diff options
Diffstat (limited to '6649-8.txt')
| -rw-r--r-- | 6649-8.txt | 1741 |
1 files changed, 1741 insertions, 0 deletions
diff --git a/6649-8.txt b/6649-8.txt new file mode 100644 index 0000000..43ae53f --- /dev/null +++ b/6649-8.txt @@ -0,0 +1,1741 @@ +The Project Gutenberg EBook of Einige Gedichte, by +Johann Christoph Friedrich von Schiller + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Einige Gedichte + +Author: Johann Christoph Friedrich von Schiller + +Posting Date: March 19, 2014 [EBook #6649] +Release Date: October, 2004 +First Posted: January 9, 2003 + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EINIGE GEDICHTE *** + + + + +Produced by Delphine Lettau (for finding a huge collection +of ancient German books in London.) HTML version by Al +Haines. + + + + + + + + + + + + Einige Gedichte + + Friedrich von Schiller + + + Inhalt: + + Abschied vom Leser + Amalia + An den Frühling + An die Astronomen + An einen Moralisten + Bittschrift + Das Geheimnis + Das Glück der Weisheit + Das Lied von der Glocke + Das Mädchen aus der Fremde + Das Mädchen von Orleans + Das Spiel des Lebens + Das verschleierte Bild zu Sais + Der Abend + Die Antiken zu Paris + Die schönste Erscheinung + Die Weltweisen + Epigramme Friedrich Schiller + Forum des Weibes + Odysseus + Sehnsucht + Spinoza + Thekla + Triumph der Liebe + Weibliches Urteil + Winternacht + Zum Geburtstag der Frau Griesbach + + + + Abschied vom Leser + + + Die Muse schweigt. Mit jungfräulichen Wangen, + Erröten im verschämten Angesicht, + Tritt sie vor dich, ihr Urteil zu empfangen; + Sie achtet es, doch fürchtet sie es nicht. + Des guten Beifall wünscht sie zu erlangen, + Den Wahrheit rührt, den Flimmer nicht besticht; + Nur wem ein Herz, empfänglich für das Schöne, + Im Busen schlägt, ist wert, dass er sie kröne. + + Nicht länger wollen diese Lieder leben, + Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut, + Mit schönern Phantasien es umgeben, + Zu höheren Gefühlen es geweiht; + Zur fernen Nachwelt wollen sie nicht schweben, + Sie tönten, sie verhallen in der Zeit. + Des Augenblickes Lust hat sie geboren, + Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen. + + Der Lenz erwacht, auf den erwärmten Triften + Schießt frohes Leben jugendlich hervor, + Die Staude würzt die Luft mit Nektardüften, + Den Himmel füllt ein muntrer Sängerchor. + Und jung und alt ergeht sich in den Lüften + Und freuet sich und schwelgt mit Aug und Ohr. + Der Lenz entflieht! Die Blume schießt in Samen, + Und keine bleibt von allen, welche kamen. + + + + Amalia + + + Schön wie Engel voll Walhallas Wonne, + Schön vor allen Jünglingen war er, + Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne, + Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer. + Seine Küsse--paradiesisch Fühlen! + Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie + Harfentöne in einander spielen + Zu der himmelvollen Harmonie-- + Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen, + Lippen, Wangen brannten, zitterten, + Seele rann in Seele--Erd' und Himmel schwammen + Wie zerronnen um die Liebenden! + Er ist hin--vergebens, ach! vergebens + Stöhnet ihm der bange Seufzer nach! + Er ist hin, und alle Lust des Lebens + Wimmert hin in ein verlornes Ach! + + + + An den Frühling + + + Willkommen schöner Jüngling! + Du Wonne der Natur! + Mit deinem Blumenkörbchen + Willkommen auf der Flur! + + Ei! Ei! Da bist du wieder! + Und bist so lieb und schön! + Und freun wir uns so herzlich, + Entgegen dir zu gehen. + Denkst auch noch an mein Mädchen? + Ei, lieber, denke doch! + Dort liebte mich das Mädchen, + Und 's Mädchen liebt mich noch! + + Fürs Mädchen manches Blümchen + Erbat ich mir von dir-- + Ich komm und bitte wieder, + Und du?--du gibst es mir? + + Willkommen schöner Jüngling! + Du Wonne der Natur! + Mit deinem Blumenkörbchen + Willkommen auf der Flur! + + + + An die Astronomen + + + Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen! + Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt? + Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume; + Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht. + + + + An einen Moralisten + + + Was zürnst du unsrer frohen Jugendweise + Und lehrst, daß Lieben Tändeln sei? + Du starrest in des Winters Eise + Und schmälest auf den goldnen Mai. + + Einst, als du noch das Nymphenvolk bekriegtest, + Ein Held des Karnevals den deutschen Wirbel flogst, + Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest + Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst-- + + Ha Seladon! wenn damals aus den Achsen + Gewichen wär der Erde schwerer Ball, + Im Liebesknäul mit Julien verwachsen + Du hättest überhört den Fall! + + O denk zurück nach deinen Rosentagen + Und lerne: die Philosophie + Schlägt um, wie unsre Pulse anders schlagen; + Zu Göttern schaffst du Menschen nie. + + Wohl, wenn ins Eis des klügelnden Verstandes + Das warme Blut ein bißchen muntrer springt! + Laß den Bewohnern eines bessern Landes, + Was nie dem Sterblichen gelingt. + + Zwingt doch der irdische Gefährte + Den gottgebornen Geist in Kerkermauren ein, + Er wehrt mir, daß ich Engel werde, + Ich will ihm folgen, Mensch zu sein. + + + + Bittschrift + + + Dumm ist mein Kopf und schwer wie Blei, + Die Tobaksdose ledig, + Mein Magen leer--der Himmel sei + Dem Trauerspiele gnädig. + + Ich kratze mit dem Federkiel + Auf den gewalkten Lumpen; + Wer kann Empfindung und Gefühl + Aus hohlem Herzen pumpen? + + Feu'r soll ich gießen aufs Papier + Mit angefrornem Finger?-- + O Phöbus, hassest du Geschmier, + So wärm auch deine Sänger. + + Die Wäsche klatscht vor meiner Tür, + Es scharrt die Küchenzofe. + Und mich--mich ruft das Flügeltier + Nach König Philipps Hofe. + + Ich steige mutig auf das Roß; + In wenigen Sekunden + Seh ich Madrid--Am Königsschloß + Hab ich es angebunden. + + Ich eile durch die Galerie + Und--siehe da!--belausche + Die junge Fürstin Eboli + In süßem Liebesrausche. + + Jetzt sinkt sie an des Prinzen Brust + Mit wonnevollem Schauer, + In i h r e n Augen Götterlust, + Doch in den s e i n e n Trauer. + + Schon ruft das schöne Weib Triumph, + Schon hör ich--Tod und Hölle! + Was hör ich?