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diff --git a/23228-8.txt b/23228-8.txt new file mode 100644 index 0000000..0ae8127 --- /dev/null +++ b/23228-8.txt @@ -0,0 +1,2916 @@ +The Project Gutenberg eBook, Arabische Nächte, by Hans Bethge + + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + + + + +Title: Arabische Nächte + + +Author: Hans Bethge + + + +Release Date: October 28, 2007 [eBook #23228] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + + +***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ARABISCHE NäCHTE*** + + +E-text prepared by Juliet Sutherland, Irma Knoll, and the Project +Gutenberg Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net) + + + +Anmerkungen zur Transkription: + + Im Original gesperrt gesetzter Text ist mit _ gekennzeichnet. + Im Original kursiv gesetzter Text ist mit + gekennzeichnet. + Im Original gesperrt und kursiv gesetzter Text ist mit = + gekennzeichnet. + + Detaillierte Hinweise zu gegenüber dem Original vorgenommenen + Änderungen finden sich am Ende des Textes. + + + + +HANS BETHGE + +ARABISCHE NÄCHTE + + + + + + + +[Illustration] + + +LEIPZIG * IM INSELVERLAG +MCMXX + + + + +ARABISCHE NÄCHTE +NACHDICHTUNGEN ARABISCHER LYRIK + + + + +WILLI GEIGER +GEWIDMET + + + + +ANORDNUNG + + + VOR DEM ISLAM: + + HATIM IBN ABDALLAH + Gastfreundlich und stolz 3 + AMR IL KAÏS (etwa 500-540 n. Chr. Geb.) + Der Verführer 4 + Hymne 5 + IL SAMAUAL IBN ADYA (6. Jahrhundert) + Stammesstolz 9 + AMR IBN KULTHUM (6. Jahrhundert) + Lob des Weines 11 + Frage 13 + Wenn sie allein ist 14 + UNBEKANNTER DICHTER + Treue Liebe 16 + + SEIT DEM ISLAM: + + UNBEKANNTER DICHTER + Immer zugegen 17 + KALIF YAZID IBN MOAUJA (gestorben 683) + Die roten Fingernägel 18 + Der Beneidete 19 + Der Schatten als Kundschafter 21 + Wahnsinn oder Liebe? 22 + Tötende Liebe 24 + Die Vernichterin 25 + UNBEKANNTER DICHTER + Die Vorwürfe 27 + KAÏS IBN IL MULLAUACH (7. Jahrhundert) + Leïla 28 + KUTHAIJIR (gestorben 723) + Verlassen 31 + ABBAS IBN IL ACHNAF (8. Jahrhundert) + Die Unerbittliche 32 + HARUN AL RASCHID (763-803) + Die Macht der Liebe 35 + ABU NUWAS (762-810) + Ihr Gang ist wogend 36 + Die Spröde 38 + Liebe im Traum 39 + Im Rausch 40 + MOSLIM IBN IL WALID IL ANSSARI (8. Jahrh.) + Liebestrunken 41 + Leidenschaft 43 + Trübe Gedanken 44 + UNBEKANNTER DICHTER + Tränen 45 + MUDRIK IL SCHAÏBANY + Die Geizige 46 + IBN IL RUMI (gestorben 896) + Umarmung 47 + IBN IL MOATTAS (9. Jahrhundert) + Die Siegerin 48 + SCHULE DES IBN IL MOATTAS + Nacht und Morgenröte 49 + KUSCHAGIN (10. Jahrhundert) + Verpfändet 50 + URAK IL HUTAÏL + Frage und Antwort 51 + UNBEKANNTER DICHTER + Verzehrende Liebe 52 + ABU FIRAS (gestorben 968) + Wünsche 53 + UNBEKANNTER DICHTER + Aufforderung 54 + Kummer 55 + Im Zweifel 56 + Frage und Antwort 57 + Auf eine Rose 58 + IBN IL KHAYAT IL DEMISCHKI (10. Jahrh.) + Auf der Schwelle 59 + IBN KALAKIS (12. Jahrhundert) + Geheime Liebe 61 + UNBEKANNTER DICHTER + Wogen 62 + ABU ABD IL RAHMAN ELAÏTAM ELKUFI + An ein Schwert 63 + AUS TAUSEND UND EINE NACHT + Nahmas Porträt 65 + Auf Nahmas Schönheit 67 + Bei Nahmas Abreise 68 + Auf ein Grab 69 + An eine Sängerin 70 + Der Strom der Liebe 71 + Fragen eines Liebenden 72 + An einen berühmten Gast 74 + IL HAGYRI (13. Jahrhundert) + Liebeshymne 75 + UNBEKANNTER DICHTER + Wasser und Feuer 77 + IBN IL FARID (1181-1234) + Selige Nacht 78 + SCHULE DES IBN IL FARID + Tränen 79 + Seltsamer Wunsch 80 + NUBATA (14. Jahrhundert) + Ein Wunder 81 + UNBEKANNTER DICHTER + Auf einen Apfel 82 + Weisheit 83 + Der Liebesbrief 84 + Der Liebende und die Fackel 85 + ACHMED BEN MOHAMMED MOKRI + Sehnsucht nach Damaskus 86 + Auf einen Garten 88 + IBN HOGGIAT (gestorben 1433) + Der verliebte Dichter 89 + SOYUTI (um 1490) + Frühling 91 + Erinnerung 92 + An den Zephir 93 + Der Bach und der Baum 94 + SABBAGH + Auf ein Pferd 95 + IBN IL SCHAAB (18. Jahrhundert) + Feuer und Rauch 96 + MAHMUD PASCHA SAMY IL BARUDY (19. Jrh.) + An die Abwesende 97 + ISMAÏL PASCHA SABRY + Liebesgebet 99 + ACHMED BEY SCHAWKY + Wenn du erscheinst 101 + UNBEKANNTER DICHTER + Liebeslied 102 + + GELEITWORT 103 + + + + +GASTFREUNDLICH UND STOLZ + +HATIM IBN ABDALLAH + + Ich bin Abdallahs Kind, der Sproß des Mannes, + Der strahlend ritt auf einem roten Pferd. + + Wenn du das Mahl bereitet hast, so hole + Den Gast herein, daß er sich auch erlabe, -- + + Sei es ein später Wandrer, seis ein Nachbar, + Ich will nicht, daß man Übles von mir spricht. + + Ich bin der Knecht des Gastes, der mich aufsucht; + Sonst aber hab ich wahrlich nichts von Knechtes Art! + + +DER VERFÜHRER + +AMR IL KAÏS + + Wie viele Frauen habe ich verführt! + Zuweilen waren säugende darunter + Und solche, die ein Kind erwarteten. + + Und wieder andre, die bedenkenlos + Ihr Kindchen, das ein Jahr alt war, alleine + Sich überließen, um an meinem Halse + + Berauschten Sinns zu hängen. Und wenn dann + Das Kind in seiner Angst zu weinen anhub, + So wendete die junge Mutter sich + + Mit ihres schönen Körpers oberer Hälfte + Wohl nach ihm hin. Das andre ihres Körpers + Blieb bei mir, bei mir, ohne sich zu rühren! + + +HYMNE + +AMR IL KAÏS + + Durchbrochen hab ich ihrer Wächter Schar + Und die Verwandten, welche alle wünschten, + Mich mit dem Dolche meuchlings umzubringen. + + Am Firmamente standen die Plejaden + Und funkelten, so wie die Edelsteine + An den Gewändern schöner Frauen glühn. + + Ich kam und sah: Bei einem Vorhang legte + Sie ihre Kleider ab, um dann zu schlafen; + Nur einen Schleier noch behielt sie an. + + Sie sprach zu mir: Ich schwöre, daß du heute + Mich nicht umarmen sollst. Wirst du denn niemals + Den Weg zurück zur frommen Tugend finden? + + Und dennoch schritt sie mit mir in die Nacht. + Wir ließen hinter uns ein Tuch hinschleifen, + Um auszulöschen unsrer Schritte Spur. + + Als wir dem Dorf genügend ferne waren, + Wandte sie ihre Schritte einem Tale, + Das ganz mit weißem Sand erfüllt war, zu. + + Da neigte meine Liebste sich zu mir + Und schmiegte ihren Kopf an meine Brust, + Und ihres Körpers Schlankheit fühlte ich. + + Vollendet schön sind ihre jungen Schenkel, + Ihr Leib ist weiß und klein, und ihre Brust + Strahlt wie das blanke Glänzen eines Spiegels. + + Sie wendet sich: und reizend starrt ihr Busen. + Ihr Blick ist scheu; so blickt wohl die Gazelle, + Die sorgenvoll ihr Junges überwacht. + + Auch ihre Brust ist von Gazellenart, + Nur daß die sanfte Brust meiner Geliebten + Durch Edelsteine noch verschönert wird. + + Nachtschwarz sind ihre Haare, und sie fluten + Auf ihren Rücken, üppig wie die Dolden + Der Dattelfrüchte an den Palmenkronen. + + Und dieses Haar ist lockig; in den Flechten, + Den aufgerollten und den wallenden, + Verschwinden ihre Kämme ganz und gar. + + In sanfter Rundung prangen ihre Hüften, + Die zierlichen. Und ihre feinen Beine + Sind schlank wie Binsen, die im Wasser stehn. + + Am späten Morgen steht sie auf. Ein Duft, + So wundervoll, als stamm er von Muskat, + Umweht ihr Lager. Sie erhebt sich spät, + + Weil kein Geschäft sie, keine Arbeit zu + Besorgen hat. Die Finger ihrer Hände + Sind zart und rosig, kleinen Blüten gleich. + + Ihr Teint besitzt die Farbe eines Eis, + Gelegt von einer jungen Straußin, die + Nur immer silberklares Wasser trank. + + Ihr Teint ist ambrafarben. Er durchschimmert + Die Nacht wie eine Fackel, die ein frommer + Einsiedler in der Finsternis erhebt. + + Der Weise auch muß ihr Bewundrung zollen, + Wenn sie daherkommt, zwei Begleiterinnen + Zu Seiten, die sie völlig überstrahlt. + + Oft heilt die Zeit den Wahnsinn der Verliebten, + Doch niemals wird mein Herz die Leidenschaft + Preisgeben, die ihm Licht und Nahrung ist. + + Wie oft schon haben Freunde mich bestürmt, + Ich solle sie verlassen, die ich liebe. + Taub bleib ich solchem Ratschlag immerdar. + + Wie viele Nächte, die mir endlos schienen, + Gleich dem gedehnten Wogengang des Meeres, + Sind mir mit dunkeln Sorgen schon genaht. + + Einst sprach ich zu der Nacht, von der ich meinte, + Daß sie zur Hälfte schon verflossen sei, + Die aber immer schrecklicher sich dehnte: + + O Nacht, so sprach ich, lange Nacht, entflieh + Und mache endlich Platz dem jungen Tag, + Wenn ich auch weiß, daß aller Tagesglanz + + Die Unruh meines Herzens nicht verscheucht, + Wenn ich auch ewig, ewig leiden muß, + So wie das Licht der Sterne ewig scheint. + + So steht's mit mir, zu sehr Geliebte du! + + +STAMMESSTOLZ + +IL SAMAUAL IBN ADYA + + Ein unbezwingbar ragendes Gebirg + Nimmt alle die in seinen Schatten auf, + Die unserm Schutz sich willig anvertraun. + + Uns ist der Tod nichts Schreckliches. Gewiß, + Die Stämme von Amer und Sabul fürchten + Sich sehr vor ihm. Wir aber lieben ihn! + + Da wir ihn lieben, fliegt das Leben uns + Gar schnell dahin. Langatmig ist das Leben + Der andern, die voll Angst sind vor dem Tod. + + Niemals starb einer von den Unsern noch + Auf seiner Ruhstatt. Freilich, es vergeht + Kein Tag, an dem nicht einer von uns stirbt. + + Des Degens Schneide ist der schmale Weg, + Drauf unsre Seelen in das Ewige wandern, + Sie kennen eine andre Straße nicht. + + Wahrlich, wir sind dem Regen zu vergleichen, + Der stets willkommen ist, wenn er sich naht; + Keiner von uns denkt an sein eigenes Heil. + + Man glaubt uns, wenn wir andere der Lüge + Bezichtigen. Doch wird es niemand wagen, + Zu zweifeln an der Wahrheit unseres Worts. + + Wenn einer unsrer Helden stirbt, so ist er + Sofort ersetzt durch einen andern Helden, + Des hoher Sinn ganz unantastbar ist. + + Das Feuer, das wir an den Abenden + Entzünden, um den Wanderern zu zeigen, + Wo ihnen Schutz winkt, ist noch nie erloschen, + + Ohn daß ein Gast sich unserm Stamm genaht, + Um Ruhe zu erbitten. Niemals noch + Hat sich ein Gastfreund über uns beklagt. + + Ruhm hat an unsre Waffen sich geheftet + In Ost und West. Wir haben unsre Klingen + Erprobt beim Spalten helmbewehrter Köpfe. + + Noch keiner von den Unsern zog jemals + Sein Schwert und schob zurück es in die Scheide, + Ohn daß ein Leben ihm zum Opfer fiel. + + +LOB DES WEINES + +AMR IBN KULTHUM + + Erhebe dich! Nimm deinen Krug und gieße + Uns ein den süßen Wein von El