summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/old/60522-0.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to 'old/60522-0.txt')
-rw-r--r--old/60522-0.txt2691
1 files changed, 0 insertions, 2691 deletions
diff --git a/old/60522-0.txt b/old/60522-0.txt
deleted file mode 100644
index 5f38b60..0000000
--- a/old/60522-0.txt
+++ /dev/null
@@ -1,2691 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Schein und Sein, by Wilhelm Busch
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
-most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
-of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll
-have to check the laws of the country where you are located before using
-this ebook.
-
-
-
-Title: Schein und Sein
- Nachgelassene Gedichte
-
-Author: Wilhelm Busch
-
-Release Date: October 19, 2019 [EBook #60522]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHEIN UND SEIN ***
-
-
-
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-
-
-
- Anmerkungen zur Transkription.
-
-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text
- ist _so ausgezeichnet_. Im Original in Antiqua gesetzter Text ist
- ~so markiert~.
-
-
-
-
-Schein und Sein
-
-
-
-
-[Illustration]
-
-
-
-
- Wilhelm Busch
-
- Schein und Sein
-
- Nachgelassene Gedichte
-
- [Illustration]
-
- Zweite Auflage
-
- München
-
- Lothar Joachim Verlag
-
- 1909
-
-
-
-
-~Published April 15 1909, Privilege of Copyright in the U. S. reserved
-by Lothar Joachim, Munich under the Act approved March 3 1905.~
-
-
-Alle Rechte vorbehalten.
-
-
-
-
-Inhalts-Verzeichnis.
-
-[Illustration]
-
-
- Seite
-
- Schein und Sein 1
- 1899
-
- Woher, wohin? 2
- 1899
-
- Der Stern 3
-
- Leider! 4
-
- Selbstgefällig 5
-
- Zum Geburtstag im Juni 6
-
- Unbeliebtes Wunder 9
- 1895
-
- Waldfrevel 12
- 1899
-
- Abschied 13
-
- Der Renommist 14
- 1899
-
- Doppelte Freude 16
- 1899
-
- So und So 17
- 1899
-
- Greulig 18
- 1899
-
- Empfehlung 19
- 1899
-
- Zum Geburtstag 20
- 1898
-
- Modern 22
- 1899
-
- Der fremde Hund 23
- 1899
-
- So war's 24
- 1899
-
- Die Nachbarskinder 25
- 1899
-
- Von selbst 26
- 1899
-
- Beneidenswerth 27
- 1899
-
- Auch er 28
- 1899
-
- Die alte Sorge 29
- 1899
-
- Eitelkeit 30
- 1899
-
- Gedankenvoll 31
-
- Vielleicht 33
- 1899
-
- Niemals 34
- 1899
-
- Wanderlust 35
- 1899
-
- Beruhigt 36
- 1899
-
- Fehlgeschossen 37
- 1899
-
- Unbillig 38
- 1899
-
- Er ist mal so 39
- 1899
-
- Verzeihlich 40
- 1899
-
- Befriedigt 41
- 1899
-
- Gestört 42
- 1899
-
- Armer Haushalt 43
- 1899
-
- Ärgerlich 44
- 1899
-
- Gedrungen 45
- 1899
-
- Im Sommer 46
- 1899
-
- Künftig 47
- 1899
-
- Vergeblich 48
- 1899
-
- Versäumt 49
- 1899
-
- Wassermuhmen 50
- 1899
-
- Das Blut 51
- 1899
-
- So nicht 52
- 1899
-
- Laß ihn 53
- 1899
-
- Bis auf weiters 54
- 1899
-
- Gründer 55
- 1899
-
- Entrüstet 56
- 1899
-
- Wiedergeburt 58
- 1899
-
- Frisch gewagt 59
- 1899
-
- Glückspilz 60
- 1899
-
- Immerfort 61
- 1899
-
- Verfrüht 62
- 1899
-
- Nörgeln 63
- 1899
-
- Vertraut 64
- 1900
-
- Tröstlich 65
- 1900
-
- Unfrei 66
- 1900
-
- Zwei Jungfern 67
- 1900
-
- Unbequem 68
- 1900
-
- Rechthaber 69
- 1900
-
- Bös und gut 70
- 1902
-
- Immerhin 71
- 1905
-
- Erbauliche Bescheidenheit 73
- 1906
-
- Ich bin Papa 74
- 1907
-
- Gründliche Heilung 76
- 1907
-
- Frühlingslied 78
- 1907
-
- Zu Neujahr 80
- 1907
-
- In trauter Verborgenheit 81
- 1907
-
- Was Großmütterlein sang 83
-
- Am Vorabend von Rosens
- Geburtstag 85
- 1893
-
- Peinlich berührt 91
- 1907
-
- Das traurige Röslein 92
-
- Der Thürmer 93
- 1907
-
- Buch des Lebens 95
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-Schein und Sein.
-
-
-[Illustration: Faksimile]
-
- Mein Kind, es sind allhier die Dinge,
- Gleichviel, ob große, ob geringe,
- Im Wesentlichen so verpackt,
- Daß man sie nicht wie Nüsse knackt.
-
- Wie wolltest du dich unterwinden,
- Kurzweg die Menschen zu ergründen.
- Du kennst sie nur von außerwärts.
- Du siehst die Weste, nicht das Herz.
-
- W. B.
- 1899.
-
-
-
-
-Woher, wohin?
-
-
- Wo sich Ewigkeiten dehnen,
- Hören die Gedanken auf,
- Nur der Herzen frommes Sehnen
- Ahnt, was ohne Zeitenlauf.
-
- Wo wir waren, wo wir bleiben,
- Sagt kein kluges Menschenwort;
- Doch die Grübelgeister schreiben:
- Bist du weg, so bleibe fort.
-
- Laß dich nicht auf's Neu gelüsten.
- Was geschah, es wird geschehn.
- Ewig an des Lebens Küsten
- Wirst du scheiternd untergehn.
-
-
-
-
-Der Stern.
-
-
- Hätt Einer auch fast mehr Verstand,
- Als wie die drei Weisen aus Morgenland,
- Und ließe sich dünken, er wär wohl nie
- Dem Sternlein nachgereist, wie sie;
- Dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
- Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
- Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
- Er mag es merken oder nicht,
- Ein freundlicher Strahl
- Des Wundersternes von dazumal.
-
-
-
-
-Leider!
-
-
- So ist's in alter Zeit gewesen,
- So ist es, fürcht ich, auch noch heut.
- Wer nicht besonders auserlesen,
- Dem macht die Tugend Schwierigkeit.
-
- Aufsteigend mußt du dich bemühen,
- Doch ohne Mühe sinkest du.
- Der liebe Gott muß immer ziehen,
- Dem Teufel fällt's von selber zu.
-
-
-
-
-Selbstgefällig.
-
-
- Mein Büdelein
- Is noch so tlein,
- Is noch so dumm,
- Ein ames Wum,
- Muß tille liegen
- In seine Wiegen
- Und hat noch keine Hos'.
- Ätsch, ätsch!
- Und ich bin schon so goß.
-
-
-
-
-Zum Geburtstag im Juni.
-
-
- Den Jahreszeiten allen
- Selbviert sei Preis und Ehr!
- Nur sag ich: Mir gefallen
- Sie minder oder mehr.
-
- Der Frühling wird ja immer
- Gerühmt, wie sich's gebührt,
- Weil er mit grünem Schimmer
- Die graue Welt verziert.
-
- Doch hat in unsrer Zone
- Er durch den Reif der Nacht
- Schon manche grüne Bohne
- Und Gurke umgebracht.
-
- Stets wird auch Ruhm erwerben
- Der Herbst, vorausgesetzt,
- Daß er mit vollen Körben
- Uns Aug und Mund ergötzt.
-
- Indeß durch leises Tupfen
- Gemahnt er uns bereits:
- Bald, Kinder, kommt der Schnupfen
- Und's Gripperl seinerseits.