--einen nassen Strumpf + Geworfen in die Welle. + + Und weg ist Traum und Feerei-- + Prinzessin, Gott befohlen! + Der Teufel soll die Dichterei + Beim Hemdenwaschen holen. + + + Das Geheimnis + + + Sie konnte mir kein Wörtchen sagen, + Zu viele Lauscher waren wach; + Den Blick nur durft ich schüchtern fragen, + Und wohl verstand ich, was er sprach. + Leis komm ich her in deine Stille, + Du schön belaubtes Buchenzelt, + Verbirg in deiner grünen Hülle + Die Liebenden dem Aug der Welt. + + Von ferne mit verworrnem Sausen + Arbeitet der geschäft'ge Tag, + Und durch der Stimmen hohles Brausen + Erkenn ich schwerer Hämmer Schlag. + So sauer ringt die kargen Lose + Der Mensch dem harten Himmel ab, + Doch leicht erworben, aus dem Schoße + Der Götter fällt das Glück herab. + + Daß ja die Menschen nie es hören, + Wie treue Lieb uns still beglückt! + Sie können nur die Freude stören, + Weil Freude nie sie selbst entzückt. + Die Welt wird nie das Glück erlauben, + Als Beute wird es nur gehascht, + Entwenden mußt du's oder rauben, + Eh dich die Mißgunst überrascht. + + Leis auf den Zehen kommt's geschlichen, + Die Stille liebt es und die Nacht, + Mit schnellen Füßen ist's entwichen, + Wo des Verräters Auge wacht. + O schlinge dich, du sanfte Quelle, + Ein breiter Strom um uns herum, + Und drohend mit empörter Welle + Verteidige dies Heiligtum! + + + + Das Glück der Weisheit + + + Entzweit mit einem Favoriten, + Flog einst Fortun der Weisheit zu: + "Ich will dir meine Schätze bieten, + Sei meine Freundin du! + + Mit meinen reichsten, schönsten Gaben + Beschenkt ich ihn so mütterlich, + Und sieh, er will noch immer haben + Und nennt noch geizig mich. + + Komm, Schwester, laß uns Freundschaft schließen, + Du marterst dich an deinem Pflug; + In deinen Schoß will ich sie gießen, + Hier ist für dich und mich genug." + + Sophia lächelt diesen Worten + Und wischt den Schweiß vom Angesicht: + Dort eilt dein Freund, sich zu ermorden, + Versöhnet euch!--ich brauch dich nicht." + + + + Das Lied von der Glocke + + + Vivos voco. Mortuos plango. Fulgura frango. + + Fest gemauert in der Erden + Steht die Form, aus Lehm gebrannt. + Heute muß die Glocke werden, + Frisch, Gesellen! seid zur Hand. + Von der Stirne heiß + Rinnen muß der Schweiß, + Soll das Werk den Meister loben, + Doch der Segen kommt von oben. + Zum Werke, das wir ernst bereiten, + Geziemt sich wohl ein ernstes Wort; + Wenn gute Reden sie begleiten, + Dann fließt die Arbeit munter fort. + So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten, + Was durch die schwache Kraft entspringt, + Den schlechten Mann muß man verachten, + Der nie bedacht, was er vollbringt. + Das ists ja, was den Menschen zieret + Und dazu ward ihm der Verstand, + Daß er im innern Herzen spüret, + Was er erschafft mit seiner Hand. + + Nehmet Holz vom Fichtenstamme, + Doch recht trocken laßt es sein, + Daß die eingepreßte Flamme + Schlage zu dem Schwalch hinein. + Kocht des Kupfers Brei, + Schnell das Zinn herbei, + Daß die zähe Glockenspeise + Fließe nach der rechten Weise. + + Was in des Dammes tiefer Grube + Die Hand mit Feuers Hilfe baut, + Hoch auf des Turmes Glockenstube + Da wird es von uns zeugen laut. + Noch dauern wirds in späten Tagen + Und rühren vieler Menschen Ohr, + Und wird mit dem Betrübten klagen, + Und stimmen zu der Andacht Chor. + Was unten tief dem Erdensohne + Das wechselnde Verhängnis bringt, + Das schlägt an die metallne Krone, + Die es erbaulich weiter klingt. + + Weiße Blasen seh ich springen, + Wohl! die Massen sind im Fluß. + Laßt's mit Aschensalz durchdringen, + Das befördert schnell den Guß. + Auch von Schaume rein + Muß die Mischung sein, + Daß vom reinlichen Metalle + Rein und voll die Stimme schalle. + + Denn mit der Freude Feierklange + Begrüßt sie das geliebte Kind + Auf seines Lebens erstem Gange, + Den es in Schlafes Arm beginnt; + Ihm ruhen noch im Zeitenschoße + Die schwarzen und die heitern Lose, + Der Mutterliebe zarte Sorgen + Bewachen seinen goldnen Morgen-- + Die Jahre fliehen pfeilgeschwind. + Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe, + Er stürmt ins Leben wild hinaus, + Durchmißt die Welt am Wanderstabe, + Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus, + Und herrlich, in der Jugend Prangen, + Wie ein Gebild aus Himmels Höhn, + Mit züchtigen, verschämten Wangen + Sieht er die Jungfrau vor sich stehn. + Da faßt ein namenloses Sehnen + Des Jünglings Herz, er irrt allein, + Aus seinen Augen brechen Tränen, + Er flieht der Brüder wilden Reihn. + Errötend folgt er ihren Spuren, + Und ist von ihrem Gruß beglückt; + Das Schönste sucht er auf den Fluren, + Womit er seine Liebe schmückt. + O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, + Der ersten Liebe goldne Zeit, + Das Auge sieht den Himmel offen, + Es schwelgt das Herz in Seligkeit, + O! daß sie ewig grünen bliebe, + Die schöne Zeit der jungen Liebe! + + Wie sich schon die Pfeifen bräunen! + Dieses Stäbchen tauch ich ein, + Sehn wir's überglast erscheinen + Wirds zum Gusse zeitig sein. + Jetzt, Gesellen, frisch! + Prüft mir das Gemisch, + Ob das Spröde mit dem Weichen + Sich vereint zum guten Zeichen. + + Denn wo das Strenge mit dem Zarten, + Wo Starkes sich und Mildes paarten, + Da gibt es einen guten Klang. + Drum prüfe, wer sich ewig bindet, + Ob sich das Herz zum Herzen findet! + Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. + Lieblich in der Bräute Locken + Spielt der jungfräuliche Kranz, + Wenn die hellen Kirchenglocken + Laden zu des Festes Glanz. + Ach! des Lebens schönste Feier + Endigt auch den Lebensmai, + Mit dem Gürtel, mit dem Schleier + Reißt der schöne Wahn entzwei. + Die Leidenschaft flieht, + Die Liebe muß bleiben, + Die Blume verblüht, + Die Frucht muß treiben. + Der Mann muß hinaus + Ins feindliche Leben, + Muß wirken und streben + Und pflanzen und schaffen, + Erlisten, erraffen, + Muß wetten und wagen + Das Glück zu erjagen. + Da strömet herbei die unendliche Gabe, + Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe, + Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus. + Und drinnen waltet + Die züchtige Hausfrau, + Die Mutter der Kinder, + Und herrschet weise + Im häuslichen Kreise, + Und lehret die Mädchen, + Und wehret den Knaben, + Und reget ohn Ende + Die fleißigen Hände, + Ünd mehrt den Gewinn + Mit ordnendem Sinn. + Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden, + Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden, + Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein + Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein, + Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer, + Und ruhet nimmer. + Und der Vater mit frohem Blick + Von des Hauses weitschauendem Giebel + Überzählet sein blühend Glück, + Siehet der Pfosten ragende Bäume, + Und der Scheunen gefüllte Räume + Und die Speicher, vom Segen gebogen, + Und des Kornes bewegte Wogen, + Rühmt sich mit stolzem Mund: + Fest wie der Erde Grund + Gegen des Unglücks Macht + Steht mit des Hauses Pracht!