es weit im Schnee der Arkten vor den Elch, - Damit er's schlinge; daß im Gallenschleim es ende. - Vielleicht auch findet es den Weg der Exkremente. - - Ich denke mir die Quellenstollen tief genug; - Zehn Menschenalter sein sie finsterstes Verließ, - Worin euch meine Faust von Schacht zu Schächten stieß, - Erschaffend euch in jeder Ferne einen Trug - Von Luft, Eratmung, hellem Glanz der Tageslichter: - Doch meine Schlangen gürten eure Brüste dichter. - - Auf jedes Rad, wenn sich's im Staub der Rosse bäumt, - Sei euer morscher Leib mit Strippen festgespannt, - Aus jeder Rille, Hufesspur, dem Tritt im Sand - Aufquelle euch ein Born von Blut, das schäumt, - Und fülle eure Mäuler, peste auch in Nasen: - So will ich mit euch durch die neuen Welten rasen! - - - - - Apokalyptisches Gebet - - - Nimm doch zurück, o Gott, in deine Stadt - Von Jaspismauern, Häusern roten Golds, - In heiliges Gezelt aus schmiegsam Zedernholz, - So uns dein Grimm, o Gott, gesendet hat: - Der Kräfte, Mächte, Engel Siebenzahl, - Die auf uns geußen Schalen wilder Qual. - - Sieh, unsre Scheitel flammten auf und aschten grau! - Was je in Schmerz geboren aus dem Weib, - Wir decken ja mit blutbeströmtem Leib - Das Kraterland der Erde; Blut ist Tau, - Der alle Kelche füllt, aus Keltern träuft. - Geschlecht der Sünde ward zum Tod gehäuft. - - Wo ragt das Schloß, das du erbauen wirst - Aus Schläfenquadern: Haus der Menschheitsnot? - Auf kahlen Straßen treibt der Kärrner Tod - Den Maultierkarren, der von Schädeln birst. - O düsterer Karren Karawanenzug! - Der Krähen Volk zieht mit, die Nacht im Flug. - - In Höllengängen, wo Entsetzen Odemgift - Aus dickverknäulten Brüdermassen zeugt, - Im Rumpf des Schiffes, das dein Wehen beugt, - In Tempeln ist es, wo dein Schwertstreich trifft. - Wir finden auf der Erde, die wir groß geglaubt, - Nicht ein Versteck für dieses Dornenhaupt. - - Kein Baum, wo im Geäst nicht wehend trieb - Ein Absalon im letzten Stolz, kein Stein, - Darunter nicht im Dunkeln das Gebein - Der Mensch-Skorpione dorrte. Warum schrieb - Dein Finger eine Sichel nur ans Firmament? - Zulang die Ernte! -- Ende ohne End. - - Wie würgten Adler, Löwe ja und Stier - In uns, o Gott, und knieen vor dem Lamm, - Der weißen Wolke, die aus Nacht herfür - Die Sonne deckte am gekreuzten Stamm! - In zwanzig Zungen, Menschheit schreit zum Herrn: - Auf reiner Schale reiche uns den Morgenstern! - - - - - Altartiefe sollst du mir enthüllen -- - - - Herzschlag ist nirgends, doch Pochen der Maschine, doch - Stundenschlag. - Odem ist nirgends, doch Qualm der Fabrik, doch Giftgas. - Sklavenrücken auf Schweißspuren mürrisch geschleppter Last - Tragen den Fluch in Wüsten, ferne den Tempeln, hinaus. - - Dein Urgrund, o Mensch, ist Saatacker voll Unkraut und Moorsumpf, - Ist Kammer voll Lava, - Ist Bergwerk gestauter Nacht, - Ist Tümpel des Drachen, ist Einöde der Schlange -- - Und Herdes Dumpfheit entsendet im Rauch - Heillose Wechselgestalt des Seins. - - Sein, das in Kerkern liegt, treibt alpdrückenden Traum aus Licht. - Völkerwanderungen, Untergänge, Sturz der Babeltürme, Fluten - Geschlagener Heere auf Straßen, die Bäche des Blutes entlang: - Dumpfer Widerstreit deiner Triebe gebiert die Phantome der Schlacht. - Maschinengespenster mit hurtigem Arm: es schuf sie die Angst. - Gier stiebt auf in den Mückenschwärmen der Pest. - Aus rotem Blut hat dein Traum die Fahnen des Aufruhrs gehißt. - - Tempelwinkel der Seele aber, Altartiefe sollst du mir