-
- Der Winter kommt. Es blasen
- Die Winde scharf und kühl;
- Roth werden alle Nasen,
- Und Kohlen braucht man viel.
-
- Nein, mir gefällt am besten
- Das, was der Sommer bringt,
- Wenn auf belaubten Ästen
- Die Schaar der Vöglein singt.
-
- Wenn Rosen, zahm und wilde,
- In vollster Blüthe stehn,
- Wenn über Lustgefilde
- Zephire kosend wehn.
-
- Und wollt' mich Einer fragen,
- Wann's mir im Sommer dann
- Besonders thät behagen,
- Den Juni gäb ich an.
-
- Und wieder dann darunter
- Den selben Tag gerad,
- Wo einst ein Kindlein munter
- Zuerst zu Tage trat.
-
- Drum flattert dies Gedichtchen
- Jetzt über Berg und Thal
- Und grüßt das liebe Nichtchen
- Vom Onkel tausendmal.
-
-
-
-
-Unbeliebtes Wunder.
-
-
- In Tours, zu Martin Bischofs Zeit,
- Gab's Krüppel viel und Bettelleut.
- Darunter auch ein Ehepaar,
- Was glücklich und zufrieden war.
- Er, sonst gesund, war blind und stumm;
- Sie sehend, aber lahm und krumm
- An jedem Glied, bis auf die Zunge
- Und eine unverletzte Lunge.
- Das paßte schön. Sie reitet ihn
- Und, selbstverständlich, leitet ihn
- Als ein geduldig Sattelthier,
- Sie obenauf, er unter ihr,
- Ganz einfach mit geringer Müh,
- Bloß durch die Worte Hott und Hüh,
- Bald so bald so, vor allen Dingen
- Dahin, wo grad die Leute gingen.
- Fast Jeder, der's noch nicht gesehn,
- Bleibt unwillkürlich stille stehn,
- Ruft: »Liebergott, was ist denn das?«
- Greift in den Sack, giebt ihnen Was
- Und denkt noch lange gern und heiter
- An dieses Roß und diesen Reiter.
- So hätten denn gewiß die zwei
- Durch fortgesetzte Bettelei,
- Vereint in solcherlei Gestalt,
- Auch ferner ihren Unterhalt,
- Ja, ein Vermögen, sich erworben,
- Wär' Bischof Martin nicht gestorben.
- Als dieser nun gestorben war,
- Legt man ihn auf die Todtenbahr
- Und thät' ihn unter Weheklagen
- Fein langsam nach dem Dome tragen
- Zu seiner wohlverdienten Ruh.
- Und sieh, ein Wunder trug sich zu.
- Da, wo der Zug vorüber kam,
- Wer irgend blind, wer irgend lahm,
- Der fühlte sich sogleich genesen,
- Als ob er niemals krank gewesen.
- Oh, wie erschrak die lahme Frau!
- Von weitem schon sah sie's genau,
- Weil sie hoch oben, wie gewohnt,
- Auf des Gemahles Rücken thront.
- »Lauf, rief sie, laufe schnell von hinnen,
- Damit wir noch beizeit entrinnen.«
- Er läuft, er stößt an einen Stein,
- Er fällt und bricht beinah ein Bein.
- Die Prozession ist auch schon da.
- Sie zieht vorbei. Der Blinde sah,
- Die Lahme, ebenfalls kuriert,
- Kann gehn, als wie mit Öl geschmiert,
- Und beide sind wie neu geboren
- Und kratzen sich verdutzt die Ohren.
- Jetzt fragt es sich: Was aber nun?
- Wer leben will, der muß was thun.
- Denn wer kein Geld sein eigen nennt
- Und hat zum Betteln kein Talent
- Und hält zum Stehlen sich zu fein
- Und mag auch nicht im Kloster sein,
- Der ist fürwahr nicht zu beneiden.
- Das überlegten sich die Beiden.
- Sie, sehr begabt, wird eine fesche
- Gesuchte Plätterin der Wäsche.
- Er, mehr beschränkt, nahm eine Axt
- Und spaltet Klötze, daß es knackst,
- Von morgens früh bis in die Nacht.
- Das hat Sankt Martin gut gemacht.
-
-
-
-
-Waldfrevel.
-
-
- Ein hübsches Pärchen ging einmal
- Tief in des Waldes Gründe.
- Sie pflückte Beeren ohne Zahl,
- Er schnitt Was in die Rinde.
-
- Der pflichtgetreue Förster sieht's.
- Was sind das für Geschichten?
- Er zieht sein Buch, er nimmt Notiz
- Und wird den Fall berichten.
-
-
-
-
-Abschied.
-
-
- Die Bäume hören auf zu blühn,
- Mein Schatz will in die Fremde ziehn;
- Mein Schatz der sprach ein bittres Wort:
- Du bleibst nun hier, aber ich muß fort.
-
- Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu,
- Wo du auch bist, wo ich auch sei.
- Bei Regen und bei Sonnenschein,
- So lang ich lebe, gedenk ich dein.
-
- So lang ich lebe, lieb ich dich,
- Und wenn ich sterbe, bet für mich,
- Und wenn du kommst zu meinem Grab,
- So denk, daß ich dich geliebet hab.
-
- Einst in München geschrieben als Ergänzung zu der letzten
- Strophe, die Freund Krempelsetzer, der das Ganze componirte aus
- dem Volksmunde behalten hatte.
-
-
-
-
-Der Renommist.
-
-
- In einem Winkel, genannt die Butze,
- Wo allerlei Kram,
- Der nichts mehr nutze,
- Zusammenkam;
- Bei alten Hüten, alten Vasen,
- Bei Töpfen, ohne Henkel und Nasen,
- Befand sich ein Reiterstiefel auch,
- Jetzt nur noch ein faltiger Lederschlauch.
- Großmächtig hat er das Wort geführt
- Und ganz gewaltiglich renommirt:
- »Ha, damals! Ich und mein Kamerad!
- Immer fein gewichst von hinten und vorn,
- Blitzblank der Sporn,
- Durch die Straßen geklirrt,
- Alle Herzen verwirrt,
- Es war ein Staat!
- Hurrah, der Krieg,
- Maustodt oder Sieg!
- Unser Herr Leutenant,
- Schneidig, Schwert in der Hand;
- Doch hätt ich nicht gespornt sein Pferd,
- Verloren wär die Schlacht von Wörth.«
- In dem Moment, zu aller Schrecke,
- Trat plötzlich hervor aus seiner Ecke
- Ein strammer Reiserbesen.
- »Hinaus! rief er, du alter Renommist!
- Was schert es uns, was du gewesen;
- Wir sehen, was du bist!« --
- Ein Schubbs. Ein Schwung.
- Der Stiefel liegt draußen auf dem Dung.
-
-
-
-
-Doppelte Freude.
-
-
- Ein Herr warf einem Bettelmann
- Fünf Groschen in den Felber.
- Das that dem Andern wohl, und dann
- That es auch wohl ihm selber.
-
- Der Eine, weil er gar so gut,
- Kann sich von Herzen loben;
- Der Andre trinkt sich frischen Muth
- Und fühlt sich auch gehoben.
-
-
-
-
-So und so.
-
-
- Zur Schenke lenkt mit Wohlbehagen
- Er jeden Abend seinen Schritt
- Und bleibt, bis daß die Lerchen schlagen.
- Er singt die letzte Strophe mit.
-
- Dagegen ist es zu beklagen,
- Daß er die Kirche nie betritt.
- Hier, leider, kann man niemals sagen:
- Er singt die letzte Strophe mit.
-
-
-
-
-Greulig.
-
-
- Er hatte, was sich nicht gehört,
- Drei Bräute an der Zahl
- Und nahm, nachdem er sie bethört,
- 'ne vierte zum Gemahl.
-
- Allein, es war ein kurzes Glück.
- Kaum waren sie getraut,
- So hat der Hund auch diesen Strick
- Schon wieder abgekaut.
-
-
-
-
-Empfehlung.