Andar, + Denn eine holdre Labe gibt es nicht. + + Gieß ein uns dieses köstliche Getränk, + Des Farbe goldig schimmert, so als hätten + Sich safranfarbene Blüten drin entfärbt. + + Gieß ein uns diesen Trank, der alle Sorgen + Verjagt und der die Traurigkeit erstickt + Und unsrer Seele edeln Mut verleiht. + + Gieß ein uns diesen Trank, der die Verachtung + Der irdischen Güter in dem Geizhals weckt! + Um-Amr, du hast nicht wohl an mir getan: + + Du hast den Kelch, als er nach rechts hin kreisen + Gesollt, von mir entfernt. Das war nicht gut. + Wert bin ich dieses Trankes so wie du. + + Wie viele Becher hab ich einst geleert + In Baalbek und Damaskus! Lustig, Brüder! + Denn eines Tages kommt der Tod zu uns. + + Wir alle sind geschaffen für den Tod. + Der Tod ist für uns all geschaffen. Auf! + Genießen wir die Zeit, solang sie blüht! + + +FRAGE + +AMR IBN KULTHUM + + Bleib. Geh noch nicht hinweg. Laß mich dir sagen, + Welch wilde Leiden ich um dich ertrug. + Ich möchte wissen, ob auch du um mich + Gelitten hast. Bleib noch und gib mir Antwort, + Ob du das Band der Treue schon zerrissest, + Das dich mit einem Mann verband, der nie, + Auch in Gedanken nie, dir untreu war. + + Was hast du während dieses Tags getan, + Da Waffenlärm erklang und da der Sieg + Die Deinen krönte? -- O bedenke wohl, + Daß morgen und die kommenden Tage voll + Geheimnisvoller Zukunft sind, die heute + Noch keines Menschen Aug enträtseln kann. + + +WENN SIE ALLEIN IST + +AMR IBN KULTHUM + + Wenn sie allein ist, wenn sie nicht die Blicke + Feindlicher Menschen zu befürchten hat, + Dann läßt sie unbekleidet ihre Arme, + + Die wohl den Gliedern eines weiblichen + Kameles gleichen, das noch nie gebar. + Und auch ihr Busen ist dann unverhüllt, + + Der zwei aus Elfenbein gemachten Bechern, + Die noch kein Mensch jemals berührte, gleicht. + Ihr Leib ist lang und schön geschweift. Die Hüften + + Sind schwer von ihres üppigen Fleisches Fülle, + Sie geht verführerisch, -- die Türen scheinen + Zu schmal für sie, und ich bin toll nach ihr. + + So weiß sind ihre Lenden, daß sie Säulen + Aus Marmor gleichen oder Elfenbein, + Und wenn sie schreitet, klirren ihre Spangen. + + Bin ich von ihr entfernt, erfaßt mich Sehnen, + Wie ein betrognes Tier, dem man sein Junges + Genommen hat und das nun klagt nach ihm. + + Von ihr entfernt, bin ich voll Schmerz und Jammer, + Wie eine Mutter voller Jammer ist, + Die ihre Kinder durch den Tod verlor. + + +TREUE LIEBE + +UNBEKANNTER DICHTER + + Ein treues Liebespaar hat Kummer nur + Um Eines: Trennung. Eng vereint zu leben, + Wird einem solchen Paare nie zu viel. + + Wo ihnen nur ein kleines, feines Wölkchen + Der Lust sich zeigt, da weilen sie so gerne. + Dem Ruf der Liebe folgen sie entzückt. + + Was andre Leute reden, achten sie + Nicht im geringsten. Nur die eignen Worte + Sind ihnen wertvoll und von süßem Klang. + + +IMMER ZUGEGEN + +UNBEKANNTER DICHTER + + Dein Bildnis strahlt in meinen Augen, + Dein Name lebt in meinem Mund, + Du selber wohnst in meinem Herzen, -- + Wie wär es möglich, o Geliebte, + Daß du dich je vor mir verbirgst? + + +DIE ROTEN FINGERNÄGEL + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Als ich ihr dann begegnete, da sah ich, + Daß ihre Fingernägel purpurrot + Von Farbe waren; und ich sprach zu ihr: + + »Du Böse färbst dir deine Nägel rot + Und machst dich schön, wenn ich nicht bei dir weile?« + Darauf entgegnete sie ernst und still: + + »Die Eitelkeit ist meinem Herzen fremd. + Du Schlimmer schiebst mir eine Absicht zu, + Die ich nicht kenne. Hör die Wahrheit an: + + Du, meine einzige Stütze und mein Halt, + Du bliebst so grausam lange fern von mir, + Daß blutige Tränen meinem Aug entströmten. + + Mit diesen Händen hab ich meine armen + Augen getrocknet. Weißt du nun, woher + Das blutige Rot an meinen Nägeln stammt?« + + +DER BENEIDETE + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Sie hat geforscht, wie es mir gehe. Da + Hat man zu ihr gesagt: »Es ist vorbei, + Er ist hinüber -- und durch deine Schuld.« + + An einer feinen Geste ihrer Hände + Erkannte man ihr Mitleid. Tränen stürzten + Aus ihren Lidern vor, die zart wie Kelche + + Der Lilien sind, und glitten auf die Wangen, + Die Rosen gleichen, nieder, und sie biß + Die Lippen sich, die so wie Kirschen leuchten, + + Mit ihrer Zähne perlenhaftem Schimmer. + Und darauf sprach sie dies: »Groß ist mein Schmerz + Um ihn fürwahr; niemals hat eine Schwester + + Das Unglück ihres Bruders so beweint, + Niemals hat eine Mutter so gejammert + Des Sohnes wegen, wie ich heute tu.« + + Und darauf eilte sie, mich zu besuchen, + Und überhäufte mich mit Freundlichkeiten, + Und meine Seele lebte wieder auf + + Und schenkte auch dem Körper wieder Leben; + Und viele gab es, die mich um den Tod + Beneideten, aus dem ich neu erstand. + + Ja, viele Männer wünschten, so wie ich + Dahinzusiechen, um von _ihren_ Händen + Erweckt zu werden in das Reich des Lichts. + + Seltsam: um alles Gute, alles Böse, + Was mir von ihr wird, muß ich Eifersucht + Und Neid erfahren, -- um den Tod sogar. + + +DER SCHATTEN ALS KUNDSCHAFTER + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Ihr Schatten ist zu mir gekommen, + Um mich im Traume zu besuchen, + Dann kehrte er zu ihr zurück. + + Sie sprach zu ihm: Sag mir, in welcher + Verfassung du ihn angetroffen, -- + Und lautre Wahrheit künde mir! + + Da sprach der Schatten: Wenn dein Freund + Vor Durst verginge und er wüßte, + Daß dies dein Wille sei, -- er würde + + Nicht einen Tropfen zu sich nehmen, + Und wenn man ihm verlockend böte + Den wundervollsten Labetrunk. + + +WAHNSINN ODER LIEBE? + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Fällt Nacht auf mich hernieder, oder fühl ich + Das Fluten deines schwarzen Haares? Ist es + Der Mond, der scheint, oder dein süßes Antlitz? + + Seh ich ein Blatt der lieblichen Narzisse + Oder dein Augenlid? Seh ich das Leuchten + Von Hagelkörnern oder deine Zähne? + + Erheben sich auf deiner Brust zwei Hügel + Von Elfenbein, -- oder erblickt mein Auge + Die Fülle deines Busens? Ist es Flugsand, + + Was unter deiner Kleidung sich bewegt, + Oder das Schwellen deiner jungen Hüften? + Wenn du erkennen könntest, wie ich leide + + Um deinetwillen, Schrecken würde dich + Erfassen, und du würdest staunend fragen: + »Erfüllt ihn Wahnsinn oder Liebesglut?« + + Wenn jemand, der in deiner Nähe war, + Sich mir gesellt, so atm' ich mit Entzücken + Den feinen Duft auf, der mich an Muskat + + Gemahnt und den er mit sich führt von dir + Als wie ein Grüßen. Und mit flehender Stimme + Sprech ich zu ihm, der mich so glücklich macht: + + »Du hast die Liebesglut in mir vermehrt, + Vermehre jetzt die Worte deines Mundes + Und sprich mir lange, lange, lang von ihr!« + + +TÖTENDE LIEBE + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Ich habe auf den Knien um ihre Liebe + Sie angebettelt. Darauf sagte sie: + Weißt du denn nicht, daß alle, die im Traume + Mich zu besitzen meinen, beim Erwachen + Verzweifelt sterben, weil sie nun erkennen, + Daß sie mich _nicht_ besitzen? Ach, zu viele + Sind hingesiecht, aus Leidenschaft zu mir, + Bis in den Tod. Die andern, die nicht wagten + Mir ihres Herzens Qualen zu gestehen, + Sind fortgereist und kehrten nie zurück ... + + Und ich entgegnete: Ich bitte Gott + Um Nachsicht für die Glut, die in mir lodert, + Und werde standhaft und voll Mut beharren + Bei meiner Liebe, die dich ganz umschlingt. + + Und dann verließ sie mich. Und ich stand da + Wie ausgedorrt, ein abgestorbener Baum. + + +DIE VERNICHTERIN + +KALIF YAZID IBN MOAUJA + + Auf ihren Armen, ihren schönen Händen + Sind Zeichen tätowiert gleich dünnen Zügen + Von Ameisen, die ihrem Volk entfliehn. + + Man könnte ihre Haut mit einem Rasen + Vergleichen, darauf eine kühle Wolke + Die Körner feinen Hagels sinken ließ. + + Sie hat gewiß gefürchtet, daß die Pfeile + Aus ihren Augen ihre eignen Hände + Verletzen könnten, -- darum zog sie vor, + + Mit einem Küraß sonderbarer Zeichen + Die Haut zu schirmen. Ach, die Böse hat + Die flachen Hände gegen mich erhoben, + + Als wollte sie das Herz aus meiner Brust + Fortreißen, und die Pfeile ihrer Augen + Vernichten mich, ohn daß ich fliehen kann. + + Die Locke, die auf ihrer Schläfe liegt, + Ist ein Skorpion, der seinen giftigen Stachel + Gegen mein banges Herz gerichtet hält. + + Ihr Auge scheint geschlossen, doch es wacht. + Der Bogen ihrer Augenbrauen nimmt + Mich ganz gefangen. Ihre Wangen schimmern + + Gleich roten Rosen. Könntet ihr die Brust + Der Wundervollen sehn: ihr würdet meinen, + Zwei Früchte des Granatbaums zu erblicken. + + Sehr aufrecht ruht ihr Leib auf edeln Hüften + Und wiegt sich rhythmisch. Wenn die Sonne sie + Im bloßen Schmucke ihrer Nacktheit sähe: + + Sie würde fürder nicht zu scheinen wagen, + Weil sie erkennen würde, daß sie nimmer + Mit solcher Schönheit Glanz sich messen kann. + + +DIE VORWÜRFE + +UNBEKANNTER DICHTER + + Ich habe mich bei ihr beklagt. Sie sprach: + »Da meine Liebe dich zu Klagen hinreißt, + So möge Gott von dieser Liebeslast + + Dich bald befreien!« Hierauf schwieg ich, und + Sie sprach: »Du hast zu viel Geduld mit mir. + Verliebte sind doch sonst nicht so geduldig?