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diff --git a/22494-8.txt b/22494-8.txt new file mode 100644 index 0000000..02e4e03 --- /dev/null +++ b/22494-8.txt @@ -0,0 +1,1275 @@ +The Project Gutenberg EBook of Der Bär, by Anton Tschechow + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Der Bär + Groteske in einem Aufzug + +Author: Anton Tschechow + +Translator: Luise Flachs-Fokschaneanu + +Release Date: September 2, 2007 [EBook #22494] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER BÄR *** + + + + +Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + + + + + +[Anmerkungen zur Transkription: + +Im Original fett gesetzter Text ist mit = gekennzeichnet. +Im Original gesperrt gesetzter Text ist mit + gekennzeichnet. +Im Original in Antiqua gesetzter Text ist mit _ gekennzeichnet.] + + + + + Der Bär + + +Groteske in einem Aufzug+ + + + Von + + +Anton Tschechow+ + + + Bühneneinrichtung mit Dekorationsplan + + + +Aus dem Russischen übertragen+ + + von + + Luise Flachs-Fokschaneanu + + + +Verlag von Philipp Reclam jun. Leipzig+ + + + + + +Den Bühnen gegenüber als Manuskript gedruckt.+ + + Übersetzungsrecht für alle anderen Sprachen vorbehalten. + + +Für sämtliche Bühnen im ausschließlichen Debit der Verlags-Firma +A. +Entsch+, Berlin _NW. 7._ erschienen, und ist von dort aus allein das +Recht der Aufführung zu erwerben. + + +Luise Flachs-Fokschaneanu.+ + + +Stücke von Anton Tschechow in der Universal-Bibliothek: + + Nr. 4264. Die drei Schwestern. + Nr. 4919. Die Möwe. + + ++Druck von Philipp Reclam jun. Leipzig+ + + + + +Der Bär + +Groteske in einem Aufzug + + + + +Personen. + + +=Helene Iwánowna Pópow=, eine junge Witwe, Gutsbesitzerin. + +=Grigórji Stepánowitsch Smirnow=, Gutsbesitzer. + +=Luká=, Diener bei Frau Popow. + +Ein Gärtner. Ein Kutscher. Mehrere Arbeiter. + ++Ort der Handlung+: Das Gut der Frau Popow. + ++Zeit+: Die Gegenwart. + +Die Bühne stellt ein elegant eingerichtetes Empfangszimmer dar. + + +Rechts und links vom Schauspieler. + + +Frau Popow wird vom Dichter als eine junge Witwe mit Grübchen in den +Wangen bezeichnet; Smirnow als ein Mann in den mittleren Jahren. + + ++Vorkommende Namen+: Nikolai Michailowitsch, Riblów, Kortschágin, +Wlássow, Welikán, Tamára, Pelagéja, Simión, Grúsdew, Iroschéwitsch, +Kúrzin, Masútow, Dáscha. + +w am Schlusse eines Namens ist wie f zu sprechen. + + +Die deutsche Uraufführung fand am 11. Oktober 1900 an der Berliner +Sezessionsbühne statt. + +[Illustration: Empfangszimmer im Hause der Frau Popow nach dem +vorstehenden Dekorationsplan.] + + + + +Erster Auftritt. + +=Frau Popow.= =Luka.= + + +=Frau Popow= (in tiefer Trauer, sitzt auf dem Sofa rechts, blickt +unverwandt eine Photographie an). + +=Luka.= Es ist nicht recht, gnädige Frau... Sie richten sich zugrunde. +Die Magd und die Köchin sind Beeren suchen gegangen, alles, was atmet, +freut sich des Daseins, selbst die Katze versteht sich auf ihr Vergnügen +-- schleicht im Hof umher und fängt Vögel; bloß Sie hocken den ganzen +Tag im Zimmer, gerade wie in einem Kloster und haben so gar keine +Freude... Ja, wahrhaftig, wenn man genau nachrechnet, haben Sie ein Jahr +lang das Haus nicht verlassen. + +=Frau Popow.= Und ich werde es auch niemals verlassen... Wozu? Mein +Leben ist abgeschlossen... Er liegt im Grabe, ich habe mich zwischen +diesen vier Mauern begraben... Wir sind beide gestorben. + +=Luka.= Da hat man es! Es ist nicht zum Anhören, wirklich wahr! Nikolai +Michailowitsch ist gestorben, so war es Gottes Wille, Gott geb' ihm die +ewige Ruh'... Sie haben sich gegrämt, nun ist's genug, es ist Zeit, +aufzuhören. Man kann nicht ewig weinen und Trauerkleider tragen. Auch +mir ist vor Jahren meine Alte gestorben... Ich habe mich gegrämt, einen +Monat lang habe ich geweint, und dann war's genug. Kann man denn ewig +Klagelieder singen? Das war ja die Alte auch nicht wert. (Er seufzt.) +Sie haben alle Nachbarn vergessen... Sie fahren nicht aus und wollen +auch niemand empfangen. Wir leben, verzeihen Sie, wie die Spinnen, das +liebe Tageslicht sehen wir nicht. Die Livree ist von den Mäusen +zerfressen... Und wenn es noch keine guten Menschen gäbe, aber der ganze +Umkreis ist voll von Herrschaften... In Riblow steht das Regiment, +Offiziere -- einfach Konfekt, man kann sich nicht satt