-
-
- Du bist nervös. Drum lies doch mal
- Das Buch, das man dir anempfahl.
- Es ist beinah, wie eine Reise
- Im alten wohlbekannten Gleise.
- Der Weg ist grad und flach das Land,
- Rechts, links und unten nichts wie Sand.
- Kein Räderlärm verbittert dich,
- Kein harter Stoß erschüttert dich,
- Und bald umfängt dich sanft und kühl
- Ein Kaumvorhandenseinsgefühl.
- Du bist behaglich eingenickt.
- Dann, wenn du angenehm erquickt,
- Kehrst du beim »stillen Wirthe« ein.
- Da giebt es weder Bier noch Wein.
- Du schlürfst ein wenig Äpfelmost,
- Ißt eine leichte Löffelkost
- Mit wenig Fett und vieler Grütze,
- Gehst früh zu Bett in spitzer Mütze
- Und trinkst zuletzt ein Gläschen Wasser.
- Schlaf wohl, und segne den Verfasser!
-
-
-
-
-Zum Geburtstag.
-
-
- Der Juni kam. Lind weht die Luft.
- Geschoren ist der Rasen.
- Ein wonnevoller Rosenduft
- Dringt tief in alle Nasen.
-
- Manch angenehmes Vögelein
- Sitzt flötend auf den Bäumen,
- Indeß die Jungen, zart und klein,
- Im warmen Neste träumen.
-
- Flugs kommt denn auch dahergerennt,
- Schon früh im Morgenthaue,
- Mit seinem alten Instrument
- Der Musikant, der graue.
-
- Im Juni, wie er das gewohnt,
- Besucht er einen Garten,
- Um der Signora, die da thront,
- Mit Tönen aufzuwarten.
-
- Er räuspert sich, er macht sich lang,
- Er singt und streicht die Fiedel,
- Er singt, was er schon öfter sang;
- Du kennst das alte Liedel.
-
- Und wenn du gut geschlafen hast
- Und lächelst hold hernieder,
- Dann kommt der Kerl, ich fürchte fast,
- Zum nächsten Juni wieder.
-
-
-
-
-Modern.
-
-
- Hinweg mit diesen alten Herrn,
- Sie sind zu nichts mehr nütz!
- So rufen sie und nähmen gern
- Das Erbe in Besitz.
-
- Wie andre Erben, die in Noth,
- Vergeblich warten sie.
- Der alte reiche Hoffetodt
- Der stirbt bekanntlich nie.
-
-
-
-
-Der fremde Hund.
-
-
- Was fällt da im Boskettgesträuch
- Dem fremden Hunde ein?
- Geht man vorbei, so bellt er gleich
- Und scheint wie toll zu sein.
-
- Der Gärtner holt die Flinte her.
- Es knallt im Augenblick.
- Der arme Hund, getroffen schwer,
- Wankt in's Gebüsch zurück.
-
- Vier kleine Hündchen liegen hier
- Nackt, blind und unbewußt.
- Sie saugen emsig alle vier
- An einer todten Brust.
-
-
-
-
-So war's.
-
-
- Der Theetopf war so wunderschön,
- Sie liebt ihn, wie ihr Leben.
- Sie hat ihm leider aus Versehn
- Den Todesstoß gegeben.
-
- Was sie für Kummer da empfand,
- Nie wird sie es vergessen.
- Sie hielt die Scherben an einand
- Und sprach: So hat's gesessen!
-
-
-
-
-Die Nachbarskinder.
-
-
- Wer Andern gar zu wenig traut,
- Hat Angst an allen Ecken;
- Wer gar zu viel auf Andre baut,
- Erwacht mit Schrecken.
-
- Es trennt sie nur ein leichter Zaun,
- Die beiden Sorgengründer;
- Zu wenig und zu viel Vertraun
- Sind Nachbarskinder.
-
-
-
-
-Von selbst.
-
-
- Spare deine guten Lehren
- Für den eigenen Genuß.
- Kaum auch wirst du Wen bekehren,
- Zeigst du, wie man's machen muß.
-
- Laß ihn im Galoppe tollen,
- Reite ruhig deinen Trab.
- Ein zu ungestümes Wollen
- Wirft von selbst den Reiter ab.
-
-
-
-
-Beneidenswerth.
-
-
- Sahst du noch nie die ungemeine
- Und hohe Kunstgelenkigkeit,
- Sowohl der Flügel, wie der Beine,
- Im Thierbereich mit stillem Neid?
-
- Sieh nur, wie aus dem Felsgeklüfte
- Auf seinen Schwingen wunderbar
- Bis zu den Wolken durch die Lüfte
- In stolzen Kreisen schwebt der Aar.
-
- Sieh nur das Thierchen, das geringe,
- Das zu benennen sich nicht ziemt,
- Es ist durch seine Meistersprünge,
- Wenn nicht beliebt, so doch berühmt.
-
- Leicht zu erlegen diese beiden,
- Das schlag dir lieber aus dem Sinn.
- Wer es versucht, der wird bescheiden,
- Sei's Jäger oder Jägerin.
-
-
-
-
-Auch er.
-
-
- Rührend schöne Herzgeschichten,
- Die ihm vor der Seele schweben,
- Weiß der Dichter zu berichten.
- Wovon aber soll er leben?
-
- Was er fein zusammen harkte,
- Sauber eingebundne Werklein,
- Führt er eben auch zu Markte,
- Wie der Bauer seine Ferklein.
-
-
-
-
-Die alte Sorge.
-
-
- Er kriegte Geld. Die Sorge wich
- Die ihn bisher beklommen.
- Er hat die Jungfer Fröhlich sich
- Zu seinem Schatz genommen.
-
- Sie tranken Wein, sie aßen fein,
- Sie sangen zum Klaviere;
- Doch wie sie sich so recht erfreun,
- Da klopft es an die Thüre.
-
- Die alte Sorge war's, oweh,
- Die magerste der Sorgen.
- Sie setzte sich in's Kanapee
- Und wünschte Gutenmorgen.
-
-
-
-
-Eitelkeit.
-
-
- Ein Töpfchen stand im Dunkeln
- An stillverborgener Stelle.
- Ha, rief es, wie wollt ich funkeln,
- Käm ich nur mal in's Helle.
-
- Ihm geht es, wie vielen Narren.
- Säß Einer auch hinten im Winkel,
- So hat er doch seinen Sparren
- Und seinen aparten Dünkel.
-
-
-
-
-Gedankenvoll.
-
-
- Ich weiß ein stilles Fensterlein
- Liegt heimlich und versteckt,
- Das hat mit Laub der grüne Wein
- Und Ranken überdeckt.
-
- Im Laube spielt der Sommerwind,
- Die Rebe schwankt und nickt,
- Dahinter sitzt ein hübsches Kind
- Gedankenvoll und stickt.
-
- Im jugendklaren Angesicht
- Blüht wundersüß der Mund
- Als wie ein Rosenknösplein licht
- Früh in der Morgenstund.
-
- Im Netzgeflecht das blonde Haar
- Umfaßt ein braunes Band,
- Das liebe blaue Augenpaar
- Blickt sinnend auf die Hand.
-
- Und's Köpfchen scheint so still zu sein.
- Ist doch ein Taubenschlag.
- Gedanken fliegen aus und ein
- Den lieben langen Tag.
-
- Sie fliegen über Wald und Flur
- In's weite Land hinaus.
- Ach, käm ein einzig Täubchen nur
- Und flöge in mein Haus.
-
-
-
-
-Vielleicht.
-
-
- Sage nie: Dann soll's geschehen!
- Öffne dir ein Hinterpförtchen
- Durch »Vielleicht«, das nette Wörtchen,
- Oder sag: Ich will mal sehen!
-
- Denk an des Geschickes Walten.
- Wie die Schiffer auf den Plänen
- Ihrer Fahrten stets erwähnen:
- Wind und Wetter vorbehalten!
-
-
-
-
-Niemals.
