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+The Project Gutenberg EBook of Der Trotzkopf by Emmy von Rhoden
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Der Trotzkopf
+
+Author: Emmy von Rhoden
+
+Release Date: February 17, 2010 [Ebook #31309]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF‐8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+ Eine Pensionsgeschichte
+
+ für
+
+ erwachsene Mädchen
+
+ von
+
+ Emmy von Rhoden.
+
+39. Auflage.
+
+Illustriert von _August Mandlick_.
+
+
+Stuttgart
+_Verlag von Gustav Weise._
+
+
+
+
+
+ Druck von Munz & Geiger, Stuttgart.
+
+
+
+
+
+ VORWORT
+
+
+ zur zweiten Auflage.
+
+
+Die zweite Auflage dieses Buches ist der ersten in kürzerer Frist als der
+eines Jahres gefolgt. Sie ist mit dem Bilde der Verfasserin geschmückt,
+damit die jugendlichen Leserinnen auch die Züge derjenigen kennen und
+lieben lernen, die ihnen dies schöne Vermächtnis hinterlassen hat. Sie hat
+diese Liebe reich verdient; sie hat dieselbe im Leben bei all denen, die
+ihr edles Herz kannten, im vollsten Maße genossen und sich weit über das
+Grab hinaus gesichert.
+
+Emmy von Rhoden war das Pseudonym der zu früh dahingegangenen Gattin eines
+unsrer beliebtesten Schriftsteller, meines Freundes Friedrich Friedrich.
+Mir selbst und den Meinen war die Verfasserin eine teure Freundin, deren
+schriftstellerisches Debüt ich mit wärmstem Interesse begleitete. Als sie
+ihre ersten, für ein jüngeres Alter berechneten Jugendschriften (»_Das
+Musikantenkind_«, eine Erzählung für Kinder von 11–14 Jahren, und
+»_Lenchen Braun_«, eine Weihnachtsgeschichte für Kinder von 10–12 Jahren)
+veröffentlichte und damit schnell litterarisches Aufsehen und nachhaltige
+Freude in den empfänglichen Gemütern der Kinderwelt erregte, hatte Emmy
+Friedrich Friedrich aus Bescheidenheit das Pseudonym Emmy von Rhoden
+gewählt. Jetzt hat der Tod den Schleier der Pseudonymität gelüftet.
+
+Es ist mir ein Herzensbedürfnis, den Wunsch meines tiefgebeugten Freundes
+zu erfüllen, der aus leichtbegreiflichen Gründen es nicht über sich
+vermochte, der zweiten Auflage des »Trotzkopf« ein Vorwort zu geben. Er
+war der Meinung, daß ich, der ich die Unvergeßliche in ihrer
+liebenswürdigen menschlichen und schriftstellerischen Eigenart genau
+kannte, ein charakterisierendes Einführungswort der neuen Auflage finden
+würde. Nun aber, da ich das innerliche Wesen dieser seltenen Frau in Worte
+kleiden soll, fühle ich die ganze Schwere dieser Aufgabe. Soll ich von der
+Gemütstiefe reden, mit welcher die Verewigte das Wesen der Jugend erfaßte;
+von dem innigen Verständnis, welches sie den Eigentümlichkeiten einer
+jungen Mädchenseele entgegenbrachte; von der feinen Beobachtung des
+jugendlichen Gebarens; von der farbenfrischen Erzählerkunst, mit welcher
+sie vor dem seelischen Ohr des Lesers auch die zartesten Saiten der
+jugendlichen Empfindung erklingen ließ?
+
+Wer einen Ueberblick über die neueste Unterhaltungslitteratur für die
+Jugend gewann, in welcher sich allerlei Unnatur und Tendenz aufdringlich
+breit macht, wird die großen Vorzüge erkennen, welche den »Trotzkopf« zu
+einer echten und wahren Jugendschrift machen. Diese Erzählung ist
+natürlich frisch, unterhaltend und spannend, und was schwerer als dies
+alles wiegt: sie ist psychologisch wahr! Mit glücklichem Takt hat die
+Verfasserin alles rein Belehrende, alles Pedantische und unnatürlich Prüde
+vermieden. Sie erzählt mit ungekünstelter Natürlichkeit, wie ein junges,
+ungebändigtes Menschenkind durch das Leben selbst erzogen wird. Deshalb
+wirkt dies Buch auch im besten Sinne erziehend. Eine Erzählung, welche die
+jugendlichen Gemüter nicht fesselt und packt, bleibt wirkungslos und wenn
+tausend weise Lehren in dieselbe hineingestreut sind, denn diese sind nur
+graue Theorien, während das Grün des goldenen Lebensbaumes nur aus dem
+Leben selbst emporwächst.
+
+Und so möge dies anziehende, von der Sonne der Phantasie beglänzte Werk,
+das auf innerlichster Lebenserfahrung aufgebaut ist, seinen Weg weiter
+gehen zur Freude der gern angeregten Jugend! Es ist der Segen aller guten
+und edlen Naturen, daß ihre Schöpfungen auf viele Generationen hinaus
+wirken. Des alten Sebastian Frank Wort mag sich auch an dieser
+Jugendschrift als wahr erweisen: »Das aber ist der Bücher rechter einiger
+Gebrauch, daß wir darinnen ein Zeugnis unsres Herzens sehen.«
+
+_Berlin_, Oktober 1885.
+ *Franz Hirsch.*
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+»Papa, Diana hat Junge!«
+
+Mit diesen Worten trat ungestüm ein junges, schlankes Mädchen von fünfzehn
+Jahren in das Zimmer, in welchem sich außer dem Angeredeten, dessen Frau
+und dem Prediger des Ortes, noch Besuch aus der Nachbarschaft, ein Herr
+von Schäffer mit Frau und seinem erwachsenen Sohne, befand.
+
+Alles lachte und wandte sich dem kleinen Backfische zu, der ohne jede
+Verlegenheit auf den Papa zueilte und ausführlich über das wichtige
+Ereignis berichtete.
+
+»Es sind vier Stück, Papa,« erzählte sie lebhaft, »und braun sehen sie
+aus, wie Diana. Komm sieh dir sie an, es sind zu reizende Tierchen! Vorn
+an den Pfötchen haben sie weiße Spitzen. Ich habe gleich einen Korb geholt
+und mein Kopfkissen hineingelegt, sie müssen doch warm liegen, die kleinen
+Dinger.«
+
+Herr Oberamtmann Macket hatte den Arm um die Schulter seines Lieblings
+gelegt und strich ihm das wirre Lockenhaar aus dem erhitzten Gesicht,
+dabei sah er sein Kind mit wohlgefälligen Blicken an, was eigentlich zu
+verwundern war, da Ilse in einem Aufzuge hereingekommen, der durchaus
+nicht geeignet war, Wohlgefallen zu erregen, besonders in diesem
+Augenblicke, wo fremde Augen denselben musterten. Das verwaschene,
+dunkelblaue Kattunkleid, blusenartig gemacht und mit einem Ledergürtel
+gehalten, mochte wohl recht bequem sein, aber kleidsam war es nicht, und
+einige Flecken und Risse darin dienten ebenfalls nicht dazu, die Eleganz
+desselben zu heben. Die hohen, plumpen Lederstiefel, die unter dem kurzen
+Kleide hervorblickten, waren tüchtig bestaubt und sahen eher grau als
+schwarz aus. Aber wie gesagt, Herrn Macket genierte dieser Aufzug gar
+nicht, er sah in die fröhlichen, braunen Augen seines Lieblings, um dessen
+Kleider kümmerte er sich nicht.
+
+Er war im Begriffe, sich zu erheben, um seines Kindes Wunsch zu erfüllen,
+als seine Gattin, eine vornehme Erscheinung mit sanften und doch
+bestimmten Zügen, ihm zuvorkam. Sie hatte sich erhoben und trat auf Ilse
+zu.
+
+»Liebe Ilse,« sagte sie in freundlichem Tone und nahm dieselbe bei der
+Hand, »ich möchte dir etwas sagen, Kind. Willst du mir auf einen
+Augenblick in mein Zimmer folgen?«
+
+Sehr ruhig, aber sehr bestimmt waren die Worte gesprochen und Ilse fühlte,
+daß ein Widerstand dagegen vergeblich sein würde. Ungern und gezwungen
+folgte sie der Mutter in das anstoßende Gemach.
+
+»Was willst du mir sagen, Mama?« fragte sie und sah Frau Macket trotzig
+an.
+
+»Nichts weiter, mein Kind, als daß du sogleich auf dein Zimmer gehst und
+dich umkleidest. Du wußtest wohl nicht, daß Gäste bei uns waren?«
+
+»Doch, ich wußte es, aber ich mache mir nichts daraus,« gab Ilse kurz zur
+Antwort.
+
+»Aber ich, Ilse. Ich kann nicht gleichgültig dabei sein, wenn du in einem
+so unordentlichen Kostüme dich blicken läßt. Du bist kein Kind mehr mit
+deinen fünfzehn Jahren; bedenke, daß du seit Ostern konfirmiert bist, eine
+angehende junge Dame aber muß den Anstand wahren. Was soll der junge
+Schäffer von dir denken, er wird dich auslachen und dich verspotten.«
+
+»Der dumme Mensch!« fuhr Ilse auf. »Ob der über mich lacht oder spottet,
+ist mir ganz gleichgültig. Ich lache auch über ihn! Thut, als ob er ein
+Herr wäre mit seinem Klemmer und geht doch noch in die Schule.«
+
+»Er ist in Prima auf dem Gymnasium und zählt neunzehn Jahre. Nun sei
+vernünftig und kleide dich um, Kind, hörst du?«
+
+»Nein, – ich ziehe kein andres Kleid an, ich will mich nicht putzen!«
+
+»Wie du willst, aber dann bitte ich dich, ja ich wünsche es entschieden,
+daß du in deinem Zimmer bleibst und dein Abendbrot dort verzehrst,« gab
+Frau Macket mit großer Ruhe zur Antwort.
+
+Ilse biß auf die Unterlippe und trat mit dem Fuße heftig auf die Erde,
+aber sie sagte nichts. Mit einer schnellen Wendung ging sie zur Thür
+hinaus und warf dieselbe unsanft hinter sich zu. Oben in ihrem Zimmer ließ
+sie sich auf einen Stuhl fallen, stützte die Ellbogen auf das Fensterbrett
+und weinte Thränen des bittersten Unmutes.
+
+»O wie schrecklich ist es jetzt!« stieß sie schluchzend heraus. »Warum hat
+auch der Papa wieder eine Frau genommen, – es war so viel, viel hübscher,
+als wir beide allein waren! Alle Tage muß ich lange Reden hören über Sitte
+und Anstand und ich will doch keine Dame sein, ich will es nicht – und
+wenn sie es zehnmal sagt!« – –
+
+Als sie mit ihrem Vater noch allein war, führte sie freilich ein
+ungebundeneres und lustigeres Leben. Niemand hatte ihr Vorschriften zu
+machen oder durfte ihre dummen Streiche hindern; was sie auch ausführte,
+es galt alles als unübertrefflich. Das Lernen wurde nur als langweilige
+Nebensache betrachtet und die Gouvernanten fügten sich entweder dem Willen
+ihrer Schülerin oder sie gingen davon. Beklagte sich ja einmal diese oder
+jene bei dem Vater und hatte derselbe auch wirklich den festen Entschluß
+gefaßt, ein Machtwort zu sprechen gegen sein unbändiges Kind, er kam nicht
+dazu, es auszuführen. Sobald er mit ernster Miene ihr gegenüber trat, fiel
+Ilse ihm um den Hals, nannte ihn ihren »einzigen, kleinen Papa«, trotzdem
+er ein sehr großer, kräftiger Mann war, und küßte ihm Mund und Wangen.
+Versuchte er, ihr ernste Vorstellungen zu machen, hielt sie ihm den Mund
+zu.
+
+»Ich weiß ja alles, was du mir sagen willst, und ich will mich ganz gewiß
+bessern!« mit solchen und ähnlichen Worten und Versprechungen tröstete sie
+den Papa – ach und wie gern ließ er sich also trösten! Er konnte dem Kinde
+nie ernstlich zürnen, es war sein alles.
+
+Als Ilses Mutter starb, legte sie ihm das kleine hilflose Ding in den Arm.
+Es hatte die schönen, frohen Augen der früh Geschiedenen geerbt, und
+blickte sie ihn an, war es ihm, als ob die Gattin, die er so sehr geliebt
+hatte, ihn anlächle.
+
+Lange Jahre war er einsam geblieben und hatte nur für sein Kind gelebt. Da
+lernte er seine zweite Frau kennen. Ihr kluges, sanftes Wesen fesselte ihn
+so, daß er sie heimführte.
+
+Frau Anne betrat das Haus ihres Mannes mit dem festen Vorsatze, seinem
+Kinde die treueste, liebevollste Mutter zu sein und alles aufzubieten, um
+ihr die früh Verlorene zu ersetzen; indes jede herzliche Annäherung von
+ihrer Seite scheiterte an Ilses trotzigem Widerstande. Bald ein Jahr
+waltete sie nun schon als Frau und Stiefmutter und noch immer hatte sie es
+nicht vermocht, Ilses Liebe zu gewinnen. – – –
+
+Die Gäste blieben zum Abendessen auf Moosdorf, so hieß das große Gut des
+Oberamtmann Macket. Als der Tisch gedeckt war und alle sich an demselben
+niedergesetzt hatten, fragte Herr Macket, warum Ilse noch nicht anwesend
+sei.
+
+Frau Anne erhob sich und zog an der Klingelschnur. Der eintretenden
+Dienstmagd befahl sie, das Fräulein zu Tisch zu rufen. – – – –
+
+Ilse saß noch in derselben Stellung am Fenster. Sie hatte sich
+eingeschlossen und die Magd mußte erst tüchtig pochen und rufen, bevor sie
+sich bequemte, die Thür zu öffnen.
+
+»Sie sollen herunterkommen, Fräulein, die gnädige Mama hat es befohlen,«
+sagte Kathrine und betonte das »sollen« und »befohlen« so recht
+auffallend.
+
+»Ich soll!« rief Ilse und wandte den Kopf hastig herum, »aber ich will
+nicht! Sag’ das der gnädigen Frau Mama!«
+
+»Ja,« sagte Kathrine, so recht befriedigt von dieser Antwort, denn auch
+sie war durchaus nicht damit einverstanden gewesen, daß wieder eine Frau
+in das Haus gekommen war, welche der schönen Freiheit ein Ende gemacht
+hatte, »ja, ich werd’s bestellen. Gnädiges Fräulein haben ganz recht, das
+ewige Befehlen, wenn man selbst alt genug ist, ist höchst unpassend, noch
+dazu, wenn fremde Leute dabei sind.«
+
+Und sie ging hinunter in das Speisezimmer und führte wörtlich Ilses
+Bestellung aus.
+
+Herr Macket blickte seine Frau verlegen an, er wußte gar nicht, was diese
+Antwort bedeuten sollte. Sie verstand seine stumme Frage und ohne im
+geringsten den Unmut merken zu lassen, den sie in ihrem Innern empfand,
+sagte sie gelassen: »Ilse ist nicht ganz wohl, lieber Mann, sie klagte
+etwas über Kopfschmerzen. Kathrine hat ihre Bestellung ungeschickt
+ausgerichtet.«
+
+Alle Anwesenden errieten sofort, daß Frau Anne eine Ausrede machte, nur
+Herr Macket glaubte, daß es sich in Wahrheit so verhielt.
+
+»Wollen wir nicht lieber einen Boten zum Arzt schicken?« fragte er
+besorgt.
+
+Die Antwort hierauf gab ihm sein Kind selbst, das heißt, sie bewies ihm,
+daß ihr kein Finger weh that. Laut jubelnd und lachend trieb sie einen
+Reif mit einem Stock über den großen Rasenplatz, und der Jagdhund, Tyras,
+sprang demselben nach, und wenn er mit seinen Pfoten den Reif beinahe
+erhascht hatte und ihn doch nicht halten konnte, stieß er ein ärgerliches
+Geheul aus, worüber Ilse sich totlachen wollte.
+
+Herrn Mackets Gesicht verklärte sich ordentlich bei diesem Anblicke. Er
+stand auf, trat in die offenstehende Flügelthür des Zimmers und eben im
+Begriffe, Ilse zu rufen, hielt ihn Frau Anne davon zurück.
+
+»Laß sie – ich bitte dich, – lieber Mann,« bat sie, vor Unwillen leicht
+errötend, und zu den Gästen gewendet setzte sie hinzu: »Es thut mir leid,
+nun doch die Wahrheit sagen zu müssen, indes Ilses Benehmen zwingt mich
+dazu.«
+
+Und sie erzählte so mildernd als möglich den kleinen Vorfall. Es wurde
+darüber gelacht, ja Herr von Schäffer behauptete, die kleine habe
+Temperament und es sei schade, daß sie kein Knabe sei. Seine hochgebildete
+Frau konnte ihm nicht beistimmen, sie fand das wilde Mädchen geradezu
+entsetzlich und nannte es auf dem Heimwege ein _enfant terrible_.
+
+Als die Gäste fortgefahren waren, blieb der Prediger noch zurück. Derselbe
+war ein wohlwollender, nachsichtiger Mann, der Ilsen väterlich zugethan
+war. Er hatte sie getauft und eingesegnet, unter seinen Augen war sie
+herangewachsen. Seit kurzer Zeit, seitdem die letzte Gouvernante ihren
+Abschied genommen hatte, leitete er auch ihren Unterricht.
+
+Es trat ein augenblickliches, beinahe peinliches Stillschweigen ein. Ein
+jeder der drei Anwesenden hatte etwas auf dem Herzen und scheute sich
+doch, das erste Wort zu sprechen. Herr und Frau Macket saßen am Tische, er
+rauchend, sie eifrig mit einer Handarbeit beschäftigt. Prediger Wollert
+ging im Zimmer auf und ab und sah recht ernst und nachdenklich aus.
+Endlich blieb er vor dem Oberamtmann stehen.
+
+»Es kann nichts helfen, lieber Freund,« redete er denselben an, »das Wort
+muß heraus. Es geht nicht mehr so weiter, wir können das unbändige Kind
+nicht zügeln, es ist uns über den Kopf gewachsen.«
+
+Der Oberamtmann sah den Prediger verwundert an. »Wie meinen Sie das?«
+fragte er, »ich verstehe Sie nicht.«
+
+»Meine Meinung ist, geradeheraus gesagt, die,« fuhr der erstere fort, »das
+Kind muß fort von hier, in eine Pension.«
+
+»Ilse? In eine Pension? Aber warum, sie hat doch nichts verbrochen!« rief
+Herr Macket ganz erschreckt.
+
+»Verbrochen!« wiederholte lächelnd der Prediger. »Nein, nein, das hat sie
+nicht! Aber muß denn ein Kind erst etwas Böses gethan haben, um in ein
+Institut zu kommen? Es ist doch keine Strafanstalt. Hören Sie mich ruhig
+an, lieber Freund,« fuhr er besänftigend fort und legte die Hand auf
+Mackets Schulter, als er sah, daß dieser heftig auffahren wollte. »Sie
+wissen, wie ich Ilse liebe, und wissen auch, daß ich nur das Beste für sie
+im Auge habe; nun wohl, ich habe reiflich überlegt und bin zu dem
+Resultate gekommen, daß Sie, Ihre Frau und ich nicht Macht genug besitzen,
+sie zu erziehen. Sie trotzt uns allen dreien, was soll daraus werden? Sie
+hat soeben ein glänzendes Beispiel ihrer widerspenstigen Natur gegeben.«
+
+Der Oberamtmann trommelte auf dem Tische. »Das war eine Ungezogenheit, die
+ich bestrafen werde,« sagte er. »Etwas Schlimmes kann ich nicht darin
+finden. Mein Gott, Ilse ist jung, halb noch ein Kind, und Jugend muß
+austoben. Weshalb soll man einem übermütigen Mädchen so strenge Fesseln
+anlegen und es Knall und Fall in eine Pension bringen? Was ist dabei, wenn
+es einmal über den Strang schlägt? Verstand kommt nicht vor den Jahren!
+Was sagst du dazu, Anne,« wandte er sich an seine Frau, »du denkst wie
+ich, nicht wahr?«
+
+»Ich dachte wie du,« entgegnete Frau Anne, »vor einem Jahre, als ich
+dieses Haus betrat. Heute urteile ich anders, heute muß ich dem Herrn
+Prediger recht geben. Ilse ist schwer zu erziehen, trotz aller
+Herzensgüte, die sie besitzt. Ich weiß nichts mit ihr anzufangen, soviel
+Mühe ich mir auch gebe. Gewöhnlich thut sie das Gegenteil von dem, was ich
+ihr sage. Bitte ich sie, ihre Aufgaben zu machen, so thut sie entweder,
+als ob sie mich nicht verstanden hat, oder sie nimmt höchst unwillig ihre
+Bücher, wirft sie auf den Tisch, setzt sich davor und treibt allerhand
+Nebendinge. Nach kurzer Zeit erhebt sie sich wieder und fort ist sie! Da
+hilft kein gütiges Zureden, keine Strenge, sie will nicht! Frage den Herrn
+Prediger, wie ungleichmäßig Ilses wissenschaftliche Bildung ist, wie sie
+zuweilen sogar noch orthographische Fehler macht.«
+
+»Was kommt bei einem Mädchen darauf an,« entgegnete Herr Macket und erhob
+sich. »Eine Gelehrte soll sie nicht werden; wenn sie einen Brief schreiben
+kann und das Einmaleins gelernt hat, weiß sie genug.«
+
+Der Prediger lächelte. »Das ist Ihr Ernst nicht, lieber Freund. Oder würde
+es Ihnen Freude machen, wenn man von Ihrer Tochter sagte, daß sie dumm sei
+und nichts gelernt habe! Ilse hat gute Anlagen, es fehlt ihr nur der
+Trieb, die Lust zum Lernen. Beides wird sich einstellen, sobald sie unter
+junge Mädchen ihres Alters kommt. Das Streben derselben wird ihren Ehrgeiz
+wecken und ihr bester Lehrmeister sein.«
+
+Die Wahrheit dieser Worte leuchtete Herrn Macket ein, aber die Liebe zu
+seinem Kinde ließ es ihn nicht laut eingestehen. Der Gedanke, dasselbe von
+sich zu geben, war ihm furchtbar. Nicht täglich es sehen und hören zu
+können, – ihm war als ob die Sonne plötzlich aufhören müsse zu scheinen,
+als solle ihm Licht und Leben genommen werden.
+
+Frau Anne empfand, was in ihres Mannes Herzen vorging, liebevoll trat sie
+zu ihm und ergriff seine Hand.
+
+»Denke nicht, daß ich hart bin, Richard, wenn ich für den Vorschlag unsres
+Freundes stimme,« sagte sie. »Ilse steht jetzt auf der Grenze zwischen
+Kind und Jungfrau, noch hat sie Zeit, das Versäumte nachzuholen und ihre
+unbändige Natur zu zügeln. Geschieht das nicht, so könnte man eines Tages
+unser Kind als unweiblich bezeichnen, wäre das nicht furchtbar?«
+
+Er hörte kaum, was sie sprach. »Ihr wollt sie einsperren,« sagte er
+erregt, »aber das hält sie nicht aus. Laßt sie erst älter werden, es ist
+dann immer noch Zeit genug, sie fortzugeben.«
+
+Dagegen protestierten Frau Anne und der Prediger auf das entschiedenste;
+sie bewiesen, daß jetzt die höchste Zeit sei, wenn die Pension noch etwas
+nützen solle.
+
+»Ich wüßte ein Institut in W., das ich für Ilse ausgezeichnet empfehlen
+könnte,« erklärte der Prediger. »Die Vorsteherin desselben ist mir genau
+bekannt, sie ist eine vorzügliche Dame. Neben der Pension, die unter ihrer
+Leitung herrlich gediehen ist, hat sie eine Tagesschule in das Leben
+gerufen, die sich von Jahr zu Jahr vergrößert hat. Ilse würde den besten
+Unterricht und die liebevollste Pflege vereint finden. Und welch ein
+Vorzug ist nicht die wunderbare Lage dieses Ortes. Die Berge ringsum, die
+kostbare Luft – – –«
+
+»Ja ja,« unterbrach ihn Herr Macket unruhig und abwehrend, »ich glaube das
+alles gern! Aber laßt mir Zeit, bestürmt mich nicht weiter. Ein so
+wichtiger Entschluß, selbst wenn er notwendig ist, bedarf der Reife.« –
+
+Er kam schneller als er geglaubt hatte. –
+
+Am andern Morgen, es war noch sehr früh, traf der Oberamtmann sein
+Töchterchen, wie es eben im Begriffe war, hinaus auf die Wiese zu reiten,
+um das Heu mit einzuholen. Ungeniert hatte Fräulein Ilse sich auf eines
+der Pferde, das vor dem Leiterwagen gespannt war, von dem Kutscher
+hinaufheben lassen, derselbe stand auf dem Wagen und hielt die Zügel in
+der Hand.
+
+»Guten Morgen, Papachen!« rief sie ihm laut schon von weitem entgegen,
+»wir wollen auf die Wiese fahren, das Heu muß herein; der Hofmeister sagt,
+wir bekommen gegen Mittag ein Gewitter. Ich will gleich mit aufladen
+helfen!«
+
+Der Vater hatte heute nicht die unbefangene Freude an dem Wesen seines
+Kindes, ihm fielen die Worte seiner Frau vom gestrigen Abend ein. Ilse sah
+wenig weiblich in diesem Augenblicke aus, eher glich sie einem wilden
+Buben. Wie ein solcher saß sie auf dem Pferde und hatte die Füße an beiden
+Seiten herunterhängen. Das kurze blaue Kleid deckte dieselben nicht, man
+sah den plumpen, hohen Lederstiefel und noch ein Stück des bunten
+Strumpfes. Es war wahrlich kein schöner Anblick.
+
+»Steig’ herab, Ilse,« sagte Herr Macket, dicht zu ihr tretend, um ihr beim
+Heruntersteigen behilflich zu sein, »du wirst jetzt nicht auf die Wiese
+reiten, hörst du, sondern deine Aufgaben machen.«
+
+Es war das erste Mal in ihrem Leben, daß der Vater in so bestimmter Weise
+zu ihr sprach. Im höchsten Grade verwundert blickte sie ihn an, aber sie
+machte keine Miene, seiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie schlug die
+Arme ineinander und fing an, herzlich zu lachen.
+
+»Hahahaha! Arbeiten soll ich! Du kleiner reizender Papa, wie kommst du
+denn auf diesen komischen Einfall? Mach’ nur nicht ein so böses Gesicht!
+Weißt du, wie du jetzt aussiehst? Gerade wie Mademoiselle, die letzte,
+Papa, von den vielen, – wenn sie böse war! ›Fräulein Ilse, gehen Sie auf
+Ihr Zimmer _mais tout-de-suite_. Aben Sie mir _compris_!‹ Dabei zog sie
+die Stirn in Falten und riß die Augen auf – so«, und sie versuchte es
+nachzuahmen. »Oh, es war zu himmlisch! Adieu Papachen, zum Frühstück komm’
+ich zurück!«
+
+Sie warf ihm noch eine Kußhand zu, lachte ihn schelmisch an und fort
+ging’s im lustigen Trabe hinaus auf die Wiese in den taufrischen
+Sommermorgen hinein.
+
+Herr Macket schüttelte den Kopf, mit einem Male stiegen ernstliche
+Bedenken wegen Ilses Zukunft in ihm auf. Er fand den Gedanken, sie in eine
+Pension zu geben, heute weniger schrecklich, als gestern. Sie hatte ihm
+soeben den Beweis gegeben, daß sie auch ihm Widerstand entgegensetzte.
+Freilich mußte er sich gestehen, daß er durch seine Nachgiebigkeit
+denselben in ihr groß gezogen hatte.
+
+Er ging in das Speisezimmer und trat von dort auf die Veranda, die
+weinumrankt sich an der Vorderseite des Hauses entlang zog. Seine Frau
+erwartete ihn dort am gedeckten Frühstückstische.
+
+Ganz gegen seine Gewohnheit war er still und einsilbig. »Hattest du
+Unannehmlichkeiten?« fragte Frau Anne und reichte ihm den Kaffee.
+
+»Nein,« entgegnete er, »das nicht.« Er hielt einen Augenblick inne, als ob
+es ihm schwer würde, weiter zu sprechen, dann fuhr er fort: »Ich möchte
+dir eine Mitteilung machen, oder richtiger gesagt, dir meinen Entschluß
+wegen unsres gestrigen Gespräches verkünden. Zum 1. Juli soll Ilse in die
+Pension.«
+
+»Du scherzest,« sagte Anne und sah ihn fragend an.
+
+»Es ist mein Ernst,« erwiderte er. »Wirst du im stande sein, bis zu dem
+Termine alles zu Ilses Abreise einrichten zu können? Wir haben heute den
+12. Juni.«
+
+»Ja, das würde ich können, lieber Richard; aber verzeihe, mir kommt dein
+Entschluß etwas übereilt vor. Wird er dich nicht gereuen? Laß Ilse die
+schönen Sommermonate noch ihre Freiheit genießen und gieb sie erst zum
+Herbste fort. Der Abschied von der Heimat wird ihr dann weniger schwer
+werden.«
+
+»Nein, keine Aenderung,« sagte er, bei einem längeren Hinausschieben
+seinen Wankelmut fürchtend, »es bleibt dabei – zum 1. Juli wird sie
+angemeldet.«
+
+Nach einigen Stunden kehrte Ilse wohlgemut mit erhitzten Wangen und über
+und über mit Heu bestreut zum zweiten Frühstücke zurück. Wie sie war, ohne
+den Anzug zu wechseln, trat sie höchst vergnügt auf die Veranda.
+
+»Da bin ich,« rief sie. »Bin ich lange geblieben? Ich sage dir, Papa, das
+Heu ist kostbar! Nicht einen Tropfen Regen hat es bekommen. Du wirst deine
+Freude daran haben. Der Hofmeister meint, so gut hätten wir es seit Jahren
+nicht gehabt.«
+
+»Laß das Heu jetzt, Ilse,« entgegnete Herr Macket, »und höre zu, was ich
+dir sagen werde.«
+
+Er sagte es ziemlich ernst, es wurde ihm nicht leicht, von seinem Plane zu
+sprechen – sie war so ahnungslos, ja sie nahm gar keine Notiz von seiner
+Stimmung. Ihr Augenmerk war auf den wohlbesetzten Frühstückstisch
+gerichtet, sie war sehr hungrig von der Fahrt.
+
+»Soll ich dir Frühstück schneiden?« fragte Frau Anne freundlich, aber Ilse
+lehnte es ab.
+
+»Ich will es schon selbst thun,« sagte sie, nahm das Messer und schnitt
+sich ein tüchtiges Stück Schwarzbrot ab. Die Butter strich sie fast
+fingerdick darauf. Nachdem sie ein dickes Stück Wurst zugelangt hatte,
+fing sie an, wohlgemut zu essen. Bald von dem Brote, bald von der Wurst,
+die sie in der Hand hielt, einen Bissen nehmend. Höchst ungeniert lehnte
+sie dabei hintenüber in einem Sessel und schlug die Füße übereinander. Es
+schmeckte ihr köstlich.
+
+»Ich denke, du wolltest mir etwas sagen, Papachen!« rief sie mit vollem
+Munde, »nun schieß los, ich bin ordentlich neugierig darauf.«
+
+Er zögerte etwas mit der Antwort, noch war es Zeit, noch konnte er seinen
+Entschluß zurücknehmen – einen Augenblick überlegte er und es fehlte nicht
+viel, so hätte er es wirklich gethan, aber die Schwäche ging vorüber und
+so ruhig wie es ihm möglich war, teilte er Ilse seinen Beschluß mit.
+
+Wenn er erwartet hatte, daß sie sich stürmisch widersetzen würde, so hatte
+er geirrt. Zwar blieb ihr buchstäblich der Bissen im Munde stecken vor
+Ueberraschung und Schreck, aber ihr Auge flog zur Mutter hinüber und sie
+unterdrückte den Sturm, der in ihr tobte. Um keinen Preis sollte diese
+erfahren, wie furchtbar es ihr war, die Heimat, den Vater vor allem, zu
+verlassen, sie, die doch sicherlich nur allein die Anstifterin dieses
+Planes war, denn der Papa – nein! Nimmermehr würde er sie von sich gegeben
+haben!
+
+»Nun, du schweigst?« fragte Herr Macket, »du hast vielleicht selbst schon
+die Notwendigkeit eingesehen, daß du noch tüchtig lernen mußt, mein Kind,
+denn mit deinen Kenntnissen hapert es noch überall, nicht wahr?«
+
+»Gar nichts habe ich eingesehen!« platzte Ilse heraus, »du selbst hast mir
+ja oft genug gesagt, ein Mädchen brauche nicht so viel zu lernen, das
+allzu viele Studieren mache es erst recht dumm! Ja, das hast du gesagt,
+Papa, und nun sprichst du mit einemmal anders. Nun soll ich fort, soll auf
+den Schulbänken sitzen zwischen andern Mädchen und lernen, bis mir der
+Kopf weh thut. Aber es ist gut, ich will auch fort, ja ich freue mich auf
+die Abreise. Wenn nur erst der 1. Juli da wäre!«
+
+Und sie erhob sich hastig, warf den Rest ihres Frühstücks auf den Tisch
+und eilte fort, hinauf in ihr Zimmer, und jetzt brachen die Thränen
+hervor, die sie bis dahin nur mühsam zurückgehalten hatte.
+
+Frau Anne wäre dem Kinde gar zu gern gefolgt, sie fühlte, was in dem
+jungen Herzen vorging, aber sie wußte genau, daß Ilse ihre gütigen Worte
+trotzig zurückweisen würde; so blieb sie zurück und hoffte auf die Zeit,
+wo Ilses gutes Herz den Weg zu ihrer mütterlichen Liebe finden werde. – –
+
+ ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐
+
+Die wenigen Wochen bis zum festgesetzten Termine vergingen schnell. Frau
+Anne hatte alle Hände voll zu thun, um Ilses Garderobe in Ordnung zu
+bringen. Die Vorsteherin der Pension hatte auf Herrn Mackets Anfrage
+sofort geantwortet und sich gern zu seiner Tochter Aufnahme bereit
+erklärt. Zugleich hatte sie ein Verzeichnis der Sachen mitgeschickt, die
+jede Pensionärin bei ihrem Eintritt in das Institut mitzubringen habe.
+
+Ilse lachte spöttisch über die, nach ihrer Meinung vielen unnützen Dinge,
+besonders die Hausschürzen fand sie geradezu lächerlich. Sie hatte bis
+dahin niemals eine solche getragen.
+
+»Die dummen Dinger trage ich doch nicht, Mama!« sagte sie, als Frau Anne
+dabei war, den Koffer zu packen, »die brauchst du gar nicht einzulegen.«
+
+»Du wirst dich doch der allgemeinen Sitte fügen müssen, mein Kind,«
+entgegnete die Mutter. »Warum wolltest du auch nicht? Sieh’ einmal her,
+diese blau und weiß gestreifte Schürze mit den gestickten Zacken ringsum,
+ist sie nicht ein reizender Schmuck für ein kleines Fräulein, das sich im
+Haushalte nützlich machen wird?«
+
+»Ich werde mich aber im Haushalte nicht nützlich machen!« rief Ilse in
+ungezogenem Tone, »das fehlte noch! Ihr denkt wohl, ich soll dort in der
+Küche arbeiten oder die Stuben aufräumen? Die Schürzen trage ich nicht,
+ich will es nicht!«
+
+»Uebertreibe nicht, Ilse,« entgegnete Frau Anne, »du weißt recht gut, daß
+man dergleichen nie von dir verlangen wird. Wenn du durchaus die Schürzen
+nicht tragen magst, so kannst du ja deinen Wunsch der Vorsteherin
+mitteilen, vielleicht erfüllt sie dir denselben.«
+
+»Ich werde sie nicht erst darum fragen! Solche Dinge gehen sie gar nichts
+an!« war Ilses unartige Antwort.
+
+Sie verließ die Mutter, auf welche sie einen wahren Groll hatte. All die
+schönen Wäsche- und Kleidungsstücke, die Frau Anne mit Liebe und Sorgfalt
+für sie ausgewählt hatte, fanden keine Gnade vor ihren Augen, nicht einen
+Funken Interesse zeigte sie dafür.
+
+Dem Papa erklärte sie, daß sie ein kleines Köfferchen für sich selbst
+packen werde. Niemand solle ihr dabei helfen, niemand wissen, welche
+Schätze sie mit in das neue Heim hinüberführen werde.
+
+»Das ist eine prächtige Idee, Ilschen,« stimmte Herr Macket bei, »nimm nur
+mit, was dir Freude macht.«
+
+Und er ließ sofort einen allerliebsten, kleinen Koffer kommen und
+überraschte seinen Liebling damit. Als Ilse ihm erfreut und dankend um den
+Hals fiel, als sie ihn seit längerer Zeit zum erstenmal wieder »mein
+kleines Pa’chen« nannte, da wurde es ihm so weich ums Herz, daß er sich
+abwenden mußte, um seine Rührung zu verbergen.
+
+ [Illustration]
+
+Am Tage vor ihrer Abreise schloß sich Ilse in ihr Zimmer ein und begann zu
+packen. Aber wie! Bunt durcheinander, wie ihr die Sachen in die Hand
+kamen. Zuerst das geliebte Blusenkleid nebst Ledergürtel, es wurde nur so
+in den Koffer hineingeworfen und mit den Händen etwas festgedrückt, dann
+die hohen Lederstiefel mit Staub und Schmutz, wie sie waren, dann eine
+alte Ziehharmonika, auf der sie nur ein paar Töne hervorbringen konnte,
+ein neues Hundehalsband mit einer langen Leine daran, ein ausgestopfter
+Kanarienvogel, und zuletzt, nachdem die wunderbarsten Dinge in den Koffer
+gewandert waren, griff sie nach einem Glase, in welchem ein Laubfrosch
+saß. Es ist kaum zu glauben, indessen auch dieses sollte mitverpackt
+werden, – sie hatte sich so an das Tierchen gewöhnt. Sie nahm ein gutes,
+gesticktes Taschentuch aus dem Kommodenkasten, band dasselbe über das
+Glas, legte auch noch eine Papierhülle darüber, schnitt ganz kleine Löcher
+in beides und steckte einige Fliegen hindurch.
+
+»So,« sagte sie höchst befriedigt von ihrer Packerei, »nun bist du gut
+versorgt, mein liebes Tierchen, und wirst nicht verhungern auf der weiten
+Reise.«
+
+Wie sie das Glas hineinbrachte in den Koffer, war wirklich ein Kunststück,
+das ihr erst nach vieler Mühe gelang. Aber endlich war sie doch so weit,
+daß sie den Deckel schließen konnte. Er klemmte etwas und Ilse mußte sich
+erst darauf knieen, bevor derselbe ins Schloß fiel. Den kleinen Schlüssel
+zog sie ab, befestigte ihn an einer schwarzen Schnur und band diese sich
+um den Hals.
+
+Als das Abendbrot verzehrt war und die Eltern noch am Tische saßen, ging
+Ilse in den Hof und machte eine Runde durch alle Ställe. Von den Hühnern,
+Tauben, Kühen, Pferden – sie hatte so viele Lieblinge darunter – nahm sie
+Abschied; morgen sollte sie ja alle auf lange Zeit verlassen. Das Lebewohl
+von den Hunden wurde ihr am schwersten, sie waren alle ihre guten Freunde.
+Dianas Sprößlinge, die schon allerliebst herangewachsen waren und sie
+zärtlich begrüßten, lockten ihr Thränen des tiefsten Leides hervor.
+
+Neben ihr stand Johann. Er hatte das kleine Fräulein vom ersten Tage ihres
+Lebens an gekannt und liebte sie abgöttisch. Als er ihre Thränen sah,
+liefen auch ihm einige Tropfen über die Wangen.
+
+»Wenn das kleine Fräulein wiederkommt,« sagte er mit kläglicher Stimme und
+fuhr mit der verkehrten Hand über die Wange, »dann wird es wohl eine große
+Dame sein. Ja ja, Fräulein Ilschen, unsre schöne Zeit ist dahin! Ach und
+die Hunde, wie werden sie das Fräulein vermissen! Die sind gescheit!
+Menschlichen Verstand hat das dumme Vieh! Wie sie schmeicheln, die kleinen
+Krobaten, als ob sie wüßten, daß unser kleines Fräulein morgen abreist –
+–« hier wurde seine Stimme so unsicher, daß er nicht weiter sprechen
+konnte.
+
+»Johann,« entgegnete Ilse unter Schluchzen, »sorge für die Hunde. Und wenn
+du mir einen großen – den letzten Gefallen thun willst, so,« hier sah sie
+sich erst vorsichtig nach allen Seiten um, ob auch niemand in der Nähe
+war, »so nimm Bob,« diesen Namen hatte sie Dianas kleinem Söhnchen
+gegeben, »mit auf den Kutscherbock morgen, wenn du mich zur Bahn fährst,
+aber heimlich. Niemand darf es wissen, ich will ihn mitnehmen. Ein
+Halsband und eine Leine habe ich schon eingepackt. Aber Johann, heimlich,
+hörst du?«
+
+Der Kutscher war glücklich über diesen Auftrag und daß er dem lieben,
+kleinen Fräulein noch einen Liebesdienst erweisen konnte. Er lächelte
+verschmitzt und versprach, Bob so geschickt unterzubringen, daß keine
+menschliche Seele von dem Hunde etwas merken solle.
+
+Früh am andern Morgen stand der Wagen vor der Thür, der Ilse fortbringen
+sollte. Herr Macket begleitete sie bis W., um sie der Vorsteherin,
+Fräulein Raimar, selbst zu überbringen. Er mußte sich doch persönlich
+überzeugen, wo und wie sein Liebling aufgehoben sein werde. Frau Anne
+nahete sich Ilse im letzten Augenblick, um zärtlich und gerührt von ihrem
+Kinde Abschied zu nehmen, aber diese machte ein finsteres, trotziges
+Gesicht und entwand sich der Mutter Armen.
+
+»Lebe wohl,« sagte sie kurz und sprang in den Wagen; nicht um die Welt
+hätte sie der Mutter verraten mögen, wie weh und schmerzlich ihr das
+Scheiden wurde.
+
+Als der Wagen sich in Bewegung setzte und Diana denselben laut bellend
+noch eine kurze Strecke begleitete, bog sie sich weit zum Wagen hinaus mit
+thränenden Augen und nickte ihr zu. Gut war es, daß der Vater nichts von
+den Thränen merkte, er würde vielleicht augenblicklich Kehrt gemacht
+haben.
+
+Auf dem Bahnhofe, als alles besorgt und Ilse mit dem Papa in das Koupee
+gestiegen war, trat Johann hinzu mit Bob unter dem Arme und der Mütze in
+der Hand.
+
+»Leben Sie recht wohl, Fräulein Ilschen, und kommen Sie gut hin,« sagte er
+etwas verlegen. »Die Hunde werde ich schon besorgen, dafür haben Sie nur
+keine Angst nicht. Den hier nehmen Sie wohl mit, es ist doch gut, wenn Sie
+nicht so allein in der Pension sind.«
+
+Ilse jauchzte vor Freude. Sie nahm den Hund in Empfang, liebkoste und
+streichelte ihn, dann reichte sie Johann die Hand.
+
+»Leb wohl,« sagte sie, »und habe Dank. Ich freue mich zu sehr, daß ich ein
+Hündchen mit mir nehmen kann.«
+
+»Ja, aber Ilse, das geht doch nicht,« wandte der erstaunte Oberamtmann
+ein, »du darfst doch keine Hunde mit in das Institut bringen. Sei
+vernünftig und gieb Bob Johann wieder zurück.«
+
+Doch daran war nicht zu denken. Ilse ließ sich durch keine Vorstellung
+dazu bewegen.
+
+»Die einzige Freude laß mir, Pa’chen! Willst du mich denn ganz allein
+unter den fremden Menschen lassen? Wenn Bob bei mir ist, dann habe ich
+doch einen guten Freund. Nicht wahr, Bobchen, du willst nicht wieder fort
+von mir,« wandte sie sich an den Hund, der es sich bereits höchst bequem
+auf ihrem Schoße gemacht hatte, »du bleibst nun immer bei mir!«
+
+Es war dem Oberamtmann unmöglich, ein Machtwort dagegen zu sprechen, zumal
+ja Ilse so triftige Gründe für ihren Wunsch anführte. Am meisten
+überzeugte ihn der Gedanke, daß die Kleine doch einen heimatlichen Trost
+mit in die Fremde brächte.
+
+Es war eine lange und ziemlich langweilige Fahrt, meist durch flaches
+Land, erst zuletzt kamen die Berge. Für Ilse that sich eine neue Welt auf,
+sie hatte noch nie eine so große Reise gemacht. Auf jeder Station schaute
+sie mit neugierigen Augen hinaus, jedes Bahnwärterhäuschen amüsierte sie.
+Ueber all den neuen Eindrücken, die sich ihr aufdrängten, trat der
+Trennungsschmerz in den Hintergrund.
+
+Spät am Abend, es war zehn Uhr vorbei, langten sie in W. an. Natürlich
+übernachtete Ilse mit ihrem Vater im Hotel, erst am andern Morgen sollte
+sie in ihre neue Heimat eingeführt werden.
+
+Als es am nächsten Tage neun Uhr schlug, stand Ilse fertig angezogen vor
+ihrem Papa. Sie sah in ihrem grauen Reisekleide und den zierlichen
+Lederstiefeln ganz allerliebst aus. Unter dem runden, weißen Strohhute,
+der mit einem Feldsträußchen und schwarzen Samtband aufgeputzt war, fielen
+die braunen Locken herab. Die schönen, großen Augen blickten heute nicht
+so fröhlich wie sonst, sie hatten einen ängstlich erwartungsvollen
+Ausdruck, und um den Mund zuckte es in nervöser Aufregung.
+
+»Dir fehlt doch nichts, Ilschen?« fragte Herr Macket und sah sein Kind
+besorgt an. »Du bist so blaß, hast du schlecht geschlafen?«
+
+Die herzliche Frage des Vaters löste mit einemmal die unnatürliche
+Spannung in Ilses Wesen. Sie fiel ihm um den Hals, und die bis dahin
+trotzig zurückgehaltenen Thränen brachen mit aller Macht hervor.
+
+»Aber Kind, Kind,« sagte Herr Macket sehr geängstigt durch ihre
+Leidenschaftlichkeit, »du wirst ja nicht lange von uns getrennt bleiben.
+Ein Jahr vergeht schnell, und zu Weihnachten besuchst du uns. Komm,
+Kleines, trockne die Thränen. Du mußt dir das Herz nicht schwer machen. Du
+wirst uns fleißig Briefe schreiben und die Mama oder ich werden dir
+täglich Nachricht geben von uns, von allem, was dich in Moosdorf
+interessiert.« Und er nahm sein Taschentuch und trocknete damit die immer
+von neuem hervorbrechenden Thränen seines Kindes.
+
+Der Oberamtmann befand sich in einer gleich aufgeregten Stimmung wie sein
+Kind, es wurde ihm nicht leicht zu trösten, wo er selbst des Trostes
+bedürftig war. So schwer hatte er sich die Trennung nicht gedacht, er
+würde sonst nicht darein gewilligt haben; aber da er das einmal gethan
+hatte, wollte er sich in die Notwendigkeit fügen.
+
+Er strich Ilse das Haar aus der Stirn und setzte ihr den herabgesunkenen
+Hut wieder auf. »Komm,« sagte er, »jetzt wollen wir gehen. Nun sei ein
+verständiges Kind.«
+
+»Die Mama soll mir nicht schreiben!« stieß Ilse schluchzend heraus, »nur
+deine Briefe will ich haben! Meine Briefe an dich soll sie auch nicht
+lesen!«
+
+»Ilse!« verwies Herr Macket, »so darfst du nicht sprechen. Die Mama hat
+dich lieb und meint es sehr gut mit dir.«
+
+»Sehr gut!« wiederholte sie in kindischem Zorne, »wenn sie mich lieb
+hätte, würde sie mich nicht verstoßen haben!«
+
+»Verstoßen! Du weißt nicht, was du sprichst, Ilse! Werde erst älter, dann
+wirst du das große Unrecht einsehen, das du heute deiner Mutter anthust,
+und deine bösen Worte bereuen.«
+
+»Sie ist nicht meine Mutter, – sie ist meine Stiefmutter!«
+
+»Du bist kindisch!« sagte der Oberamtmann, »aber merke dir, niemals wieder
+will ich dergleichen Aeußerungen von dir hören. Du kränkst mich damit!«
+
+Ilse sah schmollend zur Erde nieder und konnte nicht begreifen, wie es
+kam, daß der Papa sie nicht verstand, er mußte doch einsehen, wie unrecht
+ihr geschah.
+
+»Komm jetzt,« fuhr er in mildem Tone fort, »wir wollen gehen, mein Kind.«
+Sie ergriff den Hund, nahm ihn auf den Arm und wollte so ausgerüstet dem
+Vater folgen.
+
+»Laß ihn zurück,« gebot derselbe, »wir wollen die Vorsteherin erst fragen,
+ob du ihn mitbringen darfst.«
+
+Aber Ilse setzte ihren Kopf auf, »dann gehe ich auch nicht,« erklärte sie
+mit aller Bestimmtheit. »Ohne Bob bleibe ich auf keinen Fall in der
+Pension!«
+
+Macket that dem Eigensinne den Willen aus Furcht, von neuem Thränen
+hervorzulocken. Aber Ilses Widerstand war ihm im höchsten Grade peinlich.
+Was sollte Fräulein Raimar denken!
+
+Eine Viertelstunde darauf standen Vater und Tochter vor einem stattlichen,
+zweistöckigen Hause, das vor dem Thore der kleinen Stadt mitten im Grünen
+lag; es war das Institut des Fräulein Raimar.
+
+Der Oberamtmann blieb überrascht davor stehen. »Sieh Ilse, welch ein
+schönes Gebäude!« rief er höchst befriedigt. »Der Blick von hier aus in
+die nahen Berge ist geradezu bezaubernd.«
+
+Was kümmerten sie die Berge! Sie fühlte sich so gedrückt von Kummer, daß
+ihr die ganze Welt ein Jammerthal dünkte.
+
+»Wie kannst du dies Haus schön finden, Papa,« entgegnete sie. »Wie ein
+Gefängnis sieht es aus.«
+
+Herr Macket lachte. »Betrachte doch die hohen, breiten Fenster, Kind,«
+sagte er. »Glaubst du, daß in einem Gefängnisse ähnliche zu finden sind?
+Die armen Gefangenen sitzen hinter kleinen, blinden Scheiben, die außerdem
+noch mit einem Eisengitter versehen sind.«
+
+»Ich werde jetzt auch eine Gefangene sein, Papa, und du selbst lieferst
+mich in dem Gefängnisse ab.«
+
+»Du bist eine kleine Närrin!« lachte er und brach das Gespräch, das ihm
+bedenklich zu werden schien, ab.
+
+Er stieg die breiten, steinernen Stufen, die zu dem Eingange führten,
+hinauf und zog an der Klingel. Ilse, die ihm langsam gefolgt war, schrak
+unwillkürlich zusammen, als sie den hellen Schall im Hause vernahm.
+
+Gleich darauf wurde die Thür von einer Magd geöffnet. Nachdem dieselbe die
+Angekommenen gemeldet hatte, wurden sie in das Empfangszimmer der
+Vorsteherin geführt.
+
+Bevor sie dasselbe erreichten, mußten sie den Hausflur und einen langen
+Korridor, von welchem zwei Ausgänge in einen schönen, großen Hof führten,
+durchschreiten. Es war gerade die Frühstückspause in der Schule und so war
+es natürlich, daß überall lachend und plaudernd große und kleine Mädchen
+umherstanden. Sie verstummten, als sie die neue Pensionärin, von der sie
+wußten, daß sie heute ankommen werde, erblickten, und aller Augen
+richteten sich auf Ilse, der es plötzlich höchst beklommen zu Mute wurde.
+Es schien ihr, als höre sie verstecktes Kichern hinter sich und sie war
+herzlich froh, als die Thür in dem Empfangszimmer sich hinter ihr schloß.
+Noch war dasselbe leer.
+
+Ilse blickte sich um, und in diesem großen, vornehmen Raume, der
+künstlerisch und elegant zugleich eingerichtet war, stieg mit einem Male
+ein etwas banges Gefühl in ihr auf wegen Bob, sie wünschte fast, des
+Vaters Willen gefolgt zu sein. Hätte sie den Hund in ihrem Arme plötzlich
+unsichtbar machen können, sie hätte es gethan. Nun wollte der Unartige
+auch noch herunter auf den Boden, und diesen Wunsch konnte sie ihm doch
+unmöglich erfüllen, wie hätte sie wagen dürfen, ihn auf den kostbaren
+Teppich, der durch das Zimmer gebreitet lag, herab zu lassen!
+
+Die Thür öffnete sich und Fräulein Raimar trat ein. Sie begrüßte Herrn
+Macket mit steifer Freundlichkeit, dann blickte sie mit ihren stahlgrauen
+Augen, die einen zwar strengen, ernsten, trotzdem aber gewinnenden
+Ausdruck hatten, auf Ilse. Diese war dicht an den Vater getreten und hatte
+seine Hand ergriffen.
+
+»Sei willkommen, mein Kind!« Mit diesen Worten begrüßte die Vorsteherin
+Ilse und reichte ihr die Hand. »Ich denke, du wirst dich bald bei uns
+heimisch fühlen.« Als sie den Hund sah, fragte sie: »Hat dich dein Hund
+bis hierher begleitet?«
+
+Ilse blickte etwas hilflos den Papa an, der dann auch für sie das Wort
+nahm. »Sie mochte sich nicht von ihm trennen, Fräulein Raimar,« sagte er
+etwas verlegen, »sie glaubte, daß Sie die Güte haben würden, ihren kleinen
+Kameraden mit ihr aufzunehmen.«
+
+Das Fräulein lächelte. Es war das erste Mal, daß man ihr eine solche
+Zumutung machte. »Es thut mir leid, Herr Oberamtmann,« sagte sie, »daß ich
+den ersten Wunsch Ilses rücksichtslos abschlagen muß. Sie wird verständig
+sein und einsehen, daß ich nicht anders handeln kann. Stelle dir einmal
+vor, liebes Kind, wenn alle meine Pensionärinnen den gleichen Wunsch
+hätten, dann würden zweiundzwanzig Hunde im Institute sein. Welch ein
+Spektakel würde das geben! Möchtest du das Tier gern in deiner Nähe
+behalten, so wüßte ich einen Ausweg. Mein Bruder, der Bürgermeister hier,
+wird deinen Hund gewiß aufnehmen, wenn ich ihn darum bitte; dann kannst du
+täglich deinen Liebling sehen.«
+
+Ilse war rot geworden und dicke Thränen perlten in ihren Augen. »Dann
+bleibe ich auch nicht hier!« – sie wollte es eben aussprechen, aber sie
+wagte es nicht. Die Dame vor ihr hatte so etwas Unnahbares, Vornehmes in
+ihrem Wesen. Wie eine Fürstin erschien sie ihr trotz des schlichten,
+grauen Kleides, dessen kleiner Stehkragen am Halse mit einer einfachen
+goldenen Nadel zusammengehalten wurde. Ilse senkte den Blick und schwieg.
+
+Der Oberamtmann lachte. »Sie haben recht, Fräulein,« sagte er, »und wir
+hätten das selbst vorher bedenken können. Ihre große Güte, den Hund bei
+Ihrem Herrn Bruder unterzubringen, wird Ilse mit vielem Danke annehmen,
+nicht wahr?«
+
+Sie schüttelte den Kopf. »Fremde Leute sollen Bob nicht haben, Papa, du
+nimmst ihn wieder mit nach Moosdorf.«
+
+Herr Macket schämte sich der Antwort seines Kindes, aber Fräulein Raimar
+überhob ihn geschickt seiner Verlegenheit. Mit ihrem erfahrenen Sinne
+hatte sie sofort das Trotzköpfchen vor sich erkannt. Sie that, als merkte
+sie Ilses Unart nicht.
+
+»Du hast ganz recht,« sagte sie freundlich, »es ist das beste, der Papa
+nimmt das Tier wieder mit in die Heimat. Du würdest durch dasselbe
+vielleicht doch mehr zerstreut, als mir lieb wäre. Soll die Magd den Hund
+in das Hotel zurücktragen, wo Sie abgestiegen sind, Herr Oberamtmann?«
+
+»Ich will ihn selbst dorthin tragen, nicht wahr, Papachen?« fragte Ilse
+und hielt Bob ängstlich fest.
+
+»Ich wünsche nicht, daß du es thust, liebe Ilse,« wandte Fräulein Raimar
+ein. »Ich möchte dich gleich zu Mittag hier behalten, um dich den übrigen
+Pensionärinnen vorzustellen. Ich halte es so für das beste. Es thut nicht
+gut, Herr Oberamtmann, wenn ein Kind, sobald der Vater oder die Mutter es
+mir übergeben haben, noch einmal mit ihnen zurückkehrt in das Hotel. Der
+Abschied wird ihm weit schwerer gemacht.«
+
+»Nein, nein!« rief Ilse zitternd vor Aufregung, »ich bleibe nicht gleich
+hier! Ich will mit meinem Papa so lange zusammen sein, bis er abreist. Du
+nimmst mich mit dir, nicht, Papa?«
+
+Es wurde Herrn Macket heiß und kalt bei ihrem Ungestüm, indes auch diesmal
+half ihm Fräulein Raimar über die peinliche Lage hinweg.
+
+»Gewiß, mein Kind,« entgegnete sie mit Ruhe, »dein Wunsch soll dir erfüllt
+werden. Darf ich Sie bitten, Herr Oberamtmann, heute mittag mein Gast zu
+sein? Sie würden mich sehr erfreuen.«
+
+Ilse warf ihrem Papa einen flehenden Blick zu, der ungefähr ausdrücken
+sollte: »Bleib’ nicht hier, nimm mich mit fort! Ich mag nicht hier bleiben
+bei dem bösen Fräulein, das mich schlecht behandeln wird!« Leider verstand
+er den Blick anders, er hielt ihn für eine stumme Bitte, die Einladung
+anzunehmen und sagte zu.
+
+Die Vorsteherin erhob sich und zog an einer Klingelschnur. Der
+eintretenden Magd trug sie auf, Fräulein Güssow zu rufen. Wenige
+Augenblicke darauf trat dieselbe in das Zimmer.
+
+Die Gerufene war die erste Lehrerin im Institute und wohnte daselbst. Weit
+jünger als die Vorsteherin, war sie eine höchst anmutige, liebenswürdige
+Erscheinung von sechsundzwanzig Jahren. Sämtliche Tagesschülerinnen und
+besonders die Pensionärinnen schwärmten für sie, sie verstand es, durch
+gleichmäßige Güte sich die jungen Herzen zu gewinnen.
+
+»Wollen Sie die Güte haben, Ilse auf ihr Zimmer zu geleiten,« sagte die
+Vorsteherin, nachdem sie die junge Lehrerin vorgestellt hatte, »damit sie
+dort ihren Hut ablegen kann.«
+
+»Gern,« erwiderte die Angeredete und trat auf Ilse zu. »Komm, liebes
+Kind,« sagte sie freundlich und ergriff sie bei der Hand, »jetzt werde ich
+dir zeigen, wo du schläfst. O, du hast ein schönes, großes Zimmer; aber du
+wohnst nicht allein dort. Ellinor Grey wird deine Stubengenossin sein. Sie
+ist ein liebes Mädchen. Du möchtest gern gleich mit ihr bekannt werden,
+nicht wahr?«
+
+Ilse überhörte die Frage. Mit scheuen, ängstlichen Augen sah sie den Vater
+an und fragte: »Du gehst doch nicht fort, Papa?« Als er sie darüber
+beruhigte, folgte sie Fräulein Güssow.
+
+»Aber den Hund mußt du wohl hier lassen, du kannst ihn doch nicht mit
+hinauf in dein Zimmer nehmen,« sagte Fräulein Raimar. »Du kannst ihn
+draußen der Magd übergeben, damit sie ihn so lange in Verwahrung nimmt.«
+
+Fräulein Güssow dachte weniger streng als die Vorsteherin. Sie fand es
+nicht so schlimm, wenn Ilse ihren Hund im Arme behielt.
+
+»Hast du ihn so sehr gern?« fragte sie, als sie mit dem jungen Mädchen den
+Korridor entlangging.
+
+»Ja,« entgegnete Ilse, »sehr, sehr lieb habe ich Bob. Und ich darf ihn
+nicht hier behalten.«
+
+Sie legte ihre Wange auf des Hundes Kopf und kämpfte mit dem Weinen.
+
+»Gräme dich nicht darum, Kind,« tröstete Fräulein Güssow, »das ist nicht
+so schlimm. Du findest hier viel etwas Besseres. Du sollst einmal sehen,
+wie bald du den Bob vergessen haben wirst. Wir haben zweiundzwanzig
+Pensionärinnen jetzt im Institute, du wirst manche liebe Freundin unter
+ihnen finden. Hast du Geschwister?«
+
+»Nein,« sagte Ilse, die ganz zutraulich gegen Fräulein Güssow wurde, »ich
+bin allein.«
+
+»Nun, siehst du! Da kann ich mir deine Liebe zu dem unvernünftigen Tiere
+erklären, dir fehlten die Gespielinnen. Gieb deinen Hund getrost dem Papa
+wieder mit zurück, du wirst ihn nicht vermissen.«
+
+Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen auf einen großen, hellen Vorsaal,
+auf welchem eine Anzahl Thüren mündeten. Eine derselben öffnete die
+Lehrerin, und sie traten in ein geräumiges Zimmer ein, das nach dem Garten
+führte. Die Fenster waren geöffnet und ein mächtiger Apfelbaum streckte
+seine Zweige fast zum Fenster hinein.
+
+Die Einrichtung war nicht elegant, nur das Notwendigste befand sich in dem
+Zimmer. Zwei Betten, zwei Kommoden und zwei Kleiderschränke, dann noch ein
+großer Waschtisch und einige Stühle.
+
+Als Fräulein Güssow mit Ilse eintrat, erhob sich schnell ein junges
+Mädchen von ungefähr siebzehn Jahren, das mit einem Buche in der Hand am
+Fenster gesessen hatte. Es war ein schlankes, zartgebautes Wesen, mit
+goldblondem Haar, das sie in einem Knoten aufgesteckt trug, mit blauen
+Augen und mit schelmischen Grübchen in den Wangen, sobald sie lachte. Es
+war Ellinor Grey, eine Engländerin.
+
+»Hier bringe ich dir Ilse Macket, Nellie,« so wurde der Engländerin Namen
+allgemein abgekürzt. »Ich denke, du wirst dich ihrer liebreich annehmen.«
+
+»O ja, ich werde ihr sehr lieben,« antwortete Nellie und reichte der
+Neuangekommenen die Hand. »Bleibt die Hund auch hier?« fragte sie.
+
+»Nein,« sagte Fräulein Güssow.
+
+»O wie schade! Es ist ein so süßes Tier!« Und sie streichelte Bob.
+
+Es klang so drollig und sie sah so schelmisch aus, daß Ilse sofort sich
+von ihr angezogen fühlte. Gern hätte sie noch ein Weilchen dem komischen
+Geplauder Nellies zugehört, aber sie mußte dem Fräulein folgen, die sich
+vorgenommen hatte, ihr einige Schulräume zu zeigen. Zuerst öffnete sie die
+Thür zu dem Musikzimmer, dann gingen sie in den Zeichensaal und zuletzt
+wurde Ilse in den sogenannten großen Saal geführt. Die junge Lehrerin
+erzählte ihr, daß in demselben alle Examen und zuweilen auch
+Festlichkeiten stattfänden. Ilse hörte mit halbem Ohre, sie hatte nämlich
+durch eine offenstehende Thür einen Blick in eine leerstehende Klasse
+gethan und Schulbänke darin entdeckt. Dort eingeklemmt sollte sie von
+jetzt an sitzen, nicht aufstehen dürfen, wenn es ihr beliebte – o, es war
+entsetzlich! Ein Grauen überkam sie plötzlich, ihr war, als würde ihr die
+Brust zusammengeschnürt.
+
+»In welche Klasse meinst du, daß du kommen wirst?« fragte das Fräulein,
+»deinem Alter nach müßtest du wohl in die erste versetzt werden. Hast du
+deine Arbeitsbücher mitgebracht? Wie steht es mit den Sprachen?
+Französisch und Englisch sind dir wohl geläufig, da du stets, wie dein
+Papa schrieb, eine englische oder französische Gouvernante hattest.«
+
+Von unten herauf tönte eine Glocke. Dies war eine sehr gelegene
+Unterbrechung für Ilse, der es unheimlich bei dem Examen wurde. Sie sagte,
+daß sie nicht wisse, wie weit sie sei, französisch glaube sie sprechen zu
+können.
+
+»Nun laß nur, mein Kind,« meinte das Fräulein, »heute wollen wir noch
+nicht an das Lernen denken, bei deiner Prüfung morgen werden wir ja sehen,
+welch kleine Gelehrte du bist. – Wir wollen jetzt hinunter in den
+Speisesaal gehen, die Glocke hat uns zu Tisch gerufen.«
+
+Als sie in denselben eintraten, fanden sie die Vorsteherin mit dem
+Oberamtmann bereits dort. Erstere machte ihn mit der herkömmlichen
+Einrichtung während des Essens bekannt. Zum Beispiel, daß die zuletzt
+angekommene Pensionärin stets ihren Platz neben der Vorsteherin angewiesen
+erhalte. Dann, daß zwei junge Mädchen wöchentlich den Tisch zu besorgen
+hatten. Dieselben mußten denselben decken und genau acht geben, daß nichts
+fehlte und sämtliche Gegenstände sauber und blank waren. Die Jüngste der
+Pensionärinnen sprach stets das Tischgebet.
+
+Dem Oberamtmann gefielen die Anordnungen vortrefflich und als er seinen
+Blick über die junge Mädchenschar hingleiten ließ, mußte er seine Freude
+aussprechen, wie gesund und fröhlich fast alle aussahen.
+
+Ilse sah auch umher, aber es waren nicht die fröhlichen und gesunden
+Gesichter, die sie interessierten, sondern die Schürzen. Jede Einzelne
+trug ein solches von ihr verachtetes Ding, und Fräulein Raimar sah nicht
+aus, als ob sie eine Ausnahme bei ihr gelten lassen würde.
+
+Nach dem Gebete wurden die Speisen aufgetragen. Dieselben waren kräftig
+und gut gekocht, und Herr Macket konnte sich überzeugen, daß sein Kind
+auch in dieser Hinsicht gut versorgt sein werde.
+
+Nach dem Essen verabschiedete er sich bald, und Ilse durfte ihn begleiten.
+Nellie hatte kaum davon gehört, als sie wie der Wind die Treppe
+hinaufflog, um gleich darauf mit Ilses Hut und Handschuhen zurückzukommen.
+
+Diese dankte ihr dafür, und Herr Macket reichte ihr die Hand.
+
+»Leben Sie wohl, mein Fräulein,« sagte er herzlich, denn Nellie hatte
+durch diese kleine Aufmerksamkeit ihn sofort für sich eingenommen, »und
+haben Sie Geduld mit meinem kleinen Wildfang.«
+
+»O ja,« entgegnete Nellie, »ich werde mir schon gern von sie annehmen.«
+
+»Nun, Ilse, wie gefällt dir das Institut?« fragte der Oberamtmann, als sie
+auf der Straße gingen, »ich gestehe, daß ich sehr befriedigt von hier
+abreise, ich weiß, ich lasse dich in guten Händen.«
+
+»Mir gefällt es gar nicht hier!« erklärte Ilse höchst verstimmt. »Es ist
+mir alles so fremd, und vor dem grauen Fräulein mit dem blonden, glatten
+Scheitel fürchte ich mich. Sie ist so hart, so ungefällig! Du sollst
+sehen, Papa, sie ist nicht gut gegen mich. Warum soll ich Bob nicht
+behalten?«
+
+»Du hast gehört, weshalb nicht, nun mußt du auch nicht mehr so hartnäckig
+auf deinen Wunsch zurückkommen,« verwies er sie leicht.
+
+»Nun fängst auch du an, mit mir zu zanken! Niemals hast du so böse mit mir
+gesprochen,« rief Ilse schmerzlich beleidigt. Und sie fühlte sich in dem
+Gedanken, daß kein Mensch, selbst der Papa nicht, sie leiden möge, so
+unglücklich, daß das große Mädchen auf offner Straße zu weinen anfing.
+
+Der Oberamtmann nahm ihren Arm und legte ihn in den seinigen. Des Kindes
+Thränen machten ihn so weich.
+
+»Aber Kleines,« sagte er zärtlich und versuchte zu scherzen, »was machst
+du denn? Sollen dich die Leute auslachen, wenn das große, kleine Mädchen
+weint?«
+
+Er führte sie zurück in das Hotel und dort fanden sie bereits Bob. Freudig
+bellend begrüßte er Ilse, und diese nahm ihn hoch und liebkoste ihn unter
+lautem Schluchzen.
+
+Um fünf Uhr reiste der Oberamtmann wieder zurück in die Heimat. Die
+wenigen Stunden bis dahin vergingen schnell und stürmisch. Je näher der
+Abschied rückte, desto aufgeregter wurde Ilse, und es bedurfte seiner
+ganzen Festigkeit, um ihrem Wunsche, sie wieder mit nach Moosdorf zu
+nehmen, entgegenzutreten.
+
+»Sei doch verständig!« Wie oft bat er sie in dringendem Tone darum, wenn
+sie in leidenschaftlicher Erregung allerhand Drohungen ausstieß, wie:
+
+»Ich laufe heimlich davon,« oder »ich werde so ungezogen sein, daß mich
+das böse Fräulein wieder fortschickt!« Er wußte, sie werde beides nicht
+thun, aber es machte ihm doch Kummer, seinen Liebling so trostlos zu
+sehen.
+
+Sie wollte ihn wenigstens zur Bahn begleiten, auch das litt Herr Macket
+nicht.
+
+»Ich fahre dich zurück in das Institut und dann allein zur Bahn. So ist es
+am besten. Nun komm, Ilschen,« fuhr er fort, als der Wagen unten vorfuhr,
+und nahm sie zärtlich in den Arm, »und versprich mir ein gutes, folgsames
+Kind zu sein. Du sollst einmal sehen, wie bald du dich eingewöhnt haben
+wirst.«
+
+Sie hing sich an seinen Hals und mochte sich nicht von ihm trennen. Es
+fiel ihr mit einemmal schwer auf das Herz, wie sehr sie den Papa gequält
+hatte in den letzten Stunden.
+
+»Sei mir gut, mein lieber, lieber Papa!« bat sie, »sei mir gut! Du bist ja
+der einzige Mensch auf der Welt, der mich lieb hat!«
+
+Als der Wagen vor der Anstalt hielt, trennte sich Ilse lautschluchzend von
+ihrem Vater, und als sie denselben davonfahren sah, war es ihr zu Mute,
+als ob sie auf einer wüsten Insel allein zurückgelassen, elendiglich
+untergehen müsse.
+
+ * * *
+
+Noch eine Weile stand sie vor der verschlossenen Pforte, sie konnte sich
+nicht entschließen, an der Klingel zu ziehen. Da wurde die Thür von selbst
+geöffnet und Fräulein Güssow stand in derselben. Sie hatte von einem
+Fenster in der oberen Etage den Wagen kommen sehen und war hinuntergeeilt,
+um Ilse zu empfangen.
+
+»Jetzt gehörst du zu uns, liebes Kind,« sagte sie mit warmer Herzlichkeit
+und nahm sie in den Arm. »Weine nicht mehr, wir werden dich alle lieb
+haben.«
+
+Ilse gab keine Antwort, sie fühlte sich so unglücklich, daß selbst der
+liebevolle Empfang der jungen Lehrerin kein Echo in ihrem Herzen fand.
+
+»Möchtest du auf dein Zimmer gehen?« fragte diese.
+
+ [Illustration]
+
+Ilse nickte stumm, sie hielt noch immer das Tuch gegen die Augen gedrückt.
+
+»Nellie!« rief Fräulein Güssow, »gehe mit Ilse hinauf und sei ihr beim
+Auspacken ihrer Sachen behilflich. Du möchtest doch sicher gern deine
+Sachen in Ordnung haben, liebe Ilse.«
+
+Sie wußte sehr wohl, daß Ilse durchaus nicht diesen Wunsch hatte, aber sie
+wußte auch, daß die Thätigkeit das beste Heilmittel gegen Kummer und
+Herzeleid ist.
+
+Die beiden Mädchen begaben sich auf ihr Zimmer. Ilse setzte sich auf einen
+Stuhl, behielt den Hut auf dem Kopfe und starrte zum Fenster hinaus. Es
+fiel ihr nicht ein, ihre Sachen auszupacken, und sie war geradezu empört,
+daß man Dinge von ihr verlangte, die den Dienstboten zukämen. Nellie hatte
+schweigend den Schrank geöffnet und die Schubladen der Kommode aufgezogen,
+dann sah sie Ilse an, ob diese sich nicht erheben werde.
+
+»Gieb mich deiner Schlüssel, ich werde aufschließen die Koffers,« sagte
+sie, »wir müssen auspacken.«
+
+Unlustig verließ Ilse ihren Platz und da sie an irgend etwas ihren
+augenblicklichen Unmut auslassen mußte, nahm sie ihren Hut vom Kopfe und
+warf ihn mitten in das Zimmer.
+
+»Warum soll ich alles auspacken? Ich weiß gar nicht, ob ich hier bleiben
+werde,« sagte sie. »Mir gefällt es hier nicht!«
+
+Nellie hatte den Hut aufgenommen und ihn auf ein Bett gelegt. »O,« sagte
+sie sanft, »du gewöhnst dir schon. Es geht uns alle wie dich, wenn wir
+kommen. Du mußt nur deiner Kopf nicht hängen lassen. Nun gieb die
+Schlüssels, daß ich öffnen kann.«
+
+Ilses Trotz konnte durch keine Waffe besser geschlagen werden, als durch
+Nellies Sanftmut. Sie gab den Schlüssel und jene schloß auf und begann
+auszuräumen. Ilse stand dabei und sah zu.
+
+»O, du mußt dich dein Sachen selbst aufräumen in dein Kommode,« sagte
+Nellie. »Ich werde dich alles zureichen.«
+
+Ilse hatte wenig Lust dazu, Ordnung kannte sie nur dem Namen nach. Sie
+nahm die sauber, mit roten Bändern gebundene Wäsche und warf sie achtlos
+in die Schubkasten, es war ihr gleich, wie alles zu liegen kam. Nellie sah
+diesem Treiben einige Augenblicke zu, dann fing sie an zu lachen.
+
+»Was machst du?« fragte sie. »Weißt du nicht, wie Ordnung ist?
+Taschentücher, Kragen, Schürzen – alles wirfst du durcheinander. Das sieht
+sehr bunt aus. Hübsch nebeneinander mußt du es machen, so –,« und sie zog
+einen Kasten nach dem andern in ihrer Kommode auf und zeigte Ilse, wie
+sauber dort alles geordnet lag.
+
+»Das kann ich nicht!« entgegnete Ilse. »Uebrigens fällt es mir auch gar
+nicht ein, so viel Umstände um die dummen Sachen zu machen!«
+
+»Dumme Sachen!« wiederholte Nellie. »O Ilse, wie kannst du so sagen! Sieh
+diesen feinen Taschentücher, wie sie schön gestickt, – o und diese süße
+Schürzen! Und du hast die schwere Bücher daraufgethan – wie hast du sie
+zerdrückt! – Laß nur sein,« fuhr sie fort, als Ilse im Begriffe war,
+Schuhe und Stiefel auf die Wäsche zu werfen, »ich werde ohne dir machen –
+du verstehst nix!«
+
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Ruhig sah sie zu, wie Nellie das
+Schuhzeug nahm und es unten in den Kleiderschrank stellte, wie sie
+überhaupt jedem Dinge den rechten Platz gab.
+
+»O, ein schönes Buch!« rief diese plötzlich und nahm ein Buch aus dem
+Koffer, das höchst elegant in braunen Samt gebunden und mit silbernen
+Beschlägen verziert war. In der Mitte des Deckels befand sich ein kleines
+Schild, auf welchem eingraviert war: Ilses Tagebuch.
+
+Ilse nahm dasselbe Nellie aus der Hand und sah es verwundert an. Was war
+das für ein Buch? Sie wußte nichts davon. Ein kleiner Schlüssel steckte in
+dem Schlosse desselben und als sie es aufgeschlossen hatte, fiel ein
+beschriebenes Blatt ihr gerade vor die Füße. Sie hob es auf und las:
+
+
+
+
+
+
+ Mein liebes Kind!
+
+Möge dieses Buch Dein treuer Freund in der Fremde sein. Wenn Dein Herz
+schwer ist, flüchte zu ihm und teile ihm mit, was Dich bedrückt. Es wird
+verschwiegen sein und Dein Vertrauen nie mißbrauchen.
+
+Gedenke in Liebe
+ Deiner
+ Mama.
+
+
+
+
+
+
+Ohne ein Wort zu sagen, legte Ilse das Buch beiseite. Sie empfand keinen
+Funken Freude über die reizende Ueberraschung, auch blieben die
+liebevollen Worte der Mutter ohne Eindruck auf sie.
+
+»Freut dir das Buch nicht?« fragte Nellie, die sich über diese
+Gleichgültigkeit wunderte.
+
+Ilse schüttelte den Kopf. »Was soll ich damit?« fragte sie und ihr
+hübscher, frischer Mund zog sich trotzig in die Höhe, »ich schreibe
+niemals etwas hinein. Ich werde froh sein, wenn ich meine Aufgaben gemacht
+habe. Zu langen, unnützen Geschichten habe ich keine Zeit und keine Lust.«
+
+»Ich würde viel Freude haben, wenn ich ein Mutter hätte, die mir so
+beschenkte,« sagte Nellie traurig.
+
+»Ist deine Mutter tot?« fragte Ilse teilnehmend.
+
+»O sie ist lange, lange tot,« entgegnete Nellie. »Sie starb, als ich noch
+eines klein Baby war. Meine Vater ist auch tot – ich bin ganz allein.
+Niemand hat mir recht von Herzen lieb.«
+
+»Arme Nellie,« sagte Ilse und ergriff ihre Hand. »Aber du hast
+Geschwister?«
+
+»O nein! keine Schwester – ganz allein! Ein alte Onkel laßt mir in
+Deutschland ausbilden, und wenn ich gutes Deutsch gelernt habe, muß ich
+ein Gouvernante sein.«
+
+»Gouvernante!« rief Ilse erstaunt. »Du bist doch viel zu jung dazu! Alte
+Mädchen können doch erst Gouvernanten werden!«
+
+Ueber diese naive Anschauung mußte Nellie herzlich lachen, und nun war
+ihre traurige Stimmung wieder verschwunden und ihre angeborene Heiterkeit
+brach hervor, wie der Sonnenstrahl durch graue Wolken. Auf Ilse aber hatte
+Nellies Verlassensein einen tiefen Eindruck gemacht.
+
+»Laß mich deine Freundin sein,« bat sie in ihrer kindlich offnen Weise,
+»ich will dich auch sehr lieb haben.«
+
+»Gern sollst du meine Freundin sein,« entgegnete Nellie und reichte Ilse
+die Hand. »Du hast mich von der erste Augenblick so nett gefallen.«
+
+Der große Koffer war nun leer, und Nellie ergriff den kleinen und war eben
+im Begriffe die Riemen desselben loszuschnallen, als Ilse ihr ihn unsanft
+aus der Hand nahm.
+
+»Der bleibt geschlossen!« sagte sie, »du darfst nicht sehen, was darin
+ist!«
+
+»O je! Was du machst so böse Augen!« rief Nellie und stellte sich höchst
+erschrocken. »Hast du Heimlichkeiten in der kleine Koffer? Ist wohl Kuchen
+und Wurst darin?«
+
+Nellie begleitete ihre Worte mit so komischen Gebärden, daß Ilse lachen
+mußte. Sie bereute auch schon ihre Heftigkeit.
+
+»Ich war recht heftig, Nellie, sei mir nicht böse,« bat sie. »Wenn du mich
+nicht verraten willst, dann werde ich dir zeigen, was darin ist; aber gieb
+mir die Hand darauf, daß du schweigen wirst.«
+
+Nellie legte den Zeigefinger auf den Mund und besiegelte mit einem
+Händedrucke ihre Verschwiegenheit.
+
+Jetzt nahm Ilse den Schlüssel, den sie am schwarzen Bande um den Hals
+trug, und als sie eben im Begriffe war aufzuschließen, wurde zum
+Abendessen geläutet.
+
+»O wie schade!« rief Nellie, die vor Neugierde brannte, die
+geheimnisvollen Schätze zu sehen. »Nun müssen wir hinunter und erst nach
+die Schlafgehen können wir auspacken!«
+
+»Nach dem Schlafengehen?« fragte Ilse erstaunt. »Da liegen wir ja doch in
+unsren Betten.«
+
+»Schweig!« entgegnete Nellie und legte abermals den Finger auf den Mund.
+»Das ist meines Geheimnis.« – –
+
+Ilse erhielt ihren Platz neben der Vorsteherin. An ihrer andern Seite saß
+eine junge Russin, Orla Sassuwitsch. Dieselbe war eine pikante, elegante
+Erscheinung mit kurzgeschnittenem, schwarzen Haar, sehr lebhaften, dunklen
+Augen und einem Stumpfnäschen. Sie zählte siebzehn Jahre, sah aber älter
+aus. Uebrigens sprach sie fließend deutsch.
+
+Ilse hätte gern neben Nellie gesessen, mit der sie in den wenigen Stunden
+so vertraut geworden war, die aber saß weit entfernt von ihr.
+Augenblicklich hatte sie ihren Platz noch gar nicht eingenommen, sondern
+sie stand mit noch einem Mädchen an einem Nebentische und war der
+Wirtschafterin behilflich, den Thee zu servieren.
+
+Es war ein allerliebster Anblick, die jungen Mädchen mit ihren sauberen
+Latzschürzen so häuslich geschäftig zu sehen. Geschickt gingen sie an den
+Tafeln entlang und reichten die Tassen herum.
+
+Verschiedene Schüsseln mit Butterbrötchen, die reichlich mit Wurst und
+Braten belegt waren, standen verteilt auf den Tischen.
+
+Fräulein Raimar ergriff die vor ihr stehende und reichte sie Ilse.
+
+»Nimm dir,« sagte sie, »und gieb dann weiter an deine Nachbarin.«
+
+Ilse war hungrig. Am Mittag hatte sie fast keinen Bissen genießen können,
+jetzt aber machte die Natur ihre Rechte geltend. Sie nahm sich vier
+Schnitten auf einmal, legte zwei und zwei aufeinander und verschlang den
+ganzen Vorrat in drei bis vier Bissen. Freilich hatte sie den Mund recht
+voll, die Backen traten wie geschwollen heraus, das kümmerte sie indes
+wenig, sie war gewohnt, von einem ländlichen Butterbrote tüchtig
+abzubeißen, so zarte Theebrötchen hatte sie daheim stets verschmäht. Als
+sie trank, hielt sie ihre Tasse mit beiden Händen und stützte die Ellbogen
+dabei auf den Tisch.
+
+Fräulein Raimar hatte nicht acht auf Ilse gegeben und wurde erst
+aufmerksam, als sie in ihrer Nähe unterdrücktes Kichern hörte. Melanie und
+Grete Schwarz, zwei Schwestern aus Frankfurt am Main, die Ilse gerade
+gegenüber saßen, amüsierten sich köstlich über deren Ungeniertheit,
+stießen heimlich ihre Nachbarinnen an und zeigten verstohlen auf die
+nichts ahnende.
+
+Ein strenger Blick der Vorsteherin brachte die Mädchen zur Ruhe. Sie
+liebte es nicht, daß über andrer Schwächen und Fehler gespottet wurde.
+Ueber Ilses unmanierliche Art zu essen sagte sie vorläufig nichts, um sie
+nicht vor den vielen Mädchen zu beschämen, erst unter vier Augen pflegte
+sie dergleichen Fehler zu rügen.
+
+»Bist du noch hungrig, Ilse?« fragte sie. Statt einer Antwort nickte diese
+mit dem Kopfe, sie hatte ja erst angefangen zu essen.
+
+Abermals wurde ihr die Brotschüssel gereicht und abermals nahm sie die
+gleiche Portion und verzehrte dieselbe genau in der früheren Weise.
+
+»Die ist gefräßig!« flüsterte die fünfzehnjährige Grete ihrer um zwei
+Jahre älteren Schwester zu. »Sieh nur, wie sie wieder stopft.«
+
+Melanie mußte die Hand vor den Mund halten, sonst hätte sie laut
+herausgelacht.
+
+Um halb acht Uhr war das Abendessen vorbei und zugleich den Pensionärinnen
+die Erlaubnis gegeben, frei zu thun, was sie wollten, bis neun Uhr. Dann
+war Schlafenszeit.
+
+»Komm,« sagte Nellie und trat auf Ilse zu, »ich werde mit dich in die
+Garten spazieren. Aber du hast ja dein Serviette noch nicht schön gelegt
+und die Ring drauf gezogen! Das mußt du erst machen.«
+
+»Nein,« entgegnete Ilse, »das werde ich nicht! Wozu sind denn die
+Dienstmädchen da? Zu Hause hatte ich niemals nötig, solche Dinge zu thun.«
+
+»Ist egal, meine liebe Kind. Hier mußt du solche Dinge thun, wir machen es
+alle.«
+
+Richtig, da lagen sämtliche Servietten sauber zusammengewickelt, sie war
+die einzige, die es nicht gethan hatte. Ungeduldig nahm sie die ihrige,
+schlug sie flüchtig zusammen und zog den Ring darüber.
+
+»So nicht,« meinte Nellie, »das ist ungeschickt.«
+
+Und sie faltete die Serviette noch einmal schnell und geschickt mit ihren
+kleinen Händen. Die junge Engländerin hatte bei allem, was sie that,
+Grazie und Anmut, es war eine Lust, ihr zuzusehen.
+
+»Nun schnell in der Garten!« sagte sie, nahm Ilses Arm und führte sie
+dorthin.
+
+Es war ein hübscher Garten, den Ilse jetzt kennen lernte. Nicht so groß
+und parkartig wie der heimatliche, aber wohl gepflegt. Schöne, hohe Bäume
+standen darin, auch fehlte es nicht an lauschigen Plätzen. Von allen
+Seiten sah man auf die grünbewaldeten Berge.
+
+»Ist es nicht nett hier?« fragte Nellie, habt ihr bei dich auch so schöne
+Berge?«
+
+»Nein, Berge haben wir nicht,« entgegnete Ilse, »aber es gefällt mir doch
+besser bei uns. Es ist alles so frei, ich kann das ganze Feld übersehen.
+Eine Mauer haben wir auch nicht um unsren Park, nur eine grüne Hecke, das
+ist viel hübscher.«
+
+Nellie zeigte ihr sämtliche Lieblingsplätze. Sie führte sie zur Schaukel,
+zum Turnplatz und zuletzt zu einer alten Linde, die mit ihren breiten
+Zweigen und Aesten einen großen, runden Raum beschattete.
+
+»O, es ist süß hier! Nicht wahr?« fragte sie entzückt und sah mit
+leuchtenden Augen hinauf in das grüne Blätterdach. »Hier machen wir unsre
+Ruhe zu Mittag. Dieser alter Baum kann viel erzählen, wenn er sprechen
+will! Er weiß so viel Geheimnisse, die hier verraten sind!«
+
+Bei dem Geplauder Nellies verging die Zeit schnell. Ilse, die am Morgen
+sich so unglücklich gefühlt hatte, die am Nachmittage geglaubt hatte, daß
+sie nie die Trennung vom Papa überleben könne, hatte schon verschiedenemal
+herzlich über Nellie lachen müssen, denn diese hatte eine so drollige Art,
+sie auf diese oder jene Pensionärin aufmerksam zu machen.
+
+»Wie heißt das junge Mädchen, das bei Tische neben mir sitzt?« fragte
+Ilse.
+
+»Die mit die kurze Haar und der Klemmer auf die Nase? Das ist Orla
+Sassuwitsch. Oh sie ist klug! Wir haben alle eine kleine wenig Furcht für
+sie, weil sie immer die Wahrheit gerade in die Gesicht sagt.«
+
+»Das ist doch hübsch,« meinte Ilse.
+
+»O ja, wenn sie angenehm ist, aber zuweilen thut die Wahrheit weh, das
+hört keiner Mensch gern. Wenn ich zu sie sagen würde: ›Orla, du hast
+geraucht!‹ das würde sie gar nicht gefallen, und es ist doch die Wahrheit.
+Ich habe durch ihr Schlüsselloch geluxt und habe große, rauchige Wolken
+gesehen. –«
+
+Sie waren jetzt bei einer Trauerweide angelangt, die ihre grünen Zweige
+bis auf den Boden gesenkt hatte. Nellie blieb stehen und bog einige Zweige
+auseinander.
+
+»Hier, Ilse, stell ich dich unsre Dichterin vor,« sagte sie lachend.
+
+Die Angeredete blickte hinein und sah ein junges Mädchen auf einer kleinen
+Bank sitzen, die hochaufgeschossen, blond und blaß, und deren Gesicht mit
+zahllosen Sommersprossen bedeckt war. Dieselbe hatte auf dem Schoße ein
+dickes, blaues Heft, in welchem sie eifrig schrieb.
+
+Mit einer gewissen neugierigen Scheu blickte Ilse sie an, es war ihr so
+neu, daß junge, siebzehnjährige Mädchen schon dichten können.
+
+»Sie schreibt Romane,« fuhr Nellie fort, »aber wie! Es kommen immer
+zerbrochene Herzen drin vor. – Du wirst dir die Auge schaden, du hast ja
+keine Licht genug zu deine Romane!«
+
+Bis dahin hatte Flora Hopfstange sich nicht stören lassen in ihrer Arbeit,
+jetzt aber wurde sie ärgerlich.
+
+»Ich bitte dich, laß mich in Ruhe, Nellie!« rief sie und schlug ihr
+hellblaues Auge schwärmerisch auf. »Ich hatte eben einen so wundervollen
+Gedanken, nun habe ich ihn verloren!«
+
+»O, ich will ihn suchen!« neckte Nellie und bückte sich auf die Erde
+nieder, als ob sie ihn dort finden könne.
+
+ [Illustration]
+
+»Du bist unausstehlich!« entgegnete Flora aufgebracht. »Du freilich hast
+keine Ahnung von meiner Poesie, verstehst du doch nicht einmal deutsch zu
+sprechen!«
+
+»Das ist wahr,« meinte Nellie lachend und verließ mit Ilse die
+schwerbeleidigte Dichterin.
+
+Melanie und Grete kamen ihnen jetzt entgegen. In ihrer Mitte führten sie
+ein junges Mädchen, sie mochte in Melanies Alter sein, mit lieben, sanften
+Gesichtszügen. Das braune Haar trug sie einfach und glatt gescheitelt,
+kein Härchen sprang widerspenstig hervor. Freundlich lächelte sie Ilse und
+Nellie an, die beiden Schwestern dagegen musterten im Vorübergehen die
+Neuangekommene mit spöttischen Blicken.
+
+»Die Schwestern kennst du,« bemerkte Nellie, »sie sitzen dich gradeüber
+bei Tisch, aber unsre ›Artige‹ ist dich noch unbekannt. O, ich sage dich,
+Ilse, sie ist so artig wie eines ganz wohlgezogenes Kind. Sie ist immer
+der erste in alle Stunden und macht nie eine dummer Streich, kurz, Rosi
+Möller ist eines Musterkind.«
+
+»Was sagst du von unsrem Musterkinde?« rief plötzlich eine fröhliche
+Mädchenstimme. »Nellie, Nellie, dein böses Zünglein geht sicher mit dir
+durch!«
+
+»Du irrst dir, liebes Lachtaube,« entgegnete Nellie, »Ilse ist noch so
+fremd, ich mache ihr bekannt.«
+
+»Wer war das?« fragte Ilse, als die kleine, runde Mädchengestalt, die an
+Orlas Arme hing, vorüber war.
+
+»Das ist Annemie von Bosse, genannt Lachtaube. Sie lacht sehr viel,
+eigentlich immer, und sie kann keine Ende davon finden. Man muß mitlachen,
+sie steckt an. – Nun habe ich dich aber alle Mädchen gezeigt, die in unsre
+Alter sind, die anderen sind zu jung oder es sind Engländerinnen. Von die
+ist nicht viel zu sage, sie sind alle langweilig und sie sprechen noch
+viel weniger gut deutsch als ich.« –
+
+Mit dem Schlage neun begaben sich sämtliche Pensionärinnen zurück in das
+Haus. Bevor sie zur Ruhe gingen, war es Sitte, daß sich alle erst in das
+Zimmer der Vorsteherin begaben, um ihr gute Nacht zu wünschen. Dieselbe
+reichte jeder einzelnen einen Kuß auf die Stirn. Zuweilen ermahnte, lobte
+oder tadelte sie diese oder jene dabei, wenn sie den Tag über etwas gut
+oder schlecht gemacht hatten, alles geschah aber in liebevollem Tone,
+nicht anders als wie eine Mutter zu ihrem Kinde spricht.
+
+»Ich möchte noch mit dir sprechen, liebe Ilse,« sagte Fräulein Raimar, als
+Ilse ihr gute Nacht bot. »Verweile noch einen Augenblick hier.«
+
+Und als sämtliche Mädchen das Zimmer verlassen hatten, ermahnte sie Ilse,
+etwas manierlicher zu essen.
+
+»Du darfst die Tasse nicht mit beiden Händen fassen und die Ellbogen dabei
+aufstützen, Kind, du glaubst nicht, wie unschön das aussieht. Achte auf
+deine Mitschülerinnen, du wirst sehen, daß keine einzige es wie du macht.
+Und dann, weißt du, stecke nicht wieder so große Bissen in den Mund. Die
+kleinen Kinder machen es zuweilen so, aber dann nennt die Mama sie:
+Nimmersatt!«
+
+Ilse war dunkelrot geworden vor Aerger über die erhaltene Ermahnung.
+Trotzig biß sie die Lippen aufeinander und unterdrückte eine ungezogene
+Antwort.
+
+»Geh nun zu Bett, mein Kind, und schlafe gut.«
+
+Sie war im Begriffe, Ilse einen Kuß auf die Stirn zu reichen, als diese
+mit einer heftigen Bewegung den Kopf zurückbog. Es war ihr unmöglich, sich
+von der Vorsteherin küssen zu lassen, die sie in diesem Augenblicke
+geradezu haßte.
+
+Fräulein Raimar wandte sich unwillig von dem Trotzkopfe ab, ohne noch
+etwas zu sagen, und Ilse verließ das Zimmer.
+
+Sie lief die Treppe hinauf und trat atemlos zu Nellie in das Zimmer. Die
+Thüre warf sie heftig in das Schloß und schob auch noch den Riegel vor,
+was in der Pension streng untersagt war.
+
+»Mach nicht der Riegel zu,« sagte Nellie, »wir dürfen das nicht thun. Wenn
+wir in die Bett liegen, kommt Fräulein Güssow bei uns nachsehen.«
+
+Ilse rührte sich natürlich nicht, und Nellie mußte das selbst besorgen.
+Ungestüm warf sie sich auf ihr Bett und brach in Thränen aus.
+
+»O, was ist dich?« fragte Nellie erschrocken.
+
+»Hier bleibe ich nicht! – Ich reise morgen fort! Wenn das mein Papa wüßte,
+wie sie mich behandelt hat!« rief Ilse aufgeregt.
+
+Durch viele Fragen bekam Nellie in einzelnen abgerissenen Sätzen von Ilse
+heraus, was Fräulein Raimar gesagt hatte.
+
+»Ich esse ungeschickt, – ich nehme zu große Bissen – und ich bin ein
+Nimmersatt! Zu Hause darf ich essen, wie und was ich will! – Ich will
+wieder fort! Morgen reise ich! –«
+
+»Du mußt dir nicht so viel grämen um so kleine Sach’,« sagte Nellie sanft
+und strich liebkosend Ilses lockiges Haar. »Fräulein Raimar ist sehr
+gerecht, sie meint es gut und will dir nicht beleidigen. Mit uns alle
+macht sie es so. Wir sind doch jung und dumm und müssen noch lernen. – Nun
+komm, wir legen uns jetzt in die Bett und später, wenn Fräulein Güssow bei
+uns eingesehen hat, stehen wir ganz leise wie die Mäuschen wieder auf und
+packen deiner kleine Koffer leer.«
+
+Aber so leicht war Ilse nicht zu beruhigen. »Nein!« rief sie und sprang
+auf, »der kleine Koffer bleibt verschlossen! Ich reise wieder fort!«
+
+Hastig zog sie sich aus, warf ihre Kleidungsstücke drunter und drüber und
+legte sich schluchzend in ihr Bett. Schweigend ordnete Nellie die
+zerstreuten Sachen, sie hing das schöne Kleid an einen Nagel, Ilse hatte
+dasselbe auf einen Stuhl geworfen, und legte alles übrige glatt und
+ordentlich zusammen. Dann ging auch sie zur Ruhe.
+
+Bevor sie indes ihr Lager bestieg, kniete sie vor demselben nieder,
+faltete die Hände und betete leise ein kurzes Gebet.
+
+»Gut’ Nacht, Ilse,« sagte sie dann und gab ihr einen Kuß. »Du mußt nun
+nicht mehr weinen, – alle Anfang ist schwer.«
+
+Aber Ilse weinte noch lange. Ihre Gedanken kehrten zum Vater zurück und
+begleiteten ihn auf seiner Rückreise. In wenigen Stunden mußte er die
+Heimat erreicht haben. Ach, wenn er wüßte, wie sein einziges Kind
+behandelt wurde! Sie fühlte sich zu unglücklich in der Gefangenschaft! –
+Wie ein Kind weinte sie sich in den Schlaf, aber böse Träume schreckten
+sie mehrmals auf. Bald hielt sie eine mächtige Theetasse in der Hand und
+ließ sie zur Erde fallen, bald hielt ihr die Vorsteherin im grauen Kleide
+ein heimatliches Butterbrot dicht vor den Mund, wollte sie aber zubeißen,
+war es verschwunden.
+
+ * * *
+
+Um sechs Uhr am andern Morgen hieß es: Aufgestanden! Da galt kein langes
+Besinnen, und wenn die jungen Glieder noch so sehr vom Schlafe befangen
+waren, es wurde keine Gnade geübt. Ilse pflegte daheim bald früh, bald
+spät aufzustehen, wie sie gerade Lust hatte. Einer bestimmten Ordnung, wie
+sie die Mama so sehr gewünscht, hatte sie sich nicht fügen wollen. Es
+wurde ihr denn auch nicht wenig schwer, so auf Kommandowort sich erheben
+zu müssen, gerade heute hatte sie den Wunsch, noch einigemal sich im Bette
+herumzudrehen, sie war so spät erst eingeschlafen. Aber daran war nicht zu
+denken, Nellie stand schon da und wusch sich. Mit einem Sprunge war sie
+Schlag sechs Uhr aus dem Bette gewesen.
+
+»Wach auf, Ilse,« sagte sie, »um halb sieben trinken wir Kaffee.«
+
+»Schon aufstehen,« antwortete die Verschlafene, »aber ich bin noch so
+müde.«
+
+»Thut nix, du darfst nicht mehr schlafrig sein.«
+
+Aber Ilse zögerte noch. Nellie stand schon fertig da, ja hatte schon
+alles, was sie zur Nacht- und Morgentoilette nötig hatte, beiseite
+geräumt, als sie sich langsam erhob.
+
+»O Ilse, eile dir, du hast nur zehn Minuten Zeit! Schnell, schnell, ich
+will dich helfen! Wo sind dein Kamm?«
+
+Ilse zeigte auf ein Papier, das im Fenster lag. »Dort liegen sie
+eingewickelt,« gab sie zur Antwort.
+
+»Das ist nicht nett, das gefällt mir nicht,« meinte Nellie und rümpfte das
+Näschen. »Du mußt dich ein Taschen nähen, von grauer Stoff und rote Band,
+sieh, wie dies da,« und sie zeigte ihre Kammtasche, »siehst du, so ist’s
+fein.«
+
+Ilse machte nicht viel Umstände mit ihrem Haar. Sie kämmte und bürstete
+es, damit war alles abgemacht, die natürlichen Locken ringelten sich von
+selbst ohne weitere Bemühung. Ein hellblaues Band schlang ihr Nellie durch
+dieselben und band es mit einer Schleife seitwärts zu.
+
+»Nun noch die Schürze,« sagte sie, als Ilse soweit fertig war, »sie darf
+nicht fehlen.« Sie lachte, als Ilse sich dagegen sträubte.
+
+»Du bist ein klein, albern Ding,« schalt sie und band ihr die Schürze vor,
+trotz Ilses heftigem Widerstande. »Gleich hältst du still! Ohn’ ein
+Schürzen giebt es kein Kaffee.«
+
+Die lustige Nellie setzte es wirklich durch, daß Ilse sich ihrem Willen
+fügte.
+
+»So,« sagte sie, »nun bist du schön! Die blau gestickter Schürze ist sehr
+nett und du bekommst einer süßer Kuß.«
+
+An langen Tafeln saßen die Mädchen bereits, Nellie und Ilse waren die
+letzten. Fräulein Raimar war des Morgens niemals zugegen, nur Fräulein
+Güssow führte die Aufsicht. Ilse mußte sich zu ihr setzen. Als ihr der
+Kaffee gereicht wurde, nahm sie die Tasse ganz manierlich beim Henkel in
+die Hand, aß auch wie es sich gehört nicht mit großen Bissen, wie am Abend
+zuvor; aber sie hatte eine andre Unart, die ebenfalls zu tadeln war, sie
+schlürfte den Kaffee so laut, daß sie allgemeine Heiterkeit erregte.
+
+Ilse hatte keine Ahnung, daß ihr das Gelächter galt, Orla machte sie damit
+bekannt.
+
+»Du führst ja ein wahres Konzert auf,« sagte sie. »Machst du das immer so?
+Schön hört sich diese Tafelmusik nicht an, das kann ich dich versichern.«
+
+Ilse fühlte sich schwer beleidigt über diese Zurechtweisung. Hastig setzte
+sie die Tasse nieder, erhob sich und eilte hinaus.
+
+»Du durftest sie nicht vor all’ den übrigen so beschämen, Orla,« tadelte
+Fräulein Güssow, indem sie ebenfalls aufstand, um Ilse zu folgen, »das
+kränkt sehr.«
+
+Ilse war gerade im Begriff in den Garten zu gehen, als die junge Lehrerin
+sie zurückrief.
+
+»Wo willst du hin, Ilse?« fragte sie. »Was fällt dir ein, mein Kind, daß
+du nach deinem Gefallen davonläufst? Es ist nicht Sitte bei uns, daß
+jemand eine Mahlzeit verläßt, bevor dieselbe beendet ist. Komm gleich
+zurück und verzehre dein Frühstück.«
+
+»Ich mag nicht mehr frühstücken,« entgegnete Ilse, »und ich gehe nicht
+wieder hinein! Sie haben mich alle ausgelacht und Orla war ungezogen gegen
+mich. Es geht niemand etwas an, wie ich esse und trinke, ich mache es, wie
+ich will! Vorschriften lasse ich mir nicht machen, nein!«
+
+»Ehe ich weiter mit dir spreche, bitte ich dich erst ruhig und vernünftig
+zu sein, liebe Ilse. Ich kann nicht dulden, daß du in einem so unartigen
+Tone zu mir sprichst.«
+
+Sehr ernst und nachdrücklich hatte Fräulein Güssow gesprochen, aber es
+klang doch ein Ton der Liebe hindurch. Ihr schönes, weiches Organ
+verfehlte selten den Weg zum Herzen, das lernte auch Ilse in diesem
+Augenblicke kennen. Sie blickte zu Boden, und etwas wie Beschämung stieg
+in ihr auf.
+
+Die Lehrerin las in Ilses beweglichen Zügen und wußte, was in ihr vorging.
+
+»Gieb mir deine Hand, du kleiner Brausekopf!« sagte sie freundlich, »und
+versprich mir, nicht wieder so stürmisch zu sein und deiner
+augenblicklichen Laune zu folgen, selbst wenn du glaubst, im Rechte zu
+sein. Heute warst du es nicht einmal, du trankest wirklich etwas
+unappetitlich. Orla hat es gut gemeint, daß sie dich darauf aufmerksam
+machte, du darfst ihr darum nicht böse sein. So eine kleine wohlverdiente
+Lehre muß sich jede von euch gelegentlich gefallen lassen. Es ist doch
+besser, jetzt als Kind zurechtgewiesen zu werden, als wenn deine Fehler
+und Angewohnheiten späterhin zum Spott der Gesellschaft würden.«
+
+Daheim hatte Ilse niemals hören wollen, daß sie eine junge Dame sei, und
+jetzt berührte es sie gar nicht angenehm, daß man sie gewissermaßen noch
+zu den Kindern rechnete.
+
+»Nun siehst du das ein, Ilse?« fragte die Lehrerin.
+
+Vielleicht that sie es, aber sie würde ein Ja nicht über die Lippen
+gebracht haben. Fräulein Güssow begnügte sich mit ihrem Stillschweigen und
+nahm dasselbe für eine Zustimmung. Sie meinte, daß eine Natur wie Ilses
+nicht mit Gewalt zum Nachgeben gezwungen werden dürfe.
+
+»Nun wollen wir zurück in den Speisesaal gehen,« sagte sie, und Ilse wagte
+keine Widerrede. Sie folgte dem Fräulein mit niedergeschlagenen Augen, sie
+hatte Furcht vor den vielen peinlichen Blicken, die sich alle auf sie
+richten würden.
+
+Als sie eintraten, war das Zimmer leer und die Frühstückszeit vorüber.
+Niemand war froher als Ilse, die sich wie erlöst vorkam.
+
+»Ich habe noch einen Auftrag für dich, Ilse,« sagte die Lehrerin.
+»Fräulein Raimar wünscht deine Arbeitshefte zu sehen, auch sollst du
+zugleich mündlich geprüft werden. In einer Stunde finde dich in dem
+Konferenzzimmer ein, du wirst dort zugleich deine zukünftigen Lehrer und
+Lehrerinnen zum Teil kennen lernen.«
+
+»Wollen sie mich alle prüfen?« fragte Ilse etwas besorgt.
+
+»Nein,« entgegnete das Fräulein, »aber sie werden zuhören, wenn Fräulein
+Raimar dich examiniert. Später wirst du dann erfahren, in welche Klasse du
+gesetzt bist, und morgen nimmst du zum erstenmal an dem Unterricht teil.«
+
+Ilse ging in ihr Zimmer und suchte ihre Hefte zusammen. Sie waren nicht in
+der besten Verfassung. Das deutsche Aufsatzheft machte besonders keinen
+Staat. Verschiedene Tintenflecke zierten es, und sogar einige naseweise
+Fettflecke machten sich darauf breit. Das französische Heft wurde ganz
+beiseite gelegt. Sie hatte versucht, einige Seiten, die gar zu verschmiert
+aussahen, herauszureißen und durch diesen Gewaltstreich waren alle andern
+Blätter gelockert – unmöglich konnte sie das Buch in dieser Verfassung
+vorzeigen.
+
+Nellie, die gerade eine freie Stunde hatte, sah erstaunt Ilses Treiben zu.
+»Was thust du?« fragte sie. »Willst du dein Bücher so an Fräulein Raimar
+vorzeigen? das darfst du nicht. Hat deiner Herr Pastor dir dies erlaubt?
+Gieb schnell, ich will dich blaues Umschläge drum wickeln, das ist nett
+und man sieht die alte Flecken nicht.«
+
+»Gieb her!« rief Ilse gereizt. »Sie sind gut so! Es ist mir ganz egal, ob
+Fräulein Raimar die Flecken sieht oder nicht!«
+
+»Nicht so zornig, Fräulein Ilse! Sie sind eine kleine, unordentliche junge
+Dame! Würde es dir vielleicht spaßig sein, wenn Fräulein Raimar deine Buch
+mit spitze Finger hoch hielt und sie alle Lehrer zeigte? O nein, das wär
+dich nicht egal und nicht spaßig. Besonders wenn Herr Doktor Althoff,
+unser deutscher Lehrer, mit seine bekannte, höhnische Lachen dir so von
+die Seiten ansieht und fragt: Wie alt sind Sie, mein Fräulein?«
+
+Trotzdem Ilse ungeduldig wurde, trotzdem sie entschieden erklärte, es wäre
+höchst unnütz, daß so viele Umstände wegen der dummen Bücher gemacht
+würden, setzte Nellie ihren Willen durch.
+
+»So, nun kannst du gehen,« sagte sie, als sie auch dem letzten Hefte ein
+blaues Kleid gegeben hatte, »nun bedanke dir für mein Mühe.«
+
+»Du bist doch sehr gut, Nellie,« meinte Ilse. »Wie ist es dir nur möglich,
+stets so sanft und geduldig zu sein? Ich kann das nicht!«
+
+»O, du lernst schon, Kind. Wirst noch eine ganz zahme, kleine Vogel sein!«
+entgegnete Nellie.
+
+Um elf Uhr ging Ilse hinunter in das Konferenzzimmer. Als sie eintrat,
+fand sie mehrere Lehrer und einige Lehrerinnen anwesend. Sie saßen um
+einen Tisch, Fräulein Raimar nahm den Platz obenan ein.
+
+»Tritt näher, Ilse,« sagte sie und machte mit einigen freundlichen Worten
+die neue Schülerin mit ihren zukünftigen Lehrern bekannt. Darauf ließ sie
+sich die Schreibhefte reichen. Das Aufsatzbuch fiel ihr zuerst in die
+Hand. Sie blätterte und las darin, und einigemal schüttelte sie den Kopf.
+
+»Oft recht gute und klare Gedanken,« bemerkte sie zu dem neben ihr
+sitzenden Lehrer der deutschen Sprache, Doktor Althoff, »und dabei diese
+oberflächliche, flüchtige Schrift. Sehen Sie einmal, ›uns‹ mit einem ›z‹
+geschrieben – ›Land‹ mit einem ›t‹. Da werden wir viel Versäumtes
+nachzuholen haben. Wie schreibst du ›Land‹, Ilse, buchstabiere einmal.«
+
+Ilse konnte unmöglich diese Frage für ernst halten. War sie denn ein
+kleines Mädchen aus der A-B-C-Klasse? Sie zögerte mit der Antwort.
+
+Die Vorsteherin indes war nicht gewöhnt zu scherzen, sie sah erstaunt die
+schweigende Ilse an.
+
+»Wie du Land schreibst, möchte ich von dir wissen,« wiederholte sie noch
+einmal in bestimmtem Tone, der jeden Zweifel, ob er ernst gemeint sei oder
+nicht, benahm.
+
+Ilse kräuselte etwas unwillig die Stirn, zog die Lippe in die Höhe und
+buchstabierte so schnell, daß man ihr kaum folgen konnte: L–a–n–d. Den
+Blick hatte sie zum Fenster hinausgewandt, um Fräulein Raimar nicht
+anzusehen.
+
+»Also nur flüchtig, ich dachte es mir,« sagte diese. »Wenn du in Zukunft
+deine Aufsätze machst, wirst du sehr aufmerksam sein. Fehler, wie ich sie
+in deinen Aufgaben finde, kommen bei uns nicht mehr in der dritten Klasse
+vor.«
+
+Es wurden nun Ilse Fragen in den verschiedensten Fächern vorgelegt.
+Manchmal fielen die Antworten überraschend aus, zuweilen dagegen geradezu
+einfältig. Doktor Althoff lächelte einigemal, was Ilse das Blut bis hinauf
+in die braunen Locken trieb. Sie ärgerte sich darüber und drehte ihr
+Taschentuch wie eine Wurst fest zusammen.
+
+Im Französischen bestand sie gut. Monsieur Michael, der französische
+Lehrer, ein älterer Herr mit weißem Haar, redete sie gleich in dieser
+Sprache an, sie antwortete ihm korrekt und fließend.
+
+Miß Lead, die englische Lehrerin, die ebenfalls im Institute wohnte, hatte
+weniger Glück bei ihrer Anrede. Ilse holperte sehr, als sie die Antwort
+gab.
+
+»Nun kannst du uns verlassen, Kind,« sagte Fräulein Raimar. »Dein Examen
+ist zu Ende. Später werde ich dir mitteilen, welche Klasse du besuchen
+wirst.«
+
+Nachdem Ilse das Zimmer verlassen, wurde nach einigem Hin- und Herberaten
+der Beschluß gefaßt, sie in die zweite Klasse zu geben, im Französischen
+solle sie indes die erste besuchen.
+
+»Ich glaube, Ilse wird uns viel Not machen,« äußerte die Vorsteherin
+besorgt. »Sie ist widerspenstig und trotzig, auch kann sie nicht den
+geringsten Tadel vertragen.«
+
+»Aber sie hat ein gutes Herz,« fiel Fräulein Güssow lebhaft ein. »Ich habe
+noch keine Beweise dafür, aber ich lese es in ihrem schönen, offnen Auge.
+Ich bin überzeugt, daß ich mich nicht täusche. Eins ist mir indes klar,
+mit Strenge werden wir wenig ausrichten, dagegen hoffe ich, mit Liebe und
+Energie wird es uns gelingen, ihren Trotz zu zähmen.«
+
+»Das ist ganz meine Ansicht!« stimmte Monsieur Michael bei, »Sie werden
+sehen, meine Damen und Herren, Mademoiselle Ilse wird eine Zierde der
+Pension sein! Mit welcher Eleganz spricht sie französisch, wie gewählt
+setzt sie die Worte! Ah, sie ist ein Genie!« – Der kleine Herr hatte sich
+ordentlich in Begeisterung gesprochen und seine Worte mit lebhaften
+Gestikulationen begleitet.
+
+»Ich wünsche von Herzen, daß Sie recht haben mögen,« entgegnete Fräulein
+Raimar und erhob sich von ihrem Platze. »An Liebe und Nachsicht wollen wir
+es nicht fehlen lassen, vielleicht gelingt es uns, Ilse verständig und
+gefügig zu machen.« –
+
+Fürs erste schien noch wenig Aussicht dazu. Beim Mittagessen legte Ilse
+wieder den Beweis ab, wie recht Fräulein Raimar hatte, wenn sie
+behauptete, daß Ilse keinen Tadel vertragen könne.
+
+Sie hielt die Gabel schlecht. Die Fingerspitzen berührten fast die
+Speisen. Das Gemüse verzehrte sie mit dem Messer und so heiß, daß sie
+manchmal, um sich nicht zu verbrennen, den Bissen wieder aus dem Munde
+fallen ließ. Auch hielt sie den Kopf sehr tief über den Teller gebeugt,
+was ihr das Aussehen eines hungrigen Kindes gab.
+
+»Sitze gerade, liebe Ilse,« ermahnte die Vorsteherin, »es ist dir nicht
+gesund, so krumm zu sitzen.«
+
+»Ich esse immer so,« erwiderte sie ziemlich kurz.
+
+»Ich aß immer so, meinst du wohl, mein Kind, denn hier wirst du dich daran
+gewöhnen, zu thun, was Sitte ist ... Hast du zu Hause auch stets die Gabel
+so kurz gefaßt und mit dem Messer gegessen?«
+
+»Ja,« sagte Ilse und warf den Kopf leicht in den Nacken. »Papa hatte nie
+etwas an mir auszusetzen, er war zufrieden, wenn es mir nur schmeckte.«
+
+»Aber die Mama, hat auch sie deine Art zu essen gutgeheißen?«
+
+Ilse schwieg. Eine Unwahrheit konnte und mochte sie nicht sagen, denn wie
+oft hatte die Mutter sie ermahnt, und wie oft hatte sie derselben zur
+Antwort gegeben: »Dann will ich gar nichts essen, wenn du mich immer
+tadelst.«
+
+Das Fräulein hatte leise, nur für Ilse verständlich gesprochen. Niemand
+ahnte, was sie sagte, denn ihre Züge sahen mild und freundlich aus. Eine
+Antwort auf ihre Frage wartete sie nicht ab, aber es gefiel ihr, daß Ilse
+lieber schwieg, als gegen ihre Ueberzeugung sprach.
+
+»Nun iß nur, Kind,« fuhr sie fort, »mit der Zeit wirst du dich schon
+gewöhnen. In wenigen Wochen hast du alle deine kleinen Unebenheiten
+abgestreift und wir werden niemals nötig haben, etwas an dir zu rügen.
+Nicht wahr?«
+
+»Ich weiß es nicht,« erwiderte Ilse und sah mit einem ziemlich
+verdrießlichen Gesicht auf ihren Teller nieder.
+
+»Du mußt dir Mühe geben, dann wird es schon gehen.«
+
+Dazu schwieg Ilse. Natürlich war sie fest davon überzeugt, daß ihr das
+größte Unrecht geschah. Warum sollte sie nicht natürlich essen? Der Papa
+hatte stets gesagt, sie solle keine Zierpuppe werden, nun hatte man bei
+allem, was sie that und wie sie es that, etwas auszusetzen. Sie wagte kaum
+noch etwas zu genießen und wenn das so weiter ging, wollte sie lieber
+verhungern. –
+
+ * * *
+
+Am Abend, als Nellie und Ilse sich schlafen gelegt hatten, als Fräulein
+Güssow bereits ihre Runde gemacht, als das Licht gelöscht und alles still
+im Hause war, rief Nellie, »wachst du, Ilse?«
+
+»Ja,« antwortete diese, »was soll ich?«
+
+»Zieh dir leise an, wir wollen dein kleiner Koffer auspacken.«
+
+»Es ist ja aber dunkel,« meinte Ilse.
+
+»O laß nur, ich habe schon eine Licht.«
+
+Leicht und unhörbar stieg Nellie aus ihrem Bette und ging auf Strümpfen an
+ihre Kommode. Sie zog den oberen Kasten vorsichtig heraus und nahm einen
+kleinen Wachsstock aus demselben. Nachdem sie ihn angezündet hatte,
+stellte sie ein Buch davor, damit kein Lichtschimmer durch das Fenster
+drang.
+
+»Ist doch fein, nicht?« fragte sie. »Nun eile dich aber,« trieb sie Ilse,
+die sich flüchtig ankleidete.
+
+»Wo hast du der Schlüssel?«
+
+»Hier habe ich ihn,« entgegnete Ilse und zog ihn unter dem Kopfkissen
+hervor, »ich werde selbst aufschließen.«
+
+Nellie leuchtete mit dem Wachsstocke und hielt die Hand davor.
+Vornübergebeugt stand sie in neugieriger Erwartung, der Schätze harrend,
+die sich vor ihren Augen aufthun würden. Recht enttäuscht wurde sie, als
+Ilse anfing auszupacken. Die erwarteten Delikatessen – Nellie war eine
+Freundin davon – kamen nicht zum Vorschein.
+
+»O, hast du keine Kuchen?« fragte sie, warf den Plunder heraus und
+durchsuchte mit der Hand bis auf den Grund.
+
+»Au, au!« rief sie plötzlich und fuhr mit der Hand zurück. »Was ist dies?
+Ich habe mir gestochen!« Und richtig, ein roter Blutstropfen hing an dem
+kleinen Finger.
+
+Ilse begriff nicht, woher die Verwundung kam, bis sie selbst in den Koffer
+griff und die Ursache entdeckte, – – o Schrecken! das Glas mit dem
+Laubfrosche war zerbrochen, und Nellie hatte sich an einem Glassplitter
+geritzt.
+
+»Wo nur der Frosch ist,« sagte Ilse ängstlich und räumte die Scherben
+fort.
+
+»Was? – eine Frosch? Eine lebendige Frosch? O je – hast du ihn verpackt?
+Wie kannst du so eine arme Tier in die Koffer thun? Ohne Luft muß er tot
+gehen!«
+
+Ilse hatte soeben den kleinen Laubfrosch gefunden, – natürlich war er tot.
+Sie legte ihn auf die flache Hand und hauchte ihn an, vielleicht brachte
+sie ihn wieder zum Leben. Nellie lachte sie aus.
+
+»Du hast die arm, klein Frosch gemordet,« sagte sie und nahm ihn in die
+Hand. »O, er ist kaput! Er kriegt keine Leben wieder, niemals! Morgen früh
+wollen wir ihn in ein Schachtel legen und unter die Linde vergraben.«
+
+Ilse sah traurig auf den Frosch und die Thränen traten ihr in die Augen.
+Sie hatte das Tierchen selbst gefangen, es stets gefüttert und eine große
+Freude daran gehabt, nun hatte sie es getötet durch eigne Schuld.
+
+ [Illustration]
+
+»Wie schlecht von mir, daß ich so dumm sein konnte!« klagte sie sich an.
+»Ich dachte gar nicht daran, als ich meine Sachen packte, daß er ersticken
+müsse. Es ging so schnell –«
+
+Einigermaßen tröstete sie die Aussicht auf das Begräbnis unter der Linde.
+
+»Wir machen eine kleiner Hügel,« sagte Nellie, »und pflanzen Blumen
+darauf. Und ein klein Holzkreuz stecken wir in die Erden und schreiben
+daran: Hier ruht Ilses Frosch. Er mußte sein junge Leben lassen, weil ihm
+der Luft ausging.«
+
+Dieser komische Einfall trocknete Ilses Thränen, sie mußte darüber lachen.
+
+Als sie den ausgestopften Kanarienvogel ansah, fand sie, daß er sehr
+gelitten hatte. Das Köpfchen war ganz breit gedrückt und der eine Flügel
+hing herunter. Nellie gab ihm wieder einige Façon. Sie drückte den Kopf
+rund und versprach auch, den Flügel wieder gut zu machen. Sie wollte ihn
+am andern Tage anleimen.
+
+»Laß mir nur machen,« sagte sie, »ich werde ihm schon wieder in die
+Ordnung bringen.«
+
+»Was ist denn das?« fragte sie plötzlich und hielt Ilses Blusenkleid in
+die Höhe, »warum hast du diese schmacklose Robe eingepackt, – und die alte
+schmutzige Stiefel, – was soll damit?«
+
+Warum? Darüber hatte Ilse selbst noch nicht nachgedacht, aber sie war
+ärgerlich, ihr Lieblingskostüm so verachtet zu sehen.
+
+»Du verstehst nichts davon,« sagte sie und nahm es Nellie fort. »Es ist
+mein liebster und schönster Anzug! Ich mag die andern Kleider gar nicht
+leiden, sie sitzen so fest und sehen so geziert aus.«
+
+»O laß mir ihn probieren,« bat Nellie, »ich will ihn anziehen.«
+
+Dagegen hatte Ilse nichts einzuwenden. Sie half Nellie ankleiden und in
+wenigen Augenblicken stand diese in einem ganz wunderbaren Aufzuge da.
+
+Der Rock war ihr zu kurz, da sie etwas größer als Ilse war, unter
+demselben sah das lange, weiße Nachtgewand hervor, die Bluse war
+stellenweise zerrissen und Nellie hatte den Aermel verfehlt und war durch
+ein großes Loch dicht daneben herausgefahren, so daß der Aermel auf dem
+Rücken hing. Nachdem sie auch noch den schäbigen Ledergürtel um ihre
+zierliche Taille geschnallt hatte, stand sie fertig da, bis auf die
+Stiefel, die sie nicht anziehen mochte, weil sie zu schmutzig waren.
+
+»Bequem ist diese Kostüm, das ist wahr,« sagte sie und fing an, allerhand
+lustige Sprünge auszuführen und sich im Kreise zu drehen. »Man ist so
+luftig – so leicht!«
+
+Ilse brach plötzlich in ein so herzhaftes Gelächter aus, daß Nellie auf
+sie zueilte und ihr den Mund mit der Hand verschloß.
+
+»Du darfst nicht so toll lachen,« sagte sie, »du wirst uns verraten!«
+
+»Ich kann nicht anders, du siehst ja zum totlachen aus.«
+
+Nellie trat mit dem Wachsstocke vor den kleinen Spiegel und betrachtete
+sich.
+
+»O wie abscheulich!« sagte sie und riß die Sachen herunter, »wie kannst du
+so ein häßlicher Anzug schön finden!«
+
+Ilse verschloß ihre Herrlichkeiten wieder in den Koffer, dann wurde das
+Licht gelöscht und in wenigen Augenblicken schliefen die beiden Mädchen
+fest und tief.
+
+ * * *
+
+Vierzehn Tage waren seit Ilses Aufnahme in der Pension vergangen. Manche
+bittre Thräne hatte sie in der kurzen Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit
+erschien, geweint, und oft, recht oft hatte sie die Feder angesetzt, um
+dem Vater zu schreiben, daß er sie zurückholen möge. Nur weil sie sich vor
+der Mutter scheute, that sie es nicht. Erst zweimal hatte sie die vielen
+und langen Briefe, die sie aus der Heimat erhalten, beantwortet, nur ganz
+kurz und mit der Entschuldigung, daß ihr die Zeit zu längeren Briefen
+fehle.
+
+Endlich, eines Sonntag Nachmittags, den fast alle Pensionärinnen zum
+Briefschreiben benutzten, setzte auch sie sich dazu nieder. Große Lust
+hatte sie indessen nicht. Sie wußte gar nicht recht, was sie schreiben
+sollte; wie es ihr eigentlich um das Herz war, mochte sie ja doch nicht
+sagen.
+
+Sie schlug die neue Schreibmappe auf, wählte nach langem Suchen einen rosa
+Bogen mit einer Schwalbe darauf, tauchte eine Feder in das Tintenfaß und –
+malte allerhand Schnörkeleien auf ein Stückchen Papier. Nachdem sie diese
+Unterhaltung ein Weilchen getrieben, begann sie endlich den Brief. Nach
+wenigen Zeilen hörte sie auf und legte das Geschriebene beiseite. Der
+Anfang gefiel ihr nicht. Es wurde ein neuer Schwalbenbogen geopfert und
+noch einer. Der vierte endlich hatte mehr Glück. Sie beschrieb denselben
+von Anfang bis zu Ende, ja, sie nahm noch einen fünften Bogen dazu. Sie
+war nun einmal in das Plaudern gekommen, immer wieder fiel ihr etwas ein,
+das sie dem Papa mitteilen mußte.
+
+Als sie zu Ende war, durchlas sie noch einmal ihre lange Epistel und wir
+blicken ihr über die Schulter und lesen mit.
+
+
+
+
+
+
+ »Mein liebes Engelspapachen!
+
+Es ist heute Sonntag. Das Wetter ist so schön und im Garten blühen die
+Rosen (da fällt mir eben ein, hat meine gelbe Rose, _maréchal Niel_, die
+der Gärtner im Frühjahre verpflanzte, schon Knospen angesetzt? bitte,
+vergiß nicht, mir Antwort zu geben) – und die Vögel singen so lustig –
+ach! und deine arme Ilse sitzt im Zimmer und kann sich nicht im Freien
+umhertummeln. Mein liebes Pa’chen, das ist recht traurig, nicht wahr? Ich
+komme mir oft vor wie unser Mopsel, wenn er genascht hatte und zur Strafe
+dafür eingesperrt wurde. Ich möchte auch manchmal, wie er es that, an der
+Thüre kratzen und rufen: macht auf! Ich will hinaus!
+
+Es ist gar nicht hübsch, immer eingesperrt zu sein. Zu Haus konnte ich
+doch immer thun und treiben, was ich wollte, im Garten, auf dem Felde, in
+den Ställen, überall durfte ich sein und meine reizenden Hunde waren bei
+mir und liefen mir nach, wohin ich ging. Ach, das war zu himmlisch nett!
+Was macht Bob, Papachen, und Diana und Mopsel und die andern? O, wenn ich
+sie gleich hier hätte!
+
+Es ist in der Pension alles so furchtbar streng, man muß jede Sache nach
+Vorschrift thun. Aufstehen, Frühstücken, Lernen, Essen, – immer zu
+bestimmten Stunden. Und das ist gräßlich! Ich bin oft noch so müde des
+Morgens, aber ich muß heraus, wenn es sechs geschlagen hat. Ach, und wie
+manchmal möchte ich in den Garten laufen und muß auf den abscheulichen
+Schulbänken sitzen! Die furchtbare Schule!
+
+Ich lerne doch nichts, Herzenspa’chen, ich bin zu dumm. Nellie und die
+andern Mädchen wissen viel mehr, sie sind auch alle klüger als ich. Nellie
+zeichnet zu schön! Einen großen Hundekopf in Kreide hat sie jetzt fertig,
+als wenn er lebte, sieht er aus. Und Klavier spielt sie, daß sie Konzerte
+geben könnte – und ich kann gar nichts!
+
+Wenn ich doch lieber zu Hause geblieben wäre, dann wüßte ich doch gar
+nicht, wie einfältig ich bin. Nellie tröstet mich oft und sagt: ›Es ist
+keiner Meister von der Himmel gefallen, fang’ nur an, du wirst schon
+lernen!‹ Aber ich habe angefangen und doch nichts gelernt. Ich weiß nur,
+daß ich sehr, sehr dumm bin.
+
+Am fürchterlichsten sind die Mittwoch Nachmittage. Da sitzen wir alle von
+drei bis fünf in dem Speisesaale. Die Fenster nach dem Garten sind weit
+offen und ich blicke sehnsüchtig hinaus. Es zuckt mir förmlich in Händen
+und Füßen, daß ich aufspringen möchte, um in den Garten zu eilen – ich
+darf es nicht, ganz still muß ich dasitzen und muß meine Sachen
+ausbessern, – Strümpfe stopfen und was ich sonst noch zerrissen habe,
+wieder flicken. Denke Dir das einmal, mein kleines Papachen! Deine arme
+Ilse muß solche fürchterliche Arbeiten thun! – Und Fräulein Güssow sagt,
+das wär’ notwendig, Mädchen müssen alles lernen. Sie war ganz erstaunt,
+daß ich nicht stricken konnte. Man kauft doch jetzt die Strümpfe, das ist
+ja viel netter, warum muß ich mich unnütz quälen? Es wird mir so schwer,
+die Maschen abzustricken, und ich mache es auch sehr schlecht.
+
+Melanie Schwarz, sie ist sehr hübsch, ziert sich aber und stößt mit der
+Zunge an, und dann sagt sie immer zu allem: ›Furchtbar nett, furchtbar
+reizend, oder furchtbar scheußlich‹ – sie meinte neulich: ›Du strickst
+aber furchtbar scheußlich, Ilse.‹ Du siehst, Pa’chen, ich kann nichts!
+
+In den Arbeitsstunden wird einmal französisch, einmal englisch die
+Unterhaltung geführt. Französisch kann ich mich allenfalls verständlich
+machen, aber englisch geht es sehr schlecht, so schlecht, daß ich mich
+schäme, den Mund aufzuthun. Nellie ist gut, sie hilft mir nach und will
+oft mit mir sprechen, wenn wir allein sind.
+
+Du fragst mich, lieber Papa, ob ich schon Freundinnen habe, – ja – Nellie
+und noch sechs andre Mädchen sind meine Freundinnen, Nellie aber habe ich
+am liebsten. Wie sie alle heißen, will ich Dir das nächstemal schreiben,
+auch Dir erzählen, wie sie aussehen, heute kann ich mich nicht dabei
+aufhalten, sonst nimmt mein Brief kein Ende. Eine Schriftstellerin ist
+auch dabei, das muß ich Dir noch mitteilen.
+
+Wenn wir spazieren gehen, nämlich jeden Mittag von zwölf bis eins und
+jeden Nachmittag von fünf bis sieben, gehe ich fast immer mit Nellie in
+einer Reihe. Wir müssen nämlich wie die Soldaten zwei und zwei
+nebeneinander marschieren. Eine Lehrerin geht voran, eine hinterher mit
+einer kleinen Pensionärin an der Hand. Nicht rechts, nicht links dürfen
+wir gehen, immer in Reih’ und Glied bleiben. Ach! und ich habe so oft
+Lust, einmal recht toll davonzulaufen, auf die Berge hinauf – immer
+weiter! – aber dann würde ich nicht wieder in mein Gefängnis zurückkehren
+– –
+
+In die Kirche gehen wir einen Sonntag um den andern, dort gefällt es mir
+aber gar nicht. Ich sitze zwischen so viel fremden Leuten, und der
+Prediger, ein ganz alter Mann, spricht so undeutlich, daß ich Mühe habe,
+ihn zu verstehen. In Moosdorf ist es viel, viel hübscher! Da sitzen wir
+eben in unsrem Kirchstuhle und wenn ich hinunter sehe, kenne ich alle
+Menschen. Und wenn unser Herr Kantor die Orgel spielt und die Bauernjungen
+so laut und kräftig anfangen zu singen – und mein lieber Herr Prediger
+besteigt die Kanzel und predigt so schön zu Herzen, dann ist es mir so
+feierlich, so ganz anders als hier! – ach, und manchmal, wenn die
+Sonnenstrahlen durch das bunte Kirchenfenster fallen und so schöne Farben
+auf den Fußboden malen, dann ist es so herrlich, so herrlich, wie
+nirgendwo auf der ganzen Welt!«
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+Hier mußte Ilse mitten im Lesen innehalten und eine Pause machen. Der
+Gedanke an die Heimat und die Sehnsucht dahin überwältigten sie dermaßen,
+daß sie weinen mußte. Erst als ihre Thränen wieder getrocknet waren, las
+sie zu Ende.
+
+
+
+
+
+
+»Grüße nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die Mama; das Tagebuch, das
+sie mir mit eingepackt hat, kann ich nicht gebrauchen, ich habe keine
+Zeit, etwas hineinzuschreiben. Aber ich bedanke mich dafür. Nun leb’ wohl,
+mein lieber, süßer, furchtbar netter Papa. Ich küsse Dich
+hunderttausendmal. Bitte, gieb auch Bob einen Kuß und grüße Johann von
+
+ Deiner
+ Dich unbeschreiblich liebenden Tochter
+ _Ilse_.
+
+
+
+
+
+_N. S._ Ich will gern Zeichenunterricht nehmen bei dem Herrn Professor
+Schneider, ich darf doch? Morgen fange ich an.
+
+_N. S._ Beinah hätte ich vergessen, Dir zu schreiben, daß Du mir doch eine
+Kiste mit Kuchen und Wurst schickst. Nellie ist immer so hungrig, wenn wir
+des Abends im Bette liegen und ich auch.
+
+_N. S._ Lieber Papa, ich kriege immer so viel Schelte, daß ich so
+ungeschickt esse, schreibe mir doch, ob das nicht sehr unrecht ist. Der
+Mama sage nichts hiervon. Deine Hand drauf! – Fräulein Güssow habe ich
+sehr lieb.« –
+
+
+
+
+
+
+Gerade saßen Ilses Eltern mit dem Prediger zusammen auf der Veranda am
+Kaffeetische, als ihr langer Brief eintraf. Der Oberamtmann las ihn vor
+und wurde bei einigen Stellen so gerührt, daß er kaum weiter zu lesen
+vermochte.
+
+»Ich möchte das arme Kind zurückhaben,« sagte er, nachdem er zu Ende
+gelesen, »es fühlt sich unglücklich, und ich sehe nicht ein, warum wir
+unsrer einzigen Tochter das Leben so verbittern sollen. Was meinst du,
+Annchen, und Sie, lieber Vollert, wär’ es nicht besser?«
+
+Der Prediger durchlas noch einmal den Brief, faltete ihn wieder zusammen
+und machte ein höchst zufriedenes Gesicht.
+
+»Ich bin nicht Ihrer Meinung,« entgegnete er, »ja ich würde das für eine
+Sünde halten. Ilse ist bereits auf dem Wege einzusehen, daß sie noch
+vieles lernen muß, sie vergleicht sich mit den Genossinnen und erkennt
+ihre Fehler, die Lücken in ihrem Wissen. Wir haben schon mehr erreicht in
+dieser kurzen Zeit, als ich mir gedacht habe.«
+
+»Das Heimweh ist ja natürlich,« fiel Frau Anne ein, »bedenke nur, wie
+schwer es einem an die Freiheit gewöhnten Wesen werden muß, sich plötzlich
+in den Schulzwang zu fügen! Die Regelmäßigkeit des Instituts ist ihrer
+ungebändigten Natur zuwider; zu Ilses Glück, sie wird sich fügen lernen,
+ihre Wildheit abstreifen und ein liebes, herziges Mädchen sein.«
+
+Der Oberamtmann war verstimmt, daß man ihn nicht verstand. Weder der
+Prediger noch Frau Anne überzeugten ihn mit ihren Vernunftgründen. Er
+urteilte eben nur mit seinem weichen Herzen, und das litt sehr bei dem
+Gedanken an sein heimwehkrankes Kind.
+
+Ilses Wünsche wurden natürlich alle erfüllt und zwar umgehend: Es mußte
+Kuchen gebacken und die schönste Wurst, nebst einem Stück Schinken aus der
+Rauchkammer geholt werden. Der Oberamtmann packte selbst die kleine Kiste
+und legte noch allerhand Leckereien mit hinein.
+
+»Not soll sie wenigstens nicht leiden,« sagte er zu seiner Frau, die ihm
+lächelnd zusah. »Junge Menschen, die noch wachsen, haben immer Hunger.
+Wenn der Magen knurrt, muß er sein Teil haben; der beruhigt sich nicht,
+wenn man zu ihm sagt: ›Warte nur bis es zwölf schlägt oder Morgen oder
+Abend ist, dann bekommst du etwas.‹«
+
+Frau Anne hätte gern erwidert, daß es viel besser sei, den Magen an
+regelmäßige Mahlzeiten zu gewöhnen, als zu jeder Tageszeit zu essen, aber
+sie schwieg. Sie dachte mit Recht, daß mit der Zeit Ilse von selbst von
+dieser Untugend zurückkommen werde.
+
+ * * *
+
+Es war an einem Mittwoch Nachmittag im Monat August. Die erwachsenen
+Mädchen der Pension saßen im Speisezimmer beisammen, stopfend, flickend
+oder mit anderen Arbeiten dieser Art beschäftigt. Es war sehr heiß und
+gewitterschwül, und durch die geöffneten Fenster drang kein erfrischender
+Luftzug.
+
+Ilse hielt ihren Strickstrumpf in der Hand und quälte sich, Masche auf
+Masche abzuheben. Es machte ihr Mühe mit den heißen, feuchten Fingern. Die
+Nadeln saßen so fest in den Maschen, daß sie kaum zu schieben waren. Sie
+glühte wie eine Rose bei ihrer sauren Arbeit, und der graue Strumpf, der
+eigentlich weiß sein sollte, wurde öfters aus der Hand gelegt. Nun fielen
+auch noch einige Maschen herunter, und Fräulein Güssow, die anwesend war,
+forderte Ilse auf, einmal zu versuchen, ob sie dieselben nicht allein
+wieder aufnehmen könne.
+
+»Ich kann das nicht,« sagte Ilse, »die Nadeln kleben so, ich mag sie nicht
+mehr anfassen.«
+
+»Wasche dir die Hände,« riet Fräulein Güssow, »dann wird es besser gehen.«
+
+»Das hilft nicht,« erwiderte Ilse unmutig und legte das Strickzeug vor
+sich hin.
+
+Die Mädchen lachten, und Grete, die ihr gegenübersaß, nahm es vorwitzig in
+die Hand, um den Fehler zu verbessern.
+
+Ilse nahm es ihr fort. »Laß liegen,« sagte sie, »es ist mein Strumpf!«
+
+Ehe noch Fräulein Güssow sie wegen ihres unpassenden Wesens zurechtweisen
+konnte, trat Fräulein Raimar in das Zimmer. Sie ging von einer Schülerin
+zur andern und prüfte deren Arbeiten, sie that dies zuweilen, um sich an
+den Fortschritten zu erfreuen, oder auch zu tadeln, wenn es nötig war.
+
+»Nun, wie steht es mit dir, Ilse?« fragte sie. »Hast du deinen Strumpf
+bald fertig? Zeige ihn einmal her.«
+
+Ilse that, als habe sie die Aufforderung nicht verstanden, sie schämte
+sich ihrer schmutzigen Arbeit.
+
+»Ich will dein Strickzeug sehen, Ilse, hast du mich nicht verstanden?«
+
+Etwas streng und hart klangen die Worte der Vorsteherin, und nun war es
+Trotz, weshalb sie den Gehorsam versagte.
+
+Aufgebracht über diesen Widerstand nahm Fräulein Raimar ihr den Strumpf
+unsanft aus der Hand.
+
+»Ich bin gewöhnt, daß meine Schülerinnen mir gehorchen und du wagst es,
+dich zu widersetzen? – Seht einmal Kinder,« fuhr sie fort und hielt mit
+spitzen Fingern das Strickzeug in die Höhe, »was sagt ihr zu dieser
+Arbeit? Sieht sie wohl aus, als ob sie einem erwachsenen Mädchen angehöre?
+Schäme dich! Niemals wieder will ich ein so unsauberes Strickzeug sehen.«
+
+Aller Augen waren auf dasselbe gerichtet, und einige Pensionärinnen
+glaubten sich durch die Frage der Vorsteherin berechtigt, ein Wort
+mitzureden. Die vorlaute Grete meinte, daß ihre kleine fünfjährige
+Schwester daheim weit besser und sauberer stricke, ihr Strumpf sähe wie
+Schnee gegen Ilses aus, sie dürfe aber auch niemals mit schmutzigen Händen
+stricken.
+
+Die ästhetische Flora verglich das façonlose Ding mit einem Kaffeebeutel,
+ein Vergleich, der Annemie so in das Lachen brachte, daß sie sich gar
+nicht wieder beruhigen konnte.
+
+Was in diesem Augenblicke in Ilses Innerem vorging, ist schwer zu
+beschreiben. Sie sah sich verlacht und verspottet von allen Seiten und
+durfte sich nicht dagegen verteidigen. Ihr heißes Blut, ihre unbändige
+Natur bäumten sich mit aller Macht auf gegen die, wie sie glaubte, ihr
+öffentlich angethane Schmach. Sie geriet in eine so blinde Wut, wie sie
+bis jetzt noch niemals empfunden hatte, sie ballte die Hände und biß
+hinein, ihre Augen füllten sich mit heißen, trotzigen Thränen.
+
+Fräulein Raimar hatte bereits das Zimmer verlassen, doch die Thür
+desselben hinter sich offen gelassen, sie hielt sich noch auf dem Korridor
+auf. Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen, ahnte sie nicht, sie
+würde ihn auch schwerlich begriffen haben, glaubte sie doch fest, durch
+eine öffentliche Beschämung Ilses Widerstand ein für allemal geheilt zu
+haben. Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemüt! Gerade das
+Gegenteil hatte sie hervorgerufen. Ilses wilder Trotz stand in
+lichterlohen Flammen.
+
+»Neckt sie nicht!« gebot Fräulein Güssow, die Ilse besser verstand. »Ich
+will nicht, daß ihr sie auslacht!«
+
+Und Nellie, die einzige, welche mitleidig dem ganzen Auftritt zugesehen,
+nahm gutmütig den verachteten Strumpf in die Hand, um ihn wieder in
+Ordnung zu bringen.
+
+»Laß!« rief Ilse und ihr ganzer Grimm entlud sich auf Nellies unschuldiges
+Haupt, »laß! Was kümmern dich meine Sachen?«
+
+»Gieb doch her,« bat diese sanft, »ich mach’ dich alles wieder gut.«
+
+Aber Ilse hörte nicht darauf und riß es Nellie aus der Hand, und ehe noch
+diese sie zurückhalten konnte, warf sie im höchsten Zorne das
+unglückselige Strickzeug gegen die Wand. Die Nadeln schlugen klirrend
+aneinander und das Knäuel kollerte weit fort, zur offnen Thür hinaus, bis
+zu den Füßen der Vorsteherin.
+
+Vielleicht hätte dieselbe kein Arg an diesem kleinen Zufall gefunden, wenn
+nicht zu gleicher Zeit laute Ausrufe wie »Ah!« und »o!« ihr Ohr getroffen
+und ihr verkündet hätten, daß etwas Unerhörtes passiert sein müsse.
+
+»Was giebt es?« fragte sie hastig eintretend. Sie erhielt keine Antwort;
+aber ihr Blick fiel auf das Strickzeug am Fußboden und sie erriet das
+Ganze.
+
+»Warfst du es absichtlich hierher?« richtete sie an Ilse die Frage, und
+ihre Stimme bebte vor Aufregung, in ihren stets so ruhig blickenden Augen
+blitzte es unheimlich auf. – »Antworte – ich will es wissen!«
+
+»Ja,« sagte Ilse.
+
+»Komm hierher und nimm es wieder auf!«
+
+Die Heftigkeit der Vorsteherin machte Ilse nur verstockter, sie rührte
+sich nicht.
+
+»Hast du verstanden, was ich dir befahl? Glaubst du mir trotzen zu können?
+Ich verlange, daß du mir gehorchst!«
+
+»Nein,« entgegnete Ilse zum Entsetzen der anwesenden Pensionärinnen, »ich
+thue es nicht!«
+
+Fräulein Güssow sah die Widerspenstige traurig und bekümmert an. Nicht
+Zorn, nur Mitleid empfand sie mit derselben. »Wenn ich dich ändern könnte!
+Wenn es mir gelänge, dich auf einen andern Weg zu bringen, armes,
+verblendetes Kind!« dachte sie und beschloß, nichts unversucht zu lassen,
+um Ilse von ihrem bösen Fehler zu heilen.
+
+Solange sie Vorsteherin des Pensionats war, hatte Fräulein Raimar niemals
+Aehnliches erlebt. Trotz ihrer stets so maßvollen Ruhe war sie für den
+Augenblick fassungslos und ungewiß, was mit Ilse geschehen solle.
+
+»Geh auf dein Zimmer,« befahl sie kurz, »und bleibe dort! Das andre wird
+sich finden.«
+
+Ilse erhob sich und ging hinauf. Nachdem sie in ihrem Zimmer angelangt,
+brach der furchtbare Sturm, den sie mühsam zurückgehalten hatte, los. Sie
+warf sich auf einen Stuhl und weinte laut. Stürmisch rief sie nach ihrem
+Papa, daß er komme und sie holen möge – klagte die Mama an, die sie in
+diese fürchterliche Anstalt gebracht – kurz fühlte sich verzweifelt und
+verlassen, wie nie im Leben.
+
+Allerhand Gedanken jagten durch ihren Kopf, der zum Zerspringen brannte,
+kindisch und unausführbar. Zuerst wollte sie davonlaufen, – wohin war ihr
+gleich, nur fort, damit sie die böse Vorsteherin, die stets einen Aerger
+auf sie gehabt, und die abscheulichen Mädchen, die sie verhöhnt hatten,
+von denen keine sie lieb hatte, nicht wieder sehe – niemals! Kein Mensch
+mochte sie leiden, nur der Papa. O, wenn sie gleich bei ihm wäre!
+
+Der Gedanke, daß sie zurück müsse nach Moosdorf, behielt die Oberhand. Sie
+fing an, ihre Sachen aus der Kommode zu räumen und war eben im Begriff,
+das Mädchen zu beauftragen, ihr den Koffer vom Boden herabzuholen, als
+Nellie und gleich darauf Fräulein Güssow in das Zimmer traten.
+
+Erstaunt blickte letztere auf die umherliegenden Sachen.
+
+»Nun, Ilse, was soll denn das bedeuten?« fragte sie.
+
+Anstatt zu antworten vergrub Ilse das Gesicht in beiden Händen und
+schluchzte laut.
+
+Fräulein Güssow ließ sie einige Augenblicke gewähren, dann zog sie ihr
+leise die Hände vom Gesicht.
+
+»Beruhige dich, Kind,« sprach sie in sanftem Tone, »dann will ich mit dir
+reden.«
+
+»Ich kann nicht! Ich will fort!« stieß Ilse leidenschaftlich heraus.
+
+»Du mußt dich beherrschen, Herz. Ich glaube gern, daß es dir schwer wird,
+dein trotziges Ich zu zähmen, aber du mußt es thun, es ist notwendig.
+Siehst du nicht ein, Ilse, wie unrecht, wie ungezogen du gehandelt hast?«
+
+Diese schüttelte den Kopf. »Sie haben mich alle gereizt,« entgegnete sie
+abgebrochen schluchzend – »Fräulein Raimar hat mich so furchtbar blamiert
+– alle haben mich ausgelacht!«
+
+Fräulein Güssow hatte das Gefühl, als sei es besser gewesen, wenn die
+Vorsteherin ihren berechtigten Tadel in einer andern Weise ausgesprochen
+hätte, – doch das war nun einmal geschehen und nicht zu ändern.
+
+»Du irrst,« entgegnete sie, »nicht Fräulein Raimar, sondern du selbst hast
+dich lächerlich gemacht. Denke einmal zurück, wie du dich benommen hast. –
+Uebrigens,« fuhr sie fort, »du darfst nicht so trostlos sein und dir nicht
+allzuschwere Gedanken darüber machen. Wenn du morgen verständig bist, ist
+alles vergessen. Die Mädchen haben dich alle lieb.«
+
+»Nein, nein,« rief Ilse, »mich hat niemand lieb! Ich weiß es wohl! – Ich
+bin dumm und ungeschickt und ich will fort – zu meinem Papa!«
+
+»Wenn du so sprechen willst, Ilse, dann verlasse ich dich. Du weißt, wie
+sehr ich dich lieb habe, dergleichen kindische Reden aber will ich nicht
+von dir anhören. Soll ich gehen? – willst du vernünftig sein?« –
+
+Ilse schwieg und die junge Lehrerin wandte sich der Thür zu. Als sie im
+Begriffe war dieselbe zu öffnen, eilte Ilse auf sie zu.
+
+»Bitte, bleiben Sie,« bat sie und hielt sie an der Hand fest.
+
+»Von Herzen gern, wenn du mich ruhig anhören willst.«
+
+Sie setzte sich auf einen Stuhl am Fenster und nahm Ilse in den Arm.
+
+»Wie heiß du bist, du böser Trotzkopf,« sagte sie und streichelte ihr
+liebevoll die erhitzten Wangen. »Nellie, gieb Ilse ein Glas Wasser.«
+
+Die Angeredete hatte stumm und still am andern Fenster gelehnt und der
+Freundin lautes Schluchzen mit heimlichen Thränen begleitet, jetzt sprang
+sie hinzu und reichte das Gewünschte.
+
+»Trink einer kühle Schluck, er wird dir ruhig machen,« redete sie herzlich
+zu. »Du mußt nie wieder sagen, daß wir dir nicht liebten, du böse, böse
+Ilse! – Nicht mehr weinen darfst du, komm, ich mache deine Gesicht kalt.«
+
+Und sie tauchte einen Schwamm in das Wasser und kühlte damit Ilses
+brennende Augen und Wangen.
+
+»Nun, mein Kind,« fragte Fräulein Güssow, als Ilse sich etwas beruhigt
+hatte, »was gedenkst du zu thun?«
+
+»Ich muß heute noch abreisen,« entgegnete sie, »hier bleiben kann ich
+nicht.«
+
+»Also noch immer möchtest du mit deinem Kopfe die Wand einstoßen. Der
+Gedanke, daß du nachgeben mußt, daß es an dir ist, um Verzeihung zu
+bitten, kommt dir gar nicht in den Sinn! Du hast Fräulein Raimar bitter
+gekränkt, denkst du nicht daran, sie wieder zu versöhnen? Sprich!«
+
+»Nein,« rief Ilse und warf den Kopf zurück, »Fräulein Raimar hat mich
+beleidigt und furchtbar gekränkt! Ich bitte sie nicht um Verzeihung! Noch
+niemals habe ich jemand um Verzeihung gebeten – und ich thue es auch jetzt
+nicht! Nein!«
+
+Das war wieder ein trotziger, böser Ausfall von ihr, dennoch verlor
+Fräulein Güssow nicht die Geduld, sie blieb ruhig und sanft.
+
+»Du batest niemals um Verzeihung, Ilse? Das wundert mich; aber du hast
+deinem Papa ein gutes Wort gegeben, wenn du unartig warst und er dir
+zürnte.«
+
+»Meinem Papa!« wiederholte Ilse und sah höchst erstaunt die junge Lehrerin
+an. »Niemals hat er mir gezürnt, er war immer, immer gut, ich konnte
+machen, was ich wollte.«
+
+»So,« sprach Fräulein Güssow und meinte jetzt den Schlüssel zu Ilses
+Eigensinn in des Vaters zu großer Nachgiebigkeit gefunden zu haben. »Und
+die Mama, war auch sie stets damit zufrieden, was du thatest, – kränktest
+du sie niemals? Sage einmal aufrichtig.«
+
+Ilse blickte nachdenklich vor sich hin. Sie konnte nicht leugnen, sie
+hatte dieselbe oftmals durch ihren Widerstand gekränkt.
+
+»Ich glaube, daß ich es that,« sagte sie zögernd.
+
+»Und dann sagtest du: vergieb mir, liebe Mama, nicht wahr?«
+
+Ilse schüttelte den Kopf. »Nein,« sagte sie, »niemals habe ich das gethan.
+Mama hat es auch gar nicht von mir verlangt, sie weiß, daß ich einmal
+nicht bitten kann.«
+
+»Ein Kind muß bitten können! Und ein Mädchen vor allem. O Ilse! Auch du
+mußt es lernen, noch ist es nicht zu spät!« sprach Fräulein Güssow sehr
+erregt. »O Ilse, wenn doch meine Worte es vermöchten, dich so recht aus
+deiner Verblendung aufzurütteln! Lerne nachgeben, mein Kind, lerne vor
+allem dich beherrschen! Thust du es nicht, so nimmt das Leben dich in
+seine harte Schule und bereitet dir viel Herzeleid und Kummer. Glaube mir,
+Trotz und Widerstand sind böses Unkraut in einem Mädchenherzen, und
+oftmals überwuchern sie die besten, heiligsten Gefühle! Geh’ hinunter,
+Kind, bitte Fräulein Raimar um Vergebung. Ueberwindest du heute deinen
+harten Sinn, so hast du gewonnen für alle Zeit!«
+
+Sie hatte warm und eindringlich gesprochen, und in ihren braunen Augen
+standen Thränen. Ilse war auch seltsam ergriffen von ihren Worten, aber
+Abbitte thun, – das konnte sie trotzdem nicht.
+
+»Ich kann es nicht,« sagte sie zögernd, aber bestimmt.
+
+»Du willst nicht, aber du mußt,« entgegnete Fräulein Güssow im höchsten
+Grade erregt. »Gott! giebt es denn kein Mittel, daß ich dich von deinem
+Starrsinn heilen kann!« –
+
+»Komm, setze dich zu mir,« fuhr sie ruhiger fort, »ich will dir eine wahre
+Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen Mädchenherzen erzählen,
+das sein Lebensglück einer kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch
+sagen wirst: ›Ich kann nicht,‹ dann gehe hin und folge deinem harten
+Kopfe, – ich werde nie wieder den Versuch machen, ihn zu beugen ...«
+
+Noch niemals hatte jemand in einem so überzeugenden Tone zu Ilse
+gesprochen, derselbe verfehlte seine Wirkung nicht. Willig und gehorsam
+setzte sie sich der jungen Lehrerin gegenüber und sah erwartungsvoll und
+gespannt auf sie. Der häßliche, trotzige Ausdruck schwand aus ihrem
+Gesichte und wer sie jetzt sah, würde nicht geglaubt haben, daß diese Ilse
+und die andre, die sich vor kaum einer Stunde so wild und unbändig
+betragen, ein und dieselbe sei.
+
+Fräulein Güssow hatte den Kopf auf das Fensterbrett gestützt und blickte
+gedankenvoll hinaus in den Garten. Ihr blasses Gesicht hatte sich leicht
+gerötet und um den Mund lag ein schmerzlicher Zug. Es schien fast, als ob
+ein heftiger Kampf in ihr arbeite, als ob es ihr schwer werde, mit dem
+ersten Worte zu beginnen. Plötzlich erhob sie sich.
+
+»Es ist hier so drückend und schwül,« sagte sie und öffnete die
+Fensterflügel.
+
+Ein erquickender Luftzug strömte ihr entgegen, ein Gewitter war im Anzuge.
+Sausend fuhr der Wind durch die Wipfel der Bäume, in der Ferne grollte der
+Donner.
+
+»Wie das wohl thut,« fuhr sie mit einem tiefen Atemzuge fort, »die Hitze
+lag mir schwer wie Blei auf der Brust. – Wie alt bist du, Ilse?«
+unterbrach sie sich plötzlich wie in halber Zerstreuung.
+
+»Im nächsten Monat werde ich sechzehn Jahre.«
+
+»Sechzehn Jahre!« wiederholte die Lehrerin, »dann bist du alt und auch
+verständig genug, denke ich, die traurige Geschichte meiner Jugendfreundin
+zu begreifen. Hör’ zu.
+
+»Es war einmal ein junges, fröhliches Menschenkind, das mit seinen
+sechzehn Jahren die Welt zu erstürmen meinte. Vater und Mutter waren ihm
+früh gestorben und so kam es, daß die kleine Waise zu der Großmutter
+gegeben wurde, die sie erzog und von Grund auf verzog. Lucie, so wollen
+wir das Mädchen nennen, hatte nie gelernt zu gehorchen oder sich zu fügen,
+sie erkannte nur einen Willen an, und das war der eigene. Das war sehr
+schlimm für sie, denn bei manchen guten Eigenschaften des Herzens besaß
+Lucie einen häßlichen Fehler, den Trotz.
+
+»Anstatt denselben durch unerbittliche Strenge schon in der Kindheit zu
+zügeln, pflegte ihn die Großmama durch allzugroße Nachsicht.
+
+»›Warum soll ich dem Kinde nicht seinen Willen thun?‹ fragte sie, wenn man
+sie zuweilen auf ihre Schwäche aufmerksam machte, ›ist es nicht schlimm
+genug, daß es keine Eltern hat? Ich kann es nun einmal nicht traurig
+sehen.‹«
+
+»War Lucie hübsch?« fragte Nellie, die sich hinter Ilses Stuhl gestellt
+und den Arm um deren Schulter gelegt hatte.
+
+»Ich glaube wohl,« entgegnete die Angeredete und errötete leicht,
+»wenigstens hat man es dem erwachsenen Mädchen oftmals gesagt. Doch das
+ist Nebensache – hört mich weiter an.
+
+»Die Großmutter besaß ein herrliches Landhaus, dessen Park sich an einen
+bewaldeten Bergesabhang lehnte. Man durfte nur eine kleine Pforte, die
+sich am Ausgange des Grundstückes befand, durchschreiten und befand sich
+im schönsten Walde, den ihr euch denken könnt.
+
+»Selten kamen Spaziergänger aus dem nahen Städtchen dorthin, desto öfter
+benutzte Lucie die kleine Ausgangspforte, durchstreifte den Wald bis an
+die Spitze des Berges, oder was sie noch häufiger that, sie lagerte sich
+an irgend einem versteckten Platze. So im weichen, schwellenden Moose zu
+liegen, ein gutes Buch zu lesen und darüber die Welt zu vergessen, – das
+war die höchste Wonne ihres Lebens.
+
+»Eines Tages hatte sie wieder ihren Lieblingsplatz am Fuße einer Eiche
+aufgesucht. Die Luft war heiß und schwül und doppelt wohlthuend empfand
+sie die Waldeskühle. Sie streckte die schlaffen Glieder im Moose aus und
+blickte hinauf in das grüne Blätterdach. Nicht lange, dann öffnete sie das
+mitgebrachte Buch und las. So vertieft war sie bald in den Inhalt
+desselben, daß sie der Gegenwart ganz entrückt war. –
+
+»Eine männliche Stimme schreckte sie plötzlich auf. Aergerlich über die
+Störung blickte sie auf und sah in das lächelnde Antlitz eines jungen
+Mannes, der mit Pinsel und Palette in der Hand vor ihr stand.
+
+»›Ein wunderbares Bild!‹ rief er aus. ›Wahrlich, ich hätte Lust, dasselbe
+zu malen! Bleiben Sie in der Stellung,‹ bat er, als Lucie sich schnell
+erheben wollte, ›nur wenige Augenblicke! Aber so böse dürfen Sie nicht
+aussehen, – nein, ich bitte, wieder derselbe Zug von Spannung um den Mund,
+– dasselbe erwartungsvolle Lächeln – bitte!‹
+
+»›Was fällt Ihnen ein?‹ rief Lucie aufgebracht und erhob sich mit einem
+Sprunge. Dabei fiel ihr das Buch aus der Hand.
+
+»Er kam ihr zuvor, als sie sich schnell darnach bücken wollte; doch ehe er
+es ihr überreichte, las er das Titelblatt.
+
+»›Werthers Leiden‹, bemerkte er und lachte lustig. ›Dacht’ ich es doch!
+Natürlich verbotene Lektüre, die in der Waldeinsamkeit verschlungen wird!
+Oder hat der Herr Papa vielleicht Ihnen diese gefährliche Geschichte
+erlaubt?‹
+
+»Lucie entriß ihm das Buch, aber sie wurde über und über rot.
+
+»›Ich verbitte mir Ihre Bemerkungen!‹ entgegnete sie zornig. ›Wer hat
+Ihnen erlaubt, mich zu beobachten?‹
+
+»›Ich nahm mir selbst die Freiheit,‹ sagte er sich verbeugend, ›und bitte
+dafür um Verzeihung. Ein Zufall brachte mich in Ihre Nähe, dort jene
+Buchengruppe war ich im Begriffe zu malen, – da erblickte ich Sie, und
+können Sie mir verdenken, daß ich dem Zauber nicht widerstehen konnte, Sie
+zu betrachten?‹
+
+»Sie gab keine Antwort, ja sie grüßte nicht einmal, als sie eilig davon
+ging. Sie empfand Unwillen und Aerger über den Aufdringlichen und doch –
+gefiel er ihr.« –
+
+»War er ein schön Mann?« fragte Nellie.
+
+»Ja, er war schön und klug und gut. Von den letzteren Eigenschaften konnte
+Lucie sich bald überzeugen, denn der Maler machte unter irgend einem
+Vorwande einen Besuch in der Großmutter Hause.
+
+»Wie bald er der Liebling derselben, wie er nach und nach täglicher Gast
+bei ihr wurde und wie er endlich der trotzigen Lucie Herz gewann, das kann
+ich euch nicht erzählen, nur so viel, daß sie eines Tages seine Braut war.
+
+»Es war ihm nicht leicht geworden, ihr Jawort zu erringen, denn wenn er
+heute glaubte, daß sie ihn gern möge, war er morgen vom Gegenteil
+überzeugt. Wenn er im Begriffe war, sie zu fragen: hast du mich lieb?
+reizte sie ihn gerade durch Trotz und Widerstand, und das Wort erstarb ihm
+auf den Lippen.
+
+»Endlich trug er den Sieg davon. An ihrem achtzehnten Geburtstage war es,
+als sie mit ihm vor die Großmama trat und jubelnd ausrief:
+
+»›Ich bin Braut!‹
+
+»Nun, glaubt ihr, Lucie ist eine andre geworden? Das Glück und die Liebe
+haben sie nachsichtiger gestimmt, nicht wahr, ihr glaubt, das könne nicht
+anders sein? – Wie seid ihr im Irrtum! Das Gegenteil war der Fall. Ihr
+Widerstand trat gegen den Mann, den sie von ganzem Herzen liebte, oftmals
+heftiger hervor, als je vorher.
+
+»Welche Mühe gab er sich, sie von diesem Fehler zu heilen, wie
+eindringlich und liebevoll stellte er ihr die Folgen desselben vor; sie
+hörte ihn an und versprach sich zu bessern, – aber ihr Wort hielt sie
+nicht, – – leider! – Hätte sie es gethan, wie viel Kummer und Herzeleid
+hätte sie sich erspart!«
+
+Einen Augenblick hielt die junge Lehrerin inne, ein scharfer Beobachter
+hätte ihr ansehen können, wie schwer es ihr wurde, die Geschichte weiter
+zu erzählen, – die jungen Mädchen indessen merkten nichts davon. Sie
+glaubten, die Heftigkeit des Gewitters habe die Pause hervorgerufen.
+
+»O bitte, fahren Sie fort,« bat Nellie, deren Augen vor Entzücken
+glänzten; niemals bis jetzt hatte das Fräulein ähnliches erzählt, »bitte,
+weiter! O, ich bin zu gierig, weiter zu wissen!«
+
+Ilse saß still und sinnend da. Was sie da hörte, berührte eine verwandte
+Saite in ihr, oftmals hatte sie das Gefühl, als ob das junge Mädchen nicht
+Lucie, sondern Ilse geheißen habe. –
+
+»Lucies Brautzeit neigte sich zu Ende,« fuhr Fräulein Güssow fort, »in
+vier Wochen sollte die Hochzeit sein. An dem Morgen eines herrlichen
+Maitages saß das Brautpaar auf der Veranda vor dem Hause und träumte sich
+in die Zukunft hinein. Es wurde eine Reise nach der Schweiz und Italien
+geplant, – den ganzen Sommer wollten sie umherschweifen, und wo es ihnen
+am schönsten gefiel, dort wollten sie für den Winter ihr Nest bauen.
+
+»Der Himmel wölbte sich hoch und blau über ihnen, die Frühlingssonne
+lachte sie freundlich an, – ringsum blühte, duftete und zwitscherte es,
+kein Mißton störte das wunderbare Lenzesleben.
+
+»Lucie machte Pläne und malte sich aus, wie sie leben und wie sie sich
+einrichten wollten. Sie hing am Aeußeren und hatte eine lebhafte
+Phantasie, da war es denn am Ende ganz natürlich, daß ihre Wünsche und
+Hoffnungen bis an den Himmel reichten.
+
+»Er hatte ihrem Geplauder lächelnd gelauscht, ohne sie zu unterbrechen. Da
+gab ihm ein unglücklicher Zufall die Frage ein: ›Wie würdest du es
+ertragen, Lucie, wenn wir uns ganz einfach einrichten müßten, wenn wir
+nicht reisen könnten – wenn wir wenig Mittel hätten, – mit einem Worte,
+wenn die Not an uns herantreten würde?‹
+
+»›Die Not?‹ fragte sie erstaunt und sah ihn beinahe entsetzt an. ›Das wäre
+furchtbar!‹
+
+»›Du giebst mir keine Antwort auf meine Frage, liebes Herz. Ich meine, ob
+deine Liebe zu mir so stark sein würde, daß du ohne Klage auch ein
+armseliges Los mit mir teilen würdest?‹ –
+
+»Es verdroß sie, daß Curt, so hieß der Maler, durch unnütze Fragen einen
+Mißklang in ihre frohe Stimmung brachte.
+
+»›Laß doch den Unsinn!‹ wehrte sie ab, ›wir werden nie in solche Lage
+kommen. Ich bin reich und deine Bilder werden hoch bezahlt.‹
+
+»›Man kann nicht wissen, was in den Sternen für uns geschrieben steht,‹
+entgegnete er ernst. ›Du könntest zum Beispiel dein Vermögen verlieren, –
+und ich – nun wenn ich krank würde und nicht malen könnte?‹
+
+»›Warum quälst du mich mit allerhand dummen Möglichkeiten, Curt,‹ sagte
+sie ungeduldig. ›Ich antworte dir nicht auf solche Fragen.‹ Und sie wandte
+sich halb von ihm ab.
+
+»›Du sprichst jetzt gegen deine bessere Ueberzeugung, du kleine
+Widerspenstige,‹ sagte er halb ernst, halb scherzhaft. ›Ich weiß, du wirst
+mir ganz bestimmt meine Gewissensfrage beantworten, ich weiß auch, meine
+Lucie würde den Mut haben, ein sorgenvolles Leben mit mir zu teilen, wie
+sie meine Gefährtin in Glück und Wohlstand werden wollte. Nicht wahr? Du
+siehst ein, Liebling, daß ich von meiner zukünftigen Frau das verlangen
+kann?‹
+
+»›Das sehe ich nicht ein!‹ rief Lucie sehr entrüstet und entzog ihm ihre
+Hand, die er liebevoll ergriffen hatte. ›Armselige Verhältnisse würden
+mich unglücklich machen – ja, unglücklich machen!‹ wiederholte sie, als er
+sie zweifelnd ansah, ›lieber würde ich gar nicht heiraten!‹
+
+»Er wurde blaß bei ihren Worten, aber noch wollte er nicht an den Ernst
+derselben glauben. ›Hast du mich lieb, Lucie?‹ fragte er sie.
+
+»›Ja, aber in einer Hütte bei Salz und Brot mag ich nicht mit dir wohnen!‹
+
+»›Kein ›Aber‹, Lucie. Hast du mich lieb? Sage ja und nimm zurück, was du
+gesagt hast.‹
+
+»›Nein!‹ rief sie entschieden und sprang von ihrem Platze auf. ›Nichts
+nehme ich zurück! Was ich gesagt habe, ist meine wahre Meinung!‹
+
+»›Lucie!‹ rief er erregt, ›besinne dich! Es ist nicht wahr, du denkst
+nicht wie du sprichst! Dein Widerspruch gab dir die Worte ein ....! Nimm
+sie zurück, Herz!‹ und flehend blickte er ihr in das Auge.
+
+»›Du irrst,‹ entgegnete sie mit scheinbarer Kälte, ›nicht aus Widerspruch,
+sondern mit voller Ueberzeugung sagte ich dir meine Ansicht.‹
+
+»›Nein, nein! Ich kann’s, ich will’s nicht glauben! – Komm her, sieh’ mich
+an. Deine Augen sollen mir die Antwort geben, ich weiß, daß sie nicht
+lügen können. – Du liebst mich? Ja? Nicht wahr, du hast mich lieb?‹
+wiederholte er noch einmal dringend – ›und du nimmst zurück, was du
+gesagt?‹
+
+»Unglücklicherweise hatte die Großmama auf der entgegengesetzten Seite der
+Veranda gesessen und war so eine stumme Zeugin dieser Scene geworden.
+Aengstlich erhob sie sich und trat dem jungen Paare näher.
+
+»›Sie dürfen Lucie nicht so übel nehmen, was sie sagt, lieber Curt,‹
+sprach sie beruhigend, ›es kommt ihr nicht vom Herzen, glauben Sie mir.‹
+
+»Die alte Frau hatte es gut gemeint, aber sie stiftete Unheil an. Hätte
+sie sich nicht in den Streit gemischt, vielleicht war es besser. Ihre
+gütigen Worte stachelten Lucies Trotz noch mehr an.
+
+»›Es kommt mir wohl aus dem Herzen!‹ rief dieselbe aufgebracht, ›und ich
+wiederhole noch einmal: Lieber heirate ich gar nicht, als daß ich Not und
+Mangel leide!‹« –
+
+»O, wie hart ist sie!« warf Nellie ein, als Fräulein Güssow wie erschöpft
+einen Augenblick innehielt.
+
+»Sie war nicht hart, nur verblendet,« fuhr diese fort. »Niemals hatte sie
+gelernt, sich einem andern Willen zu beugen, niemals war sie im stande
+gewesen nachzugeben. Jetzt, wo das ernste Verlangen ihres Verlobten in
+aller Entschiedenheit an sie herantrat, ihren Widerstand zu zähmen, da
+bäumte derselbe sich dagegen auf und sie unterlag seiner Macht.
+
+»›Ist das dein letztes Wort, – Lucie!‹ – Wie ein Schrecken kam es über
+seine Lippen. Sie blieb ungerührt, wandte sich von ihm und eilte aus dem
+Zimmer.
+
+»Besorgt folgte ihr die Großmama, aber sie klopfte vergeblich an der
+verschlossenen Thüre, dieselbe wurde nicht geöffnet. –
+
+»Lucie befand sich in keiner beneidenswerten Stimmung. Es kochte und tobte
+in ihr und verworrene Gedanken durchzuckten ihr Hirn. War es recht, wie
+sie gehandelt hatte? ›Ja,‹ antwortete sie sich darauf, ›ich bin im Rechte.
+Warum schreckt er mich mit den Gespenstern Sorge und Not, warum peinigt er
+mich damit? Ich will in eine glückliche Zukunft sehen und er will mir das
+Herz schwer machen mit Unmöglichkeiten. Und welch eine wichtige Sache er
+daraus macht? – Ich soll zurücknehmen, was ich gesagt habe! Solch ein
+Verlangen! Abbitte soll ich thun – Abbitte! Und er hat mich doch erst
+herausgefordert. Er ist an allem schuld.‹
+
+»Aus einem Winkel ihres Herzens meldete sich auch eine Stimme, die ihr
+zurief: ›Gieb nach! Reich’ ihm die Hand, oder du hast ihn verloren!‹ Sie
+wurde nicht beachtet, und als eine Stunde vergangen war, hatte sie sich so
+völlig in den Gedanken an ihre Schuldlosigkeit eingelebt, daß sie
+erwartete, Curt müsse kommen und sie um Verzeihung bitten.
+
+»Er kam auch und begehrte Einlaß. ›Oeffne mir, Lucie,‹ rief er stürmisch,
+›es hängt unser Glück davon ab! Ich muß dich sprechen! – Ich will dich
+sprechen!‹
+
+»Das klang wie ein Befehl, sie schwieg und gab keine Antwort. Wohl klopfte
+ein guter Engel an ihr Herz und rief ihr warnend zu: ›Erhöre ihn und es
+wird alles gut‹ – sie war taub gegen seine Stimme. Ein böser Geist hielt
+sie für den Augenblick gefangen und trauernd floh ihr guter Engel von
+dannen.
+
+»›Ich will nicht mit dir reden!‹ rief sie zurück, ›ich wüßte auch nicht,
+was du mir noch sagen könntest!‹
+
+»›So treibst du mich fort von dir, Lucie!‹ – rief er außer sich. ›Bedenke
+was du thust! Ich gehe und nicht eher kehre ich zu dir zurück, bis du mich
+zurückrufst: Lebe wohl!‹ – –
+
+»Es waren die letzten Worte, die sie von ihm gehört hat.
+
+»Nach einer in Aufregung durchwachten Nacht brach der nächste Tag an. Der
+trotzige Aufruhr in Lucies Innern hatte sich gelegt und einer
+unzufriedenen Stimmung Raum gemacht. Nachzugeben fühlte sie sich auch
+heute nicht geneigt, aber sie wollte ihn heute anhören, wenn er kam, – und
+daß er kommen werde, darauf hoffte sie fest.
+
+»Aber sie hoffte vergebens. Die Großmama überhäufte ihre Enkelin mit
+bitteren Vorwürfen und forderte sie unter Thränen auf, sie möge nachgeben.
+
+»›Wird es dir denn so schwer,‹ sagte sie, ›dem Manne, dem du in vier
+Wochen die Hand für das Leben geben willst, ein bittendes Wort zu sagen?
+Ueberwinde dich, Lucie, nimm deine bösen Worte zurück, oder es giebt ein
+Unglück.‹
+
+»›Ich kann nicht, Großmama. Ich müßte ja abbitten, so verlangt er, und du
+weißt, ich that es nie! Er kehrt auch ohne meinen Ruf zurück, du wirst es
+sehen.‹
+
+»Aber auch der nächste Tag verging und er blieb aus. Lucie befand sich in
+einer fieberhaften Aufregung und schrak zusammen, sobald sich die Thür
+öffnete. – Am dritten Tage, – es war gegen Abend, sie hatte wieder
+vergeblich ihn erwartet, da brachte Curts Diener ihr einen Brief. Sie
+eilte auf ihr Zimmer, um ihn allein und ungestört zu lesen – es war doch
+endlich – endlich ein Zeichen von ihm!
+
+»Hastig öffnet sie und in zwei Teile gebrochen fiel ihr Curts
+Verlobungsring entgegen. Wenige Zeilen nur schrieb er dazu. – Ich will
+versuchen euch dieselben zu wiederholen,« unterbrach sich Fräulein Güssow,
+»Lucie hat sie mir oftmals zu lesen gegeben.
+
+
+
+
+
+
+»Du hast mich nicht zurückgerufen, – – so sehnsüchtig ich auch darauf
+gehofft habe. Liebtest Du mich, wie ich Dich, wäre es Dir nicht schwer
+geworden, ein versöhnendes Wort zu sagen. Lebe wohl denn, ich muß von Dir
+scheiden, Lucie, weil ich Dir nicht versprechen kann, Dir stets Wohlstand
+und Glück zu bieten. – – Mit welchem Rechte könnte ich vom Schicksal
+verlangen, daß mein Leben nur von der Sonne beschienen werde? Leb’ wohl, –
+ich habe Dich sehr geliebt.« –
+
+
+
+
+
+
+»Wie gebrochen sank sie zur Erde nieder und hätte vor Schmerz vergehen
+mögen. Das hatte sie nicht gedacht, – so weit hatte sie es nicht treiben
+wollen. – Nun war es zu spät, alle Reue, alle Selbstanklage, brachten ihr
+den Geliebten nicht zurück.
+
+»Die Großmama fand Lucie in einem verzweiflungsvollen Zustande, und
+heimlich, ohne ihr Wissen, schickte sie einen Boten in Curts Wohnung. Er
+kehrte zurück mit der Meldung: der Herr sei seit zwei Stunden abgereist. –
+Sie hatte ihn auf ewig verloren!« –
+
+»O, die arm’ Lucie! Der schlechter Mensch, warum konnt’ er ihr verlassen!«
+rief Nellie unter Weinen. »Er hat ihr gar nix lieb gehabt.«
+
+»Er hat sie sehr geliebt,« entgegnete die Lehrerin und sah hinaus auf den
+strömenden Regen; »aber er war ein ganzer Mann, der Lucies trotzigen
+Widerstand nicht länger ertragen konnte.«
+
+»Und wo ist Lucie geblieben?«
+
+»Lucie?« wiederholte Fräulein Güssow zögernd, – »ein trauriges Geschick
+hat sie getroffen. Ein Jahr nach dem Geschehenen verlor die Großmutter
+fast ihr ganzes Vermögen. Die Villa mußte verkauft werden und Lucie, das
+verwöhnte und verzogene Mädchen, war gezwungen, für die Zukunft ihr eignes
+Brot zu verdienen.«
+
+Ilse sah entsetzt die Lehrerin an. »Ja, ihr Brot zu verdienen,« betonte
+dieselbe. »Das erschreckt dich, nicht wahr? Aber es wurde ihr nicht so
+schwer, als sie einstmals geglaubt. Seit jenem Tage, da sie das Schwerste
+erfahren, war eine Aenderung in ihrem Wesen vorgegangen. Still und ernst
+ging sie einher und ihr übermütiges Lachen war verschwunden. – Sie
+bereitete sich vor, Gouvernante zu werden, und als sie ihr Examen
+bestanden hatte, ging sie, nachdem sie die Großmama durch den Tod
+verloren, nach London. Sie wirkt dort als Lehrerin in einem Institute.«
+
+»Und der Maler? Hat die arm’ Lucie nie gehört davon?«
+
+»Seine Werke hat sie oft in den Galerien bewundert – er selbst blieb
+verschollen.«
+
+»Oh wie ein furchtbar trauriges Geschicht’ ist das!« rief Nellie. »Es thut
+mich sehr weh.«
+
+Und Ilse? Sie saß da, die Hände gefaltet, mit gesenktem Blick. Sie war bis
+in das Innerste getroffen. Wie Lucie hätte auch sie gehandelt, auch sie
+würde es bis zum Aeußersten getrieben, auch sie würde ihr Lebensglück im
+trotzigen Uebermute geopfert haben. – Noch schwankte sie einen Augenblick,
+wie im Kampf mit sich selber, dann aber erhob sie sich schnell und ergriff
+Fräulein Güssows Hand.
+
+»Ich will um Verzeihung bitten,« sagte sie in leisem Tone, es war, als ob
+sie sich scheue, ihre eigenen Worte zu hören.
+
+Ueber der Lehrerin Gesicht glitt ein Freudenschimmer. Sie nahm die Reuige
+in den Arm und küßte sie zärtlich.
+
+»Geh’ – geh’,« sagte sie gerührt, »und wenn je ein böser Geist wieder über
+dich kommen will, denk’ an Lucies traurige Geschichte.«
+
+Zögernd und beklommen stieg Ilse die Treppe hinunter. Vor der Vorsteherin
+Zimmer blieb sie stehen. Sie konnte sich nicht entschließen, die Thür zu
+öffnen. Zweimal hatte sie schon die Hand nach dem Drücker ausgestreckt und
+wieder zurückgezogen. Es war so furchtbar schwer, die erste Abbitte zu
+thun. Ob sie umkehre?
+
+Einen Augenblick war sie es willens, ja, schon machte sie eine leichte
+Wendung zurück, da hörte sie Fräulein Güssow die Treppe herabkommen.
+
+Sollte dieselbe sie unverrichteter Sache hier finden? Sie hätte sich vor
+ihr schämen müssen. Mit einem tiefen Atemzuge öffnete sie die Thür.
+
+ [Illustration]
+
+Die Vorsteherin saß an ihrem Schreibtische; als sie Ilse eintreten sah,
+erhob sie sich.
+
+Ilses Herz klopfte zum Zerspringen. Als sie das strenge, zürnende Auge
+Fräulein Raimars auf sich gerichtet sah, entsank ihr der Mut. Sie
+versuchte zu sprechen, aber es war ihr unmöglich, ein Wort
+hervorzubringen, die Kehle erschien ihr wie zugeschnürt. Es war eine
+Folterqual, die sie ausstand, und wenn jetzt der Boden unter ihren Füßen
+sich plötzlich geöffnet und sie hätte verschwinden lassen, sie würde es
+für eine Wohlthat des Himmels angesehen haben. Aber diese Wohlthat blieb
+aus, und Ilse stand noch immer wortlos vor der Vorsteherin.
+
+Schon regte sich wieder der alte Trotz, der ihr eingab, es ruhig darauf
+ankommen zu lassen und sich nicht zu beugen – da war es, als ob Lucie sie
+traurig anblicke, als ob sie ihr mahnend zurief: »Nicht zurück! Geh’ mutig
+vorwärts!«
+
+»Nun Ilse?« unterbrach Fräulein Raimar das minutenlange Schweigen. »Was
+ist dein Begehr?«
+
+Ilse machte eine vergebliche Anstrengung zu sprechen und brach in ein
+krampfhaftes Schluchzen aus. Abgebrochen und unverständlich kam es von
+ihren Lippen: »Ver–zeih–ung!«
+
+Fräulein Raimar war sehr aufgebracht über Ilses Betragen gewesen und sie
+hatte die Absicht gehabt, ihr eine derbe Lektion dafür zu geben, als sie
+indes dieselbe so zerknirscht und reuevoll vor sich stehen sah, wurde sie
+milder gestimmt.
+
+»Für diesmal,« sagte sie, »will ich dir vergeben, ich sehe, daß du dich
+selbst mit Vorwürfen strafst, und daß du zur vollen Erkenntnis deines
+Ungehorsams gekommen bist. Bessre dich! Beträgst du dich ein zweites Mal
+in ähnlicher Weise, würde ich die strengsten Maßregeln ergreifen, das
+heißt: ich würde dich zu deinen Eltern zurückschicken! – Ich hoffe, du
+vergißt dich niemals wieder, versprich mir das!«
+
+Beinah hätte sie sich sofort gegen dieses Versprechen aufgelehnt und
+geantwortet: »Schicken lasse ich mich nicht! Dann gehe ich lieber gleich
+zu meinen Eltern,« – da war es wieder Lucies warnendes Beispiel, das diese
+böse Antwort von ihren Lippen scheuchte.
+
+Zögernd und noch immer schluchzend ergriff sie des Fräuleins Hand. »Nie –
+wieder!« stammelte sie.
+
+Und Fräulein Raimar war von der Wahrheit ihres Versprechens überzeugt und
+hatte beinah Mitleid mit der Reumütigen. »Nun geh’ und beruhige dich,«
+sagte sie in mildem Tone, »und sehe ich, daß du dich besserst, wird der
+heutige Tag von mir vergessen sein. –«
+
+Als Ilse die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hinaufstieg, fühlte sie sich
+leicht wie nie im Leben, es war ihr so frei und froh in der Brust, niemals
+hatte sie eine ähnliche Empfindung gekannt. Es war das Bewußtsein, sich
+selbst überwunden zu haben. –
+
+Der Juli und August waren vorüber und man befand sich in den ersten Tagen
+des September. Ilse hatte sich mehr und mehr in das Pensionsleben
+eingelebt und fühlte sich längst keine Fremde mehr. An vieles, das ihr
+anfangs unmöglich erschien, hatte sie sich gewöhnt, ja gewöhnen müssen.
+Wie hätte sie auch vermocht, sich gegen das einmal Bestehende aufzulehnen!
+Das frühe Aufstehen, das regelmäßige Arbeiten, die Ordnung und
+Pünktlichkeit, die streng innegehalten wurden, – schwer genug hatte sie
+sich in all diese Dinge gefunden, und wer weiß, ob sie es überhaupt je
+gethan hätte, wenn Nellie nicht wie ein guter Geist ihr stets zur Seite
+gestanden hätte. Mit ihrer fröhlichen Laune half sie der Freundin über
+manche Schwierigkeit hinweg und oft verstand sie es, durch ein Wort, ja
+durch einen Blick dieselbe zu zügeln, wenn sich die alte Heftigkeit melden
+wollte.
+
+Eine heftige Szene hatte sie übrigens nicht wieder herbeigeführt. Fräulein
+Güssows Erzählung war auf fruchtbaren Boden gefallen und hatte ihren
+trotzigen Sinn etwas nachgiebiger gemacht.
+
+Ueber ihre Fortschritte und Fähigkeiten herrschte unter ihren Lehrern und
+Lehrerinnen eine sehr verschiedene Ansicht, wie dieses in der letzten
+Konferenz recht deutlich zu Tage trat. Der Rechenlehrer und der Lehrer der
+Naturgeschichte behaupteten, daß Ilse ohne jede Begabung sei, daß sie
+weder Gedächtnis, noch Lust am Lernen besitze. Andre waren vom Gegenteile
+überzeugt. Fräulein Güssow, die in der Litteratur und Doktor Althoff, der
+Deutsch, Geschichte und in der französischen Litteratur unterrichtete,
+waren in jeder Beziehung mit Ilses Kenntnissen und ihren Fortschritten
+zufrieden. Professor Schneider lobte ganz besonders ihren Fleiß und ihre
+Ausdauer, die sie bei ihm entwickle, und erklärte mit aller
+Entschiedenheit, wenn Ilse so fortfahre, würde sie es mit ihrem Talente
+weit bringen, sie habe in den acht Wochen, in denen sie seine Schülerin
+sei, so große Fortschritte im Zeichnen gemacht, wie nie eine andre zuvor.
+
+Ueber dieses Lob geriet Monsieur Michael in Entzücken. Ja er vergaß sich
+in seiner lebhaften Freude so weit, daß er ausrief; »Bravo, Monsieur
+Schneider! So spreche auch ich, sie ist eine hochbegabte, eine
+entzückende, junge Mademoiselle.«
+
+Fräulein Raimar lächelte über diese Ekstase und erkundigte sich nach Ilses
+Betragen.
+
+Da kam denn leider manches bedenkliche Kopfschütteln an den Tag. Besonders
+wurde von einigen sehr gerügt, daß sie bei dem geringsten Tadel eine
+trotzige Miene mache, daß sie sogar mehrmals gewagt habe, zu
+widersprechen.
+
+»Leider, leider ist dem so,« bestätigte die Vorsteherin, »und ich habe
+nicht den Mut, zu glauben, daß wir sie ändern können. Ich fürchte sogar,
+daß ihr zügelloser Sinn uns eines Tages eine ähnliche Szene, wie die
+bereits erlebte, machen wird, und was geschieht dann?«
+
+»Dann geben wir sie den Eltern zurück,« fiel Miß Lead lebhaft ein. »Ich
+glaube, daß es dahin kommen wird. Ilse ist nicht nur verzogen, sie ist –
+wie soll ich sagen – sehr bäurisch, sehr brutal, sie paßt nicht in unsre
+Pension.«
+
+Doktor Althoff warf der Engländerin einen etwas ironisch lächelnden Blick
+zu, als wollte er sagen: Du freilich mit deinen übertriebenen, strengen
+Formen hast kein Verständnis für das junge, frische Wesen mit seinem
+natürlichen Sinn – »Ich glaube, Sie irren, meine Damen,« wandte er ein,
+»in unsrer kleinen Ilse steckt ein tüchtiger Kern. Lassen Sie nur erst die
+etwas rauhe Schale sich von demselben abgestoßen haben und Sie werden
+sehen, in welch ein liebenswürdiges, natürliches, echt weibliches Wesen
+sich die bäurische, ›brutale Ilse‹,« er betonte die letzten Worte etwas
+stark, »verwandeln wird. Von der Natur ist sie dazu beanlagt, glauben Sie
+mir. Man muß nur nicht von der kurzen Zeit, die sie bei uns verweilt, gar
+zu viel verlangen.«
+
+Miß Lead zuckte die Achseln und machte eine abweisende Miene. Fräulein
+Güssow dagegen sah Doktor Althoff dankbar an.
+
+»Das sage ich mit Ihnen, Herr Doktor!« stimmte sie bei. »Wir müssen Geduld
+haben mit unsrem wilden Vogel, der bis jetzt nur die Freiheit kannte.
+Fehler, die durch jahrelange, allzunachsichtige Erziehung in dem Kinde
+groß gezogen wurden, können unmöglich in wenigen Wochen vollständig
+abgestreift sein. Mir scheint, daß wir schon viel erreicht haben, wenn wir
+daran denken, wie wenig Arbeitstrieb Ilse mit in die Pension brachte und
+wie sie jetzt gewissenhaft und sogar in manchen Fächern ihre Aufgaben sehr
+trefflich anfertigt.«
+
+Fräulein Güssows Behauptung war vollständig berechtigt. Ilse war weit
+strebsamer geworden, das gute Beispiel der übrigen Mädchen spornte sie
+mächtig an.
+
+Anfangs war es ihr gleichgültig gewesen, ob man sie in die erste oder
+zweite Klasse brachte, als sie indes die Bemerkung machte, daß alle ihre
+Mitschülerinnen jünger waren, als sie, da erwachte der Ehrgeiz und
+zugleich ein Eifer in ihr, der sie antrieb, das Versäumte nachzuholen, zu
+lernen und zu arbeiten, damit sie bald in die erste Klasse komme.
+
+Ihre Aufsätze besserten sich mit jedem Mal, auch nahm sie sich sehr
+zusammen, keine orthographischen Schnitzer mehr zu machen. Sie hatte allen
+Respekt vor Doktor Althoff, der stets mit einem leichten Spott dergleichen
+Fehler zu rügen wußte.
+
+Ihr letzter Aufsatz war der beste in der Klasse gewesen. »Ein Spaziergang
+durch den Wald« hieß das gegebene Thema und sie hatte ihre Aufgabe in
+anmutiger und lebendiger Weise gelöst. Sie wurde dafür gelobt, und Doktor
+Althoff las ihren Aufsatz der Klasse vor, was stets als eine besondere
+Auszeichnung galt. Mitten im Lesen unterbrach er sich lachend.
+
+»Da ist Ihnen ein ganz abscheulicher Irrtum passiert, Ilse,« sagte er,
+»denn ich kann mir kaum denken, daß Sie wirklich dachten, was Sie hier
+niederschreiben.«
+
+Und er trat zu ihr und zeigte ihr die verhängnisvolle Stelle, die also
+lautete:
+
+»Ich war eine gans, tüchtige Strecke allein gegangen.« – Sie errötete,
+nahm schnell eine Feder und machte aus dem s ein z.
+
+»Ein andres Mal sehen Sie sich besser vor, solche Verwechselungen können
+höchst komisch wirken. Auch mit den Kommas, Punkten u. s. w., rate ich
+Ihnen weniger verschwenderisch umzugehen, oder haben Sie die Absicht, es
+wie jene junge Dame zu machen, die, sobald sie eine Seite zu Ende
+geschrieben hatte, ganz willkürlich die Zeichen hineinsetzte. Etwa zehn
+Kommas, sieben Ausrufungszeichen, fünf Fragezeichen und neun Punkte, wie
+sie gerade Lust hatte, manchmal mehr, manchmal weniger. Das gab dann
+zuweilen einen tollen Sinn, Sie können es sich denken.«
+
+Die Mädchen lachten und Ilse mit. Ohne jede Empfindlichkeit nahm sie eine
+Rüge von diesem Lehrer auf, der es verstand, stets die richtige Art und
+Weise zu treffen. Mit liebenswürdigem Humor, in welchen er einen ernsten
+Tadel oftmals kleidete, richtete er weit mehr aus, wie mancher andre, der
+in der Aufregung sich zu zornigen Worten hinreißen ließ.
+
+Aber wie schwärmten auch seine Schülerinnen für ihn! In jeder
+Mädchenschule giebt es gewiß einen Lehrer, der zum allgemeinen Liebling
+erkoren wird, in dem Institute des Fräulein Raimar hatte Doktor Althoff
+das Los getroffen.
+
+»Er ist furchtbar reizend!« beteuerte Melanie und schlug den Blick
+schwärmerisch gen Himmel. »Das bezaubernde Lächeln um seinen Mund, das
+blitzende, geistvolle Auge, das schmale, vornehme Gesicht, das dunkle,
+lockige Haar! Wirklich furchtbar nett!« Die neugierige Grete hatte sogar
+entdeckt, daß Schwester Melanie in einem Medaillon, welches sie an der Uhr
+befestigt trug, ein Stückchen Papier mit seinem Namen geborgen hatte. Es
+war eine Unterschrift von seiner Hand, die sie unter einem früheren
+Aufsatze fortgeschnitten hatte.
+
+Flora Hopfstange besang den Gegenstand ihrer Verehrung in den
+überschwenglichsten Gedichten, auch war er der Held ihrer sämtlichen
+Novellen und Romane. Wie zufällig verlor sie zuweilen eines ihrer
+schwärmerischen Gedichte, natürlich nur in der Litteraturstunde, indessen
+vergeblich. Doktor Althoff hatte noch niemals eine ihrer kostbaren
+Dichterblüten gefunden.
+
+ [Illustration]
+
+Selbst Orla teilte diese allgemeine Schwäche, trotzdem sie dieselbe stets
+verspottete. Längst aber hatte sie sich verraten und das ging so zu.
+Doktor Althoff trug eine Nelke in der Hand, als er die Klasse betrat und
+ließ dieselbe auf dem Katheder liegen. Kaum hatte er das Zimmer verlassen,
+als fast sämtliche Schülerinnen, wie die Stoßvögel auf die rote Blume
+zustürzten, um sie für sich zu gewinnen. Orla eroberte sie glücklich. Hoch
+hielt sie ihre Siegestrophäe in die Luft und eilte damit auf ihr Zimmer.
+Vom Juwelier ließ sie sich dann ein goldenes Medaillon anfertigen mit
+einer russischen Inschrift darauf. Grete hatte das bald genug
+herausgewittert, aber leider stand sie vor einem unlösbaren Rätsel, denn
+Orla würde ihr nimmermehr vertraut haben, daß die beiden Worte ins
+Deutsche übertragen hießen: »Vom Angebeteten.« – In diese kostbare,
+goldene Hülle legte sie die Nelke und trug sie immer.
+
+Nellie machte es am ärgsten. Eines Abends, als sie mit Ilse allein auf
+ihrem Zimmer war, nahm sie ein Federmesser und ritzte damit den
+Anfangsbuchstaben seines Vornamens in ihren Oberarm. Mit spartanischem
+Mute ertrug sie lächelnd diese schmerzhafte Operation.
+
+»Aber Nellie, wie albern bist du!« rief Ilse. »Warum machst du denn den
+Unsinn? Wenn Herr Doktor Althoff all’ eure Dummheiten erfährt, müßt ihr
+euch doch schämen.«
+
+»Schweig!« gebot Nellie scherzhaft, »du bist noch ein klein’ grüner
+Schnabel. Du verstehst nix von heimliche Anbetung. Komm erst in der Jahre
+und lerne ihr begreifen. Dein Herz lauft noch in der Kinderschuhe.«
+
+Ilse wollte sich totlachen. Ihr gesunder, urwüchsiger Sinn verstand und
+begriff dergleichen krankhafte Dinge nicht. »Ach Nellie!« rief sie
+fröhlich, »du sprichst so weise, wie eine alte Großmama, und bist doch nur
+zwei Jahr älter als ich.«
+
+Nellie war aber keineswegs wie eine Großmama, oft sogar konnte sie recht
+kindlich denken und handeln, wenn es darauf ankam, irgend etwas für ihren
+Schnabel zu gewinnen.
+
+Eines Sonntags, es war gegen Abend, stand sie am offnen Fenster in ihrem
+Zimmer und blickte sehnsüchtig auf den Apfelbaum, dessen Früchte goldgelb
+und rotwangig, höchst verlockend zwischen dem dunklen Laube hindurch
+lachten.
+
+»Die schöne Aepfel!« rief sie aus, »o, hatte ich doch gleich einer davon!
+Er ist reif, Ilse, ich weiß, ich kenne dieser Baum genau. Ich habe jetzt
+so groß’ Lust, Apfel zu speisen, und darf ihn doch nur ansehen! Sehen –
+und nicht essen – es ist hart!«
+
+Ilse, die nach Nellies Muster und Angabe einen grauen Wäschbeutel mit
+roten Arabesken benähte, legte die Arbeit beiseite und trat zu der
+Freundin.
+
+»Ja, die sind reif,« sagte sie und betrachtete mit Kennermiene die Aepfel,
+»wir haben dieselbe Sorte daheim, das sind Augustäpfel. Wenn ich doch
+gleich in Moosdorf wäre, dann stieg’ ich in den Baum und holte welche
+herunter, aber hier – – ach!«
+
+Nellie horchte auf und blickte Ilse an, die mit wehmütigem Verlangen
+hinauf in den Baum sah. Plötzlich kam ihr ein guter Gedanke.
+
+»Du bist in der Baum gestiegen?« fragte sie. »O, Ilse, ich habe ein’
+furchtbar nette Idee! – Du steigst in der Baum und holst uns von der
+Apfel!«
+
+Die letzten Worte sprach sie flüsternd, damit ja kein unberechtigtes Ohr
+etwas erlauschte.
+
+Ilses braune Augen leuchteten auf. »Wie gern würde ich das thun! Aber ich
+darf ja nicht! Denk’ nur, Nellie, wenn Fräulein Raimar oder irgend jemand
+anderes mich sehen würde!«
+
+»Laß mir nur machen,« meinte Nellie und machte ein höchst listiges
+Gesicht. »Heut’ abend, wenn Fräulein Raimar und alles andre auf seines Ohr
+liegt, dann erheben wir uns wieder von unsrem Lager und die mutige Ilse
+wird wie eine Katz’ leise aus die Fenster steigen und in der Baum
+klettern. Der lieber Mond steckt sein’ Latern’ dazu an und leuchtet sie,
+daß sie die besten und großesten Apfel finden kann. Und ich geb’ acht, daß
+nix kommt, – ich werde eine gute Spion sein.«
+
+Ilse strahlte vor Wonne. Der Gedanke war auch zu verlockend, als daß sie
+noch länger Bedenken tragen sollte.
+
+»Das ist zu himmlisch!« rief sie so laut, daß Nellie ihr die Finger auf
+den Mund legte. »Ich ziehe meine Blouse und den blauen Rock dazu an und
+steige hinauf in das grüne Blätterdach. Es ist himmlisch, Nellie!«
+
+Und sie ergriff die Freundin am Arme und tanzte mit ihr durch das Zimmer.
+
+»O, du bist einer Engel! du kluge Ilse! Wenn wir nur erst Nacht hätten!«
+
+Ilse stand schon wieder am Fenster und warf prüfende Blicke in den Baum.
+»Siehst du, auf diesen Zweig steige ich zuerst,« sagte sie ganz erregt,
+»und dann auf den dort, – es hängen drei herrliche Aepfel daran, – die
+pflücke ich zuerst und werfe sie dir zu, – dann geht es höher hinauf bis
+an Melanies und Orlas Stubenfenster, – sie lassen es immer offen stehen
+des Nachts – dann stecke ich den Kopf hinein und rufe: Gute Nacht!«
+
+»Ilse!« rief Nellie entsetzt, »du darfst der Unsinn nicht thun! Gieb dein’
+Hand darauf!«
+
+»Es war nur Scherz,« entgegnete Ilse. »Sei ohne Sorge, Nellie, ich werde
+ganz artig und still sein, niemand soll von unsrem entzückenden Abenteuer
+erfahren!« –
+
+Die Zeit verging den beiden Mädchen wie mit Schneckenpost. Ilse, die sich
+wenig verstellen konnte, war während des Abendessens ganz besonders lustig
+und aufgeregt.
+
+»Du siehst so unternehmend und fröhlich aus,« bemerkte Fräulein Güssow,
+»hast du eine gute Nachricht aus der Heimat erhalten?«
+
+Ilse wurde rot und fühlte sich wie ertappt. Ein Glück für sie, daß die
+Lehrerin ganz arglos die Bemerkung machte und gar nicht weiter auf sie
+achtete, vielleicht wäre ihr doch die verräterische Röte aufgefallen.
+
+Endlich, endlich, war alles still im Hause. Die Runde durch sämtliche
+Schlafgemächer war gemacht, und Fräulein Güssow war bereits in ihr Zimmer
+zurückgekehrt.
+
+Nellie saß in ihrem Bett und lauschte. Sie hatte unten die Thür sich
+schließen hören, wartete noch eine kleine Weile, dann erhob sie sich und
+glitt wie ein Geist durch das Zimmer und lehnte sich weit zum Fenster
+hinaus.
+
+»Was machst du?« fragte Ilse.
+
+»Ich will sehen, ob Fräulein Güssow noch Licht in sein’ Schlafstube hat –«
+flüsterte sie. »Noch ist hell unten, – immer noch – –«
+
+»Soll ich aufstehen?« fragte Ilse.
+
+»Nein, du sollst dir ganz ruhig halten und nicht so laut sprechen. Sie hat
+noch immer hell. Wie langweilig! Was sie nur anfangt! Warum geht sie nicht
+in ihr Bett und macht die Auge zu.«
+
+Sie beugte sich weit zum Fenster hinaus und sah unverwandt auf die
+seitwärts liegenden, noch immer erleuchteten Fenster. Im Flüstertone rief
+sie Ilse ihre Bemerkungen zu. Plötzlich fuhr sie schnell mit dem Kopfe
+zurück und legte den Finger auf den Mund.
+
+»Sei ganz still, Ilse, rühr’ dir nicht,« sagte sie dann, sich auf den
+Zehen zu derselben heranschleichend, »sie hat eben der Kopf zum Fenster
+ausgesteckt und sieht in der Mond. Beinah’ hat sie mir erblickt.«
+
+Nach einem kleinen Weilchen hörte sie das Fenster schließen und als Nellie
+vorsichtig hinunter blickte, war das Licht gelöscht.
+
+»Jetzt ist die große Augenblick gekommen,« wandte sie sich in pathetischem
+Tone an Ilse und streckte die Hand aus, »erheben Sie sich, mein Fräulein,
+und gehen Sie an das großes Werk!«
+
+Ilse war so aufgeregt durch den Gedanken an das nächtliche Abenteuer, daß
+sie gar nicht bemerkte, wie urkomisch Nellie aussah, als sie in ihrem
+langen Nachtgewande, den Arm weit ausgestreckt, so vor ihr stand.
+
+Eilig erhob sie sich und begann sich anzukleiden. Das war bald geschehen,
+da das Blousenkleid, und was sie sonst noch nötig hatte, schon bereit lag.
+
+Gegen die Stiefel erhob Nellie Einsprache. »Sie sind zu unschicklich, zu
+plump, du machst eine so laute Schritt, daß alles aufwacht.«
+
+Ilse hörte nicht darauf. Sie hatte dieselben bereits angezogen und schlich
+auf den Zehen zum Fenster hin.
+
+»Gieb mir das Körbchen,« bat sie. Nellie hing ihr ein solches um den Hals,
+damit sie den Arm frei behalte.
+
+»So, nun bist du reisefertig, mach’ deine Sach’ brav, mein Kind,« sagte
+sie und küßte Ilse auf die Wange.
+
+Die hörte nichts. Mit leichtem Sprunge schwang sie sich auf das
+Fensterbrett und von dort stieg sie in den Baum.
+
+Aengstlich blickte ihr Nellie nach. Aber sie hatte nicht Ursache, besorgt
+zu sein. Ilse kletterte leicht und gewandt wie ein Eichkätzchen trotz
+ihrer schweren Stiefel. Als sie die drei bewußten Aepfel erreichen konnte,
+brach sie dieselben und warf sie Nellie zu.
+
+»Da hast du eine Probe!« rief sie übermütig in halblautem Tone, »damit dir
+die Zeit nicht lang werde, bis ich wiederkomme!«
+
+Die Früchte kollerten bis an das Ende des Zimmers zu Nellies Entsetzen.
+
+»O, was thust du!« flüsterte sie und erhob drohend die Finger. »Die Köchin
+schläft unter dieser Zimmer, soll sie von der Spektakel aufwachen?«
+
+»Bärbchen schläft fest, ich höre sie draußen schnarchen,« gab Ilse zurück.
+– »Wir können ganz ohne Sorge sein – alles schläft – alles ist still und
+dunkel. – Nun lebe wohl, Nellie, jetzt trete ich meine Reise an. Ach, es
+ist köstlich hier!«
+
+Plötzlich bekam es Nellie mit der Angst. »Ich zittre für dir,« sprach sie
+mit bebenden Lippen, – »komm wieder her, – es könnte ein Unglück sein.«
+
+Ilse lachte in sich hinein und stieg keck höher und höher. Sie war so
+recht in ihrem Elemente und frei wie der Vogel in der Luft regte sie ihre
+Schwingen.
+
+Bald hatte sie die Spitze erreicht. Der Mond schien voll und klar und
+zeigte ihr jeden Schritt, den sie zu machen hatte. Als sie in gleicher
+Höhe mit dem Schlafgemache Orlas und der Schwestern war, konnte sie der
+Versuchung nicht widerstehen, einen Blick in das Fenster zu thun.
+Vorsichtig und behende balancierte sie auf dem Ast, der sie trug und
+dessen grüne Spitzen beinahe das eine Fenster berührten, und sah hinein.
+
+Ruhig, nichts ahnend lagen die Schläferinnen da, hell vom Mondlicht
+beschienen.
+
+Einen Augenblick regte sich der Uebermut in ihr. Ob sie den Mädchen einen
+Schabernak spielte? »Nur einmal gegen die Fensterscheibe klopfen,« dachte
+sie, und schon streckte sie den Finger aus dazu, – da bewegte sich Orla im
+Schlafe. Unwillkürlich fuhr Ilse zurück und ihre tolle Idee blieb
+unausgeführt.
+
+Es hingen so viel schöne Aepfel rechts und links und überall, mit kleiner
+Mühe hätte sie in wenigen Augenblicken ihr Körbchen damit füllen können,
+aber dazu hatte sie keine Lust, immer höher hinauf strebte ihr Verlangen,
+sie hatte nun einmal die Freiheit gekostet, so schnell wollte sie dieselbe
+nicht wieder aufgeben. Die Krone des Baumes war ihr Ziel, wohl eine
+beschwerliche Fahrt, aber sie schreckte nicht davor zurück.
+
+Wie ein Bube erklomm sie die manchmal schwer zu erreichenden Zweige, – ein
+einziger Fehltritt und sie lag unten mit zerbrochenen Gliedern, – dieser
+Gedanke kam ihr nicht in den Sinn, sie hatte daheim ganz andre tollkühne
+Kletterpartien ausgeführt und jede Furcht vor Gefahr verlernt.
+
+Mutig ging es vorwärts. Die lauschende Nellie vernahm dann und wann ein
+Knacken der Aeste, oder das Herabfallen eines Apfels. Einmal schrak sie
+heftig zusammen, ein Vogel flog auf. Ilse mochte ihn in seiner Nachtruhe
+gestört haben. – Es wurde ihr recht ängstlich auf ihrem Lauscherposten,
+eine Ewigkeit dünkte es ihr, daß Ilse sie verlassen hatte.
+
+»Ilse!« rief sie leise. Keine Antwort erfolgte. Wie war es auch möglich,
+daß ihr Ruf zu derselben emporgetragen wurde, die oben in der Krone stand
+und die erfrischende Nachtluft mit vollen Zügen einsog.
+
+Wie fühlte sie sich glückselig, wie frei, wie heimatlich wurde es ihr zu
+Mute! Keine Fesseln drückten sie mehr, Schulzwang, Pension, Vorsteherin –
+alles entschwand ihr wie in nebelweite Ferne – der Garten da unten gehörte
+dem Papa, der Baum, auf dem sie war, stand vor seinem Fenster, es war der
+alte Nußbaum, in dessen grünem Laubwerk sie so manchmal neckend Versteck
+gespielt hatte mit dem Papa, wenn er sie überall suchte, von dessen
+oberster Spitze sie dann plötzlich mit einem schlichen »Juchhe!« ihm
+antwortete.
+
+»Juchhe!« Ganz in Erinnerung versunken, brach es plötzlich laut und
+kräftig aus ihrer Kehle hervor, daß es weithin durch den Garten schallte.
+
+Im selben Augenblicke erwachte sie aus ihrem Traume und ganz erschrocken
+fuhr sie mit der Hand nach dem Mund. Was hatte sie gethan! Aber die Reue
+kam jetzt zu spät, vor allem mußte sie an den schnellsten Rückzug denken,
+denn wie sie vermutete, so war es, ihr unvorsichtiger Ruf war im Hause
+vernommen worden.
+
+Melanie war davon erwacht und richtete sich entsetzt in ihrem Bette auf.
+
+»Grete!« rief sie mit bebenden Lippen, »hast du gehört?«
+
+»Ja,« tönte es gedämpft zurück. »Melanie, ich fürchte mich tot!« Sie hatte
+sich die Decke über den Kopf gezogen und erwartete mit zitternder Angst
+ihr Schicksal.
+
+Auch Orla war erwacht. »Was war das?« fragte sie, »wo kam der laute Schrei
+her? Mir war es, als ob er dicht vor meinem Bette ausgestoßen wurde.«
+
+»Allmächtiger Gott!« schrie Melanie auf, »siehst du nichts? O, ich habe
+etwas furchtbar Schreckliches gesehen! Eben dort! – dicht am Fenster flog
+es vorüber! Ein Gespenst war es, mit fliegenden Haaren und großen,
+glühenden Augen! Hu, wie es mich ansah, als ob es mich verschlingen
+wollte! O, Orla – ein Gespenst – ein Gespenst!«
+
+Sie klapperte mit den Zähnen vor Furcht und Schrecken, und Orla, die
+nichts gesehen hatte, sondern nur ein lautes Brechen und Knacken im Baume
+vernommen, sprang mutig aus ihrem Bette, schlug ihre Steppdecke über die
+Schultern und sah zum Fenster hinaus.
+
+Grade hatte Ilse ihre tolle Fahrt beendet. In rasender Hast und Angst
+hatte sie dieselbe von der Höhe des Baumes bis zu ihrem Zimmerfenster
+gemacht, und Nellie, sie erwartend, streckte ihr beide Arme, soweit sie
+konnte, hilfreich entgegen. Sie war leichenblaß und außer sich über Ilses
+Tollkühnheit.
+
+»Was hast du gemacht?« flüsterte sie, »du hast uns verraten! – hast du
+gehört? Ueber uns sind sie aufgeweckt! – Orla spricht ... Wir sind
+verloren!«
+
+Eilig nahm sie der am ganzen Körper zitternden Ilse, deren Hände blutig
+geritzt waren, das Körbchen ab, warf die wenigen Aepfel, die nicht
+herausgefallen waren, in ihr Bett, das Körbchen hinter den Schrank, und
+legte sich nieder, alles in der größten Hast.
+
+Ilse hatte ein gleiches gethan. Ohne sich zu entkleiden, mit Stiefel und
+Blousenkleid, sprang sie in ihr Bett und deckte sich bis an das Kinn zu.
+Sie schloß die Augen und erwartete in Todesangst das furchtbare
+Strafgericht, das ihrer wartete. –
+
+Bei dem trügerischen Lichte des Mondes konnte Orla nicht erkennen, was
+eigentlich vorging. Sie sah wohl eine Gestalt – sah ein Paar weiße Arme,
+die ihr fabelhaft lang erschienen, aber nur einen flüchtigen Moment, dann
+war die ganze Erscheinung lautlos und still wie im Nebel verschwunden.
+
+Sie lauschte noch einige Augenblicke atemlos, aber der Spuk war vorbei –
+nichts rührte sich. Trotz ihres Mutes wurde es ihr unheimlich zu Mute. Sie
+zog den Kopf zurück.
+
+»Nun?« fragte Melanie, »sahst du etwas?«
+
+»Ja,« entgegnete Orla, »deutlich habe ich eine Gestalt gesehen, und ich
+könnte darauf schwören, daß sie von zwei langen, weißen Armen in Nellies
+Zimmer gezogen wurde.«
+
+»Liebe, liebe Orla!« bat Melanie kläglich und mit gerungenen Händen,
+»wecke die Leute! Wenn das Gespenst noch einmal erscheint, sterbe ich vor
+Angst!«
+
+ [Illustration]
+
+Orla ergriff die Klingelschnur, die sich dicht neben ihrem Bette befand,
+und läutete. In jedem Zimmer war eine solche angebracht, für den Fall, daß
+ein plötzliches Unwohlsein eine Pensionärin des Nachts befiel. Sämtliche
+Schnüre führten zu einer Hauptglocke, die unten, dicht neben Fräulein
+Raimars Schlafzimmer angebracht war.
+
+Laut und schrill, wie eine Sturmglocke, tönte ihr Klang, der noch niemals
+die Ruhe gestört, durch die Stille der Nacht. Nellie und Ilse erzitterten,
+als ob sie ihr Sterbeglöcklein hörten.
+
+Wie mit einem Zauberschlage wurde es lebendig im Hause. Die Fenster, die
+eben noch dunkel und wie träumend in den Garten geblickt hatten, erhellten
+sich. Thüren wurden geöffnet, Stimmen laut.
+
+Die Vorsteherin, im tiefen Negligee, ein Licht in der Hand, trat zuerst
+aus ihrem Zimmer. Fast gleichzeitig erschien Fräulein Güssow. Als beide
+den Korridor passierten, schoß Miß Lead aus ihrer Zimmerthür, ängstlich
+fragend blickte sie die Damen an.
+
+Sie war nicht gerade eine Heldin, die gute Miß, der Glockenschall war ihr
+in alle Glieder gefahren. Zitternd war sie aus dem Bette gesprungen und
+hatte nach ihren Kleidungsstücken gesucht. Im Dunkeln tappte sie
+vergeblich darnach. Sie hatte Licht anzünden wollen, aber die Schachtel
+mit Streichhölzern war ihr in der Aufregung entfallen. In nervöser Hast
+ergriff sie einen schottischen Plaid und drapierte sich denselben wie
+einen Mantel um ihre Gestalt. Ihr spärliches Haar, das sie jeden Abend
+eine gute Viertelstunde kämmte und bürstete, hing gelöst auf ihre Schulter
+herab.
+
+Sie machte einen höchst komischen Eindruck in diesem abenteuerlichen
+Kostüme und die Vorsteherin gab ihr den ernstlichen Rat, sie möge sich
+wieder niederlegen, aber Miß Lead wehrte dieses Ansinnen lebhaft ab.
+
+»Nein, nein!« Und sie hing sich an Fräulein Güssows Arm so fest, als ob
+sie bei ihr Schutz und Beistand suche.
+
+Auch mehrere Pensionärinnen waren von dem ungewohnten Lärm erwacht und
+aufgestanden. Angstvoll stürzten sie aus ihren Zimmern und folgten den
+Lehrerinnen dicht auf dem Fuße, Flora hatte sogar einen Rockzipfel der
+Vorsteherin erfaßt.
+
+Orla hörte Stimmen auf der Treppe und öffnete die Thür.
+
+»Ist dir oder den Schwestern etwas passiert?« fragte Fräulein Raimar
+schnell in das Zimmer tretend.
+
+Statt Orla antwortete Melanie: »Etwas furchtbar Schreckliches haben wir
+erlebt!« rief sie. »Ein Gespenst, ein furchtbares Gespenst haben wir
+gesehen!«
+
+»Du hast geträumt,« sagte die Vorsteherin, »es giebt keine Gespenster!«
+
+»Ich sah es mit offenen Augen, Fräulein!« entgegnete Melanie mit voller
+Ueberzeugung. »Erst erwachten wir alle drei von einem furchtbar lauten
+Schrei, nicht wahr, Orla! gleich darauf sauste das Gespenst hier ganz
+dicht am Fenster vorbei.«
+
+»Es war vielleicht ein Spitzbube, der sich Aepfel holen wollte,« beruhigte
+die Vorsteherin. »Hast du auch etwas gesehen, Orla?«
+
+»Ja,« sagte sie. »Ich sah zum Fenster hinaus und da schien es mir, als ob
+etwas in Nellies Zimmer verschwand –«
+
+Die Pensionärinnen, sogar Miß Lead, drängten sich im dichten Knäuel
+ängstlich um Fräulein Raimar. Gespenster – Spitzbuben! das war ja um sich
+tot zu fürchten. So schauerliche Dinge hatte man noch niemals in der
+Pension erlebt. Flora zitterte zwar vor Furcht und Erregung, trotzdem fand
+sie dieses Erlebnis höchst romantisch. Sie nahm sich vor, in ihrem
+nächsten Romane dasselbe zu verwerten.
+
+Fräulein Güssow hatte kaum vernommen, daß der Spuk in Nellies Zimmer
+verschwunden sein solle, als sie still die Treppe hinunterstieg und sich
+zu den beiden Mädchen begab. Sie öffnete die Thür und leuchtete in das
+Zimmer. Ihr Blick glitt prüfend durch dasselbe, es war nichts Verdächtiges
+zu sehen. Die Fenster waren geschlossen und Ilse schien fest zu schlafen.
+
+Nellie hatte sich im Bett erhoben und that ganz erstaunt beim Anblick der
+Lehrerin.
+
+»O, was giebt es?« fragte sie. »Warum ist der Glocke gezogen? Ich habe mir
+so erschreckt.«
+
+»Es soll hier jemand in das Fenster bei euch gestiegen sein,« antwortete
+Fräulein Raimar, die mit den übrigen Fräulein Güssow gefolgt war.
+
+Nellie stockte der Atem vor Angst. Was sollte sie beginnen? Die Wahrheit
+gestehen? Unmöglich! Es wäre zugleich Ilses und ihre Entlassung aus der
+Pension gewesen. Und lügen? Sie wäre nicht dazu im stande gewesen.
+Entsetzt blickte sie die Vorsteherin an und gab keine Antwort.
+
+Dieselbe deutete Nellies stummes Entsetzen anders und sah es für eine
+Folge des plötzlichen Schreckens an.
+
+»Nun, nun,« beruhigte sie, »du darfst dicht nicht weiter ängstigen. Orla
+und die Schwestern wollen durchaus einen lauten Schrei gehört haben und
+Orla behauptet fest, es sei ein Gespenst vor ihrem Fenster vorbeigeflogen
+und hier in eurem Zimmer verschwunden.«
+
+»O, eine Gespenst! Wie furchtbar!« wiederholten Nellies zitternde Lippen
+und ihr blasses Gesicht – die Angst, die sich in ihren Zügen malte,
+erweckten Mitleid in Fräulein Raimars Herzen.
+
+»Beruhige dich nur,« sagte sie, »die Mädchen werden geträumt haben. Das
+ganze Haus haben sie in Aufruhr gebracht. – Ich denke, wir legen uns
+wieder nieder,« wandte sie sich zu Fräulein Güssow, »es ist das beste
+Mittel, die aufgeregten Gemüter zur Ruhe zu bringen.«
+
+Schon im Herausgehen begriffen, fiel ihr die schlafende Ilse ein. Sie trat
+an das Bett derselben und beugte sich leicht darüber. »Ist denn Ilse gar
+nicht erwacht von dem Spektakel?« fragte sie erstaunt.
+
+Mit Todesangst verfolgte Nellie jede Bewegung der Vorsteherin. Wenn sie
+sich ein wenig zur Seite wandte, wenn ihr Blick das Fußende des Bettes
+streifte – dann waren sie verloren. Unter dem Deckbette – o Entsetzen! sah
+eine Spitze von Ilses fürchterlichem Stiefel vor.
+
+»Sie hat immer ein so fester Schlaf,« brachte Nellie mühsam hervor und
+plötzlich – im Augenblicke der höchsten Not kehrte ihre Geistesgegenwart
+zurück.
+
+»Bitte, bitte, Fräulein Güssow,« sagte sie und erhob flehend die Hände,
+»sehen Sie unter meines Bett, ob keine Gespenst daliegt.«
+
+Sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf Nellie und die
+Angeredete nahm wirklich das Licht und leuchtete unter das Bett. Fräulein
+Raimar schüttelte unwillig den Kopf.
+
+»Sei nicht kindisch, Nellie,« verwies sie dieselbe, »du wirst in deinem
+Alter doch wahrlich nicht mehr an Spukgeschichten glauben!«
+
+Und Miß Lead, die bis dahin mit den Pensionärinnen vor der äußeren Thür
+gestanden, trat zu ihrer Landsmännin und schalt sie wegen ihrer
+Furchtsamkeit.
+
+Kaum hatte Nellie die sonderbar Gekleidete erblickt, als sie in ein lautes
+Gelächter ausbrach. »O, Miß Lead!« rief sie aus. »Sie haben die Aussicht
+wie eine Räuberhauptmann! Seien Sie nicht böse, aber ich muß lachen!« Und
+die übrigen Mädchen stimmten fröhlich ein in das Gelächter, sie hatten bis
+jetzt nicht auf die englische Lehrerin geachtet.
+
+Miß Lead wurde hochrot vor Aerger, und die Vorsteherin gab Nellie einen
+ernsten Verweis über ihr unartiges Benehmen. Es wurde darüber die
+Gespenstergeschichte vergessen und Ilse nicht weiter beachtet. Oder doch?
+
+Fräulein Güssow entfernte sich, mit dem Lichte in der Hand, sehr schnell
+aus der Thür – hatte sie vielleicht die unselige Stiefelspitze entdeckt?
+
+»Wir wollen Ilses Ruhe nicht stören,« sagte sie, »warum soll die Aermste
+auch noch ermuntert werden?«
+
+»Sie haben recht, wir wollen sie nicht stören. Aber sie hat einen
+wunderbar festen Schlaf. Nun geht zur Ruhe, Kinder. Melanies Gespenst war
+sicherlich nichts weiter, als eine Katze, die sich im Baume einen Vogel
+gefangen hat. Ihr könnt ganz ohne Sorge sein, zum zweitenmal wird es nicht
+wiederkehren.«
+
+Damit hatte der nächtliche Spuk sein Ende erreicht. In kurzer Zeit lag
+alles wieder im tiefen Schlafe. Melanie hatte die Lampe brennen lassen, um
+keinen Preis würde sie im Dunklen geblieben sein.
+
+Als Nellie sich vollkommen überzeugt hatte, daß alles wieder still im
+Hause war, da kehrte mit dem Gefühle der Sicherheit auch ihre frohe Laune
+wieder. Sie suchte die Aepfel unter der Bettdecke hervor und fing an,
+gemütlich zu essen, als ob nichts vorgefallen wäre.
+
+»Was machst du denn?« fragte Ilse, als sie das knirschende Geräusch hörte.
+Sie hatte bis jetzt noch nicht gewagt, sich zu rühren, und lag wie im
+Schweiße gebadet da.
+
+»Ich speise Aepfel,« entgegnete Nellie sorglos.
+
+»Aber, Nellie, wie kannst du das nur!« rief Ilse ganz entrüstet. »Ich
+zittre noch an allen Gliedern, mein Herz schlägt wie ein Hammer – und du
+kannst essen! Wirf die Aepfel fort – sie gehören ja gar nicht uns. Ach,
+Nellie, ich ärgere mich über meinen dummen Streich!«
+
+»O was!« sagte Nellie ruhig weiter essend, »man muß thun, als ob man zu
+Haus ist! Gräm’ dir nicht mit unnütze Gedanke, zieh’ dir lieber aus und
+pack’ deine Sache fort in deine Koffer. Du kannst ruhig schlafen, mein
+Darling, morgen weiß kein’ Seel’ von unser lustiges Abenteuer und du wirst
+sehr klug sein, liebe Ilschen, und schweigen.«
+
+Ilse ging heute nicht auf Nellies scherzenden Ton ein; der Gedanke, die
+Vorsteherin hintergangen zu haben, drückte sie schwer. Schweigend
+entkleidete sie sich und verschloß ihre Sachen sorgfältig in den Koffer.
+Dann legte sie sich nieder.
+
+Der Schlaf aber wollte nicht kommen. Nellies regelmäßige Atemzüge
+verrieten längst, daß dieselbe sanft und süß eingeschlummert war, als sie
+noch immer wachend im Bette lag. Der Gedanke, wie nahe sie daran gewesen
+war, entdeckt zu werden, schreckte sie immer von neuem auf. Sobald sie im
+Begriffe war, einzuschlafen, fuhr sie angstvoll in die Höhe. Endlich
+schlief sie ein, aber selbst im Traum quälten sie die schrecklichsten
+Bilder. Bald wurde sie verfolgt, bald fiel sie vom Baume und zuletzt hatte
+sie sich in einen Vogel verwandelt und eine große Eule wollte sie
+fressen. –
+
+Früh am andern Morgen, als Fräulein Raimar ihren Spaziergang durch den
+Garten machte, blieb sie vor dem Apfelbaume stehen. Sie schüttelte den
+Kopf und rief den Gärtner.
+
+»Es müssen Diebe in diesem Baume gewesen sein, Lange,« sagte sie, »sehen
+Sie nur das viele Laub und sogar einige abgebrochene Zweige darunter. Da
+liegen auch mehrere Aepfel, die sie verloren haben mögen. Machen Sie doch,
+solange das Obst noch nicht abgenommen ist, öfters des Nachts eine Runde
+durch den Garten.«
+
+»Es ist mir ein Rätsel, wie sie hereingekommen sind,« bemerkte der Gärtner
+kopfschüttelnd, »die Gartenpforte war fest verschlossen. Sie müssen
+geradezu über die Mauer geklettert sein.«
+
+»Wohl möglich,« stimmte Fräulein Raimar ihm bei, und im Weitergehen dachte
+sie, daß Melanie doch im Rechte gewesen sei. Freilich ein Gespenst hatte
+sie nicht gesehen, wohl aber einen Spitzbuben.
+
+Oben, am offnen Fenster, standen die beiden Mädchen und hatten jedes Wort
+vernommen. Ilse war es heiß und kalt dabei geworden und sie hatte sich wie
+eine arme Sünderin ertappt und beschämt gefühlt. Nellie dagegen lachte so
+recht vergnügt in sich hinein und nahm alles wie einen köstlichen Scherz
+hin.
+
+»Das ist eine spaßige Sach’,« sagte sie übermütig, »ich kann mir
+totlachen! Wenn sie wüßte, daß die böse Spitzbuben mit sie unter eine Dach
+wohnen. – Wie würde sie sich staunen!«
+
+Ilse hielt ihr den Mund zu. »Du darfst nicht darüber lachen, Nellie,«
+gebot sie entschieden, »ich schäme mich so sehr! Spitzbuben hat uns
+Fräulein Raimar genannt, und das sind wir auch. Ich hatte gar nicht daran
+gedacht, und das war recht dumm von mir.«
+
+»Wer wird so strenge richten, kleine Weisheit,« tröstete Nellie. »Was man
+in der Mund steckt, ist kein Diebstahl, merken Sie sich das! Fräulein
+Raimar bekommt auch so große Kostgeld, da bezahlen wir die paar lumpige
+Apfel alle mit. – Komm, gieb mir ein Kuß und sieh nicht so trübe aus, du
+klein Spitzbube!«
+
+Mit Nellie war schwer streiten. Sie widerlegte so harmlos und sah so
+schelmisch dabei aus, daß Ilse, wenn sie auch nicht überzeugt wurde, sich
+wenigstens nicht mehr so hart anklagte. Aber auf einem bestand sie. Nellie
+mußte ihr die Hand darauf geben, daß niemals wieder ein ähnlicher Streich
+von ihnen ausgeführt werden solle. – –
+
+ * * *
+
+Die Tage wurden kürzer und kürzer. Der Oktoberwind fuhr sausend durch die
+Bäume und trieb sein lustiges Spiel mit den trocknen, gelben Blättern.
+Oede und verlassen lag der Garten des Instituts, denn der schöne
+Aufenthalt im Freien hatte so ziemlich ein Ende, die Mädchen waren mehr
+und mehr auf die Zimmer angewiesen.
+
+In den Wochentagen empfanden sie das kaum, aber an den
+Sonntagnachmittagen, die sie gewohnt waren, im Garten zu verleben, da
+fühlten sie sich doppelt eingeengt. In den Zimmern war es so dumpf, so
+langweilig; so war Ilses Ansicht. Man konnte doch nicht immer Briefe
+schreiben, oder nähen. Sich die Zeit verkürzen mit Romanschreiben, das
+konnte nur Flora, die denn auch den innigen Wunsch hatte, die
+Sonntagnachmittage möchten ewig dauern.
+
+ [Illustration]
+
+»Ich komme heute auf euer Zimmer,« sagte sie eines Sonntagmorgens zu den
+Freundinnen. »Ich werde euch meine neueste Novelle vorlesen, natürlich nur
+den Anfang und den Schluß, das andre habe ich noch nicht geschrieben, ich
+mache es immer so. Ich sage euch, ihr werdet entzückt sein, Kinder! Ich
+selbst fühle, wie entzückend mein neuestes Werk mir gelungen ist!«
+
+Nellie lächelte. »Wie ich mir auf dieser neue Werk freue!« sprach sie
+neckend. »Immer nur die Anfangs und die Endes macht Flora. Die langweilige
+Mitte laßt sie aus! O, sie ist ein großer Dichter!«
+
+Flora war heute gar nicht empfindlich, sie that, als höre sie Nellies
+Neckereien nicht.
+
+»Also auf heute nachmittag!« sagte sie und drückte Ilse die Hand.
+
+Nach der Kaffeestunde begleitete sie denn auch die beiden Mädchen auf ihr
+Zimmer, und nachdem alle drei am Fenster Platz genommen hatten, zog sie
+mit wichtiger Miene mehrere lose Blätter aus ihrer Kleidertasche hervor.
+
+»Fang doch an dein’ Novelle, warum besinnst du dir?« fragte Nellie, als
+Flora ein Blatt nach dem andern ansah und wieder beiseite legte.
+
+»Entschuldigt einen Augenblick,« entgegnete Flora, »das ist mir alles so
+durcheinandergekommen. – Seite 5–10–11–3–« zählte sie. »Halt! hier ist
+Blatt I. So, nun will ich beginnen! – Und Nellie, thue mir den einzigen
+Gefallen, unterbrich mich nicht fortwährend mit deinen witzigen Einfällen,
+du schwächst wirklich den ganzen Eindruck damit. – Nun hört zu. Meine
+Novelle heißt:
+
+ _Ein Schmerzensopfer._
+
+Das Meer brauste und der Sturm tobte. – Weiße Möwen flogen krächzend
+darüber hinweg. – Der Mond lugte dann und wann zwischen zerrissenen Wolken
+hervor – traurig – einsam. – –
+
+Da schaukelt ein kleines Schiff auf den hohen Wogen und nähert sich dem
+Strande. Ein junges Mädchen sitzt allein darin. Leichtfüßig schwingt sie
+sich aus dem Schiff und setzt sich auf ein Felsstück, das von den Wellen
+des Meeres umspült wird und hart am Strande liegt.
+
+Tief seufzt sie auf und ihre großen Vergißmeinnichtaugen füllen sich mit
+Thränen.
+
+ [Illustration]
+
+›Was soll ich beginnen?‹ flöten ihre Lippen und in ihrem süßen
+Blumenangesichte drückt sich ein schmerzliches Entsagen aus. ›Er liebt
+mich – und ich ihn! Aber Aurora liebt ihn auch und sie ist meine geliebte
+Schwester! Kann ich sie leiden sehen? – Nein – nimmermehr! Und sollte ich
+darüber an gebrochenem Herzen sterben!‹
+
+Sie seufzte tief. ›O sterben! Aber ich fühl’s, ich werde nicht sterben –
+mein Herz wird nicht brechen, – es wird weiter schlagen, – – wenn es auch
+besser wäre, das zähe Ding stände zur rechten Zeit für ewig still!‹ – –«
+
+Hier machte Flora eine kleine Pause und Nellie konnte es nicht
+unterlassen, sie zu unterbrechen.
+
+»O wie furchtbar traurig!« rief sie aus, »das arme Blumenangesicht mit die
+Vergißmeinnichtsauge und das zähe Herz! Wo ist sie denn hergekommen auf
+ihres kleines Schiff, – so allein auf die brausende Meer?«
+
+Und sie lachte mit ihren Schelmengrübchen so herzlich über Floras Unsinn,
+daß ihr die Thränen in die Augen traten.
+
+»Wie abscheulich von dir, Nellie,« fuhr Flora sehr erzürnt auf, »daß du
+mich so unterbrichst! Wenn nur ein Funken Poesie in deinem Busen
+schlummerte, würdest du meine Werke verstehen. Aber du bist nüchtern vom
+Scheitel bis zur Sohle!«
+
+»O, o!« lachte Nellie ausgelassen, »o, wie komisch bist du, Flora! Lies
+nur weiter dein ›Schmerzensopfer‹, ich will nun artig hören und kein Laut
+mehr lachen.«
+
+Aber Flora nahm schmollend ihre Blätter zusammen. Das heißt, es war ihr
+nicht so recht Ernst damit, denn als auch Ilse sich aufs Bitten legte, sie
+möge doch nun auch den Schluß ihrer Novelle vorlesen, da ließ sie sich
+erweichen. Schon hatte sie die Lippen geöffnet, um fortzufahren, da wurde
+sie unterbrochen durch Melanies hastigen Eintritt.
+
+»Kinder!« rief diese aufgeregt, »es ist etwas furchtbar Interessantes
+passiert! Denkt euch, eben ist eine höchst elegante Dame vorgefahren mit
+einem reizend netten, kleinen Mädchen. Fräulein Raimar empfing sie schon
+an der Thür und Orla hat deutlich gehört wie sie sagte: ›Sie bringen das
+Kind selbst, gnädige Frau!‹ – Es bleibt also hier in der Pension, und wir
+haben nichts davon gewußt! Warum wird nun die ganze Geschichte so
+furchtbar geheimnisvoll gemacht? Wir haben doch stets gewußt, wenn eine
+neue Pensionärin ankam! Ich finde das, aufrichtig gesagt, klassisch!« –
+
+Die Mädchen horchten erstaunt auf und selbst Flora vergaß das Weiterlesen.
+Welch eine Bewandtnis hatte es mit dem kleinen Mädchen, das so plötzlich
+hereingeschneit kam?
+
+»O, welch eine klassische Geschichte!« rief Nellie. »Kommt, wir wollen
+gleich die fremde Dame mit ihres Kind uns ansehen!«
+
+Und sie eilten die Treppe hinunter mit einer Hast und Neugierde, als ob
+ein neues Wunder aufgegangen sei, Nellie den andern immer voran, sie mußte
+die erste sein, die dasselbe in Augenschein nahm.
+
+Es war aber gar nichts zu sehen, denn vorläufig verweilten die Fremden in
+Fräulein Raimars Zimmer. Indessen der Wagen hielt noch auf der Straße und
+Nellie schloß daraus, daß die Dame sich nicht allzulange aufhalten werde.
+
+»Sehen müssen wir ihr,« sagte Nellie, »kommt, wir stellen uns an der
+großen Glasthür im Speisesalon und warten, bis sie kommt.«
+
+Als sie dort eintraten, fanden sie bereits die Thür belagert. Es gab noch
+andre Neugierige in der Pension.
+
+»Ihr kommt zu spät!« rief Grete, die natürlich den besten Platz hatte.
+»Dahinten könnt ihr nichts sehen!«
+
+Nellie aber wußte sich zu helfen. Sie zog einen Stuhl heran und stellte
+sich darauf. Ilse natürlich kletterte ihr nach.
+
+Die Geduld der Mädchen wurde auf eine harte Probe gestellt, wohl eine gute
+halbe Stunde mußten sie noch warten, bevor die Erwartete erschien. –
+Langsam und lebhaft sprechend ging sie mit der Vorsteherin an den
+Lauschenden vorüber. Zum Glück war es bereits dämmerig und die Damen waren
+so in der Unterhaltung begriffen, daß sie nicht auf die vielen
+Mädchenköpfe hinter der Glasthür achteten, Fräulein Raimar würde die
+kindische Neugierde ernstlich gerügt haben.
+
+»O, wie sie hübsch ist!« bemerkte Nellie halblaut.
+
+»Sei doch still, Nellie,« gebot Orla, die das Ohr dicht an der Thür hielt,
+um einige Worte zu erlauschen.
+
+»Was sagt sie?« fragte Flora, »ich glaube, sie spricht französisch.«
+
+»Nein, italienisch,« behauptete Melanie, die nämlich seit einigen Tagen
+angefangen hatte, diese Sprache zu treiben.
+
+»Sie spricht deutsch,« erklärte Grete. »Eben hat sie gesagt: Meine kleine
+Lilli.«
+
+»Gott bewahre, was du gehört hast!« widerstritt Orla, »sie spricht
+englisch.«
+
+»O, eine Landsmann von mir!« rief Nellie laut und erfreut.
+
+Ueber diese drollige Bemerkung kam Annemie in das Lachen. Orla wurde ganz
+böse darüber und hielt ihr den Mund zu.
+
+»Fräulein Raimar ist ja noch im Korridor mit der Dame,« flüsterte sie,
+»wenn sie sich umsieht, sind wir blamiert.«
+
+In diesem Augenblicke kam von der andern Seite des Korridors Rosi Müller.
+Erstaunt sah sie auf die Belagerung der Glasthür. Die Mädchen mußten
+zurücktreten, um sie einzulassen.
+
+»Wie könnt ihr euch nur so kindisch benehmen,« sagte sie sanft und
+vorwurfsvoll. »Ich begreife eure Neugierde nicht.«
+
+»Du bist auch unsre ›Artige‹,« meinte Grete.
+
+Rosi überhörte diese vorlaute Bemerkung. »Kommt, setzen wir uns an die
+Tafel mit unsren Handarbeiten,« fuhr sie fort, als das Gas angezündet war,
+»wir haben die Erzählung von Ottilie Wildermuth noch nicht zu Ende gehört.
+Willst du heute vorlesen, Orla?«
+
+Aber es kam nicht dazu. Gerade als Orla beginnen wollte, trat Fräulein
+Güssow mit der kleinen Lilli an der Hand ein.
+
+Sofort sprangen die Mädchen von ihren Plätzen auf und umringten dieselbe.
+
+»Sieh’, Lilli,« sagte die junge Lehrerin, »nun kannst du gleich deine
+zukünftigen Freundinnen kennen lernen.«
+
+Die Kleine schüttelte den Kopf. »Die Madel sind schon so groß,« antwortete
+sie im süddeutschen Dialekt und ohne Befangenheit, »die können doch nit
+meine Freundinnen sein!«
+
+Nellie fand gleich einen Ausweg, sie kniete sich zu dem Kinde nieder und
+sagte: »Jetzt bin ich ein klein Madel wie du und du kannst mit mich
+spielen.«
+
+Lilli lachte. »Nein, du bist groß,« sagte sie, »aber du gefallst mir. Und
+du auch,« wandte sie sich zu Ilse, die neben Nellie stand. »Du hast halt
+so schöne Lockerl wie ich. Weißt, du sollst meine Freundin sein, mit dir
+will ich spielen.«
+
+Sie ergriff Ilses Hand und sah dieselbe mit ihren großen Augen treuherzig
+an. Das junge Mädchen war ganz entzückt von der Zutraulichkeit der Kleinen
+und küßte und liebkoste sie.
+
+Natürlich waren sämtliche Pensionärinnen ganz hingerissen von dem Kinde,
+das wie eine zarte Elfe in ihrer Mitte stand. Lange blonde Locken fielen
+ihm über die Schulter herab und die schwarzen Augen mit den
+feingeschnittenen, dunklen Augenbrauen darüber bildeten einen wunderbaren
+Kontrast zu denselben. Das gestickte, sehr kurze weiße Kleidchen ließ Hals
+und Arme frei. Eine hochrote, seidene Schärpe vervollständigte den höchst
+eleganten Anzug.
+
+»O du süßes, entzückendes Geschöpfchen!« »Du Engelsbild! Kleine Fee!« und
+mit ähnlichen überschwenglichen Ausdrücken überschütteten die
+Pensionärinnen das Kind. Fräulein Raimar war unbemerkt eingetreten und
+hörte diese Ausrufe kopfschüttelnd an.
+
+Sie trat in den Kreis und nahm Lilli bei der Hand. »Komm,« sagte sie zu
+ihr, »du sollst erst umgekleidet werden. Du möchtest dich erkälten in dem
+leichten Anzuge.«
+
+»Bitt’ schön, laß mich hier, Fräulein,« bat das Kind. »Ich hab’ gar nit
+kalt. Schau, ich geh’ halt immer so. Die Madel sind so gut, es gefallt mir
+hier!«
+
+Fräulein Raimar ließ sich nicht erbitten. »Komm nur, Kind,« sagte sie
+gütig, »du wirst die Mädchen alle wiedersehen zum Abendessen.«
+
+Die abgeschlagene Bitte verstimmte Lilli nicht. »Laß Ilse mit mir gehen,
+Fräulein,« bat sie.
+
+Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Als Ilse mit dem Kinde das Zimmer
+verlassen hatte, wandte sich die Vorsteherin mit ernsten, ermahnenden
+Worten an ihre Zöglinge.
+
+»Ich bitte euch, in Zukunft Lilli nicht wieder so große Schmeicheleien in
+das Gesicht zu sagen. Wollt ihr sie eitel und oberflächlich machen? Sie
+ist ein sehr schönes Kind und wird bereits manche Aeußerung hierüber
+gehört haben, es giebt ja unvernünftige Leute genug. Wir wollen nicht in
+diesen Fehler verfallen, und ich denke, ihr werdet mir beistehen und in
+Zukunft vorsichtiger sein. – Lilli bleibt bei uns. Ich hatte noch nichts
+davon zu euch gesprochen, weil ihr Eintritt in die Pension noch nicht fest
+beschlossen war.«
+
+»Wo wohnen Lillis Eltern?« fragte Flora.
+
+»In Wien,« entgegnete das Fräulein. »Der Vater ist tot und die Mutter ist
+eine bedeutende Schauspielerin. Weil sie sich in ihrem Berufe wenig um die
+Erziehung ihres Kindes kümmern kann, hat sie es in eine Pension gegeben.«
+
+»Lillis Mutter ist ein schönes Frau,« bemerkte Nellie.
+
+»Wo hast du sie gesehen?« fragte die Vorsteherin etwas erstaunt.
+
+»O, ich habe ihr vorbeigehen sehen,« entgegnete Nellie leicht errötend.
+
+»Sie konnte leider nicht länger verweilen,« wandte sich Fräulein Raimar an
+die junge Lehrerin, »mit dem Schnellzuge fährt sie heute abend wieder
+fort.«
+
+Die jungen Mädchen hatten die Damen dicht umringt und horchten auf jedes
+Wort. Sie hätten so »furchtbar« gern recht Ausführliches über Lillis
+Mutter erfahren, die als »bedeutende Schauspielerin« ihre Gemüter lebhaft
+erregte und interessierte. Aber sie erfuhren nichts. Das Gespräch wurde
+abgebrochen und Fräulein Raimar führte die Wißbegierigen recht unsanft in
+die Wirklichkeit zurück.
+
+»Wer hat den Tisch zu besorgen?« fragte sie. »Es ist Zeit, daß wir den
+Thee einnehmen.«
+
+Ilse und Flora hatten heute dieses Amt. Letztere verließ sofort das
+Zimmer, um kurze Zeit darauf mit Ilse zurückzukehren. Jede trug einen Stoß
+Teller, welchen sie auf einen Seitentisch stellten. Sie legten die
+Tischtücher auf und fingen an, die Tafel zu decken.
+
+Vor wenigen Monaten hatte Ilse es für eine Unmöglichkeit gehalten, daß sie
+je eine solche Beschäftigung thun würde, – heute stand sie da in ihrer
+rosa Latzschürze und besorgte alles so geschickt und manierlich wie irgend
+eine andre Pensionärin.
+
+Manierlich und geschickt war sie freilich nicht immer gewesen und es hatte
+manche Mühe gekostet, ehe sie es so weit gebracht, bis sie überhaupt sich
+überwunden hatte, »Dienstbotenarbeiten« zu verrichten. Die gutmütige
+Wirtschafterin konnte manches Lied über Ilses Widerspenstigkeit singen,
+manche unartige Antwort hatte sie derselben zu verzeihen.
+
+Einmal, als sie einen Teller mit Butterschnitten fallen ließ und auch noch
+den Milchtopf umgestoßen hatte, ermahnte sie die Wirtschafterin,
+vorsichtiger zu sein.
+
+»Nein,« hatte sie trotzig geantwortet, »ich will nicht vorsichtiger sein,
+solche Arbeit brauche ich nicht zu thun.«
+
+Aber sie nahm sich das nächste Mal doch mehr in acht, es war am Ende kein
+sehr angenehmes Gefühl, von allen ausgelacht zu werden. Auch bemerkte sie,
+daß keine der Pensionärinnen, selbst die ungraziöse Grete nicht, sich so
+einfältig benahm wie sie, die meisten verrichteten die kleinen häuslichen
+Geschäfte mit Anmut und besonders mit einem freundlichen Gesichte, –
+sollte sie die einzig Dumme unter allen sein?
+
+Lilli erhielt ihren Tischplatz zwischen der Vorsteherin und Ilse. Während
+der Mahlzeit belustigte sie die ganze Gesellschaft. Sie plauderte ganz
+unbefangen, gar nicht schüchtern und blöde. »Das macht,« bemerkte Flora,
+»weil sie unter Künstlern groß geworden ist.«
+
+»Du, Fräulein, gieb mir noch a Gipferl, bitt’ schön. Ich hab’ halt so
+großen Hunger,« rief sie ungeniert. Und als Fräulein Güssow fragte,
+welches ihre Lieblingsgerichte seien, meinte sie: »Wianer Würstl und
+Sauerkraut.«
+
+»Aber eine Mehlspeise wirst du doch lieber essen,« meinte Fräulein Raimar.
+
+»O nein! Mehlspeis’ eß i gar nit gern – aber a groß Stückerl Rindfleisch
+mit Gemüs – das mag i!«
+
+Alles lachte. Selbst die Vorsteherin stimmte ein. Wer hätte auch nicht mit
+Vergnügen dem Geplauder der Kleinen zuhören sollen!
+
+Mit Lilli war ein andres Leben in die Pension gekommen. Alles drehte sich
+um sie, jeder wollte ihr Freude machen. Und wenn die Mädchen auch
+vermieden, ihr Schmeicheleien in das Gesicht zu sagen, so waren doch alle
+bemüht, ihr den Hof zu machen. Am glücklichsten waren sie, wenn Lilli sich
+herabließ, ein kleines Volkslied zu singen. Ich sage herabließ, denn wenn
+sie nicht aufgelegt war, ließ sie sich durch keine Bitten dazu bewegen. –
+Flora geriet jedesmal in Verzückung, prophezeite Lilli eine große Zukunft
+und schwur darauf, daß sie einst mit ihrer vollen, weichen Stimme ein
+Stern erster Größe am Theaterhimmel sein werde.
+
+Voll und weich war die Stimme nicht, Flora blickte einmal wieder durch
+ihre romantische Brille, aber es klang weh und traurig, wenn das Kind mit
+so ernsthafter Miene dastand und sang.
+
+»Sie ist furchtbar süß!« lispelte Melanie, als Lilli zum erstenmal ›Kommt
+a Vogerl geflogen‹ vortrug. »Sieh nur, Flora, wie melancholisch sie die
+Augen in die Ferne richtet.«
+
+»Ja, melancholisch,« wiederholte Flora langsam und pathetisch, »du hast
+recht. Weißt du, Melanie, es liegt so etwas Geheimnisvolles –
+Traumverlorenes in ihren samtnen, dunklen Mignonaugen, so etwas, das sagen
+möchte: ›Du fade Welt, ich passe nicht für dich.‹«
+
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um mi,« schloß Lilli ihr
+Liedchen.
+
+»O wie reizend!« rief Nellie und klatschte in die Hände.
+
+»Wie kann man diese Worte reizend finden!« rief Flora entrüstet. »Traurig
+– düster – das ist der rechte Ausdruck dafür. Ein einsames, verlassenes
+Herz hat sie empfunden und welche Folterqualen mag es dabei erlitten
+haben.«
+
+»O, das Herz ist eine sehr zähe Ding, und doch wär’ es manchmal besser,«
+deklamierte Nellie mit komischem Pathos, aber sie kam nicht weiter. Flora
+hielt ihr den Mund zu.
+
+»Du bist schändlich – ganz abscheulich!« rief sie, »nie, nie wieder weihe
+ich dich in meine geheimsten Gedanken ein! Wie kannst du mein Vertrauen so
+mißbrauchen?«
+
+ * * *
+
+Weihnachten rückte heran und fleißig rührten sich aller Hände. Da wurde
+genäht, gestickt, gezeichnet, Klavierstücke wurden eingeübt, um die Eltern
+oder die Angehörigen liebevoll zu überraschen.
+
+Ilse hatte noch niemals den Vater oder die Mutter mit einer Arbeit
+erfreut. Zuweilen hatte sie eine kleine Arbeit angefangen, auf dringendes
+Zureden ihrer Gouvernanten, aber sie war nicht weit damit gekommen. Sie
+habe einmal kein Geschick dazu, behauptete sie, und dachte nicht daran,
+daß es ihr nur einfach an Geduld und Ausdauer mangele.
+
+»Was willst du deine Eltern geben?« fragte Nellie, die eifrig dabei war,
+einen sterbenden Hirsch in Kreide zu zeichnen, er sollte ein Geschenk für
+den Onkel in London werden, der sie im Institute ausbilden ließ.
+
+»Ich habe noch nicht daran gedacht,« entgegnete Ilse. »Meinst du, Nellie,«
+fügte sie nach einigem Besinnen hinzu, »daß die Rose, die ich jetzt
+zeichne, dem Papa Freude machen würde?«
+
+»O sicher! Aber du mußt sehr fleißig sein, mein klein’ Ilschen, sonst wird
+die liebe Christfest kommen und du bist noch lang nicht fertig. Und was
+willst du deine Mutter geben?« fragte Nellie.
+
+»Meiner Mama?« Sie dehnte ihre Frage etwas in die Länge. »Ich werde ihr
+etwas kaufen,« sagte sie dann so obenhin.
+
+Nellie war nicht damit zufrieden. »Kaufen, das macht keine Freude!«
+tadelte sie. »Warum wollen deine Finger faul sein?«
+
+»Nellie hat recht,« mischte sich Rosi in das Gespräch, die neben Ilse saß
+und an einer altdeutschen Decke arbeitete. »Deine Mama wird wenig Freude
+an einem gekauften Gegenstand haben.«
+
+»Ich bin zu ungeschickt,« gestand Ilse offen.
+
+»Wir werden dir helfen und dir alles gern zeigen,« versprach Rosi. Und
+Fräulein Güssow, die grade hinzutrat, benahm Ilse den letzten Zweifel.
+
+»Du kannst ein gleiches Nähkörbchen, wie Annemie anfertigt, arbeiten, ich
+weiß bestimmt, es wird dir gelingen.«
+
+Und es gelang wirklich, ja weit besser, als Ilse sich selbst zugetraut.
+Sie hatte eine kindliche Freude, als das Körbchen so wohlgelungen in acht
+Tagen fix und fertig vor ihr stand.
+
+»Es sind noch vierzehn Tage bis Weihnachten,« sagte sie zu Rosi, »und ich
+möchte noch etwas arbeiten, für Fräulein Güssow und Fräulein Raimar.«
+
+»Und für meine Lori, bitt’ schön, meine gute Ilse!« bettelte Lilli, die
+gewöhnlich an den Mittwochnachmittagen im Arbeitssaale zugegen war und
+dann ihren Platz dicht bei Ilse wählte, die sie, wie sie sich ausdrückte,
+zum aufessen liebte. »Mein’ Lori muß halt a neues Kleiderl haben,« fuhr
+sie fort und hielt ihre Puppe in die Höhe, »bescher’ ihr eins zum heil’gen
+Christ. Schau, das alte da ist ja schlecht!«
+
+Natürlich versprach Ilse, ihr diesen Herzenswunsch zu erfüllen, und zur
+Besiegelung drückte sie dem kleinen Liebling einen Kuß auf die roten
+Lippen.
+
+»Ich habe eine famose Idee!« (famos war seit kurzer Zeit Modewort im
+Institute) rief Ilse am Abend desselben Tages aus, als sie mit Nellie
+allein war. »Ich kaufe für Lilli eine neue Puppe und kleide sie selbst an.
+Was meinst du dazu?«
+
+»O, das ist wirklich ein famos Gedanke,« entgegnete Nellie, »aber lieb
+Kind, hast du auch an der viele Geld gedacht, die so ein’ Puppe mit ihrer
+Siebensachen kostet? Wie steht’s mit dein’ Kasse?«
+
+»O, das hat keine Not, ich habe sehr viel Geld!« versicherte Ilse sehr
+bestimmt. Und sie nahm ihr Portemonnaie aus der Kommode und zählte ihre
+Schätze.
+
+»Zwölf Mark,« sagte sie, »das ist mehr, als ich brauche, nicht?«
+
+»Sie sind ein sehr schlecht’ Rechenmeister, mein Fräulein,« riß Nellie sie
+unbarmherzig aus ihrer Illusion, »ich mein’, Sie reichen lang’ nicht aus.«
+
+Ilse sah die Freundin zweifelnd an. »Du scherzest,« meinte sie, »zwölf
+Mark ist doch furchtbar viel Geld?«
+
+»Reicht lang nicht!« wiederholte Nellie unerbittlich, »hör zu, ich will
+dir vorrechnen:
+
+ 1) Ein Nähtischdecken für Fräulein Raimar macht vier Mark,
+ 2) ein Arbeitstaschen für Fräulein Güssow macht drei Mark,
+ 3) eine schöne Geschenk für die liebe Nellie und all die andren
+ junge Fräulein – macht – sehr viele Mark.
+
+Wo willst du Geld zu der Puppen nehmen?«
+
+»Ach,« fiel Ilse ihr ins Wort, »und unser Kutscher daheim und seine drei
+Kinder! – daran habe ich noch gar nicht gedacht!«
+
+Sie machte ein recht betrübtes Gesicht, denn sie hatte es sich gar zu
+reizend ausgedacht, wie sie Lilli überraschen wollte. Nun konnte es nichts
+werden.
+
+Nachdenklich saß sie einige Augenblicke, dann leuchteten plötzlich ihre
+Augen freudig auf.
+
+»Halt!« rief sie aus, »ich weiß etwas! Heute abend schreibe ich an Papa
+und bitte ihn, mir Geld zu schicken. Er thut es, ich weiß es ganz
+bestimmt. Mein Papa ist ja ein zu reizender Papa!«
+
+»Und dein’ Mutter?« fragte Nellie, »ist sie nicht auch ein’ sehr gütiger
+Frau? Wie macht sie dich immer Freude mit die viel’ schöne Sachen, die sie
+an dir schickt. Freust du dir sehr auf Weihnachten? Ja? Es ist doch schön,
+die lieben Eltern wieder sehen.«
+
+Ilse zögerte mit der Antwort. Es fiel ihr ein, wie sie im Sommer ihrem
+Vater entschieden erklärt hatte, zum Christfest nicht in die Heimat zu
+reisen. Ihr Sinn hatte sich nicht geändert. Noch hatte sie den Groll gegen
+die Mutter nicht überwunden. Trotzdem sie sich sagen mußte und zuweilen
+auch ganz heimlich eingestand, wie nötig für ihr Wissen und ihre
+Ausbildung der Aufenthalt in einer tüchtigen Pension war, so hielt sie
+immer noch an dem Gedanken fest: ›Sie hat mich fortgeschickt.‹
+
+»Ich werde hier bleiben,« sagte sie, »ich will das Weihnachtsfest mit euch
+verleben.«
+
+»Das ist famos!« rief Nellie entzückt, »ich freue mir furchtbar, daß du
+nicht fortreisen willst! All unsre Freunde reisen auch nicht, und es ist
+so schön hier, die heilige Christ. – Alles bekommt eine große Kiste von
+Haus, mit allen Bescherung und Schokolad’ und Marzipan! – und die
+Christabend wird jede Kiste aufgenagelt, und ich helfe auspacken bald der
+eine, bald der andre.«
+
+»Erhältst du keine Kiste?« fragte Ilse.
+
+»Du weißt ja – ich hab’ kein’ Eltern – wer sollte mir beschenken?«
+
+»Gar, gar nichts bekommst du?«
+
+Ilse konnte es nicht fassen.
+
+»Zu Neujahr schenkt mein Onkel für mir Geld, da kaufe ich mir, was ich
+notwendig habe.«
+
+Ilse sah die Freundin schweigend an. Am Abend aber schrieb sie einen
+langen Brief in die Heimat, worin sie zuerst ihren Entschluß mitteilte,
+daß sie die Weihnachtstage mit den Freundinnen feiern möchte. Dann ging
+sie zu dem Geldmangel über und schilderte dem Papa mit vielen zärtlichen
+Schmeichelnamen ihre Not, und zuletzt gedachte sie mit warmen Worten
+Nellies. – »Noch eine dringende Bitte habe ich zum Schlusse,« fuhr sie in
+ihrem Briefe fort, »an Dich, Mama,« wollte sie schreiben, aber sie besann
+sich und schrieb: »an Euch, liebe Eltern. Meine Freundin Nellie ist
+nämlich die einzige in der Pension, die keine Weihnachtskiste erhalten
+wird. Sie ist eine Waise und steht ganz allein in der Welt. Ihr Onkel in
+London läßt sie zu einer Gouvernante ausbilden. Ist das nicht furchtbar
+traurig? Ach! und die arme Nellie ist noch so jung und immer so fröhlich,
+ich kann mir gar nicht denken, daß sie eine Gouvernante wird! Es ist doch
+schrecklich, wenn man kein liebes Vaterhaus hat! – Nun wollt’ ich Euch
+recht von Herzen bitten, Ihr möchtet die Geschenke, die Ihr mir zugedacht
+habt, zwischen mir und meiner Nellie teilen und zwei Kisten daraus machen.
+Bitte, bitte! Ihr schenkt mir stets so viel, daß ich doch immer noch genug
+habe, wenn es auch nur die Hälfte ist. Ich würde gewiß keine rechte Freude
+am heiligen Abend haben, wenn Nellie gar nichts auszupacken hätte.
+
+Ihr hattet mir Erlaubnis gegeben, an den Tanzstunden nach Weihnachten
+teilnehmen zu dürfen, und du, liebe Mama, versprachst mir ein neues Kleid
+dazu, kaufe mir keins, mein blaues ist noch sehr gut und ich komme damit
+aus. Schenkt Nellie dafür etwas – bitte, bitte!
+
+ [Illustration]
+
+Mit diesem _heißen_ Wunsche umarmt Euch
+
+ Eure
+ dankbare Ilse.
+
+_N. S._ Das Geld schicke nur recht bald, einziges Papachen, ich habe es
+furchtbar nötig.«
+
+Umgehend erhielt denn auch Ilse das Gewünschte. Der zärtliche Papa hatte
+in seiner Freude über die Herzensgüte seines Kindes eine große Summe
+schicken wollen, Frau Anne hielt ihn davon zurück. Sie stellte ihm vor,
+daß es für Ilse weit besser sei, wenn sie mit geringen Mitteln sich
+einrichten lerne und stets genügsam bleibe.
+
+Ihr Wunsch, Weihnachten nicht in die Heimat zu kommen, wurde gern erfüllt,
+der Papa schrieb sogar, er lobe ihren verständigen Entschluß. Die weite
+Reise war im Winter nicht ratsam. Freilich werde er seinen Wildfang
+schmerzlich vermissen und es werde der Mama und ihm recht einsam sein,
+aber er wolle sich mit dem Gedanken trösten, daß das nächste Christfest
+desto schöner ausfallen werde. –
+
+Beinah kränkte sie diese bereitwillige Zustimmung, indes sie kam zu keinem
+Nachdenken darüber, der Briefträger kam und brachte ihr dreißig Mark.
+
+»Dreißig Mark!« jubelte Ilse. »Nellie, nun sind wir reich! – Komm, laß uns
+gleich gehen und unsre Einkäufe machen, ich kann die Zeit nicht erwarten.«
+
+»O nein, Kind,« entgegnete Nellie bedächtig, »erst müssen wir ein langer
+Zettel aufschreiben mit alle Sachen, die wir kaufen werden. Wir müssen
+doch rechnen, was sie kosten.«
+
+Daran hatte die lebhafte Ilse gar nicht gedacht. Ohne zu überlegen, würde
+sie blind drauf los gekauft und am Ende wieder nicht gereicht haben.
+
+Die beiden Mädchen machten sich nun daran, eine Liste aufzusetzen. Die
+nötigen Geschenke wurden aufgeschrieben und von der praktischen Nellie der
+ungefähre Preis dahinter gesetzt. Als Ilse für die Kinder des Kutscher
+Johann ebenfalls Sachen zu kaufen aufschrieb, rief Nellie:
+
+»Halt! Du kannst von deine alte Sachen die Kutschermädchen schenken, dann
+sparen wir Geld.«
+
+»Ich habe nichts,« meinte Ilse, »kaufen geht schneller.«
+
+Nellie hatte sich bereits daran gemacht, in Ilses Kommode und auch im
+Schranke nachzusehen, um sich zu überzeugen, ob sie nichts fände.
+
+»Man muß sparen und nicht seine Geld aus die Fenster schmeißen.«
+
+Und siehe da, es fand sich allerhand unter Ilses alten Sachen. Schürzen,
+die sie nicht mehr trug, ein Kleid, das ihr zu eng und zu kurz geworden
+war, und zuletzt noch das vorjährige Pelzzeug, welches die gütigen Eltern
+durch neues, weit kostbareres ersetzt hatten.
+
+»Siehst du, Verschwender!« triumphierte Nellie. »Du weißt nicht deine
+große Schatze. Nun kaufen wir für dein’ Kutscher ein Paar warme Handschuh
+und fertig ist die ganze Kutschergesellschaft.«
+
+Die wenigen Wochen bis zum heiligen Abend vergingen in rasender Schnelle.
+Nellie und Ilse hatten neben so mancherlei andern Arbeiten auch noch die
+neue Puppe anzukleiden. Das war für Ilse eine schwere Aufgabe, und ohne
+ihre geschickte Freundin wäre sie niemals damit zu stande gekommen.
+
+»Wie geschickt du bist, Nellie,« sagte Ilse, als diese der Puppe das
+schottische Kleid anprobierte, »das hast du doch geradezu klassisch
+gemacht. Ich hätte es wirklich nicht fertig gebracht.«
+
+»Aber hast du niemals ein Kleid für dein’ Puppen genäht – oder eine Hut –
+oder ein Mantel?«
+
+»Nein,« antwortete Ilse aufrichtig, »niemals! Ich habe an den toten
+Dingern mein Lebtag keine Freude gehabt. Viel lieber habe ich mit den
+Hunden gespielt.«
+
+»Da ist kein Wunder, wenn du ein klein’, dumm’ Ding geblieben bist! Deine
+Hunde brauchen kein Kleid,« lachte Nellie. »Nun mußt du auf dein’ alt’
+Tage nähen lernen, siehst du.«
+
+Ilse lachte fröhlich mit und bemühte sich, das weiße Batistschürzchen für
+die Puppe, an welchem sie rings herum Spitzen setzte, recht sauber und
+nett fertig zu bringen. – Einen Tag vor der Bescherung erhielten die
+erwachsenen Mädchen, denen es Vergnügen machte, die Erlaubnis, die schöne,
+große Tanne auszuputzen. Das war ein Fest und für Ilse ganz und gar neu.
+Niemals hatte sie sich bis dahin selbst damit befaßt, und sie kannte es
+nicht anders, als daß am Weihnachtsabend ein mit vielem kostbaren
+Zuckerwerk behangener Baum ihr hell entgegengestrahlt hatte, – hier lernte
+sie kennen, daß auch ohne Zuckerwerk derselbe herrlich zu schmücken war.
+
+Nach dem Abendbrot, als die jüngeren Mädchen und auch die Engländerinnen,
+die kein Verständnis für das harmlose Vergnügen hatten, zu Bett gegangen
+waren, begann das Werk.
+
+Orla brachte einen großen Korb mit Tannenzapfen, selbst gesucht auf den
+Spaziergängen im Walde, und setzte denselben auf die Tafel. Annemie
+stellte zwei Schälchen mit Gummiarabikum daneben, in das eine schüttete
+sie Silber-, in das andre Goldpuder und rührte es mit einem Stäbchen um.
+
+»Wer will mir helfen,« rief Orla.
+
+»Ich! ich!« antwortete es von allen Seiten; nur Ilse schwieg, sie hatte
+keine Ahnung, was eigentlich mit den vielen großen und kleinen
+Tannenzäpfchen geschehen solle. – Daheim verkamen dieselben unbeachtet im
+Walde. – Es sollte ihr bald kein Geheimnis mehr sein.
+
+Melanie und Rosi hatten die Pinsel ergriffen und fingen an, den
+unansehnlichen braunen Dingern ein goldenes oder silbernes Gewand zu
+geben. Und wie schnell das ging. Kaum hatten sie ein paarmal darüber
+gepinselt, so waren sie fertig.
+
+»Sieh nur, Rosi,« rief Melanie aus und hielt einen vergoldeten Zapfen
+unter die Gaslampe, »ist der nicht furchtbar reizend? Wundervoll, nicht?
+Gleichmäßig, wirklich künstlerisch ist er vergoldet, kein dunkles
+Pünktchen ist an ihm zu sehen!« Und sie betrachtete das Prachtexemplar
+höchst wohlgefällig nach allen Seiten.
+
+Orla und Rosi hatten fleißig weitergepinselt und stillschweigend einen
+Tannenzapfen nach dem andern beiseite gelegt.
+
+»Du bist im höchsten Grade langweilig mit deinem ewigen Selbstlobe,«
+tadelte Orla, »ich habe noch nie jemand kennen gelernt, der sich so
+vergöttert wie du. Pinsle lieber weiter und halte dich nicht bei unnützen
+Lobhudeleien auf.«
+
+Melanie fühlte sich sehr getroffen und errötete. »Wie grob du bist, Orla!«
+sagte sie gereizt, »du hast freilich keinen Sinn für harmlose Vergnügen.«
+
+»Kinder!« unterbrach Fräulein Güssow, die am andern Ende der Tafel saß und
+Aepfel und Nüsse vergoldete, »keinen Streit! Melanie, komm zu mir, du
+kannst mir helfen, und du Ilse, versuche einmal, ob du Melanies Stelle
+ersetzen kannst.«
+
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Eilig griff sie zum Pinsel und
+flink und gesandt that sie ihre Arbeit. Orla war sehr zufrieden damit.
+
+»Nur nicht ganz so dick aufstreichen,« mahnte sie, »sonst reichen wir
+nicht mit unsrem Gold- und Silbervorrat.«
+
+Flora und Annemie fertigten Netze aus Goldpapier an. »Eine geisttötende
+Arbeit,« flüsterte Flora Annemie zu, »und außerdem ohne jede Poesie. Warum
+die Tanne mit allerhand Tand aufputzen? Ist sie nicht am herrlichsten in
+ihrem duftigen, grünen Waldkleide? – Lichter vom gelben Wachsstocke in ihr
+dunkles Nadelhaar gesteckt, – ein goldener Stern hoch oben auf ihrer
+schlanken Spitze, – schwebend – strahlend! – das nenn’ ich Poesie!« –
+
+Hier hielt sich Annemie nicht mehr, sie bekam einen solchen Lachreiz, daß
+sie aufsprang und hinauslief, um sich draußen erst auszulachen.
+
+Dicht unter dem Baume standen Grete und Nellie. Letztere hoch auf einer
+Trittleiter, eine große Düte Salz in der Hand haltend. Die andre mit einem
+Leimtiegel in der Hand war ihr Handlanger. Das heißt, sie reichte Nellie
+den Pinsel zu, damit diese die Zweige mit dem Leim bestrich, bevor sie
+Salz darauf warf.
+
+»Jetzt bin ich eine große Sturmwind und mache der Baum voller Schnee,«
+scherzte Nellie.
+
+»Wirklich! – die Zweige werden weiß!« rief Ilse und verließ einen
+Augenblick ihre Arbeit, um sich das Schneetreiben genau anzusehen. »Das
+ist aber klassisch! Das gefällt mir! Nein, das sieht zu reizend aus!«
+
+Freilich fiel ein großer Teil Salz unter den Baum, indes Nellie ließ sich
+die Mühe nicht verdrießen, immer wieder kehrte sie dasselbe zusammen und
+strich es mit der Hand dick auf den Leim.
+
+»Du alt’ Baum wirfst sonst alles Schnee auf die Erde,« meinte sie. »Aber
+das ist schlechte Arbeit, alle meiner Finger kleben.«
+
+Rosi trat jetzt auch an den Baum heran, um ihn mit den glänzenden
+Tannenzapfen zu schmücken. Sie sah heute ganz anders aus als sonst. Ihre
+sonst so gleichmäßigen Züge trugen den Ausdruck froher Erwartung, ihre
+milden Augen strahlten und rosig waren ihre Wangen angehaucht.
+
+»O du selige, o du fröhliche Weihnachtszeit,« summte sie mit ihrer
+frischen Stimme leise vor sich hin, und Fräulein Güssow rief ihr zu:
+
+»Singe nur laut heraus, Rosi, das bringt uns bei unsrer Arbeit so recht in
+die echte Weihnachtsstimmung.«
+
+»Wir wollen alle singen!« riefen Grete und Annemie, »bitte, Fräulein
+Güssow!«
+
+»Meinetwegen, aber hübsch gedämpft, Kinder, damit die Kleinen nicht davon
+erwachen.«
+
+Und nun erklang aus den jugendlichen Kehlen das schöne Lied vierstimmig. –
+– Die junge Lehrerin senkte den Kopf herab, – der Gesang stimmte sie
+traurig. Ihre Kindheit – ihre erste Jugendzeit stand mit einemmal lebendig
+vor ihrer Seele. – – Was hatte sie gehofft – – und wie hatten sich ihre
+Träume erfüllt! – – Durch ihre eigne Schuld! –
+
+Mitten im Gesange wurde plötzlich die Thür geöffnet und Fräulein Raimar,
+begleitet von Herrn Doktor Althoff, trat herein. Sie hatten soeben eine
+notwendige Besprechung in der Vorsteherin Zimmer beendet.
+
+Das war eine Ueberraschung, die niemand vermutet hatte. Der Gesang
+verstummte und die Mädchen wurden mehr oder weniger verlegen, als der
+Gegenstand ihrer stillen Verehrung so unerwartet vor ihnen stand. Flora
+errötete bis an die Haarwurzeln.
+
+»Nun, warum singt ihr nicht weiter, Kinder?« fragte die Vorsteherin. »Laßt
+euch nicht stören durch unsre Gegenwart.«
+
+Aber es wollte nicht wieder so recht in Zug kommen. Orla setzte zwar ein,
+aber falsch, sie war sehr wenig musikalisch. – Annemie mußte über den
+Mißton lachen, und da Lachen ansteckt, – stimmten die übrigen ein.
+
+ [Illustration]
+
+»Was machen Sie denn, Miß Nellie?« fragte Doktor Althoff und trat auf sie
+zu. »Warum verstecken Sie Ihre Hände so ängstlich?«
+
+Er lächelte sie an. Flora warf einen verstohlenen Blick auf ihn, und bevor
+sie sich zur Ruhe legte, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+»Er hat sie angelächelt! Beneidenswerte Nellie! – Bezaubernd – hinreißend
+– sah er in diesem Augenblicke aus! Die geistvollen, dunklen Augen
+sprühten Feuer – um die schmalen Lippen zuckte es sarkastisch – wunderbare
+Perlenzähne schimmerten durch den dunkelblonden Bart. – Aber Nellie ist
+kokett! Leider! – Dieser Augenaufschlag!« –
+
+»O,« entgegnete Nellie höchst verlegen, »ich habe die Finger verklebt mit
+der häßliche Leim!« und schnell lief sie hinaus, um sich gründlich zu
+reinigen. Doktor Althoff sah ihr wohlgefällig nach.
+
+»Nellie spricht doch sehr schlecht deutsch,« bemerkte Flora etwas
+spöttisch, »ich begreife das eigentlich nicht. Ein Jahr ist sie bereits in
+der Pension und wie falsch drückt sie sich noch immer aus.«
+
+Sie hatte ihre Bemerkung so laut gemacht, daß der junge Lehrer sie hören
+mußte.
+
+»Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen, Flora,« entgegnete er, »und
+ich muß gestehen, Nellie hat in dem einen Jahre schon sehr gute
+Fortschritte gemacht. Uebrigens klingen die kleinen Schnitzer, die sie
+zuweilen macht, ganz allerliebst und naiv, – wir wollen sie nicht deshalb
+verdammen.«
+
+Fräulein Raimar blickte etwas erstaunt auf den Sprechenden, der sich so
+warm Nellies annahm. Vielleicht fand sie seine Entschuldigung in Gegenwart
+der übrigen Mädchen nicht ganz passend.
+
+»Es ist sehr spät, Kinder,« unterbrach sie das Thema, »wollt ihr nicht für
+heute aufhören und morgen in eurer Arbeit fortfahren?«
+
+Aber die Mädchen baten so sehr, heute schon ihr Werk vollenden zu dürfen,
+daß sie die Erlaubnis erhielten. Zu Floras Aerger, welche die Zeit nicht
+abwarten konnte, bis sie die vielen großartigen Gedanken, die in ihrem
+Kopfe spukten, erst schwarz auf weiß vor sich hatte.
+
+Fräulein Raimar und Doktor Althoff entfernten sich und Nellie trat gleich
+darauf wieder in das Zimmer. Flora konnte nicht umhin, ihr einen kleinen
+Seitenhieb zu versetzen.
+
+»Warum verstecktest du deine Hände auf dem Rücken?« fragte sie. »Ich fand
+das furchtbar komisch von dir. Du dachtest wohl, Doktor Althoff wolle dir
+die Hand geben?«
+
+Die arme Nellie war über diesen Angriff so erschrocken, daß sie nicht
+darauf antworten konnte. Aber Ilse half ihrer Freundin aus der
+Verlegenheit.
+
+»Ich finde nichts Komisches darin, Flora,« sagte sie lustig, »wenn Nellie
+nicht gern beschmutzte Finger sehen lassen will; aber daß du ihr deine
+eignen Gedanken zutraust, das finde ich komisch! – Ja, ja, Florchen, du
+bist erkannt!«
+
+Flora errötete, aber sie war klug und antwortete nur mit einem
+wegwerfenden Achselzucken. –
+
+Alle Vorbereitungen waren zu Ende. Die Mädchen trugen Ketten, Netze, kurz
+allen Schmuck herbei, um den Baum zu behängen.
+
+Wie er sich füllte! Wie festlich geschmückt er bald dastand! Ilse
+bewunderte hauptsächlich die glänzenden Tannenzapfen, die sich zwischen
+den dunklen Nadeln ganz herrlich ausnahmen.
+
+»Wie ein Märchenbaum!« rief sie fröhlich, und »Bäumchen rüttle dich und
+schüttle dich!« setzte sie übermütig hinzu.
+
+»O, nein!« rief Nellie in komischem Ernste, »nicht schüttle und rüttle
+dir, Baumchen, es fallt sonst all der Salz von deiner Nadel und ich muß
+mir noch einmal die Finger zerkleben.«
+
+»Nie in meinem Leben sah ich einen so schönen Christbaum!« erklärte Ilse.
+
+»Wir sind noch nicht fertig, Ilse,« entgegnete Fräulein Güssow, »bald
+hätte ich das Gold- und Silberhaar vergessen.« – Und nun begann sie feine
+Fäden rings um den Baum zu spinnen.
+
+»Wie schön! wie schön!« jubelte Ilse und schlug wie ein Kind vor Freude in
+die Hände. Dann nahm sie Nellie in den Arm und tanzte mit ihr um den Baum.
+
+»Du wirst mit deiner lauten Freude die Schlafenden aufwecken,« ermahnte
+Fräulein Güssow; aber sie sah Ilse mit inniger Teilnahme an. – Es gab eine
+Zeit, wo auch sie so fröhlich hinausgejubelt hatte in die Welt, – bis der
+Sturm kam und ihr die Blüte des Frohsinns abstreifte und verwehte. –
+
+»Geht nun zu Bett, Kinder,« bat sie, »aber leise, hört ihr? Gute Nacht!«
+
+»Gute Nacht, gute Nacht!« rief es zurück und Ilse setzte hinzu: »Ach,
+Fräulein! Wenn es doch erst morgen wäre!« –
+
+Das war ein Leben am andern Tage! Die Mädchen waren ganz außer Rand und
+Band. Ilse war ausgelassen fröhlich und Nellie stand ihr darin bei.
+Annemie lachte über jede Kleinigkeit, ja selbst Rosi, die stets
+Vernünftige, machte heute eine Ausnahme und schloß sich der allgemeinen
+Stimmung an. Als Flora ein selbstgedichtetes Weihnachtslied zum besten
+gab, und die ganze übermütige Schar sie dabei auslachte, lachte Rosi mit,
+– nur als Nellie an zu necken fing, bat sie sanft:
+
+»Bitte, Nellie, nicht spotten! Wir haben die arme Flora schon genug
+gekränkt, als wir sie auslachten.«
+
+Melanie und Grete waren die einzigen, die eine leise Verstimmung nicht
+unterdrücken konnten. Sie hatten gehofft, Weihnachten zu Hause verleben zu
+können, und waren enttäuscht, als die Eltern ihnen nicht die Erlaubnis
+gaben, weil sie es nicht passend fanden, daß junge Mädchen allein eine so
+weite Reise machten.
+
+Melanie fand diesen Grund geradezu furchtbar kränkend. »Als ob ich noch
+ein Kind wäre!« sprach sie ärgerlich zu Orla. »Ich bin siebzehn Jahre alt!
+Und doch wahrhaftig alt und verständig genug, uns beide zu schützen!«
+
+»Aber du bist hübsch,« entgegnete die Angeredete mit leichter Ironie, »und
+das ist gefährlich. Denk’ einmal, wenn dir unterwegs ein Abenteuer
+begegnete! Das wäre doch furchtbar schrecklich!«
+
+»Ich bitte dich, Orla, verschone mich mit deinen albernen Spöttereien!«
+wehrte Melanie entrüstet ab. Aber sie fühlte sich doch in ihrem Inneren
+geschmeichelt, die kleine Eitelkeit.
+
+»Du hörst es ja doch gern, Herzchen,« lachte Orla. »Warum auch nicht?
+Hübsch zu sein ist ja keine Schande, – besonders wenn man so wenig eitel
+ist wie du! Uebrigens tröste dich mit uns, wir sind ja fast alle
+zurückgeblieben, bis auf die wenigen Pensionärinnen, die in der
+Nachbarschaft wohnen, und die vier Engländerinnen, die Miß Lead wieder
+zurück in ihre Heimat bringt. – Störe nicht unsre fröhliche Laune durch
+ein verstimmtes Gesicht. Sieh doch nur Lilli an, – kannst du bei dem
+Anblicke so seliger Freude noch mißmutig sein?«
+
+Das Kind lief nämlich von einer zur andern, treppauf, treppab und fragte
+jede Viertelstunde, ob es noch nicht dunkel würde, und ob das liebe
+Christkindl noch nit bald käm. –
+
+Endlich, endlich brach der Abend herein. Die Vorsteherin und Fräulein
+Güssow verweilten schon seit zwei Uhr in dem großen Saale, und in einer
+Klasse, die dicht daneben lag, saßen erwartungsvoll die Pensionärinnen.
+Natürlich im Dunkeln, denn Licht durfte vor der Bescherung nicht
+angesteckt werden.
+
+Lilli fühlte sich etwas unheimlich in der Finsternis. Sie kletterte auf
+Ilses Schoß und schlang den Arm um ihren Hals.
+
+»Kommt denn das Christkindl noch nit bald?« fragte sie wieder. »Schau, es
+ist halt schon stockfinster.«
+
+»Nun bald,« tröstete Ilse und drückte Lilli zärtlich an sich. Das
+Anschmiegen des Kindes that ihr so wohl und seine Liebe machte sie so
+glücklich. »Bald kommt das Christkind, ach, und wie schön wird das sein! –
+Soll ich dir ein Märchen erzählen, damit dir die Zeit schneller vergeht?«
+
+»Bitt schön! Vom Hansel und Gretel!«
+
+Ilse hatte indes kaum begonnen »es war einmal«, als Lilli ihr den Mund
+zuhielt.