« + + Ich näherte mich ihr, -- sie wollte mich + Nicht hören; darauf bin ich weit hinweg + Gegangen, um sie ja nicht zu erzürnen, -- + + Nun tadelte sie, daß ich lieblos sei. + Sie wird gereizt durch die geringsten Klagen, + Und rührende Geduld ermüdet sie. + + Wer sagt mir einen Ausweg aus dem Wirrwarr? + Wenn jemand einen guten Rat mir weiß, + Will ich den Segen Allahs ihm erflehn. + + +LEÏLA + +KAÏS IBN IL MULLAUACH + + Ich denke unaufhörlich Leïlas + Und der verrauschten Jahre. Liebe Freunde, + Warum beweint ihr meinen Jammer nicht? + + Ich möchte Freunde haben, welche weinen, + Wenn ich in Tränen bin! Hat Gott die Macht, + Zwei Herzen zu vereinen, wenn die Hoffnung, + + Sie zu vereinen, schon in Asche sank? + Von Allahs Fluch getroffen seien jene, + Die meinen, daß die Zeit mir Lindrung bringt! + + Für ewig hängt mein Sinn an Leïla; + Ich sehe sie im Geist, wie sie des Abends + Die väterlichen Schafe heimwärts treibt. + + Gott schenkte einem andern Leïla. + Mich machte er verrückt nach Leïla, -- + Konnt er mir denn nichts Besseres verleihn? + + Hat man mir nicht gesagt, daß sie im Sommer + Nach Tima käme? Hingeschwunden sind + Des Sommers Monde, -- warum kam sie nicht? + + Weh! meine Liebe ist gespannt gleich wie + Die Sehne eines Bogens. Eines Tages + Zerreißt die Sehne, maßlos überreizt. + + O immer wieder, wenn der Morgenstern + Sich mit dem Frührot aus der Nacht erhebt, + Flammt meine Leidenschaft gewaltig auf. + + Wenn ich mich rüste zum Gebet, so neige + Ich mich nach jener Richtung hin, wo du + Verweilst, o Strahlende. Die heiligen + + Gesetze wollen, daß ich mich nach andrer + Richtung verneige; doch das tu ich nicht. + Ich liebe sehr den Namen Leïla, + + Ich liebe alle Namen, die ihm gleichen, + Und wertlos scheint dies Leben mir, denn sie, + Die ich ersehne, ward des andern Weib. + + Ich lebe, um an Leïla zu leiden, + Ich muß, wenn ich die Ebene durchreite, + Meines Kameles Sattel wohl beachten: + + Er ist bestrebt, nach rechts hin sich zu neigen, + Wenn du dich rechts befindest. Und er hängt + Nach links hinüber, wenn du linkswärts weilst. + + Wenn ich vom Schlaf gemieden werde, flehe + Ich Allah an, daß er mir Schlaf verleihe, + Damit dein Bild in meinem Traum ersteht. + + Der Reiz, der von dir ausgeht, ist ein Zauber. + Obwohl es alte Zauberformeln gibt, + Die schützen gegen überirdische Kräfte, -- + + Nie würd ich wagen, nur den kleinsten Vers + Zu sprechen, um zu bannen deine Macht, -- + Ich will dein Sklave sein bis in den Tod. + + O Freunde, wenn ihr keine Mittel wißt, + Mich in Besitz von Leïla zu setzen, + So bitt ich euch: schafft meinen Sarg herbei, + + Bereitet mir das Leichentuch und betet + Zu Allah, daß er gnädig sei dem Manne, + Des Herz gebrochen ward durch Leïla. + + +VERLASSEN + +KUTHAIJIR + + Du hast in deine Arme mich gelockt + Mit Worten, so beredt, daß scheue Gemsen + Aus Felsenhöhn herabgestiegen wären. + + Dann, als du meiner Herr geworden warst, + Gingst du hinweg. Nun ist mein Herz voll Gram, + Und alle Lust schwand in die tiefste Nacht. + + +DIE UNERBITTLICHE + +ABBAS IBN IL ACHNAF + + Sie ließ mir sagen, daß sie krank sei. Ich + Ging dennoch zu ihr, und ich fand sie lächelnd + Und ganz gesund vor, -- sie war niemals krank. + + Doch krank, unheilbar krank, ist ihr Besucher. + Wenn alle Herzen hart wie ihres wären, -- + Kein Vater wär besorgt mehr um sein Kind. + + Sie schrieb, ich solle jetzt nicht zu ihr kommen, + Da ließ ich sie allein, daß sie erführe + Die Bitternis der Einsamkeit. Doch, ach, + + Was kümmert sie's, wenn Menschen, die sich nach + Ihr sehnen, auf der Schwelle ihrer Wohnung + Daliegen, zu erfahren, wie's ihr geht? + + Wenn dies ein Fehler ist, daß ich von neuem + Dich zu besuchen komme, -- o so wisse, + Daß ich noch vieler Fehler fähig bin. + + Bekannte haben, da ich deinen Namen + Aussprach, zu mir gesagt: Sie ist es, sie, + Die dich so traurig macht und derentwillen + + Du Dinge treibst, die dir nicht ziemen. Ich + Hab alles abgeleugnet und gelacht, + Um meiner Freunde Argwohn zu zerstreun. + + Die Frauen sind voll Neid auf deine Schönheit, + Die lieblichsten Gesichter stehen alle + Dem Reize deines Angesichtes nach. + + Dein Leib ist wie ein schmächtiger Zweig, daran + Zwei blanke Äpfel des Granatbaums hangen, + Die engsten Gürtel sind für dich zu weit. + + Wenn Dunkelheit des Abends niedersteigt, + Um mich zu quälen, wendet sich mein Herz + Zu dir, die mir des Schlafes Süße raubt. + + Du bist die Quelle aller meiner Leiden + Von heut und ewig. Du hast meinen Augen + Schlaflosigkeit, die schreckliche, verliehn. + + Wie lange werd ich weinen, während du + Nur immer lachst? Ich nahe dir in Demut, + Doch du entfernst dich, -- denn du hassest mich. + + Wie lange noch wird meine arme Seele + Verharren in dem Banne deines Zaubers? + Wie lange werd ich singen meine Qual? + + Die Mißgeschicke kommen und entschwinden, -- + Die Leidenschaft zu dir wächst immer tiefer + In mich hinein und wurzelt wie ein Baum. + + Ich bin ein Jäger, der die herrlichste + Gazelle jagt: und die Gazelle tötet + Den Jäger durch die Holdheit ihres Seins. + + +DIE MACHT DER LIEBE + +HARUN AL RASCHID + + Drei holde Wesen lenken mich, nachdem sie + Die Zügel an sich rissen. Allen Raum + In meinem Herzen haben sie besetzt. + + Ein ganzes Volk gehorcht mir. Wie ist's möglich, + Daß jene drei sich mir nicht beugen wollen + Und daß ich selber ihnen dienstbar bin? + + Ich seh es ein: die Macht der Liebe ist + Gewaltiger als alle andre Herrschaft, + Selbst als die Macht auf einem Königsthron. + + +IHR GANG IST WOGEND + +ABU NUWAS + + Ihr Gang ist wogend, ihre Haare liegen + Wie Wellen um die Stirn. Mein Herz ist wüst, -- + Es läßt nicht ab von der, die mich verachtet. + + Sie schreibt mir Missetaten zu, die ich + Niemals beging; ihr Zorn flammt gegen mich, + Und, ach, mir täte ihre Gunst so not! + + Gewährt sie mir ein Stelldichein, so wart ich + Umsonst auf sie. Nun nehme ich mir vor, + Das nächstemal ihr unwirsch zu begegnen. + + Doch seh ich sie dann wieder, stolz und schön, + So flieht mein zorniger Vorsatz ganz dahin, + Im Anblick ihrer königlichen Haltung. + + Ja, wogend ist ihr Gang. Kein andres Wesen + Hat diesen wogend-wundervollen Schritt + Wie sie, der all mein Träumen angehört. + + Wer sie betrachtet, dessen Augen werden + Geblendet. Ihrem Angesichte ward + Der Strahlenglanz der Sonne nachgebildet. + + Die reinste Schönheit geht verlockend aus + Von ihrem Angesicht. Der schönste Duft + Hat sein Arom von ihrer Haut geliehn. + + Und wenn der frömmste Scheich an ihrer Seite + Verweilte, -- alle Frömmigkeit bewahrte + Ihn vor Versuchung seines Herzens nicht. + + +DIE SPRÖDE + +ABU NUWAS + + Sie war so schön an jenem Abend und + So heitern Augs. In kühnem Spiele ließ + Ich ihren Mantel mählich niedergleiten, + Den strahlenden, -- und auch ihr Rock sank hin. + + Und da die Nacht nun ihre dichten Schatten + Gleich einem schweren Vorhang niederließ, + Begann ich keck zu werden. Aber sie + Entzog sich mir und sagte nur: »Auf morgen!« + + Am andern Tag, zu festgesetzter Stunde, + Traf ich sie wieder und gemahnte sie + An ihr Versprechen. Sie erwiderte: + »Die dunkeln Worte, die bei Nacht man spricht, + Verlieren ihren Sinn am hellen Tag!« + + Und lächelte und sagte: »Hab Geduld!« + + +LIEBE IM TRAUM + +ABU NUWAS + + Im Traume hab ich neulich es erlebt, + Daß unsre Schatten sich zusammenfanden + Und unsre Liebe ganz die alte war. + + Warum, Geliebte, bleiben unsre Körper + Im Zorn getrennt, indessen unsre Schatten + So selig sind, wie wir schon längst nicht mehr? + + Wär es nicht billig, daß im wahren Leben + Du auch so gütig mir entgegenkämest, + Wie du's im Leben meiner Träume tust? + + O Qual! wir sind zwei Liebende, die nur + Sich lieben, wenn sie träumen; doch im Wachen + Sind sie voll grimmen Zornes zueinander. + + Man soll sich hüten vor den Luftgebilden + Der Träume; doch mitunter, das ist wahr, + Sind sie auch weiser, als wir Menschen sind. + + +IM RAUSCH + +ABU NUWAS + + Sie schien mir sorgenvoll. Ich wollte sie + Umarmen, voller List. Da rannen Tränen + Aus ihren Augen, heiß, über die Rosen + + Der jungen Wangen. Eine Schale hob ich + Ihr da entgegen, und sie trank sie leer, + Und in ihr Paradies nun stürmt ich ein ... + + O furchtbar, wenn sie aus den tiefen Wogen + Des Rausches, der sie noch umfangen hält, + Erwachen wird! Der Gram wird sie verzehren, + + Und in Verzweiflung und voll Haß wird sie + Mich niederstechen mit dem schärfsten Schwerte + Ihrer entsetzlichen Verlassenheit. + + +LIEBESTRUNKEN + +MOSLIM IBN IL WALID IL ANSSARI + + Schon Blicke können Liebe sein, gewiß. + Jedoch der Liebe wundervollstes Wesen + Verrät sich anders noch als nur in Blicken! + + Mein Aug hat dich verfolgt, allüberall; + Da fühltest du, daß ich dich liebte, und + Du gabst auch _deine_ Liebe selig her. + + Und die Gedanken, die in unsern Seelen + Nunmehr erstehn, bereiten uns Verwirrung, -- + Und wenn sich unsre Augen treffen, fühlen + + Wir ein gefährlich Glühn in unsrer Brust. + Einst kannt ich nur die Trunkenheit, die uns + Der ausgepreßten Trauben Saft verleiht: + + Heut hat das goldne Glänzen mich berauscht, + Das in den Augen meiner Liebsten sprüht, + Und meine Seele ist ihm ganz verfallen. + + Ich war bei ihr! Und meine Blicke haben + Sie eingehüllt, ganz dicht, und holde Sünden + Beging sie durch die ganze Nacht hindurch, + + Davon ich schweige. Und die ganze Nacht + Ließ ich die lieben Sünden mir gefallen, -- + Nie hab ich Sünden so mit Lust verziehn! + + +LEIDENSCHAFT + +MOSLIM IBN IL WALID IL ANSSARI + + »Verbirg doch deine Leidenschaft,« sagt man + Zu mir, »laß sie nicht alle Welt durchschaun!« + Wie aber könnt ich diesen Rat befolgen, + + Da mich mein Blick verrät? Und warum sollt ich + Mich ungerecht gegen mein Herz verhalten, + Dem fremd ist alle Ungerechtigkeit? + + Nein, ungerecht ist jene, die ich liebe. + Sie klagt, daß ich zuviel von meiner Liebe + Gesprochen habe, -- aber das, was ich + + Verschwiegen habe, ist ja noch viel mehr! + O wüßtet ihr, was ich an Leidenschaft + Verschwiegen habe, -- Schrecken faßte euch! + + +TRÜBE GEDANKEN + +MOSLIM IBN IL WALID IL ANSSARI + + Geliebte, wenn ich dich verlieren sollte, + So werd ich fortziehn in die Einsamkeit, + Um völlig zu erlöschen. In die Erde + Werd ich ein Bild einzeichnen, das dir gleicht, + Und werde es mit meinen Tränen netzen + Und will es bitten, mich zu trösten in + Der Einsamkeit, in der du mich gelassen. + + Ich habe dich geliebt, im Übermaß. + Wenn dieses Sünde ist, so bitt ich Gott: + Er soll mir meine Sünde nicht verzeihn. + + +TRÄNEN + +UNBEKANNTER DICHTER + + Wir lagen beieinander, und sie sah, + Wie Tränen, kleinen Perlen gleich, mir aus + Den Augen rannen, und sie sprach zu mir: + + »Freund, ich verstehe, daß dir Tränen kommen, + Wenn wir uns fern sind. Aber sage mir, + Warum du jetzt weinst?« Ich entgegnete: + + »Wenn wir uns fern sind, wein ich vor Verlangen, + Bei dir zu sein; doch wenn ich bei dir bin, + So kommen Tränen mir bei dem Gedanken, + + Daß wir uns trennen müssen.