-
-
- Wonach du sehnlich ausgeschaut,
- Es wurde dir beschieden.
- Du triumphirst und jubelst laut:
- Jetzt hab ich endlich Frieden!
-
- Ach, Freundchen, rede nicht so wild,
- Bezähme deine Zunge.
- Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
- Kriegt augenblicklich Junge.
-
-
-
-
-Wanderlust.
-
-
- Die Zeit, sie orgelt emsig weiter,
- Sein Liedchen singt dir jeder Tag,
- Vermischt mit Tönen, die nicht heiter,
- Wo Keiner was von hören mag.
-
- Sie klingen fort. Und mit den Jahren
- Wird draus ein voller Singverein.
- Es ist, um aus der Haut zu fahren.
- Du möchtest gern wo anders sein.
-
- Nun gut. Du mußt ja doch verreisen.
- So fülle denn den Wanderschlauch.
- Vielleicht vernimmst du neue Weisen,
- Und Hühneraugen kriegst du auch.
-
-
-
-
-Beruhigt.
-
-
- Zwei mal zwei gleich vier ist Wahrheit.
- Schade, daß sie leicht und leer ist,
- Denn ich wollte lieber Klarheit
- Über das, was voll und schwer ist.
-
- Emsig sucht ich aufzufinden,
- Was im tiefsten Grunde wurzelt,
- Lief umher nach allen Winden
- Und bin oft dabei gepurzelt.
-
- Endlich baut ich eine Hütte.
- Still nun zwischen ihren Wänden
- Sitz ich in der Welten Mitte,
- Unbekümmert um die Enden.
-
-
-
-
-Fehlgeschossen.
-
-
- Fritz war ein kecker Junge
- Und sehr geläufig mit der Zunge.
- Einstmals ist er beim Ährenlesen
- Draußen im Felde gewesen,
- Wo die Weizengarben, je zu zehn,
- Wie Häuslein in der Reihe stehn.
- Ein Wetter zog herauf.
- Da heißt es: Lauf!
- Und flink, wie ein Mäuslein
- Schlüpft er in's nächste Halmenhäuslein.
- Krach! -- Potztausendnochmal!
- Dicht daneben zündet der Wetterstrahl.
- Ätsch! rief der Junge, der nicht bange,
- Und streckt die Zunge aus, die lange:
- Fehlgeschossen, Herr Blitz!
- Hier saß der Fritz!
-
-
-
-
-Unbillig.
-
-
- Nahmst du in diesem großen Haus
- Nicht selbst Quartier?
- Mißfällt es dir, so zieh doch aus.
- Wer hält dich hier?
-
- Und schimpfe auf die Welt, mein Sohn,
- Nicht gar zu laut.
- Eh du geboren, hast du schon
- Mit dran gebaut.
-
-
-
-
-Er ist mal so.
-
-
- Zwar mit seinem losen Mund
- Neigt er zum Krakeele.
- Dabei ist er doch im Grund
- Eine treue Seele.
-
- Die er seine Freunde nennt,
- Dulden seine Witze,
- Denn ein Jeder, der ihn kennt,
- Kennt auch seine Mütze.
-
-
-
-
-Verzeihlich.
-
-
- Er ist ein Dichter, also eitel.
- Und, bitte, nehmt es ihm nicht krumm,
- Zieht er aus seinem Lügenbeutel
- So allerlei Brimborium.
-
- Juwelen, Gold und stolze Namen,
- Ein hohes Schloß im Mondenschein
- Und schöne höchstverliebte Damen,
- Dies alles nennt der Dichter sein.
-
- Indessen ist ein enges Stübchen
- Sein ungeheizter Aufenthalt.
- Er hat kein Geld, er hat kein Liebchen,
- Und seine Füße werden kalt.
-
-
-
-
-Befriedigt.
-
-
- Er 'hört, als eines von den Lichtern,
- Die höher stets und höher steigen,
- Bereits zu unsern besten Dichtern,
- Das läßt sich leider nicht verschweigen.
-
- Was weiß man von den Sittenrichtern? --
- Er lebt von seiner Frau geschieden,
- Hat Schulden, ist nicht immer nüchtern --
- Aha, jetzt sind wir schon zufrieden!
-
-
-
-
-Gestört.
-
-
- Ich gedachte still zu sitzen,
- Doch sogleich begann das Treiben:
- Du mußt gehen, laufen, schwitzen,
- Um so forsch, wie wir, zu bleiben.
-
- Und sie wollten mir nach ihrer
- Mode keine Ruhe gönnen,
- Gleich wie Boten und Hausierer
- Sollt ich hin und wieder rennen.
-
- Ich besah mir diese Geister,
- Diese ungestümen Treiber.
- Oft sind solche weisen Meister
- Grad die ärgsten Klageweiber.
-
-
-
-
-Armer Haushalt.
-
-
- Weh, wer ohne rechte Mittel
- Sich der Poesie vermählt.
- Täglich dünner wird der Kittel,
- Und die Milch im Hause fehlt.
-
- Aengstlich schwitzend muß er sitzen,
- Fort ist seine Seelenruh,
- Und vergeblich an den Zitzen
- Zupft er seine magre Kuh.
-
-
-
-
-Ärgerlich.
-
-
- Aus der Mühle schaut der Müller,
- Der so gerne mahlen will.
- Stiller wird der Wind und stiller,
- Und die Mühle stehet still.
-
- So geht's immer, wie ich finde,
- Rief der Müller voller Zorn.
- Hat man Korn, so fehlt's am Winde,
- Hat man Wind, so fehlt das Korn.
-
-
-
-
-Gedrungen.
-
-
- Schnell wachsende Keime
- Welken geschwinde;
- Zu lange Bäume
- Brechen im Winde.
-
- Schätz nach der Länge
- Nicht das Entsprungne;
- Fest im Gedränge
- Steht das Gedrungne.
-
-
-
-
-Im Sommer.
-
-
- In Sommerbäder
- Reist jetzt ein jeder
- Und lebt famos.
- Der arme Docter,
- Zu hause hockt er
- Patientenlos.
-
- Von Winterscenen,
- Von schrecklich schönen,
- Träumt sein Gemüth,
- Wenn, Dank Ihr Götter,
- Bei Hundewetter
- Sein Weizen blüht.
-
-
-
-
-Künftig.
-
-
- Oh komm herbei, du goldne Zeit,
- Wenn alle, die jetzt bummeln,
- In schöner Unparteilichkeit
- Sich bei der Arbeit tummeln.
-
- Der Lärm, womit der Musikant
- Uns stört, wird dann geringer.
- Wer Dünger fuhr, wer Garben band,
- Dem krümmen sich die Finger.
-
-
-
-
-Vergeblich.
-
-
- Schon recht. Du willst als Philosoph
- Die Wahrheit dir gewinnen;
- Du machst mit Worten ihr den Hof,
- Um so sie einzuspinnen.
-
- Nur sage nicht, daß zwischen dir
- Und ihr schon alles richtig.
- Sie ist und bleibt, das wissen wir,
- Jungfräulich, keusch und züchtig.
-
-
-
-
-Versäumt.
-
-
- Zur Arbeit ist kein Bub geschaffen,
- Das Lernen findet er nicht schön;
- Er möchte träumen, möchte gaffen
- Und Vogelnester suchen gehn.
-
- Er liebt es, lang im Bett zu liegen.
- Und wie es halt im Leben geht:
- Grad zu den frühen Morgenzügen
- Kommt man am leichtesten zu spät.
-
-
-
-
-Wassermuhmen.
-
-
- In dem See die Wassermuhmen
- Wollen ihr Vergnügen haben,
- Fangen Mädchen sich und Knaben,
- Machen Frösche draus und Blumen.
-
- Wie die Blümlein zierlich knicksen,
- Wie die Fröschlein zärtlich quacken,
- Wie sie flüstern, wie sie schnacken,
- So was freut die alten Nixen.
-
-
-
-
-Das Blut.