+
+»Nit weiter!« unterbrach sie, »ich mag das heut nit hören! Ich muß immer
+an das Christkindl denken. Kennst du das liebe Christkindl, Ilse? Hast
+du’s schon g’schaut?«
+
+»Nein,« sagte Ilse, »gesehen habe ich es noch niemals. Niemand kann es
+sehen, es wohnt nicht auf der Erde.«
+
+»Wohnt es im Himmel?« fragte Lilli. »Schau, da möcht’ ich halt auch
+wohnen, da ist’s schön, nit? Da singen die lieben Englein, und die lieben
+Englein, die wohnten früher auf der Erde, das waren die artigen Kinder,
+nit? – Der liebe Gott hat sie in sein Himmelreich geholt, nit wahr, Ilse?«
+
+Die Worte des Kindes riefen sentimentale Ahnungen in Flora hervor, sie war
+auch im Begriff, dieselben auszusprechen, als Nellie ihr das Wort
+abschnitt.
+
+»Was schwatzt der kleine Kind für Zeug?« sagte sie und streichelte
+liebkosend Lillis Hand. »Wo hast du dies gehört? Keiner Mensch hat noch in
+der Himmel geschaut.«
+
+»Aber die Mama hat’s gesagt, – sie weiß es, nit wahr, Ilse?« rief Lilli
+heftig.
+
+Die gab ihr keine Antwort darauf, sie versuchte, das Kind auf andre
+Gedanken zu bringen.
+
+»Möchtest du wieder zu deiner Mama?« fragte sie.
+
+»Nein,« entgegnete Lilli, »ich bleib’ lieber bei euch. Die Mama kümmert
+sich halt so wenig um mich, sie hat kein’ Zeit. Sie muß immer studieren,«
+setzte sie altklug hinzu. »Alle Abend geht sie ins Theater.«
+
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um mi!« recitierte Flora
+schwärmerisch.
+
+»Komm zu mir, Lilli,« bat Melanie, »ich will dir eine herrliche
+Weihnachtsgeschichte erzählen.«
+
+»Bitt’, bitt’, laß mich bei Ilse bleiben, Melanie, ich will ganz gewiß
+recht genau zuhören auf dein G’schicht.«
+
+Und während Melanie ihre Erzählung zum besten giebt, wollen wir einen
+Blick in den Weihnachtssaal werfen.
+
+Die beiden Damen waren so ziemlich fertig mit ihrer großen Arbeit.
+Fräulein Güssow war dabei, noch einige versiegelte Pakete auf verschiedene
+Plätze zu verteilen. Es waren in denselben die Geschenke enthalten, welche
+die junge Welt sich untereinander bescherte. Der Name der Empfängerin war
+darauf geschrieben, die Geberin mußte erraten werden.
+
+Fräulein Raimar stand neben dem Gärtner, der eifrig beschäftigt war, die
+angekommenen Kisten zu öffnen, die Deckel wurden lose wieder darauf
+gelegt, denn das Auspacken besorgten die Empfängerinnen selbst.
+
+Nur mit Lilli wurde eine Ausnahme gemacht, Fräulein Raimar packte deren
+Kiste aus und schüttelte den Kopf, als sie damit beschäftigt war.
+
+»Sehen Sie nur den Tand, liebe Freundin,« sagte sie. »Nicht ein
+vernünftiges Stück finde ich dabei. Zwei weiße Kleider, so kurz, daß sie
+dem Kinde kaum bis an die Knie reichen, aber schön gestickt, hier eine
+breite rosa Atlasschärpe, ein kleiner Hermelinmuff, ein Paar feine
+Saffianstiefel und eine Puppe im Ballstaat. Und vieles Zuckerwerk – das
+ist alles! Warme Strümpfe und eine warme Decke, um die ich so sehr
+gebeten, und die dem Kinde so nötig sind, – sie fehlen ganz.«
+
+»Hier scheint ein Brief für Sie zu sein,« sagte Fräulein Güssow und nahm
+ein duftiges rosa Billet von der Erde auf. Wahrscheinlich war dasselbe aus
+dem Muff gefallen, den die Vorsteherin noch in der Hand hielt. Sie erbrach
+das an sie gerichtete Schreiben und las wie folgt:
+
+
+
+
+
+
+»Ich ersuche Sie freundlich, meiner Lilli die Kleinigkeiten unter den Baum
+zu legen. Hoffentlich ist das liebe Herzl recht gesund. Nun ich hab halt
+nit nötig, mich zu sorgen, weiß ich doch das goldene Fischel in so gute
+Händ! – Wollne Strümpf und a Jackerl hab i halt nit mitgeschickt, i wünsch
+das Kind nit zu verwöhnen. Es soll immer a weiß Kleiderl anziehn, – Hals
+frei und Arme frei, – so ist sie’s gewohnt, und dabei möcht ich’s halt
+lassen.
+
+Geben Sie mein Herzblatterl tausend Schmazerl, und daß es die Mama nit
+vergißt!
+
+Mit dankbaren Grüßen verbleib ich
+
+ Ihre
+ ergebene _Toni Lubauer_.«
+
+
+
+
+
+
+»Weiße Kleider und dünne Strümpfe!« wiederholte Fräulein Raimar
+kopfschüttelnd. »Es ist gut, daß wir für einiges gesorgt haben, ich könnte
+es nicht vor mir selbst verantworten, das kleine Ding so durchsichtig und
+wenig bekleidet zu sehen.«
+
+Die junge Lehrerin stimmte bei und warf einen recht befriedigten Blick auf
+all die schönen und nützlichen Sachen, die auf Lillis Tischchen aufgebaut
+lagen.
+
+Der Gärtner war mit seiner Arbeit fertig und hatte das Zimmer verlassen –
+die Damen zündeten die Lichter des Baumes an, und als auch das geschehen
+war, ergriff die Vorsteherin eine silberne Klingel und läutete.
+
+Wie mit einem Zauberschlage flogen die Flügelthüren auf und die junge
+Schar stürmte herein.
+
+Einen Augenblick standen sie wie geblendet da. So plötzlich aus der
+Dunkelheit in das helle Licht, – der Kontrast war fast zu grell.
+
+Lilli besonders stand wie gebannt da und hielt Ilses Hand krampfhaft fest.
+
+»Komm,« redete Fräulein Raimar sie an, »ich will dich an deinen Tisch
+führen, du bist ja ganz stumm geworden.«
+
+Als das Kind vor seiner Bescherung stand, kehrte seine Lebhaftigkeit
+zurück.
+
+»Die schöne Puppe!« rief es entzückt und schlug die Händchen zusammen.
+
+»Die ist aber halt zu schön! Meine alte Lori ist lang nit so süß! – Und
+ein Strohhüterl hat sie auf – ach Gotterl! und die langen Zopferl! Und ein
+Schultascherl tragt sie am Arm! Bitt schön, Fräulein, darf ich sie in die
+Hand nehmen? Ich möcht sie ganz nah anschaun! Bitt schön, erlaube mir’s!«
+
+Fräulein Raimar erfüllte gern die Bitte des Kindes, das behutsam sein
+Püppchen in den Arm nahm.
+
+»Sie kann die Augerl schließen!« fuhr dasselbe fort. »Schau, Fräulein, sie
+will schlafen!« Das Kind war ganz außer sich vor Entzücken bei dieser
+Entdeckung und hielt sein Plappermäulchen nicht einen Augenblick still.
+»Meine Lori hat die Aeugerl immer auf, sie kann nit schlafen, nit wahr,
+Fräulein? Die ist dumm, lang nit so gescheit wie diese. – Hast du mir die
+Puppe geschenkt, Fräulein?«
+
+»Nein,« entgegnete diese, die sich an Lillis jubelnder Freude erquickte.
+»Ilse und Nellie haben sie dir angezogen. Aber sieh einmal, hier hast du
+noch eine Puppe, die hat dir deine Mama geschenkt.«
+
+Kaum einen Blick hatte sie für die kostbare Balldame. »Die ist mir zu
+geputzt,« sagte sie, »die kann ich doch nit in das Bett legen! Die kann
+mein Kind nit sein!« – Und mit der Puppe im Arme lief sie zu Ilse, um sich
+zu bedanken.
+
+Diese aber war sehr beschäftigt. Sie packte ihre Kiste aus und hatte nicht
+Zeit, an etwas anderes zu denken. »Später, Liebling,« sagte sie, und
+fertigte die Kleine mit einem flüchtigen Kuß ab. – Soeben hielt sie einen
+prächtigen rosa Wollstoff in der Hand und Nellie stand neben ihr und
+bewunderte denselben lebhaft.
+
+»O wie süß!« rief sie. »Wie von Spinnweb so fein! Und wie er dir kleidet,«
+fuhr sie fort und hielt den Stoff der Freundin an, »das wird ein schön’
+Tanzstundenkleid! Du wirst dir wie eine Fee darin machen!«
+
+Ilse aber war gar nicht recht vergnügt über das kostbare Geschenk, es
+malte sich sogar etwas wie Enttäuschung in ihren Zügen. Warum mochten die
+Eltern ihre Bitte nicht berücksichtigt, ja nicht einmal eine Antwort
+darauf gegeben haben?
+
+Und Nellie war so gut – so neidlos teilte sie ihre Freude.
+
+So mochte auch Fräulein Güssow denken, die näher getreten war. Sie legte
+den Arm um Nellies Schulter und fragte: »Warum packst du nicht deine
+eigene Kiste aus?«
+
+»Meine Kiste?« wiederholte Nellie. »O Fräulein, Sie spaßen! Für mir giebt
+es das nicht!«
+
+Ilse horchte auf. Einen schnellen, fragenden Blick warf sie der jungen
+Lehrerin zu und diese antwortete mit einem geheimnisvollen Lächeln.
+
+»Wer weiß!« fuhr sie fort, »sieh einmal nach, vielleicht hat eine gütige
+Fee dir etwas beschert.«
+
+Ilse erhob sich schnell aus ihrer knieenden Stellung und nahm die Freundin
+unter den Arm. »Komm,« sagte sie, »wir wollen suchen.«
+
+Kiste an Kiste stand da in der Reihe, jede indes war bereits in Besitz
+genommen, Ilses Auge aber flog voraus. Sie hatte am Ende des Saales eine
+herrenlose Kiste entdeckt, dorthin zog sie Nellie.
+
+Und richtig, da stand mit großen Buchstaben auf dem Deckel: »An Miß Nellie
+Grey.« – Es war kein Zweifel, die Adresse lautete an sie.
+
+»O, was ist dies!« rief Nellie überrascht und ihre Wangen röteten sich,
+»wer hat an mir gedacht? Ist es gewiß für mir?«
+
+»Ja, sie ist wirklich für dich,« versicherte Ilse strahlend, denn nun
+hatte sie erst die echte Weihnachtsfreude, »nimm nur den Deckel hoch.«
+
+Immer noch etwas zögernd folgte Nellie dieser Aufforderung. Welche
+Ueberraschung! Da lag obenauf ein gleicher Stoff in blaßblau, wie sie
+soeben denselben in rosa bei Ilse bewundert.
+
+Und wie sie nun weiter auspackten, jetzt eine jede ihre eigene Kiste, da
+hielten sie sich jubelnd stets die gleichen Herrlichkeiten entgegen. Bald
+war es eine gestickte Schürze, dann kamen farbige Strümpfe an die Reihe,
+Handschuhe, sogar die Korallenkette, die schon lange ein sehnlicher Wunsch
+Ilses war, fehlte bei Nellies Bescherung nicht. Auch die vielen Leckereien
+waren gleichmäßig verteilt.
+
+Ilse hatte in einem Karton mit Briefpapier einen langen zärtlichen Brief
+der Eltern gefunden und als Nellie den ihrigen öffnete, lag auch für sie
+ein kleines Briefchen darin.
+
+
+
+
+
+
+»Meine liebe Nellie,« schrieb Ilses Mama, »ich darf Sie doch so nennen als
+meiner Ilse liebste Freundin? Mein Mann und ich möchten Ihnen so gern
+einen kleinen Beweis geben, wie dankbar wir Ihnen sind für die Liebe und
+Freundschaft, die Sie stets unsrem Kinde zu teil werden ließen. Zwei
+Freundinnen aber müssen auch gleiche Freuden haben – und mit diesem
+Gedanken bitten wir Sie herzlich, den Inhalt der Kiste freundlich
+anzunehmen.
+
+Mit dem aufrichtigen Wunsche, daß Sie auch fernerhin unsrer Ilse eine
+treue Freundin bleiben mögen, grüßt Sie herzlich
+
+ _Anne Macket_.«
+
+
+
+
+
+
+Nellie fiel Ilse um den Hals und vermochte kein Wort hervorzubringen. Die
+Rührung schnürte ihr die Kehle zu – Thränen waren seltene Gäste bei unsrer
+Nellie. Das frühverwaiste Mädchen, das sich von klein auf stets bei
+Verwandten herumdrücken mußte, dem das Sonnenlicht der elterlichen Liebe
+fehlte, hatte das Weinen beinah verlernt. Wer hätte auch auf seine Thränen
+achten sollen?
+
+»Dein Mutter ist ein Engel!« brachte sie endlich, so halb unterdrückt,
+heraus. »Wie soll ich sie für alles danken?«
+
+»Ja, meine Mama ist sehr gut!« bestätigte Ilse, und zum erstenmal stieg
+ein warmes, zärtliches Gefühl für dieselbe in ihrem Herzen auf.
+
+Für sentimentale Stimmungen waren Ilse und Nellie indes nicht angethan,
+und als erstere ein Stück Marzipan der Freundin in den Mund steckte, war
+die Rührung zu Ende. Thränenden Auges verzehrte es Nellie, und dieser
+Anblick kam Ilse so possierlich vor, daß sie lachen mußte, – natürlich
+stimmte Nellie ein.
+
+»Seid ihr fertig, Kinder? Habt ihr alle eure Kisten ausgepackt!« rief
+Fräulein Raimar und unterbrach das Gewirr von Stimmen, das laut und
+lebhaft durcheinander klang.
+
+»Ja, ja!« rief es zurück und nun beeiferte sich eine jede, die heimatliche
+Bescherung vorzuzeigen, und die Vorsteherin blickte in lauter freudig
+erregte und zufriedene Gesichter. Nur Flora sah etwas enttäuscht aus. Sie
+hatte anstatt »Jean Pauls Werke«, die sie sich so glühend gewünscht,
+»Schlossers Weltgeschichte« erhalten mit dem Versprechen vom Papa, daß,
+wenn sie erst reifer für solche Lektüre sei, sie dieses Werk erhalten
+werde.
+
+Reifer! Es klang ihr wie bittrer Hohn. Sie fühlte sich mit ihren sechzehn
+Jahren schon so überreif, daß sie selbst poetische Werke in das Leben rief
+– und sie – sie sollte nicht »Jean Paul« lesen!
+
+Nachdem die Geschenke der Eltern auf eine leer gelassene Tafel aufgebaut
+waren, und nachdem die Mädchen auch diejenigen der Lehrerinnen in Empfang
+genommen hatten, kamen endlich die versiegelten und verpackten
+Ueberraschungen an die Reihe.
+
+Da kamen denn allerhand drollige Dinge zum Vorschein und der Jubel und das
+Lachen wollten kein Ende nehmen.
+
+Flora hatte soeben einen langen, blauen Strumpf aus zahllosen Papieren
+herausgewickelt und hielt ihn hoch in der Hand. Etwas verwundert drehte
+sie diese wunderbare Gabe nach allen Seiten, die ironische Anspielung fiel
+ihr nicht sogleich ein.
+
+»Ein Strumpf?« fragte sie, »was soll ich damit?«
+
+»Er ist dein Wappen, lieber Blaustrumpf,« belehrte sie Orla. »Die Idee ist
+wirklich famos!«
+
+»Er ist von dir!« beschuldigte sie Flora.
+
+»Leider nein,« entgegnete Orla.
+
+Annemie lachte so laut und herzhaft, daß sie sich als die Geberin verriet.
+
+»Bist du mir böse, Flora?« fragte sie gutmütig.
+
+ [Illustration]
+
+Sonderbare Frage! Ganz im Gegenteil, Flora fühlte sich höchst
+geschmeichelt, daß man sie zu den Blaustrümpfen zählte. Der gestickte
+Schlips, den Annemie in den Strumpf versteckt hatte, erfreute sie nicht
+halb so wie die dichterische Anerkennung. – In bester Stimmung löste sie
+jetzt den Bindfaden von einem Pappkasten. Derselbe war eng damit
+umschnürt. Auf dem Deckel war ein Weinglas gemalt und mit großen
+Buchstaben stand »Vorsicht« daneben geschrieben.
+
+Ganz behutsam nahm sie denn auch den Deckel ab, warf die Papierschnitzel
+heraus und fand in feines Seidenpapier eingeschlagen ein zerbrochenes Herz
+von Bisquit!
+
+»Wie abscheulich von dir, Nellie!« rief sie gekränkt und wandte sich
+sofort an die richtige Adresse. Das Herz warf sie achtlos beiseite.
+
+»Nicht so hitzig, Flora,« riet Grete, »sieh doch das zerbrochene Herz erst
+näher an.«
+
+Zögernd entschloß sie sich dazu, und als sie ein reizendes, kleines
+Toilettekissen höchst künstlich verborgen entdeckte, söhnte sie sich
+einigermaßen mit der bösen Nellie aus.
+
+Aber nicht Flora allein, auch all die übrigen mußten manche kleine
+Neckerei in den Kauf nehmen, so manche schwache Seite wurde an das
+Tageslicht gefördert und schonungslos gegeißelt. Die Vorsteherin wachte
+darüber, daß diese Reibereien stets in den Grenzen des Scherzes blieben;
+im allgemeinen hielt sie dieselben für ein gutes Mittel, sich gegenseitig
+auf die Fehler aufmerksam zu machen, es half oft mehr als alle ernsten
+Ermahnungen.
+
+Nellie stand vor einem großen Berg Eßwaren, die sie aus ihren Paketen, in
+welchen sie außer einem kleinen Geschenke immer noch nebenbei allerhand
+Süßigkeiten fand, herausgewickelt hatte.
+
+Schokolade, Marzipan, Apfelsinen, Rosinen und Mandeln, Lebkuchen, und in
+einem reizenden Kasten von Porzellan zwei saure Gurken. Diese waren eine
+besondere Lieblingsspeise von ihr.
+
+Sie lachte und fragte, ob sie ein so hungrig Mädchen sei. »O, da ist ja
+noch ein Paket,« fuhr sie fort, »was für ein leckerer Bissen wird wohl
+darin sein?«
+
+Aber sie irrte sich, diesmal kam ein Buch zum Vorschein und wie sie es
+aufschlug, las sie auf dem Titelblatte: »Deutsche Grammatik.« Ein Blatt
+Papier mit einem kleinen Gedichte lag dabei. Nellie las es vor.
+
+ »Lerne fleißig die deutsche Sprache –
+ Willst du begreifen holde Poesie.
+ Dies Buch ist einer Verkannten Rache,
+ Die du verstanden hast noch nie!«
+
+»Flora!« rief Nellie. »Du hast mir mit deine edle Rache sehr beschämt! Ich
+werde lernen aus dieser Buch und dir verstehen! – Komm, gieb dein’ Hand,
+ich verspreche dich, daß ich nie wieder dein’ holde Poesie auslachen will,
+und wenn sie voll lauter zerbrochene Herzen ist.« –
+
+Orla hatte unter anderm einen Klemmer erhalten und – o Schrecken! auch ein
+Etui mit Cigaretten. Fräulein Raimar stand neben ihr und sah das
+verräterische Ding.
+
+»Was ist denn das?« fragte sie. »Ich will nicht hoffen, Orla, daß du wie
+eine Emanzipierte rauchst! Du würdest mich sehr erzürnen, wenn das der
+Fall wäre. Doch,« unterbrach sie sich, »wie komme ich dazu, einen Scherz
+für Ernst zu nehmen, am Weihnachtsabend sind dergleichen Witze erlaubt.«
+Leiser und nur für die Russin vernehmbar setzte sie hinzu: »Ich habe das
+feste Vertrauen zu dir, daß du niemals rauchen wirst!«
+
+Die Angeredete schwieg und senkte die Augen. Der Tadel traf die Wahrheit,
+sie hatte wirklich manchmal im Verborgenen eine Cigarette geraucht. War es
+doch in ihrer Heimat nichts Auffallendes, wenn eine Dame sich ein kleines
+Rauchvergnügen machte.
+
+Innerlich schalt sie die Pedanterie der Deutschen, der sie eine so
+harmlose Freude zum Opfer bringen mußte, denn niemals würde es ihre
+Wahrheitsliebe gestattet haben, gegen das Verbot der Vorsteherin zu
+sündigen, – mit einiger Ueberwindung reichte sie derselben die Cigaretten.
+
+»Bitte, bewahren Sie mir dieselben,« bat sie und lächelnd fügte sie hinzu:
+»Damit ich nicht in Versuchung komme ...«
+
+Melanie liebäugelte mit einem zierlichen Handspiegel. Sie freute sich sehr
+über denselben, noch mehr aber über ihr eignes Bild, das ihr
+entgegenlachte.
+
+Grete blickte ihr über die Schulter. »Das ist eine Anspielung auf deine
+Eitelkeit, Melanie! Ich habe nichts bekommen, was mich ärgern oder wodurch
+ich mich getroffen fühlen könnte!«
+
+»Nun glaubst du dich wohl fehlerfrei, liebe Grete!« spottete Melanie.
+»Bilde dir das ja nicht ein, liebes Kind, du bist noch längst kein
+vollkommnes Wesen. Es giebt sehr vieles an dir auszusetzen!«
+
+Und als ob ihre Worte sofort in Erfüllung gehen sollten, rief Fräulein
+Güssow: »Grete, da steht noch eine vergessene Schachtel auf deinem Platze!
+Du hattest Papier darauf geworfen und wirst sie deshalb übersehen haben!«
+
+Vergnügt und erwartungsvoll öffnete Gretchen die Schachtel. O weh! als sie
+den Deckel abhob, lachte ein glänzendes, zierlich gearbeitetes
+Vorlegeschloß sie boshaft an.
+
+»Das ist eine Anspielung für dich, teures Plappermäulchen!« rief Melanie
+mit schwesterlicher Schadenfreude, und hielt das Schloß an Gretes Lippen.
+
+»So, damit du in Zukunft hübsch schweigst und nicht so vorlaut bist.«
+
+Unwillig wandte Grete sich ab, sie war gar wenig erbaut von der
+Ueberraschung. Sie warf das Schloß wieder in die Schachtel, schloß den
+Deckel und verriet durch ihre Empfindlichkeit, wie sehr sie sich getroffen
+fühlte ....
+
+Ilse hatte aus einer mächtigen Kiste, die bis obenhin mit Heu gefüllt war,
+einen Hund herausgeholt. Keinen lebendigen, o nein! es war nur einer aus
+Pappe. Braun sah er aus und hatte weiße Pfötchen. Um den Hals trug er
+einen Zettel am roten Bande, auf welchem mit großen Buchstaben »Bob«
+geschrieben stand.
+
+»Orla!« erriet Ilse sofort. Dieselbe hatte sie oft genug mit ihrem Hunde
+aufgezogen. Es kam ihr jetzt selbst recht lächerlich vor, wenn sie sich
+ihren Einzug in der Pension mit Bob auf dem Arme ausmalte. Wie einfältig
+war sie gewesen – wie unnütz hatte sie den armen Papa gequält! – Ilse
+hatte noch eine Ueberraschung, bei der sie fast erschrak. In einem
+reizenden Arbeitskorbe fand sie mehrere Aepfel von Marzipan.
+
+Nellie stand neben Ilse und flüsterte ihr zu: »Diese sind Aepfel von der
+Baum – weißt du noch?«
+
+Als die Angeredete ängstlich zur Seite blickte, fuhr sie beruhigend fort:
+»Du darfst nicht Angst haben, niemand hört uns.«
+
+Sie hatte recht. Die Aufmerksamkeit aller war auf einen Vogelbauer
+gerichtet, in welchem eine lebendige Lachtaube saß. Annemie hielt
+denselben höchst angenehm überrascht in der Hand.
+
+»Nun könnt ihr um die Wette lachen,« scherzte die Vorsteherin, »denn das
+Täubchen darfst du behalten und in deinem Zimmer aufhängen. Aber vergiß
+niemals, Annemie, daß du das Tierchen regelmäßig füttern mußt, hörst du?«
+
+So erhielt eine jede ihre scherzhafte Rüge, nur Rosi nicht. Sie zerbrachen
+sich den Kopf, um einen Tadel an ihr zu entdecken, aber zu ihrem Bedauern
+fanden sie keinen. »Ganz ohne Scherz darf sie nicht sein,« erklärte
+Nellie, ging hin und kaufte ein Bilderbuch, auf dessen Titelblatt in
+goldenen Buchstaben drei Worte glänzten: ›Für artige Kinder‹. – »Dies paßt
+sehr für ihr,« sagte sie, und die übrigen Mädchen stimmten ein.
+
+Rosi nahm das Buch, lächelte und legte es beiseite. Sie konnte nicht so
+recht begreifen, was es bedeuten sollte ....
+
+Nachdem die Bescherung zu Ende und nachdem auch für die beiden Damen ein
+Tisch mit allerhand selbstgearbeiteten Sachen ausgebaut war, wurde der
+Thee eingenommen und kurze Zeit darauf zur Ruhe gegangen. Lilli wurde es
+schwer, sich von ihren schönen Sachen zu trennen, sie wollte nicht zu Bett
+gehen, aber der Sandmann kam und streute ihr den Schlaf in die Augen.
+Schlafend wurde sie entkleidet und in ihr Bett, das in Fräulein Güssows
+Zimmer stand, getragen.
+
+Und nun wurde es still und dunkel im Hause. Der schöne Christabend war zu
+Ende mit seiner frohen Erwartung, seinem Lichterglanze ....
+
+Ob wohl der Baum im nächsten Jahre für alle wieder angezündet wird, die
+heute unter ihm versammelt waren? –
+
+ * * *
+
+Nun war alles wieder im alten Geleise! Der Unterricht hatte begonnen und
+Miß Lead war wenige Tage nach Neujahr von ihrer überseeischen Reise
+zurückgekehrt. Sie hatte sechs junge Engländerinnen mitgebracht, die kein
+Wort Deutsch verstanden und sehr viel Heimweh hatten.
+
+Nellie versuchte es, sie zu trösten, aber sie verschlossen sich starr
+gegen jedes Trosteswort, sie fühlten sich unglücklich im fremden Lande.
+Sie wollten nicht Deutsch lernen, sie haßten diese Sprache und die
+Menschen, erklärten sie. Lange Jammerbriefe sandten sie in die Heimat, in
+denen sie die Angehörigen himmelhoch baten, sie wieder zurückkehren zu
+lassen.
+
+Es war diese Art und Weise nichts Auffallendes und nichts Neues. Fräulein
+Raimar legte keinen Wert darauf, ähnliche Erfahrungen machte sie stets mit
+den Engländerinnen. Es war schon vorgekommen, daß diese oder jene sich
+vornahm, zu verhungern, und Speise und Trank hartnäckig verweigerte. Vor
+Hunger gestorben war indes noch keine, wenn der Magen zu energisch sein
+Recht verlangte, entsagten sie dem Hungertode.
+
+»Ich mag meine Landsmänner gar nicht sehr!« bemerkte Nellie eines Tages zu
+Ilse. »Die Deutsche liebe ich mehr. Ich will nicht zurück in meine
+Heimat.«
+
+»Landsmänner!« wiederholte Ilse. »Gleich sage einmal, wie es richtig
+heißt. Neulich habe ich es dir erst gesagt.«
+
+»O ja, ich weiß, Landsfrauen heißt es,« verbesserte sich Nellie.
+
+»Du bist klassisch!« lachte Ilse laut. »Lands–männ–innen heißt es. Sag
+einmal nach – so – und nun vergiß dieses Wort nicht wieder, du liebe,
+englische Deutsche! Du bist auch ganz anders wie deine Landsmänninnen,
+lange nicht so steif, so zurückhaltend und so hochmütig wie die! Sie sehen
+immer auf uns herab, als ob sie sagen wollten: ›Gott sei Dank, daß ich
+keine Deutsche bin!‹«
+
+»O nein!« wehrte sich Nellie, in der plötzlich der Nationalstolz wach
+wurde, »so schlimm darfst du nicht sagen! Es hat den Schein, daß sie
+hochmütig sind, weil sie dir nicht verstehen, sie macht ein fremdes
+Gesicht, weiter nix!«
+
+»Sie sind hochmütig, Nellie!« neckte Ilse. »Entschuldige deine
+langweiligen Engländerinnen nicht. Eben sagtest du selbst, daß du sie
+nicht leiden möchtest.«
+
+Das gestand Nellie zu. Sie meinte aber, sie selbst könne so sprechen, ein
+gleiches Urteil aus einem andern Munde könne und dürfe sie nicht anhören.
+Sie wolle es auch nicht.
+
+»Du bist doch aber ganz wunderlich, Nellie,« lachte Ilse, »Doktor Althoff
+würde sagen: ›Sie haben verdrehte Ansichten, Miß Nellie.‹«
+
+»O nein,« entgegnete Nellie eifrig und leicht errötend, »Doktor Althoff
+würde mir verstehn. Er weiß, wie es in mein Herz aussieht!«
+
+Das kam Ilse äußerst komisch vor und sie neckte die Freundin damit sehr.
+»Er hätte viel zu thun, wenn er in alle eure Herzen blicken wollte!« rief
+sie lachend, »und wenn er sich wirklich einmal die Mühe gäbe, so würde er
+euch schön verhöhnen, dich und alle die andern, die ihr für ihn
+schwärmt.« –
+
+Ilse lernte jetzt mit rechtem Eifer und schon längst war ihr das Arbeiten
+keine Last mehr. Das Zeichnen machte ihr besondre Freude, und seitdem der
+Papa so glückselig über die ihm geschenkte Rose geschrieben, strebte sie
+darnach, auch das zu erreichen, was derselbe in seiner blinden Liebe zu
+ihr schon erreicht sah. Er hielt sie bereits für eine Künstlerin und mit
+Stolz hatte er ihr geschrieben, daß er die Rose habe einrahmen lassen und
+daß sie nun über seinem Schreibtisch hänge. Ilse war gar nicht damit
+einverstanden, sie wußte ja genau, wie der zärtliche Papa jeden Besuch,
+der zu ihm kam, zu ihrem schwachen Erstlingswerk führen werde.
+
+Auch die Mama war hocherfreut über Ilses Weihnachtsgeschenke gewesen. Sie
+gaben ihr ein glänzendes Zeugnis von deren Fortschritten und der Ausdauer,
+die der Wildfang bis dahin nicht gekannt hatte. Die größte Freude indes
+hatte sie an Ilses Dankesbrief gehabt. Es war das erste Mal, daß sie in so
+herzlich warmer Weise das Wort an sie richtete und Frau Annes Augen
+füllten sich mit Thränen freudiger Rührung. Sie fühlte jetzt bestimmt, daß
+die Zukunft ihr Ilses volle Liebe bringen werde. –
+
+Die längst ersehnten Tanzstunden hatten bereits seit vierzehn Tagen
+begonnen und brachten etwas Abwechselung in das gleichmäßige
+Pensionsleben. Zweimal in der Woche kam von sechs bis acht Uhr abends der
+Tanzlehrer mit einer Geige und unterrichtete im großen Saale.
+
+Nicht alle Zöglinge nahmen teil daran. Die kleineren Mädchen nicht und
+auch die Engländerinnen schlossen sich aus, sie verstanden noch zu wenig
+Deutsch, auch konnten sie vorläufig keinen Geschmack an den einförmigen
+Pas finden. Melanie konnte das freilich auch nicht und fand bis jetzt die
+Tanzstunde ›furchtbar öde‹.
+
+»Es ist ein furchtbar langweiliges Vergnügen, diese Hüpferei,« äußerte sie
+auf einem Spaziergange zu Flora, »wozu diese Pas – diese Verbeugungen? Wir
+können doch alle schon tanzen, und wie wir uns zu verbeugen haben – und
+grüßen müssen, das wissen wir doch erst recht. Wir sind doch erwachsene
+Mädchen!«
+
+»Ach!« seufzte Flora und ein schwärmerischer Blick glitt seitwärts über
+den spiegelglatten Teich – zu den schlittschuhlaufenden Gymnasiasten
+hinüber – »ach! das möchte noch alles gehen. Das Fürchterlichste ist doch,
+daß wir zwei volle Monate ohne Herren tanzen müssen!«
+
+»Wie furchtbar öde!« Melanie rief es ordentlich entrüstet. »Man behandelt
+uns wahrhaftig mit puritanischer Strenge! Ohne – Herren! Es ist kaum zu
+glauben!«
+
+»Ja, mit puritanischer Strenge!« wiederholte Flora, der dies Wort
+außerordentlich gefiel. »Ich begreife nicht, warum uns der Verkehr mit den
+Herren so lange entzogen wird. Man behandelt uns eben wie Kinder!«
+
+Die ›furchtbar öden‹ Monate gingen indessen auch zu Ende und Fräulein
+Raimar schickte Einladungen aus an junge, wohlerzogene Herren, die das
+Gymnasium besuchten, und ersuchte sie, die letzten vier Wochen an dem
+Tanzunterrichte teilzunehmen.
+
+Mit welcher Freude diese Einladungen begrüßt wurden, brauche ich nicht zu
+sagen. Die jungen Leute schätzten es sich zur besonderen Ehre, zu den
+Tanzabenden in der Pension zugezogen zu werden. Diesmal brannten sie
+besonders darauf, weil sie behaupteten, daß noch niemals so hübsche
+Mädchen in dem Institute gewesen seien. Sie kannten dieselben von Ansehen
+sehr genau, denn, wenn irgend möglich, suchten sie ihnen auf den
+Spaziergängen zu begegnen. Nun sollten sie mit ihnen tanzen, sich mit
+ihnen unterhalten dürfen, es war zu famos!
+
+»Ihr werdet heute abend zum ersten Male mit Herren tanzen, Kinder,«
+kündigte Fräulein Raimar eines Mittwochs bei der Mittagstafel an. Und als
+sie bemerkte, wie vergnügt die meisten diese frohe Botschaft
+entgegennahmen, fügte sie hinzu: »Ich hoffe, daß ihr euch nicht zu lebhaft
+mit den jungen Leuten unterhalten werdet! Vergeßt nicht, daß dieselben nur
+des Tanzes, nicht der Unterhaltung wegen da sind!«
+
+Annemie kamen diese Ermahnungen so komisch vor, daß sie zu kichern anfing.
+Ein strafender Blick traf sie dafür.
+
+»Für dich sind meine Worte besonders gesprochen, Annemie,« nahm die
+Vorsteherin wieder das Wort, »ich fürchte, du wirst dich durch dein
+albernes Lachen auffallend machen, hüte dich davor. Und dich, Grete,
+ermahne ich ernstlich, nicht so viel zu schwatzen. Ueberlege erst, was du
+sagen willst, damit kein Unsinn herauskommt.«
+
+So und in ähnlicher Weise warnte und ermahnte sie ihre jungen Zöglinge,
+die in ihrer erwartungsvollen Aufregung heute nur mit halbem Ohre hörten,
+was ihnen so eindringlich vorgestellt wurde. Viel wichtiger erschien ihnen
+die Frage: »Was werdet ihr heute abend anziehen? Womit werdet ihr euch
+schmücken?«
+
+Sie hatten auch kaum das Speisezimmer verlassen, als sie die Treppen
+hinaufstürmten, um in Orlas und der Schwestern Zimmer eine große Beratung
+zu halten.
+
+Melanie holte einen großen Pappkasten hervor und fing an, Blumen und
+Bänder herauszukramen. Sie hatte sich vor den Spiegel gestellt und hielt
+eine Rose in ihr schönes aschblondes Haar.
+
+»Wie findet ihr diese Rose?« fragte sie. »Bitte, seht doch einmal! Kümmert
+sich denn kein Mensch um mich?« rief sie laut und ungeduldig den
+Durcheinanderschwatzenden zu und stampfte sogar etwas mit dem Fuße auf.
+
+»Sie steht dir gut, Melanie,« antwortete Rosi, die eben erst eingetreten
+war und die letzten Worte hörte, an ihre eigene Toilette dachte sie nicht.
+»Das dunkle Rot in deinem blonden Haar sieht prächtig aus!«
+
+»Du hast nicht viel Geschmack, liebste Rosi. Nimm mir nicht übel, daß ich
+es dir frei heraussage,« fertigte Melanie die Aermste ab. »Orla, bitte,
+gieb du dein Urteil ab.«
+
+Die Russin galt als die eleganteste, deren Toilette stets am
+geschmackvollsten war. Mit Kennermiene musterte sie denn auch Melanie.
+
+»Die dunkle Rose ist zu grell,« entschied sie, »für dein Haar paßt eine
+blaßrote besser. Uebrigens, was willst du denn anziehen? Das ist doch am
+Ende die Hauptsache und darnach mußt du die Blumen wählen.«
+
+»Mein blaues Batistkleid, denke ich.«
+
+»Dein bestes Kleid!« rief die vorlaute Grete erstaunt. »Gut, dann ziehe
+ich mein geblümtes an!«
+
+Gerade wie die Verhandlungen am lautesten waren, öffnete sich die Thür und
+Fräulein Güssow trat ein.
+
+»Fräulein Raimar läßt euch sagen, ihr möchtet heute abend eure
+Sonntagskleider tragen,« verkündete sie.
+
+»O! ...« Langgedehnt und unzufrieden kam es über Melanies Lippen. »O,
+Fräulein Güssow, die alten, dunklen Kleider! Die hellen sind so viel
+besser!«
+
+Aber es blieb bei den Wollkleidern. Gegen das Machtgebot der Vorsteherin
+galt kein Widerstreben.
+
+Bevor sie in den Tanzsaal hinuntergingen, fanden sich die Mädchen noch
+einmal bei Orla ein. Diese hielt erst eine allgemeine Musterung über die
+Toiletten, besserte hier und dort und verstand es, durch eine Kleinigkeit
+dem einfachsten Anzuge einen netten Anstrich zu geben.
+
+Melanie hatte sich nach besten Kräften elegant herausgeputzt. Ein weißes
+Spitzenfichu schmiegte sich in weichen Falten um ihren Hals, und eine
+blaßrote Rose, seitwärts an demselben befestigt, kleidete sie ganz
+allerliebst. Sie war tadellos und sah trotz des einfachen braunen Kleides
+sehr geputzt aus.
+
+An Gretes ungeschickter Figur war nicht viel zu ändern. Lange Arme, große
+Füße, schlechte Haltung und dicke Taille, das waren Dinge, die leider
+nicht zu verbergen waren, auch trugen die ungraziösen Bewegungen durchaus
+nicht zur Verschönerung bei.
+
+»Für dich ist die dunkle Tracht ganz vorteilhaft,« meinte Orla, indem sie
+eine dicke Korallenkette aus ihrem Schmuckkasten nahm und sie dem darüber
+hocherfreuten Gretchen um den Hals schlang. »So, die will ich dir leihen,
+damit du nicht zu einfach aussiehst.«
+
+Flora unterwarf sich keiner Musterung, sie fand es unnütz, da ihr
+Geschmack weit eigenartiger sei als Orlas. Sie hatte mit endloser Mühe
+eine griechische Haartour zurechtgebracht. Im Nacken trug sie ihr Haar im
+Knoten, mit einigen herausfallenden Locken, vorn hatte sie dasselbe mit
+einem schwarzen Sammetbande, das mit weißen Perlen benäht war, dreimal
+abgebunden. In die Stirn fielen gekräuselte Fransen.
+
+Sie fand sich entzückend, diese Haartour söhnte sie sogar mit dem grünen
+Wollkleide aus, in dem sie lang und schlank wie eine wirkliche
+Hopfenstange aussah.
+
+Rosi hatte sich nicht besonders geschmückt. Ihr schwarzes Kaschmirkleid
+war unverändert geblieben. Eine weiße Spitze am Halsausschnitt,
+zusammengehalten von einer Spitzenschleife, die einen silbernen Pfeil
+trug. So ging sie Sonntags gekleidet und Fräulein Raimars Vorschrift
+lautete, daß sie sich heute sonntäglich kleiden sollten.
+
+»O Gott, wie hausbacken siehst du aus, Rosi! Als ob du in die Kirche gehen
+wolltest, so ernst und feierlich!« rief Orla. »Hast du denn nicht ein
+farbiges Band anstatt der weißen Schleife?«
+
+Sie hatte keins und jetzt half Melanie aus. Bereitwillig lieh sie Rosi
+eine ganz neue rosa Atlasschleife und freute sich herzlich, wie furchtbar
+nett sie derselben stand.
+
+»Betrachte dich nur einmal,« sagte sie und hielt ihr den Handspiegel vor
+die Augen. »Nun, was meinst du dazu? Nicht wahr, jetzt siehst du nicht
+mehr aus wie ›Gottesfurcht vom Lande‹!«
+
+»Die Schleife gefällt mir wohl gut,« meinte Rosi, »aber es ist mir ein
+peinliches Gefühl, geliehene Sachen zu tragen.«
+
+»_O sancta simplicitas!_« rief die geniale Flora. »Kind, du gehst in
+deiner Pedanterie wirklich zu weit! Unter Freundinnen herrscht Gleichheit,
+da kann von geliehenen Sachen keine Rede sein!«
+
+Und um dies Wort gleichsam zur That zu machen, griff sie in Melanies
+offenstehenden Blumenkasten, nahm eine feuerfarbene Nelke heraus und
+befestigte dieselbe an ihrem Gürtel.
+
+»Du erlaubst doch, Melanie?« fragte sie so nebenhin, »die rote Farbe steht
+mir wirklich brillant!« und mit einem wohlgefälligen Blick betrachtete sie
+sich in dem Spiegel.
+
+»Nellie und Ilse, wo bleiben sie nur?« fragte Orla.
+
+Eben traten sie ein. Beide waren geschmackvoll gekleidet. Nellie im
+schottischen Kleide, am Hals und den Aermeln mit echten Spitzen garniert,
+sah graziös und vorteilhaft aus, ebenfalls Ilse, die über ihr blaues Kleid
+einen breiten Spitzenkragen gelegt hatte. Darüber trug sie die
+Korallenkette, mit welcher auch Nellie sich geschmückt hatte.
+
+»Schnell noch diese Margueriten in dein Haar!« rief Melanie und machte
+Miene, dieselbe Ilse in ihren Locken zu befestigen. Aber die wehrte es ab.
+
+»Geh mit deinen Blumen!« entgegnete sie abwehrend, »ich mag die toten,
+nachgemachten Dinger nicht leiden!«
+
+»Wie du willst,« sagte Melanie etwas schnippisch und warf die verschmähten
+Gänseblümchen wieder in den Kasten.
+
+Die Mädchen verließen das Zimmer und stiegen die Treppe hinunter.
+
+»Orla ist doch die eleganteste von uns,« bemerkte Melanie nicht ohne einen
+Anflug von Neid zu Nellie, und musterte die vor ihr Gehende, die
+allerdings in der blauen Samttaille und einem gleichfarbig seidenen Rocke
+höchst vornehm erschien. »Freilich in Samt und Seide kleiden mich meine
+Eltern nicht, so reich sind wir nicht.«
+
+»Thut nix!« erwiderte Nellie, »man muß mit weniges auch zufrieden sein!«
+
+»Bitte, bitte – wartet einen Augenblick!« rief es plötzlich hinter ihnen.
+
+Annemie war es, die in voller Eile allen nachgelaufen kam. »Ich bin noch
+nicht ganz fertig,« fuhr sie atemlos fort, »ich kann aber nichts dafür!
+Als ich mein Kleid überzog, riß ein Band irgendwo, – nun hängt der eine
+Zipfel vom Ueberwurfe bis auf die Erde. Bitte, seht einmal nach!«
+
+Alle waren stehen geblieben und betrachteten Annemie. Nellie, praktisch
+wie immer, untersuchte gleich, wo der Schaden saß.
+
+»Komm her,« sagte sie, »ich werde dir ausbessern. Aber ein Nadel und Faden
+muß ich haben, dann nähe ich dir gleich mit weniger Stich in Ordnung.«
+
+»Sei nicht umständlich,« meinte Flora. »Hier hast du eine Stecknadel,
+damit wirst du es ebenso gut machen können. Wie manchmal habe ich mir
+schon ein Band oder einen kleinen Riß schnell mit der Nadel gesteckt.«
+
+Aber davon wollte die Engländerin nichts wissen. Sie nahm Annemie mit in
+ihr Zimmer und nähte die wenigen Stiche.
+
+»Bitte, liebe, gute Nellie, mir ist hier am Aermel ein Endchen Spitze
+abgerissen, willst du mir nicht die gleich annähen? Du bist auch ein
+Engel!«
+
+Nellie brachte auch diesen Schaden in Ordnung, und als sie fertig war,
+zupfte sie an Annemie hier und dort zurecht, nichts saß an der kleinen,
+runden Lachtaube, wie es sitzen mußte. Die Handschuhe waren nicht
+zugeknöpft, die Halskrause saß schief und an dem halbhohen Lackschuh
+fehlte ein Knöpfchen.
+
+»Du bist aber ein sehr unordentlich’ Mädchen, liebes Lachtaube,« schalt
+Nellie, »aber ich kann dich nicht helfen, du mußt mit deiner abgerissener
+Knopf gehen. Es schlägt sechs, wir müssen pünktlich erscheinen.«
+
+Die übrigen Mädchen hatten an der Treppe gewartet, jetzt gingen alle
+zusammen hinunter und an der Thür des Saales blieben sie stehen, sie
+hatten mit einem Male keinen Mut, hineinzugehen.
+
+»Ich höre sprechen,« sagte Orla gedämpft, »ich glaube, die Herren sind
+schon da.«
+
+Sie legte das Ohr an die Thür und horchte.
+
+»Wirklich, sie sind da!« bestätigte sie.
+
+»Lass’ mich durchs Schlüsselloch sehen, Orla,« bat die neugierige Flora
+und schob die erstere leicht beiseite.
+
+Sie beugte den Kopf, als sie das Auge an die Thür legen wollte, packte
+Grete der Uebermut, so daß sie Flora einen Stoß gab und diese mit dem
+Haupte gegen die Thür flog. Das war ein Schreck! Wie der Wind flogen alle
+bis an das andre Ende des Vorsaals, – wenn Fräulein Raimar das Geräusch
+gehört hätte! »Dann sind wir einfach furchtbar blamiert,« erklärte Melanie
+und schalt Grete albern und ungezogen.
+
+»Du bist ein Tollpatsch, Grete, im höchsten Grade ungebildet!« sagte Flora
+entrüstet, und Annemie lachte, daß ihr die hellen Thränen über die Wangen
+liefen.
+
+»Sei mir nicht böse, daß ich dich auslache, Flora,« sagte diese, »aber ich
+kann nicht anders. Du sahest zu komisch aus und machtest ein so entsetztes
+Gesicht, als du mit deinem griechisch frisierten Kopf gegen die Thür
+flogst.«
+
+Fräulein Raimar hatte wirklich ein Klopfen an der Thür vernommen, sie
+öffnete dieselbe, und als sie die Mädchen stehen sah, rief sie ihnen zu,
+sich zu beeilen.
+
+Das war ein kritischer Moment. Unbemerkt stießen sie sich untereinander an
+und stritten sich leise, wer die erste sein solle.
+
+»Du mußt vorangehen, Orla, du bist die älteste,« flüsterte Ilse.
+
+»Ich bin die jüngste, ich komme zuletzt!« rief Grete, die sonst immer mit
+ihrem Munde die erste war.
+
+»Laß mich die letzte sein, Grete,« bat Annemie, »ich habe mich noch nicht
+ausgelacht.«
+
+Rosi war die verständige, wie immer. »Komm, Orla,« sagte sie, »wir dürfen
+Fräulein Raimar nicht warten lassen. Wir benehmen uns überhaupt höchst
+kindisch, finde ich. An allem ist Gretes Albernheit schuld.«
+
+Das gute Beispiel der beiden Aeltesten wirkte wohlthuend auf die übrigen.
+Sie nahmen sich zusammen und gingen ruhig und ernst in den Saal.
+
+»Meine Damen, erlauben Sie, daß ich Ihnen die Herren vorstelle,« mit
+diesen Worten empfing sie der Tanzlehrer. Es folgten Verbeugungen von
+beiden Seiten.
+
+Flora schwamm in Seligkeit, sie hatte unter den Herren einen Primaner
+erkannt, für den sie bereits längst im Geheimen schwärmte. Erst kürzlich
+hatte sie ihn als Apoll in Jamben besungen.
+
+Fräulein Güssow stand neben der Vorsteherin und hatte ihre Freude an den
+jungen Mädchenblüten. An Ilse hing ihr Auge am zärtlichsten. Wie reizend
+hatte sich ihr Liebling entfaltet! Körperlich und seelisch. Wie viel
+gleichmäßiger war das stürmische Kind geworden. Wo war der böse Trotz
+geblieben?
+
+Sie verglich Ilse mit den übrigen und fand, daß sie nicht allein die
+hübscheste, sondern auch weit natürlicher und unbefangener war, als die
+meisten andern. Keine Spur von Koketterie äußerte sich in ihrem Wesen,
+frei und fröhlich blickte sie mit den großen Kinderaugen in die Welt und
+schien die glückliche Frage auszusprechen: »Liebe Welt, bist du immer so
+schön?«
+
+Melanies Züge waren regelmäßiger, aber längst nicht so unbewußt lieblich,
+man merkte dem hübschen Mädchen an, daß sie schon gar zu oft den Spiegel
+um seine Meinung befragte.
+
+Flora und Melanie standen beisammen und machten ihre Bemerkungen über die
+Herren, zu denen sie verstohlen hinüber schielten. Natürlich gaben sie
+sich den Schein, als ob sie sich gar nicht um dieselben kümmerten.
+
+Orla war aufrichtiger. Sie hatte den Klemmer auf die Nase gesetzt und
+betrachtete die Jünglinge ganz ungeniert. Später erhielt sie einen Tadel
+deswegen von der Vorsteherin.
+
+Grete und Annemie hatten sich in eine Fensternische gesetzt und kicherten
+und schwatzten das dummste Zeug. Sogar Nellie war nicht ganz frei von
+einer harmlosen Gefallsucht. Sie hatte sich so zu setzen gewußt, daß ihr
+kleiner, schmaler Fuß im Goldkäferstiefel wie absichtslos unter ihrem
+Kleide hervorsah. Rosi war natürlich weder kokett, noch empfand sie die
+geringste Erregung. Ruhig und freundlich, wie immer, saß sie da, und so
+tadellos gerade hielt sie sich, daß sie auch in der Tanzstunde das
+Musterkind für die andern war.
+
+»Anfangen!« rief der Tanzlehrer und klatschte in die Hände.
+
+Und das Orchester, das aus einem Klavier und einer Geige bestand, begann.
+
+Wie herrlich klang die Musik den jungen, unverwöhnten Ohren, wie
+»furchtbar entzückend« fanden sie die Walzerklänge. –
+
+»Bitte die Herren, sich zu engagieren!« kommandierte der Tanzlehrer, und
+wie von einem Zauberstabe berührt stürzten die tanzlustigen Jünglinge auf
+die Dame zu, die sich ein jeder bereits still und verschwiegen als Ziel
+seiner Wünsche ausgesucht hatte.
+
+Vor der blendenden Melanie verbeugten sich zugleich drei Herren. Welch ein
+Triumph für ihr eitles Herz! – Leider konnte sie nicht mit allen dreien
+auf einmal tanzen und mußte sich mit der Genugthuung begnügen, daß alle
+Anwesende doch sicher diese Auszeichnung bemerkt hatten. – Alle wohl
+nicht, aber Flora und Grete hatten sie bemerkt und mußten die schmerzliche
+Erfahrung machen, daß die Verschmähten zu ihnen kamen, um sie zu erlösen.
+Sie waren von all den jungen Damen die allein Uebriggebliebenen. Flora
+fühlte sich besonders tief gekränkt und mit neidischen Blicken folgte sie
+Ilse, die eben mit »Apoll« an ihr vorüberwalzte.
+
+Recht lebhaft war die Unterhaltung am ersten Herrenabend nicht. Die
+Gegenwart der Vorsteherin, ihre beobachtenden Blicke legten einigen Zwang
+auf. Nellie, die sich sehr zusammennahm, um ja keinen Sprachfehler zu
+machen, war ganz besonders schweigsam, und einige Male, als sie angeredet
+wurde und sich recht gewählt ausdrücken wollte, brachte sie die
+drolligsten Dinge zum Vorschein.
+
+Ein junger Mann erzählte ihr, daß er in einigen Jahren, wenn er
+ausstudiert habe, nach England gehen werde. »Werden Sie dort verständig
+(beständig, meinte sie) sein?« fragte sie. – Ein andrer fragte, ob sie
+gern in Deutschland weile. »O ja, ich bin ganz verliebt in der Deutsche!«
+gab sie freudig zur Antwort.
+
+Aber Nellie konnte nie mißverstanden werden. Ihre kindliche Naivetät nahm
+sofort alle Herzen für sie ein. Die jungen Herren waren denn auch sämtlich
+entzückt von der jungen Engländerin, und da sie obenein sehr gut tanzte,
+wurde sie bald zum allgemeinen Liebling erkoren.
+
+Grete wurde ihre schweigsame Zurückhaltung äußerst sauer, verschiedene
+Male fiel sie aus der Rolle. Einmal ertappte sie Orla, die gerade hinter
+ihr stand, auf einer argen Indiskretion.
+
+»Wie heißt die junge Dame mit den Locken?« wurde sie von ihrem Tanzherrn
+gefragt.
+
+»Das ist Ilse Macket,« gab Grete schnell zur Antwort. Und nun fing sie an,
+ausführlich über dieselbe zu berichten. »Sie ist erst seit Juli hier,«
+fuhr sie fort und der Mund ging ihr wie eine Plappermühle, »ihr Vater
+brachte sie hierher. Sie ist nämlich weit her, aus Pommern, und, denken
+Sie sich, sie hatte ihren Hund mitgebracht und wollte ihn durchaus mit in
+die Pension nehmen! Natürlich Fräulein Raimar erlaubte es ihr nicht. Ach,
+und ungeschickt war sie! Kein Mensch kann sich davon einen Begriff machen.
+Einmal hat sie einen ganzen Stoß Teller –«
+
+»Grete,« unterbrach Orla ihren Redefluß, »du verlierst eine Nadel. Tritt
+einen Augenblick mit mir zur Seite, damit ich sie wieder befestige.«
+
+»Wie ungezogen, wie abscheulich von dir!« schalt Orla, indem sie sich
+scheinbar an Gretes Kragen zu schassen machte. »Warum blamierst du Ilse
+so? – Du siehst den Herrn heute zum ersten Male und machst ihn sofort zum
+Mitwisser unsrer Pensionsgeheimnisse! Möchtest du denn, daß die arme Ilse
+verspottet würde?«
+
+Grete erschrak. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Die Schwatzhaftigkeit
+war wieder einmal mit ihr durchgegangen und hatte ihr einen bösen Streich
+gespielt.
+
+Höchst betrübt und niedergeschlagen trat sie wieder in die Reihe der
+Tanzenden. Sie faßte auch den festen Entschluß, in Zukunft vorsichtiger zu
+sein, aber wie lange! Es ist so schwer, eine lebhafte Zunge zu zügeln!
+
+Doch es liegt nicht in meiner Absicht, die Tanzstundenereignisse genau und
+ausführlich zu schildern. Ich nehme an, meine Backfischchen, denen ich
+meine Erzählung widme, haben die Leiden und Freuden derselben aus eigener
+Erfahrung bereits kennen gelernt. Es ist immer dasselbe. Harmlose
+Koketterien, kleine Eifersüchteleien, ein wenig Neid, schwärmerische
+Verehrung, etwas Courschneiderei, zuweilen auch Klatscherei – u. s. w.
+Dazu noch die kleinen Aufmerksamkeiten, die hinter den Kulissen spielen,
+z. B. Fensterparaden, duftige Blumenspenden, manchmal sogar eine
+gemeinsame Schlittschuhpartie auf dem Eise.
+
+Die letztgenannten Aufmerksamkeiten waren natürlich vollständig
+ausgeschlossen in der Pension. Fräulein Raimar würde dieselben nicht
+geduldet haben. Streng hielt sie darauf, daß außer den Tanzstunden nicht
+die geringste Annäherung mit den Herren stattfand. In diesem Punkte kannte
+sie keine Nachsicht.
+
+Schon in höchstem Grade unangenehm war es ihr, daß die jungen Leute sich
+herausnahmen, ihre täglichen Spaziergänge mit den Zöglingen zu
+durchkreuzen und grüßend an ihnen vorüberzuschreiten. Es war ihr geradezu
+unbegreiflich, wie sie es herausbrachten, welchen Weg sie wählte. Denn
+wenn sie ihre junge Schar heute durch den Park – morgen in dieses Thal –
+übermorgen über jenen Berg führte, immer konnte sie überzeugt sein, die
+roten Primanermützen auftauchen zu sehen – sie konnte ihnen nicht
+entgehen. Die Lösung dieses Rätsels war einfach genug, der Verrat wurde
+durch die Tagesschülerinnen ausgeführt. Sie waren die Vermittlerinnen
+zwischen ihren Brüdern, Vettern oder Bekannten und den Pensionärinnen. Sie
+schmuggelten Grüße, Gedichte, sogar Photographien ein und Flora benutzte
+diesen Weg, ihr Album den Herren zuzusenden mit der Bitte, ein
+selbstverfaßtes Gedicht hineinzuschreiben.
+
+Eines Tages, es war so ziemlich gegen den Schluß der Tanzstunden, erhielt
+Nellie nach dem Schulunterricht ein kleines Billet zugesteckt. Sie ging
+auf ihr Zimmer, wo Ilse anwesend war, und öffnete dasselbe.
+
+»Wie albern!« rief sie hocherrötend aus, als sie die wenigen Zeilen
+gelesen hatte. »Wie kann der einfältige Mensch sich so dreist gegen mir
+benehmen! Ich habe ihm nie Ursach’ zu so große Dreistigkeit gegeben!« Und
+sie zerriß die Zeilen.
+
+Ehe noch Ilse ihre Meinung aussprechen konnte, kam Melanie hereingestürzt,
+strahlend vor Eitelkeit und Freude.
+
+»Kinder!« rief sie mit ihrer lispelnden Stimme, »ich muß euch etwas
+mitteilen! Aber verratet mich nicht! Schwört, daß ihr niemand etwas sagen
+werdet! Du auch, Grete,« wandte sie sich an die eintretende Schwester.
+
+Natürlich wartete sie in ihrer Erregung den Schwur gar nicht ab, sondern
+geheimnisvoll die Thür verriegelnd zog sie ein kleines Briefchen aus ihrer
+Kleidertasche und begann vorzulesen.
+
+
+
+
+
+
+»Mein gnädiges Fräulein!
+
+Sie würden mich zu dem glücklichsten aller Sterblichen machen, wenn Sie
+mir Ihre Photographie verehrten! – Meine Bitte ist kühn, ich weiß es, aber
+Sie werden mir diese Kühnheit großmütig verzeihen, wenn ich Ihnen gestehe,
+daß es mein glühendster Wunsch ist, Ihre wunderbar klassischen Züge
+täglich, stündlich sehen und anbeten zu können.
+
+Darf ich auf Ihre Gnade hoffen?
+
+ _Georg Breitner_.«
+
+
+
+
+
+
+Nellie hatte die Papierstückchen von der Erde aufgenommen und dieselben so
+ziemlich wieder zusammengesetzt auf ihrer Kommode. Nun las sie die Zeilen
+vor. Sie waren von demselben Verfasser und enthielten die gleiche Bitte,
+nur waren die Worte ein wenig anders gesetzt, auch nannte er Nellies Züge
+›liebreizend‹ anstatt ›klassisch‹.
+
+Sie wurde doch etwas herabgestimmt bei dieser Entdeckung, die
+siegesstrahlende Melanie! Einen Augenblick schwieg sie und sah Nellie an.
+
+»Was thun wir, Nellie?« fragte sie dann, »wir können doch Herrn Breitner
+die Bitte nicht abschlagen!«
+
+»Du darfst dein Bild nicht geben!« platzte Grete, die nebenbei etwas Neid
+gegen die weit hübschere Schwester empfand, heraus. »Auf keinen Fall, oder
+ich schreibe es dem Papa!«
+
+»Dich habe ich nicht um deine Meinung gefragt!« gab Melanie kurz zur
+Antwort. »Nellie, was sagst du?«
+
+»Aber, Melanie!« rief Ilse ganz erregt, »wie kannst du nur einen
+Augenblick im Zweifel sein! Du wirst doch wahrhaftig dein Bild nicht an
+einen Herrn verschenken, der dir eigentlich ganz fremd und noch kein
+ordentlicher Herr ist! Er will dich zum Narren halten, weiter nichts!«
+
+»Du schwatzest geradezu Unsinn, liebe Einfalt vom Lande!« entgegnete
+Melanie gereizt. »Was verstehst du denn unter ›ordentliche Herren‹?«
+
+»Solche, die nicht mehr in die Schule gehen und auf Schulbänken sitzen!«
+erklärte Ilse. »Herr Georg Breitner wird dein Bild mit in die Klasse
+nehmen und die ›Herren‹ Schüler werden es bewundern. Dann bist du
+furchtbar blamiert!«
+
+»Nellie, du bist ja so still!« wandte sich Melanie etwas kleinlauter als
+vorhin an diese, »sage doch, was wir thun sollen!«
+
+»O gar nix!« entgegnete dieselbe trocken, »wir werden thun, als ob wir der
+dumm’ Brief nicht bekommen haben.«
+
+»Und wenn er fragt? Was sagen wir dann, Nellie?«
+
+»O, auch nix. Wir zucken mit die Schulter und schweigen. Das nennt man in
+Deutsch: Mit Nichtachtung verstrafen!«
+
+Einverstanden war Melanie durchaus nicht mit dieser Entscheidung, sie
+hätte so gern ihr »klassisches Konterfei« vergeben, trotzdem mußte sie
+sich der Notwendigkeit fügen. Warum mußte er auch noch um Nellies
+›liebreizendes Bild‹ bitten?
+
+»Ihr habt furchtbar öde Ansichten!« sagte sie spottend und verließ das
+Zimmer.
+
+ * * *
+
+Die Tanzstunde nahte ihrem Ende. »Leider!« seufzten die jungen Leute.
+Fräulein Raimar indes atmete auf, denn wenn sie auch der Jugend gern
+fröhliche Stunden bereitete, so sehnte sie doch wieder Ruhe und
+Gleichmäßigkeit zurück, weil sie die Erfahrung gemacht hatte, daß durch
+die Zerstreuung stets der rechte Ernst zum Lernen etwas abhanden kam.
+
+Den Schluß und Glanzpunkt bildete alljährlich ein kleiner Ball, und
+morgen, am Sonnabend, sollte derselbe stattfinden.
+
+Die Benennung »Ball« klingt eigentlich zu hoch für das kleine Fest. Es
+wurden noch einige Gäste geladen, das Orchester schwang sich zu einer
+zweiten Geige auf, dem Thee nebst belegten Butterbroten folgte eine
+leichte Bowle mit Pfannkuchen, und die jungen Mädchen zogen ihre besten
+Kleider an. Das war alles!
+
+Aber der große Saal erhielt ein festliches Ansehen, dafür trug stets
+Fräulein Raimar Sorge. Sie liebte es, den Schönheitssinn ihrer jungen
+Zöglinge zu wecken, damit dieselben späterhin imstande seien, mit wenigen
+Mitteln auch dem einfachsten Feste ein künstlerisches Ansehen zu geben.
+
+Soeben stand sie neben dem Gärtner und ordnete an, wie er die Tannen, die
+er am Morgen aus dem Walde geholt, mit blühenden Topfgewächsen zu
+lauschigen Ecken und Plätzen gruppieren solle. Als das geschehen war,
+mußte er Konsolen von rotem Thone zwischen verschiedenen Wandleuchtern
+befestigen, – üppige Schlingpflanzen wurden darauf gestellt und fielen
+anmutig herab. Auch der altmodische Kronleuchter, geformt wie eine
+bronzene Schale mit Lichterarmen, erhielt seinen grünen Schmuck. Es wurde
+eine Schlingpflanze in die Schale gestellt, so daß die grünen Ranken
+zwischen den Armen herabfielen. Am Abend, wenn die Kerzen brannten, machte
+dieser einfache Schmuck einen reizend malerischen Eindruck.
+
+Als alles fertig war, übersah die Vorsteherin noch einmal den Saal, und
+recht befriedigt verließ sie denselben.
+
+Die jungen Mädchen waren natürlich in großer Aufregung. Es war der erste
+Ball, der ihnen bevorstand, und dieses wichtige Ereignis nahm all ihre
+Gedanken in Anspruch. Einige betrachteten wieder und wieder die duftigen
+Kleider, andre versuchten besondere Haartrachten, so Flora, die eine
+Passion dafür hatte, wieder andre probierten die Kleider an, der
+Sicherheit wegen, wie Nellie meinte, die soeben mit Ilse die
+Weihnachtskleider von der Schneiderin erhalten hatte. Gerade als beide
+angekleidet dastanden, kam Lilli hereingejubelt.
+
+»Ich geh mit auf euren Ball!« rief sie, »das Fräulein hat es mir erlaubt.
+Und mein neues, weißes Kleiderl zieh ich an und die rote Atlasschärpe
+bind’ ich um, – und ich darf halt mittanzen! Ich freu mich halt zu sehr
+auf morgen!«
+
+Und sie faßte mit beiden Händchen an ihre Schürze und tanzte zierlich und
+graziös durch das Zimmer.
+
+Es war schon ziemlich dunkel, und die Kleine hatte nicht bemerkt, wie
+geputzt Nellie und Ilse waren. Als die erstere Licht anzündete, blieb sie
+plötzlich überrascht stehen und sah erstaunt von einer zur andern.
+
+»Wie schön schaut ihr aus!« rief sie bewundernd und mit gefaltenen Händen,
+und fast andächtig sah sie die beiden Mädchen an.
+
+»Weißt, Ilse,« fuhr sie lebhaft fort, »du schaust aus gerad wie des
+Kaisers Tochter! Ich führ’ dich morgen in den Saal – bitt’ schön!«
+
+Ilse nahm ihren Liebling zärtlich in den Arm und küßte ihn herzhaft auf
+den Mund. »Du bist ja so heiß, Lilli,« sagte sie und befühlte Stirn und
+Wange des Kindes. »Fehlt dir etwas?«
+
+»Der Kopf thut mir halt a bissel weh,« entgegnete Lilli, »aber gar nit
+viel, – gewiß nit,« beteuerte sie, als Ilse sie besorgt ansah. »Morgen
+thut er nit mehr weh, – morgen geh ich ganz gewiß auf den Ball! Du gehst
+auch mit,« sagte sie zu ihrer Puppe, die nach ihrer Geberin, Ilse, getauft
+war. »Aber artig mußt halt sein, sonst wirst in dein Bett gesteckt!« –
+
+ »Doch mit des Geschickes Mächten
+ Ist kein ew’ger Bund zu flechten
+ Und das Unglück schreitet schnell.«
+
+Acht Tage später schrieb Flora diese inhaltschweren Worte in ihr
+Tagebuch. –
+
+Am andern Morgen lag Lilli heftig fiebernd in ihrem Bette. Der
+herbeigerufene Arzt machte ein ernstes Gesicht. »Sie hat starkes Fieber,«
+sagte er und verordnete Eisumschläge auf den Kopf, die jede halbe Stunde
+gewechselt werden mußten. Das lebhafte Kind lag still und teilnahmlos da.
+
+Fräulein Güssow saß recht sorgenvoll an Lillis Bett, die eben etwas
+eingeschlummert war. Die Vorsteherin beruhigte sie und meinte, daß Lillis
+ganze Krankheit ein heftiges Schnupfenfieber sein werde, sie habe bei
+Kindern oftmals ähnliche Fälle erlebt.
+
+Die junge Lehrerin schüttelte ungläubig den Kopf. »Wenn nur der Ball heute
+abend nicht wäre!« sprach sie seufzend. »Der Lärm im Hause und das kranke
+Kind – es will mir nicht in den Kopf! – Wenn wir ihn hinausschöben,
+Fräulein?«
+
+»Sie sehen zu schwarz, liebe Freundin,« entgegnete die Vorsteherin. »Der
+Lärm wird Lilli nicht stören, wie sollte er aus dem Vorderhause bis
+hierher in Ihr stilles Zimmer dringen? Bedenken Sie, wie sehr sich die
+Kinder auf den heutigen Abend gefreut haben; wie grausam wäre es, wollten
+wir ihre Freude zerstören! Noch sehe ich keine Gefahr und wir können
+unbesorgt den Ball stattfinden lassen.«
+
+»Ball!« wiederholte Lilli, die erwacht war und das Wort gehört hatte; »ich
+will tanzen! Zieh mich an, Fräulein! Bitt schön, laß mich tanzen!«
+
+Fräulein Güssow warf der Vorsteherin einen verständnisvollen Blick zu,
+jetzt mußte dieselbe sich doch überzeugen, wie krank die Kleine war, – sie
+phantasierte.
+
+Aber Fräulein Raimar war nicht überzeugt und auch nicht erschrocken. Sie
+trat zu Lilli an das Bett und ergriff deren Hand.
+
+»Es ist ja noch heller Tag, Lilli,« sagte sie freundlich; »siehst du
+nicht, wie die Sonne scheint? Heute abend sollst du tanzen, jetzt ist es
+noch viel zu früh. Lege dich nieder und schlafe noch etwas; wenn du
+aufwachst, bist du gesund und ziehst dein gesticktes Kleid an.«
+
+»Die liebe Sonn scheint,« wiederholte das Kind, wie aus einem Traume
+erwachend, und sah mit müden Augen zum Fenster hinaus. Dann legte sie die
+Hand gegen die Stirn und sagte leise: »Ach Gotterl, Fräulein, mir thut der
+Kopf halt so weh!«
+
+»Das wird sich geben, mein Herz. Nimm nur recht artig deine Medizin ein.«
+
+Sie küßte Lilli und versicherte der sehr geängstigten Lehrerin, das
+Phantasieren der kleinen Kranken habe nichts zu bedeuten, bei lebhaften
+Kindern stelle sich dasselbe bei einem harmlosen Schnupfenfieber ein. Und
+mit diesem aufrichtig gemeinten Troste verließ sie das Zimmer.
+
+Es schien, als habe sie wahr gesprochen. Gegen Mittag schlief Lilli ein.
+Das Fieber hatte etwas nachgelassen und Fräulein Güssow atmete erleichtert
+auf. Als Ilse kam und teilnehmend mit trauriger Miene nach Lillis Befinden
+fragte, winkte sie derselben freudig zu und flüsterte: »Sie schläft, – es
+scheint eine Besserung eingetreten zu sein.«
+
+Ilse teilte sofort diese gute Nachricht den Freundinnen, die schon in
+ängstlicher Sorge um den kleinen Liebling waren, mit, und brachte sie alle
+wieder in fröhliche Stimmung. Nur Flora blieb bei ihren düsteren
+Prophezeiungen.
+
+»Meine ahnungsvolle Stimme täuscht mich nicht, ich fühle es, der Tod wird
+diese zarte Knospe brechen,« sagte sie in tragischem Tone und probierte
+dabei ihre neuen Ballschuhe an, streckte den Fuß weit von sich und
+bewunderte mit sehr befriedigter Miene die zierliche, elegante Form des
+Schuhes. Es war ihr wenig ernst mit ihren düstern Ahnungen!
+
+Lillis Besserung war leider nur trügerisch gewesen. Während die jungen
+Mädchen heiter und glücklich Toilette zum fröhlichen Feste machten, lag
+sie im heftigsten Fieber.
+
+Fräulein Güssow wich nicht von ihrem Bette und erklärte mit aller
+Bestimmtheit, daß sie diesen Platz nicht verlassen werde. Auf Fräulein
+Raimars Wunsch wurde die Verschlimmerung der Krankheit vorläufig geheim
+gehalten; sie mochte keinen Mißklang in die unbefangene Freude ihrer
+Zöglinge bringen, mußte sie sich doch bei ruhiger Ueberzeugung sagen, daß
+nichts damit gebessert werde. – So blieb denn die junge Lehrerin allein im
+Krankenzimmer. Sie hörte das unruhige Getappel im Vorderhause; dann und
+wann schlug wohl ein fröhliches Lachen an ihr Ohr – und endlich vernahm
+sie die gedämpften Töne der Polonaise.
+
+»Ilse, komm!« rief Lilli plötzlich und Fräulein Güssow fuhr erschreckt
+zusammen. »Ilse, bitt, bitt schön, komm! Ich führ dich in den Saal, komm!«
+– Hoch hatte sie sich im Bett aufgestellt und machte alle Anstrengungen,
+aus demselben zu springen.
+
+Fräulein Güssow legte den Arm um das fiebernde Kind und versuchte es
+niederzulegen, aber Lilli stieß sie von sich.
+
+»Geh fort!« rief sie; »du bist nit des Kaisers Tochter, du hast kein
+schönes Kleiderl an! – Ilse! Ilse komm!«
+
+Angstvoll und gellend stieß sie ihre Worte heraus und mit starren Augen
+blickte sie ihre Pflegerin an.
+
+»Wenn du ruhig bist, wird Ilse kommen,« sagte dieselbe mit zitternder
+Stimme, die Angst schnürte ihr fast die Kehle zu. »Sei ruhig, mein
+Liebling, willst du? Lege dich nieder – ganz still – so.« Und sie bettete
+mit sanfter Gewalt die immer noch aufrechtstehende Lilli in die Kissen.
+
+»Ganz still,« wiederholte das Kind mechanisch; »Ilse komm, – ganz still!«
+
+Fräulein Güssow zog an der Klingelschnur, und nach einiger Zeit
+ängstlichen Harrens erschien die Köchin. Sie war die einzige, welche die
+Glocke vernommen hatte, die beiden andern Dienstboten waren im Vorderhause
+beschäftigt.
+
+»Rufe sofort Fräulein Ilse,« gebot sie mit halblauter Stimme, »und dann
+hole den Arzt. Das Kind ist sehr krank. Aber still und ohne Aufsehen,
+Bärbchen, niemand darf es wissen.«
+
+»Aber wenn mich Fräulein Raimar fragen sollte,« wandte die etwas
+schwerfällige Köchin ein, »dann muß ich es ihr sagen, nicht?«
+
+»Sie wird dich nicht fragen, wenn du deine Sache klug machst. Eile dich
+nur, ich bitte dich!«
+
+Der Zufall kam Bärbchen zu Hilfe. Gerade als sie sich dem Saale näherte,
+traten Ilse und Nellie lachend und plaudernd, mit ganz erhitzten Wangen,
+Arm in Arm, aus der Thür desselben.
+
+Geheimnisvoll winkte ihnen die Köchin zu. »Fräulein Ilschen,« sagte sie,
+»Sie möchten gleich zu Fräulein Güssow kommen!«
+
+»Es ist doch nichts passiert, Bärbchen?« fragten beide Mädchen fast
+zugleich.
+
+»O nein, passiert gerade nichts, aber das Kind ist kränker geworden, ich
+soll gleich den Doktor holen. Es soll aber niemand etwas wissen. Sie
+brauchen keine Angst zu haben, Fräuleinchens,« beruhigte sie, als sie die
+erschrockenen Gesichter vor sich sah, »so schnell geht das nicht mit so
+kleinen Kindern. Krank – tot – gesund – man weiß nicht, woher es kommt!
+Aber nun will ich laufen!« Und wie der Wind war sie die Treppe hinunter
+und zum Hause hinaus.
+
+»Ich gehe mit dich,« sagte Nellie, aber Ilse wehrte ihr ab.
+
+»Du mußt in den Saal zurückkehren, Nellie,« erklärte Ilse entschieden, »es
+würde Aufsehen erregen, wenn wir beide fehlten. Ich gehe allein und bringe
+dir bald Bescheid.«
+
+Traurig sah Nellie der Freundin nach, dann kehrte sie zurück in den
+hellerleuchteten Saal. Schwer legte es sich auf ihr Herz, als sie ringsum
+nur glückliche, fröhliche Menschen sah – unwillkürlich füllte sich ihr
+Auge mit Thränen.
+
+Aber ihr betrübtes Gesicht durfte niemand sehen, sie trat deshalb
+unbeachtet hinter eine Tannengruppe.
+
+Einer indes hatte sie doch beachtet und das war Doktor Althoff. Als er sie
+mit so ernstem Gesicht eintreten und gleich darauf verschwinden sah,
+näherte er sich ihr langsam.
+
+»Weshalb suchen Sie die Einsamkeit, Miß Nellie?« fragte er herzlich.
+»Haben Sie Kummer?«
+
+»O Herr Doktor, ich ängstige mir so um das Kind! Bärbchen hat Ilse gerufen
+und holt jetzt der Arzt!« Und Nellies sonst so fröhliche Augen blickten in
+Angst und Trauer den jungen Mann an.
+
+Doktor Althoff hatte sie nie so lieblich gesehen als in diesem
+Augenblicke.
+
+Die schelmische, lustige Nellie in dem duftigen, hellblauen Kleide, den
+Kranz von Tausendschön im goldblonden Haar, hatte ihn schon den ganzen
+Abend erfreut, die trauernde Nellie, die ein so warmes Mitgefühl verriet,
+entzückte ihn geradezu.
+
+»Beruhigen Sie sich,« tröstete er, »ich werde sofort in das Krankenzimmer
+gehen und verspreche Ihnen, Sie zu benachrichtigen, wie es dort steht.«
+
+Als er die Thür desselben nach leisem Anklopfen öffnete, bot sich ihm ein
+rührender Anblick dar. Ilse kniete an dem Bett und hatte ihr Haupt dicht
+neben Lillis Köpfchen gelegt, so daß ihre braunen Locken sich mit den
+lichtblonden des Kindes mischten. Eine frische, rote Rose, der einzige
+Schmuck, den sie heute abend getragen, hatte sich aus ihrem Haar gelöst
+und lag halb entblättert auf dem Boden. Fräulein Güssow legte soeben einen
+neuen Eisumschlag auf der Kranken glühende Stirn.
+
+Doktor Althoff fragte nicht, – ein Blick auf die kleine Kranke sagte ihm
+alles. Groß und fremd sah sie ihn an, ihre Händchen zuckten und griffen
+unruhig in die leere Luft. Als Ilse sich erheben wollte, klammerte sie
+sich fest an sie.
+
+»Du sollst nit fortgehn, du bist des Kaisers Tochter!« stieß sie in
+abgerissenen Sätzen heraus, »du bist die Schönste! – Tanz mit mir – komm!«
+
+Plötzlich sprangen ihre Phantasien davon ab, und sie sah Ilse für das
+Christkind an.
+
+»Du liebes Christkindl hast ein goldenes Kleiderl an, – und ein Kronerl
+tragst auf dem Kopf – ah, wie das strahlt! Du willst mit mir spielen,«
+fuhr sie geheimnisvoll lächelnd fort, »wart nur, ich komm zu dir, zu den
+lieben Engelein! – Ich komm – nimm mich mit!«
+
+Ermattet sank sie nach diesem Anfall in die Kissen zurück.
+
+Ilse war wie gelähmt vor Schreck. Niemals zuvor hatte sie an dem Lager
+eines Schwererkrankten gestanden, es war daher natürlich, daß sie ganz
+fassungslos war. Sie umklammerte Fräulein Güssow und wurde totenblaß, ohne
+ein Wort über die bebenden Lippen zu bringen.
+
+»Kehren Sie in den Saal zurück, Ilse,« riet Doktor Althoff und ergriff
+ihre Hand. »Kommen Sie, ich werde Sie führen.«
+
+Aber sie schüttelte den Kopf. »Ich bleibe hier,« sagte sie leise aber
+fest, »ich verlasse Lilli nicht.«
+
+Und wie auch die Strauß’schen Klänge der blauen Donau schmeichelnd und
+verlockend durch die Nacht in das stille Krankenzimmer drangen, Ilse
+dachte nicht daran, zur Lust und Freude zurückzukehren. Ihre ganze Seele
+war von den Leiden ihres Lieblings erfüllt.
+
+Nur wenige Augenblicke lag Lilli still und mit geschlossenen Augen da,
+dann fing sie von neuem weit heftiger an zu phantasieren. Bald rief sie
+nach Ilse, um mit ihr zu tanzen, bald wollte sie mit dem Christkindl
+spielen, zuletzt fing sie an, mit leiser, matter Stimme zu singen: »Kommt
+a Vogerl geflogen –«
+
+Wie klang heute des Kindes Lied so weh und traurig! Ilse mußte sich
+abwenden, heiße Thränen rannen über ihre Wangen, es war, als müsse ihr das
+Herz zerspringen.
+
+»Ich befürchte das Schlimmste!« sprach Fräulein Güssow tief ergriffen.
+»Wenn nur der Arzt käme!«
+
+Nach kurzer Zeit, die den Wartenden eine Ewigkeit dünkte, trat derselbe
+ein. Sein Blick fiel auf das Kind, und er erschrak. Wie hatte es sich
+verändert, seitdem er es verlassen, was war seit gestern aus dem
+blühenden, lebensfrohen Wesen geworden! Die runden Wangen waren
+eingefallen und die großen, schwarzen Augen starrten wie abwesend in die
+leere Luft. Er nahm ihre Hand und fühlte nach ihrem Puls, – sie merkte
+nichts davon, leise fing sie wieder an zu singen: »Und es kümmert sich ka
+Hunderl –«
+
+»Au, au!« schrie sie plötzlich auf und griff nach ihrem Kopfe. »Das
+Katzerl beißt mich! Nimm es weg, Fräulein! Au weh!«
+
+Der Arzt rührte ein Pulver in ein Glas Wasser und reichte es ihr. Nur
+mühsam war ihr dasselbe beizubringen und erst auf Ilses sanftes Zureden
+öffnete sie die Lippen. Nachdem sie getrunken, wurde sie ruhiger und
+verfiel in einen Halbschlummer.
+
+»Wo wohnen die Eltern der Kleinen?« wandte der Arzt sich an Fräulein
+Güssow. »Ich rate, dieselben unverzüglich von der Krankheit zu
+benachrichtigen. Ich kann für den Ausgang nicht stehen. – Wir haben es mit
+einer bösartigen Gehirnentzündung zu thun.«
+
+»Nur die Mutter lebt,« nahm Doktor Althoff das Wort und erbot sich, sofort
+ein Telegramm an dieselbe abgehen zu lassen. Nach seiner Berechnung konnte
+sie schon am Abend des nächsten Tages eintreffen.
+
+Bevor er das Haus verließ, kehrte er noch einmal in den Saal zurück, um
+die Vorsteherin mit dem Ausspruch des Arztes bekannt zu machen. Nellie,
+die gerade mit Georg Brenner Française tanzte und nicht aus der Reihe
+treten konnte, warf einen ängstlich fragenden Blick auf ihn, flüchtig nur
+streifte sie sein Auge, und doch erriet sie, daß er nichts Gutes zu melden
+habe. O, wäre nur der Tanz erst zu Ende, daß sie ihn fragen könnte! Aber
+er wartete nicht darauf, nach wenigen Minuten verließ er schon wieder den
+Saal und ließ Nellie in den peinlichsten Zweifeln zurück. War es schlimmer
+geworden? Der Vorsteherin ruhiges Gesicht gab ihr keine Antwort auf ihre
+Frage. Es lag dasselbe wohlwollende Lächeln auf demselben wie zuvor. Sie
+unterhielt sich mit einigen Gästen ohne jede sichtbare Erregung.
+
+Und doch war sie bis in das Innerste erregt. Aber sie verstand die seltene
+Kunst, sich meisterhaft zu beherrschen. Warum sollte sie plötzlich Schreck
+und Aufregung in die Freude bringen? In einer Viertelstunde war der Tanz
+vorüber, dann sollten die jungen Mädchen sich niederlegen, ohne zu
+erfahren, wie es mit der Kranken stand. Die Jugend bedarf des Schlafes,
+sagte sie sich, besonders nach einer halb durchtanzten Nacht.
+Verschlimmerte sich Lillis Zustand, so erfuhren sie diese traurige
+Botschaft am Morgen noch früh genug.
+
+Ilses Verschwinden, das allgemein bemerkt wurde, hatte Nellie auf ihre Art
+entschuldigt, sie hatte jedem Fragenden geantwortet: »O ja, sie wird
+gleich wieder da sein, sie hat nur auf ein Augenblick Kopfschmerzen.« Der
+Vorsteherin hatte sie so halb und halb die Wahrheit gesagt. Aber der Ball
+ging zu Ende und Ilse war nicht wiedergekehrt. –
+
+Miß Lead hatte von der Vorsteherin den Auftrag erhalten, dafür Sorge zu
+tragen, daß die Mädchen still und geräuschlos ihre Gemächer aufsuchten,
+das wurde befolgt, aber als sie sich sicher glaubten, als die englische
+Lehrerin sich in ihr Zimmer zurückgezogen hatte, da huschten sie alle noch
+auf eine kurze Zeit zu Rosi hinüber, deren Stübchen ganz am Ende des
+Korridors lag. Sie mußten noch einen kurzen Austausch haben, ihre jungen
+Herzen waren zu voll von dem herrlichen Feste.
+
+Melanie brachte ihre duftigen Sträuße, die sie im Cotillon erhalten hatte,
+mit und breitete sie auf dem Tische aus. Mit wehmütiger Freude betrachtete
+sie den reichen Segen. »Ach!« rief sie aus, »wie schade, daß alles vorbei
+ist!«
+
+»Alles Schöne ist vergänglich, nur die Erinnerung bleibt!« entgegnete
+Flora weise. Und sie betrachtete bei ihren Worten die Photographie eines
+jungen Mannes, die sie vorsichtig und geschickt in ihrem Taschentuche
+verborgen hielt. – Es war Georg Breitners Bild. Er hatte dafür das ihrige
+eingetauscht.
+
+»Ach, Kinder, es war doch zu schön!« brach Annemie in plötzlicher
+Begeisterung aus. »O, was ich euch alles erzählen könnte!«
+
+»Und ich! Und ich!« klang es durcheinander.
+
+»Ihr würdet staunen, wenn ich sprechen wollte!« rief Melanie stolz und
+schlug ihr Auge kokett gen Himmel, »ich habe viel erlebt!« – In ihrem
+Eifer vergaß sie ganz, ihre Stimme zu dämpfen.
+
+»Nicht so laut, Melanie,« ermahnte Rosi und Orla stimmte ihr bei. »Wir
+wollen zu Bett gehen,« riet sie ernstlich, »denn wenn ihr erst anfangt,
+eure Erlebnisse zu erzählen, dann können wir bis zum hellen Morgen hier
+sitzen.«
+
+»Morgen ist Sonntag, da können wir ausschlafen!« meinte Grete, die darauf
+brannte, die geheimnisvoll angedeuteten Geschichten zu hören. »Wo sind
+denn aber Ilse und Nellie?« unterbrach sie sich plötzlich und sah sich um;
+»ich habe Ilse den ganzen Abend nicht gesehen. Hatte sie wirklich
+Kopfschmerzen? Kommt, wir wollen uns zu ihnen schleichen und nachsehen!«
+
+Doch dieser allgemein Beifall findende Vorschlag kam nicht zur Ausführung.
+Eben als sie auf den Zehen einige Schritte gethan, stand Miß Lead wie ein
+Nachtgespenst vor ihnen.
+
+»Wo wollt ihr hin?« fragte sie erzürnt. »Habe ich euch nicht Ruhe geboten?
+Sofort legt euch nieder, – und morgen werde ich euren Ungehorsam der
+Vorsteherin melden!«
+
+So wurde es denn still in den oberen Räumen. Die plaudernden Lippen
+verstummten nach und nach – die Augen schlossen sich zu süßem Schlummer
+und ein gütiger Traumgott führte die Schlafenden zurück in den festlichen
+Saal. Noch einmal ließ er die Musik erklingen und die junge Schar im
+lustigen Tanze dahinfliegen. –
+
+»O wie öde ist die Wirklichkeit!« war Melanies erstes Wort, als sie
+erwachte.
+
+ * * *
+
+In dem Krankenzimmer dachte man nicht an Schlaf, noch weniger an
+glückliche Träume. Traurig sah es dort aus. Lilli tobte zwar nicht mehr,
+aber sie lag ohne Teilnahme da. Das Fieber war noch immer im Zunehmen
+begriffen. Als die Vorsteherin eintrat, erhob sich der Arzt und teilte ihr
+seine Befürchtung mit. Ilse schluchzte leise in sich hinein; es wurde ihr
+so schwer, sich zu beherrschen.
+
+»Geh zu Bett, Ilse,« sprach Fräulein Raimar sanft zu ihr, »du darfst nicht
+länger hier verweilen.«
+
+Der Arzt stimmte energisch bei, und so schmerzlich bittend das junge
+Mädchen auch die Vorsteherin ansah, dieselbe beharrte bei ihrem Willen.
+
+»Du bist ein gutes Kind,« sagte sie weich und ihre Stimme klang wie
+verhaltene Thränen, »aber ich darf deinen Wunsch nicht erfüllen. Ein
+längerer Aufenthalt hier könnte deiner Gesundheit schaden. Du kannst dem
+Kinde auch nicht helfen, – sieh hin – es kennt dich – uns alle nicht
+mehr!«
+
+ [Illustration]
+
+Bevor sie das Zimmer verließ, trat Ilse noch einmal zögernd und leise an
+Lillis Bett. Zitternd ergriff sie die kleine, fieberheiße Hand, beugte
+sich nieder und drückte einen Kuß darauf. »Gute Nacht, Liebling,« hauchte
+sie leise, »gute Nacht!«
+
+Und mit einem langen, thränenschweren Blick auf das blasse Gesichtchen
+nahm sie Abschied, ach, sie fühlte es, es war ein Lebewohl für immer. Dann
+eilte sie hinaus, das Taschentuch fest vor den Mund gepreßt, damit sie vor
+Herzeleid nicht laut aufschreie.
+
+Draußen, dicht vor der Thür, stand Nellie. Unbemerkt war sie der
+Vorsteherin gefolgt und hatte die Freundin erwartet. Ilse fiel ihr um den
+Hals und Nellie führte die Trostlose hinauf in ihr Zimmer. Dort angelangt
+warf Ilse sich verzweifelnd auf ihr Bett und begrub ihr Gesicht laut
+weinend in die Kissen.
+
+»Ist sie so sehr krank?« fragte Nellie.
+
+»Sie stirbt, Nellie!« schluchzte Ilse außer sich, »unser süßer, kleiner
+Liebling stirbt!«
+
+Nellie wurde blaß und ein heftiges Zittern überfiel ihren Körper, aber
+sagen konnte sie nichts. Sie vermochte niemals ihren Schmerz laut
+herauszujammern, die ungestüme Art Ilses war ihr fremd. War das zu
+verwundern? Ilse hatte Kummer und Leid noch niemals Aug in Auge gesehen,
+ihre frohe Jugendzeit war bis dahin einem sonnigen Maientag zu
+vergleichen, der wolkenlos mit blauem Himmel auf die Erde niederlacht, –
+wie anders Nellie! So mancher trübe Schatten hatte bereits ihr junges
+Dasein verdunkelt! Sie mußte an den Tod des geliebten Vaters denken, der
+sie so jung als Waise zurückließ!
+
+Still setzte sie sich neben die Freundin auf den Bettrand und ergriff
+deren Hand.
+
+»Komm,« sagte sie mit unsichrer Stimme, »setze dir hoch. Du machst dir
+auch krank, wenn du so hitzig bist! Und wenn wir uns tot weinen, wir
+machen doch der arm’ klein’ Herz nicht gesund. Wenn der liebe Gott sagt:
+›Ich will der klein’ Engel zu mich nehmen,‹ was können wir da machen? – O
+Ilse! es ist gar nicht so schrecklich, als ein jung Kind zu sterben! Wer
+weiß, welch’ traurig Schicksal unsre Lilli aufwartete: Ist es nicht
+besser, da tot zu sein? – Ich wär’ sehr glücklich, wenn mich der liebe
+Gott als klein’ Kind zu sich genommen hätte!«
+
+Wie traurig das klang! Sofort wendete sich Ilses ganzes Mitleid ihrer
+einzigen Nellie zu. Sie antwortete nichts, aber sie erhob sich und
+umschlang dieselbe fest und innig. Und die beiden jungen Mädchengestalten
+in ihren duftigen Ballgewändern, die sie nur zur Freude zu tragen gehofft
+hatten, schlossen in diesem ernsten Augenblick einen innigen
+Freundschaftsbund für das ganze Leben. Der Mond trat plötzlich hinter dem
+dunklen Gewölk hervor und verklärte mit seinem blassen Schimmer die
+lieblichen, thränenvollen Gesichter der Freundinnen wie zwei betaute
+Rosen, die an einem Stengel erblüht sind. –
+
+ * * *
+
+Es war ein trübseliger Sonntag, der dem Ballfeste folgte. Als die junge
+Schar, noch ganz erfüllt von der Erinnerung an dasselbe, beim Morgenkaffee
+saß, trat Fräulein Güssow ein. Bei ihrem Anblick verstummte das fröhliche
+Geplauder, ihr blasses und verweintes Gesicht verkündete nichts Gutes.
+Ilse und Nellie waren sofort an ihrer Seite, sie hatten bis dahin
+seitwärts gestanden; es war ihnen unmöglich, an der Fröhlichkeit der
+andern teilzunehmen.
+
+»Ist es besser?« fragte Ilse hoffend und bangend zugleich.
+
+Traurig schüttelte die Angeredete den Kopf und ihre Augen füllten sich mit
+Thränen. »Nein,« sagte sie, »es ist nicht besser. Die Krankheit hat sich
+gesteigert und ihr müßt euch auf das Schlimmste gefaßt machen. Ich teile
+euch dies mit, Kinder, damit ihr nicht allzusehr erschreckt, wenn –« Sie
+konnte den Satz nicht vollenden, Thränen erstickten ihre Stimme.
+
+Eine augenblickliche Todesstille trat bei dieser Eröffnung ein. Als aber
+Ilse laut zu schluchzen anfing, da erhob sich ein allgemeines Jammern und
+Wehklagen. Kein Auge blieb trocken bei dem Gedanken, den herzigen Liebling
+für immer hergeben zu müssen.
+
+Die junge Lehrerin entfernte sich und Ilse eilte ihr nach.
+
+»Lassen Sie mich zu ihr,« bat sie dringend und erhob die Hände. »Bitte!«
+
+Sie konnte ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. »Du darfst sie nicht
+wiedersehn, Ilse,« sagte sie fest und entschieden. »Sie hat sich so
+verändert, daß deine lebhafte Phantasie ihr trauriges Bild für lange Zeit
+nicht vergessen würde. Sie ist nur noch ein Schatten des schönen,
+fröhlichen Kindes.«
+
+Und sie küßte die trostlose Ilse und kehrte in das Krankenzimmer zurück,
+das Fräulein Raimar seit Mitternacht nicht wieder verlassen hatte.
+
+Als Ilse wieder in den Speisesaal eintrat, stand Miß Lead fertig zum
+Kirchgang angekleidet mit dem Gesangbuch in der Hand da. Sie trieb zur
+Eile an, da es hohe Zeit sei, zur Kirche zu gehen.
+
+»Ich kann Sie heute nicht begleiten, Miß Lead,« entgegnete Orla, die ganz
+gegen ihre Gewohnheit sich vom Gefühle übermannen ließ und heftig weinte;
+»ich kann es nicht!«
+
+»Ich auch nicht! – Ich auch nicht!« erklärten die übrigen. Selbst Rosi,
+die stets Sanfte und Gefügige, bat um Verzeihung, wenn sie ebenfalls
+zurückbleibe. »Ich bin so aufgeregt und könnte nicht andächtig auf die
+Predigt hören,« fügte sie hinzu.
+
+»Ich begreife euch nicht,« sprach die Engländerin höchst erstaunt von
+einer zur andern sehend. »Ist das Gotteshaus nicht der beste Ort für ein
+gequältes Herz? Sagt nicht der Herr: ›Kommt her zu mir alle, die ihr
+mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!‹ Ich gehe und will für
+die Kranke beten, vielleicht erhört mich der Herr.«
+
+Und sie ging, und die englischen Pensionärinnen schlossen sich ihr an. Sie
+teilten in ihrem strenggläubigen Herzen die Ansicht der Lehrerin. Nur
+Nellie blieb zurück. Nicht weil sie weniger gläubig war – o nein! Sie
+hatte ein kindlich frommes Gemüt, aber sie hatte auch ein
+tiefempfindendes, warmes Herz; es wäre ihr unmöglich gewesen, das Haus,
+das ihr eine liebe Heimat geworden war, in einem Augenblicke zu verlassen,
+wo der Todesengel seinen Einzug halten konnte.
+
+»Ich will auch beten,« sagte sie leise wie für sich. Und sie trat in den
+Hintergrund des Zimmers, kniete nieder, legte die gefalteten Hände auf
+einen Stuhl und beugte den Kopf darüber. In dieser andächtigen Stellung
+verbrachte sie lange Zeit und betete heiß und innig zu Gott, daß er Lilli
+am Leben erhalten möge. –
+
+Aber es stand anders in den Sternen geschrieben. Gegen Abend öffnete die
+Vorsteherin plötzlich weit die Fensterflügel im Krankenzimmer – Lilli war
+tot.
+
+Sanft hatte der Todesengel sie auf die Stirn geküßt und sie hinweggetragen
+in sein dunkles Schattenreich. Wie ein sorglos schlummerndes Kind lag sie
+da, der krampfhaft entstellende Zug war geschwunden und ein friedliches
+Lächeln lag über den leise geöffneten Lippen.
+
+Die beiden Lehrerinnen standen stumm und mit gefalteten Händen am Bette
+der kleinen Verstorbenen und konnten den Blick nicht von ihr trennen. Die
+Abendsonne verklärte mit rosigem Schimmer das zarte Gesicht und in dem
+knospenden Apfelbaume vor dem Fenster sang ein Star sein melodisches
+Abendlied – draußen erwachendes Frühlingsleben – hier die junge
+Menschenknospe – gebrochen, ehe sie sich zur Blüte entfalten konnte.
+
+»So früh und in der Fremde mußtest du sterben, armes Kind!« unterbrach
+Fräulein Güssow die feierliche Stille.
+
+»Sie fühlte sich glücklich und heimisch bei uns,« entgegnete Fräulein
+Raimar tief ergriffen. »Die eigentliche Heimat war ihr fremd geworden. –
+Sie hat nicht einmal nach der Mutter verlangt.«
+
+»Wie sanft sie schlummert, als ob sie leben und atmen müßte. O, sie ist
+glücklich!« Und in einem plötzlich überwallenden Gefühle beugte sich die
+junge Lehrerin laut weinend über Lilli und küßte ihr die kalte Stirn.
+»Schlaf wohl, schlaf wohl, teures Kind! Gott hatte dich lieb, darum nahm
+er dich zu sich!«
+
+»Fassen Sie sich, liebe Freundin,« ermahnte Fräulein Raimar, indem sie die
+Hand auf der Erregten Schulter legte, »uns bleibt jetzt die schwere
+Aufgabe, die Kinder mit dem traurigen Ausgang bekannt zu machen. So ruhig
+als möglich müssen wir ihnen diese Mitteilung machen, damit die ohnehin
+erregten Gemüter nicht ganz außer Fassung kommen.«
+
+Aber sie kamen doch außer Fassung, besonders Ilse, deren lebhafte Natur
+sich dem Schmerze zügellos hingab. Sie glaubte vergehen zu müssen. Noch
+nie hatte sie sich so unglücklich gefühlt, als in der ersten Nacht nach
+Lillis Tode, selbst damals nicht, als sie den Wagen fortfahren sah, der
+den geliebten Vater entführte, und sie fremd und verlassen an der Pforte
+dieses Hauses stand.
+
+ * * *
+
+Lilli war in die Erde gebettet. Unter Schneeglöckchen und Veilchen
+schlummerte sie. Der kleine Sarg war mit den holden Frühlingskindern über
+und über bedeckt gewesen. Tief betrauert wurde das kleine Wesen von allen,
+die mit ihm in nähere Berührung gekommen, und es hatte allgemein
+schmerzliche Verwunderung erregt, daß die Mutter fern geblieben war.
+
+Am Todestage Lillis war ein Telegramm angekommen, worin sie meldete, daß
+sie erst am Dienstag abend eintreffen könne. Es sei ihr unmöglich, früher
+zu kommen, da sie am Montag in einem neuen Stücke die Hauptrolle zu
+spielen habe. Als ihr an diesem Tage der Tod ihres Kindes gemeldet wurde,
+kam umgehend ein Brief voll überschwenglicher Klagen, aber sie blieb fern.
+Kostbare Blumen hatte sie gesandt, auch der Vorsteherin den Auftrag
+gegeben, ein Marmormonument, einen knieenden Engel darstellend, für des
+Kindes Grab anfertigen zu lassen, mit goldenen Buchstaben solle auf dem
+Sockel eingegraben werden: ›Teures Kind, bete für mich.‹
+
+Aeußerlich war somit alles geschehen, aber das Herz blieb kalt bei diesen
+pomphaften Kundgebungen.
+
+»Meine Mama wäre gekommen, wenn sie mich sterbenskrank gewußt hätte,«
+bemerkte Ilse, als sie Nellie den Brief vorlas, den ihr die Mutter so
+herzlich und tröstend geschrieben hatte.
+
+»O sicher, sie wär von der Welten Ende zu dich gereist,« beteuerte Nellie
+lebhaft.
+
+»Und sie ist nicht einmal meine rechte Mutter,« fuhr Ilse nachdenklich
+fort. »Ach Nellie, ich habe sie oft recht sehr gekränkt! Glaubst du wohl,
+daß sie mir vergeben wird?«
+
+Ilses Herz war so weich und empfänglich durch den Schmerz geworden und
+eine ernste, weihevolle Stimmung durchdrang ihr ganzes Wesen. Nie waren
+ihr bis dahin ähnliche Gedanken gekommen, und wäre es der Fall gewesen,
+hätten sie früher einmal bei ihr angeklopft, sie würden keinen Einlaß
+gefunden haben. Heute war es anders, sie hatte das Bedürfnis, sich gegen
+ihre Herzensfreundin auszusprechen und sich anzuklagen.
+
+»O mach dich kein Kummer darum, Kind. Deine Mutter hat ein so liebesreiche
+Herz, kein Titelchen Bosheit für dir ist darin. Sie vergebt dir alles. Du
+warst ja auch noch ein ungezogen, dumm’ Baby, als du bei sie warst, jetzt
+aber bist du eine sehr anständige (sie meinte verständige) junge Dame.«
+
+»Ist das dein Ernst, Nellie?« fragte Ilse und sah mit ihren Kinderaugen
+Nellie zweifelnd an.
+
+»Es ist mein Ernst, und ich gebe dir den guter Rat, schreibe an deiner
+Mutter ein lang’ Brief und bitte ihr um Verzeihung.«
+
+Ilse überlegte einen Augenblick. »Du hast recht, Nellie,« sagte sie dann
+entschlossen, »ich werde ihr schreiben, ich bin es ihr schuldig. Heute
+noch will ich es thun! Wenn sie mir nur bald darauf antwortet, ich werde
+nicht eher ruhig sein!«
+
+Als sie sich eben niedergesetzt hatte, ihr Vorhaben auszuführen, trat
+Flora mit strahlenden Augen ein.
+
+»Ich muß euch meine neuesten Gedichte vorlesen,« sagte sie erregt, »sie
+sind das beste, was ich bis jetzt geschrieben habe! Ihr müßt mich
+anhören!«
+
+Und sie entfaltete ein starkes Heft, in welchem sie Lillis Tod in den
+verschiedensten Dichtungsarten besungen hatte.
+
+ _Elegie auf den Tod einer vom Sturm geknickten Rosenknospe!_
+
+begann sie zu lesen.
+
+Nellie hielt sich die Ohren zu. »Schweig still! Ich mag dir nicht anhören
+mit dein dumm Zeug! Aergere mir nicht damit!«
+
+Ilse stimmte ihr bei. »Laß uns zufrieden, Flora,« sagte sie, »wir sind
+noch zu traurig, als daß wir lachen möchten! Und du weißt doch, daß alle
+deine Gedichte uns lustig machen.«
+
+Tief verletzt schloß Flora ihr Heft, auf dessen Umschlag mit großen
+Buchstaben zu lesen stand: »Floras Klagelieder!« – »Ihr habt keinen Sinn
+für erhabene Dichtkunst, und ich will Gott danken, wenn es Ostern ist und
+ich diesen prosaischen Aufenthalt verlassen kann!«
+
+Sie verließ die Undankbaren und suchte Rosi auf. Wenn niemand ihre
+Dichtkunst bewundern wollte, fand sie an ihr stets eine geduldige
+Zuhörerin. »Das rechte Verständnis freilich fehle ihr,« meinte Flora mit
+einem ergebungsvollen Seufzer.
+
+Der Brief an die Mutter war abgeschickt. Acht Tage waren seitdem vergangen
+und noch war keine Antwort eingetroffen. Ilse war unruhig und aufgeregt
+darüber. Nellie, ihre einzige Vertraute, tröstete sie.
+
+»Es ist ja noch kein’ Ewigkeit vorbei, seit du schriebst,« sagte sie. »Es
+scheint dich nur so, weil du immer daran denkst. Ich wette, heute wirst du
+ein schön, lang Brief haben. Mich ahnt das!«
+
+Und richtig, Nellies Ahnung, die eigentlich gar nicht so ernst gemeint
+war, ging in Erfüllung. Es kam ein Brief an Ilse.
+
+»Komm sogleich in mein Zimmer, Ilse, ich habe dir etwas mitzuteilen!« Mit
+diesen Worten empfing Fräulein Raimar dieselbe, als sie eben aus der
+Kirche kam.
+
+Klopfenden Herzens folgte ihr das junge Mädchen, sich den Kopf
+zerbrechend, welch eine geheimnisvolle Mitteilung ihrer wartete. –
+
+»Ich habe soeben einen Brief von deinem Papa erhalten, liebes Kind, worin
+er mich bittet, dir etwas recht Erfreuliches zu verkünden. Ahnst du nicht,
+was es sein könnte?«
+
+»Nein,« entgegnete Ilse und blickte die Vorsteherin erwartungsvoll fragend
+an.
+
+»Dir ist ein Brüderchen beschert worden! Da, hier lies selbst, der Papa
+hat für dich einen Brief eingelegt.«
+
+Aber Ilse vermochte nicht zu lesen in diesem Augenblick. Die Nachricht
+hatte sie bis in das Innerste erfreut und durchzittert. Das Blut schoß ihr
+heiß in die Wangen, und ehe sie noch ein Wort über die Lippen bringen
+konnte, flog sie dem Fräulein an den Hals und küßte dieselbe. Sie mußte an
+jemand ihre jubelnde Freude auslassen.
+
+Als sie zur Besinnung kam, schämte sie sich ihrer Uebereilung. Wie konnte
+sie allen Respekt außer acht lassen und so ungeniert die Vorsteherin
+umarmen!
+
+»Verzeihen Sie,« sagte sie befangen und trat bescheiden zurück. Aber
+Fräulein Raimar schnitt ihr das Wort ab und nahm sie noch einmal herzlich
+in den Arm.
+
+»Komm her, mein Kind,« sagte sie warm, »und laß mich die erste sein, die
+dir von ganzem Herzen Glück wünscht.« – Später äußerte sie gegen Fräulein
+Güssow, daß Ilses strahlende Freude ihr so recht den Beweis für deren
+kindlich unbefangenes Herz gegeben habe. Anfangs habe sie nicht geglaubt,
+daß Ilses trotzige Natur sich jemals zügeln lassen werde.
+
+Der Brief an Ilse war nur kurz und von der Mutter schon vor mehreren Tagen
+an sie geschrieben. Der Papa trug an der Verzögerung schuld, er hatte noch
+einige Zeilen hinzufügen wollen und war nicht gleich dazu gekommen.
+
+»Lies erst, was sie schreibt!« bat Nellie, zu der Ilse jubelnd in das
+Zimmer gestürzt war, »lies erst, nachher sprechen wir von die Baby.«
+
+Und Ilse las:
+
+
+
+
+
+
+»Mein teures Kind!
+
+Dein letzter Brief hat mich sehr glücklich gemacht! Ich kann den
+Augenblick kaum erwarten, wo ich Dich an mein Herz nehmen darf, um Dir mit
+einem herzlichen Kuß zu sagen, daß ich Dir niemals böse war. Ich wußte
+immer, daß mein Trotzköpfchen schon den Weg zu mir finden werde. Mache Dir
+nur keine Sorgen um vergangene kleine Sünden, sie sind längst in alle
+Winde verweht, denke lieber an die zukünftige Zeit, in der wir wieder
+beisammen sind, und male sie Dir so rosig aus, wie Deine junge Phantasie
+es nur zu thun vermag. Ich habe Dich sehr, sehr lieb! Mit zärtlichen
+Küssen
+
+ _Deine Mama_.«
+
+
+
+
+
+
+Und der Papa hatte gestern flüchtig dazu geschrieben:
+
+
+
+
+
+
+»Hurra! Wir haben einen prächtigen Jungen! Ich habe nur den einen Wunsch,
+ihn Dir, mein Kleines, gleich zeigen zu können. Er sieht Dir ähnlich, hat
+gerade so lustige, braune Augen wie Du! Morgen schreibe ich Dir mehr.«
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+»O!« jammerte Ilse unter Lachen und Weinen, »wenn ich doch gleich dort
+sein könnte! Ich habe so große Sehnsucht, die Mama, den Papa und das
+kleine Brüderchen zu sehen!« Dabei umarmte und herzte sie Nellie, und als
+Fräulein Güssow hinzutrat, fiel sie auch dieser um den Hals. Sie hätte in
+ihrer Seligkeit am liebsten die ganze Welt umarmt! –
+
+Am Nachmittag, als der erste Freudenrausch sich gelegt hatte, kehrten
+Ilses Gedanken zu der verstorbenen Lilli zurück. Sie machte sich Vorwürfe,
+daß sie deren Andenken heute so ganz vergessen konnte!
+
+»Komm, Nellie,« sagte sie, »laß uns im Garten Veilchen pflücken zu einem
+Kranz auf Lillis Grab.«
+
+Fräulein Güssow stimmte diesem Vorschlage bei und begleitete gegen Abend
+die Freundinnen hinaus auf den stillen Friedhof. Ilse beugte sich nieder
+und legte den Kranz auf den frischen Grabhügel. Noch lagen die vielen
+andern Kränze von dem Begräbnisse darauf, aber sie waren verwelkt und
+trocken, und in den langen, weißen Atlasbändern spielte der Abendwind. –
+
+Die Tage kamen und gingen, und das Osterfest war vor der Thür. Die
+Prüfungen waren bereits vorüber, und die ausgeteilten Zeugnisse hatten
+Freude oder Kummer hervorgerufen, je nachdem sie für die Betreffenden
+ausgefallen waren. Ilse konnte zufrieden sein. Mit Ausnahme einzelner
+Fächer, bei denen obenan das Rechnen stand, hatte sie sehr gute
+Fortschritte gemacht. Ihr ernstes Streben, ihr Betragen, das besonders
+seit dem Tode Lillis tadellos geworden war, wurde von ihren Lehrern und
+Lehrerinnen rühmend hervorgehoben, nur die englische Lehrerin schloß sich
+dieser Ansicht nicht an. Sie blieb bei ihrem Vorurteile und fand, daß Ilse
+nach wie vor ohne jede Manier und Grazie sei, auch tadelte sie sehr ihre
+englische Aussprache.
+
+»Laß dir nix vormachen, Ilse,« sagte Nellie, als sie allein waren. »Du
+sprichst schon ganz nett englisch und drückst dir stets sehr fein aus.
+Uebrigens tröste dir mit mir, sieh, was sie hier geschrieben haben,« – und
+sie reichte betrübt der Freundin ihr Zeugnis, und Ilse las: Besondere
+Bemerkung: ›Nellie macht sehr langsame Fortschritte in der deutschen
+Sprache.‹ – »Ist das nicht unrecht?« fragte sie. »Ich gebe mich so
+furchtbar große Mühe mit eure schwere Sprache.«
+
+Nun war die Reihe zu trösten an Ilse. Dieselbe versprach ihr von jetzt an,
+keinen Schnitzer mehr durchgehen zu lassen, Nellie dagegen wollte täglich
+eine volle Stunde nur englisch mit der Freundin plaudern.
+
+Flora war in höchster Aufregung. Sie fand es geradezu großartig, daß
+Doktor Althoff ihr eine II in der Litteratur geben konnte. »Mir das!« rief
+sie aus, sobald er sich entfernt hatte, »mir das! die ich selbst schon so
+lange litterarisch thätig bin! Aber Sie werden sich wundern, Herr Doktor,
+Sie werden sich wundern!«
+
+Diese geheimnisvolle Anspielung bezog sich auf ihr jüngstes Werk. Sie
+hatte gestern den letzten Federstrich daran gethan und es dann sogleich
+mit einem Briefe auf rosa Papier dem Lehrer zur Durchsicht gegeben. Mit
+bescheidenem Selbstbewußtsein hatte sie hinzugefügt, sie rechne darauf,
+daß ihr Zauberspiel am Geburtstage der Vorsteherin aufgeführt werde.
+Sollte Herr Doktor einige kleine Aenderungen für notwendig finden, so
+würde sie sich gern seinem Rate fügen. –
+
+Es waren einige Tage darüber vergangen und noch hatte sie keine Antwort
+erhalten. Warum mochte er zögern? Gefallen mußte ihm »Thea, die
+Blumenfee«, darüber war sie nicht im Zweifel. Sie hatte sich so
+hineingelebt in ihre Zauberposse, und ihre Phantasie flüsterte ihr einen
+großartigen Erfolg in das Ohr. Sie hörte den stürmischen Beifall der
+Anwesenden, – die Dichterin wurde gerufen! – Sie träumte wachend, langsam
+– gesenkten Auges trete sie aus den Kulissen hervor. – »Flora!« ruft es
+von allen Seiten, und voller Staunen richten sich aller Augen auf sie. –
+Ja, staunt nur, ihr Ungläubigen, die ihr die arme Flora so oft verkannt
+habt! Jetzt hat sie euch überzeugt, daß ihre Dichtkunst kein leerer Wahn
+ist! – Bescheiden und demütig verneigt sie sich nach rechts und links –
+ohne den Blick zu erheben – sie war vor den Spiegel getreten, um Blick und
+Verbeugung einzustudieren. – »Die Blumenfee werde ich vorstellen,« träumte
+sie weiter, »natürlich! Wer anders könnte sich so in den Geist der Rolle
+versetzen, als ich! Wie herrlich wird mir das Kostüm stehen! Ein Kleid von
+Silbergaze mit Rosen durchwebt, eine goldene Krone auf dem Haupte, ein
+langer, duftiger Schleier und offnes, wallendes Haar!«
+
+Ganz in Gedanken versunken löste sie die aufgesteckten Flechten und
+drapierte das Haar malerisch um ihre Schultern. Unwillkürlich kamen ihr
+dabei die ersten Verse ihres großen Werkes auf die Lippen und laut, mit
+pathetischer Stimme, fing sie an zu deklamieren:
+
+ »Heraus, ihr Blumen, aus euren Kelchen,
+ Ich will mit euch spielen!
+ Eilt euch, ihr lieben Tulpen und Nelken,
+ Laßt mich nicht warten, ihr vielen, vielen,
+ Heraus, heraus!«
+
+Ein lautes Pochen an der Thür und ungestümes Auf- und Niederdrücken des
+Griffes unterbrach sie höchst unangenehm. Zugleich wurde Gretes Stimme
+laut.
+
+»Warum schließt du dich denn ein? Mach’ schnell auf, ich bringe dir
+etwas!«
+
+In aller Eile befestigte Flora ihr Haar, schob dann den Riegel zurück und
+fragte ärgerlich: »Was willst du denn?«
+
+Grete war in das Zimmer getreten und sah sich verwundert um. »Du sprachst
+doch eben laut,« sagte sie, »mit wem hast du dich denn unterhalten?«
+
+Flora blieb ihr die Antwort schuldig; sie sah ihr Manuskript in Gretes
+Hand, ungestüm nahm sie es an sich.
+
+»Gieb her! Wie kommst du zu meinem Hefte?«
+
+»Nur nicht so heftig,« entgegnete Grete, »was fällt dir denn ein? Es ist
+die reine Gefälligkeit, daß ich es dir bringe. Doktor Althoff hat es mir
+für dich übergeben.«
+
+»Warum ließ er mich nicht selbst rufen? Du wirst dich wohl wieder
+vorwitzig aufgedrängt haben, es ist so deine gewöhnliche Art. Uebrigens
+jetzt kannst du wieder gehen, ich möchte allein sein!«
+
+Aber Grete verspürte keine Lust, sie zu verlassen, sie witterte ein
+Geheimnis, das mußte sie erst heraus haben!
+
+»Ich habe aber keine Lust, dich zu verlassen,« sagte sie und setzte sich
+mit aller Gemütlichkeit nieder.
+
+»Du bist wirklich unausstehlich!« stieß Flora ärgerlich heraus und drehte
+Grete den Rücken. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. »Wenn du durchaus hier
+bleiben willst, so thue es meinetwegen,« fuhr sie fort und näherte sich
+der Thür, »mich geniert es nicht.«
+
+Und sie hatte die Thür geöffnet und war hinaus, noch ehe Grete sich
+erhoben hatte. Schnell drehte sie den Schlüssel im Schloß um und – das
+neugierige Gretchen war eine Gefangene.
+
+Geflügelten Schrittes eilte sie in den Garten, der Traueresche zu. Sie
+huschte zwischen den bis auf den Boden herabhängenden Zweigen hindurch und
+sank auf einem Bänkchen von Birkenstämmen nieder. Hier war sie vor jedem
+Lauscherblicke sicher.
+
+Sie preßte die Hand auf das hochklopfende Herz und ein Zittern überlief
+sie vor der Entscheidung! Wie wird sein Urteil ausgefallen sein? Nicht
+lange hielt die zagende Schwäche an und ihre Zuversicht kehrte zurück.
+Mutig und siegesbewußt schlug sie das Heft auf. Natürlich suchte sie
+zuerst nach einigen Zeilen von seiner Hand. Aber sie blätterte und fand
+nichts. Sie breitete das Heft auseinander, hielt es hoch, schüttelte es
+tüchtig, der erwartete Brief fiel nicht heraus. Sie war höchst betroffen,
+da sie bei einer flüchtigen Durchsicht des Manuskripts auch nicht die
+kleinste Notiz entdecken konnte. Schon wollte sie es unwillig beiseite
+legen, als ihre Augen zwei Worte entdeckten, die Doktor Althoff mit seiner
+zierlichen und doch festen Handschrift mit roter Tinte gerade in den
+Schnörkel hineingeschrieben, den sie dem Schlußworte »Ende« malerisch
+angehängt hatte. Sie las und fiel wie gebrochen hintenüber.
+
+»Abscheulich!« riefen ihre bebenden Lippen, »empörend!«
+
+Floras Entrüstung war wohl natürlich, zertrümmerten doch die beiden
+kleinen Wörtchen den ganzen Prachtbau ihres Luftschlosses. »Konfuses
+Zeug!« stand da deutlich geschrieben und erbarmungslos war hiemit das
+Todesurteil ihrer Dichtung besiegelt.
+
+Sie ballte die Hände in ohnmächtiger Wut und haßte den Mann, den sie bis
+dahin so schwärmerisch angebetet hatte. Warum verkannte er ihr Genie, oder
+vielmehr, warum wollte er dasselbe nicht anerkennen? Sie wollte zu ihm
+eilen ... sogleich ... er sollte ihr Rechenschaft über sein vernichtendes
+Urteil geben!
+
+Aber sie verwarf diesen Entschluß, weil sie befürchtete, vor Aufregung
+ohnmächtig zu werden. Und schwach sollte er sie nicht sehen ...
+nimmermehr! Sie wollte ihm schreiben und zwar sofort!
+
+Sie zog ein Notizbuch aus ihrer Tasche und begann einen stürmischen Brief
+aufzusetzen. Kaum hatte sie indes einige Sätze niedergeschrieben, als sie
+durch den grünen Blättervorhang Grete gerade auf die Esche losstürmen sah,
+es blieb ihr eben noch Zeit genug, das Notizbuch zu verbergen, als
+dieselbe bereits vor ihr stand.
+
+Floras Gedanken waren nur mit dem Briefe beschäftigt gewesen, sie hatte
+darüber ihr Manuskript, das sie neben sich auf die Bank gelegt hatte,
+vergessen. Grete hatte es indes mit ihren Spüraugen sofort entdeckt. Wie
+ein Vogel schoß sie darauf los, ergriff es und eilte mit ihrer Beute
+davon.
+
+»Etsch, Fräulein Flora!« rief sie noch triumphierend, »nun werde ich doch
+hinter deine Geheimnisse kommen! Jetzt bist du meine Gefangene!«
+
+»Grete, gieb her!« rief Flora angstvoll und eilte derselben nach, »bitte,
+bitte! Ich will dir auch schenken, was du haben willst!«
+
+Grete aber blieb taub bei ihren Bitten. Lachend eilte sie weiter.
+
+»Du mußt mir mein Eigentum zurückgeben, ich will es!« drohte Flora, als
+sie einsah, daß Güte nicht half, »ich befehle es dir!«
+
+Darüber brach Grete in ein lautes Gelächter aus. »Du befiehlst es mir? Das
+ist reizend!« rief sie, »du bist wirklich furchtbar naiv!« Und sie hatte
+das Haus erreicht, während Flora weit hinter ihr zurückblieb. Trotz ihrer
+schwerfälligen, plumpen Figur war sie doch weit schneller als letztere,
+die etwas steif und ungelenk war.
+
+Als Flora einsah, daß ihre Verfolgung nutzlos war, blieb sie weinend
+stehen. Einen wahrhaft verzweiflungsvollen Blick warf sie der Räuberin
+ihres Schatzes nach, denn nun war sie verloren, das heißt preisgegeben dem
+Hohn und Spott der Mitschülerinnen, an die sie Grete verraten würde.
+
+Aber es kam anders. Gerade als Grete die paar Stufen zum Korridor hinaus
+sprang, lief sie beinahe Doktor Althoff in die Arme. Sie hatte ihn nicht
+gesehen, weil sie den Kopf nach rückwärts gewandt hielt. Das Heft hoch in
+der Luft schwenkend, hatte sie der armen Flora zugerufen: »Jetzt lese ich
+deine Geheimnisse!«
+
+Mit einem Blick hatte der Lehrer erkannt, um was es sich handelte; er wäre
+darüber nicht im Zweifel gewesen, selbst wenn ihn Grete weniger
+erschrocken angesehen hätte.
+
+»Sie sollten ja dies Heft an Flora abgeben,« sagte er vorwurfsvoll, »wie
+kommt es, daß Sie es noch mit sich herumtragen?«
+
+Sie antwortete nicht und sah ziemlich betreten und beschämt aus, auch war
+sie rot bis über die Ohren geworden.
+
+»Ich werde Ihnen nie wieder einen Auftrag geben,« fuhr er fort, »da ich
+sehe, wie wenig ich mich auf Sie verlassen kann. Geben Sie mir das Heft,
+ich werde es selbst an Flora abliefern.«
+
+Grete reichte ihm das Verlangte. »Sie ist selbst schuld daran,« stieß sie
+zu ihrer Entschuldigung hervor und warf den ohnehin großen Mund noch mehr
+auf; »sie hat ... sie hat mich eingeschlossen! Zur Strafe habe ich ihr das
+Buch fortgenommen!«
+
+»Zur Strafe!« wiederholte Doktor Althoff mit einem zweifelnden Lächeln,
+»und was wollten Sie jetzt damit machen?«
+
+»Ach,« verriet sie sich, »hineingesehen hätte ich ganz gewiß nicht! Floras
+Dichtungen sind viel zu überspannt und langweilig! Ich wollte sie nur
+necken.«
+
+»Grete, Grete!« drohte der junge Lehrer lächelnd mit dem Finger, »wenn
+dies Wort eine Brücke wäre, ich ginge nicht hinüber. Seien Sie in Zukunft
+nicht wieder so indiskret und neugierig, Neugierde ist kein schöner
+Schmuck für ein junges Mädchen.«
+
+Er wandte sich von der Beschämten ab und ging auf Flora zu, die langsam
+heran kam. Noch zitterten Thränen in ihren Augen, die sie wie in
+Verklärung auf ihren Erretter richtete. Wo war der Haß geblieben, der
+soeben noch in ihrem Innern getobt hatte? Verschwunden und verweht! Die
+alte Liebe und Begeisterung für Doktor Althoff hatten ihn zurückgedrängt
+und waren wieder eingezogen in ihr großmütiges Herz. So mächtig wallte die
+Begeisterung in ihr über, daß sie plötzlich, hingerissen von Dankbarkeit,
+sich niederbeugte, seine Hand ergriff und einen heißen Kuß darauf drückte.
+
+»Ich danke Ihnen,« hauchte sie leise, dann eilte sie fort, zurück zu ihrer
+Friedensstätte, ihrem Musentempel, und anstatt den angefangenen Brief zu
+vollenden, dichtete sie ein Sonett, das die Aufschrift trug: »An ihn.«
+
+Doktor Althoff blickte der Davoneilenden kopfschüttelnd nach. »Ein
+überspanntes, verdrehtes Wesen!« mußte er unwillkürlich sagen, »und das
+schlimmste ist, sie wird niemals zu heilen sein.« –
+
+Der Geburtstag des Fräulein Raimar, der in den Mai fiel, war stets ein
+großartiges Fest. Tagesschülerinnen und Pensionärinnen wetteiferten mit
+einander, dasselbe durch musikalische und theatralische Aufführungen,
+durch lebende Bilder u. s. w. so bunt und unterhaltend zu gestalten als
+möglich. Auch in diesem Jahre wurde keine Ausnahme gemacht, trotzdem Lilli
+kaum vier Wochen in der Erde ruhte.
+
+»Ich würde gern auf eine größere Feier verzichten,« sprach eines Tages die
+Vorsteherin zu der englischen Lehrerin und Fräulein Güssow, »aber ich darf
+es unsrer Zöglinge wegen nicht thun. Mehr oder weniger hat sie Lillis Tod
+sehr ergriffen und sie hängen die Köpfe; da ist das beste Mittel, sie
+wieder aufzumuntern, daß wir ihnen eine Zerstreuung schaffen. Mit aller
+Trauer können wir ja den Tod des lieben Kindes nicht ungeschehen machen.«
+
+Die beiden Damen stimmten ein und beschlossen untereinander, mit den
+Vorbereitungen zu dem Feste zu beginnen. Miß Lead übernahm es, ein
+englisches Stück, Fräulein Güssow, ein französisches Lustspiel
+einzustudieren. Erstere wählte nur Tagesschülerinnen zu ihren
+Mitwirkenden, während letztere ihre Rollen nur mit Pensionärinnen
+besetzte. Sie hatte aber erst einen kleinen Kampf mit den Mädchen, bevor
+dieselben die ihnen zugedachten Rollen annahmen. Flora, die eine alte Dame
+vorstellen sollte, war durchaus nicht damit einverstanden, sie behauptete,
+Rosi passe weit besser zu dieser Rolle, diese aber hatte nicht einen
+Funken schauspielerischen Talentes und würde sich niemals dazu verstanden
+haben, Theater zu spielen. Sie sprach auch weniger fließend französisch
+als Flora.
+
+Fräulein Güssow machte nicht viel Umstände. »Wie du willst, Flora,« sagte
+sie, »macht es dir kein Vergnügen, diese allerliebste Rolle zu übernehmen,
+so wähle ich eine Tagesschülerin dafür und du kannst diesmal nur
+Zuschauerin sein.«
+
+Das behagte Flora noch weniger. Nach einigem Zögern entschloß sie sich,
+freilich wie sie sagte, mit großer Selbstüberwindung, die Alte zu spielen.
+Ilse und Melanie stellten deren Töchter dar und paßten in ihren
+Charaktereigentümlichkeiten prächtig dazu. Melanie putzsüchtig, elegant
+und eitel, Ilse das Gegenteil. Wild und unbändig, trotzig und
+widerspenstig, natürlich nichts weniger als elegant führt sie die
+übermütigsten Streiche aus und die schwache Mutter ist nicht im stande,
+sie zu zügeln. Da erscheint ein junger, entfernter Verwandter,
+interessiert sich für den Wildfang und versteht es, durch Güte und
+Festigkeit die Tugenden in demselben zu wecken und die Widerspenstige zu
+zähmen. Zum Schlusse wird sie seine Braut.
+
+»Orla, du kannst die Rolle des Vetters übernehmen,« bestimmte die
+Lehrerin.
+
+»Orla?« fragte Ilse verwundert, »sie kann doch keinen Mann darstellen?«
+
+Es erhob sich ein wahrer Sturm unter den jungen Mädchen bei Ilses
+unschuldiger Frage. Die Stimmen schwirrten durcheinander, denn jede war
+bemüht, Ilse über ihre Unwissenheit aufzuklären.
+
+»Weißt du denn nicht, wie es bei uns Sitte ist?« fragte Orla.
+
+»Mit Herren dürfen wir nicht Theater spielen,« bemerkte Flora spottend,
+»sie sind verpönt in der Pension!«
+
+»Du bist naiv, Ilse!« rief Melanie. »Das ist ja eben so ledern und
+furchtbar öde, daß wir Mädchen auch Männerrollen geben müssen!«
+
+»Herren, Herren!« wiederholte Annemie unter lautem Lachen, »es ist zum
+totlachen!«
+
+»Ja, wenn Herren mitspielten, dann möchte ich Ilses Rolle spielen,«
+überschrie Grete mit ihrer kräftigen Stimme alle übrigen, »so aber –«
+
+»So aber wirst du den Bauernjungen übernehmen, Grete,« fuhr Fräulein
+Güssow dazwischen. Die Aufgeregten hatten ganz deren Gegenwart vergessen.
+»Und jetzt bitte ich mir Ruhe aus, ihr unbändigen Kinder! Fräulein Raimar
+hat ihre triftigen Gründe zu ihren Bestimmungen, wie könnt ihr euch
+dagegen auflehnen? Daß ihr noch zu kindisch seid, dieselben zu verstehen,
+habe ich in diesem Augenblicke klar und deutlich gesehen! Schämt euch! ...
+Jetzt macht euch daran, eure Rollen auszuschreiben, morgen werden wir eine
+Leseprobe halten.« Mit diesen Worten verließ sie die aufrührerische
+Gesellschaft.
+
+Alle schwiegen bis auf Grete, sie konnte nicht unterlassen, noch einmal zu
+sagen: »Langweilig ist es doch ohne Herren! Und den dummen Bauernjungen
+spiel’ ich nicht!«
+
+Aber sie spielte ihn doch und es zeigte sich bald, daß sie ganz
+vortrefflich dazu paßte.
+
+Die täglichen Proben brachten die gewünschte Zerstreuung. Ilse besonders
+fand viel Freude an einem Vergnügen, das ihr bis dahin unbekannt gewesen
+war. Die anfängliche Befangenheit überwand sie bald und sie spielte ihre
+Rolle zur vollen Zufriedenheit Fräulein Güssows, die zuweilen ein Lächeln
+über die höchst natürliche Darstellung nicht unterdrücken konnte.
+
+Zur Hauptprobe mußten alle in ihren Kostümen erscheinen, damit sie sich
+gegenseitig an den veränderten Anblick gewöhnten. Diese Bestimmung war
+sehr gut, denn als sie sich in ihren komischen Anzügen betrachteten,
+konnten sie das Lachen nicht zurückhalten.
+
+Flora mit langen Scheitellocken und einer Spitzenhaube, mit einem Lorgnon,
+das sie vor die Augen hielt, war kaum zu erkennen. Das elegante, schwarze
+Schleppkleid ließ sie weit größer erscheinen, als sie war. Sie war
+übrigens ganz ausgesöhnt mit ihrer ›alten‹ Partie und das Lob, welches
+Fräulein Güssow ihr einige Male erteilte, hatte sie zu der Idee gebracht,
+daß ihr eigentlicher Beruf der einer Schauspielerin sei, und sie träumte
+Tag und Nacht ›von der Welt, welche die Bretter bedeuten‹, ›Dichterin –
+Schauspielerin‹. Eine große Zukunft stand ihr bevor!
+
+Orla sah in ihrem Jägeranzuge, den grünen Hut keck auf das eine Ohr
+gesetzt, wirklich gut aus, und der kleine Stutzbart, mit dem sie die
+Oberlippe geziert hatte, gab ihr ein keckes Ansehen und stand ihr
+allerliebst.
+
+»Famos siehst du aus, Orla!« meinte Melanie und betrachtete mit besonderem
+Entzücken deren Stulpenstiefel.
+
+»Du solltest immer so gehen,« setzte Flora ganz ernsthaft hinzu. Natürlich
+wurde sie ausgelacht.
+
+ [Illustration]
+
+Grete war ein Bauernjunge, wie er sein muß. Plump und ungeschickt, dreist
+und laut. Melanie fühlte sich himmlisch wohl in dem koketten und eleganten
+Kostüm, das sie sich gewählt hatte. Sie stand vor dem Spiegel und putzte
+noch hie und da an sich herum. Und Ilse?
+
+Sie trat als letzte herein und bei ihrem Anblick erhob sich ein so
+stürmisches Gelächter, daß Fräulein Güssow Mühe hatte, es zu dämmen.
+
+»Wie siehst du aus, Mädchen?« sprach sie lachend, »komm näher, ich muß
+dich genau betrachten. Willst du wirklich in diesem Aufzuge spielen? Nein,
+Ilse, so geht es wirklich nicht. Wir müssen an deinem Kleide durchaus
+Verschönerungen anbringen! Du bist auch gar zu wenig eitel, sonst würdest
+du wohl selbst darauf gekommen sein.«
+
+»Lassen Sie mich so!« bat Ilse inständigst, sie war ja so glücklich, ihr
+geliebtes Blusenkleid bei dieser Gelegenheit tragen zu dürfen. Sie war aus
+demselben herausgewachsen, zu eng und zu kurz war es geworden, natürlich
+erhöhte dieser Mangel noch den komischen Eindruck.
+
+»Nein, Kind, unmöglich! Du siehst wie eine Bettlerin aus. Der Aermel darf
+nicht ausgerissen sein, der schlechte Gürtel muß durch einen neuen ersetzt
+werden, um den Hals wirst du einen Matrosenkragen legen und die
+fürchterlichen Stiefel laß vor allen Dingen blank putzen. Dann wird es
+gehen. Man darf nicht übertreiben,« fügte sie hinzu, als Ilse ein etwas
+betrübtes Gesicht machte, »stets muß das richtige Maß inne gehalten
+werden. Auch die Locken dürfen dir nicht so wirr über die Augen fallen, du
+kannst ja kaum sehen. Vergiß nicht, daß du die Tochter einer Baronin bist,
+dein Anzug darf verwildert, aber nicht zerrissen sein.«
+
+»Wollen wir nicht anfangen?« trieb Miß Lead, die sich mit ihren
+Künstlerinnen ebenfalls zur Hauptprobe eingestellt hatte. Sie war schon
+etwas ungeduldig bei der genauen Musterung der Kostüme geworden und fand
+es höchst überflüssig, daß Fräulein Güssow überhaupt Wert darauf legte.
+Die Hauptsache war nach ihrer Meinung die vollständige Beherrschung der
+fremden Sprache, und daß die Mädchen ihre Rollen gut gelernt hatten, alles
+andre war Nebensache. Viel Gesten litt sie um keinen Preis, wollte ja eine
+Mitspielende es wagen, sich frei und natürlich zu bewegen, geriet sie
+förmlich außer sich und rief: »Ruhe! Ruhe! Wo bleibt die Plastik?«
+
+Wie es fast immer der Fall ist, so war es auch hier; die Hauptprobe fiel
+herzlich schlecht aus. Die Mädchen waren schon aufgeregt in Erwartung des
+nächsten Tages und wurden es noch mehr durch die Ungeduld von Miß Lead,
+die heftig erklärte, daß sie es für das beste halte, wenn die ganze
+Theateridee aufgegeben werde. Das französische Stück fand sie entsetzlich
+und sie gab Fräulein Güssow den guten Rat, es nicht aufführen zu lassen.
+»Ich bitte Sie,« rief sie aus, »es handelt sich um eine Liebesgeschichte!
+Das wird den größten Anstoß erregen!«
+
+Fräulein Güssow setzte der Engländerin lächelnd auseinander, daß nicht
+Kinder, sondern erwachsene Mädchen das Stück aufführten. »Die
+Liebesgeschichte,« wandte sie ein, »ist nur eine harmlose Nebensache, es
+handelt sich hauptsächlich um die Heilung eines widerspenstigen Mädchens.«
+
+Miß Lead schüttelte mißbilligend den Kopf, sie wollte sich nicht davon
+überzeugen. »Ilse wird Ihnen, wenn Sie wirklich auf Ihrem Vorsatz
+bestehen, alles verderben. Wie sieht sie aus, und wie spielt sie? Plump,
+ohne jeden Anstand! Das Podium der kleinen Bühne erdröhnt förmlich bei
+ihren furchtbaren Schritten, ihre Bewegungen sind frei und keck.«
+
+Fräulein Güssow schwieg zu diesem harten, ungerechten Urteil. Sie hatte es
+längst aufgegeben, die Engländerin von ihrem Vorurteile zu heilen. Starr
+hielt dieselbe daran fest. Ilse war und blieb ihr ein Dorn im Auge.
+
+Miß Lead hatte sich geirrt. Am nächsten Abend ging alles über Erwarten
+gut. Der glänzend erhellte Saal, die festlich versammelte Gesellschaft
+brachten eine belebende Stimmung unter das junge Volk. Die ganze
+Festlichkeit leitete ein Prolog ein, den eine Schülerin der ersten Klasse
+gedichtet hatte. Sie trug ihn selbst recht hübsch vor und erntete
+wohlverdienten Beifall. Nur Flora, die hinter den Kulissen stand, zuckte
+die Achseln. »Kein Schwung, keine Poesie und kein Talent!« lautete ihr
+kritischer Ausspruch.
+
+Die Aufführung des englischen Stückes ging vorüber, glatt, reizlos und
+langweilig. Und wenn die Anwesenden sich dies in ihrem Innern auch
+einstimmig eingestanden, so waren sie doch am Ende des Stückes mit
+Beifallsspenden nicht sparsam. Die Mitspielenden wurden herausgerufen, und
+als der rote Vorhang in die Höhe ging und die Mädchen sich dankend
+verneigten, strahlte Miß Lead vor Stolz und Seligkeit. »_Very well_,« rief
+sie laut, »ihr habt eure Sache gut gemacht!«
+
+Nachdem verschiedene lebende Bilder und musikalische Aufführungen vorüber
+waren, bildete das französische Lustspiel den Schluß.
+
+»Wollen Sie es wirklich wagen?« wandte sich die englische Lehrerin in
+wohlwollendem, etwas herablassendem Tone zu Fräulein Güssow. »Schreckt Sie
+der große Erfolg, den wir erzielten, nicht ab? Folgen Sie meinem Rate,
+treten Sie zurück! Wir werden eine Entschuldigung finden. Der französische
+Flattersinn muß abfallen gegen die englische Gediegenheit.«
+
+Trotz Miß Lead’s Bedenken begann das französische Stück, und sie mußte die
+niederschlagende Erfahrung machen, daß es weit beifälliger aufgenommen
+wurde, als das englische. Die Gesellschaft amüsierte sich köstlich und kam
+aus dem Lachen nicht heraus. Zweimal wurde Ilse bei offener Szene gerufen,
+so drollig und natürlich spielte sie.
+
+»Sie ist _charmante, charmante_!« rief Monsieur Michael feurig, »ich habe
+Ursache, stolz auf sie zu sein. Leicht und elegant wie eine Pariserin
+spricht und spielt sie!«
+
+»Sie spielt sich selbst!« entgegnete Doktor Althoff lachend, »aber ich
+hätte dem Wildfang kaum so viel Anmut zugetraut.«
+
+Einen kleinen Triumph sollte Miß Lead doch noch feiern, – Ilse verdarb die
+Liebesszene am Schluß. In dem Augenblick, als Orla sie umarmen wollte, kam
+ihr das so komisch vor, daß sie in ein lautes Gelächter ausbrach.
+
+»Wie schade!« rief Nellie halblaut. »Warum muß sie lachen? Sie war zu
+nett, nun verderbt sie die Schluß.«
+
+Doktor Althoff, der zufällig in Nellies Nähe stand, hörte ihren Ausruf.
+»Trotzdem, Miß Nellie,« entgegnete er, auf einem leeren Stuhl neben ihr
+Platz nehmend, »ist ihre Freundin die Siegerin des Abends; aber warum
+wirkten Sie nicht mit, warum sind Sie nur Zuschauerin? Sie würden gewiß
+eine gute Schauspielerin sein.«
+
+Nellie senkte die Augenlider. »O, Sie sind sehr gütig,« sagte sie
+befangen, »aber ich weiß nicht zu spielen, Herr Doktor, ich hab’ nicht
+Talent.«
+
+»Das käme auf einen Versuch an! Sehen Sie Ilse an, wer hätte geglaubt, daß
+sie eine so allerliebste Schauspielerin sein könne!«
+
+»Nicht wahr?« stimmte Nellie lebhaft und mit aufrichtiger Freude bei, »sie
+ist reizend und ich bin entzückend über ihr!«
+
+Der junge Lehrer schwieg und sah sie teilnahmvoll an. Wie neidlos kamen
+ihr die Worte aus dem Herzen, wie leuchteten ihre Augen freudig auf, als
+sie die Freundin lobte! Und im Vergleich zu Ilse, wie wenig hatte sie doch
+von der Zukunft zu hoffen! Jene ein Kind des Glückes – und diese? Ein
+armes Wesen, das den mühevollen Pfad einer Lehrerin pilgern sollte!
+
+»Nicht wahr, ist sie nicht reizend?« wiederholte Nellie und blickte
+fragend auf.
+
+»Gewiß, gewiß!« gab der Lehrer zerstreut zur Antwort, und von dem
+Gegenstand plötzlich abspringend, fragte er: »Woher haben Sie die
+herrlichen Veilchen?« und deutete dabei auf einen Strauß, den sie in der
+Hand hielt. »Sie duften wundervoll! Ich liebe die Veilchen sehr.«
+
+Sie hörte nur, daß er die Veilchen liebe, bedurfte es da einer großen
+Ueberlegung? »O nehmen Sie,« sagte sie naiv und errötete dabei, »bitte, es
+macht mich großer Freude!«
+
+»Nicht alle,« entgegnete er lächelnd und zog einige Blumen aus dem Strauß,
+den sie ihm gereicht, »so, nun habe ich genug. Haben Sie Dank dafür.«
+
+Er erhob sich und verließ sie. Mit glänzenden Augen sah sie ihm nach, sie
+hatte bemerkt, wie er ihre Veilchen im Knopfloch befestigte.
+
+»Wie taktlos von dir!« redete Miß Lead, die ihren Platz dicht hinter
+Nellie hatte, dieselbe an und riß sie mit ihrer scharfen Stimme aus allen
+Himmeln. »Welch ein Betragen! Ich habe jedes Wort mit angehört. Schämst du
+dich nicht, einem Herrn Blumen anzubieten?«
+
+Als ob ein eisiger Wind plötzlich in eine kaum erschlossene Blütenknospe
+gefahren wäre, so wurde Nellies kurze Freude zerstört.
+
+»Habe ich ein Unrecht gemacht?« fragte sie geängstigt. »O bitte, Miß,
+sagen Sie, war ich ungeschickt? Wird Herr Doktor mich für unbescheiden
+halten?«
+
+Dieser Gedanke peinigte sie sehr und übergoß sie mit heißer Glut. Mit
+wahrer Angst wartete sie auf ein beruhigendes Wort und sah in der Lehrerin
+Gesicht, das indes nicht aussah, als ob sie zur Milde geneigt sei.
+
+»Jedenfalls wird er dich für sehr einfältig halten,« erwiderte sie
+unbarmherzig, »wenn er nicht vielleicht deine Handlungsweise zudringlich
+nennt.«
+
+»O nein, nein!« rief Nellie beinahe entsetzt, »er wird nicht so hart von
+sein Schüler denken!«
+
+»So, weißt du das so bestimmt?« quälte Miß Lead sie weiter, »du bist kein
+Kind mehr, dem man allenfalls dergleichen Taktlosigkeiten vergiebt, ein
+erwachsenes Mädchen darf niemals blindlings seinem Gefühle folgen!«
+
+»Ich will bitten, daß er mir die Blumen wiedergiebt,« sagte Nellie tief
+beschämt.
+
+»Das darfst du nicht, wenn du dich nicht noch mehr bloßstellen willst. Du
+wirst schweigen und dich niemals wieder vergessen! Eine zukünftige
+Gouvernante muß jedes Wort, jeden Blick, und vor allem jede Handlung
+reiflich überlegen. Das merke dir!«
+
+Traurig sah Nellie nach diesem harten Verweise zu Boden. Dahin war ihre
+fröhliche Laune, sie hatte keine Lust mehr an dem Feste. Eine heiße Thräne
+tropfte ihr aus dem Auge und fiel auf die Veilchen, die Urheber ihres
+Kummers. Sie brannten ihr förmlich in der Hand und am liebsten hätte sie
+dieselben weit von sich geschleudert. Still und einsilbig blieb sie den
+ganzen Abend, und sobald Doktor Althoff in ihre Nähe kam, wich sie ihm
+ängstlich aus. Es war ihr unmöglich, ihm in das Auge zu blicken. Miß Lead
+hatte ihre frohe Unbefangenheit zerstört.
+
+Als die Freundinnen sich nach dem Feste zur Ruhe begaben, saß Nellie ganz
+gegen ihre Gewohnheit noch einige Zeit sinnend da. »Du bist so still,«
+fragte Ilse, »was hast du?«
+
+»O nichts, nichts!« erwiderte Nellie schnell und erhob sich aus ihrer
+träumenden Stellung, »es ist gar nix!«
+
+Zum ersten Male verschwieg sie der geliebten Freundin die Wahrheit, sie
+vermochte es nicht, über ihren Kummer zu reden, und doch – was war es, das
+trotz allen Kummers ihr Herz schneller klopfen ließ und wie ein
+Frühlingswehen durch ihre Seele zog?
+
+ * * *
+
+Holunder und Maiblumen hatten ausgeblüht und die Rosen öffneten ihre
+duftigen Kelche. Nellie und Ilse wandelten nach dem Abendessen durch den
+Garten, und als sie im Gebüsch die Nachtigall schlagen hörten, blieben sie
+stehen und lauschten.
+
+»Wie süß!« rief Nellie, »komm, laß uns auf der Bank setzen und lauschen.«
+
+Sie hielten sich beide umschlungen und sprachen kein Wort. Der herrliche,
+duftende Abend, der Mond, der silbern am Abendhimmel aufstieg, der
+schmelzende Gesang der Nachtigall weckten eine ahnungsvolle, nie gekannte
+Stimmung in ihren jungen Herzen.
+
+»O Ilse,« unterbrach Nellie mit einem Seufzer die feierliche Stille, »wie
+bald gehst du fort und läßt mir allein zurück! Ich bin sehr traurig, wenn
+ich daran denke!«
+
+Auch Ilse war wehmütig und der Gedanke, von Nellie scheiden zu müssen,
+machte ihr das Auge feucht. Aber sie unterdrückte mutig die weiche
+Stimmung und versuchte, die Freundin zu trösten. »Es ist noch lange hin,
+bis ich die Pension verlasse,« sagte sie, »du weißt ja, daß meine Eltern
+meinen Aufenthalt bis zum ersten September verlängerten. Noch acht Wochen
+sind wir beisammen, Nellie, das ist noch eine sehr lange Zeit, denk’
+einmal, acht volle Wochen!«
+
+Nellie schüttelte traurig den Kopf. »O nein, es ist nur sehr kurze Zeit,«
+erwiderte sie, »es sind auch nicht acht Wochen voll, du mußt ordentlich
+rechnen. Heute haben wir schon der siebente Juli, – macht bis zu der erste
+September vierundfünfzig Tage – fehlt also zwei volle Tag an der achte
+Woch –«
+
+Trotz ihres Kummers mußte Ilse lachen. »Du liebe, süße Nellie,« rief sie
+und küßte diese herzlich auf den Mund, »du bist doch immer komisch, selbst
+wenn du traurig bist! Weißt du, wir wollen uns das Herz nicht heute schon
+schwer machen mit dem Gedanken an unsre Trennung, wir gehen ja nicht für
+immer auseinander! Du besuchst mich bald, – ja?«
+
+Aber Nellie war einmal weich gestimmt heute abend und der Freundin Trost
+fand keinen Eingang in ihrem Herzen. Sie versuchte zwar die Thränen zu
+unterdrücken, aber sie brachen immer neu hervor. Ilse lehnte den Kopf an
+ihre Schulter und schwieg. In ihrem Innern kämpften der Schmerz und die
+Freude. Sie hätte so gern sich auf das Wiedersehen ihrer Lieben, besonders
+des kleinen Brüderchens, gefreut, sie vermochte es nicht ungetrübt, weil
+der Abschied von Nellie dazwischen stand. –
+
+»Hier sind sie! Kommt, hierher! Sie sitzen beide unter dem Holunderbusch!«
+
+Keine andre als Grete war es, die durch ihren lauten Ruf die Träumenden
+aufschreckte. Unbemerkt war sie aus einem Seitenweg hervorgetreten und
+stand nun wie aus der Erde gewachsen vor ihnen.
+
+Ilse sprang auf und trat den andern Mädchen, die herbeigeeilt kamen,
+entgegen. Nellie trocknete verstohlen ihre Thränen und machte wieder ein
+heitres Gesicht.
+
+»Wir haben euch überall gesucht,« sagte Orla, »was macht ihr denn hier?«
+
+»Ich glaube wahrhaftig, ihr schwärmt im Mondenschein, Kinder,« lispelte
+Melanie, »ihr macht so furchtbar schmachtende Augen alle beide, habt ihr
+geweint?«
+
+Grete mußte sich hiervon genau überzeugen, sie trat zu Nellie und sah sie
+neugierig prüfend an. »Du hast geweint, Nellie – und du auch Ilse –«
+behauptete sie entschieden. »Was habt ihr denn? Warum weint ihr?«
+
+»Um nix!« entgegnete Nellie ärgerlich über die unzarte Grete.
+
+»Um nichts weint man doch nicht,« fuhr dieselbe unbeirrt fort, »bitte,
+sagt es doch, warum ihr geweint habt.«
+
+»Laß deine zudringlichen Fragen,« verwies sie Flora, »und wenn sie dir
+sagen würden: ›Der silberne Mond, die duftenden Rosen, der entzückende
+Sommerabend, so recht zur Liebe und Traurigkeit geschaffen, haben unsern
+Herzen Wehmut und Thränen entlockt,‹ – würdest du das verstehen? Niemals!
+Denn du hast keinen Sinn für die höhere Sphäre – du bist zu prosaisch!«
+Sie begleitete ihre Worte mit einem schwärmerischen Aufschlag ihrer
+wasserblauen Augen.
+
+Floras hochtrabende Aeußerung stellte sofort die fröhlichste Stimmung her.
+Nellie vergaß ihr Herzeleid darüber und sagte lachend: »O Flora, was für
+ein zarter Seel’ du hast! Sei bedankt du hoher Dichterin, du hast uns
+verstanden!«
+
+»Kinder!« unterbrach Orla die Sprechenden, »nun hört auf mit euren
+Albernheiten, ich habe euch eine höchst wichtige Mitteilung zu machen!«
+
+Wichtige Mitteilung! Grete sperrte Mund und Nase auf und sah gespannt auf
+Orla, zu der sie sich ganz dicht herangedrängt hatte.
+
+»Nicht hier!« fuhr diese fort, »folgt mir unter die Linde!«
+
+»Unter die Linde?« fragte Annemie ängstlich. »Laß uns doch hier, es ist ja
+schon dunkel unter dem alten, großen Baum!«
+
+»Ja, und es ist schon spät, wir müssen uns eilen,« fiel die ebenfalls
+furchtsame Flora ein.
+
+»Mache dir keine Sorge darum, liebste Flora,« gab Orla zurück, »denn höre
+und staune: Weil heute mein Geburtstag ist, hat Fräulein Raimar auf
+dringendes Bitten die hohe Gnade gehabt, unsern Aufenthalt im Garten heute
+abend bis um zehn Uhr zu verlängern!«
+
+»Himmlisch! Furchtbar reizend! Zu nett!« u. s. w. rief es durcheinander
+und Grete machte sogar einen kleinen, ungeschickten Sprung in die Luft.
+
+»Also auf zur Linde!« kommandierte Orla und schlug den Weg dorthin ein.
+
+Ohne Gegenrede folgten ihr alle, in wenigen Augenblicken waren sie dort.
+Orla stieg auf eine Bank, die dicht am Stamme lehnte, schlug die Arme
+untereinander und sah schweigend auf die Mädchen herab, die einen dichten
+Halbkreis um sie bildeten und mit höchster Spannung auf sie blickten.
+
+»Meine lieben Freundinnen,« hub sie an, da raschelte es über ihnen in den
+Zweigen. Die Mädchen schraken zusammen.
+
+»Was war das?« fragte Annemie, »Gott, wenn sich im Baume jemand versteckt
+hätte!«
+
+»Oder wenn ein Gespenst wieder seinen Spuk triebe!« sprach Melanie mit
+bebenden Lippen.
+
+»Wie unheimlich ist es hier!« fiel Grete ein, »ich fürchte mich!«
+
+»So ein Gespenst mit großer Feuerauge und fliegender Haar,« meinte Nellie
+und stieß Ilse an, »o, es wäre furchtbar!«
+
+Orla stand ruhig und unerschrocken da, sie kannte keine Furcht. »Schämt
+euch!« rief sie den Zagenden zu, »seid ihr erwachsene Mädchen? Kann euch
+eine harmlose Fledermaus in die Flucht treiben? Geht zurück, wenn ihr euch
+fürchtet, für Kinder passen meine Worte nicht! Wollt ihr vernünftig sein?«
+
+»Ja, ja!« tönte es zurück, zwar etwas zaghaft, aber die Neugierde trug
+doch den Sieg über die Furcht davon.
+
+»So hört mich an! Hier an dieser Stätte, unter dem Schutze unsrer
+geliebten Linde laßt uns einen Bund schließen, der uns in Freundschaft für
+das ganze Leben vereinen soll. Wie lange wird es dauern und wir verlassen
+die Pension, und das Schicksal zerstreut uns in alle Winde!«
+
+»In alle Winde!« wiederholte Flora halblaut.
+
+»Nun frage ich euch, soll uns dasselbe für immer trennen? Ich sage: nein!
+wir werden uns wiedersehen! Wir haben stets treu zusammengehalten, unsre
+Freundschaft darf nicht wie ein leerer Wahn verrauschen –«
+
+»Wie ein leerer Wahn verrauschen –« gab Flora als Echo zurück.
+
+»Ruhig!« geboten die andern, »laß Orla sprechen!«
+
+»So frage ich euch denn: wollt ihr mit mir in diesem feierlichen
+Augenblicke geloben, daß ihr heute in drei Jahren zurückkehren wollt? Hier
+unter der Linde, am siebenten Juli, morgens elf Uhr, soll uns ein frohes
+Wiedersehen vereinen. Seid ihr mit meinem Vorschlage einverstanden?«
+
+»Ja!« rief es einstimmig und begeistert, »wir kommen!«
+
+»Schwört einen Eid darauf!«
+
+Sie erhob drei Finger der rechten Hand und alle übrigen folgten ihrem
+Beispiele. Nur Rosi zögerte.
+
+»Es könnten doch Hindernisse eintreten, die eine Reise hierher unmöglich
+machten,« warf sie mit ihrer sanften Stimme ein.
+
+»Hindernisse, das heißt, nur wichtige Hindernisse heben den Eid auf!«
+erklärte Orla. »In diesem Falle ist die Ausbleibende verpflichtet, durch
+einen ausführlichen Brief den Grund ihres Eidbruches anzugeben. Beschwört
+auch das!«
+
+Wieder erhoben sich die Hände und diesmal zögerte Rosi nicht, sich dem
+Schwure anzuschließen.
+
+»Nun haben wir uns für ewig verbunden!« nahm Orla wieder das Wort, »und
+jede von uns wird ihren Eid halten, damit wir indes stets desselben
+gedenken, mache ich euch einen Vorschlag. Wir wollen zur Erinnerung an
+diese heilige Stunde einfache, silberne Ringe anfertigen lassen, die wir
+an dem kleinen Finger der linken Hand tragen. Jede von uns erhält einen
+solchen und trägt ihn bis zu ihrer Sterbestunde.«
+
+»Bis zu ihrer Sterbestunde!« sprach Flora langsam und elegisch nach.
+
+Die Ringidee wurde von allen reizend, famos und entzückend gefunden und
+mit Begeisterung angenommen. Orla, die von ihrem erhabenen Platze
+heruntergesprungen war, wurde umringt und mit schmeichelhafter Anerkennung
+überhäuft. Melanie prophezeite ihr geradezu eine große Zukunft als
+Rednerin, sie habe ›furchtbar reizend‹ gesprochen.
+
+Alle befanden sich übrigens in einer gehobenen Stimmung, sie fielen sich
+in die Arme, küßten sich und versicherten sich gegenseitig der
+zärtlichsten Freundschaft, die nur mit dem Tode enden könne.
+
+Sie glaubten ganz ernst an ihre Versprechungen, kein Zweifel vergiftete
+ihre unschuldsvolle Zuversicht. Der Mond lugte wischen den Zweigen
+hindurch und blickte wie spottend mit einem Auge auf das rührende
+Schauspiel. Vielleicht verstand ihn der alte Baum, vielleicht bedeutete
+das leise Rauschen in seinem Wipfel die Antwort: Du Zweifler da oben,
+spotte nicht über die gläubigen Kinder. Weißt du nicht, daß es immer so
+war und immer so sein wird? Die Träume der Jugend gehören zur jungen
+Brust, wie der Tau zur Rose. Enttäuschung und Nüchternheit töten früh
+genug diese Blüten der kurzen Maienzeit.
+
+»Orla,« sagte Flora, als sie langsam in das Haus zurückkehrten, »auch ich
+möchte einen Vorschlag machen. Wenn eine von uns Freundinnen, die wir uns
+bis in den Tod verbunden haben, in den Bund der heiligen Ehe tritt, so
+soll es ihre Pflicht sein, ihre Genossinnen zu diesem hohen Feste
+einzuladen.«
+
+»Ja,« stimmte Orla bei, »das ist ein guter Gedanke, wir wollen denselben
+mit einem Handschlag besiegeln.«
+
+Sie schlossen einen Kreis und reichten sich die Hände, verzogen auch keine
+Miene dabei. Nur Ilse konnte das Lachen nicht lassen, die
+Hochzeitsgedanken kamen ihr gar zu komisch vor.
+
+»Ich trete zwar niemals in den Bund der heiligen Ehe, aber ich gebe doch
+mein Handschlag zu die Einladung,« neckte Nellie.
+
+»Spotte nicht über so ernste Dinge,« sprach Flora zürnend. »Wir sind nicht
+aufgelegt zu deinen Scherzen.«
+
+»O, ich scherz’ gar nix, aber wie soll ein arm’ häßlich Engländerin mit
+sehr viel Sommerspross’ auf der Nas’ ein Mann bekommen?«
+
+Diese komische Bemerkung verscheuchte den Ernst von den jugendlichen
+Stirnen und Scherz und Frohsinn kehrten zurück.
+
+Ehe sich Flora zur Ruhe begab, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+»Welch ein großer, ereignisvoller Tag! O, ich zittere noch, wenn ich daran
+denke! Mondschein! Rosenduft! Linde! Sang der Philomele! Orla hinreißend
+gesprochen (Meine nächste Heldin Orla heißen!) Freundschaftsbündnis!
+Schwur! Hochzeitsversprechen! (Meine entzückende Idee!) Handschlag darauf!
+Wie heißt die Hochbeglückte, die zuerst denselben löst? Schicksal, du
+dunkles, laß mich den Schleier heben! Giebt es Ahnungen, sollt’ ich? –«
+
+Sie legte die Feder nieder, schloß das Buch und verbarg es tief in ihrem
+Kommodenkasten. Ihre Hand zitterte und ihre Gedanken verwirrten sich. Sie
+legte sich nieder und schlief ein. Träumend sah sie sich im Brautkranz und
+weißen Atlaskleide.
+
+ * * *
+
+Die acht Wochen, oder wie Nellie sagte: »vierundfünfzig Tage«, waren
+vorübergegangen. Der erste September brach an. Nellie hatte die ganze
+Nacht nicht schlafen können vor Herzeleid, der Abschied von der geliebten
+Freundin raubte ihr die Ruhe. Auch Ilse war es gleich ergangen und es war
+rührend, wie beide Mädchen bemüht waren, ihre Schlaflosigkeit und ihre
+Thränen sich gegenseitig zu verbergen.
+
+Als der Morgen anbrach, hielt Nellie es nicht mehr aus. Sie stand auf,
+warf ihr Morgenkleid über und schlich an Ilses Bett.
+
+»Wachst du?« fragte sie, als dieselbe sie mit offenen Augen ansah, »das
+ist schön, nun können wir noch eine ganze Stunde plaudern, es hat eben
+Fünf geschlagen.«
+
+Sie setzte sich auf Ilses Bettrand und ergriff deren beide Hände, und als
+sie aufblickte und Thränen in Ilses Augen schimmern sah, da war es aus mit
+ihrer künstlichen Fassung. Sie beugte sich zu der Freundin nieder und
+indem sich beide fest umschlungen hielten, vermischten sich ihre heißen
+Thränen.
+
+»O, Ilse! Wie einsam wird es sein, wenn dein Bett leer ist! Oder wenn ein
+anderer Gesicht mir daraus ansieht, o, ich bin sehr, sehr traurig!«
+
+Ilse hatte sich aufgerichtet und drückte die Weinende innig an sich. Zu
+sprechen vermochte sie nicht, es war ihr zu weh.
+
+»Wir sehen uns bald wieder,« sprach sie endlich mit zitternder Stimme und
+versuchte Nellie zu trösten. »Du besuchst uns in Moosdorf; den ganzen
+Winter über wirst du bei uns bleiben.«
+
+Nellie schüttelte ungläubig den Kopf. »Das wird nix, ich werde nicht
+Erlaubnis bekommen zu ein so lang’ Besuch. Meine Zeit ist Ostern vorbei,
+dann heißt es: fort aus der Pension! Ich muß ein’ Stell’ annehmen und
+Kinder Unterricht geben. Aber ich weiß noch nicht viel und muß sehr
+fleißig lernen, Fräulein Raimar sagt es alle Tage.«
+
+»Aber die Michaelisferien darfst du gewiß bei uns zubringen. Meine Eltern
+werden selbst an Fräulein Raimar schreiben und sie dringend darum bitten,
+sie wird es ihnen nicht abschlagen,« entgegnete Ilse.
+
+»Es geht nicht, ich muß lernen!«
+
+Ilse sah die Freundin traurig und bedauernd an. »Wenn du wirklich eine
+Gouvernante werden mußt, Nellie, so versprich mir fest, daß du all’ deine
+Ferien bei uns in Moosdorf zubringen willst. Meine Heimat soll auch die
+deinige sein.«
+
+Mit einem Handschlage wurde dies Versprechen besiegelt. »Du bist sehr gut,
+Ilse, ich werde nie wieder ein Mädchen lieben wie dir. Vergiß mir nie!
+Sieh dieser klein’ silbern’ Ring recht oft an und denk’ dabei immer an
+dein’ Nellie, die in Einsamkeit zurückgeblieben ist.«
+
+»Nicht einsam,« tröstete Ilse, »sie haben dich alle so lieb im Institute.«
+
+»Und wenn ich fort bin, aus der Auge, aus der Sinn, dann bin ich fremd für
+sie.«
+
+»Nein, Nellie, du wirst Fräulein Raimar und Fräulein Güssow nie eine
+Fremde sein!« entgegnete Ilse mit vollster Ueberzeugung. »Sie haben dich
+furchtbar lieb!«
+
+»O ja, ich weiß; aber sie sind nicht mehr in Jugend und werden mir nie
+verstehn, wie du. Sie haben vergessen, wie man ein dumm’ Streich macht!
+Denkst du noch an der Apfelbaum?«
+
+Die Erinnerung an diese lustige Fahrt trocknete ihre Thränen und rief ein
+fröhliches Lächeln auf ihre Lippen. Jede geringe Kleinigkeit durchlebten
+sie in Gedanken noch einmal. Die Spukgeschichte. Miß Lead in ihrem
+wunderbaren Aufzuge. Die Stiefelspitze, die sie beinahe verriet, ach, und
+die Angst, die sie ausgestanden! – »Und es war doch schön!« rief Nellie
+aus, »ich wünsche, daß wir noch einmal alles machen könnten!«
+
+»Wenn du nach Moosdorf kommst,« sagte Ilse, »dann wollen wir in die Bäume
+klettern nach Herzenslust! Du wirst es bald lernen! O, es wird dir bei uns
+gefallen! Wir haben ein großes, schönes Wohnhaus mit Türmchen und Söllern,
+fast wie ein Schloß. Du wirst dein Zimmer dicht neben mir haben, das ist
+doch reizend, nicht wahr? Ich fahre dich alle Tage mit meinen Ponies
+spazieren, und Hunde haben wir zum Entzücken!«
+
+So plauderte Ilse von der Heimat und schilderte der Freundin lebhaft und
+feurig die dortigen Herrlichkeiten. Auf diese Weise kamen sie für den
+Augenblick über das Weh des Abschieds hinweg, die Aussicht auf ein nicht
+allzufernes Wiedersehen versüßte ihren herben Trennungsschmerz. –
+
+Wenige Stunden später stand Ilse reisefertig vor Fräulein Raimar und sagte
+ihr Lebewohl. Die Vorsteherin hielt sie im Arme und redete liebevoll auf
+sie ein.
+
+»Es thut mir leid, daß dein Vater verhindert ist, dich abzuholen,« sagte
+sie, »nun mußt du die weite Reise allein machen! Gern hätte ich ihn auch
+noch einmal gesprochen und mancherlei mitgeteilt, was ich nun schriftlich
+thun mußte. Wie erstaunt wird er sein, wenn er dich wiedersieht, er wird
+die frühere Ilse gar nicht wieder erkennen! Weißt du wohl noch, wie ungern
+du damals zu uns kamst?«
+
+»Verzeihen Sie mir,« bat Ilse unter Thränen, »und vergessen Sie, wenn ich
+Sie kränkte!«
+
+»O, rede nicht davon! Du bist uns allen eine liebe Schülerin geworden und
+ungern sehen wir dich scheiden. Ich hoffe, du schreibst mir zuweilen,
+liebe Ilse, und giebst mir Nachricht, ob du gute Fortschritte in der Musik
+und besonders im Zeichnen machst. Ich habe den Papa gebeten in diesem
+Briefe,« sie übergab Ilse denselben, »daß er dir noch in einigen Fächern
+Nachhilfe geben lassen möge, besonders möge er für einen tüchtigen Lehrer
+im Zeichnen sorgen, da du viel Talent dazu habest.«
+
+Fräulein Güssow trat ein und meldete, daß der Wagen vor der Thüre stehe,
+sie und Nellie begleiteten Ilse zur Bahn.
+
+»Leb wohl denn, mein Kind,« sagte die Vorsteherin, »und wenn du einmal
+Sehnsucht nach der Pension bekommen solltest, so kehre zu uns zurück,
+jederzeit wirst du uns von Herzen willkommen sein.«
+
+Im Hausflur standen die Freundinnen versammelt. Sie umringten die
+Scheidende und reichten ihr Blumensträuße. Natürlich küßten und herzten
+sie sich unter Thränen.
+
+»Vergiß uns nicht!« »Schreib bald!« »Ich habe dich furchtbar lieb gehabt!«
+so und ähnlich klang es durcheinander, und ehe Ilse in den Wagen stieg,
+flüsterte Flora ihr zu: »Gedenke deines Schwurs!«
+
+»Die Blumen werden dir lästig sein unterwegs, Ilse,« meinte Fräulein
+Güssow, die bereits mit Nellie im Wagen Platz genommen hatte, »laß sie
+zurück und nimm aus jedem Strauße nur einige Blümchen mit.«
+
+Aber welches junge Mädchen würde auf diesen vernünftigen Vorschlag
+eingegangen sein! Eine Abreise ohne Strauß ist gar keine richtige Abreise
+nach heutigem Begriffe. Natürlich schüttelte Ilse den Kopf und sah das
+Fräulein bittend an. »Ich möchte sie so gern alle mitnehmen,« sagte sie.
+
+»Aber wie?« Darauf gab Rosi die Antwort. Sie hatte ein offenes Körbchen
+herbeigeholt und legte den ganzen Blumenvorrat vorsichtig hinein.
+
+Und nun zogen die Pferde an; noch ein »Lebewohl«, ein letzter
+Abschiedsblick, ein Grüßen mit dem Tuche und hinter ihr lag die Stätte, an
+der sie eine glückliche und lehrreiche Zeit verlebt. Ilse lehnte sich im
+Wagen zurück und weinte laut.
+
+Als die Damen am Bahnhofgebäude anlangten, war der Zug soeben eingefahren.
+Er hatte fünfzehn Minuten Aufenthalt und Fräulein Güssow hatte Zeit, ein
+passendes Koupee für Ilse auszusuchen.
+
+»Wo ist ein Damenkoupee? fragte sie den Schaffner, »diese junge Dame fährt
+nach W.«
+
+»Hier! hier!« rief es aus dem Fenster eines Koupees hinter ihr, »hier
+können junge, hübsche Damen Platz nehmen!«
+
+Das Fräulein wandte den Kopf und blickte in ein fröhliches
+Studentenangesicht. Das Cereviskäppchen saß ihm keck auf einem Ohre und
+kaum geheilte »Schmisse« schmückten Kinn und Wange. Hinter ihm standen
+noch einige andre Studenten und lachten zu dem Scherze ihres Freundes.
+Laut und ungeniert bewunderten sie die jungen Mädchen.
+
+»Entzückend! Wunderbar! Fortuna mit dem Füllhorne!« riefen sie den Damen
+nach, die sich eilig entfernten. – Fräulein Güssow ergriff unwillkürlich
+Ilses Hand, die hocherrötet war.
+
+ [Illustration]
+
+»Wie unverschämt!« sagte sie entrüstet, »wie konnten sie das wagen! Ach
+Ilse, ich bin in Sorge um dich!« – Und sie ließ einen recht besorgten
+Blick über das junge Mädchen hingleiten, das in seinem schottischen
+Reisekleide, dem passenden Barett mit blau schillerndem Flügel an der
+Seite, überaus lieblich aussah. – »Du reistest noch niemals allein, und
+jetzt mußt du ohne Schutz die lange Fahrt machen. Wenn doch dein Papa dich
+abgeholt hätte!«
+
+»Das war nicht möglich!« entgegnete Ilse. »Er mußte daheim bleiben, um
+Mamas einzigen Bruder, der zehn Jahr in der Welt umhergereist ist, heute
+zu begrüßen. Ich habe ihn selbst darum gebeten, als er mir schrieb, daß er
+trotzdem kommen wolle. Ich bin auch gar nicht ängstlich, es ist ja heller
+Tag. Papa hat mir auch die ganze Reiseroute so genau aufgeschrieben, daß
+ich mich nicht irren kann.«
+
+»Lies mir das noch einmal vor,« sagte Fräulein Güssow. »Ich möchte dich
+gern mit meinen Gedanken begleiten. Du, Nellie, könntest indessen Ilses
+Handgepäck in das Koupee legen.«
+
+Ilse nahm aus einem roten Ledertäschchen, das sie an ihrem Gürtel
+befestigt an der Seite trug, einen Brief und las:
+
+»Um elf Uhr Abfahrt von dort, um zwei Uhr Ankunft in M. Bis drei Uhr
+Aufenthalt daselbst. Dann Weiterfahrt _ohne umzusteigen_ bis Lindenhof. Um
+fünf Uhr langst du dort an, steigst aus und wirst von meinem alten
+Freunde, Landrat Gontrau mit seiner Frau, empfangen. Sie nehmen dich mit
+hinaus nach Lindenhof, wo du, auf ihre dringenden Bitten, übernachtest.
+
+»Am andern Mittag fährst du weiter und Gontrau hat mir versprochen, dich
+sicher zur Bahn zu befördern und alles Nötige für deine Weiterreise zu
+besorgen.
+
+»Vergiß nicht, eine Photographie von mir in die Hand zu nehmen; Gontraus,
+denen du ja unbekannt bist, werden dich daran erkennen.«
+
+»Hast du das Bild?« fragte das Fräulein, und als Ilse bejahte, gab sie
+derselben noch mancherlei gute Lehren mit auf den Weg. »Ich weiß, du bist
+verständig und wirst auch vorsichtig sein, aber du bist noch unerfahren
+und kennst die Welt und die Menschen nicht; – es giebt Leute, die gar zu
+gern unsre ganzen Lebensverhältnisse herauslocken möchten und höchst
+geschickt zu fragen verstehen; weiche ihnen soviel wie möglich aus und sei
+höchst vorsichtig in deinen Aeußerungen. Für alle Fälle warne ich dich
+aber, in keiner Weise eine Aufmerksamkeit oder eine Gefälligkeit, wenn sie
+dir überflüssig erscheint, von einem Herrn, sei er jung oder alt,
+anzunehmen. Folge nur stets deiner zurückhaltenden Natur, liebes Herz,
+dann wirst du auch das Rechte thun.«
+
+»Einsteigen!« rief der Schaffner und unterbrach die liebevollen
+Ermahnungen der jungen Lehrerin. Weinend umarmte Ilse dieselbe, und alles,
+was sie an Liebe und Dankbarkeit für dieselbe empfand, stammelte sie in
+zwei Worten mühsam hervor: »Dank – Dank –«
+
+»Leb’ wohl denn, mein geliebtes Kind!« entgegnete diese und schloß ihr den
+Mund mit einem innigen Kusse.
+
+Und Nellie? Der Abschied von ihr war der schwerste Augenblick für Ilse.
+»Behalt’ mir lieb,« bat sie kaum hörbar und sah dabei so unglücklich aus,
+als ob das Glück für immer von ihr scheide. Und Ilse hielt sie fest
+umschlungen und vermochte kein Wort hervorzubringen, – dann riß sie sich
+los und stieg ein.
+
+Im letzten Augenblicke stieg noch eine alte Dame mit weißen Locken ein.
+Sie war ganz außer Atem von dem eiligen Gehen und schien etwas ängstlich
+und unbeholfen zu sein. Fräulein Güssow war ihr beim Einsteigen behilflich
+und als der Schaffner ihr Billett koupierte, erfuhr sie zu ihrer großen
+Freude, daß die Dame und Ilse die gleiche Reisetour hatten. Sie richtete
+die herzliche Bitte an dieselbe, daß sie das junge Mädchen unter ihren
+Schutz nehmen möge. Mit größter Liebenswürdigkeit versprach dies die Dame.
+
+Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ilse lehnte zum Fenster hinaus
+und grüßte mit dem Tuch die Zurückbleibenden. – Schmerzlich bewegt blickte
+Fräulein Güssow dem Zuge nach, es war ihr, als ob er ein Stück von ihrem
+Herzen mit sich nähme! Noch nie hatte sie mit so vieler Liebe und
+Hingebung sich der Erziehung einer Schülerin gewidmet, noch nie hatte sie
+sich durch den glücklichen Erfolg so belohnt gefühlt. – Nun ging sie fort
+und wer konnte sagen, ob sie das Kind je wiedersehen werde?
+
+»Komm,« wandte sie sich der laut schluchzenden Nellie zu, »wir wollen
+gehen!« Und sie zog Nellies Arm durch den ihrigen und sprach tröstende
+Worte zu ihr – und hatte doch selbst ein so tiefbetrübtes Herz.
+
+ * * *
+
+Im Flug entführte der Dampfwagen Ilse dem Orte, den sie unter so
+verschiedenartigen Gefühlen betreten und wieder verlassen hatte. Reichlich
+flossen ihre Thränen. Sie hielt das Tuch gegen die Augen gedrückt und die
+liebliche Gegend, an der sie vorüberfuhr, die Berge, die ihr vertraute
+Bekannte geworden, erhielten keinen Abschiedsgruß von ihr. Ein
+Sonnenstrahl stahl sich zum Fenster hinein, fiel auf ihr lockiges Haar und
+färbte es golden, aber Trost in ihrem Kummer vermochte er ihr nicht zu
+bringen.
+
+Die Dame sah teilnehmend auf die Weinende, aber sie störte sie nicht in
+ihrem Schmerze. Erst als sie bemerkte, daß Ilse ruhiger wurde, knüpfte sie
+ein Gespräch mit ihr an.
+
+»Ich verstehe Ihren Kummer wohl, liebes Kind,« sagte sie herzlich, »und
+kann Ihnen nachempfinden, wie Ihnen um das Herz ist. So ein Abschied von
+der Pension ist ein wichtiger Abschnitt, es thut weh, von den Freundinnen
+scheiden zu müssen, die man lieb gewonnen hat, – aber Kind, so gar
+trostlos müssen Sie das alles nicht ansehen. Die Trennung ist ja nicht für
+das ganze Leben, die Freundinnen werden Sie in Ihrer Heimat besuchen. Es
+ist wohl schön in Ihrer Heimat?«
+
+Das war eine Frage zur rechten Zeit. Ilses Kinderaugen lachten noch unter
+Thränen die Fragerin an. Sie fing an, lebhaft zu erzählen, ihre Gedanken
+kehrten in das Elternhaus zurück, und zum erstenmale dachte sie seit
+längerer Zeit mit ungetrübter Sehnsucht an dasselbe.
+
+»Wie werden Sie sich freuen, die Eltern wiederzusehen!« fuhr die Dame
+fort, die großes Wohlgefallen an dem jungen Mädchen fand.
+
+»O sehr, sehr!« entgegnete Ilse, »und besonders freue ich mich auf den
+kleinen Bruder, den ich noch gar nicht kenne! Ich habe sein Bild bei mir,
+darf ich es Ihnen zeigen?«
+
+ [Illustration]
+
+Sie nahm eine Ledertasche von oben herab, öffnete dieselbe und nahm ein
+Album daraus hervor.
+
+»Das ist er!« sagte sie und zeigte mit Stolz auf einen kleinen, dicken
+Buben, der im Hemdchen photographiert war.
+
+»Ein schönes Kind!« bewunderte die Dame, »und ist das Ihre Mama, die den
+Kleinen auf dem Schoße hält?«
+
+Ilse bejahte. »Hier ist mein Papa,« fuhr sie fort und holte sein Bild aus
+dem Saffiantäschchen. Was war natürlicher, als daß sie bei dieser
+Gelegenheit erzählte, daß ihr das Bild zum Erkennungszeichen dienen solle,
+wenn Gontraus sie empfangen würden.
+
+»Gontrau?« fragte die alte Dame, »Landrat Gontrau? Das sind ja liebe
+Bekannte von mir. Mein Mann, Sanitätsrat Lange, ist seit langen Jahren
+Arzt in ihrem Hause! Wir wohnen in L., das ist die nächste Station von
+Lindenhof. Wie sich das wunderbar trifft! Nun stecken Sie das Bild Ihres
+Papas nur getrost ein, wir haben es nicht mehr nötig; jetzt werde ich Sie
+meinen Freunden zuführen! So viel Zeit habe ich bei meinem kurzen
+Aufenthalte!«
+
+Ilse war sehr erfreut über diesen wunderbaren Zufall, und im Geplauder mit
+der liebenswürdigen, feingebildeten Frau Rat verging ihr die Zeit mit
+Windesschnelle. Sie war ganz erstaunt, als der Schaffner das Koupee
+öffnete und hineinrief: »Station M.! Sie müssen aussteigen, meine Damen!«
+
+»Schon!« rief Ilse und griff nach ihren Sachen.
+
+Frau Rat hatte sich auch erhoben und suchte ihr Handgepäck zusammen. Es
+geschah alles mit ängstlicher Hast, ihre Hände zitterten etwas in nervöser
+Aufregung. Eine Ledertasche, die sie von oben herabnahm, entfiel ihrer
+Hand. Das Schloß an derselben sprang auf und verschiedene kleine
+Gegenstände kollerten auf den Boden.
+
+»O Gott!« rief sie erschrocken, »was habe ich da gemacht!« – Sie wollte
+sich bücken und ließ eine Schachtel dabei fallen.
+
+»Bitte, lassen Sie mich alles besorgen!« beruhigte sie Ilse. Schnell hatte
+sie alles aufgesucht und wieder in die Tasche gethan. Das Portemonnaie der
+Frau Rat, das sich ebenfalls unter den herausgefallenen Dingen befand,
+steckte sie tief hinein in die Tasche, verschloß dieselbe vorsichtig und
+gab sie der geängsteten Dame in die Hand.
+
+»So,« sagte sie, »nehmen Sie das an sich, für Ihre übrigen Sachen werde
+ich Sorge tragen.«
+
+Sie legte sämtliches Handgepäck zusammen auf den Sitz, stieg dann hinaus,
+ließ sich dasselbe von der Dame zureichen, übergab es einem
+bereitstehenden Packträger und half endlich der Frau Rat vorsichtig die
+hohen Stufen hinabsteigen.
+
+»Danke, danke, liebes Kind,« sagte diese. »Wie umsichtig und verständig
+Sie alles besorgen! Ich hätte das bei Ihrer Jugend kaum erwartet.«
+
+Ilse wunderte sich selbst darüber, wer weiß aber, ob ihre Selbständigkeit
+sich so plötzlich entwickelt hätte, wenn die hilflose Art und Weise ihrer
+Begleiterin dieselbe nicht herausgefordert hätte. – Ganz stolz hob sie den
+Kopf bei diesem Lobe und wünschte: wenn Fräulein Güssow doch gleich
+dasselbe hören könnte! Sie hatte so große Besorgnisse gehabt, und jetzt
+war sie Beschützerin, anstatt daß sie beschützt wurde! – Es war wirklich
+ein recht erhebendes Gefühl für sie, leider nicht von langer Dauer!
+
+Als sie mit Frau Rat langsam dem Stationsgebäude zuschritt, hörte sie
+laute Zurufe aus einem Koupee des noch haltenden Zuges. Ein flüchtiger
+Blick und sie hatte sofort die Studenten erkannt. Ganz ängstlich ergriff
+sie den Arm der Dame, denn in diesem Augenblick war all ihre frohe
+Sicherheit geschwunden und sie fühlte sich recht eines Schutzes bedürftig.
+
+»Leb wohl – leb wohl – du süße Maid! – Nur einen Abschiedsblick, reizendes
+Lockenköpfchen!« riefen die Uebermütigen, und als der Zug schon im
+Weiterfahren war, warf einer von ihnen ihr eine herrliche Rose zu, sie
+fiel gerade zu ihren Füßen.
+
+Ilse wandte sich ab, sie wußte vor Scham und Verlegenheit nicht, wohin sie
+den Blick wenden sollte.
+
+»Kannten Sie die jungen Herren?« fragte Frau Rat. –
+
+Ilse verneinte und erzählte, daß sie dieselben zum ersten Male bei ihrer
+Abreise gesehen.
+
+»Ja, das ist lustiges Blut!« meinte Frau Rat. »Die ganze Welt gehört ihnen
+und man darf es ihnen nicht übel nehmen, wenn sie sich mehr herausnehmen
+als andre. – Wollen Sie die Rose nicht aufnehmen, Kind?«
+
+Ilse hatte wohl den Wunsch, aber sie schüttelte doch den Kopf. »Ich darf
+nicht,« sagte sie, und Fräulein Güssows Worte: »keine Aufmerksamkeit von
+einem Herrn anzunehmen,« standen mahnend vor ihrer Seele. – Der Werfer
+fuhr freilich auf und davon und niemals hätte er erfahren, ob sie die Rose
+nahm oder nicht, – trotzdem schwankte sie nicht, ihre Gewissenhaftigkeit
+und das eigne Bewußtsein waren die Wächter, die sie zurückhielten.
+
+Frau Rat verstand sofort Ilses Benehmen und freute sich über ihr
+Taktgefühl. »Sie haben recht, Kind,« sagte sie, »und eigentlich beschämen
+Sie mich etwas. Aber ich dachte nicht gleich daran, wer die Blume geworfen
+hat. Ich sah das herrliche Prachtexemplar im Staube liegen und es that mir
+leid um die unschuldige Rose.«
+
+Nach einer Stunde Aufenthalt fuhren die Damen weiter. Ilse hatte die Zeit
+benützt, eine Korrespondenzkarte an Fräulein Güssow zu schreiben. Als sie
+schrieb, meldete sich der Abschiedsschmerz aufs neue. Es verwischten sogar
+einige Thränen die frische Schrift; aber sie meldete, daß ihr die Reise
+bis jetzt furchtbar schnell vergangen sei, und Frau Rat wäre eine zu
+entzückende Frau.
+
+Die Erwähnte dachte ungefähr ebenso von ihrer jungen Reisegefährtin. Sie
+hatte in der kurzen Zeit eine warme Zuneigung zu derselben gefaßt. Ilse
+war so ganz anders als all die jungen Mädchen ihrer Bekanntschaft. Sie
+verglich sie mit einem sprudelnden Waldquell, dessen Wasserspiegel bis auf
+den klaren Grund sehen läßt. Wahr und offen und doch nicht geschwätzig,
+natürlich und ohne jede Ziererei. Und doch, wie hübsch war die Kleine! –
+Frau Rat blickte mit innerer Freude in Ilses rosiges Gesicht, in ihre
+braunen Augen, die ein so getreuer Spiegel ihrer Seele waren; die sie
+traurig und thränengefüllt, fröhlich und schelmisch aufleuchten sah, und
+deren dunkle Wimpern sich sittsam senkten, als übermütige Studenten ihr
+huldigen wollten.
+
+»Nun sind wir in wenigen Minuten in Lindenhof und müssen uns trennen,«
+sagte Frau Rat. »Es thut mir von Herzen leid, ich habe Sie sehr lieb
+gewonnen. Versprechen Sie mir fest, mich zu besuchen, wenn der Zufall Sie
+in die Nähe von L. führen sollte.«
+
+Ilse versprach das gern und gestand, daß auch ihr das Scheiden schwer
+werde. Frau Rat hätte so ›himmlisch‹ verstanden, sie zu trösten.
+
+»Da sind wir schon!« rief Frau Rat und steckte den Kopf zum Fenster
+hinaus, um sich nach Gontraus umzusehn. Sie waren nicht zu erblicken.
+Einige Bauernfrauen standen wartend mit ihren Tragkörben da, sie wollten
+mit dem Zuge weiterfahren, das war alles. – Ilse hatte auch hinausgeschaut
+und als sie niemand anwesend sah, der sie erwartete, wurde es ihr recht
+bange.
+
+»Ach!« seufzte sie, »was fange ich nun an! Ich bin ganz verlassen hier!
+Lassen Sie mich mit Ihnen weiterfahren, liebe Frau Rat, und nehmen Sie
+mich für die eine Nacht auf. Bitte, bitte!«
+
+»Wie gern thäte ich das, mein Kind; aber das wäre gegen die Bestimmung
+Ihrer Eltern. Gontraus werden noch kommen, auf jeden Fall! Sie haben sich
+etwas verspätet, Sie können es glauben. Was würden sie sagen, wenn
+Fräulein Ilse davongeflogen wäre?«
+
+Ilse seufzte schwer und stieg aus. Ihr Gepäck, auch die Blumen, die trotz
+des häufigen Besprengens mit frischem Wasser die Köpfchen traurig hängen
+ließen, hatte sie aus dem Koupee gehoben, – nun stand sie da und sah sich
+hilflos nach beiden Seiten um.
+
+»Machen Sie nicht ein so trostloses Gesicht, liebes Kind,« beruhigte die
+alte Dame, »es wäre ja noch immer kein Unglück, wenn Gontraus durch irgend
+ein Mißverständnis Sie heute nicht erwarteten! In diesem Falle bestellen
+Sie einen Wagen im Stationsgebäude und fahren nach Lindenhof hinaus. In
+einer guten Stunde sind Sie dort, und daß Sie bei den lieben Menschen mit
+offnen Armen empfangen werden, dafür stehe ich ein.«
+
+»Nein, nein! das thue ich nicht! Das würde ich nicht wagen!« rief Ilse
+ganz erschrocken. »Ich weiß ja gar nicht, ob man mich haben will! Ich kann
+doch nicht unbekannten Leuten in das Haus fallen!«
+
+Es leuchtete so etwas vom alten Trotze dabei aus ihren Augen und die
+Oberlippe kräuselte sich in verdächtiger Weise. Frau Rat lächelte über den
+jugendlichen Ungestüm.
+
+»Man will Sie haben, und fremde Leute sind es auch nicht, zu denen Sie
+kommen, kleine Ungeduldige,« sprach sie scherzhaft. »Der Landrat ist ein
+sehr guter Freund Ihres Vaters.«
+
+Ilse konnte sich nicht dabei beruhigen, sie wurde sogar noch
+niedergeschlagener.
+
+Als Frau Rat bemerkte, daß sie nur noch fünf Minuten beisammen sein
+würden, füllten sich ihre Augen mit Thränen.
+
+»Gehen Sie einmal schnell um das Gebäude, dort können Sie die ganze
+Chaussee überblicken, die nach dem Rittergute führt. Vielleicht sehen Sie
+den Wagen kommen.«
+
+Sie that, wie ihr geraten wurde. Im vollen Laufen öffnete sie das
+Saffiantäschchen und nahm Papas Bild heraus. »Es ist zwar doch
+vergeblich,« dachte sie, »aber ich will es für alle Fälle in die Hand
+nehmen.«
+
+ [Illustration]
+
+Kaum hatte sie sich entfernt, kaum war sie links um das Haus gegangen, als
+von der andern Seite desselben ein junger, schlanker Mann mit leichtem,
+elastischen Schritt eilig hervortrat. Sein Auge glitt suchend über den
+Perron, dann ging er dicht an dem Zuge entlang und spähte forschend in
+jedes Koupee. Frau Rat hatte ihn sofort entdeckt und ihre Züge verklärten
+sich, – der Suchende war niemand anders als der Sohn des Landrats. »Leo!
+Leo!« rief sie ihn an, »komm, schnell! Wo sind deine Eltern? Du suchst
+sie, nicht wahr? Ich bin mit ihr gefahren – sie ist ein reizendes, junges
+Mädchen! Frisch wie eine Waldblume, sage ich dir. Dort ist sie um das Haus
+gegangen!«
+
+»Was für eine Waldblume meinst du, Tante Rat?« fragte der junge Mann etwas
+erstaunt und sah mit seinen offenen, klugen Augen die Angeredete, die sehr
+schnell und mit lebhaften Gesten gesprochen hatte, an. »Von wem sprichst
+du?«
+
+»Von ihr – von ihr!« rief sie zurück. »Von Ilse, die ihr erwartet,« wollte
+sie eigentlich sagen, aber der Name fiel ihr im Augenblick nicht ein; das
+betäubende Läuten der Glocke, die das Zeichen zur Abfahrt gab, machte sie
+nervös und verwirrte sie, es kam noch hinzu, daß der junge Mann ihren
+Worten wenig Aufmerksamkeit schenkte und immer auf dem Sprunge stand, sie
+zu verlassen.
+
+»Ich muß dich verlassen, Tante!« sagte er denn auch, »ich muß mich nach
+einem Kinde umsehen, das ich mit diesem Zuge erwarte –«
+
+»Sie ist es! Sie ist es!« rief sie lebhaft, aber er hörte ihre Worte nicht
+mehr, sondern von neuem ging er suchend den Zug entlang.
+
+»Haben Sie ein allein reisendes Kind bemerkt – und ist dasselbe vielleicht
+hier ausgestiegen?« fragte er einen Schaffner.
+
+»Nein!« antwortete dieser und schwang sich auf seinen hohen Sitz hinauf,
+denn der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
+
+Als Frau Rat an ihm vorüberfuhr, rief sie ihm einige Worte zu, leider
+vergeblich, er verstand sie nicht.
+
+Assessor Gontrau blieb stehen, etwas ratlos und nachdenklich. Der
+Oberamtmann Macket hatte seinen Vater gebeten, daß er sofort bei Ilses
+Ankunft telegraphieren möge, ob sie glücklich angekommen sei. Was sollte
+er jetzt thun? Es blieb ihm nichts andres übrig, als eine Depesche
+abzusenden mit den Worten: »Nicht angekommen!«
+
+Eben im Begriffe, sich zu diesem Zwecke in das Bureau zu begeben, fiel
+sein Blick auf einen Brief, der auf der Erde dicht vor ihm lag. Er hob ihn
+auf und las die Aufschrift auf dem geöffneten Kouvert. Nicht wenig
+erstaunte er, als er die Adresse las: »Fräulein Ilse Macket,« – sonderbar!
+Der Schaffner und die Leute hier haben kein Kind aussteigen sehen und doch
+muß es angekommen sein!
+
+»Wissen Sie nicht, wer den Brief verloren hat?« wandte er sich an eine
+Frau, die einen kleinen Obststand in der Nähe hatte.
+
+»Gesehen habe ich es gerade nicht,« meinte die, »aber ein junges Fräulein
+mit Locken hat ihn gewiß mit aus der Tasche gezogen. Ich sah, daß sie
+etwas herausnahm. Die dort war es,« unterbrach sie sich plötzlich und
+zeigte auf Ilse, die um das ganze Haus gegangen war und von der
+entgegengesetzten Seite gerade hervortrat, als der Zug abfuhr.
+
+Ihre alte Freundin grüßte noch einmal zärtlich zum Fenster hinaus, machte
+auch allerhand bedeutungsvolle Zeichen, winkte nach der andern Seite zu
+Leo hinüber, – Ilse verstand nichts von allem.
+
+Höchst unglücklich stand sie da und blickte dem Zuge nach, der ihre
+einzige Bekannte hier in die Ferne führte. »Nun bin ich verlassen!« sprach
+sie für sich, »was soll ich nun anfangen!« Es war merkwürdig, wie ihre
+mutige Sicherheit ein so schnelles Ende genommen hatte. – Wie recht hatte
+Fräulein Güssow mit ihrer Besorgnis! Auf diesen Fall war sie gar nicht
+vorbereitet! Was sollte sie nun beginnen? Am liebsten hätte sie wie ein
+kleines Kind angefangen zu weinen, sie schämte sich nur vor dem jungen,
+blonden Postbeamten, der zu einem Parterrefenster hinauslehnte und sie
+neugierig beobachtete.
+
+Aus ihrer peinlichen Ratlosigkeit schreckten sie plötzlich eilige Schritte
+auf und gleich darauf erfolgte die Anrede: »Gnädiges Fräulein, ich bitte
+um einen Augenblick!«
+
+Ilse wandte den Kopf, und als ihr Auge flüchtig die Gestalt eines jungen
+Mannes streifte, erfaßte sie eine unnennbare Angst. Was wollte er von ihr
+– warum redete er sie an? Sie verlor alle ruhige Fassung und nur der eine
+Gedanke beherrschte sie: Du darfst ihn nicht anhören! – Als ob sie nichts
+gehört habe, ging sie weiter, und als sie bemerkte, daß sie verfolgt
+wurde, beschleunigte sie ihre Schritte. Wie ihr das Herz klopfte vor Angst
+und Aufregung!
+
+»Sie haben etwas verloren, gnädiges Fräulein, wollen Sie nicht die Güte
+haben, mir einen Augenblick Gehör zu schenken!« rief er dringend.
+
+Nun stand sie still, aber sie wagte nicht, sich nach ihm umzusehen. Er
+benützte schnell diesen Moment und trat vor sie hin. Mit einem leichten,
+spöttischen Lächeln betrachtete er den kleinen Backfisch, der so ängstlich
+und blöde vor ihm davonlief. Schon schwebte ihm eine etwas ironische
+Bemerkung auf den Lippen, die er indes unterdrückte, als er in das
+liebliche, rosige Antlitz sah. Mit niedergeschlagenen Augen und in
+ängstlicher Verlegenheit stand sie vor ihm. – ›Wie eine Waldblume‹ hatte
+Tante Rat zu ihm gesagt, jetzt wußte er, wen sie damit gemeint.
+
+»Ich fand diesen Brief dort,« sprach er, »gehört er vielleicht Ihnen?«
+
+Ein flüchtiger Blick belehrte Ilse, daß er den Brief ihres Papas in der
+Hand hielt. »Ja,« sagte sie, ziemlich beschämt über ihr albernes
+Davonlaufen, »er gehört mir.« – Sie nahm ihn in Empfang, ohne den jungen
+Mann anzusehen.
+
+»Ich danke Ihnen,« fügte sie noch hinzu und wollte mit einer schüchternen
+Verbeugung weitergehen.
+
+»Und war die Adresse an Sie gerichtet?« fragte er weiter, so daß sie
+zögernd still stand.
+
+Doch bevor er noch ihre Antwort abwartete, rief er plötzlich erfreut und
+lachend zugleich: »Sie – Sie sind Fräulein Ilse Macket! ich sehe die
+Photographie in Ihrer Hand! Das ist ein wundervoller Spaß!«
+
+Erstaunt blickte Ilse ihn an, und nun sah sie zum ersten Male in das
+hübsche, von der Sonne etwas gebräunte Gesicht des jungen Gontrau.
+
+»Verzeihen Sie mein unschickliches Lachen,« entschuldigte er sich, »aber
+Sie werden dasselbe verstehen, wenn ich Ihnen Aufklärung gegeben habe. –
+Zuvor erlauben Sie, daß ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Gontrau.«
+– Er hob den weichen Filzhut ab und begrüßte sie in liebenswürdiger,
+ehrerbietiger Weise.
+
+»Gontrau!« rief Ilse strahlend vor Freude, »ist’s wahr, Gontrau? Aber Sie
+sind doch nicht – doch nicht –«
+
+»Der Landrat?« ergänzte er ihre Frage. »Nein, der bin ich nicht, nur sein
+Sohn.«
+
+»Ich war recht einfältig, daß ich Ihnen davonlief,« sprach sie errötend,
+»aber ich wußte nicht, wer Sie waren; ich hielt Sie für einen fremden
+Herrn, der mich ausfragen wollte. Ach, Sie glauben nicht, wie ich mich
+geängstigt habe, als ich so ganz allein hier stand! Wie ein verirrtes Kind
+kam ich mir vor, das nicht weiß woher und wohin. Nun bin ich froh,
+furchtbar froh! Aber wo sind Ihre Eltern?« plötzlich fiel es ihr ein, daß
+dieselben nicht anwesend waren. »Bitte, führen Sie mich zu ihnen.«
+
+»Leider konnten sie nicht die Freude haben, Sie hier zu begrüßen,«
+entgegnete Leo, den ihr kindliches Geplauder geradezu entzückte. »Meinem
+Vater ist ein kleiner Unfall zugestoßen. In dem Augenblick, als er den
+Wagen besteigen wollte, um hierher zu fahren, vertrat er sich den Fuß und
+zwar so böse, daß er zurückbleiben mußte. Die Mutter konnte zu ihrem
+Kummer nun auch nicht fort, sie mußte dem Vater behilflich sein. Dieser
+Unfall ist denn auch an meiner Verspätung schuld, die ich von ganzem
+Herzen bedaure, doppelt bedaure, da sie Ihnen Sorge und Kummer bereitet
+hat. Mama hatte sich so darauf gefreut, ›die Kleine‹ in Empfang nehmen zu
+können! Ja, ja, ›die Kleine‹,« wiederholte er und amüsierte sich über ihr
+verwundertes Gesicht. »Ihr Herr Papa trägt die Schuld an dem Irrtum, in
+dem wir befangen waren. Er sprach in seinen Briefen nur von seiner
+›Kleinen‹, oder von ›seinem Kinde‹, das er allein und schutzlos die weite
+Reise machen lassen müsse, er fürchtete, daß dem ›kleinen Mädchen‹, das
+die Pension verließ, etwas zustoßen könne. Natürlich erwarteten wir nun
+auch ein Kind, so ein halberwachsenes Mädchen von zwölf, höchstens
+dreizehn Jahren.«
+
+»Nein, aber der Papa!« rief Ilse und lachte, aber nicht so frisch und frei
+wie gewöhnlich, es klang etwas gezwungen. Es war ihr nicht ganz angenehm,
+daß der Papa noch eine so kindliche Meinung von ihr hatte. »Papa ist zu
+komisch! Er hält mich noch immer für die halberwachsene Ilse! Wie wird er
+sich wundern, wenn er mich wiedersieht! Mit siebzehn Jahren ist man kein
+Kind mehr, nicht einmal ein Backfisch!«
+
+»Bewahre!« stimmte der Assessor ihr bei, »mit siebzehn Jahren ist ein
+junges Mädchen eine vollendete Dame.«
+
+Es kam halb wie leichter Spott heraus, aber er machte ein ganz ernstes
+Gesicht und verzog keine Miene. So glaubte sie denn mit Stolz an die
+»vollendete« Dame.
+
+Nur ihr Handgepäck nahm Ilse mit hinaus nach Lindenhof, dasselbe war schon
+in dem Wagen untergebracht, den Korb mit den Blumen stellte der Kutscher
+eben hinein.
+
+»Die vielen Sträuße!« bemerkte Leo Gontrau und diesmal lächelte er
+wirklich etwas. »Der Korb muß Ihnen doch eine Last gewesen sein?«
+
+»O nein, nein!« sprach sie eifrig dagegen, »es sind ja lauter
+Abschiedsgrüße von meinen Freundinnen!«
+
+»So viele Freundinnen!« meinte er und sah in den Korb.
+
+»Es sind sieben Sträuße,« belehrte ihn Ilse, die nämlich glaubte, er wolle
+dieselben zählen.
+
+»Sie waren schön,« meinte er, »jetzt sind sie schon etwas welk. Nur dieser
+Rosenstrauß mit der Vergißmeinnichteinfassung ist noch frisch.«
+
+Ilse ergriff denselben und beugte ihr Antlitz darauf. Eine augenblickliche
+Rührung überkam sie, als sie der Geberin gedachte.
+
+»Ich habe ihn von meiner liebsten Freundin,« sagte sie innig – »von Nellie
+Grey.«
+
+»Nellie Grey?« fragte er. »Wohl eine Engländerin? Ist sie hübsch und
+liebenswürdig?« setzte er scherzend hinzu.
+
+»Sie ist reizend!« rief Ilse und geriet förmlich in Feuer, als sie von der
+Freundin erzählte.
+
+Er hörte ihr stillschweigend zu und amüsierte sich über die Begeisterung,
+mit der sie lobte, und besonders über die überschwenglichen Ausdrücke, die
+dabei ihren Lippen entschlüpften. Sie wußte es gar nicht, wie sehr sie
+sich Melanies Angewohnheit zu eigen gemacht hatte und wie Ausrufe, als:
+furchtbar reizend! himmlisch! entzückend! süß! u. s. w. u. s. w. ihr
+ebenso geläufig waren als Melanie und den übrigen Backfischen.
+
+»Wollen Sie nicht erst im Bahnhofsgebäude eine kleine Erfrischung
+einnehmen?« fragte Leo und bot ihr den Arm, um sie dorthin zu führen.
+
+Dankend lehnte sie sein Anerbieten ab, trotzdem sie es eigentlich gern
+angenommen hätte. Sie war nämlich hungrig und ihr Magen trug rechtes
+Verlangen nach einem kräftigen Imbiß. Eine vollendete Dame aber durfte den
+Hunger nicht merken lassen, es wäre doch geradezu kindisch gewesen.
+
+»Es ist kühl,« bemerkte er, als er ihr in den Wagen geholfen, »und mein
+Auftrag lautet: Hülle ›das Kind‹ gut ein, damit es sich nicht erkältet in
+der halboffenen Chaise.« Und er nahm ein warmes Tuch, das schon bereit
+lag, und wickelte sie fest darin ein, auch eine Decke schlug er um ihre
+Füße.
+
+Sie ließ es gern geschehen, denn der Herbstwind pfiff kalt über die leeren
+Felder; sie lachte sogar über seine Fürsorge; aber hinterher kamen die
+Bedenken. War es recht, daß sie sich von ihm einhüllen ließ? War es nicht
+eine Vertraulichkeit, die sie gestattet hatte? Würde Fräulein Güssow ihr
+Benehmen schicklich finden? Ob Nellie wohl so gehandelt haben würde, wie
+sie, oder ob sie nicht lieber ihren Regenmantel angezogen hätte! Sie
+konnte es auch thun, er lag im Riemen geschnallt dicht bei ihr.
+
+Mitten in ihren peinlichen Zweifeln und Sorgen vernahm sie ein herzliches
+Lachen ihres Nachbars. Natürlich brachte sie es sofort mit ihren Gedanken
+in Verbindung.
+
+»Lachen Sie über mich?« fragte sie beinahe ängstlich.
+
+»Nein, nein!« entgegnete er, »wie kommen Sie zu dieser Frage? Wie würde
+ich mir je erlauben, eine junge Dame auszulachen! Diese Birne ist an
+meiner Heiterkeit schuld. Sie fiel mir soeben aus der Wagentasche auf die
+Hand und erinnerte mich an Mamas letztes Wort, das sie mir nachrief, als
+ich fortfuhr.«
+
+»Was sagte sie?« fragte Ilse und sah ihn neugierig an.
+
+»Vergiß ja nicht, ›dem Kinde‹ die Birnen zu geben, Leo, sprach sie. Die
+Kleine wird wohl hungrig sein. Ich glaube,« unterbrach er sich und griff
+in die Seitentasche, »sie sprach auch von einem Stück Kuchen. Richtig!«
+rief er lachend und zog ein kleines Paketchen hervor, »da ist er! Darf ich
+es wagen, gnädiges Fräulein, Ihnen Kuchen und Birnen anzubieten?«
+
+Dieser Verlockung konnte sie nicht widerstehen. »Warum nicht?« entgegnete
+sie unbefangen und griff zu. »Obst ist meine ganze Leidenschaft und Kuchen
+esse ich furchtbar gern! In der Pension haben wir nicht viel davon zu
+sehen bekommen, Fräulein Raimar behauptete, der Magen werde schlecht vom
+vielen Kuchenessen. Ist das nicht eine furchtbar öde Ansicht?«
+
+»Ja, eine furchtbar öde Ansicht!« wiederholte er mit ganz ernsthaftem
+Gesicht, »ich begreife nicht, wie Sie es aushalten konnten, ohne Kuchen zu
+leben!«
+
+»Manchmal,« erzählte sie, »ließen wir uns heimlich ein Stückchen holen,
+über Mittag, wenn das Fräulein schlief.«
+
+»So, so!« lachte er, »das sind ja schöne Geschichten, das muß ich sagen!«
+
+»Wir thaten es nicht oft,« entschuldigte sich Ilse, »nur dann und wann,
+wenn wir gar zu großen Appetit darauf hatten. Finden Sie das unrecht?«
+
+»Daß Sie den Kuchen aßen, finde ich durchaus nicht unrecht,« neckte er
+sie, »aber daß Sie ihn heimlich holen ließen, gefällt mir nicht. Warum
+fragten Sie nicht die Vorsteherin um Erlaubnis?«
+
+»Sie sind aber klassisch!« rief Ilse, »dann hätten wir es doch nicht
+gedurft! Es war doch nichts Böses, was wir thaten, nur ein ganz harmloses
+Vergnügen, Fräulein Raimar hatte nicht den geringsten Schaden davon, ob
+wir Kuchen aßen oder nicht.«
+
+»Sie sind eine kleine Rechtsverdreherin!« tadelte er sie lachend, »ob
+Schaden oder nicht, darauf kommt es gar nicht an. Die Dame hatte ihre
+Gründe, weshalb sie Ihnen den Genuß des Kuchens verbot. Nummer I: Sie
+handelten gegen ihren Willen – folglich sind Sie strafbar! Nummer II: Sie
+thaten es heimlich – das erschwert das Vergehen!«
+
+Sie lachte höchst vergnügt. »Herrgott, sind Sie aber pedantisch!«
+
+»Ich bin Jurist, gnädiges Fräulein, und gehe jeder Sache auf den Grund.«
+
+»Jurist!« wiederholte Ilse und sah ihren Nachbar etwas mißtrauisch an.
+»Das glaube ich nicht! Sie sehen nicht so aus.«
+
+»Warum nicht? Haben die Juristen ein besonderes Aussehen?«
+
+Diese Frage brachte sie etwas in Verlegenheit. Sie hätte ihm keine andre
+Antwort daraus geben können, als daß die Juristen, die öfters auf Moosdorf
+zu Gaste kamen, ganz anders ausschauten. Es waren lustige Herren, die
+gerne ein Glas Wein liebten, aber jung und schön waren sie nicht. Sie sah
+ihn an und schüttelte ungläubig den Kopf. »Sie sind nicht Jurist,«
+widerstritt sie.
+
+»Nun, ich bin doch neugierig, wofür Sie mich halten,« fragte er höchst
+amüsiert, »jetzt legen Sie eine Probe von Ihrer Menschenkenntnis ab!«
+
+»Sie sind Künstler – vielleicht Musiker – oder Maler?«
+
+Er lachte laut. »Musiker!« rief er, »ich ein Musiker! Wenn Sie wüßten,
+gnädiges Fräulein, welch ein großes Wort Sie gelassen aussprachen! Ich
+verstehe keine Note und bin so unmusikalisch wie ein Stock! Es thut mir
+leid, daß ich Ihre für mich so schmeichelhafte Illusion zerstören muß,
+indes was kann es helfen! Ich muß mich Ihnen leider als ein ganz
+gewöhnliches Menschenkind vorstellen, das weder Maler noch Musiker ist.
+Trotz Ihres Zweifels bin ich Jurist und seit vier Wochen Assessor. Sind
+Sie nun überzeugt?«
+
+»Also kein Künstler, ach, wie schade!« sprach Ilse bedauernd. »Es müssen
+doch reizende Menschen sein!«
+
+»Nicht immer,« wollte er sagen, doch that er es nicht. Warum ihre naiven
+Anschauungen zerstören? Sie war noch so jung und sah so gläubig aus.
+
+»Sehen Sie dort die Kirchturmspitze?« brach er das Gespräch ab, »die
+Wetterfahne darauf glänzt hell im Mondenscheine, das ist die Kirche von
+Lindenhof! In zehn Minuten sind wir dort.«
+
+Als der Wagen vor dem Portale des Hauses hielt, trat Frau Gontrau schnell
+auf denselben zu, um ihren kleinen Gast in Empfang zu nehmen. Als das
+erwachsene Mädchen dafür ausstieg und Leo den Irrtum erklärte, nahm sie
+dasselbe lachend in den Arm.
+
+»Ob groß, ob klein,« sagte sie mit Wärme, »Sie sind mir von Herzen
+willkommen!«
+
+Und sie führte Ilse in das Speisezimmer, in welchem sich der Landrat
+befand. Er saß in halbliegender Stellung auf dem Sofa und streckte dem
+jungen Mädchen beide Hände entgegen.
+
+»Das ist eine kostbare Ueberraschung!« rief er aus, »eine kostbare
+Ueberraschung! Anstatt des Kindes kommt eine junge Dame an! Hat uns Freund
+Macket mit Absicht getäuscht?«
+
+Ilse lachte und zeigte die weißen Zähne.
+
+»Wie Sie dem Papa ähnlich sehen!« fuhr er lebhaft fort, »derselbe Mund,
+die Zähne, das Kinn, es ist auffallend!« Er schob die Lampe näher zu ihr,
+damit er sie noch besser betrachten könne. »Das Haar haben Sie von der
+Mutter geerbt, auch die braunen Augen, das heißt nur in Farbe und Schnitt.
+Der Ausdruck der Ihrigen ist lebhafter, er verrät nicht das sanfte
+Taubengemüt der seligen Mama. Können Sie zornig blicken?« fragte er
+scherzend.
+
+»Aber lieber Mann,« unterbrach ihn Frau Gontrau lachend, »erst stellst du
+ein peinliches Examen mit dem Aeußeren unsres lieben Gastes an, nun gehst
+du auch noch auf die Charaktereigenschaften über! – Kommen Sie, liebes
+Kind, ich will Sie erlösen. Ich werde Sie auf Ihr Zimmer führen, damit Sie
+sich von der langen Reise etwas erfrischen können. Ich habe Sie dicht
+neben mein Schlafzimmer einquartiert, die Fremdenzimmer liegen eine Treppe
+höher, und ich dachte, die Kleine fürchte sich, allein dort zu schlafen.«
+
+»O wie reizend!« rief Ilse kindlich erfreut und verriet, daß sie im Punkte
+der Furcht noch ganz wie ein richtiges Kind empfand.
+
+»Leo,« redete der Amtsrat den Sohn an, als die Damen das Zimmer verlassen
+hatten, »ist sie nicht ein reizendes Kind?«
+
+Der Angeredete schien sehr vertieft in seiner Zeitungslektüre, wenigstens
+mußte der Vater noch einmal die Frage wiederholen, bevor er eine Antwort
+erhielt.
+
+»Ja, ja,« gab er gleichgültig zur Antwort, »sie ist ein ganz netter,
+kleiner Backfisch!«
+
+»Netter Backfisch! Ist das ein Ausdruck für ein so liebliches Wesen! Hast
+du denn gar keine Augen im Kopfe? Ich sage dir, Temperament steckt in dem
+›kleinen Backfisch‹, mehr als du dir träumen läßt! Ein Blick und ich weiß
+Bescheid! Du hast kein Urteil, mein Junge, darin ist dein Vater dir über!«
+
+Leo gab keine Antwort darauf und las andächtig weiter.
+
+Die Abendstunden entschwanden in Frohsinn und Heiterkeit. Ilse plauderte
+und erzählte ganz ohne Scheu. Sie fühlte sich heimisch bei den lieben
+Menschen. Der Landrat liebte es, sie zu necken, und sie verstand seinen
+Scherz.
+
+»Bleiben Sie einige Tage hier,« redete er ihr zu, »die Zeit ist so kurz
+bis morgen mittag. Wir telegraphieren den Eltern, daß wir Sie hier
+behielten, sie werden nicht böse darüber sein.«
+
+Leo warf einen schnellen Blick zu Ilse hinüber, der fast wie eine Bitte
+aussah, auch erbot er sich, ganz früh am andern Morgen nach dem
+Stationsgebäude zu reiten, um ein Telegramm aufzugeben. Frau Gontrau
+unterstützte die Bitte ihres Mannes mit großer Wärme.
+
+»Es wäre eine große Freude für uns, wenn Sie blieben,« sagte sie, »es
+fehlt uns ein frisches Element in unsrem Hause. Sie haben die glückliche
+Gabe, Leben und Frohsinn um sich zu verbreiten!«
+
+»Bitte, bitte, quälen Sie mich nicht,« bat Ilse, »ich kann nicht bleiben!
+Ich kann es nicht, so reizend es mir auch hier gefällt! Meine Eltern
+erwarten mich morgen und ich habe auch große Sehnsucht nach ihnen und auf
+den kleinen Bruder freue ich mich furchtbar! Er weiß noch gar nicht, daß
+er eine große Schwester hat!«
+
+Dagegen war nichts einzuwenden. Ilses Antwort war so echt kindlich und
+natürlich.
+
+Frau Gontrau strich ihr die krausen Locken zurück und klopfte ihr leicht
+die Wange.
+
+»Sie haben recht, liebe Kleine, Ihren Entschluß nicht zu ändern. Wir
+wollen auch gar nicht weiter in Sie dringen mit unsren Bitten. Besuchen
+Sie uns bald auf längere Zeit, Leo verläßt uns in einigen Wochen und dann
+ist es einsam in unsrem großen Hause.«
+
+»Daraus wird doch nichts!« erklärte der Landrat. »Ich kenne meinen Freund
+Macket und weiß, daß er so bald sein Töchterchen nicht wieder fortgiebt.
+Halt, da fällt mir ein guter Gedanke ein! In seinem letzten Briefe ladet
+der Papa uns zum Erntefeste ein, das in vier Wochen etwa stattfinden soll.
+Ich nehme die Einladung an für uns, Punktum! Aber ich knüpfe die Bedingung
+daran, daß er Sie mit uns zurückreisen läßt.«
+
+Ilse jubelte vor Vergnügen, »das wär’ zu – zu himmlisch!« rief sie aus.
+»Aber Sie müssen auch Wort halten, geben Sie mir die Hand darauf.«
+
+Mit einem kräftigen Handschlag besiegelte er sein Versprechen.
+
+»Ein Handschlag galt bei uns in der Pension für den höchsten Eid,« sagte
+sie mit einem ernsten Kindergesicht, »dagegen handeln heißt meineidig
+sein. – Sie werden doch mitkommen?« wandte sie sich an Leo.
+
+»Natürlich,« entgegnete er freudig, »der feierliche Eid gilt auch für
+mich. Wollen wir ihn auch mit einem Handschlag besiegeln?«
+
+»O nein,« entgegnete sie leicht errötend, »ich glaube Ihnen schon auf Ihr
+Wort.«
+
+Als es elf schlug, mahnte Frau Gontrau zur Ruhe. »Sie werden müde und
+abgespannt sein von der Reise und den vielen fremden Eindrücken, liebe
+Ilse.«
+
+»Ich empfinde gar keine Müdigkeit,« entgegnete diese, »und könnte noch
+lange aufbleiben!«
+
+Sie hätte es auch gethan, wenn sie nur Papier und Feder in ihrem Zimmer
+gefunden hätte! Wie gerne hätte sie ihrer Nellie so ganz frisch ihre
+Reiseerlebnisse erzählt!
+
+Am andern Morgen gleich nach dem zweiten Frühstück rüstete sich Ilse zur
+Weiterreise. Eben trat sie mit dem Korbe mit den Blumen vor die Thüre, sie
+hatte sie noch einmal mit Wasser besprengt.
+
+»Wollen Sie denn die welken Sträuße wirklich wieder mit sich nehmen?«
+fragte Assessor Gontrau.
+
+Ilse blickte auf den Korb und stand unschlüssig da. »Freilich,« sagte sie
+betrübt, »sie sehen traurig aus, meine lieben, schönen Blumen, nun sind
+sie alle welk!«
+
+»Wissen Sie was, Fräulein Ilse,« riet der Assessor heiter, »wir wollen ein
+Autodafee anstellen und sie verbrennen! Dann sammeln wir die Asche und Sie
+bewahren dieselbe in einer kostbaren Urne auf, welche die Inschrift trägt:
+Diese Urne birgt die Asche der Blumensträuße meiner geliebten sieben
+Freundinnen in der Pension. – Wie gefällt Ihnen diese Idee?«
+
+»O, Sie sind abscheulich!« rief sie. »Sie wollen sich über mich lustig
+machen? Trotzdem,« fügte sie echt logisch hinzu, »gefällt mir das
+Verbrennen ganz gut. Errichten Sie schnell einen Scheiterhaufen, so viel
+Zeit bis zu meiner Abfahrt bleibt mir noch, ich will die Blumen in Flammen
+aufgehen sehen! Die Asche aber sammeln wir nicht!«
+
+Leo trug eilig etwas trockenes Reisig auf dem Kiesplatze vor dem Hause
+zusammen und in wenigen Sekunden flackerte ein lustiges Feuer auf.
+
+Ein Strauß nach dem andern verfiel dem Feuertode, nur als Nellies Rosen an
+die Reihe kamen, hielt Ilse ihm den Arm fest. »Halten Sie ein!« rief sie,
+»der darf nicht geopfert werden, die Blumen meiner lieben Nellie bewahre
+ich bis zu meinem Tode auf!«
+
+»Mit in das Grab,« fügte er neckend hinzu.
+
+Frau Gontrau, die mit ihrem Sohne Ilse bis zur Bahn begleiten wollte,
+erschien jetzt fertig angekleidet in der Thüre und mahnte zum Aufbruch.
+
+Ilse ging in das Haus und nahm Abschied von dem Landrate. So gerne wäre er
+mitgefahren und mußte nun des bösen Fußes wegen zurückbleiben. Es war eine
+rechte Geduldsprobe für ihn. Noch einmal erinnerte sie ihn dringend an
+seinen Schwur. »Sie müssen kommen!« war ihr letztes Wort.
+
+»Es bleibt dabei!« rief er ihr nach, »der Schwur gilt!«
+
+Als sie im Begriffe war, in den Wagen zu steigen, überreichte ihr Leo ein
+kostbares Rosenboukett.
+
+»Die Blumen sind aus der Asche erstiegen,« sprach er, »Sie werden
+dieselben nicht verschmähen,« fügte er hinzu, als sie vor Ueberraschung
+vergaß, dieselben in Empfang zu nehmen.
+
+»O, wie reizend! Wie furchtbar liebenswürdig! Sie glauben nicht, wie ich
+mich freue!« Mit holdem Erröten reichte sie ihm die Hand. »Ich danke Ihnen
+tausendmal! Ich liebe die Rosen so sehr und so schön wie diese sah ich
+noch keine. Wie sehr, wie furchtbar haben Sie mich erfreut!« Und sie
+konnte den Blick nicht von den herrlichen Blumen wenden und wiederholte
+noch einige Male: »ich freue mich zu sehr!«
+
+Leo lächelte seine Mutter an und sie verstand ihn wohl. War doch auch sie
+entzückt über die kindliche Freude und die Anmut, mit der Ilse zu danken
+verstand.
+
+Die Stunden vergehen schnell, besonders die glücklichen. Die Fahrt bis zum
+Bahnhof war geschwunden, Ilse wußte nicht wie. Jetzt saß sie im Dampfwagen
+und fuhr der Heimat zu. Ihre Gedanken schwirrten bunt durcheinander, sie
+flogen voraus und träumten vom Wiedersehen – und sie kehrten zurück und
+führten sie wieder nach Lindenhof. Es hatte ihr himmlisch dort gefallen!
+Der Abschied war ihr beinahe schwer geworden. Leo hatte ihr die Hand
+geküßt und sie hatte es sich gefallen lassen. Ob das wohl recht war? Am
+Ende hätte sie ihm die Hand entziehen müssen? – »Ach,« seufzte sie laut,
+zum Glück war sie allein im Koupee, »ach! Es ist doch zu öde, wenn man gar
+nicht weiß, wie man sich zu benehmen hat! Am Ende spottet er jetzt über
+mich!« Sie errötete bei diesem furchtbaren Gedanken. Da fiel ihr Blick auf
+den Rosenstrauß, und wie sie den süßen Duft desselben einatmete, stand
+plötzlich sein Bild lebhaft vor ihr. Ein wunderbares Gefühl überkam sie,
+aber es war ihr fremd und sie schreckte davor zurück. Sie legte den Strauß
+aus der Hand und erhob sich. Sie wollte nicht weiter an ihn denken, sie
+wollte es nicht!
+
+Um sich zu zerstreuen, blickte sie zum Fenster hinaus. Erst auf der einen,
+dann auf der andern Seite. Aber sie sah nicht viel, nichts als leere
+Stoppelfelder, das war langweilig.
+
+Sie setzte sich wieder und nahm ihre Handtasche vor. Nachdem sie ein
+Weilchen darin gekramt, fiel ihr ein Buch in die Hände, das Nellie ihr
+hineingesteckt hatte, damit sie Unterhaltung habe. Sie hatte gar nicht
+daran gedacht, jetzt griff sie freudig nach Chamissos Gedichten. Im
+Begriffe, das Buch zu öffnen, fiel ihr etwas ein. »Halt,« sagte sie für
+sich, »jetzt werde ich das Orakel befragen, wie Flora uns gelehrt hat.«
+Sie schlug drei Kreuze über das Buch und sah gen Himmel dabei, dann
+öffnete sie es schnell und die erste Zeile, auf die ihr Blick fiel, hieß:
+
+ »Helft mir, ihr Schwestern, Kränze zu winden –«
+
+»Unsinn! Ich will es nicht gelten lassen!« rief sie, »also noch einmal!«
+Das Buch wurde wieder geschlossen und recht, recht fest zusammengedrückt,
+dann wieder die drei üblichen Kreuze, wieder langsam und feierlich
+geöffnet – und siehe da, dieselben Worte gaben ihr Antwort auf ihre Frage.
+
+»Sonderbar! furchtbar sonderbar!« dachte sie sinnend und einen Augenblick
+war sie in Versuchung, der prophetischen Stimme zu glauben, dann aber
+siegte ihre gesunde Vernunft.
+
+»Es ist doch nur ein Zufall und die ganze Geschichte dummes Zeug!« Mit
+diesem vernünftigen Gedanken gab sie alle Schicksalsfragen auf und
+vertiefte sich in Chamissos herrliche Gedichte. Einige Male freilich
+ertappte sie sich auf dem Wege nach Lindenhof und Leos Bild neckte sie aus
+den Zeilen, aber sie wehrte sich tapfer gegen diese Traumbilder. Sie
+schwanden von selbst, je näher sie der Heimat kam. Sie legte das Buch
+beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Schon erkannte sie verschiedene
+Ortschaften, die in der Nähe von Moosdorf lagen, schon konnte sie den
+Bahnhof erkennen! Ihr Herz schlug vor Erwartung und Freude, ihre Augen
+flogen voraus und jetzt erkannte sie die Eltern, die auf dem Perron
+standen, um sie in Empfang zu nehmen.
+
+Welche Seligkeit ein Kind empfindet, wenn es nach langer Trennung zu den
+geliebten Eltern zurückkehrt, das, meine jungen Leserinnen, kann nicht
+geschildert, sondern muß empfunden werden. Ilse lag in den Armen ihres
+Vaters und dachte an nichts weiter, als an das Glück, wieder daheim zu
+sein.
+
+ [Illustration]
+
+»Bist du groß geworden!« rief der Oberamtmann und betrachtete sie mit
+stolzer Freude; »ich hätte dich kaum wiedererkannt! Als halbes Kind gingst
+du von uns und jetzt kehrst du heim als junge Dame!«
+
+Er hielt sie noch immer in seinen Armen und konnte sich nicht satt sehen
+an ihr. Sanft entwand sie sich ihm, noch hatte sie die Mutter nicht
+begrüßt, die mit Thränen im Auge daneben stand und ihr die Arme
+entgegenstreckte. Ilse flog an ihr Herz und umschlang sie innig.
+
+»Meine liebe Mama!« das war alles, was sie sagen konnte. Und Frau Macket
+verstand sie, innig drückte sie ihr Kind an sich, sie wußte, daß sie jetzt
+sein Herz für immer gewonnen hatte.
+
+»Hier ist noch jemand, der dich begrüßen will, Kleines,« unterbrach der
+Oberamtmann die kleine rührende Szene, die ihn selbst schon ganz
+weichmütig machte, »sieh, Onkel Curt, berühmter Maler und Afrikareisender,
+möchte gern deine Bekanntschaft machen!«
+
+Ilse reichte ihm die Hand und stand nun einem wirklichen Künstler
+gegenüber. Ob sie ihn »reizend« fand? – Als sie ihn ansah, den
+mittelgroßen, etwas breitschultrigen Mann, in der Samtjoppe, die mehr
+bequem als elegant saß, mit dem breitkrempigen Hute, der ein braun
+gebranntes, etwas verwittertes Gesicht tief beschattete, da drängte sich
+unwillkürlich ein andrer in ihre Gedanken und sie verglich. »Die Juristen
+gefallen mir doch besser als die Künstler,« – so meinte sie still in ihrem
+Herzen.
+
+Ehe Ilse in den Wagen stieg, wurde sie von Johann feierlich begrüßt. Zur
+besonderen Ueberraschung hatte er Bob mitgebracht, der nun in toller,
+ausgelassener Freude seine Herrin begrüßte. Johann vergaß dabei seine
+Empfangsrede, die er sich mühsam zurechtgedacht hatte. Verlegen drehte er
+seine Mütze und sein breiter Mund zog sich von einem Ohre zum andern.
+
+»Da ist der Hund, Fräulein Ilschen,« sagte er. »Das unvernünftige Vieh hat
+das Fräulein gewissermaßen gleich erkannt. Ich auch, wenn auch das
+Fräulein gewissermaßen schön und stattlich geworden sind, wie ein
+Kürassier.« – Diesen wunderlichen Vergleich gebrauchte Johann nur bei ganz
+außergewöhnlichen Gelegenheiten, er galt für ihn als höchster Ausdruck des
+Vollkommnen.
+
+Alle lachten und Ilse reichte dem Freunde ihrer Kindheit die Hand.
+
+»Es ist gut, Johann,« sagte der Oberamtmann, »du hast eine schöne Rede
+gehalten. Nun aber steige auf und lasse die Pferde tüchtig zugreifen, in
+einer halben Stunde müssen wir in Moosdorf sein.«
+
+Im Vaterhause war alles festlich bereitet. Fahnen, Kränze, Blumen, sogar
+eine Ehrenpforte mit einem mächtigen »Willkommen!« begrüßten die
+heimkehrende Tochter. – Aber sie hatte nur einen flüchtigen Blick für alle
+Herrlichkeiten, ihre Ungeduld trieb sie hinein in das Haus, sie mußte
+zuerst das Brüderchen sehen.
+
+Frau Anne, die vor ihr hineingegangen war, trat ihr schon mit demselben
+entgegen.
+
+»Du süßer, süßer Junge!« rief Ilse im höchsten Entzücken und der prächtige
+Knabe streckte ihr jauchzend seine Aermchen entgegen.
+
+»Er will zu mir, Mama, darf ich ihn nehmen?« Glücklich lächelnd reichte
+die Frau ihr den Kleinen. Und Ilse tanzte mit ihm im Zimmer herum und
+küßte und herzte ihn, bis er zu weinen anfing.
+
+Die Mutter nahm ihr den kleinen Schreihals ab. »War ich zu wild, Mama?«
+fragte Ilse bedauernd, »sei mir nicht böse darum! Ich freue mich ja zu
+furchtbar über ihn! – Was er für dicke Aermchen hat,« fuhr sie zärtlich
+fort und küßte dieselben. »Ach, und die lieben, schönen Guckäuglein
+schwimmen in Thränen! Daran ist nur die böse, böse Schwester schuld, mein
+kleines Herz!«
+
+So plauderte Ilse bunt durcheinander und war so glücklich wie ein Kind am
+Weihnachtsabend, wenn es seine neue Puppe begrüßt. Sie mochte sich gar
+nicht von dem Kinde entfernen, bis endlich die Mama dasselbe der Wärterin
+übergab.
+
+»Nun ist es genug, Kind,« scherzte Frau Anne, »du verwöhnst mir sonst den
+Jungen, auch vergißt du uns andre darüber. Sieh! Papa und der Onkel stehen
+schon wartend da, sie wünschen, daß du sie in das Speisezimmer hinüber
+begleitest. Oder möchtest du erst einmal hinauf in dein Zimmer gehn?«
+
+Sie ergriff Ilses Arm und führte sie in die obere Etage, die beiden Herren
+folgten ihnen, und Ilse mußte darüber lachen, sie ahnte ja nicht, weshalb
+sie es thaten.
+
+Es war eine großartige Ueberraschung, die ihrer wartete. Als sie ihr
+Zimmer betrat, blieb sie sprachlos an der Thüre stehen. Sie erkannte die
+früheren Räume nicht wieder. Wohn- und Schlafgemach hatten die Eltern im
+altdeutschen Stil eingerichtet. Nichts war vergessen. Vom Schreibtisch bis
+auf die kleine Schmucktruhe, die vor dem Spiegel auf einem Schränkchen
+stand. Sogar eine Staffelei war am Fenster aufgestellt.
+
+Ilses Freude war unbeschreiblich, die Eltern hatten ja ihre kühnsten
+Wünsche erfüllt. – Etwas befangen betrachtete sie Staffelei und Maltisch.
+»O, Papa,« sagte sie schüchtern, »das ist zu schön für mich, ich kann ja
+noch gar nicht malen.«
+
+»Bedanke dich bei dem Onkel dafür, er ist der Anstifter davon!« entgegnete
+der Oberamtmann. »Er hat versprochen, dein Lehrmeister zu sein, das heißt:
+solange der Wandervogel bei uns aushalten wird.«
+
+Nach dem Essen schlich sich Ilse hinaus in den Hof, sie mußte es fast
+heimlich thun, denn der Papa konnte sich heute nicht von ihr trennen.
+Johann hatte auf diesen Augenblick längst gewartet und stand schon bereit,
+das Fräulein zu führen.
+
+Zuerst mußte sie ihm in den Pferdestall folgen, und als sie die Runde
+durch sämtliche andre Ställe gemacht, alle Kühe, Hunde u. s. w. begrüßt
+hatte, da wollte er ihr auch noch den neuen Schweinestall zeigen, diesen
+Besuch aber schob Ilse bis auf eine andre Zeit auf.
+
+»Schade, schade,« meinte Johann und machte ein niedergeschlagenes Gesicht,
+»ich hätte dem Fräulein so gern das neue Schweinehaus gezeigt. Es ist
+gewissermaßen schön drin, man könnte selbst drin wohnen.«
+
+»Morgen, Johann,« entgegnete Ilse, »heute habe ich keine Zeit mehr dazu,
+ich muß zu den Eltern.«
+
+Kopfschüttelnd blickte der Kutscher ihr nach. »Früher hätte sie das nicht
+gesagt,« sprach er für sich und bedenklich setzte er hinzu: »Sollte sie
+vornehm geworden sein?«
+
+Als der Tag zu Ende war, als Ilse allein in ihrem Zimmer saß, um zur Ruhe
+zu gehen, hielt sie zuvor noch eine Einkehr in ihr Herz. Der heutige Tag
+war so reich an wechselvollen und freudigen Eindrücken gewesen, was lag
+nicht alles zwischen Abend und Morgen! Trennung und Wiedersehn! War sie
+wirklich erst heute früh von Lindenhof abgefahren, und hatte sie erst
+gestern morgen die Pension verlassen? Der Abschied von dort schien schon
+so weit hinter ihr zu liegen. –
+
+Es war so süß, mit wachen Augen noch etwas zu träumen, und sie mochte noch
+nicht an den Schlaf denken. Ihr Blick fiel auf den geöffneten Reisekoffer
+und sie bekam Lust, denselben auszupacken. Sie fing auch an, einige Sachen
+herauszunehmen und in die herrlich geschnitzte Kommode zu räumen, dabei
+mußte sie sich an Nellie erinnern; es fiel ihr ein, wie treu und lustig
+sie ihr geholfen hatte, damals, am ersten Tage in der Pension. Die gute,
+geduldige Nellie! Wäre sie doch gleich bei ihr!
+
+Als sie ihr Tagebuch aus dem Koffer nahm, behielt sie es sinnend in der
+Hand. Was es enthielt, waren nur weiße Blätter, denn nie hatte sie das
+Bedürfnis gefühlt, ihm etwas anzuvertrauen. Wie in halber Zerstreuung
+schloß sie es auf und legte es geöffnet auf den Schreibtisch. Sie griff
+nach der Feder, tauchte sie ein und plötzlich – wie von einer inneren
+Macht getrieben, schrieb sie die Worte nieder: »Seit ich ihn gesehen –«
+
+Weiter kam sie nicht. Sie warf die Feder weit von sich und hielt beide
+Hände vor ihr heißerglühtes Gesicht. Eine tiefe Beschämung preßte ihr die
+Brust zusammen. Was hatte sie geschrieben, wessen Bild hatte ihr die Worte
+diktiert?
+
+Als ob sie sich auf einem schweren Unrecht ertappt, so schnell schloß sie
+das Buch und barg es in einem versteckten Fach ihres neuen Schreibtisches.
+Fort mit den thörichten Gedanken, die ihr Unruhe machten und an denen nur
+Chamissos Lieder die Schuld trugen! Sie wollte sie niemals wieder lesen –
+niemals! –
+
+Drei Wochen waren Ilse im elterlichen Hause vergangen und sie fühlte sich
+so glücklich und wohl darin, wie nie zuvor. Gleich in den ersten Tagen
+hatte sie ihre Zeit nützlich eingeteilt. Auf ihren Wunsch gab ihr der
+Prediger noch einige Nachhilfestunden in verschiedenen wissenschaftlichen
+Fächern. Er war überrascht über die Fortschritte seiner früheren
+Schülerin, besonders aber freute er sich über ihren Ernst, ihre
+Beständigkeit beim Lernen. Er hatte sich nicht geirrt, als er die Pension
+einen Segen für Ilse genannt.
+
+Auch Frau Anne segnete das Institut, das aus dem wilden Kinde eine
+liebliche, sinnende Jungfrau geschaffen hatte. Eine solche Umwandlung
+hatte sie vor Jahr und Tag kaum für möglich gehalten. An Ilses gutem
+Herzen hatte sie niemals gezweifelt, aber sie war überrascht von der
+geduldigen Liebe, die sie dem kleinen Bruder entgegenbrachte. Nur der
+Amtsrat konnte sich noch nicht in sein verändertes Kind finden. Manchmal
+sah er es prüfend von der Seite an, als ob er fragen wollte: »Ist sie es,
+oder ist sie es nicht?«
+
+»Ich weiß nicht,« sagte er eines Tages zu seiner Gattin, »Ilse ist mir zu
+zahm geworden. Ich kann mir nicht helfen, aber mein unbändiges Kind mit
+dem Loch im Kleide gefiel mir besser, als die junge Dame im modischen
+Anzuge.«
+
+»Aber Ilse ist jetzt wirklich eine junge Dame, lieber Richard,« lachte
+Frau Anne, »sie ist kein Kind mehr und du mußt dich daran gewöhnen, sie
+nicht mehr als solches anzusehn. Uebrigens ist sie so heiter und
+ausgelassen wie früher, nur hat sie gelernt, ihren Uebermut zu zügeln. Ich
+bin sehr zufrieden, wie sie ist, und bin ganz stolz auf mein Töchterchen.«
+
+»Du magst ja recht haben,« entgegnete Herr Macket, ohne indes von der
+Wahrheit ihrer Worte überzeugt zu sein, »und mit der Zeit werde ich mich
+auch an das erwachsene Mädchen gewöhnen, aber ich glaube, es wird noch
+mancher Tag darüber hingehn.«
+
+»Wer weiß! Wer weiß! Ilse reißt dich vielleicht, ehe du es denkst, aus
+deiner Täuschung und giebt dir den Beweis, daß sie kein Kind mehr ist.«
+
+»Ich verstehe dich nicht, liebe Anne,« sagte der Oberamtmann und sah seine
+Frau fragend an, »du sprichst so geheimnisvoll und machst mich neugierig.«
+
+»Ich habe eine Beobachtung gemacht und glaube nicht, daß ich mich täusche.
+Der junge Gontrau ist Ilse nicht gleichgültig geblieben.«
+
+Sprachlos blickte Herr Macket seine Frau an. Eine solche Möglichkeit zu
+fassen, war er nicht im stande, sie war ihm noch niemals in den Sinn
+gekommen.
+
+»Du irrst, Anne,« sprach er endlich, »das ist geradezu unmöglich. Oder,«
+fügte er besorgt hinzu, »hat sie dir etwa ein Geständnis abgelegt?«
+
+»Behüte Gott,« wehrte Frau Anne ab, »wo denkst du hin? Ilses Herz ist wie
+eine Sinnpflanze, die ihre Blätter schließt bei der leisesten Berührung.
+Noch weiß und ahnt sie selbst nichts von ihren Gefühlen, in ihrer
+kindlichen Unbefangenheit hat sie mir ihr Geheimnis verraten. Sie spricht
+gern und oft von Gontraus und weilt am liebsten in ihrer Erinnerung bei
+dem Sohne, von dem sie ausführlich jede Kleinigkeit erzählt. Du müßtest
+sie hören, wenn sie die Erkennungsszene am Bahnhof in Lindenhof erzählt,
+und sehen, wie ihre Augen dabei strahlen.«
+
+»Nun ja,« fiel er ihr ins Wort, »das war romantisch! Du bist eine so kluge
+Frau, mein Annchen, weißt du denn nicht, daß alle Backfischchen gern
+schwärmen?«
+
+»Höre nur weiter zu, Richard. Neulich fragte sie mich ganz aus dem
+Stegreife, ob ich den Namen ›Leo‹ schön fände, und ob Juristen kluge
+Menschen wären? Den Rosenstrauß, den sie bei ihrem Abschied erhielt, hat
+sie aufbewahrt. Als neulich die Hausmagd denselben wegwerfen wollte, ward
+sie fast ärgerlich. Sie nahm ihr denselben aus der Hand und steckte die
+vertrockneten Blumen in eine Vase, die heute noch auf ihrem Schreibtische
+steht.«
+
+»Ist das alles, was du weißt?« lachte der Oberamtmann vergnügt und auch
+sehr erleichtert, »dann muß ich dir sagen, liebes Kind, daß deine
+Beobachtungen auf sehr wacklichen Füßen stehen. Ich kenne meinen Wildfang
+besser und weiß, daß er noch fern von solchen Allotrias ist. Ilschen
+verliebt! Ha, ha, ha! Vergieb, Frauchen, daß ich dich auslache, aber ich
+kann nicht anders!«
+
+Sie mochte nicht weiter seine sichere Unbefangenheit stören und brach das
+Gespräch ab. »Was kommen soll, kommt doch,« dachte sie, »und wer kann
+sagen, wie bald!« – Wenige Tage nach diesem Gespräche fand das Erntefest
+statt. Frau Macket und Ilse befanden sich am Morgen dieses Tages in dem
+großen Gartensaale. Sie ordneten noch hier und da einiges an der gedeckten
+Tafel, die festlich geschmückt und zum Empfange vieler Gäste bereit stand.
+Ilse beschäftigte sich damit, die Vasen mit Blumen zu füllen. Es war ihr
+so vergnügt und froh um das Herz und singend und trällernd verrichtete sie
+ihre Arbeit.
+
+»Mama,« unterbrach sie sich plötzlich, »weißt du, daß ich eigentlich recht
+betrübt heute bin?«
+
+»Nein,« entgegnete die Angeredete lächelnd, »davon habe ich noch nichts
+gemerkt. Weshalb wolltest du auch betrübt sein?«
+
+»Weil Nellie mir nicht geschrieben hat. Ich habe sie so herzlich zu unsrem
+Erntefeste eingeladen und sie hat mir keine Antwort darauf gegeben. Heute
+sind es sechs Tage, daß ich ihr schrieb.«
+
+»Sie wird keine Erlaubnis erhalten haben, Kind. Du zweifeltest selbst
+daran, hast du das vergessen? Es wird ihr sehr schwer werden, dir der
+Vorsteherin abschlägige Antwort mitzuteilen. Oder sollte sie dich heute
+unangemeldet überraschen?«
+
+»Das wäre famos, himmlisch! Gontraus und Nellie hier – dann wären alle
+meine Wünsche erfüllt! Aber daran ist nicht zu denken, Fräulein Raimar
+erlaubt das auf keinen Fall. Nellie muß immer lernen und immer lernen. Ach
+Mama! Es muß furchtbar schrecklich sein, eine Gouvernante zu werden!
+Findest du nicht auch?«
+
+Frau Anne versuchte, Ilse von ihrem Vorurteile zu heilen, aber vergeblich.
+Sie blieb dabei, Gouvernanten könnten nur alte Mädchen werden und ihre
+Nellie passe gar nicht dazu.
+
+Plaudernd und singend hatte Ilse endlich sämtliche Vasen gefüllt und auf
+der Tafel verteilt. Sie stand noch bewundernd vor ihrem Werke, als die
+Mutter sie antrieb, sich anzukleiden.
+
+»Es ist hohe Zeit, Ilse, wir müssen uns eilen, in einer Stunde wird Papa
+mit Gontraus zurück sein.«
+
+Wie ein Vogel flog Ilse die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Kaum hatte sie
+indessen mit ihrer Toilette begonnen, als ihr die Magd einen Brief
+überbrachte, den der Briefträger soeben für sie abgegeben hatte. Er war
+von Nellie. Sie erbrach ihn sofort und las.
+
+Die ersten Worte schon brachten sie in eine lebhafte Aufregung, kaum
+vermochte sie weiter zu lesen. Mit stockendem Atem überflog sie die
+Zeilen, und als sie zu Ende war, eilte sie mit dem Briefe hinunter in der
+Mutter Gemach. Sie hätte es nicht ausgehalten, die wichtige Neuigkeit, die
+sie eben erhalten, länger für sich zu behalten.
+
+»Mama!« rief sie ganz atemlos, »ein Brief von Nellie! Ich muß ihn dir
+vorlesen!« – Und sie begann:
+
+
+
+
+
+
+»Mein süß Ilschen!
+
+»Ich bin eine Braut! O! und ein sehr glückliches Braut! Errätst Du, mit
+wem? Ja? O Ilse, Doktor Althoff ist meiner liebe, liebe Schatz! Ich möchte
+gleich Deine liebes Gesicht schauen, wenn Du diese groß Ereignis liest,
+ich sehe, wie Du Dein braun Lockenkopf schüttelst und höre Dir rufen:
+›Nellie will mir pfoppen!‹ Aber nein, sie pfoppt Dir nicht, alles, was sie
+heute schreibt, ist wahr. Du sollst alles wissen, meine liebe Freundin,
+ich will erzählen, wie es kam. O, es ist ein schwer’ Aufgabe für mich, –
+ich bin so zerwirrt vom Glück und ich finde mir so schlecht zurecht mit
+der deutsch Sprache. Du mußt Geduld mit Dein Nellie haben, die eigentlich
+sehr dumm ist! Ich schäm’ mir, Ilse, wenn ich denke an mein furchtbaren
+Dummheit. Es ist mir ein Rätsel, wie Alfred mir lieb haben kann. – Doch
+still darüber. – Höre weiter.
+
+»Mit Dein lieber Brief, den Du mir schriebst, wo Du mir zu Dein Erntefest
+einladest, kam ein andern Brief an Fräulein Raimar. Als ich nun begriffen
+war, in ihr Zimmer zu steigen, um sie recht für die Erlaubnis zu bitten,
+tritt sie ganz plötzlich – ohne Anmeldung bei mir ein. Das war ein Wunder,
+denn sie macht uns niemals ein Visite, immer läßt sie uns rufen, wenn sie
+einiges von uns will. Ich errötete vor Schreck, Du kannst denken.
+›Nellie,‹ spricht sie und hält ein offner Brief in ihr Hand, ›dieses
+Schreiben hier enthält die Anfrage an mir, ob ich nicht ein junge
+Engländerin zu sofortiger Antritt empfehlen kann. Vollkommen deutsch
+braucht diese nicht zu sprechen, sie soll nur die drei Kinder englisch
+beibringen. Ich denke Dir vorzuschlagen, Nellie, bist Du einverstanden?
+Die Dame bietet hohe Gehalt.‹
+
+»Ich glaube, daß ich ein sehr traurig Gesicht machte zu ihr Vorschlag und
+ich konnte auch gar nix sagen. Dein Brief hielt ich noch in die Hand, aber
+ich habe nicht gewagt, Fräulein Raimar zu sprechen, sie hätte doch mein
+Bitten abgeschlagen.
+
+»›Du hast wohl keine Lust,‹ fragte sie, weil ich schweigend war.
+
+»›O, gar keine Lust,‹ dacht’ ich, aber ich durft’ nicht sagen, wie
+furchtbar schrecklich mich der Gedanke war, ein Vierteldutzend Kinder zu
+unterrichten. Immer so weise und artig sein, – immer so mit der guten
+Beispiel vorangehn – nein, das macht mir gar nicht Spaß.
+
+»›Bestimmen Sie für mir, Fräulein,‹ sagte ich, ›ich werde thun, wie Sie
+denken. Werde ich aber klug genug sein, zu ein’ so großer Aufgabe?‹
+
+»›Laß das meine Sorgen sein,‹ sagte Fräulein Raimar sehr bestimmend, ›ich
+würde Dich nicht empfehlen, wenn ich nicht wüßte, daß Du diese Stellung
+vollkommen erfüllen kannst.‹
+
+»Damit verließ sie mir und ich blieb tief betrübt zurück.
+
+»Die Zubereitung für mein Abreise wurde gemacht und ich hatte viel zu
+thun, o – und viel zu hören!
+
+»Miß Lead hielt langen, strengen Predigten und vorbereitete mich zu eine
+würdige Gouvernante. Fräulein Raimar mahnte mir täglich zu Ernst und
+Gediegenheit, nur Fräulein Güssow sah mir oft mit ein lang traurigen Blick
+an, der zu mich sprach: Thust mich leid, Darling, daß Du unter fremde
+Leute dienen mußt.
+
+»Der ernste Abschiedstag war da. Es war der achtundzwanzigste September,
+morgens 11 Uhr, ein Stunde vor meine Abreise. Ich saß in mein Zimmer auf
+mein Reisekoffer und weinte. Ich war so gefüllt von Kummer, das Herz
+drückte mir so schwer wie ein Mühlstein in der Brust. Kannst Du Dich das
+vorstellen? Nein, süß Ilschen, Du kannst nicht. Als Du von uns gingst,
+weintest Du auch und warst sehr betrübt, aber Du kehrtest in ein liebe
+Vaterhaus heim und Deine Eltern trocknete Deine Thräne, – wer trocknet
+meine? Niemand. Ich ging fort in die Fremde und ›ka Katzerl, ka Hunderl‹
+kümmert sich um mir. Ich wünschte mir tot zu liegen, wie unsre süße Lilli.
+
+»Wie ich mir so ganz verlassen fühle und laut schluchze, steht plötzlich
+Doktor Althoff, mein Doktor Althoff vor mir. Ich hatte ihn nicht gehört,
+als er anklopfte und die Thür öffnete. Du kannst mein Schreck denken! Ich
+spring’ von mein Reisekoffer und halt’ das Tuch vor mein weinend Gesicht,
+ich schämte mir so.
+
+»Leise zog er es fort und fragte mich mit seiner schöner, tiefer Organ:
+›Warum weinen Sie, Miß Nellie? Thut Sie es weh, aus dem Institut zu
+scheiden, möchten Sie hier bleiben!‹
+
+»Ich sagte gar nix, weil ich nicht konnte vor lautes Schluchzen.
+
+»›Sehen Sie mich an, Miß Nellie,‹ bat er, ›ich möchte gern in Ihr Auge
+sehen bei das, was ich Sie fragen will.‹
+
+»Ich versuchte ihn anzublicken, aber ich mußt’ mein Auge niederschlagen,
+er hatte ein so sonderlicher Blick, niemals hat er mir so angesehen. O,
+ich ward so angst und es lief mich ganz heiß über mein Gesicht. Er griff
+mein’ Hand und hielt sie fest und dann – ich weiß nicht, wie es kam – mit
+einem Male hatte er mir in seinen Arm genommen und fragte: ›Haben Sie mich
+lieb, Nellie?‹
+
+»Ilse, kannst Du Dich denken, was ich empfand bei diese Frage? Es war, als
+ob der Himmel plötzlich offen war und alle Seligkeit auf mein Haupt
+schüttelte. Im Wachen und im Träumen immer hör’ ich dieser Wort in mein
+Ohr und zuweilen denk’ ich, es ist alles nicht wahr! Doch höre weiter. Du
+bist mein best’ Freundin und nichts soll dir verborgen sein.
+
+»›Hast Du mich lieb?‹ fragte er noch einmal, ›willst Du mein kleines Frau
+sein?‹
+
+»›O ja – herzlich gern,‹ sagte ich und ich weiß nicht, ob es sehr
+geschickt (schicklich) vor mich war, daß ich so schnell und ohne Besinnen
+mein Jawort gab, aber ich konnte nicht anders, ich hatte ja mein Alfred
+schon lange still in mein tiefster Herz geliebt.
+
+»Und nun küßte er mir auf die Stirn und nannte mir seine Braut. Mein
+Seligkeit war ohne Grenzen, ich war nicht mehr verlassen, hatte mit ein
+Mal ein wonnige Heimat gefunden.
+
+»Als wir uns verlobt hatten, gingen wir sogleich zu Fräulein Raimar und
+Alfred stellte mir als seine Braut vor. O, Ilse! Du hättest die erstaunte
+Gesichter sehen müssen! Es war zu spassig! Fräulein Raimar weniger, sie
+weiß immer so gut ihr Gesicht in die gleiche Falte zu legen, man weiß
+nicht, ob sie Freude oder Trauer hat. Aber ich glaube, diesmal hatte sie
+Freude, denn sie nahm mich in ihr Arm und küßte mir. Zu Alfred sagte sie:
+›Wie ist das so schnell gekommen, Herr Doktor? Ich habe niemals von Ihr
+Neigung gemerkt.‹
+
+»›Ich bin selbst erst klar geworden, als ich Nellie verlieren sollte,‹
+sagte Alfred und bat Fräulein Raimar, die Gouvernante abzubestellen und
+mir unter ihr mütterlicher Schutz zu behalten, bis wir heiraten. Sie hat
+es versprochen. So blieb ich hier und packte meine ganze Siebensachen
+wieder aus.
+
+»Miß Lead glückwünschte mir auch, aber wenn sie auch meiner Landsmann ist,
+war sie doch kalt wie ein Frosch. Ich glaube, sie hat viel Neid. Aber ich
+mache mir nix davon und strahle voll Wonne. Fräulein Güssow freut sich
+furchtbar über mein Glück, ich habe sie so lieb als eine Schwester und
+bitte jetzt alle Tag der liebe Gott, daß er sie von ihr schwer’ Beruf
+ablöse, sie ist zu gut für ein streng’ Lehrerin.
+
+»Unsre Freundinnen waren reizend nett! das heißt nicht alle, denn Melanie
+und Grete sind schnell abgereist, weil ihr Mutter krank war, sie wissen
+noch nichts. Orla beschenkte mir gleich mit ein kostbar Armband zum
+Andenken und zur Freude über unsre Verlobung. Das klein’ Lachtaube konnte
+vor Lachen kein Wort sagen. Rosi sprach ›artige‹ Worte wie immer, und
+Flora? Sie machte ein lang Gesicht und sah Alfred mit ein schwärmerischer
+Blick an, dann drückte sie uns stumm die Hände. Gestern hat sie mir mit
+ein lang ›Elegie an ein Braut‹ beglückt, sie ist sehr schön wie alle
+Gedichte von Flora.
+
+»Heute früh ist mein Alfred abgereist zu sein Mutter, das war ein sehr
+schwer’ Abschied! Wir fühlten uns gegenseitig ein wenig schwanken, doch
+ließe wir die Kopfe nicht fallen. Ich schluckte die Thränen tapfer hinter,
+Fräulein Raimar sollte mir nicht schwächlich sehen. Alfred kommt ja auch
+bald zurück, nur acht Tage ist er fort.
+
+»Nun leb’ wohl, _dear_ Ilschen. Ich habe Dir ein langer, langer Brief
+geschrieben, nun antworte mich gleich, bitte, bitte! Ich freu’ mir
+furchtbar auf Dein Brief, Du kommst doch zu mein Hochzeit? Neujahr werden
+wir getraut. Tausend Küsse, mein Herzkind, und grüße Deine lieber Eltern
+und das klein Babi von
+
+ Dein
+ seligste Nellie.«
+
+
+
+
+
+
+»Nellie Doktor Althoffs Braut!« rief Ilse jubelnd. »Nun wird sie keine
+Gouvernante, Mama!«
+
+»Nein, nun hat sie die beste Heimat gefunden!« entgegnete Frau Macket, die
+zuweilen über Nellies komische Ausdrücke gelacht, zuweilen aber auch eine
+Thräne der Rührung nicht zu unterdrücken vermocht hatte, »sie ist dem
+alleinstehenden Kinde von Herzen zu gönnen. Es muß ein liebes, drolliges
+Geschöpfchen sein, ihr Brief giebt ein sprechendes Zeugnis davon.«
+
+Wenn Ilse auf dieses Kapitel kam, war sie unerschöpflich. Frau Anne mußte
+sie ernstlich mahnen, sich anzukleiden.
+
+ [Illustration]
+
+»Gleich, Mama, gleich! Ich werde mich furchtbar eilen!« Aber zwischen Thür
+und Angel wandte sie sich noch einmal, um zu fragen, warum Doktor Althoff
+sich wohl gerade in Nellie verliebt haben möge. Die Antwort auf diese
+sonderbare Frage wartete sie indes nicht ab, sondern sprang die Treppe
+hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
+
+»Nellie Braut!« Ihre Gedanken konnten sich nicht davon trennen. Sie
+durchlebte mit der Freundin das wichtige Ereignis von Anfang bis Ende und
+war so der Gegenwart entrückt, daß sie lauter Verkehrtheiten machte.
+
+Anstatt des weißen Battistkleides hatte sie ihr Morgenkleid übergezogen,
+sie merkte es erst, als sie die blaßroten Schleifen daran befestigen
+wollte. Eilig machte sie ihren Fehler gut. Aber ihre Toilette war noch
+nicht vollständig vollendet, als sie dem Verlangen nicht widerstehen
+konnte, erst noch einmal Nellies Brief zu durchfliegen. »Haben Sie mich
+lieb?« »Willst Du mein kleine Frau sein?« Diese Stelle war zu schön, sie
+mußte sie nochmals lesen, dann ließ sie den Brief in den Schoß sinken und
+sann und träumte, ohne daß sie es wußte, wiederholten ihre Lippen die
+Worte: »Hast Du mich lieb?«
+
+Der Ruf der Mutter, die an die verschlossene Thür klopfte, schreckte sie
+auf und brachte sie in die Wirklichkeit zurück. Da lagen die Schleifen,
+dort die Blumen, an nichts hatte sie gedacht.
+
+»Geh nur hinunter, Mama, ich folge dir gleich!« rief sie und sprang in die
+Höhe.
+
+Aber Frau Anne ließ sich nicht abweisen, »sie müsse erst Ilses Anzug
+prüfen,« rief sie zurück.
+
+»Noch nicht fertig!« schalt sie eintretend. »O, du böse Ilse, was hast du
+gemacht? Warum ließest du dir nicht von Sofie helfen, wenn du allein nicht
+fertig werden konntest! Nur schnell, schnell! Jeder Augenblick ist
+kostbar!«
+
+Unter ihren geschickten Händen stand Ilse bald fertig geschmückt da. Frau
+Anne betrachtete sie mit freudigen Blicken, so reizend hatte sie ihr Kind
+noch niemals gesehen. War der duftige Anzug daran schuld? Oder hatten die
+Augen einen besonderen Glanz?
+
+ * * *
+
+Kaum zehn Minuten später kam der Wagen vom Bahnhof zurück und brachte die
+Gäste. Der Landrat stieg zuerst aus demselben. Ungeniert nahm er Ilse, die
+mit ihrer Mama zum Empfange bereit stand, in die Arme und küßte sie auf
+die Wange. Leo begrüßte die Damen mit einem Handkuß. Ilse wußte jetzt, wie
+sie sich bei einem so kritischen Falle zu benehmen hatte, sie zog die Hand
+nicht fort, die Mama hatte es auch nicht gethan.
+
+Die Eltern führten Gontraus hinauf in die bereitstehenden Gastzimmer, Leo
+blieb noch zögernd auf der Veranda stehen. Er trat zu Ilse, die etwas
+entfernt von ihm stand. Sie lehnte gegen einen Pfeiler und zupfte sehr
+eifrig an einer Weinranke. Sein Blick ruhte auf dem reizenden Mädchen, das
+ihm in den wenigen Wochen, seit er sie nicht gesehen hatte, größer und
+schöner geworden schien.
+
+»Sie sind so still und so ernst,« redete er sie an, »gar nicht wie im
+Lindenhof. Wo ist Ihr fröhlicher Uebermut geblieben? Drückt Sie ein
+Kummer?«
+
+»Kummer? o nein!« Und ihre Augen lachten ihn mit der alten Fröhlichkeit
+an. »Im Gegenteil, eine große, große Freude habe ich gehabt!« Und sie
+verkündete ihm Nellies Verlobung.
+
+Eigentlich wunderte es sie, daß er so wenig darauf zu erwidern hatte. Fast
+keine Miene hatte er bei dieser hochwichtigen Nachricht verzogen. Sein
+Blick hing unverwandt an ihren Lippen, und doch schien es, als wären seine
+Gedanken in weiter Ferne.
+
+»Ist sie sehr glücklich?« fragte er in halber Zerstreuung.
+
+»Glücklich?« wiederholte Ilse verwundert über seine Frage. »Selig ist sie!
+Sie müssen nur ihren Brief lesen!«
+
+»Lesen Sie ihn mir vor,« bat er. »Lassen Sie uns die schöne Einsamkeit
+benutzen, jetzt sind wir ungestört.«
+
+»Das geht nicht! Nein, gewiß nicht!« rief sie beinahe ängstlich. Es
+schreckte sie plötzlich der Gedanke: Wie kannst du ihm Nellies geheimste
+Empfindungen offenbaren? – Doch war es dieser Gedanke allein, der sie so
+seltsam beklommen machte? Entsprang die Furcht, mit ihm allein zu sein,
+aus derselben Quelle?
+
+»Wenn ich Sie sehr darum bitte, auch dann nicht?«
+
+Sie war schon halb auf der Flucht, als seine dringende Bitte ihr Ohr
+berührte.
+
+»Ich kann nicht! Ich habe im Hause zu thun! Später!« rief sie ihm verwirrt
+zu, flog über die Veranda hinweg durch den Speisesaal bis in die
+offenstehende Thür des kleinen Boudoirs der Mama.
+
+Er sah ihr nach, bis der Zipfel ihres weißen Kleides entschwunden war. Auf
+seinem Antlitz spiegelten sich die verschiedensten Gefühle, sie drückten
+Zweifel, Hoffnung und Entzücken aus.
+
+Als Ilse so hastig in das kleine Zimmer trat, atemlos und mit heißen
+Wangen, erschrak sie fast, als sie den Onkel antraf.
+
+»Nun, Backfischchen, was ist dir denn begegnet?« fragte er und legte das
+Buch, in welchem er gelesen, aus der Hand.
+
+»O nichts, nichts, gar nichts!« rief sie schnell. »Ich bin nur so heiß und
+mein Herz klopft so furchtbar.«
+
+Ehe er noch nach der Ursache ihrer Erregung fragen konnte, schnitt sie ihm
+das Wort ab. »Eine furchtbar interessante Neuigkeit, Onkel Curt! Nellie
+ist Braut!«
+
+Wer Nellie war, wußte er längst, oft genug hatte Ilse ihm in den
+Malstunden, die sie mit vielem Eifer nahm, von ihr erzählt, aber wie sie
+aussah, wußte er noch nicht, heute konnte sie ihm das Bild derselben
+zeigen. Es war ihr jetzt das Album nachgesandt, welches Fräulein Raimar
+ihr bereits bei der Abreise versprochen hatte. Es enthielt die Bilder der
+Lehrerinnen und Freundinnen.
+
+»Also Nellies Verlobung macht dir Herzklopfen?« meinte er etwas
+zweifelhaft lächelnd. »So, so! Sag’ mal, Fischchen, sind Gontraus schon
+da?«
+
+Diese Frage hatte Ilse überhört. »Hier ist Nellie!« fiel sie dem Onkel in
+die Rede und reichte ihm das Album. »Sag’, ist sie nicht reizend?«
+
+»Reizend? Das kann ich nicht finden,« entgegnete er etwas gedehnt und nach
+einigen prüfenden Kennerblicken. »Anmutig, graziös, ja, der Mund ist
+lieblich, Augen und Nase aber –«
+
+»Ach, Onkel,« unterbrach ihn Ilse, »du darfst sie nicht mit so kritischen
+Blicken ansehen, du kannst mir glauben, Nellie ist reizend! Das Bild ist
+auch schlecht, in Wirklichkeit ist sie viel hübscher!«
+
+Er hatte in dem Album weiter geblättert und nach dieser oder jener sich
+erkundigt. Plötzlich fragte er erregt: »Wie heißt diese Dame hier?«
+
+»Das ist meine liebste Lehrerin, Fräulein Güssow. Wir hatten sie alle
+furchtbar lieb und schwärmten für sie. Du kennst sie wohl?« wandte sie
+sich fragend an ihn. Es fiel ihr auf, daß er das Bild so starr
+betrachtete.
+
+»Ich kenne sie nicht, nein. Aber es muß mir im Leben ein Mädchen begegnet
+sein, das diesem Bilde glich. Doch, das ist lange her. Wie alt ist deine
+Lehrerin?«
+
+»Sie ist nicht mehr jung, schon siebenundzwanzig Jahre alt,« entgegnete
+Ilse nach echter Backfischart.
+
+»Ja, da ist sie schon ein altes Mädchen,« bestätigte der Onkel. Aber nur
+seine Lippen scherzten, sein Auge hing mit Ernst und Wehmut an dem
+getreuen Bilde der Lehrerin.
+
+Wäre Ilse nicht so jung und allzu sehr mit ihrer eigenen kleinen Person
+beschäftigt gewesen, es hätte ihr auffallen müssen, wie andächtig und wie
+lange er das Bild betrachtete. »Du findest sie wohl hübsch?« fragte sie
+unbefangen.
+
+»Wie heißt sie? Güssow?« fragte er, und jetzt hatte er ihre Frage
+überhört. »Wie ist ihr Vorname?«
+
+»Charlotte.«
+
+»Lotte,« nickte er zustimmend, »ein schöner Name!«
+
+Er schloß das Album und nahm sein Buch wieder zur Hand. Ilses Anwesenheit
+schien er vergessen zu haben.
+
+Sie kannte ihn schon als einen Sonderling, darum fiel ihr sein Wesen nicht
+auf.
+
+»Komm mit hinaus auf die Veranda, Onkel,« bat sie, »Gontraus sind
+gekommen.« Diese letzten Worte setzte sie mit abgewandtem Gesicht hinzu.
+
+»Ja, ja, bald!« entgegnete er zerstreut und ließ sich nicht stören. »Ich
+folge dir gleich.«
+
+Zögernd und auf den Fußspitzen durchschritt sie den Speisesaal. Mehrmals
+blieb sie stehen und lauschte. Alles war still. Als sie die geöffnete
+Thüre erreicht hatte, bog sie den Kopf etwas vor und spähte nach beiden
+Seiten; als sie die Veranda völlig vereinsamt sah, wagte sie sich hinaus.
+Der Frühstückstisch stand bereit, sie machte sich daran zu schaffen,
+horchte dann wieder, ob die Eltern noch nicht kämen. Sie blieben recht
+lange. Wo sie nur verweilten? Wenn sie gewußt hätte, daß sie mit dem
+Landrat und seiner Frau oben im Wohnzimmer waren, wo sie durchaus erst dem
+kleinen Bruder eine Visite abstatten wollten, wie würde sie zu ihnen
+geeilt sein.
+
+Endlich vernahm sie Schritte. War das der Onkel? Es war nicht sein
+Schritt, auch würde er nicht durch die Hausflur und von außen herum auf
+die Veranda gekommen sein. Vorsichtig lugte sie durch das Blätterwerk und
+erkannte zu ihrem Schrecken – Leo.
+
+Das Blut schoß ihr in die Wangen und der Atem stockte ihr in der Brust.
+Unmöglich konnte sie ihm jetzt gegenüberstehen! Sie würde nicht im stande
+gewesen sein, ein Wort hervorzubringen, und wenn sie so stumm und dumm vor
+ihm stand, was sollte er von ihr denken?
+
+Flucht! das war das einzige, was sie aus dieser peinlichen Lage befreien
+konnte, aber es war zu spät, er hatte sie gesehen, und gerade, als sie
+ihren eiligen Rückzug nahm, als sie den Salon bereits halb durchschritten
+hatte, holte er sie ein.
+
+»Jetzt müssen Sie bleiben, gnädiges Fräulein,« sprach er scherzend, »ich
+lasse Sie nicht fort! Sie haben mich auf ›später‹ vertröstet und jetzt ist
+es ›später‹, und Sie werden sich allergnädigst herablassen, mir Miß
+Nellies Brief vorzulesen! eine Frau – ein Wort!«
+
+Nun war sie gefangen! Entfliehen konnte sie ihm nicht mehr, es wäre zu
+einfältig gewesen. Sie drückte die Hand fest auf das stürmisch klopfende
+Herz und wandte sich um. Scheu, wie eine wilde Taube, die sich im Netze
+gefangen hat, erhob sie das braune Auge und sah ihn an.
+
+Ihre Befangenheit entging ihm nicht, aber mit feinem Gefühle brachte er
+sie mit leichtem Scherze darüber hinweg. Er bot ihr den Arm und führte sie
+zu einer Ecke der Veranda, in welcher ein kleiner eiserner Tisch und zwei
+Stühle standen. Die Oktobersonne stahl sich durch das blutrote Weinlaub
+und neckte das junge Mädchen. Gerade in die Augen blitzte sie ihm ihre
+Strahlen hinein, so daß sie dieselben schließen mußte.
+
+»Die Sonne blendet,« bemerkte Ilse und war froh, ein gleichgültiges Wort
+gefunden zu haben. »Es ist auch so warm hier,« fuhr sie fort und erhob
+sich.
+
+»Die böse Sonne! Wir wollen ihr aus dem Weg gehen!« Und er führte sie auf
+die entgegengesetzte Seite.
+
+Hier war es schattig und kühl und Ilse hatte keinen Grund mehr, sich zu
+erheben. Sie war auch nach und nach mehr Herrin ihrer Beklommenheit
+geworden, und als er noch einmal an den Brief erinnerte, fand sie sogar
+den früheren scherzhaften Ton.
+
+»Sie sind ein Quälgeist,« sagte sie. »Was kann es Sie interessieren, ›wie‹
+– und ›was‹ Nellie mir schreibt! Sie wollen nur darüber spotten und das
+dürfen Sie nicht!«
+
+»Wie können Sie mich in so bösem Verdacht haben!« wehrte er ab. »Sie haben
+mir Ihre Freundin so liebenswürdig geschildert, daß mein Wunsch, von ihr
+zu hören, wie sie mit eigenen Worte von ihrem Glücke schreibt, ganz
+natürlich ist.«
+
+Ilse sah ihn noch etwas ungläubig an, doch, da sie den spottenden Zug um
+seinen Mund nicht entdeckte, glaubte sie ihm und zog den Brief aus der
+Tasche. Sie schlug ihn auf und las ihn für sich.
+
+»Nun?« fragte er.
+
+»Immer Geduld, Herr Assessor! Erst muß ich die Stellen aussuchen, die Sie
+hören dürfen! Der ganze Inhalt ist nicht für Ihre Ohren bestimmt!«
+
+»Das wäre grausam!« protestierte er dagegen, »das ist gerade so, als ob
+Sie einem Kinde ein Stückchen Zucker hinhalten und sagen zu ihm: du, lecke
+mal dran! Den Zucker aber steckten Sie selbst in den Mund.«
+
+Sie lachte lustig über seinen Vergleich, er brachte sie ganz in die alte,
+fröhliche Laune zurück. »Nun hören Sie zu, aber nicht spotten!« drohte sie
+ihm mit dem Finger.
+
+Es war ein anmutiges Bild, das die jungen, schönen Menschenkinder boten.
+Dicht nebeneinander saßen sie beide, sie lesend und er aufmerksam ihren
+Worten lauschend. Er hatte den Arm auf den Tisch gestützt und sah auf Ilse
+herab, die den Kopf etwas vornübergebeugt hielt. Plötzlich hielt sie inne.
+
+»Lesen Sie weiter, bitte! Warum hören Sie auf? Denken Sie an das Stück
+Zucker?« Sie schwieg, wie mit sich selbst überlegend.
+
+Warum eigentlich wollte sie ihm das Schönste im ganzen Briefe
+verschweigen? Nellie hatte ihre Verlobung so drollig, so gemütvoll
+geschildert, ihre ganze Eigenart sprach sich darin aus.
+
+Als er sie noch einmal so dringend bat, fortzufahren, that sie es. Erst
+etwas zögernd, dann aber las sie fließend, ohne nur einmal zu stocken, zu
+Ende.
+
+Warum saß er so stumm? Sein Schweigen mußte sie verletzen. Sie hatte so
+fest erwartet, daß er sein Entzücken laut äußern würde! Nun sagte er gar
+nichts. Fast vorwurfsvoll sah sie ihn an, aber wie schnell senkte sie ihr
+Auge. Es traf sie sein Blick so sonderbar. Sie mußte an Doktor Althoffs
+›sonderlicher‹ Blick denken.
+
+»Ihre Freundin hat ein warmes, tiefes Empfinden,« bemerkte er endlich,
+aber es kam gezwungen heraus. Er fühlte das selbst und brach ab.
+
+»Fräulein Ilse,« fuhr er nach einer kleinen Pause ganz ohne Zusammenhang
+fort, »was würden Sie antworten, wenn – wenn jemand Sie fragen würde:
+Haben Sie mich lieb?«
+
+Sie war so verwirrt, so erschrocken bei seiner Frage, die sie wie ein
+Blitz aus blauem Himmel traf. Ihr heißes Blut wallte auf bei dem Gedanken,
+daß er sie verspotten könne.
+
+Fast hastig erhob sie sich. »Nein, würde ich sagen!« fuhr sie heraus, »ich
+habe niemand lieb! Niemand!« wiederholte sie, als ob sie erst noch einen
+Trumpf darauf setzen wollte.
+
+Wenn der Brausekopf nur einen Blick auf ihn geworfen hätte, wie bald würde
+sie ihn verstanden haben! Sein Auge hing mit Entzücken an ihr, der
+Widerstand verlieh ihren Zügen einen neuen Reiz für ihn.
+
+»Ilse,« sagte er zärtlich und ergriff ihre Hand. »Wenn ich es wäre, der
+Sie fragte: Haben Sie mich lieb, wollen Sie meine kleine Frau sein? Würden
+Sie auch dann so sprechen?«
+
+Hastig entzog sie ihm ihre Hand und verhüllte das Gesicht.
+
+»Hast du mich lieb, Ilse?« – Seine Stimme klang weich und innig und traf
+ihr Herz – ein »Ja« aber brachte sie nicht über die Lippen. Ihr spröder
+Sinn ließ es nicht zu, oder regte sich noch einmal der alte Widerspruch in
+ihr?
+
+»Nein! Niemals!« sagte sie schnell und wandte sich heftig ab.
+
+»Nein! – niemals?« wiederholte er und sah sie in schmerzlicher Erregung
+an, »o Ilse! nehmen Sie das Wort zurück, es hängt das Glück meines Lebens
+davon ab! – Ich war zu schnell mit meiner Frage – nicht wahr? Ich habe Sie
+erschreckt! – Nicht jetzt geben Sie mir die Antwort, erst wenn Sie ruhiger
+sein werden, dann –«
+
+Er sank auf einen Stuhl und bedeckte die Augen mit der Hand.
+
+Ilse stand noch immer von ihm abgewandt, in ihr kämpften die
+widerstreitendsten Gefühle. Ihr Herz zog sie zu ihm hin, aber sie konnte
+die Brücke nicht finden, die über den breiten Strom führte, der sie noch
+von ihm trennte. Da war es plötzlich, als stiege Lucies Bild vor ihr auf,
+als vernähme sie eine Stimme, die ihr warnend zurief: »Willst du ihn
+verlieren? – Denke an mein Geschick!«
+
+»Leo,« sagte sie schüchtern und trat ihm einen Schritt näher, aber
+erschreckt über ihre Kühnheit blieb sie hocherrötend und mit
+niedergeschlagenen Augen stehen.
+
+ [Illustration]
+
+Wie ein Hauch fast war sein Name über ihre Lippen gekommen, aber er hatte
+ihn doch vernommen. Jubelnd sprang er auf und sein Auge, das eben noch so
+verzagt und traurig geblickt hatte, leuchtete in freudigem Glanze.
+
+»Nun bist du meine Ilse!« rief er aus und zog sie an sein Herz, doch als
+er den ersten Kuß auf ihre Lippen drücken wollte, da wendete sie den Kopf
+zur Seite und die spröde, widerspenstige Ilse meldete sich noch einmal.
+
+»Küssen ist nicht erlaubt,« erklärte sie mit aller Entschiedenheit, »wie
+könnte ich mich von einem fremden Manne küssen lassen?«
+
+»Aber die Hand,« bat er lachend, »die Hand darf ich küssen!«
+
+Das wurde ihm gnädig bewilligt.
+
+Er hielt sie noch in dem Arm, als die beiden Elternpaare auf der Veranda
+erschienen. Alle hatten sofort begriffen, was hier geschehen war, nur der
+Oberamtmann stand wie versteinert da. Der Landrat und seine Gattin waren
+die ersten, die das Brautpaar begrüßten, beglückt nahmen sie Ilse als ihr
+Töchterchen an ihr Herz. Herr Macket hatte sich noch nicht vom Flecke
+gerührt.
+
+Frau Anne trat zu ihm und legte die Hand auf seinen Arm. »Siehst du,
+Richard, aus dem Kinde ist eine Jungfrau geworden, glaubst du es nun?«
+fragte sie zärtlich.
+
+»Ilse! Meine kleine Ilse!« brachte er endlich mühsam hervor und seine
+Brust hob und senkte sich im heftigen Kampfe. »Ist es wahr? Willst du mich
+verlassen?«
+
+Da flog sie an seinen Hals und küßte ihn stürmisch, dabei rief sie unter
+Weinen und Lachen: »Mein kleiner, einziger Herzenspapa, ich habe ihn ja so
+lieb!«
+
+ * * *
+
+Nun ist eigentlich meine Erzählung zu Ende, denn die überraschten
+Gesichter der Gäste zu schildern ist langweilig, selbst wenn die
+Ueberraschung ihnen so unerwartet kam, wie Ilses Verlobung am Erntefeste.
+Eins aber muß ich meinen lieben Leserinnen noch mitteilen, wie nämlich
+Onkel Curt an demselben Tage plötzlich verschwunden war. Während alle
+fröhlich bei der Tafel saßen, hatte er sich von Johann still und ohne
+Aufsehen nach dem Bahnhof fahren lassen.
+
+Frau Macket fiel seine Flucht nicht weiter auf, sie kannte ihren Bruder
+als einen unstäten Geist, der, wie es ihm einfiel, kam und verschwand. –
+Drei Wochen vergingen ohne das geringste Lebenszeichen, da endlich langte
+ein Brief aus München von ihm an. Sein Inhalt versetzte alle auf Moosdorf
+in sprachloses Erstaunen. Ilse aber kam darüber ganz außer Rand und Band.
+Sie klatschte in die Hände, tanzte im Zimmer umher und rief jubelnd: »Ich
+bin die Ursache ihres Glückes, durch mich haben sie sich gefunden! Was
+wird Leo dazu sagen? Wie freue ich mich!« – Doch ich will nicht
+vorgreifen, sondern lieber den kurzen Inhalt des Briefes mitteilen.
+
+»Wir sind auf der Hochzeitsreise. Lotte und ich wollen den Winter in
+Italien zubringen. Ihr wundert Euch, nicht wahr? Ist aber gar nichts dabei
+zu verwundern. Lotte und ich waren schon uralte Brautleute, haben nur
+niemals davon gesprochen. – Im Frühjahr kehren wir zurück, ich werde Euch
+dann meine junge Frau vorstellen. – Dem Fischchen besonderen Gruß – sie
+weiß schon warum. Soll übrigens fleißig weitermalen, wenn der Brautstand
+ihr die Zeit dazu läßt.« –
+
+»Nun bin ich Deine Tante, mein Liebling! Wer hätte das gedacht!« schrieb
+seine Frau, ehemals Fräulein Güssow, unter den Brief. »Wie gern hätte ich
+Dir längst die ganze wunderbare Geschichte, – und wie alles gekommen ist,
+mitgeteilt, aber ich durfte es nicht. Onkel Curt wollte erst nach unsrer
+Verheiratung die Erlaubnis dazu geben. Auch heute kann ich nur wenige
+Zeilen Dir schreiben, mein Mann steht hinter mir und treibt, daß ich
+aufhöre.
+
+»Denkst Du noch an Lucies Geschichte? – Jene Lucie hieß Lotte und war ich
+selbst – und der Maler? – Nun, Du errätst schon, wer es war, ohne daß ich
+ihn nenne.
+
+»Wenn wir zurückkehren, bist Du am Ende auch eine junge Frau? Wie habe ich
+mich gefreut über dein sonniges Glück, Herz! Der Himmel erhalte es Dir!«
+
+
+
+
+
+
+ BEMERKUNGEN ZUR TEXTGESTALT
+
+
+Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr
+römische Zahlen (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung
+wiedergegeben) und einzelne Wörter aus fremden Sprachen, hier durch
+Unterstrich (_) gekennzeichnet, ebenso wie gesperrt gesetzte Passagen.
+
+Korrektur von offensichtlichen Druckfehlern:
+
+ Seite 38: Anführungszeichen ergänzt hinter »nicht,«
+ Seite 61: erste Zeile ausgefallen, ergänzt nach 28. Auflage (»Grüße
+ nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die«)
+ Seite 70: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert vor und
+ nach »Ich kann nicht,«
+ Seite 133: Anführungszeichen ergänzt hinter »Lubauer.«
+ Seite 137: Anführungszeichen ergänzt hinter »Macket.«
+ Seite 153: Punkt ergänzt hinter »solle«
+ Seite 159: Anführungszeichen ergänzt vor »Mein« und hinter
+ »Breitner.«
+ Seite 191: Anführungszeichen ergänzt vor »aber«
+ Seite 237: Punkt ergänzt hinter »langweilig«
+ Seite 250: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert hinter
+ »will.« und »Nellie?«
+ Seite 252: öffnendes in schließendes Anführungszeichen geändert
+ hinter »gefunden!«
+ Seite 262: »Auge« geändert in »Augen«
+ Seite 265: »Kurt« geändert in »Curt« (zweimal)
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+ CREDITS
+
+
+February 17, 2010
+
+ Project Gutenberg TEI edition 1
+ Produced by Anca Sabine Dumitrescu, Jana Srna, Norbert H.