enthüllen, - Verlorenen Weihrauchduft und zerbrochenen Heiligenschein, - Vergessene Heimlichkeit, Kniebeugen der Sehnsucht, die Liebe, - Dein Göttliches, deine stille Morgenschönheit, deine Psalmmelodie, - Das Schneeskleid deiner Lammesgüte, den Blumenhauch, dein Herz! - - - - - Erde -- o Erde - - - Erde, o Erde, - Wer hieß uns wandeln auf Blutäckern, auf Leichengefild, - Wer hat uns zum Dünger bestellt - Für Saatfrucht des Morgen, die eigenem Samen entsprießt? - - Zackiger Flügelschlag des Drachen - Und sein Doppelstrahl aus goldenen Nüstern, - Purpurbeschlagener Rachen des Löwen und Tigersprung, - Schillernd herkriechende Schlangennähe und Ebers Zahn, - Brüllende Zorngiere gehörnter Ure, Auswurf verschmitzten Lamas - Und plattfüßig gewälzte Wucht der Bäre, - Und Stachel und Biß und Hieb und Hinterhalt, - Wurf, Stich, Überfall, Angriff -- Erde, o Erde: - So drohet die Geste, mit der du dich gegen uns Schollensöhne - erhobst, - So sengt, brennt, giftet das Kleid deiner Feindschaft, - So zündet der Glanz deines Harnischs, in Bilder der Angst zerträumt. - - Heillosestes Bild, du bist es uns -- Mensch! -- -- - Da schält uns Sonne aus Mitleidshüllen des Schlafs - Und zieht uns im Strahlglanz aufs Festland der üppigsten Schlacht. - Von Wunden löst sie das leichthin getrocknete Siegel - Und zahllos -- im Bogen gekreuzt -- - Ergießt sich heiliger Springquell des Bluts. - - Erde, o Erde, - Wo retten wir hin - Ärmliches Unsgehören des Schlafs? - O nähme Wipfel der Esche uns auf, - Daß Sterne fielen in heiter beruhigten Traum - O bettete See uns kühl, wo hoch die Glocken - Aus Türmen läuten im grünen und goldenen Strom, - O schliefen wir fort an Brüsten der seligsten Frau, - Von Kindheitsliedern unendlich gewiegt! -- - - Doch sollen wir träumens noch wissen, - Wie grimmig wir tags uns mähten - Zu Dünger -- zu Speise des Kots. - Aus Tiefen grellt auf - Funke gezückten Schwerts. - Schlachtlärm tost in der heulenden Schnecke des Ohrs - In Augen bricht nieder - Stützen von Leibern quer weg über Lanzen - Und Rücklingsbäumen von Pferden mit schmerzhaft geblecktem Gebiß. - - Erde, o Erde! - Blut ist dein Trank, - Fleisch ist hehre Speise deinem Mund. - Dein Glanz, das Weltall durchdämmernd, - Ist Glanz der Schwerter, geschwungen von Menschenhand. - Dein Brausen auf blauer Sonnenbahn - Ist Donner der niebeendeten Schlacht. - Im Säulendrehn dein goldener Himmelsrauch - Ist Opfergruß des getränkten Altars. - - - - - Warum fällt denn nicht -- - - - Warum fällt denn nicht die Sonne, Herr, aus deiner Hand? - Warum stürzen nicht im Strom der Falten - Weithin klirrend die Gestirne nieder? - Warum zittern nicht die fluchverwiesnen Erden, - Dunkeln blutbeströmt beschämte Monde nicht? - Warum welken nicht, vom Aschenatem angeweht, - Bäume, Gräser, wie vom Wurzelwurm zernagt? - Warum lodert nicht der Liebe Kuß verzehrend - Flammend auf? - Warum dorrt die Frucht im Kelch der Frauen nicht? - Warum stirbt denn nicht im Tröstermund dein Gotteswort? - - Gott der Wüsten, du bist überlistet! - Hast du nicht die sieben Farben einst ans Firmament gesetzt, - Kündend, daß die Flut nie wiederkehre! -- - Doch es war nicht ausgemacht, ob Wassers, ob des Bluts, - Und wir haben dich mit unserm Blut betrogen, Herr! - Sieh, aus Flüssen, aus Kanälen quillt's, - Aus den Ritzen des Planeten wie aus dorngekröntem Haupt! - Denn gespiegelt sieht, o Herr, dein Ebenbild - Lauernd Mensch im andern und sein Haß auf dich - Treibt verwirrten Triebes splitternd