-
-
- Wie ein Kranker, den das Fieber
- Heiß gemacht und aufgeregt,
- Sich herüber und hinüber
- Auf die andre Seite legt --
-
- So die Welt. Vor Haß und Hader
- Hat sie niemals noch geruht.
- Immerfort durch jede Ader
- Tobt das alte Sünderblut.
-
-
-
-
-So nicht.
-
-
- Um's Paradies ging eine Mauer
- Hübsch hoch vom besten Marmelstein.
- Der Kain, als ein Bub ein schlauer,
- Denkt sich: Ich komme doch hinein.
-
- Er stieg hinauf zu diesem Zwecke
- An einer Leiter mäuschenstumm.
- Da schlich der Teufel um die Ecke
- Und stieß ihn samt der Leiter um.
-
- Der Vater Adam, der's gesehen,
- Sprach, während er ihn liegen ließ:
- Du Schlingel! Dir ist recht geschehen.
- So kommt man nicht in's Paradies.
-
-
-
-
-Laß ihn.
-
-
- Er ist verliebt, laß ihn gewähren,
- Bekümmre dich um dein Pläsir,
- Und kommst du gar, ihn zu bekehren,
- Wirft er dich sicher vor die Thür.
-
- Mit Gründen ist da nichts zu machen.
- Was Einer mag, ist seine Sach,
- Denn kurz gesagt: In Herzenssachen
- Geht Jeder seiner Nase nach.
-
-
-
-
-Bis auf weiters.
-
-
- Das Messer blitzt, die Schweine schrein,
- Man muß sie halt benutzen,
- Denn Jeder denkt: Wozu das Schwein,
- Wenn wir es nicht verputzen?
-
- Und Jeder schmunzelt, Jeder nagt
- Nach Art der Kannibalen,
- Bis man dereinst Pfui Teufel! sagt
- Zum Schinken aus Westfalen.
-
-
-
-
-Gründer.
-
-
- Geschäftig sind die Menschenkinder,
- Die große Zunft von kleinen Meistern,
- Als Mitbegründer, Miterfinder
- Sich diese Welt zurecht zu kleistern.
-
- Nur leider kann man sich nicht einen,
- Wie man das Ding am besten mache.
- Das Bauen mit belebten Steinen
- Ist eine höchst verzwickte Sache.
-
- Welch ein Gedrängel und Getriebe
- Von Lieb und Haß bei Nacht und Tage,
- Und unaufhörlich setzt es Hiebe,
- Und unaufhörlich tönt die Klage.
-
- Gottlob, es giebt auch stille Leute,
- Die meiden dies Gewühl und hassen's
- Und bauen auf der andern Seite
- Sich eine Welt des Unterlassens.
-
-
-
-
-Entrüstet.
-
-
- Zu gräßlich hatt er mich geneckt.
- Wie weh war mir zu Sinn.
- Und tief gekränkt und aufgeschreckt
- Zum Kirchhof lief ich hin.
-
- Ich saß auf einem Leichenstein,
- Die Augen weint ich roth.
- Ach lieber Gott, erbarm dich mein
- Und mach mich endlich todt.
-
- Sieht er mich dann in meinem Sarg,
- So wird er lebenssatt
- Und stirbt vor Gram, weil er so arg
- Mein Herz behandelt hat.
-
- Kaum war's gesagt, so legten sich
- Zwei Arme um mich her,
- Und auf der Stelle fühlte ich,
- Wer das gethan, war er.
-
- Wir kehrten Arm in Arm zurück.
- Ich sah ihn an bei Licht.
- Nein, solchen treuen Liebesblick
- Hat doch kein Bösewicht.
-
-
-
-
-Wiedergeburt.
-
-
- Wer nicht will, wird nie zunichte,
- Kehrt beständig wieder heim.
- Frisch herauf zum alten Lichte
- Dringt der neue Lebenskeim.
-
- Keiner fürchte zu versinken,
- Der in's tiefe Dunkel fährt.
- Tausend Möglichkeiten winken
- Ihm, der gerne wiederkehrt.
-
- Dennoch seh ich dich erbeben,
- Eh du in die Urne langst.
- Weil dir bange vor dem Leben,
- Hast du vor dem Tode Angst.
-
-
-
-
-Frisch gewagt.
-
-
- Es kamen mal zwei Knaben
- An einen breiten Graben.
- Der erste sprang hinüber,
- Schlankweg je ehr je lieber.
- War das nicht keck?
- Der zweite, fein besonnen,
- Eh er das Werk begonnen,
- Sprang in den Dreck.
-
-
-
-
-Glückspilz.
-
-
- Geboren ward er ohne Wehen
- Bei Leuten, die mit Geld versehen.
- Er schwänzt die Schule, lernt nicht viel,
- Hat Glück bei Weibern und im Spiel,
- Nimmt eine Frau sich, eine schöne,
- Erzeugt mit ihr zwei kluge Söhne,
- Hat Appetit, kriegt einen Bauch,
- Und einen Orden kriegt er auch,
- Und stirbt, nachdem er aufgespeichert
- Ein paar Milliönchen, hochbetagt;
- Obgleich ein jeder weiß und sagt:
- Er war mit Dummerjan geräuchert!
-
-
-
-
-Immerfort.
-
-
- Das Sonnenstäubchen fern im Raume,
- Das Tröpfchen, das im Grase blinkt,
- Das dürre Blättchen, das vom Baume
- Im Hauch des Windes niedersinkt --
-
- Ein jedes wirkt an seinem Örtchen
- Still weiter, wie es muß und mag,
- Ja selbst ein leises Flüsterwörtchen
- Klingt fort bis an den jüngsten Tag.
-
-
-
-
-Verfrüht.
-
-
- Papa, nicht wahr,
- Im nächsten Jahr,
- Wenn ich erst groß
- Und lesen kann und schreiben kann,
- Dann krieg ich einen hübschen Mann
- Mit einer Ticktackuhr
- An einer goldnen Schnur.
- Der nimmt mich auf den Schooß
- Und sagt zu mir: Mein Engel,
- Und giebt mir Zuckerkrengel
- Und Kuchen und Pasteten.
- Nicht wahr, Papa?
- Der Vater brummt: Na na,
- Was ist das für Gefabel.
- Die Vögel, die dann flöten,
- Die haben noch keinen Schnabel.
-
-
-
-
-Nörgeln.
-
-
- Nörgeln ist das Allerschlimmste,
- Keiner ist davon erbaut;
- Keiner fährt, und wär's der Dümmste,
- Gern aus seiner werthen Haut.
-
-
-
-
-Vertraut.
-
-
- Wie liegt die Welt so frisch und thauig
- Vor mir im Morgensonnenschein.
- Entzückt vom hohen Hügel schau ich
- Ins frühlingsgrüne Thal hinein.
-
- Mit allen Kreaturen bin ich
- In schönster Seelenharmonie.
- Wir sind verwandt, ich fühl es innig,
- Und eben darum lieb ich sie.
-
- Und wird auch mal der Himmel grauer;
- Wer voll Vertraun die Welt besieht,
- Den freut es, wenn ein Regenschauer
- Mit Sturm und Blitz vorüberzieht.
-
-
-
-
-Tröstlich.
-
-
- Die Lehre von der Wiederkehr
- Ist zweifelhaften Sinns.
- Es fragt sich sehr, ob man nachher
- Noch sagen kann: Ich bins.
-
- Allein was thut's, wenn mit der Zeit
- Sich ändert die Gestalt?
- Die Fähigkeit zu Lust und Leid
- Vergeht wohl nicht so bald.
-
-
-
-
-Unfrei.
-
-
- Ganz richtig, diese Welt ist nichtig.
- Auch du, der in Person erscheint,
- Bist ebenfalls nicht gar so wichtig,
- Wie deine Eitelkeit vermeint.
-
- Was hilft es dir, damit zu prahlen,
- Daß du ein freies Menschenkind?
- Mußt du nicht pünktlich Steuern zahlen,
- Obwohl sie dir zuwider sind?