+ Langkau, Stefan Cramme and the Online Distributed Proofreading
+ Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+ A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 31309‐0.txt or 31309‐0.zip.
+
+This and all associated files of various formats will be found in:
+
+
+ http://www.gutenberg.org/dirs/3/1/3/0/31309/
+
+
+Updated editions will replace the previous one — the old editions will be
+renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no one
+owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and
+you!) can copy and distribute it in the United States without permission
+and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the
+General Terms of Use part of this license, apply to copying and
+distributing Project Gutenberg™ electronic works to protect the Project
+Gutenberg™ concept and trademark. Project Gutenberg is a registered
+trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you
+receive specific permission. If you do not charge anything for copies of
+this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
+performances and research. They may be modified and printed and given away
+— you may do practically _anything_ with public domain eBooks.
+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+ THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+
+
+_Please read this before you distribute or use this work._
+
+To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work (or
+any other work associated in any way with the phrase „Project Gutenberg“),
+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg™
+License (available with this file or online at
+http://www.gutenberg.org/license).
+
+
+ Section 1.
+
+
+General Terms of Use & Redistributing Project Gutenberg™ electronic works
+
+
+ 1.A.
+
+
+By reading or using any part of this Project Gutenberg™ electronic work,
+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
+terms of this license and intellectual property (trademark/copyright)
+agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this
+agreement, you must cease using and return or destroy all copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in your possession. If you paid a fee
+for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg™ electronic work
+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
+obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set
+forth in paragraph 1.E.8.
+
+
+ 1.B.
+
+
+„Project Gutenberg“ is a registered trademark. It may only be used on or
+associated in any way with an electronic work by people who agree to be
+bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can
+do with most Project Gutenberg™ electronic works even without complying
+with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
+a lot of things you can do with Project Gutenberg™ electronic works if you
+follow the terms of this agreement and help preserve free future access to
+Project Gutenberg™ electronic works. See paragraph 1.E below.
+
+
+ 1.C.
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation („the Foundation“ or
+PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg™ electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an individual
+work is in the public domain in the United States and you are located in
+the United States, we do not claim a right to prevent you from copying,
+distributing, performing, displaying or creating derivative works based on
+the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of
+course, we hope that you will support the Project Gutenberg™ mission of
+promoting free access to electronic works by freely sharing Project
+Gutenberg™ works in compliance with the terms of this agreement for
+keeping the Project Gutenberg™ name associated with the work. You can
+easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
+same format with its attached full Project Gutenberg™ License when you
+share it without charge with others.
+
+
+ 1.D.
+
+
+The copyright laws of the place where you are located also govern what you
+can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant
+state of change. If you are outside the United States, check the laws of
+your country in addition to the terms of this agreement before
+downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating
+derivative works based on this work or any other Project Gutenberg™ work.
+The Foundation makes no representations concerning the copyright status of
+any work in any country outside the United States.
+
+
+ 1.E.
+
+
+Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+
+ 1.E.1.
+
+
+The following sentence, with active links to, or other immediate access
+to, the full Project Gutenberg™ License must appear prominently whenever
+any copy of a Project Gutenberg™ work (any work on which the phrase
+„Project Gutenberg“ appears, or with which the phrase „Project Gutenberg“
+is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or
+distributed:
+
+
+ This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+ almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away
+ or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License
+ included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org
+
+
+ 1.E.2.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is derived from the
+public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with
+permission of the copyright holder), the work can be copied and
+distributed to anyone in the United States without paying any fees or
+charges. If you are redistributing or providing access to a work with the
+phrase „Project Gutenberg“ associated with or appearing on the work, you
+must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7
+or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
+trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+ 1.E.3.
+
+
+If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted with the
+permission of the copyright holder, your use and distribution must comply
+with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed
+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
+Gutenberg™ License for all works posted with the permission of the
+copyright holder found at the beginning of this work.
+
+
+ 1.E.4.
+
+
+Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™ License
+terms from this work, or any files containing a part of this work or any
+other work associated with Project Gutenberg™.
+
+
+ 1.E.5.
+
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+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
+the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate
+access to the full terms of the Project Gutenberg™ License.
+
+
+ 1.E.6.
+
+
+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
+marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word
+processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg™ work in a format other than
+„Plain Vanilla ASCII“ or other format used in the official version posted
+on the official Project Gutenberg™ web site (http://www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original „Plain Vanilla ASCII“ or other form.
+Any alternate format must include the full Project Gutenberg™ License as
+specified in paragraph 1.E.1.
+
+
+ 1.E.7.
+
+
+Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
+copying or distributing any Project Gutenberg™ works unless you comply
+with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+ 1.E.8.
+
+
+You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or
+distributing Project Gutenberg™ electronic works provided that
+
+ - You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to
+ the owner of the Project Gutenberg™ trademark, but he has agreed to
+ donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60
+ days following each date on which you prepare (or are legally
+ required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments
+ should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4,
+ „Information about donations to the Project Gutenberg Literary
+ Archive Foundation.“
+
+ - You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg™ License.
+ You must require such a user to return or destroy all copies of the
+ works possessed in a physical medium and discontinue all use of and
+ all access to other copies of Project Gutenberg™ works.
+
+ - You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
+ any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
+ receipt of the work.
+
+ - You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg™ works.
+
+
+ 1.E.9.
+
+
+If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic
+work or group of works on different terms than are set forth in this
+agreement, you must obtain permission in writing from both the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
+Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+ 1.F.
+
+
+ 1.F.1.
+
+
+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg™ electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain „Defects,“ such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
+or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk
+or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot
+be read by your equipment.
+
+
+ 1.F.2.
+
+
+LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES — Except for the „Right of
+Replacement or Refund“ described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg™
+trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg™
+electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for
+damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE
+NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH
+OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE
+FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT
+WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL,
+PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY
+OF SUCH DAMAGE.
+
+
+ 1.F.3.
+
+
+LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND — If you discover a defect in this
+electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund
+of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to
+the person you received the work from. If you received the work on a
+physical medium, you must return the medium with your written explanation.
+The person or entity that provided you with the defective work may elect
+to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the
+work electronically, the person or entity providing it to you may choose
+to give you a second opportunity to receive the work electronically in
+lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a
+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
+
+
+ 1.F.4.
+
+
+Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+paragraph 1.F.3, this work is provided to you ’AS-IS,’ WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+
+ 1.F.5.
+
+
+Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
+exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or
+limitation set forth in this agreement violates the law of the state
+applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
+the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state
+law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement
+shall not void the remaining provisions.
+
+
+ 1.F.6.
+
+
+INDEMNITY — You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark
+owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of
+Project Gutenberg™ electronic works in accordance with this agreement, and
+any volunteers associated with the production, promotion and distribution
+of Project Gutenberg™ electronic works, harmless from all liability, costs
+and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from
+any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of
+this or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
+additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any Defect
+you cause.
+
+
+ Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg™
+
+
+Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+ Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.
+
+The Foundation’s principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation’s web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+ Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+ Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg™ electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg™
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg™
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook’s eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+
+
+
+
+***FINIS***
+ \ No newline at end of file
diff --git a/31309-0.zip b/31309-0.zip
new file mode 100644
index 0000000..4d65409
--- /dev/null
+++ b/31309-0.zip
Binary files differ
diff --git a/31309-8.txt b/31309-8.txt
new file mode 100644
index 0000000..9eed79d
--- /dev/null
+++ b/31309-8.txt
@@ -0,0 +1,9756 @@
+The Project Gutenberg EBook of Der Trotzkopf by Emmy von Rhoden
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Der Trotzkopf
+
+Author: Emmy von Rhoden
+
+Release Date: February 17, 2010 [Ebook #31309]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO 8859-1
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+ Eine Pensionsgeschichte
+
+ fr
+
+ erwachsene Mdchen
+
+ von
+
+ Emmy von Rhoden.
+
+39. Auflage.
+
+Illustriert von _August Mandlick_.
+
+
+Stuttgart
+_Verlag von Gustav Weise._
+
+
+
+
+
+ Druck von Munz & Geiger, Stuttgart.
+
+
+
+
+
+ VORWORT
+
+
+ zur zweiten Auflage.
+
+
+Die zweite Auflage dieses Buches ist der ersten in krzerer Frist als der
+eines Jahres gefolgt. Sie ist mit dem Bilde der Verfasserin geschmckt,
+damit die jugendlichen Leserinnen auch die Zge derjenigen kennen und
+lieben lernen, die ihnen dies schne Vermchtnis hinterlassen hat. Sie hat
+diese Liebe reich verdient; sie hat dieselbe im Leben bei all denen, die
+ihr edles Herz kannten, im vollsten Mae genossen und sich weit ber das
+Grab hinaus gesichert.
+
+Emmy von Rhoden war das Pseudonym der zu frh dahingegangenen Gattin eines
+unsrer beliebtesten Schriftsteller, meines Freundes Friedrich Friedrich.
+Mir selbst und den Meinen war die Verfasserin eine teure Freundin, deren
+schriftstellerisches Debt ich mit wrmstem Interesse begleitete. Als sie
+ihre ersten, fr ein jngeres Alter berechneten Jugendschriften (_Das
+Musikantenkind_, eine Erzhlung fr Kinder von 11-14 Jahren, und
+_Lenchen Braun_, eine Weihnachtsgeschichte fr Kinder von 10-12 Jahren)
+verffentlichte und damit schnell litterarisches Aufsehen und nachhaltige
+Freude in den empfnglichen Gemtern der Kinderwelt erregte, hatte Emmy
+Friedrich Friedrich aus Bescheidenheit das Pseudonym Emmy von Rhoden
+gewhlt. Jetzt hat der Tod den Schleier der Pseudonymitt gelftet.
+
+Es ist mir ein Herzensbedrfnis, den Wunsch meines tiefgebeugten Freundes
+zu erfllen, der aus leichtbegreiflichen Grnden es nicht ber sich
+vermochte, der zweiten Auflage des Trotzkopf ein Vorwort zu geben. Er
+war der Meinung, da ich, der ich die Unvergeliche in ihrer
+liebenswrdigen menschlichen und schriftstellerischen Eigenart genau
+kannte, ein charakterisierendes Einfhrungswort der neuen Auflage finden
+wrde. Nun aber, da ich das innerliche Wesen dieser seltenen Frau in Worte
+kleiden soll, fhle ich die ganze Schwere dieser Aufgabe. Soll ich von der
+Gemtstiefe reden, mit welcher die Verewigte das Wesen der Jugend erfate;
+von dem innigen Verstndnis, welches sie den Eigentmlichkeiten einer
+jungen Mdchenseele entgegenbrachte; von der feinen Beobachtung des
+jugendlichen Gebarens; von der farbenfrischen Erzhlerkunst, mit welcher
+sie vor dem seelischen Ohr des Lesers auch die zartesten Saiten der
+jugendlichen Empfindung erklingen lie?
+
+Wer einen Ueberblick ber die neueste Unterhaltungslitteratur fr die
+Jugend gewann, in welcher sich allerlei Unnatur und Tendenz aufdringlich
+breit macht, wird die groen Vorzge erkennen, welche den Trotzkopf zu
+einer echten und wahren Jugendschrift machen. Diese Erzhlung ist
+natrlich frisch, unterhaltend und spannend, und was schwerer als dies
+alles wiegt: sie ist psychologisch wahr! Mit glcklichem Takt hat die
+Verfasserin alles rein Belehrende, alles Pedantische und unnatrlich Prde
+vermieden. Sie erzhlt mit ungeknstelter Natrlichkeit, wie ein junges,
+ungebndigtes Menschenkind durch das Leben selbst erzogen wird. Deshalb
+wirkt dies Buch auch im besten Sinne erziehend. Eine Erzhlung, welche die
+jugendlichen Gemter nicht fesselt und packt, bleibt wirkungslos und wenn
+tausend weise Lehren in dieselbe hineingestreut sind, denn diese sind nur
+graue Theorien, whrend das Grn des goldenen Lebensbaumes nur aus dem
+Leben selbst emporwchst.
+
+Und so mge dies anziehende, von der Sonne der Phantasie beglnzte Werk,
+das auf innerlichster Lebenserfahrung aufgebaut ist, seinen Weg weiter
+gehen zur Freude der gern angeregten Jugend! Es ist der Segen aller guten
+und edlen Naturen, da ihre Schpfungen auf viele Generationen hinaus
+wirken. Des alten Sebastian Frank Wort mag sich auch an dieser
+Jugendschrift als wahr erweisen: Das aber ist der Bcher rechter einiger
+Gebrauch, da wir darinnen ein Zeugnis unsres Herzens sehen.
+
+_Berlin_, Oktober 1885.
+ *Franz Hirsch.*
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+Papa, Diana hat Junge!
+
+Mit diesen Worten trat ungestm ein junges, schlankes Mdchen von fnfzehn
+Jahren in das Zimmer, in welchem sich auer dem Angeredeten, dessen Frau
+und dem Prediger des Ortes, noch Besuch aus der Nachbarschaft, ein Herr
+von Schffer mit Frau und seinem erwachsenen Sohne, befand.
+
+Alles lachte und wandte sich dem kleinen Backfische zu, der ohne jede
+Verlegenheit auf den Papa zueilte und ausfhrlich ber das wichtige
+Ereignis berichtete.
+
+Es sind vier Stck, Papa, erzhlte sie lebhaft, und braun sehen sie
+aus, wie Diana. Komm sieh dir sie an, es sind zu reizende Tierchen! Vorn
+an den Pftchen haben sie weie Spitzen. Ich habe gleich einen Korb geholt
+und mein Kopfkissen hineingelegt, sie mssen doch warm liegen, die kleinen
+Dinger.
+
+Herr Oberamtmann Macket hatte den Arm um die Schulter seines Lieblings
+gelegt und strich ihm das wirre Lockenhaar aus dem erhitzten Gesicht,
+dabei sah er sein Kind mit wohlgeflligen Blicken an, was eigentlich zu
+verwundern war, da Ilse in einem Aufzuge hereingekommen, der durchaus
+nicht geeignet war, Wohlgefallen zu erregen, besonders in diesem
+Augenblicke, wo fremde Augen denselben musterten. Das verwaschene,
+dunkelblaue Kattunkleid, blusenartig gemacht und mit einem Ledergrtel
+gehalten, mochte wohl recht bequem sein, aber kleidsam war es nicht, und
+einige Flecken und Risse darin dienten ebenfalls nicht dazu, die Eleganz
+desselben zu heben. Die hohen, plumpen Lederstiefel, die unter dem kurzen
+Kleide hervorblickten, waren tchtig bestaubt und sahen eher grau als
+schwarz aus. Aber wie gesagt, Herrn Macket genierte dieser Aufzug gar
+nicht, er sah in die frhlichen, braunen Augen seines Lieblings, um dessen
+Kleider kmmerte er sich nicht.
+
+Er war im Begriffe, sich zu erheben, um seines Kindes Wunsch zu erfllen,
+als seine Gattin, eine vornehme Erscheinung mit sanften und doch
+bestimmten Zgen, ihm zuvorkam. Sie hatte sich erhoben und trat auf Ilse
+zu.
+
+Liebe Ilse, sagte sie in freundlichem Tone und nahm dieselbe bei der
+Hand, ich mchte dir etwas sagen, Kind. Willst du mir auf einen
+Augenblick in mein Zimmer folgen?
+
+Sehr ruhig, aber sehr bestimmt waren die Worte gesprochen und Ilse fhlte,
+da ein Widerstand dagegen vergeblich sein wrde. Ungern und gezwungen
+folgte sie der Mutter in das anstoende Gemach.
+
+Was willst du mir sagen, Mama? fragte sie und sah Frau Macket trotzig
+an.
+
+Nichts weiter, mein Kind, als da du sogleich auf dein Zimmer gehst und
+dich umkleidest. Du wutest wohl nicht, da Gste bei uns waren?
+
+Doch, ich wute es, aber ich mache mir nichts daraus, gab Ilse kurz zur
+Antwort.
+
+Aber ich, Ilse. Ich kann nicht gleichgltig dabei sein, wenn du in einem
+so unordentlichen Kostme dich blicken lt. Du bist kein Kind mehr mit
+deinen fnfzehn Jahren; bedenke, da du seit Ostern konfirmiert bist, eine
+angehende junge Dame aber mu den Anstand wahren. Was soll der junge
+Schffer von dir denken, er wird dich auslachen und dich verspotten.
+
+Der dumme Mensch! fuhr Ilse auf. Ob der ber mich lacht oder spottet,
+ist mir ganz gleichgltig. Ich lache auch ber ihn! Thut, als ob er ein
+Herr wre mit seinem Klemmer und geht doch noch in die Schule.
+
+Er ist in Prima auf dem Gymnasium und zhlt neunzehn Jahre. Nun sei
+vernnftig und kleide dich um, Kind, hrst du?
+
+Nein, - ich ziehe kein andres Kleid an, ich will mich nicht putzen!
+
+Wie du willst, aber dann bitte ich dich, ja ich wnsche es entschieden,
+da du in deinem Zimmer bleibst und dein Abendbrot dort verzehrst, gab
+Frau Macket mit groer Ruhe zur Antwort.
+
+Ilse bi auf die Unterlippe und trat mit dem Fue heftig auf die Erde,
+aber sie sagte nichts. Mit einer schnellen Wendung ging sie zur Thr
+hinaus und warf dieselbe unsanft hinter sich zu. Oben in ihrem Zimmer lie
+sie sich auf einen Stuhl fallen, sttzte die Ellbogen auf das Fensterbrett
+und weinte Thrnen des bittersten Unmutes.
+
+O wie schrecklich ist es jetzt! stie sie schluchzend heraus. Warum hat
+auch der Papa wieder eine Frau genommen, - es war so viel, viel hbscher,
+als wir beide allein waren! Alle Tage mu ich lange Reden hren ber Sitte
+und Anstand und ich will doch keine Dame sein, ich will es nicht - und
+wenn sie es zehnmal sagt! - -
+
+Als sie mit ihrem Vater noch allein war, fhrte sie freilich ein
+ungebundeneres und lustigeres Leben. Niemand hatte ihr Vorschriften zu
+machen oder durfte ihre dummen Streiche hindern; was sie auch ausfhrte,
+es galt alles als unbertrefflich. Das Lernen wurde nur als langweilige
+Nebensache betrachtet und die Gouvernanten fgten sich entweder dem Willen
+ihrer Schlerin oder sie gingen davon. Beklagte sich ja einmal diese oder
+jene bei dem Vater und hatte derselbe auch wirklich den festen Entschlu
+gefat, ein Machtwort zu sprechen gegen sein unbndiges Kind, er kam nicht
+dazu, es auszufhren. Sobald er mit ernster Miene ihr gegenber trat, fiel
+Ilse ihm um den Hals, nannte ihn ihren einzigen, kleinen Papa, trotzdem
+er ein sehr groer, krftiger Mann war, und kte ihm Mund und Wangen.
+Versuchte er, ihr ernste Vorstellungen zu machen, hielt sie ihm den Mund
+zu.
+
+Ich wei ja alles, was du mir sagen willst, und ich will mich ganz gewi
+bessern! mit solchen und hnlichen Worten und Versprechungen trstete sie
+den Papa - ach und wie gern lie er sich also trsten! Er konnte dem Kinde
+nie ernstlich zrnen, es war sein alles.
+
+Als Ilses Mutter starb, legte sie ihm das kleine hilflose Ding in den Arm.
+Es hatte die schnen, frohen Augen der frh Geschiedenen geerbt, und
+blickte sie ihn an, war es ihm, als ob die Gattin, die er so sehr geliebt
+hatte, ihn anlchle.
+
+Lange Jahre war er einsam geblieben und hatte nur fr sein Kind gelebt. Da
+lernte er seine zweite Frau kennen. Ihr kluges, sanftes Wesen fesselte ihn
+so, da er sie heimfhrte.
+
+Frau Anne betrat das Haus ihres Mannes mit dem festen Vorsatze, seinem
+Kinde die treueste, liebevollste Mutter zu sein und alles aufzubieten, um
+ihr die frh Verlorene zu ersetzen; indes jede herzliche Annherung von
+ihrer Seite scheiterte an Ilses trotzigem Widerstande. Bald ein Jahr
+waltete sie nun schon als Frau und Stiefmutter und noch immer hatte sie es
+nicht vermocht, Ilses Liebe zu gewinnen. - - -
+
+Die Gste blieben zum Abendessen auf Moosdorf, so hie das groe Gut des
+Oberamtmann Macket. Als der Tisch gedeckt war und alle sich an demselben
+niedergesetzt hatten, fragte Herr Macket, warum Ilse noch nicht anwesend
+sei.
+
+Frau Anne erhob sich und zog an der Klingelschnur. Der eintretenden
+Dienstmagd befahl sie, das Frulein zu Tisch zu rufen. - - - -
+
+Ilse sa noch in derselben Stellung am Fenster. Sie hatte sich
+eingeschlossen und die Magd mute erst tchtig pochen und rufen, bevor sie
+sich bequemte, die Thr zu ffnen.
+
+Sie sollen herunterkommen, Frulein, die gndige Mama hat es befohlen,
+sagte Kathrine und betonte das sollen und befohlen so recht
+auffallend.
+
+Ich soll! rief Ilse und wandte den Kopf hastig herum, aber ich will
+nicht! Sag' das der gndigen Frau Mama!
+
+Ja, sagte Kathrine, so recht befriedigt von dieser Antwort, denn auch
+sie war durchaus nicht damit einverstanden gewesen, da wieder eine Frau
+in das Haus gekommen war, welche der schnen Freiheit ein Ende gemacht
+hatte, ja, ich werd's bestellen. Gndiges Frulein haben ganz recht, das
+ewige Befehlen, wenn man selbst alt genug ist, ist hchst unpassend, noch
+dazu, wenn fremde Leute dabei sind.
+
+Und sie ging hinunter in das Speisezimmer und fhrte wrtlich Ilses
+Bestellung aus.
+
+Herr Macket blickte seine Frau verlegen an, er wute gar nicht, was diese
+Antwort bedeuten sollte. Sie verstand seine stumme Frage und ohne im
+geringsten den Unmut merken zu lassen, den sie in ihrem Innern empfand,
+sagte sie gelassen: Ilse ist nicht ganz wohl, lieber Mann, sie klagte
+etwas ber Kopfschmerzen. Kathrine hat ihre Bestellung ungeschickt
+ausgerichtet.
+
+Alle Anwesenden errieten sofort, da Frau Anne eine Ausrede machte, nur
+Herr Macket glaubte, da es sich in Wahrheit so verhielt.
+
+Wollen wir nicht lieber einen Boten zum Arzt schicken? fragte er
+besorgt.
+
+Die Antwort hierauf gab ihm sein Kind selbst, das heit, sie bewies ihm,
+da ihr kein Finger weh that. Laut jubelnd und lachend trieb sie einen
+Reif mit einem Stock ber den groen Rasenplatz, und der Jagdhund, Tyras,
+sprang demselben nach, und wenn er mit seinen Pfoten den Reif beinahe
+erhascht hatte und ihn doch nicht halten konnte, stie er ein rgerliches
+Geheul aus, worber Ilse sich totlachen wollte.
+
+Herrn Mackets Gesicht verklrte sich ordentlich bei diesem Anblicke. Er
+stand auf, trat in die offenstehende Flgelthr des Zimmers und eben im
+Begriffe, Ilse zu rufen, hielt ihn Frau Anne davon zurck.
+
+La sie - ich bitte dich, - lieber Mann, bat sie, vor Unwillen leicht
+errtend, und zu den Gsten gewendet setzte sie hinzu: Es thut mir leid,
+nun doch die Wahrheit sagen zu mssen, indes Ilses Benehmen zwingt mich
+dazu.
+
+Und sie erzhlte so mildernd als mglich den kleinen Vorfall. Es wurde
+darber gelacht, ja Herr von Schffer behauptete, die kleine habe
+Temperament und es sei schade, da sie kein Knabe sei. Seine hochgebildete
+Frau konnte ihm nicht beistimmen, sie fand das wilde Mdchen geradezu
+entsetzlich und nannte es auf dem Heimwege ein _enfant terrible_.
+
+Als die Gste fortgefahren waren, blieb der Prediger noch zurck. Derselbe
+war ein wohlwollender, nachsichtiger Mann, der Ilsen vterlich zugethan
+war. Er hatte sie getauft und eingesegnet, unter seinen Augen war sie
+herangewachsen. Seit kurzer Zeit, seitdem die letzte Gouvernante ihren
+Abschied genommen hatte, leitete er auch ihren Unterricht.
+
+Es trat ein augenblickliches, beinahe peinliches Stillschweigen ein. Ein
+jeder der drei Anwesenden hatte etwas auf dem Herzen und scheute sich
+doch, das erste Wort zu sprechen. Herr und Frau Macket saen am Tische, er
+rauchend, sie eifrig mit einer Handarbeit beschftigt. Prediger Wollert
+ging im Zimmer auf und ab und sah recht ernst und nachdenklich aus.
+Endlich blieb er vor dem Oberamtmann stehen.
+
+Es kann nichts helfen, lieber Freund, redete er denselben an, das Wort
+mu heraus. Es geht nicht mehr so weiter, wir knnen das unbndige Kind
+nicht zgeln, es ist uns ber den Kopf gewachsen.
+
+Der Oberamtmann sah den Prediger verwundert an. Wie meinen Sie das?
+fragte er, ich verstehe Sie nicht.
+
+Meine Meinung ist, geradeheraus gesagt, die, fuhr der erstere fort, das
+Kind mu fort von hier, in eine Pension.
+
+Ilse? In eine Pension? Aber warum, sie hat doch nichts verbrochen! rief
+Herr Macket ganz erschreckt.
+
+Verbrochen! wiederholte lchelnd der Prediger. Nein, nein, das hat sie
+nicht! Aber mu denn ein Kind erst etwas Bses gethan haben, um in ein
+Institut zu kommen? Es ist doch keine Strafanstalt. Hren Sie mich ruhig
+an, lieber Freund, fuhr er besnftigend fort und legte die Hand auf
+Mackets Schulter, als er sah, da dieser heftig auffahren wollte. Sie
+wissen, wie ich Ilse liebe, und wissen auch, da ich nur das Beste fr sie
+im Auge habe; nun wohl, ich habe reiflich berlegt und bin zu dem
+Resultate gekommen, da Sie, Ihre Frau und ich nicht Macht genug besitzen,
+sie zu erziehen. Sie trotzt uns allen dreien, was soll daraus werden? Sie
+hat soeben ein glnzendes Beispiel ihrer widerspenstigen Natur gegeben.
+
+Der Oberamtmann trommelte auf dem Tische. Das war eine Ungezogenheit, die
+ich bestrafen werde, sagte er. Etwas Schlimmes kann ich nicht darin
+finden. Mein Gott, Ilse ist jung, halb noch ein Kind, und Jugend mu
+austoben. Weshalb soll man einem bermtigen Mdchen so strenge Fesseln
+anlegen und es Knall und Fall in eine Pension bringen? Was ist dabei, wenn
+es einmal ber den Strang schlgt? Verstand kommt nicht vor den Jahren!
+Was sagst du dazu, Anne, wandte er sich an seine Frau, du denkst wie
+ich, nicht wahr?
+
+Ich dachte wie du, entgegnete Frau Anne, vor einem Jahre, als ich
+dieses Haus betrat. Heute urteile ich anders, heute mu ich dem Herrn
+Prediger recht geben. Ilse ist schwer zu erziehen, trotz aller
+Herzensgte, die sie besitzt. Ich wei nichts mit ihr anzufangen, soviel
+Mhe ich mir auch gebe. Gewhnlich thut sie das Gegenteil von dem, was ich
+ihr sage. Bitte ich sie, ihre Aufgaben zu machen, so thut sie entweder,
+als ob sie mich nicht verstanden hat, oder sie nimmt hchst unwillig ihre
+Bcher, wirft sie auf den Tisch, setzt sich davor und treibt allerhand
+Nebendinge. Nach kurzer Zeit erhebt sie sich wieder und fort ist sie! Da
+hilft kein gtiges Zureden, keine Strenge, sie will nicht! Frage den Herrn
+Prediger, wie ungleichmig Ilses wissenschaftliche Bildung ist, wie sie
+zuweilen sogar noch orthographische Fehler macht.
+
+Was kommt bei einem Mdchen darauf an, entgegnete Herr Macket und erhob
+sich. Eine Gelehrte soll sie nicht werden; wenn sie einen Brief schreiben
+kann und das Einmaleins gelernt hat, wei sie genug.
+
+Der Prediger lchelte. Das ist Ihr Ernst nicht, lieber Freund. Oder wrde
+es Ihnen Freude machen, wenn man von Ihrer Tochter sagte, da sie dumm sei
+und nichts gelernt habe! Ilse hat gute Anlagen, es fehlt ihr nur der
+Trieb, die Lust zum Lernen. Beides wird sich einstellen, sobald sie unter
+junge Mdchen ihres Alters kommt. Das Streben derselben wird ihren Ehrgeiz
+wecken und ihr bester Lehrmeister sein.
+
+Die Wahrheit dieser Worte leuchtete Herrn Macket ein, aber die Liebe zu
+seinem Kinde lie es ihn nicht laut eingestehen. Der Gedanke, dasselbe von
+sich zu geben, war ihm furchtbar. Nicht tglich es sehen und hren zu
+knnen, - ihm war als ob die Sonne pltzlich aufhren msse zu scheinen,
+als solle ihm Licht und Leben genommen werden.
+
+Frau Anne empfand, was in ihres Mannes Herzen vorging, liebevoll trat sie
+zu ihm und ergriff seine Hand.
+
+Denke nicht, da ich hart bin, Richard, wenn ich fr den Vorschlag unsres
+Freundes stimme, sagte sie. Ilse steht jetzt auf der Grenze zwischen
+Kind und Jungfrau, noch hat sie Zeit, das Versumte nachzuholen und ihre
+unbndige Natur zu zgeln. Geschieht das nicht, so knnte man eines Tages
+unser Kind als unweiblich bezeichnen, wre das nicht furchtbar?
+
+Er hrte kaum, was sie sprach. Ihr wollt sie einsperren, sagte er
+erregt, aber das hlt sie nicht aus. Lat sie erst lter werden, es ist
+dann immer noch Zeit genug, sie fortzugeben.
+
+Dagegen protestierten Frau Anne und der Prediger auf das entschiedenste;
+sie bewiesen, da jetzt die hchste Zeit sei, wenn die Pension noch etwas
+ntzen solle.
+
+Ich wte ein Institut in W., das ich fr Ilse ausgezeichnet empfehlen
+knnte, erklrte der Prediger. Die Vorsteherin desselben ist mir genau
+bekannt, sie ist eine vorzgliche Dame. Neben der Pension, die unter ihrer
+Leitung herrlich gediehen ist, hat sie eine Tagesschule in das Leben
+gerufen, die sich von Jahr zu Jahr vergrert hat. Ilse wrde den besten
+Unterricht und die liebevollste Pflege vereint finden. Und welch ein
+Vorzug ist nicht die wunderbare Lage dieses Ortes. Die Berge ringsum, die
+kostbare Luft - - -
+
+Ja ja, unterbrach ihn Herr Macket unruhig und abwehrend, ich glaube das
+alles gern! Aber lat mir Zeit, bestrmt mich nicht weiter. Ein so
+wichtiger Entschlu, selbst wenn er notwendig ist, bedarf der Reife. -
+
+Er kam schneller als er geglaubt hatte. -
+
+Am andern Morgen, es war noch sehr frh, traf der Oberamtmann sein
+Tchterchen, wie es eben im Begriffe war, hinaus auf die Wiese zu reiten,
+um das Heu mit einzuholen. Ungeniert hatte Frulein Ilse sich auf eines
+der Pferde, das vor dem Leiterwagen gespannt war, von dem Kutscher
+hinaufheben lassen, derselbe stand auf dem Wagen und hielt die Zgel in
+der Hand.
+
+Guten Morgen, Papachen! rief sie ihm laut schon von weitem entgegen,
+wir wollen auf die Wiese fahren, das Heu mu herein; der Hofmeister sagt,
+wir bekommen gegen Mittag ein Gewitter. Ich will gleich mit aufladen
+helfen!
+
+Der Vater hatte heute nicht die unbefangene Freude an dem Wesen seines
+Kindes, ihm fielen die Worte seiner Frau vom gestrigen Abend ein. Ilse sah
+wenig weiblich in diesem Augenblicke aus, eher glich sie einem wilden
+Buben. Wie ein solcher sa sie auf dem Pferde und hatte die Fe an beiden
+Seiten herunterhngen. Das kurze blaue Kleid deckte dieselben nicht, man
+sah den plumpen, hohen Lederstiefel und noch ein Stck des bunten
+Strumpfes. Es war wahrlich kein schner Anblick.
+
+Steig' herab, Ilse, sagte Herr Macket, dicht zu ihr tretend, um ihr beim
+Heruntersteigen behilflich zu sein, du wirst jetzt nicht auf die Wiese
+reiten, hrst du, sondern deine Aufgaben machen.
+
+Es war das erste Mal in ihrem Leben, da der Vater in so bestimmter Weise
+zu ihr sprach. Im hchsten Grade verwundert blickte sie ihn an, aber sie
+machte keine Miene, seiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie schlug die
+Arme ineinander und fing an, herzlich zu lachen.
+
+Hahahaha! Arbeiten soll ich! Du kleiner reizender Papa, wie kommst du
+denn auf diesen komischen Einfall? Mach' nur nicht ein so bses Gesicht!
+Weit du, wie du jetzt aussiehst? Gerade wie Mademoiselle, die letzte,
+Papa, von den vielen, - wenn sie bse war! {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Frulein Ilse, gehen Sie auf
+Ihr Zimmer _mais tout-de-suite_. Aben Sie mir _compris_!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Dabei zog sie
+die Stirn in Falten und ri die Augen auf - so, und sie versuchte es
+nachzuahmen. Oh, es war zu himmlisch! Adieu Papachen, zum Frhstck komm'
+ich zurck!
+
+Sie warf ihm noch eine Kuhand zu, lachte ihn schelmisch an und fort
+ging's im lustigen Trabe hinaus auf die Wiese in den taufrischen
+Sommermorgen hinein.
+
+Herr Macket schttelte den Kopf, mit einem Male stiegen ernstliche
+Bedenken wegen Ilses Zukunft in ihm auf. Er fand den Gedanken, sie in eine
+Pension zu geben, heute weniger schrecklich, als gestern. Sie hatte ihm
+soeben den Beweis gegeben, da sie auch ihm Widerstand entgegensetzte.
+Freilich mute er sich gestehen, da er durch seine Nachgiebigkeit
+denselben in ihr gro gezogen hatte.
+
+Er ging in das Speisezimmer und trat von dort auf die Veranda, die
+weinumrankt sich an der Vorderseite des Hauses entlang zog. Seine Frau
+erwartete ihn dort am gedeckten Frhstckstische.
+
+Ganz gegen seine Gewohnheit war er still und einsilbig. Hattest du
+Unannehmlichkeiten? fragte Frau Anne und reichte ihm den Kaffee.
+
+Nein, entgegnete er, das nicht. Er hielt einen Augenblick inne, als ob
+es ihm schwer wrde, weiter zu sprechen, dann fuhr er fort: Ich mchte
+dir eine Mitteilung machen, oder richtiger gesagt, dir meinen Entschlu
+wegen unsres gestrigen Gesprches verknden. Zum 1. Juli soll Ilse in die
+Pension.
+
+Du scherzest, sagte Anne und sah ihn fragend an.
+
+Es ist mein Ernst, erwiderte er. Wirst du im stande sein, bis zu dem
+Termine alles zu Ilses Abreise einrichten zu knnen? Wir haben heute den
+12. Juni.
+
+Ja, das wrde ich knnen, lieber Richard; aber verzeihe, mir kommt dein
+Entschlu etwas bereilt vor. Wird er dich nicht gereuen? La Ilse die
+schnen Sommermonate noch ihre Freiheit genieen und gieb sie erst zum
+Herbste fort. Der Abschied von der Heimat wird ihr dann weniger schwer
+werden.
+
+Nein, keine Aenderung, sagte er, bei einem lngeren Hinausschieben
+seinen Wankelmut frchtend, es bleibt dabei - zum 1. Juli wird sie
+angemeldet.
+
+Nach einigen Stunden kehrte Ilse wohlgemut mit erhitzten Wangen und ber
+und ber mit Heu bestreut zum zweiten Frhstcke zurck. Wie sie war, ohne
+den Anzug zu wechseln, trat sie hchst vergngt auf die Veranda.
+
+Da bin ich, rief sie. Bin ich lange geblieben? Ich sage dir, Papa, das
+Heu ist kostbar! Nicht einen Tropfen Regen hat es bekommen. Du wirst deine
+Freude daran haben. Der Hofmeister meint, so gut htten wir es seit Jahren
+nicht gehabt.
+
+La das Heu jetzt, Ilse, entgegnete Herr Macket, und hre zu, was ich
+dir sagen werde.
+
+Er sagte es ziemlich ernst, es wurde ihm nicht leicht, von seinem Plane zu
+sprechen - sie war so ahnungslos, ja sie nahm gar keine Notiz von seiner
+Stimmung. Ihr Augenmerk war auf den wohlbesetzten Frhstckstisch
+gerichtet, sie war sehr hungrig von der Fahrt.
+
+Soll ich dir Frhstck schneiden? fragte Frau Anne freundlich, aber Ilse
+lehnte es ab.
+
+Ich will es schon selbst thun, sagte sie, nahm das Messer und schnitt
+sich ein tchtiges Stck Schwarzbrot ab. Die Butter strich sie fast
+fingerdick darauf. Nachdem sie ein dickes Stck Wurst zugelangt hatte,
+fing sie an, wohlgemut zu essen. Bald von dem Brote, bald von der Wurst,
+die sie in der Hand hielt, einen Bissen nehmend. Hchst ungeniert lehnte
+sie dabei hintenber in einem Sessel und schlug die Fe bereinander. Es
+schmeckte ihr kstlich.
+
+Ich denke, du wolltest mir etwas sagen, Papachen! rief sie mit vollem
+Munde, nun schie los, ich bin ordentlich neugierig darauf.
+
+Er zgerte etwas mit der Antwort, noch war es Zeit, noch konnte er seinen
+Entschlu zurcknehmen - einen Augenblick berlegte er und es fehlte nicht
+viel, so htte er es wirklich gethan, aber die Schwche ging vorber und
+so ruhig wie es ihm mglich war, teilte er Ilse seinen Beschlu mit.
+
+Wenn er erwartet hatte, da sie sich strmisch widersetzen wrde, so hatte
+er geirrt. Zwar blieb ihr buchstblich der Bissen im Munde stecken vor
+Ueberraschung und Schreck, aber ihr Auge flog zur Mutter hinber und sie
+unterdrckte den Sturm, der in ihr tobte. Um keinen Preis sollte diese
+erfahren, wie furchtbar es ihr war, die Heimat, den Vater vor allem, zu
+verlassen, sie, die doch sicherlich nur allein die Anstifterin dieses
+Planes war, denn der Papa - nein! Nimmermehr wrde er sie von sich gegeben
+haben!
+
+Nun, du schweigst? fragte Herr Macket, du hast vielleicht selbst schon
+die Notwendigkeit eingesehen, da du noch tchtig lernen mut, mein Kind,
+denn mit deinen Kenntnissen hapert es noch berall, nicht wahr?
+
+Gar nichts habe ich eingesehen! platzte Ilse heraus, du selbst hast mir
+ja oft genug gesagt, ein Mdchen brauche nicht so viel zu lernen, das
+allzu viele Studieren mache es erst recht dumm! Ja, das hast du gesagt,
+Papa, und nun sprichst du mit einemmal anders. Nun soll ich fort, soll auf
+den Schulbnken sitzen zwischen andern Mdchen und lernen, bis mir der
+Kopf weh thut. Aber es ist gut, ich will auch fort, ja ich freue mich auf
+die Abreise. Wenn nur erst der 1. Juli da wre!
+
+Und sie erhob sich hastig, warf den Rest ihres Frhstcks auf den Tisch
+und eilte fort, hinauf in ihr Zimmer, und jetzt brachen die Thrnen
+hervor, die sie bis dahin nur mhsam zurckgehalten hatte.
+
+Frau Anne wre dem Kinde gar zu gern gefolgt, sie fhlte, was in dem
+jungen Herzen vorging, aber sie wute genau, da Ilse ihre gtigen Worte
+trotzig zurckweisen wrde; so blieb sie zurck und hoffte auf die Zeit,
+wo Ilses gutes Herz den Weg zu ihrer mtterlichen Liebe finden werde. - -
+
+ --------------
+
+Die wenigen Wochen bis zum festgesetzten Termine vergingen schnell. Frau
+Anne hatte alle Hnde voll zu thun, um Ilses Garderobe in Ordnung zu
+bringen. Die Vorsteherin der Pension hatte auf Herrn Mackets Anfrage
+sofort geantwortet und sich gern zu seiner Tochter Aufnahme bereit
+erklrt. Zugleich hatte sie ein Verzeichnis der Sachen mitgeschickt, die
+jede Pensionrin bei ihrem Eintritt in das Institut mitzubringen habe.
+
+Ilse lachte spttisch ber die, nach ihrer Meinung vielen unntzen Dinge,
+besonders die Hausschrzen fand sie geradezu lcherlich. Sie hatte bis
+dahin niemals eine solche getragen.
+
+Die dummen Dinger trage ich doch nicht, Mama! sagte sie, als Frau Anne
+dabei war, den Koffer zu packen, die brauchst du gar nicht einzulegen.
+
+Du wirst dich doch der allgemeinen Sitte fgen mssen, mein Kind,
+entgegnete die Mutter. Warum wolltest du auch nicht? Sieh' einmal her,
+diese blau und wei gestreifte Schrze mit den gestickten Zacken ringsum,
+ist sie nicht ein reizender Schmuck fr ein kleines Frulein, das sich im
+Haushalte ntzlich machen wird?
+
+Ich werde mich aber im Haushalte nicht ntzlich machen! rief Ilse in
+ungezogenem Tone, das fehlte noch! Ihr denkt wohl, ich soll dort in der
+Kche arbeiten oder die Stuben aufrumen? Die Schrzen trage ich nicht,
+ich will es nicht!
+
+Uebertreibe nicht, Ilse, entgegnete Frau Anne, du weit recht gut, da
+man dergleichen nie von dir verlangen wird. Wenn du durchaus die Schrzen
+nicht tragen magst, so kannst du ja deinen Wunsch der Vorsteherin
+mitteilen, vielleicht erfllt sie dir denselben.
+
+Ich werde sie nicht erst darum fragen! Solche Dinge gehen sie gar nichts
+an! war Ilses unartige Antwort.
+
+Sie verlie die Mutter, auf welche sie einen wahren Groll hatte. All die
+schnen Wsche- und Kleidungsstcke, die Frau Anne mit Liebe und Sorgfalt
+fr sie ausgewhlt hatte, fanden keine Gnade vor ihren Augen, nicht einen
+Funken Interesse zeigte sie dafr.
+
+Dem Papa erklrte sie, da sie ein kleines Kfferchen fr sich selbst
+packen werde. Niemand solle ihr dabei helfen, niemand wissen, welche
+Schtze sie mit in das neue Heim hinberfhren werde.
+
+Das ist eine prchtige Idee, Ilschen, stimmte Herr Macket bei, nimm nur
+mit, was dir Freude macht.
+
+Und er lie sofort einen allerliebsten, kleinen Koffer kommen und
+berraschte seinen Liebling damit. Als Ilse ihm erfreut und dankend um den
+Hals fiel, als sie ihn seit lngerer Zeit zum erstenmal wieder mein
+kleines Pa'chen nannte, da wurde es ihm so weich ums Herz, da er sich
+abwenden mute, um seine Rhrung zu verbergen.
+
+ [Illustration]
+
+Am Tage vor ihrer Abreise schlo sich Ilse in ihr Zimmer ein und begann zu
+packen. Aber wie! Bunt durcheinander, wie ihr die Sachen in die Hand
+kamen. Zuerst das geliebte Blusenkleid nebst Ledergrtel, es wurde nur so
+in den Koffer hineingeworfen und mit den Hnden etwas festgedrckt, dann
+die hohen Lederstiefel mit Staub und Schmutz, wie sie waren, dann eine
+alte Ziehharmonika, auf der sie nur ein paar Tne hervorbringen konnte,
+ein neues Hundehalsband mit einer langen Leine daran, ein ausgestopfter
+Kanarienvogel, und zuletzt, nachdem die wunderbarsten Dinge in den Koffer
+gewandert waren, griff sie nach einem Glase, in welchem ein Laubfrosch
+sa. Es ist kaum zu glauben, indessen auch dieses sollte mitverpackt
+werden, - sie hatte sich so an das Tierchen gewhnt. Sie nahm ein gutes,
+gesticktes Taschentuch aus dem Kommodenkasten, band dasselbe ber das
+Glas, legte auch noch eine Papierhlle darber, schnitt ganz kleine Lcher
+in beides und steckte einige Fliegen hindurch.
+
+So, sagte sie hchst befriedigt von ihrer Packerei, nun bist du gut
+versorgt, mein liebes Tierchen, und wirst nicht verhungern auf der weiten
+Reise.
+
+Wie sie das Glas hineinbrachte in den Koffer, war wirklich ein Kunststck,
+das ihr erst nach vieler Mhe gelang. Aber endlich war sie doch so weit,
+da sie den Deckel schlieen konnte. Er klemmte etwas und Ilse mute sich
+erst darauf knieen, bevor derselbe ins Schlo fiel. Den kleinen Schlssel
+zog sie ab, befestigte ihn an einer schwarzen Schnur und band diese sich
+um den Hals.
+
+Als das Abendbrot verzehrt war und die Eltern noch am Tische saen, ging
+Ilse in den Hof und machte eine Runde durch alle Stlle. Von den Hhnern,
+Tauben, Khen, Pferden - sie hatte so viele Lieblinge darunter - nahm sie
+Abschied; morgen sollte sie ja alle auf lange Zeit verlassen. Das Lebewohl
+von den Hunden wurde ihr am schwersten, sie waren alle ihre guten Freunde.
+Dianas Sprlinge, die schon allerliebst herangewachsen waren und sie
+zrtlich begrten, lockten ihr Thrnen des tiefsten Leides hervor.
+
+Neben ihr stand Johann. Er hatte das kleine Frulein vom ersten Tage ihres
+Lebens an gekannt und liebte sie abgttisch. Als er ihre Thrnen sah,
+liefen auch ihm einige Tropfen ber die Wangen.
+
+Wenn das kleine Frulein wiederkommt, sagte er mit klglicher Stimme und
+fuhr mit der verkehrten Hand ber die Wange, dann wird es wohl eine groe
+Dame sein. Ja ja, Frulein Ilschen, unsre schne Zeit ist dahin! Ach und
+die Hunde, wie werden sie das Frulein vermissen! Die sind gescheit!
+Menschlichen Verstand hat das dumme Vieh! Wie sie schmeicheln, die kleinen
+Krobaten, als ob sie wten, da unser kleines Frulein morgen abreist -
+- hier wurde seine Stimme so unsicher, da er nicht weiter sprechen
+konnte.
+
+Johann, entgegnete Ilse unter Schluchzen, sorge fr die Hunde. Und wenn
+du mir einen groen - den letzten Gefallen thun willst, so, hier sah sie
+sich erst vorsichtig nach allen Seiten um, ob auch niemand in der Nhe
+war, so nimm Bob, diesen Namen hatte sie Dianas kleinem Shnchen
+gegeben, mit auf den Kutscherbock morgen, wenn du mich zur Bahn fhrst,
+aber heimlich. Niemand darf es wissen, ich will ihn mitnehmen. Ein
+Halsband und eine Leine habe ich schon eingepackt. Aber Johann, heimlich,
+hrst du?
+
+Der Kutscher war glcklich ber diesen Auftrag und da er dem lieben,
+kleinen Frulein noch einen Liebesdienst erweisen konnte. Er lchelte
+verschmitzt und versprach, Bob so geschickt unterzubringen, da keine
+menschliche Seele von dem Hunde etwas merken solle.
+
+Frh am andern Morgen stand der Wagen vor der Thr, der Ilse fortbringen
+sollte. Herr Macket begleitete sie bis W., um sie der Vorsteherin,
+Frulein Raimar, selbst zu berbringen. Er mute sich doch persnlich
+berzeugen, wo und wie sein Liebling aufgehoben sein werde. Frau Anne
+nahete sich Ilse im letzten Augenblick, um zrtlich und gerhrt von ihrem
+Kinde Abschied zu nehmen, aber diese machte ein finsteres, trotziges
+Gesicht und entwand sich der Mutter Armen.
+
+Lebe wohl, sagte sie kurz und sprang in den Wagen; nicht um die Welt
+htte sie der Mutter verraten mgen, wie weh und schmerzlich ihr das
+Scheiden wurde.
+
+Als der Wagen sich in Bewegung setzte und Diana denselben laut bellend
+noch eine kurze Strecke begleitete, bog sie sich weit zum Wagen hinaus mit
+thrnenden Augen und nickte ihr zu. Gut war es, da der Vater nichts von
+den Thrnen merkte, er wrde vielleicht augenblicklich Kehrt gemacht
+haben.
+
+Auf dem Bahnhofe, als alles besorgt und Ilse mit dem Papa in das Koupee
+gestiegen war, trat Johann hinzu mit Bob unter dem Arme und der Mtze in
+der Hand.
+
+Leben Sie recht wohl, Frulein Ilschen, und kommen Sie gut hin, sagte er
+etwas verlegen. Die Hunde werde ich schon besorgen, dafr haben Sie nur
+keine Angst nicht. Den hier nehmen Sie wohl mit, es ist doch gut, wenn Sie
+nicht so allein in der Pension sind.
+
+Ilse jauchzte vor Freude. Sie nahm den Hund in Empfang, liebkoste und
+streichelte ihn, dann reichte sie Johann die Hand.
+
+Leb wohl, sagte sie, und habe Dank. Ich freue mich zu sehr, da ich ein
+Hndchen mit mir nehmen kann.
+
+Ja, aber Ilse, das geht doch nicht, wandte der erstaunte Oberamtmann
+ein, du darfst doch keine Hunde mit in das Institut bringen. Sei
+vernnftig und gieb Bob Johann wieder zurck.
+
+Doch daran war nicht zu denken. Ilse lie sich durch keine Vorstellung
+dazu bewegen.
+
+Die einzige Freude la mir, Pa'chen! Willst du mich denn ganz allein
+unter den fremden Menschen lassen? Wenn Bob bei mir ist, dann habe ich
+doch einen guten Freund. Nicht wahr, Bobchen, du willst nicht wieder fort
+von mir, wandte sie sich an den Hund, der es sich bereits hchst bequem
+auf ihrem Schoe gemacht hatte, du bleibst nun immer bei mir!
+
+Es war dem Oberamtmann unmglich, ein Machtwort dagegen zu sprechen, zumal
+ja Ilse so triftige Grnde fr ihren Wunsch anfhrte. Am meisten
+berzeugte ihn der Gedanke, da die Kleine doch einen heimatlichen Trost
+mit in die Fremde brchte.
+
+Es war eine lange und ziemlich langweilige Fahrt, meist durch flaches
+Land, erst zuletzt kamen die Berge. Fr Ilse that sich eine neue Welt auf,
+sie hatte noch nie eine so groe Reise gemacht. Auf jeder Station schaute
+sie mit neugierigen Augen hinaus, jedes Bahnwrterhuschen amsierte sie.
+Ueber all den neuen Eindrcken, die sich ihr aufdrngten, trat der
+Trennungsschmerz in den Hintergrund.
+
+Spt am Abend, es war zehn Uhr vorbei, langten sie in W. an. Natrlich
+bernachtete Ilse mit ihrem Vater im Hotel, erst am andern Morgen sollte
+sie in ihre neue Heimat eingefhrt werden.
+
+Als es am nchsten Tage neun Uhr schlug, stand Ilse fertig angezogen vor
+ihrem Papa. Sie sah in ihrem grauen Reisekleide und den zierlichen
+Lederstiefeln ganz allerliebst aus. Unter dem runden, weien Strohhute,
+der mit einem Feldstruchen und schwarzen Samtband aufgeputzt war, fielen
+die braunen Locken herab. Die schnen, groen Augen blickten heute nicht
+so frhlich wie sonst, sie hatten einen ngstlich erwartungsvollen
+Ausdruck, und um den Mund zuckte es in nervser Aufregung.
+
+Dir fehlt doch nichts, Ilschen? fragte Herr Macket und sah sein Kind
+besorgt an. Du bist so bla, hast du schlecht geschlafen?
+
+Die herzliche Frage des Vaters lste mit einemmal die unnatrliche
+Spannung in Ilses Wesen. Sie fiel ihm um den Hals, und die bis dahin
+trotzig zurckgehaltenen Thrnen brachen mit aller Macht hervor.
+
+Aber Kind, Kind, sagte Herr Macket sehr gengstigt durch ihre
+Leidenschaftlichkeit, du wirst ja nicht lange von uns getrennt bleiben.
+Ein Jahr vergeht schnell, und zu Weihnachten besuchst du uns. Komm,
+Kleines, trockne die Thrnen. Du mut dir das Herz nicht schwer machen. Du
+wirst uns fleiig Briefe schreiben und die Mama oder ich werden dir
+tglich Nachricht geben von uns, von allem, was dich in Moosdorf
+interessiert. Und er nahm sein Taschentuch und trocknete damit die immer
+von neuem hervorbrechenden Thrnen seines Kindes.
+
+Der Oberamtmann befand sich in einer gleich aufgeregten Stimmung wie sein
+Kind, es wurde ihm nicht leicht zu trsten, wo er selbst des Trostes
+bedrftig war. So schwer hatte er sich die Trennung nicht gedacht, er
+wrde sonst nicht darein gewilligt haben; aber da er das einmal gethan
+hatte, wollte er sich in die Notwendigkeit fgen.
+
+Er strich Ilse das Haar aus der Stirn und setzte ihr den herabgesunkenen
+Hut wieder auf. Komm, sagte er, jetzt wollen wir gehen. Nun sei ein
+verstndiges Kind.
+
+Die Mama soll mir nicht schreiben! stie Ilse schluchzend heraus, nur
+deine Briefe will ich haben! Meine Briefe an dich soll sie auch nicht
+lesen!
+
+Ilse! verwies Herr Macket, so darfst du nicht sprechen. Die Mama hat
+dich lieb und meint es sehr gut mit dir.
+
+Sehr gut! wiederholte sie in kindischem Zorne, wenn sie mich lieb
+htte, wrde sie mich nicht verstoen haben!
+
+Verstoen! Du weit nicht, was du sprichst, Ilse! Werde erst lter, dann
+wirst du das groe Unrecht einsehen, das du heute deiner Mutter anthust,
+und deine bsen Worte bereuen.
+
+Sie ist nicht meine Mutter, - sie ist meine Stiefmutter!
+
+Du bist kindisch! sagte der Oberamtmann, aber merke dir, niemals wieder
+will ich dergleichen Aeuerungen von dir hren. Du krnkst mich damit!
+
+Ilse sah schmollend zur Erde nieder und konnte nicht begreifen, wie es
+kam, da der Papa sie nicht verstand, er mute doch einsehen, wie unrecht
+ihr geschah.
+
+Komm jetzt, fuhr er in mildem Tone fort, wir wollen gehen, mein Kind.
+Sie ergriff den Hund, nahm ihn auf den Arm und wollte so ausgerstet dem
+Vater folgen.
+
+La ihn zurck, gebot derselbe, wir wollen die Vorsteherin erst fragen,
+ob du ihn mitbringen darfst.
+
+Aber Ilse setzte ihren Kopf auf, dann gehe ich auch nicht, erklrte sie
+mit aller Bestimmtheit. Ohne Bob bleibe ich auf keinen Fall in der
+Pension!
+
+Macket that dem Eigensinne den Willen aus Furcht, von neuem Thrnen
+hervorzulocken. Aber Ilses Widerstand war ihm im hchsten Grade peinlich.
+Was sollte Frulein Raimar denken!
+
+Eine Viertelstunde darauf standen Vater und Tochter vor einem stattlichen,
+zweistckigen Hause, das vor dem Thore der kleinen Stadt mitten im Grnen
+lag; es war das Institut des Frulein Raimar.
+
+Der Oberamtmann blieb berrascht davor stehen. Sieh Ilse, welch ein
+schnes Gebude! rief er hchst befriedigt. Der Blick von hier aus in
+die nahen Berge ist geradezu bezaubernd.
+
+Was kmmerten sie die Berge! Sie fhlte sich so gedrckt von Kummer, da
+ihr die ganze Welt ein Jammerthal dnkte.
+
+Wie kannst du dies Haus schn finden, Papa, entgegnete sie. Wie ein
+Gefngnis sieht es aus.
+
+Herr Macket lachte. Betrachte doch die hohen, breiten Fenster, Kind,
+sagte er. Glaubst du, da in einem Gefngnisse hnliche zu finden sind?
+Die armen Gefangenen sitzen hinter kleinen, blinden Scheiben, die auerdem
+noch mit einem Eisengitter versehen sind.
+
+Ich werde jetzt auch eine Gefangene sein, Papa, und du selbst lieferst
+mich in dem Gefngnisse ab.
+
+Du bist eine kleine Nrrin! lachte er und brach das Gesprch, das ihm
+bedenklich zu werden schien, ab.
+
+Er stieg die breiten, steinernen Stufen, die zu dem Eingange fhrten,
+hinauf und zog an der Klingel. Ilse, die ihm langsam gefolgt war, schrak
+unwillkrlich zusammen, als sie den hellen Schall im Hause vernahm.
+
+Gleich darauf wurde die Thr von einer Magd geffnet. Nachdem dieselbe die
+Angekommenen gemeldet hatte, wurden sie in das Empfangszimmer der
+Vorsteherin gefhrt.
+
+Bevor sie dasselbe erreichten, muten sie den Hausflur und einen langen
+Korridor, von welchem zwei Ausgnge in einen schnen, groen Hof fhrten,
+durchschreiten. Es war gerade die Frhstckspause in der Schule und so war
+es natrlich, da berall lachend und plaudernd groe und kleine Mdchen
+umherstanden. Sie verstummten, als sie die neue Pensionrin, von der sie
+wuten, da sie heute ankommen werde, erblickten, und aller Augen
+richteten sich auf Ilse, der es pltzlich hchst beklommen zu Mute wurde.
+Es schien ihr, als hre sie verstecktes Kichern hinter sich und sie war
+herzlich froh, als die Thr in dem Empfangszimmer sich hinter ihr schlo.
+Noch war dasselbe leer.
+
+Ilse blickte sich um, und in diesem groen, vornehmen Raume, der
+knstlerisch und elegant zugleich eingerichtet war, stieg mit einem Male
+ein etwas banges Gefhl in ihr auf wegen Bob, sie wnschte fast, des
+Vaters Willen gefolgt zu sein. Htte sie den Hund in ihrem Arme pltzlich
+unsichtbar machen knnen, sie htte es gethan. Nun wollte der Unartige
+auch noch herunter auf den Boden, und diesen Wunsch konnte sie ihm doch
+unmglich erfllen, wie htte sie wagen drfen, ihn auf den kostbaren
+Teppich, der durch das Zimmer gebreitet lag, herab zu lassen!
+
+Die Thr ffnete sich und Frulein Raimar trat ein. Sie begrte Herrn
+Macket mit steifer Freundlichkeit, dann blickte sie mit ihren stahlgrauen
+Augen, die einen zwar strengen, ernsten, trotzdem aber gewinnenden
+Ausdruck hatten, auf Ilse. Diese war dicht an den Vater getreten und hatte
+seine Hand ergriffen.
+
+Sei willkommen, mein Kind! Mit diesen Worten begrte die Vorsteherin
+Ilse und reichte ihr die Hand. Ich denke, du wirst dich bald bei uns
+heimisch fhlen. Als sie den Hund sah, fragte sie: Hat dich dein Hund
+bis hierher begleitet?
+
+Ilse blickte etwas hilflos den Papa an, der dann auch fr sie das Wort
+nahm. Sie mochte sich nicht von ihm trennen, Frulein Raimar, sagte er
+etwas verlegen, sie glaubte, da Sie die Gte haben wrden, ihren kleinen
+Kameraden mit ihr aufzunehmen.
+
+Das Frulein lchelte. Es war das erste Mal, da man ihr eine solche
+Zumutung machte. Es thut mir leid, Herr Oberamtmann, sagte sie, da ich
+den ersten Wunsch Ilses rcksichtslos abschlagen mu. Sie wird verstndig
+sein und einsehen, da ich nicht anders handeln kann. Stelle dir einmal
+vor, liebes Kind, wenn alle meine Pensionrinnen den gleichen Wunsch
+htten, dann wrden zweiundzwanzig Hunde im Institute sein. Welch ein
+Spektakel wrde das geben! Mchtest du das Tier gern in deiner Nhe
+behalten, so wte ich einen Ausweg. Mein Bruder, der Brgermeister hier,
+wird deinen Hund gewi aufnehmen, wenn ich ihn darum bitte; dann kannst du
+tglich deinen Liebling sehen.
+
+Ilse war rot geworden und dicke Thrnen perlten in ihren Augen. Dann
+bleibe ich auch nicht hier! - sie wollte es eben aussprechen, aber sie
+wagte es nicht. Die Dame vor ihr hatte so etwas Unnahbares, Vornehmes in
+ihrem Wesen. Wie eine Frstin erschien sie ihr trotz des schlichten,
+grauen Kleides, dessen kleiner Stehkragen am Halse mit einer einfachen
+goldenen Nadel zusammengehalten wurde. Ilse senkte den Blick und schwieg.
+
+Der Oberamtmann lachte. Sie haben recht, Frulein, sagte er, und wir
+htten das selbst vorher bedenken knnen. Ihre groe Gte, den Hund bei
+Ihrem Herrn Bruder unterzubringen, wird Ilse mit vielem Danke annehmen,
+nicht wahr?
+
+Sie schttelte den Kopf. Fremde Leute sollen Bob nicht haben, Papa, du
+nimmst ihn wieder mit nach Moosdorf.
+
+Herr Macket schmte sich der Antwort seines Kindes, aber Frulein Raimar
+berhob ihn geschickt seiner Verlegenheit. Mit ihrem erfahrenen Sinne
+hatte sie sofort das Trotzkpfchen vor sich erkannt. Sie that, als merkte
+sie Ilses Unart nicht.
+
+Du hast ganz recht, sagte sie freundlich, es ist das beste, der Papa
+nimmt das Tier wieder mit in die Heimat. Du wrdest durch dasselbe
+vielleicht doch mehr zerstreut, als mir lieb wre. Soll die Magd den Hund
+in das Hotel zurcktragen, wo Sie abgestiegen sind, Herr Oberamtmann?
+
+Ich will ihn selbst dorthin tragen, nicht wahr, Papachen? fragte Ilse
+und hielt Bob ngstlich fest.
+
+Ich wnsche nicht, da du es thust, liebe Ilse, wandte Frulein Raimar
+ein. Ich mchte dich gleich zu Mittag hier behalten, um dich den brigen
+Pensionrinnen vorzustellen. Ich halte es so fr das beste. Es thut nicht
+gut, Herr Oberamtmann, wenn ein Kind, sobald der Vater oder die Mutter es
+mir bergeben haben, noch einmal mit ihnen zurckkehrt in das Hotel. Der
+Abschied wird ihm weit schwerer gemacht.
+
+Nein, nein! rief Ilse zitternd vor Aufregung, ich bleibe nicht gleich
+hier! Ich will mit meinem Papa so lange zusammen sein, bis er abreist. Du
+nimmst mich mit dir, nicht, Papa?
+
+Es wurde Herrn Macket hei und kalt bei ihrem Ungestm, indes auch diesmal
+half ihm Frulein Raimar ber die peinliche Lage hinweg.
+
+Gewi, mein Kind, entgegnete sie mit Ruhe, dein Wunsch soll dir erfllt
+werden. Darf ich Sie bitten, Herr Oberamtmann, heute mittag mein Gast zu
+sein? Sie wrden mich sehr erfreuen.
+
+Ilse warf ihrem Papa einen flehenden Blick zu, der ungefhr ausdrcken
+sollte: Bleib' nicht hier, nimm mich mit fort! Ich mag nicht hier bleiben
+bei dem bsen Frulein, das mich schlecht behandeln wird! Leider verstand
+er den Blick anders, er hielt ihn fr eine stumme Bitte, die Einladung
+anzunehmen und sagte zu.
+
+Die Vorsteherin erhob sich und zog an einer Klingelschnur. Der
+eintretenden Magd trug sie auf, Frulein Gssow zu rufen. Wenige
+Augenblicke darauf trat dieselbe in das Zimmer.
+
+Die Gerufene war die erste Lehrerin im Institute und wohnte daselbst. Weit
+jnger als die Vorsteherin, war sie eine hchst anmutige, liebenswrdige
+Erscheinung von sechsundzwanzig Jahren. Smtliche Tagesschlerinnen und
+besonders die Pensionrinnen schwrmten fr sie, sie verstand es, durch
+gleichmige Gte sich die jungen Herzen zu gewinnen.
+
+Wollen Sie die Gte haben, Ilse auf ihr Zimmer zu geleiten, sagte die
+Vorsteherin, nachdem sie die junge Lehrerin vorgestellt hatte, damit sie
+dort ihren Hut ablegen kann.
+
+Gern, erwiderte die Angeredete und trat auf Ilse zu. Komm, liebes
+Kind, sagte sie freundlich und ergriff sie bei der Hand, jetzt werde ich
+dir zeigen, wo du schlfst. O, du hast ein schnes, groes Zimmer; aber du
+wohnst nicht allein dort. Ellinor Grey wird deine Stubengenossin sein. Sie
+ist ein liebes Mdchen. Du mchtest gern gleich mit ihr bekannt werden,
+nicht wahr?
+
+Ilse berhrte die Frage. Mit scheuen, ngstlichen Augen sah sie den Vater
+an und fragte: Du gehst doch nicht fort, Papa? Als er sie darber
+beruhigte, folgte sie Frulein Gssow.
+
+Aber den Hund mut du wohl hier lassen, du kannst ihn doch nicht mit
+hinauf in dein Zimmer nehmen, sagte Frulein Raimar. Du kannst ihn
+drauen der Magd bergeben, damit sie ihn so lange in Verwahrung nimmt.
+
+Frulein Gssow dachte weniger streng als die Vorsteherin. Sie fand es
+nicht so schlimm, wenn Ilse ihren Hund im Arme behielt.
+
+Hast du ihn so sehr gern? fragte sie, als sie mit dem jungen Mdchen den
+Korridor entlangging.
+
+Ja, entgegnete Ilse, sehr, sehr lieb habe ich Bob. Und ich darf ihn
+nicht hier behalten.
+
+Sie legte ihre Wange auf des Hundes Kopf und kmpfte mit dem Weinen.
+
+Grme dich nicht darum, Kind, trstete Frulein Gssow, das ist nicht
+so schlimm. Du findest hier viel etwas Besseres. Du sollst einmal sehen,
+wie bald du den Bob vergessen haben wirst. Wir haben zweiundzwanzig
+Pensionrinnen jetzt im Institute, du wirst manche liebe Freundin unter
+ihnen finden. Hast du Geschwister?
+
+Nein, sagte Ilse, die ganz zutraulich gegen Frulein Gssow wurde, ich
+bin allein.
+
+Nun, siehst du! Da kann ich mir deine Liebe zu dem unvernnftigen Tiere
+erklren, dir fehlten die Gespielinnen. Gieb deinen Hund getrost dem Papa
+wieder mit zurck, du wirst ihn nicht vermissen.
+
+Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen auf einen groen, hellen Vorsaal,
+auf welchem eine Anzahl Thren mndeten. Eine derselben ffnete die
+Lehrerin, und sie traten in ein gerumiges Zimmer ein, das nach dem Garten
+fhrte. Die Fenster waren geffnet und ein mchtiger Apfelbaum streckte
+seine Zweige fast zum Fenster hinein.
+
+Die Einrichtung war nicht elegant, nur das Notwendigste befand sich in dem
+Zimmer. Zwei Betten, zwei Kommoden und zwei Kleiderschrnke, dann noch ein
+groer Waschtisch und einige Sthle.
+
+Als Frulein Gssow mit Ilse eintrat, erhob sich schnell ein junges
+Mdchen von ungefhr siebzehn Jahren, das mit einem Buche in der Hand am
+Fenster gesessen hatte. Es war ein schlankes, zartgebautes Wesen, mit
+goldblondem Haar, das sie in einem Knoten aufgesteckt trug, mit blauen
+Augen und mit schelmischen Grbchen in den Wangen, sobald sie lachte. Es
+war Ellinor Grey, eine Englnderin.
+
+Hier bringe ich dir Ilse Macket, Nellie, so wurde der Englnderin Namen
+allgemein abgekrzt. Ich denke, du wirst dich ihrer liebreich annehmen.
+
+O ja, ich werde ihr sehr lieben, antwortete Nellie und reichte der
+Neuangekommenen die Hand. Bleibt die Hund auch hier? fragte sie.
+
+Nein, sagte Frulein Gssow.
+
+O wie schade! Es ist ein so ses Tier! Und sie streichelte Bob.
+
+Es klang so drollig und sie sah so schelmisch aus, da Ilse sofort sich
+von ihr angezogen fhlte. Gern htte sie noch ein Weilchen dem komischen
+Geplauder Nellies zugehrt, aber sie mute dem Frulein folgen, die sich
+vorgenommen hatte, ihr einige Schulrume zu zeigen. Zuerst ffnete sie die
+Thr zu dem Musikzimmer, dann gingen sie in den Zeichensaal und zuletzt
+wurde Ilse in den sogenannten groen Saal gefhrt. Die junge Lehrerin
+erzhlte ihr, da in demselben alle Examen und zuweilen auch
+Festlichkeiten stattfnden. Ilse hrte mit halbem Ohre, sie hatte nmlich
+durch eine offenstehende Thr einen Blick in eine leerstehende Klasse
+gethan und Schulbnke darin entdeckt. Dort eingeklemmt sollte sie von
+jetzt an sitzen, nicht aufstehen drfen, wenn es ihr beliebte - o, es war
+entsetzlich! Ein Grauen berkam sie pltzlich, ihr war, als wrde ihr die
+Brust zusammengeschnrt.
+
+In welche Klasse meinst du, da du kommen wirst? fragte das Frulein,
+deinem Alter nach mtest du wohl in die erste versetzt werden. Hast du
+deine Arbeitsbcher mitgebracht? Wie steht es mit den Sprachen?
+Franzsisch und Englisch sind dir wohl gelufig, da du stets, wie dein
+Papa schrieb, eine englische oder franzsische Gouvernante hattest.
+
+Von unten herauf tnte eine Glocke. Dies war eine sehr gelegene
+Unterbrechung fr Ilse, der es unheimlich bei dem Examen wurde. Sie sagte,
+da sie nicht wisse, wie weit sie sei, franzsisch glaube sie sprechen zu
+knnen.
+
+Nun la nur, mein Kind, meinte das Frulein, heute wollen wir noch
+nicht an das Lernen denken, bei deiner Prfung morgen werden wir ja sehen,
+welch kleine Gelehrte du bist. - Wir wollen jetzt hinunter in den
+Speisesaal gehen, die Glocke hat uns zu Tisch gerufen.
+
+Als sie in denselben eintraten, fanden sie die Vorsteherin mit dem
+Oberamtmann bereits dort. Erstere machte ihn mit der herkmmlichen
+Einrichtung whrend des Essens bekannt. Zum Beispiel, da die zuletzt
+angekommene Pensionrin stets ihren Platz neben der Vorsteherin angewiesen
+erhalte. Dann, da zwei junge Mdchen wchentlich den Tisch zu besorgen
+hatten. Dieselben muten denselben decken und genau acht geben, da nichts
+fehlte und smtliche Gegenstnde sauber und blank waren. Die Jngste der
+Pensionrinnen sprach stets das Tischgebet.
+
+Dem Oberamtmann gefielen die Anordnungen vortrefflich und als er seinen
+Blick ber die junge Mdchenschar hingleiten lie, mute er seine Freude
+aussprechen, wie gesund und frhlich fast alle aussahen.
+
+Ilse sah auch umher, aber es waren nicht die frhlichen und gesunden
+Gesichter, die sie interessierten, sondern die Schrzen. Jede Einzelne
+trug ein solches von ihr verachtetes Ding, und Frulein Raimar sah nicht
+aus, als ob sie eine Ausnahme bei ihr gelten lassen wrde.
+
+Nach dem Gebete wurden die Speisen aufgetragen. Dieselben waren krftig
+und gut gekocht, und Herr Macket konnte sich berzeugen, da sein Kind
+auch in dieser Hinsicht gut versorgt sein werde.
+
+Nach dem Essen verabschiedete er sich bald, und Ilse durfte ihn begleiten.
+Nellie hatte kaum davon gehrt, als sie wie der Wind die Treppe
+hinaufflog, um gleich darauf mit Ilses Hut und Handschuhen zurckzukommen.
+
+Diese dankte ihr dafr, und Herr Macket reichte ihr die Hand.
+
+Leben Sie wohl, mein Frulein, sagte er herzlich, denn Nellie hatte
+durch diese kleine Aufmerksamkeit ihn sofort fr sich eingenommen, und
+haben Sie Geduld mit meinem kleinen Wildfang.
+
+O ja, entgegnete Nellie, ich werde mir schon gern von sie annehmen.
+
+Nun, Ilse, wie gefllt dir das Institut? fragte der Oberamtmann, als sie
+auf der Strae gingen, ich gestehe, da ich sehr befriedigt von hier
+abreise, ich wei, ich lasse dich in guten Hnden.
+
+Mir gefllt es gar nicht hier! erklrte Ilse hchst verstimmt. Es ist
+mir alles so fremd, und vor dem grauen Frulein mit dem blonden, glatten
+Scheitel frchte ich mich. Sie ist so hart, so ungefllig! Du sollst
+sehen, Papa, sie ist nicht gut gegen mich. Warum soll ich Bob nicht
+behalten?
+
+Du hast gehrt, weshalb nicht, nun mut du auch nicht mehr so hartnckig
+auf deinen Wunsch zurckkommen, verwies er sie leicht.
+
+Nun fngst auch du an, mit mir zu zanken! Niemals hast du so bse mit mir
+gesprochen, rief Ilse schmerzlich beleidigt. Und sie fhlte sich in dem
+Gedanken, da kein Mensch, selbst der Papa nicht, sie leiden mge, so
+unglcklich, da das groe Mdchen auf offner Strae zu weinen anfing.
+
+Der Oberamtmann nahm ihren Arm und legte ihn in den seinigen. Des Kindes
+Thrnen machten ihn so weich.
+
+Aber Kleines, sagte er zrtlich und versuchte zu scherzen, was machst
+du denn? Sollen dich die Leute auslachen, wenn das groe, kleine Mdchen
+weint?
+
+Er fhrte sie zurck in das Hotel und dort fanden sie bereits Bob. Freudig
+bellend begrte er Ilse, und diese nahm ihn hoch und liebkoste ihn unter
+lautem Schluchzen.
+
+Um fnf Uhr reiste der Oberamtmann wieder zurck in die Heimat. Die
+wenigen Stunden bis dahin vergingen schnell und strmisch. Je nher der
+Abschied rckte, desto aufgeregter wurde Ilse, und es bedurfte seiner
+ganzen Festigkeit, um ihrem Wunsche, sie wieder mit nach Moosdorf zu
+nehmen, entgegenzutreten.
+
+Sei doch verstndig! Wie oft bat er sie in dringendem Tone darum, wenn
+sie in leidenschaftlicher Erregung allerhand Drohungen ausstie, wie:
+
+Ich laufe heimlich davon, oder ich werde so ungezogen sein, da mich
+das bse Frulein wieder fortschickt! Er wute, sie werde beides nicht
+thun, aber es machte ihm doch Kummer, seinen Liebling so trostlos zu
+sehen.
+
+Sie wollte ihn wenigstens zur Bahn begleiten, auch das litt Herr Macket
+nicht.
+
+Ich fahre dich zurck in das Institut und dann allein zur Bahn. So ist es
+am besten. Nun komm, Ilschen, fuhr er fort, als der Wagen unten vorfuhr,
+und nahm sie zrtlich in den Arm, und versprich mir ein gutes, folgsames
+Kind zu sein. Du sollst einmal sehen, wie bald du dich eingewhnt haben
+wirst.
+
+Sie hing sich an seinen Hals und mochte sich nicht von ihm trennen. Es
+fiel ihr mit einemmal schwer auf das Herz, wie sehr sie den Papa geqult
+hatte in den letzten Stunden.
+
+Sei mir gut, mein lieber, lieber Papa! bat sie, sei mir gut! Du bist ja
+der einzige Mensch auf der Welt, der mich lieb hat!
+
+Als der Wagen vor der Anstalt hielt, trennte sich Ilse lautschluchzend von
+ihrem Vater, und als sie denselben davonfahren sah, war es ihr zu Mute,
+als ob sie auf einer wsten Insel allein zurckgelassen, elendiglich
+untergehen msse.
+
+ * * *
+
+Noch eine Weile stand sie vor der verschlossenen Pforte, sie konnte sich
+nicht entschlieen, an der Klingel zu ziehen. Da wurde die Thr von selbst
+geffnet und Frulein Gssow stand in derselben. Sie hatte von einem
+Fenster in der oberen Etage den Wagen kommen sehen und war hinuntergeeilt,
+um Ilse zu empfangen.
+
+Jetzt gehrst du zu uns, liebes Kind, sagte sie mit warmer Herzlichkeit
+und nahm sie in den Arm. Weine nicht mehr, wir werden dich alle lieb
+haben.
+
+Ilse gab keine Antwort, sie fhlte sich so unglcklich, da selbst der
+liebevolle Empfang der jungen Lehrerin kein Echo in ihrem Herzen fand.
+
+Mchtest du auf dein Zimmer gehen? fragte diese.
+
+ [Illustration]
+
+Ilse nickte stumm, sie hielt noch immer das Tuch gegen die Augen gedrckt.
+
+Nellie! rief Frulein Gssow, gehe mit Ilse hinauf und sei ihr beim
+Auspacken ihrer Sachen behilflich. Du mchtest doch sicher gern deine
+Sachen in Ordnung haben, liebe Ilse.
+
+Sie wute sehr wohl, da Ilse durchaus nicht diesen Wunsch hatte, aber sie
+wute auch, da die Thtigkeit das beste Heilmittel gegen Kummer und
+Herzeleid ist.
+
+Die beiden Mdchen begaben sich auf ihr Zimmer. Ilse setzte sich auf einen
+Stuhl, behielt den Hut auf dem Kopfe und starrte zum Fenster hinaus. Es
+fiel ihr nicht ein, ihre Sachen auszupacken, und sie war geradezu emprt,
+da man Dinge von ihr verlangte, die den Dienstboten zukmen. Nellie hatte
+schweigend den Schrank geffnet und die Schubladen der Kommode aufgezogen,
+dann sah sie Ilse an, ob diese sich nicht erheben werde.
+
+Gieb mich deiner Schlssel, ich werde aufschlieen die Koffers, sagte
+sie, wir mssen auspacken.
+
+Unlustig verlie Ilse ihren Platz und da sie an irgend etwas ihren
+augenblicklichen Unmut auslassen mute, nahm sie ihren Hut vom Kopfe und
+warf ihn mitten in das Zimmer.
+
+Warum soll ich alles auspacken? Ich wei gar nicht, ob ich hier bleiben
+werde, sagte sie. Mir gefllt es hier nicht!
+
+Nellie hatte den Hut aufgenommen und ihn auf ein Bett gelegt. O, sagte
+sie sanft, du gewhnst dir schon. Es geht uns alle wie dich, wenn wir
+kommen. Du mut nur deiner Kopf nicht hngen lassen. Nun gieb die
+Schlssels, da ich ffnen kann.
+
+Ilses Trotz konnte durch keine Waffe besser geschlagen werden, als durch
+Nellies Sanftmut. Sie gab den Schlssel und jene schlo auf und begann
+auszurumen. Ilse stand dabei und sah zu.
+
+O, du mut dich dein Sachen selbst aufrumen in dein Kommode, sagte
+Nellie. Ich werde dich alles zureichen.
+
+Ilse hatte wenig Lust dazu, Ordnung kannte sie nur dem Namen nach. Sie
+nahm die sauber, mit roten Bndern gebundene Wsche und warf sie achtlos
+in die Schubkasten, es war ihr gleich, wie alles zu liegen kam. Nellie sah
+diesem Treiben einige Augenblicke zu, dann fing sie an zu lachen.
+
+Was machst du? fragte sie. Weit du nicht, wie Ordnung ist?
+Taschentcher, Kragen, Schrzen - alles wirfst du durcheinander. Das sieht
+sehr bunt aus. Hbsch nebeneinander mut du es machen, so -, und sie zog
+einen Kasten nach dem andern in ihrer Kommode auf und zeigte Ilse, wie
+sauber dort alles geordnet lag.
+
+Das kann ich nicht! entgegnete Ilse. Uebrigens fllt es mir auch gar
+nicht ein, so viel Umstnde um die dummen Sachen zu machen!
+
+Dumme Sachen! wiederholte Nellie. O Ilse, wie kannst du so sagen! Sieh
+diesen feinen Taschentcher, wie sie schn gestickt, - o und diese se
+Schrzen! Und du hast die schwere Bcher daraufgethan - wie hast du sie
+zerdrckt! - La nur sein, fuhr sie fort, als Ilse im Begriffe war,
+Schuhe und Stiefel auf die Wsche zu werfen, ich werde ohne dir machen -
+du verstehst nix!
+
+Ilse lie sich das nicht zweimal sagen. Ruhig sah sie zu, wie Nellie das
+Schuhzeug nahm und es unten in den Kleiderschrank stellte, wie sie
+berhaupt jedem Dinge den rechten Platz gab.
+
+O, ein schnes Buch! rief diese pltzlich und nahm ein Buch aus dem
+Koffer, das hchst elegant in braunen Samt gebunden und mit silbernen
+Beschlgen verziert war. In der Mitte des Deckels befand sich ein kleines
+Schild, auf welchem eingraviert war: Ilses Tagebuch.
+
+Ilse nahm dasselbe Nellie aus der Hand und sah es verwundert an. Was war
+das fr ein Buch? Sie wute nichts davon. Ein kleiner Schlssel steckte in
+dem Schlosse desselben und als sie es aufgeschlossen hatte, fiel ein
+beschriebenes Blatt ihr gerade vor die Fe. Sie hob es auf und las:
+
+
+
+
+
+
+ Mein liebes Kind!
+
+Mge dieses Buch Dein treuer Freund in der Fremde sein. Wenn Dein Herz
+schwer ist, flchte zu ihm und teile ihm mit, was Dich bedrckt. Es wird
+verschwiegen sein und Dein Vertrauen nie mibrauchen.
+
+Gedenke in Liebe
+ Deiner
+ Mama.
+
+
+
+
+
+
+Ohne ein Wort zu sagen, legte Ilse das Buch beiseite. Sie empfand keinen
+Funken Freude ber die reizende Ueberraschung, auch blieben die
+liebevollen Worte der Mutter ohne Eindruck auf sie.
+
+Freut dir das Buch nicht? fragte Nellie, die sich ber diese
+Gleichgltigkeit wunderte.
+
+Ilse schttelte den Kopf. Was soll ich damit? fragte sie und ihr
+hbscher, frischer Mund zog sich trotzig in die Hhe, ich schreibe
+niemals etwas hinein. Ich werde froh sein, wenn ich meine Aufgaben gemacht
+habe. Zu langen, unntzen Geschichten habe ich keine Zeit und keine Lust.
+
+Ich wrde viel Freude haben, wenn ich ein Mutter htte, die mir so
+beschenkte, sagte Nellie traurig.
+
+Ist deine Mutter tot? fragte Ilse teilnehmend.
+
+O sie ist lange, lange tot, entgegnete Nellie. Sie starb, als ich noch
+eines klein Baby war. Meine Vater ist auch tot - ich bin ganz allein.
+Niemand hat mir recht von Herzen lieb.
+
+Arme Nellie, sagte Ilse und ergriff ihre Hand. Aber du hast
+Geschwister?
+
+O nein! keine Schwester - ganz allein! Ein alte Onkel lat mir in
+Deutschland ausbilden, und wenn ich gutes Deutsch gelernt habe, mu ich
+ein Gouvernante sein.
+
+Gouvernante! rief Ilse erstaunt. Du bist doch viel zu jung dazu! Alte
+Mdchen knnen doch erst Gouvernanten werden!
+
+Ueber diese naive Anschauung mute Nellie herzlich lachen, und nun war
+ihre traurige Stimmung wieder verschwunden und ihre angeborene Heiterkeit
+brach hervor, wie der Sonnenstrahl durch graue Wolken. Auf Ilse aber hatte
+Nellies Verlassensein einen tiefen Eindruck gemacht.
+
+La mich deine Freundin sein, bat sie in ihrer kindlich offnen Weise,
+ich will dich auch sehr lieb haben.
+
+Gern sollst du meine Freundin sein, entgegnete Nellie und reichte Ilse
+die Hand. Du hast mich von der erste Augenblick so nett gefallen.
+
+Der groe Koffer war nun leer, und Nellie ergriff den kleinen und war eben
+im Begriffe die Riemen desselben loszuschnallen, als Ilse ihr ihn unsanft
+aus der Hand nahm.
+
+Der bleibt geschlossen! sagte sie, du darfst nicht sehen, was darin
+ist!
+
+O je! Was du machst so bse Augen! rief Nellie und stellte sich hchst
+erschrocken. Hast du Heimlichkeiten in der kleine Koffer? Ist wohl Kuchen
+und Wurst darin?
+
+Nellie begleitete ihre Worte mit so komischen Gebrden, da Ilse lachen
+mute. Sie bereute auch schon ihre Heftigkeit.
+
+Ich war recht heftig, Nellie, sei mir nicht bse, bat sie. Wenn du mich
+nicht verraten willst, dann werde ich dir zeigen, was darin ist; aber gieb
+mir die Hand darauf, da du schweigen wirst.
+
+Nellie legte den Zeigefinger auf den Mund und besiegelte mit einem
+Hndedrucke ihre Verschwiegenheit.
+
+Jetzt nahm Ilse den Schlssel, den sie am schwarzen Bande um den Hals
+trug, und als sie eben im Begriffe war aufzuschlieen, wurde zum
+Abendessen gelutet.
+
+O wie schade! rief Nellie, die vor Neugierde brannte, die
+geheimnisvollen Schtze zu sehen. Nun mssen wir hinunter und erst nach
+die Schlafgehen knnen wir auspacken!
+
+Nach dem Schlafengehen? fragte Ilse erstaunt. Da liegen wir ja doch in
+unsren Betten.
+
+Schweig! entgegnete Nellie und legte abermals den Finger auf den Mund.
+Das ist meines Geheimnis. - -
+
+Ilse erhielt ihren Platz neben der Vorsteherin. An ihrer andern Seite sa
+eine junge Russin, Orla Sassuwitsch. Dieselbe war eine pikante, elegante
+Erscheinung mit kurzgeschnittenem, schwarzen Haar, sehr lebhaften, dunklen
+Augen und einem Stumpfnschen. Sie zhlte siebzehn Jahre, sah aber lter
+aus. Uebrigens sprach sie flieend deutsch.
+
+Ilse htte gern neben Nellie gesessen, mit der sie in den wenigen Stunden
+so vertraut geworden war, die aber sa weit entfernt von ihr.
+Augenblicklich hatte sie ihren Platz noch gar nicht eingenommen, sondern
+sie stand mit noch einem Mdchen an einem Nebentische und war der
+Wirtschafterin behilflich, den Thee zu servieren.
+
+Es war ein allerliebster Anblick, die jungen Mdchen mit ihren sauberen
+Latzschrzen so huslich geschftig zu sehen. Geschickt gingen sie an den
+Tafeln entlang und reichten die Tassen herum.
+
+Verschiedene Schsseln mit Butterbrtchen, die reichlich mit Wurst und
+Braten belegt waren, standen verteilt auf den Tischen.
+
+Frulein Raimar ergriff die vor ihr stehende und reichte sie Ilse.
+
+Nimm dir, sagte sie, und gieb dann weiter an deine Nachbarin.
+
+Ilse war hungrig. Am Mittag hatte sie fast keinen Bissen genieen knnen,
+jetzt aber machte die Natur ihre Rechte geltend. Sie nahm sich vier
+Schnitten auf einmal, legte zwei und zwei aufeinander und verschlang den
+ganzen Vorrat in drei bis vier Bissen. Freilich hatte sie den Mund recht
+voll, die Backen traten wie geschwollen heraus, das kmmerte sie indes
+wenig, sie war gewohnt, von einem lndlichen Butterbrote tchtig
+abzubeien, so zarte Theebrtchen hatte sie daheim stets verschmht. Als
+sie trank, hielt sie ihre Tasse mit beiden Hnden und sttzte die Ellbogen
+dabei auf den Tisch.
+
+Frulein Raimar hatte nicht acht auf Ilse gegeben und wurde erst
+aufmerksam, als sie in ihrer Nhe unterdrcktes Kichern hrte. Melanie und
+Grete Schwarz, zwei Schwestern aus Frankfurt am Main, die Ilse gerade
+gegenber saen, amsierten sich kstlich ber deren Ungeniertheit,
+stieen heimlich ihre Nachbarinnen an und zeigten verstohlen auf die
+nichts ahnende.
+
+Ein strenger Blick der Vorsteherin brachte die Mdchen zur Ruhe. Sie
+liebte es nicht, da ber andrer Schwchen und Fehler gespottet wurde.
+Ueber Ilses unmanierliche Art zu essen sagte sie vorlufig nichts, um sie
+nicht vor den vielen Mdchen zu beschmen, erst unter vier Augen pflegte
+sie dergleichen Fehler zu rgen.
+
+Bist du noch hungrig, Ilse? fragte sie. Statt einer Antwort nickte diese
+mit dem Kopfe, sie hatte ja erst angefangen zu essen.
+
+Abermals wurde ihr die Brotschssel gereicht und abermals nahm sie die
+gleiche Portion und verzehrte dieselbe genau in der frheren Weise.
+
+Die ist gefrig! flsterte die fnfzehnjhrige Grete ihrer um zwei
+Jahre lteren Schwester zu. Sieh nur, wie sie wieder stopft.
+
+Melanie mute die Hand vor den Mund halten, sonst htte sie laut
+herausgelacht.
+
+Um halb acht Uhr war das Abendessen vorbei und zugleich den Pensionrinnen
+die Erlaubnis gegeben, frei zu thun, was sie wollten, bis neun Uhr. Dann
+war Schlafenszeit.
+
+Komm, sagte Nellie und trat auf Ilse zu, ich werde mit dich in die
+Garten spazieren. Aber du hast ja dein Serviette noch nicht schn gelegt
+und die Ring drauf gezogen! Das mut du erst machen.
+
+Nein, entgegnete Ilse, das werde ich nicht! Wozu sind denn die
+Dienstmdchen da? Zu Hause hatte ich niemals ntig, solche Dinge zu thun.
+
+Ist egal, meine liebe Kind. Hier mut du solche Dinge thun, wir machen es
+alle.
+
+Richtig, da lagen smtliche Servietten sauber zusammengewickelt, sie war
+die einzige, die es nicht gethan hatte. Ungeduldig nahm sie die ihrige,
+schlug sie flchtig zusammen und zog den Ring darber.
+
+So nicht, meinte Nellie, das ist ungeschickt.
+
+Und sie faltete die Serviette noch einmal schnell und geschickt mit ihren
+kleinen Hnden. Die junge Englnderin hatte bei allem, was sie that,
+Grazie und Anmut, es war eine Lust, ihr zuzusehen.
+
+Nun schnell in der Garten! sagte sie, nahm Ilses Arm und fhrte sie
+dorthin.
+
+Es war ein hbscher Garten, den Ilse jetzt kennen lernte. Nicht so gro
+und parkartig wie der heimatliche, aber wohl gepflegt. Schne, hohe Bume
+standen darin, auch fehlte es nicht an lauschigen Pltzen. Von allen
+Seiten sah man auf die grnbewaldeten Berge.
+
+Ist es nicht nett hier? fragte Nellie, habt ihr bei dich auch so schne
+Berge?
+
+Nein, Berge haben wir nicht, entgegnete Ilse, aber es gefllt mir doch
+besser bei uns. Es ist alles so frei, ich kann das ganze Feld bersehen.
+Eine Mauer haben wir auch nicht um unsren Park, nur eine grne Hecke, das
+ist viel hbscher.
+
+Nellie zeigte ihr smtliche Lieblingspltze. Sie fhrte sie zur Schaukel,
+zum Turnplatz und zuletzt zu einer alten Linde, die mit ihren breiten
+Zweigen und Aesten einen groen, runden Raum beschattete.
+
+O, es ist s hier! Nicht wahr? fragte sie entzckt und sah mit
+leuchtenden Augen hinauf in das grne Bltterdach. Hier machen wir unsre
+Ruhe zu Mittag. Dieser alter Baum kann viel erzhlen, wenn er sprechen
+will! Er wei so viel Geheimnisse, die hier verraten sind!
+
+Bei dem Geplauder Nellies verging die Zeit schnell. Ilse, die am Morgen
+sich so unglcklich gefhlt hatte, die am Nachmittage geglaubt hatte, da
+sie nie die Trennung vom Papa berleben knne, hatte schon verschiedenemal
+herzlich ber Nellie lachen mssen, denn diese hatte eine so drollige Art,
+sie auf diese oder jene Pensionrin aufmerksam zu machen.
+
+Wie heit das junge Mdchen, das bei Tische neben mir sitzt? fragte
+Ilse.
+
+Die mit die kurze Haar und der Klemmer auf die Nase? Das ist Orla
+Sassuwitsch. Oh sie ist klug! Wir haben alle eine kleine wenig Furcht fr
+sie, weil sie immer die Wahrheit gerade in die Gesicht sagt.
+
+Das ist doch hbsch, meinte Ilse.
+
+O ja, wenn sie angenehm ist, aber zuweilen thut die Wahrheit weh, das
+hrt keiner Mensch gern. Wenn ich zu sie sagen wrde: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Orla, du hast
+geraucht!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} das wrde sie gar nicht gefallen, und es ist doch die Wahrheit.
+Ich habe durch ihr Schlsselloch geluxt und habe groe, rauchige Wolken
+gesehen. -
+
+Sie waren jetzt bei einer Trauerweide angelangt, die ihre grnen Zweige
+bis auf den Boden gesenkt hatte. Nellie blieb stehen und bog einige Zweige
+auseinander.
+
+Hier, Ilse, stell ich dich unsre Dichterin vor, sagte sie lachend.
+
+Die Angeredete blickte hinein und sah ein junges Mdchen auf einer kleinen
+Bank sitzen, die hochaufgeschossen, blond und bla, und deren Gesicht mit
+zahllosen Sommersprossen bedeckt war. Dieselbe hatte auf dem Schoe ein
+dickes, blaues Heft, in welchem sie eifrig schrieb.
+
+Mit einer gewissen neugierigen Scheu blickte Ilse sie an, es war ihr so
+neu, da junge, siebzehnjhrige Mdchen schon dichten knnen.
+
+Sie schreibt Romane, fuhr Nellie fort, aber wie! Es kommen immer
+zerbrochene Herzen drin vor. - Du wirst dir die Auge schaden, du hast ja
+keine Licht genug zu deine Romane!
+
+Bis dahin hatte Flora Hopfstange sich nicht stren lassen in ihrer Arbeit,
+jetzt aber wurde sie rgerlich.
+
+Ich bitte dich, la mich in Ruhe, Nellie! rief sie und schlug ihr
+hellblaues Auge schwrmerisch auf. Ich hatte eben einen so wundervollen
+Gedanken, nun habe ich ihn verloren!
+
+O, ich will ihn suchen! neckte Nellie und bckte sich auf die Erde
+nieder, als ob sie ihn dort finden knne.
+
+ [Illustration]
+
+Du bist unausstehlich! entgegnete Flora aufgebracht. Du freilich hast
+keine Ahnung von meiner Poesie, verstehst du doch nicht einmal deutsch zu
+sprechen!
+
+Das ist wahr, meinte Nellie lachend und verlie mit Ilse die
+schwerbeleidigte Dichterin.
+
+Melanie und Grete kamen ihnen jetzt entgegen. In ihrer Mitte fhrten sie
+ein junges Mdchen, sie mochte in Melanies Alter sein, mit lieben, sanften
+Gesichtszgen. Das braune Haar trug sie einfach und glatt gescheitelt,
+kein Hrchen sprang widerspenstig hervor. Freundlich lchelte sie Ilse und
+Nellie an, die beiden Schwestern dagegen musterten im Vorbergehen die
+Neuangekommene mit spttischen Blicken.
+
+Die Schwestern kennst du, bemerkte Nellie, sie sitzen dich gradeber
+bei Tisch, aber unsre {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} ist dich noch unbekannt. O, ich sage dich,
+Ilse, sie ist so artig wie eines ganz wohlgezogenes Kind. Sie ist immer
+der erste in alle Stunden und macht nie eine dummer Streich, kurz, Rosi
+Mller ist eines Musterkind.
+
+Was sagst du von unsrem Musterkinde? rief pltzlich eine frhliche
+Mdchenstimme. Nellie, Nellie, dein bses Znglein geht sicher mit dir
+durch!
+
+Du irrst dir, liebes Lachtaube, entgegnete Nellie, Ilse ist noch so
+fremd, ich mache ihr bekannt.
+
+Wer war das? fragte Ilse, als die kleine, runde Mdchengestalt, die an
+Orlas Arme hing, vorber war.
+
+Das ist Annemie von Bosse, genannt Lachtaube. Sie lacht sehr viel,
+eigentlich immer, und sie kann keine Ende davon finden. Man mu mitlachen,
+sie steckt an. - Nun habe ich dich aber alle Mdchen gezeigt, die in unsre
+Alter sind, die anderen sind zu jung oder es sind Englnderinnen. Von die
+ist nicht viel zu sage, sie sind alle langweilig und sie sprechen noch
+viel weniger gut deutsch als ich. -
+
+Mit dem Schlage neun begaben sich smtliche Pensionrinnen zurck in das
+Haus. Bevor sie zur Ruhe gingen, war es Sitte, da sich alle erst in das
+Zimmer der Vorsteherin begaben, um ihr gute Nacht zu wnschen. Dieselbe
+reichte jeder einzelnen einen Ku auf die Stirn. Zuweilen ermahnte, lobte
+oder tadelte sie diese oder jene dabei, wenn sie den Tag ber etwas gut
+oder schlecht gemacht hatten, alles geschah aber in liebevollem Tone,
+nicht anders als wie eine Mutter zu ihrem Kinde spricht.
+
+Ich mchte noch mit dir sprechen, liebe Ilse, sagte Frulein Raimar, als
+Ilse ihr gute Nacht bot. Verweile noch einen Augenblick hier.
+
+Und als smtliche Mdchen das Zimmer verlassen hatten, ermahnte sie Ilse,
+etwas manierlicher zu essen.
+
+Du darfst die Tasse nicht mit beiden Hnden fassen und die Ellbogen dabei
+aufsttzen, Kind, du glaubst nicht, wie unschn das aussieht. Achte auf
+deine Mitschlerinnen, du wirst sehen, da keine einzige es wie du macht.
+Und dann, weit du, stecke nicht wieder so groe Bissen in den Mund. Die
+kleinen Kinder machen es zuweilen so, aber dann nennt die Mama sie:
+Nimmersatt!
+
+Ilse war dunkelrot geworden vor Aerger ber die erhaltene Ermahnung.
+Trotzig bi sie die Lippen aufeinander und unterdrckte eine ungezogene
+Antwort.
+
+Geh nun zu Bett, mein Kind, und schlafe gut.
+
+Sie war im Begriffe, Ilse einen Ku auf die Stirn zu reichen, als diese
+mit einer heftigen Bewegung den Kopf zurckbog. Es war ihr unmglich, sich
+von der Vorsteherin kssen zu lassen, die sie in diesem Augenblicke
+geradezu hate.
+
+Frulein Raimar wandte sich unwillig von dem Trotzkopfe ab, ohne noch
+etwas zu sagen, und Ilse verlie das Zimmer.
+
+Sie lief die Treppe hinauf und trat atemlos zu Nellie in das Zimmer. Die
+Thre warf sie heftig in das Schlo und schob auch noch den Riegel vor,
+was in der Pension streng untersagt war.
+
+Mach nicht der Riegel zu, sagte Nellie, wir drfen das nicht thun. Wenn
+wir in die Bett liegen, kommt Frulein Gssow bei uns nachsehen.
+
+Ilse rhrte sich natrlich nicht, und Nellie mute das selbst besorgen.
+Ungestm warf sie sich auf ihr Bett und brach in Thrnen aus.
+
+O, was ist dich? fragte Nellie erschrocken.
+
+Hier bleibe ich nicht! - Ich reise morgen fort! Wenn das mein Papa wte,
+wie sie mich behandelt hat! rief Ilse aufgeregt.
+
+Durch viele Fragen bekam Nellie in einzelnen abgerissenen Stzen von Ilse
+heraus, was Frulein Raimar gesagt hatte.
+
+Ich esse ungeschickt, - ich nehme zu groe Bissen - und ich bin ein
+Nimmersatt! Zu Hause darf ich essen, wie und was ich will! - Ich will
+wieder fort! Morgen reise ich! -
+
+Du mut dir nicht so viel grmen um so kleine Sach', sagte Nellie sanft
+und strich liebkosend Ilses lockiges Haar. Frulein Raimar ist sehr
+gerecht, sie meint es gut und will dir nicht beleidigen. Mit uns alle
+macht sie es so. Wir sind doch jung und dumm und mssen noch lernen. - Nun
+komm, wir legen uns jetzt in die Bett und spter, wenn Frulein Gssow bei
+uns eingesehen hat, stehen wir ganz leise wie die Muschen wieder auf und
+packen deiner kleine Koffer leer.
+
+Aber so leicht war Ilse nicht zu beruhigen. Nein! rief sie und sprang
+auf, der kleine Koffer bleibt verschlossen! Ich reise wieder fort!
+
+Hastig zog sie sich aus, warf ihre Kleidungsstcke drunter und drber und
+legte sich schluchzend in ihr Bett. Schweigend ordnete Nellie die
+zerstreuten Sachen, sie hing das schne Kleid an einen Nagel, Ilse hatte
+dasselbe auf einen Stuhl geworfen, und legte alles brige glatt und
+ordentlich zusammen. Dann ging auch sie zur Ruhe.
+
+Bevor sie indes ihr Lager bestieg, kniete sie vor demselben nieder,
+faltete die Hnde und betete leise ein kurzes Gebet.
+
+Gut' Nacht, Ilse, sagte sie dann und gab ihr einen Ku. Du mut nun
+nicht mehr weinen, - alle Anfang ist schwer.
+
+Aber Ilse weinte noch lange. Ihre Gedanken kehrten zum Vater zurck und
+begleiteten ihn auf seiner Rckreise. In wenigen Stunden mute er die
+Heimat erreicht haben. Ach, wenn er wte, wie sein einziges Kind
+behandelt wurde! Sie fhlte sich zu unglcklich in der Gefangenschaft! -
+Wie ein Kind weinte sie sich in den Schlaf, aber bse Trume schreckten
+sie mehrmals auf. Bald hielt sie eine mchtige Theetasse in der Hand und
+lie sie zur Erde fallen, bald hielt ihr die Vorsteherin im grauen Kleide
+ein heimatliches Butterbrot dicht vor den Mund, wollte sie aber zubeien,
+war es verschwunden.
+
+ * * *
+
+Um sechs Uhr am andern Morgen hie es: Aufgestanden! Da galt kein langes
+Besinnen, und wenn die jungen Glieder noch so sehr vom Schlafe befangen
+waren, es wurde keine Gnade gebt. Ilse pflegte daheim bald frh, bald
+spt aufzustehen, wie sie gerade Lust hatte. Einer bestimmten Ordnung, wie
+sie die Mama so sehr gewnscht, hatte sie sich nicht fgen wollen. Es
+wurde ihr denn auch nicht wenig schwer, so auf Kommandowort sich erheben
+zu mssen, gerade heute hatte sie den Wunsch, noch einigemal sich im Bette
+herumzudrehen, sie war so spt erst eingeschlafen. Aber daran war nicht zu
+denken, Nellie stand schon da und wusch sich. Mit einem Sprunge war sie
+Schlag sechs Uhr aus dem Bette gewesen.
+
+Wach auf, Ilse, sagte sie, um halb sieben trinken wir Kaffee.
+
+Schon aufstehen, antwortete die Verschlafene, aber ich bin noch so
+mde.
+
+Thut nix, du darfst nicht mehr schlafrig sein.
+
+Aber Ilse zgerte noch. Nellie stand schon fertig da, ja hatte schon
+alles, was sie zur Nacht- und Morgentoilette ntig hatte, beiseite
+gerumt, als sie sich langsam erhob.
+
+O Ilse, eile dir, du hast nur zehn Minuten Zeit! Schnell, schnell, ich
+will dich helfen! Wo sind dein Kamm?
+
+Ilse zeigte auf ein Papier, das im Fenster lag. Dort liegen sie
+eingewickelt, gab sie zur Antwort.
+
+Das ist nicht nett, das gefllt mir nicht, meinte Nellie und rmpfte das
+Nschen. Du mut dich ein Taschen nhen, von grauer Stoff und rote Band,
+sieh, wie dies da, und sie zeigte ihre Kammtasche, siehst du, so ist's
+fein.
+
+Ilse machte nicht viel Umstnde mit ihrem Haar. Sie kmmte und brstete
+es, damit war alles abgemacht, die natrlichen Locken ringelten sich von
+selbst ohne weitere Bemhung. Ein hellblaues Band schlang ihr Nellie durch
+dieselben und band es mit einer Schleife seitwrts zu.
+
+Nun noch die Schrze, sagte sie, als Ilse soweit fertig war, sie darf
+nicht fehlen. Sie lachte, als Ilse sich dagegen strubte.
+
+Du bist ein klein, albern Ding, schalt sie und band ihr die Schrze vor,
+trotz Ilses heftigem Widerstande. Gleich hltst du still! Ohn' ein
+Schrzen giebt es kein Kaffee.
+
+Die lustige Nellie setzte es wirklich durch, da Ilse sich ihrem Willen
+fgte.
+
+So, sagte sie, nun bist du schn! Die blau gestickter Schrze ist sehr
+nett und du bekommst einer ser Ku.
+
+An langen Tafeln saen die Mdchen bereits, Nellie und Ilse waren die
+letzten. Frulein Raimar war des Morgens niemals zugegen, nur Frulein
+Gssow fhrte die Aufsicht. Ilse mute sich zu ihr setzen. Als ihr der
+Kaffee gereicht wurde, nahm sie die Tasse ganz manierlich beim Henkel in
+die Hand, a auch wie es sich gehrt nicht mit groen Bissen, wie am Abend
+zuvor; aber sie hatte eine andre Unart, die ebenfalls zu tadeln war, sie
+schlrfte den Kaffee so laut, da sie allgemeine Heiterkeit erregte.
+
+Ilse hatte keine Ahnung, da ihr das Gelchter galt, Orla machte sie damit
+bekannt.
+
+Du fhrst ja ein wahres Konzert auf, sagte sie. Machst du das immer so?
+Schn hrt sich diese Tafelmusik nicht an, das kann ich dich versichern.
+
+Ilse fhlte sich schwer beleidigt ber diese Zurechtweisung. Hastig setzte
+sie die Tasse nieder, erhob sich und eilte hinaus.
+
+Du durftest sie nicht vor all' den brigen so beschmen, Orla, tadelte
+Frulein Gssow, indem sie ebenfalls aufstand, um Ilse zu folgen, das
+krnkt sehr.
+
+Ilse war gerade im Begriff in den Garten zu gehen, als die junge Lehrerin
+sie zurckrief.
+
+Wo willst du hin, Ilse? fragte sie. Was fllt dir ein, mein Kind, da
+du nach deinem Gefallen davonlufst? Es ist nicht Sitte bei uns, da
+jemand eine Mahlzeit verlt, bevor dieselbe beendet ist. Komm gleich
+zurck und verzehre dein Frhstck.
+
+Ich mag nicht mehr frhstcken, entgegnete Ilse, und ich gehe nicht
+wieder hinein! Sie haben mich alle ausgelacht und Orla war ungezogen gegen
+mich. Es geht niemand etwas an, wie ich esse und trinke, ich mache es, wie
+ich will! Vorschriften lasse ich mir nicht machen, nein!
+
+Ehe ich weiter mit dir spreche, bitte ich dich erst ruhig und vernnftig
+zu sein, liebe Ilse. Ich kann nicht dulden, da du in einem so unartigen
+Tone zu mir sprichst.
+
+Sehr ernst und nachdrcklich hatte Frulein Gssow gesprochen, aber es
+klang doch ein Ton der Liebe hindurch. Ihr schnes, weiches Organ
+verfehlte selten den Weg zum Herzen, das lernte auch Ilse in diesem
+Augenblicke kennen. Sie blickte zu Boden, und etwas wie Beschmung stieg
+in ihr auf.
+
+Die Lehrerin las in Ilses beweglichen Zgen und wute, was in ihr vorging.
+
+Gieb mir deine Hand, du kleiner Brausekopf! sagte sie freundlich, und
+versprich mir, nicht wieder so strmisch zu sein und deiner
+augenblicklichen Laune zu folgen, selbst wenn du glaubst, im Rechte zu
+sein. Heute warst du es nicht einmal, du trankest wirklich etwas
+unappetitlich. Orla hat es gut gemeint, da sie dich darauf aufmerksam
+machte, du darfst ihr darum nicht bse sein. So eine kleine wohlverdiente
+Lehre mu sich jede von euch gelegentlich gefallen lassen. Es ist doch
+besser, jetzt als Kind zurechtgewiesen zu werden, als wenn deine Fehler
+und Angewohnheiten spterhin zum Spott der Gesellschaft wrden.
+
+Daheim hatte Ilse niemals hren wollen, da sie eine junge Dame sei, und
+jetzt berhrte es sie gar nicht angenehm, da man sie gewissermaen noch
+zu den Kindern rechnete.
+
+Nun siehst du das ein, Ilse? fragte die Lehrerin.
+
+Vielleicht that sie es, aber sie wrde ein Ja nicht ber die Lippen
+gebracht haben. Frulein Gssow begngte sich mit ihrem Stillschweigen und
+nahm dasselbe fr eine Zustimmung. Sie meinte, da eine Natur wie Ilses
+nicht mit Gewalt zum Nachgeben gezwungen werden drfe.
+
+Nun wollen wir zurck in den Speisesaal gehen, sagte sie, und Ilse wagte
+keine Widerrede. Sie folgte dem Frulein mit niedergeschlagenen Augen, sie
+hatte Furcht vor den vielen peinlichen Blicken, die sich alle auf sie
+richten wrden.
+
+Als sie eintraten, war das Zimmer leer und die Frhstckszeit vorber.
+Niemand war froher als Ilse, die sich wie erlst vorkam.
+
+Ich habe noch einen Auftrag fr dich, Ilse, sagte die Lehrerin.
+Frulein Raimar wnscht deine Arbeitshefte zu sehen, auch sollst du
+zugleich mndlich geprft werden. In einer Stunde finde dich in dem
+Konferenzzimmer ein, du wirst dort zugleich deine zuknftigen Lehrer und
+Lehrerinnen zum Teil kennen lernen.
+
+Wollen sie mich alle prfen? fragte Ilse etwas besorgt.
+
+Nein, entgegnete das Frulein, aber sie werden zuhren, wenn Frulein
+Raimar dich examiniert. Spter wirst du dann erfahren, in welche Klasse du
+gesetzt bist, und morgen nimmst du zum erstenmal an dem Unterricht teil.
+
+Ilse ging in ihr Zimmer und suchte ihre Hefte zusammen. Sie waren nicht in
+der besten Verfassung. Das deutsche Aufsatzheft machte besonders keinen
+Staat. Verschiedene Tintenflecke zierten es, und sogar einige naseweise
+Fettflecke machten sich darauf breit. Das franzsische Heft wurde ganz
+beiseite gelegt. Sie hatte versucht, einige Seiten, die gar zu verschmiert
+aussahen, herauszureien und durch diesen Gewaltstreich waren alle andern
+Bltter gelockert - unmglich konnte sie das Buch in dieser Verfassung
+vorzeigen.
+
+Nellie, die gerade eine freie Stunde hatte, sah erstaunt Ilses Treiben zu.
+Was thust du? fragte sie. Willst du dein Bcher so an Frulein Raimar
+vorzeigen? das darfst du nicht. Hat deiner Herr Pastor dir dies erlaubt?
+Gieb schnell, ich will dich blaues Umschlge drum wickeln, das ist nett
+und man sieht die alte Flecken nicht.
+
+Gieb her! rief Ilse gereizt. Sie sind gut so! Es ist mir ganz egal, ob
+Frulein Raimar die Flecken sieht oder nicht!
+
+Nicht so zornig, Frulein Ilse! Sie sind eine kleine, unordentliche junge
+Dame! Wrde es dir vielleicht spaig sein, wenn Frulein Raimar deine Buch
+mit spitze Finger hoch hielt und sie alle Lehrer zeigte? O nein, das wr
+dich nicht egal und nicht spaig. Besonders wenn Herr Doktor Althoff,
+unser deutscher Lehrer, mit seine bekannte, hhnische Lachen dir so von
+die Seiten ansieht und fragt: Wie alt sind Sie, mein Frulein?
+
+Trotzdem Ilse ungeduldig wurde, trotzdem sie entschieden erklrte, es wre
+hchst unntz, da so viele Umstnde wegen der dummen Bcher gemacht
+wrden, setzte Nellie ihren Willen durch.
+
+So, nun kannst du gehen, sagte sie, als sie auch dem letzten Hefte ein
+blaues Kleid gegeben hatte, nun bedanke dir fr mein Mhe.
+
+Du bist doch sehr gut, Nellie, meinte Ilse. Wie ist es dir nur mglich,
+stets so sanft und geduldig zu sein? Ich kann das nicht!
+
+O, du lernst schon, Kind. Wirst noch eine ganz zahme, kleine Vogel sein!
+entgegnete Nellie.
+
+Um elf Uhr ging Ilse hinunter in das Konferenzzimmer. Als sie eintrat,
+fand sie mehrere Lehrer und einige Lehrerinnen anwesend. Sie saen um
+einen Tisch, Frulein Raimar nahm den Platz obenan ein.
+
+Tritt nher, Ilse, sagte sie und machte mit einigen freundlichen Worten
+die neue Schlerin mit ihren zuknftigen Lehrern bekannt. Darauf lie sie
+sich die Schreibhefte reichen. Das Aufsatzbuch fiel ihr zuerst in die
+Hand. Sie bltterte und las darin, und einigemal schttelte sie den Kopf.
+
+Oft recht gute und klare Gedanken, bemerkte sie zu dem neben ihr
+sitzenden Lehrer der deutschen Sprache, Doktor Althoff, und dabei diese
+oberflchliche, flchtige Schrift. Sehen Sie einmal, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}uns{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} mit einem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}z{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+geschrieben - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Land{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} mit einem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}t{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. Da werden wir viel Versumtes
+nachzuholen haben. Wie schreibst du {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Land{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, Ilse, buchstabiere einmal.
+
+Ilse konnte unmglich diese Frage fr ernst halten. War sie denn ein
+kleines Mdchen aus der A-B-C-Klasse? Sie zgerte mit der Antwort.
+
+Die Vorsteherin indes war nicht gewhnt zu scherzen, sie sah erstaunt die
+schweigende Ilse an.
+
+Wie du Land schreibst, mchte ich von dir wissen, wiederholte sie noch
+einmal in bestimmtem Tone, der jeden Zweifel, ob er ernst gemeint sei oder
+nicht, benahm.
+
+Ilse kruselte etwas unwillig die Stirn, zog die Lippe in die Hhe und
+buchstabierte so schnell, da man ihr kaum folgen konnte: L-a-n-d. Den
+Blick hatte sie zum Fenster hinausgewandt, um Frulein Raimar nicht
+anzusehen.
+
+Also nur flchtig, ich dachte es mir, sagte diese. Wenn du in Zukunft
+deine Aufstze machst, wirst du sehr aufmerksam sein. Fehler, wie ich sie
+in deinen Aufgaben finde, kommen bei uns nicht mehr in der dritten Klasse
+vor.
+
+Es wurden nun Ilse Fragen in den verschiedensten Fchern vorgelegt.
+Manchmal fielen die Antworten berraschend aus, zuweilen dagegen geradezu
+einfltig. Doktor Althoff lchelte einigemal, was Ilse das Blut bis hinauf
+in die braunen Locken trieb. Sie rgerte sich darber und drehte ihr
+Taschentuch wie eine Wurst fest zusammen.
+
+Im Franzsischen bestand sie gut. Monsieur Michael, der franzsische
+Lehrer, ein lterer Herr mit weiem Haar, redete sie gleich in dieser
+Sprache an, sie antwortete ihm korrekt und flieend.
+
+Mi Lead, die englische Lehrerin, die ebenfalls im Institute wohnte, hatte
+weniger Glck bei ihrer Anrede. Ilse holperte sehr, als sie die Antwort
+gab.
+
+Nun kannst du uns verlassen, Kind, sagte Frulein Raimar. Dein Examen
+ist zu Ende. Spter werde ich dir mitteilen, welche Klasse du besuchen
+wirst.
+
+Nachdem Ilse das Zimmer verlassen, wurde nach einigem Hin- und Herberaten
+der Beschlu gefat, sie in die zweite Klasse zu geben, im Franzsischen
+solle sie indes die erste besuchen.
+
+Ich glaube, Ilse wird uns viel Not machen, uerte die Vorsteherin
+besorgt. Sie ist widerspenstig und trotzig, auch kann sie nicht den
+geringsten Tadel vertragen.
+
+Aber sie hat ein gutes Herz, fiel Frulein Gssow lebhaft ein. Ich habe
+noch keine Beweise dafr, aber ich lese es in ihrem schnen, offnen Auge.
+Ich bin berzeugt, da ich mich nicht tusche. Eins ist mir indes klar,
+mit Strenge werden wir wenig ausrichten, dagegen hoffe ich, mit Liebe und
+Energie wird es uns gelingen, ihren Trotz zu zhmen.
+
+Das ist ganz meine Ansicht! stimmte Monsieur Michael bei, Sie werden
+sehen, meine Damen und Herren, Mademoiselle Ilse wird eine Zierde der
+Pension sein! Mit welcher Eleganz spricht sie franzsisch, wie gewhlt
+setzt sie die Worte! Ah, sie ist ein Genie! - Der kleine Herr hatte sich
+ordentlich in Begeisterung gesprochen und seine Worte mit lebhaften
+Gestikulationen begleitet.
+
+Ich wnsche von Herzen, da Sie recht haben mgen, entgegnete Frulein
+Raimar und erhob sich von ihrem Platze. An Liebe und Nachsicht wollen wir
+es nicht fehlen lassen, vielleicht gelingt es uns, Ilse verstndig und
+gefgig zu machen. -
+
+Frs erste schien noch wenig Aussicht dazu. Beim Mittagessen legte Ilse
+wieder den Beweis ab, wie recht Frulein Raimar hatte, wenn sie
+behauptete, da Ilse keinen Tadel vertragen knne.
+
+Sie hielt die Gabel schlecht. Die Fingerspitzen berhrten fast die
+Speisen. Das Gemse verzehrte sie mit dem Messer und so hei, da sie
+manchmal, um sich nicht zu verbrennen, den Bissen wieder aus dem Munde
+fallen lie. Auch hielt sie den Kopf sehr tief ber den Teller gebeugt,
+was ihr das Aussehen eines hungrigen Kindes gab.
+
+Sitze gerade, liebe Ilse, ermahnte die Vorsteherin, es ist dir nicht
+gesund, so krumm zu sitzen.
+
+Ich esse immer so, erwiderte sie ziemlich kurz.
+
+Ich a immer so, meinst du wohl, mein Kind, denn hier wirst du dich daran
+gewhnen, zu thun, was Sitte ist ... Hast du zu Hause auch stets die Gabel
+so kurz gefat und mit dem Messer gegessen?
+
+Ja, sagte Ilse und warf den Kopf leicht in den Nacken. Papa hatte nie
+etwas an mir auszusetzen, er war zufrieden, wenn es mir nur schmeckte.
+
+Aber die Mama, hat auch sie deine Art zu essen gutgeheien?
+
+Ilse schwieg. Eine Unwahrheit konnte und mochte sie nicht sagen, denn wie
+oft hatte die Mutter sie ermahnt, und wie oft hatte sie derselben zur
+Antwort gegeben: Dann will ich gar nichts essen, wenn du mich immer
+tadelst.
+
+Das Frulein hatte leise, nur fr Ilse verstndlich gesprochen. Niemand
+ahnte, was sie sagte, denn ihre Zge sahen mild und freundlich aus. Eine
+Antwort auf ihre Frage wartete sie nicht ab, aber es gefiel ihr, da Ilse
+lieber schwieg, als gegen ihre Ueberzeugung sprach.
+
+Nun i nur, Kind, fuhr sie fort, mit der Zeit wirst du dich schon
+gewhnen. In wenigen Wochen hast du alle deine kleinen Unebenheiten
+abgestreift und wir werden niemals ntig haben, etwas an dir zu rgen.
+Nicht wahr?
+
+Ich wei es nicht, erwiderte Ilse und sah mit einem ziemlich
+verdrielichen Gesicht auf ihren Teller nieder.
+
+Du mut dir Mhe geben, dann wird es schon gehen.
+
+Dazu schwieg Ilse. Natrlich war sie fest davon berzeugt, da ihr das
+grte Unrecht geschah. Warum sollte sie nicht natrlich essen? Der Papa
+hatte stets gesagt, sie solle keine Zierpuppe werden, nun hatte man bei
+allem, was sie that und wie sie es that, etwas auszusetzen. Sie wagte kaum
+noch etwas zu genieen und wenn das so weiter ging, wollte sie lieber
+verhungern. -
+
+ * * *
+
+Am Abend, als Nellie und Ilse sich schlafen gelegt hatten, als Frulein
+Gssow bereits ihre Runde gemacht, als das Licht gelscht und alles still
+im Hause war, rief Nellie, wachst du, Ilse?
+
+Ja, antwortete diese, was soll ich?
+
+Zieh dir leise an, wir wollen dein kleiner Koffer auspacken.
+
+Es ist ja aber dunkel, meinte Ilse.
+
+O la nur, ich habe schon eine Licht.
+
+Leicht und unhrbar stieg Nellie aus ihrem Bette und ging auf Strmpfen an
+ihre Kommode. Sie zog den oberen Kasten vorsichtig heraus und nahm einen
+kleinen Wachsstock aus demselben. Nachdem sie ihn angezndet hatte,
+stellte sie ein Buch davor, damit kein Lichtschimmer durch das Fenster
+drang.
+
+Ist doch fein, nicht? fragte sie. Nun eile dich aber, trieb sie Ilse,
+die sich flchtig ankleidete.
+
+Wo hast du der Schlssel?
+
+Hier habe ich ihn, entgegnete Ilse und zog ihn unter dem Kopfkissen
+hervor, ich werde selbst aufschlieen.
+
+Nellie leuchtete mit dem Wachsstocke und hielt die Hand davor.
+Vornbergebeugt stand sie in neugieriger Erwartung, der Schtze harrend,
+die sich vor ihren Augen aufthun wrden. Recht enttuscht wurde sie, als
+Ilse anfing auszupacken. Die erwarteten Delikatessen - Nellie war eine
+Freundin davon - kamen nicht zum Vorschein.
+
+O, hast du keine Kuchen? fragte sie, warf den Plunder heraus und
+durchsuchte mit der Hand bis auf den Grund.
+
+Au, au! rief sie pltzlich und fuhr mit der Hand zurck. Was ist dies?
+Ich habe mir gestochen! Und richtig, ein roter Blutstropfen hing an dem
+kleinen Finger.
+
+Ilse begriff nicht, woher die Verwundung kam, bis sie selbst in den Koffer
+griff und die Ursache entdeckte, - - o Schrecken! das Glas mit dem
+Laubfrosche war zerbrochen, und Nellie hatte sich an einem Glassplitter
+geritzt.
+
+Wo nur der Frosch ist, sagte Ilse ngstlich und rumte die Scherben
+fort.
+
+Was? - eine Frosch? Eine lebendige Frosch? O je - hast du ihn verpackt?
+Wie kannst du so eine arme Tier in die Koffer thun? Ohne Luft mu er tot
+gehen!
+
+Ilse hatte soeben den kleinen Laubfrosch gefunden, - natrlich war er tot.
+Sie legte ihn auf die flache Hand und hauchte ihn an, vielleicht brachte
+sie ihn wieder zum Leben. Nellie lachte sie aus.
+
+Du hast die arm, klein Frosch gemordet, sagte sie und nahm ihn in die
+Hand. O, er ist kaput! Er kriegt keine Leben wieder, niemals! Morgen frh
+wollen wir ihn in ein Schachtel legen und unter die Linde vergraben.
+
+Ilse sah traurig auf den Frosch und die Thrnen traten ihr in die Augen.
+Sie hatte das Tierchen selbst gefangen, es stets gefttert und eine groe
+Freude daran gehabt, nun hatte sie es gettet durch eigne Schuld.
+
+ [Illustration]
+
+Wie schlecht von mir, da ich so dumm sein konnte! klagte sie sich an.
+Ich dachte gar nicht daran, als ich meine Sachen packte, da er ersticken
+msse. Es ging so schnell -
+
+Einigermaen trstete sie die Aussicht auf das Begrbnis unter der Linde.
+
+Wir machen eine kleiner Hgel, sagte Nellie, und pflanzen Blumen
+darauf. Und ein klein Holzkreuz stecken wir in die Erden und schreiben
+daran: Hier ruht Ilses Frosch. Er mute sein junge Leben lassen, weil ihm
+der Luft ausging.
+
+Dieser komische Einfall trocknete Ilses Thrnen, sie mute darber lachen.
+
+Als sie den ausgestopften Kanarienvogel ansah, fand sie, da er sehr
+gelitten hatte. Das Kpfchen war ganz breit gedrckt und der eine Flgel
+hing herunter. Nellie gab ihm wieder einige Faon. Sie drckte den Kopf
+rund und versprach auch, den Flgel wieder gut zu machen. Sie wollte ihn
+am andern Tage anleimen.
+
+La mir nur machen, sagte sie, ich werde ihm schon wieder in die
+Ordnung bringen.
+
+Was ist denn das? fragte sie pltzlich und hielt Ilses Blusenkleid in
+die Hhe, warum hast du diese schmacklose Robe eingepackt, - und die alte
+schmutzige Stiefel, - was soll damit?
+
+Warum? Darber hatte Ilse selbst noch nicht nachgedacht, aber sie war
+rgerlich, ihr Lieblingskostm so verachtet zu sehen.
+
+Du verstehst nichts davon, sagte sie und nahm es Nellie fort. Es ist
+mein liebster und schnster Anzug! Ich mag die andern Kleider gar nicht
+leiden, sie sitzen so fest und sehen so geziert aus.
+
+O la mir ihn probieren, bat Nellie, ich will ihn anziehen.
+
+Dagegen hatte Ilse nichts einzuwenden. Sie half Nellie ankleiden und in
+wenigen Augenblicken stand diese in einem ganz wunderbaren Aufzuge da.
+
+Der Rock war ihr zu kurz, da sie etwas grer als Ilse war, unter
+demselben sah das lange, weie Nachtgewand hervor, die Bluse war
+stellenweise zerrissen und Nellie hatte den Aermel verfehlt und war durch
+ein groes Loch dicht daneben herausgefahren, so da der Aermel auf dem
+Rcken hing. Nachdem sie auch noch den schbigen Ledergrtel um ihre
+zierliche Taille geschnallt hatte, stand sie fertig da, bis auf die
+Stiefel, die sie nicht anziehen mochte, weil sie zu schmutzig waren.
+
+Bequem ist diese Kostm, das ist wahr, sagte sie und fing an, allerhand
+lustige Sprnge auszufhren und sich im Kreise zu drehen. Man ist so
+luftig - so leicht!
+
+Ilse brach pltzlich in ein so herzhaftes Gelchter aus, da Nellie auf
+sie zueilte und ihr den Mund mit der Hand verschlo.
+
+Du darfst nicht so toll lachen, sagte sie, du wirst uns verraten!
+
+Ich kann nicht anders, du siehst ja zum totlachen aus.
+
+Nellie trat mit dem Wachsstocke vor den kleinen Spiegel und betrachtete
+sich.
+
+O wie abscheulich! sagte sie und ri die Sachen herunter, wie kannst du
+so ein hlicher Anzug schn finden!
+
+Ilse verschlo ihre Herrlichkeiten wieder in den Koffer, dann wurde das
+Licht gelscht und in wenigen Augenblicken schliefen die beiden Mdchen
+fest und tief.
+
+ * * *
+
+Vierzehn Tage waren seit Ilses Aufnahme in der Pension vergangen. Manche
+bittre Thrne hatte sie in der kurzen Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit
+erschien, geweint, und oft, recht oft hatte sie die Feder angesetzt, um
+dem Vater zu schreiben, da er sie zurckholen mge. Nur weil sie sich vor
+der Mutter scheute, that sie es nicht. Erst zweimal hatte sie die vielen
+und langen Briefe, die sie aus der Heimat erhalten, beantwortet, nur ganz
+kurz und mit der Entschuldigung, da ihr die Zeit zu lngeren Briefen
+fehle.
+
+Endlich, eines Sonntag Nachmittags, den fast alle Pensionrinnen zum
+Briefschreiben benutzten, setzte auch sie sich dazu nieder. Groe Lust
+hatte sie indessen nicht. Sie wute gar nicht recht, was sie schreiben
+sollte; wie es ihr eigentlich um das Herz war, mochte sie ja doch nicht
+sagen.
+
+Sie schlug die neue Schreibmappe auf, whlte nach langem Suchen einen rosa
+Bogen mit einer Schwalbe darauf, tauchte eine Feder in das Tintenfa und -
+malte allerhand Schnrkeleien auf ein Stckchen Papier. Nachdem sie diese
+Unterhaltung ein Weilchen getrieben, begann sie endlich den Brief. Nach
+wenigen Zeilen hrte sie auf und legte das Geschriebene beiseite. Der
+Anfang gefiel ihr nicht. Es wurde ein neuer Schwalbenbogen geopfert und
+noch einer. Der vierte endlich hatte mehr Glck. Sie beschrieb denselben
+von Anfang bis zu Ende, ja, sie nahm noch einen fnften Bogen dazu. Sie
+war nun einmal in das Plaudern gekommen, immer wieder fiel ihr etwas ein,
+das sie dem Papa mitteilen mute.
+
+Als sie zu Ende war, durchlas sie noch einmal ihre lange Epistel und wir
+blicken ihr ber die Schulter und lesen mit.
+
+
+
+
+
+
+ Mein liebes Engelspapachen!
+
+Es ist heute Sonntag. Das Wetter ist so schn und im Garten blhen die
+Rosen (da fllt mir eben ein, hat meine gelbe Rose, _marchal Niel_, die
+der Grtner im Frhjahre verpflanzte, schon Knospen angesetzt? bitte,
+vergi nicht, mir Antwort zu geben) - und die Vgel singen so lustig -
+ach! und deine arme Ilse sitzt im Zimmer und kann sich nicht im Freien
+umhertummeln. Mein liebes Pa'chen, das ist recht traurig, nicht wahr? Ich
+komme mir oft vor wie unser Mopsel, wenn er genascht hatte und zur Strafe
+dafr eingesperrt wurde. Ich mchte auch manchmal, wie er es that, an der
+Thre kratzen und rufen: macht auf! Ich will hinaus!
+
+Es ist gar nicht hbsch, immer eingesperrt zu sein. Zu Haus konnte ich
+doch immer thun und treiben, was ich wollte, im Garten, auf dem Felde, in
+den Stllen, berall durfte ich sein und meine reizenden Hunde waren bei
+mir und liefen mir nach, wohin ich ging. Ach, das war zu himmlisch nett!
+Was macht Bob, Papachen, und Diana und Mopsel und die andern? O, wenn ich
+sie gleich hier htte!
+
+Es ist in der Pension alles so furchtbar streng, man mu jede Sache nach
+Vorschrift thun. Aufstehen, Frhstcken, Lernen, Essen, - immer zu
+bestimmten Stunden. Und das ist grlich! Ich bin oft noch so mde des
+Morgens, aber ich mu heraus, wenn es sechs geschlagen hat. Ach, und wie
+manchmal mchte ich in den Garten laufen und mu auf den abscheulichen
+Schulbnken sitzen! Die furchtbare Schule!
+
+Ich lerne doch nichts, Herzenspa'chen, ich bin zu dumm. Nellie und die
+andern Mdchen wissen viel mehr, sie sind auch alle klger als ich. Nellie
+zeichnet zu schn! Einen groen Hundekopf in Kreide hat sie jetzt fertig,
+als wenn er lebte, sieht er aus. Und Klavier spielt sie, da sie Konzerte
+geben knnte - und ich kann gar nichts!
+
+Wenn ich doch lieber zu Hause geblieben wre, dann wte ich doch gar
+nicht, wie einfltig ich bin. Nellie trstet mich oft und sagt: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Es ist
+keiner Meister von der Himmel gefallen, fang' nur an, du wirst schon
+lernen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Aber ich habe angefangen und doch nichts gelernt. Ich wei nur,
+da ich sehr, sehr dumm bin.
+
+Am frchterlichsten sind die Mittwoch Nachmittage. Da sitzen wir alle von
+drei bis fnf in dem Speisesaale. Die Fenster nach dem Garten sind weit
+offen und ich blicke sehnschtig hinaus. Es zuckt mir frmlich in Hnden
+und Fen, da ich aufspringen mchte, um in den Garten zu eilen - ich
+darf es nicht, ganz still mu ich dasitzen und mu meine Sachen
+ausbessern, - Strmpfe stopfen und was ich sonst noch zerrissen habe,
+wieder flicken. Denke Dir das einmal, mein kleines Papachen! Deine arme
+Ilse mu solche frchterliche Arbeiten thun! - Und Frulein Gssow sagt,
+das wr' notwendig, Mdchen mssen alles lernen. Sie war ganz erstaunt,
+da ich nicht stricken konnte. Man kauft doch jetzt die Strmpfe, das ist
+ja viel netter, warum mu ich mich unntz qulen? Es wird mir so schwer,
+die Maschen abzustricken, und ich mache es auch sehr schlecht.
+
+Melanie Schwarz, sie ist sehr hbsch, ziert sich aber und stt mit der
+Zunge an, und dann sagt sie immer zu allem: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Furchtbar nett, furchtbar
+reizend, oder furchtbar scheulich{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - sie meinte neulich: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du strickst
+aber furchtbar scheulich, Ilse.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Du siehst, Pa'chen, ich kann nichts!
+
+In den Arbeitsstunden wird einmal franzsisch, einmal englisch die
+Unterhaltung gefhrt. Franzsisch kann ich mich allenfalls verstndlich
+machen, aber englisch geht es sehr schlecht, so schlecht, da ich mich
+schme, den Mund aufzuthun. Nellie ist gut, sie hilft mir nach und will
+oft mit mir sprechen, wenn wir allein sind.
+
+Du fragst mich, lieber Papa, ob ich schon Freundinnen habe, - ja - Nellie
+und noch sechs andre Mdchen sind meine Freundinnen, Nellie aber habe ich
+am liebsten. Wie sie alle heien, will ich Dir das nchstemal schreiben,
+auch Dir erzhlen, wie sie aussehen, heute kann ich mich nicht dabei
+aufhalten, sonst nimmt mein Brief kein Ende. Eine Schriftstellerin ist
+auch dabei, das mu ich Dir noch mitteilen.
+
+Wenn wir spazieren gehen, nmlich jeden Mittag von zwlf bis eins und
+jeden Nachmittag von fnf bis sieben, gehe ich fast immer mit Nellie in
+einer Reihe. Wir mssen nmlich wie die Soldaten zwei und zwei
+nebeneinander marschieren. Eine Lehrerin geht voran, eine hinterher mit
+einer kleinen Pensionrin an der Hand. Nicht rechts, nicht links drfen
+wir gehen, immer in Reih' und Glied bleiben. Ach! und ich habe so oft
+Lust, einmal recht toll davonzulaufen, auf die Berge hinauf - immer
+weiter! - aber dann wrde ich nicht wieder in mein Gefngnis zurckkehren
+- -
+
+In die Kirche gehen wir einen Sonntag um den andern, dort gefllt es mir
+aber gar nicht. Ich sitze zwischen so viel fremden Leuten, und der
+Prediger, ein ganz alter Mann, spricht so undeutlich, da ich Mhe habe,
+ihn zu verstehen. In Moosdorf ist es viel, viel hbscher! Da sitzen wir
+eben in unsrem Kirchstuhle und wenn ich hinunter sehe, kenne ich alle
+Menschen. Und wenn unser Herr Kantor die Orgel spielt und die Bauernjungen
+so laut und krftig anfangen zu singen - und mein lieber Herr Prediger
+besteigt die Kanzel und predigt so schn zu Herzen, dann ist es mir so
+feierlich, so ganz anders als hier! - ach, und manchmal, wenn die
+Sonnenstrahlen durch das bunte Kirchenfenster fallen und so schne Farben
+auf den Fuboden malen, dann ist es so herrlich, so herrlich, wie
+nirgendwo auf der ganzen Welt!
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+Hier mute Ilse mitten im Lesen innehalten und eine Pause machen. Der
+Gedanke an die Heimat und die Sehnsucht dahin berwltigten sie dermaen,
+da sie weinen mute. Erst als ihre Thrnen wieder getrocknet waren, las
+sie zu Ende.
+
+
+
+
+
+
+Gre nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die Mama; das Tagebuch, das
+sie mir mit eingepackt hat, kann ich nicht gebrauchen, ich habe keine
+Zeit, etwas hineinzuschreiben. Aber ich bedanke mich dafr. Nun leb' wohl,
+mein lieber, ser, furchtbar netter Papa. Ich ksse Dich
+hunderttausendmal. Bitte, gieb auch Bob einen Ku und gre Johann von
+
+ Deiner
+ Dich unbeschreiblich liebenden Tochter
+ _Ilse_.
+
+
+
+
+
+_N. S._ Ich will gern Zeichenunterricht nehmen bei dem Herrn Professor
+Schneider, ich darf doch? Morgen fange ich an.
+
+_N. S._ Beinah htte ich vergessen, Dir zu schreiben, da Du mir doch eine
+Kiste mit Kuchen und Wurst schickst. Nellie ist immer so hungrig, wenn wir
+des Abends im Bette liegen und ich auch.
+
+_N. S._ Lieber Papa, ich kriege immer so viel Schelte, da ich so
+ungeschickt esse, schreibe mir doch, ob das nicht sehr unrecht ist. Der
+Mama sage nichts hiervon. Deine Hand drauf! - Frulein Gssow habe ich
+sehr lieb. -
+
+
+
+
+
+
+Gerade saen Ilses Eltern mit dem Prediger zusammen auf der Veranda am
+Kaffeetische, als ihr langer Brief eintraf. Der Oberamtmann las ihn vor
+und wurde bei einigen Stellen so gerhrt, da er kaum weiter zu lesen
+vermochte.
+
+Ich mchte das arme Kind zurckhaben, sagte er, nachdem er zu Ende
+gelesen, es fhlt sich unglcklich, und ich sehe nicht ein, warum wir
+unsrer einzigen Tochter das Leben so verbittern sollen. Was meinst du,
+Annchen, und Sie, lieber Vollert, wr' es nicht besser?
+
+Der Prediger durchlas noch einmal den Brief, faltete ihn wieder zusammen
+und machte ein hchst zufriedenes Gesicht.
+
+Ich bin nicht Ihrer Meinung, entgegnete er, ja ich wrde das fr eine
+Snde halten. Ilse ist bereits auf dem Wege einzusehen, da sie noch
+vieles lernen mu, sie vergleicht sich mit den Genossinnen und erkennt
+ihre Fehler, die Lcken in ihrem Wissen. Wir haben schon mehr erreicht in
+dieser kurzen Zeit, als ich mir gedacht habe.
+
+Das Heimweh ist ja natrlich, fiel Frau Anne ein, bedenke nur, wie
+schwer es einem an die Freiheit gewhnten Wesen werden mu, sich pltzlich
+in den Schulzwang zu fgen! Die Regelmigkeit des Instituts ist ihrer
+ungebndigten Natur zuwider; zu Ilses Glck, sie wird sich fgen lernen,
+ihre Wildheit abstreifen und ein liebes, herziges Mdchen sein.
+
+Der Oberamtmann war verstimmt, da man ihn nicht verstand. Weder der
+Prediger noch Frau Anne berzeugten ihn mit ihren Vernunftgrnden. Er
+urteilte eben nur mit seinem weichen Herzen, und das litt sehr bei dem
+Gedanken an sein heimwehkrankes Kind.
+
+Ilses Wnsche wurden natrlich alle erfllt und zwar umgehend: Es mute
+Kuchen gebacken und die schnste Wurst, nebst einem Stck Schinken aus der
+Rauchkammer geholt werden. Der Oberamtmann packte selbst die kleine Kiste
+und legte noch allerhand Leckereien mit hinein.
+
+Not soll sie wenigstens nicht leiden, sagte er zu seiner Frau, die ihm
+lchelnd zusah. Junge Menschen, die noch wachsen, haben immer Hunger.
+Wenn der Magen knurrt, mu er sein Teil haben; der beruhigt sich nicht,
+wenn man zu ihm sagt: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warte nur bis es zwlf schlgt oder Morgen oder
+Abend ist, dann bekommst du etwas.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Frau Anne htte gern erwidert, da es viel besser sei, den Magen an
+regelmige Mahlzeiten zu gewhnen, als zu jeder Tageszeit zu essen, aber
+sie schwieg. Sie dachte mit Recht, da mit der Zeit Ilse von selbst von
+dieser Untugend zurckkommen werde.
+
+ * * *
+
+Es war an einem Mittwoch Nachmittag im Monat August. Die erwachsenen
+Mdchen der Pension saen im Speisezimmer beisammen, stopfend, flickend
+oder mit anderen Arbeiten dieser Art beschftigt. Es war sehr hei und
+gewitterschwl, und durch die geffneten Fenster drang kein erfrischender
+Luftzug.
+
+Ilse hielt ihren Strickstrumpf in der Hand und qulte sich, Masche auf
+Masche abzuheben. Es machte ihr Mhe mit den heien, feuchten Fingern. Die
+Nadeln saen so fest in den Maschen, da sie kaum zu schieben waren. Sie
+glhte wie eine Rose bei ihrer sauren Arbeit, und der graue Strumpf, der
+eigentlich wei sein sollte, wurde fters aus der Hand gelegt. Nun fielen
+auch noch einige Maschen herunter, und Frulein Gssow, die anwesend war,
+forderte Ilse auf, einmal zu versuchen, ob sie dieselben nicht allein
+wieder aufnehmen knne.
+
+Ich kann das nicht, sagte Ilse, die Nadeln kleben so, ich mag sie nicht
+mehr anfassen.
+
+Wasche dir die Hnde, riet Frulein Gssow, dann wird es besser gehen.
+
+Das hilft nicht, erwiderte Ilse unmutig und legte das Strickzeug vor
+sich hin.
+
+Die Mdchen lachten, und Grete, die ihr gegenbersa, nahm es vorwitzig in
+die Hand, um den Fehler zu verbessern.
+
+Ilse nahm es ihr fort. La liegen, sagte sie, es ist mein Strumpf!
+
+Ehe noch Frulein Gssow sie wegen ihres unpassenden Wesens zurechtweisen
+konnte, trat Frulein Raimar in das Zimmer. Sie ging von einer Schlerin
+zur andern und prfte deren Arbeiten, sie that dies zuweilen, um sich an
+den Fortschritten zu erfreuen, oder auch zu tadeln, wenn es ntig war.
+
+Nun, wie steht es mit dir, Ilse? fragte sie. Hast du deinen Strumpf
+bald fertig? Zeige ihn einmal her.
+
+Ilse that, als habe sie die Aufforderung nicht verstanden, sie schmte
+sich ihrer schmutzigen Arbeit.
+
+Ich will dein Strickzeug sehen, Ilse, hast du mich nicht verstanden?
+
+Etwas streng und hart klangen die Worte der Vorsteherin, und nun war es
+Trotz, weshalb sie den Gehorsam versagte.
+
+Aufgebracht ber diesen Widerstand nahm Frulein Raimar ihr den Strumpf
+unsanft aus der Hand.
+
+Ich bin gewhnt, da meine Schlerinnen mir gehorchen und du wagst es,
+dich zu widersetzen? - Seht einmal Kinder, fuhr sie fort und hielt mit
+spitzen Fingern das Strickzeug in die Hhe, was sagt ihr zu dieser
+Arbeit? Sieht sie wohl aus, als ob sie einem erwachsenen Mdchen angehre?
+Schme dich! Niemals wieder will ich ein so unsauberes Strickzeug sehen.
+
+Aller Augen waren auf dasselbe gerichtet, und einige Pensionrinnen
+glaubten sich durch die Frage der Vorsteherin berechtigt, ein Wort
+mitzureden. Die vorlaute Grete meinte, da ihre kleine fnfjhrige
+Schwester daheim weit besser und sauberer stricke, ihr Strumpf she wie
+Schnee gegen Ilses aus, sie drfe aber auch niemals mit schmutzigen Hnden
+stricken.
+
+Die sthetische Flora verglich das faonlose Ding mit einem Kaffeebeutel,
+ein Vergleich, der Annemie so in das Lachen brachte, da sie sich gar
+nicht wieder beruhigen konnte.
+
+Was in diesem Augenblicke in Ilses Innerem vorging, ist schwer zu
+beschreiben. Sie sah sich verlacht und verspottet von allen Seiten und
+durfte sich nicht dagegen verteidigen. Ihr heies Blut, ihre unbndige
+Natur bumten sich mit aller Macht auf gegen die, wie sie glaubte, ihr
+ffentlich angethane Schmach. Sie geriet in eine so blinde Wut, wie sie
+bis jetzt noch niemals empfunden hatte, sie ballte die Hnde und bi
+hinein, ihre Augen fllten sich mit heien, trotzigen Thrnen.
+
+Frulein Raimar hatte bereits das Zimmer verlassen, doch die Thr
+desselben hinter sich offen gelassen, sie hielt sich noch auf dem Korridor
+auf. Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen, ahnte sie nicht, sie
+wrde ihn auch schwerlich begriffen haben, glaubte sie doch fest, durch
+eine ffentliche Beschmung Ilses Widerstand ein fr allemal geheilt zu
+haben. Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemt! Gerade das
+Gegenteil hatte sie hervorgerufen. Ilses wilder Trotz stand in
+lichterlohen Flammen.
+
+Neckt sie nicht! gebot Frulein Gssow, die Ilse besser verstand. Ich
+will nicht, da ihr sie auslacht!
+
+Und Nellie, die einzige, welche mitleidig dem ganzen Auftritt zugesehen,
+nahm gutmtig den verachteten Strumpf in die Hand, um ihn wieder in
+Ordnung zu bringen.
+
+La! rief Ilse und ihr ganzer Grimm entlud sich auf Nellies unschuldiges
+Haupt, la! Was kmmern dich meine Sachen?
+
+Gieb doch her, bat diese sanft, ich mach' dich alles wieder gut.
+
+Aber Ilse hrte nicht darauf und ri es Nellie aus der Hand, und ehe noch
+diese sie zurckhalten konnte, warf sie im hchsten Zorne das
+unglckselige Strickzeug gegen die Wand. Die Nadeln schlugen klirrend
+aneinander und das Knuel kollerte weit fort, zur offnen Thr hinaus, bis
+zu den Fen der Vorsteherin.
+
+Vielleicht htte dieselbe kein Arg an diesem kleinen Zufall gefunden, wenn
+nicht zu gleicher Zeit laute Ausrufe wie Ah! und o! ihr Ohr getroffen
+und ihr verkndet htten, da etwas Unerhrtes passiert sein msse.
+
+Was giebt es? fragte sie hastig eintretend. Sie erhielt keine Antwort;
+aber ihr Blick fiel auf das Strickzeug am Fuboden und sie erriet das
+Ganze.
+
+Warfst du es absichtlich hierher? richtete sie an Ilse die Frage, und
+ihre Stimme bebte vor Aufregung, in ihren stets so ruhig blickenden Augen
+blitzte es unheimlich auf. - Antworte - ich will es wissen!
+
+Ja, sagte Ilse.
+
+Komm hierher und nimm es wieder auf!
+
+Die Heftigkeit der Vorsteherin machte Ilse nur verstockter, sie rhrte
+sich nicht.
+
+Hast du verstanden, was ich dir befahl? Glaubst du mir trotzen zu knnen?
+Ich verlange, da du mir gehorchst!
+
+Nein, entgegnete Ilse zum Entsetzen der anwesenden Pensionrinnen, ich
+thue es nicht!
+
+Frulein Gssow sah die Widerspenstige traurig und bekmmert an. Nicht
+Zorn, nur Mitleid empfand sie mit derselben. Wenn ich dich ndern knnte!
+Wenn es mir gelnge, dich auf einen andern Weg zu bringen, armes,
+verblendetes Kind! dachte sie und beschlo, nichts unversucht zu lassen,
+um Ilse von ihrem bsen Fehler zu heilen.
+
+Solange sie Vorsteherin des Pensionats war, hatte Frulein Raimar niemals
+Aehnliches erlebt. Trotz ihrer stets so mavollen Ruhe war sie fr den
+Augenblick fassungslos und ungewi, was mit Ilse geschehen solle.
+
+Geh auf dein Zimmer, befahl sie kurz, und bleibe dort! Das andre wird
+sich finden.
+
+Ilse erhob sich und ging hinauf. Nachdem sie in ihrem Zimmer angelangt,
+brach der furchtbare Sturm, den sie mhsam zurckgehalten hatte, los. Sie
+warf sich auf einen Stuhl und weinte laut. Strmisch rief sie nach ihrem
+Papa, da er komme und sie holen mge - klagte die Mama an, die sie in
+diese frchterliche Anstalt gebracht - kurz fhlte sich verzweifelt und
+verlassen, wie nie im Leben.
+
+Allerhand Gedanken jagten durch ihren Kopf, der zum Zerspringen brannte,
+kindisch und unausfhrbar. Zuerst wollte sie davonlaufen, - wohin war ihr
+gleich, nur fort, damit sie die bse Vorsteherin, die stets einen Aerger
+auf sie gehabt, und die abscheulichen Mdchen, die sie verhhnt hatten,
+von denen keine sie lieb hatte, nicht wieder sehe - niemals! Kein Mensch
+mochte sie leiden, nur der Papa. O, wenn sie gleich bei ihm wre!
+
+Der Gedanke, da sie zurck msse nach Moosdorf, behielt die Oberhand. Sie
+fing an, ihre Sachen aus der Kommode zu rumen und war eben im Begriff,
+das Mdchen zu beauftragen, ihr den Koffer vom Boden herabzuholen, als
+Nellie und gleich darauf Frulein Gssow in das Zimmer traten.
+
+Erstaunt blickte letztere auf die umherliegenden Sachen.
+
+Nun, Ilse, was soll denn das bedeuten? fragte sie.
+
+Anstatt zu antworten vergrub Ilse das Gesicht in beiden Hnden und
+schluchzte laut.
+
+Frulein Gssow lie sie einige Augenblicke gewhren, dann zog sie ihr
+leise die Hnde vom Gesicht.
+
+Beruhige dich, Kind, sprach sie in sanftem Tone, dann will ich mit dir
+reden.
+
+Ich kann nicht! Ich will fort! stie Ilse leidenschaftlich heraus.
+
+Du mut dich beherrschen, Herz. Ich glaube gern, da es dir schwer wird,
+dein trotziges Ich zu zhmen, aber du mut es thun, es ist notwendig.
+Siehst du nicht ein, Ilse, wie unrecht, wie ungezogen du gehandelt hast?
+
+Diese schttelte den Kopf. Sie haben mich alle gereizt, entgegnete sie
+abgebrochen schluchzend - Frulein Raimar hat mich so furchtbar blamiert
+- alle haben mich ausgelacht!
+
+Frulein Gssow hatte das Gefhl, als sei es besser gewesen, wenn die
+Vorsteherin ihren berechtigten Tadel in einer andern Weise ausgesprochen
+htte, - doch das war nun einmal geschehen und nicht zu ndern.
+
+Du irrst, entgegnete sie, nicht Frulein Raimar, sondern du selbst hast
+dich lcherlich gemacht. Denke einmal zurck, wie du dich benommen hast. -
+Uebrigens, fuhr sie fort, du darfst nicht so trostlos sein und dir nicht
+allzuschwere Gedanken darber machen. Wenn du morgen verstndig bist, ist
+alles vergessen. Die Mdchen haben dich alle lieb.
+
+Nein, nein, rief Ilse, mich hat niemand lieb! Ich wei es wohl! - Ich
+bin dumm und ungeschickt und ich will fort - zu meinem Papa!
+
+Wenn du so sprechen willst, Ilse, dann verlasse ich dich. Du weit, wie
+sehr ich dich lieb habe, dergleichen kindische Reden aber will ich nicht
+von dir anhren. Soll ich gehen? - willst du vernnftig sein? -
+
+Ilse schwieg und die junge Lehrerin wandte sich der Thr zu. Als sie im
+Begriffe war dieselbe zu ffnen, eilte Ilse auf sie zu.
+
+Bitte, bleiben Sie, bat sie und hielt sie an der Hand fest.
+
+Von Herzen gern, wenn du mich ruhig anhren willst.
+
+Sie setzte sich auf einen Stuhl am Fenster und nahm Ilse in den Arm.
+
+Wie hei du bist, du bser Trotzkopf, sagte sie und streichelte ihr
+liebevoll die erhitzten Wangen. Nellie, gieb Ilse ein Glas Wasser.
+
+Die Angeredete hatte stumm und still am andern Fenster gelehnt und der
+Freundin lautes Schluchzen mit heimlichen Thrnen begleitet, jetzt sprang
+sie hinzu und reichte das Gewnschte.
+
+Trink einer khle Schluck, er wird dir ruhig machen, redete sie herzlich
+zu. Du mut nie wieder sagen, da wir dir nicht liebten, du bse, bse
+Ilse! - Nicht mehr weinen darfst du, komm, ich mache deine Gesicht kalt.
+
+Und sie tauchte einen Schwamm in das Wasser und khlte damit Ilses
+brennende Augen und Wangen.
+
+Nun, mein Kind, fragte Frulein Gssow, als Ilse sich etwas beruhigt
+hatte, was gedenkst du zu thun?
+
+Ich mu heute noch abreisen, entgegnete sie, hier bleiben kann ich
+nicht.
+
+Also noch immer mchtest du mit deinem Kopfe die Wand einstoen. Der
+Gedanke, da du nachgeben mut, da es an dir ist, um Verzeihung zu
+bitten, kommt dir gar nicht in den Sinn! Du hast Frulein Raimar bitter
+gekrnkt, denkst du nicht daran, sie wieder zu vershnen? Sprich!
+
+Nein, rief Ilse und warf den Kopf zurck, Frulein Raimar hat mich
+beleidigt und furchtbar gekrnkt! Ich bitte sie nicht um Verzeihung! Noch
+niemals habe ich jemand um Verzeihung gebeten - und ich thue es auch jetzt
+nicht! Nein!
+
+Das war wieder ein trotziger, bser Ausfall von ihr, dennoch verlor
+Frulein Gssow nicht die Geduld, sie blieb ruhig und sanft.
+
+Du batest niemals um Verzeihung, Ilse? Das wundert mich; aber du hast
+deinem Papa ein gutes Wort gegeben, wenn du unartig warst und er dir
+zrnte.
+
+Meinem Papa! wiederholte Ilse und sah hchst erstaunt die junge Lehrerin
+an. Niemals hat er mir gezrnt, er war immer, immer gut, ich konnte
+machen, was ich wollte.
+
+So, sprach Frulein Gssow und meinte jetzt den Schlssel zu Ilses
+Eigensinn in des Vaters zu groer Nachgiebigkeit gefunden zu haben. Und
+die Mama, war auch sie stets damit zufrieden, was du thatest, - krnktest
+du sie niemals? Sage einmal aufrichtig.
+
+Ilse blickte nachdenklich vor sich hin. Sie konnte nicht leugnen, sie
+hatte dieselbe oftmals durch ihren Widerstand gekrnkt.
+
+Ich glaube, da ich es that, sagte sie zgernd.
+
+Und dann sagtest du: vergieb mir, liebe Mama, nicht wahr?
+
+Ilse schttelte den Kopf. Nein, sagte sie, niemals habe ich das gethan.
+Mama hat es auch gar nicht von mir verlangt, sie wei, da ich einmal
+nicht bitten kann.
+
+Ein Kind mu bitten knnen! Und ein Mdchen vor allem. O Ilse! Auch du
+mut es lernen, noch ist es nicht zu spt! sprach Frulein Gssow sehr
+erregt. O Ilse, wenn doch meine Worte es vermchten, dich so recht aus
+deiner Verblendung aufzurtteln! Lerne nachgeben, mein Kind, lerne vor
+allem dich beherrschen! Thust du es nicht, so nimmt das Leben dich in
+seine harte Schule und bereitet dir viel Herzeleid und Kummer. Glaube mir,
+Trotz und Widerstand sind bses Unkraut in einem Mdchenherzen, und
+oftmals berwuchern sie die besten, heiligsten Gefhle! Geh' hinunter,
+Kind, bitte Frulein Raimar um Vergebung. Ueberwindest du heute deinen
+harten Sinn, so hast du gewonnen fr alle Zeit!
+
+Sie hatte warm und eindringlich gesprochen, und in ihren braunen Augen
+standen Thrnen. Ilse war auch seltsam ergriffen von ihren Worten, aber
+Abbitte thun, - das konnte sie trotzdem nicht.
+
+Ich kann es nicht, sagte sie zgernd, aber bestimmt.
+
+Du willst nicht, aber du mut, entgegnete Frulein Gssow im hchsten
+Grade erregt. Gott! giebt es denn kein Mittel, da ich dich von deinem
+Starrsinn heilen kann! -
+
+Komm, setze dich zu mir, fuhr sie ruhiger fort, ich will dir eine wahre
+Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen Mdchenherzen erzhlen,
+das sein Lebensglck einer kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch
+sagen wirst: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich kann nicht,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} dann gehe hin und folge deinem harten
+Kopfe, - ich werde nie wieder den Versuch machen, ihn zu beugen ...
+
+Noch niemals hatte jemand in einem so berzeugenden Tone zu Ilse
+gesprochen, derselbe verfehlte seine Wirkung nicht. Willig und gehorsam
+setzte sie sich der jungen Lehrerin gegenber und sah erwartungsvoll und
+gespannt auf sie. Der hliche, trotzige Ausdruck schwand aus ihrem
+Gesichte und wer sie jetzt sah, wrde nicht geglaubt haben, da diese Ilse
+und die andre, die sich vor kaum einer Stunde so wild und unbndig
+betragen, ein und dieselbe sei.
+
+Frulein Gssow hatte den Kopf auf das Fensterbrett gesttzt und blickte
+gedankenvoll hinaus in den Garten. Ihr blasses Gesicht hatte sich leicht
+gertet und um den Mund lag ein schmerzlicher Zug. Es schien fast, als ob
+ein heftiger Kampf in ihr arbeite, als ob es ihr schwer werde, mit dem
+ersten Worte zu beginnen. Pltzlich erhob sie sich.
+
+Es ist hier so drckend und schwl, sagte sie und ffnete die
+Fensterflgel.
+
+Ein erquickender Luftzug strmte ihr entgegen, ein Gewitter war im Anzuge.
+Sausend fuhr der Wind durch die Wipfel der Bume, in der Ferne grollte der
+Donner.
+
+Wie das wohl thut, fuhr sie mit einem tiefen Atemzuge fort, die Hitze
+lag mir schwer wie Blei auf der Brust. - Wie alt bist du, Ilse?
+unterbrach sie sich pltzlich wie in halber Zerstreuung.
+
+Im nchsten Monat werde ich sechzehn Jahre.
+
+Sechzehn Jahre! wiederholte die Lehrerin, dann bist du alt und auch
+verstndig genug, denke ich, die traurige Geschichte meiner Jugendfreundin
+zu begreifen. Hr' zu.
+
+Es war einmal ein junges, frhliches Menschenkind, das mit seinen
+sechzehn Jahren die Welt zu erstrmen meinte. Vater und Mutter waren ihm
+frh gestorben und so kam es, da die kleine Waise zu der Gromutter
+gegeben wurde, die sie erzog und von Grund auf verzog. Lucie, so wollen
+wir das Mdchen nennen, hatte nie gelernt zu gehorchen oder sich zu fgen,
+sie erkannte nur einen Willen an, und das war der eigene. Das war sehr
+schlimm fr sie, denn bei manchen guten Eigenschaften des Herzens besa
+Lucie einen hlichen Fehler, den Trotz.
+
+Anstatt denselben durch unerbittliche Strenge schon in der Kindheit zu
+zgeln, pflegte ihn die Gromama durch allzugroe Nachsicht.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum soll ich dem Kinde nicht seinen Willen thun?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie, wenn man
+sie zuweilen auf ihre Schwche aufmerksam machte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ist es nicht schlimm
+genug, da es keine Eltern hat? Ich kann es nun einmal nicht traurig
+sehen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+War Lucie hbsch? fragte Nellie, die sich hinter Ilses Stuhl gestellt
+und den Arm um deren Schulter gelegt hatte.
+
+Ich glaube wohl, entgegnete die Angeredete und errtete leicht,
+wenigstens hat man es dem erwachsenen Mdchen oftmals gesagt. Doch das
+ist Nebensache - hrt mich weiter an.
+
+Die Gromutter besa ein herrliches Landhaus, dessen Park sich an einen
+bewaldeten Bergesabhang lehnte. Man durfte nur eine kleine Pforte, die
+sich am Ausgange des Grundstckes befand, durchschreiten und befand sich
+im schnsten Walde, den ihr euch denken knnt.
+
+Selten kamen Spaziergnger aus dem nahen Stdtchen dorthin, desto fter
+benutzte Lucie die kleine Ausgangspforte, durchstreifte den Wald bis an
+die Spitze des Berges, oder was sie noch hufiger that, sie lagerte sich
+an irgend einem versteckten Platze. So im weichen, schwellenden Moose zu
+liegen, ein gutes Buch zu lesen und darber die Welt zu vergessen, - das
+war die hchste Wonne ihres Lebens.
+
+Eines Tages hatte sie wieder ihren Lieblingsplatz am Fue einer Eiche
+aufgesucht. Die Luft war hei und schwl und doppelt wohlthuend empfand
+sie die Waldeskhle. Sie streckte die schlaffen Glieder im Moose aus und
+blickte hinauf in das grne Bltterdach. Nicht lange, dann ffnete sie das
+mitgebrachte Buch und las. So vertieft war sie bald in den Inhalt
+desselben, da sie der Gegenwart ganz entrckt war. -
+
+Eine mnnliche Stimme schreckte sie pltzlich auf. Aergerlich ber die
+Strung blickte sie auf und sah in das lchelnde Antlitz eines jungen
+Mannes, der mit Pinsel und Palette in der Hand vor ihr stand.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ein wunderbares Bild!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er aus. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wahrlich, ich htte Lust, dasselbe
+zu malen! Bleiben Sie in der Stellung,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bat er, als Lucie sich schnell
+erheben wollte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}nur wenige Augenblicke! Aber so bse drfen Sie nicht
+aussehen, - nein, ich bitte, wieder derselbe Zug von Spannung um den Mund,
+- dasselbe erwartungsvolle Lcheln - bitte!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Was fllt Ihnen ein?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief Lucie aufgebracht und erhob sich mit einem
+Sprunge. Dabei fiel ihr das Buch aus der Hand.
+
+Er kam ihr zuvor, als sie sich schnell darnach bcken wollte; doch ehe er
+es ihr berreichte, las er das Titelblatt.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Werthers Leiden{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, bemerkte er und lachte lustig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Dacht' ich es doch!
+Natrlich verbotene Lektre, die in der Waldeinsamkeit verschlungen wird!
+Oder hat der Herr Papa vielleicht Ihnen diese gefhrliche Geschichte
+erlaubt?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Lucie entri ihm das Buch, aber sie wurde ber und ber rot.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich verbitte mir Ihre Bemerkungen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} entgegnete sie zornig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wer hat
+Ihnen erlaubt, mich zu beobachten?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich nahm mir selbst die Freiheit,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte er sich verbeugend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und bitte
+dafr um Verzeihung. Ein Zufall brachte mich in Ihre Nhe, dort jene
+Buchengruppe war ich im Begriffe zu malen, - da erblickte ich Sie, und
+knnen Sie mir verdenken, da ich dem Zauber nicht widerstehen konnte, Sie
+zu betrachten?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Sie gab keine Antwort, ja sie grte nicht einmal, als sie eilig davon
+ging. Sie empfand Unwillen und Aerger ber den Aufdringlichen und doch -
+gefiel er ihr. -
+
+War er ein schn Mann? fragte Nellie.
+
+Ja, er war schn und klug und gut. Von den letzteren Eigenschaften konnte
+Lucie sich bald berzeugen, denn der Maler machte unter irgend einem
+Vorwande einen Besuch in der Gromutter Hause.
+
+Wie bald er der Liebling derselben, wie er nach und nach tglicher Gast
+bei ihr wurde und wie er endlich der trotzigen Lucie Herz gewann, das kann
+ich euch nicht erzhlen, nur so viel, da sie eines Tages seine Braut war.
+
+Es war ihm nicht leicht geworden, ihr Jawort zu erringen, denn wenn er
+heute glaubte, da sie ihn gern mge, war er morgen vom Gegenteil
+berzeugt. Wenn er im Begriffe war, sie zu fragen: hast du mich lieb?
+reizte sie ihn gerade durch Trotz und Widerstand, und das Wort erstarb ihm
+auf den Lippen.
+
+Endlich trug er den Sieg davon. An ihrem achtzehnten Geburtstage war es,
+als sie mit ihm vor die Gromama trat und jubelnd ausrief:
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich bin Braut!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Nun, glaubt ihr, Lucie ist eine andre geworden? Das Glck und die Liebe
+haben sie nachsichtiger gestimmt, nicht wahr, ihr glaubt, das knne nicht
+anders sein? - Wie seid ihr im Irrtum! Das Gegenteil war der Fall. Ihr
+Widerstand trat gegen den Mann, den sie von ganzem Herzen liebte, oftmals
+heftiger hervor, als je vorher.
+
+Welche Mhe gab er sich, sie von diesem Fehler zu heilen, wie
+eindringlich und liebevoll stellte er ihr die Folgen desselben vor; sie
+hrte ihn an und versprach sich zu bessern, - aber ihr Wort hielt sie
+nicht, - - leider! - Htte sie es gethan, wie viel Kummer und Herzeleid
+htte sie sich erspart!
+
+Einen Augenblick hielt die junge Lehrerin inne, ein scharfer Beobachter
+htte ihr ansehen knnen, wie schwer es ihr wurde, die Geschichte weiter
+zu erzhlen, - die jungen Mdchen indessen merkten nichts davon. Sie
+glaubten, die Heftigkeit des Gewitters habe die Pause hervorgerufen.
+
+O bitte, fahren Sie fort, bat Nellie, deren Augen vor Entzcken
+glnzten; niemals bis jetzt hatte das Frulein hnliches erzhlt, bitte,
+weiter! O, ich bin zu gierig, weiter zu wissen!
+
+Ilse sa still und sinnend da. Was sie da hrte, berhrte eine verwandte
+Saite in ihr, oftmals hatte sie das Gefhl, als ob das junge Mdchen nicht
+Lucie, sondern Ilse geheien habe. -
+
+Lucies Brautzeit neigte sich zu Ende, fuhr Frulein Gssow fort, in
+vier Wochen sollte die Hochzeit sein. An dem Morgen eines herrlichen
+Maitages sa das Brautpaar auf der Veranda vor dem Hause und trumte sich
+in die Zukunft hinein. Es wurde eine Reise nach der Schweiz und Italien
+geplant, - den ganzen Sommer wollten sie umherschweifen, und wo es ihnen
+am schnsten gefiel, dort wollten sie fr den Winter ihr Nest bauen.
+
+Der Himmel wlbte sich hoch und blau ber ihnen, die Frhlingssonne
+lachte sie freundlich an, - ringsum blhte, duftete und zwitscherte es,
+kein Miton strte das wunderbare Lenzesleben.
+
+Lucie machte Plne und malte sich aus, wie sie leben und wie sie sich
+einrichten wollten. Sie hing am Aeueren und hatte eine lebhafte
+Phantasie, da war es denn am Ende ganz natrlich, da ihre Wnsche und
+Hoffnungen bis an den Himmel reichten.
+
+Er hatte ihrem Geplauder lchelnd gelauscht, ohne sie zu unterbrechen. Da
+gab ihm ein unglcklicher Zufall die Frage ein: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie wrdest du es
+ertragen, Lucie, wenn wir uns ganz einfach einrichten mten, wenn wir
+nicht reisen knnten - wenn wir wenig Mittel htten, - mit einem Worte,
+wenn die Not an uns herantreten wrde?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Die Not?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie erstaunt und sah ihn beinahe entsetzt an. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Das wre
+furchtbar!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du giebst mir keine Antwort auf meine Frage, liebes Herz. Ich meine, ob
+deine Liebe zu mir so stark sein wrde, da du ohne Klage auch ein
+armseliges Los mit mir teilen wrdest?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} -
+
+Es verdro sie, da Curt, so hie der Maler, durch unntze Fragen einen
+Miklang in ihre frohe Stimmung brachte.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}La doch den Unsinn!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} wehrte sie ab, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}wir werden nie in solche Lage
+kommen. Ich bin reich und deine Bilder werden hoch bezahlt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Man kann nicht wissen, was in den Sternen fr uns geschrieben steht,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+entgegnete er ernst. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du knntest zum Beispiel dein Vermgen verlieren, -
+und ich - nun wenn ich krank wrde und nicht malen knnte?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum qulst du mich mit allerhand dummen Mglichkeiten, Curt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte
+sie ungeduldig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich antworte dir nicht auf solche Fragen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Und sie wandte
+sich halb von ihm ab.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du sprichst jetzt gegen deine bessere Ueberzeugung, du kleine
+Widerspenstige,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte er halb ernst, halb scherzhaft. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich wei, du wirst
+mir ganz bestimmt meine Gewissensfrage beantworten, ich wei auch, meine
+Lucie wrde den Mut haben, ein sorgenvolles Leben mit mir zu teilen, wie
+sie meine Gefhrtin in Glck und Wohlstand werden wollte. Nicht wahr? Du
+siehst ein, Liebling, da ich von meiner zuknftigen Frau das verlangen
+kann?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Das sehe ich nicht ein!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief Lucie sehr entrstet und entzog ihm ihre
+Hand, die er liebevoll ergriffen hatte. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Armselige Verhltnisse wrden
+mich unglcklich machen - ja, unglcklich machen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} wiederholte sie, als er
+sie zweifelnd ansah, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}lieber wrde ich gar nicht heiraten!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Er wurde bla bei ihren Worten, aber noch wollte er nicht an den Ernst
+derselben glauben. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Hast du mich lieb, Lucie?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte er sie.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ja, aber in einer Htte bei Salz und Brot mag ich nicht mit dir wohnen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kein {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Aber{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, Lucie. Hast du mich lieb? Sage ja und nimm zurck, was du
+gesagt hast.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nein!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief sie entschieden und sprang von ihrem Platze auf. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nichts
+nehme ich zurck! Was ich gesagt habe, ist meine wahre Meinung!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er erregt, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}besinne dich! Es ist nicht wahr, du denkst
+nicht wie du sprichst! Dein Widerspruch gab dir die Worte ein ....! Nimm
+sie zurck, Herz!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} und flehend blickte er ihr in das Auge.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du irrst,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} entgegnete sie mit scheinbarer Klte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}nicht aus Widerspruch,
+sondern mit voller Ueberzeugung sagte ich dir meine Ansicht.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nein, nein! Ich kann's, ich will's nicht glauben! - Komm her, sieh' mich
+an. Deine Augen sollen mir die Antwort geben, ich wei, da sie nicht
+lgen knnen. - Du liebst mich? Ja? Nicht wahr, du hast mich lieb?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+wiederholte er noch einmal dringend - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und du nimmst zurck, was du
+gesagt?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Unglcklicherweise hatte die Gromama auf der entgegengesetzten Seite der
+Veranda gesessen und war so eine stumme Zeugin dieser Scene geworden.
+Aengstlich erhob sie sich und trat dem jungen Paare nher.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie drfen Lucie nicht so bel nehmen, was sie sagt, lieber Curt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+sprach sie beruhigend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}es kommt ihr nicht vom Herzen, glauben Sie mir.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Die alte Frau hatte es gut gemeint, aber sie stiftete Unheil an. Htte
+sie sich nicht in den Streit gemischt, vielleicht war es besser. Ihre
+gtigen Worte stachelten Lucies Trotz noch mehr an.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Es kommt mir wohl aus dem Herzen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief dieselbe aufgebracht, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und ich
+wiederhole noch einmal: Lieber heirate ich gar nicht, als da ich Not und
+Mangel leide!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} -
+
+O, wie hart ist sie! warf Nellie ein, als Frulein Gssow wie erschpft
+einen Augenblick innehielt.
+
+Sie war nicht hart, nur verblendet, fuhr diese fort. Niemals hatte sie
+gelernt, sich einem andern Willen zu beugen, niemals war sie im stande
+gewesen nachzugeben. Jetzt, wo das ernste Verlangen ihres Verlobten in
+aller Entschiedenheit an sie herantrat, ihren Widerstand zu zhmen, da
+bumte derselbe sich dagegen auf und sie unterlag seiner Macht.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ist das dein letztes Wort, - Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - Wie ein Schrecken kam es ber
+seine Lippen. Sie blieb ungerhrt, wandte sich von ihm und eilte aus dem
+Zimmer.
+
+Besorgt folgte ihr die Gromama, aber sie klopfte vergeblich an der
+verschlossenen Thre, dieselbe wurde nicht geffnet. -
+
+Lucie befand sich in keiner beneidenswerten Stimmung. Es kochte und tobte
+in ihr und verworrene Gedanken durchzuckten ihr Hirn. War es recht, wie
+sie gehandelt hatte? {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ja,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} antwortete sie sich darauf, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich bin im Rechte.
+Warum schreckt er mich mit den Gespenstern Sorge und Not, warum peinigt er
+mich damit? Ich will in eine glckliche Zukunft sehen und er will mir das
+Herz schwer machen mit Unmglichkeiten. Und welch eine wichtige Sache er
+daraus macht? - Ich soll zurcknehmen, was ich gesagt habe! Solch ein
+Verlangen! Abbitte soll ich thun - Abbitte! Und er hat mich doch erst
+herausgefordert. Er ist an allem schuld.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Aus einem Winkel ihres Herzens meldete sich auch eine Stimme, die ihr
+zurief: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gieb nach! Reich' ihm die Hand, oder du hast ihn verloren!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Sie
+wurde nicht beachtet, und als eine Stunde vergangen war, hatte sie sich so
+vllig in den Gedanken an ihre Schuldlosigkeit eingelebt, da sie
+erwartete, Curt msse kommen und sie um Verzeihung bitten.
+
+Er kam auch und begehrte Einla. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Oeffne mir, Lucie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er strmisch,
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}es hngt unser Glck davon ab! Ich mu dich sprechen! - Ich will dich
+sprechen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Das klang wie ein Befehl, sie schwieg und gab keine Antwort. Wohl klopfte
+ein guter Engel an ihr Herz und rief ihr warnend zu: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Erhre ihn und es
+wird alles gut{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - sie war taub gegen seine Stimme. Ein bser Geist hielt
+sie fr den Augenblick gefangen und trauernd floh ihr guter Engel von
+dannen.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich will nicht mit dir reden!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief sie zurck, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich wte auch nicht,
+was du mir noch sagen knntest!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}So treibst du mich fort von dir, Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - rief er auer sich. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Bedenke
+was du thust! Ich gehe und nicht eher kehre ich zu dir zurck, bis du mich
+zurckrufst: Lebe wohl!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - -
+
+Es waren die letzten Worte, die sie von ihm gehrt hat.
+
+Nach einer in Aufregung durchwachten Nacht brach der nchste Tag an. Der
+trotzige Aufruhr in Lucies Innern hatte sich gelegt und einer
+unzufriedenen Stimmung Raum gemacht. Nachzugeben fhlte sie sich auch
+heute nicht geneigt, aber sie wollte ihn heute anhren, wenn er kam, - und
+da er kommen werde, darauf hoffte sie fest.
+
+Aber sie hoffte vergebens. Die Gromama berhufte ihre Enkelin mit
+bitteren Vorwrfen und forderte sie unter Thrnen auf, sie mge nachgeben.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wird es dir denn so schwer,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte sie, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dem Manne, dem du in vier
+Wochen die Hand fr das Leben geben willst, ein bittendes Wort zu sagen?
+Ueberwinde dich, Lucie, nimm deine bsen Worte zurck, oder es giebt ein
+Unglck.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich kann nicht, Gromama. Ich mte ja abbitten, so verlangt er, und du
+weit, ich that es nie! Er kehrt auch ohne meinen Ruf zurck, du wirst es
+sehen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Aber auch der nchste Tag verging und er blieb aus. Lucie befand sich in
+einer fieberhaften Aufregung und schrak zusammen, sobald sich die Thr
+ffnete. - Am dritten Tage, - es war gegen Abend, sie hatte wieder
+vergeblich ihn erwartet, da brachte Curts Diener ihr einen Brief. Sie
+eilte auf ihr Zimmer, um ihn allein und ungestrt zu lesen - es war doch
+endlich - endlich ein Zeichen von ihm!
+
+Hastig ffnet sie und in zwei Teile gebrochen fiel ihr Curts
+Verlobungsring entgegen. Wenige Zeilen nur schrieb er dazu. - Ich will
+versuchen euch dieselben zu wiederholen, unterbrach sich Frulein Gssow,
+Lucie hat sie mir oftmals zu lesen gegeben.
+
+
+
+
+
+
+Du hast mich nicht zurckgerufen, - - so sehnschtig ich auch darauf
+gehofft habe. Liebtest Du mich, wie ich Dich, wre es Dir nicht schwer
+geworden, ein vershnendes Wort zu sagen. Lebe wohl denn, ich mu von Dir
+scheiden, Lucie, weil ich Dir nicht versprechen kann, Dir stets Wohlstand
+und Glck zu bieten. - - Mit welchem Rechte knnte ich vom Schicksal
+verlangen, da mein Leben nur von der Sonne beschienen werde? Leb' wohl, -
+ich habe Dich sehr geliebt. -
+
+
+
+
+
+
+Wie gebrochen sank sie zur Erde nieder und htte vor Schmerz vergehen
+mgen. Das hatte sie nicht gedacht, - so weit hatte sie es nicht treiben
+wollen. - Nun war es zu spt, alle Reue, alle Selbstanklage, brachten ihr
+den Geliebten nicht zurck.
+
+Die Gromama fand Lucie in einem verzweiflungsvollen Zustande, und
+heimlich, ohne ihr Wissen, schickte sie einen Boten in Curts Wohnung. Er
+kehrte zurck mit der Meldung: der Herr sei seit zwei Stunden abgereist. -
+Sie hatte ihn auf ewig verloren! -
+
+O, die arm' Lucie! Der schlechter Mensch, warum konnt' er ihr verlassen!
+rief Nellie unter Weinen. Er hat ihr gar nix lieb gehabt.
+
+Er hat sie sehr geliebt, entgegnete die Lehrerin und sah hinaus auf den
+strmenden Regen; aber er war ein ganzer Mann, der Lucies trotzigen
+Widerstand nicht lnger ertragen konnte.
+
+Und wo ist Lucie geblieben?
+
+Lucie? wiederholte Frulein Gssow zgernd, - ein trauriges Geschick
+hat sie getroffen. Ein Jahr nach dem Geschehenen verlor die Gromutter
+fast ihr ganzes Vermgen. Die Villa mute verkauft werden und Lucie, das
+verwhnte und verzogene Mdchen, war gezwungen, fr die Zukunft ihr eignes
+Brot zu verdienen.
+
+Ilse sah entsetzt die Lehrerin an. Ja, ihr Brot zu verdienen, betonte
+dieselbe. Das erschreckt dich, nicht wahr? Aber es wurde ihr nicht so
+schwer, als sie einstmals geglaubt. Seit jenem Tage, da sie das Schwerste
+erfahren, war eine Aenderung in ihrem Wesen vorgegangen. Still und ernst
+ging sie einher und ihr bermtiges Lachen war verschwunden. - Sie
+bereitete sich vor, Gouvernante zu werden, und als sie ihr Examen
+bestanden hatte, ging sie, nachdem sie die Gromama durch den Tod
+verloren, nach London. Sie wirkt dort als Lehrerin in einem Institute.
+
+Und der Maler? Hat die arm' Lucie nie gehrt davon?
+
+Seine Werke hat sie oft in den Galerien bewundert - er selbst blieb
+verschollen.
+
+Oh wie ein furchtbar trauriges Geschicht' ist das! rief Nellie. Es thut
+mich sehr weh.
+
+Und Ilse? Sie sa da, die Hnde gefaltet, mit gesenktem Blick. Sie war bis
+in das Innerste getroffen. Wie Lucie htte auch sie gehandelt, auch sie
+wrde es bis zum Aeuersten getrieben, auch sie wrde ihr Lebensglck im
+trotzigen Uebermute geopfert haben. - Noch schwankte sie einen Augenblick,
+wie im Kampf mit sich selber, dann aber erhob sie sich schnell und ergriff
+Frulein Gssows Hand.
+
+Ich will um Verzeihung bitten, sagte sie in leisem Tone, es war, als ob
+sie sich scheue, ihre eigenen Worte zu hren.
+
+Ueber der Lehrerin Gesicht glitt ein Freudenschimmer. Sie nahm die Reuige
+in den Arm und kte sie zrtlich.
+
+Geh' - geh', sagte sie gerhrt, und wenn je ein bser Geist wieder ber
+dich kommen will, denk' an Lucies traurige Geschichte.
+
+Zgernd und beklommen stieg Ilse die Treppe hinunter. Vor der Vorsteherin
+Zimmer blieb sie stehen. Sie konnte sich nicht entschlieen, die Thr zu
+ffnen. Zweimal hatte sie schon die Hand nach dem Drcker ausgestreckt und
+wieder zurckgezogen. Es war so furchtbar schwer, die erste Abbitte zu
+thun. Ob sie umkehre?
+
+Einen Augenblick war sie es willens, ja, schon machte sie eine leichte
+Wendung zurck, da hrte sie Frulein Gssow die Treppe herabkommen.
+
+Sollte dieselbe sie unverrichteter Sache hier finden? Sie htte sich vor
+ihr schmen mssen. Mit einem tiefen Atemzuge ffnete sie die Thr.
+
+ [Illustration]
+
+Die Vorsteherin sa an ihrem Schreibtische; als sie Ilse eintreten sah,
+erhob sie sich.
+
+Ilses Herz klopfte zum Zerspringen. Als sie das strenge, zrnende Auge
+Frulein Raimars auf sich gerichtet sah, entsank ihr der Mut. Sie
+versuchte zu sprechen, aber es war ihr unmglich, ein Wort
+hervorzubringen, die Kehle erschien ihr wie zugeschnrt. Es war eine
+Folterqual, die sie ausstand, und wenn jetzt der Boden unter ihren Fen
+sich pltzlich geffnet und sie htte verschwinden lassen, sie wrde es
+fr eine Wohlthat des Himmels angesehen haben. Aber diese Wohlthat blieb
+aus, und Ilse stand noch immer wortlos vor der Vorsteherin.
+
+Schon regte sich wieder der alte Trotz, der ihr eingab, es ruhig darauf
+ankommen zu lassen und sich nicht zu beugen - da war es, als ob Lucie sie
+traurig anblicke, als ob sie ihr mahnend zurief: Nicht zurck! Geh' mutig
+vorwrts!
+
+Nun Ilse? unterbrach Frulein Raimar das minutenlange Schweigen. Was
+ist dein Begehr?
+
+Ilse machte eine vergebliche Anstrengung zu sprechen und brach in ein
+krampfhaftes Schluchzen aus. Abgebrochen und unverstndlich kam es von
+ihren Lippen: Ver-zeih-ung!
+
+Frulein Raimar war sehr aufgebracht ber Ilses Betragen gewesen und sie
+hatte die Absicht gehabt, ihr eine derbe Lektion dafr zu geben, als sie
+indes dieselbe so zerknirscht und reuevoll vor sich stehen sah, wurde sie
+milder gestimmt.
+
+Fr diesmal, sagte sie, will ich dir vergeben, ich sehe, da du dich
+selbst mit Vorwrfen strafst, und da du zur vollen Erkenntnis deines
+Ungehorsams gekommen bist. Bessre dich! Betrgst du dich ein zweites Mal
+in hnlicher Weise, wrde ich die strengsten Maregeln ergreifen, das
+heit: ich wrde dich zu deinen Eltern zurckschicken! - Ich hoffe, du
+vergit dich niemals wieder, versprich mir das!
+
+Beinah htte sie sich sofort gegen dieses Versprechen aufgelehnt und
+geantwortet: Schicken lasse ich mich nicht! Dann gehe ich lieber gleich
+zu meinen Eltern, - da war es wieder Lucies warnendes Beispiel, das diese
+bse Antwort von ihren Lippen scheuchte.
+
+Zgernd und noch immer schluchzend ergriff sie des Fruleins Hand. Nie -
+wieder! stammelte sie.
+
+Und Frulein Raimar war von der Wahrheit ihres Versprechens berzeugt und
+hatte beinah Mitleid mit der Reumtigen. Nun geh' und beruhige dich,
+sagte sie in mildem Tone, und sehe ich, da du dich besserst, wird der
+heutige Tag von mir vergessen sein. -
+
+Als Ilse die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hinaufstieg, fhlte sie sich
+leicht wie nie im Leben, es war ihr so frei und froh in der Brust, niemals
+hatte sie eine hnliche Empfindung gekannt. Es war das Bewutsein, sich
+selbst berwunden zu haben. -
+
+Der Juli und August waren vorber und man befand sich in den ersten Tagen
+des September. Ilse hatte sich mehr und mehr in das Pensionsleben
+eingelebt und fhlte sich lngst keine Fremde mehr. An vieles, das ihr
+anfangs unmglich erschien, hatte sie sich gewhnt, ja gewhnen mssen.
+Wie htte sie auch vermocht, sich gegen das einmal Bestehende aufzulehnen!
+Das frhe Aufstehen, das regelmige Arbeiten, die Ordnung und
+Pnktlichkeit, die streng innegehalten wurden, - schwer genug hatte sie
+sich in all diese Dinge gefunden, und wer wei, ob sie es berhaupt je
+gethan htte, wenn Nellie nicht wie ein guter Geist ihr stets zur Seite
+gestanden htte. Mit ihrer frhlichen Laune half sie der Freundin ber
+manche Schwierigkeit hinweg und oft verstand sie es, durch ein Wort, ja
+durch einen Blick dieselbe zu zgeln, wenn sich die alte Heftigkeit melden
+wollte.
+
+Eine heftige Szene hatte sie brigens nicht wieder herbeigefhrt. Frulein
+Gssows Erzhlung war auf fruchtbaren Boden gefallen und hatte ihren
+trotzigen Sinn etwas nachgiebiger gemacht.
+
+Ueber ihre Fortschritte und Fhigkeiten herrschte unter ihren Lehrern und
+Lehrerinnen eine sehr verschiedene Ansicht, wie dieses in der letzten
+Konferenz recht deutlich zu Tage trat. Der Rechenlehrer und der Lehrer der
+Naturgeschichte behaupteten, da Ilse ohne jede Begabung sei, da sie
+weder Gedchtnis, noch Lust am Lernen besitze. Andre waren vom Gegenteile
+berzeugt. Frulein Gssow, die in der Litteratur und Doktor Althoff, der
+Deutsch, Geschichte und in der franzsischen Litteratur unterrichtete,
+waren in jeder Beziehung mit Ilses Kenntnissen und ihren Fortschritten
+zufrieden. Professor Schneider lobte ganz besonders ihren Flei und ihre
+Ausdauer, die sie bei ihm entwickle, und erklrte mit aller
+Entschiedenheit, wenn Ilse so fortfahre, wrde sie es mit ihrem Talente
+weit bringen, sie habe in den acht Wochen, in denen sie seine Schlerin
+sei, so groe Fortschritte im Zeichnen gemacht, wie nie eine andre zuvor.
+
+Ueber dieses Lob geriet Monsieur Michael in Entzcken. Ja er verga sich
+in seiner lebhaften Freude so weit, da er ausrief; Bravo, Monsieur
+Schneider! So spreche auch ich, sie ist eine hochbegabte, eine
+entzckende, junge Mademoiselle.
+
+Frulein Raimar lchelte ber diese Ekstase und erkundigte sich nach Ilses
+Betragen.
+
+Da kam denn leider manches bedenkliche Kopfschtteln an den Tag. Besonders
+wurde von einigen sehr gergt, da sie bei dem geringsten Tadel eine
+trotzige Miene mache, da sie sogar mehrmals gewagt habe, zu
+widersprechen.
+
+Leider, leider ist dem so, besttigte die Vorsteherin, und ich habe
+nicht den Mut, zu glauben, da wir sie ndern knnen. Ich frchte sogar,
+da ihr zgelloser Sinn uns eines Tages eine hnliche Szene, wie die
+bereits erlebte, machen wird, und was geschieht dann?
+
+Dann geben wir sie den Eltern zurck, fiel Mi Lead lebhaft ein. Ich
+glaube, da es dahin kommen wird. Ilse ist nicht nur verzogen, sie ist -
+wie soll ich sagen - sehr burisch, sehr brutal, sie pat nicht in unsre
+Pension.
+
+Doktor Althoff warf der Englnderin einen etwas ironisch lchelnden Blick
+zu, als wollte er sagen: Du freilich mit deinen bertriebenen, strengen
+Formen hast kein Verstndnis fr das junge, frische Wesen mit seinem
+natrlichen Sinn - Ich glaube, Sie irren, meine Damen, wandte er ein,
+in unsrer kleinen Ilse steckt ein tchtiger Kern. Lassen Sie nur erst die
+etwas rauhe Schale sich von demselben abgestoen haben und Sie werden
+sehen, in welch ein liebenswrdiges, natrliches, echt weibliches Wesen
+sich die burische, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}brutale Ilse{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, er betonte die letzten Worte etwas
+stark, verwandeln wird. Von der Natur ist sie dazu beanlagt, glauben Sie
+mir. Man mu nur nicht von der kurzen Zeit, die sie bei uns verweilt, gar
+zu viel verlangen.
+
+Mi Lead zuckte die Achseln und machte eine abweisende Miene. Frulein
+Gssow dagegen sah Doktor Althoff dankbar an.
+
+Das sage ich mit Ihnen, Herr Doktor! stimmte sie bei. Wir mssen Geduld
+haben mit unsrem wilden Vogel, der bis jetzt nur die Freiheit kannte.
+Fehler, die durch jahrelange, allzunachsichtige Erziehung in dem Kinde
+gro gezogen wurden, knnen unmglich in wenigen Wochen vollstndig
+abgestreift sein. Mir scheint, da wir schon viel erreicht haben, wenn wir
+daran denken, wie wenig Arbeitstrieb Ilse mit in die Pension brachte und
+wie sie jetzt gewissenhaft und sogar in manchen Fchern ihre Aufgaben sehr
+trefflich anfertigt.
+
+Frulein Gssows Behauptung war vollstndig berechtigt. Ilse war weit
+strebsamer geworden, das gute Beispiel der brigen Mdchen spornte sie
+mchtig an.
+
+Anfangs war es ihr gleichgltig gewesen, ob man sie in die erste oder
+zweite Klasse brachte, als sie indes die Bemerkung machte, da alle ihre
+Mitschlerinnen jnger waren, als sie, da erwachte der Ehrgeiz und
+zugleich ein Eifer in ihr, der sie antrieb, das Versumte nachzuholen, zu
+lernen und zu arbeiten, damit sie bald in die erste Klasse komme.
+
+Ihre Aufstze besserten sich mit jedem Mal, auch nahm sie sich sehr
+zusammen, keine orthographischen Schnitzer mehr zu machen. Sie hatte allen
+Respekt vor Doktor Althoff, der stets mit einem leichten Spott dergleichen
+Fehler zu rgen wute.
+
+Ihr letzter Aufsatz war der beste in der Klasse gewesen. Ein Spaziergang
+durch den Wald hie das gegebene Thema und sie hatte ihre Aufgabe in
+anmutiger und lebendiger Weise gelst. Sie wurde dafr gelobt, und Doktor
+Althoff las ihren Aufsatz der Klasse vor, was stets als eine besondere
+Auszeichnung galt. Mitten im Lesen unterbrach er sich lachend.
+
+Da ist Ihnen ein ganz abscheulicher Irrtum passiert, Ilse, sagte er,
+denn ich kann mir kaum denken, da Sie wirklich dachten, was Sie hier
+niederschreiben.
+
+Und er trat zu ihr und zeigte ihr die verhngnisvolle Stelle, die also
+lautete:
+
+Ich war eine gans, tchtige Strecke allein gegangen. - Sie errtete,
+nahm schnell eine Feder und machte aus dem s ein z.
+
+Ein andres Mal sehen Sie sich besser vor, solche Verwechselungen knnen
+hchst komisch wirken. Auch mit den Kommas, Punkten u. s. w., rate ich
+Ihnen weniger verschwenderisch umzugehen, oder haben Sie die Absicht, es
+wie jene junge Dame zu machen, die, sobald sie eine Seite zu Ende
+geschrieben hatte, ganz willkrlich die Zeichen hineinsetzte. Etwa zehn
+Kommas, sieben Ausrufungszeichen, fnf Fragezeichen und neun Punkte, wie
+sie gerade Lust hatte, manchmal mehr, manchmal weniger. Das gab dann
+zuweilen einen tollen Sinn, Sie knnen es sich denken.
+
+Die Mdchen lachten und Ilse mit. Ohne jede Empfindlichkeit nahm sie eine
+Rge von diesem Lehrer auf, der es verstand, stets die richtige Art und
+Weise zu treffen. Mit liebenswrdigem Humor, in welchen er einen ernsten
+Tadel oftmals kleidete, richtete er weit mehr aus, wie mancher andre, der
+in der Aufregung sich zu zornigen Worten hinreien lie.
+
+Aber wie schwrmten auch seine Schlerinnen fr ihn! In jeder
+Mdchenschule giebt es gewi einen Lehrer, der zum allgemeinen Liebling
+erkoren wird, in dem Institute des Frulein Raimar hatte Doktor Althoff
+das Los getroffen.
+
+Er ist furchtbar reizend! beteuerte Melanie und schlug den Blick
+schwrmerisch gen Himmel. Das bezaubernde Lcheln um seinen Mund, das
+blitzende, geistvolle Auge, das schmale, vornehme Gesicht, das dunkle,
+lockige Haar! Wirklich furchtbar nett! Die neugierige Grete hatte sogar
+entdeckt, da Schwester Melanie in einem Medaillon, welches sie an der Uhr
+befestigt trug, ein Stckchen Papier mit seinem Namen geborgen hatte. Es
+war eine Unterschrift von seiner Hand, die sie unter einem frheren
+Aufsatze fortgeschnitten hatte.
+
+Flora Hopfstange besang den Gegenstand ihrer Verehrung in den
+berschwenglichsten Gedichten, auch war er der Held ihrer smtlichen
+Novellen und Romane. Wie zufllig verlor sie zuweilen eines ihrer
+schwrmerischen Gedichte, natrlich nur in der Litteraturstunde, indessen
+vergeblich. Doktor Althoff hatte noch niemals eine ihrer kostbaren
+Dichterblten gefunden.
+
+ [Illustration]
+
+Selbst Orla teilte diese allgemeine Schwche, trotzdem sie dieselbe stets
+verspottete. Lngst aber hatte sie sich verraten und das ging so zu.
+Doktor Althoff trug eine Nelke in der Hand, als er die Klasse betrat und
+lie dieselbe auf dem Katheder liegen. Kaum hatte er das Zimmer verlassen,
+als fast smtliche Schlerinnen, wie die Stovgel auf die rote Blume
+zustrzten, um sie fr sich zu gewinnen. Orla eroberte sie glcklich. Hoch
+hielt sie ihre Siegestrophe in die Luft und eilte damit auf ihr Zimmer.
+Vom Juwelier lie sie sich dann ein goldenes Medaillon anfertigen mit
+einer russischen Inschrift darauf. Grete hatte das bald genug
+herausgewittert, aber leider stand sie vor einem unlsbaren Rtsel, denn
+Orla wrde ihr nimmermehr vertraut haben, da die beiden Worte ins
+Deutsche bertragen hieen: Vom Angebeteten. - In diese kostbare,
+goldene Hlle legte sie die Nelke und trug sie immer.
+
+Nellie machte es am rgsten. Eines Abends, als sie mit Ilse allein auf
+ihrem Zimmer war, nahm sie ein Federmesser und ritzte damit den
+Anfangsbuchstaben seines Vornamens in ihren Oberarm. Mit spartanischem
+Mute ertrug sie lchelnd diese schmerzhafte Operation.
+
+Aber Nellie, wie albern bist du! rief Ilse. Warum machst du denn den
+Unsinn? Wenn Herr Doktor Althoff all' eure Dummheiten erfhrt, mt ihr
+euch doch schmen.
+
+Schweig! gebot Nellie scherzhaft, du bist noch ein klein' grner
+Schnabel. Du verstehst nix von heimliche Anbetung. Komm erst in der Jahre
+und lerne ihr begreifen. Dein Herz lauft noch in der Kinderschuhe.
+
+Ilse wollte sich totlachen. Ihr gesunder, urwchsiger Sinn verstand und
+begriff dergleichen krankhafte Dinge nicht. Ach Nellie! rief sie
+frhlich, du sprichst so weise, wie eine alte Gromama, und bist doch nur
+zwei Jahr lter als ich.
+
+Nellie war aber keineswegs wie eine Gromama, oft sogar konnte sie recht
+kindlich denken und handeln, wenn es darauf ankam, irgend etwas fr ihren
+Schnabel zu gewinnen.
+
+Eines Sonntags, es war gegen Abend, stand sie am offnen Fenster in ihrem
+Zimmer und blickte sehnschtig auf den Apfelbaum, dessen Frchte goldgelb
+und rotwangig, hchst verlockend zwischen dem dunklen Laube hindurch
+lachten.
+
+Die schne Aepfel! rief sie aus, o, hatte ich doch gleich einer davon!
+Er ist reif, Ilse, ich wei, ich kenne dieser Baum genau. Ich habe jetzt
+so gro' Lust, Apfel zu speisen, und darf ihn doch nur ansehen! Sehen -
+und nicht essen - es ist hart!
+
+Ilse, die nach Nellies Muster und Angabe einen grauen Wschbeutel mit
+roten Arabesken benhte, legte die Arbeit beiseite und trat zu der
+Freundin.
+
+Ja, die sind reif, sagte sie und betrachtete mit Kennermiene die Aepfel,
+wir haben dieselbe Sorte daheim, das sind Augustpfel. Wenn ich doch
+gleich in Moosdorf wre, dann stieg' ich in den Baum und holte welche
+herunter, aber hier - - ach!
+
+Nellie horchte auf und blickte Ilse an, die mit wehmtigem Verlangen
+hinauf in den Baum sah. Pltzlich kam ihr ein guter Gedanke.
+
+Du bist in der Baum gestiegen? fragte sie. O, Ilse, ich habe ein'
+furchtbar nette Idee! - Du steigst in der Baum und holst uns von der
+Apfel!
+
+Die letzten Worte sprach sie flsternd, damit ja kein unberechtigtes Ohr
+etwas erlauschte.
+
+Ilses braune Augen leuchteten auf. Wie gern wrde ich das thun! Aber ich
+darf ja nicht! Denk' nur, Nellie, wenn Frulein Raimar oder irgend jemand
+anderes mich sehen wrde!
+
+La mir nur machen, meinte Nellie und machte ein hchst listiges
+Gesicht. Heut' abend, wenn Frulein Raimar und alles andre auf seines Ohr
+liegt, dann erheben wir uns wieder von unsrem Lager und die mutige Ilse
+wird wie eine Katz' leise aus die Fenster steigen und in der Baum
+klettern. Der lieber Mond steckt sein' Latern' dazu an und leuchtet sie,
+da sie die besten und groesten Apfel finden kann. Und ich geb' acht, da
+nix kommt, - ich werde eine gute Spion sein.
+
+Ilse strahlte vor Wonne. Der Gedanke war auch zu verlockend, als da sie
+noch lnger Bedenken tragen sollte.
+
+Das ist zu himmlisch! rief sie so laut, da Nellie ihr die Finger auf
+den Mund legte. Ich ziehe meine Blouse und den blauen Rock dazu an und
+steige hinauf in das grne Bltterdach. Es ist himmlisch, Nellie!
+
+Und sie ergriff die Freundin am Arme und tanzte mit ihr durch das Zimmer.
+
+O, du bist einer Engel! du kluge Ilse! Wenn wir nur erst Nacht htten!
+
+Ilse stand schon wieder am Fenster und warf prfende Blicke in den Baum.
+Siehst du, auf diesen Zweig steige ich zuerst, sagte sie ganz erregt,
+und dann auf den dort, - es hngen drei herrliche Aepfel daran, - die
+pflcke ich zuerst und werfe sie dir zu, - dann geht es hher hinauf bis
+an Melanies und Orlas Stubenfenster, - sie lassen es immer offen stehen
+des Nachts - dann stecke ich den Kopf hinein und rufe: Gute Nacht!
+
+Ilse! rief Nellie entsetzt, du darfst der Unsinn nicht thun! Gieb dein'
+Hand darauf!
+
+Es war nur Scherz, entgegnete Ilse. Sei ohne Sorge, Nellie, ich werde
+ganz artig und still sein, niemand soll von unsrem entzckenden Abenteuer
+erfahren! -
+
+Die Zeit verging den beiden Mdchen wie mit Schneckenpost. Ilse, die sich
+wenig verstellen konnte, war whrend des Abendessens ganz besonders lustig
+und aufgeregt.
+
+Du siehst so unternehmend und frhlich aus, bemerkte Frulein Gssow,
+hast du eine gute Nachricht aus der Heimat erhalten?
+
+Ilse wurde rot und fhlte sich wie ertappt. Ein Glck fr sie, da die
+Lehrerin ganz arglos die Bemerkung machte und gar nicht weiter auf sie
+achtete, vielleicht wre ihr doch die verrterische Rte aufgefallen.
+
+Endlich, endlich, war alles still im Hause. Die Runde durch smtliche
+Schlafgemcher war gemacht, und Frulein Gssow war bereits in ihr Zimmer
+zurckgekehrt.
+
+Nellie sa in ihrem Bett und lauschte. Sie hatte unten die Thr sich
+schlieen hren, wartete noch eine kleine Weile, dann erhob sie sich und
+glitt wie ein Geist durch das Zimmer und lehnte sich weit zum Fenster
+hinaus.
+
+Was machst du? fragte Ilse.
+
+Ich will sehen, ob Frulein Gssow noch Licht in sein' Schlafstube hat -
+flsterte sie. Noch ist hell unten, - immer noch - -
+
+Soll ich aufstehen? fragte Ilse.
+
+Nein, du sollst dir ganz ruhig halten und nicht so laut sprechen. Sie hat
+noch immer hell. Wie langweilig! Was sie nur anfangt! Warum geht sie nicht
+in ihr Bett und macht die Auge zu.
+
+Sie beugte sich weit zum Fenster hinaus und sah unverwandt auf die
+seitwrts liegenden, noch immer erleuchteten Fenster. Im Flstertone rief
+sie Ilse ihre Bemerkungen zu. Pltzlich fuhr sie schnell mit dem Kopfe
+zurck und legte den Finger auf den Mund.
+
+Sei ganz still, Ilse, rhr' dir nicht, sagte sie dann, sich auf den
+Zehen zu derselben heranschleichend, sie hat eben der Kopf zum Fenster
+ausgesteckt und sieht in der Mond. Beinah' hat sie mir erblickt.
+
+Nach einem kleinen Weilchen hrte sie das Fenster schlieen und als Nellie
+vorsichtig hinunter blickte, war das Licht gelscht.
+
+Jetzt ist die groe Augenblick gekommen, wandte sie sich in pathetischem
+Tone an Ilse und streckte die Hand aus, erheben Sie sich, mein Frulein,
+und gehen Sie an das groes Werk!
+
+Ilse war so aufgeregt durch den Gedanken an das nchtliche Abenteuer, da
+sie gar nicht bemerkte, wie urkomisch Nellie aussah, als sie in ihrem
+langen Nachtgewande, den Arm weit ausgestreckt, so vor ihr stand.
+
+Eilig erhob sie sich und begann sich anzukleiden. Das war bald geschehen,
+da das Blousenkleid, und was sie sonst noch ntig hatte, schon bereit lag.
+
+Gegen die Stiefel erhob Nellie Einsprache. Sie sind zu unschicklich, zu
+plump, du machst eine so laute Schritt, da alles aufwacht.
+
+Ilse hrte nicht darauf. Sie hatte dieselben bereits angezogen und schlich
+auf den Zehen zum Fenster hin.
+
+Gieb mir das Krbchen, bat sie. Nellie hing ihr ein solches um den Hals,
+damit sie den Arm frei behalte.
+
+So, nun bist du reisefertig, mach' deine Sach' brav, mein Kind, sagte
+sie und kte Ilse auf die Wange.
+
+Die hrte nichts. Mit leichtem Sprunge schwang sie sich auf das
+Fensterbrett und von dort stieg sie in den Baum.
+
+Aengstlich blickte ihr Nellie nach. Aber sie hatte nicht Ursache, besorgt
+zu sein. Ilse kletterte leicht und gewandt wie ein Eichktzchen trotz
+ihrer schweren Stiefel. Als sie die drei bewuten Aepfel erreichen konnte,
+brach sie dieselben und warf sie Nellie zu.
+
+Da hast du eine Probe! rief sie bermtig in halblautem Tone, damit dir
+die Zeit nicht lang werde, bis ich wiederkomme!
+
+Die Frchte kollerten bis an das Ende des Zimmers zu Nellies Entsetzen.
+
+O, was thust du! flsterte sie und erhob drohend die Finger. Die Kchin
+schlft unter dieser Zimmer, soll sie von der Spektakel aufwachen?
+
+Brbchen schlft fest, ich hre sie drauen schnarchen, gab Ilse zurck.
+- Wir knnen ganz ohne Sorge sein - alles schlft - alles ist still und
+dunkel. - Nun lebe wohl, Nellie, jetzt trete ich meine Reise an. Ach, es
+ist kstlich hier!
+
+Pltzlich bekam es Nellie mit der Angst. Ich zittre fr dir, sprach sie
+mit bebenden Lippen, - komm wieder her, - es knnte ein Unglck sein.
+
+Ilse lachte in sich hinein und stieg keck hher und hher. Sie war so
+recht in ihrem Elemente und frei wie der Vogel in der Luft regte sie ihre
+Schwingen.
+
+Bald hatte sie die Spitze erreicht. Der Mond schien voll und klar und
+zeigte ihr jeden Schritt, den sie zu machen hatte. Als sie in gleicher
+Hhe mit dem Schlafgemache Orlas und der Schwestern war, konnte sie der
+Versuchung nicht widerstehen, einen Blick in das Fenster zu thun.
+Vorsichtig und behende balancierte sie auf dem Ast, der sie trug und
+dessen grne Spitzen beinahe das eine Fenster berhrten, und sah hinein.
+
+Ruhig, nichts ahnend lagen die Schlferinnen da, hell vom Mondlicht
+beschienen.
+
+Einen Augenblick regte sich der Uebermut in ihr. Ob sie den Mdchen einen
+Schabernak spielte? Nur einmal gegen die Fensterscheibe klopfen, dachte
+sie, und schon streckte sie den Finger aus dazu, - da bewegte sich Orla im
+Schlafe. Unwillkrlich fuhr Ilse zurck und ihre tolle Idee blieb
+unausgefhrt.
+
+Es hingen so viel schne Aepfel rechts und links und berall, mit kleiner
+Mhe htte sie in wenigen Augenblicken ihr Krbchen damit fllen knnen,
+aber dazu hatte sie keine Lust, immer hher hinauf strebte ihr Verlangen,
+sie hatte nun einmal die Freiheit gekostet, so schnell wollte sie dieselbe
+nicht wieder aufgeben. Die Krone des Baumes war ihr Ziel, wohl eine
+beschwerliche Fahrt, aber sie schreckte nicht davor zurck.
+
+Wie ein Bube erklomm sie die manchmal schwer zu erreichenden Zweige, - ein
+einziger Fehltritt und sie lag unten mit zerbrochenen Gliedern, - dieser
+Gedanke kam ihr nicht in den Sinn, sie hatte daheim ganz andre tollkhne
+Kletterpartien ausgefhrt und jede Furcht vor Gefahr verlernt.
+
+Mutig ging es vorwrts. Die lauschende Nellie vernahm dann und wann ein
+Knacken der Aeste, oder das Herabfallen eines Apfels. Einmal schrak sie
+heftig zusammen, ein Vogel flog auf. Ilse mochte ihn in seiner Nachtruhe
+gestrt haben. - Es wurde ihr recht ngstlich auf ihrem Lauscherposten,
+eine Ewigkeit dnkte es ihr, da Ilse sie verlassen hatte.
+
+Ilse! rief sie leise. Keine Antwort erfolgte. Wie war es auch mglich,
+da ihr Ruf zu derselben emporgetragen wurde, die oben in der Krone stand
+und die erfrischende Nachtluft mit vollen Zgen einsog.
+
+Wie fhlte sie sich glckselig, wie frei, wie heimatlich wurde es ihr zu
+Mute! Keine Fesseln drckten sie mehr, Schulzwang, Pension, Vorsteherin -
+alles entschwand ihr wie in nebelweite Ferne - der Garten da unten gehrte
+dem Papa, der Baum, auf dem sie war, stand vor seinem Fenster, es war der
+alte Nubaum, in dessen grnem Laubwerk sie so manchmal neckend Versteck
+gespielt hatte mit dem Papa, wenn er sie berall suchte, von dessen
+oberster Spitze sie dann pltzlich mit einem schlichen Juchhe! ihm
+antwortete.
+
+Juchhe! Ganz in Erinnerung versunken, brach es pltzlich laut und
+krftig aus ihrer Kehle hervor, da es weithin durch den Garten schallte.
+
+Im selben Augenblicke erwachte sie aus ihrem Traume und ganz erschrocken
+fuhr sie mit der Hand nach dem Mund. Was hatte sie gethan! Aber die Reue
+kam jetzt zu spt, vor allem mute sie an den schnellsten Rckzug denken,
+denn wie sie vermutete, so war es, ihr unvorsichtiger Ruf war im Hause
+vernommen worden.
+
+Melanie war davon erwacht und richtete sich entsetzt in ihrem Bette auf.
+
+Grete! rief sie mit bebenden Lippen, hast du gehrt?
+
+Ja, tnte es gedmpft zurck. Melanie, ich frchte mich tot! Sie hatte
+sich die Decke ber den Kopf gezogen und erwartete mit zitternder Angst
+ihr Schicksal.
+
+Auch Orla war erwacht. Was war das? fragte sie, wo kam der laute Schrei
+her? Mir war es, als ob er dicht vor meinem Bette ausgestoen wurde.
+
+Allmchtiger Gott! schrie Melanie auf, siehst du nichts? O, ich habe
+etwas furchtbar Schreckliches gesehen! Eben dort! - dicht am Fenster flog
+es vorber! Ein Gespenst war es, mit fliegenden Haaren und groen,
+glhenden Augen! Hu, wie es mich ansah, als ob es mich verschlingen
+wollte! O, Orla - ein Gespenst - ein Gespenst!
+
+Sie klapperte mit den Zhnen vor Furcht und Schrecken, und Orla, die
+nichts gesehen hatte, sondern nur ein lautes Brechen und Knacken im Baume
+vernommen, sprang mutig aus ihrem Bette, schlug ihre Steppdecke ber die
+Schultern und sah zum Fenster hinaus.
+
+Grade hatte Ilse ihre tolle Fahrt beendet. In rasender Hast und Angst
+hatte sie dieselbe von der Hhe des Baumes bis zu ihrem Zimmerfenster
+gemacht, und Nellie, sie erwartend, streckte ihr beide Arme, soweit sie
+konnte, hilfreich entgegen. Sie war leichenbla und auer sich ber Ilses
+Tollkhnheit.
+
+Was hast du gemacht? flsterte sie, du hast uns verraten! - hast du
+gehrt? Ueber uns sind sie aufgeweckt! - Orla spricht ... Wir sind
+verloren!
+
+Eilig nahm sie der am ganzen Krper zitternden Ilse, deren Hnde blutig
+geritzt waren, das Krbchen ab, warf die wenigen Aepfel, die nicht
+herausgefallen waren, in ihr Bett, das Krbchen hinter den Schrank, und
+legte sich nieder, alles in der grten Hast.
+
+Ilse hatte ein gleiches gethan. Ohne sich zu entkleiden, mit Stiefel und
+Blousenkleid, sprang sie in ihr Bett und deckte sich bis an das Kinn zu.
+Sie schlo die Augen und erwartete in Todesangst das furchtbare
+Strafgericht, das ihrer wartete. -
+
+Bei dem trgerischen Lichte des Mondes konnte Orla nicht erkennen, was
+eigentlich vorging. Sie sah wohl eine Gestalt - sah ein Paar weie Arme,
+die ihr fabelhaft lang erschienen, aber nur einen flchtigen Moment, dann
+war die ganze Erscheinung lautlos und still wie im Nebel verschwunden.
+
+Sie lauschte noch einige Augenblicke atemlos, aber der Spuk war vorbei -
+nichts rhrte sich. Trotz ihres Mutes wurde es ihr unheimlich zu Mute. Sie
+zog den Kopf zurck.
+
+Nun? fragte Melanie, sahst du etwas?
+
+Ja, entgegnete Orla, deutlich habe ich eine Gestalt gesehen, und ich
+knnte darauf schwren, da sie von zwei langen, weien Armen in Nellies
+Zimmer gezogen wurde.
+
+Liebe, liebe Orla! bat Melanie klglich und mit gerungenen Hnden,
+wecke die Leute! Wenn das Gespenst noch einmal erscheint, sterbe ich vor
+Angst!
+
+ [Illustration]
+
+Orla ergriff die Klingelschnur, die sich dicht neben ihrem Bette befand,
+und lutete. In jedem Zimmer war eine solche angebracht, fr den Fall, da
+ein pltzliches Unwohlsein eine Pensionrin des Nachts befiel. Smtliche
+Schnre fhrten zu einer Hauptglocke, die unten, dicht neben Frulein
+Raimars Schlafzimmer angebracht war.
+
+Laut und schrill, wie eine Sturmglocke, tnte ihr Klang, der noch niemals
+die Ruhe gestrt, durch die Stille der Nacht. Nellie und Ilse erzitterten,
+als ob sie ihr Sterbeglcklein hrten.
+
+Wie mit einem Zauberschlage wurde es lebendig im Hause. Die Fenster, die
+eben noch dunkel und wie trumend in den Garten geblickt hatten, erhellten
+sich. Thren wurden geffnet, Stimmen laut.
+
+Die Vorsteherin, im tiefen Negligee, ein Licht in der Hand, trat zuerst
+aus ihrem Zimmer. Fast gleichzeitig erschien Frulein Gssow. Als beide
+den Korridor passierten, scho Mi Lead aus ihrer Zimmerthr, ngstlich
+fragend blickte sie die Damen an.
+
+Sie war nicht gerade eine Heldin, die gute Mi, der Glockenschall war ihr
+in alle Glieder gefahren. Zitternd war sie aus dem Bette gesprungen und
+hatte nach ihren Kleidungsstcken gesucht. Im Dunkeln tappte sie
+vergeblich darnach. Sie hatte Licht anznden wollen, aber die Schachtel
+mit Streichhlzern war ihr in der Aufregung entfallen. In nervser Hast
+ergriff sie einen schottischen Plaid und drapierte sich denselben wie
+einen Mantel um ihre Gestalt. Ihr sprliches Haar, das sie jeden Abend
+eine gute Viertelstunde kmmte und brstete, hing gelst auf ihre Schulter
+herab.
+
+Sie machte einen hchst komischen Eindruck in diesem abenteuerlichen
+Kostme und die Vorsteherin gab ihr den ernstlichen Rat, sie mge sich
+wieder niederlegen, aber Mi Lead wehrte dieses Ansinnen lebhaft ab.
+
+Nein, nein! Und sie hing sich an Frulein Gssows Arm so fest, als ob
+sie bei ihr Schutz und Beistand suche.
+
+Auch mehrere Pensionrinnen waren von dem ungewohnten Lrm erwacht und
+aufgestanden. Angstvoll strzten sie aus ihren Zimmern und folgten den
+Lehrerinnen dicht auf dem Fue, Flora hatte sogar einen Rockzipfel der
+Vorsteherin erfat.
+
+Orla hrte Stimmen auf der Treppe und ffnete die Thr.
+
+Ist dir oder den Schwestern etwas passiert? fragte Frulein Raimar
+schnell in das Zimmer tretend.
+
+Statt Orla antwortete Melanie: Etwas furchtbar Schreckliches haben wir
+erlebt! rief sie. Ein Gespenst, ein furchtbares Gespenst haben wir
+gesehen!
+
+Du hast getrumt, sagte die Vorsteherin, es giebt keine Gespenster!
+
+Ich sah es mit offenen Augen, Frulein! entgegnete Melanie mit voller
+Ueberzeugung. Erst erwachten wir alle drei von einem furchtbar lauten
+Schrei, nicht wahr, Orla! gleich darauf sauste das Gespenst hier ganz
+dicht am Fenster vorbei.
+
+Es war vielleicht ein Spitzbube, der sich Aepfel holen wollte, beruhigte
+die Vorsteherin. Hast du auch etwas gesehen, Orla?
+
+Ja, sagte sie. Ich sah zum Fenster hinaus und da schien es mir, als ob
+etwas in Nellies Zimmer verschwand -
+
+Die Pensionrinnen, sogar Mi Lead, drngten sich im dichten Knuel
+ngstlich um Frulein Raimar. Gespenster - Spitzbuben! das war ja um sich
+tot zu frchten. So schauerliche Dinge hatte man noch niemals in der
+Pension erlebt. Flora zitterte zwar vor Furcht und Erregung, trotzdem fand
+sie dieses Erlebnis hchst romantisch. Sie nahm sich vor, in ihrem
+nchsten Romane dasselbe zu verwerten.
+
+Frulein Gssow hatte kaum vernommen, da der Spuk in Nellies Zimmer
+verschwunden sein solle, als sie still die Treppe hinunterstieg und sich
+zu den beiden Mdchen begab. Sie ffnete die Thr und leuchtete in das
+Zimmer. Ihr Blick glitt prfend durch dasselbe, es war nichts Verdchtiges
+zu sehen. Die Fenster waren geschlossen und Ilse schien fest zu schlafen.
+
+Nellie hatte sich im Bett erhoben und that ganz erstaunt beim Anblick der
+Lehrerin.
+
+O, was giebt es? fragte sie. Warum ist der Glocke gezogen? Ich habe mir
+so erschreckt.
+
+Es soll hier jemand in das Fenster bei euch gestiegen sein, antwortete
+Frulein Raimar, die mit den brigen Frulein Gssow gefolgt war.
+
+Nellie stockte der Atem vor Angst. Was sollte sie beginnen? Die Wahrheit
+gestehen? Unmglich! Es wre zugleich Ilses und ihre Entlassung aus der
+Pension gewesen. Und lgen? Sie wre nicht dazu im stande gewesen.
+Entsetzt blickte sie die Vorsteherin an und gab keine Antwort.
+
+Dieselbe deutete Nellies stummes Entsetzen anders und sah es fr eine
+Folge des pltzlichen Schreckens an.
+
+Nun, nun, beruhigte sie, du darfst dicht nicht weiter ngstigen. Orla
+und die Schwestern wollen durchaus einen lauten Schrei gehrt haben und
+Orla behauptet fest, es sei ein Gespenst vor ihrem Fenster vorbeigeflogen
+und hier in eurem Zimmer verschwunden.
+
+O, eine Gespenst! Wie furchtbar! wiederholten Nellies zitternde Lippen
+und ihr blasses Gesicht - die Angst, die sich in ihren Zgen malte,
+erweckten Mitleid in Frulein Raimars Herzen.
+
+Beruhige dich nur, sagte sie, die Mdchen werden getrumt haben. Das
+ganze Haus haben sie in Aufruhr gebracht. - Ich denke, wir legen uns
+wieder nieder, wandte sie sich zu Frulein Gssow, es ist das beste
+Mittel, die aufgeregten Gemter zur Ruhe zu bringen.
+
+Schon im Herausgehen begriffen, fiel ihr die schlafende Ilse ein. Sie trat
+an das Bett derselben und beugte sich leicht darber. Ist denn Ilse gar
+nicht erwacht von dem Spektakel? fragte sie erstaunt.
+
+Mit Todesangst verfolgte Nellie jede Bewegung der Vorsteherin. Wenn sie
+sich ein wenig zur Seite wandte, wenn ihr Blick das Fuende des Bettes
+streifte - dann waren sie verloren. Unter dem Deckbette - o Entsetzen! sah
+eine Spitze von Ilses frchterlichem Stiefel vor.
+
+Sie hat immer ein so fester Schlaf, brachte Nellie mhsam hervor und
+pltzlich - im Augenblicke der hchsten Not kehrte ihre Geistesgegenwart
+zurck.
+
+Bitte, bitte, Frulein Gssow, sagte sie und erhob flehend die Hnde,
+sehen Sie unter meines Bett, ob keine Gespenst daliegt.
+
+Sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf Nellie und die
+Angeredete nahm wirklich das Licht und leuchtete unter das Bett. Frulein
+Raimar schttelte unwillig den Kopf.
+
+Sei nicht kindisch, Nellie, verwies sie dieselbe, du wirst in deinem
+Alter doch wahrlich nicht mehr an Spukgeschichten glauben!
+
+Und Mi Lead, die bis dahin mit den Pensionrinnen vor der ueren Thr
+gestanden, trat zu ihrer Landsmnnin und schalt sie wegen ihrer
+Furchtsamkeit.
+
+Kaum hatte Nellie die sonderbar Gekleidete erblickt, als sie in ein lautes
+Gelchter ausbrach. O, Mi Lead! rief sie aus. Sie haben die Aussicht
+wie eine Ruberhauptmann! Seien Sie nicht bse, aber ich mu lachen! Und
+die brigen Mdchen stimmten frhlich ein in das Gelchter, sie hatten bis
+jetzt nicht auf die englische Lehrerin geachtet.
+
+Mi Lead wurde hochrot vor Aerger, und die Vorsteherin gab Nellie einen
+ernsten Verweis ber ihr unartiges Benehmen. Es wurde darber die
+Gespenstergeschichte vergessen und Ilse nicht weiter beachtet. Oder doch?
+
+Frulein Gssow entfernte sich, mit dem Lichte in der Hand, sehr schnell
+aus der Thr - hatte sie vielleicht die unselige Stiefelspitze entdeckt?
+
+Wir wollen Ilses Ruhe nicht stren, sagte sie, warum soll die Aermste
+auch noch ermuntert werden?
+
+Sie haben recht, wir wollen sie nicht stren. Aber sie hat einen
+wunderbar festen Schlaf. Nun geht zur Ruhe, Kinder. Melanies Gespenst war
+sicherlich nichts weiter, als eine Katze, die sich im Baume einen Vogel
+gefangen hat. Ihr knnt ganz ohne Sorge sein, zum zweitenmal wird es nicht
+wiederkehren.
+
+Damit hatte der nchtliche Spuk sein Ende erreicht. In kurzer Zeit lag
+alles wieder im tiefen Schlafe. Melanie hatte die Lampe brennen lassen, um
+keinen Preis wrde sie im Dunklen geblieben sein.
+
+Als Nellie sich vollkommen berzeugt hatte, da alles wieder still im
+Hause war, da kehrte mit dem Gefhle der Sicherheit auch ihre frohe Laune
+wieder. Sie suchte die Aepfel unter der Bettdecke hervor und fing an,
+gemtlich zu essen, als ob nichts vorgefallen wre.
+
+Was machst du denn? fragte Ilse, als sie das knirschende Gerusch hrte.
+Sie hatte bis jetzt noch nicht gewagt, sich zu rhren, und lag wie im
+Schweie gebadet da.
+
+Ich speise Aepfel, entgegnete Nellie sorglos.
+
+Aber, Nellie, wie kannst du das nur! rief Ilse ganz entrstet. Ich
+zittre noch an allen Gliedern, mein Herz schlgt wie ein Hammer - und du
+kannst essen! Wirf die Aepfel fort - sie gehren ja gar nicht uns. Ach,
+Nellie, ich rgere mich ber meinen dummen Streich!
+
+O was! sagte Nellie ruhig weiter essend, man mu thun, als ob man zu
+Haus ist! Grm' dir nicht mit unntze Gedanke, zieh' dir lieber aus und
+pack' deine Sache fort in deine Koffer. Du kannst ruhig schlafen, mein
+Darling, morgen wei kein' Seel' von unser lustiges Abenteuer und du wirst
+sehr klug sein, liebe Ilschen, und schweigen.
+
+Ilse ging heute nicht auf Nellies scherzenden Ton ein; der Gedanke, die
+Vorsteherin hintergangen zu haben, drckte sie schwer. Schweigend
+entkleidete sie sich und verschlo ihre Sachen sorgfltig in den Koffer.
+Dann legte sie sich nieder.
+
+Der Schlaf aber wollte nicht kommen. Nellies regelmige Atemzge
+verrieten lngst, da dieselbe sanft und s eingeschlummert war, als sie
+noch immer wachend im Bette lag. Der Gedanke, wie nahe sie daran gewesen
+war, entdeckt zu werden, schreckte sie immer von neuem auf. Sobald sie im
+Begriffe war, einzuschlafen, fuhr sie angstvoll in die Hhe. Endlich
+schlief sie ein, aber selbst im Traum qulten sie die schrecklichsten
+Bilder. Bald wurde sie verfolgt, bald fiel sie vom Baume und zuletzt hatte
+sie sich in einen Vogel verwandelt und eine groe Eule wollte sie
+fressen. -
+
+Frh am andern Morgen, als Frulein Raimar ihren Spaziergang durch den
+Garten machte, blieb sie vor dem Apfelbaume stehen. Sie schttelte den
+Kopf und rief den Grtner.
+
+Es mssen Diebe in diesem Baume gewesen sein, Lange, sagte sie, sehen
+Sie nur das viele Laub und sogar einige abgebrochene Zweige darunter. Da
+liegen auch mehrere Aepfel, die sie verloren haben mgen. Machen Sie doch,
+solange das Obst noch nicht abgenommen ist, fters des Nachts eine Runde
+durch den Garten.
+
+Es ist mir ein Rtsel, wie sie hereingekommen sind, bemerkte der Grtner
+kopfschttelnd, die Gartenpforte war fest verschlossen. Sie mssen
+geradezu ber die Mauer geklettert sein.
+
+Wohl mglich, stimmte Frulein Raimar ihm bei, und im Weitergehen dachte
+sie, da Melanie doch im Rechte gewesen sei. Freilich ein Gespenst hatte
+sie nicht gesehen, wohl aber einen Spitzbuben.
+
+Oben, am offnen Fenster, standen die beiden Mdchen und hatten jedes Wort
+vernommen. Ilse war es hei und kalt dabei geworden und sie hatte sich wie
+eine arme Snderin ertappt und beschmt gefhlt. Nellie dagegen lachte so
+recht vergngt in sich hinein und nahm alles wie einen kstlichen Scherz
+hin.
+
+Das ist eine spaige Sach', sagte sie bermtig, ich kann mir
+totlachen! Wenn sie wte, da die bse Spitzbuben mit sie unter eine Dach
+wohnen. - Wie wrde sie sich staunen!
+
+Ilse hielt ihr den Mund zu. Du darfst nicht darber lachen, Nellie,
+gebot sie entschieden, ich schme mich so sehr! Spitzbuben hat uns
+Frulein Raimar genannt, und das sind wir auch. Ich hatte gar nicht daran
+gedacht, und das war recht dumm von mir.
+
+Wer wird so strenge richten, kleine Weisheit, trstete Nellie. Was man
+in der Mund steckt, ist kein Diebstahl, merken Sie sich das! Frulein
+Raimar bekommt auch so groe Kostgeld, da bezahlen wir die paar lumpige
+Apfel alle mit. - Komm, gieb mir ein Ku und sieh nicht so trbe aus, du
+klein Spitzbube!
+
+Mit Nellie war schwer streiten. Sie widerlegte so harmlos und sah so
+schelmisch dabei aus, da Ilse, wenn sie auch nicht berzeugt wurde, sich
+wenigstens nicht mehr so hart anklagte. Aber auf einem bestand sie. Nellie
+mute ihr die Hand darauf geben, da niemals wieder ein hnlicher Streich
+von ihnen ausgefhrt werden solle. - -
+
+ * * *
+
+Die Tage wurden krzer und krzer. Der Oktoberwind fuhr sausend durch die
+Bume und trieb sein lustiges Spiel mit den trocknen, gelben Blttern.
+Oede und verlassen lag der Garten des Instituts, denn der schne
+Aufenthalt im Freien hatte so ziemlich ein Ende, die Mdchen waren mehr
+und mehr auf die Zimmer angewiesen.
+
+In den Wochentagen empfanden sie das kaum, aber an den
+Sonntagnachmittagen, die sie gewohnt waren, im Garten zu verleben, da
+fhlten sie sich doppelt eingeengt. In den Zimmern war es so dumpf, so
+langweilig; so war Ilses Ansicht. Man konnte doch nicht immer Briefe
+schreiben, oder nhen. Sich die Zeit verkrzen mit Romanschreiben, das
+konnte nur Flora, die denn auch den innigen Wunsch hatte, die
+Sonntagnachmittage mchten ewig dauern.
+
+ [Illustration]
+
+Ich komme heute auf euer Zimmer, sagte sie eines Sonntagmorgens zu den
+Freundinnen. Ich werde euch meine neueste Novelle vorlesen, natrlich nur
+den Anfang und den Schlu, das andre habe ich noch nicht geschrieben, ich
+mache es immer so. Ich sage euch, ihr werdet entzckt sein, Kinder! Ich
+selbst fhle, wie entzckend mein neuestes Werk mir gelungen ist!
+
+Nellie lchelte. Wie ich mir auf dieser neue Werk freue! sprach sie
+neckend. Immer nur die Anfangs und die Endes macht Flora. Die langweilige
+Mitte lat sie aus! O, sie ist ein groer Dichter!
+
+Flora war heute gar nicht empfindlich, sie that, als hre sie Nellies
+Neckereien nicht.
+
+Also auf heute nachmittag! sagte sie und drckte Ilse die Hand.
+
+Nach der Kaffeestunde begleitete sie denn auch die beiden Mdchen auf ihr
+Zimmer, und nachdem alle drei am Fenster Platz genommen hatten, zog sie
+mit wichtiger Miene mehrere lose Bltter aus ihrer Kleidertasche hervor.
+
+Fang doch an dein' Novelle, warum besinnst du dir? fragte Nellie, als
+Flora ein Blatt nach dem andern ansah und wieder beiseite legte.
+
+Entschuldigt einen Augenblick, entgegnete Flora, das ist mir alles so
+durcheinandergekommen. - Seite 5-10-11-3- zhlte sie. Halt! hier ist
+Blatt I. So, nun will ich beginnen! - Und Nellie, thue mir den einzigen
+Gefallen, unterbrich mich nicht fortwhrend mit deinen witzigen Einfllen,
+du schwchst wirklich den ganzen Eindruck damit. - Nun hrt zu. Meine
+Novelle heit:
+
+ _Ein Schmerzensopfer._
+
+Das Meer brauste und der Sturm tobte. - Weie Mwen flogen krchzend
+darber hinweg. - Der Mond lugte dann und wann zwischen zerrissenen Wolken
+hervor - traurig - einsam. - -
+
+Da schaukelt ein kleines Schiff auf den hohen Wogen und nhert sich dem
+Strande. Ein junges Mdchen sitzt allein darin. Leichtfig schwingt sie
+sich aus dem Schiff und setzt sich auf ein Felsstck, das von den Wellen
+des Meeres umsplt wird und hart am Strande liegt.
+
+Tief seufzt sie auf und ihre groen Vergimeinnichtaugen fllen sich mit
+Thrnen.
+
+ [Illustration]
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Was soll ich beginnen?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} flten ihre Lippen und in ihrem sen
+Blumenangesichte drckt sich ein schmerzliches Entsagen aus. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Er liebt
+mich - und ich ihn! Aber Aurora liebt ihn auch und sie ist meine geliebte
+Schwester! Kann ich sie leiden sehen? - Nein - nimmermehr! Und sollte ich
+darber an gebrochenem Herzen sterben!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Sie seufzte tief. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O sterben! Aber ich fhl's, ich werde nicht sterben -
+mein Herz wird nicht brechen, - es wird weiter schlagen, - - wenn es auch
+besser wre, das zhe Ding stnde zur rechten Zeit fr ewig still!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - -
+
+Hier machte Flora eine kleine Pause und Nellie konnte es nicht
+unterlassen, sie zu unterbrechen.
+
+O wie furchtbar traurig! rief sie aus, das arme Blumenangesicht mit die
+Vergimeinnichtsauge und das zhe Herz! Wo ist sie denn hergekommen auf
+ihres kleines Schiff, - so allein auf die brausende Meer?
+
+Und sie lachte mit ihren Schelmengrbchen so herzlich ber Floras Unsinn,
+da ihr die Thrnen in die Augen traten.
+
+Wie abscheulich von dir, Nellie, fuhr Flora sehr erzrnt auf, da du
+mich so unterbrichst! Wenn nur ein Funken Poesie in deinem Busen
+schlummerte, wrdest du meine Werke verstehen. Aber du bist nchtern vom
+Scheitel bis zur Sohle!
+
+O, o! lachte Nellie ausgelassen, o, wie komisch bist du, Flora! Lies
+nur weiter dein {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Schmerzensopfer{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, ich will nun artig hren und kein Laut
+mehr lachen.
+
+Aber Flora nahm schmollend ihre Bltter zusammen. Das heit, es war ihr
+nicht so recht Ernst damit, denn als auch Ilse sich aufs Bitten legte, sie
+mge doch nun auch den Schlu ihrer Novelle vorlesen, da lie sie sich
+erweichen. Schon hatte sie die Lippen geffnet, um fortzufahren, da wurde
+sie unterbrochen durch Melanies hastigen Eintritt.
+
+Kinder! rief diese aufgeregt, es ist etwas furchtbar Interessantes
+passiert! Denkt euch, eben ist eine hchst elegante Dame vorgefahren mit
+einem reizend netten, kleinen Mdchen. Frulein Raimar empfing sie schon
+an der Thr und Orla hat deutlich gehrt wie sie sagte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie bringen das
+Kind selbst, gndige Frau!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - Es bleibt also hier in der Pension, und wir
+haben nichts davon gewut! Warum wird nun die ganze Geschichte so
+furchtbar geheimnisvoll gemacht? Wir haben doch stets gewut, wenn eine
+neue Pensionrin ankam! Ich finde das, aufrichtig gesagt, klassisch! -
+
+Die Mdchen horchten erstaunt auf und selbst Flora verga das Weiterlesen.
+Welch eine Bewandtnis hatte es mit dem kleinen Mdchen, das so pltzlich
+hereingeschneit kam?
+
+O, welch eine klassische Geschichte! rief Nellie. Kommt, wir wollen
+gleich die fremde Dame mit ihres Kind uns ansehen!
+
+Und sie eilten die Treppe hinunter mit einer Hast und Neugierde, als ob
+ein neues Wunder aufgegangen sei, Nellie den andern immer voran, sie mute
+die erste sein, die dasselbe in Augenschein nahm.
+
+Es war aber gar nichts zu sehen, denn vorlufig verweilten die Fremden in
+Frulein Raimars Zimmer. Indessen der Wagen hielt noch auf der Strae und
+Nellie schlo daraus, da die Dame sich nicht allzulange aufhalten werde.
+
+Sehen mssen wir ihr, sagte Nellie, kommt, wir stellen uns an der
+groen Glasthr im Speisesalon und warten, bis sie kommt.
+
+Als sie dort eintraten, fanden sie bereits die Thr belagert. Es gab noch
+andre Neugierige in der Pension.
+
+Ihr kommt zu spt! rief Grete, die natrlich den besten Platz hatte.
+Dahinten knnt ihr nichts sehen!
+
+Nellie aber wute sich zu helfen. Sie zog einen Stuhl heran und stellte
+sich darauf. Ilse natrlich kletterte ihr nach.
+
+Die Geduld der Mdchen wurde auf eine harte Probe gestellt, wohl eine gute
+halbe Stunde muten sie noch warten, bevor die Erwartete erschien. -
+Langsam und lebhaft sprechend ging sie mit der Vorsteherin an den
+Lauschenden vorber. Zum Glck war es bereits dmmerig und die Damen waren
+so in der Unterhaltung begriffen, da sie nicht auf die vielen
+Mdchenkpfe hinter der Glasthr achteten, Frulein Raimar wrde die
+kindische Neugierde ernstlich gergt haben.
+
+O, wie sie hbsch ist! bemerkte Nellie halblaut.
+
+Sei doch still, Nellie, gebot Orla, die das Ohr dicht an der Thr hielt,
+um einige Worte zu erlauschen.
+
+Was sagt sie? fragte Flora, ich glaube, sie spricht franzsisch.
+
+Nein, italienisch, behauptete Melanie, die nmlich seit einigen Tagen
+angefangen hatte, diese Sprache zu treiben.
+
+Sie spricht deutsch, erklrte Grete. Eben hat sie gesagt: Meine kleine
+Lilli.
+
+Gott bewahre, was du gehrt hast! widerstritt Orla, sie spricht
+englisch.
+
+O, eine Landsmann von mir! rief Nellie laut und erfreut.
+
+Ueber diese drollige Bemerkung kam Annemie in das Lachen. Orla wurde ganz
+bse darber und hielt ihr den Mund zu.
+
+Frulein Raimar ist ja noch im Korridor mit der Dame, flsterte sie,
+wenn sie sich umsieht, sind wir blamiert.
+
+In diesem Augenblicke kam von der andern Seite des Korridors Rosi Mller.
+Erstaunt sah sie auf die Belagerung der Glasthr. Die Mdchen muten
+zurcktreten, um sie einzulassen.
+
+Wie knnt ihr euch nur so kindisch benehmen, sagte sie sanft und
+vorwurfsvoll. Ich begreife eure Neugierde nicht.
+
+Du bist auch unsre {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, meinte Grete.
+
+Rosi berhrte diese vorlaute Bemerkung. Kommt, setzen wir uns an die
+Tafel mit unsren Handarbeiten, fuhr sie fort, als das Gas angezndet war,
+wir haben die Erzhlung von Ottilie Wildermuth noch nicht zu Ende gehrt.
+Willst du heute vorlesen, Orla?
+
+Aber es kam nicht dazu. Gerade als Orla beginnen wollte, trat Frulein
+Gssow mit der kleinen Lilli an der Hand ein.
+
+Sofort sprangen die Mdchen von ihren Pltzen auf und umringten dieselbe.
+
+Sieh', Lilli, sagte die junge Lehrerin, nun kannst du gleich deine
+zuknftigen Freundinnen kennen lernen.
+
+Die Kleine schttelte den Kopf. Die Madel sind schon so gro, antwortete
+sie im sddeutschen Dialekt und ohne Befangenheit, die knnen doch nit
+meine Freundinnen sein!
+
+Nellie fand gleich einen Ausweg, sie kniete sich zu dem Kinde nieder und
+sagte: Jetzt bin ich ein klein Madel wie du und du kannst mit mich
+spielen.
+
+Lilli lachte. Nein, du bist gro, sagte sie, aber du gefallst mir. Und
+du auch, wandte sie sich zu Ilse, die neben Nellie stand. Du hast halt
+so schne Lockerl wie ich. Weit, du sollst meine Freundin sein, mit dir
+will ich spielen.
+
+Sie ergriff Ilses Hand und sah dieselbe mit ihren groen Augen treuherzig
+an. Das junge Mdchen war ganz entzckt von der Zutraulichkeit der Kleinen
+und kte und liebkoste sie.
+
+Natrlich waren smtliche Pensionrinnen ganz hingerissen von dem Kinde,
+das wie eine zarte Elfe in ihrer Mitte stand. Lange blonde Locken fielen
+ihm ber die Schulter herab und die schwarzen Augen mit den
+feingeschnittenen, dunklen Augenbrauen darber bildeten einen wunderbaren
+Kontrast zu denselben. Das gestickte, sehr kurze weie Kleidchen lie Hals
+und Arme frei. Eine hochrote, seidene Schrpe vervollstndigte den hchst
+eleganten Anzug.
+
+O du ses, entzckendes Geschpfchen! Du Engelsbild! Kleine Fee! und
+mit hnlichen berschwenglichen Ausdrcken berschtteten die
+Pensionrinnen das Kind. Frulein Raimar war unbemerkt eingetreten und
+hrte diese Ausrufe kopfschttelnd an.
+
+Sie trat in den Kreis und nahm Lilli bei der Hand. Komm, sagte sie zu
+ihr, du sollst erst umgekleidet werden. Du mchtest dich erklten in dem
+leichten Anzuge.
+
+Bitt' schn, la mich hier, Frulein, bat das Kind. Ich hab' gar nit
+kalt. Schau, ich geh' halt immer so. Die Madel sind so gut, es gefallt mir
+hier!
+
+Frulein Raimar lie sich nicht erbitten. Komm nur, Kind, sagte sie
+gtig, du wirst die Mdchen alle wiedersehen zum Abendessen.
+
+Die abgeschlagene Bitte verstimmte Lilli nicht. La Ilse mit mir gehen,
+Frulein, bat sie.
+
+Dieser Wunsch wurde ihr erfllt. Als Ilse mit dem Kinde das Zimmer
+verlassen hatte, wandte sich die Vorsteherin mit ernsten, ermahnenden
+Worten an ihre Zglinge.
+
+Ich bitte euch, in Zukunft Lilli nicht wieder so groe Schmeicheleien in
+das Gesicht zu sagen. Wollt ihr sie eitel und oberflchlich machen? Sie
+ist ein sehr schnes Kind und wird bereits manche Aeuerung hierber
+gehrt haben, es giebt ja unvernnftige Leute genug. Wir wollen nicht in
+diesen Fehler verfallen, und ich denke, ihr werdet mir beistehen und in
+Zukunft vorsichtiger sein. - Lilli bleibt bei uns. Ich hatte noch nichts
+davon zu euch gesprochen, weil ihr Eintritt in die Pension noch nicht fest
+beschlossen war.
+
+Wo wohnen Lillis Eltern? fragte Flora.
+
+In Wien, entgegnete das Frulein. Der Vater ist tot und die Mutter ist
+eine bedeutende Schauspielerin. Weil sie sich in ihrem Berufe wenig um die
+Erziehung ihres Kindes kmmern kann, hat sie es in eine Pension gegeben.
+
+Lillis Mutter ist ein schnes Frau, bemerkte Nellie.
+
+Wo hast du sie gesehen? fragte die Vorsteherin etwas erstaunt.
+
+O, ich habe ihr vorbeigehen sehen, entgegnete Nellie leicht errtend.
+
+Sie konnte leider nicht lnger verweilen, wandte sich Frulein Raimar an
+die junge Lehrerin, mit dem Schnellzuge fhrt sie heute abend wieder
+fort.
+
+Die jungen Mdchen hatten die Damen dicht umringt und horchten auf jedes
+Wort. Sie htten so furchtbar gern recht Ausfhrliches ber Lillis
+Mutter erfahren, die als bedeutende Schauspielerin ihre Gemter lebhaft
+erregte und interessierte. Aber sie erfuhren nichts. Das Gesprch wurde
+abgebrochen und Frulein Raimar fhrte die Wibegierigen recht unsanft in
+die Wirklichkeit zurck.
+
+Wer hat den Tisch zu besorgen? fragte sie. Es ist Zeit, da wir den
+Thee einnehmen.
+
+Ilse und Flora hatten heute dieses Amt. Letztere verlie sofort das
+Zimmer, um kurze Zeit darauf mit Ilse zurckzukehren. Jede trug einen Sto
+Teller, welchen sie auf einen Seitentisch stellten. Sie legten die
+Tischtcher auf und fingen an, die Tafel zu decken.
+
+Vor wenigen Monaten hatte Ilse es fr eine Unmglichkeit gehalten, da sie
+je eine solche Beschftigung thun wrde, - heute stand sie da in ihrer
+rosa Latzschrze und besorgte alles so geschickt und manierlich wie irgend
+eine andre Pensionrin.
+
+Manierlich und geschickt war sie freilich nicht immer gewesen und es hatte
+manche Mhe gekostet, ehe sie es so weit gebracht, bis sie berhaupt sich
+berwunden hatte, Dienstbotenarbeiten zu verrichten. Die gutmtige
+Wirtschafterin konnte manches Lied ber Ilses Widerspenstigkeit singen,
+manche unartige Antwort hatte sie derselben zu verzeihen.
+
+Einmal, als sie einen Teller mit Butterschnitten fallen lie und auch noch
+den Milchtopf umgestoen hatte, ermahnte sie die Wirtschafterin,
+vorsichtiger zu sein.
+
+Nein, hatte sie trotzig geantwortet, ich will nicht vorsichtiger sein,
+solche Arbeit brauche ich nicht zu thun.
+
+Aber sie nahm sich das nchste Mal doch mehr in acht, es war am Ende kein
+sehr angenehmes Gefhl, von allen ausgelacht zu werden. Auch bemerkte sie,
+da keine der Pensionrinnen, selbst die ungrazise Grete nicht, sich so
+einfltig benahm wie sie, die meisten verrichteten die kleinen huslichen
+Geschfte mit Anmut und besonders mit einem freundlichen Gesichte, -
+sollte sie die einzig Dumme unter allen sein?
+
+Lilli erhielt ihren Tischplatz zwischen der Vorsteherin und Ilse. Whrend
+der Mahlzeit belustigte sie die ganze Gesellschaft. Sie plauderte ganz
+unbefangen, gar nicht schchtern und blde. Das macht, bemerkte Flora,
+weil sie unter Knstlern gro geworden ist.
+
+Du, Frulein, gieb mir noch a Gipferl, bitt' schn. Ich hab' halt so
+groen Hunger, rief sie ungeniert. Und als Frulein Gssow fragte,
+welches ihre Lieblingsgerichte seien, meinte sie: Wianer Wrstl und
+Sauerkraut.
+
+Aber eine Mehlspeise wirst du doch lieber essen, meinte Frulein Raimar.
+
+O nein! Mehlspeis' e i gar nit gern - aber a gro Stckerl Rindfleisch
+mit Gems - das mag i!
+
+Alles lachte. Selbst die Vorsteherin stimmte ein. Wer htte auch nicht mit
+Vergngen dem Geplauder der Kleinen zuhren sollen!
+
+Mit Lilli war ein andres Leben in die Pension gekommen. Alles drehte sich
+um sie, jeder wollte ihr Freude machen. Und wenn die Mdchen auch
+vermieden, ihr Schmeicheleien in das Gesicht zu sagen, so waren doch alle
+bemht, ihr den Hof zu machen. Am glcklichsten waren sie, wenn Lilli sich
+herablie, ein kleines Volkslied zu singen. Ich sage herablie, denn wenn
+sie nicht aufgelegt war, lie sie sich durch keine Bitten dazu bewegen. -
+Flora geriet jedesmal in Verzckung, prophezeite Lilli eine groe Zukunft
+und schwur darauf, da sie einst mit ihrer vollen, weichen Stimme ein
+Stern erster Gre am Theaterhimmel sein werde.
+
+Voll und weich war die Stimme nicht, Flora blickte einmal wieder durch
+ihre romantische Brille, aber es klang weh und traurig, wenn das Kind mit
+so ernsthafter Miene dastand und sang.
+
+Sie ist furchtbar s! lispelte Melanie, als Lilli zum erstenmal {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kommt
+a Vogerl geflogen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} vortrug. Sieh nur, Flora, wie melancholisch sie die
+Augen in die Ferne richtet.
+
+Ja, melancholisch, wiederholte Flora langsam und pathetisch, du hast
+recht. Weit du, Melanie, es liegt so etwas Geheimnisvolles -
+Traumverlorenes in ihren samtnen, dunklen Mignonaugen, so etwas, das sagen
+mchte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du fade Welt, ich passe nicht fr dich.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Denn es kmmert sich ka Katzerl - ka Hunderl um mi, schlo Lilli ihr
+Liedchen.
+
+O wie reizend! rief Nellie und klatschte in die Hnde.
+
+Wie kann man diese Worte reizend finden! rief Flora entrstet. Traurig
+- dster - das ist der rechte Ausdruck dafr. Ein einsames, verlassenes
+Herz hat sie empfunden und welche Folterqualen mag es dabei erlitten
+haben.
+
+O, das Herz ist eine sehr zhe Ding, und doch wr' es manchmal besser,
+deklamierte Nellie mit komischem Pathos, aber sie kam nicht weiter. Flora
+hielt ihr den Mund zu.
+
+Du bist schndlich - ganz abscheulich! rief sie, nie, nie wieder weihe
+ich dich in meine geheimsten Gedanken ein! Wie kannst du mein Vertrauen so
+mibrauchen?
+
+ * * *
+
+Weihnachten rckte heran und fleiig rhrten sich aller Hnde. Da wurde
+genht, gestickt, gezeichnet, Klavierstcke wurden eingebt, um die Eltern
+oder die Angehrigen liebevoll zu berraschen.
+
+Ilse hatte noch niemals den Vater oder die Mutter mit einer Arbeit
+erfreut. Zuweilen hatte sie eine kleine Arbeit angefangen, auf dringendes
+Zureden ihrer Gouvernanten, aber sie war nicht weit damit gekommen. Sie
+habe einmal kein Geschick dazu, behauptete sie, und dachte nicht daran,
+da es ihr nur einfach an Geduld und Ausdauer mangele.
+
+Was willst du deine Eltern geben? fragte Nellie, die eifrig dabei war,
+einen sterbenden Hirsch in Kreide zu zeichnen, er sollte ein Geschenk fr
+den Onkel in London werden, der sie im Institute ausbilden lie.
+
+Ich habe noch nicht daran gedacht, entgegnete Ilse. Meinst du, Nellie,
+fgte sie nach einigem Besinnen hinzu, da die Rose, die ich jetzt
+zeichne, dem Papa Freude machen wrde?
+
+O sicher! Aber du mut sehr fleiig sein, mein klein' Ilschen, sonst wird
+die liebe Christfest kommen und du bist noch lang nicht fertig. Und was
+willst du deine Mutter geben? fragte Nellie.
+
+Meiner Mama? Sie dehnte ihre Frage etwas in die Lnge. Ich werde ihr
+etwas kaufen, sagte sie dann so obenhin.
+
+Nellie war nicht damit zufrieden. Kaufen, das macht keine Freude!
+tadelte sie. Warum wollen deine Finger faul sein?
+
+Nellie hat recht, mischte sich Rosi in das Gesprch, die neben Ilse sa
+und an einer altdeutschen Decke arbeitete. Deine Mama wird wenig Freude
+an einem gekauften Gegenstand haben.
+
+Ich bin zu ungeschickt, gestand Ilse offen.
+
+Wir werden dir helfen und dir alles gern zeigen, versprach Rosi. Und
+Frulein Gssow, die grade hinzutrat, benahm Ilse den letzten Zweifel.
+
+Du kannst ein gleiches Nhkrbchen, wie Annemie anfertigt, arbeiten, ich
+wei bestimmt, es wird dir gelingen.
+
+Und es gelang wirklich, ja weit besser, als Ilse sich selbst zugetraut.
+Sie hatte eine kindliche Freude, als das Krbchen so wohlgelungen in acht
+Tagen fix und fertig vor ihr stand.
+
+Es sind noch vierzehn Tage bis Weihnachten, sagte sie zu Rosi, und ich
+mchte noch etwas arbeiten, fr Frulein Gssow und Frulein Raimar.
+
+Und fr meine Lori, bitt' schn, meine gute Ilse! bettelte Lilli, die
+gewhnlich an den Mittwochnachmittagen im Arbeitssaale zugegen war und
+dann ihren Platz dicht bei Ilse whlte, die sie, wie sie sich ausdrckte,
+zum aufessen liebte. Mein' Lori mu halt a neues Kleiderl haben, fuhr
+sie fort und hielt ihre Puppe in die Hhe, bescher' ihr eins zum heil'gen
+Christ. Schau, das alte da ist ja schlecht!
+
+Natrlich versprach Ilse, ihr diesen Herzenswunsch zu erfllen, und zur
+Besiegelung drckte sie dem kleinen Liebling einen Ku auf die roten
+Lippen.
+
+Ich habe eine famose Idee! (famos war seit kurzer Zeit Modewort im
+Institute) rief Ilse am Abend desselben Tages aus, als sie mit Nellie
+allein war. Ich kaufe fr Lilli eine neue Puppe und kleide sie selbst an.
+Was meinst du dazu?
+
+O, das ist wirklich ein famos Gedanke, entgegnete Nellie, aber lieb
+Kind, hast du auch an der viele Geld gedacht, die so ein' Puppe mit ihrer
+Siebensachen kostet? Wie steht's mit dein' Kasse?
+
+O, das hat keine Not, ich habe sehr viel Geld! versicherte Ilse sehr
+bestimmt. Und sie nahm ihr Portemonnaie aus der Kommode und zhlte ihre
+Schtze.
+
+Zwlf Mark, sagte sie, das ist mehr, als ich brauche, nicht?
+
+Sie sind ein sehr schlecht' Rechenmeister, mein Frulein, ri Nellie sie
+unbarmherzig aus ihrer Illusion, ich mein', Sie reichen lang' nicht aus.
+
+Ilse sah die Freundin zweifelnd an. Du scherzest, meinte sie, zwlf
+Mark ist doch furchtbar viel Geld?
+
+Reicht lang nicht! wiederholte Nellie unerbittlich, hr zu, ich will
+dir vorrechnen:
+
+ 1) Ein Nhtischdecken fr Frulein Raimar macht vier Mark,
+ 2) ein Arbeitstaschen fr Frulein Gssow macht drei Mark,
+ 3) eine schne Geschenk fr die liebe Nellie und all die andren
+ junge Frulein - macht - sehr viele Mark.
+
+Wo willst du Geld zu der Puppen nehmen?
+
+Ach, fiel Ilse ihr ins Wort, und unser Kutscher daheim und seine drei
+Kinder! - daran habe ich noch gar nicht gedacht!
+
+Sie machte ein recht betrbtes Gesicht, denn sie hatte es sich gar zu
+reizend ausgedacht, wie sie Lilli berraschen wollte. Nun konnte es nichts
+werden.
+
+Nachdenklich sa sie einige Augenblicke, dann leuchteten pltzlich ihre
+Augen freudig auf.
+
+Halt! rief sie aus, ich wei etwas! Heute abend schreibe ich an Papa
+und bitte ihn, mir Geld zu schicken. Er thut es, ich wei es ganz
+bestimmt. Mein Papa ist ja ein zu reizender Papa!
+
+Und dein' Mutter? fragte Nellie, ist sie nicht auch ein' sehr gtiger
+Frau? Wie macht sie dich immer Freude mit die viel' schne Sachen, die sie
+an dir schickt. Freust du dir sehr auf Weihnachten? Ja? Es ist doch schn,
+die lieben Eltern wieder sehen.
+
+Ilse zgerte mit der Antwort. Es fiel ihr ein, wie sie im Sommer ihrem
+Vater entschieden erklrt hatte, zum Christfest nicht in die Heimat zu
+reisen. Ihr Sinn hatte sich nicht gendert. Noch hatte sie den Groll gegen
+die Mutter nicht berwunden. Trotzdem sie sich sagen mute und zuweilen
+auch ganz heimlich eingestand, wie ntig fr ihr Wissen und ihre
+Ausbildung der Aufenthalt in einer tchtigen Pension war, so hielt sie
+immer noch an dem Gedanken fest: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie hat mich fortgeschickt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Ich werde hier bleiben, sagte sie, ich will das Weihnachtsfest mit euch
+verleben.
+
+Das ist famos! rief Nellie entzckt, ich freue mir furchtbar, da du
+nicht fortreisen willst! All unsre Freunde reisen auch nicht, und es ist
+so schn hier, die heilige Christ. - Alles bekommt eine groe Kiste von
+Haus, mit allen Bescherung und Schokolad' und Marzipan! - und die
+Christabend wird jede Kiste aufgenagelt, und ich helfe auspacken bald der
+eine, bald der andre.
+
+Erhltst du keine Kiste? fragte Ilse.
+
+Du weit ja - ich hab' kein' Eltern - wer sollte mir beschenken?
+
+Gar, gar nichts bekommst du?
+
+Ilse konnte es nicht fassen.
+
+Zu Neujahr schenkt mein Onkel fr mir Geld, da kaufe ich mir, was ich
+notwendig habe.
+
+Ilse sah die Freundin schweigend an. Am Abend aber schrieb sie einen
+langen Brief in die Heimat, worin sie zuerst ihren Entschlu mitteilte,
+da sie die Weihnachtstage mit den Freundinnen feiern mchte. Dann ging
+sie zu dem Geldmangel ber und schilderte dem Papa mit vielen zrtlichen
+Schmeichelnamen ihre Not, und zuletzt gedachte sie mit warmen Worten
+Nellies. - Noch eine dringende Bitte habe ich zum Schlusse, fuhr sie in
+ihrem Briefe fort, an Dich, Mama, wollte sie schreiben, aber sie besann
+sich und schrieb: an Euch, liebe Eltern. Meine Freundin Nellie ist
+nmlich die einzige in der Pension, die keine Weihnachtskiste erhalten
+wird. Sie ist eine Waise und steht ganz allein in der Welt. Ihr Onkel in
+London lt sie zu einer Gouvernante ausbilden. Ist das nicht furchtbar
+traurig? Ach! und die arme Nellie ist noch so jung und immer so frhlich,
+ich kann mir gar nicht denken, da sie eine Gouvernante wird! Es ist doch
+schrecklich, wenn man kein liebes Vaterhaus hat! - Nun wollt' ich Euch
+recht von Herzen bitten, Ihr mchtet die Geschenke, die Ihr mir zugedacht
+habt, zwischen mir und meiner Nellie teilen und zwei Kisten daraus machen.
+Bitte, bitte! Ihr schenkt mir stets so viel, da ich doch immer noch genug
+habe, wenn es auch nur die Hlfte ist. Ich wrde gewi keine rechte Freude
+am heiligen Abend haben, wenn Nellie gar nichts auszupacken htte.
+
+Ihr hattet mir Erlaubnis gegeben, an den Tanzstunden nach Weihnachten
+teilnehmen zu drfen, und du, liebe Mama, versprachst mir ein neues Kleid
+dazu, kaufe mir keins, mein blaues ist noch sehr gut und ich komme damit
+aus. Schenkt Nellie dafr etwas - bitte, bitte!
+
+ [Illustration]
+
+Mit diesem _heien_ Wunsche umarmt Euch
+
+ Eure
+ dankbare Ilse.
+
+_N. S._ Das Geld schicke nur recht bald, einziges Papachen, ich habe es
+furchtbar ntig.
+
+Umgehend erhielt denn auch Ilse das Gewnschte. Der zrtliche Papa hatte
+in seiner Freude ber die Herzensgte seines Kindes eine groe Summe
+schicken wollen, Frau Anne hielt ihn davon zurck. Sie stellte ihm vor,
+da es fr Ilse weit besser sei, wenn sie mit geringen Mitteln sich
+einrichten lerne und stets gengsam bleibe.
+
+Ihr Wunsch, Weihnachten nicht in die Heimat zu kommen, wurde gern erfllt,
+der Papa schrieb sogar, er lobe ihren verstndigen Entschlu. Die weite
+Reise war im Winter nicht ratsam. Freilich werde er seinen Wildfang
+schmerzlich vermissen und es werde der Mama und ihm recht einsam sein,
+aber er wolle sich mit dem Gedanken trsten, da das nchste Christfest
+desto schner ausfallen werde. -
+
+Beinah krnkte sie diese bereitwillige Zustimmung, indes sie kam zu keinem
+Nachdenken darber, der Brieftrger kam und brachte ihr dreiig Mark.
+
+Dreiig Mark! jubelte Ilse. Nellie, nun sind wir reich! - Komm, la uns
+gleich gehen und unsre Einkufe machen, ich kann die Zeit nicht erwarten.
+
+O nein, Kind, entgegnete Nellie bedchtig, erst mssen wir ein langer
+Zettel aufschreiben mit alle Sachen, die wir kaufen werden. Wir mssen
+doch rechnen, was sie kosten.
+
+Daran hatte die lebhafte Ilse gar nicht gedacht. Ohne zu berlegen, wrde
+sie blind drauf los gekauft und am Ende wieder nicht gereicht haben.
+
+Die beiden Mdchen machten sich nun daran, eine Liste aufzusetzen. Die
+ntigen Geschenke wurden aufgeschrieben und von der praktischen Nellie der
+ungefhre Preis dahinter gesetzt. Als Ilse fr die Kinder des Kutscher
+Johann ebenfalls Sachen zu kaufen aufschrieb, rief Nellie:
+
+Halt! Du kannst von deine alte Sachen die Kutschermdchen schenken, dann
+sparen wir Geld.
+
+Ich habe nichts, meinte Ilse, kaufen geht schneller.
+
+Nellie hatte sich bereits daran gemacht, in Ilses Kommode und auch im
+Schranke nachzusehen, um sich zu berzeugen, ob sie nichts fnde.
+
+Man mu sparen und nicht seine Geld aus die Fenster schmeien.
+
+Und siehe da, es fand sich allerhand unter Ilses alten Sachen. Schrzen,
+die sie nicht mehr trug, ein Kleid, das ihr zu eng und zu kurz geworden
+war, und zuletzt noch das vorjhrige Pelzzeug, welches die gtigen Eltern
+durch neues, weit kostbareres ersetzt hatten.
+
+Siehst du, Verschwender! triumphierte Nellie. Du weit nicht deine
+groe Schatze. Nun kaufen wir fr dein' Kutscher ein Paar warme Handschuh
+und fertig ist die ganze Kutschergesellschaft.
+
+Die wenigen Wochen bis zum heiligen Abend vergingen in rasender Schnelle.
+Nellie und Ilse hatten neben so mancherlei andern Arbeiten auch noch die
+neue Puppe anzukleiden. Das war fr Ilse eine schwere Aufgabe, und ohne
+ihre geschickte Freundin wre sie niemals damit zu stande gekommen.
+
+Wie geschickt du bist, Nellie, sagte Ilse, als diese der Puppe das
+schottische Kleid anprobierte, das hast du doch geradezu klassisch
+gemacht. Ich htte es wirklich nicht fertig gebracht.
+
+Aber hast du niemals ein Kleid fr dein' Puppen genht - oder eine Hut -
+oder ein Mantel?
+
+Nein, antwortete Ilse aufrichtig, niemals! Ich habe an den toten
+Dingern mein Lebtag keine Freude gehabt. Viel lieber habe ich mit den
+Hunden gespielt.
+
+Da ist kein Wunder, wenn du ein klein', dumm' Ding geblieben bist! Deine
+Hunde brauchen kein Kleid, lachte Nellie. Nun mut du auf dein' alt'
+Tage nhen lernen, siehst du.
+
+Ilse lachte frhlich mit und bemhte sich, das weie Batistschrzchen fr
+die Puppe, an welchem sie rings herum Spitzen setzte, recht sauber und
+nett fertig zu bringen. - Einen Tag vor der Bescherung erhielten die
+erwachsenen Mdchen, denen es Vergngen machte, die Erlaubnis, die schne,
+groe Tanne auszuputzen. Das war ein Fest und fr Ilse ganz und gar neu.
+Niemals hatte sie sich bis dahin selbst damit befat, und sie kannte es
+nicht anders, als da am Weihnachtsabend ein mit vielem kostbaren
+Zuckerwerk behangener Baum ihr hell entgegengestrahlt hatte, - hier lernte
+sie kennen, da auch ohne Zuckerwerk derselbe herrlich zu schmcken war.
+
+Nach dem Abendbrot, als die jngeren Mdchen und auch die Englnderinnen,
+die kein Verstndnis fr das harmlose Vergngen hatten, zu Bett gegangen
+waren, begann das Werk.
+
+Orla brachte einen groen Korb mit Tannenzapfen, selbst gesucht auf den
+Spaziergngen im Walde, und setzte denselben auf die Tafel. Annemie
+stellte zwei Schlchen mit Gummiarabikum daneben, in das eine schttete
+sie Silber-, in das andre Goldpuder und rhrte es mit einem Stbchen um.
+
+Wer will mir helfen, rief Orla.
+
+Ich! ich! antwortete es von allen Seiten; nur Ilse schwieg, sie hatte
+keine Ahnung, was eigentlich mit den vielen groen und kleinen
+Tannenzpfchen geschehen solle. - Daheim verkamen dieselben unbeachtet im
+Walde. - Es sollte ihr bald kein Geheimnis mehr sein.
+
+Melanie und Rosi hatten die Pinsel ergriffen und fingen an, den
+unansehnlichen braunen Dingern ein goldenes oder silbernes Gewand zu
+geben. Und wie schnell das ging. Kaum hatten sie ein paarmal darber
+gepinselt, so waren sie fertig.
+
+Sieh nur, Rosi, rief Melanie aus und hielt einen vergoldeten Zapfen
+unter die Gaslampe, ist der nicht furchtbar reizend? Wundervoll, nicht?
+Gleichmig, wirklich knstlerisch ist er vergoldet, kein dunkles
+Pnktchen ist an ihm zu sehen! Und sie betrachtete das Prachtexemplar
+hchst wohlgefllig nach allen Seiten.
+
+Orla und Rosi hatten fleiig weitergepinselt und stillschweigend einen
+Tannenzapfen nach dem andern beiseite gelegt.
+
+Du bist im hchsten Grade langweilig mit deinem ewigen Selbstlobe,
+tadelte Orla, ich habe noch nie jemand kennen gelernt, der sich so
+vergttert wie du. Pinsle lieber weiter und halte dich nicht bei unntzen
+Lobhudeleien auf.
+
+Melanie fhlte sich sehr getroffen und errtete. Wie grob du bist, Orla!
+sagte sie gereizt, du hast freilich keinen Sinn fr harmlose Vergngen.
+
+Kinder! unterbrach Frulein Gssow, die am andern Ende der Tafel sa und
+Aepfel und Nsse vergoldete, keinen Streit! Melanie, komm zu mir, du
+kannst mir helfen, und du Ilse, versuche einmal, ob du Melanies Stelle
+ersetzen kannst.
+
+Ilse lie sich das nicht zweimal sagen. Eilig griff sie zum Pinsel und
+flink und gesandt that sie ihre Arbeit. Orla war sehr zufrieden damit.
+
+Nur nicht ganz so dick aufstreichen, mahnte sie, sonst reichen wir
+nicht mit unsrem Gold- und Silbervorrat.
+
+Flora und Annemie fertigten Netze aus Goldpapier an. Eine geistttende
+Arbeit, flsterte Flora Annemie zu, und auerdem ohne jede Poesie. Warum
+die Tanne mit allerhand Tand aufputzen? Ist sie nicht am herrlichsten in
+ihrem duftigen, grnen Waldkleide? - Lichter vom gelben Wachsstocke in ihr
+dunkles Nadelhaar gesteckt, - ein goldener Stern hoch oben auf ihrer
+schlanken Spitze, - schwebend - strahlend! - das nenn' ich Poesie! -
+
+Hier hielt sich Annemie nicht mehr, sie bekam einen solchen Lachreiz, da
+sie aufsprang und hinauslief, um sich drauen erst auszulachen.
+
+Dicht unter dem Baume standen Grete und Nellie. Letztere hoch auf einer
+Trittleiter, eine groe Dte Salz in der Hand haltend. Die andre mit einem
+Leimtiegel in der Hand war ihr Handlanger. Das heit, sie reichte Nellie
+den Pinsel zu, damit diese die Zweige mit dem Leim bestrich, bevor sie
+Salz darauf warf.
+
+Jetzt bin ich eine groe Sturmwind und mache der Baum voller Schnee,
+scherzte Nellie.
+
+Wirklich! - die Zweige werden wei! rief Ilse und verlie einen
+Augenblick ihre Arbeit, um sich das Schneetreiben genau anzusehen. Das
+ist aber klassisch! Das gefllt mir! Nein, das sieht zu reizend aus!
+
+Freilich fiel ein groer Teil Salz unter den Baum, indes Nellie lie sich
+die Mhe nicht verdrieen, immer wieder kehrte sie dasselbe zusammen und
+strich es mit der Hand dick auf den Leim.
+
+Du alt' Baum wirfst sonst alles Schnee auf die Erde, meinte sie. Aber
+das ist schlechte Arbeit, alle meiner Finger kleben.
+
+Rosi trat jetzt auch an den Baum heran, um ihn mit den glnzenden
+Tannenzapfen zu schmcken. Sie sah heute ganz anders aus als sonst. Ihre
+sonst so gleichmigen Zge trugen den Ausdruck froher Erwartung, ihre
+milden Augen strahlten und rosig waren ihre Wangen angehaucht.
+
+O du selige, o du frhliche Weihnachtszeit, summte sie mit ihrer
+frischen Stimme leise vor sich hin, und Frulein Gssow rief ihr zu:
+
+Singe nur laut heraus, Rosi, das bringt uns bei unsrer Arbeit so recht in
+die echte Weihnachtsstimmung.
+
+Wir wollen alle singen! riefen Grete und Annemie, bitte, Frulein
+Gssow!
+
+Meinetwegen, aber hbsch gedmpft, Kinder, damit die Kleinen nicht davon
+erwachen.
+
+Und nun erklang aus den jugendlichen Kehlen das schne Lied vierstimmig. -
+- Die junge Lehrerin senkte den Kopf herab, - der Gesang stimmte sie
+traurig. Ihre Kindheit - ihre erste Jugendzeit stand mit einemmal lebendig
+vor ihrer Seele. - - Was hatte sie gehofft - - und wie hatten sich ihre
+Trume erfllt! - - Durch ihre eigne Schuld! -
+
+Mitten im Gesange wurde pltzlich die Thr geffnet und Frulein Raimar,
+begleitet von Herrn Doktor Althoff, trat herein. Sie hatten soeben eine
+notwendige Besprechung in der Vorsteherin Zimmer beendet.
+
+Das war eine Ueberraschung, die niemand vermutet hatte. Der Gesang
+verstummte und die Mdchen wurden mehr oder weniger verlegen, als der
+Gegenstand ihrer stillen Verehrung so unerwartet vor ihnen stand. Flora
+errtete bis an die Haarwurzeln.
+
+Nun, warum singt ihr nicht weiter, Kinder? fragte die Vorsteherin. Lat
+euch nicht stren durch unsre Gegenwart.
+
+Aber es wollte nicht wieder so recht in Zug kommen. Orla setzte zwar ein,
+aber falsch, sie war sehr wenig musikalisch. - Annemie mute ber den
+Miton lachen, und da Lachen ansteckt, - stimmten die brigen ein.
+
+ [Illustration]
+
+Was machen Sie denn, Mi Nellie? fragte Doktor Althoff und trat auf sie
+zu. Warum verstecken Sie Ihre Hnde so ngstlich?
+
+Er lchelte sie an. Flora warf einen verstohlenen Blick auf ihn, und bevor
+sie sich zur Ruhe legte, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+Er hat sie angelchelt! Beneidenswerte Nellie! - Bezaubernd - hinreiend
+- sah er in diesem Augenblicke aus! Die geistvollen, dunklen Augen
+sprhten Feuer - um die schmalen Lippen zuckte es sarkastisch - wunderbare
+Perlenzhne schimmerten durch den dunkelblonden Bart. - Aber Nellie ist
+kokett! Leider! - Dieser Augenaufschlag! -
+
+O, entgegnete Nellie hchst verlegen, ich habe die Finger verklebt mit
+der hliche Leim! und schnell lief sie hinaus, um sich grndlich zu
+reinigen. Doktor Althoff sah ihr wohlgefllig nach.
+
+Nellie spricht doch sehr schlecht deutsch, bemerkte Flora etwas
+spttisch, ich begreife das eigentlich nicht. Ein Jahr ist sie bereits in
+der Pension und wie falsch drckt sie sich noch immer aus.
+
+Sie hatte ihre Bemerkung so laut gemacht, da der junge Lehrer sie hren
+mute.
+
+Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen, Flora, entgegnete er, und
+ich mu gestehen, Nellie hat in dem einen Jahre schon sehr gute
+Fortschritte gemacht. Uebrigens klingen die kleinen Schnitzer, die sie
+zuweilen macht, ganz allerliebst und naiv, - wir wollen sie nicht deshalb
+verdammen.
+
+Frulein Raimar blickte etwas erstaunt auf den Sprechenden, der sich so
+warm Nellies annahm. Vielleicht fand sie seine Entschuldigung in Gegenwart
+der brigen Mdchen nicht ganz passend.
+
+Es ist sehr spt, Kinder, unterbrach sie das Thema, wollt ihr nicht fr
+heute aufhren und morgen in eurer Arbeit fortfahren?
+
+Aber die Mdchen baten so sehr, heute schon ihr Werk vollenden zu drfen,
+da sie die Erlaubnis erhielten. Zu Floras Aerger, welche die Zeit nicht
+abwarten konnte, bis sie die vielen groartigen Gedanken, die in ihrem
+Kopfe spukten, erst schwarz auf wei vor sich hatte.
+
+Frulein Raimar und Doktor Althoff entfernten sich und Nellie trat gleich
+darauf wieder in das Zimmer. Flora konnte nicht umhin, ihr einen kleinen
+Seitenhieb zu versetzen.
+
+Warum verstecktest du deine Hnde auf dem Rcken? fragte sie. Ich fand
+das furchtbar komisch von dir. Du dachtest wohl, Doktor Althoff wolle dir
+die Hand geben?
+
+Die arme Nellie war ber diesen Angriff so erschrocken, da sie nicht
+darauf antworten konnte. Aber Ilse half ihrer Freundin aus der
+Verlegenheit.
+
+Ich finde nichts Komisches darin, Flora, sagte sie lustig, wenn Nellie
+nicht gern beschmutzte Finger sehen lassen will; aber da du ihr deine
+eignen Gedanken zutraust, das finde ich komisch! - Ja, ja, Florchen, du
+bist erkannt!
+
+Flora errtete, aber sie war klug und antwortete nur mit einem
+wegwerfenden Achselzucken. -
+
+Alle Vorbereitungen waren zu Ende. Die Mdchen trugen Ketten, Netze, kurz
+allen Schmuck herbei, um den Baum zu behngen.
+
+Wie er sich fllte! Wie festlich geschmckt er bald dastand! Ilse
+bewunderte hauptschlich die glnzenden Tannenzapfen, die sich zwischen
+den dunklen Nadeln ganz herrlich ausnahmen.
+
+Wie ein Mrchenbaum! rief sie frhlich, und Bumchen rttle dich und
+schttle dich! setzte sie bermtig hinzu.
+
+O, nein! rief Nellie in komischem Ernste, nicht schttle und rttle
+dir, Baumchen, es fallt sonst all der Salz von deiner Nadel und ich mu
+mir noch einmal die Finger zerkleben.
+
+Nie in meinem Leben sah ich einen so schnen Christbaum! erklrte Ilse.
+
+Wir sind noch nicht fertig, Ilse, entgegnete Frulein Gssow, bald
+htte ich das Gold- und Silberhaar vergessen. - Und nun begann sie feine
+Fden rings um den Baum zu spinnen.
+
+Wie schn! wie schn! jubelte Ilse und schlug wie ein Kind vor Freude in
+die Hnde. Dann nahm sie Nellie in den Arm und tanzte mit ihr um den Baum.
+
+Du wirst mit deiner lauten Freude die Schlafenden aufwecken, ermahnte
+Frulein Gssow; aber sie sah Ilse mit inniger Teilnahme an. - Es gab eine
+Zeit, wo auch sie so frhlich hinausgejubelt hatte in die Welt, - bis der
+Sturm kam und ihr die Blte des Frohsinns abstreifte und verwehte. -
+
+Geht nun zu Bett, Kinder, bat sie, aber leise, hrt ihr? Gute Nacht!
+
+Gute Nacht, gute Nacht! rief es zurck und Ilse setzte hinzu: Ach,
+Frulein! Wenn es doch erst morgen wre! -
+
+Das war ein Leben am andern Tage! Die Mdchen waren ganz auer Rand und
+Band. Ilse war ausgelassen frhlich und Nellie stand ihr darin bei.
+Annemie lachte ber jede Kleinigkeit, ja selbst Rosi, die stets
+Vernnftige, machte heute eine Ausnahme und schlo sich der allgemeinen
+Stimmung an. Als Flora ein selbstgedichtetes Weihnachtslied zum besten
+gab, und die ganze bermtige Schar sie dabei auslachte, lachte Rosi mit,
+- nur als Nellie an zu necken fing, bat sie sanft:
+
+Bitte, Nellie, nicht spotten! Wir haben die arme Flora schon genug
+gekrnkt, als wir sie auslachten.
+
+Melanie und Grete waren die einzigen, die eine leise Verstimmung nicht
+unterdrcken konnten. Sie hatten gehofft, Weihnachten zu Hause verleben zu
+knnen, und waren enttuscht, als die Eltern ihnen nicht die Erlaubnis
+gaben, weil sie es nicht passend fanden, da junge Mdchen allein eine so
+weite Reise machten.
+
+Melanie fand diesen Grund geradezu furchtbar krnkend. Als ob ich noch
+ein Kind wre! sprach sie rgerlich zu Orla. Ich bin siebzehn Jahre alt!
+Und doch wahrhaftig alt und verstndig genug, uns beide zu schtzen!
+
+Aber du bist hbsch, entgegnete die Angeredete mit leichter Ironie, und
+das ist gefhrlich. Denk' einmal, wenn dir unterwegs ein Abenteuer
+begegnete! Das wre doch furchtbar schrecklich!
+
+Ich bitte dich, Orla, verschone mich mit deinen albernen Spttereien!
+wehrte Melanie entrstet ab. Aber sie fhlte sich doch in ihrem Inneren
+geschmeichelt, die kleine Eitelkeit.
+
+Du hrst es ja doch gern, Herzchen, lachte Orla. Warum auch nicht?
+Hbsch zu sein ist ja keine Schande, - besonders wenn man so wenig eitel
+ist wie du! Uebrigens trste dich mit uns, wir sind ja fast alle
+zurckgeblieben, bis auf die wenigen Pensionrinnen, die in der
+Nachbarschaft wohnen, und die vier Englnderinnen, die Mi Lead wieder
+zurck in ihre Heimat bringt. - Stre nicht unsre frhliche Laune durch
+ein verstimmtes Gesicht. Sieh doch nur Lilli an, - kannst du bei dem
+Anblicke so seliger Freude noch mimutig sein?
+
+Das Kind lief nmlich von einer zur andern, treppauf, treppab und fragte
+jede Viertelstunde, ob es noch nicht dunkel wrde, und ob das liebe
+Christkindl noch nit bald km. -
+
+Endlich, endlich brach der Abend herein. Die Vorsteherin und Frulein
+Gssow verweilten schon seit zwei Uhr in dem groen Saale, und in einer
+Klasse, die dicht daneben lag, saen erwartungsvoll die Pensionrinnen.
+Natrlich im Dunkeln, denn Licht durfte vor der Bescherung nicht
+angesteckt werden.
+
+Lilli fhlte sich etwas unheimlich in der Finsternis. Sie kletterte auf
+Ilses Scho und schlang den Arm um ihren Hals.
+
+Kommt denn das Christkindl noch nit bald? fragte sie wieder. Schau, es
+ist halt schon stockfinster.
+
+Nun bald, trstete Ilse und drckte Lilli zrtlich an sich. Das
+Anschmiegen des Kindes that ihr so wohl und seine Liebe machte sie so
+glcklich. Bald kommt das Christkind, ach, und wie schn wird das sein! -
+Soll ich dir ein Mrchen erzhlen, damit dir die Zeit schneller vergeht?
+
+Bitt schn! Vom Hansel und Gretel!
+
+Ilse hatte indes kaum begonnen es war einmal, als Lilli ihr den Mund
+zuhielt.
+
+Nit weiter! unterbrach sie, ich mag das heut nit hren! Ich mu immer
+an das Christkindl denken. Kennst du das liebe Christkindl, Ilse? Hast
+du's schon g'schaut?