« Mitleidvoll + Sah sie mich lange an und trocknete + Die Tränen mir mit liebevoller Hand. + + +DIE GEIZIGE + +MUDRIK IL SCHAÏBANY + + Die eiteln Worte und die trügerischen + Versprechungen, die mir die reizende + Gazelle mit den hübschen Augen macht, + + Sind all mein Glück. Verlassen hab ich jene, + Die mir freigebig ihre Gunst erwiesen, + Und liebe diese, die mir nichts gewährt! + + Die allzu aufmerksame Art der Frauen, + Die ich nicht liebe, ist mir widerwärtig; + Jedoch das ganz zurückgezogene Wesen + + Der Schönen, der mein Herz gehört, bedeutet + Mir alle Lust und alle Seligkeit. + Tadelt die Spröde, die ich liebe, nicht + + Ob ihrer Sparsamkeit in ihrer Gunst! + Ich mag es gern, wenn die Geliebte geizig + Auf solche Weise ist. Ein solcher Geiz + + Erhöht die Schönheit noch der schönsten Frau. + + +UMARMUNG + +IBN IL RUMI + + Voll Leidenschaft umarm ich die Geliebte, -- + Doch meine Seele bebt und ist bedrückt. + + Ist es denn wirklich wahr, daß die Umarmung + Die Menschen näher zueinander führt? + + Ich küsse ihren Mund, um meine Liebe + Zu sänftigen, -- doch meine Liebe lodert + + Nur immer mächtiger auf, -- ich glaube wohl, + Daß sich mein Herz erst dann zufrieden gibt, + + Wenn unsre beiden Seelen ganz und gar + Zusammenströmen, um sich nie zu trennen. + + +DIE SIEGERIN + +IBN IL MOATTAS + + Nicht mehr zu lieben, hatte ich beschlossen, -- + Doch sie hat mich bezwungen. Ohne mir + Die Stunde ihrer Ankunft mitzuteilen, + Trat sie zu mir, gar strahlend ausgerüstet + Mit ihrer Schönheit ganzem Waffenschmuck. + + Sie zu besitzen, das ist goldnes Leben, + Sie zu verlieren, das ist dunkler Tod. + + Pfeil, Bogen und ein Schwert sieht man vereint + In ihrem Blick. Gleich einer Oriflamme + Glänzt ihres Leibes goldner Gürtel. Aber + In ihren Schenkeln schreitet kühn der Sieg, + Denn wer nur ihrer Schenkel Schreiten sieht, + Der ist dem Tod durch Liebe schon verfallen. + + Ich hatte mich dem Herrn geweiht. Jedoch + Da sie dann zu mir kam, zerrannen meine + Gelübde in ein Nichts. Und meine Schwüre + Vergingen all in ihres Auges Schein. + + +NACHT UND MORGENRÖTE + +SCHULE DES IBN IL MOATTAS + + Am großen Himmel glänzen die Gestirne. + Ihr Funkeln gleicht dem Funkeln deiner Augen, + Wenn du, o meine ängstliche Geliebte, + Bei Nacht das Dunkel um dich her durchforschst, + In Bangnis, daß dich Böses treffen könnte. + + Ganz unten an dem Rand der Finsternis + Streift goldig und verklärt die Morgenröte + Mit Lächeln durch die sterbensmüde Nacht. + Beim Anblick solches morgengoldnen Glanzes + Träum ich von deines Haares goldnem Schein. + + +VERPFÄNDET + +KUSCHAGIN + + Ich fühle, daß ein Groll in mir ersteht, + Wenn sie mit ihren Zähnen einem Kelch + Sich naht. Warum denn müssen edle Perlen + Sich stoßen an so schlechten Kelches Glas? + + Ich fühle, daß ein Groll in mir ersteht, + Wenn sie vorübergeht an einer Fackel, + Die brennt. Warum erlischt die Fackel nicht + Vor solcher edeln Klarheit meines Sterns? + + O meine Seele, manchmal fühl ich wohl, + Daß sich in mir ein Groll erhebt, der gegen + Mich selber wütet, und ich leide schwer + An jedem Blick, der meinem Mädchen gilt. + + O könnte ich für immer alle Augen + Mit Dunkel schlagen! Wisset wohl: sie hat + Mir ihre Liebe ganz geweiht, und lächelnd + Nahm meinen Körper sie als Pfand dafür. + + Mein Körper wandelt ohne Seele nun, + Denn meine Seele atmet jetzt in ihr, + Und ihrer Hände Spielzeug ist mein Herz ... + + +FRAGE UND ANTWORT + +URAK IL HUTAÏL + + Als sie gekommen war, sprach sie zu mir: + Nun hab ich deinen Wunsch erfüllt. Warum + Bebt nun dein Herz noch so, mein lieber Freund? + + Ich gab zur Antwort: Deine Gegenwart + Ist meines Herzens langersehnte Wonne. + In seiner Wonne tanzt mein seliges Herz! + + +VERZEHRENDE LIEBE + +UNBEKANNTER DICHTER + + Die Liebe blüht empor aus einem schnellen + Empfinden, das die Seele neu belebt + Und das der Seele dann den Tod versetzt, + Wie einem schwachen Spielzeug, das zerbricht. + + Die Liebe glüht aus einem scheuen Blick, + Aus einem Wort, aus einem Handdruck auf, + Und schon der erste Funken ist verzehrend + Wie ein gewaltiger Brand. Ja, wenn das Feuer + Einmal entzündet ist, so frißt es schnell + Den ganzen, hochgebauten Holzstoß auf. + + +WÜNSCHE + +ABU FIRAS + + Ich wünschte wohl, daß unsre Herzen immer + Nur füreinander schlagen, daß mein Herz + Mißgünstig schlage jeder andern Frau. + + Ich wünschte wohl, daß du nur immer hold + Und zärtlich seist zu mir, dann mag das Leben + So wild und unwirsch drohen, wie es will. + + Ich wünschte wohl, daß nur die hellste Wonne + An deinem Wege blühe, -- an dem Wege + Der andern möge Jammer blühn und Gram. + + +AUFFORDERUNG + +UNBEKANNTER DICHTER + + Laß, Schöne, einen Wettstreit uns begehn! + Siegst du, so nimm mich hin. Trag ich den Sieg + Davon, -- so nehm ich ganz dich in Besitz. + + Siegst du, so nimm mich hin und mache mich + Zu einer silbernen Kette, die den Hals + Dir ziert, und schüttle mich auf deiner Brust! + Mach mich zu einem seidenen Gewande, + Das sich um deinen warmen Körper schmiegt! + Und mach ein goldnes Ohrgehäng aus mir, + Das deine wunderfeinen Ohren schmückt! + + +KUMMER + +UNBEKANNTER DICHTER + + Ach, eine Taube singt am frühen Morgen + Voll dunkler Schwermut in dem grünen Wald. + Sie denkt des Freundes, der verfloßnen Tage, + Und ihre kummervollen Lieder wecken + Den eignen Kummer mir in wunder Brust. + + Oft brachte mich ihr Weinen um den Schlaf, + Mein Weinen auch hat sie nicht schlafen lassen; + Ich jammre, aber sie versteht es nicht, + Sie jammert, und auch ich versteh es nicht, + Unmöglich, daß wir uns begreiflich machen, + Nur daß sie leidet, -- dieses fühle ich, + Nur daß ich leide, -- ja, das fühlt sie wohl. + + +IM ZWEIFEL + +UNBEKANNTER DICHTER + + Womit vergleich ich deine Zähne, Liebste? + Mit einer schönen, schimmernden Perlenschnur + Oder mit Knospen weißer Hyazinthen? + + Vielleicht mit Diamanten? Oder mit + Den Blüten eines Palmbaums, die soeben + Durch ihre feinen Schalen brechen wollen? + + Vergleich ich sie mit kleinen Regentropfen, + Die an den Blumen zittern? Oder auch + Mit Hagelkörnern, welche durch ein Wunder + + Bewahrt geblieben sind? Vergleich ich sie + Mit jenen kleinen Perlen, die im Weine + Zur Oberfläche treiben? Oder mit + + Dem Tau, der silbern auf den Beeten blinkt? + + +FRAGE UND ANTWORT + +UNBEKANNTER DICHTER + + Meine Geliebte fragte mich: Woher + Kommt diese ungeheure Magerkeit + Und diese Mattigkeit, darin du hergehst? + + Und ich entgegnete mit diesen Worten + Der Zärtlichkeit und Unterwürfigkeit: + Die Liebe, welche zu mir kam als Gast, + + Hat mich so ganz verzaubert, daß ich ihr + Mein eigen Fleisch und Blut als Nahrung schenke, -- + Nimmt es da wunder, daß ich elend bin? + + +AUF EINE ROSE + +UNBEKANNTER DICHTER + + Die rote Rose in der Hand der Schönen, + Der meine Liebe völlig angehört, + Ist wie die sanfte Glut auf ihren Wangen. + + Der gelblich-blasse Blütenstaub, den man + Inmitten einer roten Rose sieht, + Ist wie die Blässe meines Angesichtes, + + Wenn ich das Mädchen plötzlich vor mir seh. + + +AUF DER SCHWELLE + +IBN IL KHAYAT IL DEMISCHKI + +Eines Abends, als sich der Dichter Ibn il Khayat zu seiner Freundin +begeben wollte, fiel er, ganz erregt durch den Gedanken, daß er sie +wiedersehen sollte, ohnmächtig auf der Schwelle vor der Wohnung der +Geliebten nieder. Diese hatte den Fall seines Körpers gehört, kam +herbei, öffnete die Tür und neigte sich über den Ohnmächtigen, eine +Fackel in der Hand. Ein Tropfen heißes Wachs fiel in das Angesicht des +Dichters, und der dadurch verursachte Schmerz führte den Ohnmächtigen +schnell in das Bewußtsein zurück. Ibn il Khayat erkannte die Freundin, +die sich über ihn neigte, und begrüßte sie, ohne daß er sich die Zeit +nahm aufzustehen, mit den folgenden Worten: + + O du, beeile dich nicht allzusehr, + Das Feuer an das Antlitz deines Freundes + Zu bringen, -- seine Tränen, die für dich, + Für dich nur fließen, würden deine Fackel + Gar schnell verlöschen, eh du dichs versiehst. + + Entzünde lieber meinen Leib und alles, + Was an mir ist; nur nimm dich, bitte, bitte, + In acht, mit deinem grimmen Feuer an + Mein Herz zu rühren; dieses darfst du nimmer + Verbrennen, -- denn du selbst wohnst ja darin! + + +GEHEIME LIEBE + +IBN KALAKIS + + Ganz heimlich wahr ich ihre Liebe, + Ich nenne ihren Namen nicht, -- + Denn wenn mein Mund nur still frohlockte: + + »Ich liebe!« -- jeder wüßte gleich, + Daß sie es ist, die Eine, Eine, -- + Wen anders könnt ich lieben wohl als sie? + + +WOGEN + +UNBEKANNTER DICHTER + + Sieh an das Meer: ein wundervolles Schauspiel + Sind seine Wogen. Mächtig rollen sie + Zum Ufer her und fluten still zurück. + + Mir scheint das Ufer wie ein stolzer König, + Des ungeheure Heere voller Ehrfurcht + Herbei sich wälzen, um des Herrschers Hände + + Zu küssen und dann still zurückzuziehn. + + +AN EIN SCHWERT + +ABU ABD IL RAHMAN ELAÏTAM ELKUFI + + Dies Schwert von Amru hat den Ruf, das beste + Zu sein, das je in einer Scheide stak. + Es leuchtet bläulich. Schwarze Rinnen laufen + Über die Klinge, die zwei Schneiden zeigt: + Hier herrscht der Tod, der stolze, dunkle Tod. + + Ein jäher Blitzstrahl hat den Brand entfacht, + Darin dies edle Schwert geschmiedet wurde; + Der Künstler, der es schuf, hat es in Gift + Von fürchterlicher Art getränkt. Wenn man + Es aus der Scheide zieht, so leuchtet es + Wie Sonnenglanz und blendet unser Aug. + + Ob jener, der dem Feind ans Leben will, + Es in der Rechten oder Linken führt, -- + Dies bleibt sich gleich: denn immer unentrinnbar + Sind seines Stahls vernichtende Gewalten. + + Sein Glanz bewirkt, daß unsre Augenlider + Anheben zu erzittern, wie ein Vogel + Verängstet mit den Flügeln zittert. Lodernd, + Gleich einer wilden Fackel, ist sein Leuchten. + + Mitunter will auch scheinen, daß es anhebt + Zu wogen wie das sonnbeglänzte Weltmeer, + Oder es schimmert plötzlich funkelnd auf, + Gleich einer Quelle silberklarem Wasser. + + Am Tag der Schlacht, geschwungen von dem Arme + Eines ergrimmten Kriegers, richtest du, + O Schwert von Amru, die entsetzlichste + Vernichtung an. Treu