-
- Wärst du vielleicht auch, so zu sagen,
- Erhaben über gut und schlecht,
- Trotzdem behandelt dich dein Magen
- Als ganz gemeinen Futterknecht.
-
- Lang bleibst du überhaupt nicht munter.
- Das Alter kommt und zieht dich krumm
- Und stößt dich rücksichtslos hinunter
- Ins dunkle Sammelsurium.
-
- Daselbst umfängt dich das Gewimmel
- Der Unsichtbaren, wie zuerst,
- Eh du erschienst, und nur der Himmel
- Weiß, ob und wann du wiederkehrst.
-
-
-
-
-Zwei Jungfern.
-
-
- Zwei Jungfern giebt es in Dorf und Stadt,
- Sie leben beständig im Kriege,
- Die Wahrheit, die Niemand gerne hat,
- Und die scharmante Lüge.
-
- Vor jener, weil sie stolz und prüd
- Und voll moralischer Mücken,
- Sucht Jeder, der sie nur kommen sieht,
- Sich schleunigst weg zu drücken.
-
- Die andre, obwohl ihr nicht zu traun,
- Wird täglich beliebter und kecker,
- Und wenn wir sie von hinten beschaun,
- So hat sie einen Höcker.
-
-
-
-
-Unbequem.
-
-
- Ernst und dringend folgt mir eine
- Mahnung nach auf Schritt und Tritt:
- Sorge nicht nur für das Deine,
- Sondern für das Andre mit.
-
- Demnach soll ich unterlassen
- Was mir von Natur genehm,
- Um das Gute zu erfassen?
- Ei, das ist mal unbequem.
-
- Zu einem Wohlthätigkeitsbazar in Berlin geschickt.
- Dezember 1905.
-
-
-
-
-Rechthaber.
-
-
- Seine Meinung ist die rechte,
- Wenn er spricht, müßt ihr verstummen,
- Sonst erklärt er euch für Schlechte,
- Oder nennt euch gar die Dummen.
-
- Leider sind dergleichen Strolche
- Keine seltene Erscheinung.
- Wer nicht taub, der meidet solche
- Ritter von der eignen Meinung.
-
-
-
-
-Bös und gut.
-
-
- Wie kam ich nur aus jenem Frieden
- In's Weltgetös?
- Was einst vereint, hat sich geschieden,
- Und das ist bös.
-
- Nun bin ich nicht geneigt zum Geben,
- Nun heißt es: Nimm!
- Ja, ich muß tödten, um zu leben,
- Und das ist schlimm.
-
- Doch eine Sehnsucht blieb zurücke,
- Die niemals ruht.
- Sie zieht mich heim zum alten Glücke,
- Und das ist gut.
-
-
-
-
-Immerhin.
-
-
- Mein Herz, sei nicht beklommen,
- Noch wird die Welt nicht alt.
- Der Frühling ist wiedergekommen,
- Frisch grünt der deutsche Wald.
-
- Seit Ururvätertagen
- Stehen die Eichen am See,
- Die Nachtigallen schlagen,
- Zur Tränke kommt das Reh.
-
- Die Sonne geht auf und unter[1]
- Schon lange vieltausendmal,
- Noch immer eilen so munter
- Die Bächlein in's blühende Thal.
-
- Hier lieg ich im weichen Moose
- Unter dem rauschenden Baum,
- Die Zeit, die wesenlose,
- Verschwindet als wie ein Traum.
-
- Von kühlen Schatten umdämmert,
- Versink ich in selige Ruh;
- Ein Specht, der lustig hämmert,
- Nickt mir vertraulich zu.
-
- Mir ist, als ob er riefe:
- Heija, mein guter Gesell,
- Für ewig aus dunkler Tiefe
- Sprudelt der Lebensquell.
-
- [1] An Paul Lindau gegeben für Wilbrandts Gedenkbuch 1907.
-
-
-
-
-Erbauliche Bescheidenheit.
-
-
- Sehr schlecht befand sich Mutter Klöhn.
- Sie kann nicht gehn,
- Ist krumm und lahm
- Und liegt zubett und rührt sich nicht.
- Seit zwanzig Jahren hat sie schon die Gicht.
- Herr Küster Bötel, welcher häufig kam,
- Um gute Bessrung ihr zu wünschen,
- Erzählt ihr auch des weitern,
- Um sie ein wenig zu erheitern,
- Die Mordgeschichte, die man jüngst verbrochen.
- Ja, denken Sie nur mal,
- Der Präsident von Frankreich ist erstochen
- Von einem Strolch
- Mit einem Dolch.
- Ist das nicht ein Skandal?
- Oh, Lü und Kinners, rief sie voller Graun,
- Wat gift et doch vär Minschen.
- Sau wat könn _eck_ doch nich e daun!!
- Herr Bötel sprach und sah sie freundlich an:
- Dies Wort von Ihnen mag ich leiden.
- Ein guter Mensch ist niemals unbescheiden
- Und thut nicht mehr als was er kann.
- Adieu, Frau Klöhn!
- Auf fröhlich Wiedersehn!
-
-
-
-
-Ich bin Papa.
-
-
- Mitunter schwitzen muß der Schreiner,
- Er stößt auf manchen harten Ast.
- So geht es auch, wenn unsereiner
- Sich mit der Grübelei befaßt.
- Zum Glück hat meine gute Frau,
- Die liebevoll an alles denkt,
- Mir einen kleinen Fritz geschenkt,
- Denn oft erfreut mich dieser Knabe
- Durch seinen kindlichen Radau,
- Wenn ich so meine Schrullen habe.
- Heut mittag gab es wieder mal
- Mein Leibgericht, gespickten Aal,
- Und wie ich dann zur Körperpflege,
- Die Weste auf, die Augen zu,
- Die Hände friedlich auf dem Magen
- Im Polsterstuhl mich niederlege,
- Oh weh, ein Schwarm von dummen Fragen
- Verscheucht die heißersehnte Ruh.
- Ach, wird es mir denn niemals klar,
- Wo ich gewesen, eh ich war?
- Schwamm ich, verkrümelt in Atome,
- Gedankenlos im Wirbelstrome,
- Bis ich am Ende mich verdichtet
- Zu einer denkenden Person?
- Und jetzt, was hab ich ausgerichtet?
- Was war der Mühe karger Lohn?
- Das Geld ist rar, die Kurse sinken,
- Dagegen steigt der Preis der Schinken.
- Fast jeden Morgen klagt die Mutter:
- Ach Herr, wie theuer ist die Butter!
- Ja, selbst der Vater wird gerührt,
- Wenn er sein kleines Brödchen schmiert.
- Und doch, trotz dieser Seelenleiden,
- Will keiner gern von hinnen scheiden.
- Wer weiß?
- Ei sieh, wer kommt denn da?
- Hallo, der Fritz! Nun wird es heiter,
- Nun machen wir den Eselreiter.
- Flugs stell ich mich auf alle Viere,
- Indem ich auf und ab marschiere,
- Und rufe kräftig mein Ih -- ah!
- Vor Wähligkeit und Uebermuth.
- Ih -- ah! Die Welt ist nicht so übel.
- Wozu das närrische Gegrübel?
- Ich bin Papa, und damit gut.
-
-
-
-
-Gründliche Heilung.
-
-
- Es saß der fromme Meister
- Mit Weib und Kind bei Tisch.
- Ach, seine Lebensgeister
- Sind nicht wie sonst so frisch.
-
- Er sitzt mit krummem Nacken
- Vor seinem Leibgericht,
- Er hält sich beide Backen,
- Worin es heftig sticht.
-
- Das brennt wie heiße Kohlen.
- Au, schreit er, au, verdammt!
- Der Teufel soll sie holen,
- Die Zähne allesammt!
-
- Doch gleich, wie es in Nöthen
- Wohl öfter schon geschah,
- Begann er laut zu beten:
- Hilf, Apollonia!