+
+Nein, sagte Ilse, gesehen habe ich es noch niemals. Niemand kann es
+sehen, es wohnt nicht auf der Erde.
+
+Wohnt es im Himmel? fragte Lilli. Schau, da mcht' ich halt auch
+wohnen, da ist's schn, nit? Da singen die lieben Englein, und die lieben
+Englein, die wohnten frher auf der Erde, das waren die artigen Kinder,
+nit? - Der liebe Gott hat sie in sein Himmelreich geholt, nit wahr, Ilse?
+
+Die Worte des Kindes riefen sentimentale Ahnungen in Flora hervor, sie war
+auch im Begriff, dieselben auszusprechen, als Nellie ihr das Wort
+abschnitt.
+
+Was schwatzt der kleine Kind fr Zeug? sagte sie und streichelte
+liebkosend Lillis Hand. Wo hast du dies gehrt? Keiner Mensch hat noch in
+der Himmel geschaut.
+
+Aber die Mama hat's gesagt, - sie wei es, nit wahr, Ilse? rief Lilli
+heftig.
+
+Die gab ihr keine Antwort darauf, sie versuchte, das Kind auf andre
+Gedanken zu bringen.
+
+Mchtest du wieder zu deiner Mama? fragte sie.
+
+Nein, entgegnete Lilli, ich bleib' lieber bei euch. Die Mama kmmert
+sich halt so wenig um mich, sie hat kein' Zeit. Sie mu immer studieren,
+setzte sie altklug hinzu. Alle Abend geht sie ins Theater.
+
+Denn es kmmert sich ka Katzerl - ka Hunderl um mi! recitierte Flora
+schwrmerisch.
+
+Komm zu mir, Lilli, bat Melanie, ich will dir eine herrliche
+Weihnachtsgeschichte erzhlen.
+
+Bitt', bitt', la mich bei Ilse bleiben, Melanie, ich will ganz gewi
+recht genau zuhren auf dein G'schicht.
+
+Und whrend Melanie ihre Erzhlung zum besten giebt, wollen wir einen
+Blick in den Weihnachtssaal werfen.
+
+Die beiden Damen waren so ziemlich fertig mit ihrer groen Arbeit.
+Frulein Gssow war dabei, noch einige versiegelte Pakete auf verschiedene
+Pltze zu verteilen. Es waren in denselben die Geschenke enthalten, welche
+die junge Welt sich untereinander bescherte. Der Name der Empfngerin war
+darauf geschrieben, die Geberin mute erraten werden.
+
+Frulein Raimar stand neben dem Grtner, der eifrig beschftigt war, die
+angekommenen Kisten zu ffnen, die Deckel wurden lose wieder darauf
+gelegt, denn das Auspacken besorgten die Empfngerinnen selbst.
+
+Nur mit Lilli wurde eine Ausnahme gemacht, Frulein Raimar packte deren
+Kiste aus und schttelte den Kopf, als sie damit beschftigt war.
+
+Sehen Sie nur den Tand, liebe Freundin, sagte sie. Nicht ein
+vernnftiges Stck finde ich dabei. Zwei weie Kleider, so kurz, da sie
+dem Kinde kaum bis an die Knie reichen, aber schn gestickt, hier eine
+breite rosa Atlasschrpe, ein kleiner Hermelinmuff, ein Paar feine
+Saffianstiefel und eine Puppe im Ballstaat. Und vieles Zuckerwerk - das
+ist alles! Warme Strmpfe und eine warme Decke, um die ich so sehr
+gebeten, und die dem Kinde so ntig sind, - sie fehlen ganz.
+
+Hier scheint ein Brief fr Sie zu sein, sagte Frulein Gssow und nahm
+ein duftiges rosa Billet von der Erde auf. Wahrscheinlich war dasselbe aus
+dem Muff gefallen, den die Vorsteherin noch in der Hand hielt. Sie erbrach
+das an sie gerichtete Schreiben und las wie folgt:
+
+
+
+
+
+
+Ich ersuche Sie freundlich, meiner Lilli die Kleinigkeiten unter den Baum
+zu legen. Hoffentlich ist das liebe Herzl recht gesund. Nun ich hab halt
+nit ntig, mich zu sorgen, wei ich doch das goldene Fischel in so gute
+Hnd! - Wollne Strmpf und a Jackerl hab i halt nit mitgeschickt, i wnsch
+das Kind nit zu verwhnen. Es soll immer a wei Kleiderl anziehn, - Hals
+frei und Arme frei, - so ist sie's gewohnt, und dabei mcht ich's halt
+lassen.
+
+Geben Sie mein Herzblatterl tausend Schmazerl, und da es die Mama nit
+vergit!
+
+Mit dankbaren Gren verbleib ich
+
+ Ihre
+ ergebene _Toni Lubauer_.
+
+
+
+
+
+
+Weie Kleider und dnne Strmpfe! wiederholte Frulein Raimar
+kopfschttelnd. Es ist gut, da wir fr einiges gesorgt haben, ich knnte
+es nicht vor mir selbst verantworten, das kleine Ding so durchsichtig und
+wenig bekleidet zu sehen.
+
+Die junge Lehrerin stimmte bei und warf einen recht befriedigten Blick auf
+all die schnen und ntzlichen Sachen, die auf Lillis Tischchen aufgebaut
+lagen.
+
+Der Grtner war mit seiner Arbeit fertig und hatte das Zimmer verlassen -
+die Damen zndeten die Lichter des Baumes an, und als auch das geschehen
+war, ergriff die Vorsteherin eine silberne Klingel und lutete.
+
+Wie mit einem Zauberschlage flogen die Flgelthren auf und die junge
+Schar strmte herein.
+
+Einen Augenblick standen sie wie geblendet da. So pltzlich aus der
+Dunkelheit in das helle Licht, - der Kontrast war fast zu grell.
+
+Lilli besonders stand wie gebannt da und hielt Ilses Hand krampfhaft fest.
+
+Komm, redete Frulein Raimar sie an, ich will dich an deinen Tisch
+fhren, du bist ja ganz stumm geworden.
+
+Als das Kind vor seiner Bescherung stand, kehrte seine Lebhaftigkeit
+zurck.
+
+Die schne Puppe! rief es entzckt und schlug die Hndchen zusammen.
+
+Die ist aber halt zu schn! Meine alte Lori ist lang nit so s! - Und
+ein Strohhterl hat sie auf - ach Gotterl! und die langen Zopferl! Und ein
+Schultascherl tragt sie am Arm! Bitt schn, Frulein, darf ich sie in die
+Hand nehmen? Ich mcht sie ganz nah anschaun! Bitt schn, erlaube mir's!
+
+Frulein Raimar erfllte gern die Bitte des Kindes, das behutsam sein
+Pppchen in den Arm nahm.
+
+Sie kann die Augerl schlieen! fuhr dasselbe fort. Schau, Frulein, sie
+will schlafen! Das Kind war ganz auer sich vor Entzcken bei dieser
+Entdeckung und hielt sein Plappermulchen nicht einen Augenblick still.
+Meine Lori hat die Aeugerl immer auf, sie kann nit schlafen, nit wahr,
+Frulein? Die ist dumm, lang nit so gescheit wie diese. - Hast du mir die
+Puppe geschenkt, Frulein?
+
+Nein, entgegnete diese, die sich an Lillis jubelnder Freude erquickte.
+Ilse und Nellie haben sie dir angezogen. Aber sieh einmal, hier hast du
+noch eine Puppe, die hat dir deine Mama geschenkt.
+
+Kaum einen Blick hatte sie fr die kostbare Balldame. Die ist mir zu
+geputzt, sagte sie, die kann ich doch nit in das Bett legen! Die kann
+mein Kind nit sein! - Und mit der Puppe im Arme lief sie zu Ilse, um sich
+zu bedanken.
+
+Diese aber war sehr beschftigt. Sie packte ihre Kiste aus und hatte nicht
+Zeit, an etwas anderes zu denken. Spter, Liebling, sagte sie, und
+fertigte die Kleine mit einem flchtigen Ku ab. - Soeben hielt sie einen
+prchtigen rosa Wollstoff in der Hand und Nellie stand neben ihr und
+bewunderte denselben lebhaft.
+
+O wie s! rief sie. Wie von Spinnweb so fein! Und wie er dir kleidet,
+fuhr sie fort und hielt den Stoff der Freundin an, das wird ein schn'
+Tanzstundenkleid! Du wirst dir wie eine Fee darin machen!
+
+Ilse aber war gar nicht recht vergngt ber das kostbare Geschenk, es
+malte sich sogar etwas wie Enttuschung in ihren Zgen. Warum mochten die
+Eltern ihre Bitte nicht bercksichtigt, ja nicht einmal eine Antwort
+darauf gegeben haben?
+
+Und Nellie war so gut - so neidlos teilte sie ihre Freude.
+
+So mochte auch Frulein Gssow denken, die nher getreten war. Sie legte
+den Arm um Nellies Schulter und fragte: Warum packst du nicht deine
+eigene Kiste aus?
+
+Meine Kiste? wiederholte Nellie. O Frulein, Sie spaen! Fr mir giebt
+es das nicht!
+
+Ilse horchte auf. Einen schnellen, fragenden Blick warf sie der jungen
+Lehrerin zu und diese antwortete mit einem geheimnisvollen Lcheln.
+
+Wer wei! fuhr sie fort, sieh einmal nach, vielleicht hat eine gtige
+Fee dir etwas beschert.
+
+Ilse erhob sich schnell aus ihrer knieenden Stellung und nahm die Freundin
+unter den Arm. Komm, sagte sie, wir wollen suchen.
+
+Kiste an Kiste stand da in der Reihe, jede indes war bereits in Besitz
+genommen, Ilses Auge aber flog voraus. Sie hatte am Ende des Saales eine
+herrenlose Kiste entdeckt, dorthin zog sie Nellie.
+
+Und richtig, da stand mit groen Buchstaben auf dem Deckel: An Mi Nellie
+Grey. - Es war kein Zweifel, die Adresse lautete an sie.
+
+O, was ist dies! rief Nellie berrascht und ihre Wangen rteten sich,
+wer hat an mir gedacht? Ist es gewi fr mir?
+
+Ja, sie ist wirklich fr dich, versicherte Ilse strahlend, denn nun
+hatte sie erst die echte Weihnachtsfreude, nimm nur den Deckel hoch.
+
+Immer noch etwas zgernd folgte Nellie dieser Aufforderung. Welche
+Ueberraschung! Da lag obenauf ein gleicher Stoff in blablau, wie sie
+soeben denselben in rosa bei Ilse bewundert.
+
+Und wie sie nun weiter auspackten, jetzt eine jede ihre eigene Kiste, da
+hielten sie sich jubelnd stets die gleichen Herrlichkeiten entgegen. Bald
+war es eine gestickte Schrze, dann kamen farbige Strmpfe an die Reihe,
+Handschuhe, sogar die Korallenkette, die schon lange ein sehnlicher Wunsch
+Ilses war, fehlte bei Nellies Bescherung nicht. Auch die vielen Leckereien
+waren gleichmig verteilt.
+
+Ilse hatte in einem Karton mit Briefpapier einen langen zrtlichen Brief
+der Eltern gefunden und als Nellie den ihrigen ffnete, lag auch fr sie
+ein kleines Briefchen darin.
+
+
+
+
+
+
+Meine liebe Nellie, schrieb Ilses Mama, ich darf Sie doch so nennen als
+meiner Ilse liebste Freundin? Mein Mann und ich mchten Ihnen so gern
+einen kleinen Beweis geben, wie dankbar wir Ihnen sind fr die Liebe und
+Freundschaft, die Sie stets unsrem Kinde zu teil werden lieen. Zwei
+Freundinnen aber mssen auch gleiche Freuden haben - und mit diesem
+Gedanken bitten wir Sie herzlich, den Inhalt der Kiste freundlich
+anzunehmen.
+
+Mit dem aufrichtigen Wunsche, da Sie auch fernerhin unsrer Ilse eine
+treue Freundin bleiben mgen, grt Sie herzlich
+
+ _Anne Macket_.
+
+
+
+
+
+
+Nellie fiel Ilse um den Hals und vermochte kein Wort hervorzubringen. Die
+Rhrung schnrte ihr die Kehle zu - Thrnen waren seltene Gste bei unsrer
+Nellie. Das frhverwaiste Mdchen, das sich von klein auf stets bei
+Verwandten herumdrcken mute, dem das Sonnenlicht der elterlichen Liebe
+fehlte, hatte das Weinen beinah verlernt. Wer htte auch auf seine Thrnen
+achten sollen?
+
+Dein Mutter ist ein Engel! brachte sie endlich, so halb unterdrckt,
+heraus. Wie soll ich sie fr alles danken?
+
+Ja, meine Mama ist sehr gut! besttigte Ilse, und zum erstenmal stieg
+ein warmes, zrtliches Gefhl fr dieselbe in ihrem Herzen auf.
+
+Fr sentimentale Stimmungen waren Ilse und Nellie indes nicht angethan,
+und als erstere ein Stck Marzipan der Freundin in den Mund steckte, war
+die Rhrung zu Ende. Thrnenden Auges verzehrte es Nellie, und dieser
+Anblick kam Ilse so possierlich vor, da sie lachen mute, - natrlich
+stimmte Nellie ein.
+
+Seid ihr fertig, Kinder? Habt ihr alle eure Kisten ausgepackt! rief
+Frulein Raimar und unterbrach das Gewirr von Stimmen, das laut und
+lebhaft durcheinander klang.
+
+Ja, ja! rief es zurck und nun beeiferte sich eine jede, die heimatliche
+Bescherung vorzuzeigen, und die Vorsteherin blickte in lauter freudig
+erregte und zufriedene Gesichter. Nur Flora sah etwas enttuscht aus. Sie
+hatte anstatt Jean Pauls Werke, die sie sich so glhend gewnscht,
+Schlossers Weltgeschichte erhalten mit dem Versprechen vom Papa, da,
+wenn sie erst reifer fr solche Lektre sei, sie dieses Werk erhalten
+werde.
+
+Reifer! Es klang ihr wie bittrer Hohn. Sie fhlte sich mit ihren sechzehn
+Jahren schon so berreif, da sie selbst poetische Werke in das Leben rief
+- und sie - sie sollte nicht Jean Paul lesen!
+
+Nachdem die Geschenke der Eltern auf eine leer gelassene Tafel aufgebaut
+waren, und nachdem die Mdchen auch diejenigen der Lehrerinnen in Empfang
+genommen hatten, kamen endlich die versiegelten und verpackten
+Ueberraschungen an die Reihe.
+
+Da kamen denn allerhand drollige Dinge zum Vorschein und der Jubel und das
+Lachen wollten kein Ende nehmen.
+
+Flora hatte soeben einen langen, blauen Strumpf aus zahllosen Papieren
+herausgewickelt und hielt ihn hoch in der Hand. Etwas verwundert drehte
+sie diese wunderbare Gabe nach allen Seiten, die ironische Anspielung fiel
+ihr nicht sogleich ein.
+
+Ein Strumpf? fragte sie, was soll ich damit?
+
+Er ist dein Wappen, lieber Blaustrumpf, belehrte sie Orla. Die Idee ist
+wirklich famos!
+
+Er ist von dir! beschuldigte sie Flora.
+
+Leider nein, entgegnete Orla.
+
+Annemie lachte so laut und herzhaft, da sie sich als die Geberin verriet.
+
+Bist du mir bse, Flora? fragte sie gutmtig.
+
+ [Illustration]
+
+Sonderbare Frage! Ganz im Gegenteil, Flora fhlte sich hchst
+geschmeichelt, da man sie zu den Blaustrmpfen zhlte. Der gestickte
+Schlips, den Annemie in den Strumpf versteckt hatte, erfreute sie nicht
+halb so wie die dichterische Anerkennung. - In bester Stimmung lste sie
+jetzt den Bindfaden von einem Pappkasten. Derselbe war eng damit
+umschnrt. Auf dem Deckel war ein Weinglas gemalt und mit groen
+Buchstaben stand Vorsicht daneben geschrieben.
+
+Ganz behutsam nahm sie denn auch den Deckel ab, warf die Papierschnitzel
+heraus und fand in feines Seidenpapier eingeschlagen ein zerbrochenes Herz
+von Bisquit!
+
+Wie abscheulich von dir, Nellie! rief sie gekrnkt und wandte sich
+sofort an die richtige Adresse. Das Herz warf sie achtlos beiseite.
+
+Nicht so hitzig, Flora, riet Grete, sieh doch das zerbrochene Herz erst
+nher an.
+
+Zgernd entschlo sie sich dazu, und als sie ein reizendes, kleines
+Toilettekissen hchst knstlich verborgen entdeckte, shnte sie sich
+einigermaen mit der bsen Nellie aus.
+
+Aber nicht Flora allein, auch all die brigen muten manche kleine
+Neckerei in den Kauf nehmen, so manche schwache Seite wurde an das
+Tageslicht gefrdert und schonungslos gegeielt. Die Vorsteherin wachte
+darber, da diese Reibereien stets in den Grenzen des Scherzes blieben;
+im allgemeinen hielt sie dieselben fr ein gutes Mittel, sich gegenseitig
+auf die Fehler aufmerksam zu machen, es half oft mehr als alle ernsten
+Ermahnungen.
+
+Nellie stand vor einem groen Berg Ewaren, die sie aus ihren Paketen, in
+welchen sie auer einem kleinen Geschenke immer noch nebenbei allerhand
+Sigkeiten fand, herausgewickelt hatte.
+
+Schokolade, Marzipan, Apfelsinen, Rosinen und Mandeln, Lebkuchen, und in
+einem reizenden Kasten von Porzellan zwei saure Gurken. Diese waren eine
+besondere Lieblingsspeise von ihr.
+
+Sie lachte und fragte, ob sie ein so hungrig Mdchen sei. O, da ist ja
+noch ein Paket, fuhr sie fort, was fr ein leckerer Bissen wird wohl
+darin sein?
+
+Aber sie irrte sich, diesmal kam ein Buch zum Vorschein und wie sie es
+aufschlug, las sie auf dem Titelblatte: Deutsche Grammatik. Ein Blatt
+Papier mit einem kleinen Gedichte lag dabei. Nellie las es vor.
+
+ Lerne fleiig die deutsche Sprache -
+ Willst du begreifen holde Poesie.
+ Dies Buch ist einer Verkannten Rache,
+ Die du verstanden hast noch nie!
+
+Flora! rief Nellie. Du hast mir mit deine edle Rache sehr beschmt! Ich
+werde lernen aus dieser Buch und dir verstehen! - Komm, gieb dein' Hand,
+ich verspreche dich, da ich nie wieder dein' holde Poesie auslachen will,
+und wenn sie voll lauter zerbrochene Herzen ist. -
+
+Orla hatte unter anderm einen Klemmer erhalten und - o Schrecken! auch ein
+Etui mit Cigaretten. Frulein Raimar stand neben ihr und sah das
+verrterische Ding.
+
+Was ist denn das? fragte sie. Ich will nicht hoffen, Orla, da du wie
+eine Emanzipierte rauchst! Du wrdest mich sehr erzrnen, wenn das der
+Fall wre. Doch, unterbrach sie sich, wie komme ich dazu, einen Scherz
+fr Ernst zu nehmen, am Weihnachtsabend sind dergleichen Witze erlaubt.
+Leiser und nur fr die Russin vernehmbar setzte sie hinzu: Ich habe das
+feste Vertrauen zu dir, da du niemals rauchen wirst!
+
+Die Angeredete schwieg und senkte die Augen. Der Tadel traf die Wahrheit,
+sie hatte wirklich manchmal im Verborgenen eine Cigarette geraucht. War es
+doch in ihrer Heimat nichts Auffallendes, wenn eine Dame sich ein kleines
+Rauchvergngen machte.
+
+Innerlich schalt sie die Pedanterie der Deutschen, der sie eine so
+harmlose Freude zum Opfer bringen mute, denn niemals wrde es ihre
+Wahrheitsliebe gestattet haben, gegen das Verbot der Vorsteherin zu
+sndigen, - mit einiger Ueberwindung reichte sie derselben die Cigaretten.
+
+Bitte, bewahren Sie mir dieselben, bat sie und lchelnd fgte sie hinzu:
+Damit ich nicht in Versuchung komme ...
+
+Melanie liebugelte mit einem zierlichen Handspiegel. Sie freute sich sehr
+ber denselben, noch mehr aber ber ihr eignes Bild, das ihr
+entgegenlachte.
+
+Grete blickte ihr ber die Schulter. Das ist eine Anspielung auf deine
+Eitelkeit, Melanie! Ich habe nichts bekommen, was mich rgern oder wodurch
+ich mich getroffen fhlen knnte!
+
+Nun glaubst du dich wohl fehlerfrei, liebe Grete! spottete Melanie.
+Bilde dir das ja nicht ein, liebes Kind, du bist noch lngst kein
+vollkommnes Wesen. Es giebt sehr vieles an dir auszusetzen!
+
+Und als ob ihre Worte sofort in Erfllung gehen sollten, rief Frulein
+Gssow: Grete, da steht noch eine vergessene Schachtel auf deinem Platze!
+Du hattest Papier darauf geworfen und wirst sie deshalb bersehen haben!
+
+Vergngt und erwartungsvoll ffnete Gretchen die Schachtel. O weh! als sie
+den Deckel abhob, lachte ein glnzendes, zierlich gearbeitetes
+Vorlegeschlo sie boshaft an.
+
+Das ist eine Anspielung fr dich, teures Plappermulchen! rief Melanie
+mit schwesterlicher Schadenfreude, und hielt das Schlo an Gretes Lippen.
+
+So, damit du in Zukunft hbsch schweigst und nicht so vorlaut bist.
+
+Unwillig wandte Grete sich ab, sie war gar wenig erbaut von der
+Ueberraschung. Sie warf das Schlo wieder in die Schachtel, schlo den
+Deckel und verriet durch ihre Empfindlichkeit, wie sehr sie sich getroffen
+fhlte ....
+
+Ilse hatte aus einer mchtigen Kiste, die bis obenhin mit Heu gefllt war,
+einen Hund herausgeholt. Keinen lebendigen, o nein! es war nur einer aus
+Pappe. Braun sah er aus und hatte weie Pftchen. Um den Hals trug er
+einen Zettel am roten Bande, auf welchem mit groen Buchstaben Bob
+geschrieben stand.
+
+Orla! erriet Ilse sofort. Dieselbe hatte sie oft genug mit ihrem Hunde
+aufgezogen. Es kam ihr jetzt selbst recht lcherlich vor, wenn sie sich
+ihren Einzug in der Pension mit Bob auf dem Arme ausmalte. Wie einfltig
+war sie gewesen - wie unntz hatte sie den armen Papa geqult! - Ilse
+hatte noch eine Ueberraschung, bei der sie fast erschrak. In einem
+reizenden Arbeitskorbe fand sie mehrere Aepfel von Marzipan.
+
+Nellie stand neben Ilse und flsterte ihr zu: Diese sind Aepfel von der
+Baum - weit du noch?
+
+Als die Angeredete ngstlich zur Seite blickte, fuhr sie beruhigend fort:
+Du darfst nicht Angst haben, niemand hrt uns.
+
+Sie hatte recht. Die Aufmerksamkeit aller war auf einen Vogelbauer
+gerichtet, in welchem eine lebendige Lachtaube sa. Annemie hielt
+denselben hchst angenehm berrascht in der Hand.
+
+Nun knnt ihr um die Wette lachen, scherzte die Vorsteherin, denn das
+Tubchen darfst du behalten und in deinem Zimmer aufhngen. Aber vergi
+niemals, Annemie, da du das Tierchen regelmig fttern mut, hrst du?
+
+So erhielt eine jede ihre scherzhafte Rge, nur Rosi nicht. Sie zerbrachen
+sich den Kopf, um einen Tadel an ihr zu entdecken, aber zu ihrem Bedauern
+fanden sie keinen. Ganz ohne Scherz darf sie nicht sein, erklrte
+Nellie, ging hin und kaufte ein Bilderbuch, auf dessen Titelblatt in
+goldenen Buchstaben drei Worte glnzten: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Fr artige Kinder{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. - Dies pat
+sehr fr ihr, sagte sie, und die brigen Mdchen stimmten ein.
+
+Rosi nahm das Buch, lchelte und legte es beiseite. Sie konnte nicht so
+recht begreifen, was es bedeuten sollte ....
+
+Nachdem die Bescherung zu Ende und nachdem auch fr die beiden Damen ein
+Tisch mit allerhand selbstgearbeiteten Sachen ausgebaut war, wurde der
+Thee eingenommen und kurze Zeit darauf zur Ruhe gegangen. Lilli wurde es
+schwer, sich von ihren schnen Sachen zu trennen, sie wollte nicht zu Bett
+gehen, aber der Sandmann kam und streute ihr den Schlaf in die Augen.
+Schlafend wurde sie entkleidet und in ihr Bett, das in Frulein Gssows
+Zimmer stand, getragen.
+
+Und nun wurde es still und dunkel im Hause. Der schne Christabend war zu
+Ende mit seiner frohen Erwartung, seinem Lichterglanze ....
+
+Ob wohl der Baum im nchsten Jahre fr alle wieder angezndet wird, die
+heute unter ihm versammelt waren? -
+
+ * * *
+
+Nun war alles wieder im alten Geleise! Der Unterricht hatte begonnen und
+Mi Lead war wenige Tage nach Neujahr von ihrer berseeischen Reise
+zurckgekehrt. Sie hatte sechs junge Englnderinnen mitgebracht, die kein
+Wort Deutsch verstanden und sehr viel Heimweh hatten.
+
+Nellie versuchte es, sie zu trsten, aber sie verschlossen sich starr
+gegen jedes Trosteswort, sie fhlten sich unglcklich im fremden Lande.
+Sie wollten nicht Deutsch lernen, sie haten diese Sprache und die
+Menschen, erklrten sie. Lange Jammerbriefe sandten sie in die Heimat, in
+denen sie die Angehrigen himmelhoch baten, sie wieder zurckkehren zu
+lassen.
+
+Es war diese Art und Weise nichts Auffallendes und nichts Neues. Frulein
+Raimar legte keinen Wert darauf, hnliche Erfahrungen machte sie stets mit
+den Englnderinnen. Es war schon vorgekommen, da diese oder jene sich
+vornahm, zu verhungern, und Speise und Trank hartnckig verweigerte. Vor
+Hunger gestorben war indes noch keine, wenn der Magen zu energisch sein
+Recht verlangte, entsagten sie dem Hungertode.
+
+Ich mag meine Landsmnner gar nicht sehr! bemerkte Nellie eines Tages zu
+Ilse. Die Deutsche liebe ich mehr. Ich will nicht zurck in meine
+Heimat.
+
+Landsmnner! wiederholte Ilse. Gleich sage einmal, wie es richtig
+heit. Neulich habe ich es dir erst gesagt.
+
+O ja, ich wei, Landsfrauen heit es, verbesserte sich Nellie.
+
+Du bist klassisch! lachte Ilse laut. Lands-mnn-innen heit es. Sag
+einmal nach - so - und nun vergi dieses Wort nicht wieder, du liebe,
+englische Deutsche! Du bist auch ganz anders wie deine Landsmnninnen,
+lange nicht so steif, so zurckhaltend und so hochmtig wie die! Sie sehen
+immer auf uns herab, als ob sie sagen wollten: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gott sei Dank, da ich
+keine Deutsche bin!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+O nein! wehrte sich Nellie, in der pltzlich der Nationalstolz wach
+wurde, so schlimm darfst du nicht sagen! Es hat den Schein, da sie
+hochmtig sind, weil sie dir nicht verstehen, sie macht ein fremdes
+Gesicht, weiter nix!
+
+Sie sind hochmtig, Nellie! neckte Ilse. Entschuldige deine
+langweiligen Englnderinnen nicht. Eben sagtest du selbst, da du sie
+nicht leiden mchtest.
+
+Das gestand Nellie zu. Sie meinte aber, sie selbst knne so sprechen, ein
+gleiches Urteil aus einem andern Munde knne und drfe sie nicht anhren.
+Sie wolle es auch nicht.
+
+Du bist doch aber ganz wunderlich, Nellie, lachte Ilse, Doktor Althoff
+wrde sagen: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie haben verdrehte Ansichten, Mi Nellie.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+O nein, entgegnete Nellie eifrig und leicht errtend, Doktor Althoff
+wrde mir verstehn. Er wei, wie es in mein Herz aussieht!
+
+Das kam Ilse uerst komisch vor und sie neckte die Freundin damit sehr.
+Er htte viel zu thun, wenn er in alle eure Herzen blicken wollte! rief
+sie lachend, und wenn er sich wirklich einmal die Mhe gbe, so wrde er
+euch schn verhhnen, dich und alle die andern, die ihr fr ihn
+schwrmt. -
+
+Ilse lernte jetzt mit rechtem Eifer und schon lngst war ihr das Arbeiten
+keine Last mehr. Das Zeichnen machte ihr besondre Freude, und seitdem der
+Papa so glckselig ber die ihm geschenkte Rose geschrieben, strebte sie
+darnach, auch das zu erreichen, was derselbe in seiner blinden Liebe zu
+ihr schon erreicht sah. Er hielt sie bereits fr eine Knstlerin und mit
+Stolz hatte er ihr geschrieben, da er die Rose habe einrahmen lassen und
+da sie nun ber seinem Schreibtisch hnge. Ilse war gar nicht damit
+einverstanden, sie wute ja genau, wie der zrtliche Papa jeden Besuch,
+der zu ihm kam, zu ihrem schwachen Erstlingswerk fhren werde.
+
+Auch die Mama war hocherfreut ber Ilses Weihnachtsgeschenke gewesen. Sie
+gaben ihr ein glnzendes Zeugnis von deren Fortschritten und der Ausdauer,
+die der Wildfang bis dahin nicht gekannt hatte. Die grte Freude indes
+hatte sie an Ilses Dankesbrief gehabt. Es war das erste Mal, da sie in so
+herzlich warmer Weise das Wort an sie richtete und Frau Annes Augen
+fllten sich mit Thrnen freudiger Rhrung. Sie fhlte jetzt bestimmt, da
+die Zukunft ihr Ilses volle Liebe bringen werde. -
+
+Die lngst ersehnten Tanzstunden hatten bereits seit vierzehn Tagen
+begonnen und brachten etwas Abwechselung in das gleichmige
+Pensionsleben. Zweimal in der Woche kam von sechs bis acht Uhr abends der
+Tanzlehrer mit einer Geige und unterrichtete im groen Saale.
+
+Nicht alle Zglinge nahmen teil daran. Die kleineren Mdchen nicht und
+auch die Englnderinnen schlossen sich aus, sie verstanden noch zu wenig
+Deutsch, auch konnten sie vorlufig keinen Geschmack an den einfrmigen
+Pas finden. Melanie konnte das freilich auch nicht und fand bis jetzt die
+Tanzstunde {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar de{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}.
+
+Es ist ein furchtbar langweiliges Vergngen, diese Hpferei, uerte sie
+auf einem Spaziergange zu Flora, wozu diese Pas - diese Verbeugungen? Wir
+knnen doch alle schon tanzen, und wie wir uns zu verbeugen haben - und
+gren mssen, das wissen wir doch erst recht. Wir sind doch erwachsene
+Mdchen!
+
+Ach! seufzte Flora und ein schwrmerischer Blick glitt seitwrts ber
+den spiegelglatten Teich - zu den schlittschuhlaufenden Gymnasiasten
+hinber - ach! das mchte noch alles gehen. Das Frchterlichste ist doch,
+da wir zwei volle Monate ohne Herren tanzen mssen!
+
+Wie furchtbar de! Melanie rief es ordentlich entrstet. Man behandelt
+uns wahrhaftig mit puritanischer Strenge! Ohne - Herren! Es ist kaum zu
+glauben!
+
+Ja, mit puritanischer Strenge! wiederholte Flora, der dies Wort
+auerordentlich gefiel. Ich begreife nicht, warum uns der Verkehr mit den
+Herren so lange entzogen wird. Man behandelt uns eben wie Kinder!
+
+Die {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar den{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Monate gingen indessen auch zu Ende und Frulein
+Raimar schickte Einladungen aus an junge, wohlerzogene Herren, die das
+Gymnasium besuchten, und ersuchte sie, die letzten vier Wochen an dem
+Tanzunterrichte teilzunehmen.
+
+Mit welcher Freude diese Einladungen begrt wurden, brauche ich nicht zu
+sagen. Die jungen Leute schtzten es sich zur besonderen Ehre, zu den
+Tanzabenden in der Pension zugezogen zu werden. Diesmal brannten sie
+besonders darauf, weil sie behaupteten, da noch niemals so hbsche
+Mdchen in dem Institute gewesen seien. Sie kannten dieselben von Ansehen
+sehr genau, denn, wenn irgend mglich, suchten sie ihnen auf den
+Spaziergngen zu begegnen. Nun sollten sie mit ihnen tanzen, sich mit
+ihnen unterhalten drfen, es war zu famos!
+
+Ihr werdet heute abend zum ersten Male mit Herren tanzen, Kinder,
+kndigte Frulein Raimar eines Mittwochs bei der Mittagstafel an. Und als
+sie bemerkte, wie vergngt die meisten diese frohe Botschaft
+entgegennahmen, fgte sie hinzu: Ich hoffe, da ihr euch nicht zu lebhaft
+mit den jungen Leuten unterhalten werdet! Verget nicht, da dieselben nur
+des Tanzes, nicht der Unterhaltung wegen da sind!
+
+Annemie kamen diese Ermahnungen so komisch vor, da sie zu kichern anfing.
+Ein strafender Blick traf sie dafr.
+
+Fr dich sind meine Worte besonders gesprochen, Annemie, nahm die
+Vorsteherin wieder das Wort, ich frchte, du wirst dich durch dein
+albernes Lachen auffallend machen, hte dich davor. Und dich, Grete,
+ermahne ich ernstlich, nicht so viel zu schwatzen. Ueberlege erst, was du
+sagen willst, damit kein Unsinn herauskommt.
+
+So und in hnlicher Weise warnte und ermahnte sie ihre jungen Zglinge,
+die in ihrer erwartungsvollen Aufregung heute nur mit halbem Ohre hrten,
+was ihnen so eindringlich vorgestellt wurde. Viel wichtiger erschien ihnen
+die Frage: Was werdet ihr heute abend anziehen? Womit werdet ihr euch
+schmcken?
+
+Sie hatten auch kaum das Speisezimmer verlassen, als sie die Treppen
+hinaufstrmten, um in Orlas und der Schwestern Zimmer eine groe Beratung
+zu halten.
+
+Melanie holte einen groen Pappkasten hervor und fing an, Blumen und
+Bnder herauszukramen. Sie hatte sich vor den Spiegel gestellt und hielt
+eine Rose in ihr schnes aschblondes Haar.
+
+Wie findet ihr diese Rose? fragte sie. Bitte, seht doch einmal! Kmmert
+sich denn kein Mensch um mich? rief sie laut und ungeduldig den
+Durcheinanderschwatzenden zu und stampfte sogar etwas mit dem Fue auf.
+
+Sie steht dir gut, Melanie, antwortete Rosi, die eben erst eingetreten
+war und die letzten Worte hrte, an ihre eigene Toilette dachte sie nicht.
+Das dunkle Rot in deinem blonden Haar sieht prchtig aus!
+
+Du hast nicht viel Geschmack, liebste Rosi. Nimm mir nicht bel, da ich
+es dir frei heraussage, fertigte Melanie die Aermste ab. Orla, bitte,
+gieb du dein Urteil ab.
+
+Die Russin galt als die eleganteste, deren Toilette stets am
+geschmackvollsten war. Mit Kennermiene musterte sie denn auch Melanie.
+
+Die dunkle Rose ist zu grell, entschied sie, fr dein Haar pat eine
+blarote besser. Uebrigens, was willst du denn anziehen? Das ist doch am
+Ende die Hauptsache und darnach mut du die Blumen whlen.
+
+Mein blaues Batistkleid, denke ich.
+
+Dein bestes Kleid! rief die vorlaute Grete erstaunt. Gut, dann ziehe
+ich mein geblmtes an!
+
+Gerade wie die Verhandlungen am lautesten waren, ffnete sich die Thr und
+Frulein Gssow trat ein.
+
+Frulein Raimar lt euch sagen, ihr mchtet heute abend eure
+Sonntagskleider tragen, verkndete sie.
+
+O! ... Langgedehnt und unzufrieden kam es ber Melanies Lippen. O,
+Frulein Gssow, die alten, dunklen Kleider! Die hellen sind so viel
+besser!
+
+Aber es blieb bei den Wollkleidern. Gegen das Machtgebot der Vorsteherin
+galt kein Widerstreben.
+
+Bevor sie in den Tanzsaal hinuntergingen, fanden sich die Mdchen noch
+einmal bei Orla ein. Diese hielt erst eine allgemeine Musterung ber die
+Toiletten, besserte hier und dort und verstand es, durch eine Kleinigkeit
+dem einfachsten Anzuge einen netten Anstrich zu geben.
+
+Melanie hatte sich nach besten Krften elegant herausgeputzt. Ein weies
+Spitzenfichu schmiegte sich in weichen Falten um ihren Hals, und eine
+blarote Rose, seitwrts an demselben befestigt, kleidete sie ganz
+allerliebst. Sie war tadellos und sah trotz des einfachen braunen Kleides
+sehr geputzt aus.
+
+An Gretes ungeschickter Figur war nicht viel zu ndern. Lange Arme, groe
+Fe, schlechte Haltung und dicke Taille, das waren Dinge, die leider
+nicht zu verbergen waren, auch trugen die ungrazisen Bewegungen durchaus
+nicht zur Verschnerung bei.
+
+Fr dich ist die dunkle Tracht ganz vorteilhaft, meinte Orla, indem sie
+eine dicke Korallenkette aus ihrem Schmuckkasten nahm und sie dem darber
+hocherfreuten Gretchen um den Hals schlang. So, die will ich dir leihen,
+damit du nicht zu einfach aussiehst.
+
+Flora unterwarf sich keiner Musterung, sie fand es unntz, da ihr
+Geschmack weit eigenartiger sei als Orlas. Sie hatte mit endloser Mhe
+eine griechische Haartour zurechtgebracht. Im Nacken trug sie ihr Haar im
+Knoten, mit einigen herausfallenden Locken, vorn hatte sie dasselbe mit
+einem schwarzen Sammetbande, das mit weien Perlen benht war, dreimal
+abgebunden. In die Stirn fielen gekruselte Fransen.
+
+Sie fand sich entzckend, diese Haartour shnte sie sogar mit dem grnen
+Wollkleide aus, in dem sie lang und schlank wie eine wirkliche
+Hopfenstange aussah.
+
+Rosi hatte sich nicht besonders geschmckt. Ihr schwarzes Kaschmirkleid
+war unverndert geblieben. Eine weie Spitze am Halsausschnitt,
+zusammengehalten von einer Spitzenschleife, die einen silbernen Pfeil
+trug. So ging sie Sonntags gekleidet und Frulein Raimars Vorschrift
+lautete, da sie sich heute sonntglich kleiden sollten.
+
+O Gott, wie hausbacken siehst du aus, Rosi! Als ob du in die Kirche gehen
+wolltest, so ernst und feierlich! rief Orla. Hast du denn nicht ein
+farbiges Band anstatt der weien Schleife?
+
+Sie hatte keins und jetzt half Melanie aus. Bereitwillig lieh sie Rosi
+eine ganz neue rosa Atlasschleife und freute sich herzlich, wie furchtbar
+nett sie derselben stand.
+
+Betrachte dich nur einmal, sagte sie und hielt ihr den Handspiegel vor
+die Augen. Nun, was meinst du dazu? Nicht wahr, jetzt siehst du nicht
+mehr aus wie {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gottesfurcht vom Lande{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}!
+
+Die Schleife gefllt mir wohl gut, meinte Rosi, aber es ist mir ein
+peinliches Gefhl, geliehene Sachen zu tragen.
+
+_O sancta simplicitas!_ rief die geniale Flora. Kind, du gehst in
+deiner Pedanterie wirklich zu weit! Unter Freundinnen herrscht Gleichheit,
+da kann von geliehenen Sachen keine Rede sein!
+
+Und um dies Wort gleichsam zur That zu machen, griff sie in Melanies
+offenstehenden Blumenkasten, nahm eine feuerfarbene Nelke heraus und
+befestigte dieselbe an ihrem Grtel.
+
+Du erlaubst doch, Melanie? fragte sie so nebenhin, die rote Farbe steht
+mir wirklich brillant! und mit einem wohlgeflligen Blick betrachtete sie
+sich in dem Spiegel.
+
+Nellie und Ilse, wo bleiben sie nur? fragte Orla.
+
+Eben traten sie ein. Beide waren geschmackvoll gekleidet. Nellie im
+schottischen Kleide, am Hals und den Aermeln mit echten Spitzen garniert,
+sah grazis und vorteilhaft aus, ebenfalls Ilse, die ber ihr blaues Kleid
+einen breiten Spitzenkragen gelegt hatte. Darber trug sie die
+Korallenkette, mit welcher auch Nellie sich geschmckt hatte.
+
+Schnell noch diese Margueriten in dein Haar! rief Melanie und machte
+Miene, dieselbe Ilse in ihren Locken zu befestigen. Aber die wehrte es ab.
+
+Geh mit deinen Blumen! entgegnete sie abwehrend, ich mag die toten,
+nachgemachten Dinger nicht leiden!
+
+Wie du willst, sagte Melanie etwas schnippisch und warf die verschmhten
+Gnseblmchen wieder in den Kasten.
+
+Die Mdchen verlieen das Zimmer und stiegen die Treppe hinunter.
+
+Orla ist doch die eleganteste von uns, bemerkte Melanie nicht ohne einen
+Anflug von Neid zu Nellie, und musterte die vor ihr Gehende, die
+allerdings in der blauen Samttaille und einem gleichfarbig seidenen Rocke
+hchst vornehm erschien. Freilich in Samt und Seide kleiden mich meine
+Eltern nicht, so reich sind wir nicht.
+
+Thut nix! erwiderte Nellie, man mu mit weniges auch zufrieden sein!
+
+Bitte, bitte - wartet einen Augenblick! rief es pltzlich hinter ihnen.
+
+Annemie war es, die in voller Eile allen nachgelaufen kam. Ich bin noch
+nicht ganz fertig, fuhr sie atemlos fort, ich kann aber nichts dafr!
+Als ich mein Kleid berzog, ri ein Band irgendwo, - nun hngt der eine
+Zipfel vom Ueberwurfe bis auf die Erde. Bitte, seht einmal nach!
+
+Alle waren stehen geblieben und betrachteten Annemie. Nellie, praktisch
+wie immer, untersuchte gleich, wo der Schaden sa.
+
+Komm her, sagte sie, ich werde dir ausbessern. Aber ein Nadel und Faden
+mu ich haben, dann nhe ich dir gleich mit weniger Stich in Ordnung.
+
+Sei nicht umstndlich, meinte Flora. Hier hast du eine Stecknadel,
+damit wirst du es ebenso gut machen knnen. Wie manchmal habe ich mir
+schon ein Band oder einen kleinen Ri schnell mit der Nadel gesteckt.
+
+Aber davon wollte die Englnderin nichts wissen. Sie nahm Annemie mit in
+ihr Zimmer und nhte die wenigen Stiche.
+
+Bitte, liebe, gute Nellie, mir ist hier am Aermel ein Endchen Spitze
+abgerissen, willst du mir nicht die gleich annhen? Du bist auch ein
+Engel!
+
+Nellie brachte auch diesen Schaden in Ordnung, und als sie fertig war,
+zupfte sie an Annemie hier und dort zurecht, nichts sa an der kleinen,
+runden Lachtaube, wie es sitzen mute. Die Handschuhe waren nicht
+zugeknpft, die Halskrause sa schief und an dem halbhohen Lackschuh
+fehlte ein Knpfchen.
+
+Du bist aber ein sehr unordentlich' Mdchen, liebes Lachtaube, schalt
+Nellie, aber ich kann dich nicht helfen, du mut mit deiner abgerissener
+Knopf gehen. Es schlgt sechs, wir mssen pnktlich erscheinen.
+
+Die brigen Mdchen hatten an der Treppe gewartet, jetzt gingen alle
+zusammen hinunter und an der Thr des Saales blieben sie stehen, sie
+hatten mit einem Male keinen Mut, hineinzugehen.
+
+Ich hre sprechen, sagte Orla gedmpft, ich glaube, die Herren sind
+schon da.
+
+Sie legte das Ohr an die Thr und horchte.
+
+Wirklich, sie sind da! besttigte sie.
+
+Lass' mich durchs Schlsselloch sehen, Orla, bat die neugierige Flora
+und schob die erstere leicht beiseite.
+
+Sie beugte den Kopf, als sie das Auge an die Thr legen wollte, packte
+Grete der Uebermut, so da sie Flora einen Sto gab und diese mit dem
+Haupte gegen die Thr flog. Das war ein Schreck! Wie der Wind flogen alle
+bis an das andre Ende des Vorsaals, - wenn Frulein Raimar das Gerusch
+gehrt htte! Dann sind wir einfach furchtbar blamiert, erklrte Melanie
+und schalt Grete albern und ungezogen.
+
+Du bist ein Tollpatsch, Grete, im hchsten Grade ungebildet! sagte Flora
+entrstet, und Annemie lachte, da ihr die hellen Thrnen ber die Wangen
+liefen.
+
+Sei mir nicht bse, da ich dich auslache, Flora, sagte diese, aber ich
+kann nicht anders. Du sahest zu komisch aus und machtest ein so entsetztes
+Gesicht, als du mit deinem griechisch frisierten Kopf gegen die Thr
+flogst.
+
+Frulein Raimar hatte wirklich ein Klopfen an der Thr vernommen, sie
+ffnete dieselbe, und als sie die Mdchen stehen sah, rief sie ihnen zu,
+sich zu beeilen.
+
+Das war ein kritischer Moment. Unbemerkt stieen sie sich untereinander an
+und stritten sich leise, wer die erste sein solle.
+
+Du mut vorangehen, Orla, du bist die lteste, flsterte Ilse.
+
+Ich bin die jngste, ich komme zuletzt! rief Grete, die sonst immer mit
+ihrem Munde die erste war.
+
+La mich die letzte sein, Grete, bat Annemie, ich habe mich noch nicht
+ausgelacht.
+
+Rosi war die verstndige, wie immer. Komm, Orla, sagte sie, wir drfen
+Frulein Raimar nicht warten lassen. Wir benehmen uns berhaupt hchst
+kindisch, finde ich. An allem ist Gretes Albernheit schuld.
+
+Das gute Beispiel der beiden Aeltesten wirkte wohlthuend auf die brigen.
+Sie nahmen sich zusammen und gingen ruhig und ernst in den Saal.
+
+Meine Damen, erlauben Sie, da ich Ihnen die Herren vorstelle, mit
+diesen Worten empfing sie der Tanzlehrer. Es folgten Verbeugungen von
+beiden Seiten.
+
+Flora schwamm in Seligkeit, sie hatte unter den Herren einen Primaner
+erkannt, fr den sie bereits lngst im Geheimen schwrmte. Erst krzlich
+hatte sie ihn als Apoll in Jamben besungen.
+
+Frulein Gssow stand neben der Vorsteherin und hatte ihre Freude an den
+jungen Mdchenblten. An Ilse hing ihr Auge am zrtlichsten. Wie reizend
+hatte sich ihr Liebling entfaltet! Krperlich und seelisch. Wie viel
+gleichmiger war das strmische Kind geworden. Wo war der bse Trotz
+geblieben?
+
+Sie verglich Ilse mit den brigen und fand, da sie nicht allein die
+hbscheste, sondern auch weit natrlicher und unbefangener war, als die
+meisten andern. Keine Spur von Koketterie uerte sich in ihrem Wesen,
+frei und frhlich blickte sie mit den groen Kinderaugen in die Welt und
+schien die glckliche Frage auszusprechen: Liebe Welt, bist du immer so
+schn?
+
+Melanies Zge waren regelmiger, aber lngst nicht so unbewut lieblich,
+man merkte dem hbschen Mdchen an, da sie schon gar zu oft den Spiegel
+um seine Meinung befragte.
+
+Flora und Melanie standen beisammen und machten ihre Bemerkungen ber die
+Herren, zu denen sie verstohlen hinber schielten. Natrlich gaben sie
+sich den Schein, als ob sie sich gar nicht um dieselben kmmerten.
+
+Orla war aufrichtiger. Sie hatte den Klemmer auf die Nase gesetzt und
+betrachtete die Jnglinge ganz ungeniert. Spter erhielt sie einen Tadel
+deswegen von der Vorsteherin.
+
+Grete und Annemie hatten sich in eine Fensternische gesetzt und kicherten
+und schwatzten das dummste Zeug. Sogar Nellie war nicht ganz frei von
+einer harmlosen Gefallsucht. Sie hatte sich so zu setzen gewut, da ihr
+kleiner, schmaler Fu im Goldkferstiefel wie absichtslos unter ihrem
+Kleide hervorsah. Rosi war natrlich weder kokett, noch empfand sie die
+geringste Erregung. Ruhig und freundlich, wie immer, sa sie da, und so
+tadellos gerade hielt sie sich, da sie auch in der Tanzstunde das
+Musterkind fr die andern war.
+
+Anfangen! rief der Tanzlehrer und klatschte in die Hnde.
+
+Und das Orchester, das aus einem Klavier und einer Geige bestand, begann.
+
+Wie herrlich klang die Musik den jungen, unverwhnten Ohren, wie
+furchtbar entzckend fanden sie die Walzerklnge. -
+
+Bitte die Herren, sich zu engagieren! kommandierte der Tanzlehrer, und
+wie von einem Zauberstabe berhrt strzten die tanzlustigen Jnglinge auf
+die Dame zu, die sich ein jeder bereits still und verschwiegen als Ziel
+seiner Wnsche ausgesucht hatte.
+
+Vor der blendenden Melanie verbeugten sich zugleich drei Herren. Welch ein
+Triumph fr ihr eitles Herz! - Leider konnte sie nicht mit allen dreien
+auf einmal tanzen und mute sich mit der Genugthuung begngen, da alle
+Anwesende doch sicher diese Auszeichnung bemerkt hatten. - Alle wohl
+nicht, aber Flora und Grete hatten sie bemerkt und muten die schmerzliche
+Erfahrung machen, da die Verschmhten zu ihnen kamen, um sie zu erlsen.
+Sie waren von all den jungen Damen die allein Uebriggebliebenen. Flora
+fhlte sich besonders tief gekrnkt und mit neidischen Blicken folgte sie
+Ilse, die eben mit Apoll an ihr vorberwalzte.
+
+Recht lebhaft war die Unterhaltung am ersten Herrenabend nicht. Die
+Gegenwart der Vorsteherin, ihre beobachtenden Blicke legten einigen Zwang
+auf. Nellie, die sich sehr zusammennahm, um ja keinen Sprachfehler zu
+machen, war ganz besonders schweigsam, und einige Male, als sie angeredet
+wurde und sich recht gewhlt ausdrcken wollte, brachte sie die
+drolligsten Dinge zum Vorschein.
+
+Ein junger Mann erzhlte ihr, da er in einigen Jahren, wenn er
+ausstudiert habe, nach England gehen werde. Werden Sie dort verstndig
+(bestndig, meinte sie) sein? fragte sie. - Ein andrer fragte, ob sie
+gern in Deutschland weile. O ja, ich bin ganz verliebt in der Deutsche!
+gab sie freudig zur Antwort.
+
+Aber Nellie konnte nie miverstanden werden. Ihre kindliche Naivett nahm
+sofort alle Herzen fr sie ein. Die jungen Herren waren denn auch smtlich
+entzckt von der jungen Englnderin, und da sie obenein sehr gut tanzte,
+wurde sie bald zum allgemeinen Liebling erkoren.
+
+Grete wurde ihre schweigsame Zurckhaltung uerst sauer, verschiedene
+Male fiel sie aus der Rolle. Einmal ertappte sie Orla, die gerade hinter
+ihr stand, auf einer argen Indiskretion.
+
+Wie heit die junge Dame mit den Locken? wurde sie von ihrem Tanzherrn
+gefragt.
+
+Das ist Ilse Macket, gab Grete schnell zur Antwort. Und nun fing sie an,
+ausfhrlich ber dieselbe zu berichten. Sie ist erst seit Juli hier,
+fuhr sie fort und der Mund ging ihr wie eine Plappermhle, ihr Vater
+brachte sie hierher. Sie ist nmlich weit her, aus Pommern, und, denken
+Sie sich, sie hatte ihren Hund mitgebracht und wollte ihn durchaus mit in
+die Pension nehmen! Natrlich Frulein Raimar erlaubte es ihr nicht. Ach,
+und ungeschickt war sie! Kein Mensch kann sich davon einen Begriff machen.
+Einmal hat sie einen ganzen Sto Teller -
+
+Grete, unterbrach Orla ihren Redeflu, du verlierst eine Nadel. Tritt
+einen Augenblick mit mir zur Seite, damit ich sie wieder befestige.
+
+Wie ungezogen, wie abscheulich von dir! schalt Orla, indem sie sich
+scheinbar an Gretes Kragen zu schassen machte. Warum blamierst du Ilse
+so? - Du siehst den Herrn heute zum ersten Male und machst ihn sofort zum
+Mitwisser unsrer Pensionsgeheimnisse! Mchtest du denn, da die arme Ilse
+verspottet wrde?
+
+Grete erschrak. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Die Schwatzhaftigkeit
+war wieder einmal mit ihr durchgegangen und hatte ihr einen bsen Streich
+gespielt.
+
+Hchst betrbt und niedergeschlagen trat sie wieder in die Reihe der
+Tanzenden. Sie fate auch den festen Entschlu, in Zukunft vorsichtiger zu
+sein, aber wie lange! Es ist so schwer, eine lebhafte Zunge zu zgeln!
+
+Doch es liegt nicht in meiner Absicht, die Tanzstundenereignisse genau und
+ausfhrlich zu schildern. Ich nehme an, meine Backfischchen, denen ich
+meine Erzhlung widme, haben die Leiden und Freuden derselben aus eigener
+Erfahrung bereits kennen gelernt. Es ist immer dasselbe. Harmlose
+Koketterien, kleine Eiferschteleien, ein wenig Neid, schwrmerische
+Verehrung, etwas Courschneiderei, zuweilen auch Klatscherei - u. s. w.
+Dazu noch die kleinen Aufmerksamkeiten, die hinter den Kulissen spielen,
+z. B. Fensterparaden, duftige Blumenspenden, manchmal sogar eine
+gemeinsame Schlittschuhpartie auf dem Eise.
+
+Die letztgenannten Aufmerksamkeiten waren natrlich vollstndig
+ausgeschlossen in der Pension. Frulein Raimar wrde dieselben nicht
+geduldet haben. Streng hielt sie darauf, da auer den Tanzstunden nicht
+die geringste Annherung mit den Herren stattfand. In diesem Punkte kannte
+sie keine Nachsicht.
+
+Schon in hchstem Grade unangenehm war es ihr, da die jungen Leute sich
+herausnahmen, ihre tglichen Spaziergnge mit den Zglingen zu
+durchkreuzen und grend an ihnen vorberzuschreiten. Es war ihr geradezu
+unbegreiflich, wie sie es herausbrachten, welchen Weg sie whlte. Denn
+wenn sie ihre junge Schar heute durch den Park - morgen in dieses Thal -
+bermorgen ber jenen Berg fhrte, immer konnte sie berzeugt sein, die
+roten Primanermtzen auftauchen zu sehen - sie konnte ihnen nicht
+entgehen. Die Lsung dieses Rtsels war einfach genug, der Verrat wurde
+durch die Tagesschlerinnen ausgefhrt. Sie waren die Vermittlerinnen
+zwischen ihren Brdern, Vettern oder Bekannten und den Pensionrinnen. Sie
+schmuggelten Gre, Gedichte, sogar Photographien ein und Flora benutzte
+diesen Weg, ihr Album den Herren zuzusenden mit der Bitte, ein
+selbstverfates Gedicht hineinzuschreiben.
+
+Eines Tages, es war so ziemlich gegen den Schlu der Tanzstunden, erhielt
+Nellie nach dem Schulunterricht ein kleines Billet zugesteckt. Sie ging
+auf ihr Zimmer, wo Ilse anwesend war, und ffnete dasselbe.
+
+Wie albern! rief sie hocherrtend aus, als sie die wenigen Zeilen
+gelesen hatte. Wie kann der einfltige Mensch sich so dreist gegen mir
+benehmen! Ich habe ihm nie Ursach' zu so groe Dreistigkeit gegeben! Und
+sie zerri die Zeilen.
+
+Ehe noch Ilse ihre Meinung aussprechen konnte, kam Melanie hereingestrzt,
+strahlend vor Eitelkeit und Freude.
+
+Kinder! rief sie mit ihrer lispelnden Stimme, ich mu euch etwas
+mitteilen! Aber verratet mich nicht! Schwrt, da ihr niemand etwas sagen
+werdet! Du auch, Grete, wandte sie sich an die eintretende Schwester.
+
+Natrlich wartete sie in ihrer Erregung den Schwur gar nicht ab, sondern
+geheimnisvoll die Thr verriegelnd zog sie ein kleines Briefchen aus ihrer
+Kleidertasche und begann vorzulesen.
+
+
+
+
+
+
+Mein gndiges Frulein!
+
+Sie wrden mich zu dem glcklichsten aller Sterblichen machen, wenn Sie
+mir Ihre Photographie verehrten! - Meine Bitte ist khn, ich wei es, aber
+Sie werden mir diese Khnheit gromtig verzeihen, wenn ich Ihnen gestehe,
+da es mein glhendster Wunsch ist, Ihre wunderbar klassischen Zge
+tglich, stndlich sehen und anbeten zu knnen.
+
+Darf ich auf Ihre Gnade hoffen?
+
+ _Georg Breitner_.
+
+
+
+
+
+
+Nellie hatte die Papierstckchen von der Erde aufgenommen und dieselben so
+ziemlich wieder zusammengesetzt auf ihrer Kommode. Nun las sie die Zeilen
+vor. Sie waren von demselben Verfasser und enthielten die gleiche Bitte,
+nur waren die Worte ein wenig anders gesetzt, auch nannte er Nellies Zge
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}liebreizend{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} anstatt {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}klassisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}.
+
+Sie wurde doch etwas herabgestimmt bei dieser Entdeckung, die
+siegesstrahlende Melanie! Einen Augenblick schwieg sie und sah Nellie an.
+
+Was thun wir, Nellie? fragte sie dann, wir knnen doch Herrn Breitner
+die Bitte nicht abschlagen!
+
+Du darfst dein Bild nicht geben! platzte Grete, die nebenbei etwas Neid
+gegen die weit hbschere Schwester empfand, heraus. Auf keinen Fall, oder
+ich schreibe es dem Papa!
+
+Dich habe ich nicht um deine Meinung gefragt! gab Melanie kurz zur
+Antwort. Nellie, was sagst du?
+
+Aber, Melanie! rief Ilse ganz erregt, wie kannst du nur einen
+Augenblick im Zweifel sein! Du wirst doch wahrhaftig dein Bild nicht an
+einen Herrn verschenken, der dir eigentlich ganz fremd und noch kein
+ordentlicher Herr ist! Er will dich zum Narren halten, weiter nichts!
+
+Du schwatzest geradezu Unsinn, liebe Einfalt vom Lande! entgegnete
+Melanie gereizt. Was verstehst du denn unter {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ordentliche Herren{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}?
+
+Solche, die nicht mehr in die Schule gehen und auf Schulbnken sitzen!
+erklrte Ilse. Herr Georg Breitner wird dein Bild mit in die Klasse
+nehmen und die {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Herren{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Schler werden es bewundern. Dann bist du
+furchtbar blamiert!
+
+Nellie, du bist ja so still! wandte sich Melanie etwas kleinlauter als
+vorhin an diese, sage doch, was wir thun sollen!
+
+O gar nix! entgegnete dieselbe trocken, wir werden thun, als ob wir der
+dumm' Brief nicht bekommen haben.
+
+Und wenn er fragt? Was sagen wir dann, Nellie?
+
+O, auch nix. Wir zucken mit die Schulter und schweigen. Das nennt man in
+Deutsch: Mit Nichtachtung verstrafen!
+
+Einverstanden war Melanie durchaus nicht mit dieser Entscheidung, sie
+htte so gern ihr klassisches Konterfei vergeben, trotzdem mute sie
+sich der Notwendigkeit fgen. Warum mute er auch noch um Nellies
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}liebreizendes Bild{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bitten?
+
+Ihr habt furchtbar de Ansichten! sagte sie spottend und verlie das
+Zimmer.
+
+ * * *
+
+Die Tanzstunde nahte ihrem Ende. Leider! seufzten die jungen Leute.
+Frulein Raimar indes atmete auf, denn wenn sie auch der Jugend gern
+frhliche Stunden bereitete, so sehnte sie doch wieder Ruhe und
+Gleichmigkeit zurck, weil sie die Erfahrung gemacht hatte, da durch
+die Zerstreuung stets der rechte Ernst zum Lernen etwas abhanden kam.
+
+Den Schlu und Glanzpunkt bildete alljhrlich ein kleiner Ball, und
+morgen, am Sonnabend, sollte derselbe stattfinden.
+
+Die Benennung Ball klingt eigentlich zu hoch fr das kleine Fest. Es
+wurden noch einige Gste geladen, das Orchester schwang sich zu einer
+zweiten Geige auf, dem Thee nebst belegten Butterbroten folgte eine
+leichte Bowle mit Pfannkuchen, und die jungen Mdchen zogen ihre besten
+Kleider an. Das war alles!
+
+Aber der groe Saal erhielt ein festliches Ansehen, dafr trug stets
+Frulein Raimar Sorge. Sie liebte es, den Schnheitssinn ihrer jungen
+Zglinge zu wecken, damit dieselben spterhin imstande seien, mit wenigen
+Mitteln auch dem einfachsten Feste ein knstlerisches Ansehen zu geben.
+
+Soeben stand sie neben dem Grtner und ordnete an, wie er die Tannen, die
+er am Morgen aus dem Walde geholt, mit blhenden Topfgewchsen zu
+lauschigen Ecken und Pltzen gruppieren solle. Als das geschehen war,
+mute er Konsolen von rotem Thone zwischen verschiedenen Wandleuchtern
+befestigen, - ppige Schlingpflanzen wurden darauf gestellt und fielen
+anmutig herab. Auch der altmodische Kronleuchter, geformt wie eine
+bronzene Schale mit Lichterarmen, erhielt seinen grnen Schmuck. Es wurde
+eine Schlingpflanze in die Schale gestellt, so da die grnen Ranken
+zwischen den Armen herabfielen. Am Abend, wenn die Kerzen brannten, machte
+dieser einfache Schmuck einen reizend malerischen Eindruck.
+
+Als alles fertig war, bersah die Vorsteherin noch einmal den Saal, und
+recht befriedigt verlie sie denselben.
+
+Die jungen Mdchen waren natrlich in groer Aufregung. Es war der erste
+Ball, der ihnen bevorstand, und dieses wichtige Ereignis nahm all ihre
+Gedanken in Anspruch. Einige betrachteten wieder und wieder die duftigen
+Kleider, andre versuchten besondere Haartrachten, so Flora, die eine
+Passion dafr hatte, wieder andre probierten die Kleider an, der
+Sicherheit wegen, wie Nellie meinte, die soeben mit Ilse die
+Weihnachtskleider von der Schneiderin erhalten hatte. Gerade als beide
+angekleidet dastanden, kam Lilli hereingejubelt.
+
+Ich geh mit auf euren Ball! rief sie, das Frulein hat es mir erlaubt.
+Und mein neues, weies Kleiderl zieh ich an und die rote Atlasschrpe
+bind' ich um, - und ich darf halt mittanzen! Ich freu mich halt zu sehr
+auf morgen!
+
+Und sie fate mit beiden Hndchen an ihre Schrze und tanzte zierlich und
+grazis durch das Zimmer.
+
+Es war schon ziemlich dunkel, und die Kleine hatte nicht bemerkt, wie
+geputzt Nellie und Ilse waren. Als die erstere Licht anzndete, blieb sie
+pltzlich berrascht stehen und sah erstaunt von einer zur andern.
+
+Wie schn schaut ihr aus! rief sie bewundernd und mit gefaltenen Hnden,
+und fast andchtig sah sie die beiden Mdchen an.
+
+Weit, Ilse, fuhr sie lebhaft fort, du schaust aus gerad wie des
+Kaisers Tochter! Ich fhr' dich morgen in den Saal - bitt' schn!
+
+Ilse nahm ihren Liebling zrtlich in den Arm und kte ihn herzhaft auf
+den Mund. Du bist ja so hei, Lilli, sagte sie und befhlte Stirn und
+Wange des Kindes. Fehlt dir etwas?
+
+Der Kopf thut mir halt a bissel weh, entgegnete Lilli, aber gar nit
+viel, - gewi nit, beteuerte sie, als Ilse sie besorgt ansah. Morgen
+thut er nit mehr weh, - morgen geh ich ganz gewi auf den Ball! Du gehst
+auch mit, sagte sie zu ihrer Puppe, die nach ihrer Geberin, Ilse, getauft
+war. Aber artig mut halt sein, sonst wirst in dein Bett gesteckt! -
+
+ Doch mit des Geschickes Mchten
+ Ist kein ew'ger Bund zu flechten
+ Und das Unglck schreitet schnell.
+
+Acht Tage spter schrieb Flora diese inhaltschweren Worte in ihr
+Tagebuch. -
+
+Am andern Morgen lag Lilli heftig fiebernd in ihrem Bette. Der
+herbeigerufene Arzt machte ein ernstes Gesicht. Sie hat starkes Fieber,
+sagte er und verordnete Eisumschlge auf den Kopf, die jede halbe Stunde
+gewechselt werden muten. Das lebhafte Kind lag still und teilnahmlos da.
+
+Frulein Gssow sa recht sorgenvoll an Lillis Bett, die eben etwas
+eingeschlummert war. Die Vorsteherin beruhigte sie und meinte, da Lillis
+ganze Krankheit ein heftiges Schnupfenfieber sein werde, sie habe bei
+Kindern oftmals hnliche Flle erlebt.
+
+Die junge Lehrerin schttelte unglubig den Kopf. Wenn nur der Ball heute
+abend nicht wre! sprach sie seufzend. Der Lrm im Hause und das kranke
+Kind - es will mir nicht in den Kopf! - Wenn wir ihn hinausschben,
+Frulein?
+
+Sie sehen zu schwarz, liebe Freundin, entgegnete die Vorsteherin. Der
+Lrm wird Lilli nicht stren, wie sollte er aus dem Vorderhause bis
+hierher in Ihr stilles Zimmer dringen? Bedenken Sie, wie sehr sich die
+Kinder auf den heutigen Abend gefreut haben; wie grausam wre es, wollten
+wir ihre Freude zerstren! Noch sehe ich keine Gefahr und wir knnen
+unbesorgt den Ball stattfinden lassen.
+
+Ball! wiederholte Lilli, die erwacht war und das Wort gehrt hatte; ich
+will tanzen! Zieh mich an, Frulein! Bitt schn, la mich tanzen!
+
+Frulein Gssow warf der Vorsteherin einen verstndnisvollen Blick zu,
+jetzt mute dieselbe sich doch berzeugen, wie krank die Kleine war, - sie
+phantasierte.
+
+Aber Frulein Raimar war nicht berzeugt und auch nicht erschrocken. Sie
+trat zu Lilli an das Bett und ergriff deren Hand.
+
+Es ist ja noch heller Tag, Lilli, sagte sie freundlich; siehst du
+nicht, wie die Sonne scheint? Heute abend sollst du tanzen, jetzt ist es
+noch viel zu frh. Lege dich nieder und schlafe noch etwas; wenn du
+aufwachst, bist du gesund und ziehst dein gesticktes Kleid an.
+
+Die liebe Sonn scheint, wiederholte das Kind, wie aus einem Traume
+erwachend, und sah mit mden Augen zum Fenster hinaus. Dann legte sie die
+Hand gegen die Stirn und sagte leise: Ach Gotterl, Frulein, mir thut der
+Kopf halt so weh!
+
+Das wird sich geben, mein Herz. Nimm nur recht artig deine Medizin ein.
+
+Sie kte Lilli und versicherte der sehr gengstigten Lehrerin, das
+Phantasieren der kleinen Kranken habe nichts zu bedeuten, bei lebhaften
+Kindern stelle sich dasselbe bei einem harmlosen Schnupfenfieber ein. Und
+mit diesem aufrichtig gemeinten Troste verlie sie das Zimmer.
+
+Es schien, als habe sie wahr gesprochen. Gegen Mittag schlief Lilli ein.
+Das Fieber hatte etwas nachgelassen und Frulein Gssow atmete erleichtert
+auf. Als Ilse kam und teilnehmend mit trauriger Miene nach Lillis Befinden
+fragte, winkte sie derselben freudig zu und flsterte: Sie schlft, - es
+scheint eine Besserung eingetreten zu sein.
+
+Ilse teilte sofort diese gute Nachricht den Freundinnen, die schon in
+ngstlicher Sorge um den kleinen Liebling waren, mit, und brachte sie alle
+wieder in frhliche Stimmung. Nur Flora blieb bei ihren dsteren
+Prophezeiungen.
+
+Meine ahnungsvolle Stimme tuscht mich nicht, ich fhle es, der Tod wird
+diese zarte Knospe brechen, sagte sie in tragischem Tone und probierte
+dabei ihre neuen Ballschuhe an, streckte den Fu weit von sich und
+bewunderte mit sehr befriedigter Miene die zierliche, elegante Form des
+Schuhes. Es war ihr wenig ernst mit ihren dstern Ahnungen!
+
+Lillis Besserung war leider nur trgerisch gewesen. Whrend die jungen
+Mdchen heiter und glcklich Toilette zum frhlichen Feste machten, lag
+sie im heftigsten Fieber.
+
+Frulein Gssow wich nicht von ihrem Bette und erklrte mit aller
+Bestimmtheit, da sie diesen Platz nicht verlassen werde. Auf Frulein
+Raimars Wunsch wurde die Verschlimmerung der Krankheit vorlufig geheim
+gehalten; sie mochte keinen Miklang in die unbefangene Freude ihrer
+Zglinge bringen, mute sie sich doch bei ruhiger Ueberzeugung sagen, da
+nichts damit gebessert werde. - So blieb denn die junge Lehrerin allein im
+Krankenzimmer. Sie hrte das unruhige Getappel im Vorderhause; dann und
+wann schlug wohl ein frhliches Lachen an ihr Ohr - und endlich vernahm
+sie die gedmpften Tne der Polonaise.
+
+Ilse, komm! rief Lilli pltzlich und Frulein Gssow fuhr erschreckt
+zusammen. Ilse, bitt, bitt schn, komm! Ich fhr dich in den Saal, komm!
+- Hoch hatte sie sich im Bett aufgestellt und machte alle Anstrengungen,
+aus demselben zu springen.
+
+Frulein Gssow legte den Arm um das fiebernde Kind und versuchte es
+niederzulegen, aber Lilli stie sie von sich.
+
+Geh fort! rief sie; du bist nit des Kaisers Tochter, du hast kein
+schnes Kleiderl an! - Ilse! Ilse komm!
+
+Angstvoll und gellend stie sie ihre Worte heraus und mit starren Augen
+blickte sie ihre Pflegerin an.
+
+Wenn du ruhig bist, wird Ilse kommen, sagte dieselbe mit zitternder
+Stimme, die Angst schnrte ihr fast die Kehle zu. Sei ruhig, mein
+Liebling, willst du? Lege dich nieder - ganz still - so. Und sie bettete
+mit sanfter Gewalt die immer noch aufrechtstehende Lilli in die Kissen.
+
+Ganz still, wiederholte das Kind mechanisch; Ilse komm, - ganz still!
+
+Frulein Gssow zog an der Klingelschnur, und nach einiger Zeit
+ngstlichen Harrens erschien die Kchin. Sie war die einzige, welche die
+Glocke vernommen hatte, die beiden andern Dienstboten waren im Vorderhause
+beschftigt.
+
+Rufe sofort Frulein Ilse, gebot sie mit halblauter Stimme, und dann
+hole den Arzt. Das Kind ist sehr krank. Aber still und ohne Aufsehen,
+Brbchen, niemand darf es wissen.
+
+Aber wenn mich Frulein Raimar fragen sollte, wandte die etwas
+schwerfllige Kchin ein, dann mu ich es ihr sagen, nicht?
+
+Sie wird dich nicht fragen, wenn du deine Sache klug machst. Eile dich
+nur, ich bitte dich!
+
+Der Zufall kam Brbchen zu Hilfe. Gerade als sie sich dem Saale nherte,
+traten Ilse und Nellie lachend und plaudernd, mit ganz erhitzten Wangen,
+Arm in Arm, aus der Thr desselben.
+
+Geheimnisvoll winkte ihnen die Kchin zu. Frulein Ilschen, sagte sie,
+Sie mchten gleich zu Frulein Gssow kommen!
+
+Es ist doch nichts passiert, Brbchen? fragten beide Mdchen fast
+zugleich.
+
+O nein, passiert gerade nichts, aber das Kind ist krnker geworden, ich
+soll gleich den Doktor holen. Es soll aber niemand etwas wissen. Sie
+brauchen keine Angst zu haben, Fruleinchens, beruhigte sie, als sie die
+erschrockenen Gesichter vor sich sah, so schnell geht das nicht mit so
+kleinen Kindern. Krank - tot - gesund - man wei nicht, woher es kommt!
+Aber nun will ich laufen! Und wie der Wind war sie die Treppe hinunter
+und zum Hause hinaus.
+
+Ich gehe mit dich, sagte Nellie, aber Ilse wehrte ihr ab.
+
+Du mut in den Saal zurckkehren, Nellie, erklrte Ilse entschieden, es
+wrde Aufsehen erregen, wenn wir beide fehlten. Ich gehe allein und bringe
+dir bald Bescheid.
+
+Traurig sah Nellie der Freundin nach, dann kehrte sie zurck in den
+hellerleuchteten Saal. Schwer legte es sich auf ihr Herz, als sie ringsum
+nur glckliche, frhliche Menschen sah - unwillkrlich fllte sich ihr
+Auge mit Thrnen.
+
+Aber ihr betrbtes Gesicht durfte niemand sehen, sie trat deshalb
+unbeachtet hinter eine Tannengruppe.
+
+Einer indes hatte sie doch beachtet und das war Doktor Althoff. Als er sie
+mit so ernstem Gesicht eintreten und gleich darauf verschwinden sah,
+nherte er sich ihr langsam.
+
+Weshalb suchen Sie die Einsamkeit, Mi Nellie? fragte er herzlich.
+Haben Sie Kummer?
+
+O Herr Doktor, ich ngstige mir so um das Kind! Brbchen hat Ilse gerufen
+und holt jetzt der Arzt! Und Nellies sonst so frhliche Augen blickten in
+Angst und Trauer den jungen Mann an.
+
+Doktor Althoff hatte sie nie so lieblich gesehen als in diesem
+Augenblicke.
+
+Die schelmische, lustige Nellie in dem duftigen, hellblauen Kleide, den
+Kranz von Tausendschn im goldblonden Haar, hatte ihn schon den ganzen
+Abend erfreut, die trauernde Nellie, die ein so warmes Mitgefhl verriet,
+entzckte ihn geradezu.
+
+Beruhigen Sie sich, trstete er, ich werde sofort in das Krankenzimmer
+gehen und verspreche Ihnen, Sie zu benachrichtigen, wie es dort steht.
+
+Als er die Thr desselben nach leisem Anklopfen ffnete, bot sich ihm ein
+rhrender Anblick dar. Ilse kniete an dem Bett und hatte ihr Haupt dicht
+neben Lillis Kpfchen gelegt, so da ihre braunen Locken sich mit den
+lichtblonden des Kindes mischten. Eine frische, rote Rose, der einzige
+Schmuck, den sie heute abend getragen, hatte sich aus ihrem Haar gelst
+und lag halb entblttert auf dem Boden. Frulein Gssow legte soeben einen
+neuen Eisumschlag auf der Kranken glhende Stirn.
+
+Doktor Althoff fragte nicht, - ein Blick auf die kleine Kranke sagte ihm
+alles. Gro und fremd sah sie ihn an, ihre Hndchen zuckten und griffen
+unruhig in die leere Luft. Als Ilse sich erheben wollte, klammerte sie
+sich fest an sie.
+
+Du sollst nit fortgehn, du bist des Kaisers Tochter! stie sie in
+abgerissenen Stzen heraus, du bist die Schnste! - Tanz mit mir - komm!
+
+Pltzlich sprangen ihre Phantasien davon ab, und sie sah Ilse fr das
+Christkind an.
+
+Du liebes Christkindl hast ein goldenes Kleiderl an, - und ein Kronerl
+tragst auf dem Kopf - ah, wie das strahlt! Du willst mit mir spielen,
+fuhr sie geheimnisvoll lchelnd fort, wart nur, ich komm zu dir, zu den
+lieben Engelein! - Ich komm - nimm mich mit!
+
+Ermattet sank sie nach diesem Anfall in die Kissen zurck.
+
+Ilse war wie gelhmt vor Schreck. Niemals zuvor hatte sie an dem Lager
+eines Schwererkrankten gestanden, es war daher natrlich, da sie ganz
+fassungslos war. Sie umklammerte Frulein Gssow und wurde totenbla, ohne
+ein Wort ber die bebenden Lippen zu bringen.
+
+Kehren Sie in den Saal zurck, Ilse, riet Doktor Althoff und ergriff
+ihre Hand. Kommen Sie, ich werde Sie fhren.
+
+Aber sie schttelte den Kopf. Ich bleibe hier, sagte sie leise aber
+fest, ich verlasse Lilli nicht.
+
+Und wie auch die Strau'schen Klnge der blauen Donau schmeichelnd und
+verlockend durch die Nacht in das stille Krankenzimmer drangen, Ilse
+dachte nicht daran, zur Lust und Freude zurckzukehren. Ihre ganze Seele
+war von den Leiden ihres Lieblings erfllt.
+
+Nur wenige Augenblicke lag Lilli still und mit geschlossenen Augen da,
+dann fing sie von neuem weit heftiger an zu phantasieren. Bald rief sie
+nach Ilse, um mit ihr zu tanzen, bald wollte sie mit dem Christkindl
+spielen, zuletzt fing sie an, mit leiser, matter Stimme zu singen: Kommt
+a Vogerl geflogen -
+
+Wie klang heute des Kindes Lied so weh und traurig! Ilse mute sich
+abwenden, heie Thrnen rannen ber ihre Wangen, es war, als msse ihr das
+Herz zerspringen.
+
+Ich befrchte das Schlimmste! sprach Frulein Gssow tief ergriffen.
+Wenn nur der Arzt kme!
+
+Nach kurzer Zeit, die den Wartenden eine Ewigkeit dnkte, trat derselbe
+ein. Sein Blick fiel auf das Kind, und er erschrak. Wie hatte es sich
+verndert, seitdem er es verlassen, was war seit gestern aus dem
+blhenden, lebensfrohen Wesen geworden! Die runden Wangen waren
+eingefallen und die groen, schwarzen Augen starrten wie abwesend in die
+leere Luft. Er nahm ihre Hand und fhlte nach ihrem Puls, - sie merkte
+nichts davon, leise fing sie wieder an zu singen: Und es kmmert sich ka
+Hunderl -
+
+Au, au! schrie sie pltzlich auf und griff nach ihrem Kopfe. Das
+Katzerl beit mich! Nimm es weg, Frulein! Au weh!
+
+Der Arzt rhrte ein Pulver in ein Glas Wasser und reichte es ihr. Nur
+mhsam war ihr dasselbe beizubringen und erst auf Ilses sanftes Zureden
+ffnete sie die Lippen. Nachdem sie getrunken, wurde sie ruhiger und
+verfiel in einen Halbschlummer.
+
+Wo wohnen die Eltern der Kleinen? wandte der Arzt sich an Frulein
+Gssow. Ich rate, dieselben unverzglich von der Krankheit zu
+benachrichtigen. Ich kann fr den Ausgang nicht stehen. - Wir haben es mit
+einer bsartigen Gehirnentzndung zu thun.
+
+Nur die Mutter lebt, nahm Doktor Althoff das Wort und erbot sich, sofort
+ein Telegramm an dieselbe abgehen zu lassen. Nach seiner Berechnung konnte
+sie schon am Abend des nchsten Tages eintreffen.
+
+Bevor er das Haus verlie, kehrte er noch einmal in den Saal zurck, um
+die Vorsteherin mit dem Ausspruch des Arztes bekannt zu machen. Nellie,
+die gerade mit Georg Brenner Franaise tanzte und nicht aus der Reihe
+treten konnte, warf einen ngstlich fragenden Blick auf ihn, flchtig nur
+streifte sie sein Auge, und doch erriet sie, da er nichts Gutes zu melden
+habe. O, wre nur der Tanz erst zu Ende, da sie ihn fragen knnte! Aber
+er wartete nicht darauf, nach wenigen Minuten verlie er schon wieder den
+Saal und lie Nellie in den peinlichsten Zweifeln zurck. War es schlimmer
+geworden? Der Vorsteherin ruhiges Gesicht gab ihr keine Antwort auf ihre
+Frage. Es lag dasselbe wohlwollende Lcheln auf demselben wie zuvor. Sie
+unterhielt sich mit einigen Gsten ohne jede sichtbare Erregung.
+
+Und doch war sie bis in das Innerste erregt. Aber sie verstand die seltene
+Kunst, sich meisterhaft zu beherrschen. Warum sollte sie pltzlich Schreck
+und Aufregung in die Freude bringen? In einer Viertelstunde war der Tanz
+vorber, dann sollten die jungen Mdchen sich niederlegen, ohne zu
+erfahren, wie es mit der Kranken stand. Die Jugend bedarf des Schlafes,
+sagte sie sich, besonders nach einer halb durchtanzten Nacht.
+Verschlimmerte sich Lillis Zustand, so erfuhren sie diese traurige
+Botschaft am Morgen noch frh genug.
+
+Ilses Verschwinden, das allgemein bemerkt wurde, hatte Nellie auf ihre Art
+entschuldigt, sie hatte jedem Fragenden geantwortet: O ja, sie wird
+gleich wieder da sein, sie hat nur auf ein Augenblick Kopfschmerzen. Der
+Vorsteherin hatte sie so halb und halb die Wahrheit gesagt. Aber der Ball
+ging zu Ende und Ilse war nicht wiedergekehrt. -
+
+Mi Lead hatte von der Vorsteherin den Auftrag erhalten, dafr Sorge zu
+tragen, da die Mdchen still und geruschlos ihre Gemcher aufsuchten,
+das wurde befolgt, aber als sie sich sicher glaubten, als die englische
+Lehrerin sich in ihr Zimmer zurckgezogen hatte, da huschten sie alle noch
+auf eine kurze Zeit zu Rosi hinber, deren Stbchen ganz am Ende des
+Korridors lag. Sie muten noch einen kurzen Austausch haben, ihre jungen
+Herzen waren zu voll von dem herrlichen Feste.
+
+Melanie brachte ihre duftigen Strue, die sie im Cotillon erhalten hatte,
+mit und breitete sie auf dem Tische aus. Mit wehmtiger Freude betrachtete
+sie den reichen Segen. Ach! rief sie aus, wie schade, da alles vorbei
+ist!
+
+Alles Schne ist vergnglich, nur die Erinnerung bleibt! entgegnete
+Flora weise. Und sie betrachtete bei ihren Worten die Photographie eines
+jungen Mannes, die sie vorsichtig und geschickt in ihrem Taschentuche
+verborgen hielt. - Es war Georg Breitners Bild. Er hatte dafr das ihrige
+eingetauscht.
+
+Ach, Kinder, es war doch zu schn! brach Annemie in pltzlicher
+Begeisterung aus. O, was ich euch alles erzhlen knnte!
+
+Und ich! Und ich! klang es durcheinander.
+
+Ihr wrdet staunen, wenn ich sprechen wollte! rief Melanie stolz und
+schlug ihr Auge kokett gen Himmel, ich habe viel erlebt! - In ihrem
+Eifer verga sie ganz, ihre Stimme zu dmpfen.
+
+Nicht so laut, Melanie, ermahnte Rosi und Orla stimmte ihr bei. Wir
+wollen zu Bett gehen, riet sie ernstlich, denn wenn ihr erst anfangt,
+eure Erlebnisse zu erzhlen, dann knnen wir bis zum hellen Morgen hier
+sitzen.
+
+Morgen ist Sonntag, da knnen wir ausschlafen! meinte Grete, die darauf
+brannte, die geheimnisvoll angedeuteten Geschichten zu hren. Wo sind
+denn aber Ilse und Nellie? unterbrach sie sich pltzlich und sah sich um;
+ich habe Ilse den ganzen Abend nicht gesehen. Hatte sie wirklich
+Kopfschmerzen? Kommt, wir wollen uns zu ihnen schleichen und nachsehen!
+
+Doch dieser allgemein Beifall findende Vorschlag kam nicht zur Ausfhrung.
+Eben als sie auf den Zehen einige Schritte gethan, stand Mi Lead wie ein
+Nachtgespenst vor ihnen.
+
+Wo wollt ihr hin? fragte sie erzrnt. Habe ich euch nicht Ruhe geboten?
+Sofort legt euch nieder, - und morgen werde ich euren Ungehorsam der
+Vorsteherin melden!
+
+So wurde es denn still in den oberen Rumen. Die plaudernden Lippen
+verstummten nach und nach - die Augen schlossen sich zu sem Schlummer
+und ein gtiger Traumgott fhrte die Schlafenden zurck in den festlichen
+Saal. Noch einmal lie er die Musik erklingen und die junge Schar im
+lustigen Tanze dahinfliegen. -
+
+O wie de ist die Wirklichkeit! war Melanies erstes Wort, als sie
+erwachte.
+
+ * * *
+
+In dem Krankenzimmer dachte man nicht an Schlaf, noch weniger an
+glckliche Trume. Traurig sah es dort aus. Lilli tobte zwar nicht mehr,
+aber sie lag ohne Teilnahme da. Das Fieber war noch immer im Zunehmen
+begriffen. Als die Vorsteherin eintrat, erhob sich der Arzt und teilte ihr
+seine Befrchtung mit. Ilse schluchzte leise in sich hinein; es wurde ihr
+so schwer, sich zu beherrschen.
+
+Geh zu Bett, Ilse, sprach Frulein Raimar sanft zu ihr, du darfst nicht
+lnger hier verweilen.
+
+Der Arzt stimmte energisch bei, und so schmerzlich bittend das junge
+Mdchen auch die Vorsteherin ansah, dieselbe beharrte bei ihrem Willen.
+
+Du bist ein gutes Kind, sagte sie weich und ihre Stimme klang wie
+verhaltene Thrnen, aber ich darf deinen Wunsch nicht erfllen. Ein
+lngerer Aufenthalt hier knnte deiner Gesundheit schaden. Du kannst dem
+Kinde auch nicht helfen, - sieh hin - es kennt dich - uns alle nicht
+mehr!
+
+ [Illustration]
+
+Bevor sie das Zimmer verlie, trat Ilse noch einmal zgernd und leise an
+Lillis Bett. Zitternd ergriff sie die kleine, fieberheie Hand, beugte
+sich nieder und drckte einen Ku darauf. Gute Nacht, Liebling, hauchte
+sie leise, gute Nacht!
+
+Und mit einem langen, thrnenschweren Blick auf das blasse Gesichtchen
+nahm sie Abschied, ach, sie fhlte es, es war ein Lebewohl fr immer. Dann
+eilte sie hinaus, das Taschentuch fest vor den Mund gepret, damit sie vor
+Herzeleid nicht laut aufschreie.
+
+Drauen, dicht vor der Thr, stand Nellie. Unbemerkt war sie der
+Vorsteherin gefolgt und hatte die Freundin erwartet. Ilse fiel ihr um den
+Hals und Nellie fhrte die Trostlose hinauf in ihr Zimmer. Dort angelangt
+warf Ilse sich verzweifelnd auf ihr Bett und begrub ihr Gesicht laut
+weinend in die Kissen.
+
+Ist sie so sehr krank? fragte Nellie.
+
+Sie stirbt, Nellie! schluchzte Ilse auer sich, unser ser, kleiner
+Liebling stirbt!
+
+Nellie wurde bla und ein heftiges Zittern berfiel ihren Krper, aber
+sagen konnte sie nichts. Sie vermochte niemals ihren Schmerz laut
+herauszujammern, die ungestme Art Ilses war ihr fremd. War das zu
+verwundern? Ilse hatte Kummer und Leid noch niemals Aug in Auge gesehen,
+ihre frohe Jugendzeit war bis dahin einem sonnigen Maientag zu
+vergleichen, der wolkenlos mit blauem Himmel auf die Erde niederlacht, -
+wie anders Nellie! So mancher trbe Schatten hatte bereits ihr junges
+Dasein verdunkelt! Sie mute an den Tod des geliebten Vaters denken, der
+sie so jung als Waise zurcklie!
+
+Still setzte sie sich neben die Freundin auf den Bettrand und ergriff
+deren Hand.
+
+Komm, sagte sie mit unsichrer Stimme, setze dir hoch. Du machst dir
+auch krank, wenn du so hitzig bist! Und wenn wir uns tot weinen, wir
+machen doch der arm' klein' Herz nicht gesund. Wenn der liebe Gott sagt:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich will der klein' Engel zu mich nehmen,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} was knnen wir da machen? - O
+Ilse! es ist gar nicht so schrecklich, als ein jung Kind zu sterben! Wer
+wei, welch' traurig Schicksal unsre Lilli aufwartete: Ist es nicht
+besser, da tot zu sein? - Ich wr' sehr glcklich, wenn mich der liebe
+Gott als klein' Kind zu sich genommen htte!
+
+Wie traurig das klang! Sofort wendete sich Ilses ganzes Mitleid ihrer
+einzigen Nellie zu. Sie antwortete nichts, aber sie erhob sich und
+umschlang dieselbe fest und innig. Und die beiden jungen Mdchengestalten
+in ihren duftigen Ballgewndern, die sie nur zur Freude zu tragen gehofft
+hatten, schlossen in diesem ernsten Augenblick einen innigen
+Freundschaftsbund fr das ganze Leben. Der Mond trat pltzlich hinter dem
+dunklen Gewlk hervor und verklrte mit seinem blassen Schimmer die
+lieblichen, thrnenvollen Gesichter der Freundinnen wie zwei betaute
+Rosen, die an einem Stengel erblht sind. -
+
+ * * *
+
+Es war ein trbseliger Sonntag, der dem Ballfeste folgte. Als die junge
+Schar, noch ganz erfllt von der Erinnerung an dasselbe, beim Morgenkaffee
+sa, trat Frulein Gssow ein. Bei ihrem Anblick verstummte das frhliche
+Geplauder, ihr blasses und verweintes Gesicht verkndete nichts Gutes.
+Ilse und Nellie waren sofort an ihrer Seite, sie hatten bis dahin
+seitwrts gestanden; es war ihnen unmglich, an der Frhlichkeit der
+andern teilzunehmen.
+
+Ist es besser? fragte Ilse hoffend und bangend zugleich.
+
+Traurig schttelte die Angeredete den Kopf und ihre Augen fllten sich mit
+Thrnen. Nein, sagte sie, es ist nicht besser. Die Krankheit hat sich
+gesteigert und ihr mt euch auf das Schlimmste gefat machen. Ich teile
+euch dies mit, Kinder, damit ihr nicht allzusehr erschreckt, wenn - Sie
+konnte den Satz nicht vollenden, Thrnen erstickten ihre Stimme.
+
+Eine augenblickliche Todesstille trat bei dieser Erffnung ein. Als aber
+Ilse laut zu schluchzen anfing, da erhob sich ein allgemeines Jammern und
+Wehklagen. Kein Auge blieb trocken bei dem Gedanken, den herzigen Liebling
+fr immer hergeben zu mssen.
+
+Die junge Lehrerin entfernte sich und Ilse eilte ihr nach.
+
+Lassen Sie mich zu ihr, bat sie dringend und erhob die Hnde. Bitte!
+
+Sie konnte ihr diesen Wunsch nicht erfllen. Du darfst sie nicht
+wiedersehn, Ilse, sagte sie fest und entschieden. Sie hat sich so
+verndert, da deine lebhafte Phantasie ihr trauriges Bild fr lange Zeit
+nicht vergessen wrde. Sie ist nur noch ein Schatten des schnen,
+frhlichen Kindes.
+
+Und sie kte die trostlose Ilse und kehrte in das Krankenzimmer zurck,
+das Frulein Raimar seit Mitternacht nicht wieder verlassen hatte.
+
+Als Ilse wieder in den Speisesaal eintrat, stand Mi Lead fertig zum
+Kirchgang angekleidet mit dem Gesangbuch in der Hand da. Sie trieb zur
+Eile an, da es hohe Zeit sei, zur Kirche zu gehen.
+
+Ich kann Sie heute nicht begleiten, Mi Lead, entgegnete Orla, die ganz
+gegen ihre Gewohnheit sich vom Gefhle bermannen lie und heftig weinte;
+ich kann es nicht!
+
+Ich auch nicht! - Ich auch nicht! erklrten die brigen. Selbst Rosi,
+die stets Sanfte und Gefgige, bat um Verzeihung, wenn sie ebenfalls
+zurckbleibe. Ich bin so aufgeregt und knnte nicht andchtig auf die
+Predigt hren, fgte sie hinzu.
+
+Ich begreife euch nicht, sprach die Englnderin hchst erstaunt von
+einer zur andern sehend. Ist das Gotteshaus nicht der beste Ort fr ein
+gequltes Herz? Sagt nicht der Herr: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kommt her zu mir alle, die ihr
+mhselig und beladen seid, ich will euch erquicken!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Ich gehe und will fr
+die Kranke beten, vielleicht erhrt mich der Herr.
+
+Und sie ging, und die englischen Pensionrinnen schlossen sich ihr an. Sie
+teilten in ihrem strengglubigen Herzen die Ansicht der Lehrerin. Nur
+Nellie blieb zurck. Nicht weil sie weniger glubig war - o nein! Sie
+hatte ein kindlich frommes Gemt, aber sie hatte auch ein
+tiefempfindendes, warmes Herz; es wre ihr unmglich gewesen, das Haus,
+das ihr eine liebe Heimat geworden war, in einem Augenblicke zu verlassen,
+wo der Todesengel seinen Einzug halten konnte.
+
+Ich will auch beten, sagte sie leise wie fr sich. Und sie trat in den
+Hintergrund des Zimmers, kniete nieder, legte die gefalteten Hnde auf
+einen Stuhl und beugte den Kopf darber. In dieser andchtigen Stellung
+verbrachte sie lange Zeit und betete hei und innig zu Gott, da er Lilli
+am Leben erhalten mge. -
+
+Aber es stand anders in den Sternen geschrieben. Gegen Abend ffnete die
+Vorsteherin pltzlich weit die Fensterflgel im Krankenzimmer - Lilli war
+tot.
+
+Sanft hatte der Todesengel sie auf die Stirn gekt und sie hinweggetragen
+in sein dunkles Schattenreich. Wie ein sorglos schlummerndes Kind lag sie
+da, der krampfhaft entstellende Zug war geschwunden und ein friedliches
+Lcheln lag ber den leise geffneten Lippen.
+
+Die beiden Lehrerinnen standen stumm und mit gefalteten Hnden am Bette
+der kleinen Verstorbenen und konnten den Blick nicht von ihr trennen. Die
+Abendsonne verklrte mit rosigem Schimmer das zarte Gesicht und in dem
+knospenden Apfelbaume vor dem Fenster sang ein Star sein melodisches
+Abendlied - drauen erwachendes Frhlingsleben - hier die junge
+Menschenknospe - gebrochen, ehe sie sich zur Blte entfalten konnte.
+
+So frh und in der Fremde mutest du sterben, armes Kind! unterbrach
+Frulein Gssow die feierliche Stille.
+
+Sie fhlte sich glcklich und heimisch bei uns, entgegnete Frulein
+Raimar tief ergriffen. Die eigentliche Heimat war ihr fremd geworden. -
+Sie hat nicht einmal nach der Mutter verlangt.
+
+Wie sanft sie schlummert, als ob sie leben und atmen mte. O, sie ist
+glcklich! Und in einem pltzlich berwallenden Gefhle beugte sich die
+junge Lehrerin laut weinend ber Lilli und kte ihr die kalte Stirn.
+Schlaf wohl, schlaf wohl, teures Kind! Gott hatte dich lieb, darum nahm
+er dich zu sich!
+
+Fassen Sie sich, liebe Freundin, ermahnte Frulein Raimar, indem sie die
+Hand auf der Erregten Schulter legte, uns bleibt jetzt die schwere
+Aufgabe, die Kinder mit dem traurigen Ausgang bekannt zu machen. So ruhig
+als mglich mssen wir ihnen diese Mitteilung machen, damit die ohnehin
+erregten Gemter nicht ganz auer Fassung kommen.
+
+Aber sie kamen doch auer Fassung, besonders Ilse, deren lebhafte Natur
+sich dem Schmerze zgellos hingab. Sie glaubte vergehen zu mssen. Noch
+nie hatte sie sich so unglcklich gefhlt, als in der ersten Nacht nach
+Lillis Tode, selbst damals nicht, als sie den Wagen fortfahren sah, der
+den geliebten Vater entfhrte, und sie fremd und verlassen an der Pforte
+dieses Hauses stand.
+
+ * * *
+
+Lilli war in die Erde gebettet. Unter Schneeglckchen und Veilchen
+schlummerte sie. Der kleine Sarg war mit den holden Frhlingskindern ber
+und ber bedeckt gewesen. Tief betrauert wurde das kleine Wesen von allen,
+die mit ihm in nhere Berhrung gekommen, und es hatte allgemein
+schmerzliche Verwunderung erregt, da die Mutter fern geblieben war.
+
+Am Todestage Lillis war ein Telegramm angekommen, worin sie meldete, da
+sie erst am Dienstag abend eintreffen knne. Es sei ihr unmglich, frher
+zu kommen, da sie am Montag in einem neuen Stcke die Hauptrolle zu
+spielen habe. Als ihr an diesem Tage der Tod ihres Kindes gemeldet wurde,
+kam umgehend ein Brief voll berschwenglicher Klagen, aber sie blieb fern.
+Kostbare Blumen hatte sie gesandt, auch der Vorsteherin den Auftrag
+gegeben, ein Marmormonument, einen knieenden Engel darstellend, fr des
+Kindes Grab anfertigen zu lassen, mit goldenen Buchstaben solle auf dem
+Sockel eingegraben werden: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Teures Kind, bete fr mich.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Aeuerlich war somit alles geschehen, aber das Herz blieb kalt bei diesen
+pomphaften Kundgebungen.
+
+Meine Mama wre gekommen, wenn sie mich sterbenskrank gewut htte,
+bemerkte Ilse, als sie Nellie den Brief vorlas, den ihr die Mutter so
+herzlich und trstend geschrieben hatte.
+
+O sicher, sie wr von der Welten Ende zu dich gereist, beteuerte Nellie
+lebhaft.
+
+Und sie ist nicht einmal meine rechte Mutter, fuhr Ilse nachdenklich
+fort. Ach Nellie, ich habe sie oft recht sehr gekrnkt! Glaubst du wohl,
+da sie mir vergeben wird?
+
+Ilses Herz war so weich und empfnglich durch den Schmerz geworden und
+eine ernste, weihevolle Stimmung durchdrang ihr ganzes Wesen. Nie waren
+ihr bis dahin hnliche Gedanken gekommen, und wre es der Fall gewesen,
+htten sie frher einmal bei ihr angeklopft, sie wrden keinen Einla
+gefunden haben. Heute war es anders, sie hatte das Bedrfnis, sich gegen
+ihre Herzensfreundin auszusprechen und sich anzuklagen.
+
+O mach dich kein Kummer darum, Kind. Deine Mutter hat ein so liebesreiche
+Herz, kein Titelchen Bosheit fr dir ist darin. Sie vergebt dir alles. Du
+warst ja auch noch ein ungezogen, dumm' Baby, als du bei sie warst, jetzt
+aber bist du eine sehr anstndige (sie meinte verstndige) junge Dame.
+
+Ist das dein Ernst, Nellie? fragte Ilse und sah mit ihren Kinderaugen
+Nellie zweifelnd an.
+
+Es ist mein Ernst, und ich gebe dir den guter Rat, schreibe an deiner
+Mutter ein lang' Brief und bitte ihr um Verzeihung.
+
+Ilse berlegte einen Augenblick. Du hast recht, Nellie, sagte sie dann
+entschlossen, ich werde ihr schreiben, ich bin es ihr schuldig. Heute
+noch will ich es thun! Wenn sie mir nur bald darauf antwortet, ich werde
+nicht eher ruhig sein!
+
+Als sie sich eben niedergesetzt hatte, ihr Vorhaben auszufhren, trat
+Flora mit strahlenden Augen ein.
+
+Ich mu euch meine neuesten Gedichte vorlesen, sagte sie erregt, sie
+sind das beste, was ich bis jetzt geschrieben habe! Ihr mt mich
+anhren!
+
+Und sie entfaltete ein starkes Heft, in welchem sie Lillis Tod in den
+verschiedensten Dichtungsarten besungen hatte.
+
+ _Elegie auf den Tod einer vom Sturm geknickten Rosenknospe!_
+
+begann sie zu lesen.
+
+Nellie hielt sich die Ohren zu. Schweig still! Ich mag dir nicht anhren
+mit dein dumm Zeug! Aergere mir nicht damit!
+
+Ilse stimmte ihr bei. La uns zufrieden, Flora, sagte sie, wir sind
+noch zu traurig, als da wir lachen mchten! Und du weit doch, da alle
+deine Gedichte uns lustig machen.
+
+Tief verletzt schlo Flora ihr Heft, auf dessen Umschlag mit groen
+Buchstaben zu lesen stand: Floras Klagelieder! - Ihr habt keinen Sinn
+fr erhabene Dichtkunst, und ich will Gott danken, wenn es Ostern ist und
+ich diesen prosaischen Aufenthalt verlassen kann!
+
+Sie verlie die Undankbaren und suchte Rosi auf. Wenn niemand ihre
+Dichtkunst bewundern wollte, fand sie an ihr stets eine geduldige
+Zuhrerin. Das rechte Verstndnis freilich fehle ihr, meinte Flora mit
+einem ergebungsvollen Seufzer.
+
+Der Brief an die Mutter war abgeschickt. Acht Tage waren seitdem vergangen
+und noch war keine Antwort eingetroffen. Ilse war unruhig und aufgeregt
+darber. Nellie, ihre einzige Vertraute, trstete sie.
+
+Es ist ja noch kein' Ewigkeit vorbei, seit du schriebst, sagte sie. Es
+scheint dich nur so, weil du immer daran denkst. Ich wette, heute wirst du
+ein schn, lang Brief haben. Mich ahnt das!
+
+Und richtig, Nellies Ahnung, die eigentlich gar nicht so ernst gemeint
+war, ging in Erfllung. Es kam ein Brief an Ilse.
+
+Komm sogleich in mein Zimmer, Ilse, ich habe dir etwas mitzuteilen! Mit
+diesen Worten empfing Frulein Raimar dieselbe, als sie eben aus der
+Kirche kam.
+
+Klopfenden Herzens folgte ihr das junge Mdchen, sich den Kopf
+zerbrechend, welch eine geheimnisvolle Mitteilung ihrer wartete. -
+
+Ich habe soeben einen Brief von deinem Papa erhalten, liebes Kind, worin
+er mich bittet, dir etwas recht Erfreuliches zu verknden. Ahnst du nicht,
+was es sein knnte?
+
+Nein, entgegnete Ilse und blickte die Vorsteherin erwartungsvoll fragend
+an.
+
+Dir ist ein Brderchen beschert worden! Da, hier lies selbst, der Papa
+hat fr dich einen Brief eingelegt.
+
+Aber Ilse vermochte nicht zu lesen in diesem Augenblick. Die Nachricht
+hatte sie bis in das Innerste erfreut und durchzittert. Das Blut scho ihr
+hei in die Wangen, und ehe sie noch ein Wort ber die Lippen bringen
+konnte, flog sie dem Frulein an den Hals und kte dieselbe. Sie mute an
+jemand ihre jubelnde Freude auslassen.
+
+Als sie zur Besinnung kam, schmte sie sich ihrer Uebereilung. Wie konnte
+sie allen Respekt auer acht lassen und so ungeniert die Vorsteherin
+umarmen!
+
+Verzeihen Sie, sagte sie befangen und trat bescheiden zurck. Aber
+Frulein Raimar schnitt ihr das Wort ab und nahm sie noch einmal herzlich
+in den Arm.
+
+Komm her, mein Kind, sagte sie warm, und la mich die erste sein, die
+dir von ganzem Herzen Glck wnscht. - Spter uerte sie gegen Frulein
+Gssow, da Ilses strahlende Freude ihr so recht den Beweis fr deren
+kindlich unbefangenes Herz gegeben habe. Anfangs habe sie nicht geglaubt,
+da Ilses trotzige Natur sich jemals zgeln lassen werde.
+
+Der Brief an Ilse war nur kurz und von der Mutter schon vor mehreren Tagen
+an sie geschrieben. Der Papa trug an der Verzgerung schuld, er hatte noch
+einige Zeilen hinzufgen wollen und war nicht gleich dazu gekommen.
+
+Lies erst, was sie schreibt! bat Nellie, zu der Ilse jubelnd in das
+Zimmer gestrzt war, lies erst, nachher sprechen wir von die Baby.
+
+Und Ilse las:
+
+
+
+
+
+
+Mein teures Kind!
+
+Dein letzter Brief hat mich sehr glcklich gemacht! Ich kann den
+Augenblick kaum erwarten, wo ich Dich an mein Herz nehmen darf, um Dir mit
+einem herzlichen Ku zu sagen, da ich Dir niemals bse war. Ich wute
+immer, da mein Trotzkpfchen schon den Weg zu mir finden werde. Mache Dir
+nur keine Sorgen um vergangene kleine Snden, sie sind lngst in alle
+Winde verweht, denke lieber an die zuknftige Zeit, in der wir wieder
+beisammen sind, und male sie Dir so rosig aus, wie Deine junge Phantasie
+es nur zu thun vermag. Ich habe Dich sehr, sehr lieb! Mit zrtlichen
+Kssen
+
+ _Deine Mama_.
+
+
+
+
+
+
+Und der Papa hatte gestern flchtig dazu geschrieben:
+
+
+
+
+
+
+Hurra! Wir haben einen prchtigen Jungen! Ich habe nur den einen Wunsch,
+ihn Dir, mein Kleines, gleich zeigen zu knnen. Er sieht Dir hnlich, hat
+gerade so lustige, braune Augen wie Du! Morgen schreibe ich Dir mehr.
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+O! jammerte Ilse unter Lachen und Weinen, wenn ich doch gleich dort
+sein knnte! Ich habe so groe Sehnsucht, die Mama, den Papa und das
+kleine Brderchen zu sehen! Dabei umarmte und herzte sie Nellie, und als
+Frulein Gssow hinzutrat, fiel sie auch dieser um den Hals. Sie htte in
+ihrer Seligkeit am liebsten die ganze Welt umarmt! -
+
+Am Nachmittag, als der erste Freudenrausch sich gelegt hatte, kehrten
+Ilses Gedanken zu der verstorbenen Lilli zurck. Sie machte sich Vorwrfe,
+da sie deren Andenken heute so ganz vergessen konnte!
+
+Komm, Nellie, sagte sie, la uns im Garten Veilchen pflcken zu einem
+Kranz auf Lillis Grab.
+
+Frulein Gssow stimmte diesem Vorschlage bei und begleitete gegen Abend
+die Freundinnen hinaus auf den stillen Friedhof. Ilse beugte sich nieder
+und legte den Kranz auf den frischen Grabhgel. Noch lagen die vielen
+andern Krnze von dem Begrbnisse darauf, aber sie waren verwelkt und
+trocken, und in den langen, weien Atlasbndern spielte der Abendwind. -
+
+Die Tage kamen und gingen, und das Osterfest war vor der Thr. Die
+Prfungen waren bereits vorber, und die ausgeteilten Zeugnisse hatten
+Freude oder Kummer hervorgerufen, je nachdem sie fr die Betreffenden
+ausgefallen waren. Ilse konnte zufrieden sein. Mit Ausnahme einzelner
+Fcher, bei denen obenan das Rechnen stand, hatte sie sehr gute
+Fortschritte gemacht. Ihr ernstes Streben, ihr Betragen, das besonders
+seit dem Tode Lillis tadellos geworden war, wurde von ihren Lehrern und
+Lehrerinnen rhmend hervorgehoben, nur die englische Lehrerin schlo sich
+dieser Ansicht nicht an. Sie blieb bei ihrem Vorurteile und fand, da Ilse
+nach wie vor ohne jede Manier und Grazie sei, auch tadelte sie sehr ihre
+englische Aussprache.
+
+La dir nix vormachen, Ilse, sagte Nellie, als sie allein waren. Du
+sprichst schon ganz nett englisch und drckst dir stets sehr fein aus.
+Uebrigens trste dir mit mir, sieh, was sie hier geschrieben haben, - und
+sie reichte betrbt der Freundin ihr Zeugnis, und Ilse las: Besondere
+Bemerkung: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie macht sehr langsame Fortschritte in der deutschen
+Sprache.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - Ist das nicht unrecht? fragte sie. Ich gebe mich so
+furchtbar groe Mhe mit eure schwere Sprache.
+
+Nun war die Reihe zu trsten an Ilse. Dieselbe versprach ihr von jetzt an,
+keinen Schnitzer mehr durchgehen zu lassen, Nellie dagegen wollte tglich
+eine volle Stunde nur englisch mit der Freundin plaudern.
+
+Flora war in hchster Aufregung. Sie fand es geradezu groartig, da
+Doktor Althoff ihr eine II in der Litteratur geben konnte. Mir das! rief
+sie aus, sobald er sich entfernt hatte, mir das! die ich selbst schon so
+lange litterarisch thtig bin! Aber Sie werden sich wundern, Herr Doktor,
+Sie werden sich wundern!
+
+Diese geheimnisvolle Anspielung bezog sich auf ihr jngstes Werk. Sie
+hatte gestern den letzten Federstrich daran gethan und es dann sogleich
+mit einem Briefe auf rosa Papier dem Lehrer zur Durchsicht gegeben. Mit
+bescheidenem Selbstbewutsein hatte sie hinzugefgt, sie rechne darauf,
+da ihr Zauberspiel am Geburtstage der Vorsteherin aufgefhrt werde.
+Sollte Herr Doktor einige kleine Aenderungen fr notwendig finden, so
+wrde sie sich gern seinem Rate fgen. -
+
+Es waren einige Tage darber vergangen und noch hatte sie keine Antwort
+erhalten. Warum mochte er zgern? Gefallen mute ihm Thea, die
+Blumenfee, darber war sie nicht im Zweifel. Sie hatte sich so
+hineingelebt in ihre Zauberposse, und ihre Phantasie flsterte ihr einen
+groartigen Erfolg in das Ohr. Sie hrte den strmischen Beifall der
+Anwesenden, - die Dichterin wurde gerufen! - Sie trumte wachend, langsam
+- gesenkten Auges trete sie aus den Kulissen hervor. - Flora! ruft es
+von allen Seiten, und voller Staunen richten sich aller Augen auf sie. -
+Ja, staunt nur, ihr Unglubigen, die ihr die arme Flora so oft verkannt
+habt! Jetzt hat sie euch berzeugt, da ihre Dichtkunst kein leerer Wahn
+ist! - Bescheiden und demtig verneigt sie sich nach rechts und links -
+ohne den Blick zu erheben - sie war vor den Spiegel getreten, um Blick und
+Verbeugung einzustudieren. - Die Blumenfee werde ich vorstellen, trumte
+sie weiter, natrlich! Wer anders knnte sich so in den Geist der Rolle
+versetzen, als ich! Wie herrlich wird mir das Kostm stehen! Ein Kleid von
+Silbergaze mit Rosen durchwebt, eine goldene Krone auf dem Haupte, ein
+langer, duftiger Schleier und offnes, wallendes Haar!
+
+Ganz in Gedanken versunken lste sie die aufgesteckten Flechten und
+drapierte das Haar malerisch um ihre Schultern. Unwillkrlich kamen ihr
+dabei die ersten Verse ihres groen Werkes auf die Lippen und laut, mit
+pathetischer Stimme, fing sie an zu deklamieren:
+
+ Heraus, ihr Blumen, aus euren Kelchen,
+ Ich will mit euch spielen!
+ Eilt euch, ihr lieben Tulpen und Nelken,
+ Lat mich nicht warten, ihr vielen, vielen,
+ Heraus, heraus!
+
+Ein lautes Pochen an der Thr und ungestmes Auf- und Niederdrcken des
+Griffes unterbrach sie hchst unangenehm. Zugleich wurde Gretes Stimme
+laut.
+
+Warum schliet du dich denn ein? Mach' schnell auf, ich bringe dir
+etwas!
+
+In aller Eile befestigte Flora ihr Haar, schob dann den Riegel zurck und
+fragte rgerlich: Was willst du denn?
+
+Grete war in das Zimmer getreten und sah sich verwundert um. Du sprachst
+doch eben laut, sagte sie, mit wem hast du dich denn unterhalten?
+
+Flora blieb ihr die Antwort schuldig; sie sah ihr Manuskript in Gretes
+Hand, ungestm nahm sie es an sich.
+
+Gieb her! Wie kommst du zu meinem Hefte?
+
+Nur nicht so heftig, entgegnete Grete, was fllt dir denn ein? Es ist
+die reine Geflligkeit, da ich es dir bringe. Doktor Althoff hat es mir
+fr dich bergeben.
+
+Warum lie er mich nicht selbst rufen? Du wirst dich wohl wieder
+vorwitzig aufgedrngt haben, es ist so deine gewhnliche Art. Uebrigens
+jetzt kannst du wieder gehen, ich mchte allein sein!
+
+Aber Grete versprte keine Lust, sie zu verlassen, sie witterte ein
+Geheimnis, das mute sie erst heraus haben!
+
+Ich habe aber keine Lust, dich zu verlassen, sagte sie und setzte sich
+mit aller Gemtlichkeit nieder.
+
+Du bist wirklich unausstehlich! stie Flora rgerlich heraus und drehte
+Grete den Rcken. Pltzlich kam ihr ein Gedanke. Wenn du durchaus hier
+bleiben willst, so thue es meinetwegen, fuhr sie fort und nherte sich
+der Thr, mich geniert es nicht.
+
+Und sie hatte die Thr geffnet und war hinaus, noch ehe Grete sich
+erhoben hatte. Schnell drehte sie den Schlssel im Schlo um und - das
+neugierige Gretchen war eine Gefangene.
+
+Geflgelten Schrittes eilte sie in den Garten, der Traueresche zu. Sie
+huschte zwischen den bis auf den Boden herabhngenden Zweigen hindurch und
+sank auf einem Bnkchen von Birkenstmmen nieder. Hier war sie vor jedem
+Lauscherblicke sicher.
+
+Sie prete die Hand auf das hochklopfende Herz und ein Zittern berlief
+sie vor der Entscheidung! Wie wird sein Urteil ausgefallen sein? Nicht
+lange hielt die zagende Schwche an und ihre Zuversicht kehrte zurck.
+Mutig und siegesbewut schlug sie das Heft auf. Natrlich suchte sie
+zuerst nach einigen Zeilen von seiner Hand. Aber sie bltterte und fand
+nichts. Sie breitete das Heft auseinander, hielt es hoch, schttelte es
+tchtig, der erwartete Brief fiel nicht heraus. Sie war hchst betroffen,
+da sie bei einer flchtigen Durchsicht des Manuskripts auch nicht die
+kleinste Notiz entdecken konnte. Schon wollte sie es unwillig beiseite
+legen, als ihre Augen zwei Worte entdeckten, die Doktor Althoff mit seiner
+zierlichen und doch festen Handschrift mit roter Tinte gerade in den
+Schnrkel hineingeschrieben, den sie dem Schluworte Ende malerisch
+angehngt hatte. Sie las und fiel wie gebrochen hintenber.
+
+Abscheulich! riefen ihre bebenden Lippen, emprend!
+
+Floras Entrstung war wohl natrlich, zertrmmerten doch die beiden
+kleinen Wrtchen den ganzen Prachtbau ihres Luftschlosses. Konfuses
+Zeug! stand da deutlich geschrieben und erbarmungslos war hiemit das
+Todesurteil ihrer Dichtung besiegelt.
+
+Sie ballte die Hnde in ohnmchtiger Wut und hate den Mann, den sie bis
+dahin so schwrmerisch angebetet hatte. Warum verkannte er ihr Genie, oder
+vielmehr, warum wollte er dasselbe nicht anerkennen? Sie wollte zu ihm
+eilen ... sogleich ... er sollte ihr Rechenschaft ber sein vernichtendes
+Urteil geben!
+
+Aber sie verwarf diesen Entschlu, weil sie befrchtete, vor Aufregung
+ohnmchtig zu werden. Und schwach sollte er sie nicht sehen ...
+nimmermehr! Sie wollte ihm schreiben und zwar sofort!
+
+Sie zog ein Notizbuch aus ihrer Tasche und begann einen strmischen Brief
+aufzusetzen. Kaum hatte sie indes einige Stze niedergeschrieben, als sie
+durch den grnen Blttervorhang Grete gerade auf die Esche losstrmen sah,
+es blieb ihr eben noch Zeit genug, das Notizbuch zu verbergen, als
+dieselbe bereits vor ihr stand.
+
+Floras Gedanken waren nur mit dem Briefe beschftigt gewesen, sie hatte
+darber ihr Manuskript, das sie neben sich auf die Bank gelegt hatte,
+vergessen. Grete hatte es indes mit ihren Spraugen sofort entdeckt. Wie
+ein Vogel scho sie darauf los, ergriff es und eilte mit ihrer Beute
+davon.
+
+Etsch, Frulein Flora! rief sie noch triumphierend, nun werde ich doch
+hinter deine Geheimnisse kommen! Jetzt bist du meine Gefangene!
+
+Grete, gieb her! rief Flora angstvoll und eilte derselben nach, bitte,
+bitte! Ich will dir auch schenken, was du haben willst!
+
+Grete aber blieb taub bei ihren Bitten. Lachend eilte sie weiter.
+
+Du mut mir mein Eigentum zurckgeben, ich will es! drohte Flora, als
+sie einsah, da Gte nicht half, ich befehle es dir!
+
+Darber brach Grete in ein lautes Gelchter aus. Du befiehlst es mir? Das
+ist reizend! rief sie, du bist wirklich furchtbar naiv! Und sie hatte
+das Haus erreicht, whrend Flora weit hinter ihr zurckblieb. Trotz ihrer
+schwerflligen, plumpen Figur war sie doch weit schneller als letztere,
+die etwas steif und ungelenk war.
+
+Als Flora einsah, da ihre Verfolgung nutzlos war, blieb sie weinend
+stehen. Einen wahrhaft verzweiflungsvollen Blick warf sie der Ruberin
+ihres Schatzes nach, denn nun war sie verloren, das heit preisgegeben dem
+Hohn und Spott der Mitschlerinnen, an die sie Grete verraten wrde.
+
+Aber es kam anders. Gerade als Grete die paar Stufen zum Korridor hinaus
+sprang, lief sie beinahe Doktor Althoff in die Arme. Sie hatte ihn nicht
+gesehen, weil sie den Kopf nach rckwrts gewandt hielt. Das Heft hoch in
+der Luft schwenkend, hatte sie der armen Flora zugerufen: Jetzt lese ich
+deine Geheimnisse!
+
+Mit einem Blick hatte der Lehrer erkannt, um was es sich handelte; er wre
+darber nicht im Zweifel gewesen, selbst wenn ihn Grete weniger
+erschrocken angesehen htte.
+
+Sie sollten ja dies Heft an Flora abgeben, sagte er vorwurfsvoll, wie
+kommt es, da Sie es noch mit sich herumtragen?
+
+Sie antwortete nicht und sah ziemlich betreten und beschmt aus, auch war
+sie rot bis ber die Ohren geworden.
+
+Ich werde Ihnen nie wieder einen Auftrag geben, fuhr er fort, da ich
+sehe, wie wenig ich mich auf Sie verlassen kann. Geben Sie mir das Heft,
+ich werde es selbst an Flora abliefern.
+
+Grete reichte ihm das Verlangte. Sie ist selbst schuld daran, stie sie
+zu ihrer Entschuldigung hervor und warf den ohnehin groen Mund noch mehr
+auf; sie hat ... sie hat mich eingeschlossen! Zur Strafe habe ich ihr das
+Buch fortgenommen!
+
+Zur Strafe! wiederholte Doktor Althoff mit einem zweifelnden Lcheln,
+und was wollten Sie jetzt damit machen?
+
+Ach, verriet sie sich, hineingesehen htte ich ganz gewi nicht! Floras
+Dichtungen sind viel zu berspannt und langweilig! Ich wollte sie nur
+necken.
+
+Grete, Grete! drohte der junge Lehrer lchelnd mit dem Finger, wenn
+dies Wort eine Brcke wre, ich ginge nicht hinber. Seien Sie in Zukunft
+nicht wieder so indiskret und neugierig, Neugierde ist kein schner
+Schmuck fr ein junges Mdchen.
+
+Er wandte sich von der Beschmten ab und ging auf Flora zu, die langsam
+heran kam. Noch zitterten Thrnen in ihren Augen, die sie wie in
+Verklrung auf ihren Erretter richtete. Wo war der Ha geblieben, der
+soeben noch in ihrem Innern getobt hatte? Verschwunden und verweht! Die
+alte Liebe und Begeisterung fr Doktor Althoff hatten ihn zurckgedrngt
+und waren wieder eingezogen in ihr gromtiges Herz. So mchtig wallte die
+Begeisterung in ihr ber, da sie pltzlich, hingerissen von Dankbarkeit,
+sich niederbeugte, seine Hand ergriff und einen heien Ku darauf drckte.
+
+Ich danke Ihnen, hauchte sie leise, dann eilte sie fort, zurck zu ihrer
+Friedenssttte, ihrem Musentempel, und anstatt den angefangenen Brief zu
+vollenden, dichtete sie ein Sonett, das die Aufschrift trug: An ihn.
+
+Doktor Althoff blickte der Davoneilenden kopfschttelnd nach. Ein
+berspanntes, verdrehtes Wesen! mute er unwillkrlich sagen, und das
+schlimmste ist, sie wird niemals zu heilen sein. -
+
+Der Geburtstag des Frulein Raimar, der in den Mai fiel, war stets ein
+groartiges Fest. Tagesschlerinnen und Pensionrinnen wetteiferten mit
+einander, dasselbe durch musikalische und theatralische Auffhrungen,
+durch lebende Bilder u. s. w. so bunt und unterhaltend zu gestalten als
+mglich. Auch in diesem Jahre wurde keine Ausnahme gemacht, trotzdem Lilli
+kaum vier Wochen in der Erde ruhte.
+
+Ich wrde gern auf eine grere Feier verzichten, sprach eines Tages die
+Vorsteherin zu der englischen Lehrerin und Frulein Gssow, aber ich darf
+es unsrer Zglinge wegen nicht thun. Mehr oder weniger hat sie Lillis Tod
+sehr ergriffen und sie hngen die Kpfe; da ist das beste Mittel, sie
+wieder aufzumuntern, da wir ihnen eine Zerstreuung schaffen. Mit aller
+Trauer knnen wir ja den Tod des lieben Kindes nicht ungeschehen machen.
+
+Die beiden Damen stimmten ein und beschlossen untereinander, mit den
+Vorbereitungen zu dem Feste zu beginnen. Mi Lead bernahm es, ein
+englisches Stck, Frulein Gssow, ein franzsisches Lustspiel
+einzustudieren. Erstere whlte nur Tagesschlerinnen zu ihren
+Mitwirkenden, whrend letztere ihre Rollen nur mit Pensionrinnen
+besetzte. Sie hatte aber erst einen kleinen Kampf mit den Mdchen, bevor
+dieselben die ihnen zugedachten Rollen annahmen. Flora, die eine alte Dame
+vorstellen sollte, war durchaus nicht damit einverstanden, sie behauptete,
+Rosi passe weit besser zu dieser Rolle, diese aber hatte nicht einen
+Funken schauspielerischen Talentes und wrde sich niemals dazu verstanden
+haben, Theater zu spielen. Sie sprach auch weniger flieend franzsisch
+als Flora.
+
+Frulein Gssow machte nicht viel Umstnde. Wie du willst, Flora, sagte
+sie, macht es dir kein Vergngen, diese allerliebste Rolle zu bernehmen,
+so whle ich eine Tagesschlerin dafr und du kannst diesmal nur
+Zuschauerin sein.
+
+Das behagte Flora noch weniger. Nach einigem Zgern entschlo sie sich,
+freilich wie sie sagte, mit groer Selbstberwindung, die Alte zu spielen.
+Ilse und Melanie stellten deren Tchter dar und paten in ihren
+Charaktereigentmlichkeiten prchtig dazu. Melanie putzschtig, elegant
+und eitel, Ilse das Gegenteil. Wild und unbndig, trotzig und
+widerspenstig, natrlich nichts weniger als elegant fhrt sie die
+bermtigsten Streiche aus und die schwache Mutter ist nicht im stande,
+sie zu zgeln. Da erscheint ein junger, entfernter Verwandter,
+interessiert sich fr den Wildfang und versteht es, durch Gte und
+Festigkeit die Tugenden in demselben zu wecken und die Widerspenstige zu
+zhmen. Zum Schlusse wird sie seine Braut.
+
+Orla, du kannst die Rolle des Vetters bernehmen, bestimmte die
+Lehrerin.
+
+Orla? fragte Ilse verwundert, sie kann doch keinen Mann darstellen?
+
+Es erhob sich ein wahrer Sturm unter den jungen Mdchen bei Ilses
+unschuldiger Frage. Die Stimmen schwirrten durcheinander, denn jede war
+bemht, Ilse ber ihre Unwissenheit aufzuklren.
+
+Weit du denn nicht, wie es bei uns Sitte ist? fragte Orla.
+
+Mit Herren drfen wir nicht Theater spielen, bemerkte Flora spottend,
+sie sind verpnt in der Pension!
+
+Du bist naiv, Ilse! rief Melanie. Das ist ja eben so ledern und
+furchtbar de, da wir Mdchen auch Mnnerrollen geben mssen!
+
+Herren, Herren! wiederholte Annemie unter lautem Lachen, es ist zum
+totlachen!
+
+Ja, wenn Herren mitspielten, dann mchte ich Ilses Rolle spielen,
+berschrie Grete mit ihrer krftigen Stimme alle brigen, so aber -
+
+So aber wirst du den Bauernjungen bernehmen, Grete, fuhr Frulein
+Gssow dazwischen. Die Aufgeregten hatten ganz deren Gegenwart vergessen.
+Und jetzt bitte ich mir Ruhe aus, ihr unbndigen Kinder! Frulein Raimar
+hat ihre triftigen Grnde zu ihren Bestimmungen, wie knnt ihr euch
+dagegen auflehnen? Da ihr noch zu kindisch seid, dieselben zu verstehen,
+habe ich in diesem Augenblicke klar und deutlich gesehen! Schmt euch! ...
+Jetzt macht euch daran, eure Rollen auszuschreiben, morgen werden wir eine
+Leseprobe halten. Mit diesen Worten verlie sie die aufrhrerische
+Gesellschaft.
+
+Alle schwiegen bis auf Grete, sie konnte nicht unterlassen, noch einmal zu
+sagen: Langweilig ist es doch ohne Herren! Und den dummen Bauernjungen
+spiel' ich nicht!
+
+Aber sie spielte ihn doch und es zeigte sich bald, da sie ganz
+vortrefflich dazu pate.
+
+Die tglichen Proben brachten die gewnschte Zerstreuung. Ilse besonders
+fand viel Freude an einem Vergngen, das ihr bis dahin unbekannt gewesen
+war. Die anfngliche Befangenheit berwand sie bald und sie spielte ihre
+Rolle zur vollen Zufriedenheit Frulein Gssows, die zuweilen ein Lcheln
+ber die hchst natrliche Darstellung nicht unterdrcken konnte.
+
+Zur Hauptprobe muten alle in ihren Kostmen erscheinen, damit sie sich
+gegenseitig an den vernderten Anblick gewhnten. Diese Bestimmung war
+sehr gut, denn als sie sich in ihren komischen Anzgen betrachteten,
+konnten sie das Lachen nicht zurckhalten.
+
+Flora mit langen Scheitellocken und einer Spitzenhaube, mit einem Lorgnon,
+das sie vor die Augen hielt, war kaum zu erkennen. Das elegante, schwarze
+Schleppkleid lie sie weit grer erscheinen, als sie war. Sie war
+brigens ganz ausgeshnt mit ihrer {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}alten{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Partie und das Lob, welches
+Frulein Gssow ihr einige Male erteilte, hatte sie zu der Idee gebracht,
+da ihr eigentlicher Beruf der einer Schauspielerin sei, und sie trumte
+Tag und Nacht {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}von der Welt, welche die Bretter bedeuten{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Dichterin -
+Schauspielerin{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. Eine groe Zukunft stand ihr bevor!
+
+Orla sah in ihrem Jgeranzuge, den grnen Hut keck auf das eine Ohr
+gesetzt, wirklich gut aus, und der kleine Stutzbart, mit dem sie die
+Oberlippe geziert hatte, gab ihr ein keckes Ansehen und stand ihr
+allerliebst.
+
+Famos siehst du aus, Orla! meinte Melanie und betrachtete mit besonderem
+Entzcken deren Stulpenstiefel.
+
+Du solltest immer so gehen, setzte Flora ganz ernsthaft hinzu. Natrlich
+wurde sie ausgelacht.
+
+ [Illustration]
+
+Grete war ein Bauernjunge, wie er sein mu. Plump und ungeschickt, dreist
+und laut. Melanie fhlte sich himmlisch wohl in dem koketten und eleganten
+Kostm, das sie sich gewhlt hatte. Sie stand vor dem Spiegel und putzte
+noch hie und da an sich herum. Und Ilse?
+
+Sie trat als letzte herein und bei ihrem Anblick erhob sich ein so
+strmisches Gelchter, da Frulein Gssow Mhe hatte, es zu dmmen.
+
+Wie siehst du aus, Mdchen? sprach sie lachend, komm nher, ich mu
+dich genau betrachten. Willst du wirklich in diesem Aufzuge spielen? Nein,
+Ilse, so geht es wirklich nicht. Wir mssen an deinem Kleide durchaus
+Verschnerungen anbringen! Du bist auch gar zu wenig eitel, sonst wrdest
+du wohl selbst darauf gekommen sein.
+
+Lassen Sie mich so! bat Ilse instndigst, sie war ja so glcklich, ihr
+geliebtes Blusenkleid bei dieser Gelegenheit tragen zu drfen. Sie war aus
+demselben herausgewachsen, zu eng und zu kurz war es geworden, natrlich
+erhhte dieser Mangel noch den komischen Eindruck.
+
+Nein, Kind, unmglich! Du siehst wie eine Bettlerin aus. Der Aermel darf
+nicht ausgerissen sein, der schlechte Grtel mu durch einen neuen ersetzt
+werden, um den Hals wirst du einen Matrosenkragen legen und die
+frchterlichen Stiefel la vor allen Dingen blank putzen. Dann wird es
+gehen. Man darf nicht bertreiben, fgte sie hinzu, als Ilse ein etwas
+betrbtes Gesicht machte, stets mu das richtige Ma inne gehalten
+werden. Auch die Locken drfen dir nicht so wirr ber die Augen fallen, du
+kannst ja kaum sehen. Vergi nicht, da du die Tochter einer Baronin bist,
+dein Anzug darf verwildert, aber nicht zerrissen sein.
+
+Wollen wir nicht anfangen? trieb Mi Lead, die sich mit ihren
+Knstlerinnen ebenfalls zur Hauptprobe eingestellt hatte. Sie war schon
+etwas ungeduldig bei der genauen Musterung der Kostme geworden und fand
+es hchst berflssig, da Frulein Gssow berhaupt Wert darauf legte.
+Die Hauptsache war nach ihrer Meinung die vollstndige Beherrschung der
+fremden Sprache, und da die Mdchen ihre Rollen gut gelernt hatten, alles
+andre war Nebensache. Viel Gesten litt sie um keinen Preis, wollte ja eine
+Mitspielende es wagen, sich frei und natrlich zu bewegen, geriet sie
+frmlich auer sich und rief: Ruhe! Ruhe! Wo bleibt die Plastik?
+
+Wie es fast immer der Fall ist, so war es auch hier; die Hauptprobe fiel
+herzlich schlecht aus. Die Mdchen waren schon aufgeregt in Erwartung des
+nchsten Tages und wurden es noch mehr durch die Ungeduld von Mi Lead,
+die heftig erklrte, da sie es fr das beste halte, wenn die ganze
+Theateridee aufgegeben werde. Das franzsische Stck fand sie entsetzlich
+und sie gab Frulein Gssow den guten Rat, es nicht auffhren zu lassen.
+Ich bitte Sie, rief sie aus, es handelt sich um eine Liebesgeschichte!
+Das wird den grten Ansto erregen!
+
+Frulein Gssow setzte der Englnderin lchelnd auseinander, da nicht
+Kinder, sondern erwachsene Mdchen das Stck auffhrten. Die
+Liebesgeschichte, wandte sie ein, ist nur eine harmlose Nebensache, es
+handelt sich hauptschlich um die Heilung eines widerspenstigen Mdchens.
+
+Mi Lead schttelte mibilligend den Kopf, sie wollte sich nicht davon
+berzeugen. Ilse wird Ihnen, wenn Sie wirklich auf Ihrem Vorsatz
+bestehen, alles verderben. Wie sieht sie aus, und wie spielt sie? Plump,
+ohne jeden Anstand! Das Podium der kleinen Bhne erdrhnt frmlich bei
+ihren furchtbaren Schritten, ihre Bewegungen sind frei und keck.
+
+Frulein Gssow schwieg zu diesem harten, ungerechten Urteil. Sie hatte es
+lngst aufgegeben, die Englnderin von ihrem Vorurteile zu heilen. Starr
+hielt dieselbe daran fest. Ilse war und blieb ihr ein Dorn im Auge.
+
+Mi Lead hatte sich geirrt. Am nchsten Abend ging alles ber Erwarten
+gut. Der glnzend erhellte Saal, die festlich versammelte Gesellschaft
+brachten eine belebende Stimmung unter das junge Volk. Die ganze
+Festlichkeit leitete ein Prolog ein, den eine Schlerin der ersten Klasse
+gedichtet hatte. Sie trug ihn selbst recht hbsch vor und erntete
+wohlverdienten Beifall. Nur Flora, die hinter den Kulissen stand, zuckte
+die Achseln. Kein Schwung, keine Poesie und kein Talent! lautete ihr
+kritischer Ausspruch.
+
+Die Auffhrung des englischen Stckes ging vorber, glatt, reizlos und
+langweilig. Und wenn die Anwesenden sich dies in ihrem Innern auch
+einstimmig eingestanden, so waren sie doch am Ende des Stckes mit
+Beifallsspenden nicht sparsam. Die Mitspielenden wurden herausgerufen, und
+als der rote Vorhang in die Hhe ging und die Mdchen sich dankend
+verneigten, strahlte Mi Lead vor Stolz und Seligkeit. _Very well_, rief
+sie laut, ihr habt eure Sache gut gemacht!
+
+Nachdem verschiedene lebende Bilder und musikalische Auffhrungen vorber
+waren, bildete das franzsische Lustspiel den Schlu.
+
+Wollen Sie es wirklich wagen? wandte sich die englische Lehrerin in
+wohlwollendem, etwas herablassendem Tone zu Frulein Gssow. Schreckt Sie
+der groe Erfolg, den wir erzielten, nicht ab? Folgen Sie meinem Rate,
+treten Sie zurck! Wir werden eine Entschuldigung finden. Der franzsische
+Flattersinn mu abfallen gegen die englische Gediegenheit.
+
+Trotz Mi Lead's Bedenken begann das franzsische Stck, und sie mute die
+niederschlagende Erfahrung machen, da es weit beiflliger aufgenommen
+wurde, als das englische. Die Gesellschaft amsierte sich kstlich und kam
+aus dem Lachen nicht heraus. Zweimal wurde Ilse bei offener Szene gerufen,
+so drollig und natrlich spielte sie.
+
+Sie ist _charmante, charmante_! rief Monsieur Michael feurig, ich habe
+Ursache, stolz auf sie zu sein. Leicht und elegant wie eine Pariserin
+spricht und spielt sie!
+
+Sie spielt sich selbst! entgegnete Doktor Althoff lachend, aber ich
+htte dem Wildfang kaum so viel Anmut zugetraut.
+
+Einen kleinen Triumph sollte Mi Lead doch noch feiern, - Ilse verdarb die
+Liebesszene am Schlu. In dem Augenblick, als Orla sie umarmen wollte, kam
+ihr das so komisch vor, da sie in ein lautes Gelchter ausbrach.
+
+Wie schade! rief Nellie halblaut. Warum mu sie lachen? Sie war zu
+nett, nun verderbt sie die Schlu.
+
+Doktor Althoff, der zufllig in Nellies Nhe stand, hrte ihren Ausruf.
+Trotzdem, Mi Nellie, entgegnete er, auf einem leeren Stuhl neben ihr
+Platz nehmend, ist ihre Freundin die Siegerin des Abends; aber warum
+wirkten Sie nicht mit, warum sind Sie nur Zuschauerin? Sie wrden gewi
+eine gute Schauspielerin sein.
+
+Nellie senkte die Augenlider. O, Sie sind sehr gtig, sagte sie
+befangen, aber ich wei nicht zu spielen, Herr Doktor, ich hab' nicht
+Talent.
+
+Das kme auf einen Versuch an! Sehen Sie Ilse an, wer htte geglaubt, da
+sie eine so allerliebste Schauspielerin sein knne!
+
+Nicht wahr? stimmte Nellie lebhaft und mit aufrichtiger Freude bei, sie
+ist reizend und ich bin entzckend ber ihr!
+
+Der junge Lehrer schwieg und sah sie teilnahmvoll an. Wie neidlos kamen
+ihr die Worte aus dem Herzen, wie leuchteten ihre Augen freudig auf, als
+sie die Freundin lobte! Und im Vergleich zu Ilse, wie wenig hatte sie doch
+von der Zukunft zu hoffen! Jene ein Kind des Glckes - und diese? Ein
+armes Wesen, das den mhevollen Pfad einer Lehrerin pilgern sollte!
+
+Nicht wahr, ist sie nicht reizend? wiederholte Nellie und blickte
+fragend auf.
+
+Gewi, gewi! gab der Lehrer zerstreut zur Antwort, und von dem
+Gegenstand pltzlich abspringend, fragte er: Woher haben Sie die
+herrlichen Veilchen? und deutete dabei auf einen Strau, den sie in der
+Hand hielt. Sie duften wundervoll! Ich liebe die Veilchen sehr.
+
+Sie hrte nur, da er die Veilchen liebe, bedurfte es da einer groen
+Ueberlegung? O nehmen Sie, sagte sie naiv und errtete dabei, bitte, es
+macht mich groer Freude!
+
+Nicht alle, entgegnete er lchelnd und zog einige Blumen aus dem Strau,
+den sie ihm gereicht, so, nun habe ich genug. Haben Sie Dank dafr.
+
+Er erhob sich und verlie sie. Mit glnzenden Augen sah sie ihm nach, sie
+hatte bemerkt, wie er ihre Veilchen im Knopfloch befestigte.
+
+Wie taktlos von dir! redete Mi Lead, die ihren Platz dicht hinter
+Nellie hatte, dieselbe an und ri sie mit ihrer scharfen Stimme aus allen
+Himmeln. Welch ein Betragen! Ich habe jedes Wort mit angehrt. Schmst du
+dich nicht, einem Herrn Blumen anzubieten?
+
+Als ob ein eisiger Wind pltzlich in eine kaum erschlossene Bltenknospe
+gefahren wre, so wurde Nellies kurze Freude zerstrt.
+
+Habe ich ein Unrecht gemacht? fragte sie gengstigt. O bitte, Mi,
+sagen Sie, war ich ungeschickt? Wird Herr Doktor mich fr unbescheiden
+halten?
+
+Dieser Gedanke peinigte sie sehr und bergo sie mit heier Glut. Mit
+wahrer Angst wartete sie auf ein beruhigendes Wort und sah in der Lehrerin
+Gesicht, das indes nicht aussah, als ob sie zur Milde geneigt sei.
+
+Jedenfalls wird er dich fr sehr einfltig halten, erwiderte sie
+unbarmherzig, wenn er nicht vielleicht deine Handlungsweise zudringlich
+nennt.
+
+O nein, nein! rief Nellie beinahe entsetzt, er wird nicht so hart von
+sein Schler denken!
+
+So, weit du das so bestimmt? qulte Mi Lead sie weiter, du bist kein
+Kind mehr, dem man allenfalls dergleichen Taktlosigkeiten vergiebt, ein
+erwachsenes Mdchen darf niemals blindlings seinem Gefhle folgen!
+
+Ich will bitten, da er mir die Blumen wiedergiebt, sagte Nellie tief
+beschmt.
+
+Das darfst du nicht, wenn du dich nicht noch mehr blostellen willst. Du
+wirst schweigen und dich niemals wieder vergessen! Eine zuknftige
+Gouvernante mu jedes Wort, jeden Blick, und vor allem jede Handlung
+reiflich berlegen. Das merke dir!
+
+Traurig sah Nellie nach diesem harten Verweise zu Boden. Dahin war ihre
+frhliche Laune, sie hatte keine Lust mehr an dem Feste. Eine heie Thrne
+tropfte ihr aus dem Auge und fiel auf die Veilchen, die Urheber ihres
+Kummers. Sie brannten ihr frmlich in der Hand und am liebsten htte sie
+dieselben weit von sich geschleudert. Still und einsilbig blieb sie den
+ganzen Abend, und sobald Doktor Althoff in ihre Nhe kam, wich sie ihm
+ngstlich aus. Es war ihr unmglich, ihm in das Auge zu blicken. Mi Lead
+hatte ihre frohe Unbefangenheit zerstrt.
+
+Als die Freundinnen sich nach dem Feste zur Ruhe begaben, sa Nellie ganz
+gegen ihre Gewohnheit noch einige Zeit sinnend da. Du bist so still,
+fragte Ilse, was hast du?
+
+O nichts, nichts! erwiderte Nellie schnell und erhob sich aus ihrer
+trumenden Stellung, es ist gar nix!
+
+Zum ersten Male verschwieg sie der geliebten Freundin die Wahrheit, sie
+vermochte es nicht, ber ihren Kummer zu reden, und doch - was war es, das
+trotz allen Kummers ihr Herz schneller klopfen lie und wie ein
+Frhlingswehen durch ihre Seele zog?
+
+ * * *
+
+Holunder und Maiblumen hatten ausgeblht und die Rosen ffneten ihre
+duftigen Kelche. Nellie und Ilse wandelten nach dem Abendessen durch den
+Garten, und als sie im Gebsch die Nachtigall schlagen hrten, blieben sie
+stehen und lauschten.
+
+Wie s! rief Nellie, komm, la uns auf der Bank setzen und lauschen.
+
+Sie hielten sich beide umschlungen und sprachen kein Wort. Der herrliche,
+duftende Abend, der Mond, der silbern am Abendhimmel aufstieg, der
+schmelzende Gesang der Nachtigall weckten eine ahnungsvolle, nie gekannte
+Stimmung in ihren jungen Herzen.
+
+O Ilse, unterbrach Nellie mit einem Seufzer die feierliche Stille, wie
+bald gehst du fort und lt mir allein zurck! Ich bin sehr traurig, wenn
+ich daran denke!
+
+Auch Ilse war wehmtig und der Gedanke, von Nellie scheiden zu mssen,
+machte ihr das Auge feucht. Aber sie unterdrckte mutig die weiche
+Stimmung und versuchte, die Freundin zu trsten. Es ist noch lange hin,
+bis ich die Pension verlasse, sagte sie, du weit ja, da meine Eltern
+meinen Aufenthalt bis zum ersten September verlngerten. Noch acht Wochen
+sind wir beisammen, Nellie, das ist noch eine sehr lange Zeit, denk'
+einmal, acht volle Wochen!
+
+Nellie schttelte traurig den Kopf. O nein, es ist nur sehr kurze Zeit,
+erwiderte sie, es sind auch nicht acht Wochen voll, du mut ordentlich
+rechnen. Heute haben wir schon der siebente Juli, - macht bis zu der erste
+September vierundfnfzig Tage - fehlt also zwei volle Tag an der achte
+Woch -
+
+Trotz ihres Kummers mute Ilse lachen. Du liebe, se Nellie, rief sie
+und kte diese herzlich auf den Mund, du bist doch immer komisch, selbst
+wenn du traurig bist! Weit du, wir wollen uns das Herz nicht heute schon
+schwer machen mit dem Gedanken an unsre Trennung, wir gehen ja nicht fr
+immer auseinander! Du besuchst mich bald, - ja?
+
+Aber Nellie war einmal weich gestimmt heute abend und der Freundin Trost
+fand keinen Eingang in ihrem Herzen. Sie versuchte zwar die Thrnen zu
+unterdrcken, aber sie brachen immer neu hervor. Ilse lehnte den Kopf an
+ihre Schulter und schwieg. In ihrem Innern kmpften der Schmerz und die
+Freude. Sie htte so gern sich auf das Wiedersehen ihrer Lieben, besonders
+des kleinen Brderchens, gefreut, sie vermochte es nicht ungetrbt, weil
+der Abschied von Nellie dazwischen stand. -
+
+Hier sind sie! Kommt, hierher! Sie sitzen beide unter dem Holunderbusch!
+
+Keine andre als Grete war es, die durch ihren lauten Ruf die Trumenden
+aufschreckte. Unbemerkt war sie aus einem Seitenweg hervorgetreten und
+stand nun wie aus der Erde gewachsen vor ihnen.
+
+Ilse sprang auf und trat den andern Mdchen, die herbeigeeilt kamen,
+entgegen. Nellie trocknete verstohlen ihre Thrnen und machte wieder ein
+heitres Gesicht.
+
+Wir haben euch berall gesucht, sagte Orla, was macht ihr denn hier?
+
+Ich glaube wahrhaftig, ihr schwrmt im Mondenschein, Kinder, lispelte
+Melanie, ihr macht so furchtbar schmachtende Augen alle beide, habt ihr
+geweint?
+
+Grete mute sich hiervon genau berzeugen, sie trat zu Nellie und sah sie
+neugierig prfend an. Du hast geweint, Nellie - und du auch Ilse -
+behauptete sie entschieden. Was habt ihr denn? Warum weint ihr?
+
+Um nix! entgegnete Nellie rgerlich ber die unzarte Grete.
+
+Um nichts weint man doch nicht, fuhr dieselbe unbeirrt fort, bitte,
+sagt es doch, warum ihr geweint habt.
+
+La deine zudringlichen Fragen, verwies sie Flora, und wenn sie dir
+sagen wrden: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Der silberne Mond, die duftenden Rosen, der entzckende
+Sommerabend, so recht zur Liebe und Traurigkeit geschaffen, haben unsern
+Herzen Wehmut und Thrnen entlockt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - wrdest du das verstehen? Niemals!
+Denn du hast keinen Sinn fr die hhere Sphre - du bist zu prosaisch!
+Sie begleitete ihre Worte mit einem schwrmerischen Aufschlag ihrer
+wasserblauen Augen.
+
+Floras hochtrabende Aeuerung stellte sofort die frhlichste Stimmung her.
+Nellie verga ihr Herzeleid darber und sagte lachend: O Flora, was fr
+ein zarter Seel' du hast! Sei bedankt du hoher Dichterin, du hast uns
+verstanden!
+
+Kinder! unterbrach Orla die Sprechenden, nun hrt auf mit euren
+Albernheiten, ich habe euch eine hchst wichtige Mitteilung zu machen!
+
+Wichtige Mitteilung! Grete sperrte Mund und Nase auf und sah gespannt auf
+Orla, zu der sie sich ganz dicht herangedrngt hatte.
+
+Nicht hier! fuhr diese fort, folgt mir unter die Linde!
+
+Unter die Linde? fragte Annemie ngstlich. La uns doch hier, es ist ja
+schon dunkel unter dem alten, groen Baum!
+
+Ja, und es ist schon spt, wir mssen uns eilen, fiel die ebenfalls
+furchtsame Flora ein.
+
+Mache dir keine Sorge darum, liebste Flora, gab Orla zurck, denn hre
+und staune: Weil heute mein Geburtstag ist, hat Frulein Raimar auf
+dringendes Bitten die hohe Gnade gehabt, unsern Aufenthalt im Garten heute
+abend bis um zehn Uhr zu verlngern!
+
+Himmlisch! Furchtbar reizend! Zu nett! u. s. w. rief es durcheinander
+und Grete machte sogar einen kleinen, ungeschickten Sprung in die Luft.
+
+Also auf zur Linde! kommandierte Orla und schlug den Weg dorthin ein.
+
+Ohne Gegenrede folgten ihr alle, in wenigen Augenblicken waren sie dort.
+Orla stieg auf eine Bank, die dicht am Stamme lehnte, schlug die Arme
+untereinander und sah schweigend auf die Mdchen herab, die einen dichten
+Halbkreis um sie bildeten und mit hchster Spannung auf sie blickten.
+
+Meine lieben Freundinnen, hub sie an, da raschelte es ber ihnen in den
+Zweigen. Die Mdchen schraken zusammen.
+
+Was war das? fragte Annemie, Gott, wenn sich im Baume jemand versteckt
+htte!
+
+Oder wenn ein Gespenst wieder seinen Spuk triebe! sprach Melanie mit
+bebenden Lippen.
+
+Wie unheimlich ist es hier! fiel Grete ein, ich frchte mich!
+
+So ein Gespenst mit groer Feuerauge und fliegender Haar, meinte Nellie
+und stie Ilse an, o, es wre furchtbar!
+
+Orla stand ruhig und unerschrocken da, sie kannte keine Furcht. Schmt
+euch! rief sie den Zagenden zu, seid ihr erwachsene Mdchen? Kann euch
+eine harmlose Fledermaus in die Flucht treiben? Geht zurck, wenn ihr euch
+frchtet, fr Kinder passen meine Worte nicht! Wollt ihr vernnftig sein?
+
+Ja, ja! tnte es zurck, zwar etwas zaghaft, aber die Neugierde trug
+doch den Sieg ber die Furcht davon.
+
+So hrt mich an! Hier an dieser Sttte, unter dem Schutze unsrer
+geliebten Linde lat uns einen Bund schlieen, der uns in Freundschaft fr
+das ganze Leben vereinen soll. Wie lange wird es dauern und wir verlassen
+die Pension, und das Schicksal zerstreut uns in alle Winde!
+
+In alle Winde! wiederholte Flora halblaut.
+
+Nun frage ich euch, soll uns dasselbe fr immer trennen? Ich sage: nein!
+wir werden uns wiedersehen! Wir haben stets treu zusammengehalten, unsre
+Freundschaft darf nicht wie ein leerer Wahn verrauschen -
+
+Wie ein leerer Wahn verrauschen - gab Flora als Echo zurck.
+
+Ruhig! geboten die andern, la Orla sprechen!
+
+So frage ich euch denn: wollt ihr mit mir in diesem feierlichen
+Augenblicke geloben, da ihr heute in drei Jahren zurckkehren wollt? Hier
+unter der Linde, am siebenten Juli, morgens elf Uhr, soll uns ein frohes
+Wiedersehen vereinen. Seid ihr mit meinem Vorschlage einverstanden?
+
+Ja! rief es einstimmig und begeistert, wir kommen!
+
+Schwrt einen Eid darauf!
+
+Sie erhob drei Finger der rechten Hand und alle brigen folgten ihrem
+Beispiele. Nur Rosi zgerte.
+
+Es knnten doch Hindernisse eintreten, die eine Reise hierher unmglich
+machten, warf sie mit ihrer sanften Stimme ein.
+
+Hindernisse, das heit, nur wichtige Hindernisse heben den Eid auf!
+erklrte Orla. In diesem Falle ist die Ausbleibende verpflichtet, durch
+einen ausfhrlichen Brief den Grund ihres Eidbruches anzugeben. Beschwrt
+auch das!
+
+Wieder erhoben sich die Hnde und diesmal zgerte Rosi nicht, sich dem
+Schwure anzuschlieen.
+
+Nun haben wir uns fr ewig verbunden! nahm Orla wieder das Wort, und
+jede von uns wird ihren Eid halten, damit wir indes stets desselben
+gedenken, mache ich euch einen Vorschlag. Wir wollen zur Erinnerung an
+diese heilige Stunde einfache, silberne Ringe anfertigen lassen, die wir
+an dem kleinen Finger der linken Hand tragen. Jede von uns erhlt einen
+solchen und trgt ihn bis zu ihrer Sterbestunde.
+
+Bis zu ihrer Sterbestunde! sprach Flora langsam und elegisch nach.
+
+Die Ringidee wurde von allen reizend, famos und entzckend gefunden und
+mit Begeisterung angenommen. Orla, die von ihrem erhabenen Platze
+heruntergesprungen war, wurde umringt und mit schmeichelhafter Anerkennung
+berhuft. Melanie prophezeite ihr geradezu eine groe Zukunft als
+Rednerin, sie habe {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar reizend{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} gesprochen.
+
+Alle befanden sich brigens in einer gehobenen Stimmung, sie fielen sich
+in die Arme, kten sich und versicherten sich gegenseitig der
+zrtlichsten Freundschaft, die nur mit dem Tode enden knne.
+
+Sie glaubten ganz ernst an ihre Versprechungen, kein Zweifel vergiftete
+ihre unschuldsvolle Zuversicht. Der Mond lugte wischen den Zweigen
+hindurch und blickte wie spottend mit einem Auge auf das rhrende
+Schauspiel. Vielleicht verstand ihn der alte Baum, vielleicht bedeutete
+das leise Rauschen in seinem Wipfel die Antwort: Du Zweifler da oben,
+spotte nicht ber die glubigen Kinder. Weit du nicht, da es immer so
+war und immer so sein wird? Die Trume der Jugend gehren zur jungen
+Brust, wie der Tau zur Rose. Enttuschung und Nchternheit tten frh
+genug diese Blten der kurzen Maienzeit.
+
+Orla, sagte Flora, als sie langsam in das Haus zurckkehrten, auch ich
+mchte einen Vorschlag machen. Wenn eine von uns Freundinnen, die wir uns
+bis in den Tod verbunden haben, in den Bund der heiligen Ehe tritt, so
+soll es ihre Pflicht sein, ihre Genossinnen zu diesem hohen Feste
+einzuladen.
+
+Ja, stimmte Orla bei, das ist ein guter Gedanke, wir wollen denselben
+mit einem Handschlag besiegeln.
+
+Sie schlossen einen Kreis und reichten sich die Hnde, verzogen auch keine
+Miene dabei. Nur Ilse konnte das Lachen nicht lassen, die
+Hochzeitsgedanken kamen ihr gar zu komisch vor.
+
+Ich trete zwar niemals in den Bund der heiligen Ehe, aber ich gebe doch
+mein Handschlag zu die Einladung, neckte Nellie.
+
+Spotte nicht ber so ernste Dinge, sprach Flora zrnend. Wir sind nicht
+aufgelegt zu deinen Scherzen.
+
+O, ich scherz' gar nix, aber wie soll ein arm' hlich Englnderin mit
+sehr viel Sommerspross' auf der Nas' ein Mann bekommen?
+
+Diese komische Bemerkung verscheuchte den Ernst von den jugendlichen
+Stirnen und Scherz und Frohsinn kehrten zurck.
+
+Ehe sich Flora zur Ruhe begab, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+Welch ein groer, ereignisvoller Tag! O, ich zittere noch, wenn ich daran
+denke! Mondschein! Rosenduft! Linde! Sang der Philomele! Orla hinreiend
+gesprochen (Meine nchste Heldin Orla heien!) Freundschaftsbndnis!
+Schwur! Hochzeitsversprechen! (Meine entzckende Idee!) Handschlag darauf!
+Wie heit die Hochbeglckte, die zuerst denselben lst? Schicksal, du
+dunkles, la mich den Schleier heben! Giebt es Ahnungen, sollt' ich? -
+
+Sie legte die Feder nieder, schlo das Buch und verbarg es tief in ihrem
+Kommodenkasten. Ihre Hand zitterte und ihre Gedanken verwirrten sich. Sie
+legte sich nieder und schlief ein. Trumend sah sie sich im Brautkranz und
+weien Atlaskleide.
+
+ * * *
+
+Die acht Wochen, oder wie Nellie sagte: vierundfnfzig Tage, waren
+vorbergegangen. Der erste September brach an. Nellie hatte die ganze
+Nacht nicht schlafen knnen vor Herzeleid, der Abschied von der geliebten
+Freundin raubte ihr die Ruhe. Auch Ilse war es gleich ergangen und es war
+rhrend, wie beide Mdchen bemht waren, ihre Schlaflosigkeit und ihre
+Thrnen sich gegenseitig zu verbergen.
+
+Als der Morgen anbrach, hielt Nellie es nicht mehr aus. Sie stand auf,
+warf ihr Morgenkleid ber und schlich an Ilses Bett.
+
+Wachst du? fragte sie, als dieselbe sie mit offenen Augen ansah, das
+ist schn, nun knnen wir noch eine ganze Stunde plaudern, es hat eben
+Fnf geschlagen.
+
+Sie setzte sich auf Ilses Bettrand und ergriff deren beide Hnde, und als
+sie aufblickte und Thrnen in Ilses Augen schimmern sah, da war es aus mit
+ihrer knstlichen Fassung. Sie beugte sich zu der Freundin nieder und
+indem sich beide fest umschlungen hielten, vermischten sich ihre heien
+Thrnen.
+
+O, Ilse! Wie einsam wird es sein, wenn dein Bett leer ist! Oder wenn ein
+anderer Gesicht mir daraus ansieht, o, ich bin sehr, sehr traurig!
+
+Ilse hatte sich aufgerichtet und drckte die Weinende innig an sich. Zu
+sprechen vermochte sie nicht, es war ihr zu weh.
+
+Wir sehen uns bald wieder, sprach sie endlich mit zitternder Stimme und
+versuchte Nellie zu trsten. Du besuchst uns in Moosdorf; den ganzen
+Winter ber wirst du bei uns bleiben.
+
+Nellie schttelte unglubig den Kopf. Das wird nix, ich werde nicht
+Erlaubnis bekommen zu ein so lang' Besuch. Meine Zeit ist Ostern vorbei,
+dann heit es: fort aus der Pension! Ich mu ein' Stell' annehmen und
+Kinder Unterricht geben. Aber ich wei noch nicht viel und mu sehr
+fleiig lernen, Frulein Raimar sagt es alle Tage.
+
+Aber die Michaelisferien darfst du gewi bei uns zubringen. Meine Eltern
+werden selbst an Frulein Raimar schreiben und sie dringend darum bitten,
+sie wird es ihnen nicht abschlagen, entgegnete Ilse.
+
+Es geht nicht, ich mu lernen!
+
+Ilse sah die Freundin traurig und bedauernd an. Wenn du wirklich eine
+Gouvernante werden mut, Nellie, so versprich mir fest, da du all' deine
+Ferien bei uns in Moosdorf zubringen willst. Meine Heimat soll auch die
+deinige sein.
+
+Mit einem Handschlage wurde dies Versprechen besiegelt. Du bist sehr gut,
+Ilse, ich werde nie wieder ein Mdchen lieben wie dir. Vergi mir nie!
+Sieh dieser klein' silbern' Ring recht oft an und denk' dabei immer an
+dein' Nellie, die in Einsamkeit zurckgeblieben ist.
+
+Nicht einsam, trstete Ilse, sie haben dich alle so lieb im Institute.
+
+Und wenn ich fort bin, aus der Auge, aus der Sinn, dann bin ich fremd fr
+sie.
+
+Nein, Nellie, du wirst Frulein Raimar und Frulein Gssow nie eine
+Fremde sein! entgegnete Ilse mit vollster Ueberzeugung. Sie haben dich
+furchtbar lieb!
+
+O ja, ich wei; aber sie sind nicht mehr in Jugend und werden mir nie
+verstehn, wie du. Sie haben vergessen, wie man ein dumm' Streich macht!
+Denkst du noch an der Apfelbaum?
+
+Die Erinnerung an diese lustige Fahrt trocknete ihre Thrnen und rief ein
+frhliches Lcheln auf ihre Lippen. Jede geringe Kleinigkeit durchlebten
+sie in Gedanken noch einmal. Die Spukgeschichte. Mi Lead in ihrem
+wunderbaren Aufzuge. Die Stiefelspitze, die sie beinahe verriet, ach, und
+die Angst, die sie ausgestanden! - Und es war doch schn! rief Nellie
+aus, ich wnsche, da wir noch einmal alles machen knnten!
+
+Wenn du nach Moosdorf kommst, sagte Ilse, dann wollen wir in die Bume
+klettern nach Herzenslust! Du wirst es bald lernen! O, es wird dir bei uns
+gefallen! Wir haben ein groes, schnes Wohnhaus mit Trmchen und Sllern,
+fast wie ein Schlo. Du wirst dein Zimmer dicht neben mir haben, das ist
+doch reizend, nicht wahr? Ich fahre dich alle Tage mit meinen Ponies
+spazieren, und Hunde haben wir zum Entzcken!
+
+So plauderte Ilse von der Heimat und schilderte der Freundin lebhaft und
+feurig die dortigen Herrlichkeiten. Auf diese Weise kamen sie fr den
+Augenblick ber das Weh des Abschieds hinweg, die Aussicht auf ein nicht
+allzufernes Wiedersehen verste ihren herben Trennungsschmerz. -
+
+Wenige Stunden spter stand Ilse reisefertig vor Frulein Raimar und sagte
+ihr Lebewohl. Die Vorsteherin hielt sie im Arme und redete liebevoll auf
+sie ein.
+
+Es thut mir leid, da dein Vater verhindert ist, dich abzuholen, sagte
+sie, nun mut du die weite Reise allein machen! Gern htte ich ihn auch
+noch einmal gesprochen und mancherlei mitgeteilt, was ich nun schriftlich
+thun mute. Wie erstaunt wird er sein, wenn er dich wiedersieht, er wird
+die frhere Ilse gar nicht wieder erkennen! Weit du wohl noch, wie ungern
+du damals zu uns kamst?
+
+Verzeihen Sie mir, bat Ilse unter Thrnen, und vergessen Sie, wenn ich
+Sie krnkte!
+
+O, rede nicht davon! Du bist uns allen eine liebe Schlerin geworden und
+ungern sehen wir dich scheiden. Ich hoffe, du schreibst mir zuweilen,
+liebe Ilse, und giebst mir Nachricht, ob du gute Fortschritte in der Musik
+und besonders im Zeichnen machst. Ich habe den Papa gebeten in diesem
+Briefe, sie bergab Ilse denselben, da er dir noch in einigen Fchern
+Nachhilfe geben lassen mge, besonders mge er fr einen tchtigen Lehrer
+im Zeichnen sorgen, da du viel Talent dazu habest.
+
+Frulein Gssow trat ein und meldete, da der Wagen vor der Thre stehe,
+sie und Nellie begleiteten Ilse zur Bahn.
+
+Leb wohl denn, mein Kind, sagte die Vorsteherin, und wenn du einmal
+Sehnsucht nach der Pension bekommen solltest, so kehre zu uns zurck,
+jederzeit wirst du uns von Herzen willkommen sein.
+
+Im Hausflur standen die Freundinnen versammelt. Sie umringten die
+Scheidende und reichten ihr Blumenstrue. Natrlich kten und herzten
+sie sich unter Thrnen.
+
+Vergi uns nicht! Schreib bald! Ich habe dich furchtbar lieb gehabt!
+so und hnlich klang es durcheinander, und ehe Ilse in den Wagen stieg,
+flsterte Flora ihr zu: Gedenke deines Schwurs!
+
+Die Blumen werden dir lstig sein unterwegs, Ilse, meinte Frulein
+Gssow, die bereits mit Nellie im Wagen Platz genommen hatte, la sie
+zurck und nimm aus jedem Straue nur einige Blmchen mit.
+
+Aber welches junge Mdchen wrde auf diesen vernnftigen Vorschlag
+eingegangen sein! Eine Abreise ohne Strau ist gar keine richtige Abreise
+nach heutigem Begriffe. Natrlich schttelte Ilse den Kopf und sah das
+Frulein bittend an. Ich mchte sie so gern alle mitnehmen, sagte sie.
+
+Aber wie? Darauf gab Rosi die Antwort. Sie hatte ein offenes Krbchen
+herbeigeholt und legte den ganzen Blumenvorrat vorsichtig hinein.
+
+Und nun zogen die Pferde an; noch ein Lebewohl, ein letzter
+Abschiedsblick, ein Gren mit dem Tuche und hinter ihr lag die Sttte, an
+der sie eine glckliche und lehrreiche Zeit verlebt. Ilse lehnte sich im
+Wagen zurck und weinte laut.
+
+Als die Damen am Bahnhofgebude anlangten, war der Zug soeben eingefahren.
+Er hatte fnfzehn Minuten Aufenthalt und Frulein Gssow hatte Zeit, ein
+passendes Koupee fr Ilse auszusuchen.
+
+Wo ist ein Damenkoupee? fragte sie den Schaffner, diese junge Dame fhrt
+nach W.
+
+Hier! hier! rief es aus dem Fenster eines Koupees hinter ihr, hier
+knnen junge, hbsche Damen Platz nehmen!
+
+Das Frulein wandte den Kopf und blickte in ein frhliches
+Studentenangesicht. Das Cereviskppchen sa ihm keck auf einem Ohre und
+kaum geheilte Schmisse schmckten Kinn und Wange. Hinter ihm standen
+noch einige andre Studenten und lachten zu dem Scherze ihres Freundes.
+Laut und ungeniert bewunderten sie die jungen Mdchen.
+
+Entzckend! Wunderbar! Fortuna mit dem Fllhorne! riefen sie den Damen
+nach, die sich eilig entfernten. - Frulein Gssow ergriff unwillkrlich
+Ilses Hand, die hocherrtet war.
+
+ [Illustration]
+
+Wie unverschmt! sagte sie entrstet, wie konnten sie das wagen! Ach
+Ilse, ich bin in Sorge um dich! - Und sie lie einen recht besorgten
+Blick ber das junge Mdchen hingleiten, das in seinem schottischen
+Reisekleide, dem passenden Barett mit blau schillerndem Flgel an der
+Seite, beraus lieblich aussah. - Du reistest noch niemals allein, und
+jetzt mut du ohne Schutz die lange Fahrt machen. Wenn doch dein Papa dich
+abgeholt htte!
+
+Das war nicht mglich! entgegnete Ilse. Er mute daheim bleiben, um
+Mamas einzigen Bruder, der zehn Jahr in der Welt umhergereist ist, heute
+zu begren. Ich habe ihn selbst darum gebeten, als er mir schrieb, da er
+trotzdem kommen wolle. Ich bin auch gar nicht ngstlich, es ist ja heller
+Tag. Papa hat mir auch die ganze Reiseroute so genau aufgeschrieben, da
+ich mich nicht irren kann.
+
+Lies mir das noch einmal vor, sagte Frulein Gssow. Ich mchte dich
+gern mit meinen Gedanken begleiten. Du, Nellie, knntest indessen Ilses
+Handgepck in das Koupee legen.
+
+Ilse nahm aus einem roten Ledertschchen, das sie an ihrem Grtel
+befestigt an der Seite trug, einen Brief und las:
+
+Um elf Uhr Abfahrt von dort, um zwei Uhr Ankunft in M. Bis drei Uhr
+Aufenthalt daselbst. Dann Weiterfahrt _ohne umzusteigen_ bis Lindenhof. Um
+fnf Uhr langst du dort an, steigst aus und wirst von meinem alten
+Freunde, Landrat Gontrau mit seiner Frau, empfangen. Sie nehmen dich mit
+hinaus nach Lindenhof, wo du, auf ihre dringenden Bitten, bernachtest.
+
+Am andern Mittag fhrst du weiter und Gontrau hat mir versprochen, dich
+sicher zur Bahn zu befrdern und alles Ntige fr deine Weiterreise zu
+besorgen.
+
+Vergi nicht, eine Photographie von mir in die Hand zu nehmen; Gontraus,
+denen du ja unbekannt bist, werden dich daran erkennen.
+
+Hast du das Bild? fragte das Frulein, und als Ilse bejahte, gab sie
+derselben noch mancherlei gute Lehren mit auf den Weg. Ich wei, du bist
+verstndig und wirst auch vorsichtig sein, aber du bist noch unerfahren
+und kennst die Welt und die Menschen nicht; - es giebt Leute, die gar zu
+gern unsre ganzen Lebensverhltnisse herauslocken mchten und hchst
+geschickt zu fragen verstehen; weiche ihnen soviel wie mglich aus und sei
+hchst vorsichtig in deinen Aeuerungen. Fr alle Flle warne ich dich
+aber, in keiner Weise eine Aufmerksamkeit oder eine Geflligkeit, wenn sie
+dir berflssig erscheint, von einem Herrn, sei er jung oder alt,
+anzunehmen. Folge nur stets deiner zurckhaltenden Natur, liebes Herz,
+dann wirst du auch das Rechte thun.
+
+Einsteigen! rief der Schaffner und unterbrach die liebevollen
+Ermahnungen der jungen Lehrerin. Weinend umarmte Ilse dieselbe, und alles,
+was sie an Liebe und Dankbarkeit fr dieselbe empfand, stammelte sie in
+zwei Worten mhsam hervor: Dank - Dank -
+
+Leb' wohl denn, mein geliebtes Kind! entgegnete diese und schlo ihr den
+Mund mit einem innigen Kusse.
+
+Und Nellie? Der Abschied von ihr war der schwerste Augenblick fr Ilse.
+Behalt' mir lieb, bat sie kaum hrbar und sah dabei so unglcklich aus,
+als ob das Glck fr immer von ihr scheide. Und Ilse hielt sie fest
+umschlungen und vermochte kein Wort hervorzubringen, - dann ri sie sich
+los und stieg ein.
+
+Im letzten Augenblicke stieg noch eine alte Dame mit weien Locken ein.
+Sie war ganz auer Atem von dem eiligen Gehen und schien etwas ngstlich
+und unbeholfen zu sein. Frulein Gssow war ihr beim Einsteigen behilflich
+und als der Schaffner ihr Billett koupierte, erfuhr sie zu ihrer groen
+Freude, da die Dame und Ilse die gleiche Reisetour hatten. Sie richtete
+die herzliche Bitte an dieselbe, da sie das junge Mdchen unter ihren
+Schutz nehmen mge. Mit grter Liebenswrdigkeit versprach dies die Dame.
+
+Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ilse lehnte zum Fenster hinaus
+und grte mit dem Tuch die Zurckbleibenden. - Schmerzlich bewegt blickte
+Frulein Gssow dem Zuge nach, es war ihr, als ob er ein Stck von ihrem
+Herzen mit sich nhme! Noch nie hatte sie mit so vieler Liebe und
+Hingebung sich der Erziehung einer Schlerin gewidmet, noch nie hatte sie
+sich durch den glcklichen Erfolg so belohnt gefhlt. - Nun ging sie fort
+und wer konnte sagen, ob sie das Kind je wiedersehen werde?
+
+Komm, wandte sie sich der laut schluchzenden Nellie zu, wir wollen
+gehen! Und sie zog Nellies Arm durch den ihrigen und sprach trstende
+Worte zu ihr - und hatte doch selbst ein so tiefbetrbtes Herz.
+
+ * * *
+
+Im Flug entfhrte der Dampfwagen Ilse dem Orte, den sie unter so
+verschiedenartigen Gefhlen betreten und wieder verlassen hatte. Reichlich
+flossen ihre Thrnen. Sie hielt das Tuch gegen die Augen gedrckt und die
+liebliche Gegend, an der sie vorberfuhr, die Berge, die ihr vertraute
+Bekannte geworden, erhielten keinen Abschiedsgru von ihr. Ein
+Sonnenstrahl stahl sich zum Fenster hinein, fiel auf ihr lockiges Haar und
+frbte es golden, aber Trost in ihrem Kummer vermochte er ihr nicht zu
+bringen.
+
+Die Dame sah teilnehmend auf die Weinende, aber sie strte sie nicht in
+ihrem Schmerze. Erst als sie bemerkte, da Ilse ruhiger wurde, knpfte sie
+ein Gesprch mit ihr an.
+
+Ich verstehe Ihren Kummer wohl, liebes Kind, sagte sie herzlich, und
+kann Ihnen nachempfinden, wie Ihnen um das Herz ist. So ein Abschied von
+der Pension ist ein wichtiger Abschnitt, es thut weh, von den Freundinnen
+scheiden zu mssen, die man lieb gewonnen hat, - aber Kind, so gar
+trostlos mssen Sie das alles nicht ansehen. Die Trennung ist ja nicht fr
+das ganze Leben, die Freundinnen werden Sie in Ihrer Heimat besuchen. Es
+ist wohl schn in Ihrer Heimat?
+
+Das war eine Frage zur rechten Zeit. Ilses Kinderaugen lachten noch unter
+Thrnen die Fragerin an. Sie fing an, lebhaft zu erzhlen, ihre Gedanken
+kehrten in das Elternhaus zurck, und zum erstenmale dachte sie seit
+lngerer Zeit mit ungetrbter Sehnsucht an dasselbe.
+
+Wie werden Sie sich freuen, die Eltern wiederzusehen! fuhr die Dame
+fort, die groes Wohlgefallen an dem jungen Mdchen fand.
+
+O sehr, sehr! entgegnete Ilse, und besonders freue ich mich auf den
+kleinen Bruder, den ich noch gar nicht kenne! Ich habe sein Bild bei mir,
+darf ich es Ihnen zeigen?
+
+ [Illustration]
+
+Sie nahm eine Ledertasche von oben herab, ffnete dieselbe und nahm ein
+Album daraus hervor.
+
+Das ist er! sagte sie und zeigte mit Stolz auf einen kleinen, dicken
+Buben, der im Hemdchen photographiert war.
+
+Ein schnes Kind! bewunderte die Dame, und ist das Ihre Mama, die den
+Kleinen auf dem Schoe hlt?
+
+Ilse bejahte. Hier ist mein Papa, fuhr sie fort und holte sein Bild aus
+dem Saffiantschchen. Was war natrlicher, als da sie bei dieser
+Gelegenheit erzhlte, da ihr das Bild zum Erkennungszeichen dienen solle,
+wenn Gontraus sie empfangen wrden.
+
+Gontrau? fragte die alte Dame, Landrat Gontrau? Das sind ja liebe
+Bekannte von mir. Mein Mann, Sanittsrat Lange, ist seit langen Jahren
+Arzt in ihrem Hause! Wir wohnen in L., das ist die nchste Station von
+Lindenhof. Wie sich das wunderbar trifft! Nun stecken Sie das Bild Ihres
+Papas nur getrost ein, wir haben es nicht mehr ntig; jetzt werde ich Sie
+meinen Freunden zufhren! So viel Zeit habe ich bei meinem kurzen
+Aufenthalte!
+
+Ilse war sehr erfreut ber diesen wunderbaren Zufall, und im Geplauder mit
+der liebenswrdigen, feingebildeten Frau Rat verging ihr die Zeit mit
+Windesschnelle. Sie war ganz erstaunt, als der Schaffner das Koupee
+ffnete und hineinrief: Station M.! Sie mssen aussteigen, meine Damen!
+
+Schon! rief Ilse und griff nach ihren Sachen.
+
+Frau Rat hatte sich auch erhoben und suchte ihr Handgepck zusammen. Es
+geschah alles mit ngstlicher Hast, ihre Hnde zitterten etwas in nervser
+Aufregung. Eine Ledertasche, die sie von oben herabnahm, entfiel ihrer
+Hand. Das Schlo an derselben sprang auf und verschiedene kleine
+Gegenstnde kollerten auf den Boden.
+
+O Gott! rief sie erschrocken, was habe ich da gemacht! - Sie wollte
+sich bcken und lie eine Schachtel dabei fallen.
+
+Bitte, lassen Sie mich alles besorgen! beruhigte sie Ilse. Schnell hatte
+sie alles aufgesucht und wieder in die Tasche gethan. Das Portemonnaie der
+Frau Rat, das sich ebenfalls unter den herausgefallenen Dingen befand,
+steckte sie tief hinein in die Tasche, verschlo dieselbe vorsichtig und
+gab sie der gengsteten Dame in die Hand.
+
+So, sagte sie, nehmen Sie das an sich, fr Ihre brigen Sachen werde
+ich Sorge tragen.
+
+Sie legte smtliches Handgepck zusammen auf den Sitz, stieg dann hinaus,
+lie sich dasselbe von der Dame zureichen, bergab es einem
+bereitstehenden Packtrger und half endlich der Frau Rat vorsichtig die
+hohen Stufen hinabsteigen.
+
+Danke, danke, liebes Kind, sagte diese. Wie umsichtig und verstndig
+Sie alles besorgen! Ich htte das bei Ihrer Jugend kaum erwartet.
+
+Ilse wunderte sich selbst darber, wer wei aber, ob ihre Selbstndigkeit
+sich so pltzlich entwickelt htte, wenn die hilflose Art und Weise ihrer
+Begleiterin dieselbe nicht herausgefordert htte. - Ganz stolz hob sie den
+Kopf bei diesem Lobe und wnschte: wenn Frulein Gssow doch gleich
+dasselbe hren knnte! Sie hatte so groe Besorgnisse gehabt, und jetzt
+war sie Beschtzerin, anstatt da sie beschtzt wurde! - Es war wirklich
+ein recht erhebendes Gefhl fr sie, leider nicht von langer Dauer!
+
+Als sie mit Frau Rat langsam dem Stationsgebude zuschritt, hrte sie
+laute Zurufe aus einem Koupee des noch haltenden Zuges. Ein flchtiger
+Blick und sie hatte sofort die Studenten erkannt. Ganz ngstlich ergriff
+sie den Arm der Dame, denn in diesem Augenblick war all ihre frohe
+Sicherheit geschwunden und sie fhlte sich recht eines Schutzes bedrftig.
+
+Leb wohl - leb wohl - du se Maid! - Nur einen Abschiedsblick, reizendes
+Lockenkpfchen! riefen die Uebermtigen, und als der Zug schon im
+Weiterfahren war, warf einer von ihnen ihr eine herrliche Rose zu, sie
+fiel gerade zu ihren Fen.
+
+Ilse wandte sich ab, sie wute vor Scham und Verlegenheit nicht, wohin sie
+den Blick wenden sollte.
+
+Kannten Sie die jungen Herren? fragte Frau Rat. -
+
+Ilse verneinte und erzhlte, da sie dieselben zum ersten Male bei ihrer
+Abreise gesehen.
+
+Ja, das ist lustiges Blut! meinte Frau Rat. Die ganze Welt gehrt ihnen
+und man darf es ihnen nicht bel nehmen, wenn sie sich mehr herausnehmen
+als andre. - Wollen Sie die Rose nicht aufnehmen, Kind?
+
+Ilse hatte wohl den Wunsch, aber sie schttelte doch den Kopf. Ich darf
+nicht, sagte sie, und Frulein Gssows Worte: keine Aufmerksamkeit von
+einem Herrn anzunehmen, standen mahnend vor ihrer Seele. - Der Werfer
+fuhr freilich auf und davon und niemals htte er erfahren, ob sie die Rose
+nahm oder nicht, - trotzdem schwankte sie nicht, ihre Gewissenhaftigkeit
+und das eigne Bewutsein waren die Wchter, die sie zurckhielten.
+
+Frau Rat verstand sofort Ilses Benehmen und freute sich ber ihr
+Taktgefhl. Sie haben recht, Kind, sagte sie, und eigentlich beschmen
+Sie mich etwas. Aber ich dachte nicht gleich daran, wer die Blume geworfen
+hat. Ich sah das herrliche Prachtexemplar im Staube liegen und es that mir
+leid um die unschuldige Rose.
+
+Nach einer Stunde Aufenthalt fuhren die Damen weiter. Ilse hatte die Zeit
+bentzt, eine Korrespondenzkarte an Frulein Gssow zu schreiben. Als sie
+schrieb, meldete sich der Abschiedsschmerz aufs neue. Es verwischten sogar
+einige Thrnen die frische Schrift; aber sie meldete, da ihr die Reise
+bis jetzt furchtbar schnell vergangen sei, und Frau Rat wre eine zu
+entzckende Frau.
+
+Die Erwhnte dachte ungefhr ebenso von ihrer jungen Reisegefhrtin. Sie
+hatte in der kurzen Zeit eine warme Zuneigung zu derselben gefat. Ilse
+war so ganz anders als all die jungen Mdchen ihrer Bekanntschaft. Sie
+verglich sie mit einem sprudelnden Waldquell, dessen Wasserspiegel bis auf
+den klaren Grund sehen lt. Wahr und offen und doch nicht geschwtzig,
+natrlich und ohne jede Ziererei. Und doch, wie hbsch war die Kleine! -
+Frau Rat blickte mit innerer Freude in Ilses rosiges Gesicht, in ihre
+braunen Augen, die ein so getreuer Spiegel ihrer Seele waren; die sie
+traurig und thrnengefllt, frhlich und schelmisch aufleuchten sah, und
+deren dunkle Wimpern sich sittsam senkten, als bermtige Studenten ihr
+huldigen wollten.
+
+Nun sind wir in wenigen Minuten in Lindenhof und mssen uns trennen,
+sagte Frau Rat. Es thut mir von Herzen leid, ich habe Sie sehr lieb
+gewonnen. Versprechen Sie mir fest, mich zu besuchen, wenn der Zufall Sie
+in die Nhe von L. fhren sollte.
+
+Ilse versprach das gern und gestand, da auch ihr das Scheiden schwer
+werde. Frau Rat htte so {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}himmlisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} verstanden, sie zu trsten.
+
+Da sind wir schon! rief Frau Rat und steckte den Kopf zum Fenster
+hinaus, um sich nach Gontraus umzusehn. Sie waren nicht zu erblicken.
+Einige Bauernfrauen standen wartend mit ihren Tragkrben da, sie wollten
+mit dem Zuge weiterfahren, das war alles. - Ilse hatte auch hinausgeschaut
+und als sie niemand anwesend sah, der sie erwartete, wurde es ihr recht
+bange.
+
+Ach! seufzte sie, was fange ich nun an! Ich bin ganz verlassen hier!
+Lassen Sie mich mit Ihnen weiterfahren, liebe Frau Rat, und nehmen Sie
+mich fr die eine Nacht auf. Bitte, bitte!
+
+Wie gern thte ich das, mein Kind; aber das wre gegen die Bestimmung
+Ihrer Eltern. Gontraus werden noch kommen, auf jeden Fall! Sie haben sich
+etwas versptet, Sie knnen es glauben. Was wrden sie sagen, wenn
+Frulein Ilse davongeflogen wre?
+
+Ilse seufzte schwer und stieg aus. Ihr Gepck, auch die Blumen, die trotz
+des hufigen Besprengens mit frischem Wasser die Kpfchen traurig hngen
+lieen, hatte sie aus dem Koupee gehoben, - nun stand sie da und sah sich
+hilflos nach beiden Seiten um.
+
+Machen Sie nicht ein so trostloses Gesicht, liebes Kind, beruhigte die
+alte Dame, es wre ja noch immer kein Unglck, wenn Gontraus durch irgend
+ein Miverstndnis Sie heute nicht erwarteten! In diesem Falle bestellen
+Sie einen Wagen im Stationsgebude und fahren nach Lindenhof hinaus. In
+einer guten Stunde sind Sie dort, und da Sie bei den lieben Menschen mit
+offnen Armen empfangen werden, dafr stehe ich ein.
+
+Nein, nein! das thue ich nicht! Das wrde ich nicht wagen! rief Ilse
+ganz erschrocken. Ich wei ja gar nicht, ob man mich haben will! Ich kann
+doch nicht unbekannten Leuten in das Haus fallen!
+
+Es leuchtete so etwas vom alten Trotze dabei aus ihren Augen und die
+Oberlippe kruselte sich in verdchtiger Weise. Frau Rat lchelte ber den
+jugendlichen Ungestm.
+
+Man will Sie haben, und fremde Leute sind es auch nicht, zu denen Sie
+kommen, kleine Ungeduldige, sprach sie scherzhaft. Der Landrat ist ein
+sehr guter Freund Ihres Vaters.
+
+Ilse konnte sich nicht dabei beruhigen, sie wurde sogar noch
+niedergeschlagener.
+
+Als Frau Rat bemerkte, da sie nur noch fnf Minuten beisammen sein
+wrden, fllten sich ihre Augen mit Thrnen.
+
+Gehen Sie einmal schnell um das Gebude, dort knnen Sie die ganze
+Chaussee berblicken, die nach dem Rittergute fhrt. Vielleicht sehen Sie
+den Wagen kommen.
+
+Sie that, wie ihr geraten wurde. Im vollen Laufen ffnete sie das
+Saffiantschchen und nahm Papas Bild heraus. Es ist zwar doch
+vergeblich, dachte sie, aber ich will es fr alle Flle in die Hand
+nehmen.
+
+ [Illustration]
+
+Kaum hatte sie sich entfernt, kaum war sie links um das Haus gegangen, als
+von der andern Seite desselben ein junger, schlanker Mann mit leichtem,
+elastischen Schritt eilig hervortrat. Sein Auge glitt suchend ber den
+Perron, dann ging er dicht an dem Zuge entlang und sphte forschend in
+jedes Koupee. Frau Rat hatte ihn sofort entdeckt und ihre Zge verklrten
+sich, - der Suchende war niemand anders als der Sohn des Landrats. Leo!
+Leo! rief sie ihn an, komm, schnell! Wo sind deine Eltern? Du suchst
+sie, nicht wahr? Ich bin mit ihr gefahren - sie ist ein reizendes, junges
+Mdchen! Frisch wie eine Waldblume, sage ich dir. Dort ist sie um das Haus
+gegangen!
+
+Was fr eine Waldblume meinst du, Tante Rat? fragte der junge Mann etwas
+erstaunt und sah mit seinen offenen, klugen Augen die Angeredete, die sehr
+schnell und mit lebhaften Gesten gesprochen hatte, an. Von wem sprichst
+du?
+
+Von ihr - von ihr! rief sie zurck. Von Ilse, die ihr erwartet, wollte
+sie eigentlich sagen, aber der Name fiel ihr im Augenblick nicht ein; das
+betubende Luten der Glocke, die das Zeichen zur Abfahrt gab, machte sie
+nervs und verwirrte sie, es kam noch hinzu, da der junge Mann ihren
+Worten wenig Aufmerksamkeit schenkte und immer auf dem Sprunge stand, sie
+zu verlassen.
+
+Ich mu dich verlassen, Tante! sagte er denn auch, ich mu mich nach
+einem Kinde umsehen, das ich mit diesem Zuge erwarte -
+
+Sie ist es! Sie ist es! rief sie lebhaft, aber er hrte ihre Worte nicht
+mehr, sondern von neuem ging er suchend den Zug entlang.
+
+Haben Sie ein allein reisendes Kind bemerkt - und ist dasselbe vielleicht
+hier ausgestiegen? fragte er einen Schaffner.
+
+Nein! antwortete dieser und schwang sich auf seinen hohen Sitz hinauf,
+denn der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
+
+Als Frau Rat an ihm vorberfuhr, rief sie ihm einige Worte zu, leider
+vergeblich, er verstand sie nicht.
+
+Assessor Gontrau blieb stehen, etwas ratlos und nachdenklich. Der
+Oberamtmann Macket hatte seinen Vater gebeten, da er sofort bei Ilses
+Ankunft telegraphieren mge, ob sie glcklich angekommen sei. Was sollte
+er jetzt thun? Es blieb ihm nichts andres brig, als eine Depesche
+abzusenden mit den Worten: Nicht angekommen!
+
+Eben im Begriffe, sich zu diesem Zwecke in das Bureau zu begeben, fiel
+sein Blick auf einen Brief, der auf der Erde dicht vor ihm lag. Er hob ihn
+auf und las die Aufschrift auf dem geffneten Kouvert. Nicht wenig
+erstaunte er, als er die Adresse las: Frulein Ilse Macket, - sonderbar!
+Der Schaffner und die Leute hier haben kein Kind aussteigen sehen und doch
+mu es angekommen sein!
+
+Wissen Sie nicht, wer den Brief verloren hat? wandte er sich an eine
+Frau, die einen kleinen Obststand in der Nhe hatte.
+
+Gesehen habe ich es gerade nicht, meinte die, aber ein junges Frulein
+mit Locken hat ihn gewi mit aus der Tasche gezogen. Ich sah, da sie
+etwas herausnahm. Die dort war es, unterbrach sie sich pltzlich und
+zeigte auf Ilse, die um das ganze Haus gegangen war und von der
+entgegengesetzten Seite gerade hervortrat, als der Zug abfuhr.
+
+Ihre alte Freundin grte noch einmal zrtlich zum Fenster hinaus, machte
+auch allerhand bedeutungsvolle Zeichen, winkte nach der andern Seite zu
+Leo hinber, - Ilse verstand nichts von allem.
+
+Hchst unglcklich stand sie da und blickte dem Zuge nach, der ihre
+einzige Bekannte hier in die Ferne fhrte. Nun bin ich verlassen! sprach
+sie fr sich, was soll ich nun anfangen! Es war merkwrdig, wie ihre
+mutige Sicherheit ein so schnelles Ende genommen hatte. - Wie recht hatte
+Frulein Gssow mit ihrer Besorgnis! Auf diesen Fall war sie gar nicht
+vorbereitet! Was sollte sie nun beginnen? Am liebsten htte sie wie ein
+kleines Kind angefangen zu weinen, sie schmte sich nur vor dem jungen,
+blonden Postbeamten, der zu einem Parterrefenster hinauslehnte und sie
+neugierig beobachtete.
+
+Aus ihrer peinlichen Ratlosigkeit schreckten sie pltzlich eilige Schritte
+auf und gleich darauf erfolgte die Anrede: Gndiges Frulein, ich bitte
+um einen Augenblick!
+
+Ilse wandte den Kopf, und als ihr Auge flchtig die Gestalt eines jungen
+Mannes streifte, erfate sie eine unnennbare Angst. Was wollte er von ihr
+- warum redete er sie an? Sie verlor alle ruhige Fassung und nur der eine
+Gedanke beherrschte sie: Du darfst ihn nicht anhren! - Als ob sie nichts
+gehrt habe, ging sie weiter, und als sie bemerkte, da sie verfolgt
+wurde, beschleunigte sie ihre Schritte. Wie ihr das Herz klopfte vor Angst
+und Aufregung!
+
+Sie haben etwas verloren, gndiges Frulein, wollen Sie nicht die Gte
+haben, mir einen Augenblick Gehr zu schenken! rief er dringend.
+
+Nun stand sie still, aber sie wagte nicht, sich nach ihm umzusehen. Er
+bentzte schnell diesen Moment und trat vor sie hin. Mit einem leichten,
+spttischen Lcheln betrachtete er den kleinen Backfisch, der so ngstlich
+und blde vor ihm davonlief. Schon schwebte ihm eine etwas ironische
+Bemerkung auf den Lippen, die er indes unterdrckte, als er in das
+liebliche, rosige Antlitz sah. Mit niedergeschlagenen Augen und in
+ngstlicher Verlegenheit stand sie vor ihm. - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie eine Waldblume{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} hatte
+Tante Rat zu ihm gesagt, jetzt wute er, wen sie damit gemeint.
+
+Ich fand diesen Brief dort, sprach er, gehrt er vielleicht Ihnen?
+
+Ein flchtiger Blick belehrte Ilse, da er den Brief ihres Papas in der
+Hand hielt. Ja, sagte sie, ziemlich beschmt ber ihr albernes
+Davonlaufen, er gehrt mir. - Sie nahm ihn in Empfang, ohne den jungen
+Mann anzusehen.
+
+Ich danke Ihnen, fgte sie noch hinzu und wollte mit einer schchternen
+Verbeugung weitergehen.
+
+Und war die Adresse an Sie gerichtet? fragte er weiter, so da sie
+zgernd still stand.
+
+Doch bevor er noch ihre Antwort abwartete, rief er pltzlich erfreut und
+lachend zugleich: Sie - Sie sind Frulein Ilse Macket! ich sehe die
+Photographie in Ihrer Hand! Das ist ein wundervoller Spa!
+
+Erstaunt blickte Ilse ihn an, und nun sah sie zum ersten Male in das
+hbsche, von der Sonne etwas gebrunte Gesicht des jungen Gontrau.
+
+Verzeihen Sie mein unschickliches Lachen, entschuldigte er sich, aber
+Sie werden dasselbe verstehen, wenn ich Ihnen Aufklrung gegeben habe. -
+Zuvor erlauben Sie, da ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Gontrau.
+- Er hob den weichen Filzhut ab und begrte sie in liebenswrdiger,
+ehrerbietiger Weise.
+
+Gontrau! rief Ilse strahlend vor Freude, ist's wahr, Gontrau? Aber Sie
+sind doch nicht - doch nicht -
+
+Der Landrat? ergnzte er ihre Frage. Nein, der bin ich nicht, nur sein
+Sohn.
+
+Ich war recht einfltig, da ich Ihnen davonlief, sprach sie errtend,
+aber ich wute nicht, wer Sie waren; ich hielt Sie fr einen fremden
+Herrn, der mich ausfragen wollte. Ach, Sie glauben nicht, wie ich mich
+gengstigt habe, als ich so ganz allein hier stand! Wie ein verirrtes Kind
+kam ich mir vor, das nicht wei woher und wohin. Nun bin ich froh,
+furchtbar froh! Aber wo sind Ihre Eltern? pltzlich fiel es ihr ein, da
+dieselben nicht anwesend waren. Bitte, fhren Sie mich zu ihnen.
+
+Leider konnten sie nicht die Freude haben, Sie hier zu begren,
+entgegnete Leo, den ihr kindliches Geplauder geradezu entzckte. Meinem
+Vater ist ein kleiner Unfall zugestoen. In dem Augenblick, als er den
+Wagen besteigen wollte, um hierher zu fahren, vertrat er sich den Fu und
+zwar so bse, da er zurckbleiben mute. Die Mutter konnte zu ihrem
+Kummer nun auch nicht fort, sie mute dem Vater behilflich sein. Dieser
+Unfall ist denn auch an meiner Versptung schuld, die ich von ganzem
+Herzen bedaure, doppelt bedaure, da sie Ihnen Sorge und Kummer bereitet
+hat. Mama hatte sich so darauf gefreut, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}die Kleine{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} in Empfang nehmen zu
+knnen! Ja, ja, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}die Kleine{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, wiederholte er und amsierte sich ber ihr
+verwundertes Gesicht. Ihr Herr Papa trgt die Schuld an dem Irrtum, in
+dem wir befangen waren. Er sprach in seinen Briefen nur von seiner
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kleinen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, oder von {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}seinem Kinde{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, das er allein und schutzlos die weite
+Reise machen lassen msse, er frchtete, da dem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}kleinen Mdchen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, das
+die Pension verlie, etwas zustoen knne. Natrlich erwarteten wir nun
+auch ein Kind, so ein halberwachsenes Mdchen von zwlf, hchstens
+dreizehn Jahren.
+
+Nein, aber der Papa! rief Ilse und lachte, aber nicht so frisch und frei
+wie gewhnlich, es klang etwas gezwungen. Es war ihr nicht ganz angenehm,
+da der Papa noch eine so kindliche Meinung von ihr hatte. Papa ist zu
+komisch! Er hlt mich noch immer fr die halberwachsene Ilse! Wie wird er
+sich wundern, wenn er mich wiedersieht! Mit siebzehn Jahren ist man kein
+Kind mehr, nicht einmal ein Backfisch!
+
+Bewahre! stimmte der Assessor ihr bei, mit siebzehn Jahren ist ein
+junges Mdchen eine vollendete Dame.
+
+Es kam halb wie leichter Spott heraus, aber er machte ein ganz ernstes
+Gesicht und verzog keine Miene. So glaubte sie denn mit Stolz an die
+vollendete Dame.
+
+Nur ihr Handgepck nahm Ilse mit hinaus nach Lindenhof, dasselbe war schon
+in dem Wagen untergebracht, den Korb mit den Blumen stellte der Kutscher
+eben hinein.
+
+Die vielen Strue! bemerkte Leo Gontrau und diesmal lchelte er
+wirklich etwas. Der Korb mu Ihnen doch eine Last gewesen sein?
+
+O nein, nein! sprach sie eifrig dagegen, es sind ja lauter
+Abschiedsgre von meinen Freundinnen!
+
+So viele Freundinnen! meinte er und sah in den Korb.
+
+Es sind sieben Strue, belehrte ihn Ilse, die nmlich glaubte, er wolle
+dieselben zhlen.
+
+Sie waren schn, meinte er, jetzt sind sie schon etwas welk. Nur dieser
+Rosenstrau mit der Vergimeinnichteinfassung ist noch frisch.
+
+Ilse ergriff denselben und beugte ihr Antlitz darauf. Eine augenblickliche
+Rhrung berkam sie, als sie der Geberin gedachte.
+
+Ich habe ihn von meiner liebsten Freundin, sagte sie innig - von Nellie
+Grey.
+
+Nellie Grey? fragte er. Wohl eine Englnderin? Ist sie hbsch und
+liebenswrdig? setzte er scherzend hinzu.
+
+Sie ist reizend! rief Ilse und geriet frmlich in Feuer, als sie von der
+Freundin erzhlte.
+
+Er hrte ihr stillschweigend zu und amsierte sich ber die Begeisterung,
+mit der sie lobte, und besonders ber die berschwenglichen Ausdrcke, die
+dabei ihren Lippen entschlpften. Sie wute es gar nicht, wie sehr sie
+sich Melanies Angewohnheit zu eigen gemacht hatte und wie Ausrufe, als:
+furchtbar reizend! himmlisch! entzckend! s! u. s. w. u. s. w. ihr
+ebenso gelufig waren als Melanie und den brigen Backfischen.
+
+Wollen Sie nicht erst im Bahnhofsgebude eine kleine Erfrischung
+einnehmen? fragte Leo und bot ihr den Arm, um sie dorthin zu fhren.
+
+Dankend lehnte sie sein Anerbieten ab, trotzdem sie es eigentlich gern
+angenommen htte. Sie war nmlich hungrig und ihr Magen trug rechtes
+Verlangen nach einem krftigen Imbi. Eine vollendete Dame aber durfte den
+Hunger nicht merken lassen, es wre doch geradezu kindisch gewesen.
+
+Es ist khl, bemerkte er, als er ihr in den Wagen geholfen, und mein
+Auftrag lautet: Hlle {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}das Kind{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} gut ein, damit es sich nicht erkltet in
+der halboffenen Chaise. Und er nahm ein warmes Tuch, das schon bereit
+lag, und wickelte sie fest darin ein, auch eine Decke schlug er um ihre
+Fe.
+
+Sie lie es gern geschehen, denn der Herbstwind pfiff kalt ber die leeren
+Felder; sie lachte sogar ber seine Frsorge; aber hinterher kamen die
+Bedenken. War es recht, da sie sich von ihm einhllen lie? War es nicht
+eine Vertraulichkeit, die sie gestattet hatte? Wrde Frulein Gssow ihr
+Benehmen schicklich finden? Ob Nellie wohl so gehandelt haben wrde, wie
+sie, oder ob sie nicht lieber ihren Regenmantel angezogen htte! Sie
+konnte es auch thun, er lag im Riemen geschnallt dicht bei ihr.
+
+Mitten in ihren peinlichen Zweifeln und Sorgen vernahm sie ein herzliches
+Lachen ihres Nachbars. Natrlich brachte sie es sofort mit ihren Gedanken
+in Verbindung.
+
+Lachen Sie ber mich? fragte sie beinahe ngstlich.
+
+Nein, nein! entgegnete er, wie kommen Sie zu dieser Frage? Wie wrde
+ich mir je erlauben, eine junge Dame auszulachen! Diese Birne ist an
+meiner Heiterkeit schuld. Sie fiel mir soeben aus der Wagentasche auf die
+Hand und erinnerte mich an Mamas letztes Wort, das sie mir nachrief, als
+ich fortfuhr.
+
+Was sagte sie? fragte Ilse und sah ihn neugierig an.
+
+Vergi ja nicht, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dem Kinde{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} die Birnen zu geben, Leo, sprach sie. Die
+Kleine wird wohl hungrig sein. Ich glaube, unterbrach er sich und griff
+in die Seitentasche, sie sprach auch von einem Stck Kuchen. Richtig!
+rief er lachend und zog ein kleines Paketchen hervor, da ist er! Darf ich
+es wagen, gndiges Frulein, Ihnen Kuchen und Birnen anzubieten?
+
+Dieser Verlockung konnte sie nicht widerstehen. Warum nicht? entgegnete
+sie unbefangen und griff zu. Obst ist meine ganze Leidenschaft und Kuchen
+esse ich furchtbar gern! In der Pension haben wir nicht viel davon zu
+sehen bekommen, Frulein Raimar behauptete, der Magen werde schlecht vom
+vielen Kuchenessen. Ist das nicht eine furchtbar de Ansicht?
+
+Ja, eine furchtbar de Ansicht! wiederholte er mit ganz ernsthaftem
+Gesicht, ich begreife nicht, wie Sie es aushalten konnten, ohne Kuchen zu
+leben!
+
+Manchmal, erzhlte sie, lieen wir uns heimlich ein Stckchen holen,
+ber Mittag, wenn das Frulein schlief.
+
+So, so! lachte er, das sind ja schne Geschichten, das mu ich sagen!
+
+Wir thaten es nicht oft, entschuldigte sich Ilse, nur dann und wann,
+wenn wir gar zu groen Appetit darauf hatten. Finden Sie das unrecht?
+
+Da Sie den Kuchen aen, finde ich durchaus nicht unrecht, neckte er
+sie, aber da Sie ihn heimlich holen lieen, gefllt mir nicht. Warum
+fragten Sie nicht die Vorsteherin um Erlaubnis?
+
+Sie sind aber klassisch! rief Ilse, dann htten wir es doch nicht
+gedurft! Es war doch nichts Bses, was wir thaten, nur ein ganz harmloses
+Vergngen, Frulein Raimar hatte nicht den geringsten Schaden davon, ob
+wir Kuchen aen oder nicht.
+
+Sie sind eine kleine Rechtsverdreherin! tadelte er sie lachend, ob
+Schaden oder nicht, darauf kommt es gar nicht an. Die Dame hatte ihre
+Grnde, weshalb sie Ihnen den Genu des Kuchens verbot. Nummer I: Sie
+handelten gegen ihren Willen - folglich sind Sie strafbar! Nummer II: Sie
+thaten es heimlich - das erschwert das Vergehen!
+
+Sie lachte hchst vergngt. Herrgott, sind Sie aber pedantisch!
+
+Ich bin Jurist, gndiges Frulein, und gehe jeder Sache auf den Grund.
+
+Jurist! wiederholte Ilse und sah ihren Nachbar etwas mitrauisch an.
+Das glaube ich nicht! Sie sehen nicht so aus.
+
+Warum nicht? Haben die Juristen ein besonderes Aussehen?
+
+Diese Frage brachte sie etwas in Verlegenheit. Sie htte ihm keine andre
+Antwort daraus geben knnen, als da die Juristen, die fters auf Moosdorf
+zu Gaste kamen, ganz anders ausschauten. Es waren lustige Herren, die
+gerne ein Glas Wein liebten, aber jung und schn waren sie nicht. Sie sah
+ihn an und schttelte unglubig den Kopf. Sie sind nicht Jurist,
+widerstritt sie.
+
+Nun, ich bin doch neugierig, wofr Sie mich halten, fragte er hchst
+amsiert, jetzt legen Sie eine Probe von Ihrer Menschenkenntnis ab!
+
+Sie sind Knstler - vielleicht Musiker - oder Maler?
+
+Er lachte laut. Musiker! rief er, ich ein Musiker! Wenn Sie wten,
+gndiges Frulein, welch ein groes Wort Sie gelassen aussprachen! Ich
+verstehe keine Note und bin so unmusikalisch wie ein Stock! Es thut mir
+leid, da ich Ihre fr mich so schmeichelhafte Illusion zerstren mu,
+indes was kann es helfen! Ich mu mich Ihnen leider als ein ganz
+gewhnliches Menschenkind vorstellen, das weder Maler noch Musiker ist.
+Trotz Ihres Zweifels bin ich Jurist und seit vier Wochen Assessor. Sind
+Sie nun berzeugt?
+
+Also kein Knstler, ach, wie schade! sprach Ilse bedauernd. Es mssen
+doch reizende Menschen sein!
+
+Nicht immer, wollte er sagen, doch that er es nicht. Warum ihre naiven
+Anschauungen zerstren? Sie war noch so jung und sah so glubig aus.
+
+Sehen Sie dort die Kirchturmspitze? brach er das Gesprch ab, die
+Wetterfahne darauf glnzt hell im Mondenscheine, das ist die Kirche von
+Lindenhof! In zehn Minuten sind wir dort.
+
+Als der Wagen vor dem Portale des Hauses hielt, trat Frau Gontrau schnell
+auf denselben zu, um ihren kleinen Gast in Empfang zu nehmen. Als das
+erwachsene Mdchen dafr ausstieg und Leo den Irrtum erklrte, nahm sie
+dasselbe lachend in den Arm.
+
+Ob gro, ob klein, sagte sie mit Wrme, Sie sind mir von Herzen
+willkommen!
+
+Und sie fhrte Ilse in das Speisezimmer, in welchem sich der Landrat
+befand. Er sa in halbliegender Stellung auf dem Sofa und streckte dem
+jungen Mdchen beide Hnde entgegen.
+
+Das ist eine kostbare Ueberraschung! rief er aus, eine kostbare
+Ueberraschung! Anstatt des Kindes kommt eine junge Dame an! Hat uns Freund
+Macket mit Absicht getuscht?
+
+Ilse lachte und zeigte die weien Zhne.
+
+Wie Sie dem Papa hnlich sehen! fuhr er lebhaft fort, derselbe Mund,
+die Zhne, das Kinn, es ist auffallend! Er schob die Lampe nher zu ihr,
+damit er sie noch besser betrachten knne. Das Haar haben Sie von der
+Mutter geerbt, auch die braunen Augen, das heit nur in Farbe und Schnitt.
+Der Ausdruck der Ihrigen ist lebhafter, er verrt nicht das sanfte
+Taubengemt der seligen Mama. Knnen Sie zornig blicken? fragte er
+scherzend.
+
+Aber lieber Mann, unterbrach ihn Frau Gontrau lachend, erst stellst du
+ein peinliches Examen mit dem Aeueren unsres lieben Gastes an, nun gehst
+du auch noch auf die Charaktereigenschaften ber! - Kommen Sie, liebes
+Kind, ich will Sie erlsen. Ich werde Sie auf Ihr Zimmer fhren, damit Sie
+sich von der langen Reise etwas erfrischen knnen. Ich habe Sie dicht
+neben mein Schlafzimmer einquartiert, die Fremdenzimmer liegen eine Treppe
+hher, und ich dachte, die Kleine frchte sich, allein dort zu schlafen.
+
+O wie reizend! rief Ilse kindlich erfreut und verriet, da sie im Punkte
+der Furcht noch ganz wie ein richtiges Kind empfand.
+
+Leo, redete der Amtsrat den Sohn an, als die Damen das Zimmer verlassen
+hatten, ist sie nicht ein reizendes Kind?
+
+Der Angeredete schien sehr vertieft in seiner Zeitungslektre, wenigstens
+mute der Vater noch einmal die Frage wiederholen, bevor er eine Antwort
+erhielt.
+
+Ja, ja, gab er gleichgltig zur Antwort, sie ist ein ganz netter,
+kleiner Backfisch!
+
+Netter Backfisch! Ist das ein Ausdruck fr ein so liebliches Wesen! Hast
+du denn gar keine Augen im Kopfe? Ich sage dir, Temperament steckt in dem
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}kleinen Backfisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, mehr als du dir trumen lt! Ein Blick und ich wei
+Bescheid! Du hast kein Urteil, mein Junge, darin ist dein Vater dir ber!
+
+Leo gab keine Antwort darauf und las andchtig weiter.
+
+Die Abendstunden entschwanden in Frohsinn und Heiterkeit. Ilse plauderte
+und erzhlte ganz ohne Scheu. Sie fhlte sich heimisch bei den lieben
+Menschen. Der Landrat liebte es, sie zu necken, und sie verstand seinen
+Scherz.
+
+Bleiben Sie einige Tage hier, redete er ihr zu, die Zeit ist so kurz
+bis morgen mittag. Wir telegraphieren den Eltern, da wir Sie hier
+behielten, sie werden nicht bse darber sein.
+
+Leo warf einen schnellen Blick zu Ilse hinber, der fast wie eine Bitte
+aussah, auch erbot er sich, ganz frh am andern Morgen nach dem
+Stationsgebude zu reiten, um ein Telegramm aufzugeben. Frau Gontrau
+untersttzte die Bitte ihres Mannes mit groer Wrme.
+
+Es wre eine groe Freude fr uns, wenn Sie blieben, sagte sie, es
+fehlt uns ein frisches Element in unsrem Hause. Sie haben die glckliche
+Gabe, Leben und Frohsinn um sich zu verbreiten!
+
+Bitte, bitte, qulen Sie mich nicht, bat Ilse, ich kann nicht bleiben!
+Ich kann es nicht, so reizend es mir auch hier gefllt! Meine Eltern
+erwarten mich morgen und ich habe auch groe Sehnsucht nach ihnen und auf
+den kleinen Bruder freue ich mich furchtbar! Er wei noch gar nicht, da
+er eine groe Schwester hat!
+
+Dagegen war nichts einzuwenden. Ilses Antwort war so echt kindlich und
+natrlich.
+
+Frau Gontrau strich ihr die krausen Locken zurck und klopfte ihr leicht
+die Wange.
+
+Sie haben recht, liebe Kleine, Ihren Entschlu nicht zu ndern. Wir
+wollen auch gar nicht weiter in Sie dringen mit unsren Bitten. Besuchen
+Sie uns bald auf lngere Zeit, Leo verlt uns in einigen Wochen und dann
+ist es einsam in unsrem groen Hause.
+
+Daraus wird doch nichts! erklrte der Landrat. Ich kenne meinen Freund
+Macket und wei, da er so bald sein Tchterchen nicht wieder fortgiebt.
+Halt, da fllt mir ein guter Gedanke ein! In seinem letzten Briefe ladet
+der Papa uns zum Erntefeste ein, das in vier Wochen etwa stattfinden soll.
+Ich nehme die Einladung an fr uns, Punktum! Aber ich knpfe die Bedingung
+daran, da er Sie mit uns zurckreisen lt.
+
+Ilse jubelte vor Vergngen, das wr' zu - zu himmlisch! rief sie aus.
+Aber Sie mssen auch Wort halten, geben Sie mir die Hand darauf.
+
+Mit einem krftigen Handschlag besiegelte er sein Versprechen.
+
+Ein Handschlag galt bei uns in der Pension fr den hchsten Eid, sagte
+sie mit einem ernsten Kindergesicht, dagegen handeln heit meineidig
+sein. - Sie werden doch mitkommen? wandte sie sich an Leo.
+
+Natrlich, entgegnete er freudig, der feierliche Eid gilt auch fr
+mich. Wollen wir ihn auch mit einem Handschlag besiegeln?
+
+O nein, entgegnete sie leicht errtend, ich glaube Ihnen schon auf Ihr
+Wort.
+
+Als es elf schlug, mahnte Frau Gontrau zur Ruhe. Sie werden mde und
+abgespannt sein von der Reise und den vielen fremden Eindrcken, liebe
+Ilse.
+
+Ich empfinde gar keine Mdigkeit, entgegnete diese, und knnte noch
+lange aufbleiben!
+
+Sie htte es auch gethan, wenn sie nur Papier und Feder in ihrem Zimmer
+gefunden htte! Wie gerne htte sie ihrer Nellie so ganz frisch ihre
+Reiseerlebnisse erzhlt!
+
+Am andern Morgen gleich nach dem zweiten Frhstck rstete sich Ilse zur
+Weiterreise. Eben trat sie mit dem Korbe mit den Blumen vor die Thre, sie
+hatte sie noch einmal mit Wasser besprengt.
+
+Wollen Sie denn die welken Strue wirklich wieder mit sich nehmen?
+fragte Assessor Gontrau.
+
+Ilse blickte auf den Korb und stand unschlssig da. Freilich, sagte sie
+betrbt, sie sehen traurig aus, meine lieben, schnen Blumen, nun sind
+sie alle welk!
+
+Wissen Sie was, Frulein Ilse, riet der Assessor heiter, wir wollen ein
+Autodafee anstellen und sie verbrennen! Dann sammeln wir die Asche und Sie
+bewahren dieselbe in einer kostbaren Urne auf, welche die Inschrift trgt:
+Diese Urne birgt die Asche der Blumenstrue meiner geliebten sieben
+Freundinnen in der Pension. - Wie gefllt Ihnen diese Idee?
+
+O, Sie sind abscheulich! rief sie. Sie wollen sich ber mich lustig
+machen? Trotzdem, fgte sie echt logisch hinzu, gefllt mir das
+Verbrennen ganz gut. Errichten Sie schnell einen Scheiterhaufen, so viel
+Zeit bis zu meiner Abfahrt bleibt mir noch, ich will die Blumen in Flammen
+aufgehen sehen! Die Asche aber sammeln wir nicht!
+
+Leo trug eilig etwas trockenes Reisig auf dem Kiesplatze vor dem Hause
+zusammen und in wenigen Sekunden flackerte ein lustiges Feuer auf.
+
+Ein Strau nach dem andern verfiel dem Feuertode, nur als Nellies Rosen an
+die Reihe kamen, hielt Ilse ihm den Arm fest. Halten Sie ein! rief sie,
+der darf nicht geopfert werden, die Blumen meiner lieben Nellie bewahre
+ich bis zu meinem Tode auf!
+
+Mit in das Grab, fgte er neckend hinzu.
+
+Frau Gontrau, die mit ihrem Sohne Ilse bis zur Bahn begleiten wollte,
+erschien jetzt fertig angekleidet in der Thre und mahnte zum Aufbruch.
+
+Ilse ging in das Haus und nahm Abschied von dem Landrate. So gerne wre er
+mitgefahren und mute nun des bsen Fues wegen zurckbleiben. Es war eine
+rechte Geduldsprobe fr ihn. Noch einmal erinnerte sie ihn dringend an
+seinen Schwur. Sie mssen kommen! war ihr letztes Wort.
+
+Es bleibt dabei! rief er ihr nach, der Schwur gilt!
+
+Als sie im Begriffe war, in den Wagen zu steigen, berreichte ihr Leo ein
+kostbares Rosenboukett.
+
+Die Blumen sind aus der Asche erstiegen, sprach er, Sie werden
+dieselben nicht verschmhen, fgte er hinzu, als sie vor Ueberraschung
+verga, dieselben in Empfang zu nehmen.
+
+O, wie reizend! Wie furchtbar liebenswrdig! Sie glauben nicht, wie ich
+mich freue! Mit holdem Errten reichte sie ihm die Hand. Ich danke Ihnen
+tausendmal! Ich liebe die Rosen so sehr und so schn wie diese sah ich
+noch keine. Wie sehr, wie furchtbar haben Sie mich erfreut! Und sie
+konnte den Blick nicht von den herrlichen Blumen wenden und wiederholte
+noch einige Male: ich freue mich zu sehr!
+
+Leo lchelte seine Mutter an und sie verstand ihn wohl. War doch auch sie
+entzckt ber die kindliche Freude und die Anmut, mit der Ilse zu danken
+verstand.
+
+Die Stunden vergehen schnell, besonders die glcklichen. Die Fahrt bis zum
+Bahnhof war geschwunden, Ilse wute nicht wie. Jetzt sa sie im Dampfwagen
+und fuhr der Heimat zu. Ihre Gedanken schwirrten bunt durcheinander, sie
+flogen voraus und trumten vom Wiedersehen - und sie kehrten zurck und
+fhrten sie wieder nach Lindenhof. Es hatte ihr himmlisch dort gefallen!
+Der Abschied war ihr beinahe schwer geworden. Leo hatte ihr die Hand
+gekt und sie hatte es sich gefallen lassen. Ob das wohl recht war? Am
+Ende htte sie ihm die Hand entziehen mssen? - Ach, seufzte sie laut,
+zum Glck war sie allein im Koupee, ach! Es ist doch zu de, wenn man gar
+nicht wei, wie man sich zu benehmen hat! Am Ende spottet er jetzt ber
+mich! Sie errtete bei diesem furchtbaren Gedanken. Da fiel ihr Blick auf
+den Rosenstrau, und wie sie den sen Duft desselben einatmete, stand
+pltzlich sein Bild lebhaft vor ihr. Ein wunderbares Gefhl berkam sie,
+aber es war ihr fremd und sie schreckte davor zurck. Sie legte den Strau
+aus der Hand und erhob sich. Sie wollte nicht weiter an ihn denken, sie
+wollte es nicht!
+
+Um sich zu zerstreuen, blickte sie zum Fenster hinaus. Erst auf der einen,
+dann auf der andern Seite. Aber sie sah nicht viel, nichts als leere
+Stoppelfelder, das war langweilig.
+
+Sie setzte sich wieder und nahm ihre Handtasche vor. Nachdem sie ein
+Weilchen darin gekramt, fiel ihr ein Buch in die Hnde, das Nellie ihr
+hineingesteckt hatte, damit sie Unterhaltung habe. Sie hatte gar nicht
+daran gedacht, jetzt griff sie freudig nach Chamissos Gedichten. Im
+Begriffe, das Buch zu ffnen, fiel ihr etwas ein. Halt, sagte sie fr
+sich, jetzt werde ich das Orakel befragen, wie Flora uns gelehrt hat.
+Sie schlug drei Kreuze ber das Buch und sah gen Himmel dabei, dann
+ffnete sie es schnell und die erste Zeile, auf die ihr Blick fiel, hie:
+
+ Helft mir, ihr Schwestern, Krnze zu winden -
+
+Unsinn! Ich will es nicht gelten lassen! rief sie, also noch einmal!
+Das Buch wurde wieder geschlossen und recht, recht fest zusammengedrckt,
+dann wieder die drei blichen Kreuze, wieder langsam und feierlich
+geffnet - und siehe da, dieselben Worte gaben ihr Antwort auf ihre Frage.
+
+Sonderbar! furchtbar sonderbar! dachte sie sinnend und einen Augenblick
+war sie in Versuchung, der prophetischen Stimme zu glauben, dann aber
+siegte ihre gesunde Vernunft.
+
+Es ist doch nur ein Zufall und die ganze Geschichte dummes Zeug! Mit
+diesem vernnftigen Gedanken gab sie alle Schicksalsfragen auf und
+vertiefte sich in Chamissos herrliche Gedichte. Einige Male freilich
+ertappte sie sich auf dem Wege nach Lindenhof und Leos Bild neckte sie aus
+den Zeilen, aber sie wehrte sich tapfer gegen diese Traumbilder. Sie
+schwanden von selbst, je nher sie der Heimat kam. Sie legte das Buch
+beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Schon erkannte sie verschiedene
+Ortschaften, die in der Nhe von Moosdorf lagen, schon konnte sie den
+Bahnhof erkennen! Ihr Herz schlug vor Erwartung und Freude, ihre Augen
+flogen voraus und jetzt erkannte sie die Eltern, die auf dem Perron
+standen, um sie in Empfang zu nehmen.
+
+Welche Seligkeit ein Kind empfindet, wenn es nach langer Trennung zu den
+geliebten Eltern zurckkehrt, das, meine jungen Leserinnen, kann nicht
+geschildert, sondern mu empfunden werden. Ilse lag in den Armen ihres
+Vaters und dachte an nichts weiter, als an das Glck, wieder daheim zu
+sein.
+
+ [Illustration]
+
+Bist du gro geworden! rief der Oberamtmann und betrachtete sie mit
+stolzer Freude; ich htte dich kaum wiedererkannt! Als halbes Kind gingst
+du von uns und jetzt kehrst du heim als junge Dame!
+
+Er hielt sie noch immer in seinen Armen und konnte sich nicht satt sehen
+an ihr. Sanft entwand sie sich ihm, noch hatte sie die Mutter nicht
+begrt, die mit Thrnen im Auge daneben stand und ihr die Arme
+entgegenstreckte. Ilse flog an ihr Herz und umschlang sie innig.
+
+Meine liebe Mama! das war alles, was sie sagen konnte. Und Frau Macket
+verstand sie, innig drckte sie ihr Kind an sich, sie wute, da sie jetzt
+sein Herz fr immer gewonnen hatte.
+
+Hier ist noch jemand, der dich begren will, Kleines, unterbrach der
+Oberamtmann die kleine rhrende Szene, die ihn selbst schon ganz
+weichmtig machte, sieh, Onkel Curt, berhmter Maler und Afrikareisender,
+mchte gern deine Bekanntschaft machen!
+
+Ilse reichte ihm die Hand und stand nun einem wirklichen Knstler
+gegenber. Ob sie ihn reizend fand? - Als sie ihn ansah, den
+mittelgroen, etwas breitschultrigen Mann, in der Samtjoppe, die mehr
+bequem als elegant sa, mit dem breitkrempigen Hute, der ein braun
+gebranntes, etwas verwittertes Gesicht tief beschattete, da drngte sich
+unwillkrlich ein andrer in ihre Gedanken und sie verglich. Die Juristen
+gefallen mir doch besser als die Knstler, - so meinte sie still in ihrem
+Herzen.
+
+Ehe Ilse in den Wagen stieg, wurde sie von Johann feierlich begrt. Zur
+besonderen Ueberraschung hatte er Bob mitgebracht, der nun in toller,
+ausgelassener Freude seine Herrin begrte. Johann verga dabei seine
+Empfangsrede, die er sich mhsam zurechtgedacht hatte. Verlegen drehte er
+seine Mtze und sein breiter Mund zog sich von einem Ohre zum andern.
+
+Da ist der Hund, Frulein Ilschen, sagte er. Das unvernnftige Vieh hat
+das Frulein gewissermaen gleich erkannt. Ich auch, wenn auch das
+Frulein gewissermaen schn und stattlich geworden sind, wie ein
+Krassier. - Diesen wunderlichen Vergleich gebrauchte Johann nur bei ganz
+auergewhnlichen Gelegenheiten, er galt fr ihn als hchster Ausdruck des
+Vollkommnen.
+
+Alle lachten und Ilse reichte dem Freunde ihrer Kindheit die Hand.
+
+Es ist gut, Johann, sagte der Oberamtmann, du hast eine schne Rede
+gehalten. Nun aber steige auf und lasse die Pferde tchtig zugreifen, in
+einer halben Stunde mssen wir in Moosdorf sein.
+
+Im Vaterhause war alles festlich bereitet. Fahnen, Krnze, Blumen, sogar
+eine Ehrenpforte mit einem mchtigen Willkommen! begrten die
+heimkehrende Tochter. - Aber sie hatte nur einen flchtigen Blick fr alle
+Herrlichkeiten, ihre Ungeduld trieb sie hinein in das Haus, sie mute
+zuerst das Brderchen sehen.
+
+Frau Anne, die vor ihr hineingegangen war, trat ihr schon mit demselben
+entgegen.
+
+Du ser, ser Junge! rief Ilse im hchsten Entzcken und der prchtige
+Knabe streckte ihr jauchzend seine Aermchen entgegen.
+
+Er will zu mir, Mama, darf ich ihn nehmen? Glcklich lchelnd reichte
+die Frau ihr den Kleinen. Und Ilse tanzte mit ihm im Zimmer herum und
+kte und herzte ihn, bis er zu weinen anfing.
+
+Die Mutter nahm ihr den kleinen Schreihals ab. War ich zu wild, Mama?
+fragte Ilse bedauernd, sei mir nicht bse darum! Ich freue mich ja zu
+furchtbar ber ihn! - Was er fr dicke Aermchen hat, fuhr sie zrtlich
+fort und kte dieselben. Ach, und die lieben, schnen Guckuglein
+schwimmen in Thrnen! Daran ist nur die bse, bse Schwester schuld, mein
+kleines Herz!
+
+So plauderte Ilse bunt durcheinander und war so glcklich wie ein Kind am
+Weihnachtsabend, wenn es seine neue Puppe begrt. Sie mochte sich gar
+nicht von dem Kinde entfernen, bis endlich die Mama dasselbe der Wrterin
+bergab.
+
+Nun ist es genug, Kind, scherzte Frau Anne, du verwhnst mir sonst den
+Jungen, auch vergit du uns andre darber. Sieh! Papa und der Onkel stehen
+schon wartend da, sie wnschen, da du sie in das Speisezimmer hinber
+begleitest. Oder mchtest du erst einmal hinauf in dein Zimmer gehn?
+
+Sie ergriff Ilses Arm und fhrte sie in die obere Etage, die beiden Herren
+folgten ihnen, und Ilse mute darber lachen, sie ahnte ja nicht, weshalb
+sie es thaten.
+
+Es war eine groartige Ueberraschung, die ihrer wartete. Als sie ihr
+Zimmer betrat, blieb sie sprachlos an der Thre stehen. Sie erkannte die
+frheren Rume nicht wieder. Wohn- und Schlafgemach hatten die Eltern im
+altdeutschen Stil eingerichtet. Nichts war vergessen. Vom Schreibtisch bis
+auf die kleine Schmucktruhe, die vor dem Spiegel auf einem Schrnkchen
+stand. Sogar eine Staffelei war am Fenster aufgestellt.
+
+Ilses Freude war unbeschreiblich, die Eltern hatten ja ihre khnsten
+Wnsche erfllt. - Etwas befangen betrachtete sie Staffelei und Maltisch.
+O, Papa, sagte sie schchtern, das ist zu schn fr mich, ich kann ja
+noch gar nicht malen.
+
+Bedanke dich bei dem Onkel dafr, er ist der Anstifter davon! entgegnete
+der Oberamtmann. Er hat versprochen, dein Lehrmeister zu sein, das heit:
+solange der Wandervogel bei uns aushalten wird.
+
+Nach dem Essen schlich sich Ilse hinaus in den Hof, sie mute es fast
+heimlich thun, denn der Papa konnte sich heute nicht von ihr trennen.
+Johann hatte auf diesen Augenblick lngst gewartet und stand schon bereit,
+das Frulein zu fhren.
+
+Zuerst mute sie ihm in den Pferdestall folgen, und als sie die Runde
+durch smtliche andre Stlle gemacht, alle Khe, Hunde u. s. w. begrt
+hatte, da wollte er ihr auch noch den neuen Schweinestall zeigen, diesen
+Besuch aber schob Ilse bis auf eine andre Zeit auf.
+
+Schade, schade, meinte Johann und machte ein niedergeschlagenes Gesicht,
+ich htte dem Frulein so gern das neue Schweinehaus gezeigt. Es ist
+gewissermaen schn drin, man knnte selbst drin wohnen.
+
+Morgen, Johann, entgegnete Ilse, heute habe ich keine Zeit mehr dazu,
+ich mu zu den Eltern.
+
+Kopfschttelnd blickte der Kutscher ihr nach. Frher htte sie das nicht
+gesagt, sprach er fr sich und bedenklich setzte er hinzu: Sollte sie
+vornehm geworden sein?
+
+Als der Tag zu Ende war, als Ilse allein in ihrem Zimmer sa, um zur Ruhe
+zu gehen, hielt sie zuvor noch eine Einkehr in ihr Herz. Der heutige Tag
+war so reich an wechselvollen und freudigen Eindrcken gewesen, was lag
+nicht alles zwischen Abend und Morgen! Trennung und Wiedersehn! War sie
+wirklich erst heute frh von Lindenhof abgefahren, und hatte sie erst
+gestern morgen die Pension verlassen? Der Abschied von dort schien schon
+so weit hinter ihr zu liegen. -
+
+Es war so s, mit wachen Augen noch etwas zu trumen, und sie mochte noch
+nicht an den Schlaf denken. Ihr Blick fiel auf den geffneten Reisekoffer
+und sie bekam Lust, denselben auszupacken. Sie fing auch an, einige Sachen
+herauszunehmen und in die herrlich geschnitzte Kommode zu rumen, dabei
+mute sie sich an Nellie erinnern; es fiel ihr ein, wie treu und lustig
+sie ihr geholfen hatte, damals, am ersten Tage in der Pension. Die gute,
+geduldige Nellie! Wre sie doch gleich bei ihr!
+
+Als sie ihr Tagebuch aus dem Koffer nahm, behielt sie es sinnend in der
+Hand. Was es enthielt, waren nur weie Bltter, denn nie hatte sie das
+Bedrfnis gefhlt, ihm etwas anzuvertrauen. Wie in halber Zerstreuung
+schlo sie es auf und legte es geffnet auf den Schreibtisch. Sie griff
+nach der Feder, tauchte sie ein und pltzlich - wie von einer inneren
+Macht getrieben, schrieb sie die Worte nieder: Seit ich ihn gesehen -
+
+Weiter kam sie nicht. Sie warf die Feder weit von sich und hielt beide
+Hnde vor ihr heierglhtes Gesicht. Eine tiefe Beschmung prete ihr die
+Brust zusammen. Was hatte sie geschrieben, wessen Bild hatte ihr die Worte
+diktiert?
+
+Als ob sie sich auf einem schweren Unrecht ertappt, so schnell schlo sie
+das Buch und barg es in einem versteckten Fach ihres neuen Schreibtisches.
+Fort mit den thrichten Gedanken, die ihr Unruhe machten und an denen nur
+Chamissos Lieder die Schuld trugen! Sie wollte sie niemals wieder lesen -
+niemals! -
+
+Drei Wochen waren Ilse im elterlichen Hause vergangen und sie fhlte sich
+so glcklich und wohl darin, wie nie zuvor. Gleich in den ersten Tagen
+hatte sie ihre Zeit ntzlich eingeteilt. Auf ihren Wunsch gab ihr der
+Prediger noch einige Nachhilfestunden in verschiedenen wissenschaftlichen
+Fchern. Er war berrascht ber die Fortschritte seiner frheren
+Schlerin, besonders aber freute er sich ber ihren Ernst, ihre
+Bestndigkeit beim Lernen. Er hatte sich nicht geirrt, als er die Pension
+einen Segen fr Ilse genannt.
+
+Auch Frau Anne segnete das Institut, das aus dem wilden Kinde eine
+liebliche, sinnende Jungfrau geschaffen hatte. Eine solche Umwandlung
+hatte sie vor Jahr und Tag kaum fr mglich gehalten. An Ilses gutem
+Herzen hatte sie niemals gezweifelt, aber sie war berrascht von der
+geduldigen Liebe, die sie dem kleinen Bruder entgegenbrachte. Nur der
+Amtsrat konnte sich noch nicht in sein verndertes Kind finden. Manchmal
+sah er es prfend von der Seite an, als ob er fragen wollte: Ist sie es,
+oder ist sie es nicht?
+
+Ich wei nicht, sagte er eines Tages zu seiner Gattin, Ilse ist mir zu
+zahm geworden. Ich kann mir nicht helfen, aber mein unbndiges Kind mit
+dem Loch im Kleide gefiel mir besser, als die junge Dame im modischen
+Anzuge.
+
+Aber Ilse ist jetzt wirklich eine junge Dame, lieber Richard, lachte
+Frau Anne, sie ist kein Kind mehr und du mut dich daran gewhnen, sie
+nicht mehr als solches anzusehn. Uebrigens ist sie so heiter und
+ausgelassen wie frher, nur hat sie gelernt, ihren Uebermut zu zgeln. Ich
+bin sehr zufrieden, wie sie ist, und bin ganz stolz auf mein Tchterchen.
+
+Du magst ja recht haben, entgegnete Herr Macket, ohne indes von der
+Wahrheit ihrer Worte berzeugt zu sein, und mit der Zeit werde ich mich
+auch an das erwachsene Mdchen gewhnen, aber ich glaube, es wird noch
+mancher Tag darber hingehn.
+
+Wer wei! Wer wei! Ilse reit dich vielleicht, ehe du es denkst, aus
+deiner Tuschung und giebt dir den Beweis, da sie kein Kind mehr ist.
+
+Ich verstehe dich nicht, liebe Anne, sagte der Oberamtmann und sah seine
+Frau fragend an, du sprichst so geheimnisvoll und machst mich neugierig.
+
+Ich habe eine Beobachtung gemacht und glaube nicht, da ich mich tusche.
+Der junge Gontrau ist Ilse nicht gleichgltig geblieben.
+
+Sprachlos blickte Herr Macket seine Frau an. Eine solche Mglichkeit zu
+fassen, war er nicht im stande, sie war ihm noch niemals in den Sinn
+gekommen.
+
+Du irrst, Anne, sprach er endlich, das ist geradezu unmglich. Oder,
+fgte er besorgt hinzu, hat sie dir etwa ein Gestndnis abgelegt?
+
+Behte Gott, wehrte Frau Anne ab, wo denkst du hin? Ilses Herz ist wie
+eine Sinnpflanze, die ihre Bltter schliet bei der leisesten Berhrung.
+Noch wei und ahnt sie selbst nichts von ihren Gefhlen, in ihrer
+kindlichen Unbefangenheit hat sie mir ihr Geheimnis verraten. Sie spricht
+gern und oft von Gontraus und weilt am liebsten in ihrer Erinnerung bei
+dem Sohne, von dem sie ausfhrlich jede Kleinigkeit erzhlt. Du mtest
+sie hren, wenn sie die Erkennungsszene am Bahnhof in Lindenhof erzhlt,
+und sehen, wie ihre Augen dabei strahlen.
+
+Nun ja, fiel er ihr ins Wort, das war romantisch! Du bist eine so kluge
+Frau, mein Annchen, weit du denn nicht, da alle Backfischchen gern
+schwrmen?
+
+Hre nur weiter zu, Richard. Neulich fragte sie mich ganz aus dem
+Stegreife, ob ich den Namen {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Leo{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} schn fnde, und ob Juristen kluge
+Menschen wren? Den Rosenstrau, den sie bei ihrem Abschied erhielt, hat
+sie aufbewahrt. Als neulich die Hausmagd denselben wegwerfen wollte, ward
+sie fast rgerlich. Sie nahm ihr denselben aus der Hand und steckte die
+vertrockneten Blumen in eine Vase, die heute noch auf ihrem Schreibtische
+steht.
+
+Ist das alles, was du weit? lachte der Oberamtmann vergngt und auch
+sehr erleichtert, dann mu ich dir sagen, liebes Kind, da deine
+Beobachtungen auf sehr wacklichen Fen stehen. Ich kenne meinen Wildfang
+besser und wei, da er noch fern von solchen Allotrias ist. Ilschen
+verliebt! Ha, ha, ha! Vergieb, Frauchen, da ich dich auslache, aber ich
+kann nicht anders!
+
+Sie mochte nicht weiter seine sichere Unbefangenheit stren und brach das
+Gesprch ab. Was kommen soll, kommt doch, dachte sie, und wer kann
+sagen, wie bald! - Wenige Tage nach diesem Gesprche fand das Erntefest
+statt. Frau Macket und Ilse befanden sich am Morgen dieses Tages in dem
+groen Gartensaale. Sie ordneten noch hier und da einiges an der gedeckten
+Tafel, die festlich geschmckt und zum Empfange vieler Gste bereit stand.
+Ilse beschftigte sich damit, die Vasen mit Blumen zu fllen. Es war ihr
+so vergngt und froh um das Herz und singend und trllernd verrichtete sie
+ihre Arbeit.
+
+Mama, unterbrach sie sich pltzlich, weit du, da ich eigentlich recht
+betrbt heute bin?
+
+Nein, entgegnete die Angeredete lchelnd, davon habe ich noch nichts
+gemerkt. Weshalb wolltest du auch betrbt sein?
+
+Weil Nellie mir nicht geschrieben hat. Ich habe sie so herzlich zu unsrem
+Erntefeste eingeladen und sie hat mir keine Antwort darauf gegeben. Heute
+sind es sechs Tage, da ich ihr schrieb.
+
+Sie wird keine Erlaubnis erhalten haben, Kind. Du zweifeltest selbst
+daran, hast du das vergessen? Es wird ihr sehr schwer werden, dir der
+Vorsteherin abschlgige Antwort mitzuteilen. Oder sollte sie dich heute
+unangemeldet berraschen?
+
+Das wre famos, himmlisch! Gontraus und Nellie hier - dann wren alle
+meine Wnsche erfllt! Aber daran ist nicht zu denken, Frulein Raimar
+erlaubt das auf keinen Fall. Nellie mu immer lernen und immer lernen. Ach
+Mama! Es mu furchtbar schrecklich sein, eine Gouvernante zu werden!
+Findest du nicht auch?
+
+Frau Anne versuchte, Ilse von ihrem Vorurteile zu heilen, aber vergeblich.
+Sie blieb dabei, Gouvernanten knnten nur alte Mdchen werden und ihre
+Nellie passe gar nicht dazu.
+
+Plaudernd und singend hatte Ilse endlich smtliche Vasen gefllt und auf
+der Tafel verteilt. Sie stand noch bewundernd vor ihrem Werke, als die
+Mutter sie antrieb, sich anzukleiden.
+
+Es ist hohe Zeit, Ilse, wir mssen uns eilen, in einer Stunde wird Papa
+mit Gontraus zurck sein.
+
+Wie ein Vogel flog Ilse die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Kaum hatte sie
+indessen mit ihrer Toilette begonnen, als ihr die Magd einen Brief
+berbrachte, den der Brieftrger soeben fr sie abgegeben hatte. Er war
+von Nellie. Sie erbrach ihn sofort und las.
+
+Die ersten Worte schon brachten sie in eine lebhafte Aufregung, kaum
+vermochte sie weiter zu lesen. Mit stockendem Atem berflog sie die
+Zeilen, und als sie zu Ende war, eilte sie mit dem Briefe hinunter in der
+Mutter Gemach. Sie htte es nicht ausgehalten, die wichtige Neuigkeit, die
+sie eben erhalten, lnger fr sich zu behalten.
+
+Mama! rief sie ganz atemlos, ein Brief von Nellie! Ich mu ihn dir
+vorlesen! - Und sie begann:
+
+
+
+
+
+
+Mein s Ilschen!
+
+Ich bin eine Braut! O! und ein sehr glckliches Braut! Errtst Du, mit
+wem? Ja? O Ilse, Doktor Althoff ist meiner liebe, liebe Schatz! Ich mchte
+gleich Deine liebes Gesicht schauen, wenn Du diese gro Ereignis liest,
+ich sehe, wie Du Dein braun Lockenkopf schttelst und hre Dir rufen:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie will mir pfoppen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Aber nein, sie pfoppt Dir nicht, alles, was sie
+heute schreibt, ist wahr. Du sollst alles wissen, meine liebe Freundin,
+ich will erzhlen, wie es kam. O, es ist ein schwer' Aufgabe fr mich, -
+ich bin so zerwirrt vom Glck und ich finde mir so schlecht zurecht mit
+der deutsch Sprache. Du mut Geduld mit Dein Nellie haben, die eigentlich
+sehr dumm ist! Ich schm' mir, Ilse, wenn ich denke an mein furchtbaren
+Dummheit. Es ist mir ein Rtsel, wie Alfred mir lieb haben kann. - Doch
+still darber. - Hre weiter.
+
+Mit Dein lieber Brief, den Du mir schriebst, wo Du mir zu Dein Erntefest
+einladest, kam ein andern Brief an Frulein Raimar. Als ich nun begriffen
+war, in ihr Zimmer zu steigen, um sie recht fr die Erlaubnis zu bitten,
+tritt sie ganz pltzlich - ohne Anmeldung bei mir ein. Das war ein Wunder,
+denn sie macht uns niemals ein Visite, immer lt sie uns rufen, wenn sie
+einiges von uns will. Ich errtete vor Schreck, Du kannst denken.
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} spricht sie und hlt ein offner Brief in ihr Hand, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dieses
+Schreiben hier enthlt die Anfrage an mir, ob ich nicht ein junge
+Englnderin zu sofortiger Antritt empfehlen kann. Vollkommen deutsch
+braucht diese nicht zu sprechen, sie soll nur die drei Kinder englisch
+beibringen. Ich denke Dir vorzuschlagen, Nellie, bist Du einverstanden?
+Die Dame bietet hohe Gehalt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Ich glaube, da ich ein sehr traurig Gesicht machte zu ihr Vorschlag und
+ich konnte auch gar nix sagen. Dein Brief hielt ich noch in die Hand, aber
+ich habe nicht gewagt, Frulein Raimar zu sprechen, sie htte doch mein
+Bitten abgeschlagen.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du hast wohl keine Lust,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie, weil ich schweigend war.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O, gar keine Lust,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} dacht' ich, aber ich durft' nicht sagen, wie
+furchtbar schrecklich mich der Gedanke war, ein Vierteldutzend Kinder zu
+unterrichten. Immer so weise und artig sein, - immer so mit der guten
+Beispiel vorangehn - nein, das macht mir gar nicht Spa.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Bestimmen Sie fr mir, Frulein,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte ich, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich werde thun, wie Sie
+denken. Werde ich aber klug genug sein, zu ein' so groer Aufgabe?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}La das meine Sorgen sein,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte Frulein Raimar sehr bestimmend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich
+wrde Dich nicht empfehlen, wenn ich nicht wte, da Du diese Stellung
+vollkommen erfllen kannst.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Damit verlie sie mir und ich blieb tief betrbt zurck.
+
+Die Zubereitung fr mein Abreise wurde gemacht und ich hatte viel zu
+thun, o - und viel zu hren!
+
+Mi Lead hielt langen, strengen Predigten und vorbereitete mich zu eine
+wrdige Gouvernante. Frulein Raimar mahnte mir tglich zu Ernst und
+Gediegenheit, nur Frulein Gssow sah mir oft mit ein lang traurigen Blick
+an, der zu mich sprach: Thust mich leid, Darling, da Du unter fremde
+Leute dienen mut.
+
+Der ernste Abschiedstag war da. Es war der achtundzwanzigste September,
+morgens 11 Uhr, ein Stunde vor meine Abreise. Ich sa in mein Zimmer auf
+mein Reisekoffer und weinte. Ich war so gefllt von Kummer, das Herz
+drckte mir so schwer wie ein Mhlstein in der Brust. Kannst Du Dich das
+vorstellen? Nein, s Ilschen, Du kannst nicht. Als Du von uns gingst,
+weintest Du auch und warst sehr betrbt, aber Du kehrtest in ein liebe
+Vaterhaus heim und Deine Eltern trocknete Deine Thrne, - wer trocknet
+meine? Niemand. Ich ging fort in die Fremde und {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ka Katzerl, ka Hunderl{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+kmmert sich um mir. Ich wnschte mir tot zu liegen, wie unsre se Lilli.
+
+Wie ich mir so ganz verlassen fhle und laut schluchze, steht pltzlich
+Doktor Althoff, mein Doktor Althoff vor mir. Ich hatte ihn nicht gehrt,
+als er anklopfte und die Thr ffnete. Du kannst mein Schreck denken! Ich
+spring' von mein Reisekoffer und halt' das Tuch vor mein weinend Gesicht,
+ich schmte mir so.
+
+Leise zog er es fort und fragte mich mit seiner schner, tiefer Organ:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum weinen Sie, Mi Nellie? Thut Sie es weh, aus dem Institut zu
+scheiden, mchten Sie hier bleiben!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Ich sagte gar nix, weil ich nicht konnte vor lautes Schluchzen.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sehen Sie mich an, Mi Nellie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bat er, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich mchte gern in Ihr Auge
+sehen bei das, was ich Sie fragen will.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Ich versuchte ihn anzublicken, aber ich mut' mein Auge niederschlagen,
+er hatte ein so sonderlicher Blick, niemals hat er mir so angesehen. O,
+ich ward so angst und es lief mich ganz hei ber mein Gesicht. Er griff
+mein' Hand und hielt sie fest und dann - ich wei nicht, wie es kam - mit
+einem Male hatte er mir in seinen Arm genommen und fragte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Haben Sie mich
+lieb, Nellie?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Ilse, kannst Du Dich denken, was ich empfand bei diese Frage? Es war, als
+ob der Himmel pltzlich offen war und alle Seligkeit auf mein Haupt
+schttelte. Im Wachen und im Trumen immer hr' ich dieser Wort in mein
+Ohr und zuweilen denk' ich, es ist alles nicht wahr! Doch hre weiter. Du
+bist mein best' Freundin und nichts soll dir verborgen sein.
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Hast Du mich lieb?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte er noch einmal, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}willst Du mein kleines Frau
+sein?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O ja - herzlich gern,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte ich und ich wei nicht, ob es sehr
+geschickt (schicklich) vor mich war, da ich so schnell und ohne Besinnen
+mein Jawort gab, aber ich konnte nicht anders, ich hatte ja mein Alfred
+schon lange still in mein tiefster Herz geliebt.
+
+Und nun kte er mir auf die Stirn und nannte mir seine Braut. Mein
+Seligkeit war ohne Grenzen, ich war nicht mehr verlassen, hatte mit ein
+Mal ein wonnige Heimat gefunden.
+
+Als wir uns verlobt hatten, gingen wir sogleich zu Frulein Raimar und
+Alfred stellte mir als seine Braut vor. O, Ilse! Du httest die erstaunte
+Gesichter sehen mssen! Es war zu spassig! Frulein Raimar weniger, sie
+wei immer so gut ihr Gesicht in die gleiche Falte zu legen, man wei
+nicht, ob sie Freude oder Trauer hat. Aber ich glaube, diesmal hatte sie
+Freude, denn sie nahm mich in ihr Arm und kte mir. Zu Alfred sagte sie:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie ist das so schnell gekommen, Herr Doktor? Ich habe niemals von Ihr
+Neigung gemerkt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich bin selbst erst klar geworden, als ich Nellie verlieren sollte,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+sagte Alfred und bat Frulein Raimar, die Gouvernante abzubestellen und
+mir unter ihr mtterlicher Schutz zu behalten, bis wir heiraten. Sie hat
+es versprochen. So blieb ich hier und packte meine ganze Siebensachen
+wieder aus.
+
+Mi Lead glckwnschte mir auch, aber wenn sie auch meiner Landsmann ist,
+war sie doch kalt wie ein Frosch. Ich glaube, sie hat viel Neid. Aber ich
+mache mir nix davon und strahle voll Wonne. Frulein Gssow freut sich
+furchtbar ber mein Glck, ich habe sie so lieb als eine Schwester und
+bitte jetzt alle Tag der liebe Gott, da er sie von ihr schwer' Beruf
+ablse, sie ist zu gut fr ein streng' Lehrerin.
+
+Unsre Freundinnen waren reizend nett! das heit nicht alle, denn Melanie
+und Grete sind schnell abgereist, weil ihr Mutter krank war, sie wissen
+noch nichts. Orla beschenkte mir gleich mit ein kostbar Armband zum
+Andenken und zur Freude ber unsre Verlobung. Das klein' Lachtaube konnte
+vor Lachen kein Wort sagen. Rosi sprach {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Worte wie immer, und
+Flora? Sie machte ein lang Gesicht und sah Alfred mit ein schwrmerischer
+Blick an, dann drckte sie uns stumm die Hnde. Gestern hat sie mir mit
+ein lang {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Elegie an ein Braut{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} beglckt, sie ist sehr schn wie alle
+Gedichte von Flora.
+
+Heute frh ist mein Alfred abgereist zu sein Mutter, das war ein sehr
+schwer' Abschied! Wir fhlten uns gegenseitig ein wenig schwanken, doch
+liee wir die Kopfe nicht fallen. Ich schluckte die Thrnen tapfer hinter,
+Frulein Raimar sollte mir nicht schwchlich sehen. Alfred kommt ja auch
+bald zurck, nur acht Tage ist er fort.
+
+Nun leb' wohl, _dear_ Ilschen. Ich habe Dir ein langer, langer Brief
+geschrieben, nun antworte mich gleich, bitte, bitte! Ich freu' mir
+furchtbar auf Dein Brief, Du kommst doch zu mein Hochzeit? Neujahr werden
+wir getraut. Tausend Ksse, mein Herzkind, und gre Deine lieber Eltern
+und das klein Babi von
+
+ Dein
+ seligste Nellie.
+
+
+
+
+
+
+Nellie Doktor Althoffs Braut! rief Ilse jubelnd. Nun wird sie keine
+Gouvernante, Mama!
+
+Nein, nun hat sie die beste Heimat gefunden! entgegnete Frau Macket, die
+zuweilen ber Nellies komische Ausdrcke gelacht, zuweilen aber auch eine
+Thrne der Rhrung nicht zu unterdrcken vermocht hatte, sie ist dem
+alleinstehenden Kinde von Herzen zu gnnen. Es mu ein liebes, drolliges
+Geschpfchen sein, ihr Brief giebt ein sprechendes Zeugnis davon.
+
+Wenn Ilse auf dieses Kapitel kam, war sie unerschpflich. Frau Anne mute
+sie ernstlich mahnen, sich anzukleiden.
+
+ [Illustration]
+
+Gleich, Mama, gleich! Ich werde mich furchtbar eilen! Aber zwischen Thr
+und Angel wandte sie sich noch einmal, um zu fragen, warum Doktor Althoff
+sich wohl gerade in Nellie verliebt haben mge. Die Antwort auf diese
+sonderbare Frage wartete sie indes nicht ab, sondern sprang die Treppe
+hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
+
+Nellie Braut! Ihre Gedanken konnten sich nicht davon trennen. Sie
+durchlebte mit der Freundin das wichtige Ereignis von Anfang bis Ende und
+war so der Gegenwart entrckt, da sie lauter Verkehrtheiten machte.
+
+Anstatt des weien Battistkleides hatte sie ihr Morgenkleid bergezogen,
+sie merkte es erst, als sie die blaroten Schleifen daran befestigen
+wollte. Eilig machte sie ihren Fehler gut. Aber ihre Toilette war noch
+nicht vollstndig vollendet, als sie dem Verlangen nicht widerstehen
+konnte, erst noch einmal Nellies Brief zu durchfliegen. Haben Sie mich
+lieb? Willst Du mein kleine Frau sein? Diese Stelle war zu schn, sie
+mute sie nochmals lesen, dann lie sie den Brief in den Scho sinken und
+sann und trumte, ohne da sie es wute, wiederholten ihre Lippen die
+Worte: Hast Du mich lieb?
+
+Der Ruf der Mutter, die an die verschlossene Thr klopfte, schreckte sie
+auf und brachte sie in die Wirklichkeit zurck. Da lagen die Schleifen,
+dort die Blumen, an nichts hatte sie gedacht.
+
+Geh nur hinunter, Mama, ich folge dir gleich! rief sie und sprang in die
+Hhe.
+
+Aber Frau Anne lie sich nicht abweisen, sie msse erst Ilses Anzug
+prfen, rief sie zurck.
+
+Noch nicht fertig! schalt sie eintretend. O, du bse Ilse, was hast du
+gemacht? Warum lieest du dir nicht von Sofie helfen, wenn du allein nicht
+fertig werden konntest! Nur schnell, schnell! Jeder Augenblick ist
+kostbar!
+
+Unter ihren geschickten Hnden stand Ilse bald fertig geschmckt da. Frau
+Anne betrachtete sie mit freudigen Blicken, so reizend hatte sie ihr Kind
+noch niemals gesehen. War der duftige Anzug daran schuld? Oder hatten die
+Augen einen besonderen Glanz?
+
+ * * *
+
+Kaum zehn Minuten spter kam der Wagen vom Bahnhof zurck und brachte die
+Gste. Der Landrat stieg zuerst aus demselben. Ungeniert nahm er Ilse, die
+mit ihrer Mama zum Empfange bereit stand, in die Arme und kte sie auf
+die Wange. Leo begrte die Damen mit einem Handku. Ilse wute jetzt, wie
+sie sich bei einem so kritischen Falle zu benehmen hatte, sie zog die Hand
+nicht fort, die Mama hatte es auch nicht gethan.
+
+Die Eltern fhrten Gontraus hinauf in die bereitstehenden Gastzimmer, Leo
+blieb noch zgernd auf der Veranda stehen. Er trat zu Ilse, die etwas
+entfernt von ihm stand. Sie lehnte gegen einen Pfeiler und zupfte sehr
+eifrig an einer Weinranke. Sein Blick ruhte auf dem reizenden Mdchen, das
+ihm in den wenigen Wochen, seit er sie nicht gesehen hatte, grer und
+schner geworden schien.
+
+Sie sind so still und so ernst, redete er sie an, gar nicht wie im
+Lindenhof. Wo ist Ihr frhlicher Uebermut geblieben? Drckt Sie ein
+Kummer?
+
+Kummer? o nein! Und ihre Augen lachten ihn mit der alten Frhlichkeit
+an. Im Gegenteil, eine groe, groe Freude habe ich gehabt! Und sie
+verkndete ihm Nellies Verlobung.
+
+Eigentlich wunderte es sie, da er so wenig darauf zu erwidern hatte. Fast
+keine Miene hatte er bei dieser hochwichtigen Nachricht verzogen. Sein
+Blick hing unverwandt an ihren Lippen, und doch schien es, als wren seine
+Gedanken in weiter Ferne.
+
+Ist sie sehr glcklich? fragte er in halber Zerstreuung.
+
+Glcklich? wiederholte Ilse verwundert ber seine Frage. Selig ist sie!
+Sie mssen nur ihren Brief lesen!
+
+Lesen Sie ihn mir vor, bat er. Lassen Sie uns die schne Einsamkeit
+benutzen, jetzt sind wir ungestrt.
+
+Das geht nicht! Nein, gewi nicht! rief sie beinahe ngstlich. Es
+schreckte sie pltzlich der Gedanke: Wie kannst du ihm Nellies geheimste
+Empfindungen offenbaren? - Doch war es dieser Gedanke allein, der sie so
+seltsam beklommen machte? Entsprang die Furcht, mit ihm allein zu sein,
+aus derselben Quelle?
+
+Wenn ich Sie sehr darum bitte, auch dann nicht?
+
+Sie war schon halb auf der Flucht, als seine dringende Bitte ihr Ohr
+berhrte.
+
+Ich kann nicht! Ich habe im Hause zu thun! Spter! rief sie ihm verwirrt
+zu, flog ber die Veranda hinweg durch den Speisesaal bis in die
+offenstehende Thr des kleinen Boudoirs der Mama.
+
+Er sah ihr nach, bis der Zipfel ihres weien Kleides entschwunden war. Auf
+seinem Antlitz spiegelten sich die verschiedensten Gefhle, sie drckten
+Zweifel, Hoffnung und Entzcken aus.
+
+Als Ilse so hastig in das kleine Zimmer trat, atemlos und mit heien
+Wangen, erschrak sie fast, als sie den Onkel antraf.
+
+Nun, Backfischchen, was ist dir denn begegnet? fragte er und legte das
+Buch, in welchem er gelesen, aus der Hand.
+
+O nichts, nichts, gar nichts! rief sie schnell. Ich bin nur so hei und
+mein Herz klopft so furchtbar.
+
+Ehe er noch nach der Ursache ihrer Erregung fragen konnte, schnitt sie ihm
+das Wort ab. Eine furchtbar interessante Neuigkeit, Onkel Curt! Nellie
+ist Braut!
+
+Wer Nellie war, wute er lngst, oft genug hatte Ilse ihm in den
+Malstunden, die sie mit vielem Eifer nahm, von ihr erzhlt, aber wie sie
+aussah, wute er noch nicht, heute konnte sie ihm das Bild derselben
+zeigen. Es war ihr jetzt das Album nachgesandt, welches Frulein Raimar
+ihr bereits bei der Abreise versprochen hatte. Es enthielt die Bilder der
+Lehrerinnen und Freundinnen.
+
+Also Nellies Verlobung macht dir Herzklopfen? meinte er etwas
+zweifelhaft lchelnd. So, so! Sag' mal, Fischchen, sind Gontraus schon
+da?
+
+Diese Frage hatte Ilse berhrt. Hier ist Nellie! fiel sie dem Onkel in
+die Rede und reichte ihm das Album. Sag', ist sie nicht reizend?
+
+Reizend? Das kann ich nicht finden, entgegnete er etwas gedehnt und nach
+einigen prfenden Kennerblicken. Anmutig, grazis, ja, der Mund ist
+lieblich, Augen und Nase aber -
+
+Ach, Onkel, unterbrach ihn Ilse, du darfst sie nicht mit so kritischen
+Blicken ansehen, du kannst mir glauben, Nellie ist reizend! Das Bild ist
+auch schlecht, in Wirklichkeit ist sie viel hbscher!
+
+Er hatte in dem Album weiter geblttert und nach dieser oder jener sich
+erkundigt. Pltzlich fragte er erregt: Wie heit diese Dame hier?
+
+Das ist meine liebste Lehrerin, Frulein Gssow. Wir hatten sie alle
+furchtbar lieb und schwrmten fr sie. Du kennst sie wohl? wandte sie
+sich fragend an ihn. Es fiel ihr auf, da er das Bild so starr
+betrachtete.
+
+Ich kenne sie nicht, nein. Aber es mu mir im Leben ein Mdchen begegnet
+sein, das diesem Bilde glich. Doch, das ist lange her. Wie alt ist deine
+Lehrerin?
+
+Sie ist nicht mehr jung, schon siebenundzwanzig Jahre alt, entgegnete
+Ilse nach echter Backfischart.
+
+Ja, da ist sie schon ein altes Mdchen, besttigte der Onkel. Aber nur
+seine Lippen scherzten, sein Auge hing mit Ernst und Wehmut an dem
+getreuen Bilde der Lehrerin.
+
+Wre Ilse nicht so jung und allzu sehr mit ihrer eigenen kleinen Person
+beschftigt gewesen, es htte ihr auffallen mssen, wie andchtig und wie
+lange er das Bild betrachtete. Du findest sie wohl hbsch? fragte sie
+unbefangen.
+
+Wie heit sie? Gssow? fragte er, und jetzt hatte er ihre Frage
+berhrt. Wie ist ihr Vorname?
+
+Charlotte.
+
+Lotte, nickte er zustimmend, ein schner Name!
+
+Er schlo das Album und nahm sein Buch wieder zur Hand. Ilses Anwesenheit
+schien er vergessen zu haben.
+
+Sie kannte ihn schon als einen Sonderling, darum fiel ihr sein Wesen nicht
+auf.
+
+Komm mit hinaus auf die Veranda, Onkel, bat sie, Gontraus sind
+gekommen. Diese letzten Worte setzte sie mit abgewandtem Gesicht hinzu.
+
+Ja, ja, bald! entgegnete er zerstreut und lie sich nicht stren. Ich
+folge dir gleich.
+
+Zgernd und auf den Fuspitzen durchschritt sie den Speisesaal. Mehrmals
+blieb sie stehen und lauschte. Alles war still. Als sie die geffnete
+Thre erreicht hatte, bog sie den Kopf etwas vor und sphte nach beiden
+Seiten; als sie die Veranda vllig vereinsamt sah, wagte sie sich hinaus.
+Der Frhstckstisch stand bereit, sie machte sich daran zu schaffen,
+horchte dann wieder, ob die Eltern noch nicht kmen. Sie blieben recht
+lange. Wo sie nur verweilten? Wenn sie gewut htte, da sie mit dem
+Landrat und seiner Frau oben im Wohnzimmer waren, wo sie durchaus erst dem
+kleinen Bruder eine Visite abstatten wollten, wie wrde sie zu ihnen
+geeilt sein.
+
+Endlich vernahm sie Schritte. War das der Onkel? Es war nicht sein
+Schritt, auch wrde er nicht durch die Hausflur und von auen herum auf
+die Veranda gekommen sein. Vorsichtig lugte sie durch das Bltterwerk und
+erkannte zu ihrem Schrecken - Leo.
+
+Das Blut scho ihr in die Wangen und der Atem stockte ihr in der Brust.
+Unmglich konnte sie ihm jetzt gegenberstehen! Sie wrde nicht im stande
+gewesen sein, ein Wort hervorzubringen, und wenn sie so stumm und dumm vor
+ihm stand, was sollte er von ihr denken?
+
+Flucht! das war das einzige, was sie aus dieser peinlichen Lage befreien
+konnte, aber es war zu spt, er hatte sie gesehen, und gerade, als sie
+ihren eiligen Rckzug nahm, als sie den Salon bereits halb durchschritten
+hatte, holte er sie ein.
+
+Jetzt mssen Sie bleiben, gndiges Frulein, sprach er scherzend, ich
+lasse Sie nicht fort! Sie haben mich auf {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}spter{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} vertrstet und jetzt ist
+es {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}spter{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, und Sie werden sich allergndigst herablassen, mir Mi
+Nellies Brief vorzulesen! eine Frau - ein Wort!
+
+Nun war sie gefangen! Entfliehen konnte sie ihm nicht mehr, es wre zu
+einfltig gewesen. Sie drckte die Hand fest auf das strmisch klopfende
+Herz und wandte sich um. Scheu, wie eine wilde Taube, die sich im Netze
+gefangen hat, erhob sie das braune Auge und sah ihn an.
+
+Ihre Befangenheit entging ihm nicht, aber mit feinem Gefhle brachte er
+sie mit leichtem Scherze darber hinweg. Er bot ihr den Arm und fhrte sie
+zu einer Ecke der Veranda, in welcher ein kleiner eiserner Tisch und zwei
+Sthle standen. Die Oktobersonne stahl sich durch das blutrote Weinlaub
+und neckte das junge Mdchen. Gerade in die Augen blitzte sie ihm ihre
+Strahlen hinein, so da sie dieselben schlieen mute.
+
+Die Sonne blendet, bemerkte Ilse und war froh, ein gleichgltiges Wort
+gefunden zu haben. Es ist auch so warm hier, fuhr sie fort und erhob
+sich.
+
+Die bse Sonne! Wir wollen ihr aus dem Weg gehen! Und er fhrte sie auf
+die entgegengesetzte Seite.
+
+Hier war es schattig und khl und Ilse hatte keinen Grund mehr, sich zu
+erheben. Sie war auch nach und nach mehr Herrin ihrer Beklommenheit
+geworden, und als er noch einmal an den Brief erinnerte, fand sie sogar
+den frheren scherzhaften Ton.
+
+Sie sind ein Qulgeist, sagte sie. Was kann es Sie interessieren, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}wie{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+- und {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}was{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Nellie mir schreibt! Sie wollen nur darber spotten und das
+drfen Sie nicht!
+
+Wie knnen Sie mich in so bsem Verdacht haben! wehrte er ab. Sie haben
+mir Ihre Freundin so liebenswrdig geschildert, da mein Wunsch, von ihr
+zu hren, wie sie mit eigenen Worte von ihrem Glcke schreibt, ganz
+natrlich ist.
+
+Ilse sah ihn noch etwas unglubig an, doch, da sie den spottenden Zug um
+seinen Mund nicht entdeckte, glaubte sie ihm und zog den Brief aus der
+Tasche. Sie schlug ihn auf und las ihn fr sich.
+
+Nun? fragte er.
+
+Immer Geduld, Herr Assessor! Erst mu ich die Stellen aussuchen, die Sie
+hren drfen! Der ganze Inhalt ist nicht fr Ihre Ohren bestimmt!
+
+Das wre grausam! protestierte er dagegen, das ist gerade so, als ob
+Sie einem Kinde ein Stckchen Zucker hinhalten und sagen zu ihm: du, lecke
+mal dran! Den Zucker aber steckten Sie selbst in den Mund.
+
+Sie lachte lustig ber seinen Vergleich, er brachte sie ganz in die alte,
+frhliche Laune zurck. Nun hren Sie zu, aber nicht spotten! drohte sie
+ihm mit dem Finger.
+
+Es war ein anmutiges Bild, das die jungen, schnen Menschenkinder boten.
+Dicht nebeneinander saen sie beide, sie lesend und er aufmerksam ihren
+Worten lauschend. Er hatte den Arm auf den Tisch gesttzt und sah auf Ilse
+herab, die den Kopf etwas vornbergebeugt hielt. Pltzlich hielt sie inne.
+
+Lesen Sie weiter, bitte! Warum hren Sie auf? Denken Sie an das Stck
+Zucker? Sie schwieg, wie mit sich selbst berlegend.
+
+Warum eigentlich wollte sie ihm das Schnste im ganzen Briefe
+verschweigen? Nellie hatte ihre Verlobung so drollig, so gemtvoll
+geschildert, ihre ganze Eigenart sprach sich darin aus.
+
+Als er sie noch einmal so dringend bat, fortzufahren, that sie es. Erst
+etwas zgernd, dann aber las sie flieend, ohne nur einmal zu stocken, zu
+Ende.
+
+Warum sa er so stumm? Sein Schweigen mute sie verletzen. Sie hatte so
+fest erwartet, da er sein Entzcken laut uern wrde! Nun sagte er gar
+nichts. Fast vorwurfsvoll sah sie ihn an, aber wie schnell senkte sie ihr
+Auge. Es traf sie sein Blick so sonderbar. Sie mute an Doktor Althoffs
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}sonderlicher{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Blick denken.
+
+Ihre Freundin hat ein warmes, tiefes Empfinden, bemerkte er endlich,
+aber es kam gezwungen heraus. Er fhlte das selbst und brach ab.
+
+Frulein Ilse, fuhr er nach einer kleinen Pause ganz ohne Zusammenhang
+fort, was wrden Sie antworten, wenn - wenn jemand Sie fragen wrde:
+Haben Sie mich lieb?
+
+Sie war so verwirrt, so erschrocken bei seiner Frage, die sie wie ein
+Blitz aus blauem Himmel traf. Ihr heies Blut wallte auf bei dem Gedanken,
+da er sie verspotten knne.
+
+Fast hastig erhob sie sich. Nein, wrde ich sagen! fuhr sie heraus, ich
+habe niemand lieb! Niemand! wiederholte sie, als ob sie erst noch einen
+Trumpf darauf setzen wollte.
+
+Wenn der Brausekopf nur einen Blick auf ihn geworfen htte, wie bald wrde
+sie ihn verstanden haben! Sein Auge hing mit Entzcken an ihr, der
+Widerstand verlieh ihren Zgen einen neuen Reiz fr ihn.
+
+Ilse, sagte er zrtlich und ergriff ihre Hand. Wenn ich es wre, der
+Sie fragte: Haben Sie mich lieb, wollen Sie meine kleine Frau sein? Wrden
+Sie auch dann so sprechen?
+
+Hastig entzog sie ihm ihre Hand und verhllte das Gesicht.
+
+Hast du mich lieb, Ilse? - Seine Stimme klang weich und innig und traf
+ihr Herz - ein Ja aber brachte sie nicht ber die Lippen. Ihr sprder
+Sinn lie es nicht zu, oder regte sich noch einmal der alte Widerspruch in
+ihr?
+
+Nein! Niemals! sagte sie schnell und wandte sich heftig ab.
+
+Nein! - niemals? wiederholte er und sah sie in schmerzlicher Erregung
+an, o Ilse! nehmen Sie das Wort zurck, es hngt das Glck meines Lebens
+davon ab! - Ich war zu schnell mit meiner Frage - nicht wahr? Ich habe Sie
+erschreckt! - Nicht jetzt geben Sie mir die Antwort, erst wenn Sie ruhiger
+sein werden, dann -
+
+Er sank auf einen Stuhl und bedeckte die Augen mit der Hand.
+
+Ilse stand noch immer von ihm abgewandt, in ihr kmpften die
+widerstreitendsten Gefhle. Ihr Herz zog sie zu ihm hin, aber sie konnte
+die Brcke nicht finden, die ber den breiten Strom fhrte, der sie noch
+von ihm trennte. Da war es pltzlich, als stiege Lucies Bild vor ihr auf,
+als vernhme sie eine Stimme, die ihr warnend zurief: Willst du ihn
+verlieren? - Denke an mein Geschick!
+
+Leo, sagte sie schchtern und trat ihm einen Schritt nher, aber
+erschreckt ber ihre Khnheit blieb sie hocherrtend und mit
+niedergeschlagenen Augen stehen.
+
+ [Illustration]
+
+Wie ein Hauch fast war sein Name ber ihre Lippen gekommen, aber er hatte
+ihn doch vernommen. Jubelnd sprang er auf und sein Auge, das eben noch so
+verzagt und traurig geblickt hatte, leuchtete in freudigem Glanze.
+
+Nun bist du meine Ilse! rief er aus und zog sie an sein Herz, doch als
+er den ersten Ku auf ihre Lippen drcken wollte, da wendete sie den Kopf
+zur Seite und die sprde, widerspenstige Ilse meldete sich noch einmal.
+
+Kssen ist nicht erlaubt, erklrte sie mit aller Entschiedenheit, wie
+knnte ich mich von einem fremden Manne kssen lassen?
+
+Aber die Hand, bat er lachend, die Hand darf ich kssen!
+
+Das wurde ihm gndig bewilligt.
+
+Er hielt sie noch in dem Arm, als die beiden Elternpaare auf der Veranda
+erschienen. Alle hatten sofort begriffen, was hier geschehen war, nur der
+Oberamtmann stand wie versteinert da. Der Landrat und seine Gattin waren
+die ersten, die das Brautpaar begrten, beglckt nahmen sie Ilse als ihr
+Tchterchen an ihr Herz. Herr Macket hatte sich noch nicht vom Flecke
+gerhrt.
+
+Frau Anne trat zu ihm und legte die Hand auf seinen Arm. Siehst du,
+Richard, aus dem Kinde ist eine Jungfrau geworden, glaubst du es nun?
+fragte sie zrtlich.
+
+Ilse! Meine kleine Ilse! brachte er endlich mhsam hervor und seine
+Brust hob und senkte sich im heftigen Kampfe. Ist es wahr? Willst du mich
+verlassen?
+
+Da flog sie an seinen Hals und kte ihn strmisch, dabei rief sie unter
+Weinen und Lachen: Mein kleiner, einziger Herzenspapa, ich habe ihn ja so
+lieb!
+
+ * * *
+
+Nun ist eigentlich meine Erzhlung zu Ende, denn die berraschten
+Gesichter der Gste zu schildern ist langweilig, selbst wenn die
+Ueberraschung ihnen so unerwartet kam, wie Ilses Verlobung am Erntefeste.
+Eins aber mu ich meinen lieben Leserinnen noch mitteilen, wie nmlich
+Onkel Curt an demselben Tage pltzlich verschwunden war. Whrend alle
+frhlich bei der Tafel saen, hatte er sich von Johann still und ohne
+Aufsehen nach dem Bahnhof fahren lassen.
+
+Frau Macket fiel seine Flucht nicht weiter auf, sie kannte ihren Bruder
+als einen unstten Geist, der, wie es ihm einfiel, kam und verschwand. -
+Drei Wochen vergingen ohne das geringste Lebenszeichen, da endlich langte
+ein Brief aus Mnchen von ihm an. Sein Inhalt versetzte alle auf Moosdorf
+in sprachloses Erstaunen. Ilse aber kam darber ganz auer Rand und Band.
+Sie klatschte in die Hnde, tanzte im Zimmer umher und rief jubelnd: Ich
+bin die Ursache ihres Glckes, durch mich haben sie sich gefunden! Was
+wird Leo dazu sagen? Wie freue ich mich! - Doch ich will nicht
+vorgreifen, sondern lieber den kurzen Inhalt des Briefes mitteilen.
+
+Wir sind auf der Hochzeitsreise. Lotte und ich wollen den Winter in
+Italien zubringen. Ihr wundert Euch, nicht wahr? Ist aber gar nichts dabei
+zu verwundern. Lotte und ich waren schon uralte Brautleute, haben nur
+niemals davon gesprochen. - Im Frhjahr kehren wir zurck, ich werde Euch
+dann meine junge Frau vorstellen. - Dem Fischchen besonderen Gru - sie
+wei schon warum. Soll brigens fleiig weitermalen, wenn der Brautstand
+ihr die Zeit dazu lt. -
+
+Nun bin ich Deine Tante, mein Liebling! Wer htte das gedacht! schrieb
+seine Frau, ehemals Frulein Gssow, unter den Brief. Wie gern htte ich
+Dir lngst die ganze wunderbare Geschichte, - und wie alles gekommen ist,
+mitgeteilt, aber ich durfte es nicht. Onkel Curt wollte erst nach unsrer
+Verheiratung die Erlaubnis dazu geben. Auch heute kann ich nur wenige
+Zeilen Dir schreiben, mein Mann steht hinter mir und treibt, da ich
+aufhre.
+
+Denkst Du noch an Lucies Geschichte? - Jene Lucie hie Lotte und war ich
+selbst - und der Maler? - Nun, Du errtst schon, wer es war, ohne da ich
+ihn nenne.
+
+Wenn wir zurckkehren, bist Du am Ende auch eine junge Frau? Wie habe ich
+mich gefreut ber dein sonniges Glck, Herz! Der Himmel erhalte es Dir!
+
+
+
+
+
+
+ BEMERKUNGEN ZUR TEXTGESTALT
+
+
+Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr
+rmische Zahlen (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung
+wiedergegeben) und einzelne Wrter aus fremden Sprachen, hier durch
+Unterstrich (_) gekennzeichnet, ebenso wie gesperrt gesetzte Passagen.
+
+Korrektur von offensichtlichen Druckfehlern:
+
+ Seite 38: Anfhrungszeichen ergnzt hinter nicht,
+ Seite 61: erste Zeile ausgefallen, ergnzt nach 28. Auflage (Gre
+ nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die)
+ Seite 70: doppeltes in einfaches Anfhrungszeichen gendert vor und
+ nach Ich kann nicht,
+ Seite 133: Anfhrungszeichen ergnzt hinter Lubauer.
+ Seite 137: Anfhrungszeichen ergnzt hinter Macket.
+ Seite 153: Punkt ergnzt hinter solle
+ Seite 159: Anfhrungszeichen ergnzt vor Mein und hinter
+ Breitner.
+ Seite 191: Anfhrungszeichen ergnzt vor aber
+ Seite 237: Punkt ergnzt hinter langweilig
+ Seite 250: doppeltes in einfaches Anfhrungszeichen gendert hinter
+ will. und Nellie?
+ Seite 252: ffnendes in schlieendes Anfhrungszeichen gendert
+ hinter gefunden!
+ Seite 262: Auge gendert in Augen
+ Seite 265: Kurt gendert in Curt (zweimal)
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+ CREDITS
+
+
+February 17, 2010
+
+ Project Gutenberg TEI edition 1
+ Produced by Anca Sabine Dumitrescu, Jana Srna, Norbert H.
+ Langkau, Stefan Cramme and the Online Distributed Proofreading
+ Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+ A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 31309-8.txt or 31309-8.zip.
+
+This and all associated files of various formats will be found in:
+
+
+ http://www.gutenberg.org/dirs/3/1/3/0/31309/
+
+
+Updated editions will replace the previous one -- the old editions will be
+renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no one
+owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and
+you!) can copy and distribute it in the United States without permission
+and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the
+General Terms of Use part of this license, apply to copying and
+distributing Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works to protect the Project
+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} concept and trademark. Project Gutenberg is a registered
+trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you
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+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
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+-- you may do practically _anything_ with public domain eBooks.
+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
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+
+ THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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+
+To protect the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work (or
+any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"),
+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+License (available with this file or online at
+http://www.gutenberg.org/license).
+
+
+ Section 1.
+
+
+General Terms of Use & Redistributing Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works
+
+
+ 1.A.
+
+
+By reading or using any part of this Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic work,
+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
+terms of this license and intellectual property (trademark/copyright)
+agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this
+agreement, you must cease using and return or destroy all copies of
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works in your possession. If you paid a fee
+for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic work
+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
+obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set
+forth in paragraph 1.E.8.
+
+
+ 1.B.
+
+
+"Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or
+associated in any way with an electronic work by people who agree to be
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+do with most Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works even without complying
+with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
+a lot of things you can do with Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works if you
+follow the terms of this agreement and help preserve free future access to
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works. See paragraph 1.E below.
+
+
+ 1.C.
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or
+PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an individual
+work is in the public domain in the United States and you are located in
+the United States, we do not claim a right to prevent you from copying,
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+the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of
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+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works in compliance with the terms of this agreement for
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+easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
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+share it without charge with others.
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+ 1.D.
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+The copyright laws of the place where you are located also govern what you
+can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant
+state of change. If you are outside the United States, check the laws of
+your country in addition to the terms of this agreement before
+downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating
+derivative works based on this work or any other Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work.
+The Foundation makes no representations concerning the copyright status of
+any work in any country outside the United States.
+
+
+ 1.E.
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+Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
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+ 1.E.1.
+
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+The following sentence, with active links to, or other immediate access
+to, the full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} License must appear prominently whenever
+any copy of a Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work (any work on which the phrase
+"Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg"
+is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or
+distributed:
+
+
+ This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+ almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away
+ or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License
+ included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org
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+ 1.E.2.
+
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+If an individual Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic work is derived from the
+public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with
+permission of the copyright holder), the work can be copied and
+distributed to anyone in the United States without paying any fees or
+charges. If you are redistributing or providing access to a work with the
+phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you
+must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7
+or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
+
+
+ 1.E.3.
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+
+If an individual Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic work is posted with the
+permission of the copyright holder, your use and distribution must comply
+with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed
+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} License for all works posted with the permission of the
+copyright holder found at the beginning of this work.
+
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+ 1.E.4.
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+Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} License
+terms from this work, or any files containing a part of this work or any
+other work associated with Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}.
+
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+ 1.E.5.
+
+
+Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
+the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate
+access to the full terms of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} License.
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+ 1.E.6.
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+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
+marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word
+processing or hypertext form. However, if you provide access to or
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+Any alternate format must include the full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} License as
+specified in paragraph 1.E.1.
+
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+ 1.E.7.
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+Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
+copying or distributing any Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works unless you comply
+with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
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+ 1.E.8.
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+You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or
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+ - You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works calculated using the method you
+ already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to
+ the owner of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} trademark, but he has agreed to
+ donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60
+ days following each date on which you prepare (or are legally
+ required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments
+ should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg
+ Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4,
+ "Information about donations to the Project Gutenberg Literary
+ Archive Foundation."
+
+ - You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
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+ works possessed in a physical medium and discontinue all use of and
+ all access to other copies of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works.
+
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+ any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
+ receipt of the work.
+
+ - You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works.
+
+
+ 1.E.9.
+
+
+If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic
+work or group of works on different terms than are set forth in this
+agreement, you must obtain permission in writing from both the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+ 1.F.
+
+
+ 1.F.1.
+
+
+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
+or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk
+or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot
+be read by your equipment.
+
+
+ 1.F.2.
+
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+Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg
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+trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for
+damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE
+NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH
+OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE
+FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT
+WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL,
+PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY
+OF SUCH DAMAGE.
+
+
+ 1.F.3.
+
+
+LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND -- If you discover a defect in this
+electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund
+of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to
+the person you received the work from. If you received the work on a
+physical medium, you must return the medium with your written explanation.
+The person or entity that provided you with the defective work may elect
+to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the
+work electronically, the person or entity providing it to you may choose
+to give you a second opportunity to receive the work electronically in
+lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a
+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
+
+
+ 1.F.4.
+
+
+Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+
+ 1.F.5.
+
+
+Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
+exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or
+limitation set forth in this agreement violates the law of the state
+applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
+the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state
+law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement
+shall not void the remaining provisions.
+
+
+ 1.F.6.
+
+
+INDEMNITY -- You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark
+owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works in accordance with this agreement, and
+any volunteers associated with the production, promotion and distribution
+of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works, harmless from all liability, costs
+and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from
+any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of
+this or any Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work, (b) alteration, modification, or
+additions or deletions to any Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} work, and (c) any Defect
+you cause.
+
+
+ Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}'s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+ Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation's web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+ Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
+including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
+Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
+effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+ Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+
+
+
+
+***FINIS***
+ \ No newline at end of file
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Binary files differ
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--- /dev/null
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Binary files differ
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index 0000000..f84e139
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@@ -0,0 +1,15261 @@
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+
+Any generated element will have a class "tei" and a class "tei-elem"
+where elem is the element name in TEI.
+The order of statements is important !!!
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+ and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it,
+ give it away or re-use it under the terms of the Project
+ Gutenberg License <a href="#pglicense" class="tei tei-ref">included with this
+ eBook</a> or online at <a href="http://www.gutenberg.org/license" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/license</a></p></div><pre class="pre tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em">Title: Der Trotzkopf
+
+Author: Emmy von Rhoden
+
+Release Date: February 17, 2010 [Ebook #31309]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+</pre></div>
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+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.44em"><span style="font-size: 144%">
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+ </span></p>
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+ <span class="tei tei-titlePart" style="text-align: center"><span style="font-size: 173%">Der Trotzkopf.</span></span>
+ <br /><br />
+ <span class="tei tei-titlePart" style="text-align: center"><span class="tei tei-hi" style="text-align: center"><span style="font-size: 120%">Eine Pensionsgeschichte</span></span><br /><br />
+ für<br /><br />
+ <span class="tei tei-hi" style="text-align: center"><span style="font-size: 120%">erwachsene Mädchen</span></span></span>
+ </span>
+ <br /><br />
+ <div class="tei tei-byline" style="text-align: center">von<br /><br />
+ <span class="tei tei-docAuthor" style="text-align: center"><span style="font-size: 120%">Emmy von Rhoden.</span></span>
+ </div>
+ <br />
+ <span class="tei tei-docEdition" style="text-align: center">39. Auflage.</span>
+ <br /><br />
+ <span class="tei tei-titlePart" style="text-align: center">Illustriert von <span class="tei tei-hi" style="text-align: center; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">August Mandlick</span></span>.</span>
+ <br /><br /><br />
+ <span class="tei tei-docImprint" style="text-align: center"><span class="tei tei-pubPlace" style="text-align: center">Stuttgart</span><br />
+ <span class="tei tei-publisher" style="text-align: center"><span class="tei tei-hi" style="text-align: center; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Verlag von Gustav Weise.</span></span></span></span>
+
+ </div><hr class="page" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <div class="tei tei-pb"></div><a name="Pg000c" id="Pg000c" class="tei tei-anchor"></a>
+
+ <p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 0.90em"><span style="font-size: 90%">
+ Druck von Munz &amp; Geiger, Stuttgart.