-- + Doch mit des Geschickes Mächten + Ist kein ew'ger Bund zu flechten, + Und das Unglück schreitet schnell. + + Wohl! Nun kann der Guß beginnen, + Schön gezacket ist der Bruch. + Doch, bevor wir's lassen rinnen, + Betet einen frommen Spruch! + Stoßt den Zapfen aus! + Gott bewahr das Haus. + Raudlend in des Henkels Bogen + Schießts mit feuerbraunen Wogen. + + Wohltätig ist des Feuers Macht, + Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, + Und was er bildet, was er schafft, + Das dankt er dieser; + Doch furchtbar wird die Himmelskraft, + Wenn sie der Fessel sich entrafft, + Einhertritt auf der eignen Spur + Die freie Tochter der Natur. + Wehe, wenn sie losgelassen + Wachsend ohne Widerstand + Durch die volkbelebten Gassen + Wälzt den ungeheuren Brand! + Denn die Elemente hassen + Das Gebild der Menschenhand. + Aus der Wolke + Quillt der Segen, + Strömt der Regen, + Aus der Wolke, ohne Wahl, + Zuckt der Strahl! + Hört ihr's wimmern hoch vom Turm! + Das ist Sturm! + Rot wie Blut + Ist der Himmel, + Das ist nicht des Tages Glut! + Welch Getümmel + Straßen auf! + Dampf wallt auf! + Flackernd steigt die Feuersäule, + Durch der Straßen lange Zeile + Wächst es fort mit Windeseile, + Kochend wie aus Ofens Rachen + Glühn die Lüfte, Balken krachen, + Pfosten stürzen, Fenster klirren, + Kinder jammern, Mütter irren, + Tiere wimmern + Unter Trümmern, + Alles rennet, rettet, flüchtet, + Taghell ist die Nacht gelichtet, + Durch der Hände lange Kette + Um die Wette + Fliegt der Eimer, hoch im Bogen + Sprützen Quellen, Wasserwogen. + Heulend kommt der Sturm geflogen, + Der die Flamme brausend sucht, + Prasselnd in die dürre Frucht + Fällt sie, in des Speichers Räume, + In der Sparren dürre Bäume, + Und als wollte sie im Wehen + Mit sich fort der Erde Wucht + Reißen, in gewaltger Flucht, + Wächst sie in des Himmels Höhen + Riesengroß! + Hoffnungslos + Weicht der Mensch der Götterstärke, + Müßig sieht er seine Werke + Und bewundernd untergehn. + Leergebrannt + Ist die Stätte, + Wilder Stürme rauhes Bette, + In den öden Fensterhöhlen + Wohnt das Grauen, + Und des Himmels Wolken schauen + Hoch hinein. + Einen Blick + Nach dem Grabe + Seiner Habe + Sendet noch der Mensch zurück-- + Greift fröhlich dann zum Wanderstabe, + Was Feuers Wut ihm auch geraubt, + Ein süßer Trost ist ihm geblieben, + Er zählt die Häupter seiner Lieben + Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt. + + In die Erd ist's aufgenommen, + Glücklich ist die Form gefüllt, + Wirds auch schön zu Tage kommen, + Daß es Fleiß und Kunst vergilt? + Wenn der Guß mißlang? + Wenn die Form zersprang? + Ach, vielleicht indem wir hoffen + Hat uns Unheil schon getroffen. + + Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde + Vertrauen wir der Hände Tat, + Vertraut der Sämann seine Saat + Und hofft, daß sie entkeimen werde + Zum Segen, nach des Himmels Rat. + Noch köstlicheren Samen bergen + Wir traurend in der Erde Schoß, + Und hoffen, daß er aus den Särgen + Erblühen soll zu schönerm Los. + Von dem Dome + Schwer und bang + Tönt die Glocke + Grabgesang. + Ernst begleiten ihre Trauerschläge + Einen Wandrer auf dem letzten Wege. + Ach! die Gattin ists, die teure, + Ach! es ist die treue Mutter, + Die der schwarze Fürst der Schatten + Wegführt aus dem Arm des Gatten, + Aus der zarten Kinder Schar, + Die si.e blühend ihm gebar, + Die sie an der treuen Brust + Wachsen sah mit Mutterlust-- + Ach! des Hauses zarte Bande + Sind gelöst auf immerdar, + Denn sie wohnt im Scha.ttenlande, + Die des Hauses Mutter war, + Denn es fehlt ihr treues Walten, + Ihre Sorge wacht nicht mehr, + An verwaister Stätte schalten + Wird die Fremde, liebeleer. + + Bis die Glocke sich verkühlet + Laßt die strenge Arbeit ruhn, + Wie im Laub der Vogel spielet + Mag sich jeder gütlich tun. + Winkt der Sterne Licht, + Ledig aller Pflicht + Hört der Bursch die Vesper schlagen, + Meister muß sich immer plagen. + + Munter fördert seine Schritte + Fern im wilden Forst der Wandrer + Nach der lieben Heimathütte. + Blöckend ziehen heim die Schafe, + Und der Rinder + Breitgestirnte glatte Scharen + Kommen brüllend, + Die gewohnten Ställe füllend. + Schwer herein + Schwankt der Wagen, + Kornbeladen, + Bunt von Farben + Auf den Garben + Liegt der Kranz, + Und das junge Volk der Schnitter + Fliegt zum Tanz. + Markt und Straße werden stiller, + Um des Lichts gesellge Flamme + Sammeln sich die Hausbewohner, + Und das Stadttor schließt sich knarrend. + Schwarz bedecket + Sich die Erde, + Doch den sichern Bürger schrecket + Nicht die Nacht, + Die den Bösen gräßlich wecket, + Denn das Auge des Gesetzes wacht. + Heilge Ordnung, segenreiche + Himmelstochter, die das Gleiche + Frei und leicht und freudig bindet, + Die der Städte Bau gegründet, + Die herein von den Gefilden + Rief den ungesellgen Wilden, + Eintrat in der Menschen Hütten, + Sie gewöhnt' zu sanften Sitten + Und das teuerste der Bande + Wob, den Trieb zum Vaterlande! + + Tausend fleißge Hände regen, + Helfen sich in munterm Bund + Und in feurigem Bewegen + Werden alle Kräfte kund. + Meister rührt sich und Geselle + In der Freiheit heilgem Schutz. + Jeder freut sich seiner Stelle, + Bietet dem Verächter Trutz. + Arbeit ist des Bürgers Zierde, + Segen ist der Mühe Preis, + Ehrt den König seine Würde, + Ehret uns der Hände Fleiß. + + Holder Friede, + Süße Eintracht, + Weilet, weilet + Freundlich über dieser Stadt! + Möge nie der Tag erscheinen, + Wo des rauhen Krieges Horden + Dieses stille Tal durchtoben, + Wo der Himmel, + Den des Abends sanfte Röte + Lieblich malt, + Von der Dörfer, von der Städte + Wildem Brande schrecklich strahlt! + + Nun zerbrecht mir das Gebäude, + Seine Absicht hats erfüllt, + Daß sich Herz und Auge weide + An dem wohlgelungnen Bild. + Schwingt den Hammer, schwingt, + Bis der Mantel springt, + Wenn die Glock soll auferstehen + Muß die Form in Stücken gehen. + + Der Meister kann die Form zerbrechen + Mit weiser Hand, zur rechten Zeit, + Doch wehe, wenn in Flammenbächen + Das glühnde Erz sich selbst befreit! + Blindwütend mit des Donners Krachen + Zersprengt es das geborstne Haus, + Und wie aus offnem Höllenrachen + Speit es Verderben zündend aus; + Wo rohe Kräfte sinnlos walten, + Da kann sich kein Gebild gestalten, + Wenn sich die Völker selbst befrein, + Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn. + + Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte + Der Feuerzunder still gehäuft, + Das Volk, zerreißend seine Kette, + Zur Eigenhilfe schrecklich greift! + Da zerret an der Glocke Strängen + Der Aufruhr, daß sie heulend schallt, + Und nur geweiht zu Friedensklängen + Die Losung anstimmt zur Gewalt. + + Freiheit und Gleichheit! hört man schallen, + Der ruh'ge Bürger greift zur Wehr; + Die Straßen füllen sich, die Hallen, + Und Würgerbanden ziehn umher, + Da werden Weiber zu Hyänen + Und treiben mit Entsetzen Scherz, + Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen, + Zerreißen sie des Feindes Herz. + Nichts Heiliges ist mehr, es lösen + Sich alle Bande frommer Scheu, + Der Gute räumt den Platz dem Bösen, + Und alle Laster walten frei. + Gefährlich ists den Leu zu wecken, + Verderblich ist des Tigers Zahn, + Jedoch der schrecklichste der Schrecken + Das ist der Mensch in seinem Wahn. + Weh denen, die dem Ewigblinden + Des Lichtes Himmelsfackel leihn! + Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden + Und äschert Städt und Länder ein. + + Freude hat mir Gott gegeben! + Sehet! wie ein goldner Stern + Aus der Hülse, blank und eben, + Schält sich der metallne Kern. + Von dem Helm zum Kranz + Spielts wie Sonnenglanz, + Auch des Wappens nette Schilder + Loben den erfahrnen Bilder. + + Herein! herein! + Gesellen alle, schließt den Reihen, + Daß wir die Glocke taufend weihen, + Concordia soll ihr Name sein, + Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine + Versammle sie die liebende Gemeine. + Und dies sei fortan ihr Beruf, + Wozu der Meister sie erschuf : + Hoch überm niedern Erdenleben + Soll sie in blauem Himmelszelt + Die Nachbarin des Donners schweben + Und grenzen an die Sternenwelt, + Soll eine Stimme sein von oben, + Wie der Gestirne helle Schar, + Die ihren Schöpfer wandelnd loben + Und führen das bekränzte Jahr. + Nur ewigen und ernsten Dingen + Sei ihr metallner Mund geweiht, + Und stündlich mit den schnellen Schwingen + Berühr im Fluge sie die Zeit, + Dem Schicksal leihe sie die Zunge, + Selbst herzlos, ohne Mitgefühl, + Begleite sie mit ihrem Schwunge + Des Lebens wechselvolles Spiel. + Und wie der Klang im Ohr vergehet, + Der mächtig tönend ihr entschallt, + So lehre sie, daß nichts bestehet, + Daß alles Irdische verhallt. + + Jetzo mit der Kraft des Stranges + Wiegt die Glock mir aus der Gruft, + Daß sie in das Reich des Klanges + Steige, in die Himmelsluft. + Ziehet, ziehet, hebt! + Sie bewegt sich, schwebt, + Freude dieser Stadt bedeute, + Friede sei ihr erst Geläute. + + + + Das Mädchen aus der Fremde + + + In einem Tal bei armen Hirten + Erschien mit jedem jungen Jahr, + Sobald die ersten Lerchen schwirrten, + Ein Mädchen, schön und wunderbar. + + Sie war nicht in dem Tal geboren, + Man wußte nicht, woher sie kam, + Und schnell war ihre Spur verloren, + Sobald das Mädchen Abschied nahm. + + Beseligend war ihre Nähe, + Und alle Herzen wurden weit, + Doch eine Würde, eine Höhe + Entfernte die Vertraulichkeit. + + Sie brachte Blumen mit und Früchte, + Gereift auf einer andern Flur, + In einem andern Sonnenlichte, + In einer glücklichern Natur. + + Und teilte jedem eine Gabe, + Dem Früchte, jenem Blumen aus, + Der Jüngling und der Greis am Stabe, + Ein jeder ging beschenkt nach Haus. + + Willkommen waren alle Gäste, + Doch nahte sich ein liebend Paar, + Dem reichte sie der Gaben beste, + Der Blumen allerschönste dar. + + + + Das Mädchen von Orleans + + + Das edle Bild der Menschheit zu verhöhnen, + Im tiefsten Staube wälzte dich der Spott; + Krieg führt der Witz auf ewig mit den Schönen, + Er glaubt nicht an den Engel und den Gott; + Dem Herzen will er seine Schätze rauben, + Den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben. + + Doch, wie du selbst aus kindlichem Geschlechte, + Selbst eine fromme Schäferin wie du, + Reicht dir die Dichtkunst ihre Götterrechte, + Schwingt sich mit dir den ew'gen Sternen zu. + Mit einer Glorie hat sie dich umgeben; + Dich schuf das Herz, du wirst unsterblich leben. + + Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen + Und das Erhabne in den Staub zu ziehn; + Doch fürchte nicht! Es gibt noch schöne Herzen, + Die für das Hohe, Herrliche entglühn. + Den lauten Markt mag Momus unterhalten, + Ein edler Sinn liebt edlere Gestalten. + + + + Das Spiel des Lebens + + + Wollt ihr in meinen Kasten sehn? + Des Lebens Spiel, die Welt im kleinen, + Gleich soll sie eurem Aug erscheinen; + Nur müßt ihr nicht zu nahe stehn, + Ihr müßt sie bei der Liebe Kerzen + Und nur bei Amors Fackel sehn. + + Schaut her! Nie wird die Bühne leer: + Dort bringen sie das Kind getragen, + Der Knabe hüpft, der Jüngling stürmt einher, + Es kämpft der Mann, und alles will er wagen. + + Ein jeglicher versucht sein Glück, + Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen: + Der Wagen rollt, die Achsen brennen, + Der Held dringt kühn voran, der Schwächling bleibt zurück, + Der Stolze fällt mit lächerlichem Falle, + Der Kluge überholt sie alle. + + Die Frauen seht ihr an den Schranken stehn, + Mit holdem Blick, mit schönen Händen + Den Dank dem Sieger auszuspenden. + + + + Das verschleierte Bild zu Sais + + + Ein Jüngling, den des Wissens heißer Durst + Nach Sais in Ägypten trieb, der Priester + Geheime Weisheit zu erlernen, hatte + Schon manchen Grad mit schnellem Geist durcheilt, + Stets riß ihn seine Forschbegierde weiter, + Und kaum besänftigte der Hierophant + Den ungeduldig Strebenden. "Was hab ich, + Wenn ich nicht alles habe?" sprach der Jüngling, + "Gibts etwa hier ein Weniger und Mehr? + Ist deine Wahrheit wie der Sinne Glück + Nur eine Summe, die man größer, kleiner + Besitzen kann und immer doch besitzt? + Ist sie nicht eine einzge, ungeteilte? + Nimm einen Ton aus einer Harmonie, + Nimm eine Farbe aus dem Regenbogen, + Und alles, was dir bleibt, ist nichts, solang + Das schöne All der Töne fehlt und Farben." + + Indem sie einst so sprachen, standen sie + In einer einsamen Rotonde still, + Wo ein verschleiert Bild von Riesengröße + Dem Jüngling in die Augen fiel. Verwundert + Blickt er den Führer an und spricht: "Was ists, + Das hinter diesem Schleier sich verbirgt?" + "Die Wahrheit", ist die Antwort.--"Wie?" ruft jener, + "Nach Wahrheit streb ich ja allein, und diese + Gerade ist es, die man mir verhüllt?" + + "Das mache mit der Gottheit aus", versetzt + Der Hierophant. "Kein Sterblicher, sagt sie, + Rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe. + Und wer mit ungeweihter, schuldger Hand + Den heiligen, verbotnen früher hebt, + Der, spricht die Gottheit--"--"Nun?"