-
- Kaum daß aus voller Seele
- Er diesen Spruch gethan,
- Fällt aus des Mundes Höhle
- Ihm plötzlich jeder Zahn.
-
- Und schmerzlos, Dank dem Himmel,
- Schmaust er, wie sonst der Brauch,
- Nur war es mehr Gemümmel,
- Und lispeln thät er auch.
-
- Pohsit! Wie klingt so niedlich
- Des Meisters Säuselton.
- Er trank, entschlummert friedlich,
- Und horch, da schnarcht er schon.
-
- 3. August 1907 an die »Lustige Woche« gegeben.
-
-
-
-
-Frühlingslied.
-
-
- In der Laube von Syringen,
- Oh, wie ist der Abend fein.
- Brüder, laßt die Gläser klingen,
- Angefüllt mit Maienwein.
-
- Heija, der frische Mai
- Er bringt uns mancherlei.
- Das Schönste aber hier auf Erden
- Ist lieben und geliebt zu werden,
- Heija, im frischen Mai.
-
- Ueber uns die lieben Sterne
- Blinken hell und frohgemuth,
- Denn sie sehen schon von ferne,
- Auch hier unten geht es gut.
-
- Wer sich jetzt bei trüber Kerzen
- Der Gelehrsamkeit befleißt,
- Diesem wünschen wir von Herzen,
- Daß er bald Professor heißt.
-
- Wer als Wein- und Weiberhasser
- Jedermann im Wege steht,
- Der genieße Brod und Wasser,
- Bis er endlich in sich geht.
-
- Wem vielleicht sein altes Hannchen
- Irgendwie abhanden kam,
- Nur getrost, es gab schon Manchen,
- Der ein neues Hannchen nahm.
-
- Also, eh der Mai zu Ende,
- Aufgeschaut und umgeblickt,
- Keiner, der nicht eine fände,
- Die ihn an ihr Herze drückt.
-
- Jahre steigen auf und nieder;
- Aber, wenn der Lenz erblüht,
- Dann, ihr Brüder, immer wieder
- Töne unser Jubellied.
-
- Heija, der frische Mai,
- Er bringt uns mancherlei,
- Das Schönste aber hier auf Erden
- Ist lieben und geliebt zu werden,
- Heija, im frischen Mai.
-
-
-
-
-Zu Neujahr.
-
-
- Will das Glück nach seinem Sinn
- Dir was Gutes schenken,
- Sage Dank und nimm es hin
- Ohne viel Bedenken.
-
- Jede Gabe sei begrüßt,
- Doch vor allen Dingen:
- Das, warum du dich _bemühst_,
- Möge dir gelingen.
-
-
-
-
-In trauter Verborgenheit.
-
-
- Ade, ihr Sommertage,
- Wie seid ihr so schnell enteilt,
- Gar mancherlei Lust und Plage
- Habt ihr uns zugetheilt.
-
- Wohl war es ein Entzücken,
- Zu wandeln im Sonnenschein,
- Nur die verflixten Mücken
- Mischten sich immer darein.
-
- Und wenn wir auf Waldeswegen
- Dem Sange der Vögel gelauscht,
- Dann kam natürlich ein Regen
- Auf uns hernieder gerauscht.
-
- Die lustigen Sänger haben
- Nach Süden sich aufgemacht,
- Bei Tage krächzen die Raben,
- Die Käuze schreien bei Nacht.
-
- Was ist das für Gesause!
- Es stürmt bereits und schneit.
- Da bleiben wir zwei zuhause
- In trauter Verborgenheit.
-
- Kein Wetter kann uns verdrießen.
- Mein Liebchen, ich und du,
- Wir halten uns warm und schließen
- Hübsch feste die Thüren zu.
-
-
-
-
-Was das Großmütterlein sang.
-
-
- Surre surre surre!
- Mein gutes Rädchen schnurre!
- Für unser kleines Kätchen
- Dreh mir ein feines Fädchen
- So lang von hier bis Köllen
- Wohl mehr als tausend Ellen.
- Wir wollen es winden
- Und Docken von binden,
- Meister Weber es geben,
- Soll Leinen uns weben,
- Das breiten wir beide
- Auf blumige Heide
- Auf Anger und Wiesen
- Und wollen es sonnen
- Benetzen und gießen
- Aus Bächen und Bronnen.
- Ach, komm du lieber Sonnenschein
- Und bleiche unser Leinen rein.
- Dann kriegt mein Herzenstäubchen
- Wohl manch ein feines Hemd
- Und Tüchlein oder Häubchen,
- Bis daß der Freier kömmt.
- Schön guten Tag, Herr Freiersmann!
- Was schaut er so mein Kätchen an?
- Das Kätchen geben wir nicht her,
- Und wenn's für Tausend Thaler wär.
- Ei, Mutter, nur nicht gleich geschmält!
- Den hübschen jungen Knaben
- Den will und muß ich haben;
- Den Krauskopf, den Krauskopf
- Hab ich mir auserwählt.
- Und willst du denn ein Bräutchen sein,
- So geb ich meinen Segen drein.
- So manches Blümlein wachsen mag
- Von Ostern bis Michelistag,
- So manches Körnlein, als man sät,
- So mancher Halm in Aehren steht,
- So vielmal Gutes wünsch ich dir
- Aus meines Herzens Grund herfür.
- Und wenn die Pfeifen klingen,
- Dann tanzen wir und springen;
- Dann spring ich wohl und tanz ich
- Von Danzig bis nach Nanzig --
- Knipp knapp!
- Da reißt mein Faden ab!
-
-
-
-
-Am Vorabend von Rosens Geburtstag.
-
-
- Lauschend am Fenster sitzt der Poet. --
- Draußen die Blumen und Pflänzchen
- Halten ihr Abendkränzchen
- Auf dem Gartenbeet.
- Der Mond in Silberlivree,
- Leise geschäftig,
- Kredenzt den Thau, den Blüthenthee,
- Anregend und kräftig.
- Und von Kelch zu Kelche
- Geht ein Geflüster:
- Also morgen ist er!
-
-_Frau Ehrenpreis_ (Veronika).
-
- Ja, morgen feiert sie
- Ihren werthen Entsprießungstag --
-
-_Taubnessel_ (mit dem Hörrohr).
-
- Hä was? Hä welche?
-
-_Frau Ehrenpreis_ (lauter).
-
- -- -- Drüben im Garten die schöne Frau Rose -- --
-
-_Taubnessel._
-
- Ah! mit den zwei Knospen die!
-
-_Frau Ehrenpreis._
-
- -- -- die tadel- und dornenlose -- --
-
-_Distel_ (für sich).
-
- Wer's glauben mag!
-
-_Frau Ehrenpreis._
-
- -- Von Duft und Glanz umwoben.
-
-_Distel._
-
- Man weiß, man weiß!
- Die gute Frau Ehrenpreis
- Muß immer loben.
- Und doch hat unser Röschen, das feine
- Allerlei kleine
- Grillen und Räupchen
- Unter dem zierlichen Häubchen.
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Distel._
-
- Bald steht sie da so mildiglich
- Und senkt die Blätter,
- Bald rüttelt, schüttelt und spreizt sie sich,
- Je nach dem Wetter.
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Klatschrose._
-
- Ja reizend, das wollt ich meinen!
- Drum sieht man auch häufig den Löwenzahn,
- Den Rittersporn und den Baldrian
- Dort wachsen und erscheinen.
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Klatschrose._
-
- Ja reizend, ganz recht!
- Und dann dieser Musenknecht,
- Dieser Dichter --
-
-_Distel._
-
- Der Versetrichter --
-
-_Klatschrose._
-
- -- mit den langen Locken --
-
-_Distel._
-
- -- mit dem Loch im Socken.
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Klatschrose._
-
- Alltäglich kläglich mit Gefühl
- In ihrer Nähe
- Entlockt er seinem Saitenspiel
- Lieblich Getön
- Und singt so schön --
-
-_Distel._
-
- -- wie 'ne Mantelkrähe.