+ </span></p>
+ </div><hr class="page" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <span class="tei tei-pb" id="pageVII">[pg VII]</span><a name="Pg000d" id="Pg000d" class="tei tei-anchor"></a>
+
+ <h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">Vorwort</span></h1>
+
+ <h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">zur zweiten Auflage.</span></h1>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Die zweite Auflage dieses Buches ist der ersten in kürzerer
+ Frist als der eines Jahres gefolgt. Sie ist mit dem Bilde
+ der Verfasserin geschmückt, damit die jugendlichen Leserinnen
+ auch die Züge derjenigen kennen und lieben lernen, die ihnen
+ dies schöne Vermächtnis hinterlassen hat. Sie hat diese Liebe
+ reich verdient; sie hat dieselbe im Leben bei all denen, die ihr
+ edles Herz kannten, im vollsten Maße genossen und sich weit
+ über das Grab hinaus gesichert.
+ </p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Emmy von Rhoden war das Pseudonym der zu früh
+ dahingegangenen Gattin eines unsrer beliebtesten Schriftsteller,
+ meines Freundes Friedrich Friedrich. Mir selbst und den
+ Meinen war die Verfasserin eine teure Freundin, deren schriftstellerisches
+ Debüt ich mit wärmstem Interesse begleitete. Als
+ sie ihre ersten, für ein jüngeres Alter berechneten Jugendschriften
+ (»<span class="tei tei-hi" style="margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Das Musikantenkind</span></span>«, eine Erzählung für Kinder
+ von 11–14 Jahren, und »<span class="tei tei-hi" style="margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Lenchen Braun</span></span>«, eine Weihnachtsgeschichte
+ für Kinder von 10–12 Jahren) veröffentlichte
+ und damit schnell litterarisches Aufsehen und nachhaltige Freude
+ in den empfänglichen Gemütern der Kinderwelt erregte, hatte
+ Emmy Friedrich Friedrich aus Bescheidenheit das Pseudonym
+ Emmy von Rhoden gewählt. Jetzt hat der Tod den Schleier
+ der Pseudonymität gelüftet.
+ </p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Es ist mir ein Herzensbedürfnis, den Wunsch meines
+ tiefgebeugten Freundes zu erfüllen, der aus leichtbegreiflichen
+ Gründen es nicht über sich vermochte, der zweiten Auflage des
+ »Trotzkopf« ein Vorwort zu geben. Er war der Meinung,
+ daß ich, der ich die Unvergeßliche in ihrer liebenswürdigen
+ menschlichen und schriftstellerischen Eigenart genau kannte, ein
+ charakterisierendes Einführungswort der neuen Auflage finden
+<span class="tei tei-pb" id="pageVIII">[pg VIII]</span><a name="Pg000e" id="Pg000e" class="tei tei-anchor"></a>würde. Nun aber, da ich das innerliche Wesen dieser seltenen
+ Frau in Worte kleiden soll, fühle ich die ganze Schwere dieser
+ Aufgabe. Soll ich von der Gemütstiefe reden, mit welcher die
+ Verewigte das Wesen der Jugend erfaßte; von dem innigen
+ Verständnis, welches sie den Eigentümlichkeiten einer jungen
+ Mädchenseele entgegenbrachte; von der feinen Beobachtung des
+ jugendlichen Gebarens; von der farbenfrischen Erzählerkunst,
+ mit welcher sie vor dem seelischen Ohr des Lesers auch die
+ zartesten Saiten der jugendlichen Empfindung erklingen ließ?
+ </p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Wer einen Ueberblick über die neueste Unterhaltungslitteratur
+ für die Jugend gewann, in welcher sich allerlei Unnatur
+ und Tendenz aufdringlich breit macht, wird die großen
+ Vorzüge erkennen, welche den »Trotzkopf« zu einer echten und
+ wahren Jugendschrift machen. Diese Erzählung ist natürlich
+ frisch, unterhaltend und spannend, und was schwerer als dies
+ alles wiegt: sie ist psychologisch wahr! Mit glücklichem Takt
+ hat die Verfasserin alles rein Belehrende, alles Pedantische und
+ unnatürlich Prüde vermieden. Sie erzählt mit ungekünstelter
+ Natürlichkeit, wie ein junges, ungebändigtes Menschenkind durch
+ das Leben selbst erzogen wird. Deshalb wirkt dies Buch auch
+ im besten Sinne erziehend. Eine Erzählung, welche die jugendlichen
+ Gemüter nicht fesselt und packt, bleibt wirkungslos und
+ wenn tausend weise Lehren in dieselbe hineingestreut sind, denn
+ diese sind nur graue Theorien, während das Grün des goldenen
+ Lebensbaumes nur aus dem Leben selbst emporwächst.
+ </p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Und so möge dies anziehende, von der Sonne der Phantasie
+ beglänzte Werk, das auf innerlichster Lebenserfahrung
+ aufgebaut ist, seinen Weg weiter gehen zur Freude der gern
+ angeregten Jugend! Es ist der Segen aller guten und edlen
+ Naturen, daß ihre Schöpfungen auf viele Generationen hinaus
+ wirken. Des alten Sebastian Frank Wort mag sich auch an
+ dieser Jugendschrift als wahr erweisen: »Das aber ist der
+ Bücher rechter einiger Gebrauch, daß wir darinnen ein Zeugnis
+ unsres Herzens sehen.«
+ </p>
+
+<div class="tei tei-dateline" style="text-align: left"><span class="tei tei-name" style="text-align: left"><span class="tei tei-hi" style="text-align: left; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Berlin</span></span></span>, Oktober 1885.</div>
+<div class="tei tei-signed" style="text-align: right"><span class="tei tei-hi" style="text-align: right"><span style="font-weight: 700">Franz Hirsch.</span></span></div>
+ </div>
+</div>
+<hr class="page" /><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+
+<span class="tei tei-pb" id="page1">[pg 1]</span><a name="Pg001" id="Pg001" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img001.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Papa, Diana hat Junge!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit diesen Worten trat ungestüm ein junges,
+schlankes Mädchen von fünfzehn Jahren in das Zimmer,
+in welchem sich außer dem Angeredeten, dessen Frau und dem Prediger
+des Ortes, noch Besuch aus der Nachbarschaft, ein Herr von
+Schäffer mit Frau und seinem erwachsenen Sohne, befand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alles lachte und wandte sich dem kleinen Backfische zu,
+der ohne jede Verlegenheit auf den Papa zueilte und ausführlich
+über das wichtige Ereignis berichtete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es sind vier Stück, Papa,« erzählte sie lebhaft, »und
+braun sehen sie aus, wie Diana. Komm sieh dir sie an, es
+sind zu reizende Tierchen! Vorn an den Pfötchen haben sie
+weiße Spitzen. Ich habe gleich einen Korb geholt und mein
+Kopfkissen hineingelegt, sie müssen doch warm liegen, die kleinen
+Dinger.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herr Oberamtmann Macket hatte den Arm um die Schulter
+seines Lieblings gelegt und strich ihm das wirre Lockenhaar
+aus dem erhitzten Gesicht, dabei sah er sein Kind mit
+wohlgefälligen Blicken an, was eigentlich zu verwundern war,
+da Ilse in einem Aufzuge hereingekommen, der durchaus nicht
+<span class="tei tei-pb" id="page2">[pg 2]</span><a name="Pg002" id="Pg002" class="tei tei-anchor"></a>geeignet war, Wohlgefallen zu erregen, besonders in diesem
+Augenblicke, wo fremde Augen denselben musterten. Das verwaschene,
+dunkelblaue Kattunkleid, blusenartig gemacht und
+mit einem Ledergürtel gehalten, mochte wohl recht bequem sein,
+aber kleidsam war es nicht, und einige Flecken und Risse darin
+dienten ebenfalls nicht dazu, die Eleganz desselben zu heben.
+Die hohen, plumpen Lederstiefel, die unter dem kurzen Kleide
+hervorblickten, waren tüchtig bestaubt und sahen eher grau als
+schwarz aus. Aber wie gesagt, Herrn Macket genierte dieser
+Aufzug gar nicht, er sah in die fröhlichen, braunen Augen
+seines Lieblings, um dessen Kleider kümmerte er sich nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er war im Begriffe, sich zu erheben, um seines Kindes
+Wunsch zu erfüllen, als seine Gattin, eine vornehme Erscheinung
+mit sanften und doch bestimmten Zügen, ihm zuvorkam.
+Sie hatte sich erhoben und trat auf Ilse zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Liebe Ilse,« sagte sie in freundlichem Tone und nahm
+dieselbe bei der Hand, »ich möchte dir etwas sagen, Kind.
+Willst du mir auf einen Augenblick in mein Zimmer folgen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sehr ruhig, aber sehr bestimmt waren die Worte gesprochen
+und Ilse fühlte, daß ein Widerstand dagegen vergeblich
+sein würde. Ungern und gezwungen folgte sie der
+Mutter in das anstoßende Gemach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was willst du mir sagen, Mama?« fragte sie und sah
+Frau Macket trotzig an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nichts weiter, mein Kind, als daß du sogleich auf dein
+Zimmer gehst und dich umkleidest. Du wußtest wohl nicht,
+daß Gäste bei uns waren?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Doch, ich wußte es, aber ich mache mir nichts daraus,«
+gab Ilse kurz zur Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber ich, Ilse. Ich kann nicht gleichgültig dabei sein,
+wenn du in einem so unordentlichen Kostüme dich blicken läßt.
+Du bist kein Kind mehr mit deinen fünfzehn Jahren; bedenke,
+daß du seit Ostern konfirmiert bist, eine angehende junge
+Dame aber muß den Anstand wahren. Was soll der junge
+<span class="tei tei-pb" id="page3">[pg 3]</span><a name="Pg003" id="Pg003" class="tei tei-anchor"></a>Schäffer von dir denken, er wird dich auslachen und dich
+verspotten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der dumme Mensch!« fuhr Ilse auf. »Ob der über
+mich lacht oder spottet, ist mir ganz gleichgültig. Ich lache
+auch über ihn! Thut, als ob er ein Herr wäre mit seinem
+Klemmer und geht doch noch in die Schule.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er ist in Prima auf dem Gymnasium und zählt neunzehn
+Jahre. Nun sei vernünftig und kleide dich um, Kind,
+hörst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, – ich ziehe kein andres Kleid an, ich will mich
+nicht putzen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie du willst, aber dann bitte ich dich, ja ich wünsche
+es entschieden, daß du in deinem Zimmer bleibst und dein
+Abendbrot dort verzehrst,« gab Frau Macket mit großer Ruhe
+zur Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse biß auf die Unterlippe und trat mit dem Fuße heftig
+auf die Erde, aber sie sagte nichts. Mit einer schnellen
+Wendung ging sie zur Thür hinaus und warf dieselbe unsanft
+hinter sich zu. Oben in ihrem Zimmer ließ sie sich auf
+einen Stuhl fallen, stützte die Ellbogen auf das Fensterbrett
+und weinte Thränen des bittersten Unmutes.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie schrecklich ist es jetzt!« stieß sie schluchzend heraus.
+»Warum hat auch der Papa wieder eine Frau genommen,
+– es war so viel, viel hübscher, als wir beide allein
+waren! Alle Tage muß ich lange Reden hören über Sitte
+und Anstand und ich will doch keine Dame sein, ich will es
+nicht – und wenn sie es zehnmal sagt!« – –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie mit ihrem Vater noch allein war, führte sie freilich
+ein ungebundeneres und lustigeres Leben. Niemand hatte
+ihr Vorschriften zu machen oder durfte ihre dummen Streiche
+hindern; was sie auch ausführte, es galt alles als unübertrefflich.
+Das Lernen wurde nur als langweilige Nebensache
+betrachtet und die Gouvernanten fügten sich entweder dem
+Willen ihrer Schülerin oder sie gingen davon. Beklagte sich
+<span class="tei tei-pb" id="page4">[pg 4]</span><a name="Pg004" id="Pg004" class="tei tei-anchor"></a>ja einmal diese oder jene bei dem Vater und hatte derselbe
+auch wirklich den festen Entschluß gefaßt, ein Machtwort zu
+sprechen gegen sein unbändiges Kind, er kam nicht dazu, es
+auszuführen. Sobald er mit ernster Miene ihr gegenüber
+trat, fiel Ilse ihm um den Hals, nannte ihn ihren »einzigen,
+kleinen Papa«, trotzdem er ein sehr großer, kräftiger Mann
+war, und küßte ihm Mund und Wangen. Versuchte er, ihr
+ernste Vorstellungen zu machen, hielt sie ihm den Mund zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich weiß ja alles, was du mir sagen willst, und ich
+will mich ganz gewiß bessern!« mit solchen und ähnlichen
+Worten und Versprechungen tröstete sie den Papa – ach und
+wie gern ließ er sich also trösten! Er konnte dem Kinde nie
+ernstlich zürnen, es war sein alles.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Ilses Mutter starb, legte sie ihm das kleine hilflose
+Ding in den Arm. Es hatte die schönen, frohen Augen der
+früh Geschiedenen geerbt, und blickte sie ihn an, war es ihm,
+als ob die Gattin, die er so sehr geliebt hatte, ihn anlächle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lange Jahre war er einsam geblieben und hatte nur für
+sein Kind gelebt. Da lernte er seine zweite Frau kennen.
+Ihr kluges, sanftes Wesen fesselte ihn so, daß er sie heimführte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne betrat das Haus ihres Mannes mit dem
+festen Vorsatze, seinem Kinde die treueste, liebevollste Mutter zu
+sein und alles aufzubieten, um ihr die früh Verlorene zu ersetzen;
+indes jede herzliche Annäherung von ihrer Seite scheiterte
+an Ilses trotzigem Widerstande. Bald ein Jahr waltete
+sie nun schon als Frau und Stiefmutter und noch immer hatte
+sie es nicht vermocht, Ilses Liebe zu gewinnen. – – –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Gäste blieben zum Abendessen auf Moosdorf, so
+hieß das große Gut des Oberamtmann Macket. Als der Tisch
+gedeckt war und alle sich an demselben niedergesetzt hatten,
+fragte Herr Macket, warum Ilse noch nicht anwesend sei.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne erhob sich und zog an der Klingelschnur. Der
+eintretenden Dienstmagd befahl sie, das Fräulein zu Tisch zu
+rufen. – – – –
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page5">[pg 5]</span><a name="Pg005" id="Pg005" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse saß noch in derselben Stellung am Fenster. Sie
+hatte sich eingeschlossen und die Magd mußte erst tüchtig pochen
+und rufen, bevor sie sich bequemte, die Thür zu öffnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sollen herunterkommen, Fräulein, die gnädige Mama
+hat es befohlen,« sagte Kathrine und betonte das »sollen«
+und »befohlen« so recht auffallend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich soll!« rief Ilse und wandte den Kopf hastig herum,
+»aber ich will nicht! Sag’ das der gnädigen Frau Mama!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« sagte Kathrine, so recht befriedigt von dieser Antwort,
+denn auch sie war durchaus nicht damit einverstanden
+gewesen, daß wieder eine Frau in das Haus gekommen war,
+welche der schönen Freiheit ein Ende gemacht hatte, »ja, ich
+werd’s bestellen. Gnädiges Fräulein haben ganz recht, das
+ewige Befehlen, wenn man selbst alt genug ist, ist höchst
+unpassend, noch dazu, wenn fremde Leute dabei sind.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie ging hinunter in das Speisezimmer und führte
+wörtlich Ilses Bestellung aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herr Macket blickte seine Frau verlegen an, er wußte
+gar nicht, was diese Antwort bedeuten sollte. Sie verstand
+seine stumme Frage und ohne im geringsten den Unmut merken
+zu lassen, den sie in ihrem Innern empfand, sagte sie gelassen:
+»Ilse ist nicht ganz wohl, lieber Mann, sie klagte etwas über
+Kopfschmerzen. Kathrine hat ihre Bestellung ungeschickt ausgerichtet.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle Anwesenden errieten sofort, daß Frau Anne eine
+Ausrede machte, nur Herr Macket glaubte, daß es sich in
+Wahrheit so verhielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen wir nicht lieber einen Boten zum Arzt schicken?«
+fragte er besorgt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Antwort hierauf gab ihm sein Kind selbst, das heißt,
+sie bewies ihm, daß ihr kein Finger weh that. Laut jubelnd
+und lachend trieb sie einen Reif mit einem Stock über den
+großen Rasenplatz, und der Jagdhund, Tyras, sprang demselben
+nach, und wenn er mit seinen Pfoten den Reif beinahe
+<span class="tei tei-pb" id="page6">[pg 6]</span><a name="Pg006" id="Pg006" class="tei tei-anchor"></a>erhascht hatte und ihn doch nicht halten konnte, stieß er ein ärgerliches
+Geheul aus, worüber Ilse sich totlachen wollte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herrn Mackets Gesicht verklärte sich ordentlich bei diesem
+Anblicke. Er stand auf, trat in die offenstehende Flügelthür
+des Zimmers und eben im Begriffe, Ilse zu rufen, hielt ihn
+Frau Anne davon zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß sie – ich bitte dich, – lieber Mann,« bat sie,
+vor Unwillen leicht errötend, und zu den Gästen gewendet
+setzte sie hinzu: »Es thut mir leid, nun doch die Wahrheit
+sagen zu müssen, indes Ilses Benehmen zwingt mich dazu.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie erzählte so mildernd als möglich den kleinen
+Vorfall. Es wurde darüber gelacht, ja Herr von Schäffer
+behauptete, die kleine habe Temperament und es sei schade,
+daß sie kein Knabe sei. Seine hochgebildete Frau konnte
+ihm nicht beistimmen, sie fand das wilde Mädchen geradezu
+entsetzlich und nannte es auf dem Heimwege ein <span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">enfant
+terrible</span></span>.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als die Gäste fortgefahren waren, blieb der Prediger
+noch zurück. Derselbe war ein wohlwollender, nachsichtiger
+Mann, der Ilsen väterlich zugethan war. Er hatte sie
+getauft und eingesegnet, unter seinen Augen war sie herangewachsen.
+Seit kurzer Zeit, seitdem die letzte Gouvernante
+ihren Abschied genommen hatte, leitete er auch ihren Unterricht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es trat ein augenblickliches, beinahe peinliches Stillschweigen
+ein. Ein jeder der drei Anwesenden hatte etwas auf
+dem Herzen und scheute sich doch, das erste Wort zu sprechen.
+Herr und Frau Macket saßen am Tische, er rauchend, sie
+eifrig mit einer Handarbeit beschäftigt. Prediger Wollert
+ging im Zimmer auf und ab und sah recht ernst und nachdenklich
+aus. Endlich blieb er vor dem Oberamtmann stehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es kann nichts helfen, lieber Freund,« redete er denselben
+an, »das Wort muß heraus. Es geht nicht mehr so
+weiter, wir können das unbändige Kind nicht zügeln, es ist
+uns über den Kopf gewachsen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page7">[pg 7]</span><a name="Pg007" id="Pg007" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann sah den Prediger verwundert an.
+»Wie meinen Sie das?« fragte er, »ich verstehe Sie nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine Meinung ist, geradeheraus gesagt, die,« fuhr
+der erstere fort, »das Kind muß fort von hier, in eine Pension.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse? In eine Pension? Aber warum, sie hat doch
+nichts verbrochen!« rief Herr Macket ganz erschreckt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Verbrochen!« wiederholte lächelnd der Prediger. »Nein,
+nein, das hat sie nicht! Aber muß denn ein Kind erst etwas
+Böses gethan haben, um in ein Institut zu kommen? Es ist
+doch keine Strafanstalt. Hören Sie mich ruhig an, lieber
+Freund,« fuhr er besänftigend fort und legte die Hand auf
+Mackets Schulter, als er sah, daß dieser heftig auffahren wollte.
+»Sie wissen, wie ich Ilse liebe, und wissen auch, daß ich nur das
+Beste für sie im Auge habe; nun wohl, ich habe reiflich überlegt
+und bin zu dem Resultate gekommen, daß Sie, Ihre Frau
+und ich nicht Macht genug besitzen, sie zu erziehen. Sie
+trotzt uns allen dreien, was soll daraus werden? Sie hat
+soeben ein glänzendes Beispiel ihrer widerspenstigen Natur
+gegeben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann trommelte auf dem Tische. »Das
+war eine Ungezogenheit, die ich bestrafen werde,« sagte er.
+»Etwas Schlimmes kann ich nicht darin finden. Mein Gott,
+Ilse ist jung, halb noch ein Kind, und Jugend muß austoben.
+Weshalb soll man einem übermütigen Mädchen so strenge
+Fesseln anlegen und es Knall und Fall in eine Pension bringen?
+Was ist dabei, wenn es einmal über den Strang schlägt?
+Verstand kommt nicht vor den Jahren! Was sagst du dazu,
+Anne,« wandte er sich an seine Frau, »du denkst wie ich,
+nicht wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich dachte wie du,« entgegnete Frau Anne, »vor einem
+Jahre, als ich dieses Haus betrat. Heute urteile ich anders,
+heute muß ich dem Herrn Prediger recht geben. Ilse ist schwer
+zu erziehen, trotz aller Herzensgüte, die sie besitzt. Ich weiß
+nichts mit ihr anzufangen, soviel Mühe ich mir auch gebe.
+<span class="tei tei-pb" id="page8">[pg 8]</span><a name="Pg008" id="Pg008" class="tei tei-anchor"></a>Gewöhnlich thut sie das Gegenteil von dem, was ich ihr
+sage. Bitte ich sie, ihre Aufgaben zu machen, so thut sie
+entweder, als ob sie mich nicht verstanden hat, oder sie nimmt
+höchst unwillig ihre Bücher, wirft sie auf den Tisch, setzt
+sich davor und treibt allerhand Nebendinge. Nach kurzer Zeit
+erhebt sie sich wieder und fort ist sie! Da hilft kein gütiges
+Zureden, keine Strenge, sie will nicht! Frage den Herrn
+Prediger, wie ungleichmäßig Ilses wissenschaftliche Bildung
+ist, wie sie zuweilen sogar noch orthographische Fehler macht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was kommt bei einem Mädchen darauf an,« entgegnete
+Herr Macket und erhob sich. »Eine Gelehrte soll sie nicht
+werden; wenn sie einen Brief schreiben kann und das Einmaleins
+gelernt hat, weiß sie genug.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Prediger lächelte. »Das ist Ihr Ernst nicht, lieber
+Freund. Oder würde es Ihnen Freude machen, wenn man
+von Ihrer Tochter sagte, daß sie dumm sei und nichts gelernt
+habe! Ilse hat gute Anlagen, es fehlt ihr nur der Trieb,
+die Lust zum Lernen. Beides wird sich einstellen, sobald sie
+unter junge Mädchen ihres Alters kommt. Das Streben
+derselben wird ihren Ehrgeiz wecken und ihr bester Lehrmeister
+sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Wahrheit dieser Worte leuchtete Herrn Macket ein,
+aber die Liebe zu seinem Kinde ließ es ihn nicht laut eingestehen.
+Der Gedanke, dasselbe von sich zu geben, war ihm furchtbar.
+Nicht täglich es sehen und hören zu können, – ihm war
+als ob die Sonne plötzlich aufhören müsse zu scheinen, als
+solle ihm Licht und Leben genommen werden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne empfand, was in ihres Mannes Herzen vorging,
+liebevoll trat sie zu ihm und ergriff seine Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Denke nicht, daß ich hart bin, Richard, wenn ich für den
+Vorschlag unsres Freundes stimme,« sagte sie. »Ilse steht jetzt
+auf der Grenze zwischen Kind und Jungfrau, noch hat sie
+Zeit, das Versäumte nachzuholen und ihre unbändige Natur
+zu zügeln. Geschieht das nicht, so könnte man eines Tages
+<span class="tei tei-pb" id="page9">[pg 9]</span><a name="Pg009" id="Pg009" class="tei tei-anchor"></a>unser Kind als unweiblich bezeichnen, wäre das nicht furchtbar?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er hörte kaum, was sie sprach. »Ihr wollt sie einsperren,«
+sagte er erregt, »aber das hält sie nicht aus. Laßt sie erst älter
+werden, es ist dann immer noch Zeit genug, sie fortzugeben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dagegen protestierten Frau Anne und der Prediger auf
+das entschiedenste; sie bewiesen, daß jetzt die höchste Zeit
+sei, wenn die Pension noch etwas nützen solle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich wüßte ein Institut in W., das ich für Ilse
+ausgezeichnet empfehlen könnte,« erklärte der Prediger. »Die
+Vorsteherin desselben ist mir genau bekannt, sie ist eine vorzügliche
+Dame. Neben der Pension, die unter ihrer Leitung
+herrlich gediehen ist, hat sie eine Tagesschule in das Leben
+gerufen, die sich von Jahr zu Jahr vergrößert hat. Ilse
+würde den besten Unterricht und die liebevollste Pflege
+vereint finden. Und welch ein Vorzug ist nicht die wunderbare
+Lage dieses Ortes. Die Berge ringsum, die kostbare
+Luft – – –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja ja,« unterbrach ihn Herr Macket unruhig und abwehrend,
+»ich glaube das alles gern! Aber laßt mir Zeit,
+bestürmt mich nicht weiter. Ein so wichtiger Entschluß, selbst
+wenn er notwendig ist, bedarf der Reife.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er kam schneller als er geglaubt hatte. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am andern Morgen, es war noch sehr früh, traf der
+Oberamtmann sein Töchterchen, wie es eben im Begriffe war,
+hinaus auf die Wiese zu reiten, um das Heu mit einzuholen.
+Ungeniert hatte Fräulein Ilse sich auf eines der Pferde, das
+vor dem Leiterwagen gespannt war, von dem Kutscher hinaufheben
+lassen, derselbe stand auf dem Wagen und hielt die
+Zügel in der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Guten Morgen, Papachen!« rief sie ihm laut schon
+von weitem entgegen, »wir wollen auf die Wiese fahren, das
+Heu muß herein; der Hofmeister sagt, wir bekommen gegen
+Mittag ein Gewitter. Ich will gleich mit aufladen helfen!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page10">[pg 10]</span><a name="Pg010" id="Pg010" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Vater hatte heute nicht die unbefangene Freude an
+dem Wesen seines Kindes, ihm fielen die Worte seiner Frau
+vom gestrigen Abend ein. Ilse sah wenig weiblich in diesem
+Augenblicke aus, eher glich sie einem wilden Buben. Wie ein
+solcher saß sie auf dem Pferde und hatte die Füße an beiden
+Seiten herunterhängen. Das kurze blaue Kleid deckte dieselben
+nicht, man sah den plumpen, hohen Lederstiefel und noch ein
+Stück des bunten Strumpfes. Es war wahrlich kein schöner
+Anblick.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Steig’ herab, Ilse,« sagte Herr Macket, dicht zu ihr
+tretend, um ihr beim Heruntersteigen behilflich zu sein, »du
+wirst jetzt nicht auf die Wiese reiten, hörst du, sondern deine
+Aufgaben machen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war das erste Mal in ihrem Leben, daß der Vater
+in so bestimmter Weise zu ihr sprach. Im höchsten Grade
+verwundert blickte sie ihn an, aber sie machte keine Miene,
+seiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie schlug die Arme
+ineinander und fing an, herzlich zu lachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hahahaha! Arbeiten soll ich! Du kleiner reizender Papa,
+wie kommst du denn auf diesen komischen Einfall? Mach’ nur
+nicht ein so böses Gesicht! Weißt du, wie du jetzt aussiehst?
+Gerade wie Mademoiselle, die letzte, Papa, von den vielen, –
+wenn sie böse war! ›Fräulein Ilse, gehen Sie auf Ihr Zimmer
+<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">mais tout-de-suite</span></span>. Aben Sie mir <span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">compris</span></span>!‹ Dabei zog sie die
+Stirn in Falten und riß die Augen auf – so«, und sie versuchte
+es nachzuahmen. »Oh, es war zu himmlisch! Adieu Papachen,
+zum Frühstück komm’ ich zurück!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie warf ihm noch eine Kußhand zu, lachte ihn schelmisch
+an und fort ging’s im lustigen Trabe hinaus auf die
+Wiese in den taufrischen Sommermorgen hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herr Macket schüttelte den Kopf, mit einem Male stiegen
+ernstliche Bedenken wegen Ilses Zukunft in ihm auf. Er fand
+den Gedanken, sie in eine Pension zu geben, heute weniger
+schrecklich, als gestern. Sie hatte ihm soeben den Beweis
+ge<span class="tei tei-pb" id="page11">[pg 11]</span><a name="Pg011" id="Pg011" class="tei tei-anchor"></a>geben, daß sie auch ihm Widerstand entgegensetzte. Freilich
+mußte er sich gestehen, daß er durch seine Nachgiebigkeit denselben
+in ihr groß gezogen hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er ging in das Speisezimmer und trat von dort auf
+die Veranda, die weinumrankt sich an der Vorderseite des
+Hauses entlang zog. Seine Frau erwartete ihn dort am gedeckten
+Frühstückstische.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ganz gegen seine Gewohnheit war er still und einsilbig.
+»Hattest du Unannehmlichkeiten?« fragte Frau Anne und
+reichte ihm den Kaffee.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete er, »das nicht.« Er hielt einen Augenblick
+inne, als ob es ihm schwer würde, weiter zu sprechen,
+dann fuhr er fort: »Ich möchte dir eine Mitteilung machen,
+oder richtiger gesagt, dir meinen Entschluß wegen unsres gestrigen
+Gespräches verkünden. Zum 1. Juli soll Ilse in die
+Pension.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du scherzest,« sagte Anne und sah ihn fragend an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist mein Ernst,« erwiderte er. »Wirst du im stande
+sein, bis zu dem Termine alles zu Ilses Abreise einrichten
+zu können? Wir haben heute den 12. Juni.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, das würde ich können, lieber Richard; aber verzeihe,
+mir kommt dein Entschluß etwas übereilt vor. Wird er dich
+nicht gereuen? Laß Ilse die schönen Sommermonate noch ihre
+Freiheit genießen und gieb sie erst zum Herbste fort. Der
+Abschied von der Heimat wird ihr dann weniger schwer werden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, keine Aenderung,« sagte er, bei einem längeren
+Hinausschieben seinen Wankelmut fürchtend, »es bleibt dabei
+– zum 1. Juli wird sie angemeldet.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach einigen Stunden kehrte Ilse wohlgemut mit erhitzten
+Wangen und über und über mit Heu bestreut zum zweiten
+Frühstücke zurück. Wie sie war, ohne den Anzug zu wechseln,
+trat sie höchst vergnügt auf die Veranda.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da bin ich,« rief sie. »Bin ich lange geblieben? Ich
+sage dir, Papa, das Heu ist kostbar! Nicht einen Tropfen
+<span class="tei tei-pb" id="page12">[pg 12]</span><a name="Pg012" id="Pg012" class="tei tei-anchor"></a>Regen hat es bekommen. Du wirst deine Freude daran haben.
+Der Hofmeister meint, so gut hätten wir es seit Jahren nicht
+gehabt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß das Heu jetzt, Ilse,« entgegnete Herr Macket, »und
+höre zu, was ich dir sagen werde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er sagte es ziemlich ernst, es wurde ihm nicht leicht, von
+seinem Plane zu sprechen – sie war so ahnungslos, ja sie
+nahm gar keine Notiz von seiner Stimmung. Ihr Augenmerk
+war auf den wohlbesetzten Frühstückstisch gerichtet, sie war
+sehr hungrig von der Fahrt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Soll ich dir Frühstück schneiden?« fragte Frau Anne
+freundlich, aber Ilse lehnte es ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will es schon selbst thun,« sagte sie, nahm das
+Messer und schnitt sich ein tüchtiges Stück Schwarzbrot ab.
+Die Butter strich sie fast fingerdick darauf. Nachdem sie ein
+dickes Stück Wurst zugelangt hatte, fing sie an, wohlgemut
+zu essen. Bald von dem Brote, bald von der Wurst, die sie
+in der Hand hielt, einen Bissen nehmend. Höchst ungeniert
+lehnte sie dabei hintenüber in einem Sessel und schlug die
+Füße übereinander. Es schmeckte ihr köstlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich denke, du wolltest mir etwas sagen, Papachen!«
+rief sie mit vollem Munde, »nun schieß los, ich bin ordentlich
+neugierig darauf.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er zögerte etwas mit der Antwort, noch war es Zeit,
+noch konnte er seinen Entschluß zurücknehmen – einen Augenblick
+überlegte er und es fehlte nicht viel, so hätte er es
+wirklich gethan, aber die Schwäche ging vorüber und so ruhig
+wie es ihm möglich war, teilte er Ilse seinen Beschluß mit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn er erwartet hatte, daß sie sich stürmisch widersetzen
+würde, so hatte er geirrt. Zwar blieb ihr buchstäblich
+der Bissen im Munde stecken vor Ueberraschung und Schreck,
+aber ihr Auge flog zur Mutter hinüber und sie unterdrückte
+den Sturm, der in ihr tobte. Um keinen Preis sollte diese
+erfahren, wie furchtbar es ihr war, die Heimat, den Vater
+<span class="tei tei-pb" id="page13">[pg 13]</span><a name="Pg013" id="Pg013" class="tei tei-anchor"></a>vor allem, zu verlassen, sie, die doch sicherlich nur allein die
+Anstifterin dieses Planes war, denn der Papa – nein! Nimmermehr
+würde er sie von sich gegeben haben!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, du schweigst?« fragte Herr Macket, »du hast
+vielleicht selbst schon die Notwendigkeit eingesehen, daß du noch
+tüchtig lernen mußt, mein Kind, denn mit deinen Kenntnissen
+hapert es noch überall, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gar nichts habe ich eingesehen!« platzte Ilse heraus,
+»du selbst hast mir ja oft genug gesagt, ein Mädchen brauche
+nicht so viel zu lernen, das allzu viele Studieren mache es erst
+recht dumm! Ja, das hast du gesagt, Papa, und nun sprichst
+du mit einemmal anders. Nun soll ich fort, soll auf den
+Schulbänken sitzen zwischen andern Mädchen und lernen, bis
+mir der Kopf weh thut. Aber es ist gut, ich will auch fort,
+ja ich freue mich auf die Abreise. Wenn nur erst der 1. Juli
+da wäre!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie erhob sich hastig, warf den Rest ihres Frühstücks
+auf den Tisch und eilte fort, hinauf in ihr Zimmer, und jetzt
+brachen die Thränen hervor, die sie bis dahin nur mühsam
+zurückgehalten hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne wäre dem Kinde gar zu gern gefolgt, sie
+fühlte, was in dem jungen Herzen vorging, aber sie wußte
+genau, daß Ilse ihre gütigen Worte trotzig zurückweisen würde;
+so blieb sie zurück und hoffte auf die Zeit, wo Ilses gutes
+Herz den Weg zu ihrer mütterlichen Liebe finden werde. – –
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb"><hr style="width: 20%" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die wenigen Wochen bis zum festgesetzten Termine vergingen
+schnell. Frau Anne hatte alle Hände voll zu thun,
+um Ilses Garderobe in Ordnung zu bringen. Die Vorsteherin
+der Pension hatte auf Herrn Mackets Anfrage sofort
+geantwortet und sich gern zu seiner Tochter Aufnahme bereit
+erklärt. Zugleich hatte sie ein Verzeichnis der Sachen
+mit<span class="tei tei-pb" id="page14">[pg 14]</span><a name="Pg014" id="Pg014" class="tei tei-anchor"></a>geschickt, die jede Pensionärin bei ihrem Eintritt in das Institut
+mitzubringen habe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse lachte spöttisch über die, nach ihrer Meinung vielen
+unnützen Dinge, besonders die Hausschürzen fand sie geradezu
+lächerlich. Sie hatte bis dahin niemals eine solche getragen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die dummen Dinger trage ich doch nicht, Mama!«
+sagte sie, als Frau Anne dabei war, den Koffer zu packen,
+»die brauchst du gar nicht einzulegen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du wirst dich doch der allgemeinen Sitte fügen müssen,
+mein Kind,« entgegnete die Mutter. »Warum wolltest du
+auch nicht? Sieh’ einmal her, diese blau und weiß gestreifte
+Schürze mit den gestickten Zacken ringsum, ist sie nicht ein
+reizender Schmuck für ein kleines Fräulein, das sich im Haushalte
+nützlich machen wird?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich werde mich aber im Haushalte nicht nützlich machen!«
+rief Ilse in ungezogenem Tone, »das fehlte noch! Ihr denkt
+wohl, ich soll dort in der Küche arbeiten oder die Stuben
+aufräumen? Die Schürzen trage ich nicht, ich will es nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Uebertreibe nicht, Ilse,« entgegnete Frau Anne, »du
+weißt recht gut, daß man dergleichen nie von dir verlangen
+wird. Wenn du durchaus die Schürzen nicht tragen magst, so
+kannst du ja deinen Wunsch der Vorsteherin mitteilen, vielleicht
+erfüllt sie dir denselben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich werde sie nicht erst darum fragen! Solche Dinge
+gehen sie gar nichts an!« war Ilses unartige Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie verließ die Mutter, auf welche sie einen wahren
+Groll hatte. All die schönen Wäsche- und Kleidungsstücke,
+die Frau Anne mit Liebe und Sorgfalt für sie ausgewählt
+hatte, fanden keine Gnade vor ihren Augen, nicht einen Funken
+Interesse zeigte sie dafür.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dem Papa erklärte sie, daß sie ein kleines Köfferchen
+für sich selbst packen werde. Niemand solle ihr dabei helfen,
+niemand wissen, welche Schätze sie mit in das neue Heim hinüberführen
+werde.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page15">[pg 15]</span><a name="Pg015" id="Pg015" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist eine prächtige Idee, Ilschen,« stimmte Herr
+Macket bei, »nimm nur mit, was dir Freude macht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und er ließ sofort einen allerliebsten, kleinen Koffer kommen
+und überraschte seinen Liebling damit. Als Ilse ihm erfreut
+und dankend um den Hals fiel, als sie ihn seit längerer Zeit
+zum erstenmal wieder »mein kleines Pa’chen« nannte, da wurde
+es ihm so weich ums Herz, daß er sich abwenden mußte, um
+seine Rührung zu verbergen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img015.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am Tage vor ihrer Abreise schloß sich Ilse in ihr Zimmer
+ein und begann zu packen. Aber wie! Bunt durcheinander,
+wie ihr die Sachen in die Hand kamen. Zuerst das geliebte
+Blusenkleid nebst Ledergürtel, es wurde nur so in den Koffer
+hineingeworfen und mit den Händen etwas festgedrückt, dann
+die hohen Lederstiefel mit Staub und Schmutz, wie sie waren,
+dann eine alte Ziehharmonika, auf der sie nur ein paar Töne
+hervorbringen konnte, ein neues Hundehalsband mit einer
+langen Leine daran, ein ausgestopfter Kanarienvogel, und zuletzt,
+nachdem die wunderbarsten Dinge in den Koffer gewandert
+waren, griff sie nach einem Glase, in welchem ein Laubfrosch
+saß. Es ist kaum zu glauben, indessen auch dieses
+<span class="tei tei-pb" id="page16">[pg 16]</span><a name="Pg016" id="Pg016" class="tei tei-anchor"></a>sollte mitverpackt werden, – sie hatte sich so an das Tierchen
+gewöhnt. Sie nahm ein gutes, gesticktes Taschentuch aus
+dem Kommodenkasten, band dasselbe über das Glas, legte auch
+noch eine Papierhülle darüber, schnitt ganz kleine Löcher in
+beides und steckte einige Fliegen hindurch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So,« sagte sie höchst befriedigt von ihrer Packerei,
+»nun bist du gut versorgt, mein liebes Tierchen, und wirst
+nicht verhungern auf der weiten Reise.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie sie das Glas hineinbrachte in den Koffer, war wirklich
+ein Kunststück, das ihr erst nach vieler Mühe gelang.
+Aber endlich war sie doch so weit, daß sie den Deckel schließen
+konnte. Er klemmte etwas und Ilse mußte sich erst darauf
+knieen, bevor derselbe ins Schloß fiel. Den kleinen
+Schlüssel zog sie ab, befestigte ihn an einer schwarzen Schnur
+und band diese sich um den Hals.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als das Abendbrot verzehrt war und die Eltern noch
+am Tische saßen, ging Ilse in den Hof und machte eine Runde
+durch alle Ställe. Von den Hühnern, Tauben, Kühen, Pferden
+– sie hatte so viele Lieblinge darunter – nahm sie Abschied;
+morgen sollte sie ja alle auf lange Zeit verlassen. Das Lebewohl
+von den Hunden wurde ihr am schwersten, sie waren
+alle ihre guten Freunde. Dianas Sprößlinge, die schon allerliebst
+herangewachsen waren und sie zärtlich begrüßten, lockten
+ihr Thränen des tiefsten Leides hervor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Neben ihr stand Johann. Er hatte das kleine Fräulein
+vom ersten Tage ihres Lebens an gekannt und liebte sie
+abgöttisch. Als er ihre Thränen sah, liefen auch ihm einige
+Tropfen über die Wangen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn das kleine Fräulein wiederkommt,« sagte er mit
+kläglicher Stimme und fuhr mit der verkehrten Hand über
+die Wange, »dann wird es wohl eine große Dame sein. Ja
+ja, Fräulein Ilschen, unsre schöne Zeit ist dahin! Ach und die
+Hunde, wie werden sie das Fräulein vermissen! Die sind gescheit!
+Menschlichen Verstand hat das dumme Vieh! Wie sie
+<span class="tei tei-pb" id="page17">[pg 17]</span><a name="Pg017" id="Pg017" class="tei tei-anchor"></a>schmeicheln, die kleinen Krobaten, als ob sie wüßten, daß unser
+kleines Fräulein morgen abreist – –« hier wurde seine
+Stimme so unsicher, daß er nicht weiter sprechen konnte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Johann,« entgegnete Ilse unter Schluchzen, »sorge für
+die Hunde. Und wenn du mir einen großen – den letzten
+Gefallen thun willst, so,« hier sah sie sich erst vorsichtig nach
+allen Seiten um, ob auch niemand in der Nähe war, »so
+nimm Bob,« diesen Namen hatte sie Dianas kleinem Söhnchen
+gegeben, »mit auf den Kutscherbock morgen, wenn du
+mich zur Bahn fährst, aber heimlich. Niemand darf es wissen,
+ich will ihn mitnehmen. Ein Halsband und eine Leine habe
+ich schon eingepackt. Aber Johann, heimlich, hörst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Kutscher war glücklich über diesen Auftrag und daß er
+dem lieben, kleinen Fräulein noch einen Liebesdienst erweisen
+konnte. Er lächelte verschmitzt und versprach, Bob so geschickt
+unterzubringen, daß keine menschliche Seele von dem Hunde
+etwas merken solle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Früh am andern Morgen stand der Wagen vor der Thür,
+der Ilse fortbringen sollte. Herr Macket begleitete sie bis W.,
+um sie der Vorsteherin, Fräulein Raimar, selbst zu überbringen.
+Er mußte sich doch persönlich überzeugen, wo und
+wie sein Liebling aufgehoben sein werde. Frau Anne nahete
+sich Ilse im letzten Augenblick, um zärtlich und gerührt von
+ihrem Kinde Abschied zu nehmen, aber diese machte ein finsteres,
+trotziges Gesicht und entwand sich der Mutter Armen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lebe wohl,« sagte sie kurz und sprang in den Wagen;
+nicht um die Welt hätte sie der Mutter verraten mögen, wie
+weh und schmerzlich ihr das Scheiden wurde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als der Wagen sich in Bewegung setzte und Diana denselben
+laut bellend noch eine kurze Strecke begleitete, bog
+sie sich weit zum Wagen hinaus mit thränenden Augen
+und nickte ihr zu. Gut war es, daß der Vater nichts von
+den Thränen merkte, er würde vielleicht augenblicklich Kehrt
+gemacht haben.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page18">[pg 18]</span><a name="Pg018" id="Pg018" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auf dem Bahnhofe, als alles besorgt und Ilse mit dem
+Papa in das Koupee gestiegen war, trat Johann hinzu mit
+Bob unter dem Arme und der Mütze in der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leben Sie recht wohl, Fräulein Ilschen, und kommen
+Sie gut hin,« sagte er etwas verlegen. »Die Hunde werde
+ich schon besorgen, dafür haben Sie nur keine Angst nicht.
+Den hier nehmen Sie wohl mit, es ist doch gut, wenn Sie
+nicht so allein in der Pension sind.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse jauchzte vor Freude. Sie nahm den Hund in Empfang,
+liebkoste und streichelte ihn, dann reichte sie Johann die Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leb wohl,« sagte sie, »und habe Dank. Ich freue mich
+zu sehr, daß ich ein Hündchen mit mir nehmen kann.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, aber Ilse, das geht doch nicht,« wandte der erstaunte
+Oberamtmann ein, »du darfst doch keine Hunde mit in das
+Institut bringen. Sei vernünftig und gieb Bob Johann wieder
+zurück.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch daran war nicht zu denken. Ilse ließ sich durch
+keine Vorstellung dazu bewegen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die einzige Freude laß mir, Pa’chen! Willst du mich
+denn ganz allein unter den fremden Menschen lassen? Wenn
+Bob bei mir ist, dann habe ich doch einen guten Freund. Nicht
+wahr, Bobchen, du willst nicht wieder fort von mir,« wandte
+sie sich an den Hund, der es sich bereits höchst bequem auf
+ihrem Schoße gemacht hatte, »du bleibst nun immer bei mir!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war dem Oberamtmann unmöglich, ein Machtwort
+dagegen zu sprechen, zumal ja Ilse so triftige Gründe für
+ihren Wunsch anführte. Am meisten überzeugte ihn der Gedanke,
+daß die Kleine doch einen heimatlichen Trost mit in
+die Fremde brächte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war eine lange und ziemlich langweilige Fahrt, meist
+durch flaches Land, erst zuletzt kamen die Berge. Für Ilse
+that sich eine neue Welt auf, sie hatte noch nie eine so große
+Reise gemacht. Auf jeder Station schaute sie mit neugierigen
+Augen hinaus, jedes Bahnwärterhäuschen amüsierte sie. Ueber
+<span class="tei tei-pb" id="page19">[pg 19]</span><a name="Pg019" id="Pg019" class="tei tei-anchor"></a>all den neuen Eindrücken, die sich ihr aufdrängten, trat der
+Trennungsschmerz in den Hintergrund.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Spät am Abend, es war zehn Uhr vorbei, langten sie
+in W. an. Natürlich übernachtete Ilse mit ihrem Vater im
+Hotel, erst am andern Morgen sollte sie in ihre neue Heimat
+eingeführt werden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als es am nächsten Tage neun Uhr schlug, stand Ilse
+fertig angezogen vor ihrem Papa. Sie sah in ihrem grauen
+Reisekleide und den zierlichen Lederstiefeln ganz allerliebst
+aus. Unter dem runden, weißen Strohhute, der mit einem
+Feldsträußchen und schwarzen Samtband aufgeputzt war, fielen
+die braunen Locken herab. Die schönen, großen Augen blickten
+heute nicht so fröhlich wie sonst, sie hatten einen ängstlich
+erwartungsvollen Ausdruck, und um den Mund zuckte es in
+nervöser Aufregung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dir fehlt doch nichts, Ilschen?« fragte Herr Macket
+und sah sein Kind besorgt an. »Du bist so blaß, hast du
+schlecht geschlafen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die herzliche Frage des Vaters löste mit einemmal die
+unnatürliche Spannung in Ilses Wesen. Sie fiel ihm um
+den Hals, und die bis dahin trotzig zurückgehaltenen Thränen
+brachen mit aller Macht hervor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber Kind, Kind,« sagte Herr Macket sehr geängstigt
+durch ihre Leidenschaftlichkeit, »du wirst ja nicht lange von uns
+getrennt bleiben. Ein Jahr vergeht schnell, und zu Weihnachten
+besuchst du uns. Komm, Kleines, trockne die Thränen.
+Du mußt dir das Herz nicht schwer machen. Du wirst uns
+fleißig Briefe schreiben und die Mama oder ich werden dir
+täglich Nachricht geben von uns, von allem, was dich in Moosdorf
+interessiert.« Und er nahm sein Taschentuch und trocknete
+damit die immer von neuem hervorbrechenden Thränen seines
+Kindes.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann befand sich in einer gleich aufgeregten
+Stimmung wie sein Kind, es wurde ihm nicht leicht zu trösten,
+<span class="tei tei-pb" id="page20">[pg 20]</span><a name="Pg020" id="Pg020" class="tei tei-anchor"></a>wo er selbst des Trostes bedürftig war. So schwer hatte
+er sich die Trennung nicht gedacht, er würde sonst nicht
+darein gewilligt haben; aber da er das einmal gethan hatte,
+wollte er sich in die Notwendigkeit fügen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er strich Ilse das Haar aus der Stirn und setzte ihr
+den herabgesunkenen Hut wieder auf. »Komm,« sagte er, »jetzt
+wollen wir gehen. Nun sei ein verständiges Kind.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Mama soll mir nicht schreiben!« stieß Ilse schluchzend
+heraus, »nur deine Briefe will ich haben! Meine Briefe
+an dich soll sie auch nicht lesen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse!« verwies Herr Macket, »so darfst du nicht
+sprechen. Die Mama hat dich lieb und meint es sehr gut
+mit dir.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sehr gut!« wiederholte sie in kindischem Zorne, »wenn
+sie mich lieb hätte, würde sie mich nicht verstoßen haben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Verstoßen! Du weißt nicht, was du sprichst, Ilse! Werde
+erst älter, dann wirst du das große Unrecht einsehen, das du
+heute deiner Mutter anthust, und deine bösen Worte bereuen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist nicht meine Mutter, – sie ist meine Stiefmutter!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist kindisch!« sagte der Oberamtmann, »aber merke
+dir, niemals wieder will ich dergleichen Aeußerungen von dir
+hören. Du kränkst mich damit!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah schmollend zur Erde nieder und konnte nicht
+begreifen, wie es kam, daß der Papa sie nicht verstand, er mußte
+doch einsehen, wie unrecht ihr geschah.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm jetzt,« fuhr er in mildem Tone fort, »wir wollen
+gehen, mein Kind.« Sie ergriff den Hund, nahm ihn auf
+den Arm und wollte so ausgerüstet dem Vater folgen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß ihn zurück,« gebot derselbe, »wir wollen die Vorsteherin
+erst fragen, ob du ihn mitbringen darfst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Ilse setzte ihren Kopf auf, »dann gehe ich auch
+nicht,« erklärte sie mit aller Bestimmtheit. »Ohne Bob bleibe
+ich auf keinen Fall in der Pension!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page21">[pg 21]</span><a name="Pg021" id="Pg021" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Macket that dem Eigensinne den Willen aus Furcht, von
+neuem Thränen hervorzulocken. Aber Ilses Widerstand war
+ihm im höchsten Grade peinlich. Was sollte Fräulein Raimar
+denken!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eine Viertelstunde darauf standen Vater und Tochter vor
+einem stattlichen, zweistöckigen Hause, das vor dem Thore der
+kleinen Stadt mitten im Grünen lag; es war das Institut des
+Fräulein Raimar.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann blieb überrascht davor stehen. »Sieh
+Ilse, welch ein schönes Gebäude!« rief er höchst befriedigt.
+»Der Blick von hier aus in die nahen Berge ist geradezu
+bezaubernd.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Was kümmerten sie die Berge! Sie fühlte sich so
+gedrückt von Kummer, daß ihr die ganze Welt ein Jammerthal
+dünkte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie kannst du dies Haus schön finden, Papa,« entgegnete
+sie. »Wie ein Gefängnis sieht es aus.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herr Macket lachte. »Betrachte doch die hohen, breiten
+Fenster, Kind,« sagte er. »Glaubst du, daß in einem Gefängnisse
+ähnliche zu finden sind? Die armen Gefangenen sitzen
+hinter kleinen, blinden Scheiben, die außerdem noch mit einem
+Eisengitter versehen sind.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich werde jetzt auch eine Gefangene sein, Papa, und
+du selbst lieferst mich in dem Gefängnisse ab.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist eine kleine Närrin!« lachte er und brach das
+Gespräch, das ihm bedenklich zu werden schien, ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er stieg die breiten, steinernen Stufen, die zu dem Eingange
+führten, hinauf und zog an der Klingel. Ilse, die ihm
+langsam gefolgt war, schrak unwillkürlich zusammen, als sie
+den hellen Schall im Hause vernahm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Gleich darauf wurde die Thür von einer Magd geöffnet.
+Nachdem dieselbe die Angekommenen gemeldet hatte, wurden
+sie in das Empfangszimmer der Vorsteherin geführt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bevor sie dasselbe erreichten, mußten sie den Hausflur
+<span class="tei tei-pb" id="page22">[pg 22]</span><a name="Pg022" id="Pg022" class="tei tei-anchor"></a>und einen langen Korridor, von welchem zwei Ausgänge in
+einen schönen, großen Hof führten, durchschreiten. Es war
+gerade die Frühstückspause in der Schule und so war es natürlich,
+daß überall lachend und plaudernd große und kleine
+Mädchen umherstanden. Sie verstummten, als sie die neue
+Pensionärin, von der sie wußten, daß sie heute ankommen
+werde, erblickten, und aller Augen richteten sich auf Ilse, der
+es plötzlich höchst beklommen zu Mute wurde. Es schien ihr,
+als höre sie verstecktes Kichern hinter sich und sie war herzlich
+froh, als die Thür in dem Empfangszimmer sich hinter
+ihr schloß. Noch war dasselbe leer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse blickte sich um, und in diesem großen, vornehmen
+Raume, der künstlerisch und elegant zugleich eingerichtet war,
+stieg mit einem Male ein etwas banges Gefühl in ihr auf wegen
+Bob, sie wünschte fast, des Vaters Willen gefolgt zu sein.
+Hätte sie den Hund in ihrem Arme plötzlich unsichtbar machen
+können, sie hätte es gethan. Nun wollte der Unartige auch
+noch herunter auf den Boden, und diesen Wunsch konnte sie
+ihm doch unmöglich erfüllen, wie hätte sie wagen dürfen, ihn
+auf den kostbaren Teppich, der durch das Zimmer gebreitet
+lag, herab zu lassen!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Thür öffnete sich und Fräulein Raimar trat ein.
+Sie begrüßte Herrn Macket mit steifer Freundlichkeit, dann
+blickte sie mit ihren stahlgrauen Augen, die einen zwar strengen,
+ernsten, trotzdem aber gewinnenden Ausdruck hatten, auf Ilse.
+Diese war dicht an den Vater getreten und hatte seine Hand
+ergriffen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei willkommen, mein Kind!« Mit diesen Worten begrüßte
+die Vorsteherin Ilse und reichte ihr die Hand. »Ich
+denke, du wirst dich bald bei uns heimisch fühlen.« Als sie
+den Hund sah, fragte sie: »Hat dich dein Hund bis hierher
+begleitet?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse blickte etwas hilflos den Papa an, der dann auch
+für sie das Wort nahm. »Sie mochte sich nicht von ihm
+<span class="tei tei-pb" id="page23">[pg 23]</span><a name="Pg023" id="Pg023" class="tei tei-anchor"></a>trennen, Fräulein Raimar,« sagte er etwas verlegen, »sie
+glaubte, daß Sie die Güte haben würden, ihren kleinen Kameraden
+mit ihr aufzunehmen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Fräulein lächelte. Es war das erste Mal, daß man
+ihr eine solche Zumutung machte. »Es thut mir leid, Herr Oberamtmann,«
+sagte sie, »daß ich den ersten Wunsch Ilses rücksichtslos
+abschlagen muß. Sie wird verständig sein und einsehen,
+daß ich nicht anders handeln kann. Stelle dir einmal
+vor, liebes Kind, wenn alle meine Pensionärinnen den gleichen
+Wunsch hätten, dann würden zweiundzwanzig Hunde im Institute
+sein. Welch ein Spektakel würde das geben! Möchtest
+du das Tier gern in deiner Nähe behalten, so wüßte ich einen
+Ausweg. Mein Bruder, der Bürgermeister hier, wird deinen
+Hund gewiß aufnehmen, wenn ich ihn darum bitte; dann kannst
+du täglich deinen Liebling sehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war rot geworden und dicke Thränen perlten in
+ihren Augen. »Dann bleibe ich auch nicht hier!« – sie wollte
+es eben aussprechen, aber sie wagte es nicht. Die Dame vor ihr
+hatte so etwas Unnahbares, Vornehmes in ihrem Wesen.
+Wie eine Fürstin erschien sie ihr trotz des schlichten, grauen
+Kleides, dessen kleiner Stehkragen am Halse mit einer einfachen
+goldenen Nadel zusammengehalten wurde. Ilse senkte
+den Blick und schwieg.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann lachte. »Sie haben recht, Fräulein,«
+sagte er, »und wir hätten das selbst vorher bedenken können.
+Ihre große Güte, den Hund bei Ihrem Herrn Bruder unterzubringen,
+wird Ilse mit vielem Danke annehmen, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie schüttelte den Kopf. »Fremde Leute sollen Bob nicht
+haben, Papa, du nimmst ihn wieder mit nach Moosdorf.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Herr Macket schämte sich der Antwort seines Kindes, aber
+Fräulein Raimar überhob ihn geschickt seiner Verlegenheit.
+Mit ihrem erfahrenen Sinne hatte sie sofort das Trotzköpfchen
+vor sich erkannt. Sie that, als merkte sie Ilses Unart nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast ganz recht,« sagte sie freundlich, »es ist das
+<span class="tei tei-pb" id="page24">[pg 24]</span><a name="Pg024" id="Pg024" class="tei tei-anchor"></a>beste, der Papa nimmt das Tier wieder mit in die Heimat.
+Du würdest durch dasselbe vielleicht doch mehr zerstreut,
+als mir lieb wäre. Soll die Magd den Hund in das Hotel
+zurücktragen, wo Sie abgestiegen sind, Herr Oberamtmann?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will ihn selbst dorthin tragen, nicht wahr, Papachen?«
+fragte Ilse und hielt Bob ängstlich fest.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich wünsche nicht, daß du es thust, liebe Ilse,« wandte
+Fräulein Raimar ein. »Ich möchte dich gleich zu Mittag hier
+behalten, um dich den übrigen Pensionärinnen vorzustellen.
+Ich halte es so für das beste. Es thut nicht gut, Herr
+Oberamtmann, wenn ein Kind, sobald der Vater oder die
+Mutter es mir übergeben haben, noch einmal mit ihnen zurückkehrt
+in das Hotel. Der Abschied wird ihm weit schwerer
+gemacht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nein!« rief Ilse zitternd vor Aufregung, »ich bleibe
+nicht gleich hier! Ich will mit meinem Papa so lange zusammen
+sein, bis er abreist. Du nimmst mich mit dir, nicht, Papa?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es wurde Herrn Macket heiß und kalt bei ihrem Ungestüm,
+indes auch diesmal half ihm Fräulein Raimar über
+die peinliche Lage hinweg.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gewiß, mein Kind,« entgegnete sie mit Ruhe, »dein
+Wunsch soll dir erfüllt werden. Darf ich Sie bitten, Herr Oberamtmann,
+heute mittag mein Gast zu sein? Sie würden
+mich sehr erfreuen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse warf ihrem Papa einen flehenden Blick zu, der
+ungefähr ausdrücken sollte: »Bleib’ nicht hier, nimm mich mit
+fort! Ich mag nicht hier bleiben bei dem bösen Fräulein,
+das mich schlecht behandeln wird!« Leider verstand er den Blick
+anders, er hielt ihn für eine stumme Bitte, die Einladung anzunehmen
+und sagte zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Vorsteherin erhob sich und zog an einer Klingelschnur.
+Der eintretenden Magd trug sie auf, Fräulein Güssow
+zu rufen. Wenige Augenblicke darauf trat dieselbe in
+das Zimmer.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page25">[pg 25]</span><a name="Pg025" id="Pg025" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Gerufene war die erste Lehrerin im Institute und wohnte
+daselbst. Weit jünger als die Vorsteherin, war sie eine höchst
+anmutige, liebenswürdige Erscheinung von sechsundzwanzig
+Jahren. Sämtliche Tagesschülerinnen und besonders die Pensionärinnen
+schwärmten für sie, sie verstand es, durch gleichmäßige
+Güte sich die jungen Herzen zu gewinnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen Sie die Güte haben, Ilse auf ihr Zimmer zu
+geleiten,« sagte die Vorsteherin, nachdem sie die junge Lehrerin
+vorgestellt hatte, »damit sie dort ihren Hut ablegen kann.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gern,« erwiderte die Angeredete und trat auf Ilse zu.
+»Komm, liebes Kind,« sagte sie freundlich und ergriff sie bei
+der Hand, »jetzt werde ich dir zeigen, wo du schläfst. O, du hast
+ein schönes, großes Zimmer; aber du wohnst nicht allein dort.
+Ellinor Grey wird deine Stubengenossin sein. Sie ist ein
+liebes Mädchen. Du möchtest gern gleich mit ihr bekannt
+werden, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse überhörte die Frage. Mit scheuen, ängstlichen Augen
+sah sie den Vater an und fragte: »Du gehst doch nicht fort,
+Papa?« Als er sie darüber beruhigte, folgte sie Fräulein
+Güssow.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber den Hund mußt du wohl hier lassen, du kannst
+ihn doch nicht mit hinauf in dein Zimmer nehmen,« sagte
+Fräulein Raimar. »Du kannst ihn draußen der Magd übergeben,
+damit sie ihn so lange in Verwahrung nimmt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow dachte weniger streng als die Vorsteherin.
+Sie fand es nicht so schlimm, wenn Ilse ihren Hund
+im Arme behielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hast du ihn so sehr gern?« fragte sie, als sie mit dem
+jungen Mädchen den Korridor entlangging.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« entgegnete Ilse, »sehr, sehr lieb habe ich Bob.
+Und ich darf ihn nicht hier behalten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie legte ihre Wange auf des Hundes Kopf und kämpfte
+mit dem Weinen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gräme dich nicht darum, Kind,« tröstete Fräulein
+<span class="tei tei-pb" id="page26">[pg 26]</span><a name="Pg026" id="Pg026" class="tei tei-anchor"></a>Güssow, »das ist nicht so schlimm. Du findest hier viel etwas
+Besseres. Du sollst einmal sehen, wie bald du den Bob vergessen
+haben wirst. Wir haben zweiundzwanzig Pensionärinnen
+jetzt im Institute, du wirst manche liebe Freundin unter
+ihnen finden. Hast du Geschwister?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« sagte Ilse, die ganz zutraulich gegen Fräulein
+Güssow wurde, »ich bin allein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, siehst du! Da kann ich mir deine Liebe zu dem
+unvernünftigen Tiere erklären, dir fehlten die Gespielinnen.
+Gieb deinen Hund getrost dem Papa wieder mit zurück, du wirst
+ihn nicht vermissen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen auf einen
+großen, hellen Vorsaal, auf welchem eine Anzahl Thüren
+mündeten. Eine derselben öffnete die Lehrerin, und sie traten
+in ein geräumiges Zimmer ein, das nach dem Garten führte.
+Die Fenster waren geöffnet und ein mächtiger Apfelbaum streckte
+seine Zweige fast zum Fenster hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Einrichtung war nicht elegant, nur das Notwendigste befand
+sich in dem Zimmer. Zwei Betten, zwei Kommoden und zwei
+Kleiderschränke, dann noch ein großer Waschtisch und einige
+Stühle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Fräulein Güssow mit Ilse eintrat, erhob sich schnell
+ein junges Mädchen von ungefähr siebzehn Jahren, das mit
+einem Buche in der Hand am Fenster gesessen hatte. Es war
+ein schlankes, zartgebautes Wesen, mit goldblondem Haar,
+das sie in einem Knoten aufgesteckt trug, mit blauen Augen
+und mit schelmischen Grübchen in den Wangen, sobald sie lachte.
+Es war Ellinor Grey, eine Engländerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier bringe ich dir Ilse Macket, Nellie,« so wurde der
+Engländerin Namen allgemein abgekürzt. »Ich denke, du wirst
+dich ihrer liebreich annehmen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O ja, ich werde ihr sehr lieben,« antwortete Nellie und
+reichte der Neuangekommenen die Hand. »Bleibt die Hund
+auch hier?« fragte sie.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page27">[pg 27]</span><a name="Pg027" id="Pg027" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« sagte Fräulein Güssow.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie schade! Es ist ein so süßes Tier!« Und sie
+streichelte Bob.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es klang so drollig und sie sah so schelmisch aus, daß
+Ilse sofort sich von ihr angezogen fühlte. Gern hätte sie noch
+ein Weilchen dem komischen Geplauder Nellies zugehört, aber
+sie mußte dem Fräulein folgen, die sich vorgenommen hatte,
+ihr einige Schulräume zu zeigen. Zuerst öffnete sie die Thür
+zu dem Musikzimmer, dann gingen sie in den Zeichensaal und
+zuletzt wurde Ilse in den sogenannten großen Saal geführt.
+Die junge Lehrerin erzählte ihr, daß in demselben alle Examen
+und zuweilen auch Festlichkeiten stattfänden. Ilse hörte
+mit halbem Ohre, sie hatte nämlich durch eine offenstehende Thür
+einen Blick in eine leerstehende Klasse gethan und Schulbänke
+darin entdeckt. Dort eingeklemmt sollte sie von jetzt an sitzen,
+nicht aufstehen dürfen, wenn es ihr beliebte – o, es war
+entsetzlich! Ein Grauen überkam sie plötzlich, ihr war, als
+würde ihr die Brust zusammengeschnürt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»In welche Klasse meinst du, daß du kommen wirst?«
+fragte das Fräulein, »deinem Alter nach müßtest du wohl in
+die erste versetzt werden. Hast du deine Arbeitsbücher mitgebracht?
+Wie steht es mit den Sprachen? Französisch und
+Englisch sind dir wohl geläufig, da du stets, wie dein
+Papa schrieb, eine englische oder französische Gouvernante
+hattest.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Von unten herauf tönte eine Glocke. Dies war eine sehr
+gelegene Unterbrechung für Ilse, der es unheimlich bei dem
+Examen wurde. Sie sagte, daß sie nicht wisse, wie weit sie
+sei, französisch glaube sie sprechen zu können.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun laß nur, mein Kind,« meinte das Fräulein, »heute
+wollen wir noch nicht an das Lernen denken, bei deiner Prüfung
+morgen werden wir ja sehen, welch kleine Gelehrte du
+bist. – Wir wollen jetzt hinunter in den Speisesaal gehen,
+die Glocke hat uns zu Tisch gerufen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page28">[pg 28]</span><a name="Pg028" id="Pg028" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie in denselben eintraten, fanden sie die Vorsteherin
+mit dem Oberamtmann bereits dort. Erstere machte ihn mit
+der herkömmlichen Einrichtung während des Essens bekannt. Zum
+Beispiel, daß die zuletzt angekommene Pensionärin stets ihren
+Platz neben der Vorsteherin angewiesen erhalte. Dann, daß zwei
+junge Mädchen wöchentlich den Tisch zu besorgen hatten. Dieselben
+mußten denselben decken und genau acht geben, daß
+nichts fehlte und sämtliche Gegenstände sauber und blank waren.
+Die Jüngste der Pensionärinnen sprach stets das Tischgebet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dem Oberamtmann gefielen die Anordnungen vortrefflich
+und als er seinen Blick über die junge Mädchenschar hingleiten
+ließ, mußte er seine Freude aussprechen, wie gesund und
+fröhlich fast alle aussahen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah auch umher, aber es waren nicht die fröhlichen
+und gesunden Gesichter, die sie interessierten, sondern die
+Schürzen. Jede Einzelne trug ein solches von ihr verachtetes
+Ding, und Fräulein Raimar sah nicht aus, als ob sie eine
+Ausnahme bei ihr gelten lassen würde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach dem Gebete wurden die Speisen aufgetragen. Dieselben
+waren kräftig und gut gekocht, und Herr Macket konnte
+sich überzeugen, daß sein Kind auch in dieser Hinsicht gut
+versorgt sein werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach dem Essen verabschiedete er sich bald, und Ilse
+durfte ihn begleiten. Nellie hatte kaum davon gehört, als sie
+wie der Wind die Treppe hinaufflog, um gleich darauf mit
+Ilses Hut und Handschuhen zurückzukommen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese dankte ihr dafür, und Herr Macket reichte ihr
+die Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leben Sie wohl, mein Fräulein,« sagte er herzlich,
+denn Nellie hatte durch diese kleine Aufmerksamkeit ihn sofort
+für sich eingenommen, »und haben Sie Geduld mit meinem
+kleinen Wildfang.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O ja,« entgegnete Nellie, »ich werde mir schon gern
+von sie annehmen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page29">[pg 29]</span><a name="Pg029" id="Pg029" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, Ilse, wie gefällt dir das Institut?« fragte der
+Oberamtmann, als sie auf der Straße gingen, »ich gestehe,
+daß ich sehr befriedigt von hier abreise, ich weiß, ich lasse
+dich in guten Händen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mir gefällt es gar nicht hier!« erklärte Ilse höchst
+verstimmt. »Es ist mir alles so fremd, und vor dem grauen
+Fräulein mit dem blonden, glatten Scheitel fürchte ich mich.
+Sie ist so hart, so ungefällig! Du sollst sehen, Papa, sie ist
+nicht gut gegen mich. Warum soll ich Bob nicht behalten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast gehört, weshalb nicht, nun mußt du auch
+nicht mehr so hartnäckig auf deinen Wunsch zurückkommen,«
+verwies er sie leicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun fängst auch du an, mit mir zu zanken! Niemals
+hast du so böse mit mir gesprochen,« rief Ilse schmerzlich beleidigt.
+Und sie fühlte sich in dem Gedanken, daß kein Mensch,
+selbst der Papa nicht, sie leiden möge, so unglücklich, daß das
+große Mädchen auf offner Straße zu weinen anfing.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann nahm ihren Arm und legte ihn in
+den seinigen. Des Kindes Thränen machten ihn so weich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber Kleines,« sagte er zärtlich und versuchte zu scherzen,
+»was machst du denn? Sollen dich die Leute auslachen,
+wenn das große, kleine Mädchen weint?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er führte sie zurück in das Hotel und dort fanden sie
+bereits Bob. Freudig bellend begrüßte er Ilse, und diese
+nahm ihn hoch und liebkoste ihn unter lautem Schluchzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um fünf Uhr reiste der Oberamtmann wieder zurück in
+die Heimat. Die wenigen Stunden bis dahin vergingen
+schnell und stürmisch. Je näher der Abschied rückte, desto
+aufgeregter wurde Ilse, und es bedurfte seiner ganzen Festigkeit,
+um ihrem Wunsche, sie wieder mit nach Moosdorf zu
+nehmen, entgegenzutreten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei doch verständig!« Wie oft bat er sie in dringendem
+Tone darum, wenn sie in leidenschaftlicher Erregung allerhand
+Drohungen ausstieß, wie:
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page30">[pg 30]</span><a name="Pg030" id="Pg030" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich laufe heimlich davon,« oder »ich werde so ungezogen
+sein, daß mich das böse Fräulein wieder fortschickt!«
+Er wußte, sie werde beides nicht thun, aber es machte ihm
+doch Kummer, seinen Liebling so trostlos zu sehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie wollte ihn wenigstens zur Bahn begleiten, auch das
+litt Herr Macket nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich fahre dich zurück in das Institut und dann allein
+zur Bahn. So ist es am besten. Nun komm, Ilschen,« fuhr
+er fort, als der Wagen unten vorfuhr, und nahm sie zärtlich
+in den Arm, »und versprich mir ein gutes, folgsames Kind
+zu sein. Du sollst einmal sehen, wie bald du dich eingewöhnt
+haben wirst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hing sich an seinen Hals und mochte sich nicht von
+ihm trennen. Es fiel ihr mit einemmal schwer auf das Herz,
+wie sehr sie den Papa gequält hatte in den letzten Stunden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei mir gut, mein lieber, lieber Papa!« bat sie, »sei
+mir gut! Du bist ja der einzige Mensch auf der Welt, der
+mich lieb hat!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als der Wagen vor der Anstalt hielt, trennte sich Ilse
+lautschluchzend von ihrem Vater, und als sie denselben davonfahren
+sah, war es ihr zu Mute, als ob sie auf einer wüsten
+Insel allein zurückgelassen, elendiglich untergehen müsse.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Noch eine Weile stand sie vor der verschlossenen Pforte,
+sie konnte sich nicht entschließen, an der Klingel zu ziehen. Da
+wurde die Thür von selbst geöffnet und Fräulein Güssow stand
+in derselben. Sie hatte von einem Fenster in der oberen
+Etage den Wagen kommen sehen und war hinuntergeeilt, um
+Ilse zu empfangen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jetzt gehörst du zu uns, liebes Kind,« sagte sie mit
+warmer Herzlichkeit und nahm sie in den Arm. »Weine nicht
+mehr, wir werden dich alle lieb haben.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page31">[pg 31]</span><a name="Pg031" id="Pg031" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse gab keine Antwort, sie fühlte sich so unglücklich, daß
+selbst der liebevolle Empfang der jungen Lehrerin kein Echo in
+ihrem Herzen fand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Möchtest du
+auf dein Zimmer gehen?«
+fragte diese.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img031.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse nickte stumm, sie
+hielt noch immer das Tuch
+gegen die Augen gedrückt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie!« rief Fräulein Güssow, »gehe mit Ilse hinauf
+und sei ihr beim Auspacken ihrer Sachen behilflich. Du
+<span class="tei tei-pb" id="page32">[pg 32]</span><a name="Pg032" id="Pg032" class="tei tei-anchor"></a>möchtest doch sicher gern deine Sachen in Ordnung haben,
+liebe Ilse.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie wußte sehr wohl, daß Ilse durchaus nicht diesen
+Wunsch hatte, aber sie wußte auch, daß die Thätigkeit das
+beste Heilmittel gegen Kummer und Herzeleid ist.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die beiden Mädchen begaben sich auf ihr Zimmer. Ilse
+setzte sich auf einen Stuhl, behielt den Hut auf dem Kopfe
+und starrte zum Fenster hinaus. Es fiel ihr nicht ein, ihre
+Sachen auszupacken, und sie war geradezu empört, daß man
+Dinge von ihr verlangte, die den Dienstboten zukämen. Nellie
+hatte schweigend den Schrank geöffnet und die Schubladen
+der Kommode aufgezogen, dann sah sie Ilse an, ob diese sich
+nicht erheben werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb mich deiner Schlüssel, ich werde aufschließen die
+Koffers,« sagte sie, »wir müssen auspacken.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Unlustig verließ Ilse ihren Platz und da sie an irgend
+etwas ihren augenblicklichen Unmut auslassen mußte, nahm sie
+ihren Hut vom Kopfe und warf ihn mitten in das Zimmer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warum soll ich alles auspacken? Ich weiß gar nicht,
+ob ich hier bleiben werde,« sagte sie. »Mir gefällt es
+hier nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie hatte den Hut aufgenommen und ihn auf ein Bett
+gelegt. »O,« sagte sie sanft, »du gewöhnst dir schon. Es
+geht uns alle wie dich, wenn wir kommen. Du mußt nur
+deiner Kopf nicht hängen lassen. Nun gieb die Schlüssels,
+daß ich öffnen kann.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Trotz konnte durch keine Waffe besser geschlagen
+werden, als durch Nellies Sanftmut. Sie gab den Schlüssel
+und jene schloß auf und begann auszuräumen. Ilse stand
+dabei und sah zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, du mußt dich dein Sachen selbst aufräumen in dein
+Kommode,« sagte Nellie. »Ich werde dich alles zureichen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte wenig Lust dazu, Ordnung kannte sie nur dem
+Namen nach. Sie nahm die sauber, mit roten Bändern
+ge<span class="tei tei-pb" id="page33">[pg 33]</span><a name="Pg033" id="Pg033" class="tei tei-anchor"></a>bundene Wäsche und warf sie achtlos in die Schubkasten, es
+war ihr gleich, wie alles zu liegen kam. Nellie sah diesem
+Treiben einige Augenblicke zu, dann fing sie an zu lachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was machst du?« fragte sie. »Weißt du nicht, wie
+Ordnung ist? Taschentücher, Kragen, Schürzen – alles
+wirfst du durcheinander. Das sieht sehr bunt aus. Hübsch
+nebeneinander mußt du es machen, so –,« und sie zog einen
+Kasten nach dem andern in ihrer Kommode auf und zeigte
+Ilse, wie sauber dort alles geordnet lag.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das kann ich nicht!« entgegnete Ilse. »Uebrigens fällt
+es mir auch gar nicht ein, so viel Umstände um die dummen
+Sachen zu machen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dumme Sachen!« wiederholte Nellie. »O Ilse, wie
+kannst du so sagen! Sieh diesen feinen Taschentücher, wie
+sie schön gestickt, – o und diese süße Schürzen! Und du
+hast die schwere Bücher daraufgethan – wie hast du sie zerdrückt!
+– Laß nur sein,« fuhr sie fort, als Ilse im Begriffe
+war, Schuhe und Stiefel auf die Wäsche zu werfen, »ich
+werde ohne dir machen – du verstehst nix!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Ruhig sah sie
+zu, wie Nellie das Schuhzeug nahm und es unten in den
+Kleiderschrank stellte, wie sie überhaupt jedem Dinge den
+rechten Platz gab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, ein schönes Buch!« rief diese plötzlich und nahm ein
+Buch aus dem Koffer, das höchst elegant in braunen Samt
+gebunden und mit silbernen Beschlägen verziert war. In der
+Mitte des Deckels befand sich ein kleines Schild, auf welchem
+eingraviert war: Ilses Tagebuch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse nahm dasselbe Nellie aus der Hand und sah es
+verwundert an. Was war das für ein Buch? Sie wußte
+nichts davon. Ein kleiner Schlüssel steckte in dem Schlosse
+desselben und als sie es aufgeschlossen hatte, fiel ein beschriebenes
+Blatt ihr gerade vor die Füße. Sie hob es auf
+und las:
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page34">[pg 34]</span><a name="Pg034" id="Pg034" class="tei tei-anchor"></a>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em"><div class="tei tei-salute" style="text-align: center">Mein liebes Kind!</div>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ Möge dieses Buch Dein treuer Freund in der Fremde
+ sein. Wenn Dein Herz schwer ist, flüchte zu ihm und teile
+ ihm mit, was Dich bedrückt. Es wird verschwiegen sein
+ und Dein Vertrauen nie mißbrauchen.
+ </p>
+ <div class="tei tei-salute" style="text-align: left">Gedenke in Liebe</div>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: center">Deiner</div>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right">Mama.</div>
+ </div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ohne ein Wort zu sagen, legte Ilse das Buch beiseite.
+Sie empfand keinen Funken Freude über die reizende Ueberraschung,
+auch blieben die liebevollen Worte der Mutter ohne
+Eindruck auf sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Freut dir das Buch nicht?« fragte Nellie, die sich über
+diese Gleichgültigkeit wunderte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse schüttelte den Kopf. »Was soll ich damit?« fragte
+sie und ihr hübscher, frischer Mund zog sich trotzig in die
+Höhe, »ich schreibe niemals etwas hinein. Ich werde froh
+sein, wenn ich meine Aufgaben gemacht habe. Zu langen,
+unnützen Geschichten habe ich keine Zeit und keine Lust.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich würde viel Freude haben, wenn ich ein Mutter
+hätte, die mir so beschenkte,« sagte Nellie traurig.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist deine Mutter tot?« fragte Ilse teilnehmend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O sie ist lange, lange tot,« entgegnete Nellie. »Sie
+starb, als ich noch eines klein Baby war. Meine Vater ist
+auch tot – ich bin ganz allein. Niemand hat mir recht von
+Herzen lieb.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Arme Nellie,« sagte Ilse und ergriff ihre Hand. »Aber
+du hast Geschwister?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein! keine Schwester – ganz allein! Ein alte
+Onkel laßt mir in Deutschland ausbilden, und wenn ich gutes
+Deutsch gelernt habe, muß ich ein Gouvernante sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gouvernante!« rief Ilse erstaunt. »Du bist doch viel
+zu jung dazu! Alte Mädchen können doch erst Gouvernanten
+werden!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page35">[pg 35]</span><a name="Pg035" id="Pg035" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ueber diese naive Anschauung mußte Nellie herzlich lachen,
+und nun war ihre traurige Stimmung wieder verschwunden
+und ihre angeborene Heiterkeit brach hervor, wie der Sonnenstrahl
+durch graue Wolken. Auf Ilse aber hatte Nellies Verlassensein
+einen tiefen Eindruck gemacht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß mich deine Freundin sein,« bat sie in ihrer kindlich
+offnen Weise, »ich will dich auch sehr lieb haben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gern sollst du meine Freundin sein,« entgegnete Nellie
+und reichte Ilse die Hand. »Du hast mich von der erste
+Augenblick so nett gefallen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der große Koffer war nun leer, und Nellie ergriff den
+kleinen und war eben im Begriffe die Riemen desselben loszuschnallen,
+als Ilse ihr ihn unsanft aus der Hand nahm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der bleibt geschlossen!« sagte sie, »du darfst nicht sehen,
+was darin ist!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O je! Was du machst so böse Augen!« rief Nellie und
+stellte sich höchst erschrocken. »Hast du Heimlichkeiten in der
+kleine Koffer? Ist wohl Kuchen und Wurst darin?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie begleitete ihre Worte mit so komischen Gebärden,
+daß Ilse lachen mußte. Sie bereute auch schon ihre Heftigkeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich war recht heftig, Nellie, sei mir nicht böse,« bat
+sie. »Wenn du mich nicht verraten willst, dann werde ich
+dir zeigen, was darin ist; aber gieb mir die Hand darauf,
+daß du schweigen wirst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie legte den Zeigefinger auf den Mund und besiegelte
+mit einem Händedrucke ihre Verschwiegenheit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Jetzt nahm Ilse den Schlüssel, den sie am schwarzen
+Bande um den Hals trug, und als sie eben im Begriffe war
+aufzuschließen, wurde zum Abendessen geläutet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie schade!« rief Nellie, die vor Neugierde brannte,
+die geheimnisvollen Schätze zu sehen. »Nun müssen wir
+hinunter und erst nach die Schlafgehen können wir auspacken!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nach dem Schlafengehen?« fragte Ilse erstaunt. »Da
+liegen wir ja doch in unsren Betten.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page36">[pg 36]</span><a name="Pg036" id="Pg036" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schweig!« entgegnete Nellie und legte abermals den
+Finger auf den Mund. »Das ist meines Geheimnis.« – –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse erhielt ihren Platz neben der Vorsteherin. An ihrer
+andern Seite saß eine junge Russin, Orla Sassuwitsch. Dieselbe
+war eine pikante, elegante Erscheinung mit kurzgeschnittenem,
+schwarzen Haar, sehr lebhaften, dunklen Augen
+und einem Stumpfnäschen. Sie zählte siebzehn Jahre, sah
+aber älter aus. Uebrigens sprach sie fließend deutsch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hätte gern neben Nellie gesessen, mit der sie in den
+wenigen Stunden so vertraut geworden war, die aber saß
+weit entfernt von ihr. Augenblicklich hatte sie ihren Platz
+noch gar nicht eingenommen, sondern sie stand mit noch einem
+Mädchen an einem Nebentische und war der Wirtschafterin
+behilflich, den Thee zu servieren.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war ein allerliebster Anblick, die jungen Mädchen
+mit ihren sauberen Latzschürzen so häuslich geschäftig zu sehen.
+Geschickt gingen sie an den Tafeln entlang und reichten die
+Tassen herum.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Verschiedene Schüsseln mit Butterbrötchen, die reichlich mit
+Wurst und Braten belegt waren, standen verteilt auf den Tischen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar ergriff die vor ihr stehende und reichte
+sie Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nimm dir,« sagte sie, »und gieb dann weiter an deine
+Nachbarin.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war hungrig. Am Mittag hatte sie fast keinen
+Bissen genießen können, jetzt aber machte die Natur ihre Rechte
+geltend. Sie nahm sich vier Schnitten auf einmal, legte
+zwei und zwei aufeinander und verschlang den ganzen Vorrat
+in drei bis vier Bissen. Freilich hatte sie den Mund recht
+voll, die Backen traten wie geschwollen heraus, das kümmerte
+sie indes wenig, sie war gewohnt, von einem ländlichen Butterbrote
+tüchtig abzubeißen, so zarte Theebrötchen hatte sie daheim
+stets verschmäht. Als sie trank, hielt sie ihre Tasse mit beiden
+Händen und stützte die Ellbogen dabei auf den Tisch.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page37">[pg 37]</span><a name="Pg037" id="Pg037" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar hatte nicht acht auf Ilse gegeben und
+wurde erst aufmerksam, als sie in ihrer Nähe unterdrücktes
+Kichern hörte. Melanie und Grete Schwarz, zwei Schwestern
+aus Frankfurt am Main, die Ilse gerade gegenüber saßen,
+amüsierten sich köstlich über deren Ungeniertheit, stießen heimlich
+ihre Nachbarinnen an und zeigten verstohlen auf die
+nichts ahnende.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein strenger Blick der Vorsteherin brachte die Mädchen
+zur Ruhe. Sie liebte es nicht, daß über andrer Schwächen
+und Fehler gespottet wurde. Ueber Ilses unmanierliche Art
+zu essen sagte sie vorläufig nichts, um sie nicht vor den vielen
+Mädchen zu beschämen, erst unter vier Augen pflegte sie dergleichen
+Fehler zu rügen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bist du noch hungrig, Ilse?« fragte sie. Statt einer
+Antwort nickte diese mit dem Kopfe, sie hatte ja erst angefangen
+zu essen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Abermals wurde ihr die Brotschüssel gereicht und abermals
+nahm sie die gleiche Portion und verzehrte dieselbe
+genau in der früheren Weise.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die ist gefräßig!« flüsterte die fünfzehnjährige Grete
+ihrer um zwei Jahre älteren Schwester zu. »Sieh nur, wie
+sie wieder stopft.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie mußte die Hand vor den Mund halten, sonst
+hätte sie laut herausgelacht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um halb acht Uhr war das Abendessen vorbei und zugleich
+den Pensionärinnen die Erlaubnis gegeben, frei zu thun,
+was sie wollten, bis neun Uhr. Dann war Schlafenszeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm,« sagte Nellie und trat auf Ilse zu, »ich werde
+mit dich in die Garten spazieren. Aber du hast ja dein
+Serviette noch nicht schön gelegt und die Ring drauf gezogen!
+Das mußt du erst machen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete Ilse, »das werde ich nicht! Wozu
+sind denn die Dienstmädchen da? Zu Hause hatte ich niemals
+nötig, solche Dinge zu thun.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page38">[pg 38]</span><a name="Pg038" id="Pg038" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist egal, meine liebe Kind. Hier mußt du solche Dinge
+thun, wir machen es alle.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Richtig, da lagen sämtliche Servietten sauber zusammengewickelt,
+sie war die einzige, die es nicht gethan hatte. Ungeduldig
+nahm sie die ihrige, schlug sie flüchtig zusammen
+und zog den Ring darüber.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So nicht,« meinte Nellie, »das ist ungeschickt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie faltete die Serviette noch einmal schnell und geschickt
+mit ihren kleinen Händen. Die junge Engländerin hatte
+bei allem, was sie that, Grazie und Anmut, es war eine
+Lust, ihr zuzusehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun schnell in der Garten!« sagte sie, nahm Ilses Arm
+und führte sie dorthin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war ein hübscher Garten, den Ilse jetzt kennen lernte.
+Nicht so groß und parkartig wie der heimatliche, aber wohl
+gepflegt. Schöne, hohe Bäume standen darin, auch fehlte es
+nicht an lauschigen Plätzen. Von allen Seiten sah man auf
+die grünbewaldeten Berge.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist es nicht nett hier?« fragte Nellie, habt ihr bei
+dich auch so schöne Berge?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, Berge haben wir <a name="corr038" id="corr038" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">nicht,«</span> entgegnete Ilse, »aber
+es gefällt mir doch besser bei uns. Es ist alles so frei, ich
+kann das ganze Feld übersehen. Eine Mauer haben wir
+auch nicht um unsren Park, nur eine grüne Hecke, das ist
+viel hübscher.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie zeigte ihr sämtliche Lieblingsplätze. Sie führte
+sie zur Schaukel, zum Turnplatz und zuletzt zu einer alten
+Linde, die mit ihren breiten Zweigen und Aesten einen großen,
+runden Raum beschattete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, es ist süß hier! Nicht wahr?« fragte sie entzückt
+und sah mit leuchtenden Augen hinauf in das grüne Blätterdach.
+»Hier machen wir unsre Ruhe zu Mittag. Dieser
+alter Baum kann viel erzählen, wenn er sprechen will! Er
+weiß so viel Geheimnisse, die hier verraten sind!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page39">[pg 39]</span><a name="Pg039" id="Pg039" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bei dem Geplauder Nellies verging die Zeit schnell.
+Ilse, die am Morgen sich so unglücklich gefühlt hatte, die am
+Nachmittage geglaubt hatte, daß sie nie die Trennung vom
+Papa überleben könne, hatte schon verschiedenemal herzlich
+über Nellie lachen müssen, denn diese hatte eine so drollige
+Art, sie auf diese oder jene Pensionärin aufmerksam zu machen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie heißt das junge Mädchen, das bei Tische neben
+mir sitzt?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die mit die kurze Haar und der Klemmer auf die Nase?
+Das ist Orla Sassuwitsch. Oh sie ist klug! Wir haben alle
+eine kleine wenig Furcht für sie, weil sie immer die Wahrheit
+gerade in die Gesicht sagt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist doch hübsch,« meinte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O ja, wenn sie angenehm ist, aber zuweilen thut die
+Wahrheit weh, das hört keiner Mensch gern. Wenn ich zu
+sie sagen würde: ›Orla, du hast geraucht!‹ das würde sie gar
+nicht gefallen, und es ist doch die Wahrheit. Ich habe durch
+ihr Schlüsselloch geluxt und habe große, rauchige Wolken
+gesehen. –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie waren jetzt bei einer Trauerweide angelangt, die
+ihre grünen Zweige bis auf den Boden gesenkt hatte. Nellie
+blieb stehen und bog einige Zweige auseinander.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier, Ilse, stell ich dich unsre Dichterin vor,« sagte sie
+lachend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Angeredete blickte hinein und sah ein junges Mädchen
+auf einer kleinen Bank sitzen, die hochaufgeschossen, blond und
+blaß, und deren Gesicht mit zahllosen Sommersprossen bedeckt
+war. Dieselbe hatte auf dem Schoße ein dickes, blaues Heft,
+in welchem sie eifrig schrieb.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit einer gewissen neugierigen Scheu blickte Ilse sie an,
+es war ihr so neu, daß junge, siebzehnjährige Mädchen schon
+dichten können.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie schreibt Romane,« fuhr Nellie fort, »aber wie!
+Es kommen immer zerbrochene Herzen drin vor. – Du wirst
+<span class="tei tei-pb" id="page40">[pg 40]</span><a name="Pg040" id="Pg040" class="tei tei-anchor"></a>dir die Auge schaden, du hast ja keine Licht genug zu deine
+Romane!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bis dahin hatte Flora Hopfstange sich nicht stören lassen
+in ihrer Arbeit,
+jetzt aber wurde
+sie ärgerlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bitte
+dich, laß mich in
+Ruhe, Nellie!«
+rief sie und schlug
+ihr hellblaues
+Auge schwärmerisch
+auf. »Ich
+hatte eben einen
+so wundervollen
+Gedanken, nun
+habe ich ihn verloren!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, ich
+will ihn suchen!«
+neckte Nellie und
+bückte sich auf
+die Erde nieder,
+als ob sie ihn dort
+finden könne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img040.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist
+unausstehlich!«
+entgegnete Flora aufgebracht. »Du freilich hast keine Ahnung
+von meiner Poesie, verstehst du doch nicht einmal deutsch zu
+sprechen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist wahr,« meinte Nellie lachend und verließ mit
+Ilse die schwerbeleidigte Dichterin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie und Grete kamen ihnen jetzt entgegen. In ihrer
+Mitte führten sie ein junges Mädchen, sie mochte in Melanies
+<span class="tei tei-pb" id="page41">[pg 41]</span><a name="Pg041" id="Pg041" class="tei tei-anchor"></a>Alter sein, mit lieben, sanften Gesichtszügen. Das braune
+Haar trug sie einfach und glatt gescheitelt, kein Härchen sprang
+widerspenstig hervor. Freundlich lächelte sie Ilse und Nellie
+an, die beiden Schwestern dagegen musterten im Vorübergehen
+die Neuangekommene mit spöttischen Blicken.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Schwestern kennst du,« bemerkte Nellie, »sie sitzen
+dich gradeüber bei Tisch, aber unsre ›Artige‹ ist dich noch
+unbekannt. O, ich sage dich, Ilse, sie ist so artig wie eines
+ganz wohlgezogenes Kind. Sie ist immer der erste in alle
+Stunden und macht nie eine dummer Streich, kurz, Rosi
+Möller ist eines Musterkind.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was sagst du von unsrem Musterkinde?« rief plötzlich
+eine fröhliche Mädchenstimme. »Nellie, Nellie, dein böses
+Zünglein geht sicher mit dir durch!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du irrst dir, liebes Lachtaube,« entgegnete Nellie, »Ilse
+ist noch so fremd, ich mache ihr bekannt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer war das?« fragte Ilse, als die kleine, runde
+Mädchengestalt, die an Orlas Arme hing, vorüber war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist Annemie von Bosse, genannt Lachtaube. Sie
+lacht sehr viel, eigentlich immer, und sie kann keine Ende
+davon finden. Man muß mitlachen, sie steckt an. – Nun
+habe ich dich aber alle Mädchen gezeigt, die in unsre Alter
+sind, die anderen sind zu jung oder es sind Engländerinnen.
+Von die ist nicht viel zu sage, sie sind alle langweilig und sie
+sprechen noch viel weniger gut deutsch als ich.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit dem Schlage neun begaben sich sämtliche Pensionärinnen
+zurück in das Haus. Bevor sie zur Ruhe gingen,
+war es Sitte, daß sich alle erst in das Zimmer der Vorsteherin
+begaben, um ihr gute Nacht zu wünschen. Dieselbe
+reichte jeder einzelnen einen Kuß auf die Stirn. Zuweilen
+ermahnte, lobte oder tadelte sie diese oder jene dabei, wenn
+sie den Tag über etwas gut oder schlecht gemacht hatten,
+alles geschah aber in liebevollem Tone, nicht anders als wie
+eine Mutter zu ihrem Kinde spricht.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page42">[pg 42]</span><a name="Pg042" id="Pg042" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich möchte noch mit dir sprechen, liebe Ilse,« sagte
+Fräulein Raimar, als Ilse ihr gute Nacht bot. »Verweile
+noch einen Augenblick hier.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und als sämtliche Mädchen das Zimmer verlassen hatten,
+ermahnte sie Ilse, etwas manierlicher zu essen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du darfst die Tasse nicht mit beiden Händen fassen
+und die Ellbogen dabei aufstützen, Kind, du glaubst nicht, wie
+unschön das aussieht. Achte auf deine Mitschülerinnen, du
+wirst sehen, daß keine einzige es wie du macht. Und dann,
+weißt du, stecke nicht wieder so große Bissen in den Mund.
+Die kleinen Kinder machen es zuweilen so, aber dann nennt
+die Mama sie: Nimmersatt!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war dunkelrot geworden vor Aerger über die erhaltene
+Ermahnung. Trotzig biß sie die Lippen aufeinander
+und unterdrückte eine ungezogene Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh nun zu Bett, mein Kind, und schlafe gut.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie war im Begriffe, Ilse einen Kuß auf die Stirn
+zu reichen, als diese mit einer heftigen Bewegung den Kopf
+zurückbog. Es war ihr unmöglich, sich von der Vorsteherin
+küssen zu lassen, die sie in diesem Augenblicke geradezu haßte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar wandte sich unwillig von dem Trotzkopfe
+ab, ohne noch etwas zu sagen, und Ilse verließ das
+Zimmer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie lief die Treppe hinauf und trat atemlos zu Nellie
+in das Zimmer. Die Thüre warf sie heftig in das Schloß
+und schob auch noch den Riegel vor, was in der Pension
+streng untersagt war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mach nicht der Riegel zu,« sagte Nellie, »wir dürfen
+das nicht thun. Wenn wir in die Bett liegen, kommt Fräulein
+Güssow bei uns nachsehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse rührte sich natürlich nicht, und Nellie mußte das
+selbst besorgen. Ungestüm warf sie sich auf ihr Bett und
+brach in Thränen aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, was ist dich?« fragte Nellie erschrocken.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page43">[pg 43]</span><a name="Pg043" id="Pg043" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier bleibe ich nicht! – Ich reise morgen fort! Wenn
+das mein Papa wüßte, wie sie mich behandelt hat!« rief
+Ilse aufgeregt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Durch viele Fragen bekam Nellie in einzelnen abgerissenen
+Sätzen von Ilse heraus, was Fräulein Raimar gesagt hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich esse ungeschickt, – ich nehme zu große Bissen –
+und ich bin ein Nimmersatt! Zu Hause darf ich essen, wie
+und was ich will! – Ich will wieder fort! Morgen reise
+ich! –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt dir nicht so viel grämen um so kleine Sach’,«
+sagte Nellie sanft und strich liebkosend Ilses lockiges Haar.
+»Fräulein Raimar ist sehr gerecht, sie meint es gut und will
+dir nicht beleidigen. Mit uns alle macht sie es so. Wir
+sind doch jung und dumm und müssen noch lernen. – Nun
+komm, wir legen uns jetzt in die Bett und später, wenn
+Fräulein Güssow bei uns eingesehen hat, stehen wir ganz
+leise wie die Mäuschen wieder auf und packen deiner kleine
+Koffer leer.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber so leicht war Ilse nicht zu beruhigen. »Nein!«
+rief sie und sprang auf, »der kleine Koffer bleibt verschlossen!
+Ich reise wieder fort!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hastig zog sie sich aus, warf ihre Kleidungsstücke drunter
+und drüber und legte sich schluchzend in ihr Bett. Schweigend
+ordnete Nellie die zerstreuten Sachen, sie hing das schöne Kleid
+an einen Nagel, Ilse hatte dasselbe auf einen Stuhl geworfen,
+und legte alles übrige glatt und ordentlich zusammen. Dann
+ging auch sie zur Ruhe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bevor sie indes ihr Lager bestieg, kniete sie vor demselben
+nieder, faltete die Hände und betete leise ein kurzes Gebet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gut’ Nacht, Ilse,« sagte sie dann und gab ihr einen
+Kuß. »Du mußt nun nicht mehr weinen, – alle Anfang
+ist schwer.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Ilse weinte noch lange. Ihre Gedanken kehrten
+zum Vater zurück und begleiteten ihn auf seiner Rückreise. In
+<span class="tei tei-pb" id="page44">[pg 44]</span><a name="Pg044" id="Pg044" class="tei tei-anchor"></a>wenigen Stunden mußte er die Heimat erreicht haben. Ach,
+wenn er wüßte, wie sein einziges Kind behandelt wurde!
+Sie fühlte sich zu unglücklich in der Gefangenschaft! – Wie
+ein Kind weinte sie sich in den Schlaf, aber böse Träume
+schreckten sie mehrmals auf. Bald hielt sie eine mächtige
+Theetasse in der Hand und ließ sie zur Erde fallen, bald
+hielt ihr die Vorsteherin im grauen Kleide ein heimatliches
+Butterbrot dicht vor den Mund, wollte sie aber zubeißen,
+war es verschwunden.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um sechs Uhr am andern Morgen hieß es: Aufgestanden!
+Da galt kein langes Besinnen, und wenn die jungen Glieder
+noch so sehr vom Schlafe befangen waren, es wurde keine
+Gnade geübt. Ilse pflegte daheim bald früh, bald spät aufzustehen,
+wie sie gerade Lust hatte. Einer bestimmten Ordnung,
+wie sie die Mama so sehr gewünscht, hatte sie sich
+nicht fügen wollen. Es wurde ihr denn auch nicht wenig
+schwer, so auf Kommandowort sich erheben zu müssen, gerade
+heute hatte sie den Wunsch, noch einigemal sich im Bette
+herumzudrehen, sie war so spät erst eingeschlafen. Aber
+daran war nicht zu denken, Nellie stand schon da und wusch
+sich. Mit einem Sprunge war sie Schlag sechs Uhr aus dem
+Bette gewesen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wach auf, Ilse,« sagte sie, »um halb sieben trinken
+wir Kaffee.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schon aufstehen,« antwortete die Verschlafene, »aber
+ich bin noch so müde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Thut nix, du darfst nicht mehr schlafrig sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Ilse zögerte noch. Nellie stand schon fertig da, ja
+hatte schon alles, was sie zur Nacht- und Morgentoilette nötig
+hatte, beiseite geräumt, als sie sich langsam erhob.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O Ilse, eile dir, du hast nur zehn Minuten Zeit!
+Schnell, schnell, ich will dich helfen! Wo sind dein Kamm?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page45">[pg 45]</span><a name="Pg045" id="Pg045" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse zeigte auf ein Papier, das im Fenster lag. »Dort
+liegen sie eingewickelt,« gab sie zur Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist nicht nett, das gefällt mir nicht,« meinte Nellie
+und rümpfte das Näschen. »Du mußt dich ein Taschen nähen,
+von grauer Stoff und rote Band, sieh, wie dies da,« und
+sie zeigte ihre Kammtasche, »siehst du, so ist’s fein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse machte nicht viel Umstände mit ihrem Haar. Sie
+kämmte und bürstete es, damit war alles abgemacht, die
+natürlichen Locken ringelten sich von selbst ohne weitere Bemühung.
+Ein hellblaues Band schlang ihr Nellie durch dieselben
+und band es mit einer Schleife seitwärts zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun noch die Schürze,« sagte sie, als Ilse soweit fertig
+war, »sie darf nicht fehlen.« Sie lachte, als Ilse sich dagegen
+sträubte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist ein klein, albern Ding,« schalt sie und band
+ihr die Schürze vor, trotz Ilses heftigem Widerstande. »Gleich
+hältst du still! Ohn’ ein Schürzen giebt es kein Kaffee.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die lustige Nellie setzte es wirklich durch, daß Ilse sich
+ihrem Willen fügte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So,« sagte sie, »nun bist du schön! Die blau
+gestickter Schürze ist sehr nett und du bekommst einer süßer
+Kuß.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+An langen Tafeln saßen die Mädchen bereits, Nellie und
+Ilse waren die letzten. Fräulein Raimar war des Morgens
+niemals zugegen, nur Fräulein Güssow führte die Aufsicht.
+Ilse mußte sich zu ihr setzen. Als ihr der Kaffee gereicht
+wurde, nahm sie die Tasse ganz manierlich beim Henkel in
+die Hand, aß auch wie es sich gehört nicht mit großen Bissen,
+wie am Abend zuvor; aber sie hatte eine andre Unart, die
+ebenfalls zu tadeln war, sie schlürfte den Kaffee so laut, daß
+sie allgemeine Heiterkeit erregte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte keine Ahnung, daß ihr das Gelächter galt,
+Orla machte sie damit bekannt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du führst ja ein wahres Konzert auf,« sagte sie. »Machst
+<span class="tei tei-pb" id="page46">[pg 46]</span><a name="Pg046" id="Pg046" class="tei tei-anchor"></a>du das immer so? Schön hört sich diese Tafelmusik nicht
+an, das kann ich dich versichern.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse fühlte sich schwer beleidigt über diese Zurechtweisung.
+Hastig setzte sie die Tasse nieder, erhob sich und eilte hinaus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du durftest sie nicht vor all’ den übrigen so beschämen,
+Orla,« tadelte Fräulein Güssow, indem sie ebenfalls aufstand,
+um Ilse zu folgen, »das kränkt sehr.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war gerade im Begriff in den Garten zu gehen,
+als die junge Lehrerin sie zurückrief.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo willst du hin, Ilse?« fragte sie. »Was fällt dir
+ein, mein Kind, daß du nach deinem Gefallen davonläufst?
+Es ist nicht Sitte bei uns, daß jemand eine Mahlzeit verläßt,
+bevor dieselbe beendet ist. Komm gleich zurück und verzehre
+dein Frühstück.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich mag nicht mehr frühstücken,« entgegnete Ilse, »und
+ich gehe nicht wieder hinein! Sie haben mich alle ausgelacht
+und Orla war ungezogen gegen mich. Es geht niemand etwas
+an, wie ich esse und trinke, ich mache es, wie ich will! Vorschriften
+lasse ich mir nicht machen, nein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ehe ich weiter mit dir spreche, bitte ich dich erst ruhig
+und vernünftig zu sein, liebe Ilse. Ich kann nicht dulden,
+daß du in einem so unartigen Tone zu mir sprichst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sehr ernst und nachdrücklich hatte Fräulein Güssow gesprochen,
+aber es klang doch ein Ton der Liebe hindurch.
+Ihr schönes, weiches Organ verfehlte selten den Weg zum
+Herzen, das lernte auch Ilse in diesem Augenblicke kennen.
+Sie blickte zu Boden, und etwas wie Beschämung stieg in
+ihr auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Lehrerin las in Ilses beweglichen Zügen und wußte,
+was in ihr vorging.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb mir deine Hand, du kleiner Brausekopf!« sagte
+sie freundlich, »und versprich mir, nicht wieder so stürmisch
+zu sein und deiner augenblicklichen Laune zu folgen, selbst
+wenn du glaubst, im Rechte zu sein. Heute warst du es nicht
+<span class="tei tei-pb" id="page47">[pg 47]</span><a name="Pg047" id="Pg047" class="tei tei-anchor"></a>einmal, du trankest wirklich etwas unappetitlich. Orla hat
+es gut gemeint, daß sie dich darauf aufmerksam machte, du
+darfst ihr darum nicht böse sein. So eine kleine wohlverdiente
+Lehre muß sich jede von euch gelegentlich gefallen lassen.
+Es ist doch besser, jetzt als Kind zurechtgewiesen zu werden,
+als wenn deine Fehler und Angewohnheiten späterhin zum
+Spott der Gesellschaft würden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Daheim hatte Ilse niemals hören wollen, daß sie eine
+junge Dame sei, und jetzt berührte es sie gar nicht angenehm,
+daß man sie gewissermaßen noch zu den Kindern rechnete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun siehst du das ein, Ilse?« fragte die Lehrerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vielleicht that sie es, aber sie würde ein Ja nicht über
+die Lippen gebracht haben. Fräulein Güssow begnügte sich
+mit ihrem Stillschweigen und nahm dasselbe für eine Zustimmung.
+Sie meinte, daß eine Natur wie Ilses nicht mit
+Gewalt zum Nachgeben gezwungen werden dürfe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun wollen wir zurück in den Speisesaal gehen,« sagte
+sie, und Ilse wagte keine Widerrede. Sie folgte dem Fräulein
+mit niedergeschlagenen Augen, sie hatte Furcht vor den vielen
+peinlichen Blicken, die sich alle auf sie richten würden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie eintraten, war das Zimmer leer und die Frühstückszeit
+vorüber. Niemand war froher als Ilse, die sich wie
+erlöst vorkam.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe noch einen Auftrag für dich, Ilse,« sagte die
+Lehrerin. »Fräulein Raimar wünscht deine Arbeitshefte zu
+sehen, auch sollst du zugleich mündlich geprüft werden. In
+einer Stunde finde dich in dem Konferenzzimmer ein, du wirst
+dort zugleich deine zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen zum
+Teil kennen lernen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen sie mich alle prüfen?« fragte Ilse etwas besorgt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete das Fräulein, »aber sie werden zuhören,
+wenn Fräulein Raimar dich examiniert. Später wirst
+du dann erfahren, in welche Klasse du gesetzt bist, und morgen
+nimmst du zum erstenmal an dem Unterricht teil.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page48">[pg 48]</span><a name="Pg048" id="Pg048" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ging in ihr Zimmer und suchte ihre Hefte zusammen.
+Sie waren nicht in der besten Verfassung. Das deutsche Aufsatzheft
+machte besonders keinen Staat. Verschiedene Tintenflecke
+zierten es, und sogar einige naseweise Fettflecke machten
+sich darauf breit. Das französische Heft wurde ganz beiseite
+gelegt. Sie hatte versucht, einige Seiten, die gar zu verschmiert
+aussahen, herauszureißen und durch diesen Gewaltstreich
+waren alle andern Blätter gelockert – unmöglich konnte
+sie das Buch in dieser Verfassung vorzeigen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie, die gerade eine freie Stunde hatte, sah erstaunt
+Ilses Treiben zu. »Was thust du?« fragte sie. »Willst du
+dein Bücher so an Fräulein Raimar vorzeigen? das darfst
+du nicht. Hat deiner Herr Pastor dir dies erlaubt? Gieb
+schnell, ich will dich blaues Umschläge drum wickeln, das ist
+nett und man sieht die alte Flecken nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb her!« rief Ilse gereizt. »Sie sind gut so! Es
+ist mir ganz egal, ob Fräulein Raimar die Flecken sieht
+oder nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht so zornig, Fräulein Ilse! Sie sind eine kleine,
+unordentliche junge Dame! Würde es dir vielleicht spaßig
+sein, wenn Fräulein Raimar deine Buch mit spitze Finger
+hoch hielt und sie alle Lehrer zeigte? O nein, das wär dich
+nicht egal und nicht spaßig. Besonders wenn Herr Doktor
+Althoff, unser deutscher Lehrer, mit seine bekannte, höhnische
+Lachen dir so von die Seiten ansieht und fragt: Wie alt
+sind Sie, mein Fräulein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Trotzdem Ilse ungeduldig wurde, trotzdem sie entschieden
+erklärte, es wäre höchst unnütz, daß so viele Umstände wegen
+der dummen Bücher gemacht würden, setzte Nellie ihren
+Willen durch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So, nun kannst du gehen,« sagte sie, als sie auch dem
+letzten Hefte ein blaues Kleid gegeben hatte, »nun bedanke
+dir für mein Mühe.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist doch sehr gut, Nellie,« meinte Ilse. »Wie
+<span class="tei tei-pb" id="page49">[pg 49]</span><a name="Pg049" id="Pg049" class="tei tei-anchor"></a>ist es dir nur möglich, stets so sanft und geduldig zu sein?
+Ich kann das nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, du lernst schon, Kind. Wirst noch eine ganz zahme,
+kleine Vogel sein!« entgegnete Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um elf Uhr ging Ilse hinunter in das Konferenzzimmer.
+Als sie eintrat, fand sie mehrere Lehrer und einige Lehrerinnen
+anwesend. Sie saßen um einen Tisch, Fräulein Raimar nahm
+den Platz obenan ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Tritt näher, Ilse,« sagte sie und machte mit einigen
+freundlichen Worten die neue Schülerin mit ihren zukünftigen
+Lehrern bekannt. Darauf ließ sie sich die Schreibhefte reichen.
+Das Aufsatzbuch fiel ihr zuerst in die Hand. Sie blätterte
+und las darin, und einigemal schüttelte sie den Kopf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Oft recht gute und klare Gedanken,« bemerkte sie zu
+dem neben ihr sitzenden Lehrer der deutschen Sprache, Doktor
+Althoff, »und dabei diese oberflächliche, flüchtige Schrift.
+Sehen Sie einmal, ›uns‹ mit einem ›z‹ geschrieben – ›Land‹
+mit einem ›t‹. Da werden wir viel Versäumtes nachzuholen
+haben. Wie schreibst du ›Land‹, Ilse, buchstabiere einmal.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse konnte unmöglich diese Frage für ernst halten. War
+sie denn ein kleines Mädchen aus der A-B-C-Klasse? Sie
+zögerte mit der Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Vorsteherin indes war nicht gewöhnt zu scherzen, sie
+sah erstaunt die schweigende Ilse an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie du Land schreibst, möchte ich von dir wissen,«
+wiederholte sie noch einmal in bestimmtem Tone, der jeden
+Zweifel, ob er ernst gemeint sei oder nicht, benahm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse kräuselte etwas unwillig die Stirn, zog die Lippe
+in die Höhe und buchstabierte so schnell, daß man ihr kaum
+folgen konnte: L–a–n–d. Den Blick hatte sie zum Fenster
+hinausgewandt, um Fräulein Raimar nicht anzusehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also nur flüchtig, ich dachte es mir,« sagte diese.
+»Wenn du in Zukunft deine Aufsätze machst, wirst du sehr
+<span class="tei tei-pb" id="page50">[pg 50]</span><a name="Pg050" id="Pg050" class="tei tei-anchor"></a>aufmerksam sein. Fehler, wie ich sie in deinen Aufgaben finde,
+kommen bei uns nicht mehr in der dritten Klasse vor.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es wurden nun Ilse Fragen in den verschiedensten Fächern
+vorgelegt. Manchmal fielen die Antworten überraschend aus,
+zuweilen dagegen geradezu einfältig. Doktor Althoff lächelte
+einigemal, was Ilse das Blut bis hinauf in die braunen
+Locken trieb. Sie ärgerte sich darüber und drehte ihr Taschentuch
+wie eine Wurst fest zusammen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im Französischen bestand sie gut. Monsieur Michael,
+der französische Lehrer, ein älterer Herr mit weißem Haar,
+redete sie gleich in dieser Sprache an, sie antwortete ihm
+korrekt und fließend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead, die englische Lehrerin, die ebenfalls im Institute
+wohnte, hatte weniger Glück bei ihrer Anrede. Ilse
+holperte sehr, als sie die Antwort gab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun kannst du uns verlassen, Kind,« sagte Fräulein
+Raimar. »Dein Examen ist zu Ende. Später werde ich dir
+mitteilen, welche Klasse du besuchen wirst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdem Ilse das Zimmer verlassen, wurde nach einigem
+Hin- und Herberaten der Beschluß gefaßt, sie in die zweite
+Klasse zu geben, im Französischen solle sie indes die erste
+besuchen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich glaube, Ilse wird uns viel Not machen,« äußerte
+die Vorsteherin besorgt. »Sie ist widerspenstig und trotzig,
+auch kann sie nicht den geringsten Tadel vertragen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber sie hat ein gutes Herz,« fiel Fräulein Güssow
+lebhaft ein. »Ich habe noch keine Beweise dafür, aber ich
+lese es in ihrem schönen, offnen Auge. Ich bin überzeugt,
+daß ich mich nicht täusche. Eins ist mir indes klar, mit
+Strenge werden wir wenig ausrichten, dagegen hoffe ich, mit
+Liebe und Energie wird es uns gelingen, ihren Trotz zu
+zähmen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist ganz meine Ansicht!« stimmte Monsieur Michael
+bei, »Sie werden sehen, meine Damen und Herren,
+Made<span class="tei tei-pb" id="page51">[pg 51]</span><a name="Pg051" id="Pg051" class="tei tei-anchor"></a>moiselle Ilse wird eine Zierde der Pension sein! Mit welcher
+Eleganz spricht sie französisch, wie gewählt setzt sie die Worte!
+Ah, sie ist ein Genie!« – Der kleine Herr hatte sich ordentlich
+in Begeisterung gesprochen und seine Worte mit lebhaften
+Gestikulationen begleitet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich wünsche von Herzen, daß Sie recht haben mögen,«
+entgegnete Fräulein Raimar und erhob sich von ihrem Platze.
+»An Liebe und Nachsicht wollen wir es nicht fehlen lassen,
+vielleicht gelingt es uns, Ilse verständig und gefügig zu
+machen.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fürs erste schien noch wenig Aussicht dazu. Beim
+Mittagessen legte Ilse wieder den Beweis ab, wie recht Fräulein
+Raimar hatte, wenn sie behauptete, daß Ilse keinen Tadel
+vertragen könne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hielt die Gabel schlecht. Die Fingerspitzen berührten
+fast die Speisen. Das Gemüse verzehrte sie mit dem Messer
+und so heiß, daß sie manchmal, um sich nicht zu verbrennen,
+den Bissen wieder aus dem Munde fallen ließ. Auch hielt
+sie den Kopf sehr tief über den Teller gebeugt, was ihr das
+Aussehen eines hungrigen Kindes gab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sitze gerade, liebe Ilse,« ermahnte die Vorsteherin, »es
+ist dir nicht gesund, so krumm zu sitzen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich esse immer so,« erwiderte sie ziemlich kurz.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich aß immer so, meinst du wohl, mein Kind, denn
+hier wirst du dich daran gewöhnen, zu thun, was Sitte ist ...
+Hast du zu Hause auch stets die Gabel so kurz gefaßt und
+mit dem Messer gegessen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« sagte Ilse und warf den Kopf leicht in den Nacken.
+»Papa hatte nie etwas an mir auszusetzen, er war zufrieden,
+wenn es mir nur schmeckte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber die Mama, hat auch sie deine Art zu essen gutgeheißen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse schwieg. Eine Unwahrheit konnte und mochte sie
+nicht sagen, denn wie oft hatte die Mutter sie ermahnt, und
+<span class="tei tei-pb" id="page52">[pg 52]</span><a name="Pg052" id="Pg052" class="tei tei-anchor"></a>wie oft hatte sie derselben zur Antwort gegeben: »Dann will
+ich gar nichts essen, wenn du mich immer tadelst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Fräulein hatte leise, nur für Ilse verständlich gesprochen.
+Niemand ahnte, was sie sagte, denn ihre Züge
+sahen mild und freundlich aus. Eine Antwort auf ihre Frage
+wartete sie nicht ab, aber es gefiel ihr, daß Ilse lieber schwieg,
+als gegen ihre Ueberzeugung sprach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun iß nur, Kind,« fuhr sie fort, »mit der Zeit wirst
+du dich schon gewöhnen. In wenigen Wochen hast du alle
+deine kleinen Unebenheiten abgestreift und wir werden niemals
+nötig haben, etwas an dir zu rügen. Nicht wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich weiß es nicht,« erwiderte Ilse und sah mit einem
+ziemlich verdrießlichen Gesicht auf ihren Teller nieder.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt dir Mühe geben, dann wird es schon gehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dazu schwieg Ilse. Natürlich war sie fest davon überzeugt,
+daß ihr das größte Unrecht geschah. Warum sollte sie
+nicht natürlich essen? Der Papa hatte stets gesagt, sie solle
+keine Zierpuppe werden, nun hatte man bei allem, was sie
+that und wie sie es that, etwas auszusetzen. Sie wagte kaum
+noch etwas zu genießen und wenn das so weiter ging, wollte
+sie lieber verhungern. –
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am Abend, als Nellie und Ilse sich schlafen gelegt hatten,
+als Fräulein Güssow bereits ihre Runde gemacht, als das
+Licht gelöscht und alles still im Hause war, rief Nellie, »wachst
+du, Ilse?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« antwortete diese, »was soll ich?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Zieh dir leise an, wir wollen dein kleiner Koffer
+auspacken.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist ja aber dunkel,« meinte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O laß nur, ich habe schon eine Licht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Leicht und unhörbar stieg Nellie aus ihrem Bette und
+<span class="tei tei-pb" id="page53">[pg 53]</span><a name="Pg053" id="Pg053" class="tei tei-anchor"></a>ging auf Strümpfen an ihre Kommode. Sie zog den oberen
+Kasten vorsichtig heraus und nahm einen kleinen Wachsstock
+aus demselben. Nachdem sie ihn angezündet hatte, stellte sie
+ein Buch davor, damit kein Lichtschimmer durch das Fenster
+drang.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist doch fein, nicht?« fragte sie. »Nun eile dich aber,«
+trieb sie Ilse, die sich flüchtig ankleidete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo hast du der Schlüssel?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier habe ich ihn,« entgegnete Ilse und zog ihn unter
+dem Kopfkissen hervor, »ich werde selbst aufschließen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie leuchtete mit dem Wachsstocke und hielt die Hand
+davor. Vornübergebeugt stand sie in neugieriger Erwartung,
+der Schätze harrend, die sich vor ihren Augen aufthun würden.
+Recht enttäuscht wurde sie, als Ilse anfing auszupacken. Die
+erwarteten Delikatessen – Nellie war eine Freundin davon
+– kamen nicht zum Vorschein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, hast du keine Kuchen?« fragte sie, warf den Plunder
+heraus und durchsuchte mit der Hand bis auf den Grund.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Au, au!« rief sie plötzlich und fuhr mit der Hand
+zurück. »Was ist dies? Ich habe mir gestochen!« Und
+richtig, ein roter Blutstropfen hing an dem kleinen Finger.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse begriff nicht, woher die Verwundung kam, bis sie
+selbst in den Koffer griff und die Ursache entdeckte, – –
+o Schrecken! das Glas mit dem Laubfrosche war zerbrochen,
+und Nellie hatte sich an einem Glassplitter geritzt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo nur der Frosch ist,« sagte Ilse ängstlich und räumte
+die Scherben fort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was? – eine Frosch? Eine lebendige Frosch? O je
+– hast du ihn verpackt? Wie kannst du so eine arme Tier
+in die Koffer thun? Ohne Luft muß er tot gehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte soeben den kleinen Laubfrosch gefunden, –
+natürlich war er tot. Sie legte ihn auf die flache Hand und
+hauchte ihn an, vielleicht brachte sie ihn wieder zum Leben.
+Nellie lachte sie aus.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page54">[pg 54]</span><a name="Pg054" id="Pg054" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast die arm, klein Frosch gemordet,« sagte sie und
+nahm ihn in die Hand. »O, er ist kaput! Er kriegt keine
+Leben wieder, niemals! Morgen früh wollen wir ihn in ein
+Schachtel legen und unter die Linde vergraben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah traurig auf den Frosch und die Thränen traten
+ihr in die Augen. Sie hatte das Tierchen selbst gefangen,
+es stets gefüttert und eine große Freude daran gehabt, nun
+hatte sie es getötet durch eigne Schuld.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img054.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie schlecht von mir, daß ich so dumm sein konnte!«
+klagte sie sich an. »Ich dachte gar nicht daran, als ich meine
+Sachen packte, daß er ersticken müsse. Es ging so schnell –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einigermaßen tröstete sie die Aussicht auf das Begräbnis
+unter der Linde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir machen eine kleiner Hügel,« sagte Nellie, »und
+pflanzen Blumen darauf. Und ein klein Holzkreuz stecken wir
+in die Erden und schreiben daran: Hier ruht Ilses Frosch.
+Er mußte sein junge Leben lassen, weil ihm der Luft ausging.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page55">[pg 55]</span><a name="Pg055" id="Pg055" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dieser komische Einfall trocknete Ilses Thränen, sie mußte
+darüber lachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie den ausgestopften Kanarienvogel ansah, fand sie,
+daß er sehr gelitten hatte. Das Köpfchen war ganz breit
+gedrückt und der eine Flügel hing herunter. Nellie gab ihm
+wieder einige Façon. Sie drückte den Kopf rund und versprach
+auch, den Flügel wieder gut zu machen. Sie wollte
+ihn am andern Tage anleimen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß mir nur machen,« sagte sie, »ich werde ihm schon
+wieder in die Ordnung bringen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was ist denn das?« fragte sie plötzlich und hielt Ilses
+Blusenkleid in die Höhe, »warum hast du diese schmacklose Robe
+eingepackt, – und die alte schmutzige Stiefel, – was soll damit?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Warum? Darüber hatte Ilse selbst noch nicht nachgedacht,
+aber sie war ärgerlich, ihr Lieblingskostüm so verachtet
+zu sehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du verstehst nichts davon,« sagte sie und nahm es
+Nellie fort. »Es ist mein liebster und schönster Anzug! Ich
+mag die andern Kleider gar nicht leiden, sie sitzen so fest und
+sehen so geziert aus.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O laß mir ihn probieren,« bat Nellie, »ich will ihn
+anziehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dagegen hatte Ilse nichts einzuwenden. Sie half Nellie
+ankleiden und in wenigen Augenblicken stand diese in einem
+ganz wunderbaren Aufzuge da.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Rock war ihr zu kurz, da sie etwas größer als Ilse
+war, unter demselben sah das lange, weiße Nachtgewand
+hervor, die Bluse war stellenweise zerrissen und Nellie hatte
+den Aermel verfehlt und war durch ein großes Loch dicht
+daneben herausgefahren, so daß der Aermel auf dem Rücken
+hing. Nachdem sie auch noch den schäbigen Ledergürtel um
+ihre zierliche Taille geschnallt hatte, stand sie fertig da, bis
+auf die Stiefel, die sie nicht anziehen mochte, weil sie zu
+schmutzig waren.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page56">[pg 56]</span><a name="Pg056" id="Pg056" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bequem ist diese Kostüm, das ist wahr,« sagte sie und
+fing an, allerhand lustige Sprünge auszuführen und sich im
+Kreise zu drehen. »Man ist so luftig – so leicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse brach plötzlich in ein so herzhaftes Gelächter aus,
+daß Nellie auf sie zueilte und ihr den Mund mit der Hand
+verschloß.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du darfst nicht so toll lachen,« sagte sie, »du wirst
+uns verraten!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann nicht anders, du siehst ja zum totlachen aus.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie trat mit dem Wachsstocke vor den kleinen Spiegel
+und betrachtete sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie abscheulich!« sagte sie und riß die Sachen herunter,
+»wie kannst du so ein häßlicher Anzug schön finden!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse verschloß ihre Herrlichkeiten wieder in den Koffer,
+dann wurde das Licht gelöscht und in wenigen Augenblicken
+schliefen die beiden Mädchen fest und tief.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vierzehn Tage waren seit Ilses Aufnahme in der Pension
+vergangen. Manche bittre Thräne hatte sie in der kurzen
+Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit erschien, geweint, und oft,
+recht oft hatte sie die Feder angesetzt, um dem Vater zu
+schreiben, daß er sie zurückholen möge. Nur weil sie sich vor
+der Mutter scheute, that sie es nicht. Erst zweimal hatte sie
+die vielen und langen Briefe, die sie aus der Heimat erhalten,
+beantwortet, nur ganz kurz und mit der Entschuldigung, daß
+ihr die Zeit zu längeren Briefen fehle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Endlich, eines Sonntag Nachmittags, den fast alle Pensionärinnen
+zum Briefschreiben benutzten, setzte auch sie sich dazu
+nieder. Große Lust hatte sie indessen nicht. Sie wußte gar
+nicht recht, was sie schreiben sollte; wie es ihr eigentlich um
+das Herz war, mochte sie ja doch nicht sagen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie schlug die neue Schreibmappe auf, wählte nach langem
+<span class="tei tei-pb" id="page57">[pg 57]</span><a name="Pg057" id="Pg057" class="tei tei-anchor"></a>Suchen einen rosa Bogen mit einer Schwalbe darauf, tauchte
+eine Feder in das Tintenfaß und – malte allerhand Schnörkeleien
+auf ein Stückchen Papier. Nachdem sie diese Unterhaltung
+ein Weilchen getrieben, begann sie endlich den Brief. Nach
+wenigen Zeilen hörte sie auf und legte das Geschriebene beiseite.
+Der Anfang gefiel ihr nicht. Es wurde ein neuer
+Schwalbenbogen geopfert und noch einer. Der vierte endlich
+hatte mehr Glück. Sie beschrieb denselben von Anfang bis
+zu Ende, ja, sie nahm noch einen fünften Bogen dazu. Sie
+war nun einmal in das Plaudern gekommen, immer wieder
+fiel ihr etwas ein, das sie dem Papa mitteilen mußte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie zu Ende war, durchlas sie noch einmal ihre
+lange Epistel und wir blicken ihr über die Schulter und lesen mit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ </p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-salute" style="text-align: center">»Mein liebes Engelspapachen!</div>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es ist heute Sonntag. Das Wetter ist so schön und im
+Garten blühen die Rosen (da fällt mir eben ein, hat meine
+gelbe Rose, <span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">maréchal Niel</span></span>, die der Gärtner im Frühjahre
+verpflanzte, schon Knospen angesetzt? bitte, vergiß nicht, mir
+Antwort zu geben) – und die Vögel singen so lustig – ach!
+und deine arme Ilse sitzt im Zimmer und kann sich nicht im
+Freien umhertummeln. Mein liebes Pa’chen, das ist recht
+traurig, nicht wahr? Ich komme mir oft vor wie unser Mopsel,
+wenn er genascht hatte und zur Strafe dafür eingesperrt
+wurde. Ich möchte auch manchmal, wie er es that, an der
+Thüre kratzen und rufen: macht auf! Ich will hinaus!
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es ist gar nicht hübsch, immer eingesperrt zu sein. Zu
+Haus konnte ich doch immer thun und treiben, was ich wollte,
+im Garten, auf dem Felde, in den Ställen, überall durfte ich
+sein und meine reizenden Hunde waren bei mir und liefen
+mir nach, wohin ich ging. Ach, das war zu himmlisch nett!
+Was macht Bob, Papachen, und Diana und Mopsel und die
+andern? O, wenn ich sie gleich hier hätte!
+</p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es ist in der Pension alles so furchtbar streng, man
+muß jede Sache nach Vorschrift thun. Aufstehen, Frühstücken,
+<span class="tei tei-pb" id="page58">[pg 58]</span><a name="Pg058" id="Pg058" class="tei tei-anchor"></a>Lernen, Essen, – immer zu bestimmten Stunden. Und das
+ist gräßlich! Ich bin oft noch so müde des Morgens, aber
+ich muß heraus, wenn es sechs geschlagen hat. Ach, und
+wie manchmal möchte ich in den Garten laufen und muß
+auf den abscheulichen Schulbänken sitzen! Die furchtbare
+Schule!
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ich lerne doch nichts, Herzenspa’chen, ich bin zu dumm.
+Nellie und die andern Mädchen wissen viel mehr, sie sind auch
+alle klüger als ich. Nellie zeichnet zu schön! Einen großen
+Hundekopf in Kreide hat sie jetzt fertig, als wenn er lebte,
+sieht er aus. Und Klavier spielt sie, daß sie Konzerte geben
+könnte – und ich kann gar nichts!
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn ich doch lieber zu Hause geblieben wäre, dann
+wüßte ich doch gar nicht, wie einfältig ich bin. Nellie tröstet
+mich oft und sagt: ›Es ist keiner Meister von der Himmel
+gefallen, fang’ nur an, du wirst schon lernen!‹ Aber ich habe
+angefangen und doch nichts gelernt. Ich weiß nur, daß ich
+sehr, sehr dumm bin.
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am fürchterlichsten sind die Mittwoch Nachmittage. Da
+sitzen wir alle von drei bis fünf in dem Speisesaale. Die
+Fenster nach dem Garten sind weit offen und ich blicke sehnsüchtig
+hinaus. Es zuckt mir förmlich in Händen und Füßen,
+daß ich aufspringen möchte, um in den Garten zu eilen –
+ich darf es nicht, ganz still muß ich dasitzen und muß meine
+Sachen ausbessern, – Strümpfe stopfen und was ich sonst
+noch zerrissen habe, wieder flicken. Denke Dir das einmal,
+mein kleines Papachen! Deine arme Ilse muß solche fürchterliche
+Arbeiten thun! – Und Fräulein Güssow sagt, das wär’
+notwendig, Mädchen müssen alles lernen. Sie war ganz erstaunt,
+daß ich nicht stricken konnte. Man kauft doch jetzt
+die Strümpfe, das ist ja viel netter, warum muß ich mich
+unnütz quälen? Es wird mir so schwer, die Maschen abzustricken,
+und ich mache es auch sehr schlecht.
+</p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie Schwarz, sie ist sehr hübsch, ziert sich aber und
+<span class="tei tei-pb" id="page59">[pg 59]</span><a name="Pg059" id="Pg059" class="tei tei-anchor"></a>stößt mit der Zunge an, und dann sagt sie immer zu allem:
+›Furchtbar nett, furchtbar reizend, oder furchtbar scheußlich‹
+– sie meinte neulich: ›Du strickst aber furchtbar scheußlich,
+Ilse.‹ Du siehst, Pa’chen, ich kann nichts!
+ </p>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In den Arbeitsstunden wird einmal französisch, einmal
+englisch die Unterhaltung geführt. Französisch kann ich mich
+allenfalls verständlich machen, aber englisch geht es sehr
+schlecht, so schlecht, daß ich mich schäme, den Mund aufzuthun.
+Nellie ist gut, sie hilft mir nach und will oft mit mir
+sprechen, wenn wir allein sind.
+</p>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Du fragst mich, lieber Papa, ob ich schon Freundinnen
+habe, – ja – Nellie und noch sechs andre Mädchen sind
+meine Freundinnen, Nellie aber habe ich am liebsten. Wie
+sie alle heißen, will ich Dir das nächstemal schreiben, auch Dir
+erzählen, wie sie aussehen, heute kann ich mich nicht dabei
+aufhalten, sonst nimmt mein Brief kein Ende. Eine Schriftstellerin
+ist auch dabei, das muß ich Dir noch mitteilen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn wir spazieren gehen, nämlich jeden Mittag von
+zwölf bis eins und jeden Nachmittag von fünf bis sieben,
+gehe ich fast immer mit Nellie in einer Reihe. Wir müssen
+nämlich wie die Soldaten zwei und zwei nebeneinander marschieren.
+Eine Lehrerin geht voran, eine hinterher mit einer
+kleinen Pensionärin an der Hand. Nicht rechts, nicht links
+dürfen wir gehen, immer in Reih’ und Glied bleiben. Ach!
+und ich habe so oft Lust, einmal recht toll davonzulaufen, auf
+die Berge hinauf – immer weiter! – aber dann würde ich
+nicht wieder in mein Gefängnis zurückkehren – –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In die Kirche gehen wir einen Sonntag um den andern,
+dort gefällt es mir aber gar nicht. Ich sitze zwischen so viel
+fremden Leuten, und der Prediger, ein ganz alter Mann,
+spricht so undeutlich, daß ich Mühe habe, ihn zu verstehen.
+In Moosdorf ist es viel, viel hübscher! Da sitzen wir eben
+in unsrem Kirchstuhle und wenn ich hinunter sehe, kenne ich
+alle Menschen. Und wenn unser Herr Kantor die Orgel
+<span class="tei tei-pb" id="page60">[pg 60]</span><a name="Pg060" id="Pg060" class="tei tei-anchor"></a>spielt und die Bauernjungen so laut und kräftig anfangen
+zu singen – und mein lieber Herr Prediger besteigt die
+Kanzel und predigt so schön zu Herzen, dann ist es mir so
+feierlich, so ganz anders als hier! – ach, und manchmal,
+wenn die Sonnenstrahlen durch das bunte Kirchenfenster
+fallen und so schöne Farben auf den Fußboden malen, dann
+ist es so herrlich, so herrlich, wie nirgendwo auf der ganzen
+Welt!«
+</p>
+ </div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img060.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hier mußte Ilse mitten im Lesen innehalten und eine
+Pause machen. Der Gedanke an die Heimat und die Sehnsucht
+dahin überwältigten sie dermaßen, daß sie weinen mußte.
+Erst als ihre Thränen wieder getrocknet waren, las sie zu
+Ende.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page61">[pg 61]</span><a name="Pg061" id="Pg061" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+ </p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><a name="corr061" id="corr061" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">»Grüße nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die</span>
+Mama; das Tagebuch, das sie mir mit eingepackt hat, kann
+ich nicht gebrauchen, ich habe keine Zeit, etwas hineinzuschreiben.
+Aber ich bedanke mich dafür. Nun leb’ wohl,
+mein lieber, süßer, furchtbar netter Papa. Ich küsse Dich
+hunderttausendmal. Bitte, gieb auch Bob einen Kuß und
+grüße Johann von
+</p>
+ <div class="tei tei-salute" style="text-align: right">Deiner<br />Dich unbeschreiblich liebenden Tochter</div>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right"><span class="tei tei-hi" style="text-align: right; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Ilse</span></span>.</div></div>
+ <div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">N. S.</span></span> Ich will gern Zeichenunterricht nehmen bei dem
+Herrn Professor Schneider, ich darf doch? Morgen fange
+ich an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">N. S.</span></span> Beinah hätte ich vergessen, Dir zu schreiben,
+daß Du mir doch eine Kiste mit Kuchen und Wurst schickst.
+Nellie ist immer so hungrig, wenn wir des Abends im Bette
+liegen und ich auch.
+</p>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">N. S.</span></span> Lieber Papa, ich kriege immer so viel Schelte,
+daß ich so ungeschickt esse, schreibe mir doch, ob das nicht
+sehr unrecht ist. Der Mama sage nichts hiervon. Deine
+Hand drauf! – Fräulein Güssow habe ich sehr lieb.« –
+</p>
+ </div>
+ </div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Gerade saßen Ilses Eltern mit dem Prediger zusammen
+auf der Veranda am Kaffeetische, als ihr langer Brief eintraf.
+Der Oberamtmann las ihn vor und wurde bei einigen Stellen
+so gerührt, daß er kaum weiter zu lesen vermochte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich möchte das arme Kind zurückhaben,« sagte er, nachdem
+er zu Ende gelesen, »es fühlt sich unglücklich, und ich sehe
+nicht ein, warum wir unsrer einzigen Tochter das Leben so
+verbittern sollen. Was meinst du, Annchen, und Sie, lieber
+Vollert, wär’ es nicht besser?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Prediger durchlas noch einmal den Brief, faltete ihn
+wieder zusammen und machte ein höchst zufriedenes Gesicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin nicht Ihrer Meinung,« entgegnete er, »ja ich
+würde das für eine Sünde halten. Ilse ist bereits auf dem
+Wege einzusehen, daß sie noch vieles lernen muß, sie vergleicht
+<span class="tei tei-pb" id="page62">[pg 62]</span><a name="Pg062" id="Pg062" class="tei tei-anchor"></a>sich mit den Genossinnen und erkennt ihre Fehler, die Lücken
+in ihrem Wissen. Wir haben schon mehr erreicht in dieser
+kurzen Zeit, als ich mir gedacht habe.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das Heimweh ist ja natürlich,« fiel Frau Anne ein,
+»bedenke nur, wie schwer es einem an die Freiheit gewöhnten
+Wesen werden muß, sich plötzlich in den Schulzwang zu fügen!
+Die Regelmäßigkeit des Instituts ist ihrer ungebändigten Natur
+zuwider; zu Ilses Glück, sie wird sich fügen lernen, ihre Wildheit
+abstreifen und ein liebes, herziges Mädchen sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Oberamtmann war verstimmt, daß man ihn nicht
+verstand. Weder der Prediger noch Frau Anne überzeugten
+ihn mit ihren Vernunftgründen. Er urteilte eben nur mit
+seinem weichen Herzen, und das litt sehr bei dem Gedanken
+an sein heimwehkrankes Kind.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Wünsche wurden natürlich alle erfüllt und zwar umgehend:
+Es mußte Kuchen gebacken und die schönste Wurst,
+nebst einem Stück Schinken aus der Rauchkammer geholt
+werden. Der Oberamtmann packte selbst die kleine Kiste und
+legte noch allerhand Leckereien mit hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Not soll sie wenigstens nicht leiden,« sagte er zu seiner
+Frau, die ihm lächelnd zusah. »Junge Menschen, die noch
+wachsen, haben immer Hunger. Wenn der Magen knurrt,
+muß er sein Teil haben; der beruhigt sich nicht, wenn man
+zu ihm sagt: ›Warte nur bis es zwölf schlägt oder Morgen
+oder Abend ist, dann bekommst du etwas.‹«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne hätte gern erwidert, daß es viel besser sei,
+den Magen an regelmäßige Mahlzeiten zu gewöhnen, als zu
+jeder Tageszeit zu essen, aber sie schwieg. Sie dachte mit
+Recht, daß mit der Zeit Ilse von selbst von dieser Untugend
+zurückkommen werde.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page63">[pg 63]</span><a name="Pg063" id="Pg063" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war an einem Mittwoch Nachmittag im Monat
+August. Die erwachsenen Mädchen der Pension saßen im
+Speisezimmer beisammen, stopfend, flickend oder mit anderen
+Arbeiten dieser Art beschäftigt. Es war sehr heiß und gewitterschwül,
+und durch die geöffneten Fenster drang kein erfrischender
+Luftzug.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hielt ihren Strickstrumpf in der Hand und quälte
+sich, Masche auf Masche abzuheben. Es machte ihr Mühe mit
+den heißen, feuchten Fingern. Die Nadeln saßen so fest in
+den Maschen, daß sie kaum zu schieben waren. Sie glühte
+wie eine Rose bei ihrer sauren Arbeit, und der graue Strumpf,
+der eigentlich weiß sein sollte, wurde öfters aus der Hand
+gelegt. Nun fielen auch noch einige Maschen herunter, und
+Fräulein Güssow, die anwesend war, forderte Ilse auf, einmal
+zu versuchen, ob sie dieselben nicht allein wieder aufnehmen
+könne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann das nicht,« sagte Ilse, »die Nadeln kleben so,
+ich mag sie nicht mehr anfassen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wasche dir die Hände,« riet Fräulein Güssow, »dann
+wird es besser gehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das hilft nicht,« erwiderte Ilse unmutig und legte das
+Strickzeug vor sich hin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Mädchen lachten, und Grete, die ihr gegenübersaß,
+nahm es vorwitzig in die Hand, um den Fehler zu verbessern.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse nahm es ihr fort. »Laß liegen,« sagte sie, »es ist
+mein Strumpf!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ehe noch Fräulein Güssow sie wegen ihres unpassenden
+Wesens zurechtweisen konnte, trat Fräulein Raimar in das
+Zimmer. Sie ging von einer Schülerin zur andern und
+prüfte deren Arbeiten, sie that dies zuweilen, um sich an den
+Fortschritten zu erfreuen, oder auch zu tadeln, wenn es
+nötig war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, wie steht es mit dir, Ilse?« fragte sie. »Hast du
+deinen Strumpf bald fertig? Zeige ihn einmal her.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page64">[pg 64]</span><a name="Pg064" id="Pg064" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse that, als habe sie die Aufforderung nicht verstanden,
+sie schämte sich ihrer schmutzigen Arbeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will dein Strickzeug sehen, Ilse, hast du mich nicht
+verstanden?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Etwas streng und hart klangen die Worte der Vorsteherin,
+und nun war es Trotz, weshalb sie den Gehorsam
+versagte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aufgebracht über diesen Widerstand nahm Fräulein Raimar
+ihr den Strumpf unsanft aus der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin gewöhnt, daß meine Schülerinnen mir gehorchen
+und du wagst es, dich zu widersetzen? – Seht einmal Kinder,«
+fuhr sie fort und hielt mit spitzen Fingern das Strickzeug in
+die Höhe, »was sagt ihr zu dieser Arbeit? Sieht sie wohl aus,
+als ob sie einem erwachsenen Mädchen angehöre? Schäme
+dich! Niemals wieder will ich ein so unsauberes Strickzeug
+sehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aller Augen waren auf dasselbe gerichtet, und einige
+Pensionärinnen glaubten sich durch die Frage der Vorsteherin
+berechtigt, ein Wort mitzureden. Die vorlaute Grete meinte,
+daß ihre kleine fünfjährige Schwester daheim weit besser und
+sauberer stricke, ihr Strumpf sähe wie Schnee gegen Ilses
+aus, sie dürfe aber auch niemals mit schmutzigen Händen
+stricken.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die ästhetische Flora verglich das façonlose Ding mit
+einem Kaffeebeutel, ein Vergleich, der Annemie so in das Lachen
+brachte, daß sie sich gar nicht wieder beruhigen konnte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Was in diesem Augenblicke in Ilses Innerem vorging,
+ist schwer zu beschreiben. Sie sah sich verlacht und verspottet
+von allen Seiten und durfte sich nicht dagegen verteidigen. Ihr
+heißes Blut, ihre unbändige Natur bäumten sich mit aller Macht
+auf gegen die, wie sie glaubte, ihr öffentlich angethane Schmach.
+Sie geriet in eine so blinde Wut, wie sie bis jetzt noch niemals
+empfunden hatte, sie ballte die Hände und biß hinein,
+ihre Augen füllten sich mit heißen, trotzigen Thränen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page65">[pg 65]</span><a name="Pg065" id="Pg065" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar hatte bereits das Zimmer verlassen, doch
+die Thür desselben hinter sich offen gelassen, sie hielt sich noch
+auf dem Korridor auf. Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen,
+ahnte sie nicht, sie würde ihn auch schwerlich begriffen
+haben, glaubte sie doch fest, durch eine öffentliche Beschämung
+Ilses Widerstand ein für allemal geheilt zu haben.
+Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemüt! Gerade
+das Gegenteil hatte sie hervorgerufen. Ilses wilder Trotz stand
+in lichterlohen Flammen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Neckt sie nicht!« gebot Fräulein Güssow, die Ilse besser
+verstand. »Ich will nicht, daß ihr sie auslacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Nellie, die einzige, welche mitleidig dem ganzen Auftritt
+zugesehen, nahm gutmütig den verachteten Strumpf in die
+Hand, um ihn wieder in Ordnung zu bringen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß!« rief Ilse und ihr ganzer Grimm entlud sich auf
+Nellies unschuldiges Haupt, »laß! Was kümmern dich meine
+Sachen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb doch her,« bat diese sanft, »ich mach’ dich alles
+wieder gut.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Ilse hörte nicht darauf und riß es Nellie aus der
+Hand, und ehe noch diese sie zurückhalten konnte, warf sie im
+höchsten Zorne das unglückselige Strickzeug gegen die Wand.
+Die Nadeln schlugen klirrend aneinander und das Knäuel kollerte
+weit fort, zur offnen Thür hinaus, bis zu den Füßen der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vielleicht hätte dieselbe kein Arg an diesem kleinen Zufall
+gefunden, wenn nicht zu gleicher Zeit laute Ausrufe wie »Ah!«
+und »o!« ihr Ohr getroffen und ihr verkündet hätten, daß
+etwas Unerhörtes passiert sein müsse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was giebt es?« fragte sie hastig eintretend. Sie erhielt
+keine Antwort; aber ihr Blick fiel auf das Strickzeug am
+Fußboden und sie erriet das Ganze.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warfst du es absichtlich hierher?« richtete sie an Ilse
+die Frage, und ihre Stimme bebte vor Aufregung, in ihren
+<span class="tei tei-pb" id="page66">[pg 66]</span><a name="Pg066" id="Pg066" class="tei tei-anchor"></a>stets so ruhig blickenden Augen blitzte es unheimlich auf. –
+»Antworte – ich will es wissen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« sagte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm hierher und nimm es wieder auf!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Heftigkeit der Vorsteherin machte Ilse nur verstockter,
+sie rührte sich nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hast du verstanden, was ich dir befahl? Glaubst du mir
+trotzen zu können? Ich verlange, daß du mir gehorchst!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete Ilse zum Entsetzen der anwesenden
+Pensionärinnen, »ich thue es nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow sah die Widerspenstige traurig und bekümmert
+an. Nicht Zorn, nur Mitleid empfand sie mit derselben.
+»Wenn ich dich ändern könnte! Wenn es mir gelänge,
+dich auf einen andern Weg zu bringen, armes, verblendetes
+Kind!« dachte sie und beschloß, nichts unversucht zu lassen, um
+Ilse von ihrem bösen Fehler zu heilen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Solange sie Vorsteherin des Pensionats war, hatte Fräulein
+Raimar niemals Aehnliches erlebt. Trotz ihrer stets so
+maßvollen Ruhe war sie für den Augenblick fassungslos und
+ungewiß, was mit Ilse geschehen solle.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh auf dein Zimmer,« befahl sie kurz, »und bleibe
+dort! Das andre wird sich finden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse erhob sich und ging hinauf. Nachdem sie in ihrem
+Zimmer angelangt, brach der furchtbare Sturm, den sie mühsam
+zurückgehalten hatte, los. Sie warf sich auf einen Stuhl
+und weinte laut. Stürmisch rief sie nach ihrem Papa, daß
+er komme und sie holen möge – klagte die Mama an, die sie
+in diese fürchterliche Anstalt gebracht – kurz fühlte sich verzweifelt
+und verlassen, wie nie im Leben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Allerhand Gedanken jagten durch ihren Kopf, der zum
+Zerspringen brannte, kindisch und unausführbar. Zuerst wollte
+sie davonlaufen, – wohin war ihr gleich, nur fort, damit sie
+die böse Vorsteherin, die stets einen Aerger auf sie gehabt, und
+die abscheulichen Mädchen, die sie verhöhnt hatten, von denen
+<span class="tei tei-pb" id="page67">[pg 67]</span><a name="Pg067" id="Pg067" class="tei tei-anchor"></a>keine sie lieb hatte, nicht wieder sehe – niemals! Kein Mensch
+mochte sie leiden, nur der Papa. O, wenn sie gleich bei ihm
+wäre!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Gedanke, daß sie zurück müsse nach Moosdorf, behielt
+die Oberhand. Sie fing an, ihre Sachen aus der Kommode
+zu räumen und war eben im Begriff, das Mädchen zu beauftragen,
+ihr den Koffer vom Boden herabzuholen, als Nellie und
+gleich darauf Fräulein Güssow in das Zimmer traten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Erstaunt blickte letztere auf die umherliegenden Sachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, Ilse, was soll denn das bedeuten?« fragte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Anstatt zu antworten vergrub Ilse das Gesicht in beiden
+Händen und schluchzte laut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow ließ sie einige Augenblicke gewähren,
+dann zog sie ihr leise die Hände vom Gesicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Beruhige dich, Kind,« sprach sie in sanftem Tone, »dann
+will ich mit dir reden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann nicht! Ich will fort!« stieß Ilse leidenschaftlich
+heraus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt dich beherrschen, Herz. Ich glaube gern, daß
+es dir schwer wird, dein trotziges Ich zu zähmen, aber du
+mußt es thun, es ist notwendig. Siehst du nicht ein, Ilse,
+wie unrecht, wie ungezogen du gehandelt hast?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese schüttelte den Kopf. »Sie haben mich alle gereizt,«
+entgegnete sie abgebrochen schluchzend – »Fräulein
+Raimar hat mich so furchtbar blamiert – alle haben mich
+ausgelacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow hatte das Gefühl, als sei es besser gewesen,
+wenn die Vorsteherin ihren berechtigten Tadel in einer
+andern Weise ausgesprochen hätte, – doch das war nun einmal
+geschehen und nicht zu ändern.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du irrst,« entgegnete sie, »nicht Fräulein Raimar, sondern
+du selbst hast dich lächerlich gemacht. Denke einmal zurück,
+wie du dich benommen hast. – Uebrigens,« fuhr sie fort, »du
+darfst nicht so trostlos sein und dir nicht allzuschwere Gedanken
+<span class="tei tei-pb" id="page68">[pg 68]</span><a name="Pg068" id="Pg068" class="tei tei-anchor"></a>darüber machen. Wenn du morgen verständig bist, ist alles
+vergessen. Die Mädchen haben dich alle lieb.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nein,« rief Ilse, »mich hat niemand lieb! Ich
+weiß es wohl! – Ich bin dumm und ungeschickt und ich will
+fort – zu meinem Papa!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn du so sprechen willst, Ilse, dann verlasse ich dich.
+Du weißt, wie sehr ich dich lieb habe, dergleichen kindische
+Reden aber will ich nicht von dir anhören. Soll ich gehen?
+– willst du vernünftig sein?« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse schwieg und die junge Lehrerin wandte sich der Thür
+zu. Als sie im Begriffe war dieselbe zu öffnen, eilte Ilse auf
+sie zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, bleiben Sie,« bat sie und hielt sie an der
+Hand fest.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Von Herzen gern, wenn du mich ruhig anhören willst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie setzte sich auf einen Stuhl am Fenster und nahm
+Ilse in den Arm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie heiß du bist, du böser Trotzkopf,« sagte sie und
+streichelte ihr liebevoll die erhitzten Wangen. »Nellie, gieb
+Ilse ein Glas Wasser.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Angeredete hatte stumm und still am andern Fenster
+gelehnt und der Freundin lautes Schluchzen mit heimlichen
+Thränen begleitet, jetzt sprang sie hinzu und reichte das Gewünschte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Trink einer kühle Schluck, er wird dir ruhig machen,«
+redete sie herzlich zu. »Du mußt nie wieder sagen, daß wir
+dir nicht liebten, du böse, böse Ilse! – Nicht mehr weinen
+darfst du, komm, ich mache deine Gesicht kalt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie tauchte einen Schwamm in das Wasser und kühlte
+damit Ilses brennende Augen und Wangen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, mein Kind,« fragte Fräulein Güssow, als Ilse sich
+etwas beruhigt hatte, »was gedenkst du zu thun?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich muß heute noch abreisen,« entgegnete sie, »hier
+bleiben kann ich nicht.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page69">[pg 69]</span><a name="Pg069" id="Pg069" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also noch immer möchtest du mit deinem Kopfe die Wand
+einstoßen. Der Gedanke, daß du nachgeben mußt, daß es an
+dir ist, um Verzeihung zu bitten, kommt dir gar nicht in den
+Sinn! Du hast Fräulein Raimar bitter gekränkt, denkst du
+nicht daran, sie wieder zu versöhnen? Sprich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« rief Ilse und warf den Kopf zurück, »Fräulein
+Raimar hat mich beleidigt und furchtbar gekränkt! Ich bitte
+sie nicht um Verzeihung! Noch niemals habe ich jemand um
+Verzeihung gebeten – und ich thue es auch jetzt nicht!
+Nein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das war wieder ein trotziger, böser Ausfall von ihr,
+dennoch verlor Fräulein Güssow nicht die Geduld, sie blieb
+ruhig und sanft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du batest niemals um Verzeihung, Ilse? Das wundert
+mich; aber du hast deinem Papa ein gutes Wort gegeben,
+wenn du unartig warst und er dir zürnte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meinem Papa!« wiederholte Ilse und sah höchst erstaunt
+die junge Lehrerin an. »Niemals hat er mir gezürnt, er war
+immer, immer gut, ich konnte machen, was ich wollte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So,« sprach Fräulein Güssow und meinte jetzt den
+Schlüssel zu Ilses Eigensinn in des Vaters zu großer Nachgiebigkeit
+gefunden zu haben. »Und die Mama, war auch sie
+stets damit zufrieden, was du thatest, – kränktest du sie niemals?
+Sage einmal aufrichtig.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse blickte nachdenklich vor sich hin. Sie konnte nicht
+leugnen, sie hatte dieselbe oftmals durch ihren Widerstand gekränkt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich glaube, daß ich es that,« sagte sie zögernd.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und dann sagtest du: vergieb mir, liebe Mama, nicht
+wahr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse schüttelte den Kopf. »Nein,« sagte sie, »niemals habe
+ich das gethan. Mama hat es auch gar nicht von mir verlangt,
+sie weiß, daß ich einmal nicht bitten kann.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ein Kind muß bitten können! Und ein Mädchen vor
+<span class="tei tei-pb" id="page70">[pg 70]</span><a name="Pg070" id="Pg070" class="tei tei-anchor"></a>allem. O Ilse! Auch du mußt es lernen, noch ist es nicht
+zu spät!« sprach Fräulein Güssow sehr erregt. »O Ilse, wenn
+doch meine Worte es vermöchten, dich so recht aus deiner Verblendung
+aufzurütteln! Lerne nachgeben, mein Kind, lerne vor
+allem dich beherrschen! Thust du es nicht, so nimmt das Leben
+dich in seine harte Schule und bereitet dir viel Herzeleid und
+Kummer. Glaube mir, Trotz und Widerstand sind böses Unkraut
+in einem Mädchenherzen, und oftmals überwuchern sie
+die besten, heiligsten Gefühle! Geh’ hinunter, Kind, bitte Fräulein
+Raimar um Vergebung. Ueberwindest du heute deinen
+harten Sinn, so hast du gewonnen für alle Zeit!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hatte warm und eindringlich gesprochen, und in ihren
+braunen Augen standen Thränen. Ilse war auch seltsam ergriffen
+von ihren Worten, aber Abbitte thun, – das konnte
+sie trotzdem nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann es nicht,« sagte sie zögernd, aber bestimmt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du willst nicht, aber du mußt,« entgegnete Fräulein
+Güssow im höchsten Grade erregt. »Gott! giebt es denn kein
+Mittel, daß ich dich von deinem Starrsinn heilen kann!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm, setze dich zu mir,« fuhr sie ruhiger fort, »ich
+will dir eine wahre Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen
+Mädchenherzen erzählen, das sein Lebensglück einer
+kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch sagen
+wirst: <a name="corr070" id="corr070" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">›Ich kann nicht,‹</span> dann gehe hin und folge deinem
+harten Kopfe, – ich werde nie wieder den Versuch machen,
+ihn zu beugen ...«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Noch niemals hatte jemand in einem so überzeugenden
+Tone zu Ilse gesprochen, derselbe verfehlte seine Wirkung
+nicht. Willig und gehorsam setzte sie sich der jungen Lehrerin
+gegenüber und sah erwartungsvoll und gespannt auf sie. Der
+häßliche, trotzige Ausdruck schwand aus ihrem Gesichte und
+wer sie jetzt sah, würde nicht geglaubt haben, daß diese Ilse
+und die andre, die sich vor kaum einer Stunde so wild und
+unbändig betragen, ein und dieselbe sei.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page71">[pg 71]</span><a name="Pg071" id="Pg071" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow hatte den Kopf auf das Fensterbrett
+gestützt und blickte gedankenvoll hinaus in den Garten. Ihr
+blasses Gesicht hatte sich leicht gerötet und um den Mund
+lag ein schmerzlicher Zug. Es schien fast, als ob ein heftiger
+Kampf in ihr arbeite, als ob es ihr schwer werde, mit dem
+ersten Worte zu beginnen. Plötzlich erhob sie sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist hier so drückend und schwül,« sagte sie und öffnete
+die Fensterflügel.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein erquickender Luftzug strömte ihr entgegen, ein Gewitter
+war im Anzuge. Sausend fuhr der Wind durch die
+Wipfel der Bäume, in der Ferne grollte der Donner.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie das wohl thut,« fuhr sie mit einem tiefen Atemzuge
+fort, »die Hitze lag mir schwer wie Blei auf der Brust.
+– Wie alt bist du, Ilse?« unterbrach sie sich plötzlich wie in
+halber Zerstreuung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Im nächsten Monat werde ich sechzehn Jahre.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sechzehn Jahre!« wiederholte die Lehrerin, »dann bist
+du alt und auch verständig genug, denke ich, die traurige Geschichte
+meiner Jugendfreundin zu begreifen. Hör’ zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es war einmal ein junges, fröhliches Menschenkind,
+das mit seinen sechzehn Jahren die Welt zu erstürmen meinte.
+Vater und Mutter waren ihm früh gestorben und so kam es,
+daß die kleine Waise zu der Großmutter gegeben wurde, die
+sie erzog und von Grund auf verzog. Lucie, so wollen wir
+das Mädchen nennen, hatte nie gelernt zu gehorchen oder sich
+zu fügen, sie erkannte nur einen Willen an, und das war der
+eigene. Das war sehr schlimm für sie, denn bei manchen
+guten Eigenschaften des Herzens besaß Lucie einen häßlichen
+Fehler, den Trotz.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Anstatt denselben durch unerbittliche Strenge schon in
+der Kindheit zu zügeln, pflegte ihn die Großmama durch allzugroße
+Nachsicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Warum soll ich dem Kinde nicht seinen Willen thun?‹
+fragte sie, wenn man sie zuweilen auf ihre Schwäche
+auf<span class="tei tei-pb" id="page72">[pg 72]</span><a name="Pg072" id="Pg072" class="tei tei-anchor"></a>merksam machte, ›ist es nicht schlimm genug, daß es keine
+Eltern hat? Ich kann es nun einmal nicht traurig sehen.‹«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»War Lucie hübsch?« fragte Nellie, die sich hinter Ilses
+Stuhl gestellt und den Arm um deren Schulter gelegt hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich glaube wohl,« entgegnete die Angeredete und errötete
+leicht, »wenigstens hat man es dem erwachsenen Mädchen
+oftmals gesagt. Doch das ist Nebensache – hört mich
+weiter an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Großmutter besaß ein herrliches Landhaus, dessen
+Park sich an einen bewaldeten Bergesabhang lehnte. Man
+durfte nur eine kleine Pforte, die sich am Ausgange des
+Grundstückes befand, durchschreiten und befand sich im schönsten
+Walde, den ihr euch denken könnt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Selten kamen Spaziergänger aus dem nahen Städtchen
+dorthin, desto öfter benutzte Lucie die kleine Ausgangspforte,
+durchstreifte den Wald bis an die Spitze des Berges, oder
+was sie noch häufiger that, sie lagerte sich an irgend einem
+versteckten Platze. So im weichen, schwellenden Moose zu
+liegen, ein gutes Buch zu lesen und darüber die Welt zu
+vergessen, – das war die höchste Wonne ihres Lebens.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Eines Tages hatte sie wieder ihren Lieblingsplatz am
+Fuße einer Eiche aufgesucht. Die Luft war heiß und schwül
+und doppelt wohlthuend empfand sie die Waldeskühle. Sie
+streckte die schlaffen Glieder im Moose aus und blickte hinauf
+in das grüne Blätterdach. Nicht lange, dann öffnete sie das
+mitgebrachte Buch und las. So vertieft war sie bald in den
+Inhalt desselben, daß sie der Gegenwart ganz entrückt war. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Eine männliche Stimme schreckte sie plötzlich auf.
+Aergerlich über die Störung blickte sie auf und sah in das
+lächelnde Antlitz eines jungen Mannes, der mit Pinsel und
+Palette in der Hand vor ihr stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ein wunderbares Bild!‹ rief er aus. ›Wahrlich, ich
+hätte Lust, dasselbe zu malen! Bleiben Sie in der Stellung,‹
+bat er, als Lucie sich schnell erheben wollte, ›nur wenige
+<span class="tei tei-pb" id="page73">[pg 73]</span><a name="Pg073" id="Pg073" class="tei tei-anchor"></a>Augenblicke! Aber so böse dürfen Sie nicht aussehen, –
+nein, ich bitte, wieder derselbe Zug von Spannung um den
+Mund, – dasselbe erwartungsvolle Lächeln – bitte!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Was fällt Ihnen ein?‹ rief Lucie aufgebracht und
+erhob sich mit einem Sprunge. Dabei fiel ihr das Buch aus
+der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er kam ihr zuvor, als sie sich schnell darnach bücken
+wollte; doch ehe er es ihr überreichte, las er das Titelblatt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Werthers Leiden‹, bemerkte er und lachte lustig. ›Dacht’
+ich es doch! Natürlich verbotene Lektüre, die in der Waldeinsamkeit
+verschlungen wird! Oder hat der Herr Papa vielleicht
+Ihnen diese gefährliche Geschichte erlaubt?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lucie entriß ihm das Buch, aber sie wurde über und
+über rot.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich verbitte mir Ihre Bemerkungen!‹ entgegnete sie
+zornig. ›Wer hat Ihnen erlaubt, mich zu beobachten?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich nahm mir selbst die Freiheit,‹ sagte er sich verbeugend,
+›und bitte dafür um Verzeihung. Ein Zufall brachte
+mich in Ihre Nähe, dort jene Buchengruppe war ich im Begriffe
+zu malen, – da erblickte ich Sie, und können Sie
+mir verdenken, daß ich dem Zauber nicht widerstehen konnte,
+Sie zu betrachten?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie gab keine Antwort, ja sie grüßte nicht einmal, als
+sie eilig davon ging. Sie empfand Unwillen und Aerger über
+den Aufdringlichen und doch – gefiel er ihr.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»War er ein schön Mann?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, er war schön und klug und gut. Von den letzteren
+Eigenschaften konnte Lucie sich bald überzeugen, denn
+der Maler machte unter irgend einem Vorwande einen Besuch
+in der Großmutter Hause.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie bald er der Liebling derselben, wie er nach und
+nach täglicher Gast bei ihr wurde und wie er endlich der
+trotzigen Lucie Herz gewann, das kann ich euch nicht erzählen,
+nur so viel, daß sie eines Tages seine Braut war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-pb" id="page74">[pg 74]</span><a name="Pg074" id="Pg074" class="tei tei-anchor"></a>»Es war ihm nicht leicht geworden, ihr Jawort zu erringen,
+denn wenn er heute glaubte, daß sie ihn gern möge,
+war er morgen vom Gegenteil überzeugt. Wenn er im Begriffe
+war, sie zu fragen: hast du mich lieb? reizte sie ihn
+gerade durch Trotz und Widerstand, und das Wort erstarb
+ihm auf den Lippen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Endlich trug er den Sieg davon. An ihrem achtzehnten
+Geburtstage war es, als sie mit ihm vor die Großmama
+trat und jubelnd ausrief:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich bin Braut!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, glaubt ihr, Lucie ist eine andre geworden? Das
+Glück und die Liebe haben sie nachsichtiger gestimmt, nicht
+wahr, ihr glaubt, das könne nicht anders sein? – Wie seid
+ihr im Irrtum! Das Gegenteil war der Fall. Ihr Widerstand
+trat gegen den Mann, den sie von ganzem Herzen
+liebte, oftmals heftiger hervor, als je vorher.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Welche Mühe gab er sich, sie von diesem Fehler zu
+heilen, wie eindringlich und liebevoll stellte er ihr die Folgen
+desselben vor; sie hörte ihn an und versprach sich zu bessern,
+– aber ihr Wort hielt sie nicht, – – leider! – Hätte sie
+es gethan, wie viel Kummer und Herzeleid hätte sie sich erspart!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einen Augenblick hielt die junge Lehrerin inne, ein
+scharfer Beobachter hätte ihr ansehen können, wie schwer es
+ihr wurde, die Geschichte weiter zu erzählen, – die jungen
+Mädchen indessen merkten nichts davon. Sie glaubten, die
+Heftigkeit des Gewitters habe die Pause hervorgerufen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O bitte, fahren Sie fort,« bat Nellie, deren Augen
+vor Entzücken glänzten; niemals bis jetzt hatte das Fräulein
+ähnliches erzählt, »bitte, weiter! O, ich bin zu gierig,
+weiter zu wissen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse saß still und sinnend da. Was sie da hörte, berührte
+eine verwandte Saite in ihr, oftmals hatte sie das
+Gefühl, als ob das junge Mädchen nicht Lucie, sondern Ilse
+geheißen habe. –
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page75">[pg 75]</span><a name="Pg075" id="Pg075" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lucies Brautzeit neigte sich zu Ende,« fuhr Fräulein
+Güssow fort, »in vier Wochen sollte die Hochzeit sein. An
+dem Morgen eines herrlichen Maitages saß das Brautpaar
+auf der Veranda vor dem Hause und träumte sich in die
+Zukunft hinein. Es wurde eine Reise nach der Schweiz und
+Italien geplant, – den ganzen Sommer wollten sie umherschweifen,
+und wo es ihnen am schönsten gefiel, dort wollten
+sie für den Winter ihr Nest bauen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der Himmel wölbte sich hoch und blau über ihnen,
+die Frühlingssonne lachte sie freundlich an, – ringsum
+blühte, duftete und zwitscherte es, kein Mißton störte das
+wunderbare Lenzesleben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lucie machte Pläne und malte sich aus, wie sie leben
+und wie sie sich einrichten wollten. Sie hing am Aeußeren
+und hatte eine lebhafte Phantasie, da war es denn am Ende
+ganz natürlich, daß ihre Wünsche und Hoffnungen bis an den
+Himmel reichten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er hatte ihrem Geplauder lächelnd gelauscht, ohne sie
+zu unterbrechen. Da gab ihm ein unglücklicher Zufall die
+Frage ein: ›Wie würdest du es ertragen, Lucie, wenn wir
+uns ganz einfach einrichten müßten, wenn wir nicht reisen
+könnten – wenn wir wenig Mittel hätten, – mit einem
+Worte, wenn die Not an uns herantreten würde?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Die Not?‹ fragte sie erstaunt und sah ihn beinahe
+entsetzt an. ›Das wäre furchtbar!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Du giebst mir keine Antwort auf meine Frage, liebes
+Herz. Ich meine, ob deine Liebe zu mir so stark sein würde,
+daß du ohne Klage auch ein armseliges Los mit mir teilen
+würdest?‹ –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es verdroß sie, daß Curt, so hieß der Maler, durch unnütze
+Fragen einen Mißklang in ihre frohe Stimmung brachte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Laß doch den Unsinn!‹ wehrte sie ab, ›wir werden nie
+in solche Lage kommen. Ich bin reich und deine Bilder
+werden hoch bezahlt.‹
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page76">[pg 76]</span><a name="Pg076" id="Pg076" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Man kann nicht wissen, was in den Sternen für uns
+geschrieben steht,‹ entgegnete er ernst. ›Du könntest zum Beispiel
+dein Vermögen verlieren, – und ich – nun wenn ich
+krank würde und nicht malen könnte?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Warum quälst du mich mit allerhand dummen Möglichkeiten,
+Curt,‹ sagte sie ungeduldig. ›Ich antworte dir nicht
+auf solche Fragen.‹ Und sie wandte sich halb von ihm ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Du sprichst jetzt gegen deine bessere Ueberzeugung, du
+kleine Widerspenstige,‹ sagte er halb ernst, halb scherzhaft.
+›Ich weiß, du wirst mir ganz bestimmt meine Gewissensfrage
+beantworten, ich weiß auch, meine Lucie würde den Mut
+haben, ein sorgenvolles Leben mit mir zu teilen, wie sie
+meine Gefährtin in Glück und Wohlstand werden wollte.
+Nicht wahr? Du siehst ein, Liebling, daß ich von meiner
+zukünftigen Frau das verlangen kann?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Das sehe ich nicht ein!‹ rief Lucie sehr entrüstet und
+entzog ihm ihre Hand, die er liebevoll ergriffen hatte. ›Armselige
+Verhältnisse würden mich unglücklich machen – ja,
+unglücklich machen!‹ wiederholte sie, als er sie zweifelnd ansah,
+›lieber würde ich gar nicht heiraten!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er wurde blaß bei ihren Worten, aber noch wollte er
+nicht an den Ernst derselben glauben. ›Hast du mich lieb,
+Lucie?‹ fragte er sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ja, aber in einer Hütte bei Salz und Brot mag ich
+nicht mit dir wohnen!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Kein ›Aber‹, Lucie. Hast du mich lieb? Sage ja
+und nimm zurück, was du gesagt hast.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Nein!‹ rief sie entschieden und sprang von ihrem Platze
+auf. ›Nichts nehme ich zurück! Was ich gesagt habe, ist
+meine wahre Meinung!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Lucie!‹ rief er erregt, ›besinne dich! Es ist nicht wahr,
+du denkst nicht wie du sprichst! Dein Widerspruch gab dir
+die Worte ein ....! Nimm sie zurück, Herz!‹ und flehend
+blickte er ihr in das Auge.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page77">[pg 77]</span><a name="Pg077" id="Pg077" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Du irrst,‹ entgegnete sie mit scheinbarer Kälte, ›nicht
+aus Widerspruch, sondern mit voller Ueberzeugung sagte ich
+dir meine Ansicht.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Nein, nein! Ich kann’s, ich will’s nicht glauben! –
+Komm her, sieh’ mich an. Deine Augen sollen mir die Antwort
+geben, ich weiß, daß sie nicht lügen können. – Du
+liebst mich? Ja? Nicht wahr, du hast mich lieb?‹ wiederholte
+er noch einmal dringend – ›und du nimmst zurück,
+was du gesagt?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Unglücklicherweise hatte die Großmama auf der entgegengesetzten
+Seite der Veranda gesessen und war so eine
+stumme Zeugin dieser Scene geworden. Aengstlich erhob sie
+sich und trat dem jungen Paare näher.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Sie dürfen Lucie nicht so übel nehmen, was sie sagt,
+lieber Curt,‹ sprach sie beruhigend, ›es kommt ihr nicht vom
+Herzen, glauben Sie mir.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die alte Frau hatte es gut gemeint, aber sie stiftete
+Unheil an. Hätte sie sich nicht in den Streit gemischt, vielleicht
+war es besser. Ihre gütigen Worte stachelten Lucies
+Trotz noch mehr an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Es kommt mir wohl aus dem Herzen!‹ rief dieselbe
+aufgebracht, ›und ich wiederhole noch einmal: Lieber heirate
+ich gar nicht, als daß ich Not und Mangel leide!‹« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, wie hart ist sie!« warf Nellie ein, als Fräulein
+Güssow wie erschöpft einen Augenblick innehielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie war nicht hart, nur verblendet,« fuhr diese fort.
+»Niemals hatte sie gelernt, sich einem andern Willen zu
+beugen, niemals war sie im stande gewesen nachzugeben.
+Jetzt, wo das ernste Verlangen ihres Verlobten in aller
+Entschiedenheit an sie herantrat, ihren Widerstand zu zähmen, da
+bäumte derselbe sich dagegen auf und sie unterlag seiner Macht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ist das dein letztes Wort, – Lucie!‹ – Wie ein
+Schrecken kam es über seine Lippen. Sie blieb ungerührt,
+wandte sich von ihm und eilte aus dem Zimmer.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page78">[pg 78]</span><a name="Pg078" id="Pg078" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Besorgt folgte ihr die Großmama, aber sie klopfte
+vergeblich an der verschlossenen Thüre, dieselbe wurde nicht
+geöffnet. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lucie befand sich in keiner beneidenswerten Stimmung.
+Es kochte und tobte in ihr und verworrene Gedanken durchzuckten
+ihr Hirn. War es recht, wie sie gehandelt hatte?
+›Ja,‹ antwortete sie sich darauf, ›ich bin im Rechte. Warum
+schreckt er mich mit den Gespenstern Sorge und Not, warum
+peinigt er mich damit? Ich will in eine glückliche Zukunft
+sehen und er will mir das Herz schwer machen mit Unmöglichkeiten.
+Und welch eine wichtige Sache er daraus macht?
+– Ich soll zurücknehmen, was ich gesagt habe! Solch ein
+Verlangen! Abbitte soll ich thun – Abbitte! Und er hat
+mich doch erst herausgefordert. Er ist an allem schuld.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aus einem Winkel ihres Herzens meldete sich auch eine
+Stimme, die ihr zurief: ›Gieb nach! Reich’ ihm die Hand,
+oder du hast ihn verloren!‹ Sie wurde nicht beachtet, und als
+eine Stunde vergangen war, hatte sie sich so völlig in den Gedanken
+an ihre Schuldlosigkeit eingelebt, daß sie erwartete,
+Curt müsse kommen und sie um Verzeihung bitten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er kam auch und begehrte Einlaß. ›Oeffne mir, Lucie,‹
+rief er stürmisch, ›es hängt unser Glück davon ab! Ich muß
+dich sprechen! – Ich will dich sprechen!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das klang wie ein Befehl, sie schwieg und gab keine
+Antwort. Wohl klopfte ein guter Engel an ihr Herz und
+rief ihr warnend zu: ›Erhöre ihn und es wird alles gut‹ –
+sie war taub gegen seine Stimme. Ein böser Geist hielt sie
+für den Augenblick gefangen und trauernd floh ihr guter Engel
+von dannen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich will nicht mit dir reden!‹ rief sie zurück, ›ich wüßte
+auch nicht, was du mir noch sagen könntest!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›So treibst du mich fort von dir, Lucie!‹ – rief er außer
+sich. ›Bedenke was du thust! Ich gehe und nicht eher kehre ich
+zu dir zurück, bis du mich zurückrufst: Lebe wohl!‹ – –
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page79">[pg 79]</span><a name="Pg079" id="Pg079" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es waren die letzten Worte, die sie von ihm gehört hat.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nach einer in Aufregung durchwachten Nacht brach der
+nächste Tag an. Der trotzige Aufruhr in Lucies Innern
+hatte sich gelegt und einer unzufriedenen Stimmung Raum
+gemacht. Nachzugeben fühlte sie sich auch heute nicht geneigt,
+aber sie wollte ihn heute anhören, wenn er kam, – und daß
+er kommen werde, darauf hoffte sie fest.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber sie hoffte vergebens. Die Großmama überhäufte
+ihre Enkelin mit bitteren Vorwürfen und forderte sie unter
+Thränen auf, sie möge nachgeben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Wird es dir denn so schwer,‹ sagte sie, ›dem Manne,
+dem du in vier Wochen die Hand für das Leben geben willst,
+ein bittendes Wort zu sagen? Ueberwinde dich, Lucie, nimm
+deine bösen Worte zurück, oder es giebt ein Unglück.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich kann nicht, Großmama. Ich müßte ja abbitten,
+so verlangt er, und du weißt, ich that es nie! Er kehrt
+auch ohne meinen Ruf zurück, du wirst es sehen.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber auch der nächste Tag verging und er blieb aus. Lucie
+befand sich in einer fieberhaften Aufregung und schrak zusammen,
+sobald sich die Thür öffnete. – Am dritten Tage, – es war
+gegen Abend, sie hatte wieder vergeblich ihn erwartet, da
+brachte Curts Diener ihr einen Brief. Sie eilte auf ihr
+Zimmer, um ihn allein und ungestört zu lesen – es war
+doch endlich – endlich ein Zeichen von ihm!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hastig öffnet sie und in zwei Teile gebrochen fiel ihr
+Curts Verlobungsring entgegen. Wenige Zeilen nur schrieb
+er dazu. – Ich will versuchen euch dieselben zu wiederholen,«
+unterbrach sich Fräulein Güssow, »Lucie hat sie mir oftmals
+zu lesen gegeben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast mich nicht zurückgerufen, – – so sehnsüchtig
+ich auch darauf gehofft habe. Liebtest Du mich,
+wie ich Dich, wäre es Dir nicht schwer geworden, ein versöhnendes
+Wort zu sagen. Lebe wohl denn, ich muß von
+Dir scheiden, Lucie, weil ich Dir nicht versprechen kann,
+<span class="tei tei-pb" id="page80">[pg 80]</span><a name="Pg080" id="Pg080" class="tei tei-anchor"></a>Dir stets Wohlstand und Glück zu bieten. – – Mit
+welchem Rechte könnte ich vom Schicksal verlangen, daß
+mein Leben nur von der Sonne beschienen werde? Leb’
+wohl, – ich habe Dich sehr geliebt.« –
+</p>
+</div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie gebrochen sank sie zur Erde nieder und hätte vor
+Schmerz vergehen mögen. Das hatte sie nicht gedacht, –
+so weit hatte sie es nicht treiben wollen. – Nun war es zu
+spät, alle Reue, alle Selbstanklage, brachten ihr den Geliebten
+nicht zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Großmama fand Lucie in einem verzweiflungsvollen
+Zustande, und heimlich, ohne ihr Wissen, schickte sie
+einen Boten in Curts Wohnung. Er kehrte zurück mit der
+Meldung: der Herr sei seit zwei Stunden abgereist. – Sie
+hatte ihn auf ewig verloren!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, die arm’ Lucie! Der schlechter Mensch, warum
+konnt’ er ihr verlassen!« rief Nellie unter Weinen. »Er hat
+ihr gar nix lieb gehabt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er hat sie sehr geliebt,« entgegnete die Lehrerin und
+sah hinaus auf den strömenden Regen; »aber er war ein
+ganzer Mann, der Lucies trotzigen Widerstand nicht länger
+ertragen konnte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und wo ist Lucie geblieben?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lucie?« wiederholte Fräulein Güssow zögernd, – »ein
+trauriges Geschick hat sie getroffen. Ein Jahr nach dem Geschehenen
+verlor die Großmutter fast ihr ganzes Vermögen.
+Die Villa mußte verkauft werden und Lucie, das verwöhnte
+und verzogene Mädchen, war gezwungen, für die Zukunft ihr
+eignes Brot zu verdienen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah entsetzt die Lehrerin an. »Ja, ihr Brot zu
+verdienen,« betonte dieselbe. »Das erschreckt dich, nicht wahr?
+Aber es wurde ihr nicht so schwer, als sie einstmals geglaubt.
+Seit jenem Tage, da sie das Schwerste erfahren, war eine
+Aenderung in ihrem Wesen vorgegangen. Still und ernst
+ging sie einher und ihr übermütiges Lachen war verschwunden.
+<span class="tei tei-pb" id="page81">[pg 81]</span><a name="Pg081" id="Pg081" class="tei tei-anchor"></a>– Sie bereitete sich vor, Gouvernante zu werden, und als
+sie ihr Examen bestanden hatte, ging sie, nachdem sie die
+Großmama durch den Tod verloren, nach London. Sie wirkt
+dort als Lehrerin in einem Institute.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und der Maler? Hat die arm’ Lucie nie gehört
+davon?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Seine Werke hat sie oft in den Galerien bewundert –
+er selbst blieb verschollen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Oh wie ein furchtbar trauriges Geschicht’ ist das!« rief
+Nellie. »Es thut mich sehr weh.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Ilse? Sie saß da, die Hände gefaltet, mit gesenktem
+Blick. Sie war bis in das Innerste getroffen. Wie
+Lucie hätte auch sie gehandelt, auch sie würde es bis zum
+Aeußersten getrieben, auch sie würde ihr Lebensglück im
+trotzigen Uebermute geopfert haben. – Noch schwankte sie
+einen Augenblick, wie im Kampf mit sich selber, dann aber
+erhob sie sich schnell und ergriff Fräulein Güssows Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will um Verzeihung bitten,« sagte sie in leisem
+Tone, es war, als ob sie sich scheue, ihre eigenen Worte zu
+hören.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ueber der Lehrerin Gesicht glitt ein Freudenschimmer.
+Sie nahm die Reuige in den Arm und küßte sie zärtlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh’ – geh’,« sagte sie gerührt, »und wenn je ein
+böser Geist wieder über dich kommen will, denk’ an Lucies
+traurige Geschichte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zögernd und beklommen stieg Ilse die Treppe hinunter.
+Vor der Vorsteherin Zimmer blieb sie stehen. Sie konnte sich
+nicht entschließen, die Thür zu öffnen. Zweimal hatte sie
+schon die Hand nach dem Drücker ausgestreckt und wieder
+zurückgezogen. Es war so furchtbar schwer, die erste Abbitte
+zu thun. Ob sie umkehre?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einen Augenblick war sie es willens, ja, schon machte
+sie eine leichte Wendung zurück, da hörte sie Fräulein Güssow
+die Treppe herabkommen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page82">[pg 82]</span><a name="Pg082" id="Pg082" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sollte dieselbe sie unverrichteter Sache hier finden? Sie
+hätte sich vor ihr schämen müssen. Mit einem tiefen Atemzuge
+öffnete sie die Thür.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img082.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Vorsteherin saß
+an ihrem Schreibtische;
+als sie Ilse eintreten
+sah, erhob sie sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Herz klopfte
+zum Zerspringen. Als
+sie das strenge, zürnende
+Auge Fräulein Raimars
+auf sich gerichtet sah,
+entsank ihr der Mut.
+Sie versuchte zu sprechen,
+aber es war ihr unmöglich,
+ein Wort hervorzubringen,
+die Kehle
+erschien ihr wie zugeschnürt.
+Es war eine
+Folterqual, die sie ausstand,
+und wenn jetzt
+der Boden unter ihren
+Füßen sich plötzlich geöffnet
+und sie hätte verschwinden
+lassen, sie
+würde es für eine Wohlthat
+des Himmels angesehen
+haben. Aber
+diese Wohlthat blieb
+aus, und Ilse stand
+noch immer wortlos vor der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Schon regte sich wieder der alte Trotz, der ihr eingab,
+es ruhig darauf ankommen zu lassen und sich nicht zu
+beugen – da war es, als ob Lucie sie traurig anblicke, als
+<span class="tei tei-pb" id="page83">[pg 83]</span><a name="Pg083" id="Pg083" class="tei tei-anchor"></a>ob sie ihr mahnend zurief: »Nicht zurück! Geh’ mutig
+vorwärts!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun Ilse?« unterbrach Fräulein Raimar das minutenlange
+Schweigen. »Was ist dein Begehr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse machte eine vergebliche Anstrengung zu sprechen
+und brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus. Abgebrochen
+und unverständlich kam es von ihren Lippen:
+»Ver–zeih–ung!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar war sehr aufgebracht über Ilses Betragen
+gewesen und sie hatte die Absicht gehabt, ihr eine derbe
+Lektion dafür zu geben, als sie indes dieselbe so zerknirscht
+und reuevoll vor sich stehen sah, wurde sie milder gestimmt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Für diesmal,« sagte sie, »will ich dir vergeben, ich
+sehe, daß du dich selbst mit Vorwürfen strafst, und daß du
+zur vollen Erkenntnis deines Ungehorsams gekommen bist.
+Bessre dich! Beträgst du dich ein zweites Mal in ähnlicher
+Weise, würde ich die strengsten Maßregeln ergreifen, das
+heißt: ich würde dich zu deinen Eltern zurückschicken! – Ich
+hoffe, du vergißt dich niemals wieder, versprich mir das!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Beinah hätte sie sich sofort gegen dieses Versprechen
+aufgelehnt und geantwortet: »Schicken lasse ich mich nicht!
+Dann gehe ich lieber gleich zu meinen Eltern,« – da war
+es wieder Lucies warnendes Beispiel, das diese böse Antwort
+von ihren Lippen scheuchte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zögernd und noch immer schluchzend ergriff sie des Fräuleins
+Hand. »Nie – wieder!« stammelte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Fräulein Raimar war von der Wahrheit ihres Versprechens
+überzeugt und hatte beinah Mitleid mit der Reumütigen.
+»Nun geh’ und beruhige dich,« sagte sie in mildem
+Tone, »und sehe ich, daß du dich besserst, wird der heutige
+Tag von mir vergessen sein. –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Ilse die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hinaufstieg,
+fühlte sie sich leicht wie nie im Leben, es war ihr so
+frei und froh in der Brust, niemals hatte sie eine ähnliche
+<span class="tei tei-pb" id="page84">[pg 84]</span><a name="Pg084" id="Pg084" class="tei tei-anchor"></a>Empfindung gekannt. Es war das Bewußtsein, sich selbst
+überwunden zu haben. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Juli und August waren vorüber und man befand
+sich in den ersten Tagen des September. Ilse hatte sich mehr
+und mehr in das Pensionsleben eingelebt und fühlte sich
+längst keine Fremde mehr. An vieles, das ihr anfangs unmöglich
+erschien, hatte sie sich gewöhnt, ja gewöhnen müssen.
+Wie hätte sie auch vermocht, sich gegen das einmal Bestehende
+aufzulehnen! Das frühe Aufstehen, das regelmäßige Arbeiten,
+die Ordnung und Pünktlichkeit, die streng innegehalten wurden,
+– schwer genug hatte sie sich in all diese Dinge gefunden,
+und wer weiß, ob sie es überhaupt je gethan hätte, wenn
+Nellie nicht wie ein guter Geist ihr stets zur Seite gestanden
+hätte. Mit ihrer fröhlichen Laune half sie der Freundin über
+manche Schwierigkeit hinweg und oft verstand sie es, durch
+ein Wort, ja durch einen Blick dieselbe zu zügeln, wenn sich
+die alte Heftigkeit melden wollte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eine heftige Szene hatte sie übrigens nicht wieder herbeigeführt.
+Fräulein Güssows Erzählung war auf fruchtbaren
+Boden gefallen und hatte ihren trotzigen Sinn etwas nachgiebiger
+gemacht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ueber ihre Fortschritte und Fähigkeiten herrschte unter
+ihren Lehrern und Lehrerinnen eine sehr verschiedene Ansicht,
+wie dieses in der letzten Konferenz recht deutlich zu Tage trat.
+Der Rechenlehrer und der Lehrer der Naturgeschichte behaupteten,
+daß Ilse ohne jede Begabung sei, daß sie weder Gedächtnis,
+noch Lust am Lernen besitze. Andre waren vom Gegenteile
+überzeugt. Fräulein Güssow, die in der Litteratur und Doktor
+Althoff, der Deutsch, Geschichte und in der französischen Litteratur
+unterrichtete, waren in jeder Beziehung mit Ilses
+Kenntnissen und ihren Fortschritten zufrieden. Professor
+Schneider lobte ganz besonders ihren Fleiß und ihre Ausdauer,
+die sie bei ihm entwickle, und erklärte mit aller Entschiedenheit,
+wenn Ilse so fortfahre, würde sie es mit ihrem
+<span class="tei tei-pb" id="page85">[pg 85]</span><a name="Pg085" id="Pg085" class="tei tei-anchor"></a>Talente weit bringen, sie habe in den acht Wochen, in denen
+sie seine Schülerin sei, so große Fortschritte im Zeichnen gemacht,
+wie nie eine andre zuvor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ueber dieses Lob geriet Monsieur Michael in Entzücken.
+Ja er vergaß sich in seiner lebhaften Freude so weit, daß
+er ausrief; »Bravo, Monsieur Schneider! So spreche auch
+ich, sie ist eine hochbegabte, eine entzückende, junge Mademoiselle.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar lächelte über diese Ekstase und erkundigte
+sich nach Ilses Betragen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Da kam denn leider manches bedenkliche Kopfschütteln an
+den Tag. Besonders wurde von einigen sehr gerügt, daß sie bei
+dem geringsten Tadel eine trotzige Miene mache, daß sie sogar
+mehrmals gewagt habe, zu widersprechen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leider, leider ist dem so,« bestätigte die Vorsteherin,
+»und ich habe nicht den Mut, zu glauben, daß wir sie ändern
+können. Ich fürchte sogar, daß ihr zügelloser Sinn uns eines
+Tages eine ähnliche Szene, wie die bereits erlebte, machen
+wird, und was geschieht dann?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dann geben wir sie den Eltern zurück,« fiel Miß Lead
+lebhaft ein. »Ich glaube, daß es dahin kommen wird. Ilse
+ist nicht nur verzogen, sie ist – wie soll ich sagen – sehr
+bäurisch, sehr brutal, sie paßt nicht in unsre Pension.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doktor Althoff warf der Engländerin einen etwas ironisch
+lächelnden Blick zu, als wollte er sagen: Du freilich mit
+deinen übertriebenen, strengen Formen hast kein Verständnis
+für das junge, frische Wesen mit seinem natürlichen Sinn –
+»Ich glaube, Sie irren, meine Damen,« wandte er ein, »in
+unsrer kleinen Ilse steckt ein tüchtiger Kern. Lassen Sie nur
+erst die etwas rauhe Schale sich von demselben abgestoßen
+haben und Sie werden sehen, in welch ein liebenswürdiges,
+natürliches, echt weibliches Wesen sich die bäurische, ›brutale
+Ilse‹,« er betonte die letzten Worte etwas stark, »verwandeln
+wird. Von der Natur ist sie dazu beanlagt, glauben Sie
+<span class="tei tei-pb" id="page86">[pg 86]</span><a name="Pg086" id="Pg086" class="tei tei-anchor"></a>mir. Man muß nur nicht von der kurzen Zeit, die sie bei
+uns verweilt, gar zu viel verlangen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead zuckte die Achseln und machte eine abweisende
+Miene. Fräulein Güssow dagegen sah Doktor Althoff dankbar
+an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das sage ich mit Ihnen, Herr Doktor!« stimmte sie
+bei. »Wir müssen Geduld haben mit unsrem wilden Vogel,
+der bis jetzt nur die Freiheit kannte. Fehler, die durch jahrelange,
+allzunachsichtige Erziehung in dem Kinde groß gezogen
+wurden, können unmöglich in wenigen Wochen vollständig abgestreift
+sein. Mir scheint, daß wir schon viel erreicht haben,
+wenn wir daran denken, wie wenig Arbeitstrieb Ilse mit in
+die Pension brachte und wie sie jetzt gewissenhaft und sogar
+in manchen Fächern ihre Aufgaben sehr trefflich anfertigt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssows Behauptung war vollständig berechtigt.
+Ilse war weit strebsamer geworden, das gute Beispiel der
+übrigen Mädchen spornte sie mächtig an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Anfangs war es ihr gleichgültig gewesen, ob man sie in
+die erste oder zweite Klasse brachte, als sie indes die Bemerkung
+machte, daß alle ihre Mitschülerinnen jünger waren, als sie,
+da erwachte der Ehrgeiz und zugleich ein Eifer in ihr, der
+sie antrieb, das Versäumte nachzuholen, zu lernen und zu
+arbeiten, damit sie bald in die erste Klasse komme.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihre Aufsätze besserten sich mit jedem Mal, auch nahm
+sie sich sehr zusammen, keine orthographischen Schnitzer mehr
+zu machen. Sie hatte allen Respekt vor Doktor Althoff, der
+stets mit einem leichten Spott dergleichen Fehler zu rügen wußte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihr letzter Aufsatz war der beste in der Klasse gewesen.
+»Ein Spaziergang durch den Wald« hieß das gegebene
+Thema und sie hatte ihre Aufgabe in anmutiger und lebendiger
+Weise gelöst. Sie wurde dafür gelobt, und Doktor Althoff
+las ihren Aufsatz der Klasse vor, was stets als eine besondere
+Auszeichnung galt. Mitten im Lesen unterbrach er sich lachend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da ist Ihnen ein ganz abscheulicher Irrtum passiert,
+<span class="tei tei-pb" id="page87">[pg 87]</span><a name="Pg087" id="Pg087" class="tei tei-anchor"></a>Ilse,« sagte er, »denn ich kann mir kaum denken, daß Sie
+wirklich dachten, was Sie hier niederschreiben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und er trat zu ihr und zeigte ihr die verhängnisvolle
+Stelle, die also lautete:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich war eine gans, tüchtige Strecke allein gegangen.«
+– Sie errötete, nahm schnell eine Feder und machte aus
+dem s ein z.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ein andres Mal sehen Sie sich besser vor, solche Verwechselungen
+können höchst komisch wirken. Auch mit den
+Kommas, Punkten u. s. w., rate ich Ihnen weniger verschwenderisch
+umzugehen, oder haben Sie die Absicht, es wie
+jene junge Dame zu machen, die, sobald sie eine Seite zu
+Ende geschrieben hatte, ganz willkürlich die Zeichen hineinsetzte.
+Etwa zehn Kommas, sieben Ausrufungszeichen, fünf Fragezeichen
+und neun Punkte, wie sie gerade Lust hatte, manchmal
+mehr, manchmal weniger. Das gab dann zuweilen einen
+tollen Sinn, Sie können es sich denken.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Mädchen lachten und Ilse mit. Ohne jede Empfindlichkeit
+nahm sie eine Rüge von diesem Lehrer auf, der es
+verstand, stets die richtige Art und Weise zu treffen. Mit
+liebenswürdigem Humor, in welchen er einen ernsten Tadel
+oftmals kleidete, richtete er weit mehr aus, wie mancher andre,
+der in der Aufregung sich zu zornigen Worten hinreißen ließ.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber wie schwärmten auch seine Schülerinnen für ihn!
+In jeder Mädchenschule giebt es gewiß einen Lehrer, der zum
+allgemeinen Liebling erkoren wird, in dem Institute des Fräulein
+Raimar hatte Doktor Althoff das Los getroffen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er ist furchtbar reizend!« beteuerte Melanie und schlug
+den Blick schwärmerisch gen Himmel. »Das bezaubernde
+Lächeln um seinen Mund, das blitzende, geistvolle Auge, das
+schmale, vornehme Gesicht, das dunkle, lockige Haar! Wirklich
+furchtbar nett!« Die neugierige Grete hatte sogar entdeckt,
+daß Schwester Melanie in einem Medaillon, welches sie an
+der Uhr befestigt trug, ein Stückchen Papier mit seinem Namen
+<span class="tei tei-pb" id="page88">[pg 88]</span><a name="Pg088" id="Pg088" class="tei tei-anchor"></a>geborgen hatte. Es war eine Unterschrift von seiner Hand,
+die sie unter einem früheren Aufsatze fortgeschnitten hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora Hopfstange besang den Gegenstand ihrer Verehrung
+in den überschwenglichsten Gedichten, auch war er der Held
+ihrer sämtlichen Novellen und
+Romane. Wie zufällig verlor
+sie zuweilen eines ihrer
+schwärmerischen Gedichte, natürlich
+nur in der Litteraturstunde,
+indessen vergeblich.
+Doktor Althoff hatte noch
+niemals eine ihrer kostbaren
+Dichterblüten gefunden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img088.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Selbst Orla teilte diese
+allgemeine Schwäche, trotzdem
+sie dieselbe stets verspottete.
+Längst aber hatte
+sie sich verraten und das ging
+so zu. Doktor Althoff trug
+eine Nelke in der Hand, als
+er die Klasse betrat und ließ
+dieselbe auf dem Katheder
+liegen. Kaum hatte er das
+Zimmer verlassen, als fast
+sämtliche Schülerinnen, wie
+die Stoßvögel auf die rote
+Blume zustürzten, um sie für
+sich zu gewinnen. Orla eroberte
+sie glücklich. Hoch
+hielt sie ihre Siegestrophäe
+in die Luft und eilte damit auf ihr Zimmer. Vom Juwelier
+ließ sie sich dann ein goldenes Medaillon anfertigen mit einer
+russischen Inschrift darauf. Grete hatte das bald genug herausgewittert,
+aber leider stand sie vor einem unlösbaren Rätsel,
+<span class="tei tei-pb" id="page89">[pg 89]</span><a name="Pg089" id="Pg089" class="tei tei-anchor"></a>denn Orla würde ihr nimmermehr vertraut haben, daß die
+beiden Worte ins Deutsche übertragen hießen: »Vom Angebeteten.«
+– In diese kostbare, goldene Hülle legte sie die
+Nelke und trug sie immer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie machte es am ärgsten. Eines Abends, als sie mit
+Ilse allein auf ihrem Zimmer war, nahm sie ein Federmesser
+und ritzte damit den Anfangsbuchstaben seines Vornamens in
+ihren Oberarm. Mit spartanischem Mute ertrug sie lächelnd
+diese schmerzhafte Operation.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber Nellie, wie albern bist du!« rief Ilse. »Warum
+machst du denn den Unsinn? Wenn Herr Doktor Althoff all’
+eure Dummheiten erfährt, müßt ihr euch doch schämen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schweig!« gebot Nellie scherzhaft, »du bist noch ein
+klein’ grüner Schnabel. Du verstehst nix von heimliche Anbetung.
+Komm erst in der Jahre und lerne ihr begreifen.
+Dein Herz lauft noch in der Kinderschuhe.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse wollte sich totlachen. Ihr gesunder, urwüchsiger
+Sinn verstand und begriff dergleichen krankhafte Dinge nicht.
+»Ach Nellie!« rief sie fröhlich, »du sprichst so weise, wie
+eine alte Großmama, und bist doch nur zwei Jahr älter
+als ich.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie war aber keineswegs wie eine Großmama, oft
+sogar konnte sie recht kindlich denken und handeln, wenn es
+darauf ankam, irgend etwas für ihren Schnabel zu gewinnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eines Sonntags, es war gegen Abend, stand sie am
+offnen Fenster in ihrem Zimmer und blickte sehnsüchtig auf
+den Apfelbaum, dessen Früchte goldgelb und rotwangig, höchst
+verlockend zwischen dem dunklen Laube hindurch lachten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die schöne Aepfel!« rief sie aus, »o, hatte ich doch
+gleich einer davon! Er ist reif, Ilse, ich weiß, ich kenne
+dieser Baum genau. Ich habe jetzt so groß’ Lust, Apfel zu
+speisen, und darf ihn doch nur ansehen! Sehen – und nicht
+essen – es ist hart!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse, die nach Nellies Muster und Angabe einen grauen
+<span class="tei tei-pb" id="page90">[pg 90]</span><a name="Pg090" id="Pg090" class="tei tei-anchor"></a>Wäschbeutel mit roten Arabesken benähte, legte die Arbeit
+beiseite und trat zu der Freundin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, die sind reif,« sagte sie und betrachtete mit Kennermiene
+die Aepfel, »wir haben dieselbe Sorte daheim, das
+sind Augustäpfel. Wenn ich doch gleich in Moosdorf wäre,
+dann stieg’ ich in den Baum und holte welche herunter, aber
+hier – – ach!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie horchte auf und blickte Ilse an, die mit wehmütigem
+Verlangen hinauf in den Baum sah. Plötzlich kam
+ihr ein guter Gedanke.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist in der Baum gestiegen?« fragte sie. »O, Ilse,
+ich habe ein’ furchtbar nette Idee! – Du steigst in der Baum
+und holst uns von der Apfel!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die letzten Worte sprach sie flüsternd, damit ja kein unberechtigtes
+Ohr etwas erlauschte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses braune Augen leuchteten auf. »Wie gern würde
+ich das thun! Aber ich darf ja nicht! Denk’ nur, Nellie,
+wenn Fräulein Raimar oder irgend jemand anderes mich
+sehen würde!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß mir nur machen,« meinte Nellie und machte ein
+höchst listiges Gesicht. »Heut’ abend, wenn Fräulein Raimar
+und alles andre auf seines Ohr liegt, dann erheben wir uns
+wieder von unsrem Lager und die mutige Ilse wird wie eine
+Katz’ leise aus die Fenster steigen und in der Baum klettern.
+Der lieber Mond steckt sein’ Latern’ dazu an und leuchtet sie,
+daß sie die besten und großesten Apfel finden kann. Und ich
+geb’ acht, daß nix kommt, – ich werde eine gute Spion
+sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse strahlte vor Wonne. Der Gedanke war auch zu
+verlockend, als daß sie noch länger Bedenken tragen sollte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist zu himmlisch!« rief sie so laut, daß Nellie ihr
+die Finger auf den Mund legte. »Ich ziehe meine Blouse
+und den blauen Rock dazu an und steige hinauf in das grüne
+Blätterdach. Es ist himmlisch, Nellie!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page91">[pg 91]</span><a name="Pg091" id="Pg091" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie ergriff die Freundin am Arme und tanzte mit
+ihr durch das Zimmer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, du bist einer Engel! du kluge Ilse! Wenn wir
+nur erst Nacht hätten!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse stand schon wieder am Fenster und warf prüfende
+Blicke in den Baum. »Siehst du, auf diesen Zweig steige
+ich zuerst,« sagte sie ganz erregt, »und dann auf den dort,
+– es hängen drei herrliche Aepfel daran, – die pflücke ich
+zuerst und werfe sie dir zu, – dann geht es höher hinauf
+bis an Melanies und Orlas Stubenfenster, – sie lassen es
+immer offen stehen des Nachts – dann stecke ich den Kopf
+hinein und rufe: Gute Nacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse!« rief Nellie entsetzt, »du darfst der Unsinn nicht
+thun! Gieb dein’ Hand darauf!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es war nur Scherz,« entgegnete Ilse. »Sei ohne
+Sorge, Nellie, ich werde ganz artig und still sein, niemand
+soll von unsrem entzückenden Abenteuer erfahren!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Zeit verging den beiden Mädchen wie mit Schneckenpost.
+Ilse, die sich wenig verstellen konnte, war während des
+Abendessens ganz besonders lustig und aufgeregt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du siehst so unternehmend und fröhlich aus,« bemerkte
+Fräulein Güssow, »hast du eine gute Nachricht aus der
+Heimat erhalten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse wurde rot und fühlte sich wie ertappt. Ein Glück
+für sie, daß die Lehrerin ganz arglos die Bemerkung machte
+und gar nicht weiter auf sie achtete, vielleicht wäre ihr doch
+die verräterische Röte aufgefallen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Endlich, endlich, war alles still im Hause. Die Runde
+durch sämtliche Schlafgemächer war gemacht, und Fräulein
+Güssow war bereits in ihr Zimmer zurückgekehrt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie saß in ihrem Bett und lauschte. Sie hatte unten
+die Thür sich schließen hören, wartete noch eine kleine Weile,
+dann erhob sie sich und glitt wie ein Geist durch das Zimmer
+und lehnte sich weit zum Fenster hinaus.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page92">[pg 92]</span><a name="Pg092" id="Pg092" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was machst du?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will sehen, ob Fräulein Güssow noch Licht in sein’
+Schlafstube hat –« flüsterte sie. »Noch ist hell unten, –
+immer noch – –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Soll ich aufstehen?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, du sollst dir ganz ruhig halten und nicht so laut
+sprechen. Sie hat noch immer hell. Wie langweilig! Was
+sie nur anfangt! Warum geht sie nicht in ihr Bett und
+macht die Auge zu.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie beugte sich weit zum Fenster hinaus und sah unverwandt
+auf die seitwärts liegenden, noch immer erleuchteten
+Fenster. Im Flüstertone rief sie Ilse ihre Bemerkungen zu.
+Plötzlich fuhr sie schnell mit dem Kopfe zurück und legte den
+Finger auf den Mund.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei ganz still, Ilse, rühr’ dir nicht,« sagte sie dann,
+sich auf den Zehen zu derselben heranschleichend, »sie hat eben
+der Kopf zum Fenster ausgesteckt und sieht in der Mond.
+Beinah’ hat sie mir erblickt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach einem kleinen Weilchen hörte sie das Fenster schließen
+und als Nellie vorsichtig hinunter blickte, war das Licht gelöscht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jetzt ist die große Augenblick gekommen,« wandte sie
+sich in pathetischem Tone an Ilse und streckte die Hand aus,
+»erheben Sie sich, mein Fräulein, und gehen Sie an das
+großes Werk!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war so aufgeregt durch den Gedanken an das nächtliche
+Abenteuer, daß sie gar nicht bemerkte, wie urkomisch
+Nellie aussah, als sie in ihrem langen Nachtgewande, den
+Arm weit ausgestreckt, so vor ihr stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eilig erhob sie sich und begann sich anzukleiden. Das
+war bald geschehen, da das Blousenkleid, und was sie sonst
+noch nötig hatte, schon bereit lag.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Gegen die Stiefel erhob Nellie Einsprache. »Sie sind
+zu unschicklich, zu plump, du machst eine so laute Schritt,
+daß alles aufwacht.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page93">[pg 93]</span><a name="Pg093" id="Pg093" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hörte nicht darauf. Sie hatte dieselben bereits angezogen
+und schlich auf den Zehen zum Fenster hin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb mir das Körbchen,« bat sie. Nellie hing ihr ein
+solches um den Hals, damit sie den Arm frei behalte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So, nun bist du reisefertig, mach’ deine Sach’ brav,
+mein Kind,« sagte sie und küßte Ilse auf die Wange.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die hörte nichts. Mit leichtem Sprunge schwang sie sich
+auf das Fensterbrett und von dort stieg sie in den Baum.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aengstlich blickte ihr Nellie nach. Aber sie hatte nicht
+Ursache, besorgt zu sein. Ilse kletterte leicht und gewandt
+wie ein Eichkätzchen trotz ihrer schweren Stiefel. Als sie die
+drei bewußten Aepfel erreichen konnte, brach sie dieselben und
+warf sie Nellie zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da hast du eine Probe!« rief sie übermütig in halblautem
+Tone, »damit dir die Zeit nicht lang werde, bis ich
+wiederkomme!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Früchte kollerten bis an das Ende des Zimmers zu
+Nellies Entsetzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, was thust du!« flüsterte sie und erhob drohend die
+Finger. »Die Köchin schläft unter dieser Zimmer, soll sie von
+der Spektakel aufwachen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bärbchen schläft fest, ich höre sie draußen schnarchen,«
+gab Ilse zurück. – »Wir können ganz ohne Sorge sein –
+alles schläft – alles ist still und dunkel. – Nun lebe wohl,
+Nellie, jetzt trete ich meine Reise an. Ach, es ist köstlich hier!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Plötzlich bekam es Nellie mit der Angst. »Ich zittre
+für dir,« sprach sie mit bebenden Lippen, – »komm wieder
+her, – es könnte ein Unglück sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse lachte in sich hinein und stieg keck höher und höher.
+Sie war so recht in ihrem Elemente und frei wie der Vogel
+in der Luft regte sie ihre Schwingen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bald hatte sie die Spitze erreicht. Der Mond schien
+voll und klar und zeigte ihr jeden Schritt, den sie zu machen
+hatte. Als sie in gleicher Höhe mit dem Schlafgemache Orlas
+<span class="tei tei-pb" id="page94">[pg 94]</span><a name="Pg094" id="Pg094" class="tei tei-anchor"></a>und der Schwestern war, konnte sie der Versuchung nicht
+widerstehen, einen Blick in das Fenster zu thun. Vorsichtig
+und behende balancierte sie auf dem Ast, der sie trug und
+dessen grüne Spitzen beinahe das eine Fenster berührten, und
+sah hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ruhig, nichts ahnend lagen die Schläferinnen da, hell
+vom Mondlicht beschienen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einen Augenblick regte sich der Uebermut in ihr. Ob
+sie den Mädchen einen Schabernak spielte? »Nur einmal
+gegen die Fensterscheibe klopfen,« dachte sie, und schon streckte
+sie den Finger aus dazu, – da bewegte sich Orla im
+Schlafe. Unwillkürlich fuhr Ilse zurück und ihre tolle Idee
+blieb unausgeführt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es hingen so viel schöne Aepfel rechts und links und
+überall, mit kleiner Mühe hätte sie in wenigen Augenblicken
+ihr Körbchen damit füllen können, aber dazu hatte sie keine
+Lust, immer höher hinauf strebte ihr Verlangen, sie hatte
+nun einmal die Freiheit gekostet, so schnell wollte sie dieselbe
+nicht wieder aufgeben. Die Krone des Baumes war ihr Ziel,
+wohl eine beschwerliche Fahrt, aber sie schreckte nicht davor
+zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie ein Bube erklomm sie die manchmal schwer zu erreichenden
+Zweige, – ein einziger Fehltritt und sie lag unten
+mit zerbrochenen Gliedern, – dieser Gedanke kam ihr nicht
+in den Sinn, sie hatte daheim ganz andre tollkühne Kletterpartien
+ausgeführt und jede Furcht vor Gefahr verlernt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mutig ging es vorwärts. Die lauschende Nellie vernahm
+dann und wann ein Knacken der Aeste, oder das Herabfallen
+eines Apfels. Einmal schrak sie heftig zusammen, ein Vogel
+flog auf. Ilse mochte ihn in seiner Nachtruhe gestört haben.
+– Es wurde ihr recht ängstlich auf ihrem Lauscherposten,
+eine Ewigkeit dünkte es ihr, daß Ilse sie verlassen hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse!« rief sie leise. Keine Antwort erfolgte. Wie war
+es auch möglich, daß ihr Ruf zu derselben emporgetragen
+<span class="tei tei-pb" id="page95">[pg 95]</span><a name="Pg095" id="Pg095" class="tei tei-anchor"></a>wurde, die oben in der Krone stand und die erfrischende Nachtluft
+mit vollen Zügen einsog.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie fühlte sie sich glückselig, wie frei, wie heimatlich
+wurde es ihr zu Mute! Keine Fesseln drückten sie mehr,
+Schulzwang, Pension, Vorsteherin – alles entschwand ihr wie
+in nebelweite Ferne – der Garten da unten gehörte dem
+Papa, der Baum, auf dem sie war, stand vor seinem Fenster,
+es war der alte Nußbaum, in dessen grünem Laubwerk sie so
+manchmal neckend Versteck gespielt hatte mit dem Papa, wenn
+er sie überall suchte, von dessen oberster Spitze sie dann plötzlich
+mit einem schlichen »Juchhe!« ihm antwortete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Juchhe!« Ganz in Erinnerung versunken, brach es
+plötzlich laut und kräftig aus ihrer Kehle hervor, daß es weithin
+durch den Garten schallte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im selben Augenblicke erwachte sie aus ihrem Traume
+und ganz erschrocken fuhr sie mit der Hand nach dem Mund.
+Was hatte sie gethan! Aber die Reue kam jetzt zu spät, vor
+allem mußte sie an den schnellsten Rückzug denken, denn wie
+sie vermutete, so war es, ihr unvorsichtiger Ruf war im Hause
+vernommen worden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie war davon erwacht und richtete sich entsetzt in
+ihrem Bette auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Grete!« rief sie mit bebenden Lippen, »hast du
+gehört?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« tönte es gedämpft zurück. »Melanie, ich fürchte
+mich tot!« Sie hatte sich die Decke über den Kopf gezogen
+und erwartete mit zitternder Angst ihr Schicksal.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auch Orla war erwacht. »Was war das?« fragte sie,
+»wo kam der laute Schrei her? Mir war es, als ob er
+dicht vor meinem Bette ausgestoßen wurde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Allmächtiger Gott!« schrie Melanie auf, »siehst du nichts?
+O, ich habe etwas furchtbar Schreckliches gesehen! Eben dort!
+– dicht am Fenster flog es vorüber! Ein Gespenst war es,
+mit fliegenden Haaren und großen, glühenden Augen! Hu,
+<span class="tei tei-pb" id="page96">[pg 96]</span><a name="Pg096" id="Pg096" class="tei tei-anchor"></a>wie es mich ansah, als ob es mich verschlingen wollte! O,
+Orla – ein Gespenst – ein Gespenst!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie klapperte mit den Zähnen vor Furcht und Schrecken,
+und Orla, die nichts gesehen hatte, sondern nur ein lautes
+Brechen und Knacken im Baume vernommen, sprang mutig
+aus ihrem Bette, schlug ihre Steppdecke über die Schultern
+und sah zum Fenster hinaus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grade hatte Ilse ihre tolle Fahrt beendet. In rasender
+Hast und Angst hatte sie dieselbe von der Höhe des Baumes
+bis zu ihrem Zimmerfenster gemacht, und Nellie, sie erwartend,
+streckte ihr beide Arme, soweit sie konnte, hilfreich entgegen.
+Sie war leichenblaß und außer sich über Ilses Tollkühnheit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was hast du gemacht?« flüsterte sie, »du hast uns verraten!
+– hast du gehört? Ueber uns sind sie aufgeweckt! –
+Orla spricht ... Wir sind verloren!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eilig nahm sie der am ganzen Körper zitternden Ilse,
+deren Hände blutig geritzt waren, das Körbchen ab, warf die
+wenigen Aepfel, die nicht herausgefallen waren, in ihr Bett,
+das Körbchen hinter den Schrank, und legte sich nieder, alles
+in der größten Hast.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte ein gleiches gethan. Ohne sich zu entkleiden,
+mit Stiefel und Blousenkleid, sprang sie in ihr Bett und deckte
+sich bis an das Kinn zu. Sie schloß die Augen und erwartete
+in Todesangst das furchtbare Strafgericht, das ihrer
+wartete. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bei dem trügerischen Lichte des Mondes konnte Orla
+nicht erkennen, was eigentlich vorging. Sie sah wohl eine
+Gestalt – sah ein Paar weiße Arme, die ihr fabelhaft lang
+erschienen, aber nur einen flüchtigen Moment, dann war die
+ganze Erscheinung lautlos und still wie im Nebel verschwunden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie lauschte noch einige Augenblicke atemlos, aber der
+Spuk war vorbei – nichts rührte sich. Trotz ihres Mutes
+wurde es ihr unheimlich zu Mute. Sie zog den Kopf zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun?« fragte Melanie, »sahst du etwas?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page97">[pg 97]</span><a name="Pg097" id="Pg097" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« entgegnete Orla, »deutlich habe ich eine Gestalt
+gesehen, und ich könnte darauf schwören, daß sie von zwei
+langen, weißen Armen in Nellies Zimmer gezogen wurde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Liebe, liebe Orla!« bat Melanie kläglich und mit gerungenen
+Händen, »wecke die Leute! Wenn das Gespenst
+noch einmal erscheint, sterbe ich vor Angst!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img097.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla ergriff die Klingelschnur, die sich dicht neben ihrem
+Bette befand, und läutete. In jedem Zimmer war eine solche
+angebracht, für den Fall, daß ein plötzliches Unwohlsein eine
+Pensionärin des Nachts befiel. Sämtliche Schnüre führten
+zu einer Hauptglocke, die unten, dicht neben Fräulein Raimars
+Schlafzimmer angebracht war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Laut und schrill, wie eine Sturmglocke, tönte ihr Klang,
+der noch niemals die Ruhe gestört, durch die Stille der
+Nacht. Nellie und Ilse erzitterten, als ob sie ihr Sterbeglöcklein
+hörten.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page98">[pg 98]</span><a name="Pg098" id="Pg098" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie mit einem Zauberschlage wurde es lebendig im
+Hause. Die Fenster, die eben noch dunkel und wie träumend
+in den Garten geblickt hatten, erhellten sich. Thüren wurden
+geöffnet, Stimmen laut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Vorsteherin, im tiefen Negligee, ein Licht in der
+Hand, trat zuerst aus ihrem Zimmer. Fast gleichzeitig erschien
+Fräulein Güssow. Als beide den Korridor passierten,
+schoß Miß Lead aus ihrer Zimmerthür, ängstlich fragend blickte
+sie die Damen an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie war nicht gerade eine Heldin, die gute Miß, der
+Glockenschall war ihr in alle Glieder gefahren. Zitternd war
+sie aus dem Bette gesprungen und hatte nach ihren Kleidungsstücken
+gesucht. Im Dunkeln tappte sie vergeblich darnach.
+Sie hatte Licht anzünden wollen, aber die Schachtel mit
+Streichhölzern war ihr in der Aufregung entfallen. In
+nervöser Hast ergriff sie einen schottischen Plaid und drapierte
+sich denselben wie einen Mantel um ihre Gestalt. Ihr spärliches
+Haar, das sie jeden Abend eine gute Viertelstunde kämmte
+und bürstete, hing gelöst auf ihre Schulter herab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie machte einen höchst komischen Eindruck in diesem
+abenteuerlichen Kostüme und die Vorsteherin gab ihr den ernstlichen
+Rat, sie möge sich wieder niederlegen, aber Miß Lead
+wehrte dieses Ansinnen lebhaft ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nein!« Und sie hing sich an Fräulein Güssows
+Arm so fest, als ob sie bei ihr Schutz und Beistand suche.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auch mehrere Pensionärinnen waren von dem ungewohnten
+Lärm erwacht und aufgestanden. Angstvoll stürzten
+sie aus ihren Zimmern und folgten den Lehrerinnen dicht
+auf dem Fuße, Flora hatte sogar einen Rockzipfel der Vorsteherin
+erfaßt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla hörte Stimmen auf der Treppe und öffnete die
+Thür.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist dir oder den Schwestern etwas passiert?« fragte Fräulein
+Raimar schnell in das Zimmer tretend.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page99">[pg 99]</span><a name="Pg099" id="Pg099" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Statt Orla antwortete Melanie: »Etwas furchtbar Schreckliches
+haben wir erlebt!« rief sie. »Ein Gespenst, ein furchtbares
+Gespenst haben wir gesehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast geträumt,« sagte die Vorsteherin, »es giebt keine
+Gespenster!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich sah es mit offenen Augen, Fräulein!« entgegnete
+Melanie mit voller Ueberzeugung. »Erst erwachten wir alle
+drei von einem furchtbar lauten Schrei, nicht wahr, Orla!
+gleich darauf sauste das Gespenst hier ganz dicht am Fenster
+vorbei.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es war vielleicht ein Spitzbube, der sich Aepfel holen
+wollte,« beruhigte die Vorsteherin. »Hast du auch etwas gesehen,
+Orla?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« sagte sie. »Ich sah zum Fenster hinaus und
+da schien es mir, als ob etwas in Nellies Zimmer verschwand –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Pensionärinnen, sogar Miß Lead, drängten sich im
+dichten Knäuel ängstlich um Fräulein Raimar. Gespenster –
+Spitzbuben! das war ja um sich tot zu fürchten. So schauerliche
+Dinge hatte man noch niemals in der Pension erlebt.
+Flora zitterte zwar vor Furcht und Erregung, trotzdem fand
+sie dieses Erlebnis höchst romantisch. Sie nahm sich vor, in
+ihrem nächsten Romane dasselbe zu verwerten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow hatte kaum vernommen, daß der Spuk
+in Nellies Zimmer verschwunden sein solle, als sie still die
+Treppe hinunterstieg und sich zu den beiden Mädchen begab.
+Sie öffnete die Thür und leuchtete in das Zimmer. Ihr
+Blick glitt prüfend durch dasselbe, es war nichts Verdächtiges
+zu sehen. Die Fenster waren geschlossen und Ilse schien fest
+zu schlafen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie hatte sich im Bett erhoben und that ganz erstaunt
+beim Anblick der Lehrerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, was giebt es?« fragte sie. »Warum ist der Glocke
+gezogen? Ich habe mir so erschreckt.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page100">[pg 100]</span><a name="Pg100" id="Pg100" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es soll hier jemand in das Fenster bei euch gestiegen
+sein,« antwortete Fräulein Raimar, die mit den übrigen Fräulein
+Güssow gefolgt war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie stockte der Atem vor Angst. Was sollte sie beginnen?
+Die Wahrheit gestehen? Unmöglich! Es wäre zugleich
+Ilses und ihre Entlassung aus der Pension gewesen. Und
+lügen? Sie wäre nicht dazu im stande gewesen. Entsetzt
+blickte sie die Vorsteherin an und gab keine Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dieselbe deutete Nellies stummes Entsetzen anders und sah
+es für eine Folge des plötzlichen Schreckens an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, nun,« beruhigte sie, »du darfst dicht nicht weiter
+ängstigen. Orla und die Schwestern wollen durchaus einen
+lauten Schrei gehört haben und Orla behauptet fest, es sei ein
+Gespenst vor ihrem Fenster vorbeigeflogen und hier in eurem
+Zimmer verschwunden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, eine Gespenst! Wie furchtbar!« wiederholten Nellies
+zitternde Lippen und ihr blasses Gesicht – die Angst, die sich
+in ihren Zügen malte, erweckten Mitleid in Fräulein Raimars
+Herzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Beruhige dich nur,« sagte sie, »die Mädchen werden geträumt
+haben. Das ganze Haus haben sie in Aufruhr gebracht.
+– Ich denke, wir legen uns wieder nieder,« wandte
+sie sich zu Fräulein Güssow, »es ist das beste Mittel, die aufgeregten
+Gemüter zur Ruhe zu bringen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Schon im Herausgehen begriffen, fiel ihr die schlafende
+Ilse ein. Sie trat an das Bett derselben und beugte sich leicht
+darüber. »Ist denn Ilse gar nicht erwacht von dem Spektakel?«
+fragte sie erstaunt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit Todesangst verfolgte Nellie jede Bewegung der Vorsteherin.
+Wenn sie sich ein wenig zur Seite wandte, wenn
+ihr Blick das Fußende des Bettes streifte – dann waren sie
+verloren. Unter dem Deckbette – o Entsetzen! sah eine Spitze
+von Ilses fürchterlichem Stiefel vor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie hat immer ein so fester Schlaf,« brachte Nellie
+müh<span class="tei tei-pb" id="page101">[pg 101]</span><a name="Pg101" id="Pg101" class="tei tei-anchor"></a>sam hervor und plötzlich – im Augenblicke der höchsten Not
+kehrte ihre Geistesgegenwart zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, bitte, Fräulein Güssow,« sagte sie und erhob
+flehend die Hände, »sehen Sie unter meines Bett, ob keine Gespenst
+daliegt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden
+auf Nellie und die Angeredete nahm wirklich das Licht und
+leuchtete unter das Bett. Fräulein Raimar schüttelte unwillig
+den Kopf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei nicht kindisch, Nellie,« verwies sie dieselbe, »du wirst
+in deinem Alter doch wahrlich nicht mehr an Spukgeschichten
+glauben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Miß Lead, die bis dahin mit den Pensionärinnen
+vor der äußeren Thür gestanden, trat zu ihrer Landsmännin
+und schalt sie wegen ihrer Furchtsamkeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kaum hatte Nellie die sonderbar Gekleidete erblickt, als
+sie in ein lautes Gelächter ausbrach. »O, Miß Lead!« rief
+sie aus. »Sie haben die Aussicht wie eine Räuberhauptmann!
+Seien Sie nicht böse, aber ich muß lachen!« Und die übrigen
+Mädchen stimmten fröhlich ein in das Gelächter, sie hatten bis
+jetzt nicht auf die englische Lehrerin geachtet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead wurde hochrot vor Aerger, und die Vorsteherin
+gab Nellie einen ernsten Verweis über ihr unartiges Benehmen.
+Es wurde darüber die Gespenstergeschichte vergessen und Ilse
+nicht weiter beachtet. Oder doch?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow entfernte sich, mit dem Lichte in der
+Hand, sehr schnell aus der Thür – hatte sie vielleicht die unselige
+Stiefelspitze entdeckt?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir wollen Ilses Ruhe nicht stören,« sagte sie, »warum
+soll die Aermste auch noch ermuntert werden?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie haben recht, wir wollen sie nicht stören. Aber sie
+hat einen wunderbar festen Schlaf. Nun geht zur Ruhe,
+Kinder. Melanies Gespenst war sicherlich nichts weiter, als
+eine Katze, die sich im Baume einen Vogel gefangen hat. Ihr
+<span class="tei tei-pb" id="page102">[pg 102]</span><a name="Pg102" id="Pg102" class="tei tei-anchor"></a>könnt ganz ohne Sorge sein, zum zweitenmal wird es nicht
+wiederkehren.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Damit hatte der nächtliche Spuk sein Ende erreicht. In
+kurzer Zeit lag alles wieder im tiefen Schlafe. Melanie hatte
+die Lampe brennen lassen, um keinen Preis würde sie im
+Dunklen geblieben sein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Nellie sich vollkommen überzeugt hatte, daß alles wieder
+still im Hause war, da kehrte mit dem Gefühle der Sicherheit
+auch ihre frohe Laune wieder. Sie suchte die Aepfel unter der
+Bettdecke hervor und fing an, gemütlich zu essen, als ob nichts
+vorgefallen wäre.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was machst du denn?« fragte Ilse, als sie das knirschende
+Geräusch hörte. Sie hatte bis jetzt noch nicht gewagt, sich zu
+rühren, und lag wie im Schweiße gebadet da.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich speise Aepfel,« entgegnete Nellie sorglos.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber, Nellie, wie kannst du das nur!« rief Ilse ganz
+entrüstet. »Ich zittre noch an allen Gliedern, mein Herz schlägt
+wie ein Hammer – und du kannst essen! Wirf die Aepfel fort
+– sie gehören ja gar nicht uns. Ach, Nellie, ich ärgere mich
+über meinen dummen Streich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O was!« sagte Nellie ruhig weiter essend, »man muß
+thun, als ob man zu Haus ist! Gräm’ dir nicht mit unnütze
+Gedanke, zieh’ dir lieber aus und pack’ deine Sache fort in
+deine Koffer. Du kannst ruhig schlafen, mein Darling, morgen
+weiß kein’ Seel’ von unser lustiges Abenteuer und du wirst
+sehr klug sein, liebe Ilschen, und schweigen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ging heute nicht auf Nellies scherzenden Ton ein;
+der Gedanke, die Vorsteherin hintergangen zu haben, drückte
+sie schwer. Schweigend entkleidete sie sich und verschloß ihre
+Sachen sorgfältig in den Koffer. Dann legte sie sich nieder.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Schlaf aber wollte nicht kommen. Nellies regelmäßige
+Atemzüge verrieten längst, daß dieselbe sanft und süß eingeschlummert
+war, als sie noch immer wachend im Bette lag.
+Der Gedanke, wie nahe sie daran gewesen war, entdeckt zu
+<span class="tei tei-pb" id="page103">[pg 103]</span><a name="Pg103" id="Pg103" class="tei tei-anchor"></a>werden, schreckte sie immer von neuem auf. Sobald sie im
+Begriffe war, einzuschlafen, fuhr sie angstvoll in die Höhe.
+Endlich schlief sie ein, aber selbst im Traum quälten sie die
+schrecklichsten Bilder. Bald wurde sie verfolgt, bald fiel sie vom
+Baume und zuletzt hatte sie sich in einen Vogel verwandelt und
+eine große Eule wollte sie fressen. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Früh am andern Morgen, als Fräulein Raimar ihren
+Spaziergang durch den Garten machte, blieb sie vor dem
+Apfelbaume stehen. Sie schüttelte den Kopf und rief den
+Gärtner.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es müssen Diebe in diesem Baume gewesen sein, Lange,«
+sagte sie, »sehen Sie nur das viele Laub und sogar einige abgebrochene
+Zweige darunter. Da liegen auch mehrere Aepfel,
+die sie verloren haben mögen. Machen Sie doch, solange das
+Obst noch nicht abgenommen ist, öfters des Nachts eine Runde
+durch den Garten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist mir ein Rätsel, wie sie hereingekommen sind,«
+bemerkte der Gärtner kopfschüttelnd, »die Gartenpforte war
+fest verschlossen. Sie müssen geradezu über die Mauer geklettert
+sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wohl möglich,« stimmte Fräulein Raimar ihm bei, und
+im Weitergehen dachte sie, daß Melanie doch im Rechte gewesen
+sei. Freilich ein Gespenst hatte sie nicht gesehen, wohl
+aber einen Spitzbuben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Oben, am offnen Fenster, standen die beiden Mädchen
+und hatten jedes Wort vernommen. Ilse war es heiß und
+kalt dabei geworden und sie hatte sich wie eine arme Sünderin
+ertappt und beschämt gefühlt. Nellie dagegen lachte so recht
+vergnügt in sich hinein und nahm alles wie einen köstlichen
+Scherz hin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist eine spaßige Sach’,« sagte sie übermütig, »ich
+kann mir totlachen! Wenn sie wüßte, daß die böse Spitzbuben
+mit sie unter eine Dach wohnen. – Wie würde sie sich
+staunen!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page104">[pg 104]</span><a name="Pg104" id="Pg104" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hielt ihr den Mund zu. »Du darfst nicht darüber
+lachen, Nellie,« gebot sie entschieden, »ich schäme mich so sehr!
+Spitzbuben hat uns Fräulein Raimar genannt, und das sind
+wir auch. Ich hatte gar nicht daran gedacht, und das war
+recht dumm von mir.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer wird so strenge richten, kleine Weisheit,« tröstete
+Nellie. »Was man in der Mund steckt, ist kein Diebstahl,
+merken Sie sich das! Fräulein Raimar bekommt auch so große
+Kostgeld, da bezahlen wir die paar lumpige Apfel alle mit. –
+Komm, gieb mir ein Kuß und sieh nicht so trübe aus, du klein
+Spitzbube!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit Nellie war schwer streiten. Sie widerlegte so harmlos
+und sah so schelmisch dabei aus, daß Ilse, wenn sie auch
+nicht überzeugt wurde, sich wenigstens nicht mehr so hart anklagte.
+Aber auf einem bestand sie. Nellie mußte ihr die Hand
+darauf geben, daß niemals wieder ein ähnlicher Streich von
+ihnen ausgeführt werden solle. – –
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Tage wurden kürzer und kürzer. Der Oktoberwind
+fuhr sausend durch die Bäume und trieb sein lustiges Spiel
+mit den trocknen, gelben Blättern. Oede und verlassen lag der
+Garten des Instituts, denn der schöne Aufenthalt im Freien
+hatte so ziemlich ein Ende, die Mädchen waren mehr und mehr
+auf die Zimmer angewiesen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In den Wochentagen empfanden sie das kaum, aber an
+den Sonntagnachmittagen, die sie gewohnt waren, im Garten
+zu verleben, da fühlten sie sich doppelt eingeengt. In den
+Zimmern war es so dumpf, so langweilig; so war Ilses Ansicht.
+Man konnte doch nicht immer Briefe schreiben, oder
+nähen. Sich die Zeit verkürzen mit Romanschreiben, das konnte
+nur Flora, die denn auch den innigen Wunsch hatte, die Sonntagnachmittage
+möchten ewig dauern.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page105">[pg 105]</span><a name="Pg105" id="Pg105" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img105.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page107">[pg 107]</span><a name="Pg107" id="Pg107" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich komme heute auf euer Zimmer,« sagte sie eines
+Sonntagmorgens zu den Freundinnen. »Ich werde euch
+meine neueste Novelle vorlesen, natürlich nur den Anfang und
+den Schluß, das andre habe ich noch nicht geschrieben, ich
+mache es immer so. Ich sage euch, ihr werdet entzückt sein,
+Kinder! Ich selbst fühle, wie entzückend mein neuestes Werk
+mir gelungen ist!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie lächelte. »Wie ich mir auf dieser neue Werk freue!«
+sprach sie neckend. »Immer nur die Anfangs und die Endes
+macht Flora. Die langweilige Mitte laßt sie aus! O, sie ist
+ein großer Dichter!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora war heute gar nicht empfindlich, sie that, als höre
+sie Nellies Neckereien nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also auf heute nachmittag!« sagte sie und drückte Ilse
+die Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach der Kaffeestunde begleitete sie denn auch die beiden
+Mädchen auf ihr Zimmer, und nachdem alle drei am Fenster
+Platz genommen hatten, zog sie mit wichtiger Miene mehrere
+lose Blätter aus ihrer Kleidertasche hervor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Fang doch an dein’ Novelle, warum besinnst du dir?«
+fragte Nellie, als Flora ein Blatt nach dem andern ansah und
+wieder beiseite legte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Entschuldigt einen Augenblick,« entgegnete Flora, »das
+ist mir alles so durcheinandergekommen. – Seite 5–10–11–3–«
+zählte sie. »Halt! hier ist Blatt I. So, nun will
+ich beginnen! – Und Nellie, thue mir den einzigen Gefallen,
+unterbrich mich nicht fortwährend mit deinen witzigen Einfällen,
+du schwächst wirklich den ganzen Eindruck damit. – Nun hört
+zu. Meine Novelle heißt:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-hi" style="text-align: center; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Ein Schmerzensopfer.</span></span></p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Meer brauste und der Sturm tobte. – Weiße Möwen
+flogen krächzend darüber hinweg. – Der Mond lugte dann
+und wann zwischen zerrissenen Wolken hervor – traurig –
+einsam. – –
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page108">[pg 108]</span><a name="Pg108" id="Pg108" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Da schaukelt ein kleines Schiff auf den hohen Wogen
+und nähert sich dem Strande. Ein junges Mädchen sitzt allein
+darin. Leichtfüßig schwingt sie sich aus dem Schiff und setzt
+sich auf ein Felsstück, das von den Wellen des Meeres umspült
+wird und hart am Strande liegt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Tief seufzt sie auf und ihre großen Vergißmeinnichtaugen
+füllen sich mit Thränen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img108.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+›Was soll ich beginnen?‹ flöten ihre Lippen und in ihrem
+süßen Blumenangesichte drückt sich ein schmerzliches Entsagen
+aus. ›Er liebt mich – und ich ihn! Aber Aurora liebt ihn
+auch und sie ist meine geliebte Schwester! Kann ich sie leiden
+sehen? – Nein – nimmermehr! Und sollte ich darüber an
+gebrochenem Herzen sterben!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie seufzte tief. ›O sterben! Aber ich fühl’s, ich werde
+nicht sterben – mein Herz wird nicht brechen, – es wird
+weiter schlagen, – – wenn es auch besser wäre, das zähe
+Ding stände zur rechten Zeit für ewig still!‹ – –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hier machte Flora eine kleine Pause und Nellie konnte
+es nicht unterlassen, sie zu unterbrechen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page109">[pg 109]</span><a name="Pg109" id="Pg109" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie furchtbar traurig!« rief sie aus, »das arme
+Blumenangesicht mit die Vergißmeinnichtsauge und das zähe
+Herz! Wo ist sie denn hergekommen auf ihres kleines Schiff,
+– so allein auf die brausende Meer?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie lachte mit ihren Schelmengrübchen so herzlich
+über Floras Unsinn, daß ihr die Thränen in die Augen
+traten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie abscheulich von dir, Nellie,« fuhr Flora sehr erzürnt
+auf, »daß du mich so unterbrichst! Wenn nur ein
+Funken Poesie in deinem Busen schlummerte, würdest du meine
+Werke verstehen. Aber du bist nüchtern vom Scheitel bis zur
+Sohle!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, o!« lachte Nellie ausgelassen, »o, wie komisch bist
+du, Flora! Lies nur weiter dein ›Schmerzensopfer‹, ich will
+nun artig hören und kein Laut mehr lachen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Flora nahm schmollend ihre Blätter zusammen. Das
+heißt, es war ihr nicht so recht Ernst damit, denn als auch
+Ilse sich aufs Bitten legte, sie möge doch nun auch den Schluß
+ihrer Novelle vorlesen, da ließ sie sich erweichen. Schon hatte
+sie die Lippen geöffnet, um fortzufahren, da wurde sie unterbrochen
+durch Melanies hastigen Eintritt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kinder!« rief diese aufgeregt, »es ist etwas furchtbar
+Interessantes passiert! Denkt euch, eben ist eine höchst elegante
+Dame vorgefahren mit einem reizend netten, kleinen Mädchen.
+Fräulein Raimar empfing sie schon an der Thür und Orla hat
+deutlich gehört wie sie sagte: ›Sie bringen das Kind selbst,
+gnädige Frau!‹ – Es bleibt also hier in der Pension, und
+wir haben nichts davon gewußt! Warum wird nun die ganze
+Geschichte so furchtbar geheimnisvoll gemacht? Wir haben doch
+stets gewußt, wenn eine neue Pensionärin ankam! Ich finde
+das, aufrichtig gesagt, klassisch!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Mädchen horchten erstaunt auf und selbst Flora vergaß
+das Weiterlesen. Welch eine Bewandtnis hatte es mit
+dem kleinen Mädchen, das so plötzlich hereingeschneit kam?
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page110">[pg 110]</span><a name="Pg110" id="Pg110" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, welch eine klassische Geschichte!« rief Nellie. »Kommt,
+wir wollen gleich die fremde Dame mit ihres Kind uns ansehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie eilten die Treppe hinunter mit einer Hast und
+Neugierde, als ob ein neues Wunder aufgegangen sei, Nellie
+den andern immer voran, sie mußte die erste sein, die dasselbe
+in Augenschein nahm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war aber gar nichts zu sehen, denn vorläufig verweilten
+die Fremden in Fräulein Raimars Zimmer. Indessen
+der Wagen hielt noch auf der Straße und Nellie schloß daraus,
+daß die Dame sich nicht allzulange aufhalten werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sehen müssen wir ihr,« sagte Nellie, »kommt, wir stellen
+uns an der großen Glasthür im Speisesalon und warten, bis
+sie kommt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie dort eintraten, fanden sie bereits die Thür belagert.
+Es gab noch andre Neugierige in der Pension.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ihr kommt zu spät!« rief Grete, die natürlich den besten
+Platz hatte. »Dahinten könnt ihr nichts sehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie aber wußte sich zu helfen. Sie zog einen
+Stuhl heran und stellte sich darauf. Ilse natürlich kletterte
+ihr nach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Geduld der Mädchen wurde auf eine harte Probe
+gestellt, wohl eine gute halbe Stunde mußten sie noch warten,
+bevor die Erwartete erschien. – Langsam und lebhaft sprechend
+ging sie mit der Vorsteherin an den Lauschenden vorüber. Zum
+Glück war es bereits dämmerig und die Damen waren so in
+der Unterhaltung begriffen, daß sie nicht auf die vielen Mädchenköpfe
+hinter der Glasthür achteten, Fräulein Raimar würde die
+kindische Neugierde ernstlich gerügt haben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, wie sie hübsch ist!« bemerkte Nellie halblaut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei doch still, Nellie,« gebot Orla, die das Ohr dicht
+an der Thür hielt, um einige Worte zu erlauschen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was sagt sie?« fragte Flora, »ich glaube, sie spricht
+französisch.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page111">[pg 111]</span><a name="Pg111" id="Pg111" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, italienisch,« behauptete Melanie, die nämlich seit
+einigen Tagen angefangen hatte, diese Sprache zu treiben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie spricht deutsch,« erklärte Grete. »Eben hat sie gesagt:
+Meine kleine Lilli.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gott bewahre, was du gehört hast!« widerstritt Orla,
+»sie spricht englisch.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, eine Landsmann von mir!« rief Nellie laut und
+erfreut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ueber diese drollige Bemerkung kam Annemie in das
+Lachen. Orla wurde ganz böse darüber und hielt ihr den
+Mund zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Fräulein Raimar ist ja noch im Korridor mit der
+Dame,« flüsterte sie, »wenn sie sich umsieht, sind wir blamiert.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In diesem Augenblicke kam von der andern Seite des
+Korridors Rosi Müller. Erstaunt sah sie auf die Belagerung
+der Glasthür. Die Mädchen mußten zurücktreten, um sie einzulassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie könnt ihr euch nur so kindisch benehmen,« sagte
+sie sanft und vorwurfsvoll. »Ich begreife eure Neugierde
+nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist auch unsre ›Artige‹,« meinte Grete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Rosi überhörte diese vorlaute Bemerkung. »Kommt, setzen
+wir uns an die Tafel mit unsren Handarbeiten,« fuhr sie fort,
+als das Gas angezündet war, »wir haben die Erzählung von
+Ottilie Wildermuth noch nicht zu Ende gehört. Willst du heute
+vorlesen, Orla?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber es kam nicht dazu. Gerade als Orla beginnen
+wollte, trat Fräulein Güssow mit der kleinen Lilli an der
+Hand ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sofort sprangen die Mädchen von ihren Plätzen auf und
+umringten dieselbe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sieh’, Lilli,« sagte die junge Lehrerin, »nun kannst du
+gleich deine zukünftigen Freundinnen kennen lernen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Kleine schüttelte den Kopf. »Die Madel sind schon
+<span class="tei tei-pb" id="page112">[pg 112]</span><a name="Pg112" id="Pg112" class="tei tei-anchor"></a>so groß,« antwortete sie im süddeutschen Dialekt und ohne Befangenheit,
+»die können doch nit meine Freundinnen sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie fand gleich einen Ausweg, sie kniete sich zu dem
+Kinde nieder und sagte: »Jetzt bin ich ein klein Madel wie du
+und du kannst mit mich spielen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lilli lachte. »Nein, du bist groß,« sagte sie, »aber du
+gefallst mir. Und du auch,« wandte sie sich zu Ilse, die
+neben Nellie stand. »Du hast halt so schöne Lockerl wie ich.
+Weißt, du sollst meine Freundin sein, mit dir will ich spielen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie ergriff Ilses Hand und sah dieselbe mit ihren großen
+Augen treuherzig an. Das junge Mädchen war ganz entzückt
+von der Zutraulichkeit der Kleinen und küßte und liebkoste sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Natürlich waren sämtliche Pensionärinnen ganz hingerissen
+von dem Kinde, das wie eine zarte Elfe in ihrer Mitte stand.
+Lange blonde Locken fielen ihm über die Schulter herab und
+die schwarzen Augen mit den feingeschnittenen, dunklen Augenbrauen
+darüber bildeten einen wunderbaren Kontrast zu denselben.
+Das gestickte, sehr kurze weiße Kleidchen ließ Hals
+und Arme frei. Eine hochrote, seidene Schärpe vervollständigte
+den höchst eleganten Anzug.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O du süßes, entzückendes Geschöpfchen!« »Du Engelsbild!
+Kleine Fee!« und mit ähnlichen überschwenglichen Ausdrücken
+überschütteten die Pensionärinnen das Kind. Fräulein
+Raimar war unbemerkt eingetreten und hörte diese Ausrufe kopfschüttelnd
+an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie trat in den Kreis und nahm Lilli bei der Hand.
+»Komm,« sagte sie zu ihr, »du sollst erst umgekleidet werden.
+Du möchtest dich erkälten in dem leichten Anzuge.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitt’ schön, laß mich hier, Fräulein,« bat das Kind.
+»Ich hab’ gar nit kalt. Schau, ich geh’ halt immer so. Die
+Madel sind so gut, es gefallt mir hier!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar ließ sich nicht erbitten. »Komm nur,
+Kind,« sagte sie gütig, »du wirst die Mädchen alle wiedersehen
+zum Abendessen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page113">[pg 113]</span><a name="Pg113" id="Pg113" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die abgeschlagene Bitte verstimmte Lilli nicht. »Laß Ilse
+mit mir gehen, Fräulein,« bat sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Als Ilse mit dem Kinde
+das Zimmer verlassen hatte, wandte sich die Vorsteherin mit
+ernsten, ermahnenden Worten an ihre Zöglinge.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bitte euch, in Zukunft Lilli nicht wieder so große
+Schmeicheleien in das Gesicht zu sagen. Wollt ihr sie eitel
+und oberflächlich machen? Sie ist ein sehr schönes Kind und
+wird bereits manche Aeußerung hierüber gehört haben, es giebt
+ja unvernünftige Leute genug. Wir wollen nicht in diesen
+Fehler verfallen, und ich denke, ihr werdet mir beistehen und
+in Zukunft vorsichtiger sein. – Lilli bleibt bei uns. Ich hatte
+noch nichts davon zu euch gesprochen, weil ihr Eintritt in die
+Pension noch nicht fest beschlossen war.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo wohnen Lillis Eltern?« fragte Flora.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»In Wien,« entgegnete das Fräulein. »Der Vater ist
+tot und die Mutter ist eine bedeutende Schauspielerin. Weil
+sie sich in ihrem Berufe wenig um die Erziehung ihres Kindes
+kümmern kann, hat sie es in eine Pension gegeben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lillis Mutter ist ein schönes Frau,« bemerkte Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo hast du sie gesehen?« fragte die Vorsteherin etwas
+erstaunt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, ich habe ihr vorbeigehen sehen,« entgegnete Nellie
+leicht errötend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie konnte leider nicht länger verweilen,« wandte sich
+Fräulein Raimar an die junge Lehrerin, »mit dem Schnellzuge
+fährt sie heute abend wieder fort.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die jungen Mädchen hatten die Damen dicht umringt
+und horchten auf jedes Wort. Sie hätten so »furchtbar« gern
+recht Ausführliches über Lillis Mutter erfahren, die als »bedeutende
+Schauspielerin« ihre Gemüter lebhaft erregte und
+interessierte. Aber sie erfuhren nichts. Das Gespräch wurde
+abgebrochen und Fräulein Raimar führte die Wißbegierigen
+recht unsanft in die Wirklichkeit zurück.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page114">[pg 114]</span><a name="Pg114" id="Pg114" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer hat den Tisch zu besorgen?« fragte sie. »Es ist
+Zeit, daß wir den Thee einnehmen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse und Flora hatten heute dieses Amt. Letztere verließ
+sofort das Zimmer, um kurze Zeit darauf mit Ilse zurückzukehren.
+Jede trug einen Stoß Teller, welchen sie auf einen
+Seitentisch stellten. Sie legten die Tischtücher auf und fingen
+an, die Tafel zu decken.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vor wenigen Monaten hatte Ilse es für eine Unmöglichkeit
+gehalten, daß sie je eine solche Beschäftigung thun
+würde, – heute stand sie da in ihrer rosa Latzschürze und
+besorgte alles so geschickt und manierlich wie irgend eine andre
+Pensionärin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Manierlich und geschickt war sie freilich nicht immer gewesen
+und es hatte manche Mühe gekostet, ehe sie es so weit
+gebracht, bis sie überhaupt sich überwunden hatte, »Dienstbotenarbeiten«
+zu verrichten. Die gutmütige Wirtschafterin
+konnte manches Lied über Ilses Widerspenstigkeit singen, manche
+unartige Antwort hatte sie derselben zu verzeihen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einmal, als sie einen Teller mit Butterschnitten fallen
+ließ und auch noch den Milchtopf umgestoßen hatte, ermahnte
+sie die Wirtschafterin, vorsichtiger zu sein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« hatte sie trotzig geantwortet, »ich will nicht vorsichtiger
+sein, solche Arbeit brauche ich nicht zu thun.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie nahm sich das nächste Mal doch mehr in acht,
+es war am Ende kein sehr angenehmes Gefühl, von allen ausgelacht
+zu werden. Auch bemerkte sie, daß keine der Pensionärinnen,
+selbst die ungraziöse Grete nicht, sich so einfältig
+benahm wie sie, die meisten verrichteten die kleinen häuslichen
+Geschäfte mit Anmut und besonders mit einem
+freundlichen Gesichte, – sollte sie die einzig Dumme unter
+allen sein?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lilli erhielt ihren Tischplatz zwischen der Vorsteherin und
+Ilse. Während der Mahlzeit belustigte sie die ganze Gesellschaft.
+Sie plauderte ganz unbefangen, gar nicht schüchtern
+<span class="tei tei-pb" id="page115">[pg 115]</span><a name="Pg115" id="Pg115" class="tei tei-anchor"></a>und blöde. »Das macht,« bemerkte Flora, »weil sie unter
+Künstlern groß geworden ist.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du, Fräulein, gieb mir noch a Gipferl, bitt’ schön.
+Ich hab’ halt so großen Hunger,« rief sie ungeniert. Und
+als Fräulein Güssow fragte, welches ihre Lieblingsgerichte
+seien, meinte sie: »Wianer Würstl und Sauerkraut.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber eine Mehlspeise wirst du doch lieber essen,« meinte
+Fräulein Raimar.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein! Mehlspeis’ eß i gar nit gern – aber a groß
+Stückerl Rindfleisch mit Gemüs – das mag i!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alles lachte. Selbst die Vorsteherin stimmte ein. Wer
+hätte auch nicht mit Vergnügen dem Geplauder der Kleinen
+zuhören sollen!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit Lilli war ein andres Leben in die Pension gekommen.
+Alles drehte sich um sie, jeder wollte ihr Freude
+machen. Und wenn die Mädchen auch vermieden, ihr Schmeicheleien
+in das Gesicht zu sagen, so waren doch alle bemüht, ihr
+den Hof zu machen. Am glücklichsten waren sie, wenn Lilli
+sich herabließ, ein kleines Volkslied zu singen. Ich sage
+herabließ, denn wenn sie nicht aufgelegt war, ließ sie sich durch
+keine Bitten dazu bewegen. – Flora geriet jedesmal in Verzückung,
+prophezeite Lilli eine große Zukunft und schwur
+darauf, daß sie einst mit ihrer vollen, weichen Stimme ein
+Stern erster Größe am Theaterhimmel sein werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Voll und weich war die Stimme nicht, Flora blickte
+einmal wieder durch ihre romantische Brille, aber es klang
+weh und traurig, wenn das Kind mit so ernsthafter Miene
+dastand und sang.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist furchtbar süß!« lispelte Melanie, als Lilli zum
+erstenmal ›Kommt a Vogerl geflogen‹ vortrug. »Sieh nur,
+Flora, wie melancholisch sie die Augen in die Ferne richtet.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, melancholisch,« wiederholte Flora langsam und
+pathetisch, »du hast recht. Weißt du, Melanie, es liegt so
+etwas Geheimnisvolles – Traumverlorenes in ihren samtnen,
+<span class="tei tei-pb" id="page116">[pg 116]</span><a name="Pg116" id="Pg116" class="tei tei-anchor"></a>dunklen Mignonaugen, so etwas, das sagen möchte: ›Du fade
+Welt, ich passe nicht für dich.‹«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um
+mi,« schloß Lilli ihr Liedchen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie reizend!« rief Nellie und klatschte in die Hände.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie kann man diese Worte reizend finden!« rief Flora
+entrüstet. »Traurig – düster – das ist der rechte Ausdruck
+dafür. Ein einsames, verlassenes Herz hat sie empfunden und
+welche Folterqualen mag es dabei erlitten haben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, das Herz ist eine sehr zähe Ding, und doch wär’
+es manchmal besser,« deklamierte Nellie mit komischem Pathos,
+aber sie kam nicht weiter. Flora hielt ihr den Mund zu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist schändlich – ganz abscheulich!« rief sie, »nie,
+nie wieder weihe ich dich in meine geheimsten Gedanken ein!
+Wie kannst du mein Vertrauen so mißbrauchen?«
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Weihnachten rückte heran und fleißig rührten sich aller
+Hände. Da wurde genäht, gestickt, gezeichnet, Klavierstücke
+wurden eingeübt, um die Eltern oder die Angehörigen liebevoll
+zu überraschen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte noch niemals den Vater oder die Mutter mit
+einer Arbeit erfreut. Zuweilen hatte sie eine kleine Arbeit
+angefangen, auf dringendes Zureden ihrer Gouvernanten, aber
+sie war nicht weit damit gekommen. Sie habe einmal kein
+Geschick dazu, behauptete sie, und dachte nicht daran, daß es
+ihr nur einfach an Geduld und Ausdauer mangele.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was willst du deine Eltern geben?« fragte Nellie, die
+eifrig dabei war, einen sterbenden Hirsch in Kreide zu zeichnen,
+er sollte ein Geschenk für den Onkel in London werden, der
+sie im Institute ausbilden ließ.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe noch nicht daran gedacht,« entgegnete Ilse.
+»Meinst du, Nellie,« fügte sie nach einigem Besinnen hinzu,
+<span class="tei tei-pb" id="page117">[pg 117]</span><a name="Pg117" id="Pg117" class="tei tei-anchor"></a>»daß die Rose, die ich jetzt zeichne, dem Papa Freude machen
+würde?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O sicher! Aber du mußt sehr fleißig sein, mein klein’
+Ilschen, sonst wird die liebe Christfest kommen und du bist
+noch lang nicht fertig. Und was willst du deine Mutter
+geben?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meiner Mama?« Sie dehnte ihre Frage etwas in die
+Länge. »Ich werde ihr etwas kaufen,« sagte sie dann so
+obenhin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie war nicht damit zufrieden. »Kaufen, das macht
+keine Freude!« tadelte sie. »Warum wollen deine Finger
+faul sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie hat recht,« mischte sich Rosi in das Gespräch,
+die neben Ilse saß und an einer altdeutschen Decke arbeitete.
+»Deine Mama wird wenig Freude an einem gekauften Gegenstand
+haben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin zu ungeschickt,« gestand Ilse offen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir werden dir helfen und dir alles gern zeigen,« versprach
+Rosi. Und Fräulein Güssow, die grade hinzutrat, benahm
+Ilse den letzten Zweifel.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du kannst ein gleiches Nähkörbchen, wie Annemie anfertigt,
+arbeiten, ich weiß bestimmt, es wird dir gelingen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und es gelang wirklich, ja weit besser, als Ilse sich
+selbst zugetraut. Sie hatte eine kindliche Freude, als das
+Körbchen so wohlgelungen in acht Tagen fix und fertig vor
+ihr stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es sind noch vierzehn Tage bis Weihnachten,« sagte
+sie zu Rosi, »und ich möchte noch etwas arbeiten, für Fräulein
+Güssow und Fräulein Raimar.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und für meine Lori, bitt’ schön, meine gute Ilse!«
+bettelte Lilli, die gewöhnlich an den Mittwochnachmittagen im
+Arbeitssaale zugegen war und dann ihren Platz dicht bei Ilse
+wählte, die sie, wie sie sich ausdrückte, zum aufessen liebte.
+»Mein’ Lori muß halt a neues Kleiderl haben,« fuhr sie fort
+<span class="tei tei-pb" id="page118">[pg 118]</span><a name="Pg118" id="Pg118" class="tei tei-anchor"></a>und hielt ihre Puppe in die Höhe, »bescher’ ihr eins zum
+heil’gen Christ. Schau, das alte da ist ja schlecht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Natürlich versprach Ilse, ihr diesen Herzenswunsch zu
+erfüllen, und zur Besiegelung drückte sie dem kleinen Liebling
+einen Kuß auf die roten Lippen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe eine famose Idee!« (famos war seit kurzer
+Zeit Modewort im Institute) rief Ilse am Abend desselben
+Tages aus, als sie mit Nellie allein war. »Ich kaufe für
+Lilli eine neue Puppe und kleide sie selbst an. Was meinst
+du dazu?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, das ist wirklich ein famos Gedanke,« entgegnete
+Nellie, »aber lieb Kind, hast du auch an der viele Geld gedacht,
+die so ein’ Puppe mit ihrer Siebensachen kostet? Wie
+steht’s mit dein’ Kasse?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, das hat keine Not, ich habe sehr viel Geld!« versicherte
+Ilse sehr bestimmt. Und sie nahm ihr Portemonnaie
+aus der Kommode und zählte ihre Schätze.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Zwölf Mark,« sagte sie, »das ist mehr, als ich brauche,
+nicht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind ein sehr schlecht’ Rechenmeister, mein Fräulein,«
+riß Nellie sie unbarmherzig aus ihrer Illusion, »ich mein’,
+Sie reichen lang’ nicht aus.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah die Freundin zweifelnd an. »Du scherzest,«
+meinte sie, »zwölf Mark ist doch furchtbar viel Geld?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Reicht lang nicht!« wiederholte Nellie unerbittlich, »hör
+zu, ich will dir vorrechnen:
+</p><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item">1) Ein Nähtischdecken für Fräulein Raimar macht vier Mark,</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item">
+2) ein Arbeitstaschen für Fräulein Güssow macht drei Mark,
+ </td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item">
+3) eine schöne Geschenk für die liebe Nellie und all die
+ andren junge Fräulein – macht – sehr viele Mark.
+</td></tr></tbody></table><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wo willst du Geld zu der Puppen nehmen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach,« fiel Ilse ihr ins Wort, »und unser Kutscher
+da<span class="tei tei-pb" id="page119">[pg 119]</span><a name="Pg119" id="Pg119" class="tei tei-anchor"></a>heim und seine drei Kinder! – daran habe ich noch gar nicht
+gedacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie machte ein recht betrübtes Gesicht, denn sie hatte es
+sich gar zu reizend ausgedacht, wie sie Lilli überraschen wollte.
+Nun konnte es nichts werden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdenklich saß sie einige Augenblicke, dann leuchteten
+plötzlich ihre Augen freudig auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Halt!« rief sie aus, »ich weiß etwas! Heute abend
+schreibe ich an Papa und bitte ihn, mir Geld zu schicken. Er
+thut es, ich weiß es ganz bestimmt. Mein Papa ist ja
+ein zu reizender Papa!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und dein’ Mutter?« fragte Nellie, »ist sie nicht auch
+ein’ sehr gütiger Frau? Wie macht sie dich immer Freude
+mit die viel’ schöne Sachen, die sie an dir schickt. Freust du
+dir sehr auf Weihnachten? Ja? Es ist doch schön, die lieben
+Eltern wieder sehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse zögerte mit der Antwort. Es fiel ihr ein, wie sie
+im Sommer ihrem Vater entschieden erklärt hatte, zum Christfest
+nicht in die Heimat zu reisen. Ihr Sinn hatte sich nicht
+geändert. Noch hatte sie den Groll gegen die Mutter nicht
+überwunden. Trotzdem sie sich sagen mußte und zuweilen
+auch ganz heimlich eingestand, wie nötig für ihr Wissen und
+ihre Ausbildung der Aufenthalt in einer tüchtigen Pension
+war, so hielt sie immer noch an dem Gedanken fest: ›Sie hat
+mich fortgeschickt.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich werde hier bleiben,« sagte sie, »ich will das Weihnachtsfest
+mit euch verleben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist famos!« rief Nellie entzückt, »ich freue mir
+furchtbar, daß du nicht fortreisen willst! All unsre Freunde
+reisen auch nicht, und es ist so schön hier, die heilige Christ. –
+Alles bekommt eine große Kiste von Haus, mit allen Bescherung
+und Schokolad’ und Marzipan! – und die Christabend
+wird jede Kiste aufgenagelt, und ich helfe auspacken bald der
+eine, bald der andre.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page120">[pg 120]</span><a name="Pg120" id="Pg120" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Erhältst du keine Kiste?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du weißt ja – ich hab’ kein’ Eltern – wer sollte mir
+beschenken?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gar, gar nichts bekommst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse konnte es nicht fassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Zu Neujahr schenkt mein Onkel für mir Geld, da kaufe
+ich mir, was ich notwendig habe.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah die Freundin schweigend an. Am Abend aber
+schrieb sie einen langen Brief in die Heimat, worin sie zuerst
+ihren Entschluß mitteilte, daß sie die Weihnachtstage mit den
+Freundinnen feiern möchte. Dann ging sie zu dem Geldmangel
+über und schilderte dem Papa mit vielen zärtlichen
+Schmeichelnamen ihre Not, und zuletzt gedachte sie mit warmen
+Worten Nellies. – »Noch eine dringende Bitte habe ich zum
+Schlusse,« fuhr sie in ihrem Briefe fort, »an Dich, Mama,«
+wollte sie schreiben, aber sie besann sich und schrieb: »an Euch,
+liebe Eltern. Meine Freundin Nellie ist nämlich die einzige
+in der Pension, die keine Weihnachtskiste erhalten wird. Sie
+ist eine Waise und steht ganz allein in der Welt. Ihr Onkel
+in London läßt sie zu einer Gouvernante ausbilden. Ist das
+nicht furchtbar traurig? Ach! und die arme Nellie ist noch
+so jung und immer so fröhlich, ich kann mir gar nicht denken,
+daß sie eine Gouvernante wird! Es ist doch schrecklich, wenn
+man kein liebes Vaterhaus hat! – Nun wollt’ ich Euch recht
+von Herzen bitten, Ihr möchtet die Geschenke, die Ihr mir
+zugedacht habt, zwischen mir und meiner Nellie teilen und zwei
+Kisten daraus machen. Bitte, bitte! Ihr schenkt mir stets so
+viel, daß ich doch immer noch genug habe, wenn es auch nur
+die Hälfte ist. Ich würde gewiß keine rechte Freude am
+heiligen Abend haben, wenn Nellie gar nichts auszupacken
+hätte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihr hattet mir Erlaubnis gegeben, an den Tanzstunden
+nach Weihnachten teilnehmen zu dürfen, und du, liebe Mama,
+versprachst mir ein neues Kleid dazu, kaufe mir keins, mein
+<span class="tei tei-pb" id="page121">[pg 121]</span><a name="Pg121" id="Pg121" class="tei tei-anchor"></a>blaues ist noch sehr gut und ich komme damit aus. Schenkt
+Nellie dafür etwas – bitte, bitte!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img121.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit diesem <span class="tei tei-hi" style="margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">heißen</span></span> Wunsche umarmt Euch
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="text-align: right; margin-bottom: 1.00em">Eure<br />
+dankbare Ilse.</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">N. S.</span></span> Das Geld schicke nur recht bald, einziges Papachen,
+ich habe es furchtbar nötig.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Umgehend erhielt denn auch Ilse das Gewünschte. Der
+zärtliche Papa hatte in seiner Freude über die Herzensgüte
+seines Kindes eine große Summe schicken wollen, Frau Anne
+hielt ihn davon zurück. Sie stellte ihm vor, daß es für Ilse
+weit besser sei, wenn sie mit geringen Mitteln sich einrichten
+lerne und stets genügsam bleibe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihr Wunsch, Weihnachten nicht in die Heimat zu kommen,
+wurde gern erfüllt, der Papa schrieb sogar, er lobe ihren verständigen
+Entschluß. Die weite Reise war im Winter nicht
+ratsam. Freilich werde er seinen Wildfang schmerzlich vermissen
+und es werde der Mama und ihm recht einsam sein,
+aber er wolle sich mit dem Gedanken trösten, daß das nächste
+Christfest desto schöner ausfallen werde. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Beinah kränkte sie diese bereitwillige Zustimmung, indes
+<span class="tei tei-pb" id="page122">[pg 122]</span><a name="Pg122" id="Pg122" class="tei tei-anchor"></a>sie kam zu keinem Nachdenken darüber, der Briefträger kam
+und brachte ihr dreißig Mark.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dreißig Mark!« jubelte Ilse. »Nellie, nun sind wir
+reich! – Komm, laß uns gleich gehen und unsre Einkäufe
+machen, ich kann die Zeit nicht erwarten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein, Kind,« entgegnete Nellie bedächtig, »erst
+müssen wir ein langer Zettel aufschreiben mit alle Sachen,
+die wir kaufen werden. Wir müssen doch rechnen, was sie
+kosten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Daran hatte die lebhafte Ilse gar nicht gedacht. Ohne
+zu überlegen, würde sie blind drauf los gekauft und am Ende
+wieder nicht gereicht haben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die beiden Mädchen machten sich nun daran, eine Liste
+aufzusetzen. Die nötigen Geschenke wurden aufgeschrieben und
+von der praktischen Nellie der ungefähre Preis dahinter gesetzt.
+Als Ilse für die Kinder des Kutscher Johann ebenfalls Sachen
+zu kaufen aufschrieb, rief Nellie:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Halt! Du kannst von deine alte Sachen die Kutschermädchen
+schenken, dann sparen wir Geld.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe nichts,« meinte Ilse, »kaufen geht schneller.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie hatte sich bereits daran gemacht, in Ilses Kommode
+und auch im Schranke nachzusehen, um sich zu überzeugen,
+ob sie nichts fände.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Man muß sparen und nicht seine Geld aus die Fenster
+schmeißen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und siehe da, es fand sich allerhand unter Ilses alten
+Sachen. Schürzen, die sie nicht mehr trug, ein Kleid, das
+ihr zu eng und zu kurz geworden war, und zuletzt noch das
+vorjährige Pelzzeug, welches die gütigen Eltern durch neues,
+weit kostbareres ersetzt hatten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Siehst du, Verschwender!« triumphierte Nellie. »Du
+weißt nicht deine große Schatze. Nun kaufen wir für dein’
+Kutscher ein Paar warme Handschuh und fertig ist die ganze
+Kutschergesellschaft.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page123">[pg 123]</span><a name="Pg123" id="Pg123" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die wenigen Wochen bis zum heiligen Abend vergingen
+in rasender Schnelle. Nellie und Ilse hatten neben so mancherlei
+andern Arbeiten auch noch die neue Puppe anzukleiden.
+Das war für Ilse eine schwere Aufgabe, und ohne
+ihre geschickte Freundin wäre sie niemals damit zu stande gekommen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie geschickt du bist, Nellie,« sagte Ilse, als diese der
+Puppe das schottische Kleid anprobierte, »das hast du doch
+geradezu klassisch gemacht. Ich hätte es wirklich nicht fertig
+gebracht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber hast du niemals ein Kleid für dein’ Puppen genäht
+– oder eine Hut – oder ein Mantel?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« antwortete Ilse aufrichtig, »niemals! Ich habe
+an den toten Dingern mein Lebtag keine Freude gehabt. Viel
+lieber habe ich mit den Hunden gespielt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da ist kein Wunder, wenn du ein klein’, dumm’ Ding
+geblieben bist! Deine Hunde brauchen kein Kleid,« lachte
+Nellie. »Nun mußt du auf dein’ alt’ Tage nähen lernen,
+siehst du.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse lachte fröhlich mit und bemühte sich, das weiße
+Batistschürzchen für die Puppe, an welchem sie rings herum
+Spitzen setzte, recht sauber und nett fertig zu bringen. –
+Einen Tag vor der Bescherung erhielten die erwachsenen
+Mädchen, denen es Vergnügen machte, die Erlaubnis, die
+schöne, große Tanne auszuputzen. Das war ein Fest und für
+Ilse ganz und gar neu. Niemals hatte sie sich bis dahin
+selbst damit befaßt, und sie kannte es nicht anders, als daß
+am Weihnachtsabend ein mit vielem kostbaren Zuckerwerk behangener
+Baum ihr hell entgegengestrahlt hatte, – hier lernte
+sie kennen, daß auch ohne Zuckerwerk derselbe herrlich zu
+schmücken war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach dem Abendbrot, als die jüngeren Mädchen und
+auch die Engländerinnen, die kein Verständnis für das
+harm<span class="tei tei-pb" id="page124">[pg 124]</span><a name="Pg124" id="Pg124" class="tei tei-anchor"></a>lose Vergnügen hatten, zu Bett gegangen waren, begann das
+Werk.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla brachte einen großen Korb mit Tannenzapfen, selbst
+gesucht auf den Spaziergängen im Walde, und setzte denselben
+auf die Tafel. Annemie stellte zwei Schälchen mit Gummiarabikum
+daneben, in das eine schüttete sie Silber-, in das
+andre Goldpuder und rührte es mit einem Stäbchen um.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer will mir helfen,« rief Orla.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich! ich!« antwortete es von allen Seiten; nur Ilse
+schwieg, sie hatte keine Ahnung, was eigentlich mit den vielen
+großen und kleinen Tannenzäpfchen geschehen solle. – Daheim
+verkamen dieselben unbeachtet im Walde. – Es sollte ihr bald
+kein Geheimnis mehr sein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie und Rosi hatten die Pinsel ergriffen und fingen
+an, den unansehnlichen braunen Dingern ein goldenes oder
+silbernes Gewand zu geben. Und wie schnell das ging. Kaum
+hatten sie ein paarmal darüber gepinselt, so waren sie fertig.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sieh nur, Rosi,« rief Melanie aus und hielt einen
+vergoldeten Zapfen unter die Gaslampe, »ist der nicht furchtbar
+reizend? Wundervoll, nicht? Gleichmäßig, wirklich künstlerisch
+ist er vergoldet, kein dunkles Pünktchen ist an ihm zu
+sehen!« Und sie betrachtete das Prachtexemplar höchst wohlgefällig
+nach allen Seiten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla und Rosi hatten fleißig weitergepinselt und stillschweigend
+einen Tannenzapfen nach dem andern beiseite gelegt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist im höchsten Grade langweilig mit deinem
+ewigen Selbstlobe,« tadelte Orla, »ich habe noch nie jemand
+kennen gelernt, der sich so vergöttert wie du. Pinsle lieber
+weiter und halte dich nicht bei unnützen Lobhudeleien auf.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie fühlte sich sehr getroffen und errötete. »Wie
+grob du bist, Orla!« sagte sie gereizt, »du hast freilich keinen
+Sinn für harmlose Vergnügen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kinder!« unterbrach Fräulein Güssow, die am andern
+Ende der Tafel saß und Aepfel und Nüsse vergoldete, »keinen
+<span class="tei tei-pb" id="page125">[pg 125]</span><a name="Pg125" id="Pg125" class="tei tei-anchor"></a>Streit! Melanie, komm zu mir, du kannst mir helfen, und du
+Ilse, versuche einmal, ob du Melanies Stelle ersetzen kannst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Eilig griff sie
+zum Pinsel und flink und gesandt that sie ihre Arbeit. Orla
+war sehr zufrieden damit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nur nicht ganz so dick aufstreichen,« mahnte sie, »sonst
+reichen wir nicht mit unsrem Gold- und Silbervorrat.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora und Annemie fertigten Netze aus Goldpapier an.
+»Eine geisttötende Arbeit,« flüsterte Flora Annemie zu, »und
+außerdem ohne jede Poesie. Warum die Tanne mit allerhand
+Tand aufputzen? Ist sie nicht am herrlichsten in ihrem duftigen,
+grünen Waldkleide? – Lichter vom gelben Wachsstocke
+in ihr dunkles Nadelhaar gesteckt, – ein goldener Stern hoch
+oben auf ihrer schlanken Spitze, – schwebend – strahlend!
+– das nenn’ ich Poesie!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hier hielt sich Annemie nicht mehr, sie bekam einen solchen
+Lachreiz, daß sie aufsprang und hinauslief, um sich draußen
+erst auszulachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dicht unter dem Baume standen Grete und Nellie.
+Letztere hoch auf einer Trittleiter, eine große Düte Salz in
+der Hand haltend. Die andre mit einem Leimtiegel in der
+Hand war ihr Handlanger. Das heißt, sie reichte Nellie den
+Pinsel zu, damit diese die Zweige mit dem Leim bestrich, bevor
+sie Salz darauf warf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jetzt bin ich eine große Sturmwind und mache der
+Baum voller Schnee,« scherzte Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wirklich! – die Zweige werden weiß!« rief Ilse und
+verließ einen Augenblick ihre Arbeit, um sich das Schneetreiben
+genau anzusehen. »Das ist aber klassisch! Das gefällt
+mir! Nein, das sieht zu reizend aus!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Freilich fiel ein großer Teil Salz unter den Baum, indes
+Nellie ließ sich die Mühe nicht verdrießen, immer wieder
+kehrte sie dasselbe zusammen und strich es mit der Hand dick
+auf den Leim.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page126">[pg 126]</span><a name="Pg126" id="Pg126" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du alt’ Baum wirfst sonst alles Schnee auf die Erde,«
+meinte sie. »Aber das ist schlechte Arbeit, alle meiner Finger
+kleben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Rosi trat jetzt auch an den Baum heran, um ihn mit
+den glänzenden Tannenzapfen zu schmücken. Sie sah heute
+ganz anders aus als sonst. Ihre sonst so gleichmäßigen Züge
+trugen den Ausdruck froher Erwartung, ihre milden Augen
+strahlten und rosig waren ihre Wangen angehaucht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O du selige, o du fröhliche Weihnachtszeit,« summte sie
+mit ihrer frischen Stimme leise vor sich hin, und Fräulein
+Güssow rief ihr zu:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Singe nur laut heraus, Rosi, das bringt uns bei unsrer
+Arbeit so recht in die echte Weihnachtsstimmung.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir wollen alle singen!« riefen Grete und Annemie,
+»bitte, Fräulein Güssow!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meinetwegen, aber hübsch gedämpft, Kinder, damit die
+Kleinen nicht davon erwachen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und nun erklang aus den jugendlichen Kehlen das
+schöne Lied vierstimmig. – – Die junge Lehrerin senkte
+den Kopf herab, – der Gesang stimmte sie traurig. Ihre
+Kindheit – ihre erste Jugendzeit stand mit einemmal lebendig
+vor ihrer Seele. – – Was hatte sie gehofft – – und
+wie hatten sich ihre Träume erfüllt! – – Durch ihre eigne
+Schuld! –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mitten im Gesange wurde plötzlich die Thür geöffnet
+und Fräulein Raimar, begleitet von Herrn Doktor Althoff,
+trat herein. Sie hatten soeben eine notwendige Besprechung
+in der Vorsteherin Zimmer beendet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das war eine Ueberraschung, die niemand vermutet
+hatte. Der Gesang verstummte und die Mädchen wurden mehr
+oder weniger verlegen, als der Gegenstand ihrer stillen Verehrung
+so unerwartet vor ihnen stand. Flora errötete bis an
+die Haarwurzeln.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, warum singt ihr nicht weiter, Kinder?« fragte
+<span class="tei tei-pb" id="page127">[pg 127]</span><a name="Pg127" id="Pg127" class="tei tei-anchor"></a>die Vorsteherin. »Laßt euch nicht stören durch unsre Gegenwart.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber es wollte nicht wieder so recht in Zug kommen.
+Orla setzte zwar ein, aber falsch, sie war sehr wenig musikalisch.
+– Annemie mußte
+über den Mißton lachen,
+und da Lachen ansteckt,
+– stimmten die übrigen
+ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img127.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was machen Sie
+denn, Miß Nellie?«
+fragte Doktor Althoff
+und trat auf sie zu.
+»Warum verstecken Sie
+Ihre Hände so ängstlich?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er lächelte sie an.
+Flora warf einen verstohlenen
+Blick auf ihn,
+und bevor sie sich zur
+Ruhe legte, schrieb sie
+in ihr Tagebuch:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er hat sie angelächelt!
+Beneidenswerte
+Nellie! – Bezaubernd – hinreißend – sah er in diesem
+Augenblicke aus! Die geistvollen, dunklen Augen sprühten
+Feuer – um die schmalen Lippen zuckte es sarkastisch –
+wunderbare Perlenzähne schimmerten durch den dunkelblonden
+Bart. – Aber Nellie ist kokett! Leider! – Dieser Augenaufschlag!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O,« entgegnete Nellie höchst verlegen, »ich habe die
+Finger verklebt mit der häßliche Leim!« und schnell lief sie
+hinaus, um sich gründlich zu reinigen. Doktor Althoff sah
+ihr wohlgefällig nach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie spricht doch sehr schlecht deutsch,« bemerkte Flora
+<span class="tei tei-pb" id="page128">[pg 128]</span><a name="Pg128" id="Pg128" class="tei tei-anchor"></a>etwas spöttisch, »ich begreife das eigentlich nicht. Ein Jahr
+ist sie bereits in der Pension und wie falsch drückt sie sich
+noch immer aus.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hatte ihre Bemerkung so laut gemacht, daß der junge
+Lehrer sie hören mußte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen, Flora,«
+entgegnete er, »und ich muß gestehen, Nellie hat in dem einen
+Jahre schon sehr gute Fortschritte gemacht. Uebrigens klingen
+die kleinen Schnitzer, die sie zuweilen macht, ganz allerliebst
+und naiv, – wir wollen sie nicht deshalb verdammen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar blickte etwas erstaunt auf den Sprechenden,
+der sich so warm Nellies annahm. Vielleicht fand sie
+seine Entschuldigung in Gegenwart der übrigen Mädchen nicht
+ganz passend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist sehr spät, Kinder,« unterbrach sie das Thema,
+»wollt ihr nicht für heute aufhören und morgen in eurer Arbeit
+fortfahren?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber die Mädchen baten so sehr, heute schon ihr Werk
+vollenden zu dürfen, daß sie die Erlaubnis erhielten. Zu
+Floras Aerger, welche die Zeit nicht abwarten konnte, bis sie
+die vielen großartigen Gedanken, die in ihrem Kopfe spukten,
+erst schwarz auf weiß vor sich hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar und Doktor Althoff entfernten sich und
+Nellie trat gleich darauf wieder in das Zimmer. Flora konnte
+nicht umhin, ihr einen kleinen Seitenhieb zu versetzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warum verstecktest du deine Hände auf dem Rücken?«
+fragte sie. »Ich fand das furchtbar komisch von dir. Du
+dachtest wohl, Doktor Althoff wolle dir die Hand geben?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die arme Nellie war über diesen Angriff so erschrocken,
+daß sie nicht darauf antworten konnte. Aber Ilse half ihrer
+Freundin aus der Verlegenheit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich finde nichts Komisches darin, Flora,« sagte sie
+lustig, »wenn Nellie nicht gern beschmutzte Finger sehen lassen
+<span class="tei tei-pb" id="page129">[pg 129]</span><a name="Pg129" id="Pg129" class="tei tei-anchor"></a>will; aber daß du ihr deine eignen Gedanken zutraust, das
+finde ich komisch! – Ja, ja, Florchen, du bist erkannt!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora errötete, aber sie war klug und antwortete nur
+mit einem wegwerfenden Achselzucken. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle Vorbereitungen waren zu Ende. Die Mädchen
+trugen Ketten, Netze, kurz allen Schmuck herbei, um den Baum
+zu behängen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie er sich füllte! Wie festlich geschmückt er bald dastand!
+Ilse bewunderte hauptsächlich die glänzenden Tannenzapfen,
+die sich zwischen den dunklen Nadeln ganz herrlich
+ausnahmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie ein Märchenbaum!« rief sie fröhlich, und »Bäumchen
+rüttle dich und schüttle dich!« setzte sie übermütig hinzu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, nein!« rief Nellie in komischem Ernste, »nicht schüttle
+und rüttle dir, Baumchen, es fallt sonst all der Salz von
+deiner Nadel und ich muß mir noch einmal die Finger
+zerkleben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nie in meinem Leben sah ich einen so schönen Christbaum!«
+erklärte Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir sind noch nicht fertig, Ilse,« entgegnete Fräulein
+Güssow, »bald hätte ich das Gold- und Silberhaar vergessen.«
+– Und nun begann sie feine Fäden rings um den Baum
+zu spinnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie schön! wie schön!« jubelte Ilse und schlug wie ein
+Kind vor Freude in die Hände. Dann nahm sie Nellie in
+den Arm und tanzte mit ihr um den Baum.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du wirst mit deiner lauten Freude die Schlafenden
+aufwecken,« ermahnte Fräulein Güssow; aber sie sah Ilse
+mit inniger Teilnahme an. – Es gab eine Zeit, wo auch
+sie so fröhlich hinausgejubelt hatte in die Welt, – bis der
+Sturm kam und ihr die Blüte des Frohsinns abstreifte und
+verwehte. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geht nun zu Bett, Kinder,« bat sie, »aber leise, hört
+ihr? Gute Nacht!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page130">[pg 130]</span><a name="Pg130" id="Pg130" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gute Nacht, gute Nacht!« rief es zurück und Ilse setzte
+hinzu: »Ach, Fräulein! Wenn es doch erst morgen wäre!« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das war ein Leben am andern Tage! Die Mädchen
+waren ganz außer Rand und Band. Ilse war ausgelassen
+fröhlich und Nellie stand ihr darin bei. Annemie lachte über
+jede Kleinigkeit, ja selbst Rosi, die stets Vernünftige, machte
+heute eine Ausnahme und schloß sich der allgemeinen Stimmung
+an. Als Flora ein selbstgedichtetes Weihnachtslied zum besten
+gab, und die ganze übermütige Schar sie dabei auslachte,
+lachte Rosi mit, – nur als Nellie an zu necken fing, bat
+sie sanft:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, Nellie, nicht spotten! Wir haben die arme Flora
+schon genug gekränkt, als wir sie auslachten.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie und Grete waren die einzigen, die eine leise
+Verstimmung nicht unterdrücken konnten. Sie hatten gehofft,
+Weihnachten zu Hause verleben zu können, und waren enttäuscht,
+als die Eltern ihnen nicht die Erlaubnis gaben, weil
+sie es nicht passend fanden, daß junge Mädchen allein eine
+so weite Reise machten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie fand diesen Grund geradezu furchtbar kränkend.