-- + "Der sieht die Wahrheit." + + "Ein seltsamer Orakelspruch! Du selbst, + Du hättest also niemals ihn gehoben?" + "Ich? Wahrlich nicht! Und war auch nie dazu + Versucht."--"Das fass ich nicht. Wenn von der Wahrheit + Nur diese dünne Scheidewand mich trennte--" + "Und ein Gesetz", fällt ihm sein Führer ein. + "Gewichtiger, mein Sohn, als du es meinst, + Ist dieser dünne Flor--für deine Hand + Zwar leicht, doch zentnerschwer für dein Gewissen." + + Der Jüngling ging gedankenvoll nach Hause, + Ihm raubt des Wissens brennende Begier + Den Schlaf, er wälzt sich glühend auf dem Lager + Und rafft sich auf um Mitternacht. Zum Tempel + Führt unfreiwillig ihn der scheue Tritt. + Leicht ward es ihm, die Mauer zu ersteigen, + Und mitten in das Innre der Rotonde + Trägt ein beherzter Sprung den Wagenden. + + Hier steht er nun, und grauenvoll umfängt + Den Einsamen die lebenlose Stille, + Die nur der Tritte hohler Widerhall + In den geheimen Grüften unterbricht + Von oben durch der Kuppel Öffnung wirft + Der Mond den bleichen, silberblauen Schein, + Und furchtbar wie ein gegenwärtger Gott + Erglänzt durch des Gewölbes Finsternisse + In ihrem langen Schleier die Gestalt. + + Er tritt hinan mit ungewissem Schritt, + Schon will die freche Hand das Heilige berühren, + Da zuckt es heiß und kühl durch sein Gebein + Und stößt ihn weg mit unsichtbarem Arme. + Unglücklicher, was willst du tun? So ruft + In seinem Innern eine treue Stimme. + Versuchen den Allheiligen willst du? + Kein Sterblicher, sprach des Orakels Mund, + Rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe. + Doch setzte nicht derselbe Mund hinzu: + Wer diesen Schleier hebt, soll Wahrheit schauen? + "Sei hinter ihm, was will! Ich heb ihn auf." + (Er rufts mit lauter Stimm.) "Ich will sie schauen." + Schauen! + Gellt ihm ein langes Echo spottend nach. + + Er sprichts und hat den Schleier aufgedeckt. + Nun, fragt ihr, und was zeigte sich ihm hier? + Ich weiß es nicht. Besinnungslos und bleich, + So fanden ihn am andern Tag die Priester + Am Fußgestell der Isis ausgestreckt. + Was er allda gesehen und erfahren, + Hat seine Zunge nie bekannt. Auf ewig + War seines Lebens Heiterkeit dahin, + Ihn riß ein tiefer Gram zum frühen Grabe. + "Weh dem", dies war sein warnungsvolles Wort, + Wenn ungestüme Frager in ihn drangen, + "Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld, + Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein." + + + + Der Abend (Nach einem Gemälde) + + + Senke, strahlender Gott--die Fluren dürsten + Nach erquickendem Tau, der Mensch verschmachtet, + Matter ziehen die Rosse-- + Senke den Wagen hinab! + + Siehe, wer aus des Meers kristallner Woge + Lieblich lächelnd dir winkt! Erkennt dein Herz sie? + Rascher fliegen die Rosse, + Tethys, die göttliche, winkt. + + Schnell vom Wagen herab in ihre Arme + Springt der Führer, den Zaum ergreift Kupido, + Stille halten die Rosse, + Trinken die kühlende Flut. + + An den Himmel herauf mit leisen Schritten + Kommt die duftende Nacht; ihr folgt die süße + Liebe. Ruhet und liebet! + Phöbus, der liebende, ruht. + + + + Die Antiken zu Paris + + + Was der Griechen Kunst erschaffen, + Mag der Franke mit den Waffen + Führen nach der Seine Strand, + Und in prangenden Museen + Zeig er seine Siegstrophäen + Dem erstaunten Vaterland! + + Ewig werden sie ihm schweigen, + Nie von den Gestellen steigen + In des Lebens frischen Reihn. + Der allein besitzt die Musen, + Der sie trägt im warmen Busen, + Dem Vandalen sind sie Stein. + + + + Die schönste Erscheinung + + + Sahest du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens, + Niemals hast du die Schönheit gesehn. + Sahst du die Freude nie in einem schönen Gesichte, + Niemals hast du die Freude gesehn! + + + + Die Weltweisen + + + Der Satz, durch welchen alles Ding + Bestand und Form empfangen, + Der Kloben, woran Zeus den Ring + Der Welt, die sonst in Scherben ging, + Vorsichtig aufgehangen, + Den nenn ich einen großen Geist, + Der mir ergründet, wie er heißt, + Wenn ich ihm nicht drauf helfe-- + Er heißt: Zehn ist nicht Zwölfe. + + Der Schnee macht kalt, das Feuer brennt, + Der Mensch geht auf zwei Füßen, + Die Sonne scheint am Firmament, + Das kann, wer auch nicht Logik kennt, + Durch seine Sinne wissen. + Doch wer Metaphysik studiert, + Der weiß, daß, wer verbrennt, nicht friert, + Weiß, daß das Nasse feuchtet + Und daß das Helle leuchtet. + + Homerus singt sein Hochgedicht, + Der Held besteht Gefahren, + Der brave Mann tut seine Pflicht + Und tat sie, ich verhehl es nicht, + Eh noch Weltweise waren; + Doch hat Genie und Herz vollbracht, + Was Lock' und Des Cartes nie gedacht, + Sogleich wird auch von diesen + Die Möglichkeit bewiesen. + + Im Leben gilt der Stärke Recht, + Dem Schwachen trotzt der Kühne, + Wer nicht gebieten kann, ist Knecht; + Sonst geht es ganz erträglich schlecht + Auf dieser Erdenbühne. + Doch wie es wäre, fing der Plan + Der Welt nur erst von vorne an, + Ist in Moralsystemen + Ausführlich zu vernehmen. + + "Der Mensch bedarf des Menschen sehr + Zu seinem großen Ziele, + Nur in dem Ganzen wirket er, + Viel Tropfen geben erst das Meer, + Viel Wasser treibt die Mühle. + Drum flieht der wilden Wölfe Stand + Und knüpft des Staates daurend Band." + So lehren vom Katheder + Herr Puffendorf und Feder. + + Doch weil, was ein Professor spricht, + Nicht gleich zu allen dringet, + So übt N a t u r die Mutterpflicht + Und sorgt, daß nie die Kette bricht + Und daß der Reif nie springet. + Einstweilen, bis den Bau der Welt + Philosophie zusammenhält, + Erhält s i e das Getriebe + Durch Hunger und durch Liebe. + + + + Epigramme + + + Unsterblichkeit + Vor dem Tod erschrickst du? + Du wünschest unsterblich zu leben? + Leb im Ganzen! + Wenn du lange dahin bist, es bleibt. + + Theophanie + Zeigt sich der Glückliche mir, + ich vergesse die Götter des Himmels; + Aber sie stehen vor mir, + wenn ich den Leidenden seh. + + Das Kind in der Wiege + Glücklicher Säugling! + Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege, + Werde Mann, + und dir wird eng die unendliche Welt. + + Der beste Staat + "Woran erkenn ich den besten Staat?" + Woran du die beste Frau kennst! + daran, mein Freund, + daß man von beiden nicht spricht. + + Das Unwandelbare + "Unaufhaltsam enteilet die Zeit." + Sie sucht das Beständ'ge. + Sei getreu, + und du legst ewige Fesseln ihr an. + + Zeus zu Herkules + Nicht aus meinem Nektar + hast du dir Gottheit