sehen! Und im +Lager ist an jedem Freitag Ball, und jeden Tag spielt die Militärmusik... +Ach, meine liebe, gnädige Frau! So jung und so schön wie Sie sind, Milch +und Blut, wenn Sie doch nur Ihrem Vergnügen leben wollten ... die +Schönheit ist nicht für immer gegeben! Wenn so zehn Jährchen vorbei +sind, dann werden Sie gern paradieren wollen, um die Herren Offiziere +daran zu bekommen, aber da wird es zu spät sein. + +=Frau Popow= (entschieden). Ich bitte dich, mir nie mehr davon zu +sprechen. Du weißt, daß mein Leben seit dem Tode Nikolai Michailowitschs +für mich jeden Wert verloren hat... Du glaubst, ich lebe, aber es +scheint dir bloß... Ich habe am Grabe gelobt, diese Trauerkleider nicht +abzulegen und fern von der Welt zu leben... Hörst du? Möge seine +abgeschiedene Seele sehen, wie ich ihn liebe... Ja, ich weiß, es ist für +dich kein Geheimnis -- er war oft ungerecht gegen mich, grausam und ... +er war mir nicht treu, aber ich werde treu sein bis zum Grabe und ihm +beweisen, wie ich zu lieben vermag... Dort im Jenseits wird er mich +ebenso finden, wie ich bis zu seinem Tode gewesen... + +=Luka.= Wozu diese Worte ... wenn Sie doch lieber im Garten spazieren +gingen oder befehlen wollten, Tobby oder den Welikan vorzuspannen, um +die Nachbarn wieder einmal zu besuchen. + +=Frau Popow= (weint). Ach! + +=Luka.= Gnädige Frau! Meine liebe gnädige Frau! Was ist's? Um Christi +willen!... + +=Frau Popow.= Er hat Tobby so sehr geliebt! Er ließ ihn immer anspannen, +wenn er zu Kortschagins und Wlassows fuhr. Wie herrlich er kutschierte! +Wie hübsch er aussah, wenn er aus allen Kräften die Zügel an sich zog! +Erinnerst du dich? Tobby, Tobby! Laß ihm heute ein Achtel Hafer mehr +geben! + +=Luka.= Zu Befehl. + +(Ein heftiges Klingeln.) + +=Frau Popow= (zuckt zusammen). Was ist das? Sage, daß ich niemand +empfange! + +=Luka.= Zu Befehl! (Er geht durch die Mitte ab.) + + + + +Zweiter Auftritt. + +=Frau Popow= allein. + + +=Frau Popow= (die Photographie anblickend). Du wirst sehen, Nikol, wie +ich zu lieben und zu verzeihen vermag... Meine Liebe wird mit mir +zugleich erlöschen ... wenn mein armes Herz zu schlagen aufhören wird. +(Sie lächelt unter Tränen.) Und du schämst dich nicht? Ich bin ein +braves, treues Weib, ich habe mich eingekerkert und werde dir treu +bleiben bis zum Grabe, und du ... und du ... schämst dich nicht, mein +liebes Ungeheuer! Hast mich betrogen, hast mir Szenen gemacht, hast mich +lange Wochen allein gelassen... + +=Luka= (tritt in großer Aufregung ein). + + + + +Dritter Auftritt. + +=Frau Popow.= =Luka.= + + +=Luka.= Gnädige Frau, es fragt jemand nach Ihnen, will Sie sehen... + +=Frau Popow.= Du hast doch gesagt, daß ich seit dem Tode meines Mannes +niemand empfange? + +=Luka.= Das habe ich gesagt, aber er will nichts davon hören, er sagt, +es sei eine sehr dringende Angelegenheit. + +=Frau Popow.= Ich em--pfan--ge nicht! + +=Luka.= Das habe ich ihm ja gesagt, er ist ein Wilder, er schimpfte und +drang einfach ins Zimmer ein ... er steht schon im Speisezimmer... + +=Frau Popow= (erregt). Gut, laß ihn herein. Welche Zudringlichkeit! + +=Luka= (durch die Mitte ab). + +=Frau Popow.= Wie lästig die Menschen sind! Was wollen sie von mir? +Warum stören sie meine Ruhe? (Sie seufzt.) Ja, es ist ganz klar, ich +werde wirklich ins Kloster gehen müssen... (Nachdenklich.) Ja, ins +Kloster... + +=Smirnow= (tritt ein, gefolgt von Luka). + + + + +Vierter Auftritt. + +=Frau Popow.= =Luka.= =Smirnow.= + + +=Smirnow= (zu Luka). Dummkopf, plapperst zu viel... Esel!... (Frau Popow +erblickend, mit Würde.) Meine Gnädige, ich habe die Ehre, mich +vorzustellen: Artillerieleutnant außer Dienst, Grundbesitzer, Grigorji +Stepanowitsch Smirnow! Bin gezwungen, Sie in einer höchst wichtigen +Angelegenheit zu belästigen... + +=Frau Popow= (ohne ihm die Hand zu reichen). Was wünschen Sie? + +=Smirnow.= Ihr seliger Gatte, mit dem ich die Ehre hatte, bekannt zu +sein, blieb mir zwei Wechsel im Betrage von zwölfhundert Rubel schuldig. +Da ich morgen in der Agrarbank Zinsen zu erlegen habe, möchte ich Sie +ersuchen, meine Gnädige, mir das Geld noch heute zu bezahlen... + +=Frau Popow.= Zwölfhundert ... und wofür ist mein Mann Ihnen das +schuldig geblieben? + +=Smirnow.