zu zerschlagen - Jenen Spiegel, fortzuscheuchen - Schreckendes Phantom. - - O er trug ja welke Last des Daseins lang auf Schultern, - Tempelschüler war er aller abgelebten Alter, - Ward gelangweilt, ach, mit deiner Götzen - Pfauenäugig bunter, ungezählter Schar, - Ward von jedem grauen Wahn in Schlangenkreisen - Tausend Jahre lang umhergenarrt. - - Hoch auf Wolken türme sich, o Gott, dein nah Gericht! - Wehe Völker recken tausend Arme - Brünstig deinem flammennahen Blitz entgegen, - Gieren Nacht und Tag um Gnade der Zerstörung, - Auszutilgen, was sich selbst mit Gram belud, - Auszurotten, was sich selbst sein Gift gebar, - Auszulöschen, was sein eignes Fleisch geschändet. - - Schall des Endes, wenn erhobene Posaunen - Aus vier Winden letzten Gang verkünden: - Töne bald und breche berstend in den Chor - Dröhnenden Gemordes, ins Gebraus - Dunklen Blutes, das an Säulen brandet - Morschen Tempels - Totgeglaubten Gotts. - - - - - Es werden sich die Posaunen des Gerichts erheben -- - - - Es werden sich die Posaunen des Gerichts erheben. - Aus einer Wolke, die sich erdwärts neigt, - Ragen die schlanken, zuckenden Rohre -- - Tausend sind es an der Zahl --. - Ihr Schall trifft lanzensteil, schwertschlank, - Die Gewänder der Bläser bauschen sich im Erzgebraus - Rund auf wie Schwanengefieder. - - Über der Erde aufgeworfenes Hügelland - Ist wimmelnd hingebreitet alles Fleisch. - Ganze Völker, Sippen, Jahrtausende reihen sich hügelan, - Schultern von Frauen glänzen rhythmisch wie Wellenkämme im Meer. - Haar stammt auf. Blicke dämmern in violettener Nacht. - - Und Schall der Posaunen nimmt sie auf stählernen Rücken, - Die Zonen der Luft sind angefüllt von sanfthinschwebenden Leibern. - Manche sind leicht, es trägt sie verschwimmendes Wolkenrot wie - Rosenblätter; - Andere hanteln an flatternden Tüchern sich hoch. - - Mütter bergen die Kinder in schützendem Arm, - Nackthineilende Frauen decken mit schattenden Händen - Die Scham. - Augen sind, in denen die Welt wie berstender Sternhimmel - ineinanderstürzt, - Augen voll Schuld und traumvergessener Angst, - Greller, tagheller Wiederkehr verjährtester Tat. - - Und keiner möchte - Der Erste sein vor dem Blitz aus der goldenen Wolke, - Männer mit Würdebärten drängen sich vor, weichen voll Zagens zurück. - Es stauen sich Völker, Mauern des Fleischs - Und Leiber sind angstvoll vermischt - Im Mantel der ungewissesten Qual. - - Jenseits aber ist Stürzen in klaffende Tiefen, - Girlanden aus wirrvoll verschlungenen Körpern - Ranken aus helleren Tiefen ins Dunkel hinab. - Sünder haben die Hände vors schreiende Antlitz geschlagen, - Knie zerbersten, Rücken zerbrechen im schwindelnden Fall. - Loderndes Haar flammt züngelnd dem Feuer entgegen. - Sie stürzen mit Köpfen voraus. - Aus Mündern dünstet die bläuliche Wolke des Fluchs. - - - - - Wenn drunten dunkel die Posaunen brausen -- - - - Wenn drunten dunkel die Posaunen brausen, - Als Sonnenstäubchen werde ich zum Lichtquell aufwärtsstreben. - Von feinen Händen fühl ich unter Schultern mich gefaßt, - Mich trägt ein Schwanenflügelpaar, - Der goldne Odem eines Engels überströmt mich warm. - - Noch bin ich ganz von Schollenlast betäubt, - Noch kreisen Regenbogen hinter wehgeschlossnen Lidern - Glanzlichternd gleitet noch die grüne Schlange der Verwesung - Um meinen marmorn-abgekühlten Leib. - Ein Wiegenlied -- unendlich tief, verschlafen -- - Von Äolsharfen weit aus Pappelwipfeln hergeflockt, - Träumt mir im Ohre nach. - Ich