+»Als ob ich noch ein Kind wäre!« sprach sie ärgerlich zu
+Orla. »Ich bin siebzehn Jahre alt! Und doch wahrhaftig
+alt und verständig genug, uns beide zu schützen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber du bist hübsch,« entgegnete die Angeredete mit
+leichter Ironie, »und das ist gefährlich. Denk’ einmal, wenn
+dir unterwegs ein Abenteuer begegnete! Das wäre doch furchtbar
+schrecklich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bitte dich, Orla, verschone mich mit deinen albernen
+Spöttereien!« wehrte Melanie entrüstet ab. Aber sie fühlte
+sich doch in ihrem Inneren geschmeichelt, die kleine Eitelkeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hörst es ja doch gern, Herzchen,« lachte Orla.
+»Warum auch nicht? Hübsch zu sein ist ja keine Schande,
+– besonders wenn man so wenig eitel ist wie du! Uebrigens
+tröste dich mit uns, wir sind ja fast alle zurückgeblieben, bis
+<span class="tei tei-pb" id="page131">[pg 131]</span><a name="Pg131" id="Pg131" class="tei tei-anchor"></a>auf die wenigen Pensionärinnen, die in der Nachbarschaft
+wohnen, und die vier Engländerinnen, die Miß Lead wieder
+zurück in ihre Heimat bringt. – Störe nicht unsre fröhliche
+Laune durch ein verstimmtes Gesicht. Sieh doch nur Lilli
+an, – kannst du bei dem Anblicke so seliger Freude noch
+mißmutig sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Kind lief nämlich von einer zur andern, treppauf,
+treppab und fragte jede Viertelstunde, ob es noch nicht dunkel
+würde, und ob das liebe Christkindl noch nit bald käm. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Endlich, endlich brach der Abend herein. Die Vorsteherin
+und Fräulein Güssow verweilten schon seit zwei Uhr in dem
+großen Saale, und in einer Klasse, die dicht daneben lag,
+saßen erwartungsvoll die Pensionärinnen. Natürlich im
+Dunkeln, denn Licht durfte vor der Bescherung nicht angesteckt
+werden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lilli fühlte sich etwas unheimlich in der Finsternis. Sie
+kletterte auf Ilses Schoß und schlang den Arm um ihren Hals.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kommt denn das Christkindl noch nit bald?« fragte sie
+wieder. »Schau, es ist halt schon stockfinster.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun bald,« tröstete Ilse und drückte Lilli zärtlich an
+sich. Das Anschmiegen des Kindes that ihr so wohl und seine
+Liebe machte sie so glücklich. »Bald kommt das Christkind,
+ach, und wie schön wird das sein! – Soll ich dir ein Märchen
+erzählen, damit dir die Zeit schneller vergeht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitt schön! Vom Hansel und Gretel!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte indes kaum begonnen »es war einmal«, als
+Lilli ihr den Mund zuhielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nit weiter!« unterbrach sie, »ich mag das heut nit
+hören! Ich muß immer an das Christkindl denken. Kennst
+du das liebe Christkindl, Ilse? Hast du’s schon g’schaut?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« sagte Ilse, »gesehen habe ich es noch niemals.
+Niemand kann es sehen, es wohnt nicht auf der Erde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wohnt es im Himmel?« fragte Lilli. »Schau, da
+möcht’ ich halt auch wohnen, da ist’s schön, nit? Da singen
+<span class="tei tei-pb" id="page132">[pg 132]</span><a name="Pg132" id="Pg132" class="tei tei-anchor"></a>die lieben Englein, und die lieben Englein, die wohnten früher
+auf der Erde, das waren die artigen Kinder, nit? – Der
+liebe Gott hat sie in sein Himmelreich geholt, nit wahr, Ilse?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Worte des Kindes riefen sentimentale Ahnungen in
+Flora hervor, sie war auch im Begriff, dieselben auszusprechen,
+als Nellie ihr das Wort abschnitt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was schwatzt der kleine Kind für Zeug?« sagte sie und
+streichelte liebkosend Lillis Hand. »Wo hast du dies gehört?
+Keiner Mensch hat noch in der Himmel geschaut.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber die Mama hat’s gesagt, – sie weiß es, nit wahr,
+Ilse?« rief Lilli heftig.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die gab ihr keine Antwort darauf, sie versuchte, das
+Kind auf andre Gedanken zu bringen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Möchtest du wieder zu deiner Mama?« fragte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete Lilli, »ich bleib’ lieber bei euch. Die
+Mama kümmert sich halt so wenig um mich, sie hat kein’
+Zeit. Sie muß immer studieren,« setzte sie altklug hinzu.
+»Alle Abend geht sie ins Theater.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um
+mi!« recitierte Flora schwärmerisch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm zu mir, Lilli,« bat Melanie, »ich will dir eine
+herrliche Weihnachtsgeschichte erzählen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitt’, bitt’, laß mich bei Ilse bleiben, Melanie, ich will
+ganz gewiß recht genau zuhören auf dein G’schicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und während Melanie ihre Erzählung zum besten giebt,
+wollen wir einen Blick in den Weihnachtssaal werfen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die beiden Damen waren so ziemlich fertig mit ihrer
+großen Arbeit. Fräulein Güssow war dabei, noch einige versiegelte
+Pakete auf verschiedene Plätze zu verteilen. Es waren
+in denselben die Geschenke enthalten, welche die junge Welt
+sich untereinander bescherte. Der Name der Empfängerin war
+darauf geschrieben, die Geberin mußte erraten werden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar stand neben dem Gärtner, der eifrig
+beschäftigt war, die angekommenen Kisten zu öffnen, die Deckel
+<span class="tei tei-pb" id="page133">[pg 133]</span><a name="Pg133" id="Pg133" class="tei tei-anchor"></a>wurden lose wieder darauf gelegt, denn das Auspacken besorgten
+die Empfängerinnen selbst.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nur mit Lilli wurde eine Ausnahme gemacht, Fräulein
+Raimar packte deren Kiste aus und schüttelte den Kopf, als
+sie damit beschäftigt war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sehen Sie nur den Tand, liebe Freundin,« sagte sie.
+»Nicht ein vernünftiges Stück finde ich dabei. Zwei weiße
+Kleider, so kurz, daß sie dem Kinde kaum bis an die Knie
+reichen, aber schön gestickt, hier eine breite rosa Atlasschärpe,
+ein kleiner Hermelinmuff, ein Paar feine Saffianstiefel und
+eine Puppe im Ballstaat. Und vieles Zuckerwerk – das ist
+alles! Warme Strümpfe und eine warme Decke, um die ich
+so sehr gebeten, und die dem Kinde so nötig sind, – sie
+fehlen ganz.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier scheint ein Brief für Sie zu sein,« sagte Fräulein
+Güssow und nahm ein duftiges rosa Billet von der Erde
+auf. Wahrscheinlich war dasselbe aus dem Muff gefallen,
+den die Vorsteherin noch in der Hand hielt. Sie erbrach das
+an sie gerichtete Schreiben und las wie folgt:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich ersuche Sie freundlich, meiner Lilli die Kleinigkeiten
+unter den Baum zu legen. Hoffentlich ist das liebe
+Herzl recht gesund. Nun ich hab halt nit nötig, mich zu
+sorgen, weiß ich doch das goldene Fischel in so gute Händ!
+– Wollne Strümpf und a Jackerl hab i halt nit mitgeschickt,
+i wünsch das Kind nit zu verwöhnen. Es soll
+immer a weiß Kleiderl anziehn, – Hals frei und Arme
+frei, – so ist sie’s gewohnt, und dabei möcht ich’s halt
+lassen.
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Geben Sie mein Herzblatterl tausend Schmazerl, und
+daß es die Mama nit vergißt!
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit dankbaren Grüßen verbleib ich
+ </p>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right">
+ Ihre<br />
+ ergebene <span class="tei tei-hi" style="text-align: right; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Toni Lubauer</span></span><a name="corr133" id="corr133" class="tei tei-anchor" style="text-align: right"></a><span class="tei tei-corr" style="text-align: right">.«</span>
+ </div>
+</div></div>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page134">[pg 134]</span><a name="Pg134" id="Pg134" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Weiße Kleider und dünne Strümpfe!« wiederholte Fräulein
+Raimar kopfschüttelnd. »Es ist gut, daß wir für einiges
+gesorgt haben, ich könnte es nicht vor mir selbst verantworten,
+das kleine Ding so durchsichtig und wenig bekleidet zu sehen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die junge Lehrerin stimmte bei und warf einen recht
+befriedigten Blick auf all die schönen und nützlichen Sachen,
+die auf Lillis Tischchen aufgebaut lagen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Gärtner war mit seiner Arbeit fertig und hatte das
+Zimmer verlassen – die Damen zündeten die Lichter des
+Baumes an, und als auch das geschehen war, ergriff die Vorsteherin
+eine silberne Klingel und läutete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie mit einem Zauberschlage flogen die Flügelthüren
+auf und die junge Schar stürmte herein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einen Augenblick standen sie wie geblendet da. So
+plötzlich aus der Dunkelheit in das helle Licht, – der Kontrast
+war fast zu grell.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lilli besonders stand wie gebannt da und hielt Ilses
+Hand krampfhaft fest.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm,« redete Fräulein Raimar sie an, »ich will dich
+an deinen Tisch führen, du bist ja ganz stumm geworden.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als das Kind vor seiner Bescherung stand, kehrte seine
+Lebhaftigkeit zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die schöne Puppe!« rief es entzückt und schlug die
+Händchen zusammen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die ist aber halt zu schön! Meine alte Lori ist lang
+nit so süß! – Und ein Strohhüterl hat sie auf – ach
+Gotterl! und die langen Zopferl! Und ein Schultascherl tragt
+sie am Arm! Bitt schön, Fräulein, darf ich sie in die Hand
+nehmen? Ich möcht sie ganz nah anschaun! Bitt schön,
+erlaube mir’s!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar erfüllte gern die Bitte des Kindes, das
+behutsam sein Püppchen in den Arm nahm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie kann die Augerl schließen!« fuhr dasselbe fort.
+»Schau, Fräulein, sie will schlafen!« Das Kind war ganz
+<span class="tei tei-pb" id="page135">[pg 135]</span><a name="Pg135" id="Pg135" class="tei tei-anchor"></a>außer sich vor Entzücken bei dieser Entdeckung und hielt sein
+Plappermäulchen nicht einen Augenblick still. »Meine Lori
+hat die Aeugerl immer auf, sie kann nit schlafen, nit wahr,
+Fräulein? Die ist dumm, lang nit so gescheit wie diese. –
+Hast du mir die Puppe geschenkt, Fräulein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete diese, die sich an Lillis jubelnder
+Freude erquickte. »Ilse und Nellie haben sie dir angezogen.
+Aber sieh einmal, hier hast du noch eine Puppe, die hat dir
+deine Mama geschenkt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kaum einen Blick hatte sie für die kostbare Balldame.
+»Die ist mir zu geputzt,« sagte sie, »die kann ich doch nit in
+das Bett legen! Die kann mein Kind nit sein!« – Und mit
+der Puppe im Arme lief sie zu Ilse, um sich zu bedanken.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese aber war sehr beschäftigt. Sie packte ihre Kiste
+aus und hatte nicht Zeit, an etwas anderes zu denken.
+»Später, Liebling,« sagte sie, und fertigte die Kleine mit
+einem flüchtigen Kuß ab. – Soeben hielt sie einen prächtigen
+rosa Wollstoff in der Hand und Nellie stand neben ihr und
+bewunderte denselben lebhaft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie süß!« rief sie. »Wie von Spinnweb so fein!
+Und wie er dir kleidet,« fuhr sie fort und hielt den Stoff der
+Freundin an, »das wird ein schön’ Tanzstundenkleid! Du
+wirst dir wie eine Fee darin machen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse aber war gar nicht recht vergnügt über das kostbare
+Geschenk, es malte sich sogar etwas wie Enttäuschung
+in ihren Zügen. Warum mochten die Eltern ihre Bitte nicht
+berücksichtigt, ja nicht einmal eine Antwort darauf gegeben
+haben?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Nellie war so gut – so neidlos teilte sie ihre Freude.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So mochte auch Fräulein Güssow denken, die näher getreten
+war. Sie legte den Arm um Nellies Schulter und
+fragte: »Warum packst du nicht deine eigene Kiste aus?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine Kiste?« wiederholte Nellie. »O Fräulein, Sie
+spaßen! Für mir giebt es das nicht!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page136">[pg 136]</span><a name="Pg136" id="Pg136" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse horchte auf. Einen schnellen, fragenden Blick warf
+sie der jungen Lehrerin zu und diese antwortete mit einem
+geheimnisvollen Lächeln.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer weiß!« fuhr sie fort, »sieh einmal nach, vielleicht
+hat eine gütige Fee dir etwas beschert.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse erhob sich schnell aus ihrer knieenden Stellung und
+nahm die Freundin unter den Arm. »Komm,« sagte sie,
+»wir wollen suchen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kiste an Kiste stand da in der Reihe, jede indes war
+bereits in Besitz genommen, Ilses Auge aber flog voraus.
+Sie hatte am Ende des Saales eine herrenlose Kiste entdeckt,
+dorthin zog sie Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und richtig, da stand mit großen Buchstaben auf dem
+Deckel: »An Miß Nellie Grey.« – Es war kein Zweifel,
+die Adresse lautete an sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, was ist dies!« rief Nellie überrascht und ihre
+Wangen röteten sich, »wer hat an mir gedacht? Ist es gewiß
+für mir?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, sie ist wirklich für dich,« versicherte Ilse strahlend,
+denn nun hatte sie erst die echte Weihnachtsfreude, »nimm nur
+den Deckel hoch.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Immer noch etwas zögernd folgte Nellie dieser Aufforderung.
+Welche Ueberraschung! Da lag obenauf ein gleicher
+Stoff in blaßblau, wie sie soeben denselben in rosa bei Ilse
+bewundert.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und wie sie nun weiter auspackten, jetzt eine jede ihre
+eigene Kiste, da hielten sie sich jubelnd stets die gleichen Herrlichkeiten
+entgegen. Bald war es eine gestickte Schürze, dann
+kamen farbige Strümpfe an die Reihe, Handschuhe, sogar die
+Korallenkette, die schon lange ein sehnlicher Wunsch Ilses war,
+fehlte bei Nellies Bescherung nicht. Auch die vielen Leckereien
+waren gleichmäßig verteilt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte in einem Karton mit Briefpapier einen langen
+<span class="tei tei-pb" id="page137">[pg 137]</span><a name="Pg137" id="Pg137" class="tei tei-anchor"></a>zärtlichen Brief der Eltern gefunden und als Nellie den ihrigen
+öffnete, lag auch für sie ein kleines Briefchen darin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine liebe Nellie,« schrieb Ilses Mama, »ich darf
+Sie doch so nennen als meiner Ilse liebste Freundin? Mein
+Mann und ich möchten Ihnen so gern einen kleinen Beweis
+geben, wie dankbar wir Ihnen sind für die Liebe und Freundschaft,
+die Sie stets unsrem Kinde zu teil werden ließen. Zwei
+Freundinnen aber müssen auch gleiche Freuden haben – und
+mit diesem Gedanken bitten wir Sie herzlich, den Inhalt der
+Kiste freundlich anzunehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit dem aufrichtigen Wunsche, daß Sie auch fernerhin
+unsrer Ilse eine treue Freundin bleiben mögen, grüßt Sie
+herzlich
+</p>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right"><span class="tei tei-hi" style="text-align: right; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Anne Macket</span></span><a name="corr137" id="corr137" class="tei tei-anchor" style="text-align: right"></a><span class="tei tei-corr" style="text-align: right">.«</span></div>
+</div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie fiel Ilse um den Hals und vermochte kein Wort
+hervorzubringen. Die Rührung schnürte ihr die Kehle zu –
+Thränen waren seltene Gäste bei unsrer Nellie. Das frühverwaiste
+Mädchen, das sich von klein auf stets bei Verwandten
+herumdrücken mußte, dem das Sonnenlicht der elterlichen Liebe
+fehlte, hatte das Weinen beinah verlernt. Wer hätte auch
+auf seine Thränen achten sollen?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dein Mutter ist ein Engel!« brachte sie endlich, so
+halb unterdrückt, heraus. »Wie soll ich sie für alles
+danken?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, meine Mama ist sehr gut!« bestätigte Ilse, und
+zum erstenmal stieg ein warmes, zärtliches Gefühl für dieselbe
+in ihrem Herzen auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Für sentimentale Stimmungen waren Ilse und Nellie
+indes nicht angethan, und als erstere ein Stück Marzipan
+der Freundin in den Mund steckte, war die Rührung zu Ende.
+Thränenden Auges verzehrte es Nellie, und dieser Anblick
+kam Ilse so possierlich vor, daß sie lachen mußte, – natürlich
+stimmte Nellie ein.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page138">[pg 138]</span><a name="Pg138" id="Pg138" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Seid ihr fertig, Kinder? Habt ihr alle eure Kisten
+ausgepackt!« rief Fräulein Raimar und unterbrach das Gewirr
+von Stimmen, das laut und lebhaft durcheinander klang.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, ja!« rief es zurück und nun beeiferte sich eine
+jede, die heimatliche Bescherung vorzuzeigen, und die Vorsteherin
+blickte in lauter freudig erregte und zufriedene Gesichter.
+Nur Flora sah etwas enttäuscht aus. Sie hatte
+anstatt »Jean Pauls Werke«, die sie sich so glühend gewünscht,
+»Schlossers Weltgeschichte« erhalten mit dem Versprechen vom
+Papa, daß, wenn sie erst reifer für solche Lektüre sei, sie dieses
+Werk erhalten werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Reifer! Es klang ihr wie bittrer Hohn. Sie fühlte
+sich mit ihren sechzehn Jahren schon so überreif, daß sie selbst
+poetische Werke in das Leben rief – und sie – sie sollte
+nicht »Jean Paul« lesen!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdem die Geschenke der Eltern auf eine leer gelassene
+Tafel aufgebaut waren, und nachdem die Mädchen auch
+diejenigen der Lehrerinnen in Empfang genommen hatten,
+kamen endlich die versiegelten und verpackten Ueberraschungen
+an die Reihe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Da kamen denn allerhand drollige Dinge zum Vorschein
+und der Jubel und das Lachen wollten kein Ende nehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora hatte soeben einen langen, blauen Strumpf aus
+zahllosen Papieren herausgewickelt und hielt ihn hoch in der
+Hand. Etwas verwundert drehte sie diese wunderbare Gabe nach
+allen Seiten, die ironische Anspielung fiel ihr nicht sogleich ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ein Strumpf?« fragte sie, »was soll ich damit?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er ist dein Wappen, lieber Blaustrumpf,« belehrte sie
+Orla. »Die Idee ist wirklich famos!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er ist von dir!« beschuldigte sie Flora.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leider nein,« entgegnete Orla.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Annemie lachte so laut und herzhaft, daß sie sich als die
+Geberin verriet.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bist du mir böse, Flora?« fragte sie gutmütig.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page139">[pg 139]</span><a name="Pg139" id="Pg139" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img139.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sonderbare Frage! Ganz
+im Gegenteil, Flora fühlte sich
+höchst geschmeichelt, daß man sie
+zu den Blaustrümpfen zählte. Der
+gestickte Schlips, den Annemie in
+den Strumpf versteckt hatte, erfreute
+sie nicht halb so wie die
+dichterische Anerkennung. – In
+bester Stimmung löste sie jetzt den
+Bindfaden von einem Pappkasten.
+Derselbe war eng damit umschnürt.
+Auf dem Deckel war ein Weinglas
+gemalt und mit großen Buchstaben
+stand »Vorsicht« daneben geschrieben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ganz behutsam nahm sie denn
+auch den Deckel ab, warf die Papierschnitzel
+heraus und fand in feines
+Seidenpapier eingeschlagen ein zerbrochenes
+Herz von Bisquit!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie abscheulich von dir, Nellie!« rief sie gekränkt und
+wandte sich sofort an die richtige Adresse. Das Herz warf
+sie achtlos beiseite.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht so hitzig, Flora,« riet Grete, »sieh doch das zerbrochene
+Herz erst näher an.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page140">[pg 140]</span><a name="Pg140" id="Pg140" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zögernd entschloß sie sich dazu, und als sie ein reizendes,
+kleines Toilettekissen höchst künstlich verborgen entdeckte, söhnte
+sie sich einigermaßen mit der bösen Nellie aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber nicht Flora allein, auch all die übrigen mußten
+manche kleine Neckerei in den Kauf nehmen, so manche schwache
+Seite wurde an das Tageslicht gefördert und schonungslos
+gegeißelt. Die Vorsteherin wachte darüber, daß diese Reibereien
+stets in den Grenzen des Scherzes blieben; im allgemeinen
+hielt sie dieselben für ein gutes Mittel, sich gegenseitig auf
+die Fehler aufmerksam zu machen, es half oft mehr als alle
+ernsten Ermahnungen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie stand vor einem großen Berg Eßwaren, die sie
+aus ihren Paketen, in welchen sie außer einem kleinen Geschenke
+immer noch nebenbei allerhand Süßigkeiten fand, herausgewickelt
+hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Schokolade, Marzipan, Apfelsinen, Rosinen und Mandeln,
+Lebkuchen, und in einem reizenden Kasten von Porzellan zwei
+saure Gurken. Diese waren eine besondere Lieblingsspeise
+von ihr.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie lachte und fragte, ob sie ein so hungrig Mädchen
+sei. »O, da ist ja noch ein Paket,« fuhr sie fort, »was für
+ein leckerer Bissen wird wohl darin sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie irrte sich, diesmal kam ein Buch zum Vorschein
+und wie sie es aufschlug, las sie auf dem Titelblatte: »Deutsche
+Grammatik.« Ein Blatt Papier mit einem kleinen Gedichte
+lag dabei. Nellie las es vor.
+</p>
+
+<div class="tei tei-lg" style="margin-bottom: 1.00em; margin-left: 2.00em; margin-top: 1.00em">
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">»Lerne fleißig die deutsche Sprache –</div>
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left; margin-left: 2.00em">Willst du begreifen holde Poesie.</div>
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">Dies Buch ist einer Verkannten Rache,</div>
+ <div class="tei tei-l" style="text-align: left; margin-left: 2.00em">Die du verstanden hast noch nie!«</div>
+</div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Flora!« rief Nellie. »Du hast mir mit deine edle
+Rache sehr beschämt! Ich werde lernen aus dieser Buch und
+dir verstehen! – Komm, gieb dein’ Hand, ich verspreche dich,
+<span class="tei tei-pb" id="page141">[pg 141]</span><a name="Pg141" id="Pg141" class="tei tei-anchor"></a>daß ich nie wieder dein’ holde Poesie auslachen will, und wenn
+sie voll lauter zerbrochene Herzen ist.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla hatte unter anderm einen Klemmer erhalten und
+– o Schrecken! auch ein Etui mit Cigaretten. Fräulein
+Raimar stand neben ihr und sah das verräterische Ding.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was ist denn das?« fragte sie. »Ich will nicht hoffen,
+Orla, daß du wie eine Emanzipierte rauchst! Du würdest
+mich sehr erzürnen, wenn das der Fall wäre. Doch,« unterbrach
+sie sich, »wie komme ich dazu, einen Scherz für Ernst
+zu nehmen, am Weihnachtsabend sind dergleichen Witze erlaubt.«
+Leiser und nur für die Russin vernehmbar setzte sie
+hinzu: »Ich habe das feste Vertrauen zu dir, daß du niemals
+rauchen wirst!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Angeredete schwieg und senkte die Augen. Der
+Tadel traf die Wahrheit, sie hatte wirklich manchmal im Verborgenen
+eine Cigarette geraucht. War es doch in ihrer
+Heimat nichts Auffallendes, wenn eine Dame sich ein kleines
+Rauchvergnügen machte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Innerlich schalt sie die Pedanterie der Deutschen, der sie
+eine so harmlose Freude zum Opfer bringen mußte, denn niemals
+würde es ihre Wahrheitsliebe gestattet haben, gegen das
+Verbot der Vorsteherin zu sündigen, – mit einiger Ueberwindung
+reichte sie derselben die Cigaretten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, bewahren Sie mir dieselben,« bat sie und lächelnd
+fügte sie hinzu: »Damit ich nicht in Versuchung komme ...«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie liebäugelte mit einem zierlichen Handspiegel.
+Sie freute sich sehr über denselben, noch mehr aber über ihr
+eignes Bild, das ihr entgegenlachte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete blickte ihr über die Schulter. »Das ist eine Anspielung
+auf deine Eitelkeit, Melanie! Ich habe nichts bekommen,
+was mich ärgern oder wodurch ich mich getroffen
+fühlen könnte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun glaubst du dich wohl fehlerfrei, liebe Grete!«
+spottete Melanie. »Bilde dir das ja nicht ein, liebes Kind,
+<span class="tei tei-pb" id="page142">[pg 142]</span><a name="Pg142" id="Pg142" class="tei tei-anchor"></a>du bist noch längst kein vollkommnes Wesen. Es giebt sehr
+vieles an dir auszusetzen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und als ob ihre Worte sofort in Erfüllung gehen sollten,
+rief Fräulein Güssow: »Grete, da steht noch eine vergessene
+Schachtel auf deinem Platze! Du hattest Papier darauf geworfen
+und wirst sie deshalb übersehen haben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vergnügt und erwartungsvoll öffnete Gretchen die Schachtel.
+O weh! als sie den Deckel abhob, lachte ein glänzendes, zierlich
+gearbeitetes Vorlegeschloß sie boshaft an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist eine Anspielung für dich, teures Plappermäulchen!«
+rief Melanie mit schwesterlicher Schadenfreude, und
+hielt das Schloß an Gretes Lippen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So, damit du in Zukunft hübsch schweigst und nicht
+so vorlaut bist.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Unwillig wandte Grete sich ab, sie war gar wenig erbaut
+von der Ueberraschung. Sie warf das Schloß wieder
+in die Schachtel, schloß den Deckel und verriet durch ihre
+Empfindlichkeit, wie sehr sie sich getroffen fühlte ....
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte aus einer mächtigen Kiste, die bis obenhin
+mit Heu gefüllt war, einen Hund herausgeholt. Keinen
+lebendigen, o nein! es war nur einer aus Pappe. Braun
+sah er aus und hatte weiße Pfötchen. Um den Hals trug
+er einen Zettel am roten Bande, auf welchem mit großen
+Buchstaben »Bob« geschrieben stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Orla!« erriet Ilse sofort. Dieselbe hatte sie oft genug
+mit ihrem Hunde aufgezogen. Es kam ihr jetzt selbst recht
+lächerlich vor, wenn sie sich ihren Einzug in der Pension mit
+Bob auf dem Arme ausmalte. Wie einfältig war sie gewesen
+– wie unnütz hatte sie den armen Papa gequält! – Ilse
+hatte noch eine Ueberraschung, bei der sie fast erschrak. In
+einem reizenden Arbeitskorbe fand sie mehrere Aepfel von
+Marzipan.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie stand neben Ilse und flüsterte ihr zu: »Diese sind
+Aepfel von der Baum – weißt du noch?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page143">[pg 143]</span><a name="Pg143" id="Pg143" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als die Angeredete ängstlich zur Seite blickte, fuhr sie
+beruhigend fort: »Du darfst nicht Angst haben, niemand
+hört uns.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hatte recht. Die Aufmerksamkeit aller war auf
+einen Vogelbauer gerichtet, in welchem eine lebendige Lachtaube
+saß. Annemie hielt denselben höchst angenehm überrascht
+in der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun könnt ihr um die Wette lachen,« scherzte die Vorsteherin,
+»denn das Täubchen darfst du behalten und in deinem
+Zimmer aufhängen. Aber vergiß niemals, Annemie, daß du
+das Tierchen regelmäßig füttern mußt, hörst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So erhielt eine jede ihre scherzhafte Rüge, nur Rosi
+nicht. Sie zerbrachen sich den Kopf, um einen Tadel an ihr
+zu entdecken, aber zu ihrem Bedauern fanden sie keinen.
+»Ganz ohne Scherz darf sie nicht sein,« erklärte Nellie, ging
+hin und kaufte ein Bilderbuch, auf dessen Titelblatt in goldenen
+Buchstaben drei Worte glänzten: ›Für artige Kinder‹.
+– »Dies paßt sehr für ihr,« sagte sie, und die übrigen
+Mädchen stimmten ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Rosi nahm das Buch, lächelte und legte es beiseite.
+Sie konnte nicht so recht begreifen, was es bedeuten
+sollte ....
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdem die Bescherung zu Ende und nachdem auch für
+die beiden Damen ein Tisch mit allerhand selbstgearbeiteten
+Sachen ausgebaut war, wurde der Thee eingenommen und
+kurze Zeit darauf zur Ruhe gegangen. Lilli wurde es schwer,
+sich von ihren schönen Sachen zu trennen, sie wollte nicht
+zu Bett gehen, aber der Sandmann kam und streute ihr
+den Schlaf in die Augen. Schlafend wurde sie entkleidet
+und in ihr Bett, das in Fräulein Güssows Zimmer stand,
+getragen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und nun wurde es still und dunkel im Hause. Der
+schöne Christabend war zu Ende mit seiner frohen Erwartung,
+seinem Lichterglanze ....
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page144">[pg 144]</span><a name="Pg144" id="Pg144" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ob wohl der Baum im nächsten Jahre für alle wieder
+angezündet wird, die heute unter ihm versammelt waren? –
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nun war alles wieder im alten Geleise! Der Unterricht
+hatte begonnen und Miß Lead war wenige Tage nach Neujahr
+von ihrer überseeischen Reise zurückgekehrt. Sie hatte
+sechs junge Engländerinnen mitgebracht, die kein Wort Deutsch
+verstanden und sehr viel Heimweh hatten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie versuchte es, sie zu trösten, aber sie verschlossen
+sich starr gegen jedes Trosteswort, sie fühlten sich unglücklich
+im fremden Lande. Sie wollten nicht Deutsch lernen, sie
+haßten diese Sprache und die Menschen, erklärten sie. Lange
+Jammerbriefe sandten sie in die Heimat, in denen sie die
+Angehörigen himmelhoch baten, sie wieder zurückkehren zu
+lassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war diese Art und Weise nichts Auffallendes und
+nichts Neues. Fräulein Raimar legte keinen Wert darauf,
+ähnliche Erfahrungen machte sie stets mit den Engländerinnen.
+Es war schon vorgekommen, daß diese oder jene sich vornahm,
+zu verhungern, und Speise und Trank hartnäckig verweigerte.
+Vor Hunger gestorben war indes noch keine, wenn der
+Magen zu energisch sein Recht verlangte, entsagten sie dem
+Hungertode.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich mag meine Landsmänner gar nicht sehr!« bemerkte
+Nellie eines Tages zu Ilse. »Die Deutsche liebe ich mehr.
+Ich will nicht zurück in meine Heimat.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Landsmänner!« wiederholte Ilse. »Gleich sage einmal,
+wie es richtig heißt. Neulich habe ich es dir erst gesagt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O ja, ich weiß, Landsfrauen heißt es,« verbesserte sich
+Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist klassisch!« lachte Ilse laut. »Lands–männ–innen
+heißt es. Sag einmal nach – so – und nun
+ver<span class="tei tei-pb" id="page145">[pg 145]</span><a name="Pg145" id="Pg145" class="tei tei-anchor"></a>giß dieses Wort nicht wieder, du liebe, englische Deutsche!
+Du bist auch ganz anders wie deine Landsmänninnen, lange
+nicht so steif, so zurückhaltend und so hochmütig wie die! Sie
+sehen immer auf uns herab, als ob sie sagen wollten: ›Gott
+sei Dank, daß ich keine Deutsche bin!‹«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein!« wehrte sich Nellie, in der plötzlich der Nationalstolz
+wach wurde, »so schlimm darfst du nicht sagen!
+Es hat den Schein, daß sie hochmütig sind, weil sie dir nicht
+verstehen, sie macht ein fremdes Gesicht, weiter nix!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind hochmütig, Nellie!« neckte Ilse. »Entschuldige
+deine langweiligen Engländerinnen nicht. Eben sagtest du
+selbst, daß du sie nicht leiden möchtest.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das gestand Nellie zu. Sie meinte aber, sie selbst
+könne so sprechen, ein gleiches Urteil aus einem andern
+Munde könne und dürfe sie nicht anhören. Sie wolle es
+auch nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist doch aber ganz wunderlich, Nellie,« lachte Ilse,
+»Doktor Althoff würde sagen: ›Sie haben verdrehte Ansichten,
+Miß Nellie.‹«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein,« entgegnete Nellie eifrig und leicht errötend,
+»Doktor Althoff würde mir verstehn. Er weiß, wie es in
+mein Herz aussieht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das kam Ilse äußerst komisch vor und sie neckte die
+Freundin damit sehr. »Er hätte viel zu thun, wenn er in
+alle eure Herzen blicken wollte!« rief sie lachend, »und wenn
+er sich wirklich einmal die Mühe gäbe, so würde er euch
+schön verhöhnen, dich und alle die andern, die ihr für ihn
+schwärmt.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse lernte jetzt mit rechtem Eifer und schon längst war
+ihr das Arbeiten keine Last mehr. Das Zeichnen machte ihr
+besondre Freude, und seitdem der Papa so glückselig über
+die ihm geschenkte Rose geschrieben, strebte sie darnach, auch
+das zu erreichen, was derselbe in seiner blinden Liebe zu ihr
+schon erreicht sah. Er hielt sie bereits für eine Künstlerin
+<span class="tei tei-pb" id="page146">[pg 146]</span><a name="Pg146" id="Pg146" class="tei tei-anchor"></a>und mit Stolz hatte er ihr geschrieben, daß er die Rose habe
+einrahmen lassen und daß sie nun über seinem Schreibtisch
+hänge. Ilse war gar nicht damit einverstanden, sie wußte
+ja genau, wie der zärtliche Papa jeden Besuch, der zu ihm
+kam, zu ihrem schwachen Erstlingswerk führen werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auch die Mama war hocherfreut über Ilses Weihnachtsgeschenke
+gewesen. Sie gaben ihr ein glänzendes Zeugnis
+von deren Fortschritten und der Ausdauer, die der Wildfang
+bis dahin nicht gekannt hatte. Die größte Freude indes hatte
+sie an Ilses Dankesbrief gehabt. Es war das erste Mal,
+daß sie in so herzlich warmer Weise das Wort an sie richtete
+und Frau Annes Augen füllten sich mit Thränen freudiger
+Rührung. Sie fühlte jetzt bestimmt, daß die Zukunft ihr
+Ilses volle Liebe bringen werde. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die längst ersehnten Tanzstunden hatten bereits seit
+vierzehn Tagen begonnen und brachten etwas Abwechselung
+in das gleichmäßige Pensionsleben. Zweimal in der Woche
+kam von sechs bis acht Uhr abends der Tanzlehrer mit einer
+Geige und unterrichtete im großen Saale.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nicht alle Zöglinge nahmen teil daran. Die kleineren
+Mädchen nicht und auch die Engländerinnen schlossen sich aus,
+sie verstanden noch zu wenig Deutsch, auch konnten sie vorläufig
+keinen Geschmack an den einförmigen Pas finden.
+Melanie konnte das freilich auch nicht und fand bis jetzt die
+Tanzstunde ›furchtbar öde‹.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist ein furchtbar langweiliges Vergnügen, diese
+Hüpferei,« äußerte sie auf einem Spaziergange zu Flora,
+»wozu diese Pas – diese Verbeugungen? Wir können doch
+alle schon tanzen, und wie wir uns zu verbeugen haben –
+und grüßen müssen, das wissen wir doch erst recht. Wir sind
+doch erwachsene Mädchen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach!« seufzte Flora und ein schwärmerischer Blick glitt
+seitwärts über den spiegelglatten Teich – zu den schlittschuhlaufenden
+Gymnasiasten hinüber – »ach! das möchte noch
+<span class="tei tei-pb" id="page147">[pg 147]</span><a name="Pg147" id="Pg147" class="tei tei-anchor"></a>alles gehen. Das Fürchterlichste ist doch, daß wir zwei volle
+Monate ohne Herren tanzen müssen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie furchtbar öde!« Melanie rief es ordentlich entrüstet.
+»Man behandelt uns wahrhaftig mit puritanischer
+Strenge! Ohne – Herren! Es ist kaum zu glauben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, mit puritanischer Strenge!« wiederholte Flora, der
+dies Wort außerordentlich gefiel. »Ich begreife nicht, warum
+uns der Verkehr mit den Herren so lange entzogen wird.
+Man behandelt uns eben wie Kinder!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die ›furchtbar öden‹ Monate gingen indessen auch zu
+Ende und Fräulein Raimar schickte Einladungen aus an
+junge, wohlerzogene Herren, die das Gymnasium besuchten,
+und ersuchte sie, die letzten vier Wochen an dem Tanzunterrichte
+teilzunehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit welcher Freude diese Einladungen begrüßt wurden,
+brauche ich nicht zu sagen. Die jungen Leute schätzten es sich
+zur besonderen Ehre, zu den Tanzabenden in der Pension zugezogen
+zu werden. Diesmal brannten sie besonders darauf,
+weil sie behaupteten, daß noch niemals so hübsche Mädchen
+in dem Institute gewesen seien. Sie kannten dieselben von
+Ansehen sehr genau, denn, wenn irgend möglich, suchten sie
+ihnen auf den Spaziergängen zu begegnen. Nun sollten sie
+mit ihnen tanzen, sich mit ihnen unterhalten dürfen, es war
+zu famos!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ihr werdet heute abend zum ersten Male mit Herren
+tanzen, Kinder,« kündigte Fräulein Raimar eines Mittwochs
+bei der Mittagstafel an. Und als sie bemerkte, wie vergnügt
+die meisten diese frohe Botschaft entgegennahmen, fügte sie
+hinzu: »Ich hoffe, daß ihr euch nicht zu lebhaft mit den
+jungen Leuten unterhalten werdet! Vergeßt nicht, daß dieselben
+nur des Tanzes, nicht der Unterhaltung wegen da
+sind!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Annemie kamen diese Ermahnungen so komisch vor, daß
+sie zu kichern anfing. Ein strafender Blick traf sie dafür.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page148">[pg 148]</span><a name="Pg148" id="Pg148" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Für dich sind meine Worte besonders gesprochen, Annemie,«
+nahm die Vorsteherin wieder das Wort, »ich fürchte,
+du wirst dich durch dein albernes Lachen auffallend machen,
+hüte dich davor. Und dich, Grete, ermahne ich ernstlich, nicht
+so viel zu schwatzen. Ueberlege erst, was du sagen willst,
+damit kein Unsinn herauskommt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So und in ähnlicher Weise warnte und ermahnte sie
+ihre jungen Zöglinge, die in ihrer erwartungsvollen Aufregung
+heute nur mit halbem Ohre hörten, was ihnen so
+eindringlich vorgestellt wurde. Viel wichtiger erschien ihnen
+die Frage: »Was werdet ihr heute abend anziehen? Womit
+werdet ihr euch schmücken?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hatten auch kaum das Speisezimmer verlassen, als
+sie die Treppen hinaufstürmten, um in Orlas und der Schwestern
+Zimmer eine große Beratung zu halten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie holte einen großen Pappkasten hervor und fing
+an, Blumen und Bänder herauszukramen. Sie hatte sich vor
+den Spiegel gestellt und hielt eine Rose in ihr schönes aschblondes
+Haar.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie findet ihr diese Rose?« fragte sie. »Bitte, seht
+doch einmal! Kümmert sich denn kein Mensch um mich?«
+rief sie laut und ungeduldig den Durcheinanderschwatzenden
+zu und stampfte sogar etwas mit dem Fuße auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie steht dir gut, Melanie,« antwortete Rosi, die eben
+erst eingetreten war und die letzten Worte hörte, an ihre
+eigene Toilette dachte sie nicht. »Das dunkle Rot in deinem
+blonden Haar sieht prächtig aus!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du hast nicht viel Geschmack, liebste Rosi. Nimm mir
+nicht übel, daß ich es dir frei heraussage,« fertigte Melanie
+die Aermste ab. »Orla, bitte, gieb du dein Urteil ab.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Russin galt als die eleganteste, deren Toilette stets
+am geschmackvollsten war. Mit Kennermiene musterte sie
+denn auch Melanie.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page149">[pg 149]</span><a name="Pg149" id="Pg149" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die dunkle Rose ist zu grell,« entschied sie, »für dein
+Haar paßt eine blaßrote besser. Uebrigens, was willst du
+denn anziehen? Das ist doch am Ende die Hauptsache und
+darnach mußt du die Blumen wählen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mein blaues Batistkleid, denke ich.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dein bestes Kleid!« rief die vorlaute Grete erstaunt.
+»Gut, dann ziehe ich mein geblümtes an!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Gerade wie die Verhandlungen am lautesten waren, öffnete
+sich die Thür und Fräulein Güssow trat ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Fräulein Raimar läßt euch sagen, ihr möchtet heute
+abend eure Sonntagskleider tragen,« verkündete sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O! ...« Langgedehnt und unzufrieden kam es über
+Melanies Lippen. »O, Fräulein Güssow, die alten, dunklen
+Kleider! Die hellen sind so viel besser!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber es blieb bei den Wollkleidern. Gegen das Machtgebot
+der Vorsteherin galt kein Widerstreben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bevor sie in den Tanzsaal hinuntergingen, fanden sich
+die Mädchen noch einmal bei Orla ein. Diese hielt erst eine
+allgemeine Musterung über die Toiletten, besserte hier und
+dort und verstand es, durch eine Kleinigkeit dem einfachsten
+Anzuge einen netten Anstrich zu geben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie hatte sich nach besten Kräften elegant herausgeputzt.
+Ein weißes Spitzenfichu schmiegte sich in weichen
+Falten um ihren Hals, und eine blaßrote Rose, seitwärts an
+demselben befestigt, kleidete sie ganz allerliebst. Sie war tadellos
+und sah trotz des einfachen braunen Kleides sehr geputzt
+aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+An Gretes ungeschickter Figur war nicht viel zu ändern.
+Lange Arme, große Füße, schlechte Haltung und dicke Taille,
+das waren Dinge, die leider nicht zu verbergen waren, auch
+trugen die ungraziösen Bewegungen durchaus nicht zur Verschönerung
+bei.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Für dich ist die dunkle Tracht ganz vorteilhaft,« meinte
+Orla, indem sie eine dicke Korallenkette aus ihrem
+Schmuck<span class="tei tei-pb" id="page150">[pg 150]</span><a name="Pg150" id="Pg150" class="tei tei-anchor"></a>kasten nahm und sie dem darüber hocherfreuten Gretchen um
+den Hals schlang. »So, die will ich dir leihen, damit du
+nicht zu einfach aussiehst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora unterwarf sich keiner Musterung, sie fand es unnütz,
+da ihr Geschmack weit eigenartiger sei als Orlas. Sie
+hatte mit endloser Mühe eine griechische Haartour zurechtgebracht.
+Im Nacken trug sie ihr Haar im Knoten, mit
+einigen herausfallenden Locken, vorn hatte sie dasselbe mit
+einem schwarzen Sammetbande, das mit weißen Perlen benäht
+war, dreimal abgebunden. In die Stirn fielen gekräuselte
+Fransen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie fand sich entzückend, diese Haartour söhnte sie sogar
+mit dem grünen Wollkleide aus, in dem sie lang und schlank
+wie eine wirkliche Hopfenstange aussah.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Rosi hatte sich nicht besonders geschmückt. Ihr schwarzes
+Kaschmirkleid war unverändert geblieben. Eine weiße Spitze
+am Halsausschnitt, zusammengehalten von einer Spitzenschleife,
+die einen silbernen Pfeil trug. So ging sie Sonntags gekleidet
+und Fräulein Raimars Vorschrift lautete, daß sie
+sich heute sonntäglich kleiden sollten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O Gott, wie hausbacken siehst du aus, Rosi! Als ob
+du in die Kirche gehen wolltest, so ernst und feierlich!« rief
+Orla. »Hast du denn nicht ein farbiges Band anstatt der
+weißen Schleife?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hatte keins und jetzt half Melanie aus. Bereitwillig
+lieh sie Rosi eine ganz neue rosa Atlasschleife und freute sich
+herzlich, wie furchtbar nett sie derselben stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Betrachte dich nur einmal,« sagte sie und hielt ihr den
+Handspiegel vor die Augen. »Nun, was meinst du dazu?
+Nicht wahr, jetzt siehst du nicht mehr aus wie ›Gottesfurcht
+vom Lande‹!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Schleife gefällt mir wohl gut,« meinte Rosi,
+»aber es ist mir ein peinliches Gefühl, geliehene Sachen zu
+tragen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page151">[pg 151]</span><a name="Pg151" id="Pg151" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">O sancta simplicitas!</span></span>« rief die geniale Flora.
+»Kind, du gehst in deiner Pedanterie wirklich zu weit! Unter
+Freundinnen herrscht Gleichheit, da kann von geliehenen Sachen
+keine Rede sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und um dies Wort gleichsam zur That zu machen,
+griff sie in Melanies offenstehenden Blumenkasten, nahm
+eine feuerfarbene Nelke heraus und befestigte dieselbe an ihrem
+Gürtel.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du erlaubst doch, Melanie?« fragte sie so nebenhin,
+»die rote Farbe steht mir wirklich brillant!« und mit einem
+wohlgefälligen Blick betrachtete sie sich in dem Spiegel.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie und Ilse, wo bleiben sie nur?« fragte Orla.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eben traten sie ein. Beide waren geschmackvoll gekleidet.
+Nellie im schottischen Kleide, am Hals und den Aermeln mit
+echten Spitzen garniert, sah graziös und vorteilhaft aus, ebenfalls
+Ilse, die über ihr blaues Kleid einen breiten Spitzenkragen
+gelegt hatte. Darüber trug sie die Korallenkette, mit
+welcher auch Nellie sich geschmückt hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schnell noch diese Margueriten in dein Haar!« rief
+Melanie und machte Miene, dieselbe Ilse in ihren Locken zu
+befestigen. Aber die wehrte es ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh mit deinen Blumen!« entgegnete sie abwehrend,
+»ich mag die toten, nachgemachten Dinger nicht leiden!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie du willst,« sagte Melanie etwas schnippisch
+und warf die verschmähten Gänseblümchen wieder in den
+Kasten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Mädchen verließen das Zimmer und stiegen die
+Treppe hinunter.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Orla ist doch die eleganteste von uns,« bemerkte Melanie
+nicht ohne einen Anflug von Neid zu Nellie, und
+musterte die vor ihr Gehende, die allerdings in der blauen
+Samttaille und einem gleichfarbig seidenen Rocke höchst vornehm
+erschien. »Freilich in Samt und Seide kleiden mich
+meine Eltern nicht, so reich sind wir nicht.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page152">[pg 152]</span><a name="Pg152" id="Pg152" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Thut nix!« erwiderte Nellie, »man muß mit weniges
+auch zufrieden sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, bitte – wartet einen Augenblick!« rief es plötzlich
+hinter ihnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Annemie war es, die in voller Eile allen nachgelaufen
+kam. »Ich bin noch nicht ganz fertig,« fuhr sie atemlos
+fort, »ich kann aber nichts dafür! Als ich mein Kleid
+überzog, riß ein Band irgendwo, – nun hängt der eine
+Zipfel vom Ueberwurfe bis auf die Erde. Bitte, seht einmal
+nach!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle waren stehen geblieben und betrachteten Annemie.
+Nellie, praktisch wie immer, untersuchte gleich, wo der
+Schaden saß.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm her,« sagte sie, »ich werde dir ausbessern. Aber
+ein Nadel und Faden muß ich haben, dann nähe ich dir gleich
+mit weniger Stich in Ordnung.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei nicht umständlich,« meinte Flora. »Hier hast du
+eine Stecknadel, damit wirst du es ebenso gut machen können.
+Wie manchmal habe ich mir schon ein Band oder einen kleinen
+Riß schnell mit der Nadel gesteckt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber davon wollte die Engländerin nichts wissen. Sie
+nahm Annemie mit in ihr Zimmer und nähte die wenigen
+Stiche.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, liebe, gute Nellie, mir ist hier am Aermel ein
+Endchen Spitze abgerissen, willst du mir nicht die gleich annähen?
+Du bist auch ein Engel!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie brachte auch diesen Schaden in Ordnung, und als
+sie fertig war, zupfte sie an Annemie hier und dort zurecht,
+nichts saß an der kleinen, runden Lachtaube, wie es sitzen
+mußte. Die Handschuhe waren nicht zugeknöpft, die Halskrause
+saß schief und an dem halbhohen Lackschuh fehlte ein
+Knöpfchen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist aber ein sehr unordentlich’ Mädchen, liebes
+Lachtaube,« schalt Nellie, »aber ich kann dich nicht helfen, du
+<span class="tei tei-pb" id="page153">[pg 153]</span><a name="Pg153" id="Pg153" class="tei tei-anchor"></a>mußt mit deiner abgerissener Knopf gehen. Es schlägt sechs,
+wir müssen pünktlich erscheinen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die übrigen Mädchen hatten an der Treppe gewartet,
+jetzt gingen alle zusammen hinunter und an der Thür des
+Saales blieben sie stehen, sie hatten mit einem Male keinen
+Mut, hineinzugehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich höre sprechen,« sagte Orla gedämpft, »ich glaube,
+die Herren sind schon da.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie legte das Ohr an die Thür und horchte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wirklich, sie sind da!« bestätigte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lass’ mich durchs Schlüsselloch sehen, Orla,« bat die
+neugierige Flora und schob die erstere leicht beiseite.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie beugte den Kopf, als sie das Auge an die Thür
+legen wollte, packte Grete der Uebermut, so daß sie Flora
+einen Stoß gab und diese mit dem Haupte gegen die Thür
+flog. Das war ein Schreck! Wie der Wind flogen alle bis
+an das andre Ende des Vorsaals, – wenn Fräulein Raimar
+das Geräusch gehört hätte! »Dann sind wir einfach furchtbar
+blamiert,« erklärte Melanie und schalt Grete albern und
+ungezogen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist ein Tollpatsch, Grete, im höchsten Grade ungebildet!«
+sagte Flora entrüstet, und Annemie lachte, daß ihr
+die hellen Thränen über die Wangen liefen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sei mir nicht böse, daß ich dich auslache, Flora,« sagte
+diese, »aber ich kann nicht anders. Du sahest zu komisch
+aus und machtest ein so entsetztes Gesicht, als du mit deinem
+griechisch frisierten Kopf gegen die Thür flogst.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Raimar hatte wirklich ein Klopfen an der Thür
+vernommen, sie öffnete dieselbe, und als sie die Mädchen stehen
+sah, rief sie ihnen zu, sich zu beeilen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das war ein kritischer Moment. Unbemerkt stießen sie
+sich untereinander an und stritten sich leise, wer die erste
+sein <a name="corr153" id="corr153" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">solle.</span>
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page154">[pg 154]</span><a name="Pg154" id="Pg154" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt vorangehen, Orla, du bist die älteste,« flüsterte
+Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin die jüngste, ich komme zuletzt!« rief Grete, die
+sonst immer mit ihrem Munde die erste war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß mich die letzte sein, Grete,« bat Annemie, »ich habe
+mich noch nicht ausgelacht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Rosi war die verständige, wie immer. »Komm, Orla,«
+sagte sie, »wir dürfen Fräulein Raimar nicht warten lassen.
+Wir benehmen uns überhaupt höchst kindisch, finde ich. An
+allem ist Gretes Albernheit schuld.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das gute Beispiel der beiden Aeltesten wirkte wohlthuend
+auf die übrigen. Sie nahmen sich zusammen und
+gingen ruhig und ernst in den Saal.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine Damen, erlauben Sie, daß ich Ihnen die Herren
+vorstelle,« mit diesen Worten empfing sie der Tanzlehrer. Es
+folgten Verbeugungen von beiden Seiten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora schwamm in Seligkeit, sie hatte unter den Herren
+einen Primaner erkannt, für den sie bereits längst im Geheimen
+schwärmte. Erst kürzlich hatte sie ihn als Apoll in
+Jamben besungen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow stand neben der Vorsteherin und hatte
+ihre Freude an den jungen Mädchenblüten. An Ilse hing
+ihr Auge am zärtlichsten. Wie reizend hatte sich ihr Liebling
+entfaltet! Körperlich und seelisch. Wie viel gleichmäßiger
+war das stürmische Kind geworden. Wo war der
+böse Trotz geblieben?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie verglich Ilse mit den übrigen und fand, daß sie
+nicht allein die hübscheste, sondern auch weit natürlicher und
+unbefangener war, als die meisten andern. Keine Spur von
+Koketterie äußerte sich in ihrem Wesen, frei und fröhlich blickte
+sie mit den großen Kinderaugen in die Welt und schien die
+glückliche Frage auszusprechen: »Liebe Welt, bist du immer
+so schön?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page155">[pg 155]</span><a name="Pg155" id="Pg155" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanies Züge waren regelmäßiger, aber längst nicht
+so unbewußt lieblich, man merkte dem hübschen Mädchen an,
+daß sie schon gar zu oft den Spiegel um seine Meinung befragte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora und Melanie standen beisammen und machten
+ihre Bemerkungen über die Herren, zu denen sie verstohlen
+hinüber schielten. Natürlich gaben sie sich den Schein, als
+ob sie sich gar nicht um dieselben kümmerten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla war aufrichtiger. Sie hatte den Klemmer auf die
+Nase gesetzt und betrachtete die Jünglinge ganz ungeniert.
+Später erhielt sie einen Tadel deswegen von der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete und Annemie hatten sich in eine Fensternische gesetzt
+und kicherten und schwatzten das dummste Zeug. Sogar
+Nellie war nicht ganz frei von einer harmlosen Gefallsucht.
+Sie hatte sich so zu setzen gewußt, daß ihr kleiner, schmaler
+Fuß im Goldkäferstiefel wie absichtslos unter ihrem Kleide
+hervorsah. Rosi war natürlich weder kokett, noch empfand
+sie die geringste Erregung. Ruhig und freundlich, wie immer,
+saß sie da, und so tadellos gerade hielt sie sich, daß sie auch
+in der Tanzstunde das Musterkind für die andern war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Anfangen!« rief der Tanzlehrer und klatschte in die
+Hände.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und das Orchester, das aus einem Klavier und einer
+Geige bestand, begann.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie herrlich klang die Musik den jungen, unverwöhnten
+Ohren, wie »furchtbar entzückend« fanden sie die Walzerklänge. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte die Herren, sich zu engagieren!« kommandierte
+der Tanzlehrer, und wie von einem Zauberstabe berührt
+stürzten die tanzlustigen Jünglinge auf die Dame zu, die sich
+ein jeder bereits still und verschwiegen als Ziel seiner Wünsche
+ausgesucht hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Vor der blendenden Melanie verbeugten sich zugleich
+drei Herren. Welch ein Triumph für ihr eitles Herz! –
+<span class="tei tei-pb" id="page156">[pg 156]</span><a name="Pg156" id="Pg156" class="tei tei-anchor"></a>Leider konnte sie nicht mit allen dreien auf einmal tanzen
+und mußte sich mit der Genugthuung begnügen, daß alle
+Anwesende doch sicher diese Auszeichnung bemerkt hatten. –
+Alle wohl nicht, aber Flora und Grete hatten sie bemerkt
+und mußten die schmerzliche Erfahrung machen, daß die Verschmähten
+zu ihnen kamen, um sie zu erlösen. Sie waren
+von all den jungen Damen die allein Uebriggebliebenen.
+Flora fühlte sich besonders tief gekränkt und mit neidischen
+Blicken folgte sie Ilse, die eben mit »Apoll« an ihr vorüberwalzte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Recht lebhaft war die Unterhaltung am ersten Herrenabend
+nicht. Die Gegenwart der Vorsteherin, ihre beobachtenden
+Blicke legten einigen Zwang auf. Nellie, die sich
+sehr zusammennahm, um ja keinen Sprachfehler zu machen,
+war ganz besonders schweigsam, und einige Male, als sie angeredet
+wurde und sich recht gewählt ausdrücken wollte,
+brachte sie die drolligsten Dinge zum Vorschein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein junger Mann erzählte ihr, daß er in einigen
+Jahren, wenn er ausstudiert habe, nach England gehen werde.
+»Werden Sie dort verständig (beständig, meinte sie) sein?«
+fragte sie. – Ein andrer fragte, ob sie gern in Deutschland
+weile. »O ja, ich bin ganz verliebt in der Deutsche!« gab
+sie freudig zur Antwort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Nellie konnte nie mißverstanden werden. Ihre
+kindliche Naivetät nahm sofort alle Herzen für sie ein. Die
+jungen Herren waren denn auch sämtlich entzückt von der
+jungen Engländerin, und da sie obenein sehr gut tanzte,
+wurde sie bald zum allgemeinen Liebling erkoren.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete wurde ihre schweigsame Zurückhaltung äußerst
+sauer, verschiedene Male fiel sie aus der Rolle. Einmal ertappte
+sie Orla, die gerade hinter ihr stand, auf einer argen
+Indiskretion.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie heißt die junge Dame mit den Locken?« wurde sie
+von ihrem Tanzherrn gefragt.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page157">[pg 157]</span><a name="Pg157" id="Pg157" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist Ilse Macket,« gab Grete schnell zur Antwort.
+Und nun fing sie an, ausführlich über dieselbe zu berichten.
+»Sie ist erst seit Juli hier,« fuhr sie fort und der Mund
+ging ihr wie eine Plappermühle, »ihr Vater brachte sie hierher.
+Sie ist nämlich weit her, aus Pommern, und, denken
+Sie sich, sie hatte ihren Hund mitgebracht und wollte ihn
+durchaus mit in die Pension nehmen! Natürlich Fräulein
+Raimar erlaubte es ihr nicht. Ach, und ungeschickt war
+sie! Kein Mensch kann sich davon einen Begriff machen.
+Einmal hat sie einen ganzen Stoß Teller –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Grete,« unterbrach Orla ihren Redefluß, »du verlierst
+eine Nadel. Tritt einen Augenblick mit mir zur Seite, damit
+ich sie wieder befestige.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie ungezogen, wie abscheulich von dir!« schalt Orla,
+indem sie sich scheinbar an Gretes Kragen zu schassen machte.
+»Warum blamierst du Ilse so? – Du siehst den Herrn heute
+zum ersten Male und machst ihn sofort zum Mitwisser unsrer
+Pensionsgeheimnisse! Möchtest du denn, daß die arme Ilse
+verspottet würde?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete erschrak. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Die
+Schwatzhaftigkeit war wieder einmal mit ihr durchgegangen
+und hatte ihr einen bösen Streich gespielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Höchst betrübt und niedergeschlagen trat sie wieder in die
+Reihe der Tanzenden. Sie faßte auch den festen Entschluß,
+in Zukunft vorsichtiger zu sein, aber wie lange! Es ist so
+schwer, eine lebhafte Zunge zu zügeln!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch es liegt nicht in meiner Absicht, die Tanzstundenereignisse
+genau und ausführlich zu schildern. Ich nehme an,
+meine Backfischchen, denen ich meine Erzählung widme, haben
+die Leiden und Freuden derselben aus eigener Erfahrung bereits
+kennen gelernt. Es ist immer dasselbe. Harmlose Koketterien,
+kleine Eifersüchteleien, ein wenig Neid, schwärmerische
+Verehrung, etwas Courschneiderei, zuweilen auch Klatscherei
+– u. s. w. Dazu noch die kleinen Aufmerksamkeiten, die
+<span class="tei tei-pb" id="page158">[pg 158]</span><a name="Pg158" id="Pg158" class="tei tei-anchor"></a>hinter den Kulissen spielen, z. B. Fensterparaden, duftige
+Blumenspenden, manchmal sogar eine gemeinsame Schlittschuhpartie
+auf dem Eise.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die letztgenannten Aufmerksamkeiten waren natürlich vollständig
+ausgeschlossen in der Pension. Fräulein Raimar
+würde dieselben nicht geduldet haben. Streng hielt sie darauf,
+daß außer den Tanzstunden nicht die geringste Annäherung
+mit den Herren stattfand. In diesem Punkte kannte sie keine
+Nachsicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Schon in höchstem Grade unangenehm war es ihr, daß
+die jungen Leute sich herausnahmen, ihre täglichen Spaziergänge
+mit den Zöglingen zu durchkreuzen und grüßend an
+ihnen vorüberzuschreiten. Es war ihr geradezu unbegreiflich,
+wie sie es herausbrachten, welchen Weg sie wählte. Denn
+wenn sie ihre junge Schar heute durch den Park – morgen
+in dieses Thal – übermorgen über jenen Berg führte, immer
+konnte sie überzeugt sein, die roten Primanermützen auftauchen
+zu sehen – sie konnte ihnen nicht entgehen. Die Lösung
+dieses Rätsels war einfach genug, der Verrat wurde durch die
+Tagesschülerinnen ausgeführt. Sie waren die Vermittlerinnen
+zwischen ihren Brüdern, Vettern oder Bekannten und den
+Pensionärinnen. Sie schmuggelten Grüße, Gedichte, sogar
+Photographien ein und Flora benutzte diesen Weg, ihr Album
+den Herren zuzusenden mit der Bitte, ein selbstverfaßtes Gedicht
+hineinzuschreiben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eines Tages, es war so ziemlich gegen den Schluß der
+Tanzstunden, erhielt Nellie nach dem Schulunterricht ein kleines
+Billet zugesteckt. Sie ging auf ihr Zimmer, wo Ilse anwesend
+war, und öffnete dasselbe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie albern!« rief sie hocherrötend aus, als sie die
+wenigen Zeilen gelesen hatte. »Wie kann der einfältige Mensch
+sich so dreist gegen mir benehmen! Ich habe ihm nie Ursach’
+zu so große Dreistigkeit gegeben!« Und sie zerriß die
+Zeilen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page159">[pg 159]</span><a name="Pg159" id="Pg159" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ehe noch Ilse ihre Meinung aussprechen konnte, kam
+Melanie hereingestürzt, strahlend vor Eitelkeit und Freude.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kinder!« rief sie mit ihrer lispelnden Stimme, »ich muß
+euch etwas mitteilen! Aber verratet mich nicht! Schwört,
+daß ihr niemand etwas sagen werdet! Du auch, Grete,«
+wandte sie sich an die eintretende Schwester.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Natürlich wartete sie in ihrer Erregung den Schwur
+gar nicht ab, sondern geheimnisvoll die Thür verriegelnd zog
+sie ein kleines Briefchen aus ihrer Kleidertasche und begann
+vorzulesen.
+</p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-salute"><a name="corr159" id="corr159" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">»Mein</span> gnädiges Fräulein!</div>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie würden mich zu dem glücklichsten aller Sterblichen
+machen, wenn Sie mir Ihre Photographie verehrten! –
+Meine Bitte ist kühn, ich weiß es, aber Sie werden mir
+diese Kühnheit großmütig verzeihen, wenn ich Ihnen gestehe,
+daß es mein glühendster Wunsch ist, Ihre wunderbar
+klassischen Züge täglich, stündlich sehen und anbeten zu
+können.
+ </p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Darf ich auf Ihre Gnade hoffen?
+ </p>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right">
+ <span class="tei tei-hi" style="text-align: right; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Georg Breitner</span></span><a name="corr159a" id="corr159a" class="tei tei-anchor" style="text-align: right"></a><span class="tei tei-corr" style="text-align: right">.«</span>
+ </div>
+ </div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie hatte die Papierstückchen von der Erde aufgenommen
+und dieselben so ziemlich wieder zusammengesetzt auf ihrer
+Kommode. Nun las sie die Zeilen vor. Sie waren von demselben
+Verfasser und enthielten die gleiche Bitte, nur waren
+die Worte ein wenig anders gesetzt, auch nannte er Nellies
+Züge ›liebreizend‹ anstatt ›klassisch‹.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie wurde doch etwas herabgestimmt bei dieser Entdeckung,
+die siegesstrahlende Melanie! Einen Augenblick schwieg
+sie und sah Nellie an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was thun wir, Nellie?« fragte sie dann, »wir können
+doch Herrn Breitner die Bitte nicht abschlagen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du darfst dein Bild nicht geben!« platzte Grete, die
+nebenbei etwas Neid gegen die weit hübschere Schwester
+<span class="tei tei-pb" id="page160">[pg 160]</span><a name="Pg160" id="Pg160" class="tei tei-anchor"></a>empfand, heraus. »Auf keinen Fall, oder ich schreibe es dem
+Papa!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dich habe ich nicht um deine Meinung gefragt!« gab
+Melanie kurz zur Antwort. »Nellie, was sagst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber, Melanie!« rief Ilse ganz erregt, »wie kannst du
+nur einen Augenblick im Zweifel sein! Du wirst doch wahrhaftig
+dein Bild nicht an einen Herrn verschenken, der dir
+eigentlich ganz fremd und noch kein ordentlicher Herr ist!
+Er will dich zum Narren halten, weiter nichts!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du schwatzest geradezu Unsinn, liebe Einfalt vom Lande!«
+entgegnete Melanie gereizt. »Was verstehst du denn unter
+›ordentliche Herren‹?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Solche, die nicht mehr in die Schule gehen und auf
+Schulbänken sitzen!« erklärte Ilse. »Herr Georg Breitner
+wird dein Bild mit in die Klasse nehmen und die ›Herren‹
+Schüler werden es bewundern. Dann bist du furchtbar
+blamiert!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie, du bist ja so still!« wandte sich Melanie etwas
+kleinlauter als vorhin an diese, »sage doch, was wir thun
+sollen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O gar nix!« entgegnete dieselbe trocken, »wir werden
+thun, als ob wir der dumm’ Brief nicht bekommen haben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und wenn er fragt? Was sagen wir dann, Nellie?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, auch nix. Wir zucken mit die Schulter und schweigen.
+Das nennt man in Deutsch: Mit Nichtachtung verstrafen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einverstanden war Melanie durchaus nicht mit dieser
+Entscheidung, sie hätte so gern ihr »klassisches Konterfei« vergeben,
+trotzdem mußte sie sich der Notwendigkeit fügen. Warum
+mußte er auch noch um Nellies ›liebreizendes Bild‹ bitten?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ihr habt furchtbar öde Ansichten!« sagte sie spottend
+und verließ das Zimmer.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page161">[pg 161]</span><a name="Pg161" id="Pg161" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Tanzstunde nahte ihrem Ende. »Leider!« seufzten
+die jungen Leute. Fräulein Raimar indes atmete auf, denn
+wenn sie auch der Jugend gern fröhliche Stunden bereitete,
+so sehnte sie doch wieder Ruhe und Gleichmäßigkeit zurück,
+weil sie die Erfahrung gemacht hatte, daß durch die Zerstreuung
+stets der rechte Ernst zum Lernen etwas abhanden kam.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Den Schluß und Glanzpunkt bildete alljährlich ein kleiner
+Ball, und morgen, am Sonnabend, sollte derselbe stattfinden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Benennung »Ball« klingt eigentlich zu hoch für das
+kleine Fest. Es wurden noch einige Gäste geladen, das Orchester
+schwang sich zu einer zweiten Geige auf, dem Thee
+nebst belegten Butterbroten folgte eine leichte Bowle mit
+Pfannkuchen, und die jungen Mädchen zogen ihre besten Kleider
+an. Das war alles!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber der große Saal erhielt ein festliches Ansehen, dafür
+trug stets Fräulein Raimar Sorge. Sie liebte es, den Schönheitssinn
+ihrer jungen Zöglinge zu wecken, damit dieselben
+späterhin imstande seien, mit wenigen Mitteln auch dem einfachsten
+Feste ein künstlerisches Ansehen zu geben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Soeben stand sie neben dem Gärtner und ordnete an,
+wie er die Tannen, die er am Morgen aus dem Walde geholt,
+mit blühenden Topfgewächsen zu lauschigen Ecken und
+Plätzen gruppieren solle. Als das geschehen war, mußte er
+Konsolen von rotem Thone zwischen verschiedenen Wandleuchtern
+befestigen, – üppige Schlingpflanzen wurden darauf
+gestellt und fielen anmutig herab. Auch der altmodische Kronleuchter,
+geformt wie eine bronzene Schale mit Lichterarmen,
+erhielt seinen grünen Schmuck. Es wurde eine Schlingpflanze
+in die Schale gestellt, so daß die grünen Ranken zwischen den
+Armen herabfielen. Am Abend, wenn die Kerzen brannten,
+machte dieser einfache Schmuck einen reizend malerischen
+Eindruck.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als alles fertig war, übersah die Vorsteherin noch einmal
+den Saal, und recht befriedigt verließ sie denselben.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page162">[pg 162]</span><a name="Pg162" id="Pg162" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die jungen Mädchen waren natürlich in großer Aufregung.
+Es war der erste Ball, der ihnen bevorstand, und
+dieses wichtige Ereignis nahm all ihre Gedanken in Anspruch.
+Einige betrachteten wieder und wieder die duftigen Kleider,
+andre versuchten besondere Haartrachten, so Flora, die eine
+Passion dafür hatte, wieder andre probierten die Kleider an,
+der Sicherheit wegen, wie Nellie meinte, die soeben mit Ilse
+die Weihnachtskleider von der Schneiderin erhalten hatte.
+Gerade als beide angekleidet dastanden, kam Lilli hereingejubelt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich geh mit auf euren Ball!« rief sie, »das Fräulein
+hat es mir erlaubt. Und mein neues, weißes Kleiderl zieh
+ich an und die rote Atlasschärpe bind’ ich um, – und ich
+darf halt mittanzen! Ich freu mich halt zu sehr auf morgen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie faßte mit beiden Händchen an ihre Schürze und
+tanzte zierlich und graziös durch das Zimmer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war schon ziemlich dunkel, und die Kleine hatte nicht
+bemerkt, wie geputzt Nellie und Ilse waren. Als die erstere
+Licht anzündete, blieb sie plötzlich überrascht stehen und sah
+erstaunt von einer zur andern.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie schön schaut ihr aus!« rief sie bewundernd und
+mit gefaltenen Händen, und fast andächtig sah sie die beiden
+Mädchen an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Weißt, Ilse,« fuhr sie lebhaft fort, »du schaust aus
+gerad wie des Kaisers Tochter! Ich führ’ dich morgen in
+den Saal – bitt’ schön!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse nahm ihren Liebling zärtlich in den Arm und küßte
+ihn herzhaft auf den Mund. »Du bist ja so heiß, Lilli,«
+sagte sie und befühlte Stirn und Wange des Kindes. »Fehlt
+dir etwas?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der Kopf thut mir halt a bissel weh,« entgegnete Lilli,
+»aber gar nit viel, – gewiß nit,« beteuerte sie, als Ilse sie
+besorgt ansah. »Morgen thut er nit mehr weh, – morgen
+geh ich ganz gewiß auf den Ball! Du gehst auch mit,«
+<span class="tei tei-pb" id="page163">[pg 163]</span><a name="Pg163" id="Pg163" class="tei tei-anchor"></a>sagte sie zu ihrer Puppe, die nach ihrer Geberin, Ilse, getauft
+war. »Aber artig mußt halt sein, sonst wirst in dein
+Bett gesteckt!« –
+</p>
+
+<div class="tei tei-lg" style="margin-bottom: 1.00em; margin-left: 2.00em; margin-top: 1.00em">
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">»Doch mit des Geschickes Mächten</div>
+ <div class="tei tei-l" style="text-align: left; margin-left: 2.00em">Ist kein ew’ger Bund zu flechten</div>
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">Und das Unglück schreitet schnell.«</div>
+</div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Acht Tage später schrieb Flora diese inhaltschweren Worte
+in ihr Tagebuch. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am andern Morgen lag Lilli heftig fiebernd in ihrem
+Bette. Der herbeigerufene Arzt machte ein ernstes Gesicht.
+»Sie hat starkes Fieber,« sagte er und verordnete Eisumschläge
+auf den Kopf, die jede halbe Stunde gewechselt
+werden mußten. Das lebhafte Kind lag still und teilnahmlos
+da.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow saß recht sorgenvoll an Lillis Bett, die
+eben etwas eingeschlummert war. Die Vorsteherin beruhigte
+sie und meinte, daß Lillis ganze Krankheit ein heftiges
+Schnupfenfieber sein werde, sie habe bei Kindern oftmals ähnliche
+Fälle erlebt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die junge Lehrerin schüttelte ungläubig den Kopf.
+»Wenn nur der Ball heute abend nicht wäre!« sprach sie
+seufzend. »Der Lärm im Hause und das kranke Kind –
+es will mir nicht in den Kopf! – Wenn wir ihn hinausschöben,
+Fräulein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sehen zu schwarz, liebe Freundin,« entgegnete die
+Vorsteherin. »Der Lärm wird Lilli nicht stören, wie sollte
+er aus dem Vorderhause bis hierher in Ihr stilles Zimmer
+dringen? Bedenken Sie, wie sehr sich die Kinder auf den
+heutigen Abend gefreut haben; wie grausam wäre es, wollten
+wir ihre Freude zerstören! Noch sehe ich keine Gefahr und
+wir können unbesorgt den Ball stattfinden lassen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ball!« wiederholte Lilli, die erwacht war und das Wort
+gehört hatte; »ich will tanzen! Zieh mich an, Fräulein!
+Bitt schön, laß mich tanzen!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page164">[pg 164]</span><a name="Pg164" id="Pg164" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow warf der Vorsteherin einen verständnisvollen
+Blick zu, jetzt mußte dieselbe sich doch überzeugen, wie
+krank die Kleine war, – sie phantasierte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Fräulein Raimar war nicht überzeugt und auch
+nicht erschrocken. Sie trat zu Lilli an das Bett und ergriff
+deren Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist ja noch heller Tag, Lilli,« sagte sie freundlich;
+»siehst du nicht, wie die Sonne scheint? Heute abend sollst
+du tanzen, jetzt ist es noch viel zu früh. Lege dich nieder
+und schlafe noch etwas; wenn du aufwachst, bist du gesund
+und ziehst dein gesticktes Kleid an.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die liebe Sonn scheint,« wiederholte das Kind, wie
+aus einem Traume erwachend, und sah mit müden Augen
+zum Fenster hinaus. Dann legte sie die Hand gegen die
+Stirn und sagte leise: »Ach Gotterl, Fräulein, mir thut der
+Kopf halt so weh!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das wird sich geben, mein Herz. Nimm nur recht
+artig deine Medizin ein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie küßte Lilli und versicherte der sehr geängstigten
+Lehrerin, das Phantasieren der kleinen Kranken habe nichts
+zu bedeuten, bei lebhaften Kindern stelle sich dasselbe bei einem
+harmlosen Schnupfenfieber ein. Und mit diesem aufrichtig
+gemeinten Troste verließ sie das Zimmer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es schien, als habe sie wahr gesprochen. Gegen Mittag
+schlief Lilli ein. Das Fieber hatte etwas nachgelassen und
+Fräulein Güssow atmete erleichtert auf. Als Ilse kam und
+teilnehmend mit trauriger Miene nach Lillis Befinden fragte,
+winkte sie derselben freudig zu und flüsterte: »Sie schläft, –
+es scheint eine Besserung eingetreten zu sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse teilte sofort diese gute Nachricht den Freundinnen,
+die schon in ängstlicher Sorge um den kleinen Liebling waren,
+mit, und brachte sie alle wieder in fröhliche Stimmung. Nur
+Flora blieb bei ihren düsteren Prophezeiungen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page165">[pg 165]</span><a name="Pg165" id="Pg165" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine ahnungsvolle Stimme täuscht mich nicht, ich fühle
+es, der Tod wird diese zarte Knospe brechen,« sagte sie in
+tragischem Tone und probierte dabei ihre neuen Ballschuhe
+an, streckte den Fuß weit von sich und bewunderte mit sehr
+befriedigter Miene die zierliche, elegante Form des Schuhes.
+Es war ihr wenig ernst mit ihren düstern Ahnungen!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lillis Besserung war leider nur trügerisch gewesen. Während
+die jungen Mädchen heiter und glücklich Toilette zum
+fröhlichen Feste machten, lag sie im heftigsten Fieber.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow wich nicht von ihrem Bette und erklärte
+mit aller Bestimmtheit, daß sie diesen Platz nicht verlassen
+werde. Auf Fräulein Raimars Wunsch wurde die
+Verschlimmerung der Krankheit vorläufig geheim gehalten; sie
+mochte keinen Mißklang in die unbefangene Freude ihrer Zöglinge
+bringen, mußte sie sich doch bei ruhiger Ueberzeugung
+sagen, daß nichts damit gebessert werde. – So blieb denn
+die junge Lehrerin allein im Krankenzimmer. Sie hörte das
+unruhige Getappel im Vorderhause; dann und wann schlug
+wohl ein fröhliches Lachen an ihr Ohr – und endlich vernahm
+sie die gedämpften Töne der Polonaise.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse, komm!« rief Lilli plötzlich und Fräulein Güssow
+fuhr erschreckt zusammen. »Ilse, bitt, bitt schön, komm! Ich
+führ dich in den Saal, komm!« – Hoch hatte sie sich im
+Bett aufgestellt und machte alle Anstrengungen, aus demselben
+zu springen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow legte den Arm um das fiebernde Kind
+und versuchte es niederzulegen, aber Lilli stieß sie von sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh fort!« rief sie; »du bist nit des Kaisers Tochter,
+du hast kein schönes Kleiderl an! – Ilse! Ilse komm!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Angstvoll und gellend stieß sie ihre Worte heraus und
+mit starren Augen blickte sie ihre Pflegerin an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn du ruhig bist, wird Ilse kommen,« sagte dieselbe
+mit zitternder Stimme, die Angst schnürte ihr fast die Kehle
+zu. »Sei ruhig, mein Liebling, willst du? Lege dich nieder
+<span class="tei tei-pb" id="page166">[pg 166]</span><a name="Pg166" id="Pg166" class="tei tei-anchor"></a>– ganz still – so.« Und sie bettete mit sanfter Gewalt
+die immer noch aufrechtstehende Lilli in die Kissen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ganz still,« wiederholte das Kind mechanisch; »Ilse
+komm, – ganz still!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow zog an der Klingelschnur, und nach
+einiger Zeit ängstlichen Harrens erschien die Köchin. Sie war
+die einzige, welche die Glocke vernommen hatte, die beiden
+andern Dienstboten waren im Vorderhause beschäftigt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Rufe sofort Fräulein Ilse,« gebot sie mit halblauter
+Stimme, »und dann hole den Arzt. Das Kind ist sehr
+krank. Aber still und ohne Aufsehen, Bärbchen, niemand darf
+es wissen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber wenn mich Fräulein Raimar fragen sollte,« wandte
+die etwas schwerfällige Köchin ein, »dann muß ich es ihr
+sagen, nicht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie wird dich nicht fragen, wenn du deine Sache klug
+machst. Eile dich nur, ich bitte dich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Zufall kam Bärbchen zu Hilfe. Gerade als sie sich
+dem Saale näherte, traten Ilse und Nellie lachend und plaudernd,
+mit ganz erhitzten Wangen, Arm in Arm, aus der
+Thür desselben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Geheimnisvoll winkte ihnen die Köchin zu. »Fräulein
+Ilschen,« sagte sie, »Sie möchten gleich zu Fräulein Güssow
+kommen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist doch nichts passiert, Bärbchen?« fragten beide
+Mädchen fast zugleich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein, passiert gerade nichts, aber das Kind ist kränker
+geworden, ich soll gleich den Doktor holen. Es soll aber niemand
+etwas wissen. Sie brauchen keine Angst zu haben,
+Fräuleinchens,« beruhigte sie, als sie die erschrockenen Gesichter
+vor sich sah, »so schnell geht das nicht mit so kleinen Kindern.
+Krank – tot – gesund – man weiß nicht, woher es kommt!
+Aber nun will ich laufen!« Und wie der Wind war sie die
+Treppe hinunter und zum Hause hinaus.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page167">[pg 167]</span><a name="Pg167" id="Pg167" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich gehe mit dich,« sagte Nellie, aber Ilse wehrte
+ihr ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt in den Saal zurückkehren, Nellie,« erklärte
+Ilse entschieden, »es würde Aufsehen erregen, wenn wir beide
+fehlten. Ich gehe allein und bringe dir bald Bescheid.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Traurig sah Nellie der Freundin nach, dann kehrte sie
+zurück in den hellerleuchteten Saal. Schwer legte es sich auf
+ihr Herz, als sie ringsum nur glückliche, fröhliche Menschen
+sah – unwillkürlich füllte sich ihr Auge mit Thränen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber ihr betrübtes Gesicht durfte niemand sehen, sie trat
+deshalb unbeachtet hinter eine Tannengruppe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einer indes hatte sie doch beachtet und das war Doktor
+Althoff. Als er sie mit so ernstem Gesicht eintreten und
+gleich darauf verschwinden sah, näherte er sich ihr langsam.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Weshalb suchen Sie die Einsamkeit, Miß Nellie?«
+fragte er herzlich. »Haben Sie Kummer?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O Herr Doktor, ich ängstige mir so um das Kind!
+Bärbchen hat Ilse gerufen und holt jetzt der Arzt!« Und
+Nellies sonst so fröhliche Augen blickten in Angst und Trauer
+den jungen Mann an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doktor Althoff hatte sie nie so lieblich gesehen als in
+diesem Augenblicke.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die schelmische, lustige Nellie in dem duftigen, hellblauen
+Kleide, den Kranz von Tausendschön im goldblonden Haar,
+hatte ihn schon den ganzen Abend erfreut, die trauernde Nellie,
+die ein so warmes Mitgefühl verriet, entzückte ihn geradezu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Beruhigen Sie sich,« tröstete er, »ich werde sofort in
+das Krankenzimmer gehen und verspreche Ihnen, Sie zu benachrichtigen,
+wie es dort steht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als er die Thür desselben nach leisem Anklopfen öffnete,
+bot sich ihm ein rührender Anblick dar. Ilse kniete an dem
+Bett und hatte ihr Haupt dicht neben Lillis Köpfchen gelegt,
+so daß ihre braunen Locken sich mit den lichtblonden des
+Kindes mischten. Eine frische, rote Rose, der einzige Schmuck,
+<span class="tei tei-pb" id="page168">[pg 168]</span><a name="Pg168" id="Pg168" class="tei tei-anchor"></a>den sie heute abend getragen, hatte sich aus ihrem Haar gelöst
+und lag halb entblättert auf dem Boden. Fräulein Güssow
+legte soeben einen neuen Eisumschlag auf der Kranken glühende
+Stirn.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doktor Althoff fragte nicht, – ein Blick auf die kleine
+Kranke sagte ihm alles. Groß und fremd sah sie ihn an,
+ihre Händchen zuckten und griffen unruhig in die leere Luft.
+Als Ilse sich erheben wollte, klammerte sie sich fest an sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du sollst nit fortgehn, du bist des Kaisers Tochter!«
+stieß sie in abgerissenen Sätzen heraus, »du bist die Schönste!
+– Tanz mit mir – komm!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Plötzlich sprangen ihre Phantasien davon ab, und sie
+sah Ilse für das Christkind an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du liebes Christkindl hast ein goldenes Kleiderl an, –
+und ein Kronerl tragst auf dem Kopf – ah, wie das strahlt!
+Du willst mit mir spielen,« fuhr sie geheimnisvoll lächelnd
+fort, »wart nur, ich komm zu dir, zu den lieben Engelein! –
+Ich komm – nimm mich mit!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ermattet sank sie nach diesem Anfall in die Kissen zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war wie gelähmt vor Schreck. Niemals zuvor hatte
+sie an dem Lager eines Schwererkrankten gestanden, es war
+daher natürlich, daß sie ganz fassungslos war. Sie umklammerte
+Fräulein Güssow und wurde totenblaß, ohne ein
+Wort über die bebenden Lippen zu bringen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kehren Sie in den Saal zurück, Ilse,« riet Doktor
+Althoff und ergriff ihre Hand. »Kommen Sie, ich werde Sie
+führen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie schüttelte den Kopf. »Ich bleibe hier,« sagte
+sie leise aber fest, »ich verlasse Lilli nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und wie auch die Strauß’schen Klänge der blauen Donau
+schmeichelnd und verlockend durch die Nacht in das stille
+Krankenzimmer drangen, Ilse dachte nicht daran, zur Lust und
+Freude zurückzukehren. Ihre ganze Seele war von den Leiden
+ihres Lieblings erfüllt.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page169">[pg 169]</span><a name="Pg169" id="Pg169" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nur wenige Augenblicke lag Lilli still und mit geschlossenen
+Augen da, dann fing sie von neuem weit heftiger an zu
+phantasieren. Bald rief sie nach Ilse, um mit ihr zu tanzen,
+bald wollte sie mit dem Christkindl spielen, zuletzt fing sie an,
+mit leiser, matter Stimme zu singen: »Kommt a Vogerl geflogen –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie klang heute des Kindes Lied so weh und traurig!
+Ilse mußte sich abwenden, heiße Thränen rannen über ihre
+Wangen, es war, als müsse ihr das Herz zerspringen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich befürchte das Schlimmste!« sprach Fräulein Güssow
+tief ergriffen. »Wenn nur der Arzt käme!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach kurzer Zeit, die den Wartenden eine Ewigkeit dünkte,
+trat derselbe ein. Sein Blick fiel auf das Kind, und er erschrak.
+Wie hatte es sich verändert, seitdem er es verlassen,
+was war seit gestern aus dem blühenden, lebensfrohen Wesen
+geworden! Die runden Wangen waren eingefallen und die
+großen, schwarzen Augen starrten wie abwesend in die leere
+Luft. Er nahm ihre Hand und fühlte nach ihrem Puls, –
+sie merkte nichts davon, leise fing sie wieder an zu singen:
+»Und es kümmert sich ka Hunderl –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Au, au!« schrie sie plötzlich auf und griff nach ihrem
+Kopfe. »Das Katzerl beißt mich! Nimm es weg, Fräulein!
+Au weh!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Arzt rührte ein Pulver in ein Glas Wasser und
+reichte es ihr. Nur mühsam war ihr dasselbe beizubringen
+und erst auf Ilses sanftes Zureden öffnete sie die Lippen.
+Nachdem sie getrunken, wurde sie ruhiger und verfiel in einen
+Halbschlummer.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo wohnen die Eltern der Kleinen?« wandte der Arzt
+sich an Fräulein Güssow. »Ich rate, dieselben unverzüglich
+von der Krankheit zu benachrichtigen. Ich kann für den Ausgang
+nicht stehen. – Wir haben es mit einer bösartigen
+Gehirnentzündung zu thun.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page170">[pg 170]</span><a name="Pg170" id="Pg170" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nur die Mutter lebt,« nahm Doktor Althoff das Wort
+und erbot sich, sofort ein Telegramm an dieselbe abgehen zu
+lassen. Nach seiner Berechnung konnte sie schon am Abend
+des nächsten Tages eintreffen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bevor er das Haus verließ, kehrte er noch einmal in
+den Saal zurück, um die Vorsteherin mit dem Ausspruch des
+Arztes bekannt zu machen. Nellie, die gerade mit Georg
+Brenner Française tanzte und nicht aus der Reihe treten
+konnte, warf einen ängstlich fragenden Blick auf ihn, flüchtig
+nur streifte sie sein Auge, und doch erriet sie, daß er nichts
+Gutes zu melden habe. O, wäre nur der Tanz erst zu Ende,
+daß sie ihn fragen könnte! Aber er wartete nicht darauf, nach
+wenigen Minuten verließ er schon wieder den Saal und ließ
+Nellie in den peinlichsten Zweifeln zurück. War es schlimmer
+geworden? Der Vorsteherin ruhiges Gesicht gab ihr keine
+Antwort auf ihre Frage. Es lag dasselbe wohlwollende
+Lächeln auf demselben wie zuvor. Sie unterhielt sich mit
+einigen Gästen ohne jede sichtbare Erregung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und doch war sie bis in das Innerste erregt. Aber sie
+verstand die seltene Kunst, sich meisterhaft zu beherrschen.
+Warum sollte sie plötzlich Schreck und Aufregung in die Freude
+bringen? In einer Viertelstunde war der Tanz vorüber, dann
+sollten die jungen Mädchen sich niederlegen, ohne zu erfahren,
+wie es mit der Kranken stand. Die Jugend bedarf des
+Schlafes, sagte sie sich, besonders nach einer halb durchtanzten
+Nacht. Verschlimmerte sich Lillis Zustand, so erfuhren sie diese
+traurige Botschaft am Morgen noch früh genug.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Verschwinden, das allgemein bemerkt wurde, hatte
+Nellie auf ihre Art entschuldigt, sie hatte jedem Fragenden geantwortet:
+»O ja, sie wird gleich wieder da sein, sie hat nur
+auf ein Augenblick Kopfschmerzen.« Der Vorsteherin hatte sie
+so halb und halb die Wahrheit gesagt. Aber der Ball ging
+zu Ende und Ilse war nicht wiedergekehrt. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead hatte von der Vorsteherin den Auftrag erhalten,
+<span class="tei tei-pb" id="page171">[pg 171]</span><a name="Pg171" id="Pg171" class="tei tei-anchor"></a>dafür Sorge zu tragen, daß die Mädchen still und geräuschlos
+ihre Gemächer aufsuchten, das wurde befolgt, aber als sie sich
+sicher glaubten, als die englische Lehrerin sich in ihr Zimmer
+zurückgezogen hatte, da huschten sie alle noch auf eine kurze
+Zeit zu Rosi hinüber, deren Stübchen ganz am Ende des Korridors
+lag. Sie mußten noch einen kurzen Austausch haben,
+ihre jungen Herzen waren zu voll von dem herrlichen
+Feste.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Melanie brachte ihre duftigen Sträuße, die sie im Cotillon
+erhalten hatte, mit und breitete sie auf dem Tische aus.
+Mit wehmütiger Freude betrachtete sie den reichen Segen. »Ach!«
+rief sie aus, »wie schade, daß alles vorbei ist!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Alles Schöne ist vergänglich, nur die Erinnerung bleibt!«
+entgegnete Flora weise. Und sie betrachtete bei ihren Worten
+die Photographie eines jungen Mannes, die sie vorsichtig und
+geschickt in ihrem Taschentuche verborgen hielt. – Es war
+Georg Breitners Bild. Er hatte dafür das ihrige eingetauscht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach, Kinder, es war doch zu schön!« brach Annemie in
+plötzlicher Begeisterung aus. »O, was ich euch alles erzählen
+könnte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und ich! Und ich!« klang es durcheinander.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ihr würdet staunen, wenn ich sprechen wollte!« rief
+Melanie stolz und schlug ihr Auge kokett gen Himmel, »ich
+habe viel erlebt!« – In ihrem Eifer vergaß sie ganz, ihre
+Stimme zu dämpfen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht so laut, Melanie,« ermahnte Rosi und Orla
+stimmte ihr bei. »Wir wollen zu Bett gehen,« riet sie
+ernstlich, »denn wenn ihr erst anfangt, eure Erlebnisse zu
+erzählen, dann können wir bis zum hellen Morgen hier
+sitzen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Morgen ist Sonntag, da können wir ausschlafen!«
+meinte Grete, die darauf brannte, die geheimnisvoll angedeuteten
+Geschichten zu hören. »Wo sind denn aber Ilse und
+<span class="tei tei-pb" id="page172">[pg 172]</span><a name="Pg172" id="Pg172" class="tei tei-anchor"></a>Nellie?« unterbrach sie sich plötzlich und sah sich um; »ich habe
+Ilse den ganzen Abend nicht gesehen. Hatte sie wirklich Kopfschmerzen?
+Kommt, wir wollen uns zu ihnen schleichen und
+nachsehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch dieser allgemein Beifall findende Vorschlag kam nicht
+zur Ausführung. Eben als sie auf den Zehen einige Schritte
+gethan, stand Miß Lead wie ein Nachtgespenst vor ihnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo wollt ihr hin?« fragte sie erzürnt. »Habe ich euch
+nicht Ruhe geboten? Sofort legt euch nieder, – und morgen
+werde ich euren Ungehorsam der Vorsteherin melden!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So wurde es denn still in den oberen Räumen. Die
+plaudernden Lippen verstummten nach und nach – die Augen
+schlossen sich zu süßem Schlummer und ein gütiger Traumgott
+führte die Schlafenden zurück in den festlichen Saal. Noch einmal
+ließ er die Musik erklingen und die junge Schar im lustigen
+Tanze dahinfliegen. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie öde ist die Wirklichkeit!« war Melanies erstes
+Wort, als sie erwachte.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In dem Krankenzimmer dachte man nicht an Schlaf, noch
+weniger an glückliche Träume. Traurig sah es dort aus. Lilli
+tobte zwar nicht mehr, aber sie lag ohne Teilnahme da. Das
+Fieber war noch immer im Zunehmen begriffen. Als die Vorsteherin
+eintrat, erhob sich der Arzt und teilte ihr seine Befürchtung
+mit. Ilse schluchzte leise in sich hinein; es wurde
+ihr so schwer, sich zu beherrschen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh zu Bett, Ilse,« sprach Fräulein Raimar sanft zu
+ihr, »du darfst nicht länger hier verweilen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Arzt stimmte energisch bei, und so schmerzlich bittend
+das junge Mädchen auch die Vorsteherin ansah, dieselbe beharrte
+bei ihrem Willen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page173">[pg 173]</span><a name="Pg173" id="Pg173" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist ein gutes Kind,« sagte sie weich und ihre
+Stimme klang wie verhaltene Thränen, »aber ich darf deinen
+Wunsch nicht erfüllen. Ein längerer Aufenthalt hier könnte
+deiner Gesundheit schaden. Du kannst dem Kinde auch
+nicht helfen, – sieh hin – es kennt dich – uns alle nicht
+mehr!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img173.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Bevor sie das Zimmer verließ, trat Ilse noch einmal
+zögernd und leise an Lillis Bett. Zitternd ergriff sie die
+kleine, fieberheiße Hand, beugte sich nieder und drückte einen
+Kuß darauf. »Gute Nacht, Liebling,« hauchte sie leise, »gute
+Nacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und mit einem langen, thränenschweren Blick auf das
+blasse Gesichtchen nahm sie Abschied, ach, sie fühlte es, es war
+ein Lebewohl für immer. Dann eilte sie hinaus, das
+Taschen<span class="tei tei-pb" id="page174">[pg 174]</span><a name="Pg174" id="Pg174" class="tei tei-anchor"></a>tuch fest vor den Mund gepreßt, damit sie vor Herzeleid nicht
+laut aufschreie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Draußen, dicht vor der Thür, stand Nellie. Unbemerkt
+war sie der Vorsteherin gefolgt und hatte die Freundin erwartet.
+Ilse fiel ihr um den Hals und Nellie führte die Trostlose
+hinauf in ihr Zimmer. Dort angelangt warf Ilse sich
+verzweifelnd auf ihr Bett und begrub ihr Gesicht laut weinend
+in die Kissen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist sie so sehr krank?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie stirbt, Nellie!« schluchzte Ilse außer sich, »unser
+süßer, kleiner Liebling stirbt!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie wurde blaß und ein heftiges Zittern überfiel ihren
+Körper, aber sagen konnte sie nichts. Sie vermochte niemals
+ihren Schmerz laut herauszujammern, die ungestüme Art Ilses
+war ihr fremd. War das zu verwundern? Ilse hatte Kummer
+und Leid noch niemals Aug in Auge gesehen, ihre frohe Jugendzeit
+war bis dahin einem sonnigen Maientag zu vergleichen,
+der wolkenlos mit blauem Himmel auf die Erde niederlacht, –
+wie anders Nellie! So mancher trübe Schatten hatte bereits
+ihr junges Dasein verdunkelt! Sie mußte an den Tod des
+geliebten Vaters denken, der sie so jung als Waise zurückließ!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Still setzte sie sich neben die Freundin auf den Bettrand
+und ergriff deren Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm,« sagte sie mit unsichrer Stimme, »setze dir hoch.
+Du machst dir auch krank, wenn du so hitzig bist! Und wenn
+wir uns tot weinen, wir machen doch der arm’ klein’ Herz nicht
+gesund. Wenn der liebe Gott sagt: ›Ich will der klein’ Engel
+zu mich nehmen,‹ was können wir da machen? – O Ilse! es
+ist gar nicht so schrecklich, als ein jung Kind zu sterben! Wer
+weiß, welch’ traurig Schicksal unsre Lilli aufwartete: Ist es
+nicht besser, da tot zu sein? – Ich wär’ sehr glücklich,
+wenn mich der liebe Gott als klein’ Kind zu sich genommen
+hätte!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page175">[pg 175]</span><a name="Pg175" id="Pg175" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie traurig das klang! Sofort wendete sich Ilses ganzes
+Mitleid ihrer einzigen Nellie zu. Sie antwortete nichts, aber
+sie erhob sich und umschlang dieselbe fest und innig. Und die
+beiden jungen Mädchengestalten in ihren duftigen Ballgewändern,
+die sie nur zur Freude zu tragen gehofft hatten, schlossen in
+diesem ernsten Augenblick einen innigen Freundschaftsbund
+für das ganze Leben. Der Mond trat plötzlich hinter dem
+dunklen Gewölk hervor und verklärte mit seinem blassen
+Schimmer die lieblichen, thränenvollen Gesichter der Freundinnen
+wie zwei betaute Rosen, die an einem Stengel erblüht
+sind. –
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war ein trübseliger Sonntag, der dem Ballfeste folgte.
+Als die junge Schar, noch ganz erfüllt von der Erinnerung an
+dasselbe, beim Morgenkaffee saß, trat Fräulein Güssow ein.
+Bei ihrem Anblick verstummte das fröhliche Geplauder, ihr
+blasses und verweintes Gesicht verkündete nichts Gutes. Ilse
+und Nellie waren sofort an ihrer Seite, sie hatten bis dahin
+seitwärts gestanden; es war ihnen unmöglich, an der Fröhlichkeit
+der andern teilzunehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist es besser?« fragte Ilse hoffend und bangend zugleich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Traurig schüttelte die Angeredete den Kopf und ihre
+Augen füllten sich mit Thränen. »Nein,« sagte sie, »es ist
+nicht besser. Die Krankheit hat sich gesteigert und ihr müßt
+euch auf das Schlimmste gefaßt machen. Ich teile euch dies
+mit, Kinder, damit ihr nicht allzusehr erschreckt, wenn –«
+Sie konnte den Satz nicht vollenden, Thränen erstickten ihre
+Stimme.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eine augenblickliche Todesstille trat bei dieser Eröffnung
+ein. Als aber Ilse laut zu schluchzen anfing, da erhob sich
+ein allgemeines Jammern und Wehklagen. Kein Auge blieb
+<span class="tei tei-pb" id="page176">[pg 176]</span><a name="Pg176" id="Pg176" class="tei tei-anchor"></a>trocken bei dem Gedanken, den herzigen Liebling für immer
+hergeben zu müssen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die junge Lehrerin entfernte sich und Ilse eilte ihr
+nach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lassen Sie mich zu ihr,« bat sie dringend und erhob die
+Hände. »Bitte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie konnte ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. »Du darfst
+sie nicht wiedersehn, Ilse,« sagte sie fest und entschieden. »Sie
+hat sich so verändert, daß deine lebhafte Phantasie ihr trauriges
+Bild für lange Zeit nicht vergessen würde. Sie ist nur noch
+ein Schatten des schönen, fröhlichen Kindes.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie küßte die trostlose Ilse und kehrte in das Krankenzimmer
+zurück, das Fräulein Raimar seit Mitternacht nicht wieder
+verlassen hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Ilse wieder in den Speisesaal eintrat, stand Miß
+Lead fertig zum Kirchgang angekleidet mit dem Gesangbuch in
+der Hand da. Sie trieb zur Eile an, da es hohe Zeit sei, zur
+Kirche zu gehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann Sie heute nicht begleiten, Miß Lead,« entgegnete
+Orla, die ganz gegen ihre Gewohnheit sich vom
+Gefühle übermannen ließ und heftig weinte; »ich kann es
+nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich auch nicht! – Ich auch nicht!« erklärten die übrigen.
+Selbst Rosi, die stets Sanfte und Gefügige, bat um Verzeihung,
+wenn sie ebenfalls zurückbleibe. »Ich bin so aufgeregt
+und könnte nicht andächtig auf die Predigt hören,« fügte sie
+hinzu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich begreife euch nicht,« sprach die Engländerin höchst
+erstaunt von einer zur andern sehend. »Ist das Gotteshaus
+nicht der beste Ort für ein gequältes Herz? Sagt nicht der
+Herr: ›Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen
+seid, ich will euch erquicken!‹ Ich gehe und will für die Kranke
+beten, vielleicht erhört mich der Herr.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page177">[pg 177]</span><a name="Pg177" id="Pg177" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie ging, und die englischen Pensionärinnen schlossen
+sich ihr an. Sie teilten in ihrem strenggläubigen Herzen die
+Ansicht der Lehrerin. Nur Nellie blieb zurück. Nicht weil sie
+weniger gläubig war – o nein! Sie hatte ein kindlich frommes
+Gemüt, aber sie hatte auch ein tiefempfindendes, warmes Herz;
+es wäre ihr unmöglich gewesen, das Haus, das ihr eine liebe
+Heimat geworden war, in einem Augenblicke zu verlassen, wo
+der Todesengel seinen Einzug halten konnte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will auch beten,« sagte sie leise wie für sich. Und
+sie trat in den Hintergrund des Zimmers, kniete nieder, legte
+die gefalteten Hände auf einen Stuhl und beugte den Kopf
+darüber. In dieser andächtigen Stellung verbrachte sie lange
+Zeit und betete heiß und innig zu Gott, daß er Lilli am Leben
+erhalten möge. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber es stand anders in den Sternen geschrieben. Gegen
+Abend öffnete die Vorsteherin plötzlich weit die Fensterflügel im
+Krankenzimmer – Lilli war tot.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sanft hatte der Todesengel sie auf die Stirn geküßt und
+sie hinweggetragen in sein dunkles Schattenreich. Wie ein sorglos
+schlummerndes Kind lag sie da, der krampfhaft entstellende
+Zug war geschwunden und ein friedliches Lächeln lag über den
+leise geöffneten Lippen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die beiden Lehrerinnen standen stumm und mit gefalteten
+Händen am Bette der kleinen Verstorbenen und konnten den
+Blick nicht von ihr trennen. Die Abendsonne verklärte mit
+rosigem Schimmer das zarte Gesicht und in dem knospenden
+Apfelbaume vor dem Fenster sang ein Star sein melodisches
+Abendlied – draußen erwachendes Frühlingsleben – hier die
+junge Menschenknospe – gebrochen, ehe sie sich zur Blüte entfalten
+konnte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So früh und in der Fremde mußtest du sterben, armes
+Kind!« unterbrach Fräulein Güssow die feierliche Stille.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie fühlte sich glücklich und heimisch bei uns,« entgegnete
+Fräulein Raimar tief ergriffen. »Die eigentliche Heimat war
+<span class="tei tei-pb" id="page178">[pg 178]</span><a name="Pg178" id="Pg178" class="tei tei-anchor"></a>ihr fremd geworden. – Sie hat nicht einmal nach der Mutter
+verlangt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie sanft sie schlummert, als ob sie leben und atmen
+müßte. O, sie ist glücklich!« Und in einem plötzlich überwallenden
+Gefühle beugte sich die junge Lehrerin laut weinend
+über Lilli und küßte ihr die kalte Stirn. »Schlaf wohl, schlaf
+wohl, teures Kind! Gott hatte dich lieb, darum nahm er dich
+zu sich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Fassen Sie sich, liebe Freundin,« ermahnte Fräulein
+Raimar, indem sie die Hand auf der Erregten Schulter legte,
+»uns bleibt jetzt die schwere Aufgabe, die Kinder mit dem traurigen
+Ausgang bekannt zu machen. So ruhig als möglich
+müssen wir ihnen diese Mitteilung machen, damit die ohnehin
+erregten Gemüter nicht ganz außer Fassung kommen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie kamen doch außer Fassung, besonders Ilse, deren
+lebhafte Natur sich dem Schmerze zügellos hingab. Sie glaubte
+vergehen zu müssen. Noch nie hatte sie sich so unglücklich gefühlt,
+als in der ersten Nacht nach Lillis Tode, selbst damals
+nicht, als sie den Wagen fortfahren sah, der den geliebten
+Vater entführte, und sie fremd und verlassen an der Pforte
+dieses Hauses stand.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Lilli war in die Erde gebettet. Unter Schneeglöckchen
+und Veilchen schlummerte sie. Der kleine Sarg war mit den
+holden Frühlingskindern über und über bedeckt gewesen. Tief
+betrauert wurde das kleine Wesen von allen, die mit ihm in
+nähere Berührung gekommen, und es hatte allgemein schmerzliche
+Verwunderung erregt, daß die Mutter fern geblieben war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am Todestage Lillis war ein Telegramm angekommen,
+worin sie meldete, daß sie erst am Dienstag abend eintreffen
+könne. Es sei ihr unmöglich, früher zu kommen, da sie am
+Montag in einem neuen Stücke die Hauptrolle zu spielen habe.
+<span class="tei tei-pb" id="page179">[pg 179]</span><a name="Pg179" id="Pg179" class="tei tei-anchor"></a>Als ihr an diesem Tage der Tod ihres Kindes gemeldet wurde,
+kam umgehend ein Brief voll überschwenglicher Klagen, aber
+sie blieb fern. Kostbare Blumen hatte sie gesandt, auch der
+Vorsteherin den Auftrag gegeben, ein Marmormonument, einen
+knieenden Engel darstellend, für des Kindes Grab anfertigen
+zu lassen, mit goldenen Buchstaben solle auf dem Sockel eingegraben
+werden: ›Teures Kind, bete für mich.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aeußerlich war somit alles geschehen, aber das Herz blieb
+kalt bei diesen pomphaften Kundgebungen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine Mama wäre gekommen, wenn sie mich sterbenskrank
+gewußt hätte,« bemerkte Ilse, als sie Nellie den Brief
+vorlas, den ihr die Mutter so herzlich und tröstend geschrieben
+hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O sicher, sie wär von der Welten Ende zu dich gereist,«
+beteuerte Nellie lebhaft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und sie ist nicht einmal meine rechte Mutter,« fuhr Ilse
+nachdenklich fort. »Ach Nellie, ich habe sie oft recht sehr gekränkt!
+Glaubst du wohl, daß sie mir vergeben wird?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Herz war so weich und empfänglich durch den
+Schmerz geworden und eine ernste, weihevolle Stimmung durchdrang
+ihr ganzes Wesen. Nie waren ihr bis dahin ähnliche
+Gedanken gekommen, und wäre es der Fall gewesen, hätten
+sie früher einmal bei ihr angeklopft, sie würden keinen Einlaß
+gefunden haben. Heute war es anders, sie hatte das Bedürfnis,
+sich gegen ihre Herzensfreundin auszusprechen und sich anzuklagen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O mach dich kein Kummer darum, Kind. Deine Mutter
+hat ein so liebesreiche Herz, kein Titelchen Bosheit für dir ist
+darin. Sie vergebt dir alles. Du warst ja auch noch ein
+ungezogen, dumm’ Baby, als du bei sie warst, jetzt aber
+bist du eine sehr anständige (sie meinte verständige) junge
+Dame.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist das dein Ernst, Nellie?« fragte Ilse und sah mit
+ihren Kinderaugen Nellie zweifelnd an.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page180">[pg 180]</span><a name="Pg180" id="Pg180" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist mein Ernst, und ich gebe dir den guter Rat,
+schreibe an deiner Mutter ein lang’ Brief und bitte ihr um
+Verzeihung.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse überlegte einen Augenblick. »Du hast recht, Nellie,«
+sagte sie dann entschlossen, »ich werde ihr schreiben, ich bin
+es ihr schuldig. Heute noch will ich es thun! Wenn sie mir
+nur bald darauf antwortet, ich werde nicht eher ruhig sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie sich eben niedergesetzt hatte, ihr Vorhaben auszuführen,
+trat Flora mit strahlenden Augen ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich muß euch meine neuesten Gedichte vorlesen,« sagte
+sie erregt, »sie sind das beste, was ich bis jetzt geschrieben habe!
+Ihr müßt mich anhören!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie entfaltete ein starkes Heft, in welchem sie Lillis
+Tod in den verschiedensten Dichtungsarten besungen hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="text-align: center; margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-hi" style="text-align: center; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Elegie auf den Tod einer vom Sturm geknickten Rosenknospe!</span></span></p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+begann sie zu lesen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie hielt sich die Ohren zu. »Schweig still! Ich mag
+dir nicht anhören mit dein dumm Zeug! Aergere mir nicht
+damit!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse stimmte ihr bei. »Laß uns zufrieden, Flora,« sagte
+sie, »wir sind noch zu traurig, als daß wir lachen möchten!
+Und du weißt doch, daß alle deine Gedichte uns lustig machen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Tief verletzt schloß Flora ihr Heft, auf dessen Umschlag
+mit großen Buchstaben zu lesen stand: »Floras Klagelieder!«
+– »Ihr habt keinen Sinn für erhabene Dichtkunst, und ich
+will Gott danken, wenn es Ostern ist und ich diesen prosaischen
+Aufenthalt verlassen kann!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie verließ die Undankbaren und suchte Rosi auf. Wenn
+niemand ihre Dichtkunst bewundern wollte, fand sie an ihr stets
+eine geduldige Zuhörerin. »Das rechte Verständnis freilich
+fehle ihr,« meinte Flora mit einem ergebungsvollen Seufzer.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page181">[pg 181]</span><a name="Pg181" id="Pg181" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Brief an die Mutter war abgeschickt. Acht Tage
+waren seitdem vergangen und noch war keine Antwort eingetroffen.
+Ilse war unruhig und aufgeregt darüber. Nellie, ihre
+einzige Vertraute, tröstete sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist ja noch kein’ Ewigkeit vorbei, seit du schriebst,«
+sagte sie. »Es scheint dich nur so, weil du immer daran denkst.
+Ich wette, heute wirst du ein schön, lang Brief haben. Mich
+ahnt das!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und richtig, Nellies Ahnung, die eigentlich gar nicht
+so ernst gemeint war, ging in Erfüllung. Es kam ein Brief
+an Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm sogleich in mein Zimmer, Ilse, ich habe dir etwas
+mitzuteilen!« Mit diesen Worten empfing Fräulein Raimar
+dieselbe, als sie eben aus der Kirche kam.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Klopfenden Herzens folgte ihr das junge Mädchen, sich
+den Kopf zerbrechend, welch eine geheimnisvolle Mitteilung ihrer
+wartete. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe soeben einen Brief von deinem Papa erhalten,
+liebes Kind, worin er mich bittet, dir etwas recht Erfreuliches
+zu verkünden. Ahnst du nicht, was es sein könnte?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete Ilse und blickte die Vorsteherin erwartungsvoll
+fragend an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Dir ist ein Brüderchen beschert worden! Da, hier lies
+selbst, der Papa hat für dich einen Brief eingelegt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Ilse vermochte nicht zu lesen in diesem Augenblick.
+Die Nachricht hatte sie bis in das Innerste erfreut und durchzittert.
+Das Blut schoß ihr heiß in die Wangen, und ehe sie
+noch ein Wort über die Lippen bringen konnte, flog sie dem
+Fräulein an den Hals und küßte dieselbe. Sie mußte an jemand
+ihre jubelnde Freude auslassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie zur Besinnung kam, schämte sie sich ihrer Uebereilung.
+Wie konnte sie allen Respekt außer acht lassen und so
+ungeniert die Vorsteherin umarmen!
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page182">[pg 182]</span><a name="Pg182" id="Pg182" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Verzeihen Sie,« sagte sie befangen und trat bescheiden
+zurück. Aber Fräulein Raimar schnitt ihr das Wort ab und
+nahm sie noch einmal herzlich in den Arm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm her, mein Kind,« sagte sie warm, »und laß mich
+die erste sein, die dir von ganzem Herzen Glück wünscht.« –
+Später äußerte sie gegen Fräulein Güssow, daß Ilses strahlende
+Freude ihr so recht den Beweis für deren kindlich unbefangenes
+Herz gegeben habe. Anfangs habe sie nicht geglaubt,
+daß Ilses trotzige Natur sich jemals zügeln lassen
+werde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Brief an Ilse war nur kurz und von der Mutter
+schon vor mehreren Tagen an sie geschrieben. Der Papa trug
+an der Verzögerung schuld, er hatte noch einige Zeilen hinzufügen
+wollen und war nicht gleich dazu gekommen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lies erst, was sie schreibt!« bat Nellie, zu der Ilse
+jubelnd in das Zimmer gestürzt war, »lies erst, nachher sprechen
+wir von die Baby.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Ilse las:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-salute">»Mein teures Kind!</div>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dein letzter Brief hat mich sehr glücklich gemacht! Ich
+kann den Augenblick kaum erwarten, wo ich Dich an mein
+Herz nehmen darf, um Dir mit einem herzlichen Kuß zu
+sagen, daß ich Dir niemals böse war. Ich wußte immer,
+daß mein Trotzköpfchen schon den Weg zu mir finden werde.
+Mache Dir nur keine Sorgen um vergangene kleine Sünden,
+sie sind längst in alle Winde verweht, denke lieber an die
+zukünftige Zeit, in der wir wieder beisammen sind, und male
+sie Dir so rosig aus, wie Deine junge Phantasie es nur zu
+thun vermag. Ich habe Dich sehr, sehr lieb! Mit zärtlichen
+Küssen
+ </p>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right"><span class="tei tei-hi" style="text-align: right; margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">Deine Mama</span></span>.«</div>
+</div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und der Papa hatte gestern flüchtig dazu geschrieben:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hurra! Wir haben einen prächtigen Jungen! Ich
+<span class="tei tei-pb" id="page183">[pg 183]</span><a name="Pg183" id="Pg183" class="tei tei-anchor"></a>habe nur den einen Wunsch, ihn Dir, mein Kleines, gleich
+zeigen zu können. Er sieht Dir ähnlich, hat gerade so
+lustige, braune Augen wie Du! Morgen schreibe ich Dir
+mehr.«
+</p>
+</div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img183.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O!« jammerte Ilse unter Lachen und Weinen, »wenn
+ich doch gleich dort sein könnte! Ich habe so große Sehnsucht,
+die Mama, den Papa und das kleine Brüderchen zu
+sehen!« Dabei umarmte und herzte sie Nellie, und als Fräulein
+Güssow hinzutrat, fiel sie auch dieser um den Hals.
+Sie hätte in ihrer Seligkeit am liebsten die ganze Welt umarmt! –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am Nachmittag, als der erste Freudenrausch sich gelegt
+hatte, kehrten Ilses Gedanken zu der verstorbenen Lilli zurück.
+Sie machte sich Vorwürfe, daß sie deren Andenken heute so ganz
+vergessen konnte!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm, Nellie,« sagte sie, »laß uns im Garten Veilchen
+pflücken zu einem Kranz auf Lillis Grab.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow stimmte diesem Vorschlage bei und begleitete
+gegen Abend die Freundinnen hinaus auf den stillen
+<span class="tei tei-pb" id="page184">[pg 184]</span><a name="Pg184" id="Pg184" class="tei tei-anchor"></a>Friedhof. Ilse beugte sich nieder und legte den Kranz auf
+den frischen Grabhügel. Noch lagen die vielen andern Kränze
+von dem Begräbnisse darauf, aber sie waren verwelkt und
+trocken, und in den langen, weißen Atlasbändern spielte der
+Abendwind. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Tage kamen und gingen, und das Osterfest war vor
+der Thür. Die Prüfungen waren bereits vorüber, und die
+ausgeteilten Zeugnisse hatten Freude oder Kummer hervorgerufen,
+je nachdem sie für die Betreffenden ausgefallen waren.
+Ilse konnte zufrieden sein. Mit Ausnahme einzelner Fächer,
+bei denen obenan das Rechnen stand, hatte sie sehr gute Fortschritte
+gemacht. Ihr ernstes Streben, ihr Betragen, das besonders
+seit dem Tode Lillis tadellos geworden war, wurde
+von ihren Lehrern und Lehrerinnen rühmend hervorgehoben,
+nur die englische Lehrerin schloß sich dieser Ansicht nicht an.
+Sie blieb bei ihrem Vorurteile und fand, daß Ilse nach wie
+vor ohne jede Manier und Grazie sei, auch tadelte sie sehr ihre
+englische Aussprache.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß dir nix vormachen, Ilse,« sagte Nellie, als sie allein
+waren. »Du sprichst schon ganz nett englisch und drückst dir
+stets sehr fein aus. Uebrigens tröste dir mit mir, sieh, was
+sie hier geschrieben haben,« – und sie reichte betrübt der
+Freundin ihr Zeugnis, und Ilse las: Besondere Bemerkung:
+›Nellie macht sehr langsame Fortschritte in der deutschen Sprache.‹
+– »Ist das nicht unrecht?« fragte sie. »Ich gebe mich so
+furchtbar große Mühe mit eure schwere Sprache.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nun war die Reihe zu trösten an Ilse. Dieselbe versprach
+ihr von jetzt an, keinen Schnitzer mehr durchgehen zu
+lassen, Nellie dagegen wollte täglich eine volle Stunde nur englisch
+mit der Freundin plaudern.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora war in höchster Aufregung. Sie fand es geradezu
+großartig, daß Doktor Althoff ihr eine II in der Litteratur geben
+konnte. »Mir das!« rief sie aus, sobald er sich entfernt hatte,
+»mir das! die ich selbst schon so lange litterarisch thätig bin!
+<span class="tei tei-pb" id="page185">[pg 185]</span><a name="Pg185" id="Pg185" class="tei tei-anchor"></a>Aber Sie werden sich wundern, Herr Doktor, Sie werden sich
+wundern!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese geheimnisvolle Anspielung bezog sich auf ihr jüngstes
+Werk. Sie hatte gestern den letzten Federstrich daran gethan
+und es dann sogleich mit einem Briefe auf rosa Papier dem
+Lehrer zur Durchsicht gegeben. Mit bescheidenem Selbstbewußtsein
+hatte sie hinzugefügt, sie rechne darauf, daß ihr Zauberspiel
+am Geburtstage der Vorsteherin aufgeführt werde. Sollte
+Herr Doktor einige kleine Aenderungen für notwendig finden,
+so würde sie sich gern seinem Rate fügen. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es waren einige Tage darüber vergangen und noch hatte
+sie keine Antwort erhalten. Warum mochte er zögern? Gefallen
+mußte ihm »Thea, die Blumenfee«, darüber war sie nicht im
+Zweifel. Sie hatte sich so hineingelebt in ihre Zauberposse,
+und ihre Phantasie flüsterte ihr einen großartigen Erfolg in
+das Ohr. Sie hörte den stürmischen Beifall der Anwesenden,
+– die Dichterin wurde gerufen! – Sie träumte wachend,
+langsam – gesenkten Auges trete sie aus den Kulissen hervor.
+– »Flora!« ruft es von allen Seiten, und voller Staunen
+richten sich aller Augen auf sie. – Ja, staunt nur, ihr Ungläubigen,
+die ihr die arme Flora so oft verkannt habt! Jetzt
+hat sie euch überzeugt, daß ihre Dichtkunst kein leerer Wahn
+ist! – Bescheiden und demütig verneigt sie sich nach rechts
+und links – ohne den Blick zu erheben – sie war vor den
+Spiegel getreten, um Blick und Verbeugung einzustudieren. –
+»Die Blumenfee werde ich vorstellen,« träumte sie weiter,
+»natürlich! Wer anders könnte sich so in den Geist der Rolle
+versetzen, als ich! Wie herrlich wird mir das Kostüm stehen!
+Ein Kleid von Silbergaze mit Rosen durchwebt, eine goldene
+Krone auf dem Haupte, ein langer, duftiger Schleier und offnes,
+wallendes Haar!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ganz in Gedanken versunken löste sie die aufgesteckten
+Flechten und drapierte das Haar malerisch um ihre Schultern.
+Unwillkürlich kamen ihr dabei die ersten Verse ihres großen
+<span class="tei tei-pb" id="page186">[pg 186]</span><a name="Pg186" id="Pg186" class="tei tei-anchor"></a>Werkes auf die Lippen und laut, mit pathetischer Stimme,
+fing sie an zu deklamieren:
+</p>
+
+<div class="tei tei-lg" style="margin-bottom: 1.00em; margin-left: 2.00em; margin-top: 1.00em">
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">»Heraus, ihr Blumen, aus euren Kelchen,</div>
+ <div class="tei tei-l" style="text-align: left; margin-left: 2.00em">Ich will mit euch spielen!</div>
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">Eilt euch, ihr lieben Tulpen und Nelken,</div>
+ <div class="tei tei-l" style="text-align: left; margin-left: 2.00em">Laßt mich nicht warten, ihr vielen, vielen,</div>
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">Heraus, heraus!«</div>
+</div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein lautes Pochen an der Thür und ungestümes Auf- und
+Niederdrücken des Griffes unterbrach sie höchst unangenehm.
+Zugleich wurde Gretes Stimme laut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warum schließt du dich denn ein? Mach’ schnell auf,
+ich bringe dir etwas!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+In aller Eile befestigte Flora ihr Haar, schob dann den
+Riegel zurück und fragte ärgerlich: »Was willst du denn?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete war in das Zimmer getreten und sah sich verwundert
+um. »Du sprachst doch eben laut,« sagte sie, »mit
+wem hast du dich denn unterhalten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora blieb ihr die Antwort schuldig; sie sah ihr Manuskript
+in Gretes Hand, ungestüm nahm sie es an sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gieb her! Wie kommst du zu meinem Hefte?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nur nicht so heftig,« entgegnete Grete, »was fällt dir
+denn ein? Es ist die reine Gefälligkeit, daß ich es dir bringe.
+Doktor Althoff hat es mir für dich übergeben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warum ließ er mich nicht selbst rufen? Du wirst dich
+wohl wieder vorwitzig aufgedrängt haben, es ist so deine gewöhnliche
+Art. Uebrigens jetzt kannst du wieder gehen, ich
+möchte allein sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Grete verspürte keine Lust, sie zu verlassen, sie
+witterte ein Geheimnis, das mußte sie erst heraus haben!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe aber keine Lust, dich zu verlassen,« sagte sie
+und setzte sich mit aller Gemütlichkeit nieder.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist wirklich unausstehlich!« stieß Flora ärgerlich
+heraus und drehte Grete den Rücken. Plötzlich kam ihr ein
+<span class="tei tei-pb" id="page187">[pg 187]</span><a name="Pg187" id="Pg187" class="tei tei-anchor"></a>Gedanke. »Wenn du durchaus hier bleiben willst, so thue
+es meinetwegen,« fuhr sie fort und näherte sich der Thür,
+»mich geniert es nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie hatte die Thür geöffnet und war hinaus, noch
+ehe Grete sich erhoben hatte. Schnell drehte sie den Schlüssel
+im Schloß um und – das neugierige Gretchen war eine
+Gefangene.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Geflügelten Schrittes eilte sie in den Garten, der Traueresche
+zu. Sie huschte zwischen den bis auf den Boden herabhängenden
+Zweigen hindurch und sank auf einem Bänkchen
+von Birkenstämmen nieder. Hier war sie vor jedem Lauscherblicke
+sicher.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie preßte die Hand auf das hochklopfende Herz und
+ein Zittern überlief sie vor der Entscheidung! Wie wird sein
+Urteil ausgefallen sein? Nicht lange hielt die zagende Schwäche
+an und ihre Zuversicht kehrte zurück. Mutig und siegesbewußt
+schlug sie das Heft auf. Natürlich suchte sie zuerst nach
+einigen Zeilen von seiner Hand. Aber sie blätterte und fand
+nichts. Sie breitete das Heft auseinander, hielt es hoch,
+schüttelte es tüchtig, der erwartete Brief fiel nicht heraus.
+Sie war höchst betroffen, da sie bei einer flüchtigen Durchsicht
+des Manuskripts auch nicht die kleinste Notiz entdecken konnte.
+Schon wollte sie es unwillig beiseite legen, als ihre Augen
+zwei Worte entdeckten, die Doktor Althoff mit seiner zierlichen
+und doch festen Handschrift mit roter Tinte gerade in den
+Schnörkel hineingeschrieben, den sie dem Schlußworte »Ende«
+malerisch angehängt hatte. Sie las und fiel wie gebrochen
+hintenüber.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Abscheulich!« riefen ihre bebenden Lippen, »empörend!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Floras Entrüstung war wohl natürlich, zertrümmerten
+doch die beiden kleinen Wörtchen den ganzen Prachtbau ihres
+Luftschlosses. »Konfuses Zeug!« stand da deutlich geschrieben
+und erbarmungslos war hiemit das Todesurteil ihrer Dichtung
+besiegelt.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page188">[pg 188]</span><a name="Pg188" id="Pg188" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie ballte die Hände in ohnmächtiger Wut und haßte
+den Mann, den sie bis dahin so schwärmerisch angebetet hatte.
+Warum verkannte er ihr Genie, oder vielmehr, warum wollte
+er dasselbe nicht anerkennen? Sie wollte zu ihm eilen ...
+sogleich ... er sollte ihr Rechenschaft über sein vernichtendes
+Urteil geben!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie verwarf diesen Entschluß, weil sie befürchtete,
+vor Aufregung ohnmächtig zu werden. Und schwach sollte er
+sie nicht sehen ... nimmermehr! Sie wollte ihm schreiben
+und zwar sofort!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie zog ein Notizbuch aus ihrer Tasche und begann
+einen stürmischen Brief aufzusetzen. Kaum hatte sie indes
+einige Sätze niedergeschrieben, als sie durch den grünen Blättervorhang
+Grete gerade auf die Esche losstürmen sah, es blieb
+ihr eben noch Zeit genug, das Notizbuch zu verbergen, als
+dieselbe bereits vor ihr stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Floras Gedanken waren nur mit dem Briefe beschäftigt
+gewesen, sie hatte darüber ihr Manuskript, das sie neben sich
+auf die Bank gelegt hatte, vergessen. Grete hatte es indes
+mit ihren Spüraugen sofort entdeckt. Wie ein Vogel schoß
+sie darauf los, ergriff es und eilte mit ihrer Beute davon.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Etsch, Fräulein Flora!« rief sie noch triumphierend,
+»nun werde ich doch hinter deine Geheimnisse kommen! Jetzt
+bist du meine Gefangene!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Grete, gieb her!« rief Flora angstvoll und eilte derselben
+nach, »bitte, bitte! Ich will dir auch schenken, was
+du haben willst!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete aber blieb taub bei ihren Bitten. Lachend eilte
+sie weiter.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du mußt mir mein Eigentum zurückgeben, ich will es!«
+drohte Flora, als sie einsah, daß Güte nicht half, »ich befehle
+es dir!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Darüber brach Grete in ein lautes Gelächter aus. »Du
+befiehlst es mir? Das ist reizend!« rief sie, »du bist wirklich
+<span class="tei tei-pb" id="page189">[pg 189]</span><a name="Pg189" id="Pg189" class="tei tei-anchor"></a>furchtbar naiv!« Und sie hatte das Haus erreicht, während
+Flora weit hinter ihr zurückblieb. Trotz ihrer schwerfälligen,
+plumpen Figur war sie doch weit schneller als letztere, die
+etwas steif und ungelenk war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Flora einsah, daß ihre Verfolgung nutzlos war,
+blieb sie weinend stehen. Einen wahrhaft verzweiflungsvollen
+Blick warf sie der Räuberin ihres Schatzes nach, denn nun
+war sie verloren, das heißt preisgegeben dem Hohn und Spott
+der Mitschülerinnen, an die sie Grete verraten würde.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber es kam anders. Gerade als Grete die paar Stufen
+zum Korridor hinaus sprang, lief sie beinahe Doktor Althoff
+in die Arme. Sie hatte ihn nicht gesehen, weil sie den Kopf
+nach rückwärts gewandt hielt. Das Heft hoch in der Luft
+schwenkend, hatte sie der armen Flora zugerufen: »Jetzt lese
+ich deine Geheimnisse!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit einem Blick hatte der Lehrer erkannt, um was es
+sich handelte; er wäre darüber nicht im Zweifel gewesen, selbst
+wenn ihn Grete weniger erschrocken angesehen hätte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sollten ja dies Heft an Flora abgeben,« sagte
+er vorwurfsvoll, »wie kommt es, daß Sie es noch mit sich
+herumtragen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie antwortete nicht und sah ziemlich betreten und beschämt
+aus, auch war sie rot bis über die Ohren geworden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich werde Ihnen nie wieder einen Auftrag geben,«
+fuhr er fort, »da ich sehe, wie wenig ich mich auf Sie verlassen
+kann. Geben Sie mir das Heft, ich werde es selbst
+an Flora abliefern.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete reichte ihm das Verlangte. »Sie ist selbst schuld
+daran,« stieß sie zu ihrer Entschuldigung hervor und warf
+den ohnehin großen Mund noch mehr auf; »sie hat ... sie
+hat mich eingeschlossen! Zur Strafe habe ich ihr das Buch
+fortgenommen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Zur Strafe!« wiederholte Doktor Althoff mit einem
+zweifelnden Lächeln, »und was wollten Sie jetzt damit machen?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page190">[pg 190]</span><a name="Pg190" id="Pg190" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach,« verriet sie sich, »hineingesehen hätte ich ganz gewiß
+nicht! Floras Dichtungen sind viel zu überspannt und
+langweilig! Ich wollte sie nur necken.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Grete, Grete!« drohte der junge Lehrer lächelnd mit
+dem Finger, »wenn dies Wort eine Brücke wäre, ich ginge
+nicht hinüber. Seien Sie in Zukunft nicht wieder so indiskret
+und neugierig, Neugierde ist kein schöner Schmuck für ein
+junges Mädchen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er wandte sich von der Beschämten ab und ging auf
+Flora zu, die langsam heran kam. Noch zitterten Thränen
+in ihren Augen, die sie wie in Verklärung auf ihren Erretter
+richtete. Wo war der Haß geblieben, der soeben noch in
+ihrem Innern getobt hatte? Verschwunden und verweht!
+Die alte Liebe und Begeisterung für Doktor Althoff hatten
+ihn zurückgedrängt und waren wieder eingezogen in ihr großmütiges
+Herz. So mächtig wallte die Begeisterung in ihr
+über, daß sie plötzlich, hingerissen von Dankbarkeit, sich
+niederbeugte, seine Hand ergriff und einen heißen Kuß darauf
+drückte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich danke Ihnen,« hauchte sie leise, dann eilte sie fort,
+zurück zu ihrer Friedensstätte, ihrem Musentempel, und anstatt
+den angefangenen Brief zu vollenden, dichtete sie ein Sonett,
+das die Aufschrift trug: »An ihn.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doktor Althoff blickte der Davoneilenden kopfschüttelnd
+nach. »Ein überspanntes, verdrehtes Wesen!« mußte er unwillkürlich
+sagen, »und das schlimmste ist, sie wird niemals
+zu heilen sein.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Geburtstag des Fräulein Raimar, der in den Mai
+fiel, war stets ein großartiges Fest. Tagesschülerinnen und
+Pensionärinnen wetteiferten mit einander, dasselbe durch
+musikalische und theatralische Aufführungen, durch lebende
+Bilder u. s. w. so bunt und unterhaltend zu gestalten als
+möglich. Auch in diesem Jahre wurde keine Ausnahme gemacht,
+trotzdem Lilli kaum vier Wochen in der Erde ruhte.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page191">[pg 191]</span><a name="Pg191" id="Pg191" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich würde gern auf eine größere Feier verzichten,«
+sprach eines Tages die Vorsteherin zu der englischen Lehrerin
+und Fräulein Güssow, <a name="corr191" id="corr191" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">»aber</span> ich darf es unsrer Zöglinge
+wegen nicht thun. Mehr oder weniger hat sie Lillis Tod
+sehr ergriffen und sie hängen die Köpfe; da ist das beste
+Mittel, sie wieder aufzumuntern, daß wir ihnen eine Zerstreuung
+schaffen. Mit aller Trauer können wir ja den Tod
+des lieben Kindes nicht ungeschehen machen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die beiden Damen stimmten ein und beschlossen untereinander,
+mit den Vorbereitungen zu dem Feste zu beginnen.
+Miß Lead übernahm es, ein englisches Stück, Fräulein Güssow,
+ein französisches Lustspiel einzustudieren. Erstere wählte nur
+Tagesschülerinnen zu ihren Mitwirkenden, während letztere ihre
+Rollen nur mit Pensionärinnen besetzte. Sie hatte aber erst
+einen kleinen Kampf mit den Mädchen, bevor dieselben die
+ihnen zugedachten Rollen annahmen. Flora, die eine alte
+Dame vorstellen sollte, war durchaus nicht damit einverstanden,
+sie behauptete, Rosi passe weit besser zu dieser Rolle, diese
+aber hatte nicht einen Funken schauspielerischen Talentes und
+würde sich niemals dazu verstanden haben, Theater zu spielen.
+Sie sprach auch weniger fließend französisch als Flora.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow machte nicht viel Umstände. »Wie du
+willst, Flora,« sagte sie, »macht es dir kein Vergnügen, diese
+allerliebste Rolle zu übernehmen, so wähle ich eine Tagesschülerin
+dafür und du kannst diesmal nur Zuschauerin sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das behagte Flora noch weniger. Nach einigem Zögern
+entschloß sie sich, freilich wie sie sagte, mit großer Selbstüberwindung,
+die Alte zu spielen. Ilse und Melanie stellten deren
+Töchter dar und paßten in ihren Charaktereigentümlichkeiten
+prächtig dazu. Melanie putzsüchtig, elegant und eitel, Ilse
+das Gegenteil. Wild und unbändig, trotzig und widerspenstig,
+natürlich nichts weniger als elegant führt sie die übermütigsten
+Streiche aus und die schwache Mutter ist nicht im stande, sie
+zu zügeln. Da erscheint ein junger, entfernter Verwandter,
+<span class="tei tei-pb" id="page192">[pg 192]</span><a name="Pg192" id="Pg192" class="tei tei-anchor"></a>interessiert sich für den Wildfang und versteht es, durch
+Güte und Festigkeit die Tugenden in demselben zu wecken
+und die Widerspenstige zu zähmen. Zum Schlusse wird sie
+seine Braut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Orla, du kannst die Rolle des Vetters übernehmen,«
+bestimmte die Lehrerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Orla?« fragte Ilse verwundert, »sie kann doch keinen
+Mann darstellen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es erhob sich ein wahrer Sturm unter den jungen
+Mädchen bei Ilses unschuldiger Frage. Die Stimmen schwirrten
+durcheinander, denn jede war bemüht, Ilse über ihre Unwissenheit
+aufzuklären.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Weißt du denn nicht, wie es bei uns Sitte ist?«
+fragte Orla.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mit Herren dürfen wir nicht Theater spielen,« bemerkte
+Flora spottend, »sie sind verpönt in der Pension!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du bist naiv, Ilse!« rief Melanie. »Das ist ja eben
+so ledern und furchtbar öde, daß wir Mädchen auch Männerrollen
+geben müssen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Herren, Herren!« wiederholte Annemie unter lautem
+Lachen, »es ist zum totlachen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, wenn Herren mitspielten, dann möchte ich Ilses
+Rolle spielen,« überschrie Grete mit ihrer kräftigen Stimme
+alle übrigen, »so aber –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So aber wirst du den Bauernjungen übernehmen, Grete,«
+fuhr Fräulein Güssow dazwischen. Die Aufgeregten hatten
+ganz deren Gegenwart vergessen. »Und jetzt bitte ich mir
+Ruhe aus, ihr unbändigen Kinder! Fräulein Raimar hat
+ihre triftigen Gründe zu ihren Bestimmungen, wie könnt ihr
+euch dagegen auflehnen? Daß ihr noch zu kindisch seid, dieselben
+zu verstehen, habe ich in diesem Augenblicke klar und
+deutlich gesehen! Schämt euch! ... Jetzt macht euch daran,
+eure Rollen auszuschreiben, morgen werden wir eine Leseprobe
+<span class="tei tei-pb" id="page193">[pg 193]</span><a name="Pg193" id="Pg193" class="tei tei-anchor"></a>halten.« Mit diesen Worten verließ sie die aufrührerische
+Gesellschaft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle schwiegen bis auf Grete, sie konnte nicht unterlassen,
+noch einmal zu sagen: »Langweilig ist es doch ohne Herren!
+Und den dummen Bauernjungen spiel’ ich nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber sie spielte ihn doch und es zeigte sich bald, daß sie
+ganz vortrefflich dazu paßte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die täglichen Proben brachten die gewünschte Zerstreuung.
+Ilse besonders fand viel Freude an einem Vergnügen, das
+ihr bis dahin unbekannt gewesen war. Die anfängliche Befangenheit
+überwand sie bald und sie spielte ihre Rolle zur
+vollen Zufriedenheit Fräulein Güssows, die zuweilen ein
+Lächeln über die höchst natürliche Darstellung nicht unterdrücken
+konnte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zur Hauptprobe mußten alle in ihren Kostümen erscheinen,
+damit sie sich gegenseitig an den veränderten Anblick
+gewöhnten. Diese Bestimmung war sehr gut, denn als sie
+sich in ihren komischen Anzügen betrachteten, konnten sie das
+Lachen nicht zurückhalten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flora mit langen Scheitellocken und einer Spitzenhaube,
+mit einem Lorgnon, das sie vor die Augen hielt, war kaum
+zu erkennen. Das elegante, schwarze Schleppkleid ließ sie
+weit größer erscheinen, als sie war. Sie war übrigens ganz
+ausgesöhnt mit ihrer ›alten‹ Partie und das Lob, welches
+Fräulein Güssow ihr einige Male erteilte, hatte sie zu der
+Idee gebracht, daß ihr eigentlicher Beruf der einer Schauspielerin
+sei, und sie träumte Tag und Nacht ›von der Welt,
+welche die Bretter bedeuten‹, ›Dichterin – Schauspielerin‹.
+Eine große Zukunft stand ihr bevor!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla sah in ihrem Jägeranzuge, den grünen Hut keck
+auf das eine Ohr gesetzt, wirklich gut aus, und der kleine
+Stutzbart, mit dem sie die Oberlippe geziert hatte, gab ihr
+ein keckes Ansehen und stand ihr allerliebst.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page194">[pg 194]</span><a name="Pg194" id="Pg194" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Famos siehst du aus, Orla!« meinte Melanie
+und betrachtete mit besonderem Entzücken deren Stulpenstiefel.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du solltest immer so gehen,« setzte Flora ganz ernsthaft
+hinzu. Natürlich wurde sie ausgelacht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img194.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete war ein Bauernjunge,
+wie er sein muß.
+Plump und ungeschickt, dreist
+und laut. Melanie fühlte sich
+himmlisch wohl in dem koketten
+und eleganten Kostüm,
+das sie sich gewählt hatte.
+Sie stand vor dem Spiegel
+und putzte noch hie und da
+an sich herum. Und Ilse?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie trat als letzte herein
+und bei ihrem Anblick
+erhob sich ein so stürmisches
+Gelächter, daß Fräulein
+Güssow Mühe hatte, es zu
+dämmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie siehst du aus,
+Mädchen?« sprach sie lachend,
+»komm näher, ich muß dich
+genau betrachten. Willst du
+wirklich in diesem Aufzuge
+spielen? Nein, Ilse, so geht
+es wirklich nicht. Wir müssen
+an deinem Kleide durchaus Verschönerungen anbringen! Du
+bist auch gar zu wenig eitel, sonst würdest du wohl selbst
+darauf gekommen sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lassen Sie mich so!« bat Ilse inständigst, sie war ja
+so glücklich, ihr geliebtes Blusenkleid bei dieser Gelegenheit
+tragen zu dürfen. Sie war aus demselben herausgewachsen,
+<span class="tei tei-pb" id="page195">[pg 195]</span><a name="Pg195" id="Pg195" class="tei tei-anchor"></a>zu eng und zu kurz war es geworden, natürlich erhöhte dieser
+Mangel noch den komischen Eindruck.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, Kind, unmöglich! Du siehst wie eine Bettlerin
+aus. Der Aermel darf nicht ausgerissen sein, der schlechte
+Gürtel muß durch einen neuen ersetzt werden, um den Hals
+wirst du einen Matrosenkragen legen und die fürchterlichen
+Stiefel laß vor allen Dingen blank putzen. Dann wird es
+gehen. Man darf nicht übertreiben,« fügte sie hinzu,
+als Ilse ein etwas betrübtes Gesicht machte, »stets muß
+das richtige Maß inne gehalten werden. Auch die Locken
+dürfen dir nicht so wirr über die Augen fallen, du kannst
+ja kaum sehen. Vergiß nicht, daß du die Tochter einer
+Baronin bist, dein Anzug darf verwildert, aber nicht zerrissen
+sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen wir nicht anfangen?« trieb Miß Lead, die sich
+mit ihren Künstlerinnen ebenfalls zur Hauptprobe eingestellt
+hatte. Sie war schon etwas ungeduldig bei der genauen
+Musterung der Kostüme geworden und fand es höchst überflüssig,
+daß Fräulein Güssow überhaupt Wert darauf legte.
+Die Hauptsache war nach ihrer Meinung die vollständige Beherrschung
+der fremden Sprache, und daß die Mädchen ihre
+Rollen gut gelernt hatten, alles andre war Nebensache. Viel
+Gesten litt sie um keinen Preis, wollte ja eine Mitspielende
+es wagen, sich frei und natürlich zu bewegen, geriet sie
+förmlich außer sich und rief: »Ruhe! Ruhe! Wo bleibt die
+Plastik?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie es fast immer der Fall ist, so war es auch hier;
+die Hauptprobe fiel herzlich schlecht aus. Die Mädchen waren
+schon aufgeregt in Erwartung des nächsten Tages und wurden
+es noch mehr durch die Ungeduld von Miß Lead, die heftig
+erklärte, daß sie es für das beste halte, wenn die ganze
+Theateridee aufgegeben werde. Das französische Stück fand
+sie entsetzlich und sie gab Fräulein Güssow den guten Rat, es
+nicht aufführen zu lassen. »Ich bitte Sie,« rief sie aus, »es
+<span class="tei tei-pb" id="page196">[pg 196]</span><a name="Pg196" id="Pg196" class="tei tei-anchor"></a>handelt sich um eine Liebesgeschichte! Das wird den größten
+Anstoß erregen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow setzte der Engländerin lächelnd auseinander,
+daß nicht Kinder, sondern erwachsene Mädchen das
+Stück aufführten. »Die Liebesgeschichte,« wandte sie ein, »ist
+nur eine harmlose Nebensache, es handelt sich hauptsächlich
+um die Heilung eines widerspenstigen Mädchens.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead schüttelte mißbilligend den Kopf, sie wollte
+sich nicht davon überzeugen. »Ilse wird Ihnen, wenn Sie
+wirklich auf Ihrem Vorsatz bestehen, alles verderben. Wie
+sieht sie aus, und wie spielt sie? Plump, ohne jeden Anstand!
+Das Podium der kleinen Bühne erdröhnt förmlich
+bei ihren furchtbaren Schritten, ihre Bewegungen sind frei
+und keck.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow schwieg zu diesem harten, ungerechten
+Urteil. Sie hatte es längst aufgegeben, die Engländerin von
+ihrem Vorurteile zu heilen. Starr hielt dieselbe daran fest.
+Ilse war und blieb ihr ein Dorn im Auge.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Miß Lead hatte sich geirrt. Am nächsten Abend ging
+alles über Erwarten gut. Der glänzend erhellte Saal, die festlich
+versammelte Gesellschaft brachten eine belebende Stimmung
+unter das junge Volk. Die ganze Festlichkeit leitete ein Prolog
+ein, den eine Schülerin der ersten Klasse gedichtet hatte. Sie
+trug ihn selbst recht hübsch vor und erntete wohlverdienten
+Beifall. Nur Flora, die hinter den Kulissen stand, zuckte die
+Achseln. »Kein Schwung, keine Poesie und kein Talent!«
+lautete ihr kritischer Ausspruch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Aufführung des englischen Stückes ging vorüber,
+glatt, reizlos und langweilig. Und wenn die Anwesenden sich
+dies in ihrem Innern auch einstimmig eingestanden, so waren
+sie doch am Ende des Stückes mit Beifallsspenden nicht sparsam.
+Die Mitspielenden wurden herausgerufen, und als der
+rote Vorhang in die Höhe ging und die Mädchen sich dankend
+<span class="tei tei-pb" id="page197">[pg 197]</span><a name="Pg197" id="Pg197" class="tei tei-anchor"></a>verneigten, strahlte Miß Lead vor Stolz und Seligkeit. »<span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">Very
+ well</span></span>,« rief sie laut, »ihr habt eure Sache gut gemacht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nachdem verschiedene lebende Bilder und musikalische
+Aufführungen vorüber waren, bildete das französische Lustspiel
+den Schluß.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen Sie es wirklich wagen?« wandte sich die englische
+Lehrerin in wohlwollendem, etwas herablassendem Tone
+zu Fräulein Güssow. »Schreckt Sie der große Erfolg, den
+wir erzielten, nicht ab? Folgen Sie meinem Rate, treten
+Sie zurück! Wir werden eine Entschuldigung finden. Der
+französische Flattersinn muß abfallen gegen die englische Gediegenheit.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Trotz Miß Lead’s Bedenken begann das französische
+Stück, und sie mußte die niederschlagende Erfahrung machen,
+daß es weit beifälliger aufgenommen wurde, als das englische.
+Die Gesellschaft amüsierte sich köstlich und kam aus dem Lachen
+nicht heraus. Zweimal wurde Ilse bei offener Szene gerufen,
+so drollig und natürlich spielte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist <span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">charmante, charmante</span></span>!« rief Monsieur Michael
+feurig, »ich habe Ursache, stolz auf sie zu sein. Leicht und
+elegant wie eine Pariserin spricht und spielt sie!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie spielt sich selbst!« entgegnete Doktor Althoff
+lachend, »aber ich hätte dem Wildfang kaum so viel Anmut
+zugetraut.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Einen kleinen Triumph sollte Miß Lead doch noch feiern,
+– Ilse verdarb die Liebesszene am Schluß. In dem Augenblick,
+als Orla sie umarmen wollte, kam ihr das so komisch
+vor, daß sie in ein lautes Gelächter ausbrach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie schade!« rief Nellie halblaut. »Warum muß sie
+lachen? Sie war zu nett, nun verderbt sie die Schluß.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doktor Althoff, der zufällig in Nellies Nähe stand, hörte
+ihren Ausruf. »Trotzdem, Miß Nellie,« entgegnete er, auf
+einem leeren Stuhl neben ihr Platz nehmend, »ist ihre Freundin
+die Siegerin des Abends; aber warum wirkten Sie nicht mit,
+<span class="tei tei-pb" id="page198">[pg 198]</span><a name="Pg198" id="Pg198" class="tei tei-anchor"></a>warum sind Sie nur Zuschauerin? Sie würden gewiß eine
+gute Schauspielerin sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie senkte die Augenlider. »O, Sie sind sehr gütig,«
+sagte sie befangen, »aber ich weiß nicht zu spielen, Herr Doktor,
+ich hab’ nicht Talent.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das käme auf einen Versuch an! Sehen Sie Ilse an,
+wer hätte geglaubt, daß sie eine so allerliebste Schauspielerin
+sein könne!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht wahr?« stimmte Nellie lebhaft und mit aufrichtiger
+Freude bei, »sie ist reizend und ich bin entzückend
+über ihr!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der junge Lehrer schwieg und sah sie teilnahmvoll an.
+Wie neidlos kamen ihr die Worte aus dem Herzen, wie
+leuchteten ihre Augen freudig auf, als sie die Freundin lobte!
+Und im Vergleich zu Ilse, wie wenig hatte sie doch von der
+Zukunft zu hoffen! Jene ein Kind des Glückes – und diese?
+Ein armes Wesen, das den mühevollen Pfad einer Lehrerin
+pilgern sollte!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht wahr, ist sie nicht reizend?« wiederholte Nellie
+und blickte fragend auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gewiß, gewiß!« gab der Lehrer zerstreut zur Antwort,
+und von dem Gegenstand plötzlich abspringend, fragte er:
+»Woher haben Sie die herrlichen Veilchen?« und deutete dabei
+auf einen Strauß, den sie in der Hand hielt. »Sie duften
+wundervoll! Ich liebe die Veilchen sehr.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hörte nur, daß er die Veilchen liebe, bedurfte es da
+einer großen Ueberlegung? »O nehmen Sie,« sagte sie naiv
+und errötete dabei, »bitte, es macht mich großer Freude!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht alle,« entgegnete er lächelnd und zog einige Blumen
+aus dem Strauß, den sie ihm gereicht, »so, nun habe ich
+genug. Haben Sie Dank dafür.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er erhob sich und verließ sie. Mit glänzenden Augen
+sah sie ihm nach, sie hatte bemerkt, wie er ihre Veilchen im
+Knopfloch befestigte.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page199">[pg 199]</span><a name="Pg199" id="Pg199" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie taktlos von dir!« redete Miß Lead, die ihren Platz
+dicht hinter Nellie hatte, dieselbe an und riß sie mit ihrer
+scharfen Stimme aus allen Himmeln. »Welch ein Betragen!
+Ich habe jedes Wort mit angehört. Schämst du dich nicht,
+einem Herrn Blumen anzubieten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als ob ein eisiger Wind plötzlich in eine kaum erschlossene
+Blütenknospe gefahren wäre, so wurde Nellies kurze Freude
+zerstört.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Habe ich ein Unrecht gemacht?« fragte sie geängstigt.
+»O bitte, Miß, sagen Sie, war ich ungeschickt? Wird Herr
+Doktor mich für unbescheiden halten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dieser Gedanke peinigte sie sehr und übergoß sie mit
+heißer Glut. Mit wahrer Angst wartete sie auf ein beruhigendes
+Wort und sah in der Lehrerin Gesicht, das indes nicht aussah,
+als ob sie zur Milde geneigt sei.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jedenfalls wird er dich für sehr einfältig halten,« erwiderte
+sie unbarmherzig, »wenn er nicht vielleicht deine Handlungsweise
+zudringlich nennt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein, nein!« rief Nellie beinahe entsetzt, »er wird
+nicht so hart von sein Schüler denken!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So, weißt du das so bestimmt?« quälte Miß Lead sie
+weiter, »du bist kein Kind mehr, dem man allenfalls dergleichen
+Taktlosigkeiten vergiebt, ein erwachsenes Mädchen darf
+niemals blindlings seinem Gefühle folgen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich will bitten, daß er mir die Blumen wiedergiebt,«
+sagte Nellie tief beschämt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das darfst du nicht, wenn du dich nicht noch mehr
+bloßstellen willst. Du wirst schweigen und dich niemals wieder
+vergessen! Eine zukünftige Gouvernante muß jedes Wort,
+jeden Blick, und vor allem jede Handlung reiflich überlegen.
+Das merke dir!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Traurig sah Nellie nach diesem harten Verweise zu
+Boden. Dahin war ihre fröhliche Laune, sie hatte keine Lust
+mehr an dem Feste. Eine heiße Thräne tropfte ihr aus dem
+<span class="tei tei-pb" id="page200">[pg 200]</span><a name="Pg200" id="Pg200" class="tei tei-anchor"></a>Auge und fiel auf die Veilchen, die Urheber ihres Kummers.
+Sie brannten ihr förmlich in der Hand und am liebsten hätte
+sie dieselben weit von sich geschleudert. Still und einsilbig
+blieb sie den ganzen Abend, und sobald Doktor Althoff in
+ihre Nähe kam, wich sie ihm ängstlich aus. Es war ihr unmöglich,
+ihm in das Auge zu blicken. Miß Lead hatte ihre
+frohe Unbefangenheit zerstört.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als die Freundinnen sich nach dem Feste zur Ruhe begaben,
+saß Nellie ganz gegen ihre Gewohnheit noch einige
+Zeit sinnend da. »Du bist so still,« fragte Ilse, »was
+hast du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nichts, nichts!« erwiderte Nellie schnell und erhob
+sich aus ihrer träumenden Stellung, »es ist gar nix!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zum ersten Male verschwieg sie der geliebten Freundin die
+Wahrheit, sie vermochte es nicht, über ihren Kummer zu
+reden, und doch – was war es, das trotz allen Kummers ihr
+Herz schneller klopfen ließ und wie ein Frühlingswehen durch
+ihre Seele zog?
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Holunder und Maiblumen hatten ausgeblüht und die
+Rosen öffneten ihre duftigen Kelche. Nellie und Ilse wandelten
+nach dem Abendessen durch den Garten, und als sie
+im Gebüsch die Nachtigall schlagen hörten, blieben sie stehen
+und lauschten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie süß!« rief Nellie, »komm, laß uns auf der Bank
+setzen und lauschen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hielten sich beide umschlungen und sprachen kein
+Wort. Der herrliche, duftende Abend, der Mond, der silbern
+am Abendhimmel aufstieg, der schmelzende Gesang der Nachtigall
+weckten eine ahnungsvolle, nie gekannte Stimmung in
+ihren jungen Herzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O Ilse,« unterbrach Nellie mit einem Seufzer die
+feier<span class="tei tei-pb" id="page201">[pg 201]</span><a name="Pg201" id="Pg201" class="tei tei-anchor"></a>liche Stille, »wie bald gehst du fort und läßt mir allein zurück!
+Ich bin sehr traurig, wenn ich daran denke!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auch Ilse war wehmütig und der Gedanke, von Nellie
+scheiden zu müssen, machte ihr das Auge feucht. Aber sie
+unterdrückte mutig die weiche Stimmung und versuchte, die
+Freundin zu trösten. »Es ist noch lange hin, bis ich die
+Pension verlasse,« sagte sie, »du weißt ja, daß meine Eltern
+meinen Aufenthalt bis zum ersten September verlängerten.
+Noch acht Wochen sind wir beisammen, Nellie, das ist noch
+eine sehr lange Zeit, denk’ einmal, acht volle Wochen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie schüttelte traurig den Kopf. »O nein, es ist nur
+sehr kurze Zeit,« erwiderte sie, »es sind auch nicht acht
+Wochen voll, du mußt ordentlich rechnen. Heute haben wir
+schon der siebente Juli, – macht bis zu der erste September
+vierundfünfzig Tage – fehlt also zwei volle Tag an der
+achte Woch –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Trotz ihres Kummers mußte Ilse lachen. »Du liebe,
+süße Nellie,« rief sie und küßte diese herzlich auf den Mund,
+»du bist doch immer komisch, selbst wenn du traurig bist!
+Weißt du, wir wollen uns das Herz nicht heute schon schwer
+machen mit dem Gedanken an unsre Trennung, wir gehen
+ja nicht für immer auseinander! Du besuchst mich bald,
+– ja?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Nellie war einmal weich gestimmt heute abend und
+der Freundin Trost fand keinen Eingang in ihrem Herzen.
+Sie versuchte zwar die Thränen zu unterdrücken, aber sie
+brachen immer neu hervor. Ilse lehnte den Kopf an ihre
+Schulter und schwieg. In ihrem Innern kämpften der
+Schmerz und die Freude. Sie hätte so gern sich auf das
+Wiedersehen ihrer Lieben, besonders des kleinen Brüderchens,
+gefreut, sie vermochte es nicht ungetrübt, weil der Abschied von
+Nellie dazwischen stand. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier sind sie! Kommt, hierher! Sie sitzen beide unter
+dem Holunderbusch!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page202">[pg 202]</span><a name="Pg202" id="Pg202" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Keine andre als Grete war es, die durch ihren lauten Ruf
+die Träumenden aufschreckte. Unbemerkt war sie aus einem
+Seitenweg hervorgetreten und stand nun wie aus der Erde
+gewachsen vor ihnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sprang auf und trat den andern Mädchen, die
+herbeigeeilt kamen, entgegen. Nellie trocknete verstohlen ihre
+Thränen und machte wieder ein heitres Gesicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir haben euch überall gesucht,« sagte Orla, »was
+macht ihr denn hier?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich glaube wahrhaftig, ihr schwärmt im Mondenschein,
+Kinder,« lispelte Melanie, »ihr macht so furchtbar schmachtende
+Augen alle beide, habt ihr geweint?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Grete mußte sich hiervon genau überzeugen, sie trat zu
+Nellie und sah sie neugierig prüfend an. »Du hast geweint,
+Nellie – und du auch Ilse –« behauptete sie entschieden.
+»Was habt ihr denn? Warum weint ihr?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Um nix!« entgegnete Nellie ärgerlich über die unzarte
+Grete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Um nichts weint man doch nicht,« fuhr dieselbe unbeirrt
+fort, »bitte, sagt es doch, warum ihr geweint habt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Laß deine zudringlichen Fragen,« verwies sie Flora,
+»und wenn sie dir sagen würden: ›Der silberne Mond, die
+duftenden Rosen, der entzückende Sommerabend, so recht zur
+Liebe und Traurigkeit geschaffen, haben unsern Herzen
+Wehmut und Thränen entlockt,‹ – würdest du das verstehen?
+Niemals! Denn du hast keinen Sinn für die
+höhere Sphäre – du bist zu prosaisch!« Sie begleitete
+ihre Worte mit einem schwärmerischen Aufschlag ihrer wasserblauen
+Augen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Floras hochtrabende Aeußerung stellte sofort die fröhlichste
+Stimmung her. Nellie vergaß ihr Herzeleid darüber
+und sagte lachend: »O Flora, was für ein zarter Seel’
+du hast! Sei bedankt du hoher Dichterin, du hast uns verstanden!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page203">[pg 203]</span><a name="Pg203" id="Pg203" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kinder!« unterbrach Orla die Sprechenden, »nun hört
+auf mit euren Albernheiten, ich habe euch eine höchst wichtige
+Mitteilung zu machen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wichtige Mitteilung! Grete sperrte Mund und Nase
+auf und sah gespannt auf Orla, zu der sie sich ganz dicht
+herangedrängt hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht hier!« fuhr diese fort, »folgt mir unter die
+Linde!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Unter die Linde?« fragte Annemie ängstlich. »Laß
+uns doch hier, es ist ja schon dunkel unter dem alten, großen
+Baum!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, und es ist schon spät, wir müssen uns eilen,« fiel
+die ebenfalls furchtsame Flora ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mache dir keine Sorge darum, liebste Flora,« gab Orla
+zurück, »denn höre und staune: Weil heute mein Geburtstag
+ist, hat Fräulein Raimar auf dringendes Bitten die hohe
+Gnade gehabt, unsern Aufenthalt im Garten heute abend bis
+um zehn Uhr zu verlängern!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Himmlisch! Furchtbar reizend! Zu nett!« u. s. w. rief
+es durcheinander und Grete machte sogar einen kleinen, ungeschickten
+Sprung in die Luft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also auf zur Linde!« kommandierte Orla und schlug
+den Weg dorthin ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ohne Gegenrede folgten ihr alle, in wenigen Augenblicken
+waren sie dort. Orla stieg auf eine Bank, die dicht
+am Stamme lehnte, schlug die Arme untereinander und sah
+schweigend auf die Mädchen herab, die einen dichten Halbkreis
+um sie bildeten und mit höchster Spannung auf sie
+blickten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine lieben Freundinnen,« hub sie an, da raschelte
+es über ihnen in den Zweigen. Die Mädchen schraken zusammen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was war das?« fragte Annemie, »Gott, wenn sich im
+Baume jemand versteckt hätte!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page204">[pg 204]</span><a name="Pg204" id="Pg204" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Oder wenn ein Gespenst wieder seinen Spuk triebe!«
+sprach Melanie mit bebenden Lippen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie unheimlich ist es hier!« fiel Grete ein, »ich fürchte
+mich!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So ein Gespenst mit großer Feuerauge und fliegender
+Haar,« meinte Nellie und stieß Ilse an, »o, es wäre
+furchtbar!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Orla stand ruhig und unerschrocken da, sie kannte keine
+Furcht. »Schämt euch!« rief sie den Zagenden zu, »seid ihr
+erwachsene Mädchen? Kann euch eine harmlose Fledermaus
+in die Flucht treiben? Geht zurück, wenn ihr euch fürchtet,
+für Kinder passen meine Worte nicht! Wollt ihr vernünftig
+sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, ja!« tönte es zurück, zwar etwas zaghaft, aber
+die Neugierde trug doch den Sieg über die Furcht davon.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So hört mich an! Hier an dieser Stätte, unter dem
+Schutze unsrer geliebten Linde laßt uns einen Bund schließen,
+der uns in Freundschaft für das ganze Leben vereinen soll.
+Wie lange wird es dauern und wir verlassen die Pension,
+und das Schicksal zerstreut uns in alle Winde!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»In alle Winde!« wiederholte Flora halblaut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun frage ich euch, soll uns dasselbe für immer trennen?
+Ich sage: nein! wir werden uns wiedersehen! Wir haben
+stets treu zusammengehalten, unsre Freundschaft darf nicht
+wie ein leerer Wahn verrauschen –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie ein leerer Wahn verrauschen –« gab Flora als
+Echo zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ruhig!« geboten die andern, »laß Orla sprechen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So frage ich euch denn: wollt ihr mit mir in diesem
+feierlichen Augenblicke geloben, daß ihr heute in drei Jahren
+zurückkehren wollt? Hier unter der Linde, am siebenten Juli,
+morgens elf Uhr, soll uns ein frohes Wiedersehen vereinen.
+Seid ihr mit meinem Vorschlage einverstanden?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja!« rief es einstimmig und begeistert, »wir kommen!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page205">[pg 205]</span><a name="Pg205" id="Pg205" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schwört einen Eid darauf!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie erhob drei Finger der rechten Hand und alle übrigen
+folgten ihrem Beispiele. Nur Rosi zögerte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es könnten doch Hindernisse eintreten, die eine Reise
+hierher unmöglich machten,« warf sie mit ihrer sanften
+Stimme ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hindernisse, das heißt, nur wichtige Hindernisse heben
+den Eid auf!« erklärte Orla. »In diesem Falle ist die Ausbleibende
+verpflichtet, durch einen ausführlichen Brief den
+Grund ihres Eidbruches anzugeben. Beschwört auch das!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wieder erhoben sich die Hände und diesmal zögerte Rosi
+nicht, sich dem Schwure anzuschließen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun haben wir uns für ewig verbunden!« nahm Orla
+wieder das Wort, »und jede von uns wird ihren Eid halten,
+damit wir indes stets desselben gedenken, mache ich euch einen
+Vorschlag. Wir wollen zur Erinnerung an diese heilige
+Stunde einfache, silberne Ringe anfertigen lassen, die wir an
+dem kleinen Finger der linken Hand tragen. Jede von uns
+erhält einen solchen und trägt ihn bis zu ihrer Sterbestunde.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bis zu ihrer Sterbestunde!« sprach Flora langsam und
+elegisch nach.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Ringidee wurde von allen reizend, famos und entzückend
+gefunden und mit Begeisterung angenommen. Orla,
+die von ihrem erhabenen Platze heruntergesprungen war, wurde
+umringt und mit schmeichelhafter Anerkennung überhäuft.
+Melanie prophezeite ihr geradezu eine große Zukunft als Rednerin,
+sie habe ›furchtbar reizend‹ gesprochen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle befanden sich übrigens in einer gehobenen Stimmung,
+sie fielen sich in die Arme, küßten sich und versicherten sich
+gegenseitig der zärtlichsten Freundschaft, die nur mit dem Tode
+enden könne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie glaubten ganz ernst an ihre Versprechungen, kein
+Zweifel vergiftete ihre unschuldsvolle Zuversicht. Der Mond
+lugte wischen den Zweigen hindurch und blickte wie
+<span class="tei tei-pb" id="page206">[pg 206]</span><a name="Pg206" id="Pg206" class="tei tei-anchor"></a>spottend mit einem Auge auf das rührende Schauspiel. Vielleicht
+verstand ihn der alte Baum, vielleicht bedeutete das
+leise Rauschen in seinem Wipfel die Antwort: Du Zweifler
+da oben, spotte nicht über die gläubigen Kinder. Weißt du
+nicht, daß es immer so war und immer so sein wird? Die
+Träume der Jugend gehören zur jungen Brust, wie der Tau
+zur Rose. Enttäuschung und Nüchternheit töten früh genug
+diese Blüten der kurzen Maienzeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Orla,« sagte Flora, als sie langsam in das Haus
+zurückkehrten, »auch ich möchte einen Vorschlag machen. Wenn
+eine von uns Freundinnen, die wir uns bis in den Tod verbunden
+haben, in den Bund der heiligen Ehe tritt, so soll
+es ihre Pflicht sein, ihre Genossinnen zu diesem hohen Feste
+einzuladen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja,« stimmte Orla bei, »das ist ein guter Gedanke,
+wir wollen denselben mit einem Handschlag besiegeln.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie schlossen einen Kreis und reichten sich die Hände,
+verzogen auch keine Miene dabei. Nur Ilse konnte das
+Lachen nicht lassen, die Hochzeitsgedanken kamen ihr gar zu
+komisch vor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich trete zwar niemals in den Bund der heiligen Ehe,
+aber ich gebe doch mein Handschlag zu die Einladung,« neckte
+Nellie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Spotte nicht über so ernste Dinge,« sprach Flora zürnend.
+»Wir sind nicht aufgelegt zu deinen Scherzen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, ich scherz’ gar nix, aber wie soll ein arm’ häßlich
+Engländerin mit sehr viel Sommerspross’ auf der Nas’ ein
+Mann bekommen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese komische Bemerkung verscheuchte den Ernst von
+den jugendlichen Stirnen und Scherz und Frohsinn kehrten
+zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ehe sich Flora zur Ruhe begab, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page207">[pg 207]</span><a name="Pg207" id="Pg207" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Welch ein großer, ereignisvoller Tag! O, ich zittere
+noch, wenn ich daran denke! Mondschein! Rosenduft! Linde!
+Sang der Philomele! Orla hinreißend gesprochen (Meine
+nächste Heldin Orla heißen!) Freundschaftsbündnis! Schwur!
+Hochzeitsversprechen! (Meine entzückende Idee!) Handschlag
+darauf! Wie heißt die Hochbeglückte, die zuerst denselben löst?
+Schicksal, du dunkles, laß mich den Schleier heben! Giebt
+es Ahnungen, sollt’ ich? –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie legte die Feder nieder, schloß das Buch und verbarg
+es tief in ihrem Kommodenkasten. Ihre Hand zitterte und
+ihre Gedanken verwirrten sich. Sie legte sich nieder und
+schlief ein. Träumend sah sie sich im Brautkranz und weißen
+Atlaskleide.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die acht Wochen, oder wie Nellie sagte: »vierundfünfzig
+Tage«, waren vorübergegangen. Der erste September brach
+an. Nellie hatte die ganze Nacht nicht schlafen können vor
+Herzeleid, der Abschied von der geliebten Freundin raubte ihr
+die Ruhe. Auch Ilse war es gleich ergangen und es war
+rührend, wie beide Mädchen bemüht waren, ihre Schlaflosigkeit
+und ihre Thränen sich gegenseitig zu verbergen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als der Morgen anbrach, hielt Nellie es nicht mehr
+aus. Sie stand auf, warf ihr Morgenkleid über und schlich
+an Ilses Bett.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wachst du?« fragte sie, als dieselbe sie mit offenen
+Augen ansah, »das ist schön, nun können wir noch eine ganze
+Stunde plaudern, es hat eben Fünf geschlagen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie setzte sich auf Ilses Bettrand und ergriff deren beide
+Hände, und als sie aufblickte und Thränen in Ilses Augen
+schimmern sah, da war es aus mit ihrer künstlichen Fassung.
+Sie beugte sich zu der Freundin nieder und indem sich beide
+fest umschlungen hielten, vermischten sich ihre heißen Thränen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page208">[pg 208]</span><a name="Pg208" id="Pg208" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, Ilse! Wie einsam wird es sein, wenn dein Bett
+leer ist! Oder wenn ein anderer Gesicht mir daraus ansieht,
+o, ich bin sehr, sehr traurig!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte sich aufgerichtet und drückte die Weinende
+innig an sich. Zu sprechen vermochte sie nicht, es war ihr
+zu weh.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir sehen uns bald wieder,« sprach sie endlich mit
+zitternder Stimme und versuchte Nellie zu trösten. »Du besuchst
+uns in Moosdorf; den ganzen Winter über wirst du
+bei uns bleiben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nellie schüttelte ungläubig den Kopf. »Das wird nix,
+ich werde nicht Erlaubnis bekommen zu ein so lang’ Besuch.
+Meine Zeit ist Ostern vorbei, dann heißt es: fort aus der
+Pension! Ich muß ein’ Stell’ annehmen und Kinder Unterricht
+geben. Aber ich weiß noch nicht viel und muß sehr
+fleißig lernen, Fräulein Raimar sagt es alle Tage.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber die Michaelisferien darfst du gewiß bei uns zubringen.
+Meine Eltern werden selbst an Fräulein Raimar
+schreiben und sie dringend darum bitten, sie wird es ihnen
+nicht abschlagen,« entgegnete Ilse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es geht nicht, ich muß lernen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah die Freundin traurig und bedauernd an. »Wenn
+du wirklich eine Gouvernante werden mußt, Nellie, so versprich
+mir fest, daß du all’ deine Ferien bei uns in Moosdorf
+zubringen willst. Meine Heimat soll auch die deinige
+sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit einem Handschlage wurde dies Versprechen besiegelt.
+»Du bist sehr gut, Ilse, ich werde nie wieder ein Mädchen
+lieben wie dir. Vergiß mir nie! Sieh dieser klein’ silbern’
+Ring recht oft an und denk’ dabei immer an dein’ Nellie,
+die in Einsamkeit zurückgeblieben ist.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht einsam,« tröstete Ilse, »sie haben dich alle so lieb
+im Institute.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page209">[pg 209]</span><a name="Pg209" id="Pg209" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und wenn ich fort bin, aus der Auge, aus der Sinn,
+dann bin ich fremd für sie.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, Nellie, du wirst Fräulein Raimar und Fräulein
+Güssow nie eine Fremde sein!« entgegnete Ilse mit vollster
+Ueberzeugung. »Sie haben dich furchtbar lieb!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O ja, ich weiß; aber sie sind nicht mehr in Jugend
+und werden mir nie verstehn, wie du. Sie haben vergessen,
+wie man ein dumm’ Streich macht! Denkst du noch an der
+Apfelbaum?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Erinnerung an diese lustige Fahrt trocknete ihre
+Thränen und rief ein fröhliches Lächeln auf ihre Lippen.
+Jede geringe Kleinigkeit durchlebten sie in Gedanken noch einmal.
+Die Spukgeschichte. Miß Lead in ihrem wunderbaren
+Aufzuge. Die Stiefelspitze, die sie beinahe verriet, ach, und
+die Angst, die sie ausgestanden! – »Und es war doch schön!«
+rief Nellie aus, »ich wünsche, daß wir noch einmal alles
+machen könnten!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn du nach Moosdorf kommst,« sagte Ilse, »dann
+wollen wir in die Bäume klettern nach Herzenslust! Du
+wirst es bald lernen! O, es wird dir bei uns gefallen!
+Wir haben ein großes, schönes Wohnhaus mit Türmchen und
+Söllern, fast wie ein Schloß. Du wirst dein Zimmer dicht
+neben mir haben, das ist doch reizend, nicht wahr? Ich
+fahre dich alle Tage mit meinen Ponies spazieren, und Hunde
+haben wir zum Entzücken!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So plauderte Ilse von der Heimat und schilderte der
+Freundin lebhaft und feurig die dortigen Herrlichkeiten. Auf
+diese Weise kamen sie für den Augenblick über das Weh des
+Abschieds hinweg, die Aussicht auf ein nicht allzufernes Wiedersehen
+versüßte ihren herben Trennungsschmerz. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenige Stunden später stand Ilse reisefertig vor Fräulein
+Raimar und sagte ihr Lebewohl. Die Vorsteherin hielt
+sie im Arme und redete liebevoll auf sie ein.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page210">[pg 210]</span><a name="Pg210" id="Pg210" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es thut mir leid, daß dein Vater verhindert ist, dich
+abzuholen,« sagte sie, »nun mußt du die weite Reise allein
+machen! Gern hätte ich ihn auch noch einmal gesprochen
+und mancherlei mitgeteilt, was ich nun schriftlich thun mußte.
+Wie erstaunt wird er sein, wenn er dich wiedersieht, er wird
+die frühere Ilse gar nicht wieder erkennen! Weißt du wohl
+noch, wie ungern du damals zu uns kamst?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Verzeihen Sie mir,« bat Ilse unter Thränen, »und
+vergessen Sie, wenn ich Sie kränkte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, rede nicht davon! Du bist uns allen eine liebe
+Schülerin geworden und ungern sehen wir dich scheiden. Ich
+hoffe, du schreibst mir zuweilen, liebe Ilse, und giebst mir
+Nachricht, ob du gute Fortschritte in der Musik und besonders
+im Zeichnen machst. Ich habe den Papa gebeten in diesem
+Briefe,« sie übergab Ilse denselben, »daß er dir noch in
+einigen Fächern Nachhilfe geben lassen möge, besonders möge
+er für einen tüchtigen Lehrer im Zeichnen sorgen, da du viel
+Talent dazu habest.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fräulein Güssow trat ein und meldete, daß der Wagen
+vor der Thüre stehe, sie und Nellie begleiteten Ilse zur
+Bahn.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leb wohl denn, mein Kind,« sagte die Vorsteherin, »und
+wenn du einmal Sehnsucht nach der Pension bekommen
+solltest, so kehre zu uns zurück, jederzeit wirst du uns von
+Herzen willkommen sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im Hausflur standen die Freundinnen versammelt. Sie
+umringten die Scheidende und reichten ihr Blumensträuße.
+Natürlich küßten und herzten sie sich unter Thränen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Vergiß uns nicht!« »Schreib bald!« »Ich habe dich
+furchtbar lieb gehabt!« so und ähnlich klang es durcheinander,
+und ehe Ilse in den Wagen stieg, flüsterte Flora ihr zu:
+»Gedenke deines Schwurs!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Blumen werden dir lästig sein unterwegs, Ilse,«
+meinte Fräulein Güssow, die bereits mit Nellie im Wagen
+<span class="tei tei-pb" id="page211">[pg 211]</span><a name="Pg211" id="Pg211" class="tei tei-anchor"></a>Platz genommen hatte, »laß sie zurück und nimm aus jedem
+Strauße nur einige Blümchen mit.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber welches junge Mädchen würde auf diesen vernünftigen
+Vorschlag eingegangen sein! Eine Abreise ohne Strauß
+ist gar keine richtige Abreise nach heutigem Begriffe. Natürlich
+schüttelte Ilse den Kopf und sah das Fräulein bittend
+an. »Ich möchte sie so gern alle mitnehmen,« sagte sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber wie?« Darauf gab Rosi die Antwort. Sie
+hatte ein offenes Körbchen herbeigeholt und legte den ganzen
+Blumenvorrat vorsichtig hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und nun zogen die Pferde an; noch ein »Lebewohl«,
+ein letzter Abschiedsblick, ein Grüßen mit dem Tuche und
+hinter ihr lag die Stätte, an der sie eine glückliche und lehrreiche
+Zeit verlebt. Ilse lehnte sich im Wagen zurück und
+weinte laut.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als die Damen am Bahnhofgebäude anlangten, war der
+Zug soeben eingefahren. Er hatte fünfzehn Minuten Aufenthalt
+und Fräulein Güssow hatte Zeit, ein passendes Koupee
+für Ilse auszusuchen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wo ist ein Damenkoupee? fragte sie den Schaffner, »diese
+junge Dame fährt nach W.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier! hier!« rief es aus dem Fenster eines Koupees
+hinter ihr, »hier können junge, hübsche Damen Platz
+nehmen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Fräulein wandte den Kopf und blickte in ein fröhliches
+Studentenangesicht. Das Cereviskäppchen saß ihm keck
+auf einem Ohre und kaum geheilte »Schmisse« schmückten
+Kinn und Wange. Hinter ihm standen noch einige andre
+Studenten und lachten zu dem Scherze ihres Freundes. Laut
+und ungeniert bewunderten sie die jungen Mädchen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Entzückend! Wunderbar! Fortuna mit dem Füllhorne!«
+riefen sie den Damen nach, die sich eilig entfernten.
+– Fräulein Güssow ergriff unwillkürlich Ilses Hand, die
+hocherrötet war.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page212">[pg 212]</span><a name="Pg212" id="Pg212" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img212.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie unverschämt!« sagte sie entrüstet, »wie konnten sie
+das wagen! Ach Ilse, ich bin in Sorge um dich!« – Und
+sie ließ einen recht besorgten Blick über das junge Mädchen
+hingleiten, das in seinem schottischen Reisekleide, dem passenden
+Barett mit blau schillerndem Flügel an der Seite, überaus
+lieblich aussah. – »Du reistest noch niemals allein, und jetzt
+mußt du ohne Schutz die lange Fahrt machen. Wenn doch
+dein Papa dich abgeholt hätte!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page213">[pg 213]</span><a name="Pg213" id="Pg213" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das war nicht möglich!« entgegnete Ilse. »Er mußte
+daheim bleiben, um Mamas einzigen Bruder, der zehn Jahr
+in der Welt umhergereist ist, heute zu begrüßen. Ich habe
+ihn selbst darum gebeten, als er mir schrieb, daß er trotzdem
+kommen wolle. Ich bin auch gar nicht ängstlich, es ist ja
+heller Tag. Papa hat mir auch die ganze Reiseroute so genau
+aufgeschrieben, daß ich mich nicht irren kann.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lies mir das noch einmal vor,« sagte Fräulein Güssow.
+»Ich möchte dich gern mit meinen Gedanken begleiten. Du,
+Nellie, könntest indessen Ilses Handgepäck in das Koupee
+legen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse nahm aus einem roten Ledertäschchen, das sie
+an ihrem Gürtel befestigt an der Seite trug, einen Brief
+und las:
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Um elf Uhr Abfahrt von dort, um zwei Uhr Ankunft
+in M. Bis drei Uhr Aufenthalt daselbst. Dann Weiterfahrt
+<span class="tei tei-hi" style="margin-right: -0.20em"><span style="letter-spacing: 0.20em">ohne umzusteigen</span></span> bis Lindenhof. Um fünf Uhr langst du
+dort an, steigst aus und wirst von meinem alten Freunde,
+Landrat Gontrau mit seiner Frau, empfangen. Sie nehmen
+dich mit hinaus nach Lindenhof, wo du, auf ihre dringenden
+Bitten, übernachtest.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Am andern Mittag fährst du weiter und Gontrau hat
+mir versprochen, dich sicher zur Bahn zu befördern und alles
+Nötige für deine Weiterreise zu besorgen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Vergiß nicht, eine Photographie von mir in die Hand
+zu nehmen; Gontraus, denen du ja unbekannt bist, werden
+dich daran erkennen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hast du das Bild?« fragte das Fräulein, und als
+Ilse bejahte, gab sie derselben noch mancherlei gute Lehren
+mit auf den Weg. »Ich weiß, du bist verständig und wirst
+auch vorsichtig sein, aber du bist noch unerfahren und kennst
+die Welt und die Menschen nicht; – es giebt Leute, die gar
+zu gern unsre ganzen Lebensverhältnisse herauslocken möchten
+und höchst geschickt zu fragen verstehen; weiche ihnen soviel
+<span class="tei tei-pb" id="page214">[pg 214]</span><a name="Pg214" id="Pg214" class="tei tei-anchor"></a>wie möglich aus und sei höchst vorsichtig in deinen Aeußerungen.
+Für alle Fälle warne ich dich aber, in keiner Weise
+eine Aufmerksamkeit oder eine Gefälligkeit, wenn sie dir überflüssig
+erscheint, von einem Herrn, sei er jung oder alt, anzunehmen.
+Folge nur stets deiner zurückhaltenden Natur,
+liebes Herz, dann wirst du auch das Rechte thun.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Einsteigen!« rief der Schaffner und unterbrach die liebevollen
+Ermahnungen der jungen Lehrerin. Weinend umarmte
+Ilse dieselbe, und alles, was sie an Liebe und Dankbarkeit
+für dieselbe empfand, stammelte sie in zwei Worten mühsam
+hervor: »Dank – Dank –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leb’ wohl denn, mein geliebtes Kind!« entgegnete diese
+und schloß ihr den Mund mit einem innigen Kusse.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und Nellie? Der Abschied von ihr war der schwerste
+Augenblick für Ilse. »Behalt’ mir lieb,« bat sie kaum hörbar
+und sah dabei so unglücklich aus, als ob das Glück für
+immer von ihr scheide. Und Ilse hielt sie fest umschlungen
+und vermochte kein Wort hervorzubringen, – dann riß sie
+sich los und stieg ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im letzten Augenblicke stieg noch eine alte Dame mit
+weißen Locken ein. Sie war ganz außer Atem von dem
+eiligen Gehen und schien etwas ängstlich und unbeholfen zu
+sein. Fräulein Güssow war ihr beim Einsteigen behilflich
+und als der Schaffner ihr Billett koupierte, erfuhr sie zu ihrer
+großen Freude, daß die Dame und Ilse die gleiche Reisetour
+hatten. Sie richtete die herzliche Bitte an dieselbe, daß sie
+das junge Mädchen unter ihren Schutz nehmen möge. Mit
+größter Liebenswürdigkeit versprach dies die Dame.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ilse lehnte
+zum Fenster hinaus und grüßte mit dem Tuch die Zurückbleibenden.
+– Schmerzlich bewegt blickte Fräulein Güssow
+dem Zuge nach, es war ihr, als ob er ein Stück von ihrem
+Herzen mit sich nähme! Noch nie hatte sie mit so vieler Liebe
+und Hingebung sich der Erziehung einer Schülerin gewidmet,
+<span class="tei tei-pb" id="page215">[pg 215]</span><a name="Pg215" id="Pg215" class="tei tei-anchor"></a>noch nie hatte sie sich durch den glücklichen Erfolg so belohnt
+gefühlt. – Nun ging sie fort und wer konnte sagen, ob sie
+das Kind je wiedersehen werde?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm,« wandte sie sich der laut schluchzenden Nellie zu,
+»wir wollen gehen!« Und sie zog Nellies Arm durch den
+ihrigen und sprach tröstende Worte zu ihr – und hatte doch
+selbst ein so tiefbetrübtes Herz.
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im Flug entführte der Dampfwagen Ilse dem Orte, den
+sie unter so verschiedenartigen Gefühlen betreten und wieder
+verlassen hatte. Reichlich flossen ihre Thränen. Sie hielt das
+Tuch gegen die Augen gedrückt und die liebliche Gegend, an
+der sie vorüberfuhr, die Berge, die ihr vertraute Bekannte
+geworden, erhielten keinen Abschiedsgruß von ihr. Ein Sonnenstrahl
+stahl sich zum Fenster hinein, fiel auf ihr lockiges Haar
+und färbte es golden, aber Trost in ihrem Kummer vermochte
+er ihr nicht zu bringen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Dame sah teilnehmend auf die Weinende, aber sie
+störte sie nicht in ihrem Schmerze. Erst als sie bemerkte, daß
+Ilse ruhiger wurde, knüpfte sie ein Gespräch mit ihr an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich verstehe Ihren Kummer wohl, liebes Kind,« sagte
+sie herzlich, »und kann Ihnen nachempfinden, wie Ihnen um
+das Herz ist. So ein Abschied von der Pension ist ein wichtiger
+Abschnitt, es thut weh, von den Freundinnen scheiden
+zu müssen, die man lieb gewonnen hat, – aber Kind, so gar
+trostlos müssen Sie das alles nicht ansehen. Die Trennung
+ist ja nicht für das ganze Leben, die Freundinnen werden
+Sie in Ihrer Heimat besuchen. Es ist wohl schön in Ihrer
+Heimat?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das war eine Frage zur rechten Zeit. Ilses Kinderaugen
+lachten noch unter Thränen die Fragerin an. Sie fing
+an, lebhaft zu erzählen, ihre Gedanken kehrten in das
+Eltern<span class="tei tei-pb" id="page216">[pg 216]</span><a name="Pg216" id="Pg216" class="tei tei-anchor"></a>haus zurück, und zum erstenmale dachte sie seit längerer Zeit
+mit ungetrübter Sehnsucht an dasselbe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie werden Sie sich freuen, die Eltern wiederzusehen!«
+fuhr die Dame fort, die großes Wohlgefallen an dem jungen
+Mädchen fand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O sehr, sehr!« entgegnete Ilse, »und besonders freue
+ich mich auf den kleinen Bruder, den ich noch gar nicht kenne!
+Ich habe sein Bild bei mir, darf ich es Ihnen zeigen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img216.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie nahm eine Ledertasche von oben herab, öffnete dieselbe
+und nahm ein Album daraus hervor.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist er!« sagte sie und zeigte mit Stolz auf einen
+kleinen, dicken Buben, der im Hemdchen photographiert war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ein schönes Kind!« bewunderte die Dame, »und ist das
+Ihre Mama, die den Kleinen auf dem Schoße hält?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse bejahte. »Hier ist mein Papa,« fuhr sie fort und
+holte sein Bild aus dem Saffiantäschchen. Was war
+natür<span class="tei tei-pb" id="page217">[pg 217]</span><a name="Pg217" id="Pg217" class="tei tei-anchor"></a>licher, als daß sie bei dieser Gelegenheit erzählte, daß ihr das
+Bild zum Erkennungszeichen dienen solle, wenn Gontraus sie
+empfangen würden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gontrau?« fragte die alte Dame, »Landrat Gontrau?
+Das sind ja liebe Bekannte von mir. Mein Mann, Sanitätsrat
+Lange, ist seit langen Jahren Arzt in ihrem Hause! Wir
+wohnen in L., das ist die nächste Station von Lindenhof.
+Wie sich das wunderbar trifft! Nun stecken Sie das Bild
+Ihres Papas nur getrost ein, wir haben es nicht mehr nötig;
+jetzt werde ich Sie meinen Freunden zuführen! So viel
+Zeit habe ich bei meinem kurzen Aufenthalte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse war sehr erfreut über diesen wunderbaren Zufall,
+und im Geplauder mit der liebenswürdigen, feingebildeten
+Frau Rat verging ihr die Zeit mit Windesschnelle. Sie war
+ganz erstaunt, als der Schaffner das Koupee öffnete und
+hineinrief: »Station M.! Sie müssen aussteigen, meine
+Damen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schon!« rief Ilse und griff nach ihren Sachen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Rat hatte sich auch erhoben und suchte ihr Handgepäck
+zusammen. Es geschah alles mit ängstlicher Hast, ihre
+Hände zitterten etwas in nervöser Aufregung. Eine Ledertasche,
+die sie von oben herabnahm, entfiel ihrer Hand. Das
+Schloß an derselben sprang auf und verschiedene kleine Gegenstände
+kollerten auf den Boden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O Gott!« rief sie erschrocken, »was habe ich da gemacht!«
+– Sie wollte sich bücken und ließ eine Schachtel
+dabei fallen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, lassen Sie mich alles besorgen!« beruhigte sie
+Ilse. Schnell hatte sie alles aufgesucht und wieder in die
+Tasche gethan. Das Portemonnaie der Frau Rat, das sich
+ebenfalls unter den herausgefallenen Dingen befand, steckte sie
+tief hinein in die Tasche, verschloß dieselbe vorsichtig und gab
+sie der geängsteten Dame in die Hand.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page218">[pg 218]</span><a name="Pg218" id="Pg218" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So,« sagte sie, »nehmen Sie das an sich, für Ihre
+übrigen Sachen werde ich Sorge tragen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie legte sämtliches Handgepäck zusammen auf den Sitz,
+stieg dann hinaus, ließ sich dasselbe von der Dame zureichen,
+übergab es einem bereitstehenden Packträger und half endlich
+der Frau Rat vorsichtig die hohen Stufen hinabsteigen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Danke, danke, liebes Kind,« sagte diese. »Wie umsichtig
+und verständig Sie alles besorgen! Ich hätte das bei Ihrer
+Jugend kaum erwartet.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse wunderte sich selbst darüber, wer weiß aber, ob
+ihre Selbständigkeit sich so plötzlich entwickelt hätte, wenn die
+hilflose Art und Weise ihrer Begleiterin dieselbe nicht herausgefordert
+hätte. – Ganz stolz hob sie den Kopf bei diesem
+Lobe und wünschte: wenn Fräulein Güssow doch gleich dasselbe
+hören könnte! Sie hatte so große Besorgnisse gehabt,
+und jetzt war sie Beschützerin, anstatt daß sie beschützt wurde!
+– Es war wirklich ein recht erhebendes Gefühl für sie, leider
+nicht von langer Dauer!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie mit Frau Rat langsam dem Stationsgebäude
+zuschritt, hörte sie laute Zurufe aus einem Koupee des noch
+haltenden Zuges. Ein flüchtiger Blick und sie hatte sofort die
+Studenten erkannt. Ganz ängstlich ergriff sie den Arm der
+Dame, denn in diesem Augenblick war all ihre frohe Sicherheit
+geschwunden und sie fühlte sich recht eines Schutzes
+bedürftig.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leb wohl – leb wohl – du süße Maid! – Nur
+einen Abschiedsblick, reizendes Lockenköpfchen!« riefen die Uebermütigen,
+und als der Zug schon im Weiterfahren war, warf
+einer von ihnen ihr eine herrliche Rose zu, sie fiel gerade zu
+ihren Füßen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse wandte sich ab, sie wußte vor Scham und Verlegenheit
+nicht, wohin sie den Blick wenden sollte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kannten Sie die jungen Herren?« fragte Frau Rat. –
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page219">[pg 219]</span><a name="Pg219" id="Pg219" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse verneinte und erzählte, daß sie dieselben zum ersten
+Male bei ihrer Abreise gesehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, das ist lustiges Blut!« meinte Frau Rat. »Die
+ganze Welt gehört ihnen und man darf es ihnen nicht übel
+nehmen, wenn sie sich mehr herausnehmen als andre. –
+Wollen Sie die Rose nicht aufnehmen, Kind?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse hatte wohl den Wunsch, aber sie schüttelte doch den
+Kopf. »Ich darf nicht,« sagte sie, und Fräulein Güssows
+Worte: »keine Aufmerksamkeit von einem Herrn anzunehmen,«
+standen mahnend vor ihrer Seele. – Der Werfer fuhr freilich
+auf und davon und niemals hätte er erfahren, ob sie die
+Rose nahm oder nicht, – trotzdem schwankte sie nicht, ihre
+Gewissenhaftigkeit und das eigne Bewußtsein waren die
+Wächter, die sie zurückhielten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Rat verstand sofort Ilses Benehmen und freute
+sich über ihr Taktgefühl. »Sie haben recht, Kind,« sagte sie,
+»und eigentlich beschämen Sie mich etwas. Aber ich dachte
+nicht gleich daran, wer die Blume geworfen hat. Ich sah das
+herrliche Prachtexemplar im Staube liegen und es that mir
+leid um die unschuldige Rose.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach einer Stunde Aufenthalt fuhren die Damen weiter.
+Ilse hatte die Zeit benützt, eine Korrespondenzkarte an Fräulein
+Güssow zu schreiben. Als sie schrieb, meldete sich der
+Abschiedsschmerz aufs neue. Es verwischten sogar einige
+Thränen die frische Schrift; aber sie meldete, daß ihr die Reise
+bis jetzt furchtbar schnell vergangen sei, und Frau Rat wäre
+eine zu entzückende Frau.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Erwähnte dachte ungefähr ebenso von ihrer jungen
+Reisegefährtin. Sie hatte in der kurzen Zeit eine warme Zuneigung
+zu derselben gefaßt. Ilse war so ganz anders als
+all die jungen Mädchen ihrer Bekanntschaft. Sie verglich sie
+mit einem sprudelnden Waldquell, dessen Wasserspiegel bis auf
+den klaren Grund sehen läßt. Wahr und offen und doch nicht
+geschwätzig, natürlich und ohne jede Ziererei. Und doch, wie
+<span class="tei tei-pb" id="page220">[pg 220]</span><a name="Pg220" id="Pg220" class="tei tei-anchor"></a>hübsch war die Kleine! – Frau Rat blickte mit innerer Freude
+in Ilses rosiges Gesicht, in ihre braunen Augen, die ein so
+getreuer Spiegel ihrer Seele waren; die sie traurig und
+thränengefüllt, fröhlich und schelmisch aufleuchten sah, und
+deren dunkle Wimpern sich sittsam senkten, als übermütige
+Studenten ihr huldigen wollten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun sind wir in wenigen Minuten in Lindenhof und
+müssen uns trennen,« sagte Frau Rat. »Es thut mir von
+Herzen leid, ich habe Sie sehr lieb gewonnen. Versprechen
+Sie mir fest, mich zu besuchen, wenn der Zufall Sie in die
+Nähe von L. führen sollte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse versprach das gern und gestand, daß auch ihr das
+Scheiden schwer werde. Frau Rat hätte so ›himmlisch‹ verstanden,
+sie zu trösten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da sind wir schon!« rief Frau Rat und steckte den
+Kopf zum Fenster hinaus, um sich nach Gontraus umzusehn.
+Sie waren nicht zu erblicken. Einige Bauernfrauen standen
+wartend mit ihren Tragkörben da, sie wollten mit dem Zuge
+weiterfahren, das war alles. – Ilse hatte auch hinausgeschaut
+und als sie niemand anwesend sah, der sie erwartete, wurde
+es ihr recht bange.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach!« seufzte sie, »was fange ich nun an! Ich bin
+ganz verlassen hier! Lassen Sie mich mit Ihnen weiterfahren,
+liebe Frau Rat, und nehmen Sie mich für die eine Nacht auf.
+Bitte, bitte!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie gern thäte ich das, mein Kind; aber das wäre
+gegen die Bestimmung Ihrer Eltern. Gontraus werden noch
+kommen, auf jeden Fall! Sie haben sich etwas verspätet, Sie
+können es glauben. Was würden sie sagen, wenn Fräulein
+Ilse davongeflogen wäre?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse seufzte schwer und stieg aus. Ihr Gepäck, auch die
+Blumen, die trotz des häufigen Besprengens mit frischem
+Wasser die Köpfchen traurig hängen ließen, hatte sie aus dem
+<span class="tei tei-pb" id="page221">[pg 221]</span><a name="Pg221" id="Pg221" class="tei tei-anchor"></a>Koupee gehoben, – nun stand sie da und sah sich hilflos nach
+beiden Seiten um.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Machen Sie nicht ein so trostloses Gesicht, liebes Kind,«
+beruhigte die alte Dame, »es wäre ja noch immer kein Unglück,
+wenn Gontraus durch irgend ein Mißverständnis Sie
+heute nicht erwarteten! In diesem Falle bestellen Sie einen
+Wagen im Stationsgebäude und fahren nach Lindenhof hinaus.
+In einer guten Stunde sind Sie dort, und daß Sie bei den
+lieben Menschen mit offnen Armen empfangen werden, dafür
+stehe ich ein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nein! das thue ich nicht! Das würde ich nicht
+wagen!« rief Ilse ganz erschrocken. »Ich weiß ja gar nicht,
+ob man mich haben will! Ich kann doch nicht unbekannten
+Leuten in das Haus fallen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es leuchtete so etwas vom alten Trotze dabei aus ihren
+Augen und die Oberlippe kräuselte sich in verdächtiger Weise.
+Frau Rat lächelte über den jugendlichen Ungestüm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Man will Sie haben, und fremde Leute sind es auch
+nicht, zu denen Sie kommen, kleine Ungeduldige,« sprach sie
+scherzhaft. »Der Landrat ist ein sehr guter Freund Ihres
+Vaters.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse konnte sich nicht dabei beruhigen, sie wurde sogar
+noch niedergeschlagener.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Frau Rat bemerkte, daß sie nur noch fünf Minuten
+beisammen sein würden, füllten sich ihre Augen mit
+Thränen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gehen Sie einmal schnell um das Gebäude, dort können
+Sie die ganze Chaussee überblicken, die nach dem Rittergute
+führt. Vielleicht sehen Sie den Wagen kommen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie that, wie ihr geraten wurde. Im vollen Laufen
+öffnete sie das Saffiantäschchen und nahm Papas Bild heraus.
+»Es ist zwar doch vergeblich,« dachte sie, »aber ich will es
+für alle Fälle in die Hand nehmen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page222">[pg 222]</span><a name="Pg222" id="Pg222" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img222.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kaum hatte sie sich entfernt, kaum war sie links um das
+Haus gegangen, als von der andern Seite desselben ein junger,
+schlanker Mann mit leichtem, elastischen Schritt eilig hervortrat.
+Sein Auge glitt suchend über den Perron, dann ging
+er dicht an dem Zuge entlang und spähte forschend in jedes
+Koupee. Frau Rat hatte ihn sofort entdeckt und ihre Züge
+verklärten sich, – der Suchende war niemand anders als der
+Sohn des Landrats. »Leo! Leo!« rief sie ihn an, »komm,
+schnell! Wo sind deine Eltern? Du suchst sie, nicht wahr?
+Ich bin mit ihr gefahren – sie ist ein reizendes, junges Mädchen!
+Frisch wie eine Waldblume, sage ich dir. Dort ist sie
+um das Haus gegangen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was für eine Waldblume meinst du, Tante Rat?«
+fragte der junge Mann etwas erstaunt und sah mit seinen
+<span class="tei tei-pb" id="page223">[pg 223]</span><a name="Pg223" id="Pg223" class="tei tei-anchor"></a>offenen, klugen Augen die Angeredete, die sehr schnell und
+mit lebhaften Gesten gesprochen hatte, an. »Von wem
+sprichst du?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Von ihr – von ihr!« rief sie zurück. »Von Ilse, die
+ihr erwartet,« wollte sie eigentlich sagen, aber der Name fiel
+ihr im Augenblick nicht ein; das betäubende Läuten der Glocke,
+die das Zeichen zur Abfahrt gab, machte sie nervös und verwirrte
+sie, es kam noch hinzu, daß der junge Mann ihren
+Worten wenig Aufmerksamkeit schenkte und immer auf dem
+Sprunge stand, sie zu verlassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich muß dich verlassen, Tante!« sagte er denn auch,
+»ich muß mich nach einem Kinde umsehen, das ich mit diesem
+Zuge erwarte –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist es! Sie ist es!« rief sie lebhaft, aber er hörte
+ihre Worte nicht mehr, sondern von neuem ging er suchend
+den Zug entlang.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Haben Sie ein allein reisendes Kind bemerkt – und
+ist dasselbe vielleicht hier ausgestiegen?« fragte er einen
+Schaffner.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein!« antwortete dieser und schwang sich auf seinen
+hohen Sitz hinauf, denn der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Frau Rat an ihm vorüberfuhr, rief sie ihm einige
+Worte zu, leider vergeblich, er verstand sie nicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Assessor Gontrau blieb stehen, etwas ratlos und nachdenklich.
+Der Oberamtmann Macket hatte seinen Vater gebeten,
+daß er sofort bei Ilses Ankunft telegraphieren möge,
+ob sie glücklich angekommen sei. Was sollte er jetzt thun?
+Es blieb ihm nichts andres übrig, als eine Depesche abzusenden
+mit den Worten: »Nicht angekommen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eben im Begriffe, sich zu diesem Zwecke in das Bureau
+zu begeben, fiel sein Blick auf einen Brief, der auf der Erde
+dicht vor ihm lag. Er hob ihn auf und las die Aufschrift
+auf dem geöffneten Kouvert. Nicht wenig erstaunte er, als
+<span class="tei tei-pb" id="page224">[pg 224]</span><a name="Pg224" id="Pg224" class="tei tei-anchor"></a>er die Adresse las: »Fräulein Ilse Macket,« – sonderbar!
+Der Schaffner und die Leute hier haben kein Kind aussteigen
+sehen und doch muß es angekommen sein!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wissen Sie nicht, wer den Brief verloren hat?« wandte er
+sich an eine Frau, die einen kleinen Obststand in der Nähe hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gesehen habe ich es gerade nicht,« meinte die, »aber
+ein junges Fräulein mit Locken hat ihn gewiß mit aus der
+Tasche gezogen. Ich sah, daß sie etwas herausnahm. Die
+dort war es,« unterbrach sie sich plötzlich und zeigte auf Ilse,
+die um das ganze Haus gegangen war und von der entgegengesetzten
+Seite gerade hervortrat, als der Zug abfuhr.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihre alte Freundin grüßte noch einmal zärtlich zum
+Fenster hinaus, machte auch allerhand bedeutungsvolle Zeichen,
+winkte nach der andern Seite zu Leo hinüber, – Ilse verstand
+nichts von allem.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Höchst unglücklich stand sie da und blickte dem Zuge nach,
+der ihre einzige Bekannte hier in die Ferne führte. »Nun
+bin ich verlassen!« sprach sie für sich, »was soll ich nun anfangen!«
+Es war merkwürdig, wie ihre mutige Sicherheit
+ein so schnelles Ende genommen hatte. – Wie recht hatte
+Fräulein Güssow mit ihrer Besorgnis! Auf diesen Fall war
+sie gar nicht vorbereitet! Was sollte sie nun beginnen? Am
+liebsten hätte sie wie ein kleines Kind angefangen zu weinen,
+sie schämte sich nur vor dem jungen, blonden Postbeamten,
+der zu einem Parterrefenster hinauslehnte und sie neugierig
+beobachtete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aus ihrer peinlichen Ratlosigkeit schreckten sie plötzlich
+eilige Schritte auf und gleich darauf erfolgte die Anrede:
+»Gnädiges Fräulein, ich bitte um einen Augenblick!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse wandte den Kopf, und als ihr Auge flüchtig die
+Gestalt eines jungen Mannes streifte, erfaßte sie eine unnennbare
+Angst. Was wollte er von ihr – warum redete er sie
+an? Sie verlor alle ruhige Fassung und nur der eine Gedanke
+beherrschte sie: Du darfst ihn nicht anhören! – Als
+<span class="tei tei-pb" id="page225">[pg 225]</span><a name="Pg225" id="Pg225" class="tei tei-anchor"></a>ob sie nichts gehört habe, ging sie weiter, und als sie bemerkte,
+daß sie verfolgt wurde, beschleunigte sie ihre Schritte. Wie
+ihr das Herz klopfte vor Angst und Aufregung!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie haben etwas verloren, gnädiges Fräulein, wollen
+Sie nicht die Güte haben, mir einen Augenblick Gehör zu
+schenken!« rief er dringend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nun stand sie still, aber sie wagte nicht, sich nach ihm
+umzusehen. Er benützte schnell diesen Moment und trat vor
+sie hin. Mit einem leichten, spöttischen Lächeln betrachtete er
+den kleinen Backfisch, der so ängstlich und blöde vor ihm
+davonlief. Schon schwebte ihm eine etwas ironische Bemerkung
+auf den Lippen, die er indes unterdrückte, als er in das
+liebliche, rosige Antlitz sah. Mit niedergeschlagenen Augen
+und in ängstlicher Verlegenheit stand sie vor ihm. – ›Wie
+eine Waldblume‹ hatte Tante Rat zu ihm gesagt, jetzt wußte
+er, wen sie damit gemeint.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich fand diesen Brief dort,« sprach er, »gehört er
+vielleicht Ihnen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein flüchtiger Blick belehrte Ilse, daß er den Brief
+ihres Papas in der Hand hielt. »Ja,« sagte sie, ziemlich
+beschämt über ihr albernes Davonlaufen, »er gehört mir.«
+– Sie nahm ihn in Empfang, ohne den jungen Mann anzusehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich danke Ihnen,« fügte sie noch hinzu und wollte mit
+einer schüchternen Verbeugung weitergehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und war die Adresse an Sie gerichtet?« fragte er weiter,
+so daß sie zögernd still stand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Doch bevor er noch ihre Antwort abwartete, rief er plötzlich
+erfreut und lachend zugleich: »Sie – Sie sind Fräulein
+Ilse Macket! ich sehe die Photographie in Ihrer Hand! Das
+ist ein wundervoller Spaß!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Erstaunt blickte Ilse ihn an, und nun sah sie zum
+ersten Male in das hübsche, von der Sonne etwas gebräunte
+Gesicht des jungen Gontrau.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page226">[pg 226]</span><a name="Pg226" id="Pg226" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Verzeihen Sie mein unschickliches Lachen,« entschuldigte
+er sich, »aber Sie werden dasselbe verstehen, wenn ich Ihnen
+Aufklärung gegeben habe. – Zuvor erlauben Sie, daß ich
+mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Gontrau.« – Er hob
+den weichen Filzhut ab und begrüßte sie in liebenswürdiger,
+ehrerbietiger Weise.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gontrau!« rief Ilse strahlend vor Freude, »ist’s wahr,
+Gontrau? Aber Sie sind doch nicht – doch nicht –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der Landrat?« ergänzte er ihre Frage. »Nein, der
+bin ich nicht, nur sein Sohn.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich war recht einfältig, daß ich Ihnen davonlief,«
+sprach sie errötend, »aber ich wußte nicht, wer Sie waren;
+ich hielt Sie für einen fremden Herrn, der mich ausfragen
+wollte. Ach, Sie glauben nicht, wie ich mich geängstigt habe,
+als ich so ganz allein hier stand! Wie ein verirrtes Kind
+kam ich mir vor, das nicht weiß woher und wohin. Nun
+bin ich froh, furchtbar froh! Aber wo sind Ihre Eltern?«
+plötzlich fiel es ihr ein, daß dieselben nicht anwesend waren.
+»Bitte, führen Sie mich zu ihnen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leider konnten sie nicht die Freude haben, Sie hier zu
+begrüßen,« entgegnete Leo, den ihr kindliches Geplauder
+geradezu entzückte. »Meinem Vater ist ein kleiner Unfall zugestoßen.
+In dem Augenblick, als er den Wagen besteigen
+wollte, um hierher zu fahren, vertrat er sich den Fuß und
+zwar so böse, daß er zurückbleiben mußte. Die Mutter konnte
+zu ihrem Kummer nun auch nicht fort, sie mußte dem Vater
+behilflich sein. Dieser Unfall ist denn auch an meiner Verspätung
+schuld, die ich von ganzem Herzen bedaure, doppelt
+bedaure, da sie Ihnen Sorge und Kummer bereitet hat.
+Mama hatte sich so darauf gefreut, ›die Kleine‹ in Empfang
+nehmen zu können! Ja, ja, ›die Kleine‹,« wiederholte er und
+amüsierte sich über ihr verwundertes Gesicht. »Ihr Herr Papa
+trägt die Schuld an dem Irrtum, in dem wir befangen
+waren. Er sprach in seinen Briefen nur von seiner ›Kleinen‹,
+<span class="tei tei-pb" id="page227">[pg 227]</span><a name="Pg227" id="Pg227" class="tei tei-anchor"></a>oder von ›seinem Kinde‹, das er allein und schutzlos die
+weite Reise machen lassen müsse, er fürchtete, daß dem
+›kleinen Mädchen‹, das die Pension verließ, etwas zustoßen
+könne. Natürlich erwarteten wir nun auch ein Kind, so
+ein halberwachsenes Mädchen von zwölf, höchstens dreizehn
+Jahren.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, aber der Papa!« rief Ilse und lachte, aber nicht
+so frisch und frei wie gewöhnlich, es klang etwas gezwungen.
+Es war ihr nicht ganz angenehm, daß der Papa noch eine
+so kindliche Meinung von ihr hatte. »Papa ist zu komisch!
+Er hält mich noch immer für die halberwachsene Ilse! Wie
+wird er sich wundern, wenn er mich wiedersieht! Mit siebzehn
+Jahren ist man kein Kind mehr, nicht einmal ein
+Backfisch!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bewahre!« stimmte der Assessor ihr bei, »mit siebzehn
+Jahren ist ein junges Mädchen eine vollendete Dame.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es kam halb wie leichter Spott heraus, aber er machte
+ein ganz ernstes Gesicht und verzog keine Miene. So glaubte
+sie denn mit Stolz an die »vollendete« Dame.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nur ihr Handgepäck nahm Ilse mit hinaus nach Lindenhof,
+dasselbe war schon in dem Wagen untergebracht, den
+Korb mit den Blumen stellte der Kutscher eben hinein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die vielen Sträuße!« bemerkte Leo Gontrau und diesmal
+lächelte er wirklich etwas. »Der Korb muß Ihnen doch
+eine Last gewesen sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein, nein!« sprach sie eifrig dagegen, »es sind ja
+lauter Abschiedsgrüße von meinen Freundinnen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So viele Freundinnen!« meinte er und sah in den
+Korb.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es sind sieben Sträuße,« belehrte ihn Ilse, die nämlich
+glaubte, er wolle dieselben zählen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie waren schön,« meinte er, »jetzt sind sie schon etwas
+welk. Nur dieser Rosenstrauß mit der Vergißmeinnichteinfassung
+ist noch frisch.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page228">[pg 228]</span><a name="Pg228" id="Pg228" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ergriff denselben und beugte ihr Antlitz darauf.
+Eine augenblickliche Rührung überkam sie, als sie der Geberin
+gedachte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe ihn von meiner liebsten Freundin,« sagte sie
+innig – »von Nellie Grey.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie Grey?« fragte er. »Wohl eine Engländerin?
+Ist sie hübsch und liebenswürdig?« setzte er scherzend
+hinzu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist reizend!« rief Ilse und geriet förmlich in Feuer,
+als sie von der Freundin erzählte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er hörte ihr stillschweigend zu und amüsierte sich über
+die Begeisterung, mit der sie lobte, und besonders über die
+überschwenglichen Ausdrücke, die dabei ihren Lippen entschlüpften.
+Sie wußte es gar nicht, wie sehr sie sich Melanies
+Angewohnheit zu eigen gemacht hatte und wie Ausrufe,
+als: furchtbar reizend! himmlisch! entzückend! süß! u. s. w.
+u. s. w. ihr ebenso geläufig waren als Melanie und den
+übrigen Backfischen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen Sie nicht erst im Bahnhofsgebäude eine kleine
+Erfrischung einnehmen?« fragte Leo und bot ihr den Arm,
+um sie dorthin zu führen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dankend lehnte sie sein Anerbieten ab, trotzdem sie es
+eigentlich gern angenommen hätte. Sie war nämlich hungrig
+und ihr Magen trug rechtes Verlangen nach einem kräftigen
+Imbiß. Eine vollendete Dame aber durfte den Hunger nicht
+merken lassen, es wäre doch geradezu kindisch gewesen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist kühl,« bemerkte er, als er ihr in den Wagen
+geholfen, »und mein Auftrag lautet: Hülle ›das Kind‹ gut
+ein, damit es sich nicht erkältet in der halboffenen Chaise.«
+Und er nahm ein warmes Tuch, das schon bereit lag, und
+wickelte sie fest darin ein, auch eine Decke schlug er um ihre
+Füße.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie ließ es gern geschehen, denn der Herbstwind pfiff
+kalt über die leeren Felder; sie lachte sogar über seine
+Für<span class="tei tei-pb" id="page229">[pg 229]</span><a name="Pg229" id="Pg229" class="tei tei-anchor"></a>sorge; aber hinterher kamen die Bedenken. War es recht, daß
+sie sich von ihm einhüllen ließ? War es nicht eine Vertraulichkeit,
+die sie gestattet hatte? Würde Fräulein Güssow ihr
+Benehmen schicklich finden? Ob Nellie wohl so gehandelt
+haben würde, wie sie, oder ob sie nicht lieber ihren Regenmantel
+angezogen hätte! Sie konnte es auch thun, er lag im
+Riemen geschnallt dicht bei ihr.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mitten in ihren peinlichen Zweifeln und Sorgen vernahm
+sie ein herzliches Lachen ihres Nachbars. Natürlich brachte
+sie es sofort mit ihren Gedanken in Verbindung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lachen Sie über mich?« fragte sie beinahe ängstlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nein!« entgegnete er, »wie kommen Sie zu dieser
+Frage? Wie würde ich mir je erlauben, eine junge Dame
+auszulachen! Diese Birne ist an meiner Heiterkeit schuld.
+Sie fiel mir soeben aus der Wagentasche auf die Hand und
+erinnerte mich an Mamas letztes Wort, das sie mir nachrief,
+als ich fortfuhr.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Was sagte sie?« fragte Ilse und sah ihn neugierig
+an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Vergiß ja nicht, ›dem Kinde‹ die Birnen zu geben, Leo,
+sprach sie. Die Kleine wird wohl hungrig sein. Ich glaube,«
+unterbrach er sich und griff in die Seitentasche, »sie sprach
+auch von einem Stück Kuchen. Richtig!« rief er lachend und
+zog ein kleines Paketchen hervor, »da ist er! Darf ich es
+wagen, gnädiges Fräulein, Ihnen Kuchen und Birnen anzubieten?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dieser Verlockung konnte sie nicht widerstehen. »Warum
+nicht?« entgegnete sie unbefangen und griff zu. »Obst ist
+meine ganze Leidenschaft und Kuchen esse ich furchtbar gern!
+In der Pension haben wir nicht viel davon zu sehen bekommen,
+Fräulein Raimar behauptete, der Magen werde
+schlecht vom vielen Kuchenessen. Ist das nicht eine furchtbar
+öde Ansicht?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page230">[pg 230]</span><a name="Pg230" id="Pg230" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, eine furchtbar öde Ansicht!« wiederholte er mit ganz
+ernsthaftem Gesicht, »ich begreife nicht, wie Sie es aushalten
+konnten, ohne Kuchen zu leben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Manchmal,« erzählte sie, »ließen wir uns heimlich
+ein Stückchen holen, über Mittag, wenn das Fräulein
+schlief.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»So, so!« lachte er, »das sind ja schöne Geschichten, das
+muß ich sagen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir thaten es nicht oft,« entschuldigte sich Ilse, »nur
+dann und wann, wenn wir gar zu großen Appetit darauf
+hatten. Finden Sie das unrecht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Daß Sie den Kuchen aßen, finde ich durchaus nicht
+unrecht,« neckte er sie, »aber daß Sie ihn heimlich holen
+ließen, gefällt mir nicht. Warum fragten Sie nicht die Vorsteherin
+um Erlaubnis?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind aber klassisch!« rief Ilse, »dann hätten wir
+es doch nicht gedurft! Es war doch nichts Böses, was wir
+thaten, nur ein ganz harmloses Vergnügen, Fräulein Raimar
+hatte nicht den geringsten Schaden davon, ob wir Kuchen aßen
+oder nicht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind eine kleine Rechtsverdreherin!« tadelte er sie
+lachend, »ob Schaden oder nicht, darauf kommt es gar nicht
+an. Die Dame hatte ihre Gründe, weshalb sie Ihnen den
+Genuß des Kuchens verbot. Nummer I: Sie handelten gegen
+ihren Willen – folglich sind Sie strafbar! Nummer II: Sie
+thaten es heimlich – das erschwert das Vergehen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie lachte höchst vergnügt. »Herrgott, sind Sie aber
+pedantisch!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin Jurist, gnädiges Fräulein, und gehe jeder Sache
+auf den Grund.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jurist!« wiederholte Ilse und sah ihren Nachbar etwas
+mißtrauisch an. »Das glaube ich nicht! Sie sehen nicht
+so aus.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page231">[pg 231]</span><a name="Pg231" id="Pg231" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Warum nicht? Haben die Juristen ein besonderes
+Aussehen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese Frage brachte sie etwas in Verlegenheit. Sie hätte
+ihm keine andre Antwort daraus geben können, als daß die
+Juristen, die öfters auf Moosdorf zu Gaste kamen, ganz
+anders ausschauten. Es waren lustige Herren, die gerne ein
+Glas Wein liebten, aber jung und schön waren sie nicht. Sie
+sah ihn an und schüttelte ungläubig den Kopf. »Sie sind
+nicht Jurist,« widerstritt sie.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, ich bin doch neugierig, wofür Sie mich halten,«
+fragte er höchst amüsiert, »jetzt legen Sie eine Probe von
+Ihrer Menschenkenntnis ab!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind Künstler – vielleicht Musiker – oder
+Maler?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er lachte laut. »Musiker!« rief er, »ich ein Musiker!
+Wenn Sie wüßten, gnädiges Fräulein, welch ein großes Wort
+Sie gelassen aussprachen! Ich verstehe keine Note und bin
+so unmusikalisch wie ein Stock! Es thut mir leid, daß ich
+Ihre für mich so schmeichelhafte Illusion zerstören muß, indes
+was kann es helfen! Ich muß mich Ihnen leider als ein
+ganz gewöhnliches Menschenkind vorstellen, das weder Maler
+noch Musiker ist. Trotz Ihres Zweifels bin ich Jurist und
+seit vier Wochen Assessor. Sind Sie nun überzeugt?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also kein Künstler, ach, wie schade!« sprach Ilse bedauernd.
+»Es müssen doch reizende Menschen sein!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nicht immer,« wollte er sagen, doch that er es nicht.
+Warum ihre naiven Anschauungen zerstören? Sie war noch
+so jung und sah so gläubig aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sehen Sie dort die Kirchturmspitze?« brach er das
+Gespräch ab, »die Wetterfahne darauf glänzt hell im Mondenscheine,
+das ist die Kirche von Lindenhof! In zehn Minuten
+sind wir dort.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als der Wagen vor dem Portale des Hauses hielt, trat
+Frau Gontrau schnell auf denselben zu, um ihren kleinen Gast
+<span class="tei tei-pb" id="page232">[pg 232]</span><a name="Pg232" id="Pg232" class="tei tei-anchor"></a>in Empfang zu nehmen. Als das erwachsene Mädchen dafür
+ausstieg und Leo den Irrtum erklärte, nahm sie dasselbe
+lachend in den Arm.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ob groß, ob klein,« sagte sie mit Wärme, »Sie sind
+mir von Herzen willkommen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Und sie führte Ilse in das Speisezimmer, in welchem
+sich der Landrat befand. Er saß in halbliegender Stellung
+auf dem Sofa und streckte dem jungen Mädchen beide Hände
+entgegen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist eine kostbare Ueberraschung!« rief er aus, »eine
+kostbare Ueberraschung! Anstatt des Kindes kommt eine
+junge Dame an! Hat uns Freund Macket mit Absicht getäuscht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse lachte und zeigte die weißen Zähne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie Sie dem Papa ähnlich sehen!« fuhr er lebhaft
+fort, »derselbe Mund, die Zähne, das Kinn, es ist auffallend!«
+Er schob die Lampe näher zu ihr, damit er sie noch besser
+betrachten könne. »Das Haar haben Sie von der Mutter
+geerbt, auch die braunen Augen, das heißt nur in Farbe und
+Schnitt. Der Ausdruck der Ihrigen ist lebhafter, er verrät
+nicht das sanfte Taubengemüt der seligen Mama. Können
+Sie zornig blicken?« fragte er scherzend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber lieber Mann,« unterbrach ihn Frau Gontrau
+lachend, »erst stellst du ein peinliches Examen mit dem Aeußeren
+unsres lieben Gastes an, nun gehst du auch noch auf die
+Charaktereigenschaften über! – Kommen Sie, liebes Kind,
+ich will Sie erlösen. Ich werde Sie auf Ihr Zimmer führen,
+damit Sie sich von der langen Reise etwas erfrischen können.
+Ich habe Sie dicht neben mein Schlafzimmer einquartiert, die
+Fremdenzimmer liegen eine Treppe höher, und ich dachte, die
+Kleine fürchte sich, allein dort zu schlafen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O wie reizend!« rief Ilse kindlich erfreut und verriet,
+daß sie im Punkte der Furcht noch ganz wie ein richtiges
+Kind empfand.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page233">[pg 233]</span><a name="Pg233" id="Pg233" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leo,« redete der Amtsrat den Sohn an, als die
+Damen das Zimmer verlassen hatten, »ist sie nicht ein reizendes
+Kind?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Angeredete schien sehr vertieft in seiner Zeitungslektüre,
+wenigstens mußte der Vater noch einmal die Frage
+wiederholen, bevor er eine Antwort erhielt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, ja,« gab er gleichgültig zur Antwort, »sie ist ein
+ganz netter, kleiner Backfisch!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Netter Backfisch! Ist das ein Ausdruck für ein so liebliches
+Wesen! Hast du denn gar keine Augen im Kopfe?
+Ich sage dir, Temperament steckt in dem ›kleinen Backfisch‹,
+mehr als du dir träumen läßt! Ein Blick und ich weiß Bescheid!
+Du hast kein Urteil, mein Junge, darin ist dein Vater
+dir über!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Leo gab keine Antwort darauf und las andächtig
+weiter.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Abendstunden entschwanden in Frohsinn und Heiterkeit.
+Ilse plauderte und erzählte ganz ohne Scheu. Sie
+fühlte sich heimisch bei den lieben Menschen. Der Landrat
+liebte es, sie zu necken, und sie verstand seinen Scherz.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bleiben Sie einige Tage hier,« redete er ihr zu, »die
+Zeit ist so kurz bis morgen mittag. Wir telegraphieren den
+Eltern, daß wir Sie hier behielten, sie werden nicht böse
+darüber sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Leo warf einen schnellen Blick zu Ilse hinüber, der fast
+wie eine Bitte aussah, auch erbot er sich, ganz früh am
+andern Morgen nach dem Stationsgebäude zu reiten, um ein
+Telegramm aufzugeben. Frau Gontrau unterstützte die Bitte
+ihres Mannes mit großer Wärme.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es wäre eine große Freude für uns, wenn Sie blieben,«
+sagte sie, »es fehlt uns ein frisches Element in unsrem Hause.
+Sie haben die glückliche Gabe, Leben und Frohsinn um sich
+zu verbreiten!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page234">[pg 234]</span><a name="Pg234" id="Pg234" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bitte, bitte, quälen Sie mich nicht,« bat Ilse, »ich
+kann nicht bleiben! Ich kann es nicht, so reizend es mir auch
+hier gefällt! Meine Eltern erwarten mich morgen und ich
+habe auch große Sehnsucht nach ihnen und auf den kleinen
+Bruder freue ich mich furchtbar! Er weiß noch gar nicht,
+daß er eine große Schwester hat!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Dagegen war nichts einzuwenden. Ilses Antwort war
+so echt kindlich und natürlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Gontrau strich ihr die krausen Locken zurück und
+klopfte ihr leicht die Wange.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie haben recht, liebe Kleine, Ihren Entschluß nicht zu
+ändern. Wir wollen auch gar nicht weiter in Sie dringen
+mit unsren Bitten. Besuchen Sie uns bald auf längere Zeit,
+Leo verläßt uns in einigen Wochen und dann ist es einsam
+in unsrem großen Hause.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Daraus wird doch nichts!« erklärte der Landrat. »Ich
+kenne meinen Freund Macket und weiß, daß er so bald sein
+Töchterchen nicht wieder fortgiebt. Halt, da fällt mir ein
+guter Gedanke ein! In seinem letzten Briefe ladet der Papa
+uns zum Erntefeste ein, das in vier Wochen etwa stattfinden
+soll. Ich nehme die Einladung an für uns, Punktum! Aber
+ich knüpfe die Bedingung daran, daß er Sie mit uns zurückreisen
+läßt.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse jubelte vor Vergnügen, »das wär’ zu – zu himmlisch!«
+rief sie aus. »Aber Sie müssen auch Wort halten,
+geben Sie mir die Hand darauf.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Mit einem kräftigen Handschlag besiegelte er sein Versprechen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ein Handschlag galt bei uns in der Pension für den
+höchsten Eid,« sagte sie mit einem ernsten Kindergesicht, »dagegen
+handeln heißt meineidig sein. – Sie werden doch mitkommen?«
+wandte sie sich an Leo.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Natürlich,« entgegnete er freudig, »der feierliche Eid
+<span class="tei tei-pb" id="page235">[pg 235]</span><a name="Pg235" id="Pg235" class="tei tei-anchor"></a>gilt auch für mich. Wollen wir ihn auch mit einem Handschlag
+besiegeln?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nein,« entgegnete sie leicht errötend, »ich glaube
+Ihnen schon auf Ihr Wort.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als es elf schlug, mahnte Frau Gontrau zur Ruhe. »Sie
+werden müde und abgespannt sein von der Reise und den
+vielen fremden Eindrücken, liebe Ilse.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich empfinde gar keine Müdigkeit,« entgegnete diese,
+»und könnte noch lange aufbleiben!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie hätte es auch gethan, wenn sie nur Papier und
+Feder in ihrem Zimmer gefunden hätte! Wie gerne hätte sie
+ihrer Nellie so ganz frisch ihre Reiseerlebnisse erzählt!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Am andern Morgen gleich nach dem zweiten Frühstück
+rüstete sich Ilse zur Weiterreise. Eben trat sie mit dem Korbe
+mit den Blumen vor die Thüre, sie hatte sie noch einmal mit
+Wasser besprengt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wollen Sie denn die welken Sträuße wirklich wieder
+mit sich nehmen?« fragte Assessor Gontrau.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse blickte auf den Korb und stand unschlüssig da.
+»Freilich,« sagte sie betrübt, »sie sehen traurig aus, meine
+lieben, schönen Blumen, nun sind sie alle welk!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wissen Sie was, Fräulein Ilse,« riet der Assessor
+heiter, »wir wollen ein Autodafee anstellen und sie verbrennen!
+Dann sammeln wir die Asche und Sie bewahren dieselbe in
+einer kostbaren Urne auf, welche die Inschrift trägt: Diese
+Urne birgt die Asche der Blumensträuße meiner geliebten
+sieben Freundinnen in der Pension. – Wie gefällt Ihnen
+diese Idee?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, Sie sind abscheulich!« rief sie. »Sie wollen sich
+über mich lustig machen? Trotzdem,« fügte sie echt logisch
+hinzu, »gefällt mir das Verbrennen ganz gut. Errichten
+Sie schnell einen Scheiterhaufen, so viel Zeit bis zu
+meiner Abfahrt bleibt mir noch, ich will die Blumen in
+Flammen aufgehen sehen! Die Asche aber sammeln wir nicht!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page236">[pg 236]</span><a name="Pg236" id="Pg236" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Leo trug eilig etwas trockenes Reisig auf dem Kiesplatze
+vor dem Hause zusammen und in wenigen Sekunden flackerte
+ein lustiges Feuer auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ein Strauß nach dem andern verfiel dem Feuertode, nur
+als Nellies Rosen an die Reihe kamen, hielt Ilse ihm den
+Arm fest. »Halten Sie ein!« rief sie, »der darf nicht geopfert
+werden, die Blumen meiner lieben Nellie bewahre ich
+bis zu meinem Tode auf!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mit in das Grab,« fügte er neckend hinzu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Gontrau, die mit ihrem Sohne Ilse bis zur Bahn
+begleiten wollte, erschien jetzt fertig angekleidet in der Thüre
+und mahnte zum Aufbruch.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse ging in das Haus und nahm Abschied von dem
+Landrate. So gerne wäre er mitgefahren und mußte nun
+des bösen Fußes wegen zurückbleiben. Es war eine rechte
+Geduldsprobe für ihn. Noch einmal erinnerte sie ihn dringend
+an seinen Schwur. »Sie müssen kommen!« war ihr letztes
+Wort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es bleibt dabei!« rief er ihr nach, »der Schwur
+gilt!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie im Begriffe war, in den Wagen zu steigen, überreichte
+ihr Leo ein kostbares Rosenboukett.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Blumen sind aus der Asche erstiegen,« sprach er,
+»Sie werden dieselben nicht verschmähen,« fügte er hinzu,
+als sie vor Ueberraschung vergaß, dieselben in Empfang zu
+nehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O, wie reizend! Wie furchtbar liebenswürdig! Sie
+glauben nicht, wie ich mich freue!« Mit holdem Erröten
+reichte sie ihm die Hand. »Ich danke Ihnen tausendmal!
+Ich liebe die Rosen so sehr und so schön wie diese sah ich
+noch keine. Wie sehr, wie furchtbar haben Sie mich erfreut!«
+Und sie konnte den Blick nicht von den herrlichen Blumen
+wenden und wiederholte noch einige Male: »ich freue mich zu
+sehr!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page237">[pg 237]</span><a name="Pg237" id="Pg237" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Leo lächelte seine Mutter an und sie verstand ihn wohl.
+War doch auch sie entzückt über die kindliche Freude und die
+Anmut, mit der Ilse zu danken verstand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Stunden vergehen schnell, besonders die glücklichen.
+Die Fahrt bis zum Bahnhof war geschwunden, Ilse wußte
+nicht wie. Jetzt saß sie im Dampfwagen und fuhr der Heimat
+zu. Ihre Gedanken schwirrten bunt durcheinander, sie
+flogen voraus und träumten vom Wiedersehen – und sie
+kehrten zurück und führten sie wieder nach Lindenhof. Es
+hatte ihr himmlisch dort gefallen! Der Abschied war ihr beinahe
+schwer geworden. Leo hatte ihr die Hand geküßt und
+sie hatte es sich gefallen lassen. Ob das wohl recht war?
+Am Ende hätte sie ihm die Hand entziehen müssen? – »Ach,«
+seufzte sie laut, zum Glück war sie allein im Koupee, »ach!
+Es ist doch zu öde, wenn man gar nicht weiß, wie man sich
+zu benehmen hat! Am Ende spottet er jetzt über mich!« Sie
+errötete bei diesem furchtbaren Gedanken. Da fiel ihr Blick
+auf den Rosenstrauß, und wie sie den süßen Duft desselben
+einatmete, stand plötzlich sein Bild lebhaft vor ihr. Ein
+wunderbares Gefühl überkam sie, aber es war ihr fremd und
+sie schreckte davor zurück. Sie legte den Strauß aus der
+Hand und erhob sich. Sie wollte nicht weiter an ihn denken,
+sie wollte es nicht!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Um sich zu zerstreuen, blickte sie zum Fenster hinaus.
+Erst auf der einen, dann auf der andern Seite. Aber sie
+sah nicht viel, nichts als leere Stoppelfelder, das war <a name="corr237" id="corr237" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">langweilig.</span>
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie setzte sich wieder und nahm ihre Handtasche vor.
+Nachdem sie ein Weilchen darin gekramt, fiel ihr ein Buch in
+die Hände, das Nellie ihr hineingesteckt hatte, damit sie Unterhaltung
+habe. Sie hatte gar nicht daran gedacht, jetzt griff
+sie freudig nach Chamissos Gedichten. Im Begriffe, das Buch
+zu öffnen, fiel ihr etwas ein. »Halt,« sagte sie für sich, »jetzt
+werde ich das Orakel befragen, wie Flora uns gelehrt hat.«
+<span class="tei tei-pb" id="page238">[pg 238]</span><a name="Pg238" id="Pg238" class="tei tei-anchor"></a>Sie schlug drei Kreuze über das Buch und sah gen Himmel
+dabei, dann öffnete sie es schnell und die erste Zeile, auf die
+ihr Blick fiel, hieß:
+</p>
+
+<div class="tei tei-lg" style="margin-bottom: 1.00em; margin-left: 2.00em; margin-top: 1.00em">
+<div class="tei tei-l" style="text-align: left">»Helft mir, ihr Schwestern, Kränze zu winden –«</div>
+</div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Unsinn! Ich will es nicht gelten lassen!« rief sie, »also
+noch einmal!« Das Buch wurde wieder geschlossen und
+recht, recht fest zusammengedrückt, dann wieder die drei üblichen
+Kreuze, wieder langsam und feierlich geöffnet – und siehe da,
+dieselben Worte gaben ihr Antwort auf ihre Frage.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sonderbar! furchtbar sonderbar!« dachte sie sinnend
+und einen Augenblick war sie in Versuchung, der prophetischen
+Stimme zu glauben, dann aber siegte ihre gesunde
+Vernunft.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist doch nur ein Zufall und die ganze Geschichte
+dummes Zeug!« Mit diesem vernünftigen Gedanken gab sie
+alle Schicksalsfragen auf und vertiefte sich in Chamissos herrliche
+Gedichte. Einige Male freilich ertappte sie sich auf dem
+Wege nach Lindenhof und Leos Bild neckte sie aus den Zeilen,
+aber sie wehrte sich tapfer gegen diese Traumbilder. Sie
+schwanden von selbst, je näher sie der Heimat kam. Sie legte
+das Buch beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Schon erkannte
+sie verschiedene Ortschaften, die in der Nähe von Moosdorf
+lagen, schon konnte sie den Bahnhof erkennen! Ihr Herz
+schlug vor Erwartung und Freude, ihre Augen flogen voraus
+und jetzt erkannte sie die Eltern, die auf dem Perron standen,
+um sie in Empfang zu nehmen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Welche Seligkeit ein Kind empfindet, wenn es nach langer
+Trennung zu den geliebten Eltern zurückkehrt, das, meine
+jungen Leserinnen, kann nicht geschildert, sondern muß
+empfunden werden. Ilse lag in den Armen ihres Vaters
+und dachte an nichts weiter, als an das Glück, wieder daheim
+zu sein.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page239">[pg 239]</span><a name="Pg239" id="Pg239" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img239.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bist du groß geworden!« rief der Oberamtmann und
+betrachtete sie mit stolzer Freude; »ich hätte dich kaum wiedererkannt!
+Als halbes Kind gingst du von uns und jetzt kehrst
+du heim als junge Dame!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er hielt sie noch immer in seinen Armen und konnte sich
+nicht satt sehen an ihr. Sanft entwand sie sich ihm, noch
+hatte sie die Mutter nicht begrüßt, die mit Thränen im Auge
+daneben stand und ihr die Arme entgegenstreckte. Ilse flog
+an ihr Herz und umschlang sie innig.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Meine liebe Mama!« das war alles, was sie sagen
+konnte. Und Frau Macket verstand sie, innig drückte sie ihr
+Kind an sich, sie wußte, daß sie jetzt sein Herz für immer
+gewonnen hatte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hier ist noch jemand, der dich begrüßen will, Kleines,«
+unterbrach der Oberamtmann die kleine rührende Szene, die
+ihn selbst schon ganz weichmütig machte, »sieh, Onkel Curt,
+berühmter Maler und Afrikareisender, möchte gern deine Bekanntschaft
+machen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse reichte ihm die Hand und stand nun einem wirklichen
+Künstler gegenüber. Ob sie ihn »reizend« fand? – Als sie
+ihn ansah, den mittelgroßen, etwas breitschultrigen Mann, in
+der Samtjoppe, die mehr bequem als elegant saß, mit dem
+breitkrempigen Hute, der ein braun gebranntes, etwas
+ver<span class="tei tei-pb" id="page240">[pg 240]</span><a name="Pg240" id="Pg240" class="tei tei-anchor"></a>wittertes Gesicht tief beschattete, da drängte sich unwillkürlich
+ein andrer in ihre Gedanken und sie verglich. »Die Juristen
+gefallen mir doch besser als die Künstler,« – so meinte sie
+still in ihrem Herzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ehe Ilse in den Wagen stieg, wurde sie von Johann
+feierlich begrüßt. Zur besonderen Ueberraschung hatte er Bob
+mitgebracht, der nun in toller, ausgelassener Freude seine
+Herrin begrüßte. Johann vergaß dabei seine Empfangsrede,
+die er sich mühsam zurechtgedacht hatte. Verlegen drehte er
+seine Mütze und sein breiter Mund zog sich von einem Ohre
+zum andern.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Da ist der Hund, Fräulein Ilschen,« sagte er.
+»Das unvernünftige Vieh hat das Fräulein gewissermaßen
+gleich erkannt. Ich auch, wenn auch das Fräulein gewissermaßen
+schön und stattlich geworden sind, wie ein
+Kürassier.« – Diesen wunderlichen Vergleich gebrauchte
+Johann nur bei ganz außergewöhnlichen Gelegenheiten, er
+galt für ihn als höchster Ausdruck des Vollkommnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Alle lachten und Ilse reichte dem Freunde ihrer Kindheit
+die Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist gut, Johann,« sagte der Oberamtmann, »du hast
+eine schöne Rede gehalten. Nun aber steige auf und lasse die
+Pferde tüchtig zugreifen, in einer halben Stunde müssen wir
+in Moosdorf sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Im Vaterhause war alles festlich bereitet. Fahnen,
+Kränze, Blumen, sogar eine Ehrenpforte mit einem mächtigen
+»Willkommen!« begrüßten die heimkehrende Tochter. – Aber
+sie hatte nur einen flüchtigen Blick für alle Herrlichkeiten, ihre
+Ungeduld trieb sie hinein in das Haus, sie mußte zuerst das
+Brüderchen sehen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne, die vor ihr hineingegangen war, trat ihr
+schon mit demselben entgegen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du süßer, süßer Junge!« rief Ilse im höchsten
+Ent<span class="tei tei-pb" id="page241">[pg 241]</span><a name="Pg241" id="Pg241" class="tei tei-anchor"></a>zücken und der prächtige Knabe streckte ihr jauchzend seine
+Aermchen entgegen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Er will zu mir, Mama, darf ich ihn nehmen?« Glücklich
+lächelnd reichte die Frau ihr den Kleinen. Und Ilse
+tanzte mit ihm im Zimmer herum und küßte und herzte ihn,
+bis er zu weinen anfing.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Mutter nahm ihr den kleinen Schreihals ab. »War
+ich zu wild, Mama?« fragte Ilse bedauernd, »sei mir nicht
+böse darum! Ich freue mich ja zu furchtbar über ihn! –
+Was er für dicke Aermchen hat,« fuhr sie zärtlich fort und
+küßte dieselben. »Ach, und die lieben, schönen Guckäuglein
+schwimmen in Thränen! Daran ist nur die böse, böse Schwester
+schuld, mein kleines Herz!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+So plauderte Ilse bunt durcheinander und war so glücklich
+wie ein Kind am Weihnachtsabend, wenn es seine neue
+Puppe begrüßt. Sie mochte sich gar nicht von dem Kinde
+entfernen, bis endlich die Mama dasselbe der Wärterin
+übergab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun ist es genug, Kind,« scherzte Frau Anne, »du verwöhnst
+mir sonst den Jungen, auch vergißt du uns andre
+darüber. Sieh! Papa und der Onkel stehen schon wartend
+da, sie wünschen, daß du sie in das Speisezimmer hinüber
+begleitest. Oder möchtest du erst einmal hinauf in dein Zimmer
+gehn?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie ergriff Ilses Arm und führte sie in die obere Etage,
+die beiden Herren folgten ihnen, und Ilse mußte darüber
+lachen, sie ahnte ja nicht, weshalb sie es thaten.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war eine großartige Ueberraschung, die ihrer wartete.
+Als sie ihr Zimmer betrat, blieb sie sprachlos an der Thüre
+stehen. Sie erkannte die früheren Räume nicht wieder. Wohn- und
+Schlafgemach hatten die Eltern im altdeutschen Stil eingerichtet.
+Nichts war vergessen. Vom Schreibtisch bis auf
+ <span class="tei tei-pb" id="page242">[pg 242]</span><a name="Pg242" id="Pg242" class="tei tei-anchor"></a>die kleine Schmucktruhe, die vor dem Spiegel auf einem
+Schränkchen stand. Sogar eine Staffelei war am Fenster
+aufgestellt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilses Freude war unbeschreiblich, die Eltern hatten ja
+ihre kühnsten Wünsche erfüllt. – Etwas befangen betrachtete
+sie Staffelei und Maltisch. »O, Papa,« sagte sie schüchtern,
+»das ist zu schön für mich, ich kann ja noch gar nicht
+malen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Bedanke dich bei dem Onkel dafür, er ist der Anstifter
+davon!« entgegnete der Oberamtmann. »Er hat versprochen,
+dein Lehrmeister zu sein, das heißt: solange der Wandervogel
+bei uns aushalten wird.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nach dem Essen schlich sich Ilse hinaus in den Hof, sie
+mußte es fast heimlich thun, denn der Papa konnte sich heute
+nicht von ihr trennen. Johann hatte auf diesen Augenblick
+längst gewartet und stand schon bereit, das Fräulein zu
+führen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zuerst mußte sie ihm in den Pferdestall folgen, und als
+sie die Runde durch sämtliche andre Ställe gemacht, alle Kühe,
+Hunde u. s. w. begrüßt hatte, da wollte er ihr auch noch den
+neuen Schweinestall zeigen, diesen Besuch aber schob Ilse bis
+auf eine andre Zeit auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Schade, schade,« meinte Johann und machte ein niedergeschlagenes
+Gesicht, »ich hätte dem Fräulein so gern das
+neue Schweinehaus gezeigt. Es ist gewissermaßen schön drin,
+man könnte selbst drin wohnen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Morgen, Johann,« entgegnete Ilse, »heute habe ich
+keine Zeit mehr dazu, ich muß zu den Eltern.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kopfschüttelnd blickte der Kutscher ihr nach. »Früher
+hätte sie das nicht gesagt,« sprach er für sich und bedenklich
+setzte er hinzu: »Sollte sie vornehm geworden sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als der Tag zu Ende war, als Ilse allein in ihrem
+Zimmer saß, um zur Ruhe zu gehen, hielt sie zuvor noch eine
+<span class="tei tei-pb" id="page243">[pg 243]</span><a name="Pg243" id="Pg243" class="tei tei-anchor"></a>Einkehr in ihr Herz. Der heutige Tag war so reich an
+wechselvollen und freudigen Eindrücken gewesen, was lag nicht
+alles zwischen Abend und Morgen! Trennung und Wiedersehn!
+War sie wirklich erst heute früh von Lindenhof abgefahren,
+und hatte sie erst gestern morgen die Pension verlassen?
+Der Abschied von dort schien schon so weit hinter
+ihr zu liegen. –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war so süß, mit wachen Augen noch etwas zu träumen,
+und sie mochte noch nicht an den Schlaf denken. Ihr Blick
+fiel auf den geöffneten Reisekoffer und sie bekam Lust, denselben
+auszupacken. Sie fing auch an, einige Sachen herauszunehmen
+und in die herrlich geschnitzte Kommode zu räumen,
+dabei mußte sie sich an Nellie erinnern; es fiel ihr ein, wie
+treu und lustig sie ihr geholfen hatte, damals, am ersten Tage
+in der Pension. Die gute, geduldige Nellie! Wäre sie doch
+gleich bei ihr!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als sie ihr Tagebuch aus dem Koffer nahm, behielt sie
+es sinnend in der Hand. Was es enthielt, waren nur weiße
+Blätter, denn nie hatte sie das Bedürfnis gefühlt, ihm etwas
+anzuvertrauen. Wie in halber Zerstreuung schloß sie es auf
+und legte es geöffnet auf den Schreibtisch. Sie griff nach
+der Feder, tauchte sie ein und plötzlich – wie von einer
+inneren Macht getrieben, schrieb sie die Worte nieder: »Seit
+ich ihn gesehen –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Weiter kam sie nicht. Sie warf die Feder weit von
+sich und hielt beide Hände vor ihr heißerglühtes Gesicht. Eine
+tiefe Beschämung preßte ihr die Brust zusammen. Was
+hatte sie geschrieben, wessen Bild hatte ihr die Worte
+diktiert?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als ob sie sich auf einem schweren Unrecht ertappt, so
+schnell schloß sie das Buch und barg es in einem versteckten
+Fach ihres neuen Schreibtisches. Fort mit den thörichten
+Gedanken, die ihr Unruhe machten und an denen nur
+Cha<span class="tei tei-pb" id="page244">[pg 244]</span><a name="Pg244" id="Pg244" class="tei tei-anchor"></a>missos Lieder die Schuld trugen! Sie wollte sie niemals
+wieder lesen – niemals! –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Drei Wochen waren Ilse im elterlichen Hause vergangen
+und sie fühlte sich so glücklich und wohl darin, wie nie zuvor.
+Gleich in den ersten Tagen hatte sie ihre Zeit nützlich
+eingeteilt. Auf ihren Wunsch gab ihr der Prediger noch
+einige Nachhilfestunden in verschiedenen wissenschaftlichen
+Fächern. Er war überrascht über die Fortschritte seiner
+früheren Schülerin, besonders aber freute er sich über
+ihren Ernst, ihre Beständigkeit beim Lernen. Er hatte
+sich nicht geirrt, als er die Pension einen Segen für Ilse
+genannt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Auch Frau Anne segnete das Institut, das aus dem
+wilden Kinde eine liebliche, sinnende Jungfrau geschaffen hatte.
+Eine solche Umwandlung hatte sie vor Jahr und Tag kaum
+für möglich gehalten. An Ilses gutem Herzen hatte sie niemals
+gezweifelt, aber sie war überrascht von der geduldigen
+Liebe, die sie dem kleinen Bruder entgegenbrachte. Nur der
+Amtsrat konnte sich noch nicht in sein verändertes Kind finden.
+Manchmal sah er es prüfend von der Seite an, als ob er
+fragen wollte: »Ist sie es, oder ist sie es nicht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich weiß nicht,« sagte er eines Tages zu seiner Gattin,
+»Ilse ist mir zu zahm geworden. Ich kann mir nicht
+helfen, aber mein unbändiges Kind mit dem Loch im
+Kleide gefiel mir besser, als die junge Dame im modischen
+Anzuge.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber Ilse ist jetzt wirklich eine junge Dame, lieber
+Richard,« lachte Frau Anne, »sie ist kein Kind mehr und
+du mußt dich daran gewöhnen, sie nicht mehr als solches anzusehn.
+Uebrigens ist sie so heiter und ausgelassen wie
+früher, nur hat sie gelernt, ihren Uebermut zu zügeln. Ich
+bin sehr zufrieden, wie sie ist, und bin ganz stolz auf mein
+Töchterchen.«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page245">[pg 245]</span><a name="Pg245" id="Pg245" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du magst ja recht haben,« entgegnete Herr Macket,
+ohne indes von der Wahrheit ihrer Worte überzeugt zu sein,
+»und mit der Zeit werde ich mich auch an das erwachsene
+Mädchen gewöhnen, aber ich glaube, es wird noch mancher
+Tag darüber hingehn.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wer weiß! Wer weiß! Ilse reißt dich vielleicht, ehe
+du es denkst, aus deiner Täuschung und giebt dir den Beweis,
+daß sie kein Kind mehr ist.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich verstehe dich nicht, liebe Anne,« sagte der Oberamtmann
+und sah seine Frau fragend an, »du sprichst so geheimnisvoll
+und machst mich neugierig.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich habe eine Beobachtung gemacht und glaube nicht,
+daß ich mich täusche. Der junge Gontrau ist Ilse nicht gleichgültig
+geblieben.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sprachlos blickte Herr Macket seine Frau an. Eine solche
+Möglichkeit zu fassen, war er nicht im stande, sie war ihm
+noch niemals in den Sinn gekommen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Du irrst, Anne,« sprach er endlich, »das ist geradezu
+unmöglich. Oder,« fügte er besorgt hinzu, »hat sie dir etwa
+ein Geständnis abgelegt?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Behüte Gott,« wehrte Frau Anne ab, »wo denkst du
+hin? Ilses Herz ist wie eine Sinnpflanze, die ihre Blätter
+schließt bei der leisesten Berührung. Noch weiß und ahnt sie
+selbst nichts von ihren Gefühlen, in ihrer kindlichen Unbefangenheit
+hat sie mir ihr Geheimnis verraten. Sie spricht
+gern und oft von Gontraus und weilt am liebsten in ihrer
+Erinnerung bei dem Sohne, von dem sie ausführlich jede
+Kleinigkeit erzählt. Du müßtest sie hören, wenn sie die Erkennungsszene
+am Bahnhof in Lindenhof erzählt, und sehen,
+wie ihre Augen dabei strahlen.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun ja,« fiel er ihr ins Wort, »das war romantisch!
+Du bist eine so kluge Frau, mein Annchen, weißt du denn
+nicht, daß alle Backfischchen gern schwärmen?«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page246">[pg 246]</span><a name="Pg246" id="Pg246" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Höre nur weiter zu, Richard. Neulich fragte sie mich
+ganz aus dem Stegreife, ob ich den Namen ›Leo‹ schön fände,
+und ob Juristen kluge Menschen wären? Den Rosenstrauß,
+den sie bei ihrem Abschied erhielt, hat sie aufbewahrt. Als
+neulich die Hausmagd denselben wegwerfen wollte, ward sie
+fast ärgerlich. Sie nahm ihr denselben aus der Hand und
+steckte die vertrockneten Blumen in eine Vase, die heute noch
+auf ihrem Schreibtische steht.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist das alles, was du weißt?« lachte der Oberamtmann
+vergnügt und auch sehr erleichtert, »dann muß ich dir sagen,
+liebes Kind, daß deine Beobachtungen auf sehr wacklichen
+Füßen stehen. Ich kenne meinen Wildfang besser und weiß,
+daß er noch fern von solchen Allotrias ist. Ilschen verliebt!
+Ha, ha, ha! Vergieb, Frauchen, daß ich dich auslache, aber
+ich kann nicht anders!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie mochte nicht weiter seine sichere Unbefangenheit
+stören und brach das Gespräch ab. »Was kommen soll,
+kommt doch,« dachte sie, »und wer kann sagen, wie bald!«
+– Wenige Tage nach diesem Gespräche fand das Erntefest
+statt. Frau Macket und Ilse befanden sich am Morgen dieses
+Tages in dem großen Gartensaale. Sie ordneten noch hier
+und da einiges an der gedeckten Tafel, die festlich geschmückt
+und zum Empfange vieler Gäste bereit stand. Ilse beschäftigte
+sich damit, die Vasen mit Blumen zu füllen. Es war
+ihr so vergnügt und froh um das Herz und singend und
+trällernd verrichtete sie ihre Arbeit.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mama,« unterbrach sie sich plötzlich, »weißt du, daß
+ich eigentlich recht betrübt heute bin?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein,« entgegnete die Angeredete lächelnd, »davon habe
+ich noch nichts gemerkt. Weshalb wolltest du auch betrübt
+sein?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Weil Nellie mir nicht geschrieben hat. Ich habe sie so
+herzlich zu unsrem Erntefeste eingeladen und sie hat mir keine
+<span class="tei tei-pb" id="page247">[pg 247]</span><a name="Pg247" id="Pg247" class="tei tei-anchor"></a>Antwort darauf gegeben. Heute sind es sechs Tage, daß ich
+ihr schrieb.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie wird keine Erlaubnis erhalten haben, Kind. Du
+zweifeltest selbst daran, hast du das vergessen? Es wird ihr
+sehr schwer werden, dir der Vorsteherin abschlägige Antwort
+mitzuteilen. Oder sollte sie dich heute unangemeldet
+überraschen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das wäre famos, himmlisch! Gontraus und Nellie
+hier – dann wären alle meine Wünsche erfüllt! Aber daran
+ist nicht zu denken, Fräulein Raimar erlaubt das auf keinen
+Fall. Nellie muß immer lernen und immer lernen. Ach
+Mama! Es muß furchtbar schrecklich sein, eine Gouvernante
+zu werden! Findest du nicht auch?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne versuchte, Ilse von ihrem Vorurteile zu
+heilen, aber vergeblich. Sie blieb dabei, Gouvernanten könnten
+nur alte Mädchen werden und ihre Nellie passe gar nicht
+dazu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Plaudernd und singend hatte Ilse endlich sämtliche
+Vasen gefüllt und auf der Tafel verteilt. Sie stand noch
+bewundernd vor ihrem Werke, als die Mutter sie antrieb, sich
+anzukleiden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Es ist hohe Zeit, Ilse, wir müssen uns eilen, in einer
+Stunde wird Papa mit Gontraus zurück sein.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie ein Vogel flog Ilse die Treppe hinauf in ihr
+Zimmer. Kaum hatte sie indessen mit ihrer Toilette begonnen,
+als ihr die Magd einen Brief überbrachte, den der
+Briefträger soeben für sie abgegeben hatte. Er war von
+Nellie. Sie erbrach ihn sofort und las.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die ersten Worte schon brachten sie in eine lebhafte Aufregung,
+kaum vermochte sie weiter zu lesen. Mit stockendem
+Atem überflog sie die Zeilen, und als sie zu Ende war, eilte
+sie mit dem Briefe hinunter in der Mutter Gemach. Sie
+hätte es nicht ausgehalten, die wichtige Neuigkeit, die sie eben
+erhalten, länger für sich zu behalten.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page248">[pg 248]</span><a name="Pg248" id="Pg248" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mama!« rief sie ganz atemlos, »ein Brief von Nellie!
+Ich muß ihn dir vorlesen!« – Und sie begann:
+</p>
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-text" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><div class="tei tei-body" style="margin-bottom: 6.00em; margin-top: 6.00em">
+ <div class="tei tei-salute">»Mein süß Ilschen!</div>
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich bin eine Braut! O! und ein sehr glückliches
+Braut! Errätst Du, mit wem? Ja? O Ilse, Doktor Althoff
+ist meiner liebe, liebe Schatz! Ich möchte gleich Deine
+liebes Gesicht schauen, wenn Du diese groß Ereignis liest,
+ich sehe, wie Du Dein braun Lockenkopf schüttelst und höre
+Dir rufen: ›Nellie will mir pfoppen!‹ Aber nein, sie pfoppt
+Dir nicht, alles, was sie heute schreibt, ist wahr. Du sollst
+alles wissen, meine liebe Freundin, ich will erzählen, wie es
+kam. O, es ist ein schwer’ Aufgabe für mich, – ich bin so
+zerwirrt vom Glück und ich finde mir so schlecht zurecht mit
+der deutsch Sprache. Du mußt Geduld mit Dein Nellie
+haben, die eigentlich sehr dumm ist! Ich schäm’ mir, Ilse,
+wenn ich denke an mein furchtbaren Dummheit. Es ist mir
+ein Rätsel, wie Alfred mir lieb haben kann. – Doch still
+darüber. – Höre weiter.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Mit Dein lieber Brief, den Du mir schriebst, wo Du
+mir zu Dein Erntefest einladest, kam ein andern Brief an
+Fräulein Raimar. Als ich nun begriffen war, in ihr Zimmer
+zu steigen, um sie recht für die Erlaubnis zu bitten, tritt sie
+ganz plötzlich – ohne Anmeldung bei mir ein. Das war
+ein Wunder, denn sie macht uns niemals ein Visite, immer
+läßt sie uns rufen, wenn sie einiges von uns will. Ich errötete
+vor Schreck, Du kannst denken. ›Nellie,‹ spricht sie und
+hält ein offner Brief in ihr Hand, ›dieses Schreiben hier
+enthält die Anfrage an mir, ob ich nicht ein junge Engländerin
+zu sofortiger Antritt empfehlen kann. Vollkommen
+deutsch braucht diese nicht zu sprechen, sie soll nur die drei
+Kinder englisch beibringen. Ich denke Dir vorzuschlagen,
+Nellie, bist Du einverstanden? Die Dame bietet hohe
+Gehalt.‹
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page249">[pg 249]</span><a name="Pg249" id="Pg249" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich glaube, daß ich ein sehr traurig Gesicht machte zu
+ihr Vorschlag und ich konnte auch gar nix sagen. Dein
+Brief hielt ich noch in die Hand, aber ich habe nicht gewagt,
+Fräulein Raimar zu sprechen, sie hätte doch mein Bitten abgeschlagen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Du hast wohl keine Lust,‹ fragte sie, weil ich schweigend
+war.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›O, gar keine Lust,‹ dacht’ ich, aber ich durft’ nicht
+sagen, wie furchtbar schrecklich mich der Gedanke war, ein
+Vierteldutzend Kinder zu unterrichten. Immer so weise und
+artig sein, – immer so mit der guten Beispiel vorangehn
+– nein, das macht mir gar nicht Spaß.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Bestimmen Sie für mir, Fräulein,‹ sagte ich, ›ich
+werde thun, wie Sie denken. Werde ich aber klug genug
+sein, zu ein’ so großer Aufgabe?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Laß das meine Sorgen sein,‹ sagte Fräulein Raimar
+sehr bestimmend, ›ich würde Dich nicht empfehlen, wenn ich
+nicht wüßte, daß Du diese Stellung vollkommen erfüllen
+kannst.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Damit verließ sie mir und ich blieb tief betrübt
+zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Zubereitung für mein Abreise wurde gemacht und
+ich hatte viel zu thun, o – und viel zu hören!
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Miß Lead hielt langen, strengen Predigten und vorbereitete
+mich zu eine würdige Gouvernante. Fräulein Raimar
+mahnte mir täglich zu Ernst und Gediegenheit, nur Fräulein
+Güssow sah mir oft mit ein lang traurigen Blick an, der zu
+mich sprach: Thust mich leid, Darling, daß Du unter fremde
+Leute dienen mußt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Der ernste Abschiedstag war da. Es war der achtundzwanzigste
+September, morgens 11 Uhr, ein Stunde vor
+meine Abreise. Ich saß in mein Zimmer auf mein Reisekoffer
+und weinte. Ich war so gefüllt von Kummer, das
+<span class="tei tei-pb" id="page250">[pg 250]</span><a name="Pg250" id="Pg250" class="tei tei-anchor"></a>Herz drückte mir so schwer wie ein Mühlstein in der Brust.
+Kannst Du Dich das vorstellen? Nein, süß Ilschen, Du
+kannst nicht. Als Du von uns gingst, weintest Du auch und
+warst sehr betrübt, aber Du kehrtest in ein liebe Vaterhaus
+heim und Deine Eltern trocknete Deine Thräne, – wer trocknet
+meine? Niemand. Ich ging fort in die Fremde und ›ka
+Katzerl, ka Hunderl‹ kümmert sich um mir. Ich wünschte
+mir tot zu liegen, wie unsre süße Lilli.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie ich mir so ganz verlassen fühle und laut schluchze,
+steht plötzlich Doktor Althoff, mein Doktor Althoff vor mir.
+Ich hatte ihn nicht gehört, als er anklopfte und die Thür
+öffnete. Du kannst mein Schreck denken! Ich spring’ von
+mein Reisekoffer und halt’ das Tuch vor mein weinend Gesicht,
+ich schämte mir so.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leise zog er es fort und fragte mich mit seiner schöner,
+tiefer Organ: ›Warum weinen Sie, Miß Nellie? Thut Sie
+es weh, aus dem Institut zu scheiden, möchten Sie hier
+bleiben!‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich sagte gar nix, weil ich nicht konnte vor lautes
+Schluchzen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Sehen Sie mich an, Miß Nellie,‹ bat er, ›ich möchte
+gern in Ihr Auge sehen bei das, was ich Sie fragen <a name="corr250" id="corr250" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">will.‹</span>
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich versuchte ihn anzublicken, aber ich mußt’ mein
+Auge niederschlagen, er hatte ein so sonderlicher Blick, niemals
+hat er mir so angesehen. O, ich ward so angst und
+es lief mich ganz heiß über mein Gesicht. Er griff mein’
+Hand und hielt sie fest und dann – ich weiß nicht, wie es
+kam – mit einem Male hatte er mir in seinen Arm genommen
+und fragte: ›Haben Sie mich lieb, <a name="corr250a" id="corr250a" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">Nellie?‹</span>
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse, kannst Du Dich denken, was ich empfand bei diese
+Frage? Es war, als ob der Himmel plötzlich offen war und
+alle Seligkeit auf mein Haupt schüttelte. Im Wachen und
+im Träumen immer hör’ ich dieser Wort in mein Ohr und
+<span class="tei tei-pb" id="page251">[pg 251]</span><a name="Pg251" id="Pg251" class="tei tei-anchor"></a>zuweilen denk’ ich, es ist alles nicht wahr! Doch höre
+weiter. Du bist mein best’ Freundin und nichts soll dir verborgen
+sein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Hast Du mich lieb?‹ fragte er noch einmal, ›willst Du
+mein kleines Frau sein?‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›O ja – herzlich gern,‹ sagte ich und ich weiß nicht,
+ob es sehr geschickt (schicklich) vor mich war, daß ich so schnell
+und ohne Besinnen mein Jawort gab, aber ich konnte nicht
+anders, ich hatte ja mein Alfred schon lange still in mein
+tiefster Herz geliebt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Und nun küßte er mir auf die Stirn und nannte mir
+seine Braut. Mein Seligkeit war ohne Grenzen, ich war
+nicht mehr verlassen, hatte mit ein Mal ein wonnige Heimat
+gefunden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Als wir uns verlobt hatten, gingen wir sogleich zu
+Fräulein Raimar und Alfred stellte mir als seine Braut vor.
+O, Ilse! Du hättest die erstaunte Gesichter sehen müssen!
+Es war zu spassig! Fräulein Raimar weniger, sie weiß
+immer so gut ihr Gesicht in die gleiche Falte zu legen, man
+weiß nicht, ob sie Freude oder Trauer hat. Aber ich glaube,
+diesmal hatte sie Freude, denn sie nahm mich in ihr Arm
+und küßte mir. Zu Alfred sagte sie: ›Wie ist das so schnell
+gekommen, Herr Doktor? Ich habe niemals von Ihr Neigung
+gemerkt.‹
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»›Ich bin selbst erst klar geworden, als ich Nellie verlieren
+sollte,‹ sagte Alfred und bat Fräulein Raimar, die
+Gouvernante abzubestellen und mir unter ihr mütterlicher
+Schutz zu behalten, bis wir heiraten. Sie hat es versprochen.
+So blieb ich hier und packte meine ganze Siebensachen
+wieder aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Miß Lead glückwünschte mir auch, aber wenn sie auch
+meiner Landsmann ist, war sie doch kalt wie ein Frosch. Ich
+glaube, sie hat viel Neid. Aber ich mache mir nix davon
+ <span class="tei tei-pb" id="page252">[pg 252]</span><a name="Pg252" id="Pg252" class="tei tei-anchor"></a>und strahle voll Wonne. Fräulein Güssow freut sich furchtbar
+über mein Glück, ich habe sie so lieb als eine Schwester
+und bitte jetzt alle Tag der liebe Gott, daß er sie von ihr
+schwer’ Beruf ablöse, sie ist zu gut für ein streng’ Lehrerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Unsre Freundinnen waren reizend nett! das heißt nicht
+alle, denn Melanie und Grete sind schnell abgereist, weil ihr
+Mutter krank war, sie wissen noch nichts. Orla beschenkte
+mir gleich mit ein kostbar Armband zum Andenken und
+zur Freude über unsre Verlobung. Das klein’ Lachtaube
+konnte vor Lachen kein Wort sagen. Rosi sprach ›artige‹
+Worte wie immer, und Flora? Sie machte ein lang Gesicht
+und sah Alfred mit ein schwärmerischer Blick an, dann drückte
+sie uns stumm die Hände. Gestern hat sie mir mit ein lang
+›Elegie an ein Braut‹ beglückt, sie ist sehr schön wie alle Gedichte
+von Flora.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Heute früh ist mein Alfred abgereist zu sein Mutter,
+das war ein sehr schwer’ Abschied! Wir fühlten uns gegenseitig
+ein wenig schwanken, doch ließe wir die Kopfe nicht
+fallen. Ich schluckte die Thränen tapfer hinter, Fräulein
+Raimar sollte mir nicht schwächlich sehen. Alfred kommt ja
+auch bald zurück, nur acht Tage ist er fort.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun leb’ wohl, <span class="tei tei-hi"><span style="font-style: italic">dear</span></span> Ilschen. Ich habe Dir ein langer,
+langer Brief geschrieben, nun antworte mich gleich, bitte, bitte!
+Ich freu’ mir furchtbar auf Dein Brief, Du kommst doch zu
+mein Hochzeit? Neujahr werden wir getraut. Tausend Küsse,
+mein Herzkind, und grüße Deine lieber Eltern und das klein
+Babi von
+</p>
+ <div class="tei tei-signed" style="text-align: right">Dein<br />
+ seligste Nellie.« </div>
+ </div></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie Doktor Althoffs Braut!« rief Ilse jubelnd. »Nun
+wird sie keine Gouvernante, Mama!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein, nun hat sie die beste Heimat <a name="corr252" id="corr252" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">gefunden!«</span> entgegnete
+Frau Macket, die zuweilen über Nellies komische
+Aus<span class="tei tei-pb" id="page253">[pg 253]</span><a name="Pg253" id="Pg253" class="tei tei-anchor"></a>drücke gelacht, zuweilen aber auch eine Thräne der Rührung
+nicht zu unterdrücken vermocht hatte, »sie ist dem alleinstehenden
+Kinde von Herzen zu gönnen. Es muß ein liebes,
+drolliges Geschöpfchen sein, ihr Brief giebt ein sprechendes
+Zeugnis davon.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn Ilse auf dieses Kapitel kam, war sie unerschöpflich.
+Frau Anne mußte sie ernstlich mahnen, sich anzukleiden.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img253.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Gleich, Mama, gleich! Ich werde mich furchtbar eilen!«
+Aber zwischen Thür und Angel wandte sie sich noch einmal,
+um zu fragen, warum Doktor Althoff sich wohl gerade in
+Nellie verliebt haben möge. Die Antwort auf diese
+sonder<span class="tei tei-pb" id="page254">[pg 254]</span><a name="Pg254" id="Pg254" class="tei tei-anchor"></a>bare Frage wartete sie indes nicht ab, sondern sprang die
+Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nellie Braut!« Ihre Gedanken konnten sich nicht davon
+trennen. Sie durchlebte mit der Freundin das wichtige
+Ereignis von Anfang bis Ende und war so der Gegenwart
+entrückt, daß sie lauter Verkehrtheiten machte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Anstatt des weißen Battistkleides hatte sie ihr Morgenkleid
+übergezogen, sie merkte es erst, als sie die blaßroten
+Schleifen daran befestigen wollte. Eilig machte sie ihren
+Fehler gut. Aber ihre Toilette war noch nicht vollständig
+vollendet, als sie dem Verlangen nicht widerstehen konnte, erst
+noch einmal Nellies Brief zu durchfliegen. »Haben Sie mich
+lieb?« »Willst Du mein kleine Frau sein?« Diese Stelle war zu
+schön, sie mußte sie nochmals lesen, dann ließ sie den Brief
+in den Schoß sinken und sann und träumte, ohne daß sie es
+wußte, wiederholten ihre Lippen die Worte: »Hast Du mich
+lieb?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Der Ruf der Mutter, die an die verschlossene Thür
+klopfte, schreckte sie auf und brachte sie in die Wirklichkeit
+zurück. Da lagen die Schleifen, dort die Blumen, an nichts
+hatte sie gedacht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Geh nur hinunter, Mama, ich folge dir gleich!« rief
+sie und sprang in die Höhe.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Aber Frau Anne ließ sich nicht abweisen, »sie müsse erst
+Ilses Anzug prüfen,« rief sie zurück.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Noch nicht fertig!« schalt sie eintretend. »O, du
+böse Ilse, was hast du gemacht? Warum ließest du
+dir nicht von Sofie helfen, wenn du allein nicht fertig
+werden konntest! Nur schnell, schnell! Jeder Augenblick ist
+kostbar!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Unter ihren geschickten Händen stand Ilse bald fertig
+geschmückt da. Frau Anne betrachtete sie mit freudigen
+Blicken, so reizend hatte sie ihr Kind noch niemals gesehen.
+<span class="tei tei-pb" id="page255">[pg 255]</span><a name="Pg255" id="Pg255" class="tei tei-anchor"></a>War der duftige Anzug daran schuld? Oder hatten die Augen
+einen besonderen Glanz?
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Kaum zehn Minuten später kam der Wagen vom Bahnhof
+zurück und brachte die Gäste. Der Landrat stieg zuerst
+aus demselben. Ungeniert nahm er Ilse, die mit ihrer Mama
+zum Empfange bereit stand, in die Arme und küßte sie auf
+die Wange. Leo begrüßte die Damen mit einem Handkuß.
+Ilse wußte jetzt, wie sie sich bei einem so kritischen Falle zu
+benehmen hatte, sie zog die Hand nicht fort, die Mama hatte
+es auch nicht gethan.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Die Eltern führten Gontraus hinauf in die bereitstehenden
+Gastzimmer, Leo blieb noch zögernd auf der Veranda
+stehen. Er trat zu Ilse, die etwas entfernt von ihm stand.
+Sie lehnte gegen einen Pfeiler und zupfte sehr eifrig an einer
+Weinranke. Sein Blick ruhte auf dem reizenden Mädchen,
+das ihm in den wenigen Wochen, seit er sie nicht gesehen
+hatte, größer und schöner geworden schien.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind so still und so ernst,« redete er sie an, »gar
+nicht wie im Lindenhof. Wo ist Ihr fröhlicher Uebermut
+geblieben? Drückt Sie ein Kummer?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Kummer? o nein!« Und ihre Augen lachten ihn mit
+der alten Fröhlichkeit an. »Im Gegenteil, eine große, große
+Freude habe ich gehabt!« Und sie verkündete ihm Nellies
+Verlobung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Eigentlich wunderte es sie, daß er so wenig darauf zu
+erwidern hatte. Fast keine Miene hatte er bei dieser hochwichtigen
+Nachricht verzogen. Sein Blick hing unverwandt
+an ihren Lippen, und doch schien es, als wären seine Gedanken
+in weiter Ferne.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page256">[pg 256]</span><a name="Pg256" id="Pg256" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ist sie sehr glücklich?« fragte er in halber Zerstreuung.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Glücklich?« wiederholte Ilse verwundert über seine
+Frage. »Selig ist sie! Sie müssen nur ihren Brief lesen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lesen Sie ihn mir vor,« bat er. »Lassen Sie uns die
+schöne Einsamkeit benutzen, jetzt sind wir ungestört.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das geht nicht! Nein, gewiß nicht!« rief sie beinahe
+ängstlich. Es schreckte sie plötzlich der Gedanke: Wie kannst
+du ihm Nellies geheimste Empfindungen offenbaren? – Doch
+war es dieser Gedanke allein, der sie so seltsam beklommen
+machte? Entsprang die Furcht, mit ihm allein zu sein, aus
+derselben Quelle?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn ich Sie sehr darum bitte, auch dann nicht?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie war schon halb auf der Flucht, als seine dringende
+Bitte ihr Ohr berührte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kann nicht! Ich habe im Hause zu thun! Später!«
+rief sie ihm verwirrt zu, flog über die Veranda hinweg durch
+den Speisesaal bis in die offenstehende Thür des kleinen
+Boudoirs der Mama.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er sah ihr nach, bis der Zipfel ihres weißen Kleides
+entschwunden war. Auf seinem Antlitz spiegelten sich die verschiedensten
+Gefühle, sie drückten Zweifel, Hoffnung und Entzücken
+aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als Ilse so hastig in das kleine Zimmer trat, atemlos
+und mit heißen Wangen, erschrak sie fast, als sie den Onkel
+antraf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun, Backfischchen, was ist dir denn begegnet?«
+fragte er und legte das Buch, in welchem er gelesen, aus
+der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»O nichts, nichts, gar nichts!« rief sie schnell. »Ich bin
+nur so heiß und mein Herz klopft so furchtbar.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ehe er noch nach der Ursache ihrer Erregung fragen
+konnte, schnitt sie ihm das Wort ab. »Eine furchtbar interessante
+Neuigkeit, Onkel Curt! Nellie ist Braut!«
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page257">[pg 257]</span><a name="Pg257" id="Pg257" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wer Nellie war, wußte er längst, oft genug hatte Ilse
+ihm in den Malstunden, die sie mit vielem Eifer nahm, von
+ihr erzählt, aber wie sie aussah, wußte er noch nicht, heute
+konnte sie ihm das Bild derselben zeigen. Es war ihr jetzt
+das Album nachgesandt, welches Fräulein Raimar ihr bereits
+bei der Abreise versprochen hatte. Es enthielt die Bilder der
+Lehrerinnen und Freundinnen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Also Nellies Verlobung macht dir Herzklopfen?« meinte
+er etwas zweifelhaft lächelnd. »So, so! Sag’ mal, Fischchen,
+sind Gontraus schon da?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Diese Frage hatte Ilse überhört. »Hier ist Nellie!« fiel
+sie dem Onkel in die Rede und reichte ihm das Album.
+»Sag’, ist sie nicht reizend?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Reizend? Das kann ich nicht finden,« entgegnete er
+etwas gedehnt und nach einigen prüfenden Kennerblicken.
+»Anmutig, graziös, ja, der Mund ist lieblich, Augen und
+Nase aber –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ach, Onkel,« unterbrach ihn Ilse, »du darfst sie nicht
+mit so kritischen Blicken ansehen, du kannst mir glauben,
+Nellie ist reizend! Das Bild ist auch schlecht, in Wirklichkeit
+ist sie viel hübscher!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er hatte in dem Album weiter geblättert und nach dieser
+oder jener sich erkundigt. Plötzlich fragte er erregt: »Wie
+heißt diese Dame hier?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das ist meine liebste Lehrerin, Fräulein Güssow. Wir
+hatten sie alle furchtbar lieb und schwärmten für sie. Du
+kennst sie wohl?« wandte sie sich fragend an ihn. Es fiel
+ihr auf, daß er das Bild so starr betrachtete.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ich kenne sie nicht, nein. Aber es muß mir im Leben
+ein Mädchen begegnet sein, das diesem Bilde glich. Doch,
+das ist lange her. Wie alt ist deine Lehrerin?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie ist nicht mehr jung, schon siebenundzwanzig Jahre
+alt,« entgegnete Ilse nach echter Backfischart.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page258">[pg 258]</span><a name="Pg258" id="Pg258" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, da ist sie schon ein altes Mädchen,« bestätigte der
+Onkel. Aber nur seine Lippen scherzten, sein Auge hing mit
+Ernst und Wehmut an dem getreuen Bilde der Lehrerin.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wäre Ilse nicht so jung und allzu sehr mit ihrer eigenen
+kleinen Person beschäftigt gewesen, es hätte ihr auffallen
+müssen, wie andächtig und wie lange er das Bild betrachtete.
+»Du findest sie wohl hübsch?« fragte sie unbefangen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie heißt sie? Güssow?« fragte er, und jetzt hatte er
+ihre Frage überhört. »Wie ist ihr Vorname?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Charlotte.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lotte,« nickte er zustimmend, »ein schöner Name!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er schloß das Album und nahm sein Buch wieder zur
+Hand. Ilses Anwesenheit schien er vergessen zu haben.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie kannte ihn schon als einen Sonderling, darum fiel
+ihr sein Wesen nicht auf.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Komm mit hinaus auf die Veranda, Onkel,« bat sie,
+»Gontraus sind gekommen.« Diese letzten Worte setzte sie mit
+abgewandtem Gesicht hinzu.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ja, ja, bald!« entgegnete er zerstreut und ließ sich nicht
+stören. »Ich folge dir gleich.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Zögernd und auf den Fußspitzen durchschritt sie den Speisesaal.
+Mehrmals blieb sie stehen und lauschte. Alles war still.
+Als sie die geöffnete Thüre erreicht hatte, bog sie den Kopf
+etwas vor und spähte nach beiden Seiten; als sie die Veranda
+völlig vereinsamt sah, wagte sie sich hinaus. Der Frühstückstisch
+stand bereit, sie machte sich daran zu schaffen, horchte
+dann wieder, ob die Eltern noch nicht kämen. Sie blieben
+recht lange. Wo sie nur verweilten? Wenn sie gewußt hätte,
+daß sie mit dem Landrat und seiner Frau oben im Wohnzimmer
+waren, wo sie durchaus erst dem kleinen Bruder
+eine Visite abstatten wollten, wie würde sie zu ihnen geeilt
+sein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Endlich vernahm sie Schritte. War das der Onkel? Es
+war nicht sein Schritt, auch würde er nicht durch die
+Haus<span class="tei tei-pb" id="page259">[pg 259]</span><a name="Pg259" id="Pg259" class="tei tei-anchor"></a>flur und von außen herum auf die Veranda gekommen sein.
+Vorsichtig lugte sie durch das Blätterwerk und erkannte zu
+ihrem Schrecken – Leo.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das Blut schoß ihr in die Wangen und der Atem stockte
+ihr in der Brust. Unmöglich konnte sie ihm jetzt gegenüberstehen!
+Sie würde nicht im stande gewesen sein, ein Wort hervorzubringen,
+und wenn sie so stumm und dumm vor ihm stand,
+was sollte er von ihr denken?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Flucht! das war das einzige, was sie aus dieser peinlichen
+Lage befreien konnte, aber es war zu spät, er hatte sie
+gesehen, und gerade, als sie ihren eiligen Rückzug nahm,
+als sie den Salon bereits halb durchschritten hatte, holte er
+sie ein.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Jetzt müssen Sie bleiben, gnädiges Fräulein,« sprach
+er scherzend, »ich lasse Sie nicht fort! Sie haben mich auf
+›später‹ vertröstet und jetzt ist es ›später‹, und Sie werden sich
+allergnädigst herablassen, mir Miß Nellies Brief vorzulesen!
+eine Frau – ein Wort!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nun war sie gefangen! Entfliehen konnte sie ihm nicht
+mehr, es wäre zu einfältig gewesen. Sie drückte die Hand
+fest auf das stürmisch klopfende Herz und wandte sich um.
+Scheu, wie eine wilde Taube, die sich im Netze gefangen hat,
+erhob sie das braune Auge und sah ihn an.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ihre Befangenheit entging ihm nicht, aber mit feinem
+Gefühle brachte er sie mit leichtem Scherze darüber hinweg.
+Er bot ihr den Arm und führte sie zu einer Ecke der Veranda,
+in welcher ein kleiner eiserner Tisch und zwei Stühle standen.
+Die Oktobersonne stahl sich durch das blutrote Weinlaub und
+neckte das junge Mädchen. Gerade in die Augen blitzte sie
+ihm ihre Strahlen hinein, so daß sie dieselben schließen
+mußte.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die Sonne blendet,« bemerkte Ilse und war froh, ein
+gleichgültiges Wort gefunden zu haben. »Es ist auch so
+warm hier,« fuhr sie fort und erhob sich.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page260">[pg 260]</span><a name="Pg260" id="Pg260" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Die böse Sonne! Wir wollen ihr aus dem Weg gehen!«
+Und er führte sie auf die entgegengesetzte Seite.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hier war es schattig und kühl und Ilse hatte keinen
+Grund mehr, sich zu erheben. Sie war auch nach und nach
+mehr Herrin ihrer Beklommenheit geworden, und als er noch
+einmal an den Brief erinnerte, fand sie sogar den früheren
+scherzhaften Ton.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Sie sind ein Quälgeist,« sagte sie. »Was kann es Sie
+interessieren, ›wie‹ – und ›was‹ Nellie mir schreibt! Sie
+wollen nur darüber spotten und das dürfen Sie nicht!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wie können Sie mich in so bösem Verdacht haben!«
+wehrte er ab. »Sie haben mir Ihre Freundin so liebenswürdig
+geschildert, daß mein Wunsch, von ihr zu hören, wie
+sie mit eigenen Worte von ihrem Glücke schreibt, ganz natürlich
+ist.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse sah ihn noch etwas ungläubig an, doch, da sie den
+spottenden Zug um seinen Mund nicht entdeckte, glaubte sie
+ihm und zog den Brief aus der Tasche. Sie schlug ihn auf
+und las ihn für sich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun?« fragte er.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Immer Geduld, Herr Assessor! Erst muß ich die Stellen
+aussuchen, die Sie hören dürfen! Der ganze Inhalt ist nicht
+für Ihre Ohren bestimmt!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Das wäre grausam!« protestierte er dagegen, »das ist
+gerade so, als ob Sie einem Kinde ein Stückchen Zucker hinhalten
+und sagen zu ihm: du, lecke mal dran! Den Zucker
+aber steckten Sie selbst in den Mund.«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie lachte lustig über seinen Vergleich, er brachte sie ganz
+in die alte, fröhliche Laune zurück. »Nun hören Sie zu, aber
+nicht spotten!« drohte sie ihm mit dem Finger.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Es war ein anmutiges Bild, das die jungen, schönen
+Menschenkinder boten. Dicht nebeneinander saßen sie beide,
+sie lesend und er aufmerksam ihren Worten lauschend. Er
+<span class="tei tei-pb" id="page261">[pg 261]</span><a name="Pg261" id="Pg261" class="tei tei-anchor"></a>hatte den Arm auf den Tisch gestützt und sah auf Ilse herab,
+die den Kopf etwas vornübergebeugt hielt. Plötzlich hielt sie
+inne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Lesen Sie weiter, bitte! Warum hören Sie auf? Denken
+Sie an das Stück Zucker?« Sie schwieg, wie mit sich selbst
+überlegend.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Warum eigentlich wollte sie ihm das Schönste im ganzen
+Briefe verschweigen? Nellie hatte ihre Verlobung so drollig,
+so gemütvoll geschildert, ihre ganze Eigenart sprach sich darin
+aus.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Als er sie noch einmal so dringend bat, fortzufahren, that
+sie es. Erst etwas zögernd, dann aber las sie fließend, ohne
+nur einmal zu stocken, zu Ende.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Warum saß er so stumm? Sein Schweigen mußte sie
+verletzen. Sie hatte so fest erwartet, daß er sein Entzücken laut
+äußern würde! Nun sagte er gar nichts. Fast vorwurfsvoll
+sah sie ihn an, aber wie schnell senkte sie ihr Auge. Es traf
+sie sein Blick so sonderbar. Sie mußte an Doktor Althoffs
+›sonderlicher‹ Blick denken.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ihre Freundin hat ein warmes, tiefes Empfinden,«
+bemerkte er endlich, aber es kam gezwungen heraus. Er fühlte
+das selbst und brach ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Fräulein Ilse,« fuhr er nach einer kleinen Pause ganz
+ohne Zusammenhang fort, »was würden Sie antworten, wenn
+– wenn jemand Sie fragen würde: Haben Sie mich
+lieb?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Sie war so verwirrt, so erschrocken bei seiner Frage,
+die sie wie ein Blitz aus blauem Himmel traf. Ihr heißes
+Blut wallte auf bei dem Gedanken, daß er sie verspotten
+könne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Fast hastig erhob sie sich. »Nein, würde ich sagen!«
+fuhr sie heraus, »ich habe niemand lieb! Niemand!« wiederholte
+sie, als ob sie erst noch einen Trumpf darauf setzen
+wollte.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page262">[pg 262]</span><a name="Pg262" id="Pg262" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wenn der Brausekopf nur einen Blick auf ihn geworfen
+hätte, wie bald würde sie ihn verstanden haben! Sein Auge
+hing mit Entzücken an ihr, der Widerstand verlieh ihren Zügen
+einen neuen Reiz für ihn.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse,« sagte er zärtlich und ergriff ihre Hand. »Wenn
+ich es wäre, der Sie fragte: Haben Sie mich lieb, wollen
+Sie meine kleine Frau sein? Würden Sie auch dann so
+sprechen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Hastig entzog sie ihm ihre Hand und verhüllte das
+Gesicht.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Hast du mich lieb, Ilse?« – Seine Stimme klang
+weich und innig und traf ihr Herz – ein »Ja« aber brachte
+sie nicht über die Lippen. Ihr spröder Sinn ließ es nicht zu,
+oder regte sich noch einmal der alte Widerspruch in ihr?