= Er hat Hafer von mir gekauft. + +=Frau Popow= (seufzend zu Luka). Luka, vergiß also nicht zu sagen, daß +man Tobby ein Achtel Hafer mehr geben soll. + +=Luka= (geht ab). + +=Frau Popow= (zu Smirnow). Wenn Nikolai Michailowitsch Ihnen das +schuldig geblieben, so werde ich selbstverständlich bezahlen, aber +bitte, entschuldigen Sie, ich habe heute das Geld nicht zur Verfügung. +Übermorgen kehrt mein Verwalter aus der Stadt zurück, und ich werde ihn +beauftragen, Ihnen zu zahlen, was Ihnen gebührt, aber bis dahin kann ich +Ihren Wunsch nicht erfüllen... Überdies sind es gerade heute sieben +Monate, daß mein Mann gestorben ist, und ich bin nicht in der Stimmung, +mich mit Geldangelegenheiten zu beschäftigen. + +=Smirnow.= Und ich befinde mich in einer Stimmung, daß ich, wenn ich +morgen die Zinsen nicht einzahle, mit den Füßen nach oben durch den +Schornstein werde fliegen müssen. Man wird mein Gut sequestrieren! + +=Frau Popow.= Übermorgen erhalten Sie das Geld. + +=Smirnow.= Ich brauche das Geld nicht übermorgen, sondern heute. + +=Frau Popow.= Verzeihen Sie, heute kann ich Ihnen nicht zahlen. + +=Smirnow.= Und ich kann bis übermorgen nicht warten. + +=Frau Popow.= Was soll ich aber tun, wenn ich es nicht sofort habe! + +=Smirnow.= Sie können also nicht zahlen? + +=Frau Popow.= Ich kann nicht... + +=Smirnow.= Hm... Ist das Ihr letztes Wort? + +=Frau Popow.= Ja, das letzte. + +=Smirnow.= Das letzte? Endgültig? + +=Frau Popow.= Endgültig. + +=Smirnow.= Danke gehorsamst. Wir wollen uns das merken. (Er zuckt die +Schultern.) Und da verlangt man noch, daß ich kaltblütig sei! Der +Akzisebeamte begegnete mir soeben auf dem Wege und fragte: »Warum ärgern +Sie sich immer, Grigorji Stepanowitsch?« Ja, erbarmen Sie sich, wie soll +ich mich denn nicht ärgern? Ich brauche Geld, das Messer steht mir an +der Kehle... Gestern früh fuhr ich schon beim ersten Morgengrauen vom +Hause fort und war bei allen meinen Schuldnern. Wenn auch nur einer von +ihnen seine Schuld bezahlt hätte! Abgeschunden habe ich mich, wie ein +Hund, habe, der Teufel weiß wo, in einer jüdischen Schenke übernachtet, +neben einem Schnapsfaß... Endlich komme ich hierher, siebzig Werst vom +Hause, und hoffe, Geld zu bekommen, und da regaliert man mich mit +»Stimmung!« Wie soll ich mich da nicht ärgern? + +=Frau Popow.= Ich glaube, Ihnen deutlich gesagt zu haben: der Verwalter +wird aus der Stadt zurückkehren, dann erhalten Sie das Geld. + +=Smirnow.= Ich bin nicht zum Verwalter, sondern zu Ihnen gekommen! Was +Teufel, verzeihen Sie den Ausdruck, kümmert mich Ihr Verwalter! + +=Frau Popow.= Entschuldigen Sie, verehrtester Herr, ich bin weder an +Ihre sonderbaren Ausdrücke, noch an einen solchen Ton gewöhnt. Ich höre +Sie nicht weiter an. (Sie geht rasch nach links ab.) + + + + +Fünfter Auftritt. + +=Smirnow= allein. + + +=Smirnow.= Was sagt man dazu? Stimmung! Vor sieben Monaten ist der Mann +gestorben! Aber muß ich die Zinsen einzahlen oder nicht? Ich frage, muß +ich die Zinsen zahlen oder muß ich nicht? Nun ja, der Mann ist +gestorben, Stimmung und allerlei Faxen ... der Verwalter, der Teufel +hole ihn, ist irgend wohin gefahren, nun, befehlen Sie, was soll ich +tun? Soll ich etwa im Luftballon meinen Gläubigern entfliehen? Oder mit +dem Kopf die Mauer einrennen? Komme ich zu Grusdew, geruht er nicht zu +Hause zu sein, Iroschewitsch hat sich einfach versteckt, mit Kurzin habe +ich mich tödlich gezankt und ich hätte ihn beinahe zum Fenster +hinausgeworfen, Masutow hat die Cholerine und bei der da -- Stimmung! +Keine einzige Kanaille will zahlen! Und das alles nur deshalb, weil ich +sie alle zu sehr verwöhnt habe, weil ich ein Jammermeyer, ein +Waschlappen, ein altes Weib bin! Ich bin zu zartfühlend mit ihnen! Aber +wartet nur! Ihr werdet mich kennen lernen! Ich gestatte keinem, mit mir +seinen Scherz zu treiben, der Teufel noch einmal! Ich bleibe hier und +werde nicht von der Stelle weichen, bis sie zahlt! Brrr!... Wie bös ich +heute bin, wie schrecklich bös ich bin! Vor Bosheit zittern mir alle +Sehnenbänder und der Atem versagt mir... Pfui, mein Gott! übel, schlecht +wird mir sogar. (Er schreit.) Diener! + +=Luka= (tritt ein). + + + + +Sechster Auftritt. + +=Smirnow.= =Luka.= + + +=Luka.= Was steht zu Diensten? + +=Smirnow.= Gib mir Kwas oder Wasser! + +=Luka= (geht ab). + +=Smirnow.