schwimme müd-gestreckt im Fluß der Sonne. - - Da fällt mich, den sein Schutzgeist trug, - Ein Nachtgespenst, ein fledermausgeflügelt Untier an. - Der Krallen Zwölfzahl -- Monde sind's, die aneinanderklirren -- - Stürzt sich gleich Sicheln in mein trübes Fleisch. - Die Nüstern qualmen stinkendes Gewölk, - Das Maul bespeit mich frech mit Eiter, Schleim und Galle; - Erschrocken sehe ich in grausem Hundsgesicht, - In Augen, die wie Licht im Wind verflackern, - Die schlankgestreckte Landschaft meiner Sünden, Frevel Süchte. - - Um mich tobt der Zweikampf. - Manchmal sinke ich hinab, es stürzt mit geiler Wucht - Des Bösen lastendes Gewicht auf mich; - Dann steige ich empor, vom guten Geist emporgerafft, - Sein silbern Flügelpaar verebbt in müder Luft. - Die müde Luft erklingt von hellem Kampf. - Um die Erstandnen rast die Schlacht entzweiter Mächte. - In sich verbissne Knäuel schweben hin. - Stürzt jetzt die Last in enger Krallenhaft zur Erde. - Schwebt sie mit ihrem Engel siegend auf? - Ich bin der Kräfte Spiel im schalldurchbrausten Meer. - - - - - Trümmer - - - Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese - Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen; - Roll sie ins Meer, zerstreue sie in Steppen, - Daß keiner käme, meine Torheit priese. - Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese - Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen. - - Mein Babelturm ließ seine Wolkenfahne - Im Wirbelwehn der Sterne wütend kreisen. - Gewundne Treppen wollten aufwärtsweisen, - Dem wachen Hochmut seinen Himmelssteig zu bahnen. - Mein Turm des Ichs ließ seine Wolkenfahne - Im Wirbelwehn der Sterne wütend kreisen. - - Doch fiel in müdern Stunden, sollt ich rasten, - Der Turm mit Schattenmacht auf Haupt und Glieder - Und beugte meinen Schlaf und warf mich nieder. - In meine Träume stürzt er seine Quaderlasten. - Es fiel in müdern Stunden, sollt ich rasten, - Der Turm mit Schattenmacht auf Haupt und Glieder. - - Geschaffne Mauern wölbten mir den Kerker, - Doch oben brannten Sterne in den Haaren. - Wie sollte ich mein blassres Licht bewahren? - Kein Wirbelsturm der Täler tobte ärger. - Geschaffne Mauern wölbten mir den Kerker, - Doch oben brannten Sterne in den Haaren. - - Da war ich's selber, der auf der Altane - Mit schwurerhobner Hand den Blitz gerufen. - Er zückte nieder. Erker barsten, Stuben. - Zerworfner Schutt begrub die Wolkenfahne. - Da war ich's selber, der auf der Altane - Mit schwurerhobner Hand den Blitz gerufen. - - Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese - Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen; - Roll sie ins Meer, zerstreue sie in Steppen, - Daß keiner käme, meine Torheit priese. - Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese - Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen. - - - - - Trost - - - Es sind auch nicht all, o Gott, deine Gedanken - Nur Lämmer, von gütlicher Wärme beschneite, - Und dehnen nicht all sich - Nach seligem Tanz an Hängen von Klee - In süßen Schalmeiton des schläfrigen Monds. - - In Pfauen auch denkst du - Und starrst in gespreizter Eitelkeitsgier - Aus Augen, in Fächern, - Vom Tempelteppich gewirkten Allsehens - In ewige Brunst des Lichts hinein. - - In Tigers Kraft selbst dunkelt dein Groll, - Entflammt im Zinnober des Rachens noch Gier. - In Schlangen wirft Hinterlist metallischen Schimmers - So giftigen Ring vor ein ärmer Geschöpf. - - Auch bist du ja Flamme und Lohe und Feuersbrunst, - Getümmelte