dienstbar deinem Herrn, + Führst du ihn immer nur zu Sieg und Ruhm! + + +NAHMAS PORTRÄT + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + Nahma geht wiegend wie ein schlanker Zweig, + Den am Myrobalanenbaum + Ein feiner Windhauch in Bewegung setzte. + + Sie schreitet stolz dahin. Wie schön sie ist! + Welch Glanz und welche Feinheit ihrer Glieder! + Sie lacht, und ihre Zähne leuchten auf: + + Gleich Sternen, die aus dunkler Nacht aufsprühn. + Sie breitet ihre Haare vors Gesicht: + Und Finsternis verhüllt die ganze Erde; + + Sie deckt ihr Antlitz auf: und diese Welt, + So weit sie reicht, von Osten bis nach Westen, + Erstrahlt in einem wunderbaren Schein. + + Man sagt wohl, daß sie einem Zweige gleicht, + Solch ein Vergleich ist aber matt und niedrig: + Denn selbst die Reize einer jugendlichen + + Gazelle reichen nicht im mindesten + An ihrer Schönheit Zauberkraft heran. + Wenn man in ihre schwarzen Augen blickt, + + So ist man schon verloren: erst wird man + Ihr Sklave, darauf wird man krank, dann sinnlos, + Dann kommt der Tod, und man entgeht ihm nicht. + + Unwiderstehlich zieht's mich hin zu ihr, + Und diese Leidenschaft, ich weiß es, läßt mich + Noch tausend Unbesonnenheiten tun. + + Doch darf man denn erstaunen, daß ein Mensch + Verrücktes tut, wenn ihm das brennende + Fieber der Liebe durch die Adern tobt? + + +AUF NAHMAS SCHÖNHEIT + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + Wenn sie sich zeigt, ruft jeder: Ruhm sei Gott! + Preis ihm, der sie so wunderbar erschuf! + + Sie ist die Königin der Frauen. Alle + Sind unterworfen ihrer Herrlichkeit. + + Die Nässe ihres Mundes gleicht dem Honig, + Wie Perlen leuchten ihre Zähne auf. + + Nichts reicht an ihres Leibes süßen Zauber, + Das Weltall wird durch ihren Gang verwirrt. + + Die Schönheit selber schrieb auf ihre Wangen, + Die rosenzarten: Es ist ewig wahr, + + Daß außer ihr es keinerlei Vollendung + Und keine Holdheit auf der Erde gibt! + + +BEI NAHMAS ABREISE + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + O Nahma! Noch ein einziges Mal, bevor + Du abreist, laß den Anblick deiner Schönheit + Mich Armen kosten, daß ein wenig sich + Mein Herz beruhigt, welches sterben wird, + Wann du erst fern bist. + Falls es dir jedoch + Verdruß macht, meine Bitte zu gewähren, + So laß sie unerfüllt. Ich werde zwar + An meiner Traurigkeit den Tod erleiden, + Doch will ich lieber sterben, als den kleinsten + Verdruß bereiten dir, o Himmlische. + + +AUF EIN GRAB + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + O Grab! O Grab! Sind nun in deiner finstern + Behausung all die Reize der Geliebten, + Die ich verlor, dahin? Das Angesicht, + Das noch vor kurzem so voll Frische war, + Ist es schon farblos jetzt und mißgestaltet? + + O Grab, du bist doch das Gewölbe nicht + Des Himmels, und du bist doch auch kein Garten: + Wie kannst du bergen denn in deinem Schoße + Ein schlankes Zweiglein und den süßen Mond? + + +AN EINE SÄNGERIN + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + Du wundervolle Frau schlägst die Gitarre + Mit deiner Finger zarten Spitzen, und + Die Seelen sind ergriffen bis ins Tiefste. + + Du singst: und deine zauberhafte Stimme + Verleiht den Tauben ihr Gehör zurück. + Und selbst der Stumme ruft: O herrlich! herrlich! + + +DER STROM DER LIEBE + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + Der Liebende, von seiner Leidenschaft + Bezwungen, eilt zu der Geliebten hin, + Und ihrer beiden Herzen werden eins. + + Sie kommen an den Strom der Liebe, schöpfen + Mit frohen Händen, selig, unermüdlich, -- + O, dieses Wasser dünkt sie wunderbar! + + Und sie verweilen lange, helle Tränen + Der Freude netzen ihre jungen Wangen, + Und zur Geliebten spricht der Jüngling dies: + + Wär ich der Herr der Zeit (da ich doch leider + Ihr Sklave bin), o glaube mir, Geliebte, + Es dürfte nicht ein Tag vorübergehn, + + An dem ich nicht beglückt an deiner Seite + Aus diesem wunderbaren Strome tränke, + Bis süße Trunkenheit mich ganz bezwingt! + + +FRAGEN EINES LIEBENDEN + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + +Ein rasend verliebter Jüngling schrieb einst die folgende Frage an die +Tür seiner Angebeteten. Der Dichter Asmaï ging vorüber, las die Verse +und schrieb eine Antwort darunter. Der Liebende tat darauf eine zweite +Frage, auf welche der Dichter wiederum antwortete -- usw. usw. + + _Der Liebende:_ + Beim Namen Gottes, ihr, die Liebe kennt, + Laßt es mich wissen, was ich tun muß, was + Ein Jüngling tun muß, dem in seinem Herzen + Die ganze Leidenschaft der Liebe rast! + + _Der Dichter:_ + Er soll verbergen seine Leidenschaft, + Er soll sich üben in Geduld, was immer + Auch kommen mag, und soll demütig sein + Und von bescheidnem Sinn zu jedermann. + + _Der Liebende:_ + Aber wie soll er seine Liebe denn + Verbergen, wenn ihn seine Liebe tötet, + Wenn seine Leidenschaft ihm Tag um Tag + Immer entsetzlicher die Brust zerreißt? + + _Der Dichter:_ + Wenn er nicht mehr die Kraft hat, sein Gefühl + Und seine Pläne schweigend zu verbergen, + So ist der Tod für den Unseligen + Das einzige, was ihm zu wünschen bleibt. + + _Der Liebende:_ + Ich glaub euch, ich gehorche, und ich ende + Mein junges Leben. Aber jene, die + Mein Herz und meine Seele so umstrickte, + Soll wissen, daß ich ihretwegen starb! + + Vor ihrer Türe hingestreckt, hauch ich + Mein Dasein aus. Vielleicht winkt mir das Glück, + Daß mich der Tag der Auferstehung einst + Mit der zu heiß geliebten noch vereint! + + +AN EINEN BERÜHMTEN GAST + +AUS TAUSEND UND EINE NACHT + + Welch Ruhm für uns, daß du bei uns erscheinst + Mit vollen Händen streun wir Weihrauch aus, + Hell leuchten soll die Nacht wie Tagesschein! + + Und ich will, als ein Zeichen meiner Freude, + Hingehn und meine Wohnung schön bekränzen + Und ihre Räume ganz mit Duft erfüllen + Von Rosenwasser, Kampfer und Muskat! + + +LIEBESHYMNE + +IL HAGYRI + + Sie ist schlank wie ein biegsamer Zweig. + Ihr Blick macht trunken wie Wein; trunken macht der Nektar ihres Mundes. + + Sie ist ein Mond, der aufgeht über dem Horizont meines Herzens. + Sie ist eine Gazelle und durchfliegt die Ebene meiner Augen. + + Die vollendete Schönheit erkennt sie als Herrin an. + Alle Schönheiten schlafen in ihren Gliedern. + + Ihre Bewegungen sind geschmeidig, zum Anbeten. + Mein Herz ward ihr Gefangener, und meine Tränen fließen, aus Liebe. + + Auf ihrem Nacken wächst ein zarter Flaum. + Karminrot glänzen ihre Lippen, wie alter Wein. + + Auf ihren Wangen leuchtet der Abglanz eines Feuers der Liebe; + Dieses Feuer der Liebe wütet in meinem Herzen. + + Ihr Antlitz gleicht dem Monde am Firmament; + Die Menschen nennen die beiden Zwillingsgestirne. + + Der Liebende findet es süß, sich ganz zu opfern für sie. + Er spürt keine Scham; um ihretwillen verleugnet er seine Geliebte. + + O mein Herz, wie bist du keusch, + Während meine Augen ihr Bild einsaugen, voller Entzücken. + + Der allein kennt das Glück dieser Welt, + Der sich tränkt von der Nässe ihres Mundes am Morgen und am Abend. + + +WASSER UND FEUER + +UNBEKANNTER DICHTER + + So wie die Sintflut fließen meine Tränen; + Das Feuer, das in meinem Herzen wütet, + Ist wie das Opferfeuer Abrahams. + + Wenn meine Tränen nicht so reichlich flössen, + Ich wäre wohl zu Asche längst verbrannt + Durch meines Herzens glühendheiße Seufzer. + + Und wären meine heißen Seufzer nicht, + Ich wäre längst ertrunken in dem Strome + Der Tränen, die ich kaum mehr stillen kann. + + +SELIGE NACHT + +IBN IL FARID + + Voll Leidenschaft und Kühnheit war die Nacht, + Die wir genossen, Arm in Arm geschmiegt. + + Dicht lehnte meine Freundin ihre Wange + An meine, bis zum Morgen lag sie so. + + Und über ihr Gesichtlein breitete + Sich ein so feiner Schweiß der Wollust aus, + + Daß ich berauscht ward, -- und ich atmete + Ihn selig auf wie Duft von Rosenöl. + + +TRÄNEN + +SCHULE DES IBN IL FARID + + Sie fragte mich: So sag mir doch, warum + Sind deine Tränen weiß? Ich gab zur Antwort: + + Ich weine schon so lang, daß meine Tränen + Geblichen sind, so wie mein Haar erblich. + + Sie fragte mich: So sag mir doch, warum + Sind deine Tränen grün? Da sprach ich wild: + + Weißt du denn nicht, daß meine Tränenquellen + Versiegt sind? Bittre Galle weint mein Aug! + + Sie fragte mich: So sag mir doch, warum + Sind deine Tränen schwarz? Und ich sprach leis: + + Ich habe keine Tränen mehr. Das Schwarze + Aus meinen Augen wein ich nun dahin ... + + +SELTSAMER WUNSCH + +SCHULE DES IBN IL FARID + + Ist es nicht seltsam, daß ich von dem Wunsche + Nach ihr ergriffen bin? Ich frage, wo + Sie sein mag, -- und sie ist doch ganz in mir! + Mit diesen Augen such ich sie, obgleich + Ihr Bild in diesen Augen lebt und webt. + Mein Herz schlägt heftiger bei dem Gedanken, + Daß ich sie wiedersehe, -- und sie atmet + Doch zwischen meinen Rippen, ja, bei Gott! + + +EIN WUNDER + +NUBATA + + Törichter Mensch, der du mich tadeln willst, + Daß meine Seele glüht für dieses Weib! + + Betrachte ihren wundervollen Körper! + Sieh ihre weiße Stirn! Ihr schwarzes Haar! + + Ist es ein Wunder nicht, daß man den Glanz + Des Tages und zugleich die dunkle Nacht + + In _einem_ holden Leib beisammen sieht? + + +AUF EINEN APFEL + +UNBEKANNTER DICHTER + + Der Apfel, den ich aus der Hand empfing + Des reizendsten, gazellenhaften Mädchens, + War von ihr selbst gepflückt, von einem Zweige, + Der biegsam wie ihr eigner Körper war. + + Und es war süß, die Hand darauf zu legen, + Als sei's der Busen derer, die ihn schenkte; + Hold duftete der Apfel wie der Atem + Der Geberin; die Farbe ihrer Wangen + Sah man auf ihm; und ihre Lippen meint ich + Zu spüren, da ich an den Mund ihn nahm. + + +WEISHEIT + +UNBEKANNTER DICHTER + + Mit all den Schätzen, danach du Verlangen trägst, + Ist es dasselbe wie mit deinem Schatten: + Wenn du den Schätzen nachjagst, so erreichst du sie + Niemals. Doch wende ihnen nur den Rücken zu: + So folgen sie dir nach, wie es dein Schatten tut. + + +DER LIEBESBRIEF + +UNBEKANNTER DICHTER + + Ich brach das Siegel deines Briefs entzwei, -- + Und holde Nachricht, die ich ungeduldig + Erwartete, hat mir dein Brief gebracht. + + Dein