= Nein, was sagt man dazu! Sie hat es nicht zur Verfügung! Was +ist das für eine Logik! Einem Menschen steht das Messer an der Kehle, er +braucht Geld, er ist auf dem Sprunge, sich zu erhängen, und sie zahlt +nicht, weil sie nicht in Stimmung ist, sich mit Geldangelegenheiten zu +beschäftigen. Sieh mal! Echte Frauenlogik, Turnürelogik! Darum habe ich +auch nie mit Frauen sprechen wollen, und tue es auch jetzt nicht gern. +Mir fällt es leichter, auf einem Pulverfaß zu sitzen, als mit einer Frau +zu reden. Brrr!... Eiskalt überläuft es mich, so sehr hat mich diese +Turnüre erbost! Ich brauche nur aus der Ferne so ein poetisches Geschöpf +zu erblicken, so bekomme ich vor Wut Wadenkrämpfe. Man müßte einfach zu +Hilfe! schreien. + +=Luka= (tritt ein). + + + + +Siebenter Auftritt. + + +=Smirnow.= =Luka.= + +=Luka= (reicht ihm Wasser). Die gnädige Frau ist krank und empfängt +nicht. + +=Smirnow.= Marsch hinaus! + +=Luka= (geht ab). + +=Smirnow.= Krank und empfängt nicht! Ist auch nicht notwendig... +Empfange nicht! Ich bleibe und werde hier sitzen, bis du das Geld +hergibst... Wirst du eine Woche krank sein, werde ich eine Woche hier +sitzen... Wirst du ein Jahr krank sein, werde ich ein Jahr hier +bleiben... Gevatterin, ich werde schon mein Geld herausbekommen! Mich +rührst du nicht mit den Trauerkleidern, auch nicht mit den Grübchen in +den Wangen... Wir kennen diese Grübchen! (Er schreit zum Fenster +hinaus.) Simion, spann' aus! Wir fahren nicht so bald fort! Ich bleibe +hier. Sag' dort im Stall, man soll den Pferden Hafer geben! Viehkerl, +das linke Pferd hat sich schon wieder in die Zügel verwickelt. (Spottet +ihm nach.) Tut nichts... Ich werde dir schon zeigen, tut nichts... (Geht +vom Fenster weg.) Es ist sehr schlimm ... unerträgliche Hitze, keiner +zahlt, diese Nacht habe ich schlecht geschlafen und hier die +Trauerschleppe mit Stimmung... Der Kopf schmerzt ... soll ich vielleicht +einen Schnaps trinken? Schließlich ... trinken wir einen... (Schreit.) +Diener! + +=Luka= (tritt ein). Was wünschen Sie? + +=Smirnow.= Ein Gläschen Schnaps! + +=Luka= (geht ab). + +=Smirnow= (setzt sich und betrachtet seine Kleidung). Uf! Eine nette +Figur! Das läßt sich nicht leugnen! Bestaubt, schmutzige Stiefel, +ungewaschen, ungekämmt, Stroh auf der Weste; die Gnädige hat mich +einfach für einen Räuber gehalten. (Er gähnt.) Es war etwas unhöflich, +in solchem Aufzug in einem Empfangszimmer zu erscheinen, nun ja, tut +nichts... Ich bin hier nicht Gast, sondern Gläubiger, und für Gläubiger +ist das Kostüm nicht vorgeschrieben. + +=Luka= (kommt mit dem Schnaps). Sie erlauben sich viel, mein Herr... + +=Smirnow= (zornig). Was? + +=Luka.= Ich... Ich habe nichts... Ich habe eigentlich... + +=Smirnow.= Zu wem sprichst du?! Halt den Mund! + +=Luka= (beiseite). So eine Bescherung! Dieses Ungetüm hat sich uns auf +den Hals gesetzt. (Er geht ab.) + +=Smirnow.= Ach Gott, wie bös ich bin! So bös, daß ich, scheint mir, die +ganze Welt zu Staub zermalmen möchte... Sogar übel wird mir... (Er +ruft.) Diener! + + + + +Achter Auftritt. + +=Frau Popow.= =Smirnow.= + + +=Frau Popow= (kommt mit gesenkten Augen). Geehrter Herr, ich habe mich +in meiner Einsamkeit völlig der Menschenstimmen entwöhnt und kann +Geschrei nicht ertragen. Ich bitte Sie dringend, stören Sie meine Ruhe +nicht! + +=Smirnow.= Zahlen Sie mir mein Geld und ich reise ab. + +=Frau Popow.= Ich sagte Ihnen bereits in Ihrer Muttersprache: ich habe +das Geld jetzt nicht zur Verfügung, warten Sie bis übermorgen. + +=Smirnow.= Auch ich hatte die Ehre, Ihnen in Ihrer Muttersprache +mitzuteilen, daß ich das Geld nicht übermorgen, sondern heute brauche. +Wenn Sie mir heute nicht zahlen, muß ich mich morgen aufhängen... + +=Frau Popow.= Was soll ich aber tun, wenn ich das Geld nicht habe? Wie +sonderbar! + +=Smirnow.= Sie zahlen also nicht sofort? Nicht? + +=Frau Popow.= Ich kann nicht... + +=Smirnow.= Dann bleibe ich hier und werde so lange sitzen, bis ich das +Geld bekomme. (Er setzt sich.) Sie werden übermorgen zahlen? +Ausgezeichnet! So bleibe ich bis übermorgen. (Springt auf.) Ich frage +Sie, muß ich morgen die Zinsen zahlen oder nicht?... Oder glauben Sie, +ich scherze? + +=Frau Popow.= Geehrter Herr, ich bitte Sie, nicht zu schreien! Hier ist +kein Stall! + +=Smirnow.