Wogenherde, Zentaurenschar, Schlund, - Bist Zickzack und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbruch, - Zusammenprall der Planeten, bist Untergang. - - Doch wie du es bist, Gott: auch ich muß es sein. - O wandle mich denn in schwindenden Formen ab! - Denn Flamme schon war ich und Lohe und Feuersbrunst, - Erd-Erbeben -- Vulkanausbruch -- Untergang. - Als Tiger der Dschungeln ich trug - - Im Nacken gefiederte Pfeile hinab, - Schweifte als Pfau an Tempelsäulen der Juno vorbei, - Lag lauernd geschmiegten Schlangenleibs - Im Schatten der lehmigen Diele zur Nacht. -- - - Gib Güte nun endlich, - Wärme des schneeigen Lämmerkleids! - Hülle mein Herz, o Gott, - In Sehnsucht der Hirtenschalmei! - - - - - Der neue Mensch - - - Aus Unform, Irrform, Wirrform, - Aus Zwitterform und Aberform der Zeit - Schreitet in banger Zuversicht der neue Mensch. - Die Brodemnebel veraschter Leichenhügel - Sind unter ihm. - Die Meere gekelterten Bluts, die Ströme, die Schaum krönt, - Sind unter ihm. - Die Babeltürme versteinter Irrtümer - Sind unter ihm. - - Er schreitet: mehr Stirne als Kinn, mehr Gott als Tier. - Im Zackengeklüfte der Felsen - Nur manchmal hört er das Echo - Verworrenen Brudermords, verjährten Totschlags. - Denn jung war er noch, als Donner verzückter Kanonen - Die alten Jahrtausende pomphaft zu Grabe geläutet. - Das war einmal: - Schwertertag und Lorbeersieg, - Klirrender Klingenkampf und Triumphglanz, - Das war einmal: - Irgendwo, fern, irgendwann. - - Er schreitet in nacktem Verzicht. - Er badet sich rein - Im weißen Quell des Gedankens. - - Er nimmt -- lächelnd, großmütig und gütig -- - Den armen Planeten in warme, umgitternde Hände - Und hebt ihn hinauf in den läuternden - Lichtstrom der Sonne, bettet ihn sanft in die kühlen - Heilenden Rosen der Morgenröte und wartet - Des dämmernden Tags. - Nicht wissen durchaus will er des Gestern. - Denn Gestern: Das ist ja gesammelter Fluch, - Geballtes Verhängnis, genetztes, tausendmaschig - Gefädeltes Schicksal. Nicht wissen will er des Gestern. - - In Schutt sieht er stürzen - Dorische Säulen, Akanthus und gotische Fenster, - Gemauerte Schreie des Gottwahns verblichener Zeiten - Er fället der Götzen glanzbäuchige Hochmut - Und glüht in den Bränden des Alten sein jugendlich Herz, - Dies Pfand der Allmacht, - Die brausende Mitte des neuen, schaffenden Seins. - - Und also weiß er zu beten: -- Nichts über mir! - Im Anfang war ich. Ich werde im Ende sein, - Bin ich doch Tempel, Gott, Beter zugleich - Und krümme den Rücken so wenig der mummenumschanzten Hoheit - Als Lasten, die fremder Wille mir auflädt. - Ich bin so berechtigt als irgend ein Mensch. - Nichts über mir! - - Frauen will ich nicht suchen gehn. Sie nahen allein! - In ihrem Lächeln der Wollust - Einschleichend wälzen sich früheste Alter der Erde - In unseren kornreifen, ausgeglätteten Sommertag. - Die List ihrer Buhlschaft reicht uns die rostigen Schwerter - Hellbrünstigen Zweikampfs. Besitzgier und Eifersüchte - Spornen in uns nichtigen Krämergeist, Hamstersorge. - Wütendes Morden des Fleischs, - Wer stiftet es anders, als die es gebar: Helena, - Die maskenschöne Mutter der irdischen Kriege? - Wer säh sich nicht vor! - - - - - Die Fahrt - - - Offenem Lichtkreis, neuem Sonnejahr - Rollt steuernder Kiel der Erde entgegen. - Noch sind alle Segel von blutendem Abend rot; - Im Brackwasser ertrinkt in tausend Rubinen zerstäubter Komet. - Tief-Schlummernder bin ich, - Da scheucht erster Strahl