getrunken; + Deine Götterkraft war's, + die dir den Nektar errang. + + + + Forum des Weibes + + + Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten; + Aber über den Mann sprechet das richtige Wort. + + + + Odysseus + + + Alle Gewässer durchkreuzt, die Heimat zu finden, Odysseus; + Durch der Scylla Gebell, durch der Charybde Gefahr, + Durch die Schrecken des feindlichen Meers, durch die Schrecken des Landes, + Selber in Aides Reich führt ihn die irrende Fahrt. + Endlich trägt das Geschick ihn schlafend an Ithakas Küste-- + Er erwacht und erkennt jammernd das Vaterland nicht. + + + + Sehnsucht + + + Ach, aus dieses Tales Gründen, + Die der kalte Nebel drückt, + Könnt ich doch den Ausgang finden, + Ach, wie fühlt ich mich beglückt! + Dort erblick ich schöne Hügel, + Ewig jung und ewig grün! + Hätt ich schwingen, hätt ich Flügel, + Nach den Hügeln zög ich hin. + + Harmonieen hör ich klingen, + Töne süßer Himmelsruh, + Und die leichten Winde bringen + Mir der Düfte Balsam zu, + Goldne Früchte seh ich glühen, + Winkend zwischen dunkelm Laub, + Und die Blumen, die dort blühen, + Werden keines Winters Raub. + Ach wie schön muß sich's ergehen + Dort im ew'gen Sonnenschein, + Und die Luft auf jenen Höhen, + O wie labend muß sie sein! + Doch mir wehrt des Stromes Toben, + Der ergrimmt dazwischen braust, + Seine Wellen sind gehoben, + Das die Seele mir ergraust. + + Einen Nachen seh ich schwanken, + Aber ach! Der Fährmann fehlt. + Frisch hinein und ohne Wanken! + Seine Segel sind beseelt. + Du mußt glauben, du mußt wagen, + Denn die Götter leihn kein Pfand, + Nur ein Wunder kann dich tragen + In das schöne Wunderland. + + + + Spinoza + + + Hier liegt ein Eichbaum umgerissen, + Sein Wipfel tät die Wolken küssen, + Er liegt am Grund--warum? + Die Bauren hatten, hör ich reden, + Sein schönes Holz zum Bau'n vonnöten + Und rissen ihn deswegen um. + + + + Thekla (Eine Geisterstimme) + + + Wo ich sei, und wo mich hingewendet, + Als mein flücht'ger Schatte dir entschwebt? + Hab ich nicht beschlossen und geendet, + Hab ich nicht geliebet und gelebt? + + Willst du nach den Nachtigallen fragen, + Die mit seelenvoller Melodie + Dich entzücken in des Lenzes Tagen? + Nur solang sie liebten, waren sie. + + Ob ich den Verlorenen gefunden? + Glaube mir, ich bin mit ihm vereint, + Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden, + Dort, wo keine Träne wird geweint. + + Dorten wirst auch du uns wieder finden, + Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht; + Dort ist auch der Vater, frei von Sünden, + Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht. + + Und er fühlt, daß ihn kein Wahn betrogen, + Als er aufwärts zu den Sternen sah; + Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen, + Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah. + + Wort gehalten wird in jenen Räumen + Jedem schönen gläubigen Gefühl; + Wage du, zu irren und zu träumen: + Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel. + + + + Triumph der Liebe + + + Selig durch die Liebe + Götter--durch die Liebe + Menschen Göttern gleich! + Liebe macht den Himmel + Himmlischer--die Erde + Zu dem Himmelreich. + + + + Weibliches Urteil + + + Männer richten nach Gründen; + des Weibes Urteil ist seine Liebe: + wo es nicht liebt, + hat schon gerichtet das Weib. + + + + Winternacht + + + Ade! Die liebe Herrgottssonne gehet, + Grad über tritt der Mond! + Ade! Mit schwarzem Rabenflügel wehet + Die stumme Nacht ums Erdenrund. + + Nichts hör ich mehr durchs winternde Gefilde + Als tief im Felsenloch + Die Murmelquell, und aus dem Wald das wilde + Geheul des Uhus hör ich noch. + + Im Wasserbette ruhen alle Fische, + Die Schnecke kriecht ins Dach, + Das Hündchen schlummert sicher unterm Tische, + Mein Weibchen nickt im Schlafgemach. + + Euch Brüderchen von meinen Bubentagen + Mein herzliches Willkomm! + Ihr sitzt vielleicht mit traulichem Behagen + Um einen teutschen Krug herum. + + Im hochgefüllten Deckelglase malet + Sich purpurfarb die Welt, + Und aus dem goldnen Traubenschaume strahlet + Vergnügen, das kein Neid vergällt. + + Im Hintergrund vergangner Jahre findet + Nur Rosen euer Blick, + Leicht, wie die blaue Knasterwolke, schwindet + Der trübe Gram von euch zurück. + + Vom Schaukelgaul bis gar zum Doktorhute + Stört ihr im Zeitbuch um. + Und zählt nunmehr mit federleichtem Mute + Schweißtropfen im Gymnasium. + + Wie manchen Fluch--noch mögen unterm Boden + Sich seine Knochen drehn-- + Terenz erpreßt, trotz Herrn Minellis Noten, + Wie manch verzogen Maul gesehn. + + Wie ungestüm dem grimmen Landexamen + Des Buben Herz geklopft; + Wie ihm, sprach itzt der Rektor seinen Namen, + Der helle Schweiß aufs Buch getropft.-- + + Wo red't man auch von einer--e--gewissen-- + Die sich als Frau nun spreißt, + Und mancher will der Lecker baß nun wissen, + Was doch ihr Mann baß--gar nicht weißt. + + Nun liegt dies all im Nebel hinterm Rücken, + Und Bube heißt nun Mann, + Und Friedrich schweigt der weiseren Perücken, + Was einst der kleine Fritz getan-- + + Man ist--Potz gar!--zum Doktor ausgesprochen, + Wohl gar--beim Regiment! + Und hat vielleicht--doch nicht zu früh, gerochen, + Daß Plane--Seifenblasen sind. + + Hauch immer zu,--und laß die Blasen springen; + Bleibt nur dies Herz noch ganz! + Und bleibt mir nur--errungen mit Gesängen-- + Zum Lohn ein teutscher Lorbeerkranz. + + + + Zum Geburtstag der Frau Griesbach + + + Mach auf, Frau Griesbach! Ich bin da + Und klopf an deine Türe. + Mich schickt Papa und die Mama, + Daß ich dir gratuliere. + + Ich bringe nichts als ein Gedicht + Zu deines Tages Feier; + Denn alles, was die Mutter spricht, + Ist so entsetzlich teuer. + + Sag selbst, was ich dir wünschen soll; + Ich weiß nichts zu erdenken. + Du hast ja Küch und Keller voll, + Nichts fehlt in deinen Schränken. + + Es wachsen fast dir auf den Tisch + Die Spargel und die Schoten, + Die Stachelbeeren blühen frisch, + Und so die Reineclauden. + + Bei Stachelbeeren fällt mir ein: + Die schmecken gar zu süße; + Und wenn sie werden zeitig sein, + So sorge, daß ich's wisse. + + Viel fette Schweine mästest du + Und gibst den Hühnern Futter; + Die Kuh im Stalle ruft muh! muh! + Und gibt dir Milch und Butter. + + Es haben alle dich so gern, + Die Alten und die Jungen, + Und deinem lieben, braven Herrn + Ist alles wohlgelungen. + + Du bist wohlauf; Gott Lob und Dank! + Mußt's auch fein immer bleiben; + Ja, höre, werde ja nicht krank, + Daß sie dir nichts verschreiben! + + Nun lebe wohl! Ich sag ade. + Gelt, ich war heut