= Ich frage Sie nicht nach dem Stall, sondern danach, ob ich +morgen die Zinsen erlegen muß oder nicht? + +=Frau Popow.= Sie wissen nicht, wie man sich einer Dame gegenüber +beträgt. + +=Smirnow.= O doch, ich weiß, mich mit Damen zu benehmen. + +=Frau Popow.= Nein, Sie wissen es nicht. Sie sind ein ungezogener, +grober Mensch. Anständige Leute sprechen nicht so mit Damen! + +=Smirnow.= Ach, wie merkwürdig! Wie befehlen Sie denn mit Ihnen zu +sprechen? Etwa französisch? (Boshaft lispelnd.) _Madame, je vous prie_ +... wie glücklich bin ich, daß Sie mir das Geld nicht bezahlen... +Pardon, daß ich Sie gestört habe! Welch herrliches Wetter wir heute +haben! Und wie gut Ihnen diese Trauerkleider stehen! (Er macht +Kratzfüße.) + +=Frau Popow.= Gar nicht witzig, aber grob! + +=Smirnow= (nachahmend). Nicht witzig, aber grob! Ich weiß mich nicht in +Damengesellschaft zu betragen! Meine Gnädigste, ich habe in meinem Leben +viel mehr Frauen gesehen als Sie Sperlinge! Dreimal habe ich mich der +Frauen wegen duelliert, zwölf Frauen habe ich sitzen lassen, neun haben +mich sitzen lassen! Jawohl! Es gab eine Zeit, wo ich den Narren spielte, +Honigworte lispelte, Kratzfüße, Komplimente machte... Ich liebte, litt, +seufzte den Mond an, zerfloß in Liebesqualen. Ich liebte +leidenschaftlich, ich liebte bis zur Raserei, in allen Tonarten, ich +schnatterte wie eine Elster über die Emanzipation, vergeudete infolge +dieser zarten Gefühle das halbe Vermögen, aber jetzt, hol' mich der +Teufel, ist es genug! Gehorsamster Diener, jetzt lasse ich mich nicht +mehr von Euch an der Nase herumführen. Genug! »Schwarze Augen, +leidenschaftliche Augen, Korallenlippen, Grübchen in den Wangen, +Mondenschein, Flüstern, leises, schüchternes Atmen« -- für das alles, +meine Gnädige, gebe ich heute auch nicht einen Kupfergroschen! Ich +spreche nicht von den Anwesenden, aber alle Frauen, von der kleinsten +bis zur größten, sind aufgeblasen, heuchlerisch, klatschsüchtig, +gehässig, verlogen vom Wirbel bis zur Zehe; eitel, kleinlich, grausam, +von einer empörenden Logik und was das (er schlägt sich auf die Stirn) +betrifft, so, verzeihen Sie mir die Aufrichtigkeit, kann ein Sperling +einem x-beliebigen Philosophen im Unterrock zehn vorgeben! Sieht man ein +solch poetisches Geschöpf vor sich, so glaubt man, ein ätherisches, +göttliches Wesen zu erblicken, so wunderschön, ein Hauch und man +zerfließt in tausend Entzückungen und Wonnen -- sieht man aber in die +Seele -- so ist es ein gewöhnliches Krokodil! (Er greift eine +Stuhllehne, der Stuhl kracht und bricht entzwei.) Das Empörendste ist +aber, daß dieses Krokodil sich einbildet, es sei ein _Chef-d'oeuvre_, +die zarten Gefühle seien sein alleiniges Monopol. Der Teufel hol's, +hängen Sie mich da an diesem Nagel mit den Füßen nach oben auf, wenn die +Frau außer ihrem Seidenpinsch jemand lieben kann. Wenn sie liebt, +versteht sie bloß, zu jammern oder Tränen zu vergießen. Wo der Mann +leidet und Opfer bringt, dort äußert sich ihre ganze Liebe darin, daß +sie mit der Schleppe hin und her dreht und den Mann an der Nase +herumführen will. Sie haben das Unglück, eine Frau zu sein, Sie werden +daher die Frauennatur kennen, sagen Sie mir auf Ehr' und Gewissen: haben +Sie in Ihrem Leben schon eine Frau gesehen, die aufrichtig, treu und +beständig gewesen wäre? Sie haben sie nicht gesehen! Treu und beständig +sind einzig und allein die Alten und die Mißgestalteten. Sie werden eher +einer gehörnten Katze oder einer weißen Waldschnepfe begegnen als einer +treuen Frau! + +=Frau Popow.= Aber erlauben Sie mir, wer ist denn nach Ihrer Meinung +treu und beständig in der Liebe? Etwa der Mann? + +=Smirnow.= Jawohl! Der Mann! + +=Frau Popow.