Brief ist meinen Augen lieblicher + Und süßer für mein sehnsuchtsvolles Herz, + Als frisch gepflückte Gartenblumen sind. + + Viel köstlicher ist das, was er enthält, + Als Edelsteine, reizend anzuschauen, + Die auf dem Busen reicher Frauen glühn. + + +DER LIEBENDE UND DIE FACKEL + +UNBEKANNTER DICHTER + + Ich sprach zur Fackel: Ich und du, wir sind + Zwei Liebende, die bis zum Morgen wachen, + Doch dieser Unterschied ist zwischen uns: + + Die Tränen, die aus meinen Augen rinnen, + Sind Karneol, der flüssig ward. Die deinen + Sind dem geschmolznen Golde zu vergleichen. + + Dein Feuer ist erloschen, wenn der Morgen + Rosig heraufzieht. Aber meine Flamme + Brennt immer weiter, ohne zu erlöschen! + + +SEHNSUCHT NACH DAMASKUS + +ACHMED BEN MOHAMMED MOKRI + + O meine lieben Freunde in Damaskus, + Noch immer habt ihr keine Nachricht mir + Aus eurem vielgeliebten Land geschickt! + + Das Feuer eines schmerzlichen Verlangens + Erfüllt die Brust mir und verzehrt sie ganz. + Ach, allzu weiter Raum trennt euch und mich! + + Seit jener Stunde, da ich euch verließ, + Sind meine Augen ohne Lust zu schlafen, + Und ohne Lust, das Licht des Tags zu sehn. + + Denk ich zurück an die verrauschten Zeiten + Der Seligkeit, die ich mit euch genoß, + So will das Herz mir Brechen vor Verzweiflung. + + Wie war das schön, des Morgens, in dem Tale + Von Niran, wo die Blumen immer lächeln, + Betaut von Tränen, die der Himmel weint; + + Und wo die Tauben girren in den Wipfeln + Und sich die Zweige wiegen und die Bäche + Und Bäume rauschen ohne Unterlaß. + + Und dann die Ebne an dem Fuß der Berge! + Wo sind die Abende des Glückes, die + Wir dort verbrachten; davon einer schon + + Mir wertvoll wie ein ganzes Leben scheint? + O wundervolle Ebne, daß ich dich + Dankbar mit meinen Tränen netzen könnte! + + Wenn ich auch weiß, daß solches nur ein kleines + Geschenk für dich bedeutete, zumal + Wenn du seit langem ohne Regen bist. + + +AUF EINEN GARTEN + +ACHMED BEN MOHAMMED MOKRI + + Mit einem Mantel dichten Grünes + Bist du, o Garten, ganz bedeckt, + Aus deiner Bäume schlanken Zweigen + Schallt das Konzert der Vogelwelt. + + Ich liebe es, in deinem Schatten + Mit jungen, hübschen Menschen mich + Zu unterhalten; deren Wangen + Den Glanz des Mondlichts widerstrahlen. + + Ein Silberbach fließt durch die Beete, + Ein Lächeln liegt auf seinem Wasser, + Mitunter strahlt es blitzend auf, + Wie eines Degens glatte Klinge. + + Und Tropfen springen aus dem Bache + Ans Ufer, und dort schimmern sie, + Bald dicht gedrängt und bald vereinzelt, + Gleich einem köstlichen Kollier. + + Und wer das silberne Gefunkel + Im Rasen sieht, der ist der Meinung, + Es seien Perlen ausgestreut + Auf einen Teppich von Smaragden ... + + +DER VERLIEBTE DICHTER + +IBN HOGGIAT + +Einst lebte ein Dichter, der von heftiger Liebe für die schönste seiner +Sklavinnen ergriffen war. Aber diese verschmähte den Unglücklichen und +ließ ihn ihre ganze Verachtung fühlen. Eines Nachts, als der Dichter +allein war, um sich ungestört dem Genuß des Weines hinzugeben, dachte er +an die Geliebte und überlegte, auf welche Weise er sie für ihre Kälte +und ihren Eigensinn strafen könnte. Da nun der Wein sein Gehirn mehr und +mehr verwirrte, erhob er sich plötzlich, besiegt zugleich von der +Trunkenheit der Liebe und des Weines. Er ergriff eine brennende Fackel +und legte sie an die Tür der Sklavin, um die Schöne samt ihrem Hause zu +verbrennen. Schon züngelten die Flammen an der Tür empor ... da eilte +man herbei und löschte das Feuer. Man ergriff den Poeten, und bei +Tagesanbruch führte man ihn vor den Richter. Dieser fragte den +Übeltäter: »Was hat dich hingerissen, das Haus deiner Sklavin in Brand +zu stecken?« Der Dichter erwiderte mit diesen Versen: + + »Da mir die Spröde immer widerstrebte + Und mir doch immer heftiger das Feuer + In meiner Brust entzündete, da fand ich + Kein Mittel mehr, der Liebe zu entfliehen, + Und auch kein Mittel, das den Schlaf mir schenkte, + Und also schritt ich hin vor ihre Türe + Und ließ mich nieder, wie ein treues Pferd + Sich vor die Schwelle seines Herren streckt. + + Da flog ein Funken, ohne daß ich's wollte, + Von meines Herzens Glutball fort, ein kleiner, + Kaum wahrnehmbarer Funken, und er steckte + Die Tür in Brand ... mein eigner Wille hat + Mit diesem nächtigen Brande nichts zu tun!« + +Der Richter hatte seinen Gefallen an dem Poeten. Er fand die Ausrede +hübsch erdacht und die Verse reizend. Gerührt durch das Schicksal des +armen Verliebten, bezahlte er für ihn die Strafe und schenkte ihm die +Freiheit zurück. + + +FRÜHLING + +SOYUTI + + O Frühlingstage! Tage des Entzückens! + Die Vögel singen jubelnd um die Wette, + Und aus dem Strauche glänzt die Rose auf, + Weißschimmernd, wie die reine Stirn der Scham, + Oder errötend, gleich den holden Wangen + Furchtsamer Jungfraun. + Seht, das frische Laub + Schwankt hin im Zephir wie ein Mensch, der leise + Im holden Dunste alten Weines schwankt, + Und durch die Ebene sickert sacht der Strom, + So wie der Schlaf sich in die stillen Augen + Der Kinder einschleicht, welche müde sind. + + +ERINNERUNG + +SOYUTI + + Nie werd ich diese wundervolle Nacht + Vergessen, da der Vollmond seine Strahlen + Uns bis zum taubeglänzten Morgen lieh. + Wir waren ganz allein; kein Späher hatte + Sein Aug auf uns, -- und silbern lief der Strom + Mit Flüstern durch den stillen Schoß der Nacht. + + Und dann erschien die Morgenröte: herrlich + Wie funkelnde Rubine, und der Strom + Trieb goldne Fluten durch das blühende Land! + + +AN DEN ZEPHIR + +SOYUTI + + Der Zephir ist der wahre Freund der Liebenden: + Er hebt die Schleier auf, darunter die Gesichter + Der Schönen sich verbergen. Auch den stolzesten + Der Weidenzweige zwingt er, auf die kühle Stirn + Des Baches einen Kuß zu drücken. Der Verliebte, + Der fern von seiner Stadt und seiner Freundin weilt, + Schickt auf dem Zephir seiner Liebsten Grüße zu, + Die ihrem harrenden Herzen ein Entzücken sind. + + +DER BACH UND DER BAUM + +SOYUTI + + Seitdem der Bach in einem Liebesbunde + Mit eines Baumes schwanken Zweigen steht, + Erfüllt die Zweige schmerzliches Verlangen, + Sobald der Bach in Sommersglut erlosch. + + Doch sieh! jetzt kommt er wieder, und nun eilt er, + So schnell er kann, um des geliebten Baumes, + Des lang verlaßnen, Füße zu liebkosen, + Und seines Wassers leises Rauschen scheint + Von großer Sehnsucht Qualen zu berichten, + Die ihn erfüllten, da er ferne war. + + +AUF EIN PFERD + +SABBAGH + + Dies edle Pferd ist schneller als ein Blick + Aus unsern Augen. Wenn es vorwärts stürmt, + Läßt es die Schnelligkeit des Windes und + Des Blitzes hinter sich. Seht, es ist schwarz, + Doch weiß glänzt seine Stirn, auch seine Füße + Sind blendendweiß. An eine Winternacht + Gemahnt es mich, darin der Mond erglänzt, + Umgeben von dem Reigen der Gestirne. + + +FEUER UND RAUCH + +IBN IL SCHAAB + + Sie sagte mir: »Auf deinen Wangen ist + Ein Bart gewachsen, der dein Antlitz schwärzt. + Warum, o Freund, läßt du dein Antlitz denn + So häßlich werden?« -- Ich entgegnete: + »Du hast in meiner Brust ein flammend Feuer + Entfacht, -- der Rauch von diesem Feuer ist's, + Der nun mein Antlitz schwarz erscheinen läßt.« + + +AN DIE ABWESENDE + +MAHMUD PASCHA SAMY IL BARUDY + + Du machst, daß ich nicht schlafe, während alle + Im Traum daliegen. Diese ganze Nacht + Blieb meinem Aug die süße Ruhe fern. + + Ich flehe Gott an, meinen Augen Stärkung + Zu schenken und auch meinem Herzen, das + Zermalmt ist durch die Leidenschaft zu dir. + + Die Leute, die mein Elend sehen, sind + Gerührt durch mein Geschick; auch jene Strengen, + Die sonst mich tadelten, sind jetzt verstummt. + + Von dir, o strahlende Gazelle, kommt + Mir nichts als Gram. Du reistest nach Ägypten, + Und Bitterkeit des Todes ward mein Teil. + + Ach, keine Botschaft eilt von dir zu mir, + Nicht einmal deines Wesens Schatten darf ich + Im Traum erblicken. Ich bin ganz allein. + + Warum verlängerst du die Trennung so? + Die Freuden dieser Welt sind mir entschwunden, + Das ganze Dasein ist mir Last und Qual. + + Ich möchte, daß ich eine leichte Feder + Im Flügel einer Taube wäre. Dann + Flög ich mit Hast hinüber nach Ägypten, + + Um selig deinem Dienste mich zu weihn. + + +LIEBESGEBET + +ISMAÏL PASCHA SABRY + + Komm, laß uns deine Schönheit sehn, o Weib, -- + Dein Wuchs ist gleich dem Stengel einer Blüte, + Dein Antlitz ist für uns das Paradies. + + Und lächle, daß dies Paradies erschimmert, + Und sprich: denn deine Worte sind wie Perlen, + Laß niederrauschen deiner Perlen Flut! + + Du, engelhaftes Wesen, darfst niemals + Von dir behaupten, daß aus Erde du + Und Wasser seist gebildet, so wie wir. + + Entkleide dich. Laß deinen Leib uns schauen, + Damit wir Irdischen bestaunen können, + Was Allah so in Herrlichkeit erschuf. + + Laß uns die Engelflügel sehen, die + Du trägst. Du bist ein Bildwerk, von dem Künstler + Aus einem Blocke puren Lichts gemacht. + + Ein silberklarer Quell ist deine Schönheit, + Wo sich die armen Seelen Heilung trinken. + O liebe Quelle! Sei gerecht und schenke + + Die gleiche Gunst den Durstgequälten allen, + Und laß die Herzen, die verschmachten wollen, + Sich retten in dein heiliges Schutzgebiet. + + +WENN DU ERSCHEINST + +ACHMED BEY SCHAWKY + + Wenn du erscheinst, beneidet wohl der Tag + Das Hemdlein, das du trägst. Er möchte wohl + Dein Hemd besitzen, um es triumphierend + Der Sonne hinzuhalten, die darob + Vor Eifersucht ihr goldnes Licht verlöre. + + Wenn du vorbeigehst, werden alle Frauen + Von Neid erfüllt, daß ihnen nicht ein Wuchs + Wie dir gegeben ward. Gepriesen sei + Das Tal Agathe, deinem Mund zu Ehren, + Gepriesen sei der Glanz der Perlen, der + Dem blanken Schimmer deiner Zähne gleicht! + + Wer deine Wangen demutvoll betrachtet, + Der meint wohl in das Paradies zu schauen. + Doch irrt er, -- deine Wangen sind die Hölle! + Der Purpur deiner Wangen gleicht dem Feuer, + Das aus den Schlünden der Verdammnis sprüht! + + +LIEBESLIED + +UNBEKANNTER DICHTER + + Dein voller Busen ist so weiß und hart + Wie Elfenbein. Die Weichheit deiner Wangen + + Ist wie das süße Fleisch