bescheiden? + Doch könntest du mir, eh ich geh, + 'ne Butterbemme schneiden. + + + + + + + + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Einige Gedichte, by +Johann Christoph Friedrich von Schiller + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EINIGE GEDICHTE *** + +***** This file should be named 6649-8.txt or 6649-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/6/6/4/6649/ + +Produced by Delphine Lettau (for finding a huge collection +of ancient German books in London.) HTML version by Al +Haines. + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose +such as creation of derivative works, reports, performances and +research. They may be modified and printed and given away--you may do +practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is +subject to the trademark license, especially commercial +redistribution. + + + +*** START: FULL LICENSE *** + +THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE +PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK + +To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free +distribution of electronic works, by using or distributing this work +(or any other work associated in any way with the phrase "Project +Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project +Gutenberg-tm License available with this file or online at + www.gutenberg.org/license. + + +Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm +electronic works + +1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm +electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to +and accept all the terms of this license and intellectual property +(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all +the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy +all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. +If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project +Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the +terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or +entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. + +1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be +used on or associated in any way with an electronic work by people who +agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few +things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works +even without complying with the full terms of this agreement. See +paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project +Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement +and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic +works. See paragraph 1.E below. + +1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" +or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project +Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the +collection are in the public domain in the United States. If an +individual work is in the public domain in the United States and you are +located in the United States, we do not claim a right to prevent you from +copying, distributing, performing, displaying or creating derivative +works based on the work as long as all references to Project Gutenberg +are removed. Of course, we hope that you will support the Project +Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by +freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of +this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with +the work. You can easily comply with the terms of this agreement by +keeping this work in the same format with its attached full Project +Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. + +1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern +what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in +a constant state of change. If you are outside the United States, check +the laws of your country in addition to the terms of this agreement +before downloading, copying, displaying, performing, distributing or +creating derivative works based on this work or any other Project +Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning +the copyright status of any work in any country outside the United +States. + +1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: + +1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate +access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently +whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the +phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project +Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, +copied or distributed: + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + +1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived +from the public domain (does not contain a notice indicating that it is +posted with permission of the copyright holder), the work can be copied +and distributed to anyone in the United States without paying any fees +or charges. If you are redistributing or providing access to a work +with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the +work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 +through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the +Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or +1.E.9. + +1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted +with the permission of the copyright holder, your use and distribution +must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional +terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked +to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the +permission of the copyright holder found at the beginning of this work. + +1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm +License terms from this work, or any files containing a part of this +work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. + +1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this +electronic work, or any part of this electronic work, without +prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with +active links or immediate access to the full terms of the Project +Gutenberg-tm License. + +1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, +compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any +word processing or hypertext form. However, if you provide access to or +distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than +"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version +posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), +you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a +copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon +request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other +form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm +License as specified in paragraph 1.E.1. + +1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, +performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works +unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. + +1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing +access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided +that + +- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from + the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method + you already use to calculate your applicable taxes. The fee is + owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he + has agreed to donate royalties under this paragraph to the + Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments + must be paid within 60 days following each date on which you + prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax + returns. Royalty payments should be clearly marked as such and + sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the + address specified in Section 4, "Information about donations to + the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." + +- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies + you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he + does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm + License. You must require such a user to return or + destroy all copies of the works possessed in a physical medium + and discontinue all use of and all access to other copies of + Project Gutenberg-tm works. + +- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any + money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the + electronic work is discovered and reported to you within 90 days + of receipt of the work. + +- You comply with all other terms of this agreement for free + distribution of Project Gutenberg-tm works. + +1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm +electronic work or group of works on different terms than are set +forth in this agreement, you must obtain permission in writing from +both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael +Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the +Foundation as set forth in Section 3 below. + +1.F. + +1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable +effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread +public domain works in creating the Project Gutenberg-tm +collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic +works, and the medium on which they may be stored, may contain +"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or +corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual +property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a +computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by +your equipment. + +1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right +of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project +Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project +Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all +liability to you for damages, costs and expenses, including legal +fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT +LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE +PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE +TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE +LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR +INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH +DAMAGE. + +1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a +defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can +receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a +written explanation to the person you received the work from. If you +received the work on a physical medium, you must return the medium with +your written explanation. The person or entity that provided you with +the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a +refund. If you received the work electronically, the person or entity +providing it to you may choose to give you a second opportunity to +receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy +is also defective, you may demand a refund in writing without further +opportunities to fix the problem. + +1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth +in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER +WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO +WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. + +1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied +warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. +If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the +law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be +interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by +the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any +provision of this agreement shall not void the remaining provisions. + +1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the +trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone +providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance +with this agreement, and any volunteers associated with the production, +promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, +harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, +that arise directly or indirectly from any of the following which you do +or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm +work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any +Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. + + +Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm + +Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of +electronic works in formats readable by the widest variety of computers +including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation information page at www.gutenberg.org + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at 809 +North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email +contact links and up to date contact information can be found at the +Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit www.gutenberg.org/donate + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. Donations are accepted in a number of other +ways including checks, online payments and credit card donations. +To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For forty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. |