= Der Mann! (Sie lacht ironisch.) Der Mann ist treu und +beständig in der Liebe! Das ist aber etwas ganz Neues. (Bitter.) Mit +welchem Recht behaupten Sie das? Die Männer und treu, beständig! Wenn +wir schon soweit gekommen sind, so werde ich Ihnen sagen, daß von allen +Männern, die ich gekannt und kenne, der beste mein seliger Mann war... +Ich liebte ihn leidenschaftlich, mit allen meinen Gefühlen, wie nur eine +junge, denkende Frau lieben kann; ich gab ihm meine Jugend hin, mein +Glück, das Leben, mein Vermögen, ich betete ihn an, wie eine Heidin und +... und was geschah? Dieser beste der Männer betrog mich auf Schritt und +Tritt in der gewissenlosesten Art. Nach seinem Tode fand ich im +Schreibtisch eine volle Lade mit Liebesbriefen und bei Lebzeiten -- mir +ist es furchtbar, daran zurückzudenken -- ließ er mich wochenlang +allein, machte er in meiner Gegenwart anderen Frauen den Hof, hinterging +er mich, verschwendete mein Geld und spottete über meine Gefühle... Und +trotz alledem liebte ich ihn und war ihm treu... Ja noch mehr, er ist +gestorben und ich bin ihm noch immer treu. Ich habe mich für ewig +zwischen den vier Mauern begraben und bis zum Tode lege ich diese +Trauerkleider nicht ab... + +=Smirnow= (lacht verächtlich). Trauerkleider!... Ich begreife nicht, für +wen Sie mich halten. Als ob ich nicht wüßte, wozu Sie diesen schwarzen +Domino tragen und warum Sie sich in den vier Wänden begraben haben. Ob +ich das weiß! Das ist so geheimnisvoll, poetisch! Irgend ein Junker wird +an dem Herrenhaus vorbeifahren, oder ein geckenhafter Poet zu den +Fenstern hinaufblicken und sich denken: »Hier lebt die geheimnisvolle +Tamara, die aus Liebe zu ihrem Gatten sich zwischen den vier Mauern +begraben hat.« Wir kennen diese Kunststücke. + +=Frau Popow= (aufspringend). Was? Wie unterstehen Sie sich, mir das +alles zu sagen? + +=Smirnow.= Sie haben sich lebendig begraben, Sie haben aber dabei nicht +vergessen, Ihr Gesicht zu pudern! + +=Frau Popow.= Wie wagen Sie es nur, mit mir so zu sprechen? + +=Smirnow.= Schreien Sie nicht, ich bitte Sie, ich bin nicht Ihr +Verwalter! Gestatten Sie mir die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Ich +bin keine Frau und bin gewohnt, meine Meinung offen zu äußern! Bitte +also, nicht zu schreien! + +=Frau Popow.= Nicht ich schreie, sondern Sie schreien. Lassen Sie mich +in Ruh', ich bitte! + +=Smirnow.= Zahlen Sie mir das Geld und ich reise ab. + +=Frau Popow.= Ich werde Ihnen das Geld nicht geben. + +=Smirnow.= Nicht? Sie geben es also nicht? + +=Frau Popow.= Ihnen zum Trotz werden Sie keinen Kopeken bekommen! Sie +sollen mich in Ruhe lassen! + +=Smirnow.= Ich habe nicht das Vergnügen, Ihr Gemahl oder Ihr Bräutigam +zu sein, und bitte Sie daher, keine Szenen! (Er setzt sich.) Ich +vertrage das nicht. + +=Frau Popow= (schwer atmend vor Zorn). Sie setzen sich? + +=Smirnow.= Ich sitze bereits. + +=Frau Popow.= Ich bitte, gehen Sie! + +=Smirnow.= Geben Sie das Geld! (Beiseite.) Ach, wie böse ich bin, wie +böse! + +=Frau Popow.= Ich wünsche nicht, mit unverschämten Menschen zu sprechen. +Hinaus! (Pause.) Sie gehen nicht? Nein? + +=Smirnow.= Nein. + +=Frau Popow.= Nein? + +=Smirnow.= Nein. + +=Frau Popow.= Gut... (Sie klingelt.) + + + + +Neunter Auftritt. + +=Die Vorigen.= =Luka.= + + +=Frau Popow.= Luka, führe diesen Herrn hinaus! + +=Luka= (geht auf Smirnow zu). Mein Herr, gehen Sie doch, wenn man Ihnen +befiehlt. Was wollen Sie hier... + +=Smirnow= (aufspringend). Halt das Maul! Mit wem sprichst du? Ich +zermalme dich zu Brei! + +=Luka= (faßt sich nach dem Herz). Gerechter Gott! (Er fällt in einen +Stuhl.) Ach, mir ist schlecht, ich habe keinen Atem! + +=Frau Popow.= Wo ist Dascha? (Ruft.) Dascha! Pelageja! Dascha! (Sie +klingelt.) + +=Luka.= Ach, alle sind Beeren suchen gegangen... Keiner ist zu Hause! +Mir ist schlecht! Wasser! + +=Frau Popow= (zu Smirnow). Scheren Sie sich! Fort! + +=Smirnow.= Wollen Sie nicht etwas höflicher sein? + +=Frau Popow= (die Fäuste ballend und mit den Füßen stampfend). Sie sind +ein Grobian! Ein grober Bär! Ein Ungeheuer! + +=Smirnow.= Was, wa--as haben Sie gesagt? + +=Frau Popow.= Ich habe gesagt, daß Sie ein Bär, ein Ungeheuer sind! + +=Smirnow= (nähert sich ihr mit raschen Schritten). Aber erlauben Sie +mir, welches Recht haben Sie, mich zu beleidigen? + +=Frau Popow.= Ja, ich beleidige Sie. Was ist denn dabei? Sie glauben, +daß ich mich vor Ihnen fürchte? + +=Smirnow.= Und Sie glauben wohl, als poetisches Geschöpf haben Sie ein +Recht, ungestraft zu beleidigen? Ich fordere Sie!... Da haben Sie es... + +=Luka.= Barmherziger Gott! Wasser! + +=Smirnow.= Es wird duelliert! + +=Frau Popow.= Glauben Sie, weil Sie kräftige Fäuste und einen +Stiernacken haben, daß ich Sie fürchte? Sie Grobian! + +=Smirnow.