der Banyanfrucht, + Und auch so frisch und duftend ist dein Antlitz. + + Die schlanken Säulen deiner Beine zeigen + Das Ebenmaß der jugendlichen Palmen. + + Auf deinen Schultern ruht der Tau der Frühe, + In deinen Haaren schläft die Lust der Nacht. + + Du atmest wie der Frühling; Blumen blühen + In deiner kleinen Füße Spuren auf. + + Das Feuer jenes Sterns am Abendhimmel + Ist Dämmrung gegen deines Auges Schein! + + + + +GELEITWORT + + +Es geht die Legende, die Araber hätten, als sie zu dichten begannen, +ihre Verse dem vertrauten Rhythmus des Kamelschritts angeglichen. +Vielleicht ist etwas Wahres an dieser Legende, denn die rhythmische +Bewegung der verschiedenen Gangarten des Kamels ist dem Araber, der so +nahe mit diesem Tiere befreundet ist, immer etwas sehr Vertrautes, +vermutlich der vertrauteste äußere Rhythmus gewesen, der sein Ohr +erreichte, und noch die Dichter der geschichtlichen Zeit haben sich in +poetischer Fiktion mit Vorliebe in die Lage von Wüstenreisenden +versetzt. + + * * * * * + +Die arabische Sprache zeigt ein reich entwickeltes Lautsystem, in dem +die vielfachen Nuancen der Kehl- und Zischlaute überwiegen. Die +Konsonanten spielen eine ungleich wichtigere Rolle als die Vokale, von +denen nur a, i und u unterschieden werden, in ihrer Klangfarbe freilich +mannigfach schattiert durch die Einwirkung der sie umgebenden +Konsonanten. Der Wortschatz des Arabischen ist sehr groß, aber natürlich +auf den verhältnismäßig engen Bezirk arabischen Denkens begrenzt. Es hat +arabische Lexikographen gegeben, die behaupteten, 1000 Worte für das +Kamel, 500 für den Löwen und das Schwert aufbringen zu können. Das sind +rhetorische Übertreibungen, aber es ist wahr, daß der Araber eine sehr +reiche, blumige, nuancenvolle Synonymik für die Dinge, die ihn am +meisten angehen (Tiere der Herde, die Schlange, Waffen, das Pferd, der +Löwe, die Wüste), entwickelt hat. + + * * * * * + +Im Araber hat die semitische Rasse ihre edelste Ausbildung erfahren. Man +kann sagen, der Araber ist der Grieche unter den Semiten. Er ist +ritterlich und peinlich bedacht auf seine Ehre, gastfreundlich, +ehrgeizig, stolz auf sein Herrenwesen und sein Geschlecht, leicht +empfindlich, ruhmbegierig, aber auch ruhmrednerisch und eitel. Er ist +tapfer und herrschsüchtig, Stamm lebt neben Stamm, und er hat es nie +vermocht, sich einem größeren Staatswesen willig unterzuordnen. Bei +leidenschaftlicher Lebensfreude ist er ein Verächter des Todes. Er ist +ein Phantast in Liebesdingen (die Verse dieses Buches bezeugen es), ein +stark idealistischer, schwärmerischer Zug geht durch sein geistiges +Wesen, und die Frauen nahmen bei ihm, bevor er mit fremden Völkern in +nähere Berührung kam, eine besonders geachtete Stellung ein. Eine +Zeitlang war ein richtiger Frauenkult, ähnlich wie bei uns der +Minnedienst, unter den arabischen Dichtern im Schwang. + +Die Poesie der Zeit vor Mohammed ist die Poesie eines Nomadenvolkes in +der Wüste. Großzügige Naturschilderungen sind uns überliefert worden, +daneben vor allem Kampf- und Heldengesänge und Lobpreisungen des +Stammes, dem der betreffende Dichter angehört. Freundschaft und +Gastfreundschaft werden besungen, Trink- und Liebeslieder erklingen, die +irdische Freude wird gefeiert, der Sinn ist in jener Zeit durchaus auf +das Reale gewendet, und die Gedichte machen vielfach den Eindruck von +Improvisationen. Fragen nach den ewigen Dingen, religiöse Empfindungen +und Skrupel sind den Dichtern der Epoche vor Mohammed so gut wie +unbekannt. + +Viele Dichternamen sind aus der alten Zeit erhalten, alle werden +überstrahlt durch _Amr-il-Kaïs_. Er war schon ein Zeitgenosse Mohammeds +und schließt die Epoche des arabischen Altertums ab. Er ist ebenso als +Abenteurer und Don Juan berühmt wie als Dichter. Er stammte aus +königlichem Geblüt, wurde von seinem Vater verstoßen und vagabundierte +darauf mit befreundeten Genossen im Lande umher, jagend, liebend und +immer auf den Genuß des Lebens bedacht. Als dann sein Vater von einem +feindlichen Stamme erschlagen wurde, machte es sich Amr-il-Kaïs zur +Pflicht, den Gemordeten zu rächen und das Erbe seiner Väter für sich und +seinen Stamm zurückzugewinnen, was ihm aber nicht gelang. Sein Leben +wurde eine Kette gefahrvoller kriegerischer Abenteuer. Der oströmische +Kaiser Justinian erfuhr von ihm und seinen tollkühnen Kriegszügen. Er +berief ihn an seinen Hof nach Byzanz und ernannte ihn im Jahre 530 zum +Phylarchen von Palästina. Auf der Reise nach Palästina ist Amr-il-Kaïs +zu Angora in Kleinasien gestorben, nachdem er schon längere Zeit siech +und elend war. Aber die Sage will, daß er auf Veranlassung des Kaisers +Justinian vergiftet worden sei, da er eine kaiserliche Prinzessin +verführt habe. + +Die Gedichte des Amr-il-Kaïs sind uns leider nicht gut erhalten, aber +auch in der mangelhaften Form, in der sie auf uns gekommen sind, gehören +sie zu dem Schönsten, was die arabische Poesie hervorgebracht hat. Sie +sind von einer mächtigen Sinnlichkeit und gefallen sich nicht in +Andeutungen oder Umschreibungen, sondern sie bringen alle Empfindungen, +Erlebnisse und Wünsche in klare, üppig hinströmende Worte und preisen +immer wieder den Genuß der Freuden dieses Daseins. Amr-il-Kaïs war ein +Don Juan der Wüste, ein dichtender, strahlender Held der Liebe, und sein +Name wird noch heute, zumal von den Frauen, mit Verehrung und leisem +Schauer genannt. Mohammed hat von ihm gesagt, er sei der Führer der +Dichter auf dem Wege zur Hölle. + + * * * * * + +Das Auftreten Mohammeds bedeutet den wichtigsten Wendepunkt in der +Entwicklung arabischen Geistes und arabischer Kultur. Durch Mohammed und +die fanatische Ausbreitung seiner Religion haben die Araber ein gutes +Stück der Welt erobert, und sie taten es als ein Volk der Wüste, das an +die größte Einfachheit der Lebensführung, an Entbehrung und Nüchternheit +gewöhnt war. Als der Kaiser Heraklius arabische Gefangene, die nicht vor +ihm niederknien wollten, fragte, welchen Palast ihr Kalif bewohne, +antworteten sie: »Eine Lehmhütte.« »Woraus besteht sein Gefolge?« fragte +der Kaiser weiter. »Aus Armen und Bettlern.« »Was ist sein Thron?« +»Enthaltsamkeit und Erkenntnis.« + +Diese äußeren Lebensverhältnisse, und in ihrem Gefolge der Charakter des +Volkes, wurden nach den siegreichen Erobererzügen, die den kühnen +Weltstürmern Syrien und Persien, Ägypten, Nordafrika, Sizilien und +Spanien zu Füßen zwangen, gründlich verändert. Die Araber nahmen während +der folgenden Jahrhunderte viel von dem Wesen der durch sie besiegten +Völker an, da diese den Siegern an Kultur bedeutend überlegen waren. Die +schlichten, bäurischen Araber wandelten sich zu anspruchsvollen +Städtern, sie gewöhnten sich allmählich an eine vornehme Lebensart, und +neben einer sorgfältigen Ausbildung des Geistes wurden ihnen Luxus und +Üppigkeit bald zum Bedürfnis. Im 9.-11. Jahrhundert blühte die arabische +Philosophie, die es freilich zu schöpferischen Gedanken nicht gebracht +hat, sondern im Grunde immer von Aristoteles und Plato abhängig blieb. +Bedeutendes haben die Araber in ihrer Blütezeit als Mathematiker, +Astronomen, Historiker und Geographen geleistet. + +Als den größten Dichter der klassischen Zeit nach Mohammed muß man _Abu +Nuwas_ ansprechen. Er nimmt in der arabischen Literatur etwa die Stelle +ein, die Hafis in der persischen bekleidet. Man hat ihn auch den +arabischen Heine genannt. Er ist eine glänzende Erscheinung, voll +Lebenslust und Lebensübermut, dem Weine und dem Weibe schwelgerisch +zugetan, voll Phantasie und hingebender Empfindung. Freilich findet man +bei ihm schon deutlich die Zeichen der Zersetzung. Er hat zynische +Gedichte geschrieben, die das wankende sittliche Empfinden seiner Zeit +charakterisieren. Er hat Spottgedichte auf religiöse Zustände gemacht, +die bezeugen, wie Mohammeds Lehre bei den Gebildeten unter dem Einfluß +skeptischer Philosophie zu wanken begann. Abu Nuwas' Leben und Dichten +war den frommen Seelen im Lande ein Ärgernis. Er verbrachte seine +wichtigsten Jahre in Bagdad am Hofe Harun-al-Raschids und seiner +Nachfolger. Seine übermütigen Reden haben ihm mehrfach Kerkerstrafen +zugezogen, und es heißt, daß er sogar einmal auf dem Schafott gestanden +habe. Alte Berichte erzählen folgendes: Als der Dichter gestorben war, +gingen nur wenige Menschen hinter seinem Sarge, denn er wurde von den +Rechtgläubigen gehaßt. Zufällig wurde am gleichen Tage ein Gelehrter mit +großer Pracht bestattet. Als nun die Leidtragenden den fast verlassenen +Sarg des Dichters sahen, ergriff sie Scham, denn sie ahnten, daß hier +einer der Größten aus dem Reiche ihrer Dichtung bestattet wurde, und so +folgten sie dem Sarge nach, und Abu Nuwas kam auf solche Weise zu einem +anständigen Begräbnis. + +Die späteren Dichter der klassischen Zeit sind vielfach von Abu Nuwas +abhängig. Hervor ragen _Motenebby_ und _Abu Firas_. Der erstere, von den +Arabern besonders geschätzt, gefällt sich in Sprachkünsteleien und +gezierten Wortspielen, die dem europäischen Geschmack wenig zusagen. Abu +Firas war der letzte Vertreter des alten ritterlichen Arabertums, ein +vornehmer, sympathischer Sänger, der für Frauen, Krieg und Jagen +schwärmte und dessen temperamentvolle Strophen eine echte +Gelegenheitspoesie darstellen. Er ist in der Schlacht gefallen, in der +Blüte seiner Jahre. + +Das 11. Jahrhundert führte ein Epigonentum herauf, in dem ein +philologisch-alexandrinischer Geist über den dichterischen triumphierte. +Die Kenntnis der technischen Regeln der Dichtkunst, Formspielereien und +grammatische Kunststücke galten jener Zeit mehr als schöpferisches +Können. Die Form der Makame (zu deutsch: »Unterhaltung«) wurde erfunden, +eine Art gereimter Prosa, in der man auf feuilletonistische Art zu +plaudern liebte, wobei der Inhalt ungleich weniger wichtig war als +witzige Kombinationen von Wortspielen und Reimen. _Hariri_, dessen Makamen +von Rückert ins Deutsche übertragen worden sind, hat die neue Form, der +für unser Gefühl etwas unangenehm Geschwätziges anhaftet, ihrer +Vollendung zugeführt. In der Makame, die das