-
-_Klatschrose._
-
- Zum Beispiel, noch gestern -- --
-
-_Lilie_ (sanft).
-
- Geliebte Schwestern! --
-
-_Frau Ehrenpreis._
-
- Ihr Muster der Milde!
- Ihr Tugendgebilde!
-
-_Lilie._
-
- Wen sollte der festliche Tag nicht rühren!
- Ich denke doch -- --
-
-_Levkoje_, _Tulpe_, _Päonie_, _Flox_ etc.
-
- Ja ja, wir alle gratuliren!!
-
-_Frau Ehrenpreis._
-
- Ein Schöngeist blüht in unsrer Mitte,
- Ein hochgeschickter --
- Fräulein Federnelke --
-
-_Federnelke._
-
- Oh, bitte!
-
-_Distel_ (für sich).
-
- Blaustrumpf, verrückter!
-
-_Frau Ehrenpreis._
-
- -- -- Federnelke, die wundersame,
- So lautet ihr holder botanischer Name.
- Vielleicht läßt sie sich freundlich erweichen
- Und schreibt und dichtet ein Billet,
- Duftend, geistvoll und nett.
- Das möge dann die dienende Biene,
- Unsere süße geflügelte Schleckerkathrine,
- Hinschwebend im frühesten Morgenwind,
- Dem hohen Geburtstagskind
- Ehrfurchtsvoll sumsend überreichen.
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Federnelke_ (schreibt und liest).
-
- »Veredelte Rose und Nachbarin!
- »Nehmet dies Brieflein gnädig hin,
- »Sintemalen dasselbe geschrieben
- »Von allerlei Pflanzen, welche Euch lieben.
- »Verleihe der Himmel Euer Gnaden
- »Beständig ein sanftes Sonnenlicht
- »Und frischen Thau und meinetwegen
- »Auch hie und da ein wenig Regen,
- »Nur Sturmwind nicht,
- »Denn dieser thut der Schönheit Schaden.
- »Ergebenst mit Herz und Honigmund
- »Das Blumenkränzchen: Tugendbund.«
-
-_Gänseblümchen._
-
- Oh wie reizend!
-
-_Federnelke._
-
- Ich denke, es macht sich so!
-
-_Alle._
-
- Bravo bravissimo!
-
-_Mond._
-
- Noch 'n Täßchen Thee gefällig?
-
-_Levkoje._
-
- Ich trank schon drei.
-
-_Flox._
-
- Ich fünf.
-
-_Tulpe._
-
- Ich acht.
-
-_Päonie._
-
- Mein Mieder kracht!
-
-_Alle._
-
- Gute Nacht, gute Nacht!
-
- (Die Blumen nicken. Der Mond geht unter. Der Poet, nachdem er
- noch einen Blick in die Nacht hinaus gebohrt, schließt leise
- das Fenster.)
-
-
-
-
-Peinlich berührt.
-
-
- Im Dorfe wohnt ein Vetter,
- Der gut versichert war
- Vor Brand und Hagelwetter
- Nun schon im zehnten Jahr.
-
- Doch nie seit dazumalen
- Ist ein Malör passiert,
- Und so für nichts zu zahlen,
- Hat peinlich ihn berührt.
-
- Jetzt, denkt er, überlasse
- Dem Glück ich Feld und Haus.
- Ich pfeife auf die Kasse.
- Und schleunig trat er aus.
-
- Oweh, nach wenig Tagen
- Da hieß es: Zapperment!
- Der Weizen ist zerschlagen
- Und Haus und Scheune brennt.
-
- Ein Narr hat Glück in Masse,
- Wer klug, hat selten Schwein.
- Und schleunig in die Kasse
- Trat er halt wieder ein.
-
-
-
-
-Das traurige Röslein.
-
-
- Ein Röslein war gar nicht munter,
- Weil es im Topfe stand,
- Sah immer traurig hinunter
- Auf die Blumen im freien Land.
- Die Blumen nicken und winken.
- Wie ist es im Freien so schön
- Zu tanzen und Thau zu trinken
- Bei lustigem Windeswehn.
- Von bunten Schmetterlingen
- Umgaukelt, geschmeichelt, geküßt;
- Dazwischen der Vöglein Singen
- Anmuthig zu hören ist.
- Wir preisen dich und loben
- Dich, fröhliche Sommerzeit;
- Ach, Röslein am Fenster droben
- Du thust uns auch gar zu leid.
- Da ist ins Land gekommen
- Der Winter mit seiner Noth.
- In Schnee und Frost verklommen
- Die Blumen sind alle todt.
- Ein Mägdlein hört es stürmen,
- Macht fest das Fenster zu.
- Jetzt will ich dich pflegen und schirmen,
- Du liebes Röslein du.
-
-
-
-
-Der Thürmer.
-
-
- Der Thürmer steht auf hohem Söller
- Und raucht sein Pfeifchen echten Kneller,
- Wobei der alte Invalid
- Von oben her die Welt besieht.
- Es kommt der Sommer allgemach.
- Die Schwalben fliegen um das Dach,
- Derweil schon manche stillbeglückt
- Im Neste sitzt und fleißig drückt.
- Zugleich tritt aus dem Gotteshaus
- Ein neuvermähltes Paar heraus,
- Das darf sich nun in allen Ehren
- Getreulich lieben und vermehren. --
- Der Sommer kam, und allenthalben
- Schwebt ungezählt das Heer der Schwalben,
- Die, wenn sie flink vorüberflitzen,
- Des Thürmers alten Hut beschmitzen.
- Vom Platze unten tönt Juchhei,
- Die Klosterschüler haben frei,
- Sie necken, schrecken, jagen sich,
- Sie schlagen und vertragen sich
- Und grüßen keck mit Hohngelächter
- Des Thurmes hochgestellten Wächter. --
- Der Sommer ging, die Schwalben setzen
- Sich auf das Kirchendach und schwätzen.
- Sie warten, bis der Abend da,
- Dann flogen sie nach Afrika.
- Doch unten, wo die Fackeln scheinen,
- Begraben sie mal wieder Einen
- Und singen ihm nach frommer Weise
- Ein Lebewohl zur letzten Reise.
- Bedenklich schaut der Thürmer drein.
- Still geht er in sein Kämmerlein
- Zu seinem großen Deckelkrug,
- Und als die Glocke zehne schlug,
- Nahm er das Horn mit frischem Muth
- Und blies ein kräftiges Tuhuht.
-
-
-
-
-Buch des Lebens.
-
-
- Haß, als minus und vergebens,
- Wird vom Leben abgeschrieben.
- Positiv im Buch des Lebens
- Steht verzeichnet nur das Lieben.
- Ob ein Minus oder Plus
- Uns verblieben, zeigt der Schluß.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-[Illustration]
-
-Von diesem Buche ist zugleich mit dieser Ausgabe auch
-
- eine Luxusausgabe
- in 1200 numerirten Exemplaren erschienen.
-
-Sie ist auf handgeschöpftes Büttenpapier gedruckt, in Leder gebunden
-und kostet Mk. 8.--.
-
-
-Im September 1908 erschien im gleichen Verlage:
-
-»Hernach«
-
-von
-
-Wilhelm Busch.
-
-Ein stattlicher Band mit 95 zum Theil farbigen Zeichnungen nebst Versen.
-
- ~A.~ Facsimile-Ausgabe in 1000 numerirten Exemplaren, die
- Zeichnungen in Lichtdruck, die Texte in des Dichters Handschrift
- reproduzirt, auf 60 Cartons gelegt. Gebunden in Kalbleder
-
- Preis Mk. 16.--.
-
- ~B.~ Gewöhnliche Ausgabe, in Buchdruck hergestellt auf starkem,
- getöntem Papier. In Leinwand gebunden
-
- Preis Mk. 5.--.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Schein und Sein, by Wilhelm Busch
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHEIN UND SEIN ***
-
-***** This file should be named 60522-0.txt or 60522-0.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/6/0/5/2/60522/
-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-