= In die Schranken! Ich erlaube keinem, mich zu beleidigen, und +schere mich nicht drum, daß Sie eine Dame, ein zartes Geschöpf sind! + +=Frau Popow= (bemüht sich, ihn zu überschreien). Bär! Bär! Bär! + +=Smirnow.= Es ist endlich Zeit, mit dem alten Vorurteil aufzuräumen, daß +nur der Mann verpflichtet sei, für eine Beleidigung Genugtuung zu geben. +Wenn Gleichberechtigung, so Gleichberechtigung in allem, zum Teufel noch +einmal! In die Schranken. + +=Frau Popow.= Sie wollen sich also duellieren? Bitte! + +=Smirnow.= Sofort! + +=Frau Popow.= Sofort! Mein Mann hatte Pistolen... Ich bringe sie +sogleich. (Sie geht eilig ab und wendet sich um.) O, mit welchem +Vergnügen werde ich Ihnen die Kugel in die unverschämte Stirn jagen! Der +Teufel hole Sie! (Geht ab.) + +=Smirnow.= Wie ein Hühnchen schieße ich sie nieder! Ich bin kein grüner +Junge, kein sentimentaler, junger Hund! Für mich gibt es keine zarten +Geschöpfe! + +=Luka.= Väterchen, (er fällt auf die Knie) erbarme dich meiner, eines +alten Mannes, erweise mir die Gnade und geh' fort von hier! Du hast mich +zu Tode erschreckt und jetzt willst du dich noch duellieren! + +=Smirnow= (hört ihn nicht). Duellieren ... darin liegt die +Gleichberechtigung, die Emanzipation! Dabei sind beide Geschlechter +gleich. Aus Prinzip schieße ich sie nieder. Aber was sagt man zu solch +einem Weib (nachahmend) »der Teufel hole Sie! Ich werde die Kugel in +Ihre unverschämte Stirn jagen!« Was sagt man dazu? Hat sich ereifert, +die Augen blitzten ... sie hat die Forderung angenommen. Bei meiner +Ehre, zum erstenmal in meinem Leben sehe ich eine solche Frau! + +=Luka.= Väterchen, geh' fort! Geh' fort von hier! + +=Smirnow.= Das ist eine Frau! Das begreife ich. Ein echtes Weib! Kein +weicher Teig, nicht zerflossen, sondern Feuer, Schießpulver, eine +Rakete! Es wäre schade, eine solche niederzuschießen! + +=Luka= (weint). Väterchen, geh' fort! + +=Smirnow.= Sie gefällt mir entschieden! Entschieden! Trotz der Grübchen +in den Wangen gefällt sie mir. Ich bin sogar bereit, ihr die Schuld +nachzusehen ... und der Zorn ist mir vergangen ... eine merkwürdige +Frau! + +=Frau Popow= (kommt mit den Pistolen). + + + + +Zehnter Auftritt. + +=Die Vorigen.= =Frau Popow.= + + +=Frau Popow.= Da sind die Pistolen ... aber ehe wir uns duellieren, +zeigen Sie mir, bitte, wie man schießen muß... Ich habe noch nie im +Leben eine Pistole in der Hand gehalten. + +=Luka.= Gott sei uns gnädig und erbarme dich unser! Ich gehe und hole +den Gärtner und den Kutscher... Woher ist nur dieses Unheil über uns +gekommen? (Er geht ab.) + +=Smirnow= (betrachtet die Pistolen). Sehen Sie, es gibt verschiedene +Sorten von Pistolen... Es gibt speziell Duellpistolen von Mortimer, mit +Kapseln. Aber das sind Revolver System Smith und Wesson, mit einem +Extraktor ... herrliche Pistolen. So ein Paar kostet mindestens neunzig +Rubel... So muß man den Revolver halten... (Beiseite.) Diese Augen, +diese Augen! Ein feuriges Weib! + +=Frau Popow.= So? + +=Smirnow.= Ja, so ... dann ziehen Sie den Hahn auf ... da... So legen +Sie an... Den Kopf ein wenig zurück... Strecken Sie gefälligst den Arm +fest aus! So ... dann drücken Sie mit diesem Finger auf das Ding da, und +das ist alles. Die Hauptregel ist aber: nicht aufgeregt sein, sich nicht +beeilen beim Zielen und darauf achten, daß die Hand nicht zittere. + +=Frau Popow.= Gut. Im Zimmer ist es unbequem zu schießen, gehen wir in +den Garten. + +=Smirnow.= Gehen wir. Ich mache Sie jedoch darauf aufmerksam, daß ich in +die Luft schießen werde. + +=Frau Popow.= Das fehlte noch. Warum? + +=Smirnow.= Weil ... weil ... das ist meine Sache, warum! + +=Frau Popow.= Sie haben Angst bekommen! Ja? A--a--h? Nein, mein Herr, +nur keine Ausflüchte! Bitte, folgen Sie mir! Ich werde mich nicht eher +beruhigen, bis ich Ihre Stirn durchbohrt haben werde, diese Stirn, die +ich so sehr hasse. Sie haben Angst bekommen? + +=Smirnow.= Ja, ich habe Angst bekommen. + +=Frau Popow.= Sie lügen. Warum wollen Sie sich nicht schlagen? + +=Smirnow.