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein! Niemals!« sagte sie schnell und wandte sich
+heftig ab.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nein! – niemals?« wiederholte er und sah sie in schmerzlicher
+Erregung an, »o Ilse! nehmen Sie das Wort zurück,
+es hängt das Glück meines Lebens davon ab! – Ich war
+zu schnell mit meiner Frage – nicht wahr? Ich habe Sie
+erschreckt! – Nicht jetzt geben Sie mir die Antwort, erst wenn
+Sie ruhiger sein werden, dann –«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er sank auf einen Stuhl und bedeckte die Augen mit
+der Hand.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Ilse stand noch immer von ihm abgewandt, in ihr kämpften
+die widerstreitendsten Gefühle. Ihr Herz zog sie zu ihm
+hin, aber sie konnte die Brücke nicht finden, die über den
+breiten Strom führte, der sie noch von ihm trennte. Da
+war es plötzlich, als stiege Lucies Bild vor ihr auf, als vernähme
+sie eine Stimme, die ihr warnend zurief: »Willst du
+ihn verlieren? – Denke an mein Geschick!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Leo,« sagte sie schüchtern und trat ihm einen Schritt
+näher, aber erschreckt über ihre Kühnheit blieb sie hocherrötend
+und mit niedergeschlagenen <a name="corr262" id="corr262" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">Augen</span> stehen.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page263">[pg 263]</span><a name="Pg263" id="Pg263" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img263.jpg" alt="[Illustration]" /></div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Wie ein Hauch fast war sein Name über ihre Lippen
+gekommen, aber er hatte ihn doch vernommen. Jubelnd
+<span class="tei tei-pb" id="page264">[pg 264]</span><a name="Pg264" id="Pg264" class="tei tei-anchor"></a>sprang er auf und sein Auge, das eben noch so verzagt und
+traurig geblickt hatte, leuchtete in freudigem Glanze.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun bist du meine Ilse!« rief er aus und zog sie an
+sein Herz, doch als er den ersten Kuß auf ihre Lippen
+drücken wollte, da wendete sie den Kopf zur Seite und die
+spröde, widerspenstige Ilse meldete sich noch einmal.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Küssen ist nicht erlaubt,« erklärte sie mit aller Entschiedenheit,
+»wie könnte ich mich von einem fremden Manne
+küssen lassen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Aber die Hand,« bat er lachend, »die Hand darf ich
+küssen!«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Das wurde ihm gnädig bewilligt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Er hielt sie noch in dem Arm, als die beiden Elternpaare
+auf der Veranda erschienen. Alle hatten sofort begriffen, was
+hier geschehen war, nur der Oberamtmann stand wie versteinert
+da. Der Landrat und seine Gattin waren die ersten, die das
+Brautpaar begrüßten, beglückt nahmen sie Ilse als ihr Töchterchen
+an ihr Herz. Herr Macket hatte sich noch nicht vom
+Flecke gerührt.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Anne trat zu ihm und legte die Hand auf seinen
+Arm. »Siehst du, Richard, aus dem Kinde ist eine Jungfrau
+geworden, glaubst du es nun?« fragte sie zärtlich.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Ilse! Meine kleine Ilse!« brachte er endlich mühsam
+hervor und seine Brust hob und senkte sich im heftigen Kampfe.
+»Ist es wahr? Willst du mich verlassen?«
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Da flog sie an seinen Hals und küßte ihn stürmisch,
+dabei rief sie unter Weinen und Lachen: »Mein kleiner, einziger
+Herzenspapa, ich habe ihn ja so lieb!«
+</p>
+
+<div class="tei tei-tb">* * * </div>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Nun ist eigentlich meine Erzählung zu Ende, denn die
+überraschten Gesichter der Gäste zu schildern ist langweilig,
+selbst wenn die Ueberraschung ihnen so unerwartet kam, wie
+<span class="tei tei-pb" id="page265">[pg 265]</span><a name="Pg265" id="Pg265" class="tei tei-anchor"></a>Ilses Verlobung am Erntefeste. Eins aber muß ich meinen
+lieben Leserinnen noch mitteilen, wie nämlich Onkel <a name="corr265" id="corr265" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">Curt</span> an
+demselben Tage plötzlich verschwunden war. Während alle
+fröhlich bei der Tafel saßen, hatte er sich von Johann still
+und ohne Aufsehen nach dem Bahnhof fahren lassen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+Frau Macket fiel seine Flucht nicht weiter auf, sie kannte
+ihren Bruder als einen unstäten Geist, der, wie es ihm
+einfiel, kam und verschwand. – Drei Wochen vergingen ohne
+das geringste Lebenszeichen, da endlich langte ein Brief aus
+München von ihm an. Sein Inhalt versetzte alle auf Moosdorf
+in sprachloses Erstaunen. Ilse aber kam darüber ganz
+außer Rand und Band. Sie klatschte in die Hände, tanzte
+im Zimmer umher und rief jubelnd: »Ich bin die Ursache
+ihres Glückes, durch mich haben sie sich gefunden! Was wird
+Leo dazu sagen? Wie freue ich mich!« – Doch ich will
+nicht vorgreifen, sondern lieber den kurzen Inhalt des Briefes
+mitteilen.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wir sind auf der Hochzeitsreise. Lotte und ich wollen
+den Winter in Italien zubringen. Ihr wundert Euch, nicht
+wahr? Ist aber gar nichts dabei zu verwundern. Lotte und
+ich waren schon uralte Brautleute, haben nur niemals davon
+gesprochen. – Im Frühjahr kehren wir zurück, ich werde
+Euch dann meine junge Frau vorstellen. – Dem Fischchen
+besonderen Gruß – sie weiß schon warum. Soll übrigens
+fleißig weitermalen, wenn der Brautstand ihr die Zeit dazu
+läßt.« –
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Nun bin ich Deine Tante, mein Liebling! Wer hätte
+das gedacht!« schrieb seine Frau, ehemals Fräulein Güssow,
+unter den Brief. »Wie gern hätte ich Dir längst die ganze
+wunderbare Geschichte, – und wie alles gekommen ist, mitgeteilt,
+aber ich durfte es nicht. Onkel <a name="corr265a" id="corr265a" class="tei tei-anchor"></a><span class="tei tei-corr">Curt</span> wollte erst nach
+unsrer Verheiratung die Erlaubnis dazu geben. Auch heute
+kann ich nur wenige Zeilen Dir schreiben, mein Mann steht
+hinter mir und treibt, daß ich aufhöre.
+</p>
+
+<span class="tei tei-pb" id="page266">[pg 266]</span><a name="Pg266" id="Pg266" class="tei tei-anchor"></a>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Denkst Du noch an Lucies Geschichte? – Jene Lucie
+hieß Lotte und war ich selbst – und der Maler? – Nun,
+Du errätst schon, wer es war, ohne daß ich ihn nenne.
+</p>
+
+<p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">
+»Wenn wir zurückkehren, bist Du am Ende auch eine
+junge Frau? Wie habe ich mich gefreut über dein sonniges
+Glück, Herz! Der Himmel erhalte es Dir!«
+</p>
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 2.00em"></p><div class="tei tei-figure" style="text-align: center"><img src="images/img266.png" alt="[Ornament]" /></div>
+ </div>
+ <div class="tei tei-back" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 6.00em">
+ <hr class="doublepage" /><div class="boxed tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <a name="toc1" id="toc1"></a><a name="pdf2" id="pdf2"></a>
+ <h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">Bemerkungen zur Textgestalt</span></h1>
+
+
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr römische Zahlen
+ (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung wiedergegeben) und einzelne Wörter aus
+ fremden Sprachen (hier kursiv).
+ Gesperrt gesetzte Passagen sind in dieser Form übernommen.</p>
+
+
+ <p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Korrektur von offensichtlichen Druckfehlern:</p>
+ <table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr038" class="tei tei-ref">Seite 38</a>: Anführungszeichen ergänzt hinter »nicht,«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr061" class="tei tei-ref">Seite 61</a>: erste Zeile ausgefallen, ergänzt nach 28. Auflage
+ (»Grüße nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die«)</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr070" class="tei tei-ref">Seite 70</a>: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert
+ vor und nach »Ich kann nicht,«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr133" class="tei tei-ref">Seite 133</a>: Anführungszeichen ergänzt hinter »Lubauer.«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr137" class="tei tei-ref">Seite 137</a>: Anführungszeichen ergänzt hinter »Macket.«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr153" class="tei tei-ref">Seite 153</a>: Punkt ergänzt hinter »solle«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr159" class="tei tei-ref">Seite 159</a>: Anführungszeichen ergänzt vor »Mein«
+ und hinter <a href="#corr159a" class="tei tei-ref">»Breitner.«</a></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr191" class="tei tei-ref">Seite 191</a>: Anführungszeichen ergänzt vor »aber«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr237" class="tei tei-ref">Seite 237</a>: Punkt ergänzt hinter »langweilig«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr250" class="tei tei-ref">Seite 250</a>: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert hinter »will.«
+ und <a href="#corr250a" class="tei tei-ref">»Nellie?«</a></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr252" class="tei tei-ref">Seite 252</a>: öffnendes in schließendes Anführungszeichen geändert hinter »gefunden!«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr262" class="tei tei-ref">Seite 262</a>: »Auge« geändert in »Augen«</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><a href="#corr265" class="tei tei-ref">Seite 265</a>: »Kurt« geändert in »Curt« (<a href="#corr265a" class="tei tei-ref">zweimal</a>)</td></tr></tbody></table>
+ </div>
+ <hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 5.00em; margin-top: 5.00em">
+ <div id="pgfooter" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 4.00em; margin-top: 4.00em"><pre class="pre tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em">***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+</pre><hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><a name="rightpageheader3" id="rightpageheader3"></a><a name="pgtoc4" id="pgtoc4"></a><a name="pdf5" id="pdf5"></a><h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">Credits</span></h1><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr><th class="tei tei-label tei-label-gloss">February 17, 2010  </th></tr><tr><td class="tei tei-item tei-item-gloss"><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item">Project Gutenberg TEI edition 1</td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label"></th><td class="tei tei-item"><span class="tei tei-respStmt">
+ <span class="tei tei-resp">Produced by Anca Sabine Dumitrescu, Jana Srna, Norbert H. Langkau,
+ Stefan Cramme and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net</span>
+ </span></td></tr></tbody></table></td></tr></tbody></table></div><hr class="doublepage" /><div class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><a name="rightpageheader6" id="rightpageheader6"></a><a name="pgtoc7" id="pgtoc7"></a><a name="pdf8" id="pdf8"></a><h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">A Word from Project Gutenberg</span></h1><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">This file should be named
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+ editions will be renamed.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Creating the works from public domain print editions means that
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+ creation of derivative works, reports, performances and research.
+ They may be modified and printed and given away — you may do
+ practically <em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic">anything</span></em> with public domain eBooks.
+ Redistribution is subject to the trademark license, especially
+ commercial redistribution.</p></div><hr class="page" /><div id="pglicense" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 3.00em; margin-top: 3.00em"><a name="rightpageheader9" id="rightpageheader9"></a><a name="pgtoc10" id="pgtoc10"></a><a name="pdf11" id="pdf11"></a><h1 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 3.46em; margin-top: 3.46em"><span style="font-size: 173%">The Full Project Gutenberg License</span></h1><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic">Please read this before you distribute or use this
+ work.</span></em></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free
+ distribution of electronic works, by using or distributing
+ this work (or any other work associated in any way with the
+ phrase <span class="tei tei-q">„Project Gutenberg“</span>), you agree to comply with all the terms
+ of the Full Project Gutenberg™ License (<a href="#pglicense" class="tei tei-ref">available with this file</a> or online
+ at <a href="http://www.gutenberg.org/license" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/license</a>).</p><div id="pglicense1" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 1.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">General Terms of Use &amp; Redistributing Project Gutenberg™
+ electronic works</span></h2><div id="pglicense1A" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.A.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">By reading or using any part of this Project Gutenberg™ electronic
+ work, you indicate that you have read, understand, agree to
+ and accept all the terms of this license and intellectual
+ property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree
+ to abide by all the terms of this agreement, you must cease
+ using and return or destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic
+ works in your possession. If you paid a fee for obtaining a
+ copy of or access to a Project Gutenberg™ electronic work and you do not
+ agree to be bound by the terms of this agreement, you may
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+ fee as set forth in paragraph <a href="#pglicense1E8" class="tei tei-ref">1.E.8.</a></p></div><div id="pglicense1B" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.B.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-q">„Project Gutenberg“</span> is a registered trademark. It may only be used on or
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+ works. See paragraph <a href="#pglicense1E" class="tei tei-ref">1.E</a> below.</p></div><div id="pglicense1C" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.C.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (<span class="tei tei-q">„the Foundation“</span> or PGLAF), owns a compilation
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+ of any work in any country outside the United States.</p></div><div id="pglicense1E" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.E.</span></h3><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Unless you have removed all references to Project Gutenberg:</p><div id="pglicense1E1" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.1.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The following sentence, with active links to, or other immediate
+ access to, the full Project Gutenberg™ License must appear prominently whenever any
+ copy of a Project Gutenberg™ work (any work on which the phrase <span class="tei tei-q">„Project Gutenberg“</span>
+ appears, or with which the phrase <span class="tei tei-q">„Project Gutenberg“</span> is associated) is
+ accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:
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+ domain (does not contain a notice indicating that it is posted with
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+ of the copyright holder, your use and distribution must comply with both
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+ this work, or any files containing a part of this work or any other work
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+ electronic work, or any part of this electronic work, without
+ prominently displaying the sentence set forth in paragraph <a href="#pglicense1E1" class="tei tei-ref">1.E.1</a> with active links or immediate access
+ to the full terms of the Project Gutenberg™ License.</p></div><div id="pglicense1E6" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.6.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You may convert to and distribute this work in any binary,
+ compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
+ any word processing or hypertext form. However, if you provide access
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+ as specified in paragraph <a href="#pglicense1E1" class="tei tei-ref">1.E.1.</a></p></div><div id="pglicense1E7" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.7.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing,
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+ paragraph <a href="#pglicense1E8" class="tei tei-ref">1.E.8</a> or 1.E.9.</p></div><div id="pglicense1E8" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.8.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to
+ or distributing Project Gutenberg™ electronic works provided that</p><table summary="This is a list." class="tei tei-list" style="margin-bottom: 1.00em; margin-top: 1.00em"><tbody><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label">•  </th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method you already use to
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+ paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days
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+ prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly
+ marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in <a href="#pglicense4" class="tei tei-ref">Section 4, <span class="tei tei-q">„Information about donations to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation.“</span></a></p></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label">•  </th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
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+ a user to return or destroy all copies of the works possessed in a
+ physical medium and discontinue all use of and all access to other
+ copies of Project Gutenberg™ works.</p></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label">•  </th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You provide, in accordance with paragraph <a href="#pglicense1F3" class="tei tei-ref">1.F.3</a>, a full refund of any money paid for a
+ work or a replacement copy, if a defect in the electronic work is
+ discovered and reported to you within 90 days of receipt of the
+ work.</p></td></tr><tr class="tei tei-labelitem"><th class="tei tei-label">•  </th><td class="tei tei-item"><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg™ works.</p></td></tr></tbody></table></div><div id="pglicense1E9" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.E.9.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg™ electronic work or
+ group of works on different terms than are set forth in this agreement,
+ you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+ Hart, the owner of the Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set
+ forth in <a href="#pglicense3" class="tei tei-ref">Section 3</a> below.</p></div></div><div id="pglicense1F" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h3 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">1.F.</span></h3><div id="pglicense1F1" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.1.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify,
+ do copyright research on, transcribe and proofread public domain works
+ in creating the Project Gutenberg™ collection. Despite these efforts, Project Gutenberg™
+ electronic works, and the medium on which they may be stored, may
+ contain <span class="tei tei-q">„Defects,“</span> such as, but not limited to, incomplete,
+ inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
+ intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other
+ medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be
+ read by your equipment.</p></div><div id="pglicense1F2" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.2.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES — Except for the <span class="tei tei-q">„Right of
+ Replacement or Refund“</span> described in <a href="#pglicense1F3" class="tei tei-ref">paragraph
+ 1.F.3</a>, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg™ trademark, and any
+ other party distributing a Project Gutenberg™ electronic work under this agreement,
+ disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including
+ legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+ LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+ PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK
+ OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO
+ YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL
+ DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.</p></div><div id="pglicense1F3" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.3.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND — If you discover a defect in
+ this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a
+ refund of the money (if any) you paid for it by sending a written
+ explanation to the person you received the work from. If you received
+ the work on a physical medium, you must return the medium with your
+ written explanation. The person or entity that provided you with the
+ defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+ refund. If you received the work electronically, the person or entity
+ providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+ receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+ is also defective, you may demand a refund in writing without further
+ opportunities to fix the problem.</p></div><div id="pglicense1F4" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.4.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Except for the limited right of replacement or refund set forth in
+ <a href="#pglicense1F3" class="tei tei-ref">paragraph 1.F.3</a>, this work is provided
+ to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR
+ IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR
+ FITNESS FOR ANY PURPOSE.</p></div><div id="pglicense1F5" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.5.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or
+ the exclusion or limitation of certain types of damages. If any
+ disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of
+ the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+ interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+ the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+ provision of this agreement shall not void the remaining provisions.</p></div><div id="pglicense1F6" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h4 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em">1.F.6.</h4><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">INDEMNITY — You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+ trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+ providing copies of Project Gutenberg™ electronic works in accordance with this
+ agreement, and any volunteers associated with the production, promotion
+ and distribution of Project Gutenberg™ electronic works, harmless from all
+ liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly
+ or indirectly from any of the following which you do or cause to occur:
+ (a) distribution of this or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration,
+ modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any
+ Defect you cause.</p></div></div></div><div id="pglicense2" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 2.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">Information about the Mission of Project Gutenberg™</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic works
+ in formats readable by the widest variety of computers including
+ obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+ efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+ of life.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+ assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg™'s goals and
+ ensuring that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
+ generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a
+ secure and permanent future for Project Gutenberg™ and future generations. To learn
+ more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
+ Sections <a href="#pglicense3" class="tei tei-ref">3</a> and <a href="#pglicense4" class="tei tei-ref">4</a> and the Foundation web page at <a href="http://www.pglaf.org" class="tei tei-xref">http://www.pglaf.org</a>.</p></div><div id="pglicense3" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 3.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation
+ organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax
+ exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or
+ federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter
+ is posted at <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf</a>. Contributions
+ to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S.
+ federal laws and your state's laws.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
+ S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are
+ scattered throughout numerous locations. Its business office is
+ located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801)
+ 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date
+ contact information can be found at the Foundation's web site and
+ official page at <a href="http://www.pglaf.org" class="tei tei-xref">http://www.pglaf.org</a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">For additional contact information:
+
+ </p><div class="block tei tei-address" style="margin-bottom: 1.80em; margin-left: 3.60em; margin-top: 1.80em; margin-right: 3.60em"><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">Dr. Gregory B. Newby</span></span><br /><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">Chief Executive and Director</span></span><br /><span class="tei tei-addrLine"><span style="font-size: 90%">gbnewby@pglaf.org</span></span><br /></div></div><div id="pglicense4" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 4.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread public
+ support and donations to carry out its mission of increasing the number
+ of public domain and licensed works that can be freely distributed in
+ machine readable form accessible by the widest array of equipment
+ including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
+ particularly important to maintaining tax exempt status with the
+ IRS.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+ charities and charitable donations in all 50 states of the United
+ States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+ considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+ with these requirements. We do not solicit donations in locations where
+ we have not received written confirmation of compliance. To SEND
+ DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state
+ visit <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/donate" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/donate</a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+ have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+ against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+ approach us with offers to donate.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+ any statements concerning tax treatment of donations received from
+ outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and
+ addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+ checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+ visit: <a href="http://www.gutenberg.org/fundraising/donate" class="tei tei-xref">http://www.gutenberg.org/fundraising/donate</a></p></div><div id="pglicense5" class="tei tei-div" style="margin-bottom: 2.00em; margin-top: 2.00em"><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.88em; margin-top: 2.88em"><span style="font-size: 144%">Section 5.</span></h2><h2 class="tei tei-head" style="text-align: center; margin-bottom: 2.40em; margin-top: 2.40em"><span style="font-size: 120%">General Information About Project Gutenberg™ electronic
+ works.</span></h2><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em"><span class="tei tei-name">Professor Michael S. Hart</span> is the
+ originator of the Project Gutenberg™ concept of a library of electronic works that
+ could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and
+ distributed Project Gutenberg™ eBooks with only a loose network of volunteer
+ support.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions, all of
+ which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+ notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in
+ compliance with any particular paper edition.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's
+ eBook number, often in several formats including plain vanilla ASCII,
+ compressed (zipped), HTML and others.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Corrected <em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic">editions</span></em> of our eBooks replace the old file
+ and take over the old filename and etext number. The replaced older file
+ is renamed. <em class="tei tei-emph"><span style="font-style: italic">Versions</span></em> based on separate sources are treated
+ as new eBooks receiving new filenames and etext numbers.</p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">Most people start at our Web site which has the main PG search
+ facility:
+
+ <a href="http://www.gutenberg.org" class="block tei tei-xref" style="margin-bottom: 1.80em; margin-left: 3.60em; margin-top: 1.80em; margin-right: 3.60em"><span style="font-size: 90%">http://www.gutenberg.org</span></a></p><p class="tei tei-p" style="margin-bottom: 1.00em">This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how to
+ make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and
+ how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.</p></div></div></div>
+ </div>
+ </div>
+ </div>
+</body></html>
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+ -257.154 -30.759 Td [(Es)-728(ist)-728(mir)-728(ein)-728(Herzensbed\374rfnis,)-847(den)-728(Wunsch)-728(meines)]TJ -11.956 -13.549 Td [(tiefgebeugten)-363(Freundes)-362(zu)-363(erf\374llen,)-390(der)-363(aus)-362(leichtbegreiflichen)]TJ 0 -13.549 Td [(Gr\374nden)-483(es)-484(nicht)-483(\374ber)-484(sich)-483(vermochte,)-542(der)-483(zweiten)-483(Auflage)]TJ 0 -13.549 Td [(des)-375(\273Trotzkopf\253)-374(ein)-375(Vorwort)-374(zu)-374(geben.)-624(Er)-374(war)-375(der)-374(Meinung,)]TJ 0 -13.55 Td [(da\337)-483(ich,)-542(der)-483(ich)-483(die)-484(Unverge\337liche)-483(in)-483(ihrer)-483(liebensw\374rdigen)]TJ 0 -13.549 Td [(menschlichen)-208(und)-208(schriftstellerischen)-209(Eigenart)-208(genau)-208(kannte,)-216(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(charakterisierendes)-358(Einf\374hrungswort)-357(der)-357(neuen)-358(Auflage)-357(finden)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde.)-556(Nun)-352(aber,)-378(da)-352(ich)-352(das)-352(innerliche)-352(Wesen)-352(dieser)-352(seltenen)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([VIII])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Frau)-329(in)-330(Worte)-329(kleiden)-329(soll,)-350(f\374hle)-329(ich)-329(die)-330(ganze)-329(Schwere)-329(dieser)]TJ 0 -13.55 Td [(Aufgabe.)-1000(Soll)-500(ich)-500(von)-500(der)-500(Gem\374tstiefe)-500(reden,)-562(mit)-500(welcher)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-318(Verewigte)-318(das)-318(Wesen)-319(der)-318(Jugend)-318(erfa\337te;)-352(von)-318(dem)-318(innigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Verst\344ndnis,)-424(welches)-388(sie)-389(den)-389(Eigent\374mlichkeiten)-389(einer)-388(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchenseele)-213(entgegenbrachte;)-225(von)-212(der)-212(feinen)-213(Beobachtung)-212(des)]TJ 0 -13.549 Td [(jugendlichen)-413(Gebarens;)-495(von)-414(der)-413(farbenfrischen)-413(Erz\344hlerkunst,)]TJ 0 -13.55 Td [(mit)-434(welcher)-434(sie)-434(vor)-435(dem)-434(seelischen)-434(Ohr)-434(des)-434(Lesers)-434(auch)-434(die)]TJ 0 -13.549 Td [(zartesten)-250(Saiten)-250(der)-250(jugendlichen)-250(Empfindung)-250(erklingen)-250(lie\337?)]TJ 11.956 -16.004 Td [(Wer)-198(einen)-199(Ueberblick)-198(\374ber)-199(die)-198(neueste)-198(Unterhaltungslitteratur)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374r)-443(die)-443(Jugend)-443(gewann,)-491(in)-443(welcher)-443(sich)-443(allerlei)-443(Unnatur)-443(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Tendenz)-504(aufdringlich)-504(breit)-504(macht,)-567(wird)-504(die)-504(gro\337en)-504(Vorz\374ge)]TJ 0 -13.549 Td [(erkennen,)-332(welche)-315(den)-315(\273Trotzkopf\253)-315(zu)-316(einer)-315(echten)-315(und)-315(wahren)]TJ 0 -13.55 Td [(Jugendschrift)-508(machen.)-1023(Diese)-508(Erz\344hlung)-508(ist)-508(nat\374rlich)-507(frisch,)]TJ 0 -13.549 Td [(unterhaltend)-490(und)-490(spannend,)-550(und)-490(was)-490(schwerer)-490(als)-490(dies)-489(alles)]TJ 0 -13.549 Td [(wiegt:)-554(sie)-402(ist)-401(psychologisch)-402(wahr!)-706(Mit)-402(gl\374cklichem)-402(Takt)-401(hat)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-504(Verfasserin)-504(alles)-504(rein)-504(Belehrende,)-567(alles)-504(Pedantische)-504(und)]TJ 0 -13.549 Td [(unnat\374rlich)-456(Pr\374de)-455(vermieden.)-867(Sie)-455(erz\344hlt)-456(mit)-455(ungek\374nstelter)]TJ 0 -13.55 Td [(Nat\374rlichkeit,)-649(wie)-569(ein)-569(junges,)-649(ungeb\344ndigtes)-569(Menschenkind)]TJ 0 -13.549 Td [(durch)-316(das)-317(Leben)-316(selbst)-316(erzogen)-317(wird.)-449(Deshalb)-316(wirkt)-316(dies)-316(Buch)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-403(im)-402(besten)-403(Sinne)-402(erziehend.)-708(Eine)-402(Erz\344hlung,)-441(welche)-402(die)]TJ 0 -13.549 Td [(jugendlichen)-202(Gem\374ter)-201(nicht)-202(fesselt)-202(und)-201(packt,)-212(bleibt)-201(wirkungslos)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-282(wenn)-282(tausend)-282(weise)-282(Lehren)-282(in)-282(dieselbe)-282(hineingestreut)-282(sind,)]TJ 0 -13.549 Td [(denn)-491(diese)-491(sind)-491(nur)-492(graue)-491(Theorien,)-551(w\344hrend)-491(das)-491(Gr\374n)-491(des)]TJ 0 -13.55 Td [(goldenen)-196(Lebensbaumes)-195(nur)-196(aus)-195(dem)-195(Leben)-196(selbst)-195(emporw\344chst.)]TJ 11.956 -16.004 Td [(Und)-336(so)-337(m\366ge)-336(dies)-337(anziehende,)-358(von)-336(der)-337(Sonne)-336(der)-337(P)1(hantasie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begl\344nzte)-180(Werk,)-194(das)-180(auf)-180(innerlichster)-180(Lebenserfahrung)-180(aufgebaut)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Blicken)-283(an,)-290(was)-283(eigentlich)-282(zu)-283(verwundern)-282(war,)-291(da)-282(Ilse)-283(in)-282(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(Aufzuge)-500(hereingekommen,)-563(der)-501(durchaus)-500(nicht)-500(geeignet)-500(war,)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([2])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Wohlgefallen)-509(zu)-509(erregen,)-574(besonders)-509(in)-509(diesem)-509(Augenblicke,)]TJ 0 -13.549 Td [(wo)-543(fremde)-543(Augen)-542(denselben)-543(musterten.)-1129(Das)-542(verwaschene,)]TJ 0 -13.55 Td [(dunkelblaue)-451(Kattunkleid,)-501(blusenartig)-450(gemacht)-451(und)-451(mit)-450(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(Lederg\374rtel)-514(gehalten,)-580(mochte)-514(wohl)-514(recht)-514(bequem)-514(sein,)-580(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(kleidsam)-515(war)-515(es)-514(nicht,)-581(und)-515(einige)-515(Flecken)-515(und)-515(Risse)-514(darin)]TJ 0 -13.549 Td [(dienten)-386(ebenfalls)-385(nicht)-386(dazu,)-420(die)-385(Eleganz)-386(desselben)-386(zu)-385(heben.)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-329(hohen,)-350(plumpen)-329(Lederstiefel,)-349(die)-329(unter)-330(dem)-329(kurzen)-329(Kleide)]TJ 0 -13.55 Td [(hervorblickten,)-356(waren)-336(t\374chtig)-335(bestaubt)-335(und)-335(sahen)-335(eher)-335(grau)-335(als)]TJ 0 -13.549 Td [(schwarz)-414(aus.)-741(Aber)-413(wie)-414(gesagt,)-455(Herrn)-413(Macket)-414(genierte)-413(dieser)]TJ 0 -13.549 Td [(Aufzug)-239(gar)-240(nicht,)-241(er)-239(sah)-240(in)-239(die)-239(fr\366hlichen,)-242(braunen)-239(Augen)-239(seines)]TJ 0 -13.549 Td [(Lieblings,)-250(um)-250(dessen)-250(Kleider)-250(k\374mmerte)-250(er)-250(sich)-250(nicht.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Er)-171(war)-172(im)-171(Begriffe,)-187(sich)-172(zu)-171(erheben,)-187(um)-172(seines)-171(Kindes)-171(Wunsch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu)-427(erf\374llen,)-472(als)-427(seine)-427(Gattin,)-472(eine)-427(vornehme)-427(Erscheinung)-427(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(sanften)-337(und)-337(doch)-338(bestimmten)-337(Z\374gen,)-359(ihm)-337(zuvorkam.)-511(Sie)-337(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(erhoben)-250(und)-250(trat)-250(auf)-250(Ilse)-250(zu.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Liebe)-576(Ilse,\253)-575(sagte)-576(sie)-575(in)-576(freundlichem)-575(Tone)-576(und)-575(nahm)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dieselbe)-508(bei)-508(der)-508(Hand,)-573(\273ich)-508(m\366chte)-508(dir)-508(etwas)-508(sagen,)-572(Kind.)]TJ 0 -13.549 Td [(Willst)-250(du)-250(mir)-250(auf)-250(einen)-250(Augenblick)-250(in)-250(mein)-250(Zimmer)-250(folgen?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Sehr)-323(ruhig,)-342(aber)-324(sehr)-323(bestimmt)-324(waren)-323(die)-324(Worte)-323(gesprochen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-463(Ilse)-463(f\374hlte,)-516(da\337)-463(ein)-463(Widerstand)-463(dagegen)-463(vergeblich)-463(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde.)-828(Ungern)-442(und)-443(gezwungen)-443(folgte)-442(sie)-443(der)-442(Mutter)-443(in)-442(das)]TJ 0 -13.549 Td [(ansto\337ende)-250(Gemach.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Was)-358(willst)-357(du)-358(mir)-358(sagen,)-385(Mama?\253)-357(fragte)-358(sie)-358(und)-358(sah)-357(Frau)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Macket)-250(trotzig)-250(an.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Nichts)-501(weiter,)-563(mein)-501(Kind,)-563(als)-501(da\337)-500(du)-501(sogleich)-501(auf)-500(dein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zimmer)-273(gehst)-272(und)-273(dich)-272(umkleidest.)-318(Du)-272(wu\337test)-273(wohl)-272(nicht,)-278(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(G\344ste)-250(bei)-250(uns)-250(waren?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Doch,)-289(ich)-281(wu\337te)-282(es,)-289(aber)-281(ich)-281(mache)-282(mir)-281(nichts)-281(daraus,\253)-281(gab)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-250(kurz)-250(zur)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Aber)-295(ich,)-307(Ilse.)-386(Ich)-295(kann)-296(nicht)-295(gleichg\374ltig)-295(dabei)-296(sein,)-306(wenn)]TJ -11.956 -13.55 Td [(du)-351(in)-352(einem)-351(so)-352(unordentlichen)-351(Kost\374me)-351(dich)-352(blicken)-351(l\344\337t.)-554(Du)]TJ 0 -13.549 Td [(bist)-330(kein)-331(Kind)-330(mehr)-331(mit)-330(deinen)-331(f\374nfzehn)-330(Jahren;)-371(bedenke,)-350(da\337)]TJ
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+ -275.176 -30.759 Td [(du)-238(seit)-239(Ostern)-238(konfirmiert)-238(bist,)-241(eine)-238(angehende)-238(junge)-238(Dame)-238(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337)-313(den)-313(Anstand)-313(wahren.)-440(Was)-313(soll)-313(der)-313(junge)-313(Sch\344ffer)-313(von)-313(dir)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([3])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(denken,)-250(er)-250(wird)-250(dich)-250(auslachen)-250(und)-250(dich)-250(verspotten.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Der)-226(dumme)-225(Mensch!\253)-226(fuhr)-226(Ilse)-226(auf.)-242(\273Ob)-225(der)-226(\374ber)-226(mich)-225(lacht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(oder)-300(spottet,)-313(ist)-301(mir)-300(ganz)-301(gleichg\374ltig.)-401(Ich)-300(lache)-301(auch)-300(\374ber)-300(ihn!)]TJ 0 -13.549 Td [(Thut,)-222(als)-216(ob)-215(er)-215(ein)-215(Herr)-216(w\344re)-215(mit)-215(seinem)-216(Klemmer)-215(und)-215(geht)-215(doch)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-250(in)-250(die)-250(Schule.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Er)-434(ist)-435(in)-434(Prima)-434(auf)-434(dem)-435(Gymnasium)-434(und)-434(z\344hlt)-434(neunzehn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Jahre.)-250(Nun)-250(sei)-250(vern\374nftig)-250(und)-250(kleide)-250(dich)-250(um,)-250(Kind,)-250(h\366rst)-250(du?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Nein,)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.096 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.966 0 Td [(ich)-322(ziehe)-322(kein)-322(andres)-321(Kleid)-322(an,)-340(ich)-322(will)-322(mich)-322(nicht)]TJ -54.018 -13.549 Td [(putzen!\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Wie)-479(du)-480(willst,)-537(aber)-479(dann)-480(bitte)-479(ich)-480(dich,)-537(ja)-479(ich)-479(w\374nsche)]TJ -11.956 -13.55 Td [(es)-509(entschieden,)-573(da\337)-509(du)-509(in)-508(deinem)-509(Zimmer)-509(bleibst)-509(und)-508(dein)]TJ 0 -13.549 Td [(Abendbrot)-386(dort)-387(verzehrst,\253)-386(gab)-386(Frau)-387(Macket)-386(mit)-386(gro\337er)-386(Ruhe)]TJ 0 -13.549 Td [(zur)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ilse)-330(bi\337)-330(auf)-330(die)-330(Unterlippe)-331(und)-330(trat)-330(mit)-330(dem)-330(Fu\337e)-330(heftig)-330(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-382(Erde,)-414(aber)-381(sie)-382(sagte)-381(nichts.)-645(Mit)-381(einer)-382(schnellen)-381(Wendung)]TJ 0 -13.549 Td [(ging)-351(sie)-350(zur)-351(Th\374r)-351(hinaus)-350(und)-351(warf)-351(dieselbe)-350(unsanft)-351(hinter)-350(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(zu.)-476(Oben)-325(in)-325(ihrem)-325(Zimmer)-325(lie\337)-326(sie)-325(sich)-325(auf)-325(einen)-325(Stuhl)-325(fallen,)]TJ 0 -13.549 Td [(st\374tzte)-229(die)-229(Ellbogen)-230(auf)-229(das)-229(Fensterbrett)-229(und)-229(weinte)-229(Thr\344nen)-229(des)]TJ 0 -13.55 Td [(bittersten)-250(Unmutes.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273O)-252(wie)-253(schrecklich)-252(ist)-253(es)-252(jetzt!\253)-253(stie\337)-252(sie)-253(schluchzend)-252(heraus.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Warum)-194(hat)-195(auch)-194(der)-194(Papa)-195(wieder)-194(eine)-194(Frau)-194(genommen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 245.496 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.575 0 Td [(es)-194(war)]TJ -253.071 -13.55 Td [(so)-237(viel,)-239(viel)-237(h\374bscher,)-239(als)-237(wir)-237(beide)-237(allein)-236(waren!)-246(Alle)-237(Tage)-236(mu\337)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-258(lange)-258(Reden)-258(h\366ren)-258(\374ber)-258(Sitte)-258(und)-258(Anstand)-258(und)-258(ich)-258(will)-258(doch)]TJ 0 -13.549 Td [(keine)-348(Dame)-348(sein,)-373(ich)-348(will)-348(es)-347(nicht)]TJ/F22 10.9091 Tf 158.034 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.251 0 Td [(und)-348(wenn)-348(sie)-348(es)-348(zehnmal)]TJ -167.285 -13.549 Td [(sagt!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 29.389 0 Td [(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -17.433 -14.251 Td [(Als)-390(sie)-391(mit)-390(ihrem)-390(Vater)-391(noch)-390(allein)-390(war,)-426(f\374hrte)-390(sie)-390(freilich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein)-411(ungebundeneres)-412(und)-411(lustigeres)-411(Leben.)-734(Niemand)-411(hatte)-411(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(Vorschriften)-589(zu)-588(machen)-589(oder)-588(durfte)-588(ihre)-589(dummen)-588(Streiche)]TJ 0 -13.549 Td [(hindern;)-264(was)-259(sie)-260(auch)-259(ausf\374hrte,)-262(es)-259(galt)-260(alles)-259(als)-259(un\374bertrefflich.)]TJ 0 -13.549 Td [(Das)-422(Lernen)-422(wurde)-422(nur)-422(als)-422(langweilige)-422(Nebensache)-422(betrachtet)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-397(die)-397(Gouvernanten)-396(f\374gten)-397(sich)-397(entweder)-397(dem)-397(Willen)-396(ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(Sch\374lerin)-311(oder)-311(sie)-311(gingen)-312(davon.)-433(Beklagte)-311(sich)-311(ja)-311(einmal)-311(diese)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([4])]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(oder)-368(jene)-367(bei)-368(dem)-367(Vater)-368(und)-367(hatte)-368(derselbe)-367(auch)-368(wirklich)-367(den)]TJ 0 -13.549 Td [(festen)-308(Entschlu\337)-308(gefa\337t,)-323(ein)-308(Machtwort)-309(zu)-308(sprechen)-308(gegen)-308(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(unb\344ndiges)-294(Kind,)-305(er)-294(kam)-295(nicht)-294(dazu,)-305(es)-294(auszuf\374hren.)-382(Sobald)-294(er)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-283(ernster)-282(Miene)-283(ihr)-283(gegen\374ber)-282(trat,)-291(fiel)-283(Ilse)-282(ihm)-283(um)-283(den)-282(Hals,)]TJ 0 -13.55 Td [(nannte)-300(ihn)-301(ihren)-300(\273einzigen,)-314(kleinen)-300(Papa\253,)-313(trotzdem)-301(er)-300(ein)-300(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337er,)-295(kr\344ftiger)-286(Mann)-285(war,)-295(und)-286(k\374\337te)-286(ihm)-286(Mund)-286(und)-285(Wangen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Versuchte)-300(er,)-314(ihr)-300(ernste)-301(Vorstellungen)-300(zu)-300(machen,)-314(hielt)-300(sie)-300(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(Mund)-250(zu.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Ich)-260(wei\337)-261(ja)-260(alles,)-263(was)-261(du)-260(mir)-261(sagen)-260(willst,)-263(und)-261(ich)-260(will)-260(mich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ganz)-411(gewi\337)-410(bessern!\253)-411(mit)-410(solchen)-411(und)-410(\344hnlichen)-411(Worten)-410(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Versprechungen)-258(tr\366stete)-259(sie)-258(den)-259(Papa)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.779 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.273 0 Td [(ach)-258(und)-259(wie)-258(gern)-259(lie\337)-258(er)]TJ -175.052 -13.549 Td [(sich)-303(also)-302(tr\366sten!)-408(Er)-303(konnte)-303(dem)-303(Kinde)-302(nie)-303(ernstlich)-303(z\374rnen,)-315(es)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-250(sein)-250(alles.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Als)-309(Ilses)-309(Mutter)-308(starb,)-324(legte)-309(sie)-308(ihm)-309(das)-309(kleine)-309(hilflose)-308(Ding)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-496(den)-495(Arm.)-987(Es)-495(hatte)-496(die)-495(sch\366nen,)-557(frohen)-495(Augen)-496(der)-495(fr\374h)]TJ 0 -13.549 Td [(Geschiedenen)-298(geerbt,)-310(und)-298(blickte)-297(sie)-298(ihn)-298(an,)-310(war)-298(es)-298(ihm,)-310(als)-297(ob)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(Gattin,)-250(die)-250(er)-250(so)-250(sehr)-250(geliebt)-250(hatte,)-250(ihn)-250(anl\344chle.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Lange)-347(Jahre)-347(war)-347(er)-346(einsam)-347(geblieben)-347(und)-347(hatte)-347(nur)-347(f\374r)-346(sein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kind)-296(gelebt.)-389(Da)-296(lernte)-296(er)-297(seine)-296(zweite)-296(Frau)-296(kennen.)-389(Ihr)-296(kluges,)]TJ 0 -13.549 Td [(sanftes)-250(Wesen)-250(fesselte)-250(ihn)-250(so,)-250(da\337)-250(er)-250(sie)-250(heimf\374hrte.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Frau)-490(Anne)-490(betrat)-490(das)-490(Haus)-490(ihres)-490(Mannes)-490(mit)-490(dem)-490(festen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorsatze,)-276(seinem)-270(Kinde)-270(die)-271(treueste,)-275(liebevollste)-271(Mutter)-270(zu)-270(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-407(alles)-407(aufzubieten,)-447(um)-407(ihr)-407(die)-407(fr\374h)-407(Verlorene)-407(zu)-407(ersetzen;)]TJ 0 -13.549 Td [(indes)-397(jede)-397(herzliche)-397(Ann\344herung)-397(von)-397(ihrer)-397(Seite)-397(scheiterte)-396(an)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilses)-237(trotzigem)-238(Widerstande.)-246(Bald)-237(ein)-238(Jahr)-237(waltete)-238(sie)-237(nun)-237(schon)]TJ 0 -13.55 Td [(als)-484(Frau)-484(und)-483(Stiefmutter)-484(und)-484(noch)-483(immer)-484(hatte)-484(sie)-484(es)-483(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(vermocht,)-250(Ilses)-250(Liebe)-250(zu)-250(gewinnen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 157.844 0 Td [(\023)-250(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -145.888 -14.367 Td [(Die)-411(G\344ste)-411(blieben)-411(zum)-411(Abendessen)-411(auf)-410(Moosdorf,)-452(so)-410(hie\337)]TJ -11.956 -13.55 Td [(das)-256(gro\337e)-256(Gut)-255(des)-256(Oberamtmann)-256(Macket.)-267(Als)-256(der)-256(Tisch)-255(gedeckt)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-257(und)-257(alle)-257(sich)-257(an)-257(demselben)-257(niedergesetzt)-258(hatten,)-258(fragte)-257(Herr)]TJ 0 -13.549 Td [(Macket,)-250(warum)-250(Ilse)-250(noch)-250(nicht)-250(anwesend)-250(sei.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Frau)-424(Anne)-424(erhob)-423(sich)-424(und)-424(zog)-424(an)-423(der)-424(Klingelschnur.)-771(Der)]TJ -11.956 -13.55 Td [(eintretenden)-409(Dienstmagd)-409(befahl)-409(sie,)-449(das)-409(Fr\344ulein)-409(zu)-409(Tisch)-409(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(rufen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.473 0 Td [(\023)-250(\023)-250(\023)-250(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf -101.228 0 Td [([5])]TJ
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+ -263.22 -30.759 Td [(Ilse)-439(sa\337)-438(noch)-439(in)-439(derselben)-438(Stellung)-439(am)-439(Fenster.)-816(Sie)-438(hatte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-217(eingeschlossen)-216(und)-217(die)-216(Magd)-217(mu\337te)-217(erst)-216(t\374chtig)-217(pochen)-216(und)]TJ 0 -13.549 Td [(rufen,)-250(bevor)-250(sie)-250(sich)-250(bequemte,)-250(die)-250(Th\374r)-250(zu)-250(\366ffnen.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Sie)-458(sollen)-458(herunterkommen,)-511(Fr\344ulein,)-510(die)-458(gn\344dige)-458(Mama)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hat)-356(es)-355(befohlen,\253)-356(sagte)-355(Kathrine)-356(und)-356(betonte)-355(das)-356(\273sollen\253)-355(und)]TJ 0 -13.549 Td [(\273befohlen\253)-250(so)-250(recht)-250(auffallend.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-244(soll!\253)-244(rief)-243(Ilse)-244(und)-244(wandte)-244(den)-244(Kopf)-244(hastig)-243(herum,)-245(\273aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-250(will)-250(nicht!)-250(Sag)]TJ/F22 10.9091 Tf 80.302 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(das)-250(der)-250(gn\344digen)-250(Frau)-250(Mama!\253)]TJ -74.706 -15.856 Td [(\273Ja,\253)-310(sagte)-310(Kathrine,)-325(so)-310(recht)-310(befriedigt)-310(von)-310(dieser)-310(Antwort,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(denn)-268(auch)-269(sie)-268(war)-269(durchaus)-268(nicht)-269(damit)-268(einverstanden)-268(gewesen,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-533(wieder)-533(eine)-533(Frau)-534(in)-533(das)-533(Haus)-533(gekommen)-533(war,)-604(welche)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-412(sch\366nen)-411(Freiheit)-412(ein)-412(Ende)-411(gemacht)-412(hatte,)-452(\273ja,)-452(ich)-411(werd)]TJ/F22 10.9091 Tf 272.754 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)]TJ -276.387 -13.549 Td [(bestellen.)-1163(Gn\344diges)-554(Fr\344ulein)-554(haben)-554(ganz)-554(recht,)-630(das)-554(ewige)]TJ 0 -13.549 Td [(Befehlen,)-360(wenn)-338(man)-339(selbst)-338(alt)-338(genug)-338(ist,)-360(ist)-338(h\366chst)-338(unpassend,)]TJ 0 -13.55 Td [(noch)-250(dazu,)-250(wenn)-250(fremde)-250(Leute)-250(dabei)-250(sind.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Und)-187(sie)-188(ging)-187(hinunter)-188(in)-187(das)-187(Speisezimmer)-188(und)-187(f\374hrte)-188(w\366rt)1(lich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilses)-250(Bestellung)-250(aus.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Herr)-179(Macket)-179(blickte)-178(seine)-179(Frau)-179(verlegen)-179(an,)-193(er)-179(wu\337te)-179(gar)-178(nicht,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(was)-337(diese)-336(Antwort)-337(bedeuten)-337(sollte.)-510(Sie)-336(verstand)-337(seine)-336(stumme)]TJ 0 -13.549 Td [(Frage)-248(und)-248(ohne)-247(im)-248(geringsten)-248(den)-248(Unmut)-248(merken)-247(zu)-248(lassen,)-248(den)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-332(in)-332(ihrem)-332(Innern)-332(empfand,)-353(sagte)-331(sie)-332(gelassen:)-414(\273Ilse)-332(ist)-332(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(ganz)-313(wohl,)-329(lieber)-313(Mann,)-329(sie)-313(klagte)-313(etwas)-313(\374ber)-313(Kopfschmerzen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Kathrine)-250(hat)-250(ihre)-250(Bestellung)-250(ungeschickt)-250(ausgerichtet.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Alle)-207(Anwesenden)-207(errieten)-207(sofort,)-215(da\337)-207(Frau)-207(Anne)-207(eine)-206(Ausrede)]TJ -11.956 -13.55 Td [(machte,)-423(nur)-388(Herr)-389(Macket)-388(glaubte,)-423(da\337)-388(es)-388(sich)-389(in)-388(Wahrheit)-388(so)]TJ 0 -13.549 Td [(verhielt.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Wollen)-385(wir)-384(nicht)-385(lieber)-385(einen)-384(Boten)-385(zum)-385(Arzt)-384(schicken?\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(fragte)-250(er)-250(besorgt.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Die)-315(Antwort)-316(hierauf)-315(gab)-316(ihm)-315(sein)-315(Kind)-316(selbst,)-331(das)-316(hei\337t,)-332(si)1(e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bewies)-414(ihm,)-454(da\337)-414(ihr)-413(kein)-414(Finger)-414(weh)-413(that.)-741(Laut)-414(jubelnd)-413(und)]TJ 0 -13.549 Td [(lachend)-373(trieb)-373(sie)-373(einen)-372(Reif)-373(mit)-373(einem)-373(Stock)-373(\374ber)-373(den)-372(gro\337en)]TJ 0 -13.55 Td [(Rasenplatz,)-390(und)-362(der)-362(Jagdhund,)-390(Tyras,)-390(sprang)-362(demselben)-362(nach,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-323(wenn)-323(er)-323(mit)-323(seinen)-323(Pfoten)-323(den)-323(Reif)-323(beinahe)-323(erhascht)-322(hatte)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([6])]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(und)-242(ihn)-242(doch)-243(nicht)-242(halten)-242(konnte,)-244(stie\337)-242(er)-242(ein)-242(\344rgerliches)-242(Geheul)]TJ 0 -13.549 Td [(aus,)-250(wor\374ber)-250(Ilse)-250(sich)-250(totlachen)-250(wollte.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Herrn)-368(Mackets)-369(Gesicht)-368(verkl\344rte)-368(sich)-369(ordentlich)-368(bei)-368(diesem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Anblicke.)-393(Er)-297(stand)-298(auf,)-309(trat)-297(in)-298(die)-297(offenstehende)-298(Fl\374gelth\374r)-297(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmers)-206(und)-206(eben)-206(im)-206(Begriffe,)-215(Ilse)-206(zu)-206(rufen,)-215(hielt)-206(ihn)-206(Frau)-206(Anne)]TJ 0 -13.549 Td [(davon)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273La\337)-206(sie)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.037 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.705 0 Td [(ich)-206(bitte)-207(dich,)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.086 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.704 0 Td [(lieber)-206(Mann,\253)-207(bat)-206(sie,)-215(vor)-206(Unwillen)]TJ -127.488 -13.549 Td [(leicht)-389(err\366tend,)-424(und)-389(zu)-389(den)-389(G\344sten)-389(gewendet)-389(setzte)-388(sie)-389(hinzu:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Es)-232(thut)-232(mir)-232(leid,)-236(nun)-232(doch)-232(die)-232(Wahrheit)-233(sagen)-232(zu)-232(m\374ssen,)-235(indes)]TJ 0 -13.55 Td [(Ilses)-250(Benehmen)-250(zwingt)-250(mich)-250(dazu.\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Und)-246(sie)-246(erz\344hlte)-246(so)-247(mildernd)-246(als)-246(m\366glich)-246(den)-246(kleinen)-246(Vorfall.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Es)-307(wurde)-306(dar\374ber)-307(gelacht,)-321(ja)-307(Herr)-306(von)-307(Sch\344ffer)-307(behauptete,)-320(die)]TJ 0 -13.55 Td [(kleine)-254(habe)-253(Temperament)-254(und)-253(es)-254(sei)-253(schade,)-255(da\337)-253(sie)-254(kein)-253(Knabe)]TJ 0 -13.549 Td [(sei.)-365(Seine)-288(hochgebildete)-288(Frau)-289(konnte)-288(ihm)-288(nicht)-289(beistimmen,)-297(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(fand)-279(das)-279(wilde)-279(M\344dchen)-278(geradezu)-279(entsetzlich)-279(und)-279(nannte)-279(es)-278(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-250(Heimwege)-250(ein)]TJ/F24 10.9091 Tf 87.557 0 Td [(enfant)-250(terrible)]TJ/F16 10.9091 Tf 62.727 0 Td [(.)]TJ -138.328 -16.626 Td [(Als)-431(die)-432(G\344ste)-431(fortgefahren)-432(waren,)-476(blieb)-432(der)-431(Prediger)-431(noch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck.)-546(Derselbe)-349(war)-349(ein)-348(wohlwollender,)-374(nachsichtiger)-348(Mann,)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-534(Ilsen)-533(v\344terlich)-534(zugethan)-533(war.)-1101(Er)-534(hatte)-533(sie)-534(getauft)-533(und)]TJ 0 -13.549 Td [(eingesegnet,)-345(unter)-326(seinen)-326(Augen)-326(war)-326(sie)-326(herangewachsen.)-478(Seit)]TJ 0 -13.55 Td [(kurzer)-535(Zeit,)-605(seitdem)-535(die)-535(letzte)-534(Gouvernante)-535(ihren)-534(Abschied)]TJ 0 -13.549 Td [(genommen)-250(hatte,)-250(leitete)-250(er)-250(auch)-250(ihren)-250(Unterricht.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Es)-172(trat)-172(ein)-172(augenblickliches,)-188(beinahe)-172(peinliches)-172(Stillschweigen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ein.)-315(Ein)-272(jeder)-272(der)-271(drei)-272(Anwesenden)-272(hatte)-271(etwas)-272(auf)-272(dem)-271(Herzen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-378(scheute)-377(sich)-378(doch,)-410(das)-378(erste)-377(Wort)-378(zu)-378(sprechen.)-633(Herr)-377(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Frau)-314(Macket)-315(sa\337en)-314(am)-314(Tische,)-331(er)-314(rauchend,)-330(sie)-315(eifrig)-314(mit)-314(einer)]TJ 0 -13.549 Td [(Handarbeit)-374(besch\344ftigt.)-623(Prediger)-374(Wollert)-374(ging)-374(im)-374(Zimmer)-374(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-290(ab)-290(und)-290(sah)-290(recht)-289(ernst)-290(und)-290(nachdenklich)-290(aus.)-370(Endlich)-289(blieb)]TJ 0 -13.55 Td [(er)-250(vor)-250(dem)-250(Oberamtmann)-250(stehen.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Es)-367(kann)-368(nichts)-367(helfen,)-396(lieber)-368(Freund,\253)-367(redete)-367(er)-367(denselben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(an,)-390(\273das)-361(Wort)-362(mu\337)-361(heraus.)-585(Es)-362(geht)-361(nicht)-362(mehr)-361(so)-362(weiter,)-389(wir)]TJ 0 -13.55 Td [(k\366nnen)-394(das)-394(unb\344ndige)-394(Kind)-395(nicht)-394(z\374geln,)-430(es)-394(ist)-394(uns)-394(\374ber)-394(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Kopf)-250(gewachsen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([7])]TJ
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+ -263.22 -30.759 Td [(Der)-425(Oberamtmann)-426(sah)-425(den)-426(Prediger)-425(verwundert)-426(an.)-776(\273Wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(meinen)-250(Sie)-250(das?\253)-250(fragte)-250(er,)-250(\273ich)-250(verstehe)-250(Sie)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Meine)-520(Meinung)-519(ist,)-587(geradeheraus)-520(gesagt,)-587(die,\253)-520(fuhr)-519(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erstere)-250(fort,)-250(\273das)-250(Kind)-250(mu\337)-250(fort)-250(von)-250(hier,)-250(in)-250(eine)-250(Pension.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Ilse?)-745(In)-416(eine)-415(Pension?)-745(Aber)-416(warum,)-456(sie)-415(hat)-415(doch)-415(nichts)]TJ -11.956 -13.55 Td [(verbrochen!\253)-250(rief)-250(Herr)-250(Macket)-250(ganz)-250(erschreckt.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Verbrochen!\253)-480(wiederholte)-479(l\344chelnd)-480(der)-480(Prediger.)-938(\273Nein,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nein,)-229(das)-223(hat)-223(sie)-223(nicht!)-241(Aber)-223(mu\337)-223(denn)-223(ein)-223(Kind)-223(erst)-223(etwas)-223(B\366ses)]TJ 0 -13.549 Td [(gethan)-296(haben,)-309(um)-296(in)-296(ein)-297(Institut)-296(zu)-297(kommen?)-389(Es)-297(ist)-296(doch)-296(keine)]TJ 0 -13.549 Td [(Strafanstalt.)-593(H\366ren)-364(Sie)-364(mich)-364(ruhig)-364(an,)-393(lieber)-364(Freund,\253)-364(fuhr)-364(er)]TJ 0 -13.55 Td [(bes\344nftigend)-329(fort)-329(und)-329(legte)-328(die)-329(Hand)-329(auf)-329(Mackets)-329(Schulter,)-348(als)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-306(sah,)-320(da\337)-307(dieser)-306(heftig)-306(auffahren)-306(wollte.)-419(\273Sie)-306(wissen,)-320(wie)-306(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-397(liebe,)-434(und)-397(wissen)-397(auch,)-434(da\337)-397(ich)-398(nur)-397(das)-397(Beste)-397(f\374r)-397(sie)-397(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Auge)-265(habe;)-272(nun)-265(wohl,)-268(ich)-265(habe)-265(reiflich)-264(\374berlegt)-265(und)-265(bin)-265(zu)-264(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Resultate)-394(gekommen,)-430(da\337)-393(Sie,)-430(Ihre)-394(Frau)-394(und)-394(ich)-394(nicht)-393(Macht)]TJ 0 -13.55 Td [(genug)-293(besitzen,)-303(sie)-293(zu)-293(erziehen.)-379(Sie)-292(trotzt)-293(uns)-293(allen)-293(dreien,)-303(was)]TJ 0 -13.549 Td [(soll)-241(daraus)-241(werden?)-247(Sie)-241(hat)-241(soeben)-241(ein)-241(gl\344nzendes)-241(Beispiel)-240(ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(widerspenstigen)-250(Natur)-250(gegeben.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Der)-481(Oberamtmann)-481(trommelte)-481(auf)-481(dem)-481(Tische.)-943(\273Das)-480(war)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eine)-292(Ungezogenheit,)-302(die)-291(ich)-292(bestrafen)-291(werde,\253)-292(sagte)-292(er.)-374(\273Etwas)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlimmes)-266(kann)-266(ich)-266(nicht)-267(darin)-266(finden.)-298(Mein)-266(Gott,)-270(Ilse)-266(ist)-266(jung,)]TJ 0 -13.55 Td [(halb)-196(noch)-196(ein)-195(Kind,)-207(und)-196(Jugend)-195(mu\337)-196(austoben.)-232(Weshalb)-196(soll)-195(man)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-286(\374berm\374tigen)-285(M\344dchen)-286(so)-285(strenge)-286(Fesseln)-285(anlegen)-286(und)-285(es)]TJ 0 -13.549 Td [(Knall)-284(und)-284(Fall)-284(in)-284(eine)-284(Pension)-284(bringen?)-351(Was)-284(ist)-284(dabei,)-293(wenn)-283(es)]TJ 0 -13.549 Td [(einmal)-288(\374ber)-289(den)-288(Strang)-289(schl\344gt?)-365(Verstand)-288(kommt)-289(nicht)-288(vor)-288(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Jahren!)-245(Was)-234(sagst)-235(du)-234(dazu,)-238(Anne,\253)-234(wandte)-235(er)-234(sich)-235(an)-234(seine)-234(Frau,)]TJ 0 -13.55 Td [(\273du)-250(denkst)-250(wie)-250(ich,)-250(nicht)-250(wahr?\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Ich)-202(dachte)-202(wie)-203(du,\253)-202(entgegnete)-202(Frau)-202(Anne,)-212(\273vor)-202(einem)-202(Jahre,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(als)-323(ich)-323(dieses)-324(Haus)-323(betrat.)-469(Heute)-323(urteile)-324(ich)-323(anders,)-341(heute)-323(mu\337)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-260(dem)-260(Herrn)-260(Prediger)-261(recht)-260(geben.)-280(Ilse)-260(ist)-260(schwer)-260(zu)-260(erziehen,)]TJ 0 -13.549 Td [(trotz)-470(aller)-471(Herzensg\374te,)-525(die)-470(sie)-471(besitzt.)-911(Ich)-470(wei\337)-470(nichts)-470(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-397(anzufangen,)-434(soviel)-397(M\374he)-397(ich)-397(mir)-397(auch)-397(gebe.)-691(Gew\366hnlich)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([8])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(thut)-441(sie)-441(das)-441(Gegenteil)-442(von)-441(dem,)-489(was)-441(ich)-441(ihr)-441(sage.)-823(Bitte)-441(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(sie,)-538(ihre)-481(Aufgaben)-481(zu)-480(machen,)-539(so)-480(thut)-481(sie)-481(entweder,)-538(als)-480(ob)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(sie)-371(mich)-370(nicht)-370(verstanden)-371(hat,)-401(oder)-370(sie)-371(nimmt)-370(h\366chst)-370(unwillig)]TJ 0 -13.549 Td [(ihre)-311(B\374cher,)-326(wirft)-311(sie)-311(auf)-311(den)-311(Tisch,)-326(setzt)-311(sich)-311(davor)-311(und)-311(treibt)]TJ 0 -13.549 Td [(allerhand)-320(Nebendinge.)-462(Nach)-320(kurzer)-321(Zeit)-320(erhebt)-321(sie)-320(sich)-320(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-364(fort)-364(ist)-364(sie!)-591(Da)-364(hilft)-364(kein)-364(g\374tiges)-363(Zureden,)-393(keine)-363(Strenge,)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-411(will)-410(nicht!)-732(Frage)-410(den)-411(Herrn)-410(Prediger,)-451(wie)-410(ungleichm\344\337ig)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilses)-268(wissenschaftliche)-267(Bildung)-268(ist,)-271(wie)-268(sie)-267(zuweilen)-268(sogar)-267(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(orthographische)-250(Fehler)-250(macht.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Was)-215(kommt)-215(bei)-214(einem)-215(M\344dchen)-215(darauf)-215(an,\253)-215(entgegnete)-214(Herr)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Macket)-367(und)-367(erhob)-366(sich.)-601(\273Eine)-366(Gelehrte)-367(soll)-367(sie)-367(nicht)-366(werden;)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-260(sie)-260(einen)-260(Brief)-260(schreiben)-260(kann)-260(und)-260(das)-260(Einmaleins)-260(gelernt)]TJ 0 -13.549 Td [(hat,)-250(wei\337)-250(sie)-250(genug.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Der)-272(Prediger)-271(l\344chelte.)-316(\273Das)-271(ist)-272(Ihr)-272(Ernst)-272(nicht,)-277(lieber)-271(Freund.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Oder)-509(w\374rde)-510(es)-509(Ihnen)-509(Freude)-509(machen,)-575(wenn)-509(man)-509(von)-509(Ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(Tochter)-229(sagte,)-233(da\337)-228(sie)-229(dumm)-229(sei)-229(und)-228(nichts)-229(gelernt)-229(habe!)-243(Ilse)-228(hat)]TJ 0 -13.549 Td [(gute)-338(Anlagen,)-359(es)-338(fehlt)-337(ihr)-338(nur)-338(der)-337(Trieb,)-360(die)-337(Lust)-338(zum)-337(Lernen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Beides)-200(wird)-200(sich)-201(einstellen,)-210(sobald)-200(sie)-200(unter)-200(junge)-200(M\344dchen)-200(ihres)]TJ 0 -13.55 Td [(Alters)-209(kommt.)-237(Das)-209(Streben)-210(derselben)-209(wird)-210(ihren)-209(Ehrgeiz)-209(wecken)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(ihr)-250(bester)-250(Lehrmeister)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Die)-304(Wahrheit)-303(dieser)-304(Worte)-304(leuchtete)-303(Herrn)-304(Macket)-303(ein,)-317(aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-392(Liebe)-393(zu)-392(seinem)-392(Kinde)-392(lie\337)-392(es)-393(ihn)-392(nicht)-392(laut)-392(eingestehen.)]TJ 0 -13.55 Td [(Der)-368(Gedanke,)-397(dasselbe)-368(von)-368(sich)-368(zu)-368(geben,)-398(war)-368(ihm)-367(furchtbar.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nicht)-220(t\344glich)-220(es)-220(sehen)-220(und)-221(h\366ren)-220(zu)-220(k\366nnen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 193.482 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.856 0 Td [(ihm)-220(war)-220(als)-220(ob)-220(die)]TJ -201.338 -13.549 Td [(Sonne)-257(pl\366tzlich)-256(aufh\366ren)-257(m\374sse)-256(zu)-257(scheinen,)-258(als)-256(solle)-257(ihm)-256(Licht)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(Leben)-250(genommen)-250(werden.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Frau)-394(Anne)-394(empfand,)-431(was)-394(in)-394(ihres)-394(Mannes)-394(Herzen)-394(vorging,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(liebevoll)-250(trat)-250(sie)-250(zu)-250(ihm)-250(und)-250(ergriff)-250(seine)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Denke)-399(nicht,)-437(da\337)-399(ich)-400(hart)-399(bin,)-437(Richard,)-436(wenn)-400(ich)-399(f\374r)-399(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorschlag)-323(unsres)-323(Freundes)-322(stimme,\253)-323(sagte)-323(sie.)-468(\273Ilse)-323(steht)-322(jetzt)]TJ 0 -13.55 Td [(auf)-316(der)-316(Grenze)-316(zwischen)-316(Kind)-316(und)-315(Jungfrau,)-333(noch)-316(hat)-316(sie)-315(Zeit,)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-206(Vers\344umte)-206(nachzuholen)-206(und)-206(ihre)-206(unb\344ndige)-206(Natur)-206(zu)-205(z\374geln.)]TJ 0 -13.549 Td [(Geschieht)-308(das)-307(nicht,)-322(so)-307(k\366nnte)-308(man)-307(eines)-308(Tages)-307(unser)-308(Kind)-307(als)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([9])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(unweiblich)-250(bezeichnen,)-250(w\344re)-250(das)-250(nicht)-250(furchtbar?\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Er)-395(h\366rte)-395(kaum,)-432(was)-395(sie)-395(sprach.)-686(\273Ihr)-395(wollt)-395(sie)-395(einsperren,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sagte)-348(er)-348(erregt,)-373(\273aber)-348(das)-348(h\344lt)-348(sie)-348(nicht)-348(aus.)-544(La\337t)-348(sie)-348(erst)-348(\344lter)]TJ
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+ -275.176 -30.759 Td [(werden,)-250(es)-250(ist)-250(dann)-250(immer)-250(noch)-250(Zeit)-250(genug,)-250(sie)-250(fortzugeben.\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Dagegen)-413(protestierten)-412(Frau)-413(Anne)-413(und)-412(der)-413(Prediger)-413(auf)-412(das)]TJ -11.956 -13.55 Td [(entschiedenste;)-226(sie)-214(bewiesen,)-221(da\337)-214(jetzt)-214(die)-214(h\366chste)-213(Zeit)-214(sei,)-221(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(Pension)-250(noch)-250(etwas)-250(n\374tzen)-250(solle.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Ich)-333(w\374\337te)-334(ein)-333(Institut)-334(in)-333(W.,)-355(das)-333(ich)-334(f\374r)-333(Ilse)-333(ausgezeichnet)]TJ -11.956 -13.55 Td [(empfehlen)-487(k\366nnte,\253)-487(erkl\344rte)-488(der)-487(Prediger.)-961(\273Die)-487(Vorsteherin)]TJ 0 -13.549 Td [(desselben)-290(ist)-289(mir)-290(genau)-290(bekannt,)-300(sie)-289(ist)-290(eine)-290(vorz\374gliche)-289(Dame.)]TJ 0 -13.549 Td [(Neben)-248(der)-247(Pension,)-248(die)-248(unter)-248(ihrer)-247(Leitung)-248(herrlich)-248(gediehen)-247(ist,)]TJ 0 -13.549 Td [(hat)-261(sie)-260(eine)-261(Tagesschule)-261(in)-260(das)-261(Leben)-260(gerufen,)-264(die)-260(sich)-261(von)-260(Jahr)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-402(Jahr)-403(vergr\366\337ert)-402(hat.)-707(Ilse)-402(w\374rde)-403(den)-402(besten)-402(Unterricht)-402(und)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-271(liebevollste)-271(Pflege)-270(vereint)-271(finden.)-312(Und)-271(welch)-271(ein)-271(Vorzug)-270(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-258(die)-258(wunderbare)-258(Lage)-259(dieses)-258(Ortes.)-274(Die)-258(Berge)-258(ringsum,)-260(die)]TJ 0 -13.549 Td [(kostbare)-250(Luft)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.2 0 Td [(\023)-250(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 21.818 0 Td [(\253)]TJ -71.062 -14.251 Td [(\273Ja)-274(ja,\253)-274(unterbrach)-273(ihn)-274(Herr)-274(Macket)-274(unruhig)-274(und)-273(abwehrend,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273ich)-157(glaube)-158(das)-157(alles)-158(gern!)-219(Aber)-157(la\337t)-157(mir)-158(Zeit,)-176(best\374rmt)-157(mich)-157(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(weiter.)-241(Ein)-224(so)-224(wichtiger)-224(Entschlu\337,)-224(selbst)-224(wenn)-224(er)-224(notwendig)-223(ist,)]TJ 0 -13.549 Td [(bedarf)-250(der)-250(Reife.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 81.786 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -69.83 -14.251 Td [(Er)-250(kam)-250(schneller)-250(als)-250(er)-250(geglaubt)-250(hatte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 169.657 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -169.657 -14.25 Td [(Am)-694(andern)-694(Morgen,)-805(es)-694(war)-694(noch)-694(sehr)-694(fr\374h,)-805(traf)-694(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Oberamtmann)-352(sein)-352(T\366chterchen,)-378(wie)-352(es)-352(eben)-352(im)-352(Begriffe)-352(war,)]TJ 0 -13.55 Td [(hinaus)-435(auf)-435(die)-435(Wiese)-435(zu)-435(reiten,)-481(um)-435(das)-435(Heu)-435(mit)-434(einzuholen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ungeniert)-324(hatte)-324(Fr\344ulein)-324(Ilse)-324(sich)-324(auf)-324(eines)-324(der)-324(Pferde,)-342(das)-324(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-274(Leiterwagen)-274(gespannt)-275(war,)-280(von)-274(dem)-274(Kutscher)-274(hinaufheben)]TJ 0 -13.549 Td [(lassen,)-263(derselbe)-261(stand)-260(auf)-261(dem)-260(Wagen)-261(und)-260(hielt)-261(die)-260(Z\374gel)-261(in)-260(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Hand.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Guten)-519(Morgen,)-585(Papachen!\253)-519(rief)-518(sie)-519(ihm)-518(laut)-519(schon)-518(von)]TJ -11.956 -13.549 Td [(weitem)-388(entgegen,)-423(\273wir)-389(wollen)-388(auf)-388(die)-389(Wiese)-388(fahren,)-423(das)-388(Heu)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337)-330(herein;)-370(der)-330(Hofmeister)-330(sagt,)-350(wir)-330(bekommen)-330(gegen)-330(Mittag)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)-250(Gewitter.)-250(Ich)-250(will)-250(gleich)-250(mit)-250(aufladen)-250(helfen!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([10])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.25 Td [(Der)-593(Vater)-594(hatte)-593(heute)-593(nicht)-594(die)-593(unbefangene)-593(Freude)-593(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dem)-437(Wesen)-437(seines)-437(Kindes,)-484(ihm)-437(fielen)-437(die)-437(Worte)-436(seiner)-437(Frau)]TJ 0 -13.549 Td [(vom)-397(gestrigen)-397(Abend)-397(ein.)-691(Ilse)-397(sah)-397(wenig)-397(weiblich)-397(in)-396(diesem)]TJ 0 -13.55 Td [(Augenblicke)-342(aus,)-365(eher)-342(glich)-342(sie)-342(einem)-342(wilden)-342(Buben.)-526(Wie)-341(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(solcher)-410(sa\337)-409(sie)-410(auf)-410(dem)-410(Pferde)-410(und)-409(hatte)-410(die)-410(F\374\337e)-410(an)-409(beiden)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Seiten)-300(herunterh\344ngen.)-402(Das)-300(kurze)-300(blaue)-301(Kleid)-300(deckte)-300(dieselben)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht,)-393(man)-365(sah)-365(den)-364(plumpen,)-394(hohen)-364(Lederstiefel)-365(und)-365(noch)-364(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(St\374ck)-470(des)-470(bunten)-470(Strumpfes.)-910(Es)-470(war)-470(wahrlich)-470(kein)-470(sch\366ner)]TJ 0 -13.549 Td [(Anblick.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Steig)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.883 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.057 0 Td [(herab,)-330(Ilse,\253)-314(sagte)-313(Herr)-314(Macket,)-330(dicht)-314(zu)-314(ihr)-314(tretend,)]TJ -46.896 -13.549 Td [(um)-341(ihr)-340(beim)-341(Heruntersteigen)-341(behilflich)-340(zu)-341(sein,)-363(\273du)-341(wirst)-340(jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-400(auf)-400(die)-400(Wiese)-400(reiten,)-437(h\366rst)-400(du,)-438(sondern)-400(deine)-399(Aufgaben)]TJ 0 -13.549 Td [(machen.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Es)-514(war)-514(das)-513(erste)-514(Mal)-514(in)-514(ihrem)-514(Leben,)-579(da\337)-514(der)-514(Vater)-513(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so)-631(bestimmter)-632(Weise)-631(zu)-631(ihr)-631(sprach.)-1394(Im)-631(h\366chsten)-631(Grade)]TJ 0 -13.549 Td [(verwundert)-458(blickte)-458(sie)-458(ihn)-458(an,)-510(aber)-458(sie)-458(machte)-458(keine)-458(Miene,)]TJ 0 -13.549 Td [(seiner)-487(Aufforderung)-487(Folge)-486(zu)-487(leisten.)-960(Sie)-487(schlug)-487(die)-486(Arme)]TJ 0 -13.55 Td [(ineinander)-250(und)-250(fing)-250(an,)-250(herzlich)-250(zu)-250(lachen.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Hahahaha!)-696(Arbeiten)-399(soll)-398(ich!)-696(Du)-399(kleiner)-399(reizender)-398(Papa,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-304(kommst)-303(du)-304(denn)-303(auf)-304(diesen)-304(komischen)-303(Einfall?)-411(Mach)]TJ/F22 10.9091 Tf 259.144 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.944 0 Td [(nur)]TJ -266.088 -13.55 Td [(nicht)-380(ein)-379(so)-380(b\366ses)-380(Gesicht!)-639(Wei\337t)-379(du,)-412(wie)-380(du)-380(jetzt)-379(aussiehst?)]TJ 0 -13.549 Td [(Gerade)-376(wie)-376(Mademoiselle,)-407(die)-375(letzte,)-408(Papa,)-407(von)-376(den)-375(vielen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(wenn)-380(sie)-380(b\366se)-380(war!)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.144 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Fr\344ulein)-380(Ilse,)-412(gehen)-380(Sie)-380(auf)-380(Ihr)-380(Zimmer)]TJ/F24 10.9091 Tf -98.776 -13.549 Td [(mais)-377(tout-de-suite)]TJ/F16 10.9091 Tf 79.863 0 Td [(.)-630(Aben)-377(Sie)-377(mir)]TJ/F24 10.9091 Tf 74.657 0 Td [(compris)]TJ/F16 10.9091 Tf 35.15 0 Td [(!)]TJ/F22 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.743 0 Td [(Dabei)-377(zog)-377(sie)-376(die)]TJ -201.045 -13.549 Td [(Stirn)-255(in)-254(Falten)-255(und)-254(ri\337)-255(die)-254(Augen)-255(auf)]TJ/F22 10.9091 Tf 164.024 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.231 0 Td [(so\253,)-256(und)-254(sie)-255(versuchte)-254(es)]TJ -172.255 -13.549 Td [(nachzuahmen.)-246(\273Oh,)-240(es)-238(war)-238(zu)-238(himmlisch!)-246(Adieu)-238(Papachen,)-240(zum)]TJ 0 -13.55 Td [(Fr\374hst\374ck)-250(komm)]TJ/F22 10.9091 Tf 74.247 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(ich)-250(zur\374ck!\253)]TJ -68.651 -14.367 Td [(Sie)-244(warf)-243(ihm)-244(noch)-244(eine)-244(Ku\337hand)-243(zu,)-245(lachte)-244(ihn)-244(schelmisch)-243(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-354(fort)-354(ging)]TJ/F22 10.9091 Tf 59.237 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-354(im)-354(lustigen)-354(Trabe)-354(hinaus)-354(auf)-354(die)-354(Wiese)-354(in)-354(den)]TJ -62.87 -13.55 Td [(taufrischen)-250(Sommermorgen)-250(hinein.)]TJ 11.955 -14.367 Td [(Herr)-438(Macket)-438(sch\374ttelte)-438(den)-437(Kopf,)-485(mit)-438(einem)-438(Male)-438(stiegen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(ernstliche)-372(Bedenken)-372(wegen)-372(Ilses)-371(Zukunft)-372(in)-372(ihm)-372(auf.)-616(Er)-371(fand)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-464(Gedanken,)-518(sie)-464(in)-465(eine)-464(Pension)-464(zu)-464(geben,)-518(heute)-464(weniger)]TJ 0 -13.55 Td [(schrecklich,)-583(als)-516(gestern.)-1049(Sie)-516(hatte)-516(ihm)-516(soeben)-516(den)-516(Beweis)]TJ 0 -13.549 Td [(gegeben,)-322(da\337)-308(sie)-308(auch)-308(ihm)-308(Widerstand)-308(entgegensetzte.)-423(Freilich)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([11])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(mu\337te)-544(er)-544(sich)-544(gestehen,)-617(da\337)-544(er)-544(durch)-544(seine)-543(Nachgiebigkeit)]TJ 0 -13.549 Td [(denselben)-250(in)-250(ihr)-250(gro\337)-250(gezogen)-250(hatte.)]TJ 11.955 -14.368 Td [(Er)-186(ging)-187(in)-186(das)-186(Speisezimmer)-187(und)-186(trat)-186(von)-187(dort)-186(auf)-186(die)-187(Veranda,)]TJ -11.955 -13.549 Td [(die)-208(weinumrankt)-207(sich)-208(an)-208(der)-208(Vorderseite)-207(des)-208(Hauses)-208(entlang)-207(zog.)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(Seine)-250(Frau)-250(erwartete)-250(ihn)-250(dort)-250(am)-250(gedeckten)-250(Fr\374hst\374ckstische.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Ganz)-527(gegen)-527(seine)-527(Gewohnheit)-527(war)-527(er)-527(still)-527(und)-526(einsilbig.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Hattest)-223(du)-224(Unannehmlichkeiten?\253)-223(fragte)-223(Frau)-224(Anne)-223(und)-223(reichte)]TJ 0 -13.549 Td [(ihm)-250(den)-250(Kaffee.)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Nein,\253)-242(entgegnete)-242(er,)-244(\273das)-242(nicht.\253)-242(Er)-242(hielt)-242(einen)-242(Augenblick)]TJ -11.956 -13.549 Td [(inne,)-257(als)-255(ob)-256(es)-255(ihm)-256(schwer)-255(w\374rde,)-257(weiter)-256(zu)-255(sprechen,)-257(dann)-255(fuhr)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-321(fort:)-393(\273Ich)-321(m\366chte)-321(dir)-321(eine)-321(Mitteilung)-321(machen,)-339(oder)-321(richtiger)]TJ 0 -13.549 Td [(gesagt,)-212(dir)-202(meinen)-202(Entschlu\337)-202(wegen)-202(unsres)-202(gestrigen)-202(Gespr\344ches)]TJ 0 -13.549 Td [(verk\374nden.)-250(Zum)-250(1.)-250(Juli)-250(soll)-250(Ilse)-250(in)-250(die)-250(Pension.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Du)-250(scherzest,\253)-250(sagte)-250(Anne)-250(und)-250(sah)-250(ihn)-250(fragend)-250(an.)]TJ 0 -14.041 Td [(\273Es)-319(ist)-319(mein)-318(Ernst,\253)-319(erwiderte)-319(er.)-456(\273Wirst)-319(du)-319(im)-319(stande)-318(sein,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bis)-245(zu)-246(dem)-245(Termine)-245(alles)-245(zu)-245(Ilses)-246(Abreise)-245(einrichten)-245(zu)-245(k\366nnen?)]TJ 0 -13.549 Td [(Wir)-250(haben)-250(heute)-250(den)-250(12.)-250(Juni.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ja,)-260(das)-257(w\374rde)-258(ich)-258(k\366nnen,)-260(lieber)-257(Richard;)-262(aber)-258(verzeihe,)-259(mir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kommt)-382(dein)-382(Entschlu\337)-381(etwas)-382(\374bereilt)-382(vor.)-645(Wird)-382(er)-382(dich)-381(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(gereuen?)-235(La\337)-206(Ilse)-205(die)-206(sch\366nen)-206(Sommermonate)-205(noch)-206(ihre)-205(Freiheit)]TJ 0 -13.549 Td [(genie\337en)-295(und)-294(gieb)-295(sie)-295(erst)-294(zum)-295(Herbste)-294(fort.)-384(Der)-295(Abschied)-294(von)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-250(Heimat)-250(wird)-250(ihr)-250(dann)-250(weniger)-250(schwer)-250(werden.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Nein,)-689(keine)-601(Aenderung,\253)-602(sagte)-601(er,)-689(bei)-601(einem)-601(l\344ngeren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Hinausschieben)-259(seinen)-258(Wankelmut)-259(f\374rchtend,)-261(\273es)-258(bleibt)-259(dabei)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.55 Td [(zum)-250(1.)-250(Juli)-250(wird)-250(sie)-250(angemeldet.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Nach)-431(einigen)-432(Stunden)-431(kehrte)-432(Ilse)-431(wohlgemut)-432(mit)-431(erhitzten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Wangen)-538(und)-538(\374ber)-538(und)-537(\374ber)-538(mit)-538(Heu)-538(bestreut)-538(zum)-537(zweiten)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\374hst\374cke)-300(zur\374ck.)-401(Wie)-300(sie)-300(war,)-313(ohne)-300(den)-300(Anzug)-300(zu)-300(wechseln,)]TJ 0 -13.549 Td [(trat)-250(sie)-250(h\366chst)-250(vergn\374gt)-250(auf)-250(die)-250(Veranda.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Da)-375(bin)-374(ich,\253)-375(rief)-374(sie.)-624(\273Bin)-375(ich)-374(lange)-375(geblieben?)-624(Ich)-374(sage)]TJ -11.956 -13.55 Td [(dir,)-248(Papa,)-249(das)-248(Heu)-248(ist)-248(kostbar!)-249(Nicht)-248(einen)-248(Tropfen)-248(Regen)-248(hat)-247(es)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([12])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(bekommen.)-252(Du)-251(wirst)-251(deine)-250(Freude)-251(daran)-251(haben.)-252(Der)-250(Hofmeister)]TJ 0 -13.549 Td [(meint,)-250(so)-250(gut)-250(h\344tten)-250(wir)-250(es)-250(seit)-250(Jahren)-250(nicht)-250(gehabt.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273La\337)-246(das)-247(Heu)-246(jetzt,)-247(Ilse,\253)-246(entgegnete)-247(Herr)-246(Macket,)-247(\273und)-246(h\366re)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu,)-250(was)-250(ich)-250(dir)-250(sagen)-250(werde.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Er)-421(sagte)-422(es)-421(ziemlich)-421(ernst,)-464(es)-422(wurde)-421(ihm)-421(nicht)-421(leicht,)-464(von)]TJ -11.956 -13.55 Td [(seinem)-305(Plane)-305(zu)-305(sprechen)]TJ/F22 10.9091 Tf 117.519 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.78 0 Td [(sie)-305(war)-305(so)-305(ahnungslos,)-318(ja)-305(sie)-305(nahm)]TJ -126.299 -13.549 Td [(gar)-487(keine)-487(Notiz)-486(von)-487(seiner)-487(Stimmung.)-960(Ihr)-487(Augenmerk)-486(war)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(auf)-420(den)-419(wohlbesetzten)-420(Fr\374hst\374ckstisch)-419(gerichtet,)-462(sie)-420(war)-419(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(hungrig)-250(von)-250(der)-250(Fahrt.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Soll)-701(ich)-702(dir)-701(Fr\374hst\374ck)-701(schneiden?\253)-702(fragte)-701(Frau)-701(Anne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(freundlich,)-250(aber)-250(Ilse)-250(lehnte)-250(es)-250(ab.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ich)-344(will)-344(es)-344(schon)-344(selbst)-344(thun,\253)-345(sagte)-344(sie,)-367(nahm)-344(das)-344(Messer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-286(schnitt)-286(sich)-285(ein)-286(t\374chtiges)-286(St\374ck)-286(Schwarzbrot)-285(ab.)-358(Die)-285(Butter)]TJ 0 -13.549 Td [(strich)-321(sie)-322(fast)-321(fingerdick)-322(darauf.)-464(Nachdem)-321(sie)-322(ein)-321(dickes)-321(St\374ck)]TJ 0 -13.549 Td [(Wurst)-198(zugelangt)-198(hatte,)-208(fing)-198(sie)-197(an,)-209(wohlgemut)-197(zu)-198(essen.)-233(Bald)-197(von)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-296(Brote,)-308(bald)-296(von)-297(der)-296(Wurst,)-308(die)-296(sie)-296(in)-296(der)-296(Hand)-297(hielt,)-307(einen)]TJ 0 -13.55 Td [(Bissen)-337(nehmend.)-511(H\366chst)-337(ungeniert)-337(lehnte)-337(sie)-337(dabei)-337(hinten\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-217(einem)-218(Sessel)-217(und)-218(schlug)-217(die)-217(F\374\337e)-218(\374bereinander.)-239(Es)-217(schmeckte)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-250(k\366stlich.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ich)-296(denke,)-308(du)-296(wolltest)-297(mir)-296(etwas)-296(sagen,)-308(Papachen!\253)-296(rief)-296(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mit)-247(vollem)-247(Munde,)-248(\273nun)-247(schie\337)-247(los,)-248(ich)-247(bin)-247(ordentlich)-247(neugierig)]TJ 0 -13.549 Td [(darauf.\253)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Er)-411(z\366gerte)-411(etwas)-411(mit)-411(der)-410(Antwort,)-452(noch)-411(war)-410(es)-411(Zeit,)-451(noch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(konnte)-350(er)-350(seinen)-351(Entschlu\337)-350(zur\374cknehmen)]TJ/F22 10.9091 Tf 193.004 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.275 0 Td [(einen)-350(Augenblick)]TJ -202.279 -13.549 Td [(\374berlegte)-458(er)-458(und)-458(es)-458(fehlte)-458(nicht)-458(viel,)-510(so)-458(h\344tte)-458(er)-458(es)-458(wirklich)]TJ 0 -13.549 Td [(gethan,)-238(aber)-235(die)-236(Schw\344che)-235(ging)-235(vor\374ber)-235(und)-236(so)-235(ruhig)-235(wie)-235(es)-235(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(m\366glich)-250(war,)-250(teilte)-250(er)-250(Ilse)-250(seinen)-250(Beschlu\337)-250(mit.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Wenn)-391(er)-391(erwartet)-391(hatte,)-426(da\337)-391(sie)-391(sich)-391(st\374rmisch)-390(widersetzen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(w\374rde,)-273(so)-269(hatte)-269(er)-269(geirrt.)-306(Zwar)-269(blieb)-268(ihr)-269(buchst\344blich)-269(der)-268(Bissen)]TJ 0 -13.549 Td [(im)-163(Munde)-162(stecken)-163(vor)-163(Ueberraschung)-162(und)-163(Schreck,)-180(aber)-163(ihr)-162(Auge)]TJ 0 -13.55 Td [(flog)-318(zur)-319(Mutter)-318(hin\374ber)-318(und)-319(sie)-318(unterdr\374ckte)-318(den)-319(Sturm,)-335(der)-318(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-245(tobte.)-248(Um)-245(keinen)-245(Preis)-244(sollte)-245(diese)-245(erfahren,)-246(wie)-245(furchtbar)-244(es)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-310(war,)-324(die)-310(Heimat,)-324(den)-310(Vater)-310(vor)-309(allem,)-325(zu)-309(verlassen,)-325(sie,)-324(die)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([13])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(doch)-226(sicherlich)-225(nur)-226(allein)-225(die)-226(Anstifterin)-225(dieses)-226(Planes)-225(war,)-230(denn)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-353(Papa)]TJ/F22 10.9091 Tf 42.83 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.301 0 Td [(nein!)-558(Nimmermehr)-352(w\374rde)-353(er)-352(sie)-353(von)-352(sich)-353(gegeben)]TJ -52.131 -13.55 Td [(haben!)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Nun,)-253(du)-253(schweigst?\253)-253(fragte)-252(Herr)-253(Macket,)-253(\273du)-253(hast)-252(vielleicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(selbst)-261(schon)-260(die)-261(Notwendigkeit)-261(eingesehen,)-263(da\337)-261(du)-261(noch)-260(t\374chtig)]TJ 0 -13.55 Td [(lernen)-271(mu\337t,)-276(mein)-271(Kind,)-276(denn)-271(mit)-271(deinen)-271(Kenntnissen)-271(hapert)-271(es)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-250(\374berall,)-250(nicht)-250(wahr?\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 58.727 269.38 Td [(Die)-837(wenigen)-837(Wochen)-837(bis)-837(zum)-837(festgesetzten)-837(Termine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vergingen)-420(schnell.)-759(Frau)-420(Anne)-420(hatte)-419(alle)-420(H\344nde)-420(voll)-420(zu)-419(thun,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-261(Ilses)-261(Garderobe)-261(in)-260(Ordnung)-261(zu)-261(bringen.)-283(Die)-261(Vorsteherin)-260(der)]TJ 0 -13.55 Td [(Pension)-223(hatte)-224(auf)-223(Herrn)-223(Mackets)-224(Anfrage)-223(sofort)-223(geantwortet)-223(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-348(gern)-348(zu)-348(seiner)-349(Tochter)-348(Aufnahme)-348(bereit)-348(erkl\344rt.)-544(Zugleich)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-524(sie)-523(ein)-524(Verzeichnis)-524(der)-523(Sachen)-524(mitgeschickt,)-592(die)-523(jede)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([14])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Pension\344rin)-250(bei)-250(ihrem)-250(Eintritt)-250(in)-250(das)-250(Institut)-250(mitzubringen)-250(habe.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Ilse)-512(lachte)-512(sp\366ttisch)-512(\374ber)-511(die,)-578(nach)-512(ihrer)-512(Meinung)-512(viel)1(en)]TJ -11.956 -13.55 Td [(unn\374tzen)-290(Dinge,)-299(besonders)-290(die)-290(Haussch\374rzen)-289(fand)-290(sie)-289(geradezu)]TJ 0 -13.549 Td [(l\344cherlich.)-250(Sie)-250(hatte)-250(bis)-250(dahin)-250(niemals)-250(eine)-250(solche)-250(getragen.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Die)-243(dummen)-243(Dinger)-243(trage)-243(ich)-243(doch)-243(nicht,)-244(Mama!\253)-243(sagte)-243(sie,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(als)-222(Frau)-222(Anne)-222(dabei)-222(war,)-228(den)-222(Koffer)-222(zu)-223(packen,)-227(\273die)-222(brauchst)-222(du)]TJ 0 -13.549 Td [(gar)-250(nicht)-250(einzulegen.\253)]TJ 11.956 -13.55 Td [(\273Du)-189(wirst)-189(dich)-189(doch)-190(der)-189(allgemeinen)-189(Sitte)-189(f\374gen)-189(m\374ssen,)-201(mein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kind,\253)-295(entgegnete)-295(die)-295(Mutter.)-385(\273Warum)-295(wolltest)-295(du)-295(auch)-295(nicht?)]TJ 0 -13.549 Td [(Sieh)]TJ/F22 10.9091 Tf 19.397 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.275 0 Td [(einmal)-242(her,)-244(diese)-242(blau)-242(und)-242(wei\337)-243(gestreifte)-242(Sch\374rze)-242(mit)-242(den)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(gestickten)-308(Zacken)-308(ringsum,)-323(ist)-307(sie)-308(nicht)-308(ein)-308(reizender)-308(Schmuck)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-287(ein)-286(kleines)-287(Fr\344ulein,)-296(das)-287(sich)-286(im)-287(Haushalte)-287(n\374tzlich)-286(machen)]TJ 0 -13.549 Td [(wird?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ich)-308(werde)-309(mich)-308(aber)-309(im)-308(Haushalte)-309(nicht)-308(n\374tzlich)-308(machen!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(rief)-221(Ilse)-220(in)-220(ungezogenem)-221(Tone,)-226(\273das)-221(fehlte)-220(noch!)-240(Ihr)-221(denkt)-220(wohl,)]TJ 0 -13.55 Td [(ich)-306(soll)-307(dort)-306(in)-306(der)-307(K\374che)-306(arbeiten)-306(oder)-307(die)-306(Stuben)-306(aufr\344umen?)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-250(Sch\374rzen)-250(trage)-250(ich)-250(nicht,)-250(ich)-250(will)-250(es)-250(nicht!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Uebertreibe)-371(nicht,)-402(Ilse,\253)-372(entgegnete)-371(Frau)-372(Anne,)-402(\273du)-371(wei\337t)]TJ -11.956 -13.549 Td [(recht)-208(gut,)-217(da\337)-208(man)-209(dergleichen)-208(nie)-208(von)-209(dir)-208(verlangen)-208(wird.)-236(Wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-378(durchaus)-378(die)-378(Sch\374rzen)-378(nicht)-378(tragen)-378(magst,)-410(so)-378(kannst)-378(du)-377(ja)]TJ 0 -13.549 Td [(deinen)-381(Wunsch)-381(der)-381(Vorsteherin)-381(mitteilen,)-414(vielleicht)-381(erf\374llt)-381(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(dir)-250(denselben.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ich)-305(werde)-305(sie)-306(nicht)-305(erst)-305(darum)-305(fragen!)-416(Solche)-305(Dinge)-305(gehen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-250(gar)-250(nichts)-250(an!\253)-250(war)-250(Ilses)-250(unartige)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-173(verlie\337)-173(die)-173(Mutter,)-188(auf)-173(welche)-173(sie)-173(einen)-173(wahren)-173(Groll)-173(hatte.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(All)-349(die)-348(sch\366nen)-348(W\344sche-)-349(und)-348(Kleidungsst\374cke,)-374(die)-348(Frau)-348(Anne)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-389(Liebe)-389(und)-389(Sorgfalt)-388(f\374r)-389(sie)-389(ausgew\344hlt)-389(hatte,)-424(fanden)-388(keine)]TJ 0 -13.549 Td [(Gnade)-287(vor)-287(ihren)-287(Augen,)-296(nicht)-287(einen)-287(Funken)-287(Interesse)-287(zeigte)-286(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(daf\374r.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Dem)-238(Papa)-239(erkl\344rte)-238(sie,)-241(da\337)-238(sie)-238(ein)-239(kleines)-238(K\366fferchen)-238(f\374r)-238(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(selbst)-337(packen)-338(werde.)-512(Niemand)-338(solle)-337(ihr)-338(dabei)-337(helfen,)-359(niemand)]TJ 0 -13.549 Td [(wissen,)-281(welche)-275(Sch\344tze)-275(sie)-274(mit)-275(in)-275(das)-275(neue)-275(Heim)-274(hin\374berf\374hren)]TJ 0 -13.55 Td [(werde.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([15])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.162 Td [(\273Das)-320(ist)-320(eine)-320(pr\344chtige)-320(Idee,)-338(Ilschen,\253)-320(stimmte)-320(Herr)-320(Macket)]TJ -11.956 -13.55 Td [(bei,)-250(\273nimm)-250(nur)-250(mit,)-250(was)-250(dir)-250(Freude)-250(macht.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Und)-235(er)-235(lie\337)-235(sofort)-235(einen)-235(allerliebsten,)-238(kleinen)-235(Koffer)-235(kommen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-281(\374berraschte)-281(seinen)-281(Liebling)-280(damit.)-343(Als)-281(Ilse)-281(ihm)-281(erfreut)-280(und)]TJ 0 -13.549 Td [(dankend)-423(um)-424(den)-423(Hals)-424(fiel,)-466(als)-424(sie)-423(ihn)-423(seit)-424(l\344ngerer)-423(Zeit)-423(zum)]TJ 0 -13.549 Td [(erstenmal)-355(wieder)-356(\273mein)-355(kleines)-356(Pa)]TJ/F22 10.9091 Tf 156.693 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(chen\253)-355(nannte,)-382(da)-355(wurde)-356(es)]TJ -160.326 -13.549 Td [(ihm)-277(so)-277(weich)-278(ums)-277(Herz,)-284(da\337)-277(er)-277(sich)-277(abwenden)-277(mu\337te,)-284(um)-277(seine)]TJ 0 -13.55 Td [(R\374hrung)-250(zu)-250(verbergen.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Am)-254(Tage)-255(vor)-254(ihrer)-255(Abreise)-254(schlo\337)-255(sich)-254(Ilse)-255(in)-254(ihr)-255(Zimmer)-254(ein)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-311(begann)-312(zu)-311(packen.)-435(Aber)-311(wie!)-435(Bunt)-311(durcheinander,)-327(wie)-311(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-291(Sachen)-291(in)-291(die)-291(Hand)-291(kamen.)-373(Zuerst)-291(das)-291(geliebte)-290(Blusenkleid)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 46.771 323.994 Td [(nebst)-220(Lederg\374rtel,)-225(es)-220(wurde)-219(nur)-220(so)-219(in)-220(den)-219(Koffer)-219(hineingeworfen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-645(mit)-644(den)-645(H\344nden)-645(etwas)-645(festgedr\374ckt,)-743(dann)-645(die)-644(hohen)]TJ 0 -13.549 Td [(Lederstiefel)-353(mit)-353(Staub)-353(und)-353(Schmutz,)-379(wie)-353(sie)-353(waren,)-378(dann)-353(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(alte)-251(Ziehharmonika,)-251(auf)-251(der)-251(sie)-251(nur)-251(ein)-251(paar)-251(T\366ne)-251(hervorbringen)]TJ 0 -13.549 Td [(konnte,)-293(ein)-285(neues)-284(Hundehalsband)-285(mit)-285(einer)-284(langen)-285(Leine)-284(daran,)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)-602(ausgestopfter)-601(Kanarienvogel,)-690(und)-601(zuletzt,)-690(nachdem)-601(die)]TJ 0 -13.549 Td [(wunderbarsten)-342(Dinge)-342(in)-343(den)-342(Koffer)-342(gewandert)-342(waren,)-365(griff)-342(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(nach)-294(einem)-294(Glase,)-305(in)-294(welchem)-294(ein)-294(Laubfrosch)-294(sa\337.)-294(Es)-294(ist)-294(kaum)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-485(glauben,)-543(indessen)-485(auch)-484(dieses)-485(sollte)-485(mitverpackt)-484(werden,)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([16])]TJ/F22 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.425 0 Td [(sie)-456(hatte)-455(sich)-456(so)-455(an)-456(das)-455(Tierchen)-456(gew\366hnt.)-867(Sie)-455(nahm)-456(ein)]TJ -10.425 -13.55 Td [(gutes,)-315(gesticktes)-303(Taschentuch)-302(aus)-302(dem)-302(Kommodenkasten,)-315(band)]TJ 0 -13.549 Td [(dasselbe)-204(\374ber)-203(das)-204(Glas,)-213(legte)-204(auch)-203(noch)-204(eine)-204(Papierh\374lle)-203(dar\374ber,)]TJ 0 -13.549 Td [(schnitt)-316(ganz)-315(kleine)-316(L\366cher)-315(in)-316(bei)1(des)-316(und)-315(steckte)-316(einige)-315(Fliegen)]TJ 0 -13.549 Td [(hindurch.)]TJ 11.956 -13.758 Td [(\273So,\253)-237(sagte)-236(sie)-237(h\366chst)-236(befriedigt)-237(von)-236(ihrer)-237(Packerei,)-239(\273nun)-237(bist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-189(gut)-190(versorgt,)-201(mein)-190(liebes)-189(Tierchen,)-201(und)-190(wirst)-189(nicht)-189(verhungern)]TJ 0 -13.55 Td [(auf)-250(der)-250(weiten)-250(Reise.\253)]TJ 11.956 -13.758 Td [(Wie)-204(sie)-204(das)-205(Glas)-204(hineinbrachte)-204(in)-204(den)-205(Koffer,)-213(war)-204(wirklich)-204(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kunstst\374ck,)-303(das)-293(ihr)-293(erst)-292(nach)-293(vieler)-292(M\374he)-293(gelang.)-378(Aber)-292(endlich)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-328(sie)-328(doch)-328(so)-329(weit,)-347(da\337)-328(sie)-329(den)-328(Deckel)-328(schlie\337en)-328(konnte.)-484(Er)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(Johann,)-250(heimlich,)-250(h\366rst)-250(du?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Der)-348(Kutscher)-349(war)-348(gl\374cklich)-349(\374ber)-348(diesen)-348(Auftrag)-349(und)-348(da\337)-348(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dem)-328(lieben,)-347(kleinen)-327(Fr\344ulein)-328(noch)-327(einen)-328(Liebesdienst)-327(erweisen)]TJ 0 -13.549 Td [(konnte.)-268(Er)-256(l\344chelte)-256(verschmitzt)-257(und)-256(versprach,)-257(Bob)-256(so)-256(geschickt)]TJ 0 -13.549 Td [(unterzubringen,)-424(da\337)-389(keine)-389(menschliche)-389(Seele)-389(von)-388(dem)-389(Hunde)]TJ 0 -13.55 Td [(etwas)-250(merken)-250(solle.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Fr\374h)-331(am)-331(andern)-331(Morgen)-331(stand)-331(der)-331(Wagen)-330(vor)-331(der)-331(Th\374r,)-351(der)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ilse)-374(fortbringen)-374(sollte.)-622(Herr)-374(Macket)-374(begleitete)-374(sie)-374(bis)-374(W.,)-405(um)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-488(der)-488(Vorsteherin,)-547(Fr\344ulein)-488(Raimar,)-548(selbst)-488(zu)-487(\374berbringen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Er)-431(mu\337te)-431(sich)-431(doch)-431(pers\366nlich)-431(\374berzeugen,)-476(wo)-431(und)-431(wie)-430(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(Liebling)-286(aufgehoben)-286(sein)-286(werde.)-358(Frau)-286(Anne)-286(nahete)-286(sich)-286(Ilse)-286(im)]TJ 0 -13.549 Td [(letzten)-396(Augenblick,)-431(um)-396(z\344rtlich)-395(und)-396(ger\374hrt)-395(von)-396(ihrem)-395(Kinde)]TJ 0 -13.55 Td [(Abschied)-323(zu)-323(nehmen,)-341(aber)-323(diese)-323(machte)-323(ein)-322(finsteres,)-341(trotziges)]TJ 0 -13.549 Td [(Gesicht)-250(und)-250(entwand)-250(sich)-250(der)-250(Mutter)-250(Armen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Lebe)-292(wohl,\253)-291(sagte)-292(sie)-292(kurz)-292(und)-292(sprang)-291(in)-292(den)-292(Wagen;)-312(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(um)-305(die)-305(Welt)-305(h\344tte)-305(sie)-305(der)-305(Mutter)-305(verraten)-305(m\366gen,)-319(wie)-304(weh)-305(und)]TJ 0 -13.549 Td [(schmerzlich)-250(ihr)-250(das)-250(Scheiden)-250(wurde.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Als)-256(der)-255(Wagen)-256(sich)-255(in)-256(Bewegung)-256(setzte)-255(und)-256(Diana)-255(denselben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(laut)-237(bellend)-236(noch)-237(eine)-236(kurze)-237(Strecke)-236(begleitete,)-240(bog)-236(sie)-237(sich)-236(weit)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-236(Wagen)-236(hinaus)-235(mit)-236(thr\344nenden)-236(Augen)-236(und)-236(nickte)-235(ihr)-236(zu.)-245(Gut)]TJ 0 -13.55 Td [(war)-292(es,)-302(da\337)-292(der)-292(Vater)-292(nichts)-292(von)-292(den)-292(Thr\344nen)-292(merkte,)-303(er)-291(w\374rde)]TJ 0 -13.549 Td [(vielleicht)-250(augenblicklich)-250(Kehrt)-250(gemacht)-250(haben.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([18])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.163 Td [(Auf)-236(dem)-237(Bahnhofe,)-239(als)-236(alles)-237(besorgt)-236(und)-237(Ilse)-236(mit)-237(dem)-236(Papa)-236(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-259(Koupee)-258(gestiegen)-259(war,)-261(trat)-259(Johann)-259(hinzu)-258(mit)-259(Bob)-259(unter)-258(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Arme)-250(und)-250(der)-250(M\374tze)-250(in)-250(der)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Leben)-409(Sie)-409(recht)-410(wohl,)-449(Fr\344ulein)-409(Ilschen,)-449(und)-409(kommen)-409(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gut)-292(hin,\253)-293(sagte)-292(er)-293(etwas)-292(verlegen.)-377(\273Die)-292(Hunde)-293(werde)-292(ich)-292(schon)]TJ 0 -13.549 Td [(besorgen,)-526(daf\374r)-470(haben)-470(Sie)-471(nur)-470(keine)-471(Angst)-470(nicht.)-911(Den)-470(hier)]TJ 0 -13.549 Td [(nehmen)-239(Sie)-239(wohl)-240(mit,)-241(es)-239(ist)-239(doch)-239(gut,)-242(wenn)-239(Sie)-239(nicht)-239(so)-239(allein)-239(in)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-250(Pension)-250(sind.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilse)-376(jauchzte)-375(vor)-376(Freude.)-627(Sie)-376(nahm)-375(den)-376(Hund)-376(in)-375(Empfang,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(liebkoste)-250(und)-250(streichelte)-250(ihn,)-250(dann)-250(reichte)-250(sie)-250(Johann)-250(die)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Leb)-358(wohl,\253)-359(sagte)-358(sie,)-386(\273und)-358(habe)-359(Dank.)-575(Ich)-359(freue)-358(mich)-358(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sehr,)-250(da\337)-250(ich)-250(ein)-250(H\374ndchen)-250(mit)-250(mir)-250(nehmen)-250(kann.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Ja,)-494(aber)-446(Ilse,)-494(das)-445(geht)-446(doch)-445(nicht,\253)-446(wandte)-445(der)-445(erstaunte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Oberamtmann)-497(ein,)-558(\273du)-497(darfst)-497(doch)-497(keine)-497(Hunde)-497(mit)-497(in)-496(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Institut)-420(bringen.)-759(Sei)-420(vern\374nftig)-420(und)-420(gieb)-420(Bob)-420(Johann)-419(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ck.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Doch)-347(daran)-347(war)-347(nicht)-347(zu)-346(denken.)-541(Ilse)-347(lie\337)-347(sich)-347(durch)-346(keine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorstellung)-250(dazu)-250(bewegen.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Die)-336(einzige)-336(Freude)-335(la\337)-336(mir,)-357(Pa)]TJ/F22 10.9091 Tf 143.678 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(chen!)-507(Willst)-336(du)-336(mich)-336(denn)]TJ -159.267 -13.549 Td [(ganz)-274(allein)-273(unter)-274(den)-273(fremden)-273(Menschen)-274(lassen?)-320(Wenn)-274(Bob)-273(bei)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-389(ist,)-423(dann)-389(habe)-389(ich)-389(doch)-389(einen)-388(guten)-389(Freund.)-667(Nicht)-388(wahr,)]TJ 0 -13.549 Td [(Bobchen,)-220(du)-211(willst)-212(nicht)-212(wieder)-212(fort)-212(von)-212(mir,\253)-212(wandte)-212(sie)-212(sich)-211(an)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-308(Hund,)-322(der)-307(es)-308(sich)-307(bereits)-308(h\366chst)-308(bequem)-307(auf)-308(ihrem)-307(Scho\337e)]TJ 0 -13.55 Td [(gemacht)-250(hatte,)-250(\273du)-250(bleibst)-250(nun)-250(immer)-250(bei)-250(mir!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Es)-172(war)-171(dem)-172(Oberamtmann)-171(unm\366glich,)-187(ein)-172(Machtwort)-171(dagegen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu)-324(sprechen,)-343(zumal)-324(ja)-324(Ilse)-323(so)-324(triftige)-324(Gr\374nde)-324(f\374r)-324(ihren)-324(Wunsch)]TJ 0 -13.549 Td [(anf\374hrte.)-870(Am)-457(meisten)-457(\374berzeugte)-457(ihn)-457(der)-456(Gedanke,)-509(da\337)-456(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Kleine)-232(doch)-232(einen)-233(heimatlichen)-232(Trost)-232(mit)-232(in)-232(die)-232(Fremde)-232(br\344chte.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Es)-208(war)-208(eine)-209(lange)-208(und)-208(ziemlich)-208(langweilige)-209(Fahrt,)-216(meist)-208(durch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(flaches)-210(Land,)-217(erst)-210(zuletzt)-210(kamen)-209(die)-210(Berge.)-237(F\374r)-209(Ilse)-210(that)-210(sich)-209(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(neue)-312(Welt)-313(auf,)-328(sie)-312(hatte)-313(noch)-312(nie)-313(eine)-312(so)-313(gro\337e)-312(Reise)-312(gemacht.)]TJ 0 -13.55 Td [(Auf)-456(jeder)-455(Station)-456(schaute)-455(sie)-456(mit)-455(neugierigen)-456(Augen)-455(hinaus,)]TJ 0 -13.549 Td [(jedes)-362(Bahnw\344rterh\344uschen)-362(am\374sierte)-363(sie.)-586(Ueber)-362(all)-362(den)-362(neuen)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([19])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Eindr\374cken,)-241(die)-239(sich)-238(ihr)-239(aufdr\344ngten,)-241(trat)-239(der)-238(Trennungsschmerz)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-250(den)-250(Hintergrund.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Sp\344t)-242(am)-243(Abend,)-244(es)-242(war)-242(zehn)-243(Uhr)-242(vorbei,)-244(langten)-242(sie)-243(in)-242(W.)-242(an.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nat\374rlich)-365(\374bernachtete)-365(Ilse)-365(mit)-364(ihrem)-365(Vater)-365(im)-365(Hotel,)-394(erst)-364(am)]TJ 0 -13.549 Td [(andern)-232(Morgen)-233(sollte)-232(sie)-233(in)-232(ihre)-232(neue)-233(Heimat)-232(eingef\374hrt)-232(werden.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Als)-358(es)-358(am)-358(n\344chsten)-357(Tage)-358(neun)-358(Uhr)-358(schlug,)-385(stand)-358(Ilse)-357(fertig)]TJ -11.956 -13.55 Td [(angezogen)-271(vor)-271(ihrem)-271(Papa.)-312(Sie)-271(sah)-271(in)-271(ihrem)-271(grauen)-270(Reisekleide)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-265(den)-265(zierlichen)-264(Lederstiefeln)-265(ganz)-265(allerliebst)-264(aus.)-295(Unter)-264(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(runden,)-459(wei\337en)-418(Strohhute,)-459(der)-417(mit)-418(einem)-417(Feldstr\344u\337chen)-417(und)]TJ 0 -13.549 Td [(schwarzen)-259(Samtband)-259(aufgeputzt)-259(war,)-261(fielen)-259(die)-259(braunen)-259(Locken)]TJ 0 -13.549 Td [(herab.)-1000(Die)-500(sch\366nen,)-562(gro\337en)-500(Augen)-500(blickten)-500(heute)-500(nicht)-500(so)]TJ 0 -13.55 Td [(fr\366hlich)-358(wie)-358(sonst,)-385(sie)-358(hatten)-358(einen)-358(\344ngstlich)-358(erwartungsvollen)]TJ 0 -13.549 Td [(Ausdruck,)-250(und)-250(um)-250(den)-250(Mund)-250(zuckte)-250(es)-250(in)-250(nerv\366ser)-250(Aufregung.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Dir)-478(fehlt)-479(doch)-478(nichts,)-536(Ilschen?\253)-478(fragte)-479(Herr)-478(Macket)-478(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sah)-402(sein)-402(Kind)-402(besorgt)-402(an.)-706(\273Du)-402(bist)-402(so)-402(bla\337,)-402(hast)-402(du)-402(schlecht)]TJ 0 -13.549 Td [(geschlafen?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Die)-614(herzliche)-614(Frage)-613(des)-614(Vaters)-614(l\366ste)-614(mit)-614(einemmal)-613(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unnat\374rliche)-215(Spannung)-215(in)-214(Ilses)-215(Wesen.)-238(Sie)-215(fiel)-215(ihm)-215(um)-215(den)-214(Hals,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-265(die)-265(bis)-264(dahin)-265(trotzig)-265(zur\374ckgehaltenen)-265(Thr\344nen)-265(brachen)-264(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(aller)-250(Macht)-250(hervor.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Aber)-273(Kind,)-279(Kind,\253)-273(sagte)-273(Herr)-273(Macket)-273(sehr)-273(ge\344ngstigt)-273(durch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihre)-550(Leidenschaftlichkeit,)-626(\273du)-550(wirst)-550(ja)-551(nicht)-550(lange)-550(von)-550(uns)]TJ 0 -13.549 Td [(getrennt)-289(bleiben.)-366(Ein)-288(Jahr)-289(vergeht)-289(schnell,)-298(und)-289(zu)-288(Weihnachten)]TJ 0 -13.549 Td [(besuchst)-247(du)-247(uns.)-249(Komm,)-247(Kleines,)-248(trockne)-247(die)-247(Thr\344nen.)-249(Du)-246(mu\337t)]TJ 0 -13.549 Td [(dir)-327(das)-327(Herz)-327(nicht)-327(schwer)-327(machen.)-481(Du)-327(wirst)-327(uns)-327(flei\337ig)-327(Briefe)]TJ 0 -13.55 Td [(schreiben)-322(und)-322(die)-322(Mama)-322(oder)-322(ich)-322(werden)-322(dir)-322(t\344glich)-321(Nachricht)]TJ 0 -13.549 Td [(geben)-338(von)-339(uns,)-360(von)-338(allem,)-360(was)-339(dich)-338(in)-338(Moosdorf)-338(interessiert.\253)]TJ 0 -13.549 Td [(Und)-334(er)-334(nahm)-334(sein)-334(Taschentuch)-334(und)-334(trocknete)-334(damit)-334(die)-334(immer)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(neuem)-250(hervorbrechenden)-250(Thr\344nen)-250(seines)-250(Kindes.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Der)-448(Oberamtmann)-448(befand)-448(sich)-448(in)-448(einer)-448(gleich)-447(aufgeregten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Stimmung)-321(wie)-321(sein)-320(Kind,)-339(es)-321(wurde)-320(ihm)-321(nicht)-321(leicht)-321(zu)-320(tr\366sten,)]TJ 0 -13.549 Td [(wo)-310(er)-311(selbst)-310(des)-311(Trostes)-310(bed\374rftig)-311(war.)-431(So)-310(schwer)-311(hatte)-310(er)-310(sich)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([20])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(die)-207(Trennung)-206(nicht)-207(gedacht,)-215(er)-206(w\374rde)-207(sonst)-206(nicht)-207(darein)-206(gewilligt)]TJ 0 -13.549 Td [(haben;)-346(aber)-314(da)-313(er)-314(das)-314(einmal)-314(gethan)-314(hatte,)-329(wollte)-314(er)-314(sich)-314(in)-313(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Notwendigkeit)-250(f\374gen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Er)-532(strich)-533(Ilse)-532(das)-532(Haar)-533(aus)-532(der)-532(Stirn)-533(und)-532(setzte)-532(ihr)-532(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(herabgesunkenen)-461(Hut)-461(wieder)-461(auf.)-883(\273Komm,\253)-462(sagte)-461(er,)-513(\273jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(wollen)-250(wir)-250(gehen.)-250(Nun)-250(sei)-250(ein)-250(verst\344ndiges)-250(Kind.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-294(Mama)-295(soll)-294(mir)-294(nicht)-295(schreiben!\253)-294(stie\337)-294(Ilse)-294(schluchzend)]TJ -11.956 -13.549 Td [(heraus,)-316(\273nur)-303(deine)-303(Briefe)-303(will)-303(ich)-302(haben!)-409(Meine)-303(Briefe)-303(an)-302(dich)]TJ 0 -13.55 Td [(soll)-250(sie)-250(auch)-250(nicht)-250(lesen!\253)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Ilse!\253)-394(verwies)-395(Herr)-394(Macket,)-430(\273so)-395(darfst)-394(du)-394(nicht)-394(sprechen.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Die)-250(Mama)-250(hat)-250(dich)-250(lieb)-250(und)-250(meint)-250(es)-250(sehr)-250(gut)-250(mit)-250(dir.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Sehr)-316(gut!\253)-317(wiederholte)-316(sie)-317(in)-316(kindischem)-317(Zorne,)-333(\273wenn)-316(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mich)-250(lieb)-250(h\344tte,)-250(w\374rde)-250(sie)-250(mich)-250(nicht)-250(versto\337en)-250(haben!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Versto\337en!)-247(Du)-242(wei\337t)-242(nicht,)-243(was)-242(du)-241(sprichst,)-244(Ilse!)-247(Werde)-242(erst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\344lter,)-390(dann)-362(wirst)-362(du)-361(das)-362(gro\337e)-362(Unrecht)-362(einsehen,)-390(das)-362(du)-361(heute)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(deiner)-250(Mutter)-250(anthust,)-250(und)-250(deine)-250(b\366sen)-250(Worte)-250(bereuen.\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Sie)-250(ist)-250(nicht)-250(meine)-250(Mutter,)]TJ/F22 10.9091 Tf 124.243 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(sie)-250(ist)-250(meine)-250(Stiefmutter!\253)]TJ -132.425 -15.088 Td [(\273Du)-231(bist)-232(kindisch!\253)-231(sagte)-232(der)-231(Oberamtmann,)-236(\273aber)-231(merke)-231(dir,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(niemals)-241(wieder)-240(will)-241(ich)-240(dergleichen)-241(Aeu\337erungen)-240(von)-241(dir)-240(h\366ren.)]TJ 0 -13.549 Td [(Du)-250(kr\344nkst)-250(mich)-250(damit!\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Ilse)-669(sah)-670(schmollend)-669(zur)-669(Erde)-670(nieder)-669(und)-669(konnte)-669(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begreifen,)-571(wie)-506(es)-507(kam,)-571(da\337)-506(der)-507(Papa)-506(sie)-507(nicht)-507(verstand,)-570(er)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337te)-250(doch)-250(einsehen,)-250(wie)-250(unrecht)-250(ihr)-250(geschah.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Komm)-471(jetzt,\253)-472(fuhr)-471(er)-471(in)-472(mildem)-471(Tone)-471(fort,)-527(\273wir)-471(wollen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gehen,)-234(mein)-229(Kind.\253)-230(Sie)-230(ergriff)-229(den)-230(Hund,)-234(nahm)-229(ihn)-230(auf)-230(den)-229(Arm)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(wollte)-250(so)-250(ausger\374stet)-250(dem)-250(Vater)-250(folgen.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273La\337)-189(ihn)-188(zur\374ck,\253)-189(gebot)-189(derselbe,)-201(\273wir)-189(wollen)-189(die)-188(Vorsteherin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erst)-250(fragen,)-250(ob)-250(du)-250(ihn)-250(mitbringen)-250(darfst.\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Aber)-307(Il)1(se)-307(setzte)-307(ihren)-306(Kopf)-307(auf,)-320(\273dann)-307(gehe)-306(ich)-307(auch)-306(nicht,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erkl\344rte)-367(sie)-366(mit)-367(aller)-366(Bestimmtheit.)-600(\273Ohne)-367(Bob)-366(bleibe)-367(ich)-366(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(keinen)-250(Fall)-250(in)-250(der)-250(Pension!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([21])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.088 Td [(Macket)-505(that)-505(dem)-505(Eigensinne)-505(den)-505(Willen)-505(aus)-505(Furcht,)-568(von)]TJ -11.956 -13.549 Td [(neuem)-251(Thr\344nen)-251(hervorzulocken.)-253(Aber)-251(Ilses)-251(Widerstand)-251(war)-251(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(im)-217(h\366chsten)-217(Grade)-216(peinlich.)-239(Was)-217(sollte)-217(Fr\344ulein)-217(Raimar)-216(denken!)]TJ 11.956 -15.087 Td [(Eine)-519(Viertelstunde)-519(darauf)-520(standen)-519(Vater)-519(und)-519(Tochter)-519(vor)]TJ -11.956 -13.55 Td [(einem)-297(stattlichen,)-308(zweist\366ckigen)-297(Hause,)-308(das)-297(vor)-296(dem)-297(Thore)-296(der)]TJ 0 -13.549 Td [(kleinen)-467(Stadt)-468(mitten)-467(im)-467(Gr\374nen)-467(lag;)-576(es)-468(war)-467(das)-467(Institut)-467(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-250(Raimar.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(Der)-299(Oberamtmann)-299(blieb)-298(\374berrascht)-299(davor)-299(stehen.)-397(\273Sieh)-298(Ilse,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(welch)-415(ein)-415(sch\366nes)-415(Geb\344ude!\253)-414(rief)-415(er)-415(h\366chst)-415(befriedigt.)-744(\273Der)]TJ 0 -13.549 Td [(Blick)-248(von)-248(hier)-248(aus)-248(in)-248(die)-248(nahen)-248(Berge)-248(ist)-248(geradezu)-248(bezaubernd.\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(Was)-211(k\374mmerten)-210(sie)-211(die)-210(Berge!)-237(Sie)-211(f\374hlte)-211(sich)-210(so)-211(gedr\374ckt)-210(von)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kummer,)-250(da\337)-250(ihr)-250(die)-250(ganze)-250(Welt)-250(ein)-250(Jammerthal)-250(d\374nkte.)]TJ 11.956 -15.088 Td [(\273Wie)-374(kannst)-374(du)-373(dies)-374(Haus)-374(sch\366n)-374(finden,)-405(Papa,\253)-373(entgegnete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie.)-250(\273Wie)-250(ein)-250(Gef\344ngnis)-250(sieht)-250(es)-250(aus.\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(Herr)-514(Macket)-514(lachte.)-1041(\273Betrachte)-514(doch)-514(die)-514(hohen,)-579(breiten)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Fenster,)-248(Kind,\253)-247(sagte)-247(er.)-250(\273Glaubst)-247(du,)-248(da\337)-247(in)-247(einem)-247(Gef\344ngnisse)]TJ 0 -13.549 Td [(\344hnliche)-379(zu)-378(finden)-379(sind?)-636(Die)-379(armen)-378(Gefangenen)-379(sitzen)-378(hinter)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(kleinen,)-746(blinden)-647(Scheiben,)-747(di)1(e)-647(au\337erdem)-647(noch)-647(mit)-647(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(Eisengitter)-250(versehen)-250(sind.\253)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ich)-195(werde)-194(jetzt)-195(auch)-195(eine)-194(Gefangene)-195(sein,)-206(Papa,)-205(und)-195(du)-194(selbst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lieferst)-250(mich)-250(in)-250(dem)-250(Gef\344ngnisse)-250(ab.\253)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Du)-166(bist)-167(eine)-166(kleine)-166(N\344rrin!\253)-167(lachte)-166(er)-166(und)-167(brach)-166(das)-166(Gespr\344ch,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-250(ihm)-250(bedenklich)-250(zu)-250(werden)-250(schien,)-250(ab.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Er)-319(stieg)-320(die)-320(breiten,)-336(steinernen)-320(Stufen,)-337(die)-319(zu)-320(dem)-319(Eingange)]TJ -11.956 -13.55 Td [(f\374hrten,)-381(hinauf)-355(und)-355(zog)-355(an)-355(der)-355(Klingel.)-564(Ilse,)-382(die)-355(ihm)-354(langsam)]TJ 0 -13.549 Td [(gefolgt)-310(war,)-324(schrak)-310(unwillk\374rlich)-309(zusammen,)-325(als)-309(sie)-310(den)-309(hellen)]TJ 0 -13.549 Td [(Schall)-250(im)-250(Hause)-250(vernahm.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Gleich)-541(darauf)-541(wurde)-542(die)-541(Th\374r)-541(von)-541(einer)-541(Magd)-541(ge\366ffnet.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nachdem)-318(dieselbe)-318(die)-318(Angekommenen)-318(gemeldet)-318(hatte,)-334(wurden)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(in)-250(das)-250(Empfangszimmer)-250(der)-250(Vorsteherin)-250(gef\374hrt.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Bevor)-357(sie)-357(dasselbe)-357(erreichten,)-384(mu\337ten)-357(sie)-357(den)-357(Hausflur)-357(und)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([22])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(einen)-396(langen)-396(Korridor,)-432(von)-395(welchem)-396(zwei)-396(Ausg\344nge)-396(in)-395(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\366nen,)-471(gro\337en)-426(Hof)-427(f\374hrten,)-470(durchschreiten.)-780(Es)-426(war)-426(gerade)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-504(Fr\374hst\374ckspause)-503(in)-504(der)-504(Schule)-504(und)-503(so)-504(war)-504(es)-503(nat\374rlich,)]TJ 0 -13.55 Td [(da\337)-369(\374berall)-369(lachend)-369(und)-369(plaudernd)-369(gro\337e)-369(und)-369(kleine)-369(M\344dchen)]TJ 0 -13.549 Td [(umherstanden.)-594(Sie)-365(verstummten,)-393(als)-365(sie)-364(die)-365(neue)-364(Pension\344rin,)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-280(der)-280(sie)-280(wu\337ten,)-288(da\337)-280(sie)-280(heute)-280(ankommen)-280(werde,)-287(erblickten,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-346(aller)-345(Augen)-346(richteten)-345(sich)-346(auf)-345(Ilse,)-370(der)-345(es)-346(pl\366tzlich)-345(h\366chst)]TJ 0 -13.549 Td [(beklommen)-178(zu)-178(Mute)-177(wurde.)-226(Es)-178(schien)-178(ihr,)-192(als)-178(h\366re)-178(sie)-177(verstecktes)]TJ 0 -13.55 Td [(Kichern)-211(hinter)-210(sich)-211(und)-211(sie)-210(war)-211(herzlich)-210(froh,)-219(als)-211(die)-210(Th\374r)-211(in)-210(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Empfangszimmer)-237(sich)-237(hinter)-237(ihr)-237(schlo\337.)-237(Noch)-237(war)-237(dasselbe)-237(leer.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Ilse)-175(blickte)-175(sich)-174(um,)-190(und)-175(in)-175(diesem)-175(gro\337en,)-190(vornehmen)-175(Raume,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(der)-268(k\374nstlerisch)-267(und)-268(elegant)-268(zugleich)-267(eingerichtet)-268(war,)-272(stieg)-267(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-305(Male)-305(ein)-305(etwas)-305(banges)-305(Gef\374hl)-305(in)-305(ihr)-305(auf)-305(wegen)-305(Bob,)-318(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374nschte)-310(fast,)-324(des)-310(Vaters)-309(Willen)-310(gefolgt)-309(zu)-310(sein.)-428(H\344tte)-310(sie)-309(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Hund)-375(in)-376(ihrem)-375(Arme)-375(pl\366tzlich)-375(unsichtbar)-376(machen)-375(k\366nnen,)-406(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(h\344tte)-258(es)-257(gethan.)-274(Nun)-257(wollte)-258(der)-258(Unartige)-257(auch)-258(noch)-258(herunter)-257(auf)]TJ 0 -13.55 Td [(den)-275(Boden,)-280(und)-275(diesen)-274(Wunsch)-275(konnte)-274(sie)-275(ihm)-274(doch)-274(unm\366glich)]TJ 0 -13.549 Td [(erf\374llen,)-547(wie)-488(h\344tte)-488(sie)-487(wagen)-488(d\374rfen,)-547(ihn)-488(auf)-488(den)-487(kostbaren)]TJ 0 -13.549 Td [(Teppich,)-250(der)-250(durch)-250(das)-250(Zimmer)-250(gebreitet)-250(lag,)-250(herab)-250(zu)-250(lassen!)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(22)-18976(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Die)-494(Th\374r)-495(\366ffnete)-494(sich)-494(und)-495(Fr\344ulein)-494(Raimar)-494(trat)-495(ein.)-982(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begr\374\337te)-328(Herrn)-327(Macket)-328(mit)-327(steifer)-328(Freundlichkeit,)-347(dann)-327(blickte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-173(mit)-174(ihren)-173(stahlgrauen)-174(Augen,)-188(die)-174(einen)-173(zwar)-174(strengen,)-188(ernsten,)]TJ 0 -13.549 Td [(trotzdem)-220(aber)-220(gewinnenden)-221(Ausdruck)-220(hatten,)-226(auf)-220(Ilse.)-240(Diese)-220(war)]TJ 0 -13.55 Td [(dicht)-250(an)-250(den)-250(Vater)-250(getreten)-250(und)-250(hatte)-250(seine)-250(Hand)-250(ergriffen.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Sei)-314(willkommen,)-330(mein)-314(Kind!\253)-314(Mit)-314(diesen)-314(Worten)-313(begr\374\337te)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-369(Vorsteherin)-368(Ilse)-369(und)-368(reichte)-369(ihr)-368(die)-369(Hand.)-606(\273Ich)-368(denke,)-398(du)]TJ 0 -13.549 Td [(wirst)-273(dich)-273(bald)-273(bei)-274(uns)-273(heimisch)-273(f\374hlen.\253)-273(Als)-273(sie)-273(den)-273(Hund)-273(sah,)]TJ 0 -13.549 Td [(fragte)-250(sie:)-250(\273Hat)-250(dich)-250(dein)-250(Hund)-250(bis)-250(hierher)-250(begleitet?\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Ilse)-193(blickte)-193(etwas)-193(hilflos)-193(den)-193(Papa)-194(an,)-204(der)-193(dann)-193(auch)-193(f\374r)-193(sie)-193(das)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Wort)-337(nahm.)-510(\273Sie)-337(mochte)-337(sich)-337(nicht)-336(von)-337(ihm)-337(trennen,)-358(Fr\344ulein)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([23])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Raimar,\253)-253(sagte)-254(er)-253(etwas)-254(verlegen,)-254(\273sie)-253(glaubte,)-254(da\337)-254(Sie)-253(die)-253(G\374te)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-250(w\374rden,)-250(ihren)-250(kleinen)-250(Kameraden)-250(mit)-250(ihr)-250(aufzunehmen.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Das)-551(Fr\344ulein)-551(l\344chelte.)-1152(Es)-551(war)-550(das)-551(erste)-551(Mal,)-626(da\337)-550(man)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-500(eine)-500(solche)-499(Zumutung)-500(machte.)-1000(\273Es)-500(thut)-499(mir)-500(leid,)-562(Herr)]TJ 0 -13.55 Td [(Oberamtmann,\253)-460(sagte)-459(sie,)-512(\273da\337)-460(ich)-459(den)-460(ersten)-460(Wunsch)-459(Ilses)]TJ 0 -13.549 Td [(r\374cksichtslos)-521(abschlagen)-520(mu\337.)-521(Si)1(e)-521(wird)-520(verst\344ndig)-521(sein)-520(und)]TJ 0 -13.549 Td [(einsehen,)-359(da\337)-337(ich)-337(nicht)-337(anders)-337(handeln)-337(kann.)-511(Stelle)-336(dir)-337(einmal)]TJ 0 -13.549 Td [(vor,)-325(liebes)-309(Kind,)-325(wenn)-309(alle)-310(meine)-309(Pension\344rinnen)-310(den)-309(gleichen)]TJ 0 -13.549 Td [(Wunsch)-153(h\344tten,)-172(dann)-153(w\374rden)-153(zweiundzwanzig)-153(Hunde)-153(im)-153(Institute)]TJ 0 -13.55 Td [(sein.)-534(Welch)-344(ein)-345(Spektakel)-344(w\374rde)-345(das)-345(geben!)-533(M\366chtest)-345(du)-344(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Tier)-300(gern)-299(in)-300(deiner)-299(N\344he)-300(behalten,)-312(so)-300(w\374\337te)-299(ich)-300(einen)-299(Ausweg.)]TJ 0 -13.549 Td [(Mein)-323(Bruder,)-341(der)-322(B\374rgermeister)-323(hier,)-341(wird)-323(deinen)-323(Hund)-322(gewi\337)]TJ 0 -13.549 Td [(aufnehmen,)-407(wenn)-376(ich)-376(ihn)-376(darum)-376(bitte;)-439(dann)-376(kannst)-376(du)-375(t\344glich)]TJ 0 -13.549 Td [(deinen)-250(Liebling)-250(sehen.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Ilse)-447(war)-447(rot)-447(geworden)-447(und)-447(dicke)-447(Thr\344nen)-447(perlten)-447(in)-447(ihren)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Augen.)-939(\273Dann)-480(bleibe)-480(ich)-479(auch)-480(nicht)-480(hier!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 210.996 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.688 0 Td [(sie)-480(wollte)-479(es)]TJ -221.684 -13.549 Td [(eben)-515(aussprechen,)-581(aber)-515(sie)-515(wagte)-515(es)-515(nicht.)-1045(Die)-515(Dame)-515(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-466(hatte)-467(so)-466(etwas)-467(Unnahbares,)-520(Vornehmes)-467(in)-466(ihrem)-466(Wesen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wie)-419(eine)-419(F\374rstin)-419(erschien)-419(sie)-419(ihr)-418(trotz)-419(des)-419(schlichten,)-461(grauen)]TJ 0 -13.549 Td [(Kleides,)-225(dessen)-219(kleiner)-219(Stehkragen)-219(am)-219(Halse)-219(mit)-219(einer)-219(einfachen)]TJ 0 -13.55 Td [(goldenen)-234(Nadel)-233(zusammengehalten)-234(wurde.)-245(Ilse)-233(senkte)-234(den)-233(Blick)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(schwieg.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Der)-301(Oberamtmann)-300(lachte.)-402(\273Sie)-300(haben)-301(recht,)-313(Fr\344ulein,\253)-300(sagte)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(er,)-452(\273und)-411(wir)-411(h\344tten)-411(das)-411(selbst)-411(vorher)-412(bedenken)-411(k\366nnen.)-733(Ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337e)-318(G\374te,)-336(den)-318(Hund)-319(bei)-318(Ihrem)-319(Herrn)-318(Bruder)-318(unterzubringen,)]TJ 0 -13.549 Td [(wird)-250(Ilse)-250(mit)-250(vielem)-250(Danke)-250(annehmen,)-250(nicht)-250(wahr?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Sie)-438(sch\374ttelte)-438(den)-438(Kopf.)-814(\273Fremde)-438(Leute)-438(sollen)-438(Bob)-438(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(haben,)-250(Papa,)-250(du)-250(nimmst)-250(ihn)-250(wieder)-250(mit)-250(nach)-250(Moosdorf.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Herr)-377(Macket)-378(sch\344mte)-377(sich)-378(der)-377(Antwort)-378(seines)-377(Kindes,)-409(aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-263(Raimar)-263(\374berhob)-263(ihn)-263(geschickt)-263(seiner)-263(Verlegenheit.)-289(Mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-362(erfahrenen)-362(Sinne)-363(hatte)-362(sie)-362(sofort)-362(das)-362(Trotzk\366pfchen)-362(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(erkannt.)-250(Sie)-250(that,)-250(als)-250(merkte)-250(sie)-250(Ilses)-250(Unart)-250(nicht.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du)-320(hast)-320(ganz)-320(recht,\253)-320(sagte)-319(sie)-320(freundlich,)-338(\273es)-320(ist)-320(das)-319(beste,)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([24])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(der)-289(Papa)-289(nimmt)-289(das)-289(Tier)-288(wieder)-289(mit)-289(in)-289(die)-289(Heimat.)-367(Du)-288(w\374rdest)]TJ 0 -13.55 Td [(durch)-272(dasselbe)-272(vielleicht)-272(doch)-272(mehr)-271(zerstreut,)-278(als)-272(mir)-272(lieb)-271(w\344re.)]TJ 0 -13.549 Td [(Soll)-454(die)-454(Magd)-453(den)-454(Hund)-454(in)-454(das)-453(Hotel)-454(zur\374cktragen,)-505(wo)-453(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(abgestiegen)-250(sind,)-250(Herr)-250(Oberamtmann?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-377(will)-376(ihn)-377(selbst)-377(dorthin)-376(tragen,)-409(nicht)-376(wahr,)-408(Papachen?\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fragte)-250(Ilse)-250(und)-250(hielt)-250(Bob)-250(\344ngstlich)-250(fest.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-498(w\374nsche)-498(nicht,)-560(da\337)-497(du)-498(es)-498(thust,)-560(liebe)-498(Ilse,\253)-497(wandte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-402(Raimar)-402(ein.)-706(\273Ich)-402(m\366chte)-402(dich)-402(gleich)-402(zu)-402(Mittag)-402(hier)]TJ 0 -13.549 Td [(behalten,)-285(um)-277(dich)-278(den)-278(\374brigen)-278(Pension\344rinnen)-277(vorzustellen.)-333(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(halte)-297(es)-296(so)-297(f\374r)-296(das)-297(beste.)-390(Es)-296(thut)-297(nicht)-297(gut,)-308(Herr)-296(Oberamtmann,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-169(ein)-168(Kind,)-185(sobald)-168(der)-169(Vater)-168(oder)-169(die)-168(Mutter)-169(es)-168(mir)-168(\374bergeben)]TJ 0 -13.55 Td [(haben,)-445(noch)-406(einmal)-406(mit)-407(ihnen)-406(zur\374ckkehrt)-406(in)-406(das)-406(Hotel.)-718(Der)]TJ 0 -13.549 Td [(Abschied)-250(wird)-250(ihm)-250(weit)-250(schwerer)-250(gemacht.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Nein,)-458(nein!\253)-416(rief)-416(Ilse)-416(zitternd)-416(vor)-416(Aufregung,)-457(\273ich)-416(bleibe)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht)-269(gleich)-269(hier!)-307(Ich)-269(will)-269(mit)-269(meinem)-269(Papa)-269(so)-269(lange)-268(zusammen)]TJ 0 -13.549 Td [(sein,)-250(bis)-250(er)-250(abreist.)-250(Du)-250(nimmst)-250(mich)-250(mit)-250(dir,)-250(nicht,)-250(Papa?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Es)-351(wurde)-351(Herrn)-352(Macket)-351(hei\337)-351(und)-351(kalt)-351(bei)-351(ihrem)-351(Ungest\374m,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(indes)-285(auch)-284(diesmal)-285(half)-284(ihm)-285(Fr\344ulein)-285(Raimar)-284(\374ber)-285(die)-284(peinliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Lage)-250(hinweg.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Gewi\337,)-228(mein)-227(Kind,\253)-228(entgegnete)-227(sie)-228(mit)-228(Ruhe,)-232(\273dein)-227(Wunsch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(soll)-305(dir)-305(erf\374llt)-305(werden.)-415(Darf)-305(ich)-305(Sie)-305(bitten,)-318(Herr)-305(Oberamtmann,)]TJ 0 -13.549 Td [(heute)-212(mittag)-212(mein)-212(Gast)-213(zu)-212(sein?)-237(Sie)-212(w\374rden)-212(mich)-212(sehr)-212(erfreuen.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-307(warf)-306(ihrem)-307(Papa)-307(einen)-306(flehenden)-307(Blick)-307(zu,)-321(der)-306(ungef\344hr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ausdr\374cken)-327(sollte:)-405(\273Bleib)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.436 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.205 0 Td [(nicht)-327(hier,)-347(nimm)-328(mich)-327(mit)-327(fort!)-483(Ich)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(mag)-202(nicht)-203(hier)-202(bleiben)-203(bei)-202(dem)-202(b\366sen)-203(Fr\344ulein,)-212(das)-202(mich)-202(schlecht)]TJ 0 -13.549 Td [(behandeln)-347(wird!\253)-347(Leider)-347(verstand)-347(er)-347(den)-347(Blick)-347(anders,)-371(er)-347(hielt)]TJ 0 -13.549 Td [(ihn)-257(f\374r)-256(eine)-257(stumme)-256(Bitte,)-258(die)-257(Einladung)-256(anzunehmen)-257(und)-256(sagte)]TJ 0 -13.549 Td [(zu.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Die)-347(Vorsteherin)-346(erhob)-347(sich)-346(und)-347(zog)-346(an)-347(einer)-346(Klingelschnur.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Der)-314(eintretenden)-314(Magd)-314(trug)-314(sie)-314(auf,)-330(Fr\344ulein)-314(G\374ssow)-314(zu)-313(rufen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wenige)-250(Augenblicke)-250(darauf)-250(trat)-250(dieselbe)-250(in)-250(das)-250(Zimmer.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([25])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(Die)-293(Gerufene)-292(war)-293(die)-293(erste)-293(Lehrerin)-292(im)-293(Institute)-293(und)-292(wohnte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(daselbst.)-600(Weit)-367(j\374nger)-366(als)-367(die)-367(Vorsteherin,)-395(war)-367(sie)-367(eine)-366(h\366chst)]TJ 0 -13.549 Td [(anmutige,)-587(liebensw\374rdige)-519(Erscheinung)-520(von)-519(sechsundzwanzig)]TJ 0 -13.549 Td [(Jahren.)-1705(S\344mtliche)-735(Tagessch\374lerinnen)-735(und)-735(besonders)-735(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Pension\344rinnen)-595(schw\344rmten)-596(f\374r)-595(sie,)-682(sie)-595(verstand)-596(es,)-681(durch)]TJ 0 -13.55 Td [(gleichm\344\337ige)-250(G\374te)-250(sich)-250(die)-250(jungen)-250(Herzen)-250(zu)-250(gewinnen.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Wollen)-218(Sie)-218(die)-219(G\374te)-218(haben,)-224(Ilse)-219(auf)-218(ihr)-218(Zimmer)-218(zu)-218(geleiten,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sagte)-205(die)-204(Vorsteherin,)-214(nachdem)-205(sie)-204(die)-205(junge)-205(Lehrerin)-204(vorgestellt)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte,)-250(\273damit)-250(sie)-250(dort)-250(ihren)-250(Hut)-250(ablegen)-250(kann.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Gern,\253)-160(erwiderte)-159(die)-160(Angeredete)-159(und)-160(trat)-159(auf)-160(Ilse)-160(zu.)-219(\273Komm,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(liebes)-329(Kind,\253)-328(sagte)-329(sie)-328(freundlich)-329(und)-328(ergriff)-329(sie)-328(bei)-329(der)-328(Hand,)]TJ 0 -13.549 Td [(\273jetzt)-171(werde)-171(ich)-170(dir)-171(zeigen,)-187(wo)-171(du)-171(schl\344fst.)-223(O,)-171(du)-171(hast)-171(ein)-170(sch\366nes,)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337es)-323(Zimmer;)-359(aber)-323(du)-323(wohnst)-323(nicht)-323(allein)-323(dort.)-469(Ellinor)-322(Grey)]TJ 0 -13.55 Td [(wird)-278(deine)-278(Stubengenossin)-278(sein.)-335(Sie)-278(ist)-278(ein)-278(liebes)-278(M\344dchen.)-334(Du)]TJ 0 -13.549 Td [(m\366chtest)-250(gern)-250(gleich)-250(mit)-250(ihr)-250(bekannt)-250(werden,)-250(nicht)-250(wahr?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilse)-263(\374berh\366rte)-263(die)-263(Frage.)-289(Mit)-263(scheuen,)-266(\344ngstlichen)-263(Augen)-263(sah)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-314(den)-314(Vater)-314(an)-314(und)-315(fragte:)-378(\273Du)-314(gehst)-314(doch)-314(nicht)-314(fort,)-330(Papa?\253)]TJ 0 -13.549 Td [(Als)-250(er)-250(sie)-250(dar\374ber)-250(beruhigte,)-250(folgte)-250(sie)-250(Fr\344ulein)-250(G\374ssow.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Aber)-423(den)-422(Hund)-423(mu\337t)-423(du)-422(wohl)-423(hier)-422(lassen,)-466(du)-423(kannst)-422(ihn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(doch)-318(nicht)-319(mit)-318(hinauf)-319(in)-318(dein)-318(Zimmer)-319(nehmen,\253)-318(sagte)-318(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(Raimar.)-259(\273Du)-253(kannst)-253(ihn)-253(drau\337en)-253(der)-254(Magd)-253(\374bergeben,)-253(damit)-253(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(ihn)-250(so)-250(lange)-250(in)-250(Verwahrung)-250(nimmt.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-356(G\374ssow)-357(dachte)-356(weniger)-356(streng)-357(als)-356(die)-356(Vorsteherin.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Sie)-364(fand)-364(es)-364(nicht)-364(so)-364(schlimm,)-392(wenn)-364(Ilse)-364(ihren)-364(Hund)-364(im)-364(Arme)]TJ 0 -13.549 Td [(behielt.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Hast)-254(du)-254(ihn)-254(so)-254(sehr)-254(gern?\253)-254(fragte)-254(sie,)-255(als)-254(sie)-254(mit)-254(dem)-253(jungen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M\344dchen)-250(den)-250(Korridor)-250(entlangging.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Ja,\253)-287(entgegnete)-288(Ilse,)-296(\273sehr,)-297(sehr)-287(lieb)-288(habe)-287(ich)-287(Bob.)-362(Und)-287(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(darf)-250(ihn)-250(nicht)-250(hier)-250(behalten.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Sie)-319(legte)-319(ihre)-319(Wange)-318(auf)-319(des)-319(Hundes)-319(Kopf)-319(und)-319(k\344mpfte)-318(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dem)-250(Weinen.)]TJ 11.956 -16.187 Td [(\273Gr\344me)-337(dich)-337(nicht)-337(darum,)-359(Kind,\253)-337(tr\366stete)-337(Fr\344ulein)-337(G\374ssow,)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([26])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(\273das)-184(ist)-185(nicht)-184(so)-184(schlimm.)-229(Du)-184(findest)-184(hier)-185(viel)-184(etwas)-184(Besseres.)-228(Du)]TJ 0 -13.549 Td [(sollst)-251(einmal)-250(sehen,)-251(wie)-250(bald)-251(du)-250(den)-251(Bob)-250(vergessen)-251(haben)-250(wirst.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wir)-432(haben)-431(zweiundzwanzig)-432(Pension\344rinnen)-431(jetzt)-432(im)-431(Institute,)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-422(wirst)-422(manche)-423(liebe)-422(Freundin)-422(unter)-422(ihnen)-423(finden.)-766(Hast)-422(du)]TJ 0 -13.55 Td [(Geschwister?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Nein,\253)-203(sagte)-203(Ilse,)-212(die)-203(ganz)-203(zutraulich)-203(gegen)-203(Fr\344ulein)-203(G\374ssow)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wurde,)-250(\273ich)-250(bin)-250(allein.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Nun,)-578(siehst)-513(du!)-1037(Da)-513(kann)-512(ich)-513(mir)-512(deine)-513(Liebe)-512(zu)-512(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unvern\374nftigen)-545(Tiere)-544(erkl\344ren,)-619(dir)-544(fehlten)-545(die)-544(Gespielinnen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Gieb)-248(deinen)-248(Hund)-247(getrost)-248(dem)-248(Papa)-248(wieder)-248(mit)-247(zur\374ck,)-249(du)-247(wirst)]TJ 0 -13.55 Td [(ihn)-250(nicht)-250(vermissen.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Sie)-314(stiegen)-315(eine)-314(Treppe)-314(hinauf)-314(und)-315(kamen)-314(auf)-314(einen)-314(gro\337en,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hellen)-189(Vorsaal,)-201(auf)-189(welchem)-189(eine)-189(Anzahl)-189(Th\374ren)-189(m\374ndeten.)-229(Eine)]TJ 0 -13.549 Td [(derselben)-293(\366ffnete)-293(die)-293(Lehrerin,)-304(und)-293(sie)-293(traten)-293(in)-292(ein)-293(ger\344umiges)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmer)-396(ein,)-434(das)-396(nach)-396(dem)-397(Garten)-396(f\374hrte.)-690(Die)-396(Fenster)-396(waren)]TJ 0 -13.55 Td [(ge\366ffnet)-196(und)-195(ein)-196(m\344chtiger)-195(Apfelbaum)-196(streckte)-195(seine)-196(Zweige)-195(fast)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-250(Fenster)-250(hinein.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Die)-506(Einrichtung)-506(war)-505(nicht)-506(elegant,)-570(nur)-506(das)-505(Notwendigste)]TJ -11.956 -13.549 Td [(befand)-435(sich)-435(in)-435(dem)-434(Zimmer.)-805(Zwei)-435(Betten,)-481(zwei)-434(Kommoden)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-212(zwei)-212(Kleiderschr\344nke,)-220(dann)-212(noch)-212(ein)-212(gro\337er)-211(Waschtisch)-212(und)]TJ 0 -13.55 Td [(einige)-250(St\374hle.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Als)-348(Fr\344ulein)-348(G\374ssow)-349(mit)-348(Ilse)-348(eintrat,)-373(erhob)-348(sich)-348(schnell)-348(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(junges)-355(M\344dchen)-356(von)-355(ungef\344hr)-355(siebzehn)-355(Jahren,)-382(das)-355(mit)-355(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(Buche)-489(in)-489(der)-489(Hand)-489(am)-489(Fenster)-489(gesessen)-489(hatte.)-967(Es)-489(war)-489(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(schlankes,)-350(zartgebautes)-330(Wesen,)-349(mit)-330(goldblondem)-330(Haar,)-350(das)-329(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-401(einem)-400(Knoten)-401(aufgesteckt)-401(trug,)-438(mit)-401(blauen)-400(Augen)-401(und)-400(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(schelmischen)-370(Gr\374bchen)-370(in)-370(den)-370(Wangen,)-400(sobald)-370(sie)-370(lachte.)-609(Es)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-250(Ellinor)-250(Grey,)-250(eine)-250(Engl\344nderin.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Hier)-538(bringe)-537(ich)-538(dir)-538(Ilse)-538(Macket,)-609(Nellie,\253)-538(so)-538(wurde)-537(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Engl\344nderin)-320(Namen)-320(allgemein)-320(abgek\374rzt.)-459(\273Ich)-320(denke,)-338(du)-319(wirst)]TJ 0 -13.549 Td [(dich)-250(ihrer)-250(liebreich)-250(annehmen.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273O)-190(ja,)-202(ich)-190(werde)-190(ihr)-190(sehr)-190(lieben,\253)-190(antwortete)-190(Nellie)-190(und)-190(reichte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-254(Neuangekommenen)-253(die)-254(Hand.)-260(\273Bleibt)-254(die)-253(Hund)-254(auch)-253(hier?\253)]TJ 0 -13.549 Td [(fragte)-250(sie.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([27])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.368 Td [(\273Nein,\253)-250(sagte)-250(Fr\344ulein)-250(G\374ssow.)]TJ 0 -14.367 Td [(\273O)-284(wie)-283(schade!)-352(Es)-283(ist)-284(ein)-284(so)-284(s\374\337es)-283(Tier!\253)-284(Und)-284(sie)-283(streichelte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Bob.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Es)-370(klang)-370(so)-371(drollig)-370(und)-370(sie)-370(sah)-371(so)-370(schelmisch)-370(aus,)-400(da\337)-370(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sofort)-383(sich)-382(von)-383(ihr)-382(angezogen)-383(f\374hlte.)-647(Gern)-383(h\344tte)-382(sie)-383(noch)-382(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Weilchen)-320(dem)-320(komischen)-320(Geplauder)-321(Nellies)-320(zugeh\366rt,)-337(aber)-320(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337te)-421(dem)-420(Fr\344ulein)-421(folgen,)-463(die)-420(sich)-421(vorgenommen)-420(hatte,)-463(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(einige)-417(Schulr\344ume)-418(zu)-417(zeigen.)-752(Zuerst)-418(\366ffnete)-417(sie)-418(die)-417(Th\374r)-417(zu)]TJ 0 -13.55 Td [(dem)-476(Musikzimmer,)-533(dann)-476(gingen)-477(sie)-476(in)-476(den)-476(Zeichensaal)-476(und)]TJ 0 -13.549 Td [(zuletzt)-301(wurde)-301(Ilse)-302(in)-301(den)-301(sogenannten)-301(gro\337en)-302(Saal)-301(gef\374hrt.)-403(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(junge)-311(Lehrerin)-311(erz\344hlte)-311(ihr,)-326(da\337)-311(in)-311(demselben)-311(alle)-311(Examen)-310(und)]TJ 0 -13.549 Td [(zuweilen)-300(auch)-300(Festlichkeiten)-300(stattf\344nden.)-400(Ilse)-300(h\366rte)-300(mit)-300(halbem)]TJ 0 -13.549 Td [(Ohre,)-483(sie)-436(hatte)-436(n\344mlich)-437(durch)-436(eine)-436(offenstehende)-436(Th\374r)-436(einen)]TJ 0 -13.55 Td [(Blick)-320(in)-321(eine)-320(leerstehende)-320(Klasse)-321(gethan)-320(und)-320(Schulb\344nke)-320(darin)]TJ 0 -13.549 Td [(entdeckt.)-451(Dort)-317(eingeklemmt)-317(sollte)-317(sie)-317(von)-318(jetzt)-317(an)-317(sitzen,)-333(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(aufstehen)-351(d\374rfen,)-377(wenn)-351(es)-352(ihr)-351(beliebte)]TJ/F22 10.9091 Tf 175.654 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.288 0 Td [(o,)-377(es)-351(war)-351(entsetzlich!)]TJ -184.942 -13.549 Td [(Ein)-415(Grauen)-414(\374berkam)-415(sie)-415(pl\366tzlich,)-456(ihr)-414(war,)-456(als)-415(w\374rde)-415(ihr)-414(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Brust)-250(zusammengeschn\374rt.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273In)-294(welche)-295(Klasse)-294(meinst)-295(du,)-305(da\337)-294(du)-295(kommen)-294(wirst?\253)-294(fragte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-335(Fr\344ulein,)-355(\273deinem)-335(Alter)-334(nach)-335(m\374\337test)-334(du)-335(wohl)-334(in)-335(die)-334(erste)]TJ 0 -13.549 Td [(versetzt)-261(werden.)-283(Hast)-261(du)-261(deine)-261(Arbeitsb\374cher)-261(mitgebracht?)-282(Wie)]TJ 0 -13.549 Td [(steht)-364(es)-364(mit)-364(den)-364(Sprachen?)-592(Franz\366sisch)-364(und)-364(Englisch)-364(sind)-364(dir)]TJ 0 -13.55 Td [(wohl)-253(gel\344ufig,)-254(da)-253(du)-254(stets,)-254(wie)-253(dein)-253(Papa)-253(schrieb,)-254(eine)-253(englische)]TJ 0 -13.549 Td [(oder)-250(franz\366sische)-250(Gouvernante)-250(hattest.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Von)-469(unten)-470(herauf)-469(t\366nte)-469(eine)-470(Glocke.)-908(Dies)-469(war)-469(eine)-469(sehr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gelegene)-463(Unterbrechung)-463(f\374r)-463(Ilse,)-517(der)-463(es)-463(unheimlich)-463(bei)-463(dem)]TJ 0 -13.55 Td [(Examen)-302(wurde.)-406(Sie)-301(sagte,)-315(da\337)-302(sie)-302(nicht)-302(wisse,)-315(wie)-302(weit)-302(sie)-301(sei,)]TJ 0 -13.549 Td [(franz\366sisch)-250(glaube)-250(sie)-250(sprechen)-250(zu)-250(k\366nnen.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Nun)-201(la\337)-200(nur,)-211(mein)-200(Kind,\253)-201(meinte)-201(das)-200(Fr\344ulein,)-211(\273heute)-200(wollen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wir)-220(noch)-219(nicht)-220(an)-220(das)-219(Lernen)-220(denken,)-226(bei)-219(deiner)-220(Pr\374fung)-219(morgen)]TJ 0 -13.549 Td [(werden)-221(wir)-220(ja)-221(sehen,)-226(welch)-221(kleine)-221(Gelehrte)-220(du)-221(bist.)]TJ/F22 10.9091 Tf 223.704 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.861 0 Td [(Wir)-221(wollen)]TJ -231.565 -13.549 Td [(jetzt)-394(hinunter)-395(in)-394(den)-394(Speisesaal)-394(gehen,)-431(die)-394(Glocke)-394(hat)-394(uns)-394(zu)]TJ 0 -13.55 Td [(Tisch)-250(gerufen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([28])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.25 Td [(Als)-276(sie)-277(in)-276(denselben)-276(eintraten,)-283(fanden)-277(sie)-276(die)-276(Vorsteherin)-276(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dem)-465(Oberamtmann)-464(bereits)-465(dort.)-893(Erstere)-465(machte)-464(ihn)-465(mit)-464(der)]TJ 0 -13.55 Td [(herk\366mmlichen)-303(Einrichtung)-303(w\344hrend)-302(des)-303(Essens)-303(bekannt.)-408(Zum)]TJ 0 -13.549 Td [(Beispiel,)-375(da\337)-351(die)-350(zuletzt)-350(angekommene)-351(Pension\344rin)-350(stets)-350(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Platz)-476(neben)-476(der)-477(Vorsteherin)-476(angewiesen)-476(erhalte.)-929(Dann,)-532(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(zwei)-261(junge)-262(M\344dchen)-261(w\366chentlich)-262(den)-261(Tisch)-262(zu)-261(besorgen)-261(hatten.)]TJ 0 -13.549 Td [(Dieselben)-281(mu\337ten)-282(denselben)-281(decken)-281(und)-282(genau)-281(acht)-281(geben,)-289(da\337)]TJ 0 -13.55 Td [(nichts)-192(fehlte)-192(und)-192(s\344mtliche)-192(Gegenst\344nde)-192(sauber)-192(und)-192(blank)-191(waren.)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-250(J\374ngste)-250(der)-250(Pension\344rinnen)-250(sprach)-250(stets)-250(das)-250(Tischgebet.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Dem)-493(Oberamtmann)-494(gefielen)-493(die)-494(Anordnungen)-493(vortrefflich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-285(als)-284(er)-285(seinen)-285(Blick)-285(\374ber)-284(die)-285(junge)-285(M\344dchenschar)-284(hingleiten)]TJ 0 -13.549 Td [(lie\337,)-197(mu\337te)-197(er)-198(seine)-197(Freude)-197(aussprechen,)-208(wie)-197(gesund)-197(und)-197(fr\366hlich)]TJ 0 -13.549 Td [(fast)-250(alle)-250(aussahen.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Ilse)-331(sah)-331(auch)-331(umher,)-351(aber)-331(es)-331(waren)-331(nicht)-331(die)-331(fr\366hlichen)-331(und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gesunden)-226(Gesichter,)-231(die)-226(sie)-226(interessierten,)-231(sondern)-225(die)-226(Sch\374rzen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Jede)-419(Einzelne)-419(trug)-419(ein)-419(solches)-419(von)-419(ihr)-418(verachtetes)-419(Ding,)-461(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-275(Raimar)-275(sah)-276(nicht)-275(aus,)-281(als)-275(ob)-276(sie)-275(eine)-275(Ausnahme)-275(bei)-275(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(gelten)-250(lassen)-250(w\374rde.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Nach)-236(dem)-237(Gebete)-236(wurden)-236(die)-237(Speisen)-236(aufgetragen.)-245(Dieselben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(waren)-413(kr\344ftig)-413(und)-413(gut)-413(gekocht,)-454(und)-413(Herr)-413(Macket)-413(konnte)-412(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(\374berzeugen,)-326(da\337)-311(sein)-311(Kind)-310(auch)-311(in)-311(dieser)-311(Hinsicht)-311(gut)-310(versorgt)]TJ 0 -13.549 Td [(sein)-250(werde.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Nach)-313(dem)-312(Essen)-313(verabschiedete)-313(er)-312(sich)-313(bald,)-328(und)-313(Ilse)-312(durfte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihn)-350(begleiten.)-551(Nellie)-350(hatte)-351(kaum)-350(davon)-350(geh\366rt,)-376(als)-350(sie)-350(wie)-350(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Wind)-259(die)-258(Treppe)-259(hinaufflog,)-261(um)-259(gleich)-259(darauf)-258(mit)-259(Ilses)-259(Hut)-258(und)]TJ 0 -13.55 Td [(Handschuhen)-250(zur\374ckzukommen.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Diese)-241(dankte)-241(ihr)-241(daf\374r,)-243(und)-242(Herr)-241(Macket)-241(reichte)-241(ihr)-241(die)-241(Hand.)]TJ 0 -14.251 Td [(\273Leben)-458(Sie)-459(wohl,)-510(mein)-459(Fr\344ulein,\253)-458(sagte)-459(er)-458(herzlich,)-510(denn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-383(hatte)-383(durch)-382(diese)-383(kleine)-383(Aufmerksamkeit)-383(ihn)-383(sofort)-382(f\374r)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(28)-18976(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(sich)-261(eingenommen,)-263(\273und)-260(haben)-261(Sie)-261(Geduld)-260(mit)-261(meinem)-260(kleinen)]TJ 0 -13.549 Td [(Wildfang.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273O)-263(ja,\253)-263(entgegnete)-263(Nellie,)-266(\273ich)-263(werde)-263(mir)-263(schon)-263(gern)-263(von)-263(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(annehmen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([29])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.601 Td [(\273Nun,)-931(Ilse,)-931(wie)-795(gef\344llt)-795(dir)-795(das)-795(Institut?\253)-795(fragte)-795(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Oberamtmann,)-351(als)-330(sie)-331(auf)-330(der)-331(Stra\337e)-331(gingen,)-350(\273ich)-331(gestehe,)-350(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-337(sehr)-337(befriedigt)-337(von)-337(hier)-337(abreise,)-359(ich)-337(wei\337,)-337(ich)-337(lasse)-337(dich)-337(in)]TJ 0 -13.549 Td [(guten)-250(H\344nden.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Mir)-240(gef\344llt)-240(es)-240(gar)-240(nicht)-240(hier!\253)-240(erkl\344rte)-240(Ilse)-240(h\366chst)-240(verstimmt.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Es)-239(ist)-238(mir)-239(alles)-238(so)-239(fremd,)-241(und)-238(vor)-239(dem)-239(grauen)-238(Fr\344ulein)-239(mit)-238(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(blonden,)-420(glatten)-386(Scheitel)-386(f\374rchte)-385(ich)-386(mich.)-658(Sie)-386(ist)-386(so)-386(hart,)-419(so)]TJ 0 -13.549 Td [(ungef\344llig!)-444(Du)-315(sollst)-315(sehen,)-331(Papa,)-331(sie)-314(ist)-315(nicht)-315(gut)-315(gegen)-314(mich.)]TJ 0 -13.549 Td [(Warum)-250(soll)-250(ich)-250(Bob)-250(nicht)-250(behalten?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Du)-246(hast)-247(geh\366rt,)-247(weshalb)-246(nicht,)-247(nun)-246(mu\337t)-247(du)-246(auch)-246(nicht)-246(mehr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so)-362(hartn\344ckig)-363(auf)-362(deinen)-362(Wunsch)-363(zur\374ckkommen,\253)-362(verwies)-362(er)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-250(leicht.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Nun)-381(f\344ngst)-381(auch)-381(du)-381(an,)-414(mit)-381(mir)-381(zu)-381(zanken!)-643(Niemals)-380(hast)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-285(so)-284(b\366se)-285(mit)-284(mir)-285(gesprochen,\253)-285(rief)-284(Ilse)-285(schmerzlich)-284(beleidigt.)]TJ 0 -13.549 Td [(Und)-325(sie)-324(f\374hlte)-325(sich)-325(in)-324(dem)-325(Gedanken,)-343(da\337)-325(kein)-324(Mensch,)-343(selbst)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-326(Papa)-325(nicht,)-344(sie)-326(leiden)-325(m\366ge,)-345(so)-325(ungl\374cklich,)-345(da\337)-325(das)-325(gro\337e)]TJ 0 -13.55 Td [(M\344dchen)-250(auf)-250(offner)-250(Stra\337e)-250(zu)-250(weinen)-250(anfing.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Der)-484(Oberamtmann)-484(nahm)-483(ihren)-484(Arm)-484(und)-484(legte)-484(ihn)-484(in)-483(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(seinigen.)-250(Des)-250(Kindes)-250(Thr\344nen)-250(machten)-250(ihn)-250(so)-250(weich.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Aber)-309(Kleines,\253)-308(sagte)-309(er)-309(z\344rtlich)-308(und)-309(versuchte)-309(zu)-308(scherzen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273was)-344(machst)-345(du)-344(denn?)-534(Sollen)-344(dich)-345(die)-344(Leute)-344(auslachen,)-368(wenn)]TJ 0 -13.55 Td [(das)-250(gro\337e,)-250(kleine)-250(M\344dchen)-250(weint?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Er)-320(f\374hrte)-320(sie)-321(zur\374ck)-320(in)-320(das)-320(Hotel)-321(und)-320(dort)-320(fanden)-320(sie)-320(bereits)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Bob.)-319(Freudig)-274(bellend)-273(begr\374\337te)-273(er)-273(Ilse,)-279(und)-273(diese)-273(nahm)-273(ihn)-273(hoch)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(liebkoste)-250(ihn)-250(unter)-250(lautem)-250(Schluchzen.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Um)-367(f\374nf)-367(Uhr)-366(reiste)-367(der)-367(Oberamtmann)-367(wieder)-367(zur\374ck)-367(in)-366(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Heimat.)-460(Die)-320(wenigen)-320(Stunden)-320(bis)-320(dahin)-320(vergingen)-320(schnell)-319(und)]TJ 0 -13.55 Td [(st\374rmisch.)-1001(Je)-500(n\344her)-500(der)-500(Abschied)-500(r\374ckte,)-563(desto)-500(aufgeregter)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-623(Ilse,)-717(und)-623(es)-624(bedurfte)-623(seiner)-623(ganzen)-624(Festigkeit,)-716(um)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 316.492 548.934 Td [(29)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(ihrem)-500(Wunsche,)-563(sie)-500(wieder)-500(mi)1(t)-500(nach)-500(Moosdorf)-500(zu)-500(nehmen,)]TJ 0 -13.549 Td [(entgegenzutreten.)]TJ 11.956 -16.242 Td [(\273Sei)-496(doch)-496(verst\344ndig!\253)-496(Wie)-497(oft)-496(bat)-496(er)-496(sie)-496(in)-496(dringendem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tone)-320(darum,)-338(wenn)-320(sie)-320(in)-320(leidenschaftlicher)-320(Erregung)-320(allerhand)]TJ 0 -13.549 Td [(Drohungen)-250(ausstie\337,)-250(wie:)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([30])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.242 Td [(\273Ich)-374(laufe)-375(heimlich)-374(davon,\253)-375(oder)-374(\273ich)-375(werde)-374(so)-374(ungezogen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sein,)-277(da\337)-272(mich)-272(das)-272(b\366se)-271(Fr\344ulein)-272(wieder)-272(fortschickt!\253)-272(Er)-271(wu\337te,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-283(werde)-283(beides)-284(nicht)-283(thun,)-291(aber)-284(es)-283(machte)-283(ihm)-283(doch)-283(Kummer,)]TJ 0 -13.549 Td [(seinen)-250(Liebling)-250(so)-250(trostlos)-250(zu)-250(sehen.)]TJ 11.956 -16.242 Td [(Sie)-384(wollte)-384(ihn)-385(wenigstens)-384(zur)-384(Bahn)-384(begleiten,)-418(auch)-384(das)-384(litt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Herr)-250(Macket)-250(nicht.)]TJ 11.956 -16.242 Td [(\273Ich)-191(fahre)-192(dich)-191(zur\374ck)-192(in)-191(das)-191(Institut)-192(und)-191(dann)-192(allein)-191(zur)-191(Bahn.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(So)-331(ist)-331(es)-331(am)-330(besten.)-493(Nun)-331(komm,)-351(Ilschen,\253)-331(fuhr)-331(er)-331(fort,)-351(als)-330(der)]TJ 0 -13.55 Td [(Wagen)-325(unten)-324(vorfuhr,)-344(und)-325(nahm)-324(sie)-325(z\344rtlich)-325(in)-324(den)-325(Arm,)-343(\273und)]TJ 0 -13.549 Td [(versprich)-208(mir)-208(ein)-208(gutes,)-216(folgsames)-208(Kind)-208(zu)-208(sein.)-236(Du)-208(sollst)-207(einmal)]TJ 0 -13.549 Td [(sehen,)-250(wie)-250(bald)-250(du)-250(dich)-250(eingew\366hnt)-250(haben)-250(wirst.\253)]TJ 11.956 -16.242 Td [(Sie)-320(hing)-320(sich)-320(an)-319(seinen)-320(Hals)-320(und)-320(mochte)-320(sich)-320(nicht)-320(von)-319(ihm)]TJ -11.956 -13.549 Td [(trennen.)-309(Es)-269(fiel)-270(ihr)-269(mit)-270(einemmal)-269(schwer)-270(auf)-269(das)-270(Herz,)-274(wie)-269(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(den)-250(Papa)-250(gequ\344lt)-250(hatte)-250(in)-250(den)-250(letzten)-250(Stunden.)]TJ 11.956 -16.242 Td [(\273Sei)-285(mir)-285(gut,)-293(mein)-285(lieber,)-293(lieber)-285(Papa!\253)-285(bat)-285(si)1(e,)-294(\273sei)-285(mir)-285(gut)1(!)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Du)-250(bist)-250(ja)-250(der)-250(einzige)-250(Mensch)-250(auf)-250(der)-250(Welt,)-250(der)-250(mich)-250(lieb)-250(hat!\253)]TJ 11.956 -16.242 Td [(Als)-631(der)-630(Wagen)-631(vor)-631(der)-631(Anstalt)-630(hielt,)-726(trennte)-631(sich)-630(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lautschluchzend)-734(von)-733(ihrem)-734(Vater,)-855(und)-733(als)-734(sie)-733(denselben)]TJ 0 -13.549 Td [(davonfahren)-255(sah,)-257(war)-255(es)-255(ihr)-255(zu)-255(Mute,)-257(als)-255(ob)-255(sie)-255(auf)-255(einer)-255(w\374sten)]TJ 0 -13.549 Td [(Insel)-250(allein)-250(zur\374ckgelassen,)-250(elendiglich)-250(untergehen)-250(m\374sse.)]TJ 128.983 -20.128 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -20.129 Td [(Noch)-301(eine)-300(Weile)-301(stand)-300(sie)-301(vor)-300(der)-301(verschlossenen)-300(Pforte,)-313(sie)]TJ -11.955 -13.549 Td [(konnte)-401(sich)-401(nicht)-402(entschlie\337en,)-439(an)-401(der)-401(Klingel)-401(zu)-402(ziehen.)-703(Da)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-309(die)-309(Th\374r)-310(von)-309(selbst)-309(ge\366ffnet)-310(und)-309(Fr\344ulein)-309(G\374ssow)-309(stand)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-350(derselben.)-550(Sie)-351(hatte)-350(von)-350(einem)-350(Fenster)-350(in)-350(der)-350(oberen)-350(Etage)]TJ 0 -13.55 Td [(den)-353(Wagen)-353(kommen)-353(sehen)-352(und)-353(war)-353(hinuntergeeilt,)-379(um)-353(Ilse)-352(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(empfangen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Ilse)-493(hatt)1(e)-493(wenig)-493(Lust)-492(dazu,)-553(Ordnung)-493(kannte)-492(sie)-493(nur)-492(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Namen)-220(nach.)-240(Sie)-220(nahm)-221(die)-220(sauber,)-226(mit)-220(roten)-220(B\344ndern)-220(gebundene)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([33])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(W\344sche)-449(und)-448(warf)-449(sie)-448(achtlos)-449(in)-448(die)-449(Schubkasten,)-498(es)-449(war)-448(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(gleich,)-226(wie)-221(alles)-220(zu)-220(liegen)-221(kam.)-240(Nellie)-220(sah)-221(diesem)-220(Treiben)-220(einige)]TJ 0 -13.55 Td [(Augenblicke)-250(zu,)-250(dann)-250(fing)-250(sie)-250(an)-250(zu)-250(lachen.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Was)-289(machst)-289(du?\253)-289(fragte)-289(sie.)-367(\273Wei\337t)-289(du)-289(nicht,)-299(wie)-288(Ordnung)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ist?)-1489(Taschent\374cher,)-767(Kragen,)-766(Sch\374rzen)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.118 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.688 0 Td [(alles)-663(wirfst)-663(du)]TJ -209.806 -13.549 Td [(durcheinander.)-427(Das)-308(sieht)-309(sehr)-309(bunt)-309(aus.)-427(H\374bsch)-308(nebeneinander)]TJ 0 -13.55 Td [(mu\337t)-309(du)-310(es)-309(machen,)-325(so)]TJ/F22 10.9091 Tf 105.82 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(,\253)-309(und)-310(sie)-309(zog)-310(einen)-309(Kasten)-310(nach)-309(dem)]TJ -111.275 -13.549 Td [(andern)-357(in)-356(ihrer)-356(Kommode)-357(auf)-356(und)-357(zeigte)-356(Ilse,)-383(wie)-357(sauber)-356(dort)]TJ 0 -13.549 Td [(alles)-250(geordnet)-250(lag.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Das)-233(kann)-232(ich)-233(nicht!\253)-233(entgegnete)-232(Ilse.)-244(\273Uebrigens)-233(f\344llt)-233(es)-232(mir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auch)-255(gar)-256(nicht)-255(ein,)-257(so)-256(viel)-255(Umst\344nde)-256(um)-255(die)-256(dummen)-255(Sachen)-255(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(machen!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Dumme)-363(Sachen!\253)-364(wiederholte)-363(Nellie.)-591(\273O)-363(Ilse,)-392(wie)-363(kannst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(du)-354(so)-355(sagen!)-563(Sieh)-354(diesen)-355(feinen)-354(Taschent\374cher,)-381(wie)-354(sie)-354(sch\366n)]TJ 0 -13.549 Td [(gestickt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.743 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.462 0 Td [(o)-276(und)-275(diese)-276(s\374\337e)-276(Sch\374rzen!)-327(Und)-276(du)-275(hast)-276(die)-276(schwere)]TJ -48.205 -13.549 Td [(B\374cher)-413(daraufgethan)]TJ/F22 10.9091 Tf 97.458 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.957 0 Td [(wie)-413(hast)-413(du)-412(sie)-413(zerdr\374ckt!)]TJ/F22 10.9091 Tf 127.25 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.958 0 Td [(La\337)-413(nur)]TJ -244.623 -13.549 Td [(sein,\253)-284(fuhr)-285(sie)-284(fort,)-293(als)-285(Ilse)-284(im)-284(Begriffe)-285(war,)-293(Schuhe)-284(und)-284(Stiefel)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-384(die)-385(W\344sche)-384(zu)-384(werfen,)-418(\273ich)-384(werde)-384(ohne)-385(dir)-384(machen)]TJ/F22 10.9091 Tf 260.075 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.646 0 Td [(du)]TJ -269.721 -13.55 Td [(verstehst)-250(nix!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Ilse)-291(lie\337)-292(sich)-291(das)-292(nicht)-291(zweimal)-291(sagen.)-375(Ruhig)-291(sah)-291(sie)-292(zu,)-301(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-272(das)-273(Schuhzeug)-272(nahm)-273(und)-272(es)-272(unten)-273(in)-272(den)-272(Kleiderschrank)]TJ 0 -13.549 Td [(stellte,)-250(wie)-250(sie)-250(\374berhaupt)-250(jedem)-250(Dinge)-250(den)-250(rechten)-250(Platz)-250(gab.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273O,)-183(ein)-182(sch\366nes)-183(Buch!\253)-183(rief)-182(diese)-183(pl\366tzlich)-183(und)-182(nahm)-183(ein)-182(Buch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aus)-329(dem)-329(Koffer,)-348(das)-329(h\366chst)-329(elegant)-329(in)-329(braunen)-329(Samt)-328(gebunden)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-427(mit)-428(silbernen)-427(Beschl\344gen)-428(verziert)-427(war.)-782(In)-428(der)-427(Mitte)-427(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Deckels)-261(befand)-261(sich)-261(ein)-261(kleines)-261(Schild,)-264(auf)-261(welchem)-261(eingraviert)]TJ 0 -13.55 Td [(war:)-250(Ilses)-250(Tagebuch.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Ilse)-213(nahm)-214(dasselbe)-213(Nellie)-214(aus)-213(der)-214(Hand)-213(und)-214(sah)-213(es)-213(verwundert)]TJ -11.956 -13.549 Td [(an.)-609(Was)-370(war)-369(das)-370(f\374r)-370(ein)-369(Buch?)-609(Sie)-370(wu\337te)-370(nichts)-369(davon.)-609(Ein)]TJ 0 -13.549 Td [(kleiner)-309(Schl\374ssel)-309(steckte)-309(in)-310(dem)-309(Schlosse)-309(desselben)-309(und)-309(als)-309(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(es)-342(aufgeschlossen)-342(hatte,)-365(fiel)-342(ein)-342(beschriebenes)-342(Blatt)-342(ihr)-341(gerade)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-250(die)-250(F\374\337e.)-250(Sie)-250(hob)-250(es)-250(auf)-250(und)-250(las:)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([34])]TJ
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+ -169.428 -82.223 Td [(Mein)-280(liebes)-280(Kind!)]TJ -100.293 -14.587 Td [(M\366ge)-236(dieses)-236(Buch)-236(Dein)-236(treuer)-236(Freund)-235(in)-236(der)-236(Fremde)-236(sein.)-245(Wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(Dein)-222(Herz)-222(schwer)-221(ist,)-228(fl\374chte)-221(zu)-222(ihm)-222(und)-222(teile)-222(ihm)-221(mit,)-228(was)-221(Dich)]TJ 0 -13.549 Td [(bedr\374ckt.)-661(Es)-387(wird)-387(verschwiegen)-387(sein)-387(und)-387(Dein)-387(Vertrauen)-386(nie)]TJ 0 -13.549 Td [(mi\337brauchen.)]TJ 0 -14.587 Td [(Gedenke)-250(in)-250(Liebe)]TJ 125.474 -14.587 Td [(Deiner)]TJ 124.556 -14.586 Td [(Mama.)]TJ -238.074 -51.464 Td [(Ohne)-397(ein)-397(Wort)-397(zu)-397(sagen,)-433(legte)-397(Ilse)-397(das)-397(Buch)-397(beiseite.)-691(S)1(ie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(empfand)-156(keinen)-156(Funken)-157(Freude)-156(\374ber)-156(die)-156(reizende)-156(Ueberraschung,)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-205(blieben)-204(die)-205(liebevollen)-204(Worte)-205(der)-205(Mutter)-204(ohne)-205(Eindruck)-204(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(sie.)]TJ 11.956 -14.587 Td [(\273Freut)-282(dir)-282(das)-282(Buch)-282(nicht?\253)-282(fragte)-282(Nellie,)-290(die)-282(sich)-282(\374ber)-282(di)1(ese)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Gleichg\374ltigkeit)-250(wunderte.)]TJ 11.956 -14.587 Td [(Ilse)-249(sch\374ttelte)-250(den)-249(Kopf.)-250(\273Was)-249(soll)-249(ich)-250(damit?\253)-249(fragte)-249(sie)-249(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-346(h\374bscher,)-370(frischer)-346(Mund)-345(zog)-346(sich)-346(trotzig)-346(in)-346(die)-346(H\366he,)-369(\273ich)]TJ 0 -13.549 Td [(schreibe)-372(niemals)-371(etwas)-372(hinein.)-615(Ich)-372(werde)-372(froh)-372(sein,)-402(wenn)-371(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(meine)-156(Aufgaben)-157(gemacht)-156(habe.)-219(Zu)-156(langen,)-175(unn\374tzen)-156(Geschichten)]TJ 0 -13.549 Td [(habe)-250(ich)-250(keine)-250(Zeit)-250(und)-250(keine)-250(Lust.\253)]TJ 11.956 -14.587 Td [(\273Ich)-268(w\374rde)-268(viel)-268(Freude)-268(haben,)-273(wenn)-268(ich)-268(ein)-268(Mutter)-268(h\344tte,)-272(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mir)-250(so)-250(beschenkte,\253)-250(sagte)-250(Nellie)-250(traurig.)]TJ 11.956 -14.587 Td [(\273Ist)-250(deine)-250(Mutter)-250(tot?\253)-250(fragte)-250(Ilse)-250(teilnehmend.)]TJ 0 -14.587 Td [(\273O)-278(sie)-279(ist)-278(lange,)-285(lange)-278(tot,\253)-279(entgegnete)-278(Nellie.)-335(\273Sie)-278(starb,)-285(als)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-228(noch)-228(eines)-228(klein)-228(Baby)-228(war.)-243(Meine)-228(Vater)-228(ist)-228(auch)-228(tot)]TJ/F22 10.9091 Tf 242.929 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.941 0 Td [(ich)-228(bin)]TJ -250.87 -13.549 Td [(ganz)-250(allein.)-250(Niemand)-250(hat)-250(mir)-250(recht)-250(von)-250(Herzen)-250(lieb.\253)]TJ 11.956 -14.587 Td [(\273Arme)-376(Nellie,\253)-376(sagte)-376(Ilse)-375(und)-376(ergriff)-376(ihre)-376(Hand.)-628(\273Aber)-375(du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hast)-250(Geschwister?\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273O)-450(nein!)-852(keine)-450(Schwester)]TJ/F22 10.9091 Tf 128.241 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.368 0 Td [(ganz)-450(allein!)-852(Ein)-450(alte)-451(Onkel)]TJ -150.565 -13.549 Td [(la\337t)-299(mir)-298(in)-299(Deutschland)-298(ausbilden,)-311(und)-299(wenn)-298(ich)-299(gutes)-298(Deutsch)]TJ 0 -13.549 Td [(gelernt)-250(habe,)-250(mu\337)-250(ich)-250(ein)-250(Gouvernante)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Gouvernante!\253)-277(rief)-277(Ilse)-278(erstaunt.)-331(\273Du)-278(bist)-277(doch)-277(viel)-277(zu)-277(jung)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dazu!)-250(Alte)-250(M\344dchen)-250(k\366nnen)-250(doch)-250(erst)-250(Gouvernanten)-250(werden!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([35])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -13.996 Td [(Ueber)-277(diese)-277(naive)-278(Anschauung)-277(mu\337te)-277(Nellie)-277(herzlich)-277(lachen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-299(nun)-300(war)-299(ihre)-300(traurige)-299(Stimmung)-300(wieder)-299(verschwunden)-299(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ihre)-359(angeborene)-358(Heiterkeit)-359(brach)-358(hervor,)-386(wie)-359(der)-358(Sonnenstrahl)]TJ 0 -13.549 Td [(durch)-326(graue)-326(Wolken.)-478(Auf)-326(Ilse)-326(aber)-326(hatte)-326(Nellies)-325(Verlassensein)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-250(tiefen)-250(Eindruck)-250(gemacht.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273La\337)-462(mich)-462(deine)-462(Freundin)-462(sein,\253)-462(bat)-462(sie)-462(in)-462(ihrer)-462(kindlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(offnen)-250(Weise,)-250(\273ich)-250(will)-250(dich)-250(auch)-250(sehr)-250(lieb)-250(haben.\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Gern)-291(sollst)-290(du)-291(meine)-291(Freundin)-290(sein,\253)-291(entgegnete)-291(Nellie)-290(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(reichte)-313(Ilse)-313(die)-313(Hand.)-440(\273Du)-313(hast)-313(mich)-313(von)-313(der)-313(erste)-313(Augenblick)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-250(nett)-250(gefallen.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Der)-255(gro\337e)-255(Koffer)-256(war)-255(nun)-255(leer,)-257(und)-255(Nellie)-255(ergriff)-255(den)-255(kleinen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-261(war)-262(eben)-261(im)-261(Begriffe)-262(die)-261(Riemen)-261(desselben)-261(loszuschnallen,)]TJ 0 -13.549 Td [(als)-250(Ilse)-250(ihr)-250(ihn)-250(unsanft)-250(aus)-250(der)-250(Hand)-250(nahm.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Der)-374(bleibt)-374(geschlossen!\253)-373(sagte)-374(sie,)-405(\273du)-374(darfst)-374(nicht)-373(sehen,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(was)-250(darin)-250(ist!\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273O)-254(je!)-261(Was)-254(du)-254(machst)-254(so)-253(b\366se)-254(Augen!\253)-254(rief)-254(Nellie)-254(und)-253(stellte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-292(h\366chst)-293(erschrocken.)-377(\273Hast)-292(du)-292(Heimlichkeiten)-293(in)-292(der)-292(kleine)]TJ 0 -13.549 Td [(Koffer?)-250(Ist)-250(wohl)-250(Kuchen)-250(und)-250(Wurst)-250(darin?\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Nellie)-263(begleitete)-263(ihre)-262(Worte)-263(mit)-263(so)-263(komischen)-262(Geb\344rden,)-266(da\337)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-250(lachen)-250(mu\337te.)-250(Sie)-250(bereute)-250(auch)-250(schon)-250(ihre)-250(Heftigkeit.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ich)-432(war)-432(recht)-432(heftig,)-477(Nellie,)-478(sei)-432(mir)-432(nicht)-432(b\366se,\253)-432(bat)-431(sie.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Wenn)-251(du)-250(mich)-251(nicht)-251(verraten)-251(willst,)-251(dann)-250(werde)-251(ich)-251(dir)-250(zeigen,)]TJ 0 -13.549 Td [(was)-289(darin)-288(ist;)-308(aber)-288(gieb)-289(mir)-288(die)-289(Hand)-288(darauf,)-298(da\337)-289(du)-288(schweigen)]TJ 0 -13.549 Td [(wirst.\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Nellie)-243(legte)-243(den)-243(Zeigefinger)-244(auf)-243(den)-243(Mund)-243(und)-243(besiegelte)-243(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einem)-250(H\344ndedrucke)-250(ihre)-250(Verschwiegenheit.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Jetzt)-181(nahm)-182(Ilse)-181(den)-181(Schl\374ssel,)-196(den)-181(sie)-181(am)-182(schwarzen)-181(Bande)-181(um)]TJ -11.956 -13.549 Td [(den)-283(Hals)-284(trug,)-291(und)-284(als)-283(sie)-283(eben)-284(im)-283(Begriffe)-283(war)-283(aufzuschlie\337en,)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-250(zum)-250(Abendessen)-250(gel\344utet.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273O)-343(wie)-343(schade!\253)-344(rief)-343(Nellie,)-366(die)-344(vor)-343(Neugierde)-343(brannte,)-366(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geheimnisvollen)-349(Sch\344tze)-350(zu)-349(sehen.)-548(\273Nun)-350(m\374ssen)-349(wir)-349(hinunter)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(erst)-250(nach)-250(die)-250(Schlafgehen)-250(k\366nnen)-250(wir)-250(auspacken!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nach)-296(dem)-296(Schlafengehen?\253)-296(fragte)-296(Ilse)-296(erstaunt.)-388(\273Da)-295(liegen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wir)-250(ja)-250(doch)-250(in)-250(unsren)-250(Betten.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([36])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.095 Td [(\273Schweig!\253)-281(entgegnete)-281(Nellie)-281(und)-281(legte)-281(abermals)-281(den)-281(Fi)1(nger)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auf)-250(den)-250(Mund.)-250(\273Das)-250(ist)-250(meines)-250(Geheimnis.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.647 0 Td [(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -184.691 -14.095 Td [(Ilse)-233(erhielt)-233(ihren)-233(Platz)-233(neben)-232(der)-233(Vorsteherin.)-245(An)-233(ihrer)-232(andern)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Seite)-213(sa\337)-213(eine)-214(junge)-213(Russin,)-220(Orla)-213(Sassuwitsch.)-238(Dieselbe)-213(war)-213(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(pikante,)-179(elegante)-161(Erscheinung)-161(mit)-162(kurzgeschnittenem,)-178(schwarzen)]TJ 0 -13.549 Td [(Haar,)-237(sehr)-235(lebhaften,)-237(dunklen)-235(Augen)-234(und)-234(einem)-234(Stumpfn\344schen.)]TJ 0 -13.55 Td [(Sie)-323(z\344hlte)-322(siebzehn)-322(Jahre,)-341(sah)-323(aber)-322(\344lter)-323(aus.)-467(Uebrigens)-322(sprach)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(flie\337end)-250(deutsch.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Ilse)-488(h\344tte)-488(gern)-488(neben)-488(Nellie)-487(gesessen,)-548(mit)-488(der)-488(sie)-488(in)-487(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wenigen)-371(Stunden)-371(so)-371(vertraut)-371(geworden)-371(war,)-401(die)-372(aber)-371(sa\337)-370(weit)]TJ 0 -13.549 Td [(entfernt)-342(von)-341(ihr.)-525(Augenblicklich)-341(hatte)-341(sie)-342(ihren)-341(Platz)-342(noch)-341(gar)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-247(eingenommen,)-248(sondern)-247(sie)-247(stand)-247(mit)-247(noch)-247(einem)-247(M\344dchen)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-226(einem)-226(Nebentische)-227(und)-226(war)-226(der)-226(Wirtschafterin)-226(behilflich,)-231(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Thee)-250(zu)-250(servieren.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Es)-458(war)-458(ein)-458(allerliebster)-458(Anblick,)-510(die)-458(jungen)-458(M\344dchen)-457(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihren)-426(sauberen)-426(Latzsch\374rzen)-426(so)-426(h\344uslich)-426(gesch\344ftig)-426(zu)-425(sehen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Geschickt)-445(gingen)-446(sie)-445(an)-445(den)-445(Tafeln)-446(entlang)-445(und)-445(reichten)-445(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Tassen)-250(herum.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Verschiedene)-258(Sch\374sseln)-258(mi)1(t)-258(Butterbr\366tchen,)-260(die)-258(reichlich)-258(mi)1(t)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Wurst)-216(und)-216(Braten)-217(belegt)-216(waren,)-223(standen)-216(verteilt)-216(auf)-216(den)-216(Tischen.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Fr\344ulein)-367(Raimar)-366(ergriff)-367(die)-367(vor)-367(ihr)-366(stehende)-367(und)-367(reichte)-366(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nimm)-549(dir,\253)-550(sagte)-550(sie,)-624(\273und)-549(gieb)-550(dann)-549(weiter)-550(an)-549(deine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nachbarin.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-439(war)-438(hungrig.)-816(Am)-439(Mittag)-439(hatte)-438(sie)-439(fast)-439(keinen)-438(Bissen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(genie\337en)-172(k\366nnen,)-188(jetzt)-172(aber)-172(machte)-172(die)-172(Natur)-172(ihre)-172(Rechte)-172(geltend.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-378(nahm)-378(sich)-378(vier)-378(Schnitten)-378(auf)-378(einmal,)-410(legte)-378(zwei)-378(und)-377(zwei)]TJ 0 -13.55 Td [(aufeinander)-359(und)-359(verschlang)-359(den)-359(ganzen)-359(Vorrat)-359(in)-359(drei)-359(bis)-359(vier)]TJ 0 -13.549 Td [(Bissen.)-251(Freilich)-251(hatte)-250(sie)-251(den)-250(Mund)-251(recht)-250(voll,)-251(die)-250(Backen)-250(traten)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(36)-18976(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(wie)-277(geschwollen)-277(heraus,)-284(das)-277(k\374mmerte)-277(sie)-277(indes)-277(wenig,)-284(sie)-277(war)]TJ 0 -13.549 Td [(gewohnt,)-307(von)-295(einem)-295(l\344ndlichen)-296(Butterbrote)-295(t\374chtig)-295(abzubei\337en,)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-387(zarte)-387(Theebr\366tchen)-387(hatte)-386(sie)-387(daheim)-387(stets)-387(verschm\344ht.)-660(Als)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-285(trank,)-294(hielt)-285(sie)-285(ihre)-285(Tasse)-285(mit)-285(beiden)-285(H\344nden)-285(und)-285(st\374tzte)-285(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Ellbogen)-250(dabei)-250(auf)-250(den)-250(Tisch.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([37])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-299(Raimar)-299(hatte)-298(nicht)-299(acht)-299(auf)-299(Ilse)-299(gegeben)-299(und)-298(wurde)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erst)-423(aufmerksam,)-466(als)-423(sie)-422(in)-423(ihrer)-423(N\344he)-423(unterdr\374cktes)-422(Kichern)]TJ 0 -13.549 Td [(h\366rte.)-1271(Melanie)-590(und)-590(Grete)-591(Schwarz,)-675(zwei)-590(Schwestern)-590(aus)]TJ 0 -13.549 Td [(Frankfurt)-244(am)-244(Main,)-245(die)-244(Ilse)-244(gerade)-243(gegen\374ber)-244(sa\337en,)-245(am\374sierten)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-465(k\366stlich)-466(\374ber)-465(deren)-466(Ungeniertheit,)-519(stie\337en)-465(heimlich)-465(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Nachbarinnen)-250(an)-250(und)-250(zeigten)-250(verstohlen)-250(auf)-250(die)-250(nichts)-250(ahnende.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Ein)-336(strenger)-337(Blick)-336(der)-336(Vorsteherin)-337(brachte)-336(die)-336(M\344dchen)-336(zur)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ruhe.)-246(Sie)-239(liebte)-239(es)-238(nicht,)-241(da\337)-239(\374ber)-238(andrer)-239(Schw\344chen)-239(und)-238(Fehler)]TJ 0 -13.549 Td [(gespottet)-337(wurde.)-511(Ueber)-337(Ilses)-337(unmanierliche)-337(Art)-337(zu)-337(essen)-336(sagte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-400(vorl\344ufig)-399(nichts,)-437(um)-400(sie)-399(nicht)-400(vor)-400(den)-399(vielen)-400(M\344dchen)-399(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(besch\344men,)-281(erst)-275(unter)-274(vier)-275(Augen)-274(pflegte)-275(sie)-275(dergleichen)-274(Fehler)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(r\374gen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Bist)-313(du)-314(noch)-314(hungrig,)-329(Ilse?\253)-313(fragte)-314(sie.)-440(Statt)-314(einer)-313(Antwort)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nickte)-202(diese)-202(mit)-202(dem)-202(Kopfe,)-211(sie)-202(hatte)-202(ja)-202(erst)-202(angefangen)-202(zu)-201(essen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Abermals)-352(wurde)-353(ihr)-352(die)-352(Brotsch\374ssel)-353(gereicht)-352(und)-352(abermals)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nahm)-240(sie)-239(die)-240(gleiche)-240(Portion)-239(und)-240(verzehrte)-240(dieselbe)-239(genau)-240(in)-239(der)]TJ 0 -13.549 Td [(fr\374heren)-250(Weise.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-376(ist)-377(gefr\344\337ig!\253)-376(fl\374sterte)-377(die)-376(f\374nfzehnj\344hrige)-377(Grete)-376(ihrer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(um)-314(zwei)-314(Jahre)-315(\344lteren)-314(Schwester)-314(zu.)-443(\273Sieh)-314(nur,)-330(wie)-314(sie)-314(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(stopft.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-249(mu\337te)-249(die)-250(Hand)-249(vor)-249(den)-249(Mund)-250(halten,)-249(sonst)-249(h\344tte)-249(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(laut)-250(herausgelacht.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Um)-342(halb)-342(acht)-342(Uhr)-342(war)-342(das)-342(Abendessen)-342(vorbei)-342(und)-342(zugleich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(den)-271(Pension\344rinnen)-271(die)-272(Erlaubnis)-271(gegeben,)-276(frei)-272(zu)-271(thun,)-276(was)-271(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wollten,)-250(bis)-250(neun)-250(Uhr.)-250(Dann)-250(war)-250(Schlafenszeit.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Komm,\253)-382(sagte)-382(Nellie)-382(und)-383(trat)-382(auf)-382(Ilse)-382(zu,)-415(\273ich)-382(werde)-382(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dich)-245(in)-246(die)-245(Garten)-246(spazieren.)-248(Aber)-245(du)-246(hast)-245(ja)-246(dein)-245(Serviette)-245(noch)]TJ 0 -13.55 Td [(nicht)-221(sch\366n)-221(gelegt)-221(und)-221(die)-221(Ring)-221(drauf)-221(gezogen!)-240(Das)-221(mu\337t)-221(du)-221(erst)]TJ 0 -13.549 Td [(machen.\253)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Nein,\253)-399(entgegnete)-398(Ilse,)-436(\273das)-398(werde)-399(ich)-398(nicht!)-696(Wozu)-398(sind)]TJ -11.956 -13.549 Td [(denn)-296(die)-296(Dienstm\344dchen)-296(da?)-388(Zu)-296(Hause)-296(hatte)-296(ich)-296(niemals)-296(n\366tig,)]TJ 0 -13.549 Td [(solche)-250(Dinge)-250(zu)-250(thun.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([38])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.395 Td [(\273Ist)-267(egal,)-272(meine)-268(liebe)-267(Kind.)-303(Hier)-267(mu\337t)-268(du)-267(solche)-268(Dinge)-267(thun,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wir)-250(machen)-250(es)-250(alle.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Richtig,)-1816(da)-1502(lagen)-1503(s\344mtliche)-1502(Servietten)-1502(sauber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zusammengewickelt,)-488(sie)-440(war)-441(die)-440(einzige,)-488(die)-441(es)-440(nicht)-440(gethan)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte.)-1081(Ungeduldig)-526(nahm)-527(sie)-527(die)-527(ihrige,)-596(schlug)-527(sie)-526(fl\374chtig)]TJ 0 -13.549 Td [(zusammen)-250(und)-250(zog)-250(den)-250(Ring)-250(dar\374ber.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273So)-250(nicht,\253)-250(meinte)-250(Nellie,)-250(\273das)-250(ist)-250(ungeschickt.\253)]TJ 0 -15.395 Td [(Und)-194(sie)-193(faltete)-194(die)-194(Serviette)-194(noch)-193(einmal)-194(schnell)-194(und)-193(geschickt)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mit)-201(ihren)-201(kleinen)-200(H\344nden.)-234(Die)-201(junge)-200(Engl\344nderin)-201(hatte)-201(bei)-200(allem,)]TJ 0 -13.549 Td [(was)-232(sie)-232(that,)-236(Grazie)-232(und)-232(Anmut,)-236(es)-232(war)-232(eine)-232(Lust,)-235(ihr)-232(zuzusehen.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Nun)-314(schnell)-315(in)-314(der)-315(Garten!\253)-314(sagte)-315(sie,)-330(nahm)-315(Ilses)-314(Arm)-314(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374hrte)-250(sie)-250(dorthin.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Es)-472(war)-472(ein)-471(h\374bscher)-472(Garten,)-527(den)-472(Ilse)-472(jetzt)-472(kennen)-471(lernte.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nicht)-473(so)-473(gro\337)-473(und)-473(parkartig)-473(wie)-473(der)-473(heimatliche,)-528(aber)-473(wohl)]TJ 0 -13.549 Td [(gepflegt.)-784(Sch\366ne,)-472(hohe)-428(B\344ume)-428(standen)-428(darin,)-473(auch)-428(fehlte)-427(es)]TJ 0 -13.55 Td [(nicht)-341(an)-341(lauschigen)-340(Pl\344tzen.)-523(Von)-341(allen)-340(Seiten)-341(sah)-341(man)-341(auf)-340(die)]TJ 0 -13.549 Td [(gr\374nbewaldeten)-250(Berge.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Ist)-226(es)-226(nicht)-226(nett)-226(hier?\253)-226(fragte)-226(Nellie,)-231(habt)-226(ihr)-226(bei)-226(dich)-226(auch)-226(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sch\366ne)-250(Berge?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Nein,)-543(Berge)-485(haben)-485(wir)-485(nicht,\253)-484(entgegnete)-485(Ilse,)-544(\273aber)-484(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gef\344llt)-391(mir)-391(doch)-390(besser)-391(bei)-391(uns.)-672(Es)-391(ist)-390(alles)-391(so)-391(frei,)-426(ich)-390(kann)]TJ 0 -13.55 Td [(das)-262(ganze)-263(Feld)-262(\374bersehen.)-287(Eine)-262(Mauer)-262(haben)-263(wir)-262(auch)-262(nicht)-262(um)]TJ 0 -13.549 Td [(unsren)-250(Park,)-250(nur)-250(eine)-250(gr\374ne)-250(Hecke,)-250(das)-250(ist)-250(viel)-250(h\374bscher.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Nellie)-288(zeigte)-288(ihr)-289(s\344mtliche)-288(Lieblingspl\344tze.)-365(Sie)-288(f\374hrte)-288(sie)-288(zur)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Schaukel,)-209(zum)-198(Turnplatz)-199(und)-199(zuletzt)-198(zu)-199(einer)-198(alten)-199(Linde,)-209(die)-198(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-342(breiten)-342(Zweigen)-341(und)-342(Aesten)-342(einen)-342(gro\337en,)-365(runden)-341(Raum)]TJ 0 -13.549 Td [(beschattete.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273O,)-290(es)-290(ist)-291(s\374\337)-290(hier!)-370(Nicht)-291(wahr?\253)-290(fragte)-290(sie)-290(entz\374ckt)-290(und)-290(sah)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mit)-331(leuchtenden)-332(Augen)-331(hinauf)-331(in)-331(das)-331(gr\374ne)-332(Bl\344tterdach.)-493(\273Hier)]TJ 0 -13.549 Td [(machen)-285(wir)-286(unsre)-285(Ruhe)-285(zu)-285(Mittag.)-356(Dieser)-286(alter)-285(Baum)-285(kann)-285(viel)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(erz\344hlen,)-334(wenn)-318(er)-317(sprechen)-318(will!)-452(Er)-317(wei\337)-318(so)-317(viel)-317(Geheimnisse,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(hier)-250(verraten)-250(sind!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([39])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.6 Td [(Bei)-284(dem)-284(Geplauder)-284(Nellies)-284(verging)-284(die)-284(Zeit)-284(schnell.)-352(Ilse,)-292(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(am)-169(Morgen)-168(sich)-169(so)-168(ungl\374cklich)-169(gef\374hlt)-168(hatte,)-185(die)-169(am)-168(Nachmittage)]TJ 0 -13.55 Td [(geglaubt)-389(hatte,)-423(da\337)-389(sie)-389(nie)-389(die)-389(Trennung)-389(vom)-389(Papa)-388(\374berleben)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nne,)-290(hatte)-282(schon)-282(verschiedenemal)-282(herzlich)-282(\374ber)-282(Nellie)-281(lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(m\374ssen,)-284(denn)-277(diese)-277(hatte)-277(eine)-278(so)-277(drollige)-277(Art,)-284(sie)-277(auf)-277(diese)-277(oder)]TJ 0 -13.549 Td [(jene)-250(Pension\344rin)-250(aufmerksam)-250(zu)-250(machen.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Wie)-433(hei\337t)-432(das)-433(junge)-432(M\344dchen,)-478(das)-433(bei)-432(Tische)-433(neben)-432(mir)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sitzt?\253)-250(fragte)-250(Ilse.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Die)-263(mit)-262(die)-263(kurze)-262(Haar)-263(und)-262(der)-263(Klemmer)-263(auf)-262(die)-263(Nase?)-287(Das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ist)-265(Orla)-265(Sassuwitsch.)-296(Oh)-265(sie)-265(ist)-265(klug!)-296(Wir)-265(haben)-265(alle)-265(eine)-265(kleine)]TJ 0 -13.549 Td [(wenig)-280(Furcht)-281(f\374r)-280(sie,)-288(weil)-280(sie)-280(immer)-280(die)-281(Wahrheit)-280(gerade)-280(in)-280(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Gesicht)-250(sagt.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Das)-250(ist)-250(doch)-250(h\374bsch,\253)-250(meinte)-250(Ilse.)]TJ 0 -15.601 Td [(\273O)-200(ja,)-210(wenn)-201(sie)-200(angenehm)-200(ist,)-210(aber)-201(zuweilen)-200(thut)-200(die)-200(Wahrheit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(weh,)-227(das)-220(h\366rt)-221(keiner)-221(Mensch)-221(gern.)-240(Wenn)-221(ich)-220(zu)-221(sie)-221(sagen)-220(w\374rde:)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Orla,)-240(du)-238(hast)-238(geraucht!)]TJ/F22 10.9091 Tf 99.597 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.227 0 Td [(das)-238(w\374rde)-238(sie)-237(gar)-238(nicht)-238(gefallen,)-240(und)-238(es)]TJ -109.457 -13.549 Td [(ist)-326(doch)-327(die)-326(Wahrheit.)-479(Ich)-326(habe)-327(durch)-326(ihr)-326(Schl\374sselloch)-326(geluxt)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(habe)-250(gro\337e,)-250(rauchige)-250(Wolken)-250(gesehen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 190.855 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -184.353 -15.601 Td [(Sie)-492(waren)-492(jetzt)-492(bei)-492(einer)-492(Trauerweide)-492(angelangt,)-552(die)-492(ihre)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gr\374nen)-387(Zweige)-387(bis)-387(auf)-387(den)-387(Boden)-387(gesenkt)-387(hatte.)-661(Nellie)-386(blieb)]TJ 0 -13.549 Td [(stehen)-250(und)-250(bog)-250(einige)-250(Zweige)-250(auseinander.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Hier,)-560(Ilse,)-560(stell)-497(ich)-498(dich)-498(unsre)-498(Dichterin)-498(vor,\253)-498(sagte)-497(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lachend.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Die)-371(Angeredete)-371(blickte)-370(hinein)-371(und)-371(sah)-371(ein)-371(junges)-370(M\344dchen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(auf)-229(einer)-229(kleinen)-229(Bank)-229(sitzen,)-233(die)-229(hochaufgeschossen,)-233(blond)-229(und)]TJ 0 -13.549 Td [(bla\337,)-275(und)-274(deren)-275(Gesicht)-275(mit)-274(zahllosen)-275(Sommersprossen)-274(bedeckt)]TJ 0 -13.549 Td [(war.)-419(Dieselbe)-306(hatte)-306(auf)-306(dem)-306(Scho\337e)-307(ein)-306(dickes,)-320(blaues)-306(Heft,)-320(in)]TJ 0 -13.549 Td [(welchem)-250(sie)-250(eifrig)-250(schrieb.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Mit)-485(einer)-486(gewissen)-485(neugierigen)-485(Scheu)-486(blickte)-485(Ilse)-485(sie)-485(an,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(es)-377(war)-376(ihr)-377(so)-376(neu,)-409(da\337)-376(junge,)-408(siebzehnj\344hrige)-377(M\344dchen)-376(schon)]TJ 0 -13.549 Td [(dichten)-250(k\366nnen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Du)-319(bist)-318(unausstehlich!\253)-319(entgegnete)-319(Flora)-318(aufgebracht.)-456(\273Du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(freilich)-244(hast)-245(keine)-244(Ahnung)-244(von)-245(meiner)-244(Poesie,)-246(verstehst)-244(du)-244(doch)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(einmal)-250(deutsch)-250(zu)-250(sprechen!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Das)-233(ist)-232(wahr,\253)-233(meinte)-233(Nellie)-232(lachend)-233(und)-233(verlie\337)-232(mit)-233(Ilse)-232(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schwerbeleidigte)-250(Dichterin.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-494(und)-494(Grete)-494(kamen)-494(ihnen)-494(jetzt)-494(entgegen.)-982(In)-493(ihrer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Mitte)-359(f\374hrten)-358(sie)-359(ein)-359(junges)-359(M\344dchen,)-385(sie)-359(mochte)-359(in)-358(Melanies)]TJ 0 -13.55 Td [(Alter)-543(sein,)-616(mit)-544(lieben,)-616(sanften)-543(Gesichtsz\374gen.)-1129(Das)-543(braune)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([41])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Haar)-281(trug)-281(sie)-281(einfach)-281(und)-281(glatt)-281(gescheitelt,)-289(kein)-280(H\344rchen)-281(sprang)]TJ 0 -13.549 Td [(widerspenstig)-267(hervor.)-302(Freundlich)-268(l\344chelte)-267(sie)-267(Ilse)-268(und)-267(Nellie)-267(an,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-279(beiden)-279(Schwestern)-279(dagegen)-279(musterten)-279(im)-279(Vor\374bergehen)-278(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Neuangekommene)-250(mit)-250(sp\366ttischen)-250(Blicken.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-471(Schwestern)-472(kennst)-471(du,\253)-471(bemerkte)-472(Nellie,)-526(\273sie)-471(sitzen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dich)-503(grade\374ber)-503(bei)-503(Tisch,)-567(aber)-503(unsre)]TJ/F22 10.9091 Tf 178.724 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Artige)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.873 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.121 0 Td [(ist)-503(dich)-503(noch)]TJ -219.351 -13.55 Td [(unbekannt.)-355(O,)-285(ich)-285(sage)-285(dich,)-293(Ilse,)-294(sie)-285(ist)-285(so)-285(artig)-285(wie)-285(eines)-284(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(wohlgezogenes)-392(Kind.)-675(Sie)-392(ist)-392(immer)-392(der)-392(erste)-392(in)-392(alle)-391(Stunden)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-288(macht)-287(nie)-287(eine)-288(dummer)-287(Streich,)-297(kurz,)-297(Rosi)-288(M\366ller)-287(ist)-287(eines)]TJ 0 -13.549 Td [(Musterkind.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Was)-294(sagst)-295(du)-294(von)-294(unsrem)-295(Musterkinde?\253)-294(rief)-294(pl\366tzlich)-294(eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fr\366hliche)-280(M\344dchenstimme.)-340(\273Nellie,)-288(Nellie,)-287(dein)-280(b\366ses)-280(Z\374nglein)]TJ 0 -13.549 Td [(geht)-250(sicher)-250(mit)-250(dir)-250(durch!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Du)-341(irrst)-340(dir,)-364(liebes)-341(Lachtaube,\253)-340(entgegnete)-341(Nellie,)-364(\273Ilse)-340(ist)]TJ -11.956 -13.55 Td [(noch)-250(so)-250(fremd,)-250(ich)-250(mache)-250(ihr)-250(bekannt.\253)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Wer)-874(war)-873(das?\253)-874(fragte)-874(Ilse,)-1029(als)-874(die)-874(kleine,)-1029(runde)]TJ -11.956 -13.55 Td [(M\344dchengestalt,)-250(die)-250(an)-250(Orlas)-250(Arme)-250(hing,)-250(vor\374ber)-250(war.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Das)-350(ist)-349(Annemie)-350(von)-349(Bosse,)-375(genannt)-349(Lachtaube.)-549(Sie)-349(lacht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sehr)-464(viel,)-518(eigentlich)-464(immer,)-517(und)-464(sie)-464(kann)-464(keine)-464(Ende)-464(davon)]TJ 0 -13.549 Td [(finden.)-382(Man)-294(mu\337)-294(mitlachen,)-306(sie)-294(steckt)-294(an.)]TJ/F22 10.9091 Tf 190.844 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.663 0 Td [(Nun)-294(habe)-294(ich)-294(dich)]TJ -199.507 -13.549 Td [(aber)-314(alle)-315(M\344dchen)-314(gezeigt,)-330(die)-315(in)-314(unsre)-314(Alter)-315(sind,)-330(die)-314(anderen)]TJ 0 -13.549 Td [(sind)-424(zu)-424(jung)-424(oder)-424(es)-424(sind)-424(Engl\344nderinnen.)-772(Von)-424(die)-424(ist)-423(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(viel)-290(zu)-290(sage,)-300(sie)-290(sind)-290(alle)-290(langweilig)-290(und)-290(sie)-290(sprechen)-290(noch)-290(viel)]TJ 0 -13.55 Td [(weniger)-250(gut)-250(deutsch)-250(als)-250(ich.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 129.676 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -117.721 -14.163 Td [(Mit)-201(dem)-202(Schlage)-201(neun)-201(begaben)-202(sich)-201(s\344mtliche)-202(Pension\344rinnen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(zur\374ck)-364(in)-363(das)-364(Haus.)-591(Bevor)-364(sie)-364(zur)-363(Ruhe)-364(gingen,)-392(war)-364(es)-363(Sitte,)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(da\337)-356(sich)-357(alle)-356(erst)-357(in)-356(das)-356(Zimmer)-357(der)-356(Vorsteherin)-356(begaben,)-383(um)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-376(gute)-376(Nacht)-376(zu)-376(w\374nschen.)-628(Dieselbe)-376(reichte)-376(jeder)-375(einzelnen)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-312(Ku\337)-313(auf)-312(die)-312(Stirn.)-437(Zuweilen)-313(ermahnte,)-328(lobte)-312(oder)-312(tadelte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-276(diese)-275(oder)-276(jene)-276(dabei,)-282(wenn)-275(sie)-276(den)-276(Tag)-275(\374ber)-276(etwas)-276(gut)-275(oder)]TJ 0 -13.55 Td [(schlecht)-223(gemacht)-222(hatten,)-228(alles)-222(geschah)-223(aber)-222(in)-223(liebevollem)-222(Tone,)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(anders)-250(als)-250(wie)-250(eine)-250(Mutter)-250(zu)-250(ihrem)-250(Kinde)-250(spricht.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([42])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.095 Td [(\273Ich)-243(m\366chte)-243(noch)-243(mit)-243(dir)-243(sprechen,)-244(liebe)-243(Ilse,\253)-243(sagte)-243(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Raimar,)-550(als)-490(Ilse)-490(ihr)-491(gute)-490(Nacht)-490(bot.)-970(\273Verweile)-490(noch)-490(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(Augenblick)-250(hier.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Und)-467(als)-468(s\344mtliche)-467(M\344dchen)-467(das)-468(Zimmer)-467(verlassen)-467(hatten,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ermahnte)-250(sie)-250(Ilse,)-250(etwas)-250(manierlicher)-250(zu)-250(essen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du)-280(darfst)-280(die)-280(Tasse)-280(nicht)-280(mit)-280(beiden)-280(H\344nden)-280(fassen)-280(und)-280(di)1(e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ellbogen)-298(dabei)-298(aufst\374tzen,)-311(Kind,)-310(du)-298(glaubst)-298(nicht,)-310(wie)-298(unsch\366n)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-324(aussieht.)-471(Achte)-324(auf)-324(deine)-324(Mitsch\374lerinnen,)-342(du)-324(wirst)-323(sehen,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-525(keine)-525(einzige)-525(es)-524(wie)-525(du)-525(macht.)-1075(Und)-525(dann,)-594(wei\337t)-524(du,)]TJ 0 -13.549 Td [(stecke)-327(nicht)-327(wieder)-327(so)-327(gro\337e)-326(Bissen)-327(in)-327(den)-327(Mund.)-481(Die)-326(kleinen)]TJ 0 -13.55 Td [(Kinder)-319(machen)-318(es)-319(zuweilen)-318(so,)-336(aber)-318(dann)-319(nennt)-318(die)-319(Mama)-318(sie:)]TJ 0 -13.549 Td [(Nimmersatt!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Ilse)-392(war)-392(dunkelrot)-392(geworden)-392(vor)-392(Aerger)-392(\374ber)-392(die)-392(erhaltene)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ermahnung.)-1400(Trotzig)-634(bi\337)-633(sie)-633(die)-634(Lippen)-633(aufeinander)-633(und)]TJ 0 -13.549 Td [(unterdr\374ckte)-250(eine)-250(ungezogene)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Geh)-250(nun)-250(zu)-250(Bett,)-250(mein)-250(Kind,)-250(und)-250(schlafe)-250(gut.\253)]TJ 0 -14.094 Td [(Sie)-299(war)-299(im)-299(Begriffe,)-311(Ilse)-299(einen)-299(Ku\337)-299(auf)-299(die)-299(Stirn)-299(zu)-298(reichen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(als)-291(diese)-291(mit)-291(einer)-291(heftigen)-291(Bewegung)-291(den)-291(Kopf)-291(zur\374ckbog.)-373(Es)]TJ 0 -13.55 Td [(war)-344(ihr)-344(unm\366glich,)-367(sich)-344(von)-343(der)-344(Vorsteherin)-344(k\374ssen)-344(zu)-343(lassen,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(sie)-250(in)-250(diesem)-250(Augenblicke)-250(geradezu)-250(ha\337te.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Fr\344ulein)-207(Raimar)-208(wandte)-207(sich)-208(unwillig)-207(von)-208(dem)-207(Trotzkopfe)-207(ab,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ohne)-250(noch)-250(etwas)-250(zu)-250(sagen,)-250(und)-250(Ilse)-250(verlie\337)-250(das)-250(Zimmer.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Sie)-360(lief)-361(die)-360(Treppe)-361(hinauf)-360(und)-361(trat)-360(atemlos)-361(zu)-360(Nellie)-361(in)-360(das)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Zimmer.)-243(Die)-229(Th\374re)-229(warf)-230(sie)-229(heftig)-229(in)-229(das)-229(Schlo\337)-229(und)-229(schob)-229(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-250(den)-250(Riegel)-250(vor,)-250(was)-250(in)-250(der)-250(Pension)-250(streng)-250(untersagt)-250(war.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Mach)-412(nicht)-411(der)-412(Riegel)-411(zu,\253)-412(sagte)-411(Nellie,)-452(\273wir)-412(d\374rfen)-411(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-220(thun.)-240(Wenn)-220(wir)-220(in)-220(die)-220(Bett)-220(liegen,)-226(kommt)-220(Fr\344ulein)-219(G\374ssow)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-250(uns)-250(nachsehen.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Ilse)-366(r\374hrte)-367(sich)-366(nat\374rlich)-366(nicht,)-395(und)-367(Nellie)-366(mu\337te)-366(das)-366(selbst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(besorgen.)-786(Ungest\374m)-429(warf)-429(sie)-429(sich)-429(auf)-428(ihr)-429(Bett)-429(und)-429(brach)-428(in)]TJ 0 -13.549 Td [(Thr\344nen)-250(aus.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O,)-250(was)-250(ist)-250(dich?\253)-250(fragte)-250(Nellie)-250(erschrocken.)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([43])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.041 Td [(\273Hier)-186(bleibe)-187(ich)-186(nicht!)]TJ/F22 10.9091 Tf 98.877 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.487 0 Td [(Ich)-186(reise)-187(morgen)-186(fort!)-229(Wenn)-186(das)-186(mein)]TJ -118.32 -13.549 Td [(Papa)-250(w\374\337te,)-250(wie)-250(sie)-250(mich)-250(behandelt)-250(hat!\253)-250(rief)-250(Ilse)-250(aufgeregt.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Durch)-360(viele)-361(Fragen)-360(bekam)-361(Nellie)-360(in)-361(einzelnen)-360(abgerissenen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(S\344tzen)-250(von)-250(Ilse)-250(heraus,)-250(was)-250(Fr\344ulein)-250(Raimar)-250(gesagt)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ich)-242(esse)-241(ungeschickt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.328 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.092 0 Td [(ich)-242(nehme)-241(zu)-242(gro\337e)-242(Bissen)]TJ/F22 10.9091 Tf 119.831 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.092 0 Td [(und)-242(ich)]TJ -248.299 -13.549 Td [(bin)-313(ein)-314(Nimmersatt!)-440(Zu)-314(Hause)-313(darf)-313(ich)-314(essen,)-329(wie)-314(und)-313(was)-313(ich)]TJ 0 -13.55 Td [(will!)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.335 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Ich)-250(will)-250(wieder)-250(fort!)-250(Morgen)-250(reise)-250(ich!)]TJ/F22 10.9091 Tf 171.163 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -196.179 -14.04 Td [(\273Du)-242(mu\337t)-241(dir)-242(nicht)-242(so)-241(viel)-242(gr\344men)-242(um)-241(so)-242(kleine)-242(Sach)]TJ/F22 10.9091 Tf 231.805 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,\253)-242(sagte)]TJ -247.394 -13.549 Td [(Nellie)-259(sanft)-259(und)-259(strich)-259(liebkosend)-259(Ilses)-259(lockiges)-259(Haar.)-276(\273Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(Raimar)-478(ist)-477(sehr)-478(gerecht,)-534(sie)-477(meint)-478(es)-477(gut)-478(und)-477(will)-478(dir)-477(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(beleidigen.)-612(Mit)-371(uns)-370(alle)-371(macht)-370(sie)-371(es)-371(so.)-612(Wir)-370(sind)-371(doch)-370(jung)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-368(dumm)-369(und)-368(m\374ssen)-368(noch)-368(lernen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 171.217 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.472 0 Td [(Nun)-368(komm,)-398(wir)-368(legen)]TJ -180.689 -13.549 Td [(uns)-315(jetzt)-314(in)-315(die)-314(Bett)-315(und)-314(sp\344ter,)-331(wenn)-315(Fr\344ulein)-314(G\374ssow)-315(bei)-314(uns)]TJ 0 -13.549 Td [(eingesehen)-299(hat,)-311(stehen)-299(wir)-299(ganz)-299(leise)-299(wie)-299(die)-299(M\344uschen)-299(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-250(und)-250(packen)-250(deiner)-250(kleine)-250(Koffer)-250(leer.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Aber)-342(so)-342(leicht)-343(war)-342(Ilse)-342(nicht)-342(zu)-342(beruhigen.)-527(\273Nein!\253)-342(rief)-342(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-251(sprang)-251(auf,)-251(\273der)-251(kleine)-250(Koffer)-251(bleibt)-251(verschlossen!)-253(Ich)-250(reise)]TJ 0 -13.549 Td [(wieder)-250(fort!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Hastig)-411(zog)-411(sie)-411(sich)-411(aus,)-451(warf)-411(ihre)-411(Kleidungsst\374cke)-410(drunter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-311(dr\374ber)-311(und)-311(legte)-312(sich)-311(schluchzend)-311(in)-311(ihr)-311(Bett.)-433(Schweigend)]TJ 0 -13.549 Td [(ordnete)-257(Nellie)-257(die)-257(zerstreuten)-256(Sachen,)-259(sie)-257(hing)-257(das)-257(sch\366ne)-256(Kleid)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-398(einen)-398(Nagel,)-435(Ilse)-398(hatte)-398(dasselbe)-398(auf)-398(einen)-398(Stuhl)-398(geworfen,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-231(legte)-230(alles)-231(\374brige)-230(glatt)-231(und)-231(ordentlich)-230(zusammen.)-244(Dann)-230(ging)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-250(sie)-250(zur)-250(Ruhe.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Bevor)-360(sie)-361(indes)-360(ihr)-361(Lager)-360(bestieg,)-388(kniete)-361(sie)-360(vor)-360(demselben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nieder,)-250(faltete)-250(die)-250(H\344nde)-250(und)-250(betete)-250(leise)-250(ein)-250(kurzes)-250(Gebet.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Gut)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.818 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.045 0 Td [(Nacht,)-227(Ilse,\253)-221(sagte)-221(sie)-221(dann)-222(und)-221(gab)-221(ihr)-221(einen)-221(Ku\337.)-221(\273Du)]TJ -39.819 -13.55 Td [(mu\337t)-250(nun)-250(nicht)-250(mehr)-250(weinen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 130.898 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(alle)-250(Anfang)-250(ist)-250(schwer.\253)]TJ -127.124 -14.04 Td [(Aber)-427(Ilse)-428(weinte)-427(noch)-428(lange.)-782(Ihre)-428(Gedanken)-427(kehrten)-427(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vater)-537(zur\374ck)-537(und)-537(begleiteten)-537(ihn)-537(auf)-537(seiner)-537(R\374ckreise.)-1110(In)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(wenigen)-451(Stunden)-451(mu\337te)-450(er)-451(die)-451(Heimat)-450(erreicht)-451(haben.)-852(Ach,)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([44])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(wenn)-384(er)-384(w\374\337te,)-418(wie)-384(sein)-384(einziges)-383(Kind)-384(behandelt)-384(wurde!)-652(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374hlte)-203(sich)-203(zu)-204(ungl\374cklich)-203(in)-203(der)-203(Gefangenschaft!)]TJ/F22 10.9091 Tf 215.201 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.672 0 Td [(Wie)-203(ein)-203(Kind)]TJ -222.873 -13.549 Td [(weinte)-324(sie)-324(sich)-324(in)-324(den)-324(Schlaf,)-342(aber)-324(b\366se)-324(Tr\344ume)-324(schreckten)-324(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(mehrmals)-194(auf.)-232(Bald)-194(hielt)-194(sie)-194(eine)-195(m\344chtige)-194(Theetasse)-194(in)-194(der)-194(Hand)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-389(lie\337)-389(sie)-388(zur)-389(Erde)-389(fallen,)-423(bald)-389(hielt)-389(ihr)-389(die)-389(Vorsteherin)-388(im)]TJ 0 -13.549 Td [(grauen)-317(Kleide)-316(ein)-317(heimatliches)-317(Butterbrot)-316(dicht)-317(vor)-317(den)-316(Mund,)]TJ 0 -13.549 Td [(wollte)-250(sie)-250(aber)-250(zubei\337en,)-250(war)-250(es)-250(verschwunden.)]TJ 128.983 -18.458 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -18.459 Td [(Um)-264(sechs)-263(Uhr)-264(am)-263(andern)-264(Morgen)-263(hie\337)-264(es:)-277(Aufgestanden!)-290(Da)]TJ -11.956 -13.549 Td [(galt)-377(kein)-377(langes)-376(Besinnen,)-409(und)-376(wenn)-377(die)-377(jungen)-377(Glieder)-376(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-431(sehr)-432(vom)-431(Schlafe)-431(befangen)-431(waren,)-477(es)-431(wurde)-431(keine)-431(Gnade)]TJ 0 -13.549 Td [(ge\374bt.)-353(Ilse)-285(pflegte)-284(daheim)-285(bald)-284(fr\374h,)-293(bald)-285(sp\344t)-284(aufzustehen,)-293(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-367(gerade)-366(Lust)-367(hatte.)-599(Einer)-367(bestimmten)-367(Ordnung,)-395(wie)-367(sie)-366(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Mama)-305(so)-305(sehr)-305(gew\374nscht,)-318(hatte)-305(sie)-305(sich)-305(nicht)-305(f\374gen)-305(wollen.)-414(Es)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-226(ihr)-225(denn)-226(auch)-226(nicht)-225(wenig)-226(schwer,)-230(so)-226(auf)-225(Kommandowort)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-428(erheben)-428(zu)-428(m\374ssen,)-473(gerade)-428(heute)-428(hatte)-428(sie)-428(den)-428(Wunsch,)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-383(einigemal)-383(sich)-382(im)-383(Bette)-383(herumzudrehen,)-416(sie)-383(war)-383(so)-382(sp\344t)]TJ 0 -13.549 Td [(erst)-241(eingeschlafen.)-247(Aber)-241(daran)-241(war)-241(nicht)-241(zu)-241(denken,)-243(Nellie)-240(stand)]TJ 0 -13.549 Td [(schon)-373(da)-373(und)-373(wusch)-374(sich.)-619(Mit)-373(einem)-373(Sprunge)-373(war)-373(sie)-373(Schlag)]TJ 0 -13.55 Td [(sechs)-250(Uhr)-250(aus)-250(dem)-250(Bette)-250(gewesen.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(\273Wach)-480(auf,)-538(Ilse,\253)-481(sagte)-480(sie,)-538(\273um)-480(halb)-481(sieben)-480(trinken)-480(wir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kaffee.\253)]TJ 11.956 -14.99 Td [(\273Schon)-192(aufstehen,\253)-193(antwortete)-192(die)-192(Verschlafene,)-204(\273aber)-192(ich)-192(bin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(noch)-250(so)-250(m\374de.\253)]TJ 11.956 -14.989 Td [(\273Thut)-250(nix,)-250(du)-250(darfst)-250(nicht)-250(mehr)-250(schlafrig)-250(sein.\253)]TJ 0 -14.989 Td [(Aber)-302(Ilse)-302(z\366gerte)-301(noch.)-406(Nellie)-302(stand)-301(schon)-302(fertig)-302(da,)-315(ja)-301(hatte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(schon)-326(alles,)-344(was)-326(sie)-326(zur)-326(Nacht-)-325(und)-326(Morgentoilette)-326(n\366tig)-325(hatte,)]TJ 0 -13.549 Td [(beiseite)-250(ger\344umt,)-250(als)-250(sie)-250(sich)-250(langsam)-250(erhob.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(\273O)-409(Ilse,)-449(eile)-410(dir,)-449(du)-410(hast)-409(nur)-409(zehn)-410(Minuten)-409(Zeit!)-728(Schnell,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schnell,)-250(ich)-250(will)-250(dich)-250(helfen!)-250(Wo)-250(sind)-250(dein)-250(Kamm?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([45])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.99 Td [(Ilse)-254(zeigte)-253(auf)-254(ein)-254(Papier,)-255(das)-253(im)-254(Fenster)-254(lag.)-261(\273Dort)-254(liegen)-253(sie)]TJ -11.955 -13.549 Td [(eingewickelt,\253)-250(gab)-250(sie)-250(zur)-250(Antwort.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Das)-317(ist)-317(nicht)-317(nett,)-333(das)-317(gef\344llt)-317(mir)-317(nicht,\253)-317(meinte)-317(Nellie)-316(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(r\374mpfte)-347(das)-347(N\344schen.)-541(\273Du)-347(mu\337t)-347(dich)-346(ein)-347(Taschen)-347(n\344hen,)-371(von)]TJ 0 -13.549 Td [(grauer)-215(Stoff)-214(und)-215(rote)-215(Band,)-222(sieh,)-221(wie)-215(dies)-215(da,\253)-214(und)-215(sie)-215(zeigte)-214(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Kammtasche,)-250(\273siehst)-250(du,)-250(so)-250(ist)]TJ/F22 10.9091 Tf 134.542 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-250(fein.\253)]TJ -126.219 -14.095 Td [(Ilse)-262(machte)-262(nicht)-262(viel)-262(Umst\344nde)-262(mit)-262(ihrem)-262(Haar.)-286(Sie)-261(k\344mmte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-493(b\374rstete)-492(es,)-554(damit)-492(war)-493(alles)-493(abgemacht,)-553(die)-492(nat\374rlichen)]TJ 0 -13.55 Td [(Locken)-337(ringelten)-336(sich)-337(von)-337(selbst)-336(ohne)-337(weitere)-337(Bem\374hung.)-509(Ein)]TJ 0 -13.549 Td [(hellblaues)-291(Band)-291(schlang)-291(ihr)-290(Nellie)-291(durch)-291(dieselben)-291(und)-291(band)-290(es)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-250(einer)-250(Schleife)-250(seitw\344rts)-250(zu.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nun)-277(noch)-276(die)-277(Sch\374rze,\253)-276(sagte)-277(sie,)-283(als)-277(Ilse)-276(soweit)-277(fertig)-276(war,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273sie)-242(darf)-243(nicht)-242(fehlen.\253)-242(Sie)-242(lachte,)-244(als)-243(Ilse)-242(sich)-242(dagegen)-242(str\344ubte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du)-318(bist)-319(ein)-318(klein,)-336(albern)-318(Ding,\253)-318(schalt)-319(sie)-318(und)-319(band)-318(ihr)-318(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sch\374rze)-256(vor,)-258(trotz)-256(Ilses)-256(heftigem)-256(Widerstande.)-268(\273Gleich)-256(h\344ltst)-256(du)]TJ 0 -13.549 Td [(still!)-250(Ohn)]TJ/F22 10.9091 Tf 41.52 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(ein)-250(Sch\374rzen)-250(giebt)-250(es)-250(kein)-250(Kaffee.\253)]TJ -35.924 -14.095 Td [(Die)-227(lustige)-226(Nellie)-227(setzte)-227(es)-226(wirklich)-227(durch,)-231(da\337)-227(Ilse)-227(sich)-226(ihrem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Willen)-250(f\374gte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273So,\253)-471(sagte)-472(sie,)-527(\273nun)-471(bist)-472(du)-471(sch\366n!)-915(Die)-471(blau)-471(gestickter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sch\374rze)-250(ist)-250(sehr)-250(nett)-250(und)-250(du)-250(bekommst)-250(einer)-250(s\374\337er)-250(Ku\337.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(An)-289(langen)-288(Tafeln)-289(sa\337en)-288(die)-289(M\344dchen)-288(bereits,)-298(Nellie)-289(und)-288(Ilse)]TJ -11.956 -13.55 Td [(waren)-387(die)-387(letzten.)-660(Fr\344ulein)-387(Raimar)-387(war)-387(des)-387(Morgens)-386(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(zugegen,)-373(nur)-348(Fr\344ulein)-348(G\374ssow)-348(f\374hrte)-349(die)-348(Aufsicht.)-544(Ilse)-348(mu\337te)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-307(zu)-308(ihr)-307(setzen.)-422(Als)-307(ihr)-308(der)-307(Kaffee)-307(gereicht)-307(wurde,)-322(nahm)-307(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-225(Tasse)-225(ganz)-225(manierlich)-225(beim)-225(Henkel)-225(in)-225(die)-225(Hand,)-230(a\337)-225(auch)-225(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-378(sich)-378(geh\366rt)-378(nicht)-377(mit)-378(gro\337en)-378(Bissen,)-410(wie)-378(am)-378(Abend)-377(zuvor;)]TJ 0 -13.55 Td [(aber)-452(sie)-451(hatte)-452(eine)-451(andre)-452(Unart,)-501(die)-452(ebenfalls)-451(zu)-452(tadeln)-451(war,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-371(schl\374rfte)-371(den)-371(Kaffee)-371(so)-371(laut,)-401(da\337)-371(sie)-371(allgemeine)-371(Heiterkeit)]TJ 0 -13.549 Td [(erregte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-466(hatte)-466(keine)-466(Ahnung,)-519(da\337)-466(ihr)-466(das)-466(Gel\344chter)-466(galt,)-519(Orla)]TJ -11.956 -13.549 Td [(machte)-250(sie)-250(damit)-250(bekannt.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du)-266(f\374hrst)-266(ja)-265(ein)-266(wahres)-266(Konzert)-266(auf,\253)-266(sagte)-265(sie.)-298(\273Machst)-265(du)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([46])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(das)-339(immer)-339(so?)-516(Sch\366n)-339(h\366rt)-339(sich)-339(diese)-339(Tafelmusik)-339(nicht)-338(an,)-361(das)]TJ 0 -13.549 Td [(kann)-250(ich)-250(dich)-250(versichern.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-340(f\374hlte)-341(sich)-340(schwer)-341(beleidigt)-340(\374ber)-341(diese)-340(Zurechtweisung.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Hastig)-250(setzte)-250(sie)-250(die)-250(Tasse)-250(nieder,)-250(erhob)-250(sich)-250(und)-250(eilte)-250(hinaus.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Du)-444(durftest)-443(sie)-444(nicht)-444(vor)-444(all)]TJ/F22 10.9091 Tf 135.705 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.473 0 Td [(den)-444(\374brigen)-443(so)-444(besch\344men,)]TJ -156.133 -13.549 Td [(Orla,\253)-404(tadelte)-404(Fr\344ulein)-404(G\374ssow,)-443(indem)-404(sie)-404(ebenfalls)-404(aufstand,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-250(Ilse)-250(zu)-250(folgen,)-250(\273das)-250(kr\344nkt)-250(sehr.\253)]TJ 11.955 -14.251 Td [(Ilse)-381(war)-380(gerade)-381(im)-380(Begriff)-381(in)-380(den)-381(Garten)-380(zu)-381(gehen,)-413(als)-380(die)]TJ -11.955 -13.549 Td [(junge)-250(Lehrerin)-250(sie)-250(zur\374ckrief.)]TJ 11.955 -14.251 Td [(\273Wo)-297(willst)-297(du)-296(hin,)-309(Ilse?\253)-297(fragte)-296(sie.)-391(\273Was)-296(f\344llt)-297(dir)-297(ein,)-309(mein)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Kind,)-411(da\337)-379(du)-379(nach)-379(deinem)-379(Gefallen)-379(davonl\344ufst?)-637(Es)-378(ist)-379(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(Sitte)-312(bei)-312(uns,)-328(da\337)-312(jemand)-312(eine)-312(Mahlzeit)-312(verl\344\337t,)-327(bevor)-312(dieselbe)]TJ 0 -13.549 Td [(beendet)-250(ist.)-250(Komm)-250(gleich)-250(zur\374ck)-250(und)-250(verzehre)-250(dein)-250(Fr\374hst\374ck.\253)]TJ 11.955 -14.251 Td [(\273Ich)-293(mag)-293(nicht)-293(mehr)-293(fr\374hst\374cken,\253)-293(entgegnete)-294(Ilse,)-303(\273und)-294(ich)]TJ -11.955 -13.549 Td [(gehe)-359(nicht)-359(wieder)-360(hinein!)-577(Sie)-359(haben)-360(mich)-359(alle)-359(ausgelacht)-359(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Orla)-239(war)-238(ungezogen)-239(gegen)-239(mich.)-246(Es)-239(geht)-239(niemand)-239(etwas)-238(an,)-241(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-203(esse)-203(und)-204(trinke,)-212(ich)-203(mache)-204(es,)-212(wie)-204(ich)-203(will!)-234(Vorschriften)-203(lasse)]TJ 0 -13.55 Td [(ich)-250(mir)-250(nicht)-250(machen,)-250(nein!\253)]TJ 11.955 -14.25 Td [(\273Ehe)-301(ich)-301(weiter)-302(mit)-301(dir)-301(spreche,)-314(bitte)-302(ich)-301(dich)-301(erst)-301(ruhig)-301(und)]TJ -11.955 -13.549 Td [(vern\374nftig)-320(zu)-321(sein,)-338(liebe)-320(Ilse.)-461(Ich)-321(kann)-320(nicht)-321(dulden,)-338(da\337)-320(du)-320(in)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-250(so)-250(unartigen)-250(Tone)-250(zu)-250(mir)-250(sprichst.\253)]TJ 11.955 -14.251 Td [(Sehr)-865(ernst)-864(und)-865(nachdr\374cklich)-864(hatte)-865(Fr\344ulein)-865(G\374ssow)]TJ -11.955 -13.549 Td [(gesprochen,)-285(aber)-278(es)-278(klang)-278(doch)-278(ein)-278(Ton)-278(der)-278(Liebe)-278(hindurch.)-333(Ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\366nes,)-327(weiches)-312(Organ)-312(verfehlte)-312(selten)-312(den)-312(Weg)-312(zum)-311(Herzen,)]TJ 0 -13.55 Td [(das)-311(lernte)-311(auch)-312(Ilse)-311(in)-311(diesem)-311(Augenblicke)-311(kennen.)-434(Sie)-311(blickte)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(Boden,)-250(und)-250(etwas)-250(wie)-250(Besch\344mung)-250(stieg)-250(in)-250(ihr)-250(auf.)]TJ 11.955 -14.25 Td [(Die)-294(Lehrerin)-295(las)-294(in)-295(Ilses)-294(beweglichen)-295(Z\374gen)-294(und)-295(wu\337te,)-306(was)]TJ -11.955 -13.55 Td [(in)-250(ihr)-250(vorging.)]TJ 11.955 -14.25 Td [(\273Gieb)-471(mir)-472(deine)-472(Hand,)-526(du)-472(kleiner)-471(Brausekopf!\253)-472(sagte)-472(sie)]TJ -11.955 -13.549 Td [(freundlich,)-222(\273und)-215(versprich)-215(mir,)-223(nicht)-215(wieder)-215(so)-215(st\374rmisch)-215(zu)-215(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-396(deiner)-395(augenblicklichen)-396(Laune)-395(zu)-396(folgen,)-432(selbst)-396(wenn)-395(du)]TJ 0 -13.55 Td [(glaubst,)-328(im)-312(Rechte)-312(zu)-312(sein.)-436(Heute)-312(warst)-312(du)-313(es)-312(nicht)-312(einmal,)-327(du)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.023 0 Td [([47])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.549 Td [(trankest)-339(wirklich)-340(etwas)-339(unappetitlich.)-519(Orla)-339(hat)-339(es)-340(gut)-339(gemeint,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-186(sie)-185(dich)-186(darauf)-186(aufmerksam)-185(machte,)-199(du)-185(darfst)-186(ihr)-186(darum)-185(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(b\366se)-387(sein.)-661(So)-387(eine)-387(kleine)-387(wohlverdiente)-387(Lehre)-387(mu\337)-386(sich)-387(jede)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-332(euch)-332(gelegentlich)-332(gefallen)-332(lassen.)-497(Es)-332(ist)-332(doch)-332(besser,)-352(jetzt)]TJ 0 -13.55 Td [(als)-257(Kind)-257(zurechtgewiesen)-257(zu)-257(werden,)-259(als)-256(wenn)-257(deine)-257(Fehler)-257(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Angewohnheiten)-237(sp\344terhin)-237(zum)-238(Spott)-237(der)-237(Gesellschaft)-237(w\374rden.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Daheim)-360(hatte)-361(Ilse)-360(niemals)-361(h\366ren)-360(wollen,)-388(da\337)-361(sie)-360(eine)-360(junge)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Dame)-243(sei,)-244(und)-243(jetzt)-243(ber\374hrte)-243(es)-243(sie)-243(gar)-242(nicht)-243(angenehm,)-245(da\337)-242(man)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(gewisserma\337en)-250(noch)-250(zu)-250(den)-250(Kindern)-250(rechnete.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Nun)-250(siehst)-250(du)-250(das)-250(ein,)-250(Ilse?\253)-250(fragte)-250(die)-250(Lehrerin.)]TJ 0 -15.856 Td [(Vielleicht)-415(that)-415(sie)-415(es,)-456(aber)-415(sie)-415(w\374rde)-415(ein)-415(Ja)-415(nicht)-415(\374ber)-414(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Lippen)-461(gebracht)-460(haben.)-881(Fr\344ulein)-461(G\374ssow)-460(begn\374gte)-461(sich)-460(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-314(Stillschweigen)-314(und)-314(nahm)-314(dasselbe)-314(f\374r)-314(eine)-314(Zustimmung.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-481(meinte,)-539(da\337)-480(eine)-481(Natur)-481(wie)-481(Ilses)-481(nicht)-481(mit)-481(Gewalt)-480(zum)]TJ 0 -13.549 Td [(Nachgeben)-250(gezwungen)-250(werden)-250(d\374rfe.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Nun)-506(wollen)-506(wir)-507(zur\374ck)-506(in)-506(den)-506(Speisesaal)-506(gehen,\253)-506(sagte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie,)-414(und)-382(Ilse)-381(wagte)-382(keine)-381(Widerrede.)-645(Sie)-381(folgte)-382(dem)-381(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-335(niedergeschlagenen)-335(Augen,)-356(sie)-335(hatte)-335(Furcht)-335(vor)-335(den)-335(vielen)]TJ 0 -13.549 Td [(peinlichen)-250(Blicken,)-250(die)-250(sich)-250(alle)-250(auf)-250(sie)-250(richten)-250(w\374rden.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Als)-252(sie)-253(eintraten,)-253(war)-252(das)-252(Zimmer)-253(leer)-252(und)-252(die)-252(Fr\374hst\374ckszeit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vor\374ber.)-237(Niemand)-212(war)-211(froher)-211(als)-212(Ilse,)-219(die)-211(sich)-212(wie)-211(erl\366st)-211(vorkam.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-562(habe)-562(noch)-561(einen)-562(Auftrag)-562(f\374r)-562(dich,)-640(Ilse,\253)-562(sagte)-561(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lehrerin.)-1138(\273Fr\344ulein)-546(Raimar)-546(w\374nscht)-546(deine)-546(Arbeitshefte)-546(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(sehen,)-237(auch)-234(sollst)-234(du)-234(zugleich)-233(m\374ndlich)-234(gepr\374ft)-234(werden.)-245(In)-233(einer)]TJ 0 -13.549 Td [(Stunde)-365(finde)-365(dich)-364(in)-365(dem)-365(Konferenzzimmer)-365(ein,)-393(du)-365(wirst)-364(dort)]TJ 0 -13.549 Td [(zugleich)-430(deine)-430(zuk\374nftigen)-429(Lehrer)-430(und)-430(Lehrerinnen)-430(zum)-429(Teil)]TJ 0 -13.55 Td [(kennen)-250(lernen.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Wollen)-250(sie)-250(mich)-250(alle)-250(pr\374fen?\253)-250(fragte)-250(Ilse)-250(etwas)-250(besorgt.)]TJ 0 -15.857 Td [(\273Nein,\253)-345(entgegnete)-345(das)-346(Fr\344ulein,)-369(\273aber)-345(sie)-345(werden)-345(zuh\366ren,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wenn)-403(Fr\344ulein)-404(Raimar)-403(dich)-403(examiniert.)-710(Sp\344ter)-404(wirst)-403(du)-403(dann)]TJ 0 -13.549 Td [(erfahren,)-328(in)-312(welche)-312(Klasse)-312(du)-312(gesetzt)-312(bist,)-327(und)-312(morgen)-312(nimmst)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-250(zum)-250(erstenmal)-250(an)-250(dem)-250(Unterricht)-250(teil.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([48])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.857 Td [(Ilse)-263(ging)-264(in)-263(ihr)-263(Zimmer)-263(und)-264(suchte)-263(ihre)-263(Hefte)-264(zusammen.)-289(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(waren)-265(nicht)-265(in)-265(der)-264(besten)-265(Verfassung.)-295(Das)-265(deutsche)-264(Aufsatzheft)]TJ 0 -13.549 Td [(machte)-561(besonders)-561(keinen)-560(Staat.)-1183(Verschiedene)-560(Tintenflecke)]TJ 0 -13.549 Td [(zierten)-342(es,)-365(und)-342(sogar)-342(einige)-342(naseweise)-342(Fettflecke)-342(machten)-341(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(darauf)-312(breit.)-437(Das)-312(franz\366sische)-312(Heft)-312(wurde)-312(ganz)-312(beiseite)-312(gelegt.)]TJ 0 -13.55 Td [(Sie)-180(hatte)-180(versucht,)-194(einige)-179(Seiten,)-194(die)-180(gar)-180(zu)-180(verschmiert)-179(aussahen,)]TJ 0 -13.549 Td [(herauszurei\337en)-168(und)-168(durch)-169(diesen)-168(Gewaltstreich)-168(waren)-168(alle)-168(andern)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(Bl\344tter)-451(gelockert)]TJ/F22 10.9091 Tf 80.131 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.376 0 Td [(unm\366glich)-451(konnte)-451(sie)-452(das)-451(Buch)-451(in)-451(dieser)]TJ -90.507 -13.549 Td [(Verfassung)-250(vorzeigen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Nellie,)-381(die)-355(gerade)-355(eine)-354(freie)-355(Stunde)-355(hatte,)-381(sah)-355(erstaunt)-354(Ilses)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Treiben)-286(zu.)-359(\273Was)-286(thust)-286(du?\253)-286(fragte)-286(sie.)-359(\273Willst)-286(du)-286(dein)-286(B\374cher)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-241(an)-242(Fr\344ulein)-241(Raimar)-241(vorzeigen?)-247(das)-242(darfst)-241(du)-241(nicht.)-247(Hat)-241(deiner)]TJ 0 -13.55 Td [(Herr)-321(Pastor)-321(dir)-320(dies)-321(erlaubt?)-463(Gieb)-321(schnell,)-338(ich)-321(will)-321(dich)-320(blaues)]TJ 0 -13.549 Td [(Umschl\344ge)-410(drum)-411(wickeln,)-450(das)-410(ist)-411(nett)-410(und)-410(man)-411(sieht)-410(die)-410(alte)]TJ 0 -13.549 Td [(Flecken)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Gieb)-256(her!\253)-257(rief)-257(Ilse)-256(gereizt.)-270(\273Sie)-256(sind)-257(gut)-256(so!)-270(Es)-256(ist)-257(mir)-256(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(egal,)-250(ob)-250(Fr\344ulein)-250(Raimar)-250(die)-250(Flecken)-250(sieht)-250(oder)-250(nicht!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Nicht)-620(so)-621(zornig,)-713(Fr\344ulein)-621(Ilse!)-1361(Sie)-621(sind)-620(eine)-620(kleine,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unordentliche)-532(junge)-531(Dame!)-1095(W\374rde)-532(es)-531(dir)-532(vielleicht)-531(spa\337ig)]TJ 0 -13.549 Td [(sein,)-341(wenn)-322(Fr\344ulein)-323(Raimar)-323(deine)-322(Buch)-323(mit)-322(spitze)-323(Finger)-322(hoch)]TJ 0 -13.549 Td [(hielt)-431(und)-431(sie)-431(alle)-431(Lehrer)-430(zeigte?)-793(O)-431(nein,)-476(das)-431(w\344r)-431(dich)-430(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(egal)-401(und)-400(nicht)-401(spa\337ig.)-702(Besonders)-401(wenn)-400(Herr)-401(Doktor)-400(Althoff,)]TJ 0 -13.549 Td [(unser)-359(deutscher)-358(Lehrer,)-386(mit)-359(seine)-358(bekannte,)-386(h\366hnische)-358(Lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(dir)-336(so)-336(von)-337(die)-336(Seiten)-336(ansieht)-336(und)-337(fragt:)-422(Wie)-336(alt)-336(sind)-337(Sie,)-357(mein)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Trotzdem)-436(Ilse)-435(ungeduldig)-436(wurde,)-482(trotzdem)-436(sie)-435(entschieden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erkl\344rte,)-364(es)-342(w\344re)-342(h\366chst)-341(unn\374tz,)-364(da\337)-342(so)-341(viele)-342(Umst\344nde)-341(wegen)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-240(dummen)-241(B\374cher)-240(gemacht)-240(w\374rden,)-243(setzte)-240(Nellie)-240(ihren)-240(Willen)]TJ 0 -13.549 Td [(durch.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273So,)-243(nun)-242(kannst)-241(du)-242(gehen,\253)-241(sagte)-241(sie,)-244(als)-241(sie)-242(auch)-241(dem)-241(letzten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Hefte)-237(ein)-236(blaues)-237(Kleid)-237(gegeben)-236(hatte,)-240(\273nun)-236(bedanke)-237(dir)-237(f\374r)-236(mein)]TJ 0 -13.549 Td [(M\374he.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Du)-319(bist)-318(doch)-319(sehr)-318(gut,)-336(Nellie,\253)-319(meinte)-318(Ilse.)-456(\273Wie)-318(ist)-319(es)-318(dir)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([49])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(nur)-322(m\366glich,)-339(stets)-322(so)-322(sanft)-321(und)-322(geduldig)-322(zu)-321(sein?)-465(Ich)-322(kann)-321(das)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273O,)-203(du)-202(lernst)-203(schon,)-212(Kind.)-234(Wirst)-203(noch)-203(eine)-203(ganz)-202(zahme,)-212(kleine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vogel)-250(sein!\253)-250(entgegnete)-250(Nellie.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Um)-313(elf)-312(Uhr)-313(ging)-312(Ilse)-313(hinunter)-313(in)-312(das)-313(Konferenzzimmer.)-437(Als)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-510(eintrat,)-576(fand)-510(sie)-511(mehrere)-510(Lehrer)-511(und)-510(einige)-510(Lehrerinnen)]TJ 0 -13.55 Td [(anwesend.)-245(Sie)-233(sa\337en)-234(um)-234(einen)-233(Tisch,)-237(Fr\344ulein)-234(Raimar)-234(nahm)-233(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Platz)-250(obenan)-250(ein.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Tritt)-717(n\344her,)-834(Ilse,\253)-717(sagte)-717(sie)-717(und)-717(machte)-717(mit)-717(einigen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(freundlichen)-366(Worten)-366(die)-366(neue)-366(Sch\374lerin)-366(mit)-366(ihren)-366(zuk\374nftigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Lehrern)-318(bekannt.)-453(Darauf)-317(lie\337)-318(sie)-318(sich)-317(die)-318(Schreibhefte)-317(reichen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Das)-245(Aufsatzbuch)-246(fiel)-245(ihr)-245(zuerst)-246(in)-245(die)-245(Hand.)-249(Sie)-245(bl\344tterte)-245(und)-245(las)]TJ 0 -13.55 Td [(darin,)-250(und)-250(einigemal)-250(sch\374ttelte)-250(sie)-250(den)-250(Kopf.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Oft)-364(recht)-363(gute)-364(und)-364(klare)-364(Gedanken,\253)-363(bemerkte)-364(sie)-364(zu)-363(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(neben)-588(ihr)-589(sitzenden)-588(Lehrer)-589(der)-588(deutschen)-588(Sprache,)-673(Doktor)]TJ 0 -13.549 Td [(Althoff,)-199(\273und)-185(dabei)-186(diese)-186(oberfl\344chliche,)-198(fl\374chtige)-186(Schrift.)-228(Sehen)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-275(einmal,)]TJ/F22 10.9091 Tf 52.433 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(uns)]TJ/F22 10.9091 Tf 15.153 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.633 0 Td [(mit)-275(einem)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.215 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(z)]TJ/F22 10.9091 Tf 4.844 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.633 0 Td [(geschrieben)]TJ/F22 10.9091 Tf 55.102 0 Td [(\023)-275(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.087 0 Td [(Land)]TJ/F22 10.9091 Tf 22.419 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.632 0 Td [(mit)-275(einem)]TJ/F22 10.9091 Tf -236.415 -13.55 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(t)]TJ/F22 10.9091 Tf 3.033 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(.)-627(Da)-376(werden)-376(wir)-376(viel)-375(Vers\344umtes)-376(nachzuholen)-376(haben.)-627(Wie)]TJ -10.299 -13.549 Td [(schreibst)-250(du)]TJ/F22 10.9091 Tf 55.146 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Land)]TJ/F22 10.9091 Tf 22.419 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-250(Ilse,)-250(buchstabiere)-250(einmal.\253)]TJ -72.873 -16.186 Td [(Ilse)-338(konnte)-338(unm\366glich)-338(diese)-337(Frage)-338(f\374r)-338(ernst)-338(halten.)-514(War)-337(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(denn)-351(ein)-351(kleines)-351(M\344dchen)-350(aus)-351(der)-351(A-B-C-Klasse?)-553(Sie)-350(z\366gerte)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-250(der)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Die)-253(Vorst)1(eherin)-253(indes)-253(war)-252(nicht)-253(gew\366hnt)-252(zu)-253(scherzen,)-253(sie)-252(sah)]TJ -11.956 -13.55 Td [(erstaunt)-250(die)-250(schweigende)-250(Ilse)-250(an.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Wie)-656(du)-657(Land)-656(schreibst,)-759(m\366chte)-656(ich)-657(von)-656(dir)-656(wissen,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wiederholte)-463(sie)-463(noch)-462(einmal)-463(in)-463(bestimmtem)-463(Tone,)-516(der)-462(jeden)]TJ 0 -13.549 Td [(Zweifel,)-250(ob)-250(er)-250(ernst)-250(gemeint)-250(sei)-250(oder)-250(nicht,)-250(benahm.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Ilse)-522(kr\344uselte)-523(etwas)-522(unwillig)-522(die)-523(Stirn,)-590(zog)-523(die)-522(Lippe)-522(in)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-551(H\366he)-551(und)-551(buchstabierte)-551(so)-551(schnell,)-626(da\337)-551(man)-551(ihr)-550(kaum)]TJ 0 -13.549 Td [(folgen)-506(konnte:)-761(L)]TJ/F22 10.9091 Tf 81.082 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(a)]TJ/F22 10.9091 Tf 4.844 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(n)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(d.)-1016(Den)-506(Blick)-505(hatte)-506(sie)-505(zum)-506(Fenster)]TJ -107.744 -13.549 Td [(hinausgewandt,)-250(um)-250(Fr\344ulein)-250(Raimar)-250(nicht)-250(anzusehen.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Also)-360(nur)-361(fl\374chtig,)-388(ich)-361(dachte)-360(es)-361(mir,\253)-360(sagte)-361(diese.)-581(\273Wenn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-257(in)-257(Zukunft)-256(deine)-257(Aufs\344tze)-257(machst,)-258(wirst)-257(du)-257(sehr)-256(aufmerksam)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([50])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.55 Td [(sein.)-338(Fehler,)-287(wie)-279(ich)-280(sie)-279(in)-280(deinen)-279(Aufgaben)-279(finde,)-287(kommen)-279(bei)]TJ 0 -13.549 Td [(uns)-250(nicht)-250(mehr)-250(in)-250(der)-250(dritten)-250(Klasse)-250(vor.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Es)-385(wurden)-385(nun)-384(Ilse)-385(Fragen)-385(in)-385(den)-385(verschiedensten)-384(F\344chern)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vorgelegt.)-711(Manchmal)-404(fielen)-404(die)-404(Antworten)-404(\374berraschend)-403(aus,)]TJ 0 -13.549 Td [(zuweilen)-400(dagegen)-401(geradezu)-400(einf\344ltig.)-702(Doktor)-400(Althoff)-400(l\344chelte)]TJ 0 -13.549 Td [(einigemal,)-376(was)-351(Ilse)-351(das)-351(Blut)-350(bis)-351(hinauf)-351(in)-351(die)-351(braunen)-350(Locken)]TJ 0 -13.55 Td [(trieb.)-540(Sie)-347(\344rgerte)-347(sich)-347(dar\374ber)-346(und)-347(drehte)-347(ihr)-347(Taschentuch)-346(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-250(Wurst)-250(fest)-250(zusammen.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Im)-435(Franz\366sischen)-436(bestand)-435(sie)-436(gut.)-806(Monsieur)-436(Michael,)-481(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(franz\366sische)-376(Lehrer,)-407(ein)-375(\344lterer)-376(Herr)-375(mit)-376(wei\337em)-375(Haar,)-407(redete)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-329(gleich)-330(in)-329(dieser)-329(Sprache)-329(an,)-349(sie)-330(antwortete)-329(ihm)-329(korrekt)-329(und)]TJ 0 -13.549 Td [(flie\337end.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Mi\337)-350(Lead,)-376(die)-351(englische)-350(Lehrerin,)-376(die)-350(ebenfalls)-351(im)-350(Institute)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wohnte,)-224(hatte)-217(weniger)-217(Gl\374ck)-217(bei)-217(ihrer)-217(Anrede.)-239(Ilse)-216(holperte)-217(sehr,)]TJ 0 -13.549 Td [(als)-250(sie)-250(die)-250(Antwort)-250(gab.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Nun)-263(kannst)-262(du)-263(uns)-262(verlassen,)-266(Kind,\253)-262(sagte)-263(Fr\344ulein)-263(Raimar.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Dein)-178(Examen)-178(ist)-177(zu)-178(Ende.)-226(Sp\344ter)-178(werde)-178(ich)-177(dir)-178(mitteilen,)-192(welche)]TJ 0 -13.549 Td [(Klasse)-250(du)-250(besuchen)-250(wirst.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Nachdem)-171(Ilse)-171(das)-171(Zimmer)-171(verlassen,)-187(wurde)-171(nach)-171(einigem)-171(Hin-)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-270(Herberaten)-270(der)-270(Beschlu\337)-269(gefa\337t,)-275(sie)-270(in)-270(die)-270(zweite)-270(Klasse)-269(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(geben,)-250(im)-250(Franz\366sischen)-250(solle)-250(sie)-250(indes)-250(die)-250(erste)-250(besuchen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ich)-466(glaube,)-519(Ilse)-466(wird)-465(uns)-466(viel)-466(Not)-465(machen,\253)-466(\344u\337erte)-465(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorsteherin)-416(besorgt.)-747(\273Sie)-415(ist)-416(widerspenstig)-416(und)-415(trotzig,)-457(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(kann)-250(sie)-250(nicht)-250(den)-250(geringsten)-250(Tadel)-250(vertragen.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Aber)-345(sie)-345(hat)-345(ein)-345(gutes)-345(Herz,\253)-345(fiel)-345(Fr\344ulein)-345(G\374ssow)-345(lebhaft)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein.)-674(\273Ich)-391(habe)-391(noch)-391(keine)-391(Beweise)-391(daf\374r,)-427(aber)-391(ich)-391(lese)-391(es)-391(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-352(sch\366nen,)-378(offnen)-352(Auge.)-556(Ich)-353(bin)-352(\374berzeugt,)-377(da\337)-352(ich)-352(mich)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-355(t\344usche.)-564(Eins)-354(ist)-355(mir)-355(indes)-355(klar,)-380(mit)-355(Strenge)-355(werden)-354(wir)]TJ 0 -13.55 Td [(wenig)-215(ausrichten,)-223(dagegen)-215(hoffe)-216(ich,)-222(mit)-215(Liebe)-216(und)-215(Energie)-215(wird)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-250(uns)-250(gelingen,)-250(ihren)-250(Trotz)-250(zu)-250(z\344hmen.\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Das)-193(ist)-194(ganz)-193(meine)-194(Ansicht!\253)-193(stimmte)-194(Monsieur)-193(Michael)-193(bei,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Sie)-410(werden)-411(sehen,)-450(meine)-410(Damen)-411(und)-410(Herren,)-450(Mademoiselle)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([51])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Ilse)-405(wird)-405(eine)-404(Zierde)-405(der)-405(Pension)-405(sein!)-714(Mit)-405(welcher)-404(Eleganz)]TJ 0 -13.549 Td [(spricht)-406(sie)-406(franz\366sisch,)-446(wie)-406(gew\344hlt)-406(setzt)-406(sie)-407(die)-406(Worte!)-718(Ah,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-534(ist)-534(ein)-534(Genie!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.202 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.281 0 Td [(Der)-534(kleine)-534(Herr)-534(hatte)-534(sich)-534(ordentlich)]TJ -105.483 -13.549 Td [(in)-572(Begeisterung)-573(gesprochen)-572(und)-572(seine)-573(Worte)-572(mit)-572(lebhaften)]TJ 0 -13.549 Td [(Gestikulationen)-250(begleitet.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ich)-509(w\374nsche)-508(von)-509(Herzen,)-574(da\337)-508(Sie)-509(recht)-509(haben)-508(m\366gen,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entgegnete)-400(Fr\344ulein)-400(Raimar)-400(und)-400(erhob)-400(sich)-400(von)-400(ihrem)-400(Platze.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273An)-461(Liebe)-460(und)-461(Nachsicht)-460(wollen)-461(wir)-461(es)-460(nicht)-461(fehlen)-460(lassen,)]TJ 0 -13.55 Td [(vielleicht)-197(gelingt)-197(es)-197(uns,)-208(Ilse)-197(verst\344ndig)-197(und)-197(gef\374gig)-196(zu)-197(machen.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(F\374rs)-166(erste)-165(schien)-166(noch)-166(wenig)-165(Aussicht)-166(dazu.)-222(Beim)-165(Mittagessen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(legte)-211(Ilse)-211(wieder)-212(den)-211(Beweis)-211(ab,)-219(wie)-211(recht)-211(Fr\344ulein)-211(Raimar)-211(hatte,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-250(sie)-250(behauptete,)-250(da\337)-250(Ilse)-250(keinen)-250(Tadel)-250(vertragen)-250(k\366nne.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Sie)-277(hielt)-277(die)-277(Gabel)-278(schlecht.)-331(Die)-277(Fingerspitzen)-277(ber\374hrten)-277(fast)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-412(Speisen.)-737(Das)-412(Gem\374se)-412(verzehrte)-413(sie)-412(mit)-412(dem)-412(Messer)-412(und)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-380(hei\337,)-381(da\337)-380(sie)-380(manchmal,)-413(um)-380(sich)-380(nicht)-380(zu)-381(verbrennen,)-412(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Bissen)-392(wieder)-393(aus)-392(dem)-392(Munde)-392(fallen)-392(lie\337.)-393(Auch)-392(hielt)-392(sie)-392(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Kopf)-373(sehr)-373(tief)-372(\374ber)-373(den)-373(Teller)-373(gebeugt,)-403(was)-373(ihr)-373(das)-372(Aussehen)]TJ 0 -13.549 Td [(eines)-250(hungrigen)-250(Kindes)-250(gab.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Sitze)-354(gerade,)-380(liebe)-354(Ilse,\253)-354(ermahnte)-354(die)-354(Vorsteherin,)-380(\273es)-353(ist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dir)-250(nicht)-250(gesund,)-250(so)-250(krumm)-250(zu)-250(sitzen.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-250(esse)-250(immer)-250(so,\253)-250(erwiderte)-250(sie)-250(ziemlich)-250(kurz.)]TJ 0 -14.094 Td [(\273Ich)-225(a\337)-225(immer)-225(so,)-231(meinst)-225(du)-225(wohl,)-230(mein)-225(Kind,)-230(denn)-225(hier)-225(wirst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-360(dich)-359(daran)-360(gew\366hnen,)-387(zu)-359(thun,)-387(was)-360(Sitte)-359(ist)-360(...)-578(Hast)-360(du)-359(zu)]TJ 0 -13.55 Td [(Hause)-304(auch)-303(stets)-304(die)-304(Gabel)-303(so)-304(kurz)-304(gefa\337t)-303(und)-304(mit)-304(dem)-303(Messer)]TJ 0 -13.549 Td [(gegessen?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ja,\253)-180(sagte)-179(Ilse)-180(und)-180(warf)-179(den)-180(Kopf)-180(leicht)-180(in)-179(den)-180(Nacken.)-226(\273Papa)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte)-357(nie)-357(etwas)-356(an)-357(mir)-357(auszusetzen,)-384(er)-356(war)-357(zufrieden,)-384(wenn)-356(es)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-250(nur)-250(schmeckte.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Aber)-793(die)-793(Mama,)-929(hat)-793(auch)-793(sie)-793(deine)-793(Art)-793(zu)-792(essen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gutgehei\337en?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-333(schwieg.)-498(Eine)-332(Unwahrheit)-333(konnte)-333(und)-332(mochte)-333(sie)-332(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sagen,)-399(denn)-369(wie)-368(oft)-369(hatte)-369(die)-369(Mutter)-369(sie)-369(ermahnt,)-399(und)-369(wie)-368(oft)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([52])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(hatte)-415(sie)-414(derselben)-415(zur)-415(Antwort)-414(gegeben:)-580(\273Dann)-414(will)-415(ich)-414(gar)]TJ 0 -13.549 Td [(nichts)-250(essen,)-250(wenn)-250(du)-250(mich)-250(immer)-250(tadelst.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Das)-259(Fr\344ulein)-260(hatte)-260(leise,)-261(nur)-260(f\374r)-259(Ilse)-260(verst\344ndlich)-259(gesprochen.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Niemand)-346(ahnte,)-370(was)-346(sie)-345(sagte,)-370(denn)-346(ihre)-346(Z\374ge)-346(sahen)-346(mild)-345(und)]TJ 0 -13.549 Td [(freundlich)-382(aus.)-646(Eine)-382(Antwort)-382(auf)-382(ihre)-382(Frage)-382(wartete)-382(sie)-382(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(ab,)-446(aber)-407(es)-407(gefiel)-406(ihr,)-447(da\337)-406(Ilse)-407(lieber)-407(schwieg,)-446(als)-407(gegen)-406(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Ueberzeugung)-250(sprach.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Nun)-280(i\337)-281(nur,)-288(Kind,\253)-280(fuhr)-281(sie)-280(fort,)-288(\273mit)-281(der)-280(Zeit)-281(wirst)-280(du)-280(dich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(schon)-256(gew\366hnen.)-267(In)-256(wenigen)-256(Wochen)-255(hast)-256(du)-256(alle)-256(deine)-255(kleinen)]TJ 0 -13.549 Td [(Unebenheiten)-338(abgestreift)-339(und)-338(wir)-338(werden)-339(niemals)-338(n\366tig)-338(haben,)]TJ 0 -13.549 Td [(etwas)-250(an)-250(dir)-250(zu)-250(r\374gen.)-250(Nicht)-250(wahr?\253)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Ich)-205(wei\337)-205(es)-205(nicht,\253)-205(erwiderte)-205(Ilse)-205(und)-205(sah)-205(mit)-205(einem)-205(ziemlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verdrie\337lichen)-250(Gesicht)-250(auf)-250(ihren)-250(Teller)-250(nieder.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Du)-250(mu\337t)-250(dir)-250(M\374he)-250(geben,)-250(dann)-250(wird)-250(es)-250(schon)-250(gehen.\253)]TJ 0 -13.549 Td [(Dazu)-174(schwieg)-175(Ilse.)-225(Nat\374rlich)-174(war)-175(sie)-174(fest)-174(davon)-175(\374berzeugt,)-189(da\337)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ihr)-244(das)-244(gr\366\337te)-245(Unrecht)-244(geschah.)-248(Warum)-244(sollte)-244(sie)-244(nicht)-244(nat\374rlich)]TJ 0 -13.549 Td [(essen?)-682(Der)-393(Papa)-394(hatte)-394(stets)-394(gesagt,)-430(sie)-394(solle)-394(keine)-393(Zierpuppe)]TJ 0 -13.549 Td [(werden,)-226(nun)-219(hatte)-220(man)-220(bei)-219(allem,)-226(was)-220(sie)-219(that)-220(und)-220(wie)-219(sie)-220(es)-219(that,)]TJ 0 -13.549 Td [(etwas)-251(auszusetzen.)-252(Sie)-251(wagte)-251(kaum)-250(noch)-251(etwas)-251(zu)-251(genie\337en)-250(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-250(das)-250(so)-250(weiter)-250(ging,)-250(wollte)-250(sie)-250(lieber)-250(verhungern.)]TJ/F22 10.9091 Tf 238.44 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -109.457 -16.004 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -16.004 Td [(Am)-399(Abend,)-437(als)-400(Nellie)-399(und)-400(Ilse)-399(sich)-400(schlafen)-399(gelegt)-399(hatten,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(als)-335(Fr\344ulein)-334(G\374ssow)-335(bereits)-335(ihre)-335(Runde)-334(gemacht,)-356(als)-335(das)-334(Licht)]TJ 0 -13.549 Td [(gel\366scht)-359(und)-359(alles)-359(still)-359(im)-359(Hause)-359(war,)-386(rief)-359(Nellie,)-386(\273wachst)-359(du,)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse?\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Ja,\253)-250(antwortete)-250(diese,)-250(\273was)-250(soll)-250(ich?\253)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Zieh)-224(dir)-224(leise)-225(an,)-229(wir)-224(wollen)-225(dein)-224(kleiner)-224(Koffer)-224(auspacken.\253)]TJ 0 -13.55 Td [(\273Es)-250(ist)-250(ja)-250(aber)-250(dunkel,\253)-250(meinte)-250(Ilse.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273O)-250(la\337)-250(nur,)-250(ich)-250(habe)-250(schon)-250(eine)-250(Licht.\253)]TJ 0 -13.549 Td [(Leicht)-230(und)-230(unh\366rbar)-230(stieg)-229(Nellie)-230(aus)-230(ihrem)-230(Bette)-230(und)-230(ging)-229(auf)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([53])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.549 Td [(Str\374mpfen)-537(an)-536(ihre)-537(Kommode.)-1110(Sie)-537(zog)-537(den)-537(oberen)-536(Kasten)]TJ 0 -13.549 Td [(vorsichtig)-588(heraus)-588(und)-589(nahm)-588(einen)-588(kleinen)-588(Wachsstock)-588(aus)]TJ 0 -13.549 Td [(demselben.)-691(Nachdem)-397(sie)-397(ihn)-397(angez\374ndet)-397(hatte,)-433(stellte)-397(sie)-397(ein)]TJ 0 -13.55 Td [(Buch)-244(davor,)-245(damit)-243(kein)-244(Lichtschimmer)-243(durch)-244(das)-244(Fenster)-243(drang.)]TJ 11.955 -13.549 Td [(\273Ist)-295(doch)-295(fein,)-306(nicht?\253)-295(fragte)-295(sie.)-385(\273Nun)-295(eile)-295(dich)-295(aber,\253)-295(trieb)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sie)-250(Ilse,)-250(die)-250(sich)-250(fl\374chtig)-250(ankleidete.)]TJ 11.955 -13.549 Td [(\273Wo)-250(hast)-250(du)-250(der)-250(Schl\374ssel?\253)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Hier)-344(habe)-344(ich)-344(ihn,\253)-343(entgegnete)-344(Ilse)-344(und)-344(zog)-344(ihn)-344(unter)-344(dem)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Kopfkissen)-250(hervor,)-250(\273ich)-250(werde)-250(selbst)-250(aufschlie\337en.\253)]TJ 11.955 -13.549 Td [(Nellie)-447(leuchtete)-447(mit)-447(dem)-447(Wachsstocke)-447(und)-447(hielt)-447(die)-447(Hand)]TJ -11.955 -13.549 Td [(davor.)-298(Vorn\374bergebeugt)-266(stand)-266(sie)-266(in)-266(neugieriger)-265(Erwartung,)-270(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Sch\344tze)-193(harrend,)-204(die)-193(sich)-193(vor)-193(ihren)-193(Augen)-193(aufthun)-193(w\374rden.)-231(Recht)]TJ 0 -13.549 Td [(entt\344uscht)-205(wurde)-204(sie,)-214(als)-205(Ilse)-204(anfing)-205(auszupacken.)-235(Die)-204(erwarteten)]TJ 0 -13.55 Td [(Delikatessen)]TJ/F22 10.9091 Tf 59.726 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.436 0 Td [(Nellie)-365(war)-365(eine)-365(Freundin)-365(davon)]TJ/F22 10.9091 Tf 147.149 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.435 0 Td [(kamen)-365(nicht)]TJ -225.746 -13.549 Td [(zum)-250(Vorschein.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273O,)-466(hast)-465(du)-466(keine)-466(Kuchen?\253)-466(fragte)-465(sie,)-520(warf)-466(den)-465(Plunder)]TJ -11.956 -13.549 Td [(heraus)-250(und)-250(durchsuchte)-250(mit)-250(der)-250(Hand)-250(bis)-250(auf)-250(den)-250(Grund.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Au,)-429(au!\253)-393(rief)-393(sie)-393(pl\366tzlich)-393(und)-393(fuhr)-393(mit)-393(der)-393(Hand)-393(zur\374ck.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Was)-321(ist)-321(dies?)-462(Ich)-321(habe)-321(mir)-321(gestochen!\253)-321(Und)-321(richtig,)-339(ein)-320(roter)]TJ 0 -13.55 Td [(Blutstropfen)-250(hing)-250(an)-250(dem)-250(kleinen)-250(Finger.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Ilse)-302(begriff)-302(nicht,)-315(woher)-302(die)-302(Verwundung)-302(kam,)-315(bis)-302(sie)-302(selbst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-271(den)-270(Koffer)-271(griff)-271(und)-270(die)-271(Ursache)-271(entdeckte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 206.34 0 Td [(\023)-271(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 16.814 0 Td [(o)-271(Schrecken!)]TJ -223.154 -13.549 Td [(das)-269(Glas)-269(mit)-269(dem)-269(Laubfrosche)-269(war)-269(zerbrochen,)-274(und)-268(Nellie)-269(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(an)-250(einem)-250(Glassplitter)-250(geritzt.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Wo)-305(nur)-305(der)-305(Frosch)-304(ist,\253)-305(sagte)-305(Ilse)-305(\344ngstlich)-305(und)-305(r\344umte)-304(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Scherben)-250(fort.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Was?)]TJ/F22 10.9091 Tf 35.752 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.296 0 Td [(eine)-352(Frosch?)-556(Eine)-352(lebendige)-353(Frosch?)-556(O)-352(je)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.756 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.296 0 Td [(hast)]TJ -263.056 -13.55 Td [(du)-278(ihn)-279(verpackt?)-335(Wie)-278(kannst)-279(du)-278(so)-279(eine)-278(arme)-278(Tier)-279(in)-278(die)-278(Koffer)]TJ 0 -13.549 Td [(thun?)-250(Ohne)-250(Luft)-250(mu\337)-250(er)-250(tot)-250(gehen!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Ilse)-185(hatte)-186(soeben)-185(den)-185(kleinen)-186(Laubfrosch)-185(gefunden,)]TJ/F22 10.9091 Tf 222.416 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.476 0 Td [(nat\374rlich)]TJ -241.848 -13.549 Td [(war)-264(er)-263(tot.)-291(Sie)-263(legte)-263(ihn)-264(auf)-263(die)-264(flache)-263(Hand)-264(und)-263(hauchte)-264(ihn)-263(an,)]TJ 0 -13.549 Td [(vielleicht)-367(brachte)-367(sie)-367(ihn)-366(wieder)-367(zum)-367(Leben.)-601(Nellie)-367(lachte)-366(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(aus.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([54])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.395 Td [(\273Du)-212(hast)-213(die)-212(arm,)-220(klein)-212(Frosch)-213(gemordet,\253)-212(sagte)-213(sie)-212(und)-212(nahm)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihn)-273(in)-273(die)-273(Hand.)-319(\273O,)-273(er)-273(ist)-273(kaput!)-319(Er)-273(kriegt)-273(keine)-273(Leben)-273(wieder,)]TJ 0 -13.549 Td [(niemals!)-265(Morgen)-256(fr\374h)-255(wollen)-255(wir)-255(ihn)-255(in)-255(ein)-255(Schachtel)-255(legen)-255(und)]TJ 0 -13.549 Td [(unter)-250(die)-250(Linde)-250(vergraben.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Ilse)-430(sah)-430(traurig)-430(auf)-430(den)-430(Frosch)-430(und)-430(die)-430(Thr\344nen)-430(traten)-430(ihr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-364(die)-364(Augen.)-592(Sie)-364(hatte)-363(das)-364(Tierchen)-364(selbst)-364(gefangen,)-393(es)-363(stets)]TJ 0 -13.55 Td [(gef\374ttert)-357(und)-356(eine)-356(gro\337e)-357(Freude)-356(daran)-357(gehabt,)-383(nun)-356(hatte)-357(sie)-356(es)]TJ 0 -13.549 Td [(get\366tet)-250(durch)-250(eigne)-250(Schuld.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Wie)-232(schlecht)-232(von)-233(mir,)-235(da\337)-232(ich)-233(so)-232(dumm)-232(sein)-232(konnte!\253)-232(klagte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-345(sich)-345(an.)-535(\273Ich)-345(dachte)-345(gar)-345(nicht)-345(daran,)-369(als)-345(ich)-344(meine)-345(Sachen)]TJ 0 -13.549 Td [(packte,)-250(da\337)-250(er)-250(ersticken)-250(m\374sse.)-250(Es)-250(ging)-250(so)-250(schnell)]TJ/F22 10.9091 Tf 220.265 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -213.764 -15.395 Td [(Einigerma\337en)-190(tr\366stete)-190(sie)-191(die)-190(Aussicht)-190(auf)-190(das)-190(Begr\344bnis)-190(unter)]TJ -11.956 -13.55 Td [(der)-250(Linde.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Wir)-203(machen)-203(eine)-203(kleiner)-204(H\374gel,\253)-203(sagte)-203(Nellie,)-212(\273und)-203(pflanzen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Blumen)-188(darauf.)-230(Und)-188(ein)-188(klein)-189(Holzkreuz)-188(stecken)-188(wir)-189(in)-188(die)-188(Erden)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(aber)-191(sie)-191(war)-191(\344rgerlich,)-203(ihr)-191(Lieblingskost\374m)-191(so)-191(verachtet)-190(zu)-191(sehen.)]TJ 11.956 -14.803 Td [(\273Du)-400(verstehst)-401(nichts)-400(davon,\253)-401(sagte)-400(sie)-400(und)-401(nahm)-400(es)-400(Nellie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(fort.)-602(\273Es)-368(ist)-367(mein)-368(liebster)-367(und)-368(sch\366nster)-367(Anzug!)-603(Ich)-367(mag)-367(die)]TJ 0 -13.549 Td [(andern)-325(Kleider)-324(gar)-325(nicht)-325(leiden,)-343(sie)-325(sitzen)-325(so)-324(fest)-325(und)-325(sehen)-324(so)]TJ 0 -13.549 Td [(geziert)-250(aus.\253)]TJ 11.956 -14.804 Td [(\273O)-215(la\337)-215(mir)-216(ihn)-215(probieren,\253)-215(bat)-215(Nellie,)-223(\273ich)-215(will)-215(ihn)-215(anziehen.\253)]TJ 0 -14.803 Td [(Dagegen)-555(hatte)-555(Ilse)-555(nichts)-555(einzuwenden.)-1165(Sie)-555(half)-554(Nellie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ankleiden)-397(und)-396(in)-397(wenigen)-396(Augenblicken)-397(stand)-396(diese)-397(in)-396(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(ganz)-250(wunderbaren)-250(Aufzuge)-250(da.)]TJ 11.956 -14.804 Td [(Der)-162(Rock)-161(war)-162(ihr)-161(zu)-162(kurz,)-179(da)-162(sie)-162(etwas)-161(gr\366\337er)-162(als)-162(Ilse)-161(war,)-179(unter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(demselben)-264(sah)-264(das)-264(lange,)-268(wei\337e)-264(Nachtgewand)-264(hervor,)-267(die)-264(Bluse)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-293(stellenweise)-293(zerrissen)-292(und)-293(Nellie)-293(hatte)-293(den)-293(Aermel)-292(verfehlt)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-213(war)-213(durch)-214(ein)-213(gro\337es)-213(Loch)-213(dicht)-214(daneben)-213(herausgefahren,)-220(so)]TJ 0 -13.55 Td [(da\337)-304(der)-304(Aermel)-304(auf)-304(dem)-304(R\374cken)-304(hing.)-412(Nachdem)-304(sie)-303(auch)-304(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-422(sch\344bigen)-422(Lederg\374rtel)-421(um)-422(ihre)-422(zierliche)-422(Taille)-421(geschnallt)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte,)-217(stand)-210(sie)-209(fertig)-209(da,)-217(bis)-209(auf)-209(die)-210(Stiefel,)-217(die)-209(sie)-209(nicht)-209(anziehen)]TJ 0 -13.549 Td [(mochte,)-250(weil)-250(sie)-250(zu)-250(schmutzig)-250(waren.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([56])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.804 Td [(\273Bequem)-306(ist)-306(diese)-306(Kost\374m,)-320(das)-306(ist)-306(wahr,\253)-306(sagte)-306(sie)-306(und)-306(fing)]TJ -11.956 -13.549 Td [(an,)-246(allerhand)-244(lustige)-245(Spr\374nge)-244(auszuf\374hren)-245(und)-244(sich)-244(im)-245(Kreise)-244(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(drehen.)-250(\273Man)-250(ist)-250(so)-250(luftig)]TJ/F22 10.9091 Tf 115.146 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(so)-250(leicht!\253)]TJ -111.371 -14.804 Td [(Ilse)-391(brach)-390(pl\366tzlich)-391(in)-391(ein)-390(so)-391(herzhaftes)-391(Gel\344chter)-391(aus,)-425(da\337)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-250(auf)-250(sie)-250(zueilte)-250(und)-250(ihr)-250(den)-250(Mund)-250(mit)-250(der)-250(Hand)-250(verschlo\337.)]TJ 11.956 -14.803 Td [(\273Du)-469(darfst)-468(nicht)-469(so)-469(toll)-468(lachen,\253)-469(sagte)-469(sie,)-523(\273du)-469(wirst)-468(uns)]TJ -11.956 -13.55 Td [(verraten!\253)]TJ 11.956 -14.803 Td [(\273Ich)-250(kann)-250(nicht)-250(anders,)-250(du)-250(siehst)-250(ja)-250(zum)-250(totlachen)-250(aus.\253)]TJ 0 -14.804 Td [(Nellie)-255(trat)-256(mit)-255(dem)-256(Wachsstocke)-255(vor)-255(den)-256(kleinen)-255(Spiegel)-255(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(betrachtete)-250(sich.)]TJ 11.956 -14.803 Td [(\273O)-327(wie)-326(abscheulich!\253)-327(sagte)-326(sie)-327(und)-327(ri\337)-326(die)-327(Sachen)-326(herunter,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273wie)-250(kannst)-250(du)-250(so)-250(ein)-250(h\344\337licher)-250(Anzug)-250(sch\366n)-250(finden!\253)]TJ 11.956 -14.803 Td [(Ilse)-270(verschlo\337)-270(ihre)-269(Herrlichkeiten)-270(wieder)-270(in)-270(den)-270(Koffer,)-274(dann)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wurde)-195(das)-196(Licht)-195(gel\366scht)-195(und)-196(in)-195(wenigen)-195(Augenblicken)-195(schliefen)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(beiden)-250(M\344dchen)-250(fest)-250(und)-250(tief.)]TJ 128.982 -18.211 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 316.492 548.934 Td [(55)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Vierzehn)-482(Tage)-482(waren)-482(seit)-482(Ilses)-482(Aufnahme)-482(in)-482(der)-482(Pension)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vergangen.)-578(Manche)-360(bittre)-359(Thr\344ne)-359(hatte)-360(sie)-359(in)-360(der)-359(kurzen)-359(Zeit,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-362(ihr)-362(wie)-361(eine)-362(Ewigkeit)-362(erschien,)-390(geweint,)-389(und)-362(oft,)-390(recht)-361(oft)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-248(sie)-249(die)-248(Feder)-248(angesetzt,)-249(um)-248(dem)-248(Vater)-248(zu)-249(schreiben,)-248(da\337)-248(er)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-260(zur\374ckholen)-260(m\366ge.)-279(Nur)-260(weil)-260(sie)-260(sich)-260(vor)-260(der)-260(Mutter)-259(scheute,)]TJ 0 -13.549 Td [(that)-357(sie)-358(es)-357(nicht.)-572(Erst)-357(zweimal)-357(hatte)-357(sie)-358(die)-357(vielen)-357(und)-357(langen)]TJ 0 -13.549 Td [(Briefe,)-401(die)-370(sie)-371(aus)-370(der)-371(Heimat)-371(erhalten,)-400(beantwortet,)-401(nur)-370(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(kurz)-351(und)-351(mit)-351(der)-350(Entschuldigung,)-376(da\337)-351(ihr)-351(die)-351(Zeit)-351(zu)-350(l\344ngeren)]TJ 0 -13.549 Td [(Briefen)-250(fehle.)]TJ 11.956 -13.55 Td [(Endlich,)-1173(eines)-988(Sonntag)-988(Nachmittags,)-1172(den)-988(fast)-988(alle)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Pension\344rinnen)-416(zum)-415(Briefschreiben)-416(benutzten,)-457(setzte)-416(auch)-415(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-266(dazu)-267(nieder.)-299(Gro\337e)-266(Lust)-266(hatte)-267(sie)-266(indessen)-266(nicht.)-299(Sie)-266(wu\337te)]TJ 0 -13.549 Td [(gar)-240(nicht)-240(recht,)-242(was)-240(sie)-240(schreiben)-240(sollte;)-243(wie)-240(es)-240(ihr)-240(eigentlich)-240(um)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-250(Herz)-250(war,)-250(mochte)-250(sie)-250(ja)-250(doch)-250(nicht)-250(sagen.)]TJ 11.956 -13.55 Td [(Sie)-357(schlug)-357(die)-357(neue)-357(Schreibmappe)-357(auf,)-384(w\344hlte)-357(nach)-357(langem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Suchen)-423(einen)-422(rosa)-423(Bogen)-423(mit)-422(einer)-423(Schwalbe)-423(darauf,)-465(tauchte)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([57])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(eine)-235(Feder)-236(in)-235(das)-236(Tintenfa\337)-235(und)]TJ/F22 10.9091 Tf 140.229 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.022 0 Td [(malte)-235(allerhand)-236(Schn\366rkeleien)]TJ -148.251 -13.549 Td [(auf)-326(ein)-326(St\374ckchen)-325(Papier.)-477(Nachdem)-326(sie)-326(diese)-326(Unterhaltung)-325(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Weilchen)-212(getrieben,)-220(begann)-213(sie)-212(endlich)-212(den)-213(Brief.)-237(Nach)-212(wenigen)]TJ 0 -13.55 Td [(Zeilen)-382(h\366rte)-382(sie)-382(auf)-383(und)-382(legte)-382(das)-382(Geschriebene)-382(beiseite.)-646(Der)]TJ 0 -13.549 Td [(Anfang)-381(gefiel)-382(ihr)-381(nicht.)-644(Es)-381(wurde)-382(ein)-381(neuer)-381(Schwalbenbogen)]TJ 0 -13.549 Td [(geopfert)-193(und)-194(noch)-193(einer.)-231(Der)-193(vierte)-194(endlich)-193(hatte)-193(mehr)-193(Gl\374ck.)-231(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(beschrieb)-272(denselben)-272(von)-272(Anfang)-271(bis)-272(zu)-272(Ende,)-277(ja,)-278(sie)-272(nahm)-271(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-313(f\374nften)-313(Bogen)-313(dazu.)-439(Sie)-313(war)-313(nun)-313(einmal)-313(in)-313(das)-313(Plaudern)]TJ 0 -13.55 Td [(gekommen,)-357(immer)-335(wieder)-335(fiel)-335(ihr)-336(etwas)-335(ein,)-357(das)-335(sie)-335(dem)-335(Papa)]TJ 0 -13.549 Td [(mitteilen)-250(mu\337te.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Als)-445(sie)-444(zu)-445(Ende)-444(war,)-494(durchlas)-444(sie)-445(noch)-444(einmal)-445(ihre)-444(lange)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Epistel)-250(und)-250(wir)-250(blicken)-250(ihr)-250(\374ber)-250(die)-250(Schulter)-250(und)-250(lesen)-250(mit.)]TJ 73.121 -59.106 Td [(\273Mein)-272(liebes)-272(Engelspapachen!)]TJ -73.121 -13.55 Td [(Es)-374(ist)-375(heute)-374(Sonntag.)-623(Das)-374(Wetter)-374(ist)-374(so)-375(sch\366n)-374(und)-374(im)-374(Garten)]TJ 0 -13.549 Td [(bl\374hen)-322(die)-322(Rosen)-322(\050da)-323(f\344llt)-322(mir)-322(eben)-322(ein,)-340(hat)-322(meine)-322(gelbe)-322(Rose,)]TJ