den Alpdruck der engen Kabine. - Mitternächtiger Wintertraum unter Dächern des Schnees - Kleidet vergessene Spiegel mit jauchzendem Lenzgrün aus, - Tollt mit zerfetztem Haar im Glanz die Alleen entlang, - Jubelt im Birkenwipfel des Hügels ein harfenes Lied, - Sinkt als Frühtau mit kreisenden Himmeln die Kelche hinab. - - Im Golfstrom des Lichtes saust glühende Erde empor. - Mit herzhafter Kraft umgürtet die Sonne das taumelnde Rund. - Ihr Licht trinkt die haftenden Dämpfe des Blutes hinweg, - Ihr heilender Atem saugt Pestgift und Brandhauch in sich. - - Nun steig ich hinauf, - Letzte Wendeltreppen, - Schattenlabyrinthe hinauf! - Trunkener Aufstieg peitscht schon die tummelnden Wogen des Herzens - voraus. - Und ich stehe an höchstem Bord, auf fliegender Brücke am Steuerrad - Und winke die farbigen Vögel heran - Und winke Delphine heran - Und Fische mit silbernen Schuppen, mit güldenen Flossen - Und Haie und Wale und Robben und Rosse - Und alle geschäumten Wogen, die von den Polen schießen, - Und alle Sternbilder, auf schaukelnden Wassern an Bord gewiegt. - - Der neue Mensch hält auf die Sonne zu. - Sein Herz umfaßt mit dem Strahlglanz den magischen Spiegel der Welt - Und jeglicher Atem strömt in den goldenen Becher zurück. - Mit ihm wird die Erde das fährliche Kap der Nächte umschiffen, - Krieg, Krankheit, Entzweiung, Verzweiflung umschiffen - Und Ekel der Wollust - Und Blutgier - Und Brunst. - - Zermürbte Monde schon decken die Schädelstätte entfremdeter Nacht. - Träume versinken im Blachfeld der Not. - Alpdruck und Nachtmahr gurgeln im Sumpf hinab. - Denn offenem Lichtkreis, neuem Sonnejahr - Rollt steuernder Kiel der Erde entgegen. - - All-Lebendes wandelt im Goldtau sein Herz - Und trägt es mir zu. Aus Palmenwipfeln - Wiegt sich fasanenbeschwingte Sehnsucht heran, - Aus Ranken der Beere dehnt es sich nah, - Zinnoberne Schnecken herkriechen auf silberner Spur. - - Die Fahrt ist im Gang, - Die Erde im Brausen tönt selber Triumphgesang. - Folgt alle! - Ich steure die Arche auf goldener Flut! - Schon ist die Taube auf Wegen zu Gott voraus! - - - - - Inhaltsübersicht - - - Johanni 5 - Ich -- Du 6 - Dein Wesen ist über alle Welt zerstreut -- 7 - Als ich im ersten Viertel des Monds -- 9 - Es werde Licht 11 - Lied 12 - Liebesode 13 - Im Abenddämmern zwischen den Jahren -- 14 - Der Kranke 15 - Nacht 18 - Ich komme aus meinen Träumen -- 20 - So haben mich die Jahrtausende gesehn -- 22 - Fluch 23 - Apokalyptisches Gebet 25 - Altartiefe sollst du mir enthüllen -- 27 - Erde -- o Erde 29 - Warum fällt denn nicht -- 32 - Es werden sich die Posaunen des Gerichts erheben -- 34 - Wenn drunten dunkel die Posaunen brausen -- 36 - Trümmer 38 - Trost 40 - Der neue Mensch 42 - Die Fahrt 45 - - - - -Anmerkungen zur Transkription - - -Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): - - [S. 10]: - ... An schlanke Deichsel sind goldgezäunte Rosse gespannt, ... - ... An schlanke Deichsel sind goldgezäumte Rosse gespannt, ... - - [S. 11]: - ... So hing ich über diesem tiefstem See. ... - ... So hing ich über diesem tiefsten See. ... - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Gedichte, by Julius Maria Becker - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK GEDICHTE *** - -***** This file should be named 52219-8.txt or 52219-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/2/2/1/52219/ - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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