Zeichen dichterischen +Verfalls unverkennbar an der Stirn trägt, hat sich die Entwicklung der +arabischen Lyrik allmählich wie im Sande verlaufen. + +Im 13. Jahrhundert wurde der arabischen Kultur, die ihre alte Größe und +Gesundheit längst eingebüßt hatte und für den Zusammenbruch reif +geworden war, ein gewaltsames Ende bereitet. Die Horden der Mongolen +stürmten in wilden Wellen über die arabischen Länder fort, zerstörten +die bunten Moscheen und die Schlösser mit ihren zierlichen +Marmorhallen, -- und die Araber haben es bis heute nicht vermocht, sich +aus jenen Tagen nationaler Vernichtung zu einem stärkeren Staats- oder +Geistesleben emporzuraffen. Vorläufig ist auch keine Aussicht, daß sich +ein neuer Glanz aus der Asche dieses edeln, einst weithin herrschenden, +aber von der Zeit zerbrochenen Volkes erhebt. + +Die Quellen für die Nachdichtungen meines Buches finden sich bei alten +französischen Orientalisten, die in ihren Büchern philologisch getreue +Prosatexte nach den arabischen Originalen dargeboten haben. Folgende +drei wichtige Werke kamen in Betracht: Silvestre de Sacy, +Chrestomathie +arabe+ (Paris, 1806); Jean Humbert, +Anthologie arabe+ (Paris, 1819); +Grangeret de Lagrange, +Anthologie arabe+ (Paris, 1828). In neuerer Zeit +haben Ferdinand de Martino und Abdel Khalek Bey Saroit eine hübsche, +gleichfalls aus Prosatexten bestehende +Anthologie de l'amour arabe+ +(Paris, 1902) zusammengestellt, der ich auch verpflichtet bin. + +HANS BETHGE + + + + +VIERTE AUFLAGE (8. BIS 12. TAUSEND). ALLE RECHTE VORBEHALTEN. +VERTONUNG UND REZITATION DER VERSE NUR MIT ERLAUBNIS DES +HERAUSGEBERS GESTATTET. DIESES BUCH WURDE GEDRUCKT VON E. HABERLAND +IN LEIPZIG. TITEL UND EINBAND ZEICHNETE E. R. WEISS. + + + + +INSEL-VERLAG ZU LEIPZIG + +[Illustration] + +KLASSIKER- UND GESAMTAUSGABEN + +GROSSHERZOG WILHELM ERNST-AUSGABE DEUTSCHER KLASSIKER + + +Als wir vor anderthalb Jahrzehnten die Großherzog Wilhelm Ernst-Ausgabe +begründeten, galt es, etwas durchaus Neues in Deutschland einzuführen. +Heute steht die Ausgabe, die die einzige ihrer Art geblieben ist, an +Popularität kaum einer anderen nach. Der von Jahr zu Jahr steigende +Absatz beweist, wie sehr sich diese schön und klar auf undurchsichtiges +Dünndruckpapier gedruckten und schmiegsam gebundenen Bände die Gunst der +Bücherliebhaber und wirklichen _Leser_ unserer Klassiker erworben haben. +Zu den äußeren Vorzügen gesellen sich die inneren: eine durchaus +einwandfreie, von den zuverlässigsten Herausgebern besorgte +Textgestaltung, größte Vollständigkeit, so daß z. B. unsere +Goethe-Ausgabe an Vollständigkeit nur noch von der Weimarer +Sophien-Ausgabe übertroffen wird, und eine musterhafte Anordnung, durch +die die einzelnen Werke zunächst nach ihrer Zugehörigkeit in Gruppen +geteilt, innerhalb dieser aber _zeitlich_ geordnet sind. + + +=Es sind erschienen:= + + +GOETHES SÄMTLICHE WERKE in sechzehn Bänden. Herausgegeben unter +Mitwirkung von Fritz Bergmann, Hans Gerhard Gräf, Max Hecker, Kurt Jahn +und Carl Schüddekopf. In Ganzleinen M 460.--, in Leder M 1300.--. + +_Einzelausgaben:_ + + I: _Romane und Novellen_, I. Band. In Leinen M 30.--. + II: _Romane und Novellen_, II. Band (Wilhelm Meister). In Leinen + M 32.--. + III: _Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit._ In Leinen + M 32.--. + IV: _Italienische Reise, Kampagne in Frankreich 1792, Belagerung von + Mainz 1793._ In Leinen M 28.--. + V: _Annalen und kleinere autobiographische Schriften._ In Leinen + M 26.--. + VI: _Dramatische Dichtungen_, I. Band. In Leinen M 25.--. + VII: _Dramatische Dichtungen_, II. Band. In Leinen M 30.--. + VIII: _Dramatische Dichtungen_, III. Band. In Leinen M 32.--. + IX: _Kunstschriften_, I. Band. In Leinen M 30.--. + X: _Kunstschriften_, II. Band. In Leinen M 30.--. + XI: _Übersetzungen und Bearbeitungen fremder Dichtungen._ In Leinen + M 28.--. + XII: _Schriften zur Literatur- und Kulturgeschichte_, I. Band. In + Leinen M 28.--. + XIII: _Schriften zur Literatur- und Kulturgeschichte_, II. Band. In + Leinen M 28.--. + XIV und XV: _Die lyrischen und epischen Dichtungen_ in zeitlicher Folge. + Zwei Bände. In Leinen M 50.--. + XVI: _Naturwissenschaftliche Schriften._ In Leinen M 32.--. + +Als _Ergänzungsband_ erschien in gleicher Ausstattung: + +GOETHES GESPRÄCHE MIT ECKERMANN. Vollständige Ausgabe. 11.-15. Tausend. +In Leinen M 34.--. In Leder M 110.--. + + +SCHILLERS SÄMTLICHE WERKE in sechs Bänden. Herausgegeben von _Albert +Köster_ und _Max Hecker_. In Leinen M 170.--, in Leder M 600.--. + +_Einzelausgaben_ (in Leinen je M 30.--): + +_Dramen_ I. Teil. -- _Dramen_ II. Teil. -- _Gedichte und +Erzählungen._ -- _Historische Schriften._ -- _Philosophische +Schriften._ -- _Übersetzungen._ + + +SCHOPENHAUERS WERKE in fünf Bänden. In Leinen M 160.--, in Leder M 500.--. + +_Einzelausgaben:_ + +_Die Welt als Wille und Vorstellung._ Zwei Bände. Herausgegeben von Ed. +_Grisebach_. In Leinen M 64.--. + +_Kleinere Schriften._ Herausgegeben von _Max Brahn_. In Leinen M 32.--. + +_Parerga und Paralipomena._ Zwei Bände. Herausgegeben von _Hans Hennig_. In +Leinen M 64.--. + + +KANTS SÄMTLICHE WERKE. Herausgegeben von _Felix Groß_. Taschen-Ausgabe in +Format und Schrift der _Großherzog Wilhelm Ernst-Ausgabe deutscher +Klassiker_. Sechs Bände. In Leinen M 210.--. + + Band I: _Vermischte Schriften_ (darin: Anthropologie, + Streit der Fakultäten u. a.). + Band II: _Naturwissenschaftliche Schriften._ + Band III: _Kritik der reinen Vernunft._ + Band IV: _Kleinere philosophische Schriften._ + Band V: _Kritik der praktischen Vernunft. Metaphysik der Sitten. Zum + ewigen Frieden._ + Band VI: _Kritik der Urteilskraft._ + + ++Auf Dünndruckpapier gedruckt und schmiegsam gebunden erschienen +ferner:+ + + +THEODOR STORM: SÄMTLICHE WERKE. Herausgegeben und eingeleitet von _Albert +Köster_. Einbandzeichnung von _Walter Tiemann_. 11.-13. Tausend. Vier +Bände. In Leinen M 180.-- + +Wohl keinem neueren Dichter ist die Sorgfalt gewidmet worden, wie sie +hier Albert Köster auf die kritische Ausgabe der Werke Theodor Storm +verwandt hat. Galt es doch, mehr als 200 Drucke und Handschriften zu +vergleichen, um die Texte von den Vernachlässigungen und Verunstaltungen +zu befreien, die an vielen Stellen den Dichterwillen bis zur +Unverständlichkeit entstellten. Dafür ist eine Ausgabe entstanden, die, +gleichwie der Dichter im Herzen eines Volkes unvergänglich bleibt, die +Anwartschaft zu dauerndem Bestande in sich trägt. + + +GOTTFRIED KELLER: GESAMMELTE WERKE. Eingeleitet von _Ricarda Huch_. +Einbandzeichnung von _E. R. Weiß_. Vier Bände. In Leinen M 200.--, in +Leder M 600.--. + + Band I: _Einleitung. Gedichte. Das Sinngedicht._ + Band II: _Der grüne Heinrich._ + Band III: _Die Leute von Seldwyla. Sieben Legenden._ + Band IV: _Züricher Novellen. Martin Salander._ + +JENS PETER JACOBSEN: SÄMTLICHE WERKE. Autorisierte Übertragung von +_Mathilde Mann_, _Anka Matthiesen_ und _Erich Mendelssohn_. Mit dem von +A. _Helstedt_ 1885 radierten Porträt. 16.-21. Tausend. In Leinen +M 40.--, in Leder M 120.--. + +_Inhalt:_ Niels Lyhne, Frau Marie Grubbe und sämtliche Novellen und +Gedichte. + + +SHAKESPEARES GESAMMELTE WERKE in Einzelausgaben. Auf Grund der +Schlegel-Tieckschen Übertragung bearbeitet und vielfach erneuert von +_Hermann Conrad_, _Max Förster_, _Ludwig Fraenkel_, _Marie Louise +Gotheim_, _Rudolf Imelmann_, _Fritz Jung_, _Max J. Wolff_. Jeder Band +in Pappband M 10.--. + +=Bisher erschienen:= + + _Macbeth._ Herausgegeben von _Hermann Conrad_. + _Hamlet._ Herausgegeben von _Max J. Wolff_. + _Othello._ Herausgegeben von _Max J. Wolff_. + _Ein Sommernachtstraum._ Herausgegeben von _Max J. Wolff_. + _Der Sturm._ Herausgegeben von _Hermann Conrad_. + ++Weitere Bände werden in kurzen Abständen folgen.+ + +Bearbeitung und Erläuterung mancher dem modernen Leser nicht sofort +geläufigen Einzelheiten sind unter allen Umständen wünschenswert und +sind in diesem Falle so taktvoll und so fern aller bloßen Gelehrsamkeit +gehalten, daß die Frage nach kundiger Führung hier aufs glücklichste +gelöst erscheint. Die Bände, die sich in schlichtem grauen Pappband +präsentieren, sind in einer hübschen, schmalen Fraktur, die Namen der +Sprechenden in Antiqua gedruckt, was ein ungemein geschmackvolles +Satzbild gibt. Die Titelblätter sind mit Vignetten von Walter Tiemann +geschmückt, kleinen sinnvollen Holzschnitten von großem Reiz. + + +F. M. DOSTOJEWSKI: SÄMTLICHE ROMANE UND NOVELLEN in 25 Bänden. +Eingeleitet von _Stefan Zweig_. Mit einem Porträt und der +Faksimile-Wiedergabe einer Manuskriptseite. In Pappbänden M 450.--, in +Halbleinenbänden M 550.--. + +Unsere neue Gesamt-Ausgabe soll eine Festgabe an das deutsche Volk zur +Jahrhundertfeier des großen Dichters darstellen, sie beruht auf den +endgültigen Texten, und ihre Übertragung ist -- mehrfach revidiert -- von +hervorragenden Fachleuten unternommen. Die Einleitung bildet der +umfassende, allgemein als die bedeutendste deutsche Darstellung +anerkannte Dostojewski-Essay von _Stefan Zweig_, Porträt und Schriftproben +ergänzen sinnlich das geistige Bild des russischen Meisters. + + + + * * * * * + + + +Anmerkungen zur Transkription: + + Die im Inselverlag erschienene Ausgabe wurde dem Original getreu + übertragen. Offensichtliche Druckfehler wurden dabei korrigiert. + + Das ursprünglich auf den Seiten 115-119 befindliche + Inhaltsverzeichnis wurde zur besseren Übersicht und Vereinfachung + der Navigation vor das erste Gedicht verschoben. Die + erforderlichen textlichen Anpassungen wurden vorgenommen. Im + Näheren sind dies: + + S. 103: Das Wort »ANORDNUNG« wurde entfernt. + Im Inhaltsverzeichnis wurde »GELEITWORT UND ANORDNUNG« in + »GELEITWORT« geändert. + + + +***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ARABISCHE NäCHTE*** + + +******* This file should be named 23228-8.txt or 23228-8.zip ******* + + +This and all associated files of various formats will be found in: +http://www.gutenberg.org/dirs/2/3/2/2/23228 + + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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