= Weil ... weil ... weil Sie mir gefallen. + +=Frau Popow= (mit bösem Lachen). Ich gefalle ihm! Er wagt es zu sagen, +daß ich ihm gefalle! (Sie zeigt nach der Tür.) Gehen Sie! + +=Smirnow= (legt schweigend den Revolver auf den Tisch, nimmt den Hut +und geht; an der Tür bleibt er stehen; eine Weile sehen sie sich +schweigend an, dann nähert er sich unschlüssig). Hören Sie ... sind Sie +noch böse?... Ich war auch teufelswütend, aber verstehen Sie mich nur +recht ... wie soll ich mich nur ausdrücken?... Die Sache ist nämlich die +... daß solche Geschichten eigentlich... (Er schreit.) Nun ja, ist es +denn meine Schuld, daß Sie mir gefallen? (Ergreift die Stuhllehne, der +Stuhl kracht und bricht entzwei.) Der Teufel weiß, was für gebrechliche +Möbel Sie haben! Sie gefallen mir! Verstehen Sie? Ich... Ich bin fast +verliebt! + +=Frau Popow.= Fort von mir, ich hasse Sie! + +=Smirnow.= Gott! Welch ein Weib! Ich habe nie im Leben so etwas +Ähnliches gesehen! Ich bin verloren, ruiniert! Ich bin in die Mausefalle +geraten, wie eine Maus! + +=Frau Popow.= Gehen Sie, oder ich schieße! + +=Smirnow.= Schießen Sie! Sie können nicht begreifen, welches Glück es +ist, unter den Blicken dieser herrlichen Augen zu sterben, zu sterben +durch den Revolver, den dieses kleine Sammethändchen hält... Ich bin +verrückt geworden! Bedenken Sie und entscheiden Sie sofort, denn wenn +ich jetzt von Ihnen gehe, sehen wir uns nie wieder. Entscheiden Sie, +sprechen Sie... Ich bin von Adel, ein anständiger Mensch, habe +Zehntausend jährlich Einkommen... Treffe mit dem Gewehr eine Münze, die +in die Luft geworfen wird... Ich besitze herrliche Pferde. Wollen Sie +meine Frau werden? + +=Frau Popow= (empört, schwingt den Revolver). Schießen! In die +Schranken. + +=Smirnow.= Ich bin um den Verstand gekommen... Ich begreife nichts. +Diener! Wasser! + +=Frau Popow= (schreit). In die Schranken! + +=Smirnow.= Ich habe meinen Verstand verloren ... ich habe mich verliebt, +wie ein grüner Junge, wie ein Narr verliebt! (Er ergreift ihre Hand, sie +schreit vor Schmerz auf.) Ich liebe Sie! (Er kniet nieder.) Ich liebe +Sie, wie ich noch nie geliebt habe! Zwölf Frauen habe ich sitzen lassen, +neun sind mir untreu geworden, aber keine einzige von ihnen habe ich so +geliebt wie ich Sie liebe. Ich bin besiegt, verloren, ich liege auf den +Knieen wie ein Narr und biete Ihnen die Hand an... Schmach und Schande! +Fünf Jahre lang habe ich mich nicht verliebt, ich habe es mir gelobt und +nun bin ich mit einem Mal hineingeraten, wie die Deichsel in einen +fremden Kutschkasten! Ich biete Ihnen die Hand an, Ja oder nein? Wollen +Sie nicht? Dann nicht. (Er steht auf und geht schnell zur Tür.) + +=Frau Popow.= Warten Sie... + +=Smirnow= (bleibt stehen). Nun? + +=Frau Popow.= Nichts... Sie können gehen! Übrigens, warten Sie! Nein, +gehen Sie, gehen Sie! Ich hasse Sie! Oder nein! Gehen Sie nicht fort! +Ach, wenn Sie wüßten, wie böse ich bin, wie böse! (Sie wirft den +Revolver auf den Stuhl.) Die Finger sind mir angeschwollen von diesem +Ekel... (Sie zerreißt vor Zorn ihr Taschentuch.) Was stehen Sie noch da? +Packen Sie sich! + +=Smirnow.= Leben Sie wohl! + +=Frau Popow.= Ja, ja, gehen Sie nur! (Schreit.) Wohin gehen Sie denn? +Warten Sie... Übrigens gehen Sie... Ach, wie böse ich bin! Kommen Sie +nicht zu nahe, kommen Sie nicht zu nahe, kommen Sie mir nicht näher! + +=Smirnow= (nähert sich ihr). Wie ich mich über mich selbst ärgere! Wie +ein Gymnasiast habe ich mich verliebt, auf den Knieen habe ich gelegen +... mich überläuft es eiskalt... (Streng.) Ich liebe Sie! Das hat mir +gefehlt, ich habe es notwendig gehabt, mich zu verlieben! Morgen muß ich +Zinsen zahlen, die Heuernte hat begonnen und da erscheinen Sie. (Er faßt +sie um die Taille.) Ich werde es mir nie verzeihen! + +=Frau Popow.= Weg! Die Hände weg! Ich hasse... Sie!... In die Schranken! +(Langer Kuß.) + + + + +Elfter Auftritt. + +=Die Vorigen.= =Luka.= =Gärtner.= =Kutscher.= =Arbeiter.= + + +=Luka= (mit einer Axt). + +=Gärtner= (mit einem Rechen). + +=Kutscher= (mit einer Heugabel). + +=Arbeiter= (mit Stangen). + +=Luka= (erblickt das sich küssende Paar). Gerechter Gott! (Pause.) + +=Frau Popow= (die Augen senkend). Luka, sag' im Stall, daß Tobby heute +gar keinen Hafer bekommen soll. + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Der Bär, by Anton Tschechow + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER BÄR *** + +***** This file should be named 22494-8.txt or 22494-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/2/4/9/22494/ + +Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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