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+/F24 10.9091 Tf 0 -30.759 Td [(mar\351chal)-303(Niel)]TJ/F16 10.9091 Tf 62.697 0 Td [(,)-317(die)-303(der)-303(G\344rtner)-303(im)-303(Fr\374hjahre)-304(verpflanzte,)-316(schon)]TJ -62.697 -13.549 Td [(Knospen)-253(angesetzt?)-259(bitte,)-254(vergi\337)-253(nicht,)-253(mir)-253(Antwort)-253(zu)-253(geben\051)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(und)-310(die)-310(V\366gel)-310(singen)-310(so)-309(lustig)]TJ/F22 10.9091 Tf 139.073 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.835 0 Td [(ach!)-430(und)-310(deine)-309(arme)-310(Ilse)-310(sitzt)]TJ -147.908 -13.549 Td [(im)-255(Zimmer)-256(und)-255(kann)-255(sich)-256(nicht)-255(im)-255(Freien)-256(umhertummeln.)-265(Mein)]TJ 0 -13.55 Td [(liebes)-260(Pa)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.191 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(chen,)-262(das)-259(ist)-260(recht)-259(traurig,)-262(nicht)-260(wahr?)-278(Ich)-259(komme)-260(mir)]TJ -42.824 -13.549 Td [(oft)-261(vor)-260(wie)-261(unser)-260(Mopsel,)-264(wenn)-260(er)-261(genascht)-261(hatte)-260(und)-261(zur)-260(Strafe)]TJ 0 -13.549 Td [(daf\374r)-303(eingesperrt)-303(wurde.)-408(Ich)-303(m\366chte)-302(auch)-303(manchmal,)-316(wie)-303(er)-302(es)]TJ 0 -13.549 Td [(that,)-246(an)-245(der)-245(Th\374re)-246(kratzen)-245(und)-245(rufen:)-248(macht)-245(auf!)-248(Ich)-245(will)-245(hinaus!)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Es)-315(ist)-315(gar)-316(nicht)-315(h\374bsch,)-331(immer)-315(eingesperrt)-316(zu)-315(sein.)-445(Zu)-315(Haus)]TJ -11.956 -13.55 Td [(konnte)-425(ich)-425(doch)-425(immer)-425(thun)-425(und)-425(treiben,)-469(was)-425(ich)-425(wollte,)-468(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Garten,)-428(auf)-393(dem)-393(Felde,)-428(in)-393(den)-393(St\344llen,)-428(\374berall)-393(durfte)-393(ich)-392(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-287(meine)-287(reizenden)-287(Hunde)-287(waren)-287(bei)-287(mir)-287(und)-287(liefen)-287(mir)-286(nach,)]TJ 0 -13.549 Td [(wohin)-356(ich)-355(ging.)-567(Ach,)-382(das)-356(war)-356(zu)-355(himmlisch)-356(nett!)-567(Was)-355(macht)]TJ 0 -13.549 Td [(Bob,)-233(Papachen,)-233(und)-229(Diana)-229(und)-229(Mopsel)-229(und)-229(die)-229(andern?)-243(O,)-229(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-250(sie)-250(gleich)-250(hier)-250(h\344tte!)]TJ 11.956 -14.532 Td [(Es)-291(ist)-292(in)-291(der)-291(Pension)-291(alles)-292(so)-291(furchtbar)-291(streng,)-302(man)-291(mu\337)-291(jede)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sache)-388(nach)-388(Vorschrift)-389(thun.)-664(Aufstehen,)-423(Fr\374hst\374cken,)-422(Lernen,)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([58])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Essen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 30.395 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.543 0 Td [(immer)-191(zu)-192(bestimmten)-191(Stunden.)-231(Und)-191(das)-192(ist)-191(gr\344\337lich!)-231(Ich)]TJ -37.938 -13.549 Td [(bin)-306(oft)-306(noch)-306(so)-307(m\374de)-306(des)-306(Morgens,)-320(aber)-306(ich)-306(mu\337)-306(heraus,)-320(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-278(sechs)-278(geschlagen)-277(hat.)-334(Ach,)-285(und)-277(wie)-278(manchmal)-278(m\366chte)-278(ich)-277(in)]TJ 0 -13.55 Td [(den)-279(Garten)-279(laufen)-278(und)-279(mu\337)-279(auf)-279(den)-279(abscheulichen)-278(Schulb\344nken)]TJ 0 -13.549 Td [(sitzen!)-250(Die)-250(furchtbare)-250(Schule!)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Ich)-465(lerne)-465(doch)-465(nichts,)-519(Herzenspa)]TJ/F22 10.9091 Tf 152.653 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(chen,)-519(ich)-465(bin)-465(zu)-465(dumm.)]TJ -168.242 -13.549 Td [(Nellie)-291(und)-292(die)-291(andern)-291(M\344dchen)-292(wissen)-291(viel)-291(mehr,)-302(sie)-291(sind)-291(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(alle)-434(kl\374ger)-435(als)-434(ich.)-803(Nellie)-434(zeichnet)-435(zu)-434(sch\366n!)-803(Einen)-434(gro\337en)]TJ 0 -13.549 Td [(Hundekopf)-282(in)-282(Kreide)-282(hat)-282(sie)-282(jetzt)-282(fertig,)-290(als)-282(wenn)-282(er)-282(lebte,)-290(sieht)]TJ 0 -13.55 Td [(er)-290(aus.)-372(Und)-290(Klavier)-291(spielt)-290(sie,)-300(da\337)-291(sie)-290(Konzerte)-291(geben)-290(k\366nnte)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(und)-250(ich)-250(kann)-250(gar)-250(nichts!)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Wenn)-319(ich)-318(doch)-319(lieber)-319(zu)-318(Hause)-319(geblieben)-319(w\344re,)-336(dann)-318(w\374\337te)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-303(doch)-303(gar)-302(nicht,)-316(wie)-303(einf\344ltig)-303(ich)-303(bin.)-408(Nellie)-303(tr\366stet)-303(mich)-302(oft)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-283(sagt:)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.495 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Es)-283(ist)-282(keiner)-283(Meister)-283(von)-282(der)-283(Himmel)-283(gefallen,)-290(fang)]TJ/F22 10.9091 Tf 229.87 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.55 Td [(nur)-346(an,)-369(du)-346(wirst)-346(schon)-346(lernen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 135.76 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.405 0 Td [(Aber)-346(ich)-345(habe)-346(angefangen)-346(und)]TJ -143.165 -13.549 Td [(doch)-250(nichts)-250(gelernt.)-250(Ich)-250(wei\337)-250(nur,)-250(da\337)-250(ich)-250(sehr,)-250(sehr)-250(dumm)-250(bin.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Am)-166(f\374rchterlichsten)-165(sind)-166(die)-165(Mittwoch)-166(Nachmittage.)-222(Da)-165(sitzen)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(wir)-302(alle)-302(von)-301(drei)-302(bis)-302(f\374nf)-302(in)-302(dem)-301(Speisesaale.)-406(Die)-302(Fenster)-301(nach)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-337(Garten)-337(sind)-337(weit)-337(offen)-337(und)-337(ich)-337(blicke)-337(sehns\374chtig)-337(hinaus.)]TJ 0 -13.549 Td [(Es)-219(zuckt)-220(mir)-219(f\366rmlich)-220(in)-219(H\344nden)-220(und)-219(F\374\337en,)-226(da\337)-219(ich)-219(aufspringen)]TJ 0 -13.549 Td [(m\366chte,)-284(um)-277(in)-277(den)-278(Garten)-277(zu)-277(eilen)]TJ/F22 10.9091 Tf 155.458 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.479 0 Td [(ich)-277(darf)-277(es)-278(nicht,)-284(ganz)-277(still)]TJ -163.937 -13.55 Td [(mu\337)-225(ich)-226(dasitzen)-225(und)-226(mu\337)-225(meine)-225(Sachen)-226(ausbessern,)]TJ/F22 10.9091 Tf 232.113 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.914 0 Td [(Str\374mpfe)]TJ -240.027 -13.549 Td [(stopfen)-338(und)-338(was)-338(ich)-338(sonst)-338(noch)-338(zerrissen)-338(habe,)-360(wieder)-337(flicken.)]TJ 0 -13.549 Td [(Denke)-285(Dir)-286(das)-285(einmal,)-294(mein)-285(kleines)-286(Papachen!)-356(Deine)-285(arme)-285(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337)-236(solche)-236(f\374rchterliche)-235(Arbeiten)-236(thun!)]TJ/F22 10.9091 Tf 177.166 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.026 0 Td [(Und)-236(Fr\344ulein)-236(G\374ssow)]TJ -185.192 -13.549 Td [(sagt,)-240(das)-237(w\344r)]TJ/F22 10.9091 Tf 56.395 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.217 0 Td [(notwendig,)-240(M\344dchen)-237(m\374ssen)-236(alles)-237(lernen.)-246(Sie)-237(war)]TJ -62.612 -13.55 Td [(ganz)-202(erstaunt,)-212(da\337)-202(ich)-202(nicht)-202(stricken)-202(konnte.)-234(Man)-202(kauft)-202(doch)-202(jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-272(Str\374mpfe,)-278(das)-272(ist)-272(ja)-272(viel)-272(netter,)-278(warum)-272(mu\337)-272(ich)-272(mich)-272(unn\374tz)]TJ 0 -13.549 Td [(qu\344len?)-390(Es)-296(wird)-297(mir)-296(so)-297(schwer,)-308(die)-297(Maschen)-296(abzustricken,)-308(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-250(mache)-250(es)-250(auch)-250(sehr)-250(schlecht.)]TJ 11.956 -14.777 Td [(Melanie)-229(Schwarz,)-233(sie)-229(ist)-230(sehr)-229(h\374bsch,)-233(ziert)-229(sich)-229(aber)-229(und)-229(st\366\337t)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([59])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(mit)-264(der)-264(Zunge)-264(an,)-268(und)-264(dann)-264(sagt)-264(sie)-264(immer)-264(zu)-264(allem:)]TJ/F22 10.9091 Tf 234.583 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Furchtbar)]TJ -238.216 -13.549 Td [(nett,)-358(furchtbar)-336(reizend,)-357(oder)-336(furchtbar)-336(scheu\337lich)]TJ/F22 10.9091 Tf 218.73 0 Td [(9)-336(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 16.42 0 Td [(sie)-336(meinte)]TJ -235.15 -13.549 Td [(neulich:)]TJ/F22 10.9091 Tf 38.746 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Du)-290(strickst)-290(aber)-290(furchtbar)-289(scheu\337lich,)-300(Ilse.)]TJ/F22 10.9091 Tf 187.387 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.794 0 Td [(Du)-290(siehst,)]TJ -236.559 -13.55 Td [(Pa)]TJ/F22 10.9091 Tf 10.909 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(chen,)-250(ich)-250(kann)-250(nichts!)]TJ -2.586 -14.776 Td [(In)-684(den)-685(Arbeitsstunden)-684(wird)-685(einmal)-684(franz\366sisch,)-793(einmal)]TJ -11.956 -13.549 Td [(englisch)-368(die)-368(Unterhaltung)-368(gef\374hrt.)-604(Franz\366sisch)-368(kann)-368(ich)-367(mich)]TJ 0 -13.55 Td [(allenfalls)-634(verst\344ndlich)-634(machen,)-731(aber)-634(englisch)-634(geht)-634(es)-634(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(schlecht,)-206(so)-194(schlecht,)-206(da\337)-194(ich)-195(mich)-195(sch\344me,)-205(den)-195(Mund)-194(aufzuthun.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie)-336(ist)-337(gut,)-358(sie)-336(hilft)-337(mir)-336(nach)-336(und)-337(will)-336(oft)-337(mit)-336(mir)-336(sprechen,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-250(wir)-250(allein)-250(sind.)]TJ 11.956 -14.777 Td [(Du)-293(fragst)-293(mich,)-304(lieber)-294(Papa,)-304(ob)-293(ich)-293(schon)-293(Freundinnen)-293(habe,)]TJ/F22 10.9091 Tf -11.956 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.886 0 Td [(ja)]TJ/F22 10.9091 Tf 14.308 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.886 0 Td [(Nellie)-590(und)-589(noch)-590(sechs)-589(andre)-590(M\344dchen)-589(sind)-590(meine)]TJ -38.08 -13.549 Td [(Freundinnen,)-482(Nellie)-436(aber)-436(habe)-436(ich)-436(am)-435(liebsten.)-808(Wie)-436(sie)-435(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(hei\337en,)-220(will)-212(ich)-212(Dir)-213(das)-212(n\344chstemal)-212(schreiben,)-220(auch)-212(Dir)-212(erz\344hlen,)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-422(sie)-422(aussehen,)-465(heute)-422(kann)-422(ich)-422(mich)-422(nicht)-422(dabei)-421(aufhalten,)]TJ 0 -13.55 Td [(sonst)-260(nimmt)-261(mein)-260(Brief)-261(kein)-260(Ende.)-281(Eine)-261(Schriftstellerin)-260(ist)-260(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(dabei,)-250(das)-250(mu\337)-250(ich)-250(Dir)-250(noch)-250(mitteilen.)]TJ 11.956 -14.776 Td [(Wenn)-330(wir)-330(spazieren)-331(gehen,)-350(n\344mlich)-330(jeden)-330(Mittag)-330(von)-330(zw\366lf)]TJ -11.956 -13.55 Td [(bis)-432(eins)-432(und)-432(jeden)-432(Nachmittag)-432(von)-433(f\374nf)-432(bis)-432(sieben,)-477(gehe)-432(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(fast)-318(immer)-317(mit)-318(Nellie)-317(in)-318(einer)-317(Reihe.)-453(Wir)-317(m\374ssen)-318(n\344mlich)-317(wie)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(ihrem)-311(Wissen.)-435(Wir)-311(haben)-311(schon)-312(mehr)-311(erreicht)-312(in)-311(dieser)-311(kurzen)]TJ 0 -13.549 Td [(Zeit,)-250(als)-250(ich)-250(mir)-250(gedacht)-250(habe.\253)]TJ 11.956 -15.177 Td [(\273Das)-230(Heimweh)-231(ist)-230(ja)-231(nat\374rlich,\253)-230(fiel)-230(Frau)-231(Anne)-230(ein,)-234(\273bedenke)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nur,)-514(wie)-461(schwer)-461(es)-461(einem)-461(an)-461(die)-461(Freiheit)-461(gew\366hnten)-461(Wesen)]TJ 0 -13.55 Td [(werden)-622(mu\337,)-623(sich)-622(pl\366tzlich)-622(in)-623(den)-622(Schulzwang)-622(zu)-622(f\374gen!)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-342(Regelm\344\337igkeit)-342(des)-342(Instituts)-342(ist)-342(ihrer)-342(ungeb\344ndigten)-341(Natur)]TJ 0 -13.549 Td [(zuwider;)-223(zu)-208(Ilses)-209(Gl\374ck,)-217(sie)-209(wird)-209(sich)-209(f\374gen)-209(lernen,)-217(ihre)-208(Wildheit)]TJ 0 -13.549 Td [(abstreifen)-250(und)-250(ein)-250(liebes,)-250(herziges)-250(M\344dchen)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -15.177 Td [(Der)-189(Oberamtmann)-188(war)-189(verstimmt,)-201(da\337)-189(man)-188(ihn)-189(nicht)-188(verstand.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Weder)-619(der)-619(Prediger)-619(noch)-619(Frau)-619(Anne)-619(\374berzeugten)-619(ihn)-619(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-652(Vernunftgr\374nden.)-1456(Er)-652(urteilte)-652(eben)-652(nur)-652(mit)-651(seinem)]TJ 0 -13.549 Td [(weichen)-405(Herzen,)-444(und)-406(das)-405(litt)-405(sehr)-405(bei)-406(dem)-405(Gedanken)-405(an)-405(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(heimwehkrankes)-250(Kind.)]TJ 11.956 -15.177 Td [(Ilses)-741(W\374nsche)-742(wurden)-741(nat\374rlich)-741(alle)-742(erf\374llt)-741(und)-741(zwar)]TJ -11.956 -13.55 Td [(umgehend:)-995(Es)-622(mu\337te)-622(Kuchen)-623(gebacken)-622(und)-622(die)-622(sch\366nste)]TJ 0 -13.549 Td [(Wurst,)-202(nebst)-190(einem)-191(St\374ck)-190(Schinken)-190(aus)-190(der)-190(Rauchkammer)-190(geholt)]TJ 0 -13.549 Td [(werden.)-594(Der)-365(Oberamtmann)-364(packte)-365(selbst)-365(die)-364(kleine)-365(Kiste)-364(und)]TJ 0 -13.549 Td [(legte)-250(noch)-250(allerhand)-250(Leckereien)-250(mit)-250(hinein.)]TJ 11.956 -15.177 Td [(\273Not)-219(soll)-218(sie)-219(wenigstens)-219(nicht)-219(leiden,\253)-218(sagte)-219(er)-219(zu)-219(seiner)-218(Frau,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-346(ihm)-345(l\344chelnd)-346(zusah.)-536(\273Junge)-346(Menschen,)-369(die)-346(noch)-345(wachsen,)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-255(immer)-255(Hunger.)-266(Wenn)-255(der)-255(Magen)-255(knurrt,)-257(mu\337)-255(er)-255(sein)-255(Teil)]TJ 0 -13.549 Td [(haben;)-213(der)-195(beruhigt)-195(sich)-195(nicht,)-206(wenn)-195(man)-195(zu)-195(ihm)-195(sagt:)]TJ/F22 10.9091 Tf 233.678 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Warte)-195(nur)]TJ -237.311 -13.549 Td [(bis)-191(es)-191(zw\366lf)-191(schl\344gt)-191(oder)-191(Morgen)-191(oder)-191(Abend)-192(ist,)-202(dann)-191(bekommst)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-250(etwas.)]TJ/F22 10.9091 Tf 41.204 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(\253)]TJ -32.881 -15.177 Td [(Frau)-416(Anne)-416(h\344tte)-417(gern)-416(erwidert,)-458(da\337)-416(es)-416(viel)-416(besser)-417(sei,)-457(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Magen)-396(an)-396(regelm\344\337ige)-396(Mahlzeiten)-396(zu)-395(gew\366hnen,)-433(als)-396(zu)-395(jeder)]TJ 0 -13.549 Td [(Tageszeit)-284(zu)-284(essen,)-292(aber)-284(sie)-284(schwieg.)-352(Sie)-284(dachte)-284(mit)-284(Recht,)-292(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-248(der)-247(Zeit)-248(Ilse)-247(von)-248(sel)1(bst)-248(von)-247(dieser)-248(Untugend)-247(zur\374ckkommen)]TJ 0 -13.549 Td [(werde.)]TJ 128.983 -18.709 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ/F16 7.9701 Tf 162.041 -3.531 Td [([63])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.177 Td [(Es)-423(war)-422(an)-423(einem)-422(Mittwoch)-423(Nachmittag)-422(im)-423(Monat)-422(August.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Die)-279(erwachsenen)-279(M\344dchen)-279(der)-279(Pension)-279(sa\337en)-279(im)-278(Speisezimmer)]TJ 0 -13.549 Td [(beisammen,)-256(stopfend,)-256(flickend)-255(oder)-254(mit)-255(anderen)-255(Arbeiten)-254(dieser)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(62)-18976(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Art)-248(besch\344ftigt.)-249(Es)-247(war)-248(sehr)-247(hei\337)-248(und)-247(gewitterschw\374l,)-248(und)-247(durch)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(ge\366ffneten)-250(Fenster)-250(drang)-250(kein)-250(erfrischender)-250(Luftzug.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Ilse)-425(hielt)-425(ihren)-425(Strickstrumpf)-425(in)-425(der)-425(Hand)-425(und)-425(qu\344lte)-425(sich,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Masche)-372(auf)-372(Masche)-372(abzuheben.)-616(Es)-372(machte)-372(ihr)-372(M\374he)-372(mit)-371(den)]TJ 0 -13.549 Td [(hei\337en,)-538(feuchten)-480(Fingern.)-941(Die)-480(Nadeln)-480(sa\337en)-481(so)-480(fest)-480(in)-480(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Maschen,)-526(da\337)-470(sie)-470(kaum)-471(zu)-470(schieben)-470(waren.)-912(Sie)-470(gl\374hte)-470(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-367(Rose)-367(bei)-368(ihrer)-367(sauren)-367(Arbeit,)-396(und)-368(der)-367(graue)-367(Strumpf,)-396(der)]TJ 0 -13.55 Td [(eigentlich)-178(wei\337)-178(sein)-177(sollte,)-193(wurde)-177(\366fters)-178(aus)-178(der)-178(Hand)-178(gelegt.)-225(Nun)]TJ 0 -13.549 Td [(fielen)-208(auch)-209(noch)-208(einige)-208(Maschen)-208(herunter,)-217(und)-208(Fr\344ulein)-208(G\374ssow,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-259(anwesend)-258(war,)-261(forderte)-259(Ilse)-259(auf,)-261(einmal)-258(zu)-259(versuchen,)-261(ob)-258(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(dieselben)-250(nicht)-250(allein)-250(wieder)-250(aufnehmen)-250(k\366nne.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ich)-339(kann)-340(das)-339(nicht,\253)-339(sagte)-340(Ilse,)-362(\273die)-339(Nadeln)-339(kleben)-340(so,)-361(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mag)-250(sie)-250(nicht)-250(mehr)-250(anfassen.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Wasche)-224(dir)-224(die)-224(H\344nde,\253)-225(riet)-224(Fr\344ulein)-224(G\374ssow,)-229(\273dann)-224(wird)-224(es)]TJ -11.956 -13.55 Td [(besser)-250(gehen.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Das)-603(hilft)-603(nicht,\253)-604(erwiderte)-603(Ilse)-603(unmutig)-603(und)-603(legte)-603(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Strickzeug)-250(vor)-250(sich)-250(hin.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Die)-256(M\344dchen)-256(lachten,)-258(und)-256(Grete,)-257(die)-256(ihr)-256(gegen\374bersa\337,)-256(nahm)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-250(vorwitzig)-250(in)-250(die)-250(Hand,)-250(um)-250(den)-250(Fehler)-250(zu)-250(verbessern.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Ilse)-373(nahm)-373(es)-373(ihr)-374(fort.)-619(\273La\337)-373(liegen,\253)-373(sagte)-373(sie,)-404(\273es)-373(ist)-373(mein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Strumpf!\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Ehe)-543(noch)-543(Fr\344ulein)-542(G\374ssow)-543(sie)-543(wegen)-543(ihres)-542(unpassenden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Wesens)-588(zurechtweisen)-588(konnte,)-673(trat)-588(Fr\344ulein)-588(Raimar)-588(in)-588(das)]TJ 0 -13.55 Td [(Zimmer.)-224(Sie)-170(ging)-170(von)-171(einer)-170(Sch\374lerin)-171(zur)-170(andern)-171(und)-170(pr\374fte)-170(deren)]TJ 0 -13.549 Td [(Arbeiten,)-257(sie)-256(that)-256(dies)-256(zuweilen,)-257(um)-256(sich)-256(an)-256(den)-256(Fortschritten)-255(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(erfreuen,)-250(oder)-250(auch)-250(zu)-250(tadeln,)-250(wenn)-250(es)-250(n\366tig)-250(war.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Nun,)-293(wie)-285(steht)-284(es)-285(mit)-284(dir,)-293(Ilse?\253)-285(fragte)-284(sie.)-354(\273Hast)-284(du)-284(deinen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Strumpf)-250(bald)-250(fertig?)-250(Zeige)-250(ihn)-250(einmal)-250(her.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([64])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -13.995 Td [(Ilse)-320(that,)-337(als)-319(habe)-320(sie)-320(die)-319(Aufforderung)-320(nicht)-319(verstanden,)-337(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sch\344mte)-250(sich)-250(ihrer)-250(schmutzigen)-250(Arbeit.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ich)-483(will)-483(dein)-483(Strickzeug)-483(sehen,)-542(Ilse,)-541(hast)-483(du)-483(mich)-483(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verstanden?\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Etwas)-227(streng)-228(und)-227(hart)-227(klangen)-228(die)-227(Worte)-227(der)-228(Vorsteherin,)-231(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nun)-250(war)-250(es)-250(Trotz,)-250(weshalb)-250(sie)-250(den)-250(Gehorsam)-250(versagte.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Aufgebracht)-365(\374ber)-365(diesen)-365(Widerstand)-365(nahm)-365(Fr\344ulein)-364(Raimar)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-250(den)-250(Strumpf)-250(unsanft)-250(aus)-250(der)-250(Hand.)]TJ 11.956 -17.241 Td [(\273Ich)-206(bin)-207(gew\366hnt,)-215(da\337)-207(meine)-206(Sch\374lerinnen)-207(mir)-206(gehorchen)-206(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-310(wagst)-309(es,)-325(dich)-309(zu)-310(widersetzen?)]TJ/F22 10.9091 Tf 155.927 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.831 0 Td [(Seht)-310(einmal)-309(Kinder,\253)-310(fuhr)]TJ -164.758 -13.549 Td [(sie)-235(fort)-235(und)-236(hielt)-235(mit)-235(spitzen)-235(Fingern)-236(das)-235(Strickzeug)-235(in)-235(die)-235(H\366he,)]TJ 0 -13.55 Td [(\273was)-365(sagt)-366(ihr)-365(zu)-366(dieser)-365(Arbeit?)-596(Sieht)-366(sie)-365(wohl)-365(aus,)-395(als)-365(ob)-365(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-273(erwachsenen)-274(M\344dchen)-273(angeh\366re?)-319(Sch\344me)-274(dich!)-319(Niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(wieder)-250(will)-250(ich)-250(ein)-250(so)-250(unsauberes)-250(Strickzeug)-250(sehen.\253)]TJ 11.956 -17.241 Td [(Aller)-713(Augen)-713(waren)-713(auf)-713(dasselbe)-713(gerichtet,)-829(und)-712(einige)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Pension\344rinnen)-390(glaubten)-390(sich)-390(durch)-390(die)-390(Frage)-390(der)-389(Vorsteherin)]TJ 0 -13.549 Td [(berechtigt,)-491(ein)-443(Wort)-443(mitzureden.)-829(Die)-443(vorlaute)-443(Grete)-443(meinte,)]TJ 0 -13.55 Td [(da\337)-383(ihre)-383(kleine)-383(f\374nfj\344hrige)-383(Schwester)-383(daheim)-383(weit)-383(besser)-382(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sauberer)-344(stricke,)-368(ihr)-344(Strumpf)-344(s\344he)-343(wie)-344(Schnee)-344(gegen)-344(Ilses)-344(aus,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(d\374rfe)-250(aber)-250(auch)-250(niemals)-250(mit)-250(schmutzigen)-250(H\344nden)-250(stricken.)]TJ 11.956 -17.241 Td [(Die)-308(\344sthetische)-308(Flora)-309(verglich)-308(das)-308(fa\347onlose)-308(Ding)-308(mit)-308(einem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kaffeebeutel,)-546(ein)-486(Vergleich,)-545(der)-487(Annemie)-486(so)-487(in)-486(das)-486(Lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(brachte,)-250(da\337)-250(sie)-250(sich)-250(gar)-250(nicht)-250(wieder)-250(beruhigen)-250(konnte.)]TJ 11.956 -17.241 Td [(Was)-478(in)-478(diesem)-478(Augenblicke)-478(in)-478(Ilses)-478(Innerem)-478(vorging,)-535(ist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schwer)-276(zu)-276(beschreiben.)-328(Sie)-276(sah)-276(sich)-276(verlacht)-276(und)-276(verspottet)-275(von)]TJ 0 -13.55 Td [(allen)-218(Seiten)-217(und)-218(durfte)-217(sich)-218(nicht)-217(dagegen)-218(verteidigen.)-239(Ihr)-217(hei\337es)]TJ 0 -13.549 Td [(Blut,)-453(ihre)-413(unb\344ndige)-413(Natur)-413(b\344umten)-412(sich)-413(mit)-413(aller)-413(Macht)-412(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(gegen)-385(die,)-419(wie)-384(sie)-385(glaubte,)-419(ihr)-385(\366ffentlich)-385(angethane)-384(Schmach.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-321(geriet)-320(in)-321(eine)-321(so)-320(blinde)-321(Wut,)-338(wie)-321(sie)-321(bis)-320(jetzt)-321(noch)-320(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(empfunden)-210(hatte,)-218(sie)-210(ballte)-211(die)-210(H\344nde)-210(und)-210(bi\337)-210(hinein,)-218(ihre)-210(Augen)]TJ 0 -13.55 Td [(f\374llten)-250(sich)-250(mit)-250(hei\337en,)-250(trotzigen)-250(Thr\344nen.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([65])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -17.24 Td [(Fr\344ulein)-256(Raimar)-256(hatte)-256(bereits)-256(das)-256(Zimmer)-256(verlassen,)-257(doch)-256(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Th\374r)-248(desselben)-248(hinter)-248(sich)-248(offen)-248(gelassen,)-248(sie)-248(hielt)-248(sich)-248(noch)-247(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-153(Korridor)-153(auf.)-218(Welchen)-153(Aufruhr)-153(sie)-153(in)-153(Ilse)-152(heraufbeschworen,)]TJ 0 -13.549 Td [(ahnte)-308(sie)-308(nicht,)-323(sie)-308(w\374rde)-307(ihn)-308(auch)-308(schwerlich)-308(begriffen)-308(haben,)]TJ 0 -13.549 Td [(glaubte)-342(sie)-342(doch)-341(fest,)-365(durch)-342(eine)-342(\366ffentliche)-342(Besch\344mung)-341(Ilses)]TJ 0 -13.549 Td [(Widerstand)-218(ein)-217(f\374r)-218(allemal)-218(geheilt)-217(zu)-218(haben.)-239(Wie)-218(wenig)-217(verstand)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-251(ein)-251(leidenschaftliches)-251(Gem\374t!)-252(Gerade)-251(das)-251(Gegenteil)-251(hatte)-250(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(hervorgerufen.)-240(Ilses)-221(wilder)-220(Trotz)-220(stand)-221(in)-220(lichterlohen)-220(Flammen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Neckt)-444(sie)-445(nicht!\253)-444(gebot)-445(Fr\344ulein)-444(G\374ssow,)-494(die)-444(Ilse)-444(besser)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verstand.)-250(\273Ich)-250(will)-250(nicht,)-250(da\337)-250(ihr)-250(sie)-250(auslacht!\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Und)-231(Nellie,)-235(die)-230(einzige,)-235(welche)-231(mitleidig)-231(dem)-231(ganzen)-230(Auftritt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zugesehen,)-222(nahm)-215(gutm\374tig)-216(den)-215(verachteten)-215(Strumpf)-215(in)-215(die)-215(Hand,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-250(ihn)-250(wieder)-250(in)-250(Ordnung)-250(zu)-250(bringen.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273La\337!\253)-252(rief)-252(Ilse)-253(und)-252(ihr)-252(ganzer)-252(Grimm)-253(entlud)-252(sich)-252(auf)-252(Nellies)]TJ -11.956 -13.55 Td [(unschuldiges)-250(Haupt,)-250(\273la\337!)-250(Was)-250(k\374mmern)-250(dich)-250(meine)-250(Sachen?\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Gieb)-224(doch)-224(her,\253)-224(bat)-224(diese)-224(sanft,)-229(\273ich)-224(mach)]TJ/F22 10.9091 Tf 189.244 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.077 0 Td [(dich)-224(alles)-224(wieder)]TJ -207.277 -13.549 Td [(gut.\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Aber)-333(Ilse)-333(h\366rte)-333(nicht)-333(darauf)-333(und)-333(ri\337)-333(es)-333(Nellie)-333(aus)-333(der)-332(Hand,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-203(ehe)-202(noch)-203(diese)-202(sie)-203(zur\374ckhalten)-203(konnte,)-212(warf)-202(sie)-203(im)-202(h\366chsten)]TJ 0 -13.549 Td [(Zorne)-194(das)-195(ungl\374ckselige)-194(Strickzeug)-194(gegen)-194(die)-195(Wand.)-231(Die)-194(Nadeln)]TJ 0 -13.549 Td [(schlugen)-303(klirrend)-303(aneinander)-303(und)-303(das)-303(Kn\344uel)-303(kollerte)-303(weit)-303(fort,)]TJ 0 -13.549 Td [(zur)-250(offnen)-250(Th\374r)-250(hinaus,)-250(bis)-250(zu)-250(den)-250(F\374\337en)-250(der)-250(Vorsteherin.)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Vielleicht)-378(h\344tte)-377(dieselbe)-378(kein)-378(Arg)-377(an)-378(diesem)-378(kleinen)-377(Zufall)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gefunden,)-304(wenn)-293(nicht)-293(zu)-293(gleicher)-293(Zeit)-293(laute)-293(Ausrufe)-292(wie)-293(\273Ah!\253)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-302(\273o!\253)-303(ihr)-302(Ohr)-302(getroffen)-302(und)-302(ihr)-303(verk\374ndet)-302(h\344tten,)-315(da\337)-302(etwas)]TJ 0 -13.549 Td [(Unerh\366rtes)-250(passiert)-250(sein)-250(m\374sse.)]TJ 11.956 -15.088 Td [(\273Was)-272(giebt)-272(es?\253)-273(fragte)-272(sie)-272(hastig)-272(eintretend.)-317(Sie)-272(erhielt)-272(keine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Antwort;)-227(aber)-217(ihr)-216(Blick)-216(fiel)-216(auf)-216(das)-216(Strickzeug)-216(am)-216(Fu\337boden)-216(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(erriet)-250(das)-250(Ganze.)]TJ 11.956 -15.088 Td [(\273Warfst)-416(du)-416(es)-416(absichtlich)-417(hierher?\253)-416(richtete)-416(sie)-416(an)-416(Ilse)-416(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frage,)-363(und)-340(ihre)-341(Stimme)-340(bebte)-341(vor)-340(Aufregung,)-363(in)-341(ihren)-340(stets)-340(so)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([66])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(ruhig)-292(blickenden)-293(Augen)-292(blitzte)-292(es)-292(unheimlich)-292(auf.)]TJ/F22 10.9091 Tf 225.329 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.643 0 Td [(\273Antworte)]TJ/F22 10.9091 Tf -233.972 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(ich)-250(will)-250(es)-250(wissen!\253)]TJ 3.774 -15.088 Td [(\273Ja,\253)-250(sagte)-250(Ilse.)]TJ 0 -15.087 Td [(\273Komm)-250(hierher)-250(und)-250(nimm)-250(es)-250(wieder)-250(auf!\253)]TJ 0 -15.087 Td [(Die)-207(Heftigkeit)-206(der)-207(Vorsteherin)-207(machte)-207(Ilse)-206(nur)-207(verstockter,)-215(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(r\374hrte)-250(sich)-250(nicht.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Hast)-440(du)-439(verstanden,)-487(was)-440(ich)-439(dir)-440(befahl?)-818(Glaubst)-440(du)-439(mir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(trotzen)-250(zu)-250(k\366nnen?)-250(Ich)-250(verlange,)-250(da\337)-250(du)-250(mir)-250(gehorchst!\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(\273Nein,\253)-647(entgegnete)-648(Ilse)-647(zum)-648(Entsetzen)-647(der)-647(anwesenden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Pension\344rinnen,)-250(\273ich)-250(thue)-250(es)-250(nicht!\253)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Fr\344ulein)-855(G\374ssow)-855(sah)-856(die)-855(Widerspenstige)-855(traurig)-855(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bek\374mmert)-576(an.)-1226(Nicht)-576(Zorn,)-657(nur)-576(Mitleid)-575(empfand)-576(sie)-575(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(derselben.)-242(\273Wenn)-226(ich)-226(dich)-225(\344ndern)-226(k\366nnte!)-242(Wenn)-226(es)-226(mir)-225(gel\344nge,)]TJ 0 -13.549 Td [(dich)-486(auf)-487(einen)-486(andern)-487(Weg)-486(zu)-486(bringen,)-546(armes,)-545(verblendetes)]TJ 0 -13.55 Td [(Kind!\253)-241(dachte)-241(sie)-242(und)-241(beschlo\337,)-241(nichts)-241(unversucht)-241(zu)-242(lassen,)-242(um)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-250(von)-250(ihrem)-250(b\366sen)-250(Fehler)-250(zu)-250(heilen.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Solange)-414(sie)-414(Vorsteherin)-413(des)-414(Pensionats)-414(war,)-455(hatte)-413(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Raimar)-209(niemals)-209(Aehnliches)-209(erlebt.)-237(Trotz)-209(ihrer)-209(stets)-209(so)-209(ma\337vollen)]TJ 0 -13.549 Td [(Ruhe)-263(war)-263(sie)-263(f\374r)-263(den)-263(Augenblick)-263(fassungslos)-263(und)-263(ungewi\337,)-263(was)]TJ 0 -13.55 Td [(mit)-250(Ilse)-250(geschehen)-250(solle.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Geh)-381(auf)-382(dein)-382(Zimmer,\253)-381(befahl)-382(sie)-381(kurz,)-414(\273und)-382(bleibe)-381(dort!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Das)-250(andre)-250(wird)-250(sich)-250(finden.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Ilse)-514(erhob)-515(sich)-514(und)-515(ging)-514(hinauf.)-1044(Nachdem)-514(sie)-515(in)-514(ihrem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zimmer)-264(angelangt,)-267(brach)-264(der)-264(furchtbare)-264(Sturm,)-268(den)-264(sie)-263(m\374hsam)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ckgehalten)-426(hatte,)-470(los.)-777(Sie)-426(warf)-426(sich)-426(auf)-426(einen)-426(Stuhl)-425(und)]TJ 0 -13.55 Td [(weinte)-300(laut.)-402(St\374rmisch)-300(rief)-300(sie)-301(nach)-300(ihrem)-301(Papa,)-313(da\337)-300(er)-300(komme)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-461(sie)-462(holen)-461(m\366ge)]TJ/F22 10.9091 Tf 97.093 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.487 0 Td [(klagte)-461(die)-462(Mama)-461(an,)-514(die)-461(sie)-462(in)-461(diese)]TJ -107.58 -13.549 Td [(f\374rchterliche)-258(Anstalt)-258(gebracht)]TJ/F22 10.9091 Tf 133.257 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.269 0 Td [(kurz)-258(f\374hlte)-258(sich)-258(verzweifelt)-258(und)]TJ -141.526 -13.549 Td [(verlassen,)-250(wie)-250(nie)-250(im)-250(Leben.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Allerhand)-629(Gedanken)-628(jagten)-629(durch)-629(ihren)-628(Kopf,)-724(der)-628(zum)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Zerspringen)-332(brannte,)-352(kindisch)-331(und)-332(unausf\374hrbar.)-495(Zuerst)-331(wollte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-455(davonlaufen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 79.25 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.415 0 Td [(wohin)-455(war)-454(ihr)-455(gleich,)-506(nur)-455(fort,)-505(damit)-455(sie)]TJ -89.665 -13.549 Td [(die)-293(b\366se)-293(Vorsteherin,)-304(die)-293(stets)-293(einen)-293(Aerger)-293(auf)-294(sie)-293(gehabt,)-303(und)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-297(abscheulichen)-296(M\344dchen,)-309(die)-296(sie)-297(verh\366hnt)-297(hatten,)-308(von)-296(denen)]TJ 0 -13.549 Td [(keine)-307(sie)-308(lieb)-307(hatte,)-321(nicht)-308(wieder)-307(sehe)]TJ/F22 10.9091 Tf 170.554 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.807 0 Td [(niemals!)-422(Kein)-307(Mensch)]TJ/F16 7.9701 Tf 111.663 0 Td [([67])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(mochte)-198(sie)-199(leiden,)-208(nur)-199(der)-198(Papa.)-233(O,)-198(wenn)-198(sie)-199(gleich)-198(bei)-198(ihm)-198(w\344re!)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Der)-338(Gedanke,)-359(da\337)-338(sie)-338(zur\374ck)-337(m\374sse)-338(nach)-338(Moosdorf,)-359(behielt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-373(Oberhand.)-619(Sie)-373(fing)-373(an,)-404(ihre)-373(Sachen)-373(aus)-373(der)-373(Kommode)-373(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(r\344umen)-296(und)-296(war)-296(eben)-296(im)-297(Begriff,)-307(das)-296(M\344dchen)-296(zu)-296(beauftragen,)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-329(den)-329(Koffer)-329(vom)-328(Boden)-329(herabzuholen,)-349(als)-329(Nellie)-329(und)-328(gleich)]TJ 0 -13.55 Td [(darauf)-250(Fr\344ulein)-250(G\374ssow)-250(in)-250(das)-250(Zimmer)-250(traten.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Erstaunt)-250(blickte)-250(letztere)-250(auf)-250(die)-250(umherliegenden)-250(Sachen.)]TJ 0 -16.186 Td [(\273Nun,)-250(Ilse,)-250(was)-250(soll)-250(denn)-250(das)-250(bedeuten?\253)-250(fragte)-250(sie.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Anstatt)-551(zu)-552(antworten)-551(vergrub)-551(Ilse)-552(das)-551(Gesicht)-551(in)-551(beiden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(H\344nden)-250(und)-250(schluchzte)-250(laut.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Fr\344ulein)-261(G\374ssow)-260(lie\337)-261(sie)-261(einige)-260(Augenblicke)-261(gew\344hren,)-263(dann)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zog)-250(sie)-250(ihr)-250(leise)-250(die)-250(H\344nde)-250(vom)-250(Gesicht.)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Beruhige)-406(dich,)-445(Kind,\253)-406(sprach)-406(sie)-406(in)-406(sanftem)-406(Tone,)-445(\273dann)]TJ -11.956 -13.549 Td [(will)-250(ich)-250(mit)-250(dir)-250(reden.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ich)-430(kann)-430(nicht!)-790(Ich)-430(will)-430(fort!\253)-430(stie\337)-430(Ilse)-429(leidenschaftlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(heraus.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Du)-368(mu\337t)-368(dich)-368(beherrschen,)-398(Herz.)-604(Ich)-368(glaube)-368(gern,)-398(da\337)-367(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dir)-301(schwer)-302(wird,)-314(dein)-302(trotziges)-301(Ich)-301(zu)-302(z\344hmen,)-314(aber)-302(du)-301(mu\337t)-301(es)]TJ 0 -13.55 Td [(thun,)-246(es)-244(ist)-245(notwendig.)-248(Siehst)-245(du)-244(nicht)-245(ein,)-246(Ilse,)-245(wie)-245(unrecht,)-245(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(ungezogen)-250(du)-250(gehandelt)-250(hast?\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Diese)-419(sch\374ttelte)-419(den)-419(Kopf.)-756(\273Sie)-419(haben)-419(mich)-419(alle)-418(gereizt,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entgegnete)-247(sie)-247(abgebrochen)-248(schluchzend)]TJ/F22 10.9091 Tf 179.824 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.151 0 Td [(\273Fr\344ulein)-247(Raimar)-247(hat)]TJ -187.975 -13.549 Td [(mich)-250(so)-250(furchtbar)-250(blamiert)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.767 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(alle)-250(haben)-250(mich)-250(ausgelacht!\253)]TJ -114.993 -14.041 Td [(Fr\344ulein)-279(G\374ssow)-280(hatte)-279(das)-280(Gef\374hl,)-287(als)-279(sei)-280(es)-279(besser)-279(gewesen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wenn)-355(die)-356(Vorsteherin)-355(ihren)-355(berechtigten)-356(Tadel)-355(in)-355(einer)-355(andern)]TJ 0 -13.549 Td [(Weise)-163(ausgesprochen)-162(h\344tte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 120.932 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.229 0 Td [(doch)-163(das)-162(war)-163(nun)-163(einmal)-162(geschehen)]TJ -128.161 -13.549 Td [(und)-250(nicht)-250(zu)-250(\344ndern.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Du)-205(irrst,\253)-205(entgegnete)-206(sie,)-214(\273nicht)-205(Fr\344ulein)-205(Raimar,)-214(sondern)-205(du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(selbst)-193(hast)-193(dich)-193(l\344cherlich)-193(gemacht.)-231(Denke)-192(einmal)-193(zur\374ck,)-205(wie)-192(du)]TJ 0 -13.55 Td [(dich)-205(benommen)-205(hast.)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.605 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.691 0 Td [(Uebrigens,\253)-205(fuhr)-205(sie)-205(fort,)-214(\273du)-205(darfst)-205(nicht)]TJ -102.296 -13.549 Td [(so)-418(trostlos)-417(sein)-418(und)-417(dir)-418(nicht)-417(allzuschwere)-418(Gedanken)-417(dar\374ber)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([68])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(machen.)-569(Wenn)-356(du)-356(morgen)-357(verst\344ndig)-356(bist,)-383(ist)-356(alles)-356(vergessen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-250(M\344dchen)-250(haben)-250(dich)-250(alle)-250(lieb.\253)]TJ 11.955 -14.04 Td [(\273Nein,)-333(nein,\253)-316(rief)-316(Ilse,)-333(\273mich)-316(hat)-316(niemand)-317(lieb!)-448(Ich)-316(wei\337)-317(es)]TJ -11.955 -13.55 Td [(wohl!)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.305 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.224 0 Td [(Ich)-346(bin)-345(dumm)-346(und)-345(ungeschickt)-346(und)-345(ich)-346(will)-345(fort)]TJ/F22 10.9091 Tf 220.579 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.224 0 Td [(zu)]TJ -270.332 -13.549 Td [(meinem)-250(Papa!\253)]TJ 11.955 -14.04 Td [(\273Wenn)-254(du)-254(so)-254(sprechen)-254(willst,)-255(Ilse,)-255(dann)-254(verlasse)-254(ich)-254(dich.)-262(Du)]TJ -11.955 -13.549 Td [(wei\337t,)-284(wie)-277(sehr)-277(ich)-277(dich)-277(lieb)-277(habe,)-284(dergleichen)-277(kindische)-277(Reden)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-297(will)-297(ich)-297(nicht)-298(von)-297(dir)-297(anh\366ren.)-391(Soll)-298(ich)-297(gehen?)]TJ/F22 10.9091 Tf 233.532 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.696 0 Td [(willst)-297(du)]TJ -242.228 -13.55 Td [(vern\374nftig)-250(sein?\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.775 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -66.82 -14.04 Td [(Ilse)-261(schwieg)-260(und)-261(die)-261(junge)-260(Lehrerin)-261(wandte)-261(sich)-260(der)-261(Th\374r)-261(zu.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Als)-250(sie)-250(im)-250(Begriffe)-250(war)-250(dieselbe)-250(zu)-250(\366ffnen,)-250(eilte)-250(Ilse)-250(auf)-250(sie)-250(zu.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273Bitte,)-250(bleiben)-250(Sie,\253)-250(bat)-250(sie)-250(und)-250(hielt)-250(sie)-250(an)-250(der)-250(Hand)-250(fest.)]TJ 0 -15.227 Td [(\273Von)-250(Herzen)-250(gern,)-250(wenn)-250(du)-250(mich)-250(ruhig)-250(anh\366ren)-250(willst.\253)]TJ 0 -15.227 Td [(Sie)-345(setzte)-345(sich)-346(auf)-345(einen)-345(Stuhl)-345(am)-346(Fenster)-345(und)-345(nahm)-345(Ilse)-345(in)]TJ -11.956 -13.55 Td [(den)-250(Arm.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Wie)-598(hei\337)-597(du)-597(bist,)-685(du)-597(b\366ser)-598(Trotzkopf,\253)-597(sagte)-598(sie)-597(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(streichelte)-470(ihr)-470(liebevoll)-470(die)-470(erhitzten)-470(Wangen.)-910(\273Nellie,)-524(gieb)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-250(ein)-250(Glas)-250(Wasser.\253)]TJ 11.956 -15.228 Td [(Die)-503(Angeredete)-502(hatte)-503(stumm)-502(und)-503(still)-502(am)-503(andern)-502(Fenster)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gelehnt)-525(und)-524(der)-525(Freundin)-524(lautes)-524(Schluchzen)-525(mit)-524(heimlichen)]TJ 0 -13.549 Td [(Thr\344nen)-665(begleitet,)-769(jetzt)-665(sprang)-665(sie)-665(hinzu)-665(und)-665(reicht)1(e)-665(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Gew\374nschte.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Trink)-230(einer)-231(k\374hle)-231(Schluck,)-234(er)-230(wird)-231(dir)-230(ruhig)-231(machen,\253)-230(redete)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie)-349(herzlich)-349(zu.)-547(\273Du)-349(mu\337t)-349(nie)-350(wi)1(eder)-350(sagen,)-373(da\337)-349(wir)-349(dir)-349(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(liebten,)-487(du)-439(b\366se,)-487(b\366se)-439(Ilse!)]TJ/F22 10.9091 Tf 134.569 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.248 0 Td [(Nicht)-439(mehr)-440(weinen)-439(darfst)-440(du,)]TJ -144.817 -13.549 Td [(komm,)-250(ich)-250(mache)-250(deine)-250(Gesicht)-250(kalt.\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Und)-385(sie)-385(tauchte)-385(einen)-385(Schwamm)-385(in)-385(das)-385(Wasser)-385(und)-385(k\374hlte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(damit)-250(Ilses)-250(brennende)-250(Augen)-250(und)-250(Wangen.)]TJ 11.956 -15.228 Td [(\273Nun,)-211(mein)-200(Kind,\253)-201(fragte)-201(Fr\344ulein)-201(G\374ssow,)-210(als)-201(Ilse)-201(sich)-201(et)1(was)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beruhigt)-250(hatte,)-250(\273was)-250(gedenkst)-250(du)-250(zu)-250(thun?\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Ich)-273(mu\337)-273(heute)-273(noch)-273(abreisen,\253)-273(entgegnete)-273(sie,)-279(\273hier)-273(bleiben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kann)-250(ich)-250(nicht.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([69])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.228 Td [(\273Also)-298(noch)-299(immer)-298(m\366chtest)-299(du)-298(mit)-299(deinem)-298(Kopfe)-299(die)-298(Wand)]TJ -11.955 -13.549 Td [(einsto\337en.)-365(Der)-289(Gedanke,)-298(da\337)-288(du)-289(nachgeben)-288(mu\337t,)-298(da\337)-288(es)-289(an)-288(dir)]TJ 0 -13.549 Td [(ist,)-332(um)-315(Verzeihung)-316(zu)-315(bitten,)-332(kommt)-316(dir)-315(gar)-316(nicht)-315(in)-316(den)-315(Sinn!)]TJ 0 -13.549 Td [(Du)-296(hast)-295(Fr\344ulein)-296(Raimar)-296(bitter)-295(gekr\344nkt,)-307(denkst)-296(du)-296(nicht)-295(daran,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(wieder)-250(zu)-250(vers\366hnen?)-250(Sprich!\253)]TJ 11.955 -15.228 Td [(\273Nein,\253)-224(rief)-224(Ilse)-225(und)-224(warf)-224(den)-225(Kopf)-224(zur\374ck,)-229(\273Fr\344ulein)-224(Raimar)]TJ -11.955 -13.549 Td [(hat)-394(mich)-395(beleidigt)-394(und)-395(furchtbar)-394(gekr\344nkt!)-684(Ich)-394(bitte)-395(sie)-394(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-267(Verzeihung!)-303(Noch)-267(niemals)-268(habe)-267(ich)-267(jemand)-268(um)-267(Verzeihung)]TJ 0 -13.549 Td [(gebeten)]TJ/F22 10.9091 Tf 36.654 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(und)-250(ich)-250(thue)-250(es)-250(auch)-250(jetzt)-250(nicht!)-250(Nein!\253)]TJ -32.881 -15.228 Td [(Das)-290(war)-291(wieder)-290(ein)-291(trotziger,)-300(b\366ser)-291(Ausfall)-290(von)-291(ihr,)-300(dennoch)]TJ -11.955 -13.549 Td [(verlor)-401(Fr\344ulein)-400(G\374ssow)-401(nicht)-401(die)-400(Geduld,)-438(sie)-401(blieb)-401(ruhig)-400(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sanft.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Du)-276(batest)-277(niemals)-276(um)-277(Verzeihung,)-283(Ilse?)-330(Das)-276(wundert)-276(mich;)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aber)-432(du)-433(hast)-432(deinem)-432(Papa)-432(ein)-433(gutes)-432(Wort)-432(gegeben,)-478(wenn)-432(du)]TJ 0 -13.549 Td [(unartig)-250(warst)-250(und)-250(er)-250(dir)-250(z\374rnte.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Meinem)-253(Papa!\253)-252(wiederholte)-253(Ilse)-253(und)-252(sah)-253(h\366chst)-253(erstaunt)-252(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(junge)-312(Lehrerin)-312(an.)-436(\273Niemals)-312(hat)-311(er)-312(mir)-312(gez\374rnt,)-328(er)-312(war)-311(immer,)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-250(gut,)-250(ich)-250(konnte)-250(machen,)-250(was)-250(ich)-250(wollte.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273So,\253)-249(sprach)-249(Fr\344ulein)-249(G\374ssow)-249(und)-249(meinte)-249(jetzt)-249(den)-248(Schl\374ssel)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu)-570(Ilses)-571(Eigensinn)-570(in)-570(des)-571(Vaters)-570(zu)-570(gro\337er)-570(Nachgiebigkeit)]TJ 0 -13.549 Td [(gefunden)-341(zu)-342(haben.)-524(\273Und)-341(die)-341(Mama,)-364(war)-342(auch)-341(sie)-341(stets)-341(damit)]TJ 0 -13.549 Td [(zufrieden,)-495(was)-447(du)-446(thatest,)]TJ/F22 10.9091 Tf 123.545 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.322 0 Td [(kr\344nktest)-446(du)-446(sie)-447(niemals?)-838(Sage)]TJ -133.867 -13.55 Td [(einmal)-250(aufrichtig.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Ilse)-516(blickte)-516(nachdenklich)-516(vor)-515(sich)-516(hin.)-1048(Sie)-516(konnte)-515(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(leugnen,)-644(sie)-565(hatte)-565(dieselbe)-565(oftmals)-565(durch)-565(ihren)-565(Widerstand)]TJ 0 -13.549 Td [(gekr\344nkt.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-250(glaube,)-250(da\337)-250(ich)-250(es)-250(that,\253)-250(sagte)-250(sie)-250(z\366gernd.)]TJ 0 -15.857 Td [(\273Und)-235(dann)-236(sagtest)-235(du:)-243(vergieb)-236(mir,)-238(liebe)-236(Mama,)-238(nicht)-235(wahr?\253)]TJ 0 -15.856 Td [(Ilse)-252(sch\374ttelte)-252(den)-252(Kopf.)-255(\273Nein,\253)-252(sagte)-252(sie,)-253(\273niemals)-252(habe)-251(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-357(gethan.)-573(Mama)-357(hat)-358(es)-357(auch)-357(gar)-358(nicht)-357(von)-358(mir)-357(verlangt,)-384(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wei\337,)-250(da\337)-250(ich)-250(einmal)-250(nicht)-250(bitten)-250(kann.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ein)-217(Kind)-217(mu\337)-217(bitten)-217(k\366nnen!)-239(Und)-217(ein)-217(M\344dchen)-217(vor)-217(allem.)-239(O)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([70])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Ilse!)-339(Auch)-280(du)-280(mu\337t)-279(es)-280(lernen,)-287(noch)-280(ist)-280(es)-279(nicht)-280(zu)-280(sp\344t!\253)-279(sprach)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-208(G\374ssow)-209(sehr)-208(erregt.)-236(\273O)-208(Ilse,)-217(wenn)-208(doch)-209(meine)-208(Worte)-208(es)]TJ 0 -13.55 Td [(verm\366chten,)-280(dich)-274(so)-275(recht)-274(aus)-274(deiner)-274(Verblendung)-274(aufzur\374tteln!)]TJ 0 -13.549 Td [(Lerne)-271(nachgeben,)-276(mein)-270(Kind,)-276(lerne)-271(vor)-271(allem)-271(dich)-270(beherrschen!)]TJ 0 -13.549 Td [(Thust)-229(du)-229(es)-230(nicht,)-233(so)-229(nimmt)-229(das)-230(Leben)-229(dich)-229(in)-229(seine)-229(harte)-229(Schule)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-293(bereitet)-292(dir)-293(viel)-292(Herzeleid)-293(und)-293(Kummer.)-378(Glaube)-292(mir,)-303(Trotz)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-370(Widerstand)-370(sind)-370(b\366ses)-370(Unkraut)-370(in)-370(einem)-370(M\344dchenherzen,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-481(oftmals)-481(\374berwuchern)-480(sie)-481(die)-481(besten,)-539(heiligsten)-480(Gef\374hle!)]TJ 0 -13.549 Td [(Geh)]TJ/F22 10.9091 Tf 18.175 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.438 0 Td [(hinunter,)-603(Kind,)-603(bitt)1(e)-533(Fr\344ulein)-532(Raimar)-532(um)-532(Vergebung.)]TJ -27.613 -13.549 Td [(Ueberwindest)-238(du)-238(heute)-238(deinen)-238(harten)-239(Sinn,)-240(so)-238(hast)-238(du)-238(gewonnen)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-250(alle)-250(Zeit!\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Sie)-451(hatte)-451(warm)-451(und)-452(eindringlich)-451(gesprochen,)-501(und)-451(in)-451(ihren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(braunen)-232(Augen)-233(standen)-232(Thr\344nen.)-245(Ilse)-232(war)-233(auch)-232(seltsam)-232(ergriffen)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(von)-293(ihren)-293(Worten,)-303(aber)-293(Abbitte)-293(thun,)]TJ/F22 10.9091 Tf 167.257 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.649 0 Td [(das)-293(konnte)-293(sie)-293(trotzdem)]TJ -175.906 -13.549 Td [(nicht.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ich)-250(kann)-250(es)-250(nicht,\253)-250(sagte)-250(sie)-250(z\366gernd,)-250(aber)-250(bestimmt.)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Du)-252(willst)-253(nicht,)-253(aber)-252(du)-252(mu\337t,\253)-253(entgegnete)-252(Fr\344ulein)-252(G\374ssow)]TJ -11.956 -13.549 Td [(im)-274(h\366chsten)-274(Grade)-274(erregt)1(.)-322(\273Gott!)-321(giebt)-274(es)-274(denn)-274(kein)-274(Mittel,)-279(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-250(dich)-250(von)-250(deinem)-250(Starrsinn)-250(heilen)-250(kann!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.036 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -184.08 -14.163 Td [(\273Komm,)-388(setze)-360(dich)-361(zu)-360(mir,\253)-361(fuhr)-360(sie)-361(ruhiger)-360(fort,)-388(\273ich)-360(will)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dir)-259(eine)-259(wahre)-258(Geschichte)-259(von)-259(einem)-259(trotzigen,)-260(widerspenstigen)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchenherzen)-218(erz\344hlen,)-225(das)-218(sein)-218(Lebensgl\374ck)-218(einer)-218(kindischen)]TJ 0 -13.55 Td [(Laune)-337(opferte,)-359(und)-337(wenn)-337(du)-338(dann)-337(noch)-337(sagen)-337(wirst:)]TJ/F22 10.9091 Tf 238.181 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-337(kann)]TJ -241.814 -13.549 Td [(nicht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.546 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.723 0 Td [(dann)-192(gehe)-191(hin)-192(und)-191(folge)-192(deinem)-192(harten)-191(Kopfe,)]TJ/F22 10.9091 Tf 200.744 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.545 0 Td [(ich)-192(werde)]TJ -238.558 -13.549 Td [(nie)-250(wieder)-250(den)-250(Versuch)-250(machen,)-250(ihn)-250(zu)-250(beugen)-250(...\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Noch)-614(niemals)-614(hatte)-615(jemand)-614(in)-614(einem)-614(so)-614(\374berzeugenden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tone)-558(zu)-558(Ilse)-557(gesprochen,)-635(derselbe)-558(verfehlte)-558(seine)-557(Wirkung)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht.)-479(Willig)-326(und)-327(gehorsam)-326(setzte)-326(sie)-327(sich)-326(der)-326(jungen)-326(Lehrerin)]TJ 0 -13.55 Td [(gegen\374ber)-404(und)-403(sah)-404(erwartungsvoll)-403(und)-404(gespannt)-403(auf)-404(sie.)-710(Der)]TJ 0 -13.549 Td [(h\344\337liche,)-462(trotzige)-420(Ausdruck)-419(schwand)-420(aus)-419(ihrem)-420(Gesichte)-419(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wer)-253(sie)-253(jetzt)-253(sah,)-254(w\374rde)-253(nicht)-253(geglaubt)-253(haben,)-254(da\337)-253(diese)-253(Ilse)-253(und)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-270(andre,)-276(die)-270(sich)-270(vor)-270(kaum)-270(einer)-271(Stunde)-270(so)-270(wild)-270(und)-270(unb\344ndig)]TJ 0 -13.549 Td [(betragen,)-250(ein)-250(und)-250(dieselbe)-250(sei.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([71])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-267(G\374ssow)-266(hatte)-267(den)-266(Kopf)-267(auf)-266(das)-267(Fensterbrett)-266(gest\374tzt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-481(blickte)-481(gedankenvoll)-481(hinaus)-482(in)-481(den)-481(Garten.)-943(Ihr)-481(blasses)]TJ 0 -13.55 Td [(Gesicht)-506(hatte)-506(sich)-506(leicht)-506(ger\366tet)-506(und)-506(um)-506(den)-506(Mund)-506(lag)-506(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(schmerzlicher)-291(Zug.)-375(Es)-291(schien)-292(fast,)-301(als)-292(ob)-291(ein)-292(heftiger)-291(Kampf)-291(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-264(arbeite,)-268(als)-264(ob)-264(es)-264(ihr)-264(schwer)-264(werde,)-267(mit)-264(dem)-264(ersten)-264(Worte)-264(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(beginnen.)-250(Pl\366tzlich)-250(erhob)-250(sie)-250(sich.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Es)-344(ist)-343(hier)-344(so)-344(dr\374ckend)-344(und)-343(schw\374l,\253)-344(sagte)-344(sie)-344(und)-343(\366ffnete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-250(Fensterfl\374gel.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ein)-307(erquickender)-306(Luftzug)-307(str\366mte)-307(ihr)-307(entgegen,)-321(ein)-306(Gewitter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(war)-355(im)-355(Anzuge.)-564(Sausend)-355(fuhr)-355(der)-355(Wind)-355(durch)-355(die)-355(Wipfel)-354(der)]TJ 0 -13.549 Td [(B\344ume,)-250(in)-250(der)-250(Ferne)-250(grollte)-250(der)-250(Donner.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Wie)-219(das)-218(wohl)-219(thut,\253)-219(fuhr)-219(sie)-218(mit)-219(einem)-219(tiefen)-219(Atemzuge)-218(fort,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273die)-280(Hitze)-280(lag)-280(mir)-280(schwer)-280(wie)-280(Blei)-280(auf)-280(der)-280(Brust.)]TJ/F22 10.9091 Tf 221.164 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.509 0 Td [(Wie)-280(alt)-280(bist)]TJ -229.673 -13.549 Td [(du,)-208(Ilse?\253)-197(unterbrach)-197(sie)-197(sich)-198(pl\366tzlich)-197(wie)-197(in)-197(halber)-197(Zerstreuung.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(70)-18976(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Im)-250(n\344chsten)-250(Monat)-250(werde)-250(ich)-250(sechzehn)-250(Jahre.\253)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Sechzehn)-228(Jahre!\253)-228(wiederholte)-228(die)-228(Lehrerin,)-232(\273dann)-228(bist)-228(du)-228(alt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-349(auch)-349(verst\344ndig)-349(genug,)-374(denke)-349(ich,)-373(die)-349(traurige)-349(Geschichte)]TJ 0 -13.549 Td [(meiner)-250(Jugendfreundin)-250(zu)-250(begreifen.)-250(H\366r)]TJ/F22 10.9091 Tf 180.251 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(zu.)]TJ -174.655 -14.163 Td [(\273Es)-252(war)-253(einmal)-252(ein)-253(junges,)-253(fr\366hliches)-252(Menschenkind,)-253(das)-252(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(seinen)-409(sechzehn)-410(Jahren)-409(die)-409(Welt)-409(zu)-409(erst\374rmen)-410(meinte.)-727(Vater)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-369(Mutter)-369(waren)-369(ihm)-369(fr\374h)-369(gestorben)-369(und)-370(so)-369(kam)-369(es,)-399(da\337)-368(die)]TJ 0 -13.55 Td [(kleine)-359(Waise)-359(zu)-359(der)-360(Gro\337mutter)-359(gegeben)-359(wurde,)-386(die)-359(sie)-359(erzog)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-323(von)-323(Grund)-324(auf)-323(verzog.)-469(Lucie,)-342(so)-323(wollen)-323(wir)-323(das)-323(M\344dchen)]TJ 0 -13.549 Td [(nennen,)-377(hatte)-351(nie)-351(gelernt)-352(zu)-351(gehorchen)-352(oder)-351(sich)-351(zu)-352(f\374gen,)-376(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(erkannte)-295(nur)-295(einen)-294(Willen)-295(an,)-306(und)-295(das)-295(war)-295(der)-294(eigene.)-385(Das)-294(war)]TJ 0 -13.549 Td [(sehr)-232(schlimm)-232(f\374r)-232(sie,)-235(denn)-232(bei)-232(manchen)-232(guten)-232(Eigenschaften)-231(des)]TJ 0 -13.55 Td [(Herzens)-250(besa\337)-250(Lucie)-250(einen)-250(h\344\337lichen)-250(Fehler,)-250(den)-250(Trotz.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Anstatt)-352(denselben)-352(durch)-353(unerbittliche)-352(Strenge)-352(schon)-352(in)-352(der)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Kindheit)-261(zu)-261(z\374geln,)-264(pflegte)-261(ihn)-261(die)-261(Gro\337mama)-260(durch)-261(allzugro\337e)]TJ 0 -13.549 Td [(Nachsicht.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Warum)-200(soll)-200(ich)-200(dem)-200(Kinde)-200(nicht)-200(seinen)-200(Willen)-200(thun?)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.333 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.814 0 Td [(fragte)]TJ -255.19 -13.549 Td [(sie,)-542(wenn)-483(man)-484(sie)-483(zuweilen)-483(auf)-484(ihre)-483(Schw\344che)-483(aufmerksam)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([72])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(machte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 36.746 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(ist)-225(es)-226(nicht)-225(schlimm)-226(genug,)-230(da\337)-226(es)-225(keine)-226(Eltern)-225(hat?)-242(Ich)]TJ -40.379 -13.549 Td [(kann)-250(es)-250(nun)-250(einmal)-250(nicht)-250(traurig)-250(sehen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 171.185 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(\253)]TJ -162.863 -14.163 Td [(\273War)-246(Lucie)-246(h\374bsch?\253)-247(fragte)-246(Nellie,)-247(die)-246(sich)-246(hinter)-246(Ilses)-247(Stuhl)]TJ -11.955 -13.549 Td [(gestellt)-250(und)-250(den)-250(Arm)-250(um)-250(deren)-250(Schulter)-250(gelegt)-250(hatte.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(\273Ich)-388(glaube)-389(wohl,\253)-388(entgegnete)-388(die)-389(Angeredete)-388(und)-389(err\366tete)]TJ -11.955 -13.549 Td [(leicht,)-625(\273wenigstens)-550(hat)-550(man)-550(es)-550(dem)-550(erwachsenen)-549(M\344dchen)]TJ 0 -13.55 Td [(oftmals)-250(gesagt.)-250(Doch)-250(das)-250(ist)-250(Nebensache)]TJ/F22 10.9091 Tf 180.873 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(h\366rt)-250(mich)-250(weiter)-250(an.)]TJ -177.099 -14.163 Td [(\273Die)-276(Gro\337mutter)-276(besa\337)-276(ein)-277(herrliches)-276(Landhaus,)-282(dessen)-277(Park)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sich)-486(an)-485(einen)-485(bewaldeten)-486(Bergesabhang)-485(lehnte.)-957(Man)-485(durfte)]TJ 0 -13.549 Td [(nur)-299(eine)-299(kleine)-298(Pforte,)-311(die)-299(sich)-299(am)-299(Ausgange)-299(des)-298(Grundst\374ckes)]TJ 0 -13.549 Td [(befand,)-222(durchschreiten)-214(und)-215(befand)-214(sich)-215(im)-214(sch\366nsten)-215(Walde,)-221(den)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-250(euch)-250(denken)-250(k\366nnt.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(\273Selten)-643(kamen)-642(Spazierg\344nger)-643(aus)-642(dem)-643(nahen)-643(St\344dtchen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(dorthin,)-409(desto)-378(\366fter)-377(benutzte)-377(Lucie)-378(die)-377(kleine)-377(Ausgangspforte,)]TJ 0 -13.55 Td [(durchstreifte)-220(den)-220(Wald)-220(bis)-219(an)-220(die)-220(Spitze)-220(des)-220(Berges,)-226(oder)-220(was)-219(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-305(h\344ufiger)-305(that,)-319(sie)-305(lagerte)-305(sich)-305(an)-305(irgend)-304(einem)-305(versteckten)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(Platze.)-248(So)-244(im)-243(weichen,)-245(schwellenden)-244(Moose)-244(zu)-244(liegen,)-245(ein)-243(gutes)]TJ 0 -13.549 Td [(Buch)-267(zu)-266(lesen)-267(und)-266(dar\374ber)-267(die)-267(Welt)-266(zu)-267(vergessen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 222.225 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.363 0 Td [(das)-267(war)-266(die)]TJ -230.588 -13.549 Td [(h\366chste)-250(Wonne)-250(ihres)-250(Lebens.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Eines)-343(Tages)-343(hatte)-343(sie)-343(wieder)-343(ihren)-343(Lieblingsplatz)-343(am)-342(Fu\337e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einer)-468(Eiche)-468(aufgesucht.)-903(Die)-468(Luft)-468(war)-468(hei\337)-468(und)-468(schw\374l)-467(und)]TJ 0 -13.549 Td [(doppelt)-312(wohlthuend)-313(empfand)-312(sie)-313(die)-312(Waldesk\374hle.)-437(Sie)-312(streckte)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-384(schlaffen)-384(Glieder)-384(im)-384(Moose)-384(aus)-384(und)-384(blickte)-384(hinauf)-384(in)-383(das)]TJ 0 -13.549 Td [(gr\374ne)-181(Bl\344tterdach.)-227(Nicht)-181(lange,)-195(dann)-181(\366ffnete)-181(sie)-181(das)-181(mitgebrachte)]TJ 0 -13.549 Td [(Buch)-330(und)-329(las.)-489(So)-329(vertieft)-330(war)-329(sie)-329(bald)-330(in)-329(den)-330(Inhalt)-329(desselben,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-250(sie)-250(der)-250(Gegenwart)-250(ganz)-250(entr\374ckt)-250(war.)]TJ/F22 10.9091 Tf 184.178 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -172.222 -14.095 Td [(\273Eine)-851(m\344nnliche)-850(Stimme)-851(schreckte)-850(sie)-851(pl\366tzlich)-850(auf.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Aergerlich)-523(\374ber)-523(die)-523(St\366rung)-522(blickte)-523(sie)-523(auf)-523(und)-523(sah)-523(in)-522(das)]TJ 0 -13.549 Td [(l\344chelnde)-537(Antlitz)-536(eines)-537(jungen)-537(Mannes,)-608(der)-537(mit)-537(Pinsel)-536(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Palette)-250(in)-250(der)-250(Hand)-250(vor)-250(ihr)-250(stand.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ein)-178(wunderbares)-178(Bild!)]TJ/F22 10.9091 Tf 97.195 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.572 0 Td [(rief)-178(er)-178(aus.)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.23 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Wahrlich,)-192(ich)-178(h\344tte)-178(Lust,)]TJ -174.673 -13.549 Td [(dasselbe)-237(zu)-237(malen!)-246(Bleiben)-236(Sie)-237(in)-237(der)-237(Stellung,)]TJ/F22 10.9091 Tf 205.136 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.218 0 Td [(bat)-237(er,)-239(als)-237(Lucie)]TJ -211.354 -13.549 Td [(sich)-297(schnell)-297(erheben)-297(wollte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.09 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(nur)-297(wenige)-297(Augenblicke!)-390(Aber)-297(so)]TJ/F16 7.9701 Tf 161.302 0 Td [([73])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(b\366se)-236(d\374rfen)-236(Sie)-236(nicht)-236(aussehen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 139.242 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.029 0 Td [(nein,)-239(ich)-236(bitte,)-239(wieder)-236(derselbe)]TJ -147.271 -13.549 Td [(Zug)-362(von)-361(Spannung)-362(um)-362(den)-361(Mund,)]TJ/F22 10.9091 Tf 160.037 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.4 0 Td [(dasselbe)-362(erwartungsvolle)]TJ -169.437 -13.549 Td [(L\344cheln)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.866 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(bitte!)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.029 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -57.121 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Was)-262(f\344llt)-262(Ihnen)-262(ein?)]TJ/F22 10.9091 Tf 88.551 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.491 0 Td [(rief)-262(Lucie)-262(aufgebracht)-262(und)-262(erhob)-262(sich)]TJ -116.085 -13.549 Td [(mit)-250(einem)-250(Sprunge.)-250(Dabei)-250(fiel)-250(ihr)-250(das)-250(Buch)-250(aus)-250(der)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Er)-232(kam)-233(ihr)-232(zuvor,)-236(als)-232(sie)-233(sich)-232(schnell)-233(darnach)-232(b\374cken)-232(wollte;)]TJ -11.956 -13.549 Td [(doch)-250(ehe)-250(er)-250(es)-250(ihr)-250(\374berreichte,)-250(las)-250(er)-250(das)-250(Titelblatt.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Werthers)-199(Leiden)]TJ/F22 10.9091 Tf 72.446 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-209(bemerkte)-199(er)-199(und)-199(lachte)-199(lustig.)]TJ/F22 10.9091 Tf 134.691 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Dacht)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.051 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.802 0 Td [(ich)]TJ -267.299 -13.549 Td [(es)-216(doch!)-239(Nat\374rlich)-216(verbotene)-216(Lekt\374re,)-223(die)-216(in)-216(der)-216(Waldeinsamkeit)]TJ 0 -13.549 Td [(verschlungen)-208(wird!)-236(Oder)-208(hat)-207(der)-208(Herr)-208(Papa)-208(vielleicht)-208(Ihnen)-207(diese)]TJ 0 -13.549 Td [(gef\344hrliche)-250(Geschichte)-250(erlaubt?)]TJ/F22 10.9091 Tf 138.131 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -126.175 -14.095 Td [(\273Lucie)-229(entri\337)-229(ihm)-229(das)-229(Buch,)-233(aber)-229(sie)-229(wurde)-229(\374ber)-229(und)-229(\374ber)-229(rot.)]TJ 0 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-277(verbitte)-277(mir)-278(Ihre)-277(Bemerkungen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 156.904 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.657 0 Td [(entgegnete)-277(sie)-277(zornig.)]TJ/F22 10.9091 Tf -184.604 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Wer)-250(hat)-250(Ihnen)-250(erlaubt,)-250(mich)-250(zu)-250(beobachten?)]TJ/F22 10.9091 Tf 192.971 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -184.648 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-262(nahm)-261(mir)-262(selbst)-262(die)-262(Freiheit,)]TJ/F22 10.9091 Tf 142.447 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.487 0 Td [(sagte)-262(er)-261(sich)-262(verbeugend,)]TJ/F22 10.9091 Tf -169.977 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(und)-262(bitte)-262(daf\374r)-263(um)-262(Verzeihung.)-286(Ein)-263(Zufall)-262(brachte)-262(mich)-262(in)-262(Ihre)]TJ -3.633 -13.549 Td [(N\344he,)-311(dort)-298(jene)-298(Buchengruppe)-299(war)-298(ich)-299(im)-298(Begriffe)-299(zu)-298(malen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(da)-238(erblickte)-237(ich)-238(Sie,)-240(und)-237(k\366nnen)-237(Sie)-238(mir)-237(verdenken,)-240(da\337)-238(ich)-237(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Zauber)-250(nicht)-250(widerstehen)-250(konnte,)-250(Sie)-250(zu)-250(betrachten?)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.731 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -216.775 -14.095 Td [(\273Sie)-400(gab)-400(keine)-400(Antwort,)-438(ja)-400(sie)-400(gr\374\337te)-400(nicht)-400(einmal,)-437(als)-400(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eilig)-362(davon)-361(ging.)-585(Sie)-362(empfand)-362(Unwillen)-361(und)-362(Aerger)-362(\374ber)-361(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Aufdringlichen)-250(und)-250(doch)]TJ/F22 10.9091 Tf 112.407 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(gefiel)-250(er)-250(ihr.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.8 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -170.433 -14.095 Td [(\273War)-250(er)-250(ein)-250(sch\366n)-250(Mann?\253)-250(fragte)-250(Nellie.)]TJ 0 -14.095 Td [(\273Ja,)-558(er)-497(war)-497(sch\366n)-496(und)-497(klug)-497(und)-496(gut.)-990(Von)-497(den)-496(letzteren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Eigenschaften)-512(konnte)-511(Lucie)-512(sich)-512(bald)-512(\374berzeugen,)-577(denn)-511(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Maler)-229(machte)-230(unter)-229(irgend)-230(einem)-229(Vorwande)-229(einen)-230(Besuch)-229(in)-229(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Gro\337mutter)-250(Hause.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Wie)-369(bald)-369(er)-369(der)-368(Liebling)-369(derselben,)-399(wie)-369(er)-369(nach)-369(und)-368(nach)]TJ -11.956 -13.549 Td [(t\344glicher)-406(Gast)-407(bei)-406(ihr)-406(wurde)-407(und)-406(wie)-406(er)-407(endlich)-406(der)-406(trotzigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Lucie)-383(Herz)-383(gewann,)-417(das)-383(kann)-383(ich)-383(euch)-384(nicht)-383(erz\344hlen,)-416(nur)-383(so)]TJ 0 -13.549 Td [(viel,)-250(da\337)-250(sie)-250(eines)-250(Tages)-250(seine)-250(Braut)-250(war.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Es)-369(war)-370(ihm)-370(nicht)-369(leicht)-370(geworden,)-399(ihr)-369(Jawort)-370(zu)-369(erringen,)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([74])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(denn)-456(wenn)-456(er)-456(heute)-456(glaubte,)-508(da\337)-456(sie)-456(ihn)-456(gern)-456(m\366ge,)-507(war)-456(er)]TJ 0 -13.55 Td [(morgen)-263(vom)-263(Gegenteil)-263(\374berzeugt.)-290(Wenn)-263(er)-263(im)-263(Begriffe)-263(war,)-266(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-316(fragen:)-382(hast)-316(du)-317(mich)-316(lieb?)-448(reizte)-316(sie)-316(ihn)-316(gerade)-316(durch)-316(Trotz)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(Widerstand,)-250(und)-250(das)-250(Wort)-250(erstarb)-250(ihm)-250(auf)-250(den)-250(Lippen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Endlich)-488(trug)-488(er)-489(den)-488(Sieg)-488(davon.)-965(An)-488(ihrem)-488(achtzehnten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Geburtstage)-300(war)-300(es,)-312(als)-300(sie)-300(mit)-300(ihm)-300(vor)-300(die)-300(Gro\337mama)-300(trat)-299(und)]TJ 0 -13.549 Td [(jubelnd)-250(ausrief:)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-250(bin)-250(Braut!)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.2 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -70.287 -14.094 Td [(\273Nun,)-310(glaubt)-298(ihr,)-310(Lucie)-297(ist)-298(eine)-298(andre)-298(geworden?)-394(Das)-297(Gl\374ck)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-283(die)-283(Liebe)-282(haben)-283(sie)-283(nachsichtiger)-283(gestimmt,)-291(nicht)-282(wahr,)-291(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(glaubt,)-340(das)-321(k\366nne)-322(nicht)-322(anders)-322(sein?)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.732 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.965 0 Td [(Wie)-322(seid)-321(ihr)-322(im)-322(Irrtum!)]TJ -175.697 -13.549 Td [(Das)-215(Gegenteil)-215(war)-216(der)-215(Fall.)-238(Ihr)-216(Widerstand)-215(trat)-215(gegen)-215(den)-215(Mann,)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-239(sie)-240(von)-239(ganzem)-239(Herzen)-240(liebte,)-241(oftmals)-239(heftiger)-240(hervor,)-241(als)-239(je)]TJ 0 -13.549 Td [(vorher.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Welche)-301(M\374he)-301(gab)-301(er)-301(sich,)-314(sie)-301(von)-301(diesem)-301(Fehler)-301(zu)-300(heilen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-254(eindringlich)-253(und)-254(liebevoll)-253(stellte)-254(er)-254(ihr)-253(die)-254(Folgen)-253(desselben)]TJ 0 -13.549 Td [(vor;)-391(sie)-345(h\366rte)-344(ihn)-344(an)-345(und)-344(versprach)-344(sich)-345(zu)-344(bessern,)]TJ/F22 10.9091 Tf 236.769 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.211 0 Td [(aber)-344(ihr)]TJ -245.98 -13.55 Td [(Wort)-327(hielt)-328(sie)-327(nicht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 92.98 0 Td [(\023)-327(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 18.053 0 Td [(leider!)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.735 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.027 0 Td [(H\344tte)-327(sie)-328(es)-327(gethan,)-347(wie)-328(viel)]TJ -153.795 -13.549 Td [(Kummer)-250(und)-250(Herzeleid)-250(h\344tte)-250(sie)-250(sich)-250(erspart!\253)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Einen)-317(Augenblick)-316(hielt)-317(die)-317(junge)-317(Lehrerin)-316(inne,)-334(ein)-316(scharfer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Beobachter)-302(h\344tte)-302(ihr)-302(ansehen)-302(k\366nnen,)-315(wie)-302(schwer)-302(es)-302(ihr)-302(wurde,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-150(Geschichte)-150(weiter)-150(zu)-150(erz\344hlen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 147.439 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.092 0 Td [(die)-150(jungen)-150(M\344dchen)-150(indessen)]TJ -154.531 -13.549 Td [(merkten)-235(nichts)-235(davon.)-246(Sie)-235(glaubten,)-238(die)-235(Heftigkeit)-235(des)-235(Gewitters)]TJ 0 -13.55 Td [(habe)-250(die)-250(Pause)-250(hervorgerufen.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273O)-562(bitte,)-640(fahren)-563(Sie)-562(fort,\253)-562(bat)-563(Nellie,)-640(deren)-562(Augen)-562(vor)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Entz\374cken)-178(gl\344nzten;)-203(niemals)-178(bis)-178(jetzt)-179(hatte)-178(das)-178(Fr\344ulein)-178(\344hnliches)]TJ 0 -13.549 Td [(erz\344hlt,)-250(\273bitte,)-250(weiter!)-250(O,)-250(ich)-250(bin)-250(zu)-250(gierig,)-250(weiter)-250(zu)-250(wissen!\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Ilse)-300(sa\337)-300(still)-299(und)-300(sinnend)-300(da.)-400(Was)-300(sie)-299(da)-300(h\366rte,)-313(ber\374hrte)-299(eine)]TJ -11.956 -13.55 Td [(verwandte)-321(Saite)-320(in)-321(ihr,)-338(oftmals)-320(hatte)-321(sie)-321(das)-320(Gef\374hl,)-338(als)-321(ob)-320(das)]TJ 0 -13.549 Td [(junge)-250(M\344dchen)-250(nicht)-250(Lucie,)-250(sondern)-250(Ilse)-250(gehei\337en)-250(habe.)]TJ/F22 10.9091 Tf 249.033 0 Td [(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf 41.991 0 Td [([75])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.625 Td [(\273Lucies)-221(Brautzeit)-222(neigte)-221(sich)-222(zu)-221(Ende,\253)-222(fuhr)-221(Fr\344ulein)-221(G\374ssow)]TJ -11.956 -13.55 Td [(fort,)-290(\273in)-283(vier)-282(Wochen)-282(sollte)-283(die)-282(Hochzeit)-282(sein.)-347(An)-282(dem)-282(Morgen)]TJ 0 -13.549 Td [(eines)-425(herrlichen)-425(Maitages)-425(sa\337)-425(das)-425(Brautpaar)-425(auf)-425(der)-424(Veranda)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-461(dem)-461(Hause)-461(und)-461(tr\344umte)-461(sich)-461(in)-461(die)-461(Zukunft)-461(hinein.)-883(Es)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-357(eine)-356(Reise)-356(nach)-357(der)-356(Schweiz)-357(und)-356(Italien)-357(geplant,)]TJ/F22 10.9091 Tf 255.534 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.344 0 Td [(den)]TJ -264.878 -13.549 Td [(ganzen)-342(Sommer)-341(wollten)-342(sie)-342(umherschweifen,)-364(und)-342(wo)-342(es)-341(ihnen)]TJ 0 -13.55 Td [(am)-394(sch\366nsten)-395(gefiel,)-430(dort)-394(wollten)-394(sie)-395(f\374r)-394(den)-394(Winter)-394(ihr)-394(Nest)]TJ 0 -13.549 Td [(bauen.)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Der)-480(Himmel)-481(w\366lbte)-480(sich)-481(hoch)-480(und)-481(blau)-480(\374ber)-480(ihnen,)-538(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Fr\374hlingssonne)-592(lachte)-591(sie)-592(freundlich)-591(an,)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.509 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.908 0 Td [(ringsum)-592(bl\374hte,)]TJ -208.416 -13.549 Td [(duftete)-355(und)-355(zwitscherte)-356(es,)-381(kein)-356(Mi\337ton)-355(st\366rte)-355(das)-355(wunderbare)]TJ 0 -13.549 Td [(Lenzesleben.)]TJ 11.955 -16.626 Td [(\273Lucie)-358(machte)-357(Pl\344ne)-358(und)-358(malte)-358(sich)-358(aus,)-384(wie)-358(sie)-358(leben)-357(und)]TJ -11.955 -13.549 Td [(wie)-267(sie)-266(sich)-267(einrichten)-267(wollten.)-300(Sie)-267(hing)-266(am)-267(Aeu\337eren)-267(und)-266(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-256(lebhafte)-257(Phantasie,)-257(da)-257(war)-256(es)-256(denn)-257(am)-256(Ende)-256(ganz)-256(nat\374rlich,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-250(ihre)-250(W\374nsche)-250(und)-250(Hoffnungen)-250(bis)-250(an)-250(den)-250(Himmel)-250(reichten.)]TJ 11.955 -16.626 Td [(\273Er)-411(hatte)-411(ihrem)-411(Geplauder)-411(l\344chelnd)-411(gelauscht,)-451(ohne)-411(sie)-411(zu)]TJ -11.955 -13.549 Td [(unterbrechen.)-237(Da)-211(gab)-211(ihm)-211(ein)-211(ungl\374cklicher)-211(Zufall)-211(die)-210(Frage)-211(ein:)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Wie)-293(w\374rdest)-294(du)-293(es)-293(ertragen,)-304(Lucie,)-304(wenn)-294(wir)-293(uns)-293(ganz)-293(einfach)]TJ -3.632 -13.55 Td [(einrichten)-371(m\374\337ten,)-401(wenn)-371(wir)-370(nicht)-371(reisen)-371(k\366nnten)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.914 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.499 0 Td [(wenn)-371(wir)]TJ -238.413 -13.549 Td [(wenig)-349(Mittel)-350(h\344tten,)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.43 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.267 0 Td [(mit)-349(einem)-350(Worte,)-374(wenn)-350(die)-349(Not)-349(an)-350(uns)]TJ -103.697 -13.549 Td [(herantreten)-250(w\374rde?)]TJ/F22 10.9091 Tf 83.901 0 Td [(9)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Die)-354(Not?)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.826 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.499 0 Td [(fragte)-354(sie)-355(erstaunt)-354(und)-355(sah)-354(ihn)-354(beinahe)-355(entsetzt)]TJ -69.368 -13.549 Td [(an.)]TJ/F22 10.9091 Tf 15.753 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Das)-250(w\344re)-250(furchtbar!)]TJ/F22 10.9091 Tf 87.229 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -94.659 -15.857 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-279(giebst)-280(mir)-279(keine)-280(Antwort)-279(auf)-280(meine)-279(Frage,)-287(liebes)-280(Herz.)]TJ -21.043 -13.549 Td [(Ich)-357(meine,)-384(ob)-358(deine)-357(Liebe)-357(zu)-357(mir)-358(so)-357(stark)-357(sein)-357(w\374rde,)-384(da\337)-357(du)]TJ 0 -13.549 Td [(ohne)-250(Klage)-250(auch)-250(ein)-250(armseliges)-250(Los)-250(mit)-250(mir)-250(teilen)-250(w\374rdest?)]TJ/F22 10.9091 Tf 262.08 0 Td [(9)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -250.124 -15.857 Td [(\273Es)-317(verdro\337)-316(sie,)-334(da\337)-316(Curt,)-334(so)-316(hie\337)-317(der)-316(Maler,)-334(durch)-316(unn\374tze)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fragen)-250(einen)-250(Mi\337klang)-250(in)-250(ihre)-250(frohe)-250(Stimmung)-250(brachte.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(La\337)-363(doch)-364(den)-363(Unsinn!)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.965 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.598 0 Td [(wehrte)-363(sie)-364(ab,)]TJ/F22 10.9091 Tf 67.032 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(wir)-363(werden)-364(nie)-363(in)]TJ -200.271 -13.549 Td [(solche)-387(Lage)-387(kommen.)-661(Ich)-387(bin)-387(reich)-387(und)-387(deine)-387(Bilder)-387(werden)]TJ 0 -13.55 Td [(hoch)-250(bezahlt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 58.168 0 Td [(9)]TJ/F16 7.9701 Tf -130.923 0 Td [([76])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.856 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Man)-619(kann)-618(nicht)-619(wissen,)-711(was)-618(in)-619(den)-618(Sternen)-619(f\374r)-619(uns)]TJ -21.043 -13.549 Td [(geschrieben)-556(steht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 81.506 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.703 0 Td [(entgegnete)-556(er)-557(ernst.)]TJ/F22 10.9091 Tf 104.562 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-556(k\366nntest)-557(zum)]TJ -199.404 -13.55 Td [(Beispiel)-405(dein)-405(Verm\366gen)-405(verlieren,)]TJ/F22 10.9091 Tf 160.19 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.873 0 Td [(und)-405(ich)]TJ/F22 10.9091 Tf 38.532 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.874 0 Td [(nun)-405(wenn)-405(ich)]TJ -218.469 -13.549 Td [(krank)-250(w\374rde)-250(und)-250(nicht)-250(malen)-250(k\366nnte?)]TJ/F22 10.9091 Tf 165.12 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -153.164 -15.856 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Warum)-1142(qu\344lst)-1142(du)-1142(mich)-1142(mit)-1142(allerhand)-1143(dummen)]TJ -21.043 -13.55 Td [(M\366glichkeiten,)-438(Curt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 93.267 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.004 0 Td [(sagte)-401(sie)-401(ungeduldig.)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.761 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-401(antworte)-400(dir)]TJ -207.665 -13.549 Td [(nicht)-250(auf)-250(solche)-250(Fragen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 104.826 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Und)-250(sie)-250(wandte)-250(sich)-250(halb)-250(von)-250(ihm)-250(ab.)]TJ -99.23 -15.856 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-445(sprichst)-445(jetzt)-444(gegen)-445(deine)-445(bessere)-445(Ueberzeugung,)-494(du)]TJ -21.043 -13.549 Td [(kleine)-512(Widerspenstige,)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.837 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.215 0 Td [(sagte)-512(er)-511(halb)-512(ernst,)-577(halb)-512(scherzhaft.)]TJ/F22 10.9091 Tf -112.052 -13.55 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-393(wei\337,)-393(du)-394(wirst)-393(mir)-393(ganz)-393(bestimmt)-393(meine)-393(Gewissensfrage)]TJ -3.633 -13.549 Td [(beantworten,)-251(ich)-251(wei\337)-251(auch,)-251(meine)-251(Lucie)-251(w\374rde)-251(den)-251(Mut)-250(haben,)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-197(sorgenvolles)-197(Leben)-196(mit)-197(mir)-197(zu)-197(teilen,)-207(wie)-197(sie)-197(meine)-196(Gef\344hrtin)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-293(Gl\374ck)-293(und)-294(Wohlstand)-293(werden)-293(wollte.)-380(Nicht)-293(wahr?)-379(Du)-293(siehst)]TJ 0 -13.549 Td [(ein,)-207(Liebling,)-206(da\337)-196(ich)-196(von)-196(meiner)-196(zuk\374nftigen)-196(Frau)-196(das)-195(verlangen)]TJ 0 -13.55 Td [(kann?)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.051 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -14.096 -15.856 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Das)-241(sehe)-241(ich)-242(nicht)-241(ein!)]TJ/F22 10.9091 Tf 98.989 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.264 0 Td [(rief)-241(Lucie)-242(sehr)-241(entr\374stet)-241(und)-241(entzog)]TJ -126.296 -13.549 Td [(ihm)-495(ihre)-494(Hand,)-556(die)-495(er)-494(liebevoll)-495(ergriffen)-495(hatte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 231.55 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Armselige)]TJ -235.183 -13.55 Td [(Verh\344ltnisse)-243(w\374rden)-242(mich)-243(ungl\374cklich)-243(machen)]TJ/F22 10.9091 Tf 207.748 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.102 0 Td [(ja,)-244(ungl\374cklich)]TJ -215.85 -13.549 Td [(machen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.56 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.654 0 Td [(wiederholte)-460(sie,)-513(als)-460(er)-461(sie)-460(zweifelnd)-460(ansah,)]TJ/F22 10.9091 Tf 205.943 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(lieber)]TJ -255.79 -13.549 Td [(w\374rde)-250(ich)-250(gar)-250(nicht)-250(heiraten!)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.022 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -114.067 -15.857 Td [(\273Er)-232(wurde)-231(bla\337)-232(bei)-232(ihren)-231(Worten,)-235(aber)-232(noch)-232(wollte)-231(er)-232(nicht)-232(an)]TJ -11.955 -13.549 Td [(den)-283(Ernst)-283(derselben)-283(glauben.)]TJ/F22 10.9091 Tf 130.909 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Hast)-283(du)-283(mich)-283(lieb,)-291(Lucie?)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.93 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.718 0 Td [(fragte)]TJ -255.19 -13.549 Td [(er)-250(sie.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ja,)-300(aber)-290(in)-291(einer)-290(H\374tte)-290(bei)-290(Salz)-290(und)-291(Brot)-290(mag)-290(ich)-290(nicht)-291(mit)]TJ -21.043 -13.549 Td [(dir)-250(wohnen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 53.019 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -41.063 -15.6 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Kein)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.419 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Aber)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.808 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-306(Lucie.)-383(Hast)-294(du)-294(mich)-295(lieb?)-383(Sage)-294(ja)-295(und)-294(nimm)]TJ -74.534 -13.549 Td [(zur\374ck,)-250(was)-250(du)-250(gesagt)-250(hast.)]TJ/F22 10.9091 Tf 119.368 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -107.412 -15.601 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Nein!)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.84 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.051 0 Td [(rief)-222(sie)-221(entschieden)-222(und)-222(sprang)-222(von)-221(ihrem)-222(Platze)-222(auf.)]TJ/F22 10.9091 Tf -51.934 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Nichts)-230(nehme)-229(ich)-230(zur\374ck!)-243(Was)-230(ich)-230(gesagt)-229(habe,)-234(ist)-230(meine)-229(wahre)]TJ -3.633 -13.549 Td [(Meinung!)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.026 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -31.07 -15.6 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Lucie!)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.473 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.205 0 Td [(rief)-327(er)-328(erregt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 62.714 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(besinne)-327(dich!)-483(Es)-327(ist)-328(nicht)-327(wahr,)-347(du)]TJ -123.068 -13.549 Td [(denkst)-440(nicht)-440(wie)-440(du)-440(sprichst!)-820(Dein)-440(Widerspruch)-440(gab)-440(dir)-439(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Worte)-326(ein)-325(....!)-477(Nimm)-325(sie)-326(zur\374ck,)-344(Herz!)]TJ/F22 10.9091 Tf 175.541 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.184 0 Td [(und)-326(flehend)-325(blickte)-326(er)]TJ -182.725 -13.549 Td [(ihr)-250(in)-250(das)-250(Auge.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([77])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.6 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-360(irrst,)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.565 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.566 0 Td [(entgegnete)-360(sie)-361(mit)-360(scheinbarer)-361(K\344lte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 170.531 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(nicht)-360(aus)]TJ -240.338 -13.549 Td [(Widerspruch,)-510(sondern)-458(mit)-458(voller)-458(Ueberzeugung)-458(sagte)-458(ich)-457(dir)]TJ 0 -13.549 Td [(meine)-250(Ansicht.)]TJ/F22 10.9091 Tf 66.055 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -54.099 -15.6 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Nein,)-327(nein!)-433(Ich)-311(kann)]TJ/F22 10.9091 Tf 93.179 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s,)-327(ich)-311(will)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.233 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-311(nicht)-311(glauben!)]TJ/F22 10.9091 Tf 75.754 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.85 0 Td [(Komm)]TJ -250.325 -13.55 Td [(her,)-305(sieh)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.555 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.836 0 Td [(mich)-294(an.)-381(Deine)-293(Augen)-294(sollen)-293(mir)-294(die)-294(Antwort)-293(geben,)]TJ -44.391 -13.549 Td [(ich)-201(wei\337,)-200(da\337)-201(sie)-200(nicht)-201(l\374gen)-200(k\366nnen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 161.714 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.642 0 Td [(Du)-201(liebst)-200(mich?)-234(Ja?)-233(Nicht)]TJ -169.356 -13.549 Td [(wahr,)-239(du)-237(hast)-236(mich)-237(lieb?)]TJ/F22 10.9091 Tf 106.396 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.214 0 Td [(wiederholte)-237(er)-236(noch)-237(einmal)-236(dringend)]TJ/F22 10.9091 Tf 162.566 0 Td [(\023)]TJ -275.176 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(und)-250(du)-250(nimmst)-250(zur\374ck,)-250(was)-250(du)-250(gesagt?)]TJ/F22 10.9091 Tf 169.374 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -161.051 -15.6 Td [(\273Ungl\374cklicherweise)-1182(hatte)-1183(die)-1182(Gro\337mama)-1182(auf)-1182(der)]TJ -11.956 -13.55 Td [(entgegengesetzten)-335(Seite)-334(der)-335(Veranda)-334(gesessen)-335(und)-334(war)-335(so)-334(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(stumme)-393(Zeugin)-392(dieser)-393(Scene)-393(geworden.)-678(Aengstlich)-393(erhob)-392(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(und)-250(trat)-250(dem)-250(jungen)-250(Paare)-250(n\344her.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Sie)-279(d\374rfen)-278(Lucie)-279(nicht)-278(so)-279(\374bel)-278(nehmen,)-286(was)-278(sie)-279(sagt,)-286(lieber)]TJ -21.043 -13.549 Td [(Curt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 22.124 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.088 0 Td [(sprach)-317(sie)-317(beruhigend,)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.948 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(es)-317(kommt)-317(ihr)-316(nicht)-317(vom)-317(Herzen,)]TJ -135.793 -13.55 Td [(glauben)-250(Sie)-250(mir.)]TJ/F22 10.9091 Tf 71.815 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -59.859 -15.6 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[(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(\023)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273O,)-219(wie)-218(hart)-219(ist)-218(sie!\253)-219(warf)-218(Nellie)-219(ein,)-225(als)-218(Fr\344ulein)-219(G\374ssow)-218(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ersch\366pft)-250(einen)-250(Augenblick)-250(innehielt.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Sie)-219(war)-218(nicht)-219(hart,)-225(nur)-218(verblendet,\253)-219(fuhr)-218(diese)-219(fort.)-239(\273Niemals)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte)-324(sie)-324(gelernt,)-342(sich)-324(einem)-324(andern)-323(Willen)-324(zu)-324(beugen,)-342(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-636(sie)-635(im)-636(stande)-635(gewesen)-636(nachzugeben.)-1407(Jetzt,)-732(wo)-635(das)]TJ 0 -13.549 Td [(ernste)-477(Verlangen)-478(ihres)-477(Verlobten)-477(in)-478(aller)-477(Entschiedenheit)-477(an)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-323(herantrat,)-341(ihren)-323(Widerstand)-323(zu)-323(z\344hmen,)-341(da)-323(b\344umte)-323(derselbe)]TJ 0 -13.55 Td [(sich)-250(dagegen)-250(auf)-250(und)-250(sie)-250(unterlag)-250(seiner)-250(Macht.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ist)-385(das)-385(dein)-385(letztes)-385(Wort,)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.627 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.655 0 Td [(Lucie!)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.473 0 Td [(9)-385(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 17.489 0 Td [(Wie)-385(ein)-385(Schrecken)]TJ -195.287 -13.549 Td [(kam)-278(es)-277(\374ber)-278(seine)-278(Lippen.)-333(Sie)-278(blieb)-277(unger\374hrt,)-285(wandte)-278(sich)-277(von)]TJ 0 -13.55 Td [(ihm)-250(und)-250(eilte)-250(aus)-250(dem)-250(Zimmer.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([78])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.25 Td [(\273Besorgt)-214(folgte)-213(ihr)-214(die)-214(Gro\337mama,)-221(aber)-213(sie)-214(klopfte)-213(vergeblich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(an)-250(der)-250(verschlossenen)-250(Th\374re,)-250(dieselbe)-250(wurde)-250(nicht)-250(ge\366ffnet.)]TJ/F22 10.9091 Tf 264.774 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -252.818 -14.251 Td [(\273Lucie)-289(befand)-290(sich)-289(in)-290(keiner)-289(beneidenswerten)-289(Stimmung.)-368(Es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kochte)-272(und)-272(tobte)-272(in)-272(ihr)-272(und)-272(verworrene)-272(Gedanken)-271(durchzuckten)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-280(Hirn.)-340(War)-280(es)-280(recht,)-287(wie)-280(sie)-280(gehandelt)-280(hatte?)]TJ/F22 10.9091 Tf 212.449 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ja,)]TJ/F22 10.9091 Tf 11.814 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.687 0 Td [(antwortete)]TJ -234.583 -13.549 Td [(sie)-257(sich)-257(darauf,)]TJ/F22 10.9091 Tf 68.708 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(ich)-257(bin)-257(im)-257(Rechte.)-270(Warum)-257(schreckt)-257(er)-256(mich)-257(mit)]TJ -72.34 -13.55 Td [(den)-299(Gespenstern)-298(Sorge)-299(und)-299(Not,)-311(warum)-298(peinigt)-299(er)-299(mich)-298(damit?)]TJ 0 -13.549 Td [(Ich)-190(will)-191(in)-190(eine)-191(gl\374ckl)1(iche)-191(Zukunft)-190(sehen)-191(und)-190(er)-190(will)-191(mir)-190(das)-190(Herz)]TJ 0 -13.549 Td [(schwer)-282(machen)-281(mit)-282(Unm\366glichkeiten.)-345(Und)-281(welch)-282(eine)-281(wichtige)]TJ 0 -13.549 Td [(Sache)-236(er)-236(daraus)-235(macht?)]TJ/F22 10.9091 Tf 104.899 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.027 0 Td [(Ich)-236(soll)-236(zur\374cknehmen,)-238(was)-236(ich)-236(gesagt)]TJ -112.926 -13.549 Td [(habe!)-251(Solch)-250(ein)-251(Verlangen!)-251(Abbitte)-250(soll)-250(ich)-251(thun)]TJ/F22 10.9091 Tf 214.561 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.185 0 Td [(Abbitte!)-251(Und)]TJ -222.746 -13.55 Td [(er)-250(hat)-250(mich)-250(doch)-250(erst)-250(herausgefordert.)-250(Er)-250(ist)-250(an)-250(allem)-250(schuld.)]TJ/F22 10.9091 Tf 265.396 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -253.44 -14.25 Td [(\273Aus)-447(einem)-448(Winkel)-447(ihres)-447(Herzens)-448(meldete)-447(sich)-447(auch)-447(eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Stimme,)-323(die)-308(ihr)-308(zurief:)]TJ/F22 10.9091 Tf 104.837 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Gieb)-308(nach!)-424(Reich)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.877 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.994 0 Td [(ihm)-308(die)-308(Hand,)-323(oder)]TJ -194.341 -13.55 Td [(du)-416(hast)-416(ihn)-416(verloren!)]TJ/F22 10.9091 Tf 96.022 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.171 0 Td [(Sie)-416(wurde)-416(nicht)-416(beachtet,)-457(und)-416(als)-416(eine)]TJ -104.193 -13.549 Td [(Stunde)-286(vergangen)-286(war,)-295(hatte)-285(sie)-286(sich)-286(so)-286(v\366llig)-286(in)-286(den)-285(Gedanken)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-283(ihre)-284(Schuldlosigkeit)-283(eingelebt,)-292(da\337)-283(sie)-283(erwartete,)-292(Curt)-283(m\374sse)]TJ 0 -13.549 Td [(kommen)-250(und)-250(sie)-250(um)-250(Verzeihung)-250(bitten.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Er)-307(kam)-306(auch)-307(und)-307(begehrte)-306(Einla\337.)]TJ/F22 10.9091 Tf 160.344 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Oeffne)-307(mir,)-321(Lucie,)]TJ/F22 10.9091 Tf 82.578 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.978 0 Td [(rief)]TJ -265.488 -13.549 Td [(er)-398(st\374rmisch,)]TJ/F22 10.9091 Tf 62.716 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(es)-398(h\344ngt)-398(unser)-398(Gl\374ck)-398(davon)-398(ab!)-694(Ich)-398(mu\337)-398(dich)]TJ -66.348 -13.549 Td [(sprechen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 45.131 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Ich)-250(will)-250(dich)-250(sprechen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.276 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -141.634 -14.251 Td [(\273Das)-167(klang)-167(wie)-168(ein)-167(Befehl,)-184(sie)-167(schwieg)-167(und)-167(gab)-167(keine)-168(Antwort.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Wohl)-329(klopfte)-329(ein)-329(guter)-329(Engel)-329(an)-329(ihr)-329(Herz)-329(und)-329(rief)-329(ihr)-329(warnend)]TJ
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[(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -158.63 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(So)-270(treibst)-270(du)-270(mich)-270(fort)-270(von)-270(dir,)-275(Lucie!)]TJ/F22 10.9091 Tf 167.626 0 Td [(9)-270(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 14.977 0 Td [(rief)-270(er)-270(au\337er)-270(sich.)]TJ/F22 10.9091 Tf -203.645 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Bedenke)-263(was)-262(du)-263(thust!)-287(Ich)-263(gehe)-262(und)-263(nicht)-262(eher)-263(kehre)-262(ich)-263(zu)-262(dir)]TJ -3.632 -13.549 Td [(zur\374ck,)-250(bis)-250(du)-250(mich)-250(zur\374ckrufst:)-250(Lebe)-250(wohl!)]TJ/F22 10.9091 Tf 194.203 0 Td [(9)-250(\023)-250(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf 96.82 0 Td [([79])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.095 Td [(\273Es)-250(waren)-250(die)-250(letzten)-250(Worte,)-250(die)-250(sie)-250(von)-250(ihm)-250(geh\366rt)-250(hat.)]TJ 0 -14.095 Td [(\273Nach)-488(einer)-488(in)-487(Aufregung)-488(durchwachten)-488(Nacht)-488(brach)-487(der)]TJ -11.955 -13.549 Td [(n\344chste)-428(Tag)-427(an.)-783(Der)-427(trotzige)-428(Aufruhr)-428(in)-427(Lucies)-428(Innern)-427(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-322(gelegt)-322(und)-323(einer)-322(unzufriedenen)-322(Stimmung)-322(Raum)-322(gemacht.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nachzugeben)-347(f\374hlte)-347(sie)-347(sich)-347(auch)-347(heute)-347(nicht)-347(geneigt,)-371(aber)-347(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wollte)-330(ihn)-331(heute)-330(anh\366ren,)-350(wenn)-331(er)-330(kam,)]TJ/F22 10.9091 Tf 181.988 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.058 0 Td [(und)-330(da\337)-331(er)-330(kommen)]TJ -191.046 -13.55 Td [(werde,)-250(darauf)-250(hoffte)-250(sie)-250(fest.)]TJ 11.955 -14.094 Td [(\273Aber)-339(sie)-339(hoffte)-339(vergebens.)-518(Die)-339(Gro\337mama)-339(\374berh\344ufte)-340(i)1(hre)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Enkelin)-334(mit)-335(bitteren)-334(Vorw\374rfen)-334(und)-334(forderte)-335(sie)-334(unter)-334(Thr\344nen)]TJ 0 -13.549 Td [(auf,)-250(sie)-250(m\366ge)-250(nachgeben.)]TJ 11.955 -14.094 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Wird)-329(es)-329(dir)-329(denn)-329(so)-329(schwer,)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.093 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.221 0 Td [(sagte)-329(sie,)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.657 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(dem)-329(Manne,)-349(dem)]TJ -202.645 -13.55 Td [(du)-414(in)-413(vier)-414(Wochen)-413(die)-414(Hand)-414(f\374r)-413(das)-414(Leben)-413(geben)-414(willst,)-454(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(bittendes)-298(Wort)-299(zu)-298(sagen?)-395(Ueberwinde)-298(dich,)-311(Lucie,)-310(nimm)-298(deine)]TJ 0 -13.549 Td [(b\366sen)-250(Worte)-250(zur\374ck,)-250(oder)-250(es)-250(giebt)-250(ein)-250(Ungl\374ck.)]TJ/F22 10.9091 Tf 208.134 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -196.179 -14.095 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-509(kann)-508(nicht,)-574(Gro\337mama.)-1025(Ich)-509(m\374\337te)-509(ja)-508(abbitten,)-574(so)]TJ -21.042 -13.549 Td [(verlangt)-354(er,)-380(und)-354(du)-354(wei\337t,)-380(ich)-354(that)-354(es)-354(nie!)-561(Er)-354(kehrt)-354(auch)-354(ohne)]TJ 0 -13.549 Td [(meinen)-250(Ruf)-250(zur\374ck,)-250(du)-250(wirst)-250(es)-250(sehen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.636 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -154.681 -14.095 Td [(\273Aber)-611(auch)-610(der)-611(n\344chste)-610(Tag)-611(verging)-611(und)-610(er)-611(blieb)-610(aus.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Lucie)-383(befand)-383(sich)-383(in)-384(einer)-383(fieberhaften)-383(Aufregung)-383(und)-383(schrak)]TJ 0 -13.549 Td [(zusammen,)-337(sobald)-319(sich)-319(die)-320(Th\374r)-319(\366ffnete.)]TJ/F22 10.9091 Tf 186.212 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.939 0 Td [(Am)-319(dritten)-320(Tage,)]TJ/F22 10.9091 Tf 80.024 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.175 -13.549 Td [(es)-234(war)-233(gegen)-234(Abend,)-237(sie)-234(hatte)-233(wieder)-234(vergeblich)-234(ihn)-233(erwartet,)-237(da)]TJ 0 -13.55 Td [(brachte)-329(Curts)-330(Diener)-329(ihr)-329(einen)-329(Brief.)-488(Sie)-330(eilte)-329(auf)-329(ihr)-329(Zimmer,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-375(ihn)-376(allein)-375(und)-376(ungest\366rt)-375(zu)-376(lesen)]TJ/F22 10.9091 Tf 170.478 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.55 0 Td [(es)-375(war)-376(doch)-375(endlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.147 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.175 -13.549 Td [(endlich)-250(ein)-250(Zeichen)-250(von)-250(ihm!)]TJ 11.955 -14.095 Td [(\273Hastig)-302(\366ffnet)-302(sie)-302(und)-303(in)-302(zwei)-302(Teile)-302(gebrochen)-302(fiel)-302(ihr)-303(Curts)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Verlobungsring)-274(entgegen.)-321(Wenige)-274(Zeilen)-274(nur)-274(schrieb)-274(er)-274(dazu.)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.175 0 Td [(\023)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Ich)-323(will)-323(versuchen)-322(euch)-323(dieselben)-323(zu)-323(wiederholen,\253)-322(unterbrach)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-527(Fr\344ulein)-527(G\374ssow,)-596(\273Lucie)-526(hat)-527(sie)-527(mir)-527(oftmals)-527(zu)-526(lesen)]TJ 0 -13.549 Td [(gegeben.)]TJ 0 -62.706 Td [(\273Du)-264(hast)-264(mich)-265(nicht)-264(zur\374ckgerufen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 160.173 0 Td [(\023)-264(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 16.673 0 Td [(so)-264(sehns\374chtig)-264(ich)-265(auch)]TJ -176.846 -13.55 Td [(darauf)-223(gehofft)-223(habe.)-241(Liebtest)-223(Du)-223(mich,)-228(wie)-223(ich)-223(Dich,)-229(w\344re)-222(es)-223(Dir)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-300(schwer)-299(geworden,)-313(ein)-299(vers\366hnendes)-300(Wort)-300(zu)-299(sagen.)-399(Lebe)]TJ 0 -13.549 Td [(wohl)-284(denn,)-292(ich)-283(mu\337)-284(von)-283(Dir)-284(scheiden,)-292(Lucie,)-292(weil)-283(ich)-284(Dir)-283(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(versprechen)-264(kann,)-268(Dir)-264(stets)-264(Wohlstand)-264(und)-265(Gl\374ck)-264(zu)-264(bieten.)]TJ/F22 10.9091 Tf 266.839 0 Td [(\023)-264(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf -339.594 0 Td [([80])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Mit)-335(welchem)-335(Rechte)-335(k\366nnte)-335(ich)-335(vom)-334(Schicksal)-335(verlangen,)-356(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(mein)-262(Leben)-262(nur)-262(von)-262(der)-262(Sonne)-262(beschienen)-262(werde?)-286(Leb)]TJ/F22 10.9091 Tf 241.248 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.491 0 Td [(wohl,)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.437 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.55 Td [(ich)-250(habe)-250(Dich)-250(sehr)-250(geliebt.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 124.822 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -112.866 -48.676 Td [(\273Wie)-546(gebrochen)-546(sank)-545(sie)-546(zur)-546(Erde)-546(nieder)-546(und)-546(h\344tte)-545(vor)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Schmerz)-251(vergehen)-250(m\366gen.)-252(Das)-251(hatte)-250(sie)-251(nicht)-250(gedacht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 241.224 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.189 0 Td [(so)-251(weit)]TJ -249.413 -13.549 Td [(hatte)-228(sie)-227(es)-228(nicht)-228(treiben)-228(wollen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 142.015 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.939 0 Td [(Nun)-228(war)-227(es)-228(zu)-228(sp\344t,)-232(alle)-228(Reue,)]TJ -149.954 -13.549 Td [(alle)-250(Selbstanklage,)-250(brachten)-250(ihr)-250(den)-250(Geliebten)-250(nicht)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -14.029 Td [(\273Die)-457(Gro\337mama)-458(fand)-457(Lucie)-458(in)-457(einem)-457(verzweiflungsvollen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Zustande,)-501(und)-450(heimlich,)-501(ohne)-451(ihr)-450(Wissen,)-501(schickte)-451(sie)-450(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(Boten)-367(in)-366(Curts)-367(Wohnung.)-600(Er)-366(kehrte)-367(zur\374ck)-366(mit)-367(der)-366(Meldung:)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-238(Herr)-239(sei)-238(seit)-239(zwei)-238(Stunden)-238(abgereist.)]TJ/F22 10.9091 Tf 177.944 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.055 0 Td [(Sie)-238(hatte)-239(ihn)-238(auf)-239(ewig)]TJ -185.999 -13.549 Td [(verloren!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.164 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -36.208 -14.029 Td [(\273O,)-255(die)-254(arm)]TJ/F22 10.9091 Tf 51.909 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.411 0 Td [(Lucie!)-264(Der)-255(schlechter)-254(Mensch,)-256(warum)-255(konnt)]TJ/F22 10.9091 Tf 195.467 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.411 0 Td [(er)]TJ -272.154 -13.55 Td [(ihr)-268(verlassen!\253)-267(rief)-268(Nellie)-268(unter)-268(Weinen.)-303(\273Er)-268(hat)-267(ihr)-268(gar)-268(nix)-267(lieb)]TJ 0 -13.549 Td [(gehabt.\253)]TJ 11.956 -14.029 Td [(\273Er)-431(hat)-432(sie)-431(sehr)-432(geliebt,\253)-431(entgegnete)-432(die)-431(Lehrerin)-432(und)-431(sah)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hinaus)-488(auf)-488(den)-488(str\366menden)-487(Regen;)-607(\273aber)-488(er)-488(war)-488(ein)-487(ganzer)]TJ 0 -13.549 Td [(Mann,)-510(der)-458(Lucies)-458(trotzigen)-458(Widerstand)-458(nicht)-458(l\344nger)-458(ertragen)]TJ 0 -13.55 Td [(konnte.\253)]TJ 11.956 -14.029 Td [(\273Und)-250(wo)-250(ist)-250(Lucie)-250(geblieben?\253)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(daf\374r)-231(zu)-231(geben,)-235(als)-231(sie)-231(indes)-231(dieselbe)-231(so)-231(zerknirscht)-231(und)-230(reuevoll)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-250(sich)-250(stehen)-250(sah,)-250(wurde)-250(sie)-250(milder)-250(gestimmt.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273F\374r)-425(diesmal,\253)-424(sagte)-425(sie,)-468(\273will)-425(ich)-425(dir)-424(vergeben,)-469(ich)-424(sehe,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(da\337)-285(du)-285(dich)-285(selbst)-285(mit)-285(Vorw\374rfen)-285(strafst,)-294(und)-285(da\337)-285(du)-285(zur)-285(vollen)]TJ 0 -13.549 Td [(Erkenntnis)-372(deines)-372(Ungehorsams)-373(gekommen)-372(bist.)-616(Bessre)-372(dich!)]TJ 0 -13.549 Td [(Betr\344gst)-286(du)-286(dich)-286(ein)-286(zweites)-286(Mal)-286(in)-286(\344hnlicher)-286(Weise,)-295(w\374rde)-285(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-380(strengsten)-380(Ma\337regeln)-380(ergreifen,)-412(das)-380(hei\337t:)-510(ich)-380(w\374rde)-380(dich)]TJ 0 -13.55 Td [(zu)-355(deinen)-354(Eltern)-354(zur\374ckschicken!)]TJ/F22 10.9091 Tf 155.279 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.322 0 Td [(Ich)-354(hoffe,)-381(du)-355(vergi\337t)-354(dich)]TJ -164.601 -13.549 Td [(niemals)-250(wieder,)-250(versprich)-250(mir)-250(das!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Beinah)-702(h\344tte)-701(sie)-702(sich)-702(sofort)-701(gegen)-702(dieses)-701(Versprechen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aufgelehnt)-449(und)-448(geantwortet:)-648(\273Schicken)-448(lasse)-449(ich)-449(mich)-448(nicht!)]TJ 0 -13.55 Td [(Dann)-443(gehe)-442(ich)-443(lieber)-443(gleich)-442(zu)-443(meinen)-443(Eltern,\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 224.95 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.284 0 Td [(da)-443(war)-442(es)]TJ -235.234 -13.549 Td [(wieder)-308(Lucies)-308(warnendes)-308(Beispiel,)-323(das)-308(diese)-308(b\366se)-308(Antwort)-308(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-250(Lippen)-250(scheuchte.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Z\366gernd)-190(und)-191(noch)-190(immer)-190(schluchzend)-191(ergriff)-190(sie)-190(des)-190(Fr\344uleins)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Hand.)-250(\273Nie)]TJ/F22 10.9091 Tf 53.018 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(wieder!\253)-250(stammelte)-250(sie.)]TJ -49.244 -14.367 Td [(Und)-156(Fr\344ulein)-156(Raimar)-155(war)-156(von)-156(der)-156(Wahrheit)-156(ihres)-155(Versprechens)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374berzeugt)-325(und)-326(hatte)-325(beinah)-326(Mitleid)-325(mit)-326(der)-325(Reum\374tigen.)-476(\273Nun)]TJ 0 -13.549 Td [(geh)]TJ/F22 10.9091 Tf 15.753 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.312 0 Td [(und)-337(beruhige)-338(dich,\253)-337(sagte)-337(sie)-337(in)-338(mildem)-337(Tone,)-359(\273und)-337(sehe)]TJ -23.065 -13.55 Td [(ich,)-211(da\337)-201(du)-200(dich)-201(besserst,)-211(wird)-201(der)-201(heutige)-201(Tag)-201(von)-201(mir)-200(vergessen)]TJ 0 -13.549 Td [(sein.)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.029 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -16.528 -14.367 Td [(Als)-478(Ilse)-479(die)-478(Treppe)-479(zu)-478(ihrem)-479(Zimmer)-478(wieder)-478(hinaufstieg,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374hlte)-364(sie)-363(sich)-364(leicht)-364(wie)-363(nie)-364(im)-364(Leben,)-392(es)-364(war)-363(ihr)-364(so)-364(frei)-363(und)]TJ 0 -13.55 Td [(froh)-371(in)-370(der)-371(Brust,)-401(niemals)-371(hatte)-370(sie)-371(eine)-371(\344hnliche)-370(Empfindung)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([84])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(gekannt.)-756(Es)-419(war)-418(das)-419(Bewu\337tsein,)-461(sich)-418(selbst)-419(\374berwunden)-418(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(haben.)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.506 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -19.551 -14.368 Td [(Der)-465(Juli)-466(und)-465(August)-466(waren)-465(vor\374ber)-465(und)-466(man)-465(befand)-466(sich)]TJ -11.955 -13.549 Td [(in)-392(den)-392(ersten)-391(Tagen)-392(des)-392(September.)-675(Ilse)-392(hatte)-392(sich)-392(mehr)-391(und)]TJ 0 -13.549 Td [(mehr)-241(in)-242(das)-241(Pensionsleben)-241(eingelebt)-241(und)-242(f\374hlte)-241(sich)-241(l\344ngst)-241(keine)]TJ 0 -13.549 Td [(Fremde)-362(mehr.)-585(An)-362(vieles,)-389(das)-362(ihr)-362(anfangs)-362(unm\366glich)-361(erschien,)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-264(sie)-264(sich)-264(gew\366hnt,)-268(ja)-264(gew\366hnen)-265(m\374ssen.)-292(Wie)-264(h\344tte)-264(sie)-264(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(vermocht,)-319(sich)-305(gegen)-305(das)-305(einmal)-305(Bestehende)-305(aufzulehnen!)-414(Das)]TJ 0 -13.55 Td [(fr\374he)-410(Aufstehen,)-451(das)-410(regelm\344\337ige)-410(Arbeiten,)-451(die)-410(Ordnung)-410(und)]TJ 0 -13.549 Td [(P\374nktlichkeit,)-348(die)-329(streng)-328(innegehalten)-329(wurden,)]TJ/F22 10.9091 Tf 210.45 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.039 0 Td [(schwer)-329(genug)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(mehrmals)-250(gewagt)-250(habe,)-250(zu)-250(widersprechen.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Leider,)-347(leider)-328(ist)-327(dem)-328(so,\253)-327(best\344tigte)-328(die)-327(Vorsteherin,)-347(\273und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-280(habe)-279(nicht)-280(den)-279(Mut,)-287(zu)-280(glauben,)-287(da\337)-280(wir)-279(sie)-280(\344ndern)-279(k\366nnen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ich)-319(f\374rchte)-318(sogar,)-336(da\337)-318(ihr)-319(z\374gelloser)-318(Sinn)-319(uns)-318(eines)-319(Tages)-318(eine)]TJ 0 -13.55 Td [(\344hnliche)-342(Szene,)-365(wie)-342(die)-342(bereits)-342(erlebte,)-365(machen)-342(wird,)-365(und)-342(was)]TJ 0 -13.549 Td [(geschieht)-250(dann?\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Dann)-200(geben)-199(wir)-200(sie)-199(den)-200(Eltern)-199(zur\374ck,\253)-200(fiel)-199(Mi\337)-200(Lead)-199(lebhaft)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein.)-448(\273Ich)-316(glaube,)-332(da\337)-316(es)-316(dahin)-316(kommen)-316(wird.)-448(Ilse)-316(ist)-316(nicht)-315(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(verzogen,)-237(sie)-234(ist)]TJ/F22 10.9091 Tf 72.826 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.006 0 Td [(wie)-234(soll)-234(ich)-233(sagen)]TJ/F22 10.9091 Tf 79.89 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.006 0 Td [(sehr)-234(b\344urisch,)-237(sehr)-234(brutal,)]TJ -168.728 -13.549 Td [(sie)-250(pa\337t)-250(nicht)-250(in)-250(unsre)-250(Pension.\253)]TJ 11.956 -14.532 Td [(Doktor)-456(Althoff)-455(warf)-456(der)-456(Engl\344nderin)-455(einen)-456(etwas)-455(ironisch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(l\344chelnden)-293(Blick)-292(zu,)-303(als)-293(wollte)-292(er)-293(sagen:)-335(Du)-292(freilich)-293(mit)-292(deinen)]TJ 0 -13.549 Td [(\374bertriebenen,)-443(strengen)-404(Formen)-404(hast)-405(kein)-404(Verst\344ndnis)-404(f\374r)-404(das)]TJ 0 -13.549 Td [(junge,)-238(frische)-235(Wesen)-235(mit)-235(seinem)-235(nat\374rlichen)-235(Sinn)]TJ/F22 10.9091 Tf 218.853 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.018 0 Td [(\273Ich)-235(glaube,)]TJ -226.871 -13.549 Td [(Sie)-290(irren,)-301(meine)-290(Damen,\253)-291(wandte)-290(er)-291(ein,)-300(\273in)-291(unsrer)-290(kleinen)-290(Ilse)]TJ 0 -13.55 Td [(steckt)-359(ein)-360(t\374chtiger)-359(Kern.)-579(Lassen)-359(Sie)-360(nur)-359(erst)-360(die)-359(etwas)-359(rauhe)]TJ 0 -13.549 Td [(Schale)-383(sich)-383(von)-382(demselben)-383(abgesto\337en)-383(haben)-383(und)-383(Sie)-382(werden)]TJ 0 -13.549 Td [(sehen,)-216(in)-208(welch)-208(ein)-207(liebensw\374rdiges,)-217(nat\374rliches,)-216(echt)-207(weibliches)]TJ 0 -13.549 Td [(Wesen)-314(sich)-314(die)-314(b\344urische,)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.999 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(brutale)-314(Ilse)]TJ/F22 10.9091 Tf 49.474 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,\253)-314(er)-314(betonte)-314(die)-314(letzten)]TJ -175.737 -13.549 Td [(Worte)-227(etwas)-226(stark,)-232(\273verwandeln)-226(wird.)-242(Von)-227(der)-227(Natur)-226(ist)-227(sie)-226(dazu)]TJ 0 -13.55 Td [(beanlagt,)-358(glauben)-337(Sie)-337(mir.)-510(Man)-336(mu\337)-337(nur)-336(nicht)-337(von)-337(der)-336(kurzen)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([86])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Zeit,)-250(die)-250(sie)-250(bei)-250(uns)-250(verweilt,)-250(gar)-250(zu)-250(viel)-250(verlangen.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Mi\337)-392(Lead)-391(zuckte)-392(die)-392(Achseln)-392(und)-392(machte)-392(eine)-391(abweisende)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Miene.)-567(Fr\344ulein)-356(G\374ssow)-356(dagegen)-355(sah)-356(Doktor)-356(Althoff)-355(dankbar)]TJ 0 -13.549 Td [(an.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Das)-483(sage)-484(ich)-483(mit)-484(Ihnen,)-542(Herr)-483(Doktor!\253)-484(stimmte)-483(sie)-483(bei.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Wir)-537(m\374ssen)-537(Geduld)-537(haben)-536(mit)-537(unsrem)-537(wilden)-537(Vogel,)-608(der)]TJ 0 -13.549 Td [(bis)-364(jetzt)-364(nur)-365(die)-364(Freiheit)-364(kannte.)-592(Fehler,)-393(die)-364(durch)-364(jahrelange,)]TJ 0 -13.549 Td [(allzunachsichtige)-188(Erziehung)-187(in)-188(dem)-188(Kinde)-187(gro\337)-188(gezogen)-187(wurden,)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nnen)-390(unm\366glich)-390(in)-389(wenigen)-390(Wochen)-390(vollst\344ndig)-389(abgestreift)]TJ 0 -13.549 Td [(sein.)-485(Mir)-328(scheint,)-348(da\337)-329(wir)-328(schon)-328(viel)-329(erreicht)-328(haben,)-348(wenn)-328(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(daran)-413(denken,)-453(wie)-413(wenig)-413(Arbeitstrieb)-412(Ilse)-413(mit)-413(in)-413(die)-412(Pension)]TJ 0 -13.55 Td [(brachte)-414(und)-415(wie)-414(sie)-415(jetzt)-414(gewissenhaft)-414(und)-415(sogar)-414(in)-414(manchen)]TJ 0 -13.549 Td [(F\344chern)-250(ihre)-250(Aufgaben)-250(sehr)-250(trefflich)-250(anfertigt.\253)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Fr\344ulein)-532(G\374ssows)-531(Behauptung)-532(war)-532(vollst\344ndig)-531(berechtigt.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-207(war)-207(weit)-206(strebsamer)-207(geworden,)-215(das)-207(gute)-207(Beispiel)-207(der)-206(\374brigen)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen)-250(spornte)-250(sie)-250(m\344chtig)-250(an.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Anfangs)-347(war)-347(es)-347(ihr)-347(gleichg\374ltig)-347(gewesen,)-371(ob)-347(man)-347(sie)-347(in)-347(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erste)-371(oder)-371(zweite)-371(Klasse)-371(brachte,)-401(als)-371(sie)-371(indes)-371(die)-371(Bemerkung)]TJ 0 -13.549 Td [(machte,)-337(da\337)-319(alle)-319(ihre)-319(Mitsch\374lerinnen)-319(j\374nger)-319(waren,)-337(als)-319(sie,)-336(da)]TJ 0 -13.549 Td [(erwachte)-187(der)-186(Ehrgeiz)-187(und)-186(zugleich)-187(ein)-187(Eifer)-186(in)-187(ihr,)-199(der)-187(sie)-186(antrieb,)]TJ 0 -13.55 Td [(das)-222(Vers\344umte)-222(nachzuholen,)-227(zu)-222(lernen)-222(und)-222(zu)-222(arbeiten,)-228(damit)-221(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(bald)-250(in)-250(die)-250(erste)-250(Klasse)-250(komme.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Ihre)-361(Aufs\344tze)-360(besserten)-361(sich)-360(mit)-361(jedem)-360(Mal,)-388(auch)-361(nahm)-360(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sich)-289(sehr)-290(zusammen,)-299(keine)-289(orthographischen)-290(Schnitzer)-289(mehr)-289(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(machen.)-240(Sie)-220(hatte)-220(allen)-221(Respekt)-220(vor)-220(Doktor)-220(Althoff,)-226(der)-220(stets)-220(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-250(leichten)-250(Spott)-250(dergleichen)-250(Fehler)-250(zu)-250(r\374gen)-250(wu\337te.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ihr)-268(letzter)-269(Aufsatz)-268(war)-268(der)-268(beste)-269(in)-268(der)-268(Klasse)-269(gewesen.)-304(\273Ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Spaziergang)-242(durch)-241(den)-242(Wald\253)-242(hie\337)-242(das)-241(gegebene)-242(Thema)-242(und)-241(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-386(ihre)-387(Aufgabe)-386(in)-386(anmutiger)-387(und)-386(lebendiger)-386(Weise)-386(gel\366st.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-389(wurde)-389(daf\374r)-389(gelobt,)-423(und)-389(Doktor)-389(Althoff)-389(las)-389(ihren)-388(Aufsatz)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-284(Klasse)-284(vor,)-292(was)-284(stets)-284(als)-284(eine)-284(besondere)-284(Auszeichnung)-283(galt.)]TJ 0 -13.549 Td [(Mitten)-250(im)-250(Lesen)-250(unterbrach)-250(er)-250(sich)-250(lachend.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Da)-381(ist)-380(Ihnen)-381(ein)-381(ganz)-381(abscheulicher)-380(Irrtum)-381(passiert,)-413(Ilse,\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([87])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(sagte)-415(er,)-455(\273denn)-415(ich)-415(kann)-414(mir)-415(kaum)-415(denken,)-455(da\337)-415(Sie)-414(wirklich)]TJ 0 -13.549 Td [(dachten,)-250(was)-250(Sie)-250(hier)-250(niederschreiben.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Und)-216(er)-216(trat)-216(zu)-216(ihr)-216(und)-216(zeigte)-216(ihr)-216(die)-216(verh\344ngnisvolle)-216(Stelle,)-223(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(also)-250(lautete:)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ich)-309(war)-310(eine)-310(gans,)-324(t\374chtige)-309(Strecke)-310(allein)-309(gegangen.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 245.901 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.831 0 Td [(Sie)]TJ -266.688 -13.549 Td [(err\366tete,)-250(nahm)-250(schnell)-250(eine)-250(Feder)-250(und)-250(machte)-250(aus)-250(dem)-250(s)-250(ein)-250(z.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ein)-822(andres)-821(Mal)-822(sehen)-821(Sie)-822(sich)-821(besser)-822(vor,)-964(solche)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Verwechselungen)-449(k\366nnen)-448(h\366chst)-449(komisch)-449(wirken.)-846(Auch)-448(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-551(Kommas,)-626(Punkten)-551(u.)-1152(s.)-1153(w.,)-626(rate)-551(ich)-551(Ihnen)-550(weniger)]TJ 0 -13.549 Td [(verschwenderisch)-598(umzugehen,)-685(oder)-598(haben)-598(Sie)-598(die)-597(Absicht,)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-584(wie)-584(jene)-584(junge)-584(Dame)-584(zu)-584(machen,)-668(die,)-667(sobald)-584(sie)-584(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(Seite)-376(zu)-375(Ende)-376(geschrieben)-375(hatte,)-407(ganz)-375(willk\374rlich)-376(die)-375(Zeichen)]TJ 0 -13.55 Td [(hineinsetzte.)-713(Etwa)-404(zehn)-404(Kommas,)-443(sieben)-404(Ausrufungszeichen,)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374nf)-338(Fragezeichen)-338(und)-338(neun)-338(Punkte,)-360(wie)-338(sie)-338(gerade)-338(Lust)-337(hatte,)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(manchmal)-392(mehr,)-428(manchmal)-392(weniger.)-675(Das)-392(gab)-392(dann)-392(zuweilen)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-250(tollen)-250(Sinn,)-250(Sie)-250(k\366nnen)-250(es)-250(sich)-250(denken.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Die)-211(M\344dchen)-211(lachten)-212(und)-211(Ilse)-211(mit.)-237(Ohne)-211(jede)-211(Empfindlichkeit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nahm)-430(sie)-429(eine)-430(R\374ge)-430(von)-429(diesem)-430(Lehrer)-430(auf,)-474(der)-430(es)-429(verstand,)]TJ 0 -13.55 Td [(stets)-237(die)-238(richtige)-237(Art)-238(und)-237(Weise)-238(zu)-237(treffen.)-246(Mit)-237(liebensw\374rdigem)]TJ 0 -13.549 Td [(Humor,)-554(in)-494(welchen)-493(er)-493(einen)-493(ernsten)-494(Tadel)-493(oftmals)-493(kleidete,)]TJ 0 -13.549 Td [(richtete)-574(er)-573(weit)-574(mehr)-574(aus,)-654(wie)-574(mancher)-574(andre,)-654(der)-574(in)-573(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Aufregung)-250(sich)-250(zu)-250(zornigen)-250(Worten)-250(hinrei\337en)-250(lie\337.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Aber)-402(wie)-403(schw\344rmten)-402(auch)-402(seine)-403(Sch\374lerinnen)-402(f\374r)-402(ihn!)-707(In)]TJ -11.956 -13.549 Td [(jeder)-504(M\344dchenschule)-503(giebt)-504(es)-504(gewi\337)-503(einen)-504(Lehrer,)-567(der)-503(zum)]TJ 0 -13.55 Td [(allgemeinen)-233(Liebling)-233(erkoren)-233(wird,)-236(in)-233(dem)-233(Institute)-233(des)-232(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(Raimar)-250(hatte)-250(Doktor)-250(Althoff)-250(das)-250(Los)-250(getroffen.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Er)-288(ist)-287(furchtbar)-288(reizend!\253)-288(beteuerte)-287(Melanie)-288(und)-288(schlug)-287(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Blick)-345(schw\344rmerisch)-345(gen)-344(Himmel.)-535(\273Das)-345(bezaubernde)-344(L\344cheln)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-346(seinen)-346(Mund,)-369(das)-346(blitzende,)-370(geistvolle)-346(Auge,)-370(das)-345(schmale,)]TJ 0 -13.55 Td [(vornehme)-237(Gesicht,)-240(das)-238(dunkle,)-240(lockige)-237(Haar!)-246(Wirklich)-237(furchtbar)]TJ 0 -13.549 Td [(nett!\253)-275(Die)-274(neugierige)-275(Grete)-275(hatte)-274(sogar)-275(entdeckt,)-281(da\337)-274(Schwester)]TJ 0 -13.549 Td [(Melanie)-365(in)-365(einem)-365(Medaillon,)-393(welches)-365(sie)-365(an)-365(der)-365(Uhr)-364(befestigt)]TJ 0 -13.549 Td [(trug,)-394(ein)-365(St\374ckchen)-365(Papier)-366(mit)-365(seinem)-365(Namen)-365(geborgen)-365(hatte.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([88])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Es)-357(war)-356(eine)-356(Unterschrift)-357(von)-356(seiner)-357(Hand,)-383(die)-356(sie)-357(unter)-356(einem)]TJ 0 -13.55 Td [(fr\374heren)-250(Aufsatze)-250(fortgeschnitten)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Flora)-467(Hopfstange)-467(besang)-467(den)-467(Gegenstand)-467(ihrer)-466(Verehrung)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-416(den)-416(\374berschwenglichsten)-416(Gedichten,)-458(auch)-416(war)-416(er)-416(der)-416(Held)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-303(s\344mtlichen)-304(Novellen)-303(und)-304(Romane.)-410(Wie)-304(zuf\344llig)-303(verlor)-303(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(zuweilen)-243(eines)-243(ihrer)-243(schw\344rmerischen)-244(Gedichte,)-244(nat\374rlich)-243(nur)-243(in)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-332(Litteraturstunde,)-352(indessen)-331(vergeblich.)-495(Doktor)-332(Althoff)-331(hatte)]TJ 0 -13.55 Td [(noch)-250(niemals)-250(eine)-250(ihrer)-250(kostbaren)-250(Dichterbl\374ten)-250(gefunden.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Selbst)-421(Orla)-422(teilte)-422(diese)-421(allgemeine)-422(Schw\344che,)-464(trotzdem)-421(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dieselbe)-415(stets)-414(verspottete.)-744(L\344ngst)-415(aber)-415(hatte)-414(sie)-415(sich)-414(verraten)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-464(das)-464(ging)-464(so)-464(zu.)-893(Doktor)-464(Althoff)-464(trug)-464(eine)-464(Nelke)-464(in)-464(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Hand,)-218(als)-209(er)-210(die)-210(Klasse)-209(betrat)-210(und)-210(lie\337)-209(dieselbe)-210(auf)-210(dem)-209(Katheder)]TJ 0 -13.549 Td [(liegen.)-437(Kaum)-312(hatte)-313(er)-312(das)-312(Zimmer)-313(verlassen,)-328(als)-312(fast)-312(s\344mtliche)]TJ 0 -13.55 Td [(Sch\374lerinnen,)-310(wie)-298(die)-297(Sto\337v\366gel)-298(auf)-298(die)-298(rote)-298(Blume)-297(zust\374rzten,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-298(sie)-298(f\374r)-299(sich)-298(zu)-298(gewinnen.)-394(Orla)-299(eroberte)-298(sie)-298(gl\374cklich.)-394(Hoch)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(hielt)-369(sie)-369(ihre)-369(Siegestroph\344e)-370(in)-369(die)-369(Luft)-369(und)-369(eilte)-369(damit)-369(auf)-369(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmer.)-232(Vom)-198(Juwelier)-197(lie\337)-197(sie)-197(sich)-198(dann)-197(ein)-197(goldenes)-197(Medaillon)]TJ 0 -13.549 Td [(anfertigen)-298(mit)-298(einer)-298(russischen)-299(Inschrift)-298(darauf.)-394(Grete)-298(hatte)-298(das)]TJ 0 -13.549 Td [(bald)-510(genug)-510(herausgewittert,)-576(aber)-510(leider)-510(stand)-510(sie)-510(vor)-510(einem)]TJ 0 -13.55 Td [(unl\366sbaren)-420(R\344tsel,)-462(denn)-419(Orla)-420(w\374rde)-419(ihr)-420(nimmermehr)-419(vertraut)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([89])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(haben,)-424(da\337)-389(die)-389(beiden)-389(Worte)-389(ins)-389(Deutsche)-389(\374bertragen)-389(hie\337en:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Vom)-216(Angebeteten.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.304 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.811 0 Td [(In)-216(diese)-216(kostbare,)-223(goldene)-216(H\374lle)-216(legte)-216(sie)]TJ -103.115 -13.549 Td [(die)-250(Nelke)-250(und)-250(trug)-250(sie)-250(immer.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Nellie)-338(machte)-338(es)-338(am)-337(\344rgsten.)-514(Eines)-338(Abends,)-360(als)-338(sie)-338(mit)-337(Ilse)]TJ -11.956 -13.55 Td [(allein)-419(auf)-419(ihrem)-419(Zimmer)-419(war,)-461(nahm)-419(sie)-419(ein)-419(Federmesser)-418(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ritzte)-311(damit)-310(den)-310(Anfangsbuchstaben)-311(seines)-310(Vornamens)-311(in)-310(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Oberarm.)-901(Mit)-466(spartanischem)-467(Mute)-467(ertrug)-467(sie)-467(l\344chelnd)-466(diese)]TJ 0 -13.549 Td [(schmerzhafte)-250(Operation.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Aber)-299(Nellie,)-311(wie)-299(albern)-299(bist)-299(du!\253)-299(rief)-299(Ilse.)-397(\273Warum)-298(machst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(du)-496(denn)-495(den)-496(Unsinn?)-987(Wenn)-496(Herr)-495(Doktor)-496(Althoff)-496(all)]TJ/F22 10.9091 Tf 252.816 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.04 0 Td [(eure)]TJ -261.856 -13.549 Td [(Dummheiten)-250(erf\344hrt,)-250(m\374\337t)-250(ihr)-250(euch)-250(doch)-250(sch\344men.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Schweig!\253)-296(gebot)-297(Nellie)-296(scherzhaft,)-308(\273du)-296(bist)-297(noch)-296(ein)-296(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 265.041 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(gr\374ner)-445(Schnabel.)-835(Du)-445(verstehst)-445(nix)-445(von)-445(heimliche)-445(Anbetung.)]TJ 0 -13.549 Td [(Komm)-268(erst)-268(in)-267(der)-268(Jahre)-268(und)-268(lerne)-268(ihr)-267(begreifen.)-304(Dein)-268(Herz)-267(lauft)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-250(in)-250(der)-250(Kinderschuhe.\253)]TJ 11.956 -16.187 Td [(Ilse)-423(wollte)-424(sich)-423(totlachen.)-771(Ihr)-423(gesunder,)-467(urw\374chsiger)-423(Sinn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verstand)-313(und)-312(begriff)-313(dergleichen)-313(krankhafte)-313(Dinge)-312(nicht.)-438(\273Ach)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie!\253)-388(rief)-388(sie)-389(fr\366hlich,)-423(\273du)-388(sprichst)-388(so)-388(weise,)-423(wie)-388(eine)-388(alte)]TJ 0 -13.549 Td [(Gro\337mama,)-250(und)-250(bist)-250(doch)-250(nur)-250(zwei)-250(Jahr)-250(\344lter)-250(als)-250(ich.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Nellie)-398(war)-397(aber)-398(keineswegs)-398(wie)-397(eine)-398(Gro\337mama,)-435(oft)-397(sogar)]TJ -11.956 -13.55 Td [(konnte)-359(sie)-359(recht)-359(kindlich)-359(denken)-359(und)-358(handeln,)-387(wenn)-359(es)-358(darauf)]TJ 0 -13.549 Td [(ankam,)-250(irgend)-250(etwas)-250(f\374r)-250(ihren)-250(Schnabel)-250(zu)-250(gewinnen.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Eines)-413(Sonntags,)-454(es)-413(war)-413(gegen)-413(Abend,)-454(stand)-413(sie)-413(am)-413(offnen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fenster)-598(in)-598(ihrem)-597(Zimmer)-598(und)-598(blickte)-598(sehns\374chtig)-598(auf)-597(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Apfelbaum,)-604(dessen)-532(Fr\374chte)-533(goldgelb)-533(und)-533(rotwangig,)-603(h\366chst)]TJ 0 -13.549 Td [(verlockend)-250(zwischen)-250(dem)-250(dunklen)-250(Laube)-250(hindurch)-250(lachten.)]TJ 11.956 -16.187 Td [(\273Die)-342(sch\366ne)-342(Aepfel!\253)-342(rief)-343(sie)-342(aus,)-365(\273o,)-365(hatte)-342(ich)-342(doch)-342(gleich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einer)-337(davon!)-511(Er)-337(ist)-337(reif,)-359(Ilse,)-358(ich)-337(wei\337,)-337(ich)-337(kenne)-337(dieser)-337(Baum)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(blauen)-248(Rock)-248(dazu)-248(an)-248(und)-248(steige)-248(hinauf)-248(in)-248(das)-248(gr\374ne)-247(Bl\344tterdach.)]TJ 0 -13.549 Td [(Es)-250(ist)-250(himmlisch,)-250(Nellie!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([91])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.395 Td [(Und)-209(sie)-209(ergriff)-209(die)-209(Freundin)-209(am)-209(Arme)-209(und)-209(tanzte)-209(mit)-209(ihr)-209(durch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-250(Zimmer.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273O,)-370(du)-370(bist)-370(einer)-370(Engel!)-610(du)-370(kluge)-370(Ilse!)-610(Wenn)-370(wir)-370(nur)-369(erst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Nacht)-250(h\344tten!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Ilse)-262(stand)-262(schon)-261(wieder)-262(am)-262(Fenster)-262(und)-262(warf)-262(pr\374fende)-261(Blicke)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-339(den)-339(Baum.)-516(\273Siehst)-339(du,)-361(auf)-339(diesen)-339(Zweig)-339(steige)-339(ich)-338(zuerst,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(sagte)-313(sie)-313(ganz)-313(erregt,)-328(\273und)-313(dann)-313(auf)-313(den)-313(dort,)]TJ/F22 10.9091 Tf 207.378 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.869 0 Td [(es)-313(h\344ngen)-313(drei)]TJ -216.247 -13.549 Td [(herrliche)-373(Aepfel)-373(daran,)]TJ/F22 10.9091 Tf 107.953 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.523 0 Td [(die)-373(pfl\374cke)-373(ich)-373(zuerst)-373(und)-373(werfe)-373(sie)]TJ -117.476 -13.549 Td [(dir)-344(zu,)]TJ/F22 10.9091 Tf 32.895 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.202 0 Td [(dann)-344(geht)-343(es)-344(h\366her)-343(hinauf)-344(bis)-343(an)-344(Melanies)-343(und)-344(Orlas)]TJ -42.097 -13.55 Td [(Stubenfenster,)]TJ/F22 10.9091 Tf 66.377 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.928 0 Td [(sie)-318(lassen)-319(es)-318(immer)-319(offen)-318(stehen)-319(des)-318(Nachts)]TJ/F22 10.9091 Tf 199.871 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(dann)-250(stecke)-250(ich)-250(den)-250(Kopf)-250(hinein)-250(und)-250(rufe:)-250(Gute)-250(Nacht!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Ilse!\253)-294(rief)-295(Nellie)-294(entsetzt,)-306(\273du)-294(darfst)-294(der)-295(Unsinn)-294(nicht)-294(thun!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Gieb)-250(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 42.72 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Hand)-250(darauf!\253)]TJ -37.124 -15.395 Td [(\273Es)-499(war)-500(nur)-499(Scherz,\253)-500(entgegnete)-499(Ilse.)-999(\273Sei)-499(ohne)-499(Sorge,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie,)-475(ich)-431(werde)-430(ganz)-430(artig)-431(und)-430(still)-430(sein,)-476(niemand)-430(soll)-430(von)]TJ 0 -13.55 Td [(unsrem)-250(entz\374ckenden)-250(Abenteuer)-250(erfahren!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 193.866 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -181.91 -15.395 Td [(Die)-208(Zeit)-207(verging)-208(den)-207(beiden)-208(M\344dchen)-207(wie)-208(mit)-207(Schneckenpost.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse,)-782(die)-676(sich)-676(wenig)-675(verstellen)-676(konnte,)-782(war)-676(w\344hrend)-675(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Abendessens)-250(ganz)-250(besonders)-250(lustig)-250(und)-250(aufgeregt.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Du)-507(siehst)-507(so)-507(unternehmend)-507(und)-507(fr\366hlich)-507(aus,\253)-506(bemerkte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-323(G\374ssow,)-341(\273hast)-323(du)-322(eine)-323(gute)-323(Nachricht)-323(aus)-323(der)-322(Heimat)]TJ 0 -13.549 Td [(erhalten?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Ilse)-430(wurde)-430(rot)-430(und)-430(f\374hlte)-430(sich)-430(wie)-430(ertappt.)-790(Ein)-430(Gl\374ck)-430(f\374r)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie,)-439(da\337)-401(die)-401(Lehrerin)-401(ganz)-401(arglos)-401(die)-400(Bemerkung)-401(machte)-401(und)]TJ 0 -13.549 Td [(gar)-449(nicht)-448(weiter)-449(auf)-449(sie)-448(achtete,)-499(vielleicht)-448(w\344re)-449(ihr)-449(doch)-448(die)]TJ 0 -13.549 Td [(verr\344terische)-250(R\366te)-250(aufgefallen.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Endlich,)-343(endlich,)-343(war)-324(alles)-324(still)-324(im)-324(Hause.)-473(Die)-324(Runde)-324(durch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(s\344mtliche)-371(Schlafgem\344cher)-371(war)-372(gemacht,)-401(und)-371(Fr\344ulein)-371(G\374ssow)]TJ 0 -13.55 Td [(war)-250(bereits)-250(in)-250(ihr)-250(Zimmer)-250(zur\374ckgekehrt.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Nellie)-220(sa\337)-219(in)-220(ihrem)-220(Bett)-219(und)-220(lauschte.)-240(Sie)-219(hatte)-220(unten)-220(die)-219(Th\374r)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-216(schlie\337en)-215(h\366ren,)-222(wartete)-216(noch)-215(eine)-216(kleine)-216(Weile,)-222(dann)-215(erhob)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(sie)-227(sich)-227(und)-228(glitt)-227(wie)-227(ein)-227(Geist)-227(durch)-228(das)-227(Zimmer)-227(und)-227(lehnte)-227(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(weit)-250(zum)-250(Fenster)-250(hinaus.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([92])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.75 Td [(\273Was)-250(machst)-250(du?\253)-250(fragte)-250(Ilse.)]TJ 0 -16.75 Td [(\273Ich)-486(will)-487(sehen,)-545(ob)-487(Fr\344ulein)-486(G\374ssow)-486(noch)-487(Licht)-486(in)-486(sein)]TJ/F22 10.9091 Tf 265.042 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(Schlafstube)-332(hat)]TJ/F22 10.9091 Tf 71.476 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)-332(fl\374sterte)-332(sie.)-496(\273Noch)-332(ist)-332(hell)-332(unten,)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.139 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.077 0 Td [(immer)]TJ -252.146 -13.549 Td [(noch)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.934 0 Td [(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.636 0 Td [(\253)]TJ -25.615 -16.75 Td [(\273Soll)-250(ich)-250(aufstehen?\253)-250(fragte)-250(Ilse.)]TJ 0 -16.75 Td [(\273Nein,)-601(du)-531(sollst)-531(dir)-531(ganz)-531(ruhig)-531(halten)-531(und)-531(nicht)-531(so)-531(laut)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sprechen.)-283(Sie)-260(hat)-261(noch)-261(immer)-261(hell.)-282(Wie)-261(langweilig!)-283(Was)-261(sie)-260(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(anfangt!)-463(Warum)-321(geht)-321(sie)-321(nicht)-321(in)-321(ihr)-321(Bett)-321(und)-321(macht)-321(die)-320(Auge)]TJ 0 -13.549 Td [(zu.\253)]TJ 11.956 -16.75 Td [(Sie)-280(beugte)-280(sich)-280(weit)-280(zum)-280(Fenster)-280(hinaus)-280(und)-280(sah)-280(unverwandt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auf)-408(die)-408(seitw\344rts)-408(liegenden,)-448(noch)-408(immer)-408(erleuchteten)-408(Fenster.)]TJ 0 -13.549 Td [(Im)-281(Fl\374stertone)-281(rief)-281(sie)-280(Ilse)-281(ihre)-281(Bemerkungen)-281(zu.)-343(Pl\366tzlich)-280(fuhr)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-299(schnell)-298(mit)-299(dem)-298(Kopfe)-299(zur\374ck)-299(und)-298(legte)-299(den)-298(Finger)-299(auf)-298(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Mund.)]TJ 11.956 -16.75 Td [(\273Sei)-306(ganz)-306(still,)-320(Ilse,)-321(r\374hr)]TJ/F22 10.9091 Tf 109.413 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.973 0 Td [(dir)-306(nicht,\253)-306(sagte)-306(sie)-306(dann,)-321(sich)-306(auf)]TJ -128.342 -13.549 Td [(den)-194(Zehen)-195(zu)-194(derselben)-195(heranschleichend,)-205(\273sie)-194(hat)-195(eben)-194(der)-194(Kopf)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-281(Fenster)-280(ausgesteckt)-281(und)-280(sieht)-281(in)-280(der)-281(Mond.)-341(Beinah)]TJ/F22 10.9091 Tf 245.426 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.693 0 Td [(hat)-281(sie)]TJ -252.119 -13.549 Td [(mir)-250(erblickt.\253)]TJ 11.956 -16.75 Td [(Nach)-260(einem)-260(kleinen)-259(Weilchen)-260(h\366rte)-260(sie)-260(das)-260(Fenster)-259(schlie\337en)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-203(als)-204(Nellie)-203(vorsichtig)-203(hinunter)-203(blickte,)-213(war)-203(das)-203(Licht)-203(gel\366scht.)]TJ 11.956 -16.75 Td [(\273Jetzt)-298(ist)-297(die)-298(gro\337e)-298(Augenblick)-297(gekommen,\253)-298(wandte)-298(sie)-297(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-197(pathetischem)-197(Tone)-197(an)-197(Ilse)-197(und)-197(streckte)-197(die)-197(Hand)-197(aus,)-207(\273erheben)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-250(sich,)-250(mein)-250(Fr\344ulein,)-250(und)-250(gehen)-250(Sie)-250(an)-250(das)-250(gro\337es)-250(Werk!\253)]TJ 11.956 -16.75 Td [(Ilse)-318(war)-317(so)-318(aufgeregt)-317(durch)-318(den)-318(Gedanken)-317(an)-318(das)-317(n\344chtliche)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Abenteuer,)-455(da\337)-415(sie)-414(gar)-414(nicht)-414(bemerkte,)-456(wie)-414(urkomisch)-414(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(aussah,)-430(als)-394(sie)-394(in)-394(ihrem)-394(langen)-394(Nachtgewande,)-430(den)-394(Arm)-394(weit)]TJ 0 -13.549 Td [(ausgestreckt,)-250(so)-250(vor)-250(ihr)-250(stand.)]TJ 11.956 -16.75 Td [(Eilig)-368(erhob)-368(sie)-368(sich)-369(und)-368(begann)-368(sich)-368(anzukleiden.)-604(Das)-368(war)]TJ -11.956 -13.55 Td [(bald)-394(geschehen,)-430(da)-394(das)-393(Blousenkleid,)-430(und)-394(was)-394(sie)-394(sonst)-393(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(n\366tig)-250(hatte,)-250(schon)-250(bereit)-250(lag.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Gegen)-488(die)-488(Stiefel)-489(erhob)-488(Nellie)-488(Einsprache.)-965(\273Sie)-488(sind)-488(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unschicklich,)-220(zu)-212(plump,)-219(du)-212(machst)-213(eine)-212(so)-212(laute)-212(Schritt,)-219(da\337)-212(alles)]TJ 0 -13.549 Td [(aufwacht.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([93])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -13.996 Td [(Ilse)-288(h\366rte)-289(nicht)-288(darauf.)-366(Sie)-288(hatte)-289(dieselben)-288(bereits)-288(angezogen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-250(schlich)-250(auf)-250(den)-250(Zehen)-250(zum)-250(Fenster)-250(hin.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Gieb)-266(mir)-265(das)-266(K\366rbchen,\253)-265(bat)-266(sie.)-297(Nellie)-266(hing)-265(ihr)-266(ein)-265(solches)]TJ -11.956 -13.549 Td [(um)-250(den)-250(Hals,)-250(damit)-250(sie)-250(den)-250(Arm)-250(frei)-250(behalte.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273So,)-424(nun)-389(bist)-388(du)-389(reisefertig,)-424(mach)]TJ/F22 10.9091 Tf 155.291 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.876 0 Td [(deine)-389(Sach)]TJ/F22 10.9091 Tf 49.079 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.876 0 Td [(brav,)-424(mein)]TJ -232.078 -13.549 Td [(Kind,\253)-250(sagte)-250(sie)-250(und)-250(k\374\337te)-250(Ilse)-250(auf)-250(die)-250(Wange.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Die)-297(h\366rte)-298(nichts.)-392(Mit)-297(leichtem)-297(Sprunge)-298(schwang)-297(sie)-297(sich)-297(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-250(Fensterbrett)-250(und)-250(von)-250(dort)-250(stieg)-250(sie)-250(in)-250(den)-250(Baum.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Aengstlich)-533(blickte)-532(ihr)-533(Nellie)-533(nach.)-1098(Aber)-532(sie)-533(hatte)-532(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ursache,)-353(besorgt)-332(zu)-332(sein.)-497(Ilse)-332(kletterte)-332(leicht)-332(und)-332(gewandt)-332(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-362(Eichk\344tzchen)-362(trotz)-362(ihrer)-361(schweren)-362(Stiefel.)-586(Als)-362(sie)-362(die)-361(drei)]TJ 0 -13.549 Td [(bewu\337ten)-248(Aepfel)-248(erreichen)-247(konnte,)-248(brach)-248(sie)-248(dieselben)-248(und)-247(warf)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(Nellie)-250(zu.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Da)-410(hast)-409(du)-410(eine)-410(Probe!\253)-410(rief)-409(sie)-410(\374berm\374tig)-410(in)-409(halblautem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tone,)-993(\273damit)-844(dir)-844(die)-844(Zeit)-844(nicht)-844(lang)-844(werde,)-992(bis)-844(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(wiederkomme!\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Die)-235(Fr\374chte)-236(kollerten)-235(bis)-236(an)-235(das)-236(Ende)-235(des)-236(Zimmers)-235(zu)-235(Nellies)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Entsetzen.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273O,)-230(was)-230(thust)-230(du!\253)-229(fl\374sterte)-230(sie)-230(und)-230(erhob)-230(drohend)-230(die)-229(Finger.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Die)-539(K\366chin)-539(schl\344ft)-539(unter)-539(dieser)-539(Zimmer,)-611(soll)-539(sie)-539(von)-538(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Spektakel)-250(aufwachen?\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273B\344rbchen)-239(schl\344ft)-239(fest,)-241(ich)-239(h\366re)-239(sie)-239(drau\337en)-239(schnarchen,\253)-238(gab)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ilse)-272(zur\374ck.)]TJ/F22 10.9091 Tf 54.577 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.421 0 Td [(\273Wir)-272(k\366nnen)-272(ganz)-272(ohne)-272(Sorge)-272(sein)]TJ/F22 10.9091 Tf 157.164 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.421 0 Td [(alles)-272(schl\344ft)]TJ/F22 10.9091 Tf -228.583 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.881 0 Td [(alles)-222(ist)-223(still)-222(und)-223(dunkel.)]TJ/F22 10.9091 Tf 107.796 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.881 0 Td [(Nun)-222(lebe)-223(wohl,)-228(Nellie,)-228(jetzt)-222(trete)-222(ich)]TJ -123.558 -13.549 Td [(meine)-250(Reise)-250(an.)-250(Ach,)-250(es)-250(ist)-250(k\366stlich)-250(hier!\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Pl\366tzlich)-293(bekam)-294(es)-293(Nellie)-293(mit)-294(der)-293(Angst.)-380(\273Ich)-294(zittre)-293(f\374r)-293(dir,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sprach)-452(sie)-451(mit)-452(bebenden)-452(Lippen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 155.768 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.382 0 Td [(\273komm)-452(wieder)-451(her,)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.011 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.382 0 Td [(es)]TJ -271.543 -13.549 Td [(k\366nnte)-250(ein)-250(Ungl\374ck)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Ilse)-273(lachte)-273(in)-273(sich)-273(hinein)-273(und)-273(stieg)-273(keck)-273(h\366her)-273(und)-273(h\366her.)-319(Sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(war)-362(so)-362(recht)-361(in)-362(ihrem)-362(Elemente)-362(und)-362(frei)-361(wie)-362(der)-362(Vogel)-362(in)-361(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Luft)-250(regte)-250(sie)-250(ihre)-250(Schwingen.)]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Bald)-469(hatte)-469(sie)-469(die)-469(Spitze)-469(erreicht.)-907(Der)-469(Mond)-469(schien)-469(voll)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-342(klar)-342(und)-342(zeigte)-342(ihr)-342(jeden)-342(Schritt,)-365(den)-342(sie)-342(zu)-342(machen)-341(hatte.)]TJ 0 -13.549 Td [(Als)-295(sie)-295(in)-295(gleicher)-296(H\366he)-295(mit)-295(dem)-295(Schlafgemache)-295(Orlas)-295(und)-295(der)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([94])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Schwestern)-332(war,)-352(konnte)-331(sie)-332(der)-331(Versuchung)-332(nicht)-331(widerstehen,)]TJ 0 -13.55 Td [(einen)-437(Blick)-438(in)-437(das)-437(Fenster)-438(zu)-437(thun.)-812(Vorsichtig)-437(und)-437(behende)]TJ 0 -13.549 Td [(balancierte)-508(sie)-508(auf)-509(dem)-508(Ast,)-573(der)-508(sie)-508(trug)-508(und)-508(dessen)-508(gr\374ne)]TJ 0 -13.549 Td [(Spitzen)-250(beinahe)-250(das)-250(eine)-250(Fenster)-250(ber\374hrten,)-250(und)-250(sah)-250(hinein.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Ruhig,)-433(nichts)-396(ahnend)-396(lagen)-396(die)-396(Schl\344ferinnen)-397(da,)-432(hell)-396(vom)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Mondlicht)-250(beschienen.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Einen)-588(Augenblick)-588(regte)-589(sich)-588(der)-588(Uebermut)-588(in)-589(ihr.)-1264(Ob)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-587(den)-588(M\344dchen)-587(einen)-587(Schabernak)-587(spielte?)-1262(\273Nur)-587(einmal)]TJ 0 -13.55 Td [(gegen)-638(die)-638(Fensterscheibe)-638(klopfen,\253)-638(dachte)-638(sie,)-735(und)-637(schon)]TJ 0 -13.549 Td [(streckte)-428(sie)-429(den)-428(Finger)-429(aus)-428(dazu,)]TJ/F22 10.9091 Tf 156.679 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.129 0 Td [(da)-428(bewegte)-429(sich)-428(Orla)-429(im)]TJ -166.808 -13.549 Td [(Schlafe.)-313(Unwillk\374rlich)-270(fuhr)-271(Ilse)-271(zur\374ck)-271(und)-271(ihre)-271(tolle)-271(Idee)-270(blieb)]TJ 0 -13.549 Td [(unausgef\374hrt.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Es)-266(hingen)-266(so)-266(viel)-266(sch\366ne)-266(Aepfel)-266(rechts)-266(und)-266(links)-266(und)-266(\374berall,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mit)-155(kleiner)-155(M\374he)-155(h\344tte)-155(sie)-155(in)-155(wenigen)-155(Augenblicken)-155(ihr)-155(K\366rbchen)]TJ 0 -13.549 Td [(damit)-216(f\374llen)-216(k\366nnen,)-223(aber)-216(dazu)-216(hatte)-216(sie)-216(keine)-216(Lust,)-222(immer)-216(h\366her)]TJ 0 -13.549 Td [(hinauf)-371(strebte)-371(ihr)-370(Verlangen,)-401(sie)-371(hatte)-371(nun)-371(einmal)-371(die)-370(Freiheit)]TJ 0 -13.549 Td [(gekostet,)-386(so)-358(schnell)-359(wollte)-358(sie)-359(dieselbe)-358(nicht)-359(wieder)-358(aufgeben.)]TJ 0 -13.55 Td [(Die)-371(Krone)-371(des)-371(Baumes)-371(war)-371(ihr)-371(Ziel,)-401(wohl)-371(eine)-371(beschwerliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Fahrt,)-250(aber)-250(sie)-250(schreckte)-250(nicht)-250(davor)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Wie)-718(ein)-718(Bube)-718(erklomm)-718(sie)-718(die)-718(manchmal)-718(schwer)-717(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erreichenden)-341(Zweige,)]TJ/F22 10.9091 Tf 99.463 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.173 0 Td [(ein)-341(einziger)-341(Fehltritt)-341(und)-340(sie)-341(lag)-341(unten)]TJ -108.636 -13.55 Td [(mit)-353(zerbrochenen)-353(Gliedern,)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.04 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.305 0 Td [(dieser)-353(Gedanke)-353(kam)-353(ihr)-353(nicht)-353(in)]TJ -135.345 -13.549 Td [(den)-342(Sinn,)-364(sie)-342(hatte)-342(daheim)-341(ganz)-342(andre)-342(tollk\374hne)-341(Kletterpartien)]TJ 0 -13.549 Td [(ausgef\374hrt)-250(und)-250(jede)-250(Furcht)-250(vor)-250(Gefahr)-250(verlernt.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Mutig)-255(ging)-255(es)-255(vorw\344rts.)-265(Die)-255(lauschende)-255(Nellie)-255(vernahm)-254(dann)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-395(wann)-396(ein)-395(Knacken)-395(der)-395(Aeste,)-432(oder)-395(das)-395(Herabfallen)-395(eines)]TJ 0 -13.549 Td [(Apfels.)-326(Einmal)-275(schrak)-275(sie)-276(heftig)-275(zusammen,)-282(ein)-275(Vogel)-275(flog)-275(auf.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-202(mochte)-203(ihn)-202(in)-202(seiner)-203(Nachtruhe)-202(gest\366rt)-202(haben.)]TJ/F22 10.9091 Tf 218.263 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.662 0 Td [(Es)-202(wurde)-203(ihr)]TJ -225.925 -13.549 Td [(recht)-282(\344ngstlich)-281(auf)-282(ihrem)-282(Lauscherposten,)-289(eine)-282(Ewigkeit)-281(d\374nkte)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-250(ihr,)-250(da\337)-250(Ilse)-250(sie)-250(verlassen)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Ilse!\253)-399(rief)-400(sie)-399(leise.)-698(Keine)-399(Antwort)-399(erfolgte.)-698(Wie)-399(war)-399(es)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(auch)-339(m\366glich,)-360(da\337)-339(ihr)-338(Ruf)-339(zu)-338(derselben)-339(emporgetragen)-338(wurde,)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([95])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(die)-312(oben)-312(in)-312(der)-311(Krone)-312(stand)-312(und)-312(die)-312(erfrischende)-312(Nachtluft)-311(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(vollen)-250(Z\374gen)-250(einsog.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Wie)-255(f\374hlte)-255(sie)-256(sich)-255(gl\374ckselig,)-256(wie)-256(frei,)-256(wie)-255(heimatlich)-255(wurde)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-312(ihr)-313(zu)-312(Mute!)-437(Keine)-312(Fesseln)-313(dr\374ckten)-312(sie)-313(mehr,)-327(Schulzwang,)]TJ 0 -13.55 Td [(Pension,)-381(Vorsteherin)]TJ/F22 10.9091 Tf 96.814 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.329 0 Td [(alles)-355(entschwand)-355(ihr)-355(wie)-356(in)-355(nebelweite)]TJ -106.143 -13.549 Td [(Ferne)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.445 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.06 0 Td [(der)-330(Garten)-331(da)-330(unten)-331(geh\366rte)-330(dem)-331(Papa,)-350(der)-331(Baum,)-350(auf)]TJ -37.505 -13.549 Td [(dem)-219(sie)-220(war,)-225(stand)-219(vor)-220(seinem)-219(Fenster,)-225(es)-220(war)-219(der)-219(alte)-219(Nu\337baum,)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-265(dessen)-265(gr\374nem)-265(Laubwerk)-265(sie)-265(so)-265(manchmal)-265(neckend)-264(Versteck)]TJ 0 -13.549 Td [(gespielt)-420(hatte)-420(mit)-420(dem)-419(Papa,)-463(wenn)-420(er)-419(sie)-420(\374berall)-420(suchte,)-462(von)]TJ 0 -13.549 Td [(dessen)-403(oberster)-404(Spitze)-403(sie)-404(dann)-403(pl\366tzlich)-404(mit)-403(einem)-403(schlichen)]TJ 0 -13.55 Td [(\273Juchhe!\253)-250(ihm)-250(antwortete.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Juchhe!\253)-314(Ganz)-315(in)-314(Erinnerung)-315(versunken,)-331(brach)-314(es)-314(pl\366tzlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(laut)-235(und)-236(kr\344ftig)-235(aus)-235(ihrer)-236(Kehle)-235(hervor,)-238(da\337)-235(es)-236(weithin)-235(durch)-235(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Garten)-250(schallte.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Im)-357(selben)-357(Augenblicke)-357(erwachte)-357(sie)-357(aus)-357(ihrem)-357(Traume)-357(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ganz)-327(erschrocken)-327(fuhr)-327(sie)-328(mi)1(t)-328(der)-327(Hand)-327(nach)-327(dem)-327(Mund.)-481(Was)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-168(sie)-169(gethan!)-222(Aber)-169(die)-168(Reue)-168(kam)-169(jetzt)-168(zu)-168(sp\344t,)-185(vor)-168(allem)-168(mu\337te)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-260(an)-260(den)-259(schnellsten)-260(R\374ckzug)-260(denken,)-262(denn)-260(wie)-260(sie)-259(vermutete,)]TJ 0 -13.55 Td [(so)-443(war)-443(es,)-491(ihr)-443(unvorsichtiger)-443(Ruf)-443(war)-443(im)-443(Hause)-442(vernommen)]TJ 0 -13.549 Td [(worden.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-219(war)-218(davon)-219(erwacht)-218(und)-219(richtete)-219(sich)-218(entsetzt)-219(in)-218(ihrem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Bette)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Grete!\253)-250(rief)-250(sie)-250(mit)-250(bebenden)-250(Lippen,)-250(\273hast)-250(du)-250(geh\366rt?\253)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Ja,\253)-336(t\366nte)-336(es)-337(ged\344mpft)-336(zur\374ck.)-508(\273Melanie,)-358(ich)-336(f\374rchte)-336(mich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(tot!\253)-512(Sie)-512(hatte)-512(sich)-511(die)-512(Decke)-512(\374ber)-512(den)-512(Kopf)-512(gezogen)-511(und)]TJ 0 -13.549 Td [(erwartete)-250(mit)-250(zitternder)-250(Angst)-250(ihr)-250(Schicksal.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Auch)-257(Orla)-256(war)-257(erwacht.)-270(\273Was)-257(war)-256(das?\253)-257(fragte)-257(sie,)-258(\273wo)-256(kam)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-369(laute)-370(Schrei)-369(her?)-609(Mir)-369(war)-370(es,)-399(als)-370(ob)-369(er)-370(dicht)-369(vor)-369(meinem)]TJ 0 -13.549 Td [(Bette)-250(ausgesto\337en)-250(wurde.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Allm\344chtiger)-345(Gott!\253)-345(schrie)-344(Melanie)-345(auf,)-369(\273siehst)-345(du)-344(nichts?)]TJ -11.956 -13.549 Td [(O,)-309(ich)-310(habe)-309(etwas)-309(furchtbar)-310(Schreckliches)-309(gesehen!)-428(Eben)-309(dort!)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.55 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.376 0 Td [(dicht)-359(am)-360(Fenster)-359(flog)-360(es)-359(vor\374ber!)-579(Ein)-359(Gespenst)-360(war)-359(es,)-387(mit)]TJ -9.376 -13.549 Td [(fliegenden)-362(Haaren)-362(und)-362(gro\337en,)-390(gl\374henden)-362(Augen!)-586(Hu,)-390(wie)-361(es)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([96])]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Ja,\253)-171(entgegnete)-171(Orla,)-187(\273deutlich)-171(habe)-171(ich)-171(eine)-171(Gestalt)-171(gesehen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-187(ich)-188(k\366nnte)-187(darauf)-187(schw\366ren,)-200(da\337)-187(sie)-187(von)-187(zwei)-188(langen,)-199(wei\337en)]TJ 0 -13.549 Td [(Armen)-250(in)-250(Nellies)-250(Zimmer)-250(gezogen)-250(wurde.\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Liebe,)-232(liebe)-228(Orla!\253)-228(bat)-228(Melanie)-228(kl\344glich)-228(und)-228(mit)-227(gerungenen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(H\344nden,)-424(\273wecke)-389(die)-389(Leute!)-667(Wenn)-389(das)-389(Gespenst)-389(noch)-389(einmal)]TJ 0 -13.549 Td [(erscheint,)-250(sterbe)-250(ich)-250(vor)-250(Angst!\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 105.499 174.536 Td [(Orla)-445(ergriff)-444(die)-445(Klingelschnur,)-493(die)-445(sich)-444(dicht)-445(neben)-444(ihrem)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Bette)-406(befand,)-446(und)-406(l\344utete.)-718(In)-407(jedem)-406(Zimmer)-406(war)-406(eine)-406(solche)]TJ 0 -13.549 Td [(angebracht,)-423(f\374r)-388(den)-388(Fall,)-422(da\337)-388(ein)-388(pl\366tzliches)-388(Unwohlsein)-388(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(Pension\344rin)-417(des)-418(Nachts)-417(befiel.)-752(S\344mtliche)-418(Schn\374re)-417(f\374hrten)-417(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(einer)-499(Hauptglocke,)-561(die)-499(unten,)-561(dicht)-499(neben)-499(Fr\344ulein)-499(Raimars)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlafzimmer)-250(angebracht)-250(war.)]TJ 11.956 -13.55 Td [(Laut)-326(und)-326(schrill,)-345(wie)-327(eine)-326(Sturmglocke,)-345(t\366nte)-326(ihr)-326(Klang,)-345(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(noch)-238(niemals)-239(die)-238(Ruhe)-239(gest\366rt,)-241(durch)-238(die)-238(Stille)-239(der)-238(Nacht.)-246(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(Ilse)-250(erzitterten,)-250(als)-250(ob)-250(sie)-250(ihr)-250(Sterbegl\366cklein)-250(h\366rten.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([98])]TJ
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+ -257.765 -30.759 Td [(Wie)-347(mit)-346(einem)-347(Zauberschlage)-346(wurde)-347(es)-346(lebendig)-347(im)-346(Hause.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Die)-432(Fenster,)-478(die)-432(eben)-432(noch)-433(dunkel)-432(und)-432(wie)-432(tr\344umend)-432(in)-432(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Garten)-305(geblickt)-305(hatten,)-319(erhellten)-305(sich.)-415(Th\374ren)-304(wurden)-305(ge\366ffnet,)]TJ 0 -13.549 Td [(Stimmen)-250(laut.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Die)-352(Vorsteherin,)-377(im)-352(tiefen)-351(Negligee,)-378(ein)-351(Licht)-352(in)-352(der)-351(Hand,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(trat)-232(zuerst)-232(aus)-232(ihrem)-232(Zimmer.)-244(Fast)-232(gleichzeitig)-232(erschien)-231(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(G\374ssow.)-247(Als)-240(beide)-241(den)-241(Korridor)-240(passierten,)-243(scho\337)-240(Mi\337)-241(Lead)-240(aus)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-250(Zimmerth\374r,)-250(\344ngstlich)-250(fragend)-250(blickte)-250(sie)-250(die)-250(Damen)-250(an.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-700(war)-700(nicht)-699(gerade)-700(eine)-700(Heldin,)-812(die)-700(gute)-700(Mi\337,)-699(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Glockenschall)-281(war)-281(ihr)-281(in)-282(alle)-281(Glieder)-281(gefahren.)-343(Zitternd)-281(war)-281(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(aus)-174(dem)-175(Bette)-174(gesprungen)-175(und)-174(hatte)-175(nach)-174(ihren)-174(Kleidungsst\374cken)]TJ 0 -13.549 Td [(gesucht.)-613(Im)-371(Dunkeln)-371(tappte)-371(sie)-371(vergeblich)-371(darnach.)-613(Sie)-370(hatte)]TJ 0 -13.55 Td [(Licht)-397(anz\374nden)-396(wollen,)-433(aber)-397(die)-396(Schachtel)-397(mit)-396(Streichh\366lzern)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-309(ihr)-308(in)-309(der)-309(Aufregung)-309(entfallen.)-426(In)-308(nerv\366ser)-309(Hast)-309(ergriff)-308(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-286(schottischen)-285(Plaid)-286(und)-285(drapierte)-286(sich)-285(denselben)-286(wie)-285(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(Mantel)-233(um)-232(ihre)-233(Gestalt.)-244(Ihr)-233(sp\344rliches)-232(Haar,)-237(das)-232(sie)-233(jeden)-232(Abend)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-200(gute)-200(Viertelstunde)-201(k\344mmte)-200(und)-200(b\374rstete,)-210(hing)-200(gel\366st)-200(auf)-200(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Schulter)-250(herab.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Sie)-582(machte)-582(einen)-583(h\366chst)-582(komischen)-582(Eindruck)-582(in)-582(diesem)]TJ -11.956 -13.55 Td [(abenteuerlichen)-620(Kost\374me)-620(und)-620(die)-620(Vorsteherin)-620(gab)-620(ihr)-620(den)]TJ 0 -13.549 Td [(ernstlichen)-454(Rat)1(,)-505(sie)-453(m\366ge)-454(sich)-453(wieder)-454(niederlegen,)-504(aber)-453(Mi\337)]TJ 0 -13.549 Td [(Lead)-250(wehrte)-250(dieses)-250(Ansinnen)-250(lebhaft)-250(ab.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Nein,)-256(nein!\253)-254(Und)-255(sie)-255(hing)-254(sich)-255(an)-255(Fr\344ulein)-254(G\374ssows)-255(Arm)-254(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fest,)-250(als)-250(ob)-250(sie)-250(bei)-250(ihr)-250(Schutz)-250(und)-250(Beistand)-250(suche.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Auch)-328(mehrere)-328(Pension\344rinnen)-328(waren)-328(von)-328(dem)-327(ungewohnten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(L\344rm)-217(erwacht)-217(und)-217(aufgestanden.)-239(Angstvoll)-217(st\374rzten)-217(sie)-217(aus)-216(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmern)-219(und)-219(folgten)-219(den)-220(Lehrerinnen)-219(dicht)-219(auf)-219(dem)-219(Fu\337e,)-225(Flora)]TJ 0 -13.55 Td [(hatte)-250(sogar)-250(einen)-250(Rockzipfel)-250(der)-250(Vorsteherin)-250(erfa\337t.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Orla)-250(h\366rte)-250(Stimmen)-250(auf)-250(der)-250(Treppe)-250(und)-250(\366ffnete)-250(die)-250(Th\374r.)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Ist)-281(dir)-280(oder)-281(den)-281(Schwestern)-280(etwas)-281(passiert?\253)-281(fragte)-280(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Raimar)-250(schnell)-250(in)-250(das)-250(Zimmer)-250(tretend.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([99])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.162 Td [(Statt)-173(Orla)-174(antwortete)-173(Melanie:)-212(\273Etwas)-173(furchtbar)-173(Schreckliches)]TJ -11.956 -13.55 Td [(haben)-506(wir)-505(erlebt!\253)-506(rief)-505(sie.)-1017(\273Ein)-505(Gespenst,)-570(ein)-505(furchtbares)]TJ 0 -13.549 Td [(Gespenst)-250(haben)-250(wir)-250(gesehen!\253)]TJ
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+ -269.721 -30.759 Td [(w\344re)-438(nicht)-437(dazu)-438(im)-437(stande)-438(gewesen.)-812(Entsetzt)-437(blickte)-438(sie)-437(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Vorsteherin)-250(an)-250(und)-250(gab)-250(keine)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Dieselbe)-360(deutete)-360(Nellies)-361(stummes)-360(Entsetzen)-360(anders)-360(und)-360(sah)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-250(f\374r)-250(eine)-250(Folge)-250(des)-250(pl\366tzlichen)-250(Schreckens)-250(an.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Nun,)-617(nun,\253)-543(beruhigte)-543(sie,)-617(\273du)-543(darfst)-543(dicht)-543(nicht)-543(weiter)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\344ngstigen.)-1012(Orla)-503(und)-504(die)-504(Schwestern)-504(wollen)-504(durchaus)-503(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(lauten)-373(Schrei)-372(geh\366rt)-373(haben)-373(und)-372(Orla)-373(behauptet)-373(fest,)-403(es)-373(sei)-372(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Gespenst)-383(vor)-383(ihrem)-382(Fenster)-383(vorbeigeflogen)-383(und)-383(hier)-383(in)-382(eurem)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmer)-250(verschwunden.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273O,)-472(eine)-471(Gespenst!)-915(Wie)-472(furchtbar!\253)-472(wiederholten)-471(Nellies)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zitternde)-367(Lippen)-367(und)-367(ihr)-367(blasses)-367(Gesicht)]TJ/F22 10.9091 Tf 185.816 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.458 0 Td [(die)-367(Angst,)-396(die)-367(sich)]TJ -195.274 -13.549 Td [(in)-416(ihren)-415(Z\374gen)-416(malte,)-457(erweckten)-416(Mitleid)-415(in)-416(Fr\344ulein)-415(Raimars)]TJ 0 -13.549 Td [(Herzen.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Beruhige)-160(dich)-161(nur,\253)-160(sagte)-160(sie,)-179(\273die)-160(M\344dchen)-160(werden)-160(getr\344umt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(haben.)-609(Das)-370(ganze)-370(Haus)-370(haben)-369(sie)-370(in)-370(Aufruhr)-369(gebracht.)]TJ/F22 10.9091 Tf 257.211 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.488 0 Td [(Ich)]TJ -266.699 -13.549 Td [(denke,)-237(wir)-234(legen)-234(uns)-234(wieder)-233(nieder,\253)-234(wandte)-234(sie)-234(sich)-234(zu)-233(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(G\374ssow,)-372(\273es)-347(ist)-347(das)-347(beste)-347(Mittel,)-372(die)-347(aufgeregten)-347(Gem\374ter)-347(zur)]TJ 0 -13.55 Td [(Ruhe)-250(zu)-250(bringen.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Schon)-317(im)-317(Herausgehen)-317(begriffen,)-333(fiel)-317(ihr)-317(die)-317(schlafende)-316(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein.)-244(Sie)-232(trat)-232(an)-232(das)-231(Bett)-232(derselben)-232(und)-232(beugte)-232(sich)-232(leicht)-231(dar\374ber.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Ist)-284(denn)-284(Ilse)-284(gar)-285(nicht)-284(erwacht)-284(von)-284(dem)-284(Spektakel?\253)-284(fragte)-284(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(erstaunt.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Mit)-892(Todesangst)-893(verfolgte)-892(Nellie)-893(jede)-892(Bewegung)-892(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorsteherin.)-242(Wenn)-227(sie)-226(sich)-227(ein)-226(wenig)-227(zur)-226(Seite)-227(wandte,)-231(wenn)-226(ihr)]TJ 0 -13.55 Td [(Blick)-259(das)-259(Fu\337ende)-259(des)-259(Bettes)-259(streifte)]TJ/F22 10.9091 Tf 164.818 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.28 0 Td [(dann)-259(waren)-259(sie)-259(verloren.)]TJ -173.098 -13.549 Td [(Unter)-343(dem)-343(Deckbette)]TJ/F22 10.9091 Tf 99.083 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.199 0 Td [(o)-343(Entsetzen!)-530(sah)-343(eine)-343(Spitze)-343(von)-344(Ilses)]TJ -108.282 -13.549 Td [(f\374rchterlichem)-250(Stiefel)-250(vor.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Sie)-289(hat)-290(immer)-289(ein)-290(so)-289(fester)-289(Schlaf,\253)-290(brachte)-289(Nellie)-289(m\374hsam)]TJ/F16 7.9701 Tf 279.068 0 Td [([101])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(hervor)-291(und)-291(pl\366tzlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 92.536 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.628 0 Td [(im)-291(Augenblicke)-291(der)-290(h\366chsten)-291(Not)-291(kehrte)]TJ -101.164 -13.549 Td [(ihre)-250(Geistesgegenwart)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Bitte,)-347(bitte,)-347(Fr\344ulein)-327(G\374ssow,\253)-328(sagte)-327(sie)-328(und)-327(erhob)-327(flehend)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-429(H\344nde,)-474(\273sehen)-429(Sie)-429(unter)-429(meines)-429(Bett,)-473(ob)-429(keine)-429(Gespenst)]TJ 0 -13.549 Td [(daliegt.\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(100)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Sofort)-273(lenkte)-273(sich)-273(die)-273(Aufmerksamkeit)-273(aller)-273(Anwesenden)-273(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-205(und)-204(die)-205(Angeredete)-204(nahm)-204(wirklich)-205(das)-204(Licht)-205(und)-204(leuchtete)]TJ 0 -13.549 Td [(unter)-250(das)-250(Bett.)-250(Fr\344ulein)-250(Raimar)-250(sch\374ttelte)-250(unwillig)-250(den)-250(Kopf.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Sei)-340(nicht)-341(kindisch,)-363(Nellie,\253)-341(verwies)-340(sie)-341(dieselbe,)-363(\273du)-340(wirst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-341(deinem)-341(Alter)-341(doch)-341(wahrlich)-341(nicht)-341(mehr)-341(an)-341(Spukgeschichten)]TJ 0 -13.549 Td [(glauben!\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Und)-282(Mi\337)-281(Lead,)-290(die)-282(bis)-282(dahin)-281(mit)-282(den)-282(Pension\344rinnen)-282(vor)-281(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\344u\337eren)-362(Th\374r)-362(gestanden,)-390(trat)-362(zu)-362(ihrer)-362(Landsm\344nnin)-362(und)-362(schalt)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(wegen)-250(ihrer)-250(Furchtsamkeit.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Kaum)-221(hatte)-221(Nellie)-221(die)-221(sonderbar)-221(Gekleidete)-221(erblickt,)-227(als)-221(sie)-220(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein)-261(lautes)-260(Gel\344chter)-261(ausbrach.)-281(\273O,)-261(Mi\337)-260(Lead!\253)-261(rief)-260(sie)-261(aus.)-281(\273Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-284(die)-284(Aussicht)-284(wie)-284(eine)-284(R\344uberhauptmann!)-352(Seien)-284(Sie)-283(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(b\366se,)-230(aber)-226(ich)-225(mu\337)-226(lachen!\253)-225(Und)-226(die)-225(\374brigen)-226(M\344dchen)-225(stimmten)]TJ 0 -13.549 Td [(fr\366hlich)-374(ein)-374(in)-374(das)-374(Gel\344chter,)-405(sie)-374(hatten)-374(bis)-374(jetzt)-374(nicht)-374(auf)-374(die)]TJ 0 -13.55 Td [(englische)-250(Lehrerin)-250(geachtet.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Mi\337)-240(Lead)-240(wurde)-240(hochrot)-240(vor)-240(Aerger,)-242(und)-240(die)-240(Vorsteherin)-240(gab)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-331(einen)-332(ernsten)-331(Verweis)-331(\374ber)-332(ihr)-331(unartiges)-331(Benehmen.)-494(Es)]TJ 0 -13.55 Td [(wurde)-200(dar\374ber)-200(die)-199(Gespenstergeschichte)-200(vergessen)-200(und)-200(Ilse)-199(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(weiter)-250(beachtet.)-250(Oder)-250(doch?)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Fr\344ulein)-285(G\374ssow)-286(entfernte)-285(sich,)-294(mit)-285(dem)-286(Lichte)-285(in)-285(der)-285(Hand,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sehr)-484(schnell)-484(aus)-484(der)-484(Th\374r)]TJ/F22 10.9091 Tf 125.157 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.734 0 Td [(hatte)-484(sie)-484(vielleicht)-484(die)-484(unselige)]TJ -135.891 -13.55 Td [(Stiefelspitze)-250(entdeckt?)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Wir)-285(wollen)-285(Ilses)-286(Ruhe)-285(nicht)-285(st\366ren,\253)-285(sagte)-285(sie,)-294(\273warum)-285(soll)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-250(Aermste)-250(auch)-250(noch)-250(ermuntert)-250(werden?\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Sie)-374(haben)-374(recht,)-406(wir)-374(wollen)-374(sie)-374(nicht)-374(st\366ren.)-623(Aber)-374(sie)-374(hat)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einen)-443(wunderbar)-443(festen)-444(Schlaf.)-829(Nun)-444(geht)-443(zur)-443(Ruhe,)-491(Kinder.)]TJ 0 -13.549 Td [(Melanies)-312(Gespenst)-311(war)-312(sicherlich)-312(nichts)-311(weiter,)-327(als)-312(eine)-311(Katze,)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-369(sich)-368(im)-369(Baume)-369(einen)-368(Vogel)-369(gefangen)-368(hat.)-606(Ihr)-369(k\366nnt)-368(ganz)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([102])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(ohne)-250(Sorge)-250(sein,)-250(zum)-250(zweitenmal)-250(wird)-250(es)-250(nicht)-250(wiederkehren.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Damit)-262(hatte)-262(der)-263(n\344chtliche)-262(Spuk)-262(sein)-262(Ende)-263(erreicht.)-286(In)-262(kurzer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zeit)-253(lag)-253(alles)-253(wieder)-253(im)-253(tiefen)-253(Schlafe.)-259(Melanie)-253(hatte)-252(die)-253(Lampe)]TJ 0 -13.55 Td [(brennen)-207(lassen,)-215(um)-206(keinen)-207(Preis)-206(w\374rde)-207(sie)-206(im)-207(Dunklen)-206(geblieben)]TJ 0 -13.549 Td [(sein.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 311.038 548.934 Td [(101)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Als)-249(Nellie)-249(sich)-249(vollkommen)-250(\374berzeugt)-249(hatte,)-249(da\337)-249(alles)-249(wieder)]TJ -11.956 -13.549 Td [(still)-383(im)-384(Hause)-383(war,)-417(da)-383(kehrte)-384(mit)-383(dem)-384(Gef\374hle)-383(der)-383(Sicherheit)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-341(ihre)-341(frohe)-341(Laune)-342(wieder.)-523(Sie)-341(suchte)-341(die)-341(Aepfel)-341(unter)-341(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Bettdecke)-293(hervor)-293(und)-293(fing)-293(an,)-303(gem\374tlich)-293(zu)-293(essen,)-304(als)-293(ob)-292(nichts)]TJ 0 -13.55 Td [(vorgefallen)-250(w\344re.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Was)-355(machst)-354(du)-355(denn?\253)-354(fragte)-355(Ilse,)-381(als)-354(sie)-355(das)-354(knirschende)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ger\344usch)-364(h\366rte.)-592(Sie)-364(hatte)-364(bis)-363(jetzt)-364(noch)-364(nicht)-364(gewagt,)-393(sich)-363(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(r\374hren,)-250(und)-250(lag)-250(wie)-250(im)-250(Schwei\337e)-250(gebadet)-250(da.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Ich)-250(speise)-250(Aepfel,\253)-250(entgegnete)-250(Nellie)-250(sorglos.)]TJ 0 -14.367 Td [(\273Aber,)-226(Nellie,)-227(wie)-220(kannst)-221(du)-221(das)-220(nur!\253)-221(rief)-220(Ilse)-221(ganz)-220(entr\374stet.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Ich)-384(zittre)-383(noch)-384(an)-383(allen)-384(Gliedern,)-417(mein)-384(Herz)-383(schl\344gt)-384(wie)-383(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Hammer)]TJ/F22 10.9091 Tf 42.979 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.263 0 Td [(und)-441(du)-440(kannst)-441(essen!)-822(Wirf)-441(die)-441(Aepfel)-440(fort)]TJ/F22 10.9091 Tf 205.006 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.262 0 Td [(sie)]TJ -268.51 -13.549 Td [(geh\366ren)-431(ja)-430(gar)-431(nicht)-431(uns.)-792(Ach,)-476(Nellie,)-475(ich)-431(\344rgere)-431(mich)-430(\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(meinen)-250(dummen)-250(Streich!\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273O)-327(was!\253)-328(sagte)-327(Nellie)-327(ruhig)-328(weiter)-327(essend,)-347(\273man)-327(mu\337)-327(thun,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(als)-315(ob)-314(man)-315(zu)-314(Haus)-315(ist!)-444(Gr\344m)]TJ/F22 10.9091 Tf 135.312 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.064 0 Td [(dir)-315(nicht)-314(mit)-315(unn\374tze)-314(Gedanke,)]TJ -142.376 -13.549 Td [(zieh)]TJ/F22 10.9091 Tf 18.175 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.031 0 Td [(dir)-311(lieber)-312(aus)-311(und)-312(pack)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.054 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.031 0 Td [(deine)-311(Sache)-312(fort)-311(in)-312(deine)-311(Koffer.)]TJ -134.291 -13.549 Td [(Du)-196(kannst)-196(ruhig)-196(schlafen,)-206(mein)-196(Darling,)-207(morgen)-196(wei\337)-196(kein)]TJ/F22 10.9091 Tf 252.443 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.769 0 Td [(Seel)]TJ/F22 10.9091 Tf 18.785 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(von)-307(unser)-308(lustiges)-307(Abenteuer)-308(und)-307(du)-307(wirst)-308(sehr)-307(klug)-308(sein,)-321(liebe)]TJ 0 -13.55 Td [(Ilschen,)-250(und)-250(schweigen.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Ilse)-413(ging)-413(heute)-414(nicht)-413(auf)-413(Nellies)-413(scherzenden)-413(Ton)-414(ein;)-494(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Gedanke,)-469(die)-425(Vorsteherin)-426(hintergangen)-425(zu)-425(haben,)-469(dr\374ckte)-425(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(schwer.)-901(Schweigend)-466(entkleidete)-467(sie)-467(sich)-467(und)-467(verschlo\337)-466(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Sachen)-250(sorgf\344ltig)-250(in)-250(den)-250(Koffer.)-250(Dann)-250(legte)-250(sie)-250(sich)-250(nieder.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Der)-370(Schlaf)-369(aber)-370(wollte)-370(nicht)-370(kommen.)-609(Nellies)-369(regelm\344\337ige)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Atemz\374ge)-818(verrieten)-818(l\344ngst,)-960(da\337)-817(dieselbe)-818(sanft)-818(und)-818(s\374\337)]TJ 0 -13.549 Td [(eingeschlummert)-443(war,)-491(als)-442(sie)-443(noch)-442(immer)-443(wachend)-443(im)-442(Bette)]TJ 0 -13.55 Td [(lag.)-630(Der)-376(Gedanke,)-408(wie)-377(nahe)-377(sie)-376(daran)-377(gewesen)-376(war,)-408(entdeckt)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-451(werden,)-501(schreckte)-450(sie)-451(immer)-451(von)-450(neuem)-451(auf.)-852(Sobald)-450(sie)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([103])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(im)-327(Begriffe)-327(war,)-346(einzuschlafen,)-346(fuhr)-326(sie)-327(angstvoll)-327(in)-327(die)-326(H\366he.)]TJ 0 -13.549 Td [(Endlich)-432(schlief)-432(sie)-432(ein,)-478(aber)-432(selbst)-432(im)-432(Traum)-432(qu\344lten)-432(sie)-432(die)]TJ 0 -13.549 Td [(schrecklichsten)-213(Bilder.)-238(Bald)-213(wurde)-213(sie)-213(verfolgt,)-221(bald)-213(fiel)-213(sie)-213(vom)]TJ 0 -13.55 Td [(Baume)-273(und)-273(zuletzt)-273(hatte)-272(sie)-273(sich)-273(in)-273(einen)-273(Vogel)-273(verwandelt)-272(und)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-250(gro\337e)-250(Eule)-250(wollte)-250(sie)-250(fressen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 152.389 0 Td [(\023)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Fr\374h)-828(am)-827(andern)-828(Morgen,)-972(als)-827(Fr\344ulein)-828(Raimar)-827(ihren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Spaziergang)-618(durch)-618(den)-618(Garten)-618(machte,)-710(blieb)-618(sie)-618(vor)-617(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Apfelbaume)-188(stehen.)-229(Sie)-188(sch\374ttelte)-187(den)-188(Kopf)-188(und)-187(rief)-188(den)-187(G\344rtner.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Es)-340(m\374ssen)-340(Diebe)-340(in)-340(diesem)-341(Baume)-340(gewesen)-340(sein,)-362(Lange,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sagte)-541(sie,)-613(\273sehen)-540(Sie)-541(nur)-541(das)-540(viele)-541(Laub)-540(und)-541(sogar)-540(einige)]TJ 0 -13.549 Td [(abgebrochene)-261(Zweige)-260(darunter.)-282(Da)-261(liegen)-260(auch)-261(mehrere)-260(Aepfel,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-372(sie)-371(verloren)-372(haben)-372(m\366gen.)-614(Machen)-372(Sie)-372(doch,)-402(solange)-371(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Obst)-293(noch)-292(nicht)-293(abgenommen)-293(ist,)-303(\366fters)-293(des)-292(Nachts)-293(eine)-292(Runde)]TJ 0 -13.549 Td [(durch)-250(den)-250(Garten.\253)]TJ 11.956 -16.187 Td [(\273Es)-602(ist)-603(mir)-602(ein)-603(R\344tsel,)-690(wie)-603(sie)-602(hereingekommen)-602(sind,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bemerkte)-514(der)-514(G\344rtner)-513(kopfsch\374ttelnd,)-580(\273die)-514(Gartenpforte)-513(war)]TJ 0 -13.549 Td [(fest)-202(verschlossen.)-234(Sie)-202(m\374ssen)-202(geradezu)-202(\374ber)-202(die)-202(Mauer)-201(geklettert)]TJ 0 -13.549 Td [(sein.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Wohl)-346(m\366glich,\253)-347(stimmte)-346(Fr\344ulein)-346(Raimar)-346(ihm)-347(bei,)-370(und)-346(im)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Weitergehen)-335(dachte)-336(sie,)-356(da\337)-335(Melanie)-336(doch)-335(im)-335(Rechte)-335(gewesen)]TJ 0 -13.55 Td [(sei.)-748(Freilich)-416(ein)-416(Gespenst)-416(hatte)-416(sie)-416(nicht)-416(gesehen,)-457(wohl)-416(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-250(Spitzbuben.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Oben,)-400(am)-371(offnen)-370(Fenster,)-400(standen)-371(die)-370(beiden)-370(M\344dchen)-370(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatten)-332(jedes)-331(Wort)-332(vernommen.)-495(Ilse)-331(war)-332(es)-332(hei\337)-331(und)-332(kalt)-331(dabei)]TJ 0 -13.549 Td [(geworden)-262(und)-262(sie)-262(hatte)-261(sich)-262(wie)-262(eine)-262(arme)-262(S\374nderin)-262(ertappt)-261(und)]TJ 0 -13.55 Td [(besch\344mt)-204(gef\374hlt.)-235(Nellie)-204(dagegen)-204(lachte)-205(so)-204(recht)-204(vergn\374gt)-204(in)-204(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(hinein)-250(und)-250(nahm)-250(alles)-250(wie)-250(einen)-250(k\366stlichen)-250(Scherz)-250(hin.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Das)-297(ist)-298(eine)-297(spa\337ige)-297(Sach)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.409 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,\253)-297(sagte)-298(sie)-297(\374berm\374tig,)-309(\273ich)-297(kann)]TJ -133.998 -13.549 Td [(mir)-266(totlachen!)-299(Wenn)-266(sie)-267(w\374\337te,)-270(da\337)-266(die)-267(b\366se)-266(Spitzbuben)-266(mit)-266(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(unter)-250(eine)-250(Dach)-250(wohnen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 111.786 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(Wie)-250(w\374rde)-250(sie)-250(sich)-250(staunen!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -192.722 0 Td [([104])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -16.187 Td [(Ilse)-321(hielt)-322(ihr)-321(den)-321(Mund)-321(zu.)-464(\273Du)-322(darfst)-321(nicht)-321(dar\374ber)-321(lachen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie,\253)-567(gebot)-568(sie)-567(entschieden,)-646(\273ich)-568(sch\344me)-567(mich)-567(so)-567(sehr!)]TJ 0 -13.549 Td [(Spitzbuben)-341(hat)-340(uns)-341(Fr\344ulein)-340(Raimar)-341(genannt,)-363(und)-340(das)-341(sind)-340(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(auch.)-246(Ich)-237(hatte)-237(gar)-237(nicht)-238(daran)-237(gedacht,)-240(und)-237(das)-237(war)-237(recht)-237(dumm)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(mir.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Wer)-171(wird)-171(so)-171(strenge)-171(richten,)-187(kleine)-171(Weisheit,\253)-171(tr\366stete)-170(Nellie.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Was)-362(man)-361(in)-362(der)-361(Mund)-362(steckt,)-389(ist)-362(kein)-361(Diebstahl,)-390(merken)-361(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-275(das!)-326(Fr\344ulein)-275(Raimar)-275(bekommt)-275(auch)-276(so)-275(gro\337e)-275(Kostgeld,)-281(da)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(bezahlen)-242(wir)-243(die)-242(paar)-242(lumpige)-243(Apfel)-242(alle)-242(mit.)]TJ/F22 10.9091 Tf 200.257 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.098 0 Td [(Komm,)-244(gieb)-242(mir)]TJ -208.355 -13.549 Td [(ein)-250(Ku\337)-250(und)-250(sieh)-250(nicht)-250(so)-250(tr\374be)-250(aus,)-250(du)-250(klein)-250(Spitzbube!\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Mit)-410(Nellie)-411(war)-410(schwer)-411(streiten.)-731(Sie)-411(widerlegte)-410(so)-410(harmlos)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-316(sah)-316(so)-315(schelmisch)-316(dabei)-316(aus,)-332(da\337)-316(Ilse,)-332(wenn)-316(sie)-316(auch)-315(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(\374berzeugt)-352(wurde,)-377(sich)-352(wenigstens)-352(nicht)-352(mehr)-352(so)-352(hart)-351(anklagte.)]TJ 0 -13.549 Td [(Aber)-341(auf)-341(einem)-341(bestand)-341(sie.)-523(Nellie)-341(mu\337te)-341(ihr)-341(die)-341(Hand)-340(darauf)]TJ 0 -13.549 Td [(geben,)-600(da\337)-531(ni)1(emals)-531(wieder)-530(ein)-530(\344hnlicher)-531(Streich)-530(von)-530(ihnen)]TJ 0 -13.549 Td [(ausgef\374hrt)-250(werden)-250(solle.)]TJ/F22 10.9091 Tf 109.669 0 Td [(\023)-250(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 19.314 -16.004 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -16.004 Td [(Die)-339(Tage)-338(wurden)-339(k\374rzer)-339(und)-338(k\374rzer.)-516(Der)-339(Oktoberwind)-338(fuhr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sausend)-339(durch)-340(die)-339(B\344ume)-339(und)-339(trieb)-340(sein)-339(lustiges)-339(Spiel)-339(mit)-339(den)]TJ 0 -13.55 Td [(trocknen,)-221(gelben)-213(Bl\344ttern.)-238(Oede)-214(und)-213(verlassen)-214(lag)-213(der)-214(Garten)-213(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Instituts,)-235(denn)-232(der)-232(sch\366ne)-231(Aufenthalt)-232(im)-232(Freien)-231(hatte)-232(so)-231(ziemlich)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-346(Ende,)-369(die)-346(M\344dchen)-346(waren)-345(mehr)-346(und)-346(mehr)-345(auf)-346(die)-345(Zimmer)]TJ 0 -13.549 Td [(angewiesen.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(In)-373(den)-372(Wochentagen)-373(empfanden)-373(sie)-373(das)-373(kaum,)-403(aber)-373(an)-372(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Sonntagnachmittagen,)-561(die)-499(sie)-499(gewohnt)-499(waren,)-561(im)-499(Garten)-499(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(verleben,)-266(da)-263(f\374hlten)-263(sie)-263(sich)-263(doppelt)-263(eingeengt.)-289(In)-263(den)-262(Zimmern)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-433(es)-434(so)-433(dumpf,)-480(so)-433(langweilig;)-525(so)-433(war)-434(Ilses)-433(Ansicht.)-800(Man)]TJ 0 -13.549 Td [(konnte)-268(doch)-268(nicht)-268(immer)-268(Briefe)-268(schreiben,)-272(oder)-268(n\344hen.)-304(Sich)-267(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Zeit)-349(verk\374rzen)-349(mit)-348(Romanschreiben,)-374(das)-349(konnte)-348(nur)-349(Flora,)-373(die)]TJ 0 -13.549 Td [(denn)-366(auch)-366(den)-365(innigen)-366(Wunsch)-366(hatte,)-395(die)-365(Sonntagnachmittage)]TJ 0 -13.55 Td [(m\366chten)-250(ewig)-250(dauern.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([105])]TJ 0 -11.58 Td [([107])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -1.969 Td [(\273Ich)-687(komme)-687(heute)-686(auf)-687(euer)-687(Zimmer,\253)-687(sagte)-687(sie)-686(eines)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Sonntagmorgens)-362(zu)-362(den)-362(Freundinnen.)-586(\273Ich)-362(werde)-361(euch)-362(meine)]TJ 0 -13.549 Td [(neueste)-450(Novelle)-449(vorlesen,)-500(nat\374rlich)-449(nur)-450(den)-449(Anfang)-450(und)-449(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlu\337,)-239(das)-240(andre)-240(habe)-239(ich)-240(noch)-239(nicht)-240(geschrieben,)-241(ich)-240(mache)-239(es)]TJ 0 -13.55 Td [(immer)-306(so.)-419(Ich)-306(sage)-306(euch,)-320(ihr)-306(werdet)-306(entz\374ckt)-307(sein,)-320(Kinder!)-418(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(selbst)-308(f\374hle,)-323(wie)-308(entz\374ckend)-308(mein)-308(neuestes)-308(Werk)-308(mir)-308(gelungen)]TJ 0 -13.549 Td [(ist!\253)]TJ 11.955 -13.549 Td [(Nellie)-353(l\344chelte.)-560(\273Wie)-354(ich)-353(mir)-353(auf)-354(dieser)-353(neue)-353(Werk)-353(freue!\253)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sprach)-422(sie)-423(neckend.)-767(\273Immer)-422(nur)-423(die)-422(Anfangs)-423(und)-422(die)-422(Endes)]TJ 0 -13.55 Td [(macht)-341(Flora.)-523(Die)-341(langweilige)-341(Mitte)-341(la\337t)-341(sie)-341(aus!)-523(O,)-341(sie)-341(ist)-341(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337er)-250(Dichter!\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Flora)-358(war)-358(heute)-358(gar)-357(nicht)-358(empfindlich,)-385(sie)-358(that,)-385(als)-358(h\366re)-357(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellies)-250(Neckereien)-250(nicht.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Also)-354(auf)-355(heute)-354(nachmittag!\253)-354(sagte)-354(sie)-355(und)-354(dr\374ckte)-354(Ilse)-354(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Hand.)]TJ 11.956 -15.601 Td [(Nach)-399(der)-399(Kaffeestunde)-399(begleitete)-399(sie)-399(denn)-399(auch)-399(die)-398(beiden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M\344dchen)-425(auf)-425(ihr)-425(Zimmer,)-469(und)-425(nachdem)-425(alle)-425(drei)-424(am)-425(Fenster)]TJ 0 -13.549 Td [(Platz)-382(genommen)-382(hatten,)-415(zog)-382(sie)-382(mit)-382(wichtiger)-382(Miene)-382(mehrere)]TJ 0 -13.549 Td [(lose)-250(Bl\344tter)-250(aus)-250(ihrer)-250(Kleidertasche)-250(hervor.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Fang)-258(doch)-259(an)-258(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 86.019 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.452 0 Td [(Novelle,)-260(warum)-259(besinnst)-258(du)-259(dir?\253)-258(fragte)]TJ -104.427 -13.55 Td [(Nellie,)-410(als)-378(Flora)-378(ein)-378(Blatt)-378(nach)-378(dem)-378(andern)-378(ansah)-378(und)-378(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(beiseite)-250(legte.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Entschuldigt)-333(einen)-333(Augenblick,\253)-333(entgegnete)-333(Flora,)-354(\273das)-333(ist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mir)-462(alles)-463(so)-462(durcheinandergekommen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 183.268 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.5 0 Td [(Seite)-462(5)]TJ/F22 10.9091 Tf 32.317 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(10)]TJ/F22 10.9091 Tf 10.909 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(11)]TJ/F22 10.9091 Tf 10.909 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(3)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -275.176 -13.549 Td [(z\344hlte)-385(sie.)-655(\273Halt!)-655(hier)-385(ist)-385(Blatt)-385(I.)-386(So,)-418(nun)-385(will)-385(ich)-385(beginnen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.115 0 Td [(Und)-336(Nellie,)-356(thue)-336(mir)-335(den)-336(einzigen)-336(Gefallen,)-356(unterbrich)-336(mich)]TJ -9.115 -13.55 Td [(nicht)-335(fortw\344hrend)-335(mit)-336(deinen)-335(witzigen)-335(Einf\344llen,)-356(du)-335(schw\344chst)]TJ 0 -13.549 Td [(wirklich)-411(den)-410(ganzen)-411(Eindruck)-411(damit.)]TJ/F22 10.9091 Tf 176.488 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.935 0 Td [(Nun)-411(h\366rt)-410(zu.)-733(Meine)]TJ -186.423 -13.549 Td [(Novelle)-250(hei\337t:)]TJ 76.533 -15.6 Td [(E)-200(i)-200(n)-808(S)-200(c)-200(h)-200(m)-200(e)-200(r)-200(z)-200(e)-200(n)-200(s)-200(o)-200(p)-200(f)-200(e)-200(r)-200(.)]TJ -64.577 -15.6 Td [(Das)-184(Meer)-184(brauste)-184(und)-184(der)-184(Sturm)-184(tobte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 167.527 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.461 0 Td [(Wei\337e)-184(M\366wen)-184(flogen)]TJ -186.944 -13.55 Td [(kr\344chzend)-352(dar\374ber)-352(hinweg.)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.718 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.292 0 Td [(Der)-352(Mond)-352(lugte)-351(dann)-352(und)-352(wann)]TJ -136.01 -13.549 Td [(zwischen)-250(zerrissenen)-250(Wolken)-250(hervor)]TJ/F22 10.9091 Tf 163.582 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(traurig)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.811 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(einsam.)]TJ/F22 10.9091 Tf 36.36 0 Td [(\023)-250(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf 42.908 0 Td [([108])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.6 Td [(Da)-404(schaukelt)-403(ein)-404(kleines)-404(Schiff)-404(auf)-403(den)-404(hohen)-404(Wogen)-403(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(n\344hert)-288(sich)-289(dem)-288(Strande.)-365(Ein)-289(junges)-288(M\344dchen)-289(sitzt)-288(allein)-288(darin.)]TJ 0 -13.549 Td [(Leichtf\374\337ig)-301(schwingt)-300(sie)-301(sich)-300(aus)-301(dem)-300(Schiff)-301(und)-300(setzt)-301(sich)-300(auf)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)-248(Felsst\374ck,)-248(das)-248(von)-247(den)-248(Wellen)-248(des)-247(Meeres)-248(umsp\374lt)-248(wird)-247(und)]TJ 0 -13.549 Td [(hart)-250(am)-250(Strande)-250(liegt.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Tief)-456(seufzt)-455(sie)-456(auf)-456(und)-455(ihre)-456(gro\337en)-455(Vergi\337meinnichtaugen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374llen)-250(sich)-250(mit)-250(Thr\344nen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 11.956 -15.6 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Was)-453(soll)-453(ich)-453(beginnen?)]TJ/F22 10.9091 Tf 108.14 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.574 0 Td [(fl\366ten)-453(ihre)-453(Lippen)-453(und)-453(in)-453(ihrem)]TJ -132.302 -13.549 Td [(s\374\337en)-214(Blumenangesichte)-214(dr\374ckt)-214(sich)-214(ein)-214(schmerzliches)-214(Entsagen)]TJ 0 -13.55 Td [(aus.)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.021 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Er)-342(liebt)-343(mich)]TJ/F22 10.9091 Tf 62.718 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.19 0 Td [(und)-342(ich)-343(ihn!)-527(Aber)-342(Aurora)-343(liebt)-342(ihn)-343(auch)]TJ -98.562 -13.549 Td [(und)-245(sie)-245(ist)-244(meine)-245(geliebte)-245(Schwester!)-248(Kann)-245(ich)-245(sie)-245(leiden)-244(sehen?)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Aber)-250(du)-250(bist)-250(n\374chtern)-250(vom)-250(Scheitel)-250(bis)-250(zur)-250(Sohle!\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273O,)-354(o!\253)-355(lachte)-354(Nellie)-355(ausgelassen,)-380(\273o,)-381(wie)-355(komisch)-354(bist)-354(du,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Flora!)-241(Lies)-224(nur)-223(weiter)-224(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.426 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Schmerzensopfer)]TJ/F22 10.9091 Tf 75.73 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-229(ich)-224(will)-223(nun)-224(artig)]TJ -201.422 -13.549 Td [(h\366ren)-250(und)-250(kein)-250(Laut)-250(mehr)-250(lachen.\253)]TJ 11.956 -16.187 Td [(Aber)-425(Flora)-425(nahm)-425(schmollend)-426(ihre)-425(Bl\344tter)-425(zusammen.)-775(Das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hei\337t,)-362(es)-339(war)-340(ihr)-339(nicht)-339(so)-340(recht)-339(Ernst)-340(damit,)-361(denn)-340(als)-339(auch)-339(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-275(aufs)-275(Bitten)-276(legte,)-281(sie)-275(m\366ge)-276(doch)-275(nun)-275(auch)-275(den)-275(Schlu\337)-275(ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(Novelle)-391(vorlesen,)-427(da)-392(lie\337)-391(sie)-391(sich)-392(erweichen.)-674(Schon)-391(hatte)-391(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-222(Lippen)-222(ge\366ffnet,)-228(um)-222(fortzufahren,)-227(da)-222(wurde)-222(sie)-222(unterbrochen)]TJ 0 -13.55 Td [(durch)-250(Melanies)-250(hastigen)-250(Eintritt.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Kinder!\253)-675(rief)-674(diese)-675(aufgeregt,)-781(\273es)-675(ist)-675(etwas)-674(furchtbar)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Interessantes)-264(passiert!)-294(Denkt)-264(euch,)-268(eben)-264(ist)-265(eine)-264(h\366chst)-264(elegante)]TJ 0 -13.549 Td [(Dame)-309(vorgefahren)-308(mit)-309(einem)-309(reizend)-308(netten,)-324(kleinen)-308(M\344dchen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-401(Raimar)-400(empfing)-401(sie)-401(schon)-400(an)-401(der)-401(Th\374r)-400(und)-401(Orla)-400(hat)]TJ 0 -13.549 Td [(deutlich)-478(geh\366rt)-479(wie)-478(sie)-478(sagte:)]TJ/F22 10.9091 Tf 144.922 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Sie)-478(bringen)-479(das)-478(Kind)-478(selbst,)]TJ -148.554 -13.55 Td [(gn\344dige)-201(Frau!)]TJ/F22 10.9091 Tf 60.361 0 Td [(9)-201(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.474 0 Td [(Es)-201(bleibt)-201(also)-201(hier)-201(in)-201(der)-201(Pension,)-211(und)-201(wir)-201(haben)]TJ -73.835 -13.549 Td [(nichts)-263(davon)-264(gewu\337t!)-290(Warum)-263(wird)-263(nun)-264(die)-263(ganze)-263(Geschichte)-263(so)]TJ 0 -13.549 Td [(furchtbar)-242(geheimnisvoll)-243(gemacht?)-247(Wir)-242(haben)-243(doch)-242(stets)-242(gewu\337t,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-394(eine)-395(neue)-394(Pension\344rin)-395(ankam!)-683(Ich)-394(finde)-395(das,)-430(aufrichtig)]TJ 0 -13.549 Td [(gesagt,)-250(klassisch!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 84.535 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -72.579 -16.187 Td [(Die)-175(M\344dchen)-176(horchten)-175(erstaunt)-176(auf)-175(und)-175(selbst)-176(Flora)-175(verga\337)-175(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Weiterlesen.)-527(Welch)-342(eine)-343(Bewandtnis)-342(hatte)-342(es)-343(mit)-342(dem)-342(kleinen)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen,)-250(das)-250(so)-250(pl\366tzlich)-250(hereingeschneit)-250(kam?)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([110])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.186 Td [(\273O,)-265(welch)-265(eine)-264(klassische)-265(Geschichte!\253)-265(rief)-265(Nellie.)-294(\273Kommt,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wir)-206(wollen)-207(gleich)-206(die)-206(fremde)-206(Dame)-206(mit)-207(ihres)-206(Kind)-206(uns)-206(ansehen!\253)]TJ 11.956 -16.187 Td [(Und)-613(sie)-614(eilten)-613(die)-614(Treppe)-613(hinunter)-613(mit)-614(einer)-613(Hast)-613(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Neugierde,)-480(als)-434(ob)-434(ein)-434(neues)-434(Wunder)-434(aufgegangen)-434(sei,)-480(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-320(andern)-319(immer)-319(voran,)-337(sie)-320(mu\337te)-319(die)-320(erste)-319(sein,)-337(die)-319(dasselbe)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-250(Augenschein)-250(nahm.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Es)-221(war)-222(aber)-221(gar)-221(nichts)-221(zu)-222(sehen,)-227(denn)-221(vorl\344ufig)-221(verweilten)-221(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fremden)-232(in)-232(Fr\344ulein)-232(Raimars)-232(Zimmer.)-244(Indessen)-232(der)-232(Wagen)-231(hielt)]TJ 0 -13.55 Td [(noch)-235(auf)-236(der)-235(Stra\337e)-235(und)-236(Nellie)-235(schlo\337)-235(daraus,)-239(da\337)-235(die)-235(Dame)-235(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(allzulange)-250(aufhalten)-250(werde.)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(108)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Sehen)-393(m\374ssen)-392(wir)-393(ihr,\253)-393(sagte)-393(Nellie,)-428(\273kommt,)-429(wir)-392(stellen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(uns)-335(an)-334(der)-335(gro\337en)-334(Glasth\374r)-335(im)-334(Speisesalon)-335(und)-334(warten,)-356(bis)-334(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(kommt.\253)]TJ 11.956 -14.969 Td [(Als)-261(sie)-261(dort)-261(eintraten,)-263(fanden)-261(sie)-261(bereits)-261(die)-261(Th\374r)-261(belagert.)-282(Es)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gab)-250(noch)-250(andre)-250(Neugierige)-250(in)-250(der)-250(Pension.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273Ihr)-210(kommt)-209(zu)-210(sp\344t!\253)-210(rief)-210(Grete,)-218(die)-209(nat\374rlich)-210(den)-210(besten)-209(Platz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte.)-250(\273Dahinten)-250(k\366nnt)-250(ihr)-250(nichts)-250(sehen!\253)]TJ 11.956 -14.969 Td [(Nellie)-333(aber)-333(wu\337te)-333(sich)-332(zu)-333(helfen.)-499(Sie)-333(zog)-333(einen)-333(Stuhl)-332(heran)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-250(stellte)-250(sich)-250(darauf.)-250(Ilse)-250(nat\374rlich)-250(kletterte)-250(ihr)-250(nach.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(Die)-259(Geduld)-259(der)-258(M\344dchen)-259(wurde)-259(auf)-259(eine)-259(harte)-259(Probe)-258(gestellt,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wohl)-286(eine)-286(gute)-286(halbe)-285(Stunde)-286(mu\337ten)-286(sie)-286(noch)-286(warten,)-295(bevor)-285(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Erwartete)-164(erschien.)]TJ/F22 10.9091 Tf 85.688 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.246 0 Td [(Langsam)-164(und)-164(lebhaft)-165(sprechend)-164(ging)-164(sie)-164(mit)]TJ -92.934 -13.549 Td [(der)-225(Vorsteherin)-224(an)-225(den)-224(Lauschenden)-224(vor\374ber.)-242(Zum)-224(Gl\374ck)-225(war)-224(es)]TJ 0 -13.549 Td [(bereits)-303(d\344mmerig)-304(und)-303(die)-303(Damen)-303(waren)-304(so)-303(in)-303(der)-303(Unterhaltung)]TJ 0 -13.549 Td [(begriffen,)-550(da\337)-490(sie)-490(nicht)-490(auf)-490(die)-490(vielen)-490(M\344dchenk\366pfe)-490(hinter)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-504(Glasth\374r)-504(achteten,)-567(Fr\344ulein)-504(Raimar)-504(w\374rde)-504(die)-503(kindische)]TJ 0 -13.55 Td [(Neugierde)-250(ernstlich)-250(ger\374gt)-250(haben.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273O,)-250(wie)-250(sie)-250(h\374bsch)-250(ist!\253)-250(bemerkte)-250(Nellie)-250(halblaut.)]TJ 0 -14.969 Td [(\273Sei)-305(doch)-305(still,)-318(Nellie,\253)-305(gebot)-305(Orla,)-319(die)-305(das)-305(Ohr)-305(dicht)-305(an)-304(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Th\374r)-250(hielt,)-250(um)-250(einige)-250(Worte)-250(zu)-250(erlauschen.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273Was)-664(sagt)-665(sie?\253)-664(fragte)-664(Flora,)-768(\273ich)-664(glaube,)-768(sie)-664(spricht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(franz\366sisch.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([111])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.969 Td [(\273Nein,)-612(italienisch,\253)-539(behauptete)-540(Melanie,)-612(die)-539(n\344mlich)-539(seit)]TJ -11.956 -13.55 Td [(einigen)-250(Tagen)-250(angefangen)-250(hatte,)-250(diese)-250(Sprache)-250(zu)-250(treiben.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273Sie)-358(spricht)-357(deutsch,\253)-358(erkl\344rte)-358(Grete.)-573(\273Eben)-358(hat)-358(sie)-357(gesagt:)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Meine)-250(kleine)-250(Lilli.\253)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273Gott)-416(bewahre,)-457(was)-416(du)-416(geh\366rt)-416(hast!\253)-416(widerstritt)-416(Orla,)-457(\273sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(spricht)-250(englisch.\253)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273O,)-250(eine)-250(Landsmann)-250(von)-250(mir!\253)-250(rief)-250(Nellie)-250(laut)-250(und)-250(erfreut.)]TJ 0 -14.969 Td [(Ueber)-208(diese)-207(drollige)-208(Bemerkung)-208(kam)-207(Annemie)-208(in)-208(das)-207(Lachen.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Orla)-250(wurde)-250(ganz)-250(b\366se)-250(dar\374ber)-250(und)-250(hielt)-250(ihr)-250(den)-250(Mund)-250(zu.)]TJ 11.956 -14.969 Td [(\273Fr\344ulein)-437(Raimar)-438(ist)-437(ja)-438(noch)-437(im)-437(Korridor)-438(mit)-437(der)-437(Dame,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fl\374sterte)-250(sie,)-250(\273wenn)-250(sie)-250(sich)-250(umsieht,)-250(sind)-250(wir)-250(blamiert.\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(In)-157(diesem)-157(Augenblicke)-156(kam)-157(von)-157(der)-157(andern)-157(Seite)-157(des)-156(Korridors)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Rosi)-324(M\374ller.)-471(Erstaunt)-324(sah)-324(sie)-323(auf)-324(die)-324(Belagerung)-324(der)-323(Glasth\374r.)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-250(M\344dchen)-250(mu\337ten)-250(zur\374cktreten,)-250(um)-250(sie)-250(einzulassen.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Wie)-394(k\366nnt)-395(ihr)-394(euch)-394(nur)-394(so)-395(kindisch)-394(benehmen,\253)-394(sagte)-395(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sanft)-250(und)-250(vorwurfsvoll.)-250(\273Ich)-250(begreife)-250(eure)-250(Neugierde)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Du)-250(bist)-250(auch)-250(unsre)]TJ/F22 10.9091 Tf 89.683 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Artige)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.873 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,\253)-250(meinte)-250(Grete.)]TJ -124.821 -13.995 Td [(Rosi)-360(\374berh\366rte)-360(diese)-361(vorlaute)-360(Bemerkung.)-581(\273Kommt,)-388(setzen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wir)-273(uns)-273(an)-273(die)-273(Tafel)-272(mit)-273(unsren)-273(Handarbeiten,\253)-273(fuhr)-273(sie)-273(fort,)-278(als)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-323(Gas)-323(angez\374ndet)-323(war,)-341(\273wir)-323(haben)-323(die)-323(Erz\344hlung)-323(von)-322(Ottilie)]TJ 0 -13.55 Td [(Wildermuth)-207(noch)-208(nicht)-207(zu)-207(Ende)-208(geh\366rt.)-235(Willst)-208(du)-207(heute)-207(vorlesen,)]TJ 0 -13.549 Td [(Orla?\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Aber)-240(es)-241(kam)-240(nicht)-241(dazu.)-246(Gerade)-241(als)-240(Orla)-241(beginnen)-240(wollte,)-242(trat)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Fr\344ulein)-250(G\374ssow)-250(mit)-250(der)-250(kleinen)-250(Lilli)-250(an)-250(der)-250(Hand)-250(ein.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Sofort)-537(sprangen)-538(die)-537(M\344dchen)-538(von)-537(ihren)-538(Pl\344tzen)-537(auf)-537(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(umringten)-250(dieselbe.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Sieh)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.851 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-231(Lilli,\253)-227(sagte)-226(die)-227(junge)-226(Lehrerin,)-231(\273nun)-227(kannst)-226(du)-227(gleich)]TJ -40.439 -13.549 Td [(deine)-250(zuk\374nftigen)-250(Freundinnen)-250(kennen)-250(lernen.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Die)-494(Kleine)-493(sch\374ttelte)-494(den)-494(Kopf.)-981(\273Die)-494(Madel)-494(sind)-493(schon)]TJ -11.956 -13.55 Td [(so)-511(gro\337,\253)-511(antwortete)-511(sie)-511(im)-511(s\374ddeutschen)-511(Dialekt)-511(und)-511(ohne)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([112])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.549 Td [(Befangenheit,)-250(\273die)-250(k\366nnen)-250(doch)-250(nit)-250(meine)-250(Freundinnen)-250(sein!\253)]TJ 11.955 -13.995 Td [(Nellie)-198(fand)-199(gleich)-198(einen)-199(Ausweg,)-208(sie)-199(kniete)-198(sich)-199(zu)-198(dem)-198(Kinde)]TJ -11.955 -13.55 Td [(nieder)-314(und)-315(sagte:)-379(\273Jetzt)-314(bin)-315(ich)-314(ein)-315(klein)-314(Madel)-315(wie)-314(du)-315(und)-314(du)]TJ 0 -13.549 Td [(kannst)-250(mit)-250(mich)-250(spielen.\253)]TJ 11.955 -13.995 Td [(Lilli)-287(lachte.)-362(\273Nein,)-296(du)-287(bist)-287(gro\337,\253)-288(sagte)-287(sie,)-296(\273aber)-287(du)-288(gefallst)]TJ -11.955 -13.55 Td [(mir.)-629(Und)-376(du)-376(auch,\253)-377(wandte)-376(sie)-376(sich)-377(zu)-376(Ilse,)-408(die)-376(neben)-376(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(stand.)-306(\273Du)-268(hast)-269(halt)-268(so)-269(sch\366ne)-268(Lockerl)-269(wie)-268(ich.)-306(Wei\337t,)-273(du)-268(sollst)]TJ 0 -13.549 Td [(meine)-250(Freundin)-250(sein,)-250(mit)-250(dir)-250(will)-250(ich)-250(spielen.\253)]TJ 11.955 -13.995 Td [(Sie)-186(ergriff)-185(Ilses)-186(Hand)-185(und)-186(sah)-185(dieselbe)-186(mit)-185(ihren)-186(gro\337en)-185(Augen)]TJ -11.955 -13.55 Td [(treuherzig)-357(an.)-571(Das)-357(junge)-357(M\344dchen)-357(war)-357(ganz)-356(entz\374ckt)-357(von)-357(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Zutraulichkeit)-250(der)-250(Kleinen)-250(und)-250(k\374\337te)-250(und)-250(liebkoste)-250(sie.)]TJ 11.955 -13.995 Td [(Nat\374rlich)-393(waren)-394(s\344mtliche)-393(Pension\344rinnen)-393(ganz)-394(hingerissen)]TJ -11.955 -13.55 Td [(von)-411(dem)-411(Kinde,)-452(das)-411(wie)-411(eine)-411(zarte)-411(Elfe)-411(in)-411(ihrer)-411(Mitte)-411(stand.)]TJ 0 -13.549 Td [(Lange)-640(blonde)-640(Locken)-639(fielen)-640(ihm)-640(\374ber)-640(die)-640(Schulter)-639(herab)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-397(die)-396(schwarzen)-397(Augen)-396(mit)-397(den)-396(feingeschnittenen,)-433(dunklen)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Augenbrauen)-381(dar\374ber)-382(bildeten)-381(einen)-381(wunderbaren)-381(Kontrast)-381(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(denselben.)-366(Das)-289(gestickte,)-299(sehr)-288(kurze)-289(wei\337e)-289(Kleidchen)-289(lie\337)-288(Hals)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-284(Arme)-284(frei.)-351(Eine)-284(hochrote,)-293(seidene)-284(Sch\344rpe)-283(vervollst\344ndigte)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(h\366chst)-250(eleganten)-250(Anzug.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273O)-276(du)-276(s\374\337es,)-282(entz\374ckendes)-276(Gesch\366pfchen!\253)-276(\273Du)-275(Engelsbild!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kleine)-251(Fee!\253)-252(und)-251(mit)-251(\344hnlichen)-251(\374berschwenglichen)-251(Ausdr\374cken)]TJ 0 -13.549 Td [(\374bersch\374tteten)-155(die)-154(Pension\344rinnen)-155(das)-154(Kind.)-218(Fr\344ulein)-155(Raimar)-154(war)]TJ 0 -13.55 Td [(unbemerkt)-372(eingetreten)-371(und)-372(h\366rte)-371(diese)-372(Ausrufe)-371(kopfsch\374ttelnd)]TJ 0 -13.549 Td [(an.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Sie)-288(trat)-288(in)-287(den)-288(Kreis)-288(und)-288(nahm)-288(Lilli)-287(bei)-288(der)-288(Hand.)-363(\273Komm,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sagte)-220(sie)-220(zu)-221(ihr,)-226(\273du)-220(sollst)-220(erst)-220(umgekleidet)-220(werden.)-240(Du)-220(m\366chtest)]TJ 0 -13.549 Td [(dich)-250(erk\344lten)-250(in)-250(dem)-250(leichten)-250(Anzuge.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.829 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.045 0 Td [(sch\366n,)-227(la\337)-221(mich)-221(hier,)-227(Fr\344ulein,\253)-221(bat)-222(das)-221(Kind.)-240(\273Ich)-221(hab)]TJ/F22 10.9091 Tf 237.167 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(gar)-320(nit)-321(kalt.)-461(Schau,)-338(ich)-320(geh)]TJ/F22 10.9091 Tf 122.216 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.128 0 Td [(halt)-320(immer)-321(so.)-461(Die)-320(Madel)-321(sind)-320(so)]TJ -129.344 -13.55 Td [(gut,)-250(es)-250(gefallt)-250(mir)-250(hier!\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Fr\344ulein)-282(Raimar)-281(lie\337)-282(sich)-282(nicht)-281(erbitten.)-345(\273Komm)-282(nur,)-289(Kind,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sagte)-401(sie)-401(g\374tig,)-438(\273du)-401(wirst)-401(die)-401(M\344dchen)-401(alle)-401(wiedersehen)-400(zum)]TJ 0 -13.55 Td [(Abendessen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([113])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.856 Td [(Die)-260(abgeschlagene)-260(Bitte)-261(verstimmte)-260(Lilli)-260(nicht.)-281(\273La\337)-260(Ilse)-260(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mir)-250(gehen,)-250(Fr\344ulein,\253)-250(bat)-250(sie.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Dieser)-273(Wunsch)-272(wurde)-273(ihr)-272(erf\374llt.)-318(Als)-273(Ilse)-273(mit)-272(dem)-273(Kinde)-272(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zimmer)-208(verlassen)-208(hatte,)-217(wandte)-208(sich)-208(die)-208(Vorsteherin)-208(mit)-208(ernsten,)]TJ 0 -13.549 Td [(ermahnenden)-250(Worten)-250(an)-250(ihre)-250(Z\366glinge.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-582(bitte)-583(euch,)-666(in)-582(Zukunft)-583(Lilli)-582(nicht)-583(wieder)-582(so)-582(gro\337e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Schmeicheleien)-458(in)-457(das)-458(Gesicht)-457(zu)-458(sagen.)-873(Wollt)-457(ihr)-458(sie)-457(eitel)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-374(oberfl\344chlich)-375(machen?)-623(Sie)-374(ist)-374(ein)-375(sehr)-374(sch\366nes)-374(Kind)-374(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wird)-288(bereits)-288(manche)-288(Aeu\337erung)-288(hier\374ber)-289(geh\366rt)-288(haben,)-297(es)-288(giebt)]TJ 0 -13.55 Td [(ja)-251(unvern\374nftige)-250(Leute)-251(genug.)-252(Wir)-250(wollen)-251(nicht)-250(in)-251(diesen)-250(Fehler)]TJ 0 -13.549 Td [(verfallen,)-214(und)-204(ich)-204(denke,)-214(ihr)-204(werdet)-205(mir)-204(beistehen)-205(und)-204(in)-204(Zukunft)]TJ 0 -13.549 Td [(vorsichtiger)-369(sein.)]TJ/F22 10.9091 Tf 83.076 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.483 0 Td [(Lilli)-369(bleibt)-370(bei)-369(uns.)-608(Ich)-369(hatte)-370(noch)-369(nichts)]TJ -92.559 -13.549 Td [(davon)-286(zu)-286(euch)-285(gesprochen,)-295(weil)-286(ihr)-285(Eintritt)-286(in)-286(die)-286(Pension)-285(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(fest)-250(beschlossen)-250(war.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Wo)-250(wohnen)-250(Lillis)-250(Eltern?\253)-250(fragte)-250(Flora.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273In)-355(Wien,\253)-356(entgegnete)-355(das)-356(Fr\344ulein.)-566(\273Der)-356(Vater)-355(ist)-356(tot)-355(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-321(Mutter)-321(ist)-322(eine)-321(bedeutende)-321(Schauspielerin.)-464(Weil)-321(sie)-321(sich)-321(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-376(Berufe)-376(wenig)-375(um)-376(die)-376(Erziehung)-376(ihres)-376(Kindes)-375(k\374mmern)]TJ 0 -13.549 Td [(kann,)-250(hat)-250(sie)-250(es)-250(in)-250(eine)-250(Pension)-250(gegeben.\253)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Lillis)-250(Mutter)-250(ist)-250(ein)-250(sch\366nes)-250(Frau,\253)-250(bemerkte)-250(Nellie.)]TJ 0 -15.6 Td [(\273Wo)-531(hast)-530(du)-531(sie)-531(gesehen?\253)-530(fragte)-531(die)-531(Vorsteherin)-530(etwas)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erstaunt.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273O,)-246(ich)-246(habe)-246(ihr)-246(vorbeigehen)-246(sehen,\253)-246(entgegnete)-246(Nellie)-245(leicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(err\366tend.)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Sie)-594(konnte)-595(leider)-594(nicht)-594(l\344nger)-595(verweilen,\253)-594(wandte)-594(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-362(Raimar)-362(an)-361(die)-362(junge)-362(Lehrerin,)-390(\273mit)-362(dem)-361(Schnellzuge)]TJ 0 -13.549 Td [(f\344hrt)-250(sie)-250(heute)-250(abend)-250(wieder)-250(fort.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Die)-440(jungen)-440(M\344dchen)-440(hatten)-440(die)-440(Damen)-440(dicht)-440(umringt)-440(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(horchten)-367(auf)-367(jedes)-367(Wort.)-601(Sie)-367(h\344tten)-367(so)-367(\273furchtbar\253)-367(gern)-366(recht)]TJ 0 -13.549 Td [(Ausf\374hrliches)-358(\374ber)-359(Lillis)-358(Mutter)-358(erfahren,)-386(die)-358(als)-358(\273bedeutende)]TJ 0 -13.55 Td [(Schauspielerin\253)-358(ihre)-358(Gem\374ter)-358(lebhaft)-358(erregte)-358(und)-357(interessierte.)]TJ 0 -13.549 Td [(Aber)-265(sie)-265(erfuhren)-265(nichts.)-295(Das)-265(Gespr\344ch)-265(wurde)-265(abgebrochen)-264(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-369(Raimar)-369(f\374hrte)-369(die)-369(Wi\337begierigen)-369(recht)-369(unsanft)-369(in)-368(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Wirklichkeit)-250(zur\374ck.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([114])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.6 Td [(\273Wer)-233(hat)-233(den)-233(Tisch)-233(zu)-233(besorgen?\253)-233(fragte)-234(sie.)-244(\273Es)-233(ist)-233(Zeit,)-236(da\337)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wir)-250(den)-250(Thee)-250(einnehmen.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Ilse)-233(und)-232(Flora)-233(hatten)-233(heute)-232(dieses)-233(Amt.)-244(Letztere)-233(verlie\337)-232(sofort)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-227(Zimmer,)-232(um)-227(kurze)-227(Zeit)-228(darauf)-227(mit)-227(Ilse)-227(zur\374ckzukehren.)-242(Jede)]TJ 0 -13.549 Td [(trug)-229(einen)-228(Sto\337)-229(Teller,)-233(welchen)-228(sie)-229(auf)-228(einen)-229(Seitentisch)-228(stellten.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-197(legten)-197(die)-196(Tischt\374cher)-197(auf)-197(und)-197(fingen)-197(an,)-207(die)-197(Tafel)-197(zu)-196(decken.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Vor)-385(wenigen)-384(Monaten)-385(hatte)-385(Ilse)-384(es)-385(f\374r)-385(eine)-384(Unm\366glichkeit)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gehalten,)-452(da\337)-411(sie)-412(je)-411(eine)-412(solche)-411(Besch\344ftigung)-412(thun)-412(w\374rde,)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(heute)-238(stand)-238(sie)-238(da)-239(in)-238(ihrer)-238(rosa)-238(Latzsch\374rze)-238(und)-238(besorgte)-238(alles)-238(so)]TJ 0 -13.549 Td [(geschickt)-250(und)-250(manierlich)-250(wie)-250(irgend)-250(eine)-250(andre)-250(Pension\344rin.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Manierlich)-176(und)-177(geschickt)-176(war)-177(sie)-176(freilich)-177(nicht)-176(immer)-176(gewesen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-253(es)-253(hatte)-253(manche)-254(M\374he)-253(gekostet,)-254(ehe)-253(sie)-253(es)-253(so)-253(weit)-253(gebracht,)]TJ 0 -13.55 Td [(bis)-273(sie)-274(\374berhaupt)-273(sich)-273(\374berwunden)-273(hatte,)-279(\273Dienstbotenarbeiten\253)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-155(verrichten.)-218(Die)-155(gutm\374tige)-154(Wirtschafterin)-155(konnte)-155(manches)-154(Lied)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(\374ber)-371(Ilses)-371(Widerspenstigkeit)-371(singen,)-401(manche)-371(unartige)-371(Antwort)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-250(sie)-250(derselben)-250(zu)-250(verzeihen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Einmal,)-226(als)-221(sie)-221(einen)-220(Teller)-221(mit)-221(Butterschnitten)-220(fallen)-221(lie\337)-220(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auch)-416(noch)-416(den)-415(Milchtopf)-416(umgesto\337en)-416(hatte,)-457(ermahnte)-416(sie)-415(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Wirtschafterin,)-250(vorsichtiger)-250(zu)-250(sein.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nein,\253)-770(hatte)-770(sie)-770(trotzig)-770(geantwortet,)-900(\273ich)-770(will)-769(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vorsichtiger)-250(sein,)-250(solche)-250(Arbeit)-250(brauche)-250(ich)-250(nicht)-250(zu)-250(thun.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Aber)-380(sie)-381(nahm)-380(sich)-380(das)-381(n\344chste)-380(Mal)-380(doch)-381(mehr)-380(in)-381(acht,)-412(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(war)-213(am)-213(Ende)-213(kein)-213(sehr)-214(angenehmes)-213(Gef\374hl,)-220(von)-213(allen)-213(ausgelacht)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-351(werden.)-554(Auch)-351(bemerkte)-351(sie,)-376(da\337)-351(keine)-351(der)-351(Pension\344rinnen,)]TJ 0 -13.549 Td [(selbst)-329(die)-329(ungrazi\366se)-328(Grete)-329(nicht,)-348(sich)-329(so)-329(einf\344ltig)-329(benahm)-328(wie)]TJ 0 -13.55 Td [(sie,)-433(die)-397(meisten)-397(verrichteten)-396(die)-397(kleinen)-397(h\344uslichen)-396(Gesch\344fte)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-375(Anmut)-375(und)-375(besonders)-376(mit)-375(einem)-375(freundlichen)-375(Gesichte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(sollte)-250(sie)-250(die)-250(einzig)-250(Dumme)-250(unter)-250(allen)-250(sein?)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Lilli)-416(erhielt)-416(ihren)-415(Tischplatz)-416(zwischen)-416(der)-416(Vorsteherin)-415(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse.)-240(W\344hrend)-221(der)-221(Mahlzeit)-221(belustigte)-221(sie)-221(die)-221(ganze)-220(Gesellschaft.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-291(plauderte)-292(ganz)-291(unbefangen,)-302(gar)-291(nicht)-292(sch\374chtern)-291(und)-291(bl\366de.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([115])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(\273Das)-399(macht,\253)-399(bemerkte)-399(Flora,)-436(\273weil)-399(sie)-399(unter)-399(K\374nstlern)-398(gro\337)]TJ 0 -13.549 Td [(geworden)-250(ist.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du,)-312(Fr\344ulein,)-312(gieb)-300(mir)-299(noch)-300(a)-299(Gipferl,)-312(bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 192.659 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.901 0 Td [(sch\366n.)-399(Ich)-299(hab)]TJ/F22 10.9091 Tf 65.481 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(halt)-420(so)-420(gro\337en)-419(Hunger,\253)-420(rief)-420(sie)-420(ungeniert.)-759(Und)-420(als)-419(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.55 Td [(G\374ssow)-247(fragte,)-247(welches)-247(ihre)-247(Lieblingsgerichte)-247(seien,)-248(meinte)-246(sie:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Wianer)-250(W\374rstl)-250(und)-250(Sauerkraut.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Aber)-381(eine)-381(Mehlspeise)-382(wirst)-381(du)-381(doch)-381(lieber)-381(essen,\253)-381(meinte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Fr\344ulein)-250(Raimar.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273O)-303(nein!)-410(Mehlspeis)]TJ/F22 10.9091 Tf 88.371 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.94 0 Td [(e\337)-303(i)-303(gar)-304(nit)-303(gern)]TJ/F22 10.9091 Tf 74.705 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.762 0 Td [(aber)-303(a)-303(gro\337)-303(St\374ckerl)]TJ -190.734 -13.55 Td [(Rindfleisch)-250(mit)-250(Gem\374s)]TJ/F22 10.9091 Tf 103.942 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(das)-250(mag)-250(i!\253)]TJ -100.168 -14.094 Td [(Alles)-344(lachte.)-533(Selbst)-344(die)-345(Vorsteherin)-344(stimmte)-344(ein.)-533(Wer)-344(h\344tte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auch)-314(nicht)-313(mit)-314(Vergn\374gen)-313(dem)-314(Geplauder)-313(der)-314(Kleinen)-313(zuh\366ren)]TJ 0 -13.55 Td [(sollen!)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Mit)-160(Lilli)-160(war)-159(ein)-160(andres)-160(Leben)-160(in)-160(die)-160(Pension)-160(gekommen.)-219(Alles)]TJ -11.956 -13.55 Td [(drehte)-319(sich)-318(um)-319(sie,)-336(jeder)-318(wollte)-319(ihr)-318(Freude)-319(machen.)-456(Und)-318(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-226(M\344dchen)-226(auch)-226(vermieden,)-231(ihr)-226(Schmeicheleien)-226(in)-226(das)-226(Gesicht)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-192(sagen,)-204(so)-193(waren)-192(doch)-192(alle)-193(bem\374ht,)-203(ihr)-193(den)-192(Hof)-192(zu)-193(machen.)-230(Am)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(gl\374cklichsten)-379(waren)-378(sie,)-411(wenn)-379(Lilli)-378(sich)-379(herablie\337,)-379(ein)-378(kleines)]TJ 0 -13.549 Td [(Volkslied)-390(zu)-389(singen.)-669(Ich)-389(sage)-389(herablie\337,)-390(denn)-389(wenn)-390(sie)-389(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(aufgelegt)-380(war,)-413(lie\337)-379(sie)-380(sich)-380(durch)-380(keine)-380(Bitten)-380(dazu)-380(bewegen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.918 0 Td [(Flora)-409(geriet)-409(jedesmal)-409(in)-409(Verz\374ckung,)-449(prophezeite)-409(Lilli)-409(eine)]TJ -9.918 -13.55 Td [(gro\337e)-262(Zukunft)-261(und)-261(schwur)-262(darauf,)-264(da\337)-262(sie)-261(einst)-262(mit)-261(ihrer)-261(vollen,)]TJ 0 -13.549 Td [(weichen)-286(Stimme)-285(ein)-286(Stern)-285(erster)-286(Gr\366\337e)-285(am)-286(Theaterhimmel)-285(sein)]TJ 0 -13.549 Td [(werde.)]TJ 11.956 -15.207 Td [(Voll)-366(und)-366(weich)-366(war)-367(die)-366(Stimme)-366(nicht,)-395(Flora)-366(blickte)-366(einmal)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wieder)-419(durch)-419(ihre)-419(romantische)-419(Brille,)-461(aber)-419(es)-419(klang)-419(weh)-419(und)]TJ 0 -13.549 Td [(traurig,)-446(wenn)-407(das)-407(Kind)-406(mit)-407(so)-407(ernsthafter)-407(Miene)-407(dastand)-406(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sang.)]TJ 11.956 -15.207 Td [(\273Sie)-619(ist)-620(furchtbar)-619(s\374\337!\253)-619(lispelte)-619(Melanie,)-712(als)-619(Lilli)-619(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erstenmal)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.281 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Kommt)-538(a)-537(Vogerl)-538(geflogen)]TJ/F22 10.9091 Tf 124.245 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.498 0 Td [(vortrug.)-1113(\273Sieh)-538(nur,)]TJ -185.657 -13.549 Td [(Flora,)-250(wie)-250(melancholisch)-250(sie)-250(die)-250(Augen)-250(in)-250(die)-250(Ferne)-250(richtet.\253)]TJ 11.956 -15.207 Td [(\273Ja,)-1108(melancholisch,\253)-936(wiederholte)-937(Flora)-936(langsam)-936(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(pathetisch,)-305(\273du)-294(hast)-294(recht.)-382(Wei\337t)-294(du,)-305(Melanie,)-305(es)-294(liegt)-294(so)-294(etwas)]TJ 0 -13.549 Td [(Geheimnisvolles)]TJ/F22 10.9091 Tf 76.99 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.112 0 Td [(Traumverlorenes)-335(in)-336(ihren)-335(samtnen,)-357(dunklen)]TJ/F16 7.9701 Tf 204.922 0 Td [([116])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(Mignonaugen,)-335(so)-318(etwas,)-335(das)-317(sagen)-318(m\366chte:)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.039 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-318(fade)-318(Welt,)-335(ich)]TJ -200.672 -13.549 Td [(passe)-250(nicht)-250(f\374r)-250(dich.)]TJ/F22 10.9091 Tf 87.862 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(\253)]TJ -79.539 -15.207 Td [(\273Denn)-422(es)-421(k\374mmert)-422(sich)-421(ka)-422(Katzerl)]TJ/F22 10.9091 Tf 165.134 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.053 0 Td [(ka)-422(Hunderl)-421(um)-422(mi,\253)]TJ -187.143 -13.549 Td [(schlo\337)-250(Lilli)-250(ihr)-250(Liedchen.)]TJ 11.956 -15.206 Td [(\273O)-250(wie)-250(reizend!\253)-250(rief)-250(Nellie)-250(und)-250(klatschte)-250(in)-250(die)-250(H\344nde.)]TJ 0 -15.207 Td [(\273Wie)-552(kann)-551(man)-552(diese)-551(Worte)-552(reizend)-551(finden!\253)-552(rief)-551(Flora)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entr\374stet.)-1055(\273Traurig)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.632 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.109 0 Td [(d\374ster)]TJ/F22 10.9091 Tf 32.316 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.109 0 Td [(das)-518(ist)-519(der)-518(rechte)-518(Ausdruck)]TJ -150.166 -13.549 Td [(daf\374r.)-610(Ein)-370(einsames,)-400(verlassenes)-370(Herz)-370(hat)-370(sie)-370(empfunden)-370(und)]TJ 0 -13.55 Td [(welche)-250(Folterqualen)-250(mag)-250(es)-250(dabei)-250(erlitten)-250(haben.\253)]TJ 11.956 -15.206 Td [(\273O,)-487(das)-486(Herz)-487(ist)-487(eine)-486(sehr)-487(z\344he)-487(Ding,)-545(und)-487(doch)-487(w\344r)]TJ/F22 10.9091 Tf 250.645 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.942 0 Td [(es)]TJ -271.543 -13.55 Td [(manchmal)-380(besser,\253)-381(deklamierte)-380(Nellie)-381(mit)-380(komischem)-380(Pathos,)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-250(sie)-250(kam)-250(nicht)-250(weiter.)-250(Flora)-250(hielt)-250(ihr)-250(den)-250(Mund)-250(zu.)]TJ 11.956 -15.206 Td [(\273Du)-360(bist)-361(sch\344ndlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 93.004 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.387 0 Td [(ganz)-360(abscheulich!\253)-361(rief)-360(sie,)-389(\273nie,)-388(nie)]TJ -114.347 -13.55 Td [(wieder)-284(weihe)-283(ich)-284(dich)-283(in)-284(meine)-284(geheimsten)-283(Gedanken)-284(ein!)-350(Wie)]TJ 0 -13.549 Td [(kannst)-250(du)-250(mein)-250(Vertrauen)-250(so)-250(mi\337brauchen?\253)]TJ 128.983 -18.748 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Weihnachten)-173(r\374ckte)-173(heran)-174(und)-173(flei\337ig)-173(r\374hrten)-173(sich)-173(aller)-173(H\344nde.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Da)-428(wurde)-429(gen\344ht,)-472(gestickt,)-473(gezeichnet,)-473(Klavierst\374cke)-428(wurden)]TJ 0 -13.549 Td [(einge\374bt,)-617(um)-544(die)-543(Eltern)-544(oder)-544(die)-543(Angeh\366rigen)-544(liebevoll)-543(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(\374berraschen.)]TJ 11.956 -15.601 Td [(Ilse)-347(hatte)-346(noch)-347(niemals)-347(den)-346(Vater)-347(oder)-347(die)-346(Mutter)-347(mit)-346(einer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Arbeit)-236(erfreut.)-246(Zuweilen)-236(hatte)-236(sie)-236(eine)-236(kleine)-236(Arbeit)-236(angefangen,)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-322(dringendes)-322(Zureden)-322(ihrer)-322(Gouvernanten,)-340(aber)-322(sie)-322(war)-321(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(weit)-406(damit)-406(gekommen.)-719(Sie)-406(habe)-406(einmal)-406(kein)-406(Geschick)-406(dazu,)]TJ 0 -13.549 Td [(behauptete)-258(sie,)-260(und)-258(dachte)-258(nicht)-258(daran,)-260(da\337)-258(es)-258(ihr)-258(nur)-258(einfach)-258(an)]TJ 0 -13.55 Td [(Geduld)-250(und)-250(Ausdauer)-250(mangele.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Was)-306(willst)-307(du)-306(deine)-307(Eltern)-306(geben?\253)-307(fragte)-306(Nellie,)-321(die)-306(eifrig)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dabei)-394(war,)-431(einen)-394(sterbenden)-395(Hirsch)-394(in)-394(Kreide)-395(zu)-394(zeichnen,)-430(er)]TJ 0 -13.549 Td [(sollte)-256(ein)-255(Geschenk)-256(f\374r)-255(den)-256(Onkel)-255(in)-256(London)-255(werden,)-257(der)-256(sie)-255(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Institute)-250(ausbilden)-250(lie\337.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Ich)-200(habe)-200(noch)-200(nicht)-201(daran)-200(gedacht,\253)-200(entgegnete)-200(Ilse.)-233(\273Meinst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(du,)-434(Nellie,\253)-396(f\374gte)-397(sie)-397(nach)-397(einigem)-397(Besinnen)-396(hinzu,)-434(\273da\337)-396(die)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([117])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Rose,)-250(die)-250(ich)-250(jetzt)-250(zeichne,)-250(dem)-250(Papa)-250(Freude)-250(machen)-250(w\374rde?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273O)-198(sicher!)-232(Aber)-198(du)-197(mu\337t)-198(sehr)-198(flei\337ig)-197(sein,)-208(mein)-198(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.653 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.788 0 Td [(Ilschen,)]TJ -246.397 -13.549 Td [(sonst)-367(wird)-367(die)-367(liebe)-367(Christfest)-367(kommen)-367(und)-367(du)-367(bist)-367(noch)-366(lang)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-432(fertig.)-798(Und)-432(was)-432(willst)-433(du)-432(deine)-433(Mutter)-432(geben?\253)-432(fragte)]TJ 0 -13.55 Td [(Nellie.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Meiner)-327(Mama?\253)-326(Sie)-327(dehnte)-326(ihre)-327(Frage)-327(etwas)-326(in)-327(die)-326(L\344nge.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Ich)-250(werde)-250(ihr)-250(etwas)-250(kaufen,\253)-250(sagte)-250(sie)-250(dann)-250(so)-250(obenhin.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Nellie)-323(war)-322(nicht)-323(damit)-323(zufrieden.)-468(\273Kaufen,)-341(das)-323(macht)-322(keine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Freude!\253)-250(tadelte)-250(sie.)-250(\273Warum)-250(wollen)-250(deine)-250(Finger)-250(faul)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Nellie)-417(hat)-418(recht,\253)-417(mischte)-418(sich)-417(Rosi)-417(in)-418(das)-417(Gespr\344ch,)-459(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(neben)-218(Ilse)-218(sa\337)-218(und)-218(an)-217(einer)-218(altdeutschen)-218(Decke)-218(arbeitete.)-239(\273Deine)]TJ 0 -13.549 Td [(Mama)-581(wird)-580(wenig)-580(Freude)-581(an)-580(einem)-581(gekauften)-580(Gegenstand)]TJ 0 -13.549 Td [(haben.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Ich)-250(bin)-250(zu)-250(ungeschickt,\253)-250(gestand)-250(Ilse)-250(offen.)]TJ 0 -15.6 Td [(\273Wir)-284(werden)-283(dir)-284(helfen)-283(und)-284(dir)-284(alles)-283(gern)-284(zeigen,\253)-283(versprach)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Rosi.)-609(Und)-369(Fr\344ulein)-370(G\374ssow,)-399(die)-370(grade)-369(hinzutrat,)-400(benahm)-369(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(letzten)-250(Zweifel.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Du)-200(kannst)-200(ein)-201(gleiches)-200(N\344hk\366rbchen,)-210(wie)-200(Annemie)-200(anfertigt,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(arbeiten,)-250(ich)-250(wei\337)-250(bestimmt,)-250(es)-250(wird)-250(dir)-250(gelingen.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Und)-411(es)-410(gelang)-411(wirklich,)-451(ja)-411(weit)-410(besser,)-451(als)-411(Ilse)-411(sich)-410(selbst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zugetraut.)-407(Sie)-303(hatte)-302(eine)-303(kindliche)-302(Freude,)-316(als)-302(das)-303(K\366rbchen)-302(so)]TJ 0 -13.549 Td [(wohlgelungen)-250(in)-250(acht)-250(Tagen)-250(fix)-250(und)-250(fertig)-250(vor)-250(ihr)-250(stand.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Es)-308(sind)-308(noch)-308(vierzehn)-308(Tage)-308(bis)-308(Weihnachten,\253)-308(sagte)-308(sie)-308(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Rosi,)-233(\273und)-228(ich)-228(m\366chte)-228(noch)-228(etwas)-228(arbeiten,)-232(f\374r)-228(Fr\344ulein)-228(G\374ssow)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(Fr\344ulein)-250(Raimar.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Und)-736(f\374r)-736(meine)-736(Lori,)-858(bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 133.131 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.663 0 Td [(sch\366n,)-858(meine)-736(gute)-736(Ilse!\253)]TJ -156.75 -13.549 Td [(bettelte)-531(Lilli,)-601(die)-530(gew\366hnlich)-531(an)-531(den)-530(Mittwochnachmittagen)]TJ 0 -13.549 Td [(im)-273(Arbeitssaale)-273(zugegen)-273(war)-273(und)-273(dann)-273(ihren)-273(Platz)-273(dicht)-273(bei)-272(Ilse)]TJ 0 -13.55 Td [(w\344hlte,)-454(die)-413(sie,)-454(wie)-413(sie)-413(sich)-413(ausdr\374ckte,)-454(zum)-413(aufessen)-413(liebte.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Mein)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.484 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.532 0 Td [(Lori)-266(mu\337)-266(halt)-265(a)-266(neues)-266(Kleiderl)-266(haben,\253)-265(fuhr)-266(sie)-266(fort)-266(und)]TJ/F16 7.9701 Tf 256.008 0 Td [([118])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(hielt)-383(ihre)-384(Puppe)-383(in)-384(die)-383(H\366he,)-417(\273bescher)]TJ/F22 10.9091 Tf 176.038 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.815 0 Td [(ihr)-383(eins)-384(zum)-383(heil)]TJ/F22 10.9091 Tf 77.392 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(gen)]TJ -264.877 -13.549 Td [(Christ.)-250(Schau,)-250(das)-250(alte)-250(da)-250(ist)-250(ja)-250(schlecht!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Nat\374rlich)-703(versprach)-702(Ilse,)-816(ihr)-703(diesen)-703(Herzenswunsch)-702(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erf\374llen,)-323(und)-308(zur)-308(Besiegelung)-308(dr\374ckte)-307(sie)-308(dem)-308(kleinen)-308(Liebling)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-250(Ku\337)-250(auf)-250(die)-250(roten)-250(Lippen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-447(habe)-448(eine)-447(famose)-447(Idee!\253)-447(\050famos)-448(war)-447(seit)-447(kurzer)-447(Zeit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Modewort)-257(im)-257(Institute\051)-257(rief)-257(Ilse)-257(am)-257(Abend)-257(desselben)-257(Tages)-256(aus,)]TJ 0 -13.549 Td [(als)-233(sie)-234(mit)-233(Nellie)-234(allein)-233(war.)-245(\273Ich)-233(kaufe)-234(f\374r)-233(Lilli)-234(eine)-233(neue)-233(Puppe)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-250(kleide)-250(sie)-250(selbst)-250(an.)-250(Was)-250(meinst)-250(du)-250(dazu?\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273O,)-319(das)-318(ist)-319(wirklich)-319(ein)-318(famos)-319(Gedanke,\253)-319(entgegnete)-318(Nellie,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273aber)-304(lieb)-304(Kind,)-317(hast)-304(du)-304(auch)-304(an)-304(der)-304(viele)-304(Geld)-304(gedacht,)-317(die)-304(so)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)]TJ/F22 10.9091 Tf 13.331 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.614 0 Td [(Puppe)-273(mit)-273(ihrer)-274(Siebensachen)-273(kostet?)-320(Wie)-273(steht)]TJ/F22 10.9091 Tf 209.877 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-273(mit)-273(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.542 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(Kasse?\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273O,)-323(das)-322(hat)-323(keine)-323(Not,)-341(ich)-323(habe)-322(sehr)-323(viel)-323(Geld!\253)-322(versicherte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ilse)-437(sehr)-438(bestimmt.)-812(Und)-437(sie)-437(nahm)-438(ihr)-437(Portemonnaie)-437(aus)-437(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Kommode)-250(und)-250(z\344hlte)-250(ihre)-250(Sch\344tze.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Zw\366lf)-489(Mark,\253)-489(sagte)-489(sie,)-549(\273das)-489(ist)-489(mehr,)-549(als)-489(ich)-489(brauche,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Sie)-341(sind)-341(ein)-341(sehr)-341(schlecht)]TJ/F22 10.9091 Tf 119.715 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.352 0 Td [(Rechenmeister,)-364(mein)-341(Fr\344ulein,\253)]TJ -139.023 -13.549 Td [(ri\337)-370(Nellie)-371(sie)-370(unbarmherzig)-371(aus)-370(ihrer)-371(Illusion,)-400(\273ich)-371(mein)]TJ/F22 10.9091 Tf 255.958 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-401(Sie)]TJ -259.591 -13.549 Td [(reichen)-250(lang)]TJ/F22 10.9091 Tf 53.619 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(nicht)-250(aus.\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Ich)-872(werde)-872(hier)-872(bleiben,\253)-872(sagte)-873(sie,)-1027(\273ich)-872(will)-872(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Weihnachtsfest)-250(mit)-250(euch)-250(verleben.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Das)-199(ist)-199(famos!\253)-199(rief)-199(Nellie)-199(entz\374ckt,)-209(\273ich)-199(freue)-199(mir)-199(furchtbar,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(da\337)-399(du)-400(nicht)-400(fortreisen)-399(willst!)-699(All)-400(unsre)-399(Freunde)-400(reisen)-399(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht,)-544(und)-484(es)-485(ist)-485(so)-485(sch\366n)-484(hier,)-544(die)-485(heilige)-484(Christ.)]TJ/F22 10.9091 Tf 246.858 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.743 0 Td [(Alles)]TJ -257.601 -13.549 Td [(bekommt)-287(eine)-286(gro\337e)-287(Kiste)-286(von)-287(Haus,)-296(mit)-286(allen)-287(Bescherung)-286(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Schokolad)]TJ/F22 10.9091 Tf 46.059 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.487 0 Td [(und)-445(Marzipan!)]TJ/F22 10.9091 Tf 75.766 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.309 0 Td [(und)-445(die)-445(Christabend)-445(wird)-445(jede)]TJ -140.621 -13.55 Td [(Kiste)-347(aufgenagelt,)-372(und)-348(ich)-347(helfe)-347(auspacken)-348(bald)-347(der)-348(eine,)-371(bald)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-250(andre.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([120])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.25 Td [(\273Erh\344ltst)-250(du)-250(keine)-250(Kiste?\253)-250(fragte)-250(Ilse.)]TJ 0 -14.251 Td [(\273Du)-583(wei\337t)-582(ja)]TJ/F22 10.9091 Tf 69.971 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.811 0 Td [(ich)-583(hab)]TJ/F22 10.9091 Tf 35.44 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.99 0 Td [(kein)]TJ/F22 10.9091 Tf 18.785 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.989 0 Td [(Eltern)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.019 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.811 0 Td [(wer)-583(sollte)-582(mir)]TJ -212.772 -13.549 Td [(beschenken?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Gar,)-250(gar)-250(nichts)-250(bekommst)-250(du?\253)]TJ 0 -14.25 Td [(Ilse)-250(konnte)-250(es)-250(nicht)-250(fassen.)]TJ 0 -14.251 Td [(\273Zu)-315(Neujahr)-314(schenkt)-315(mein)-314(Onkel)-315(f\374r)-314(mir)-315(Geld,)-330(da)-315(kaufe)-314(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mir,)-250(was)-250(ich)-250(notwendig)-250(habe.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ilse)-572(sah)-571(die)-572(Freundin)-572(schweigend)-571(an.)-1215(Am)-572(Abend)-571(aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schrieb)-677(sie)-677(einen)-677(langen)-677(Brief)-677(in)-677(die)-678(Heimat,)-783(worin)-677(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(zuerst)-496(ihren)-496(Entschlu\337)-496(mitteilte,)-558(da\337)-495(sie)-496(die)-496(Weihnachtstage)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-468(den)-467(Freundinnen)-468(feiern)-468(m\366chte.)-903(Dann)-467(ging)-468(sie)-468(zu)-467(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(Geldmangel)-286(\374ber)-285(und)-286(schilderte)-285(dem)-286(Papa)-285(mit)-286(vielen)-285(z\344rtlichen)]TJ 0 -13.55 Td [(Schmeichelnamen)-212(ihre)-211(Not,)-220(und)-212(zuletzt)-211(gedachte)-212(sie)-212(mit)-211(warmen)]TJ 0 -13.549 Td [(Worten)-412(Nellies.)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.883 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.951 0 Td [(\273Noch)-412(eine)-412(dringende)-413(Bitte)-412(habe)-412(ich)-412(zum)]TJ -88.834 -13.549 Td [(Schlusse,\253)-482(fuhr)-481(sie)-482(in)-482(ihrem)-481(Briefe)-482(fort,)-539(\273an)-482(Dich,)-539(Mama,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(wollte)-239(sie)-239(schreiben,)-241(aber)-239(sie)-239(besann)-238(sich)-239(und)-239(schrieb:)-245(\273an)-238(Euch,)]TJ 0 -13.549 Td [(liebe)-212(Eltern.)-237(Meine)-212(Freundin)-212(Nellie)-212(ist)-212(n\344mlich)-212(die)-212(einzige)-212(in)-211(der)]TJ 0 -13.55 Td [(Pension,)-386(die)-359(keine)-359(Weihnachtskiste)-359(erhalten)-359(wird.)-577(Sie)-359(ist)-358(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(Waise)-345(und)-344(steht)-345(ganz)-344(allein)-345(in)-344(der)-344(Welt.)-534(Ihr)-344(Onkel)-345(in)-344(London)]TJ 0 -13.549 Td [(l\344\337t)-311(sie)-312(zu)-311(einer)-311(Gouvernante)-312(ausbilden.)-434(Ist)-311(das)-311(nicht)-311(furchtbar)]TJ 0 -13.549 Td [(traurig?)-247(Ach!)-246(und)-241(die)-240(arme)-240(Nellie)-240(ist)-240(noch)-240(so)-240(jung)-240(und)-240(immer)-240(so)]TJ 0 -13.549 Td [(fr\366hlich,)-204(ich)-193(kann)-193(mir)-193(gar)-193(nicht)-193(denken,)-205(da\337)-193(sie)-192(eine)-193(Gouvernante)]TJ 0 -13.549 Td [(wird!)-415(Es)-305(ist)-305(doch)-305(schrecklich,)-319(wenn)-305(man)-305(kein)-304(liebes)-305(Vaterhaus)]TJ 0 -13.55 Td [(hat!)]TJ/F22 10.9091 Tf 20.258 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.371 0 Td [(Nun)-267(wollt)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.13 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.549 0 Td [(ich)-267(Euch)-268(recht)-267(von)-267(Herzen)-268(bitten,)-271(Ihr)-268(m\366chtet)]TJ -79.308 -13.549 Td [(die)-377(Geschenke,)-408(die)-376(Ihr)-377(mir)-377(zugedacht)-376(habt,)-408(zwischen)-377(mir)-376(und)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Und)-274(siehe)-274(da,)-280(es)-274(fand)-274(sich)-274(allerhand)-274(unter)-274(Ilses)-274(alten)-273(Sachen.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sch\374rzen,)-297(die)-287(sie)-288(nicht)-288(mehr)-287(trug,)-297(ein)-287(Kleid,)-297(das)-288(ihr)-287(zu)-288(eng)-287(und)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-210(kurz)-210(geworden)-210(war,)-218(und)-210(zuletzt)-210(noch)-210(das)-210(vorj\344hrige)-210(Pelzzeug,)]TJ 0 -13.549 Td [(welches)-268(die)-268(g\374tigen)-268(Eltern)-268(durch)-267(neues,)-273(weit)-268(kostbareres)-267(ersetzt)]TJ 0 -13.55 Td [(hatten.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Siehst)-693(du,)-805(Verschwender!\253)-693(triumphierte)-694(Nellie.)-1580(\273Du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wei\337t)-473(nicht)-473(deine)-473(gro\337e)-473(Schatze.)-919(Nun)-473(kaufen)-473(wir)-473(f\374r)-472(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 276.997 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.55 Td [(Kutscher)-415(ein)-414(Paar)-415(warme)-414(Handschuh)-414(und)-415(fertig)-414(ist)-415(die)-414(ganze)]TJ 0 -13.549 Td [(Kutschergesellschaft.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([123])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.25 Td [(Die)-364(wenigen)-364(Wochen)-363(bis)-364(zum)-364(heiligen)-364(Abend)-364(vergingen)-363(in)]TJ -11.956 -13.55 Td [(rasender)-359(Schnelle.)-578(Nellie)-359(und)-359(Ilse)-359(hatten)-359(neben)-359(so)-359(mancherlei)]TJ 0 -13.549 Td [(andern)-393(Arbeiten)-392(auch)-393(noch)-392(die)-393(neue)-392(Puppe)-393(anzukleiden.)-677(Das)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-413(f\374r)-414(Ilse)-413(eine)-413(schwere)-413(Aufgabe,)-455(und)-413(ohne)-413(ihre)-413(geschickte)]TJ 0 -13.549 Td [(Freundin)-250(w\344re)-250(sie)-250(niemals)-250(damit)-250(zu)-250(stande)-250(gekommen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Wie)-209(geschickt)-209(du)-208(bist,)-217(Nellie,\253)-209(sagte)-209(Ilse,)-217(als)-209(diese)-209(der)-208(Puppe)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-362(schottische)-362(Kleid)-362(anprobierte,)-390(\273das)-362(hast)-362(du)-362(doch)-362(geradezu)]TJ 0 -13.549 Td [(klassisch)-250(gemacht.)-250(Ich)-250(h\344tte)-250(es)-250(wirklich)-250(nicht)-250(fertig)-250(gebracht.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Aber)-358(hast)-357(du)-358(niemals)-358(ein)-357(Kleid)-358(f\374r)-358(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 186.071 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.534 0 Td [(Puppen)-358(gen\344ht)]TJ/F22 10.9091 Tf 69.615 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(oder)-250(eine)-250(Hut)]TJ/F22 10.9091 Tf 62.106 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(oder)-250(ein)-250(Mantel?\253)]TJ -58.332 -14.25 Td [(\273Nein,\253)-263(antwortete)-263(Ilse)-263(aufrichtig,)-267(\273niemals!)-289(Ich)-263(habe)-263(an)-263(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(toten)-211(Dingern)-211(mein)-211(Lebtag)-211(keine)-211(Freude)-211(gehabt.)-237(Viel)-211(lieber)-210(habe)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-250(mit)-250(den)-250(Hunden)-250(gespielt.\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Da)-536(ist)-535(kein)-536(Wunder,)-607(wenn)-536(du)-536(ein)-536(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.512 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-607(dumm)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.235 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.477 0 Td [(Ding)]TJ -258.812 -13.55 Td [(geblieben)-529(bist!)-1085(Deine)-529(Hunde)-529(brauchen)-528(kein)-529(Kleid,\253)-528(lachte)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie.)-537(\273Nun)-346(mu\337t)-346(du)-346(auf)-346(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 140.635 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.405 0 Td [(alt)]TJ/F22 10.9091 Tf 10.909 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.405 0 Td [(Tage)-346(n\344hen)-346(lernen,)-369(siehst)]TJ -166.354 -13.549 Td [(du.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ilse)-707(lachte)-707(fr\366hlich)-707(mit)-707(und)-707(bem\374hte)-707(sich,)-821(das)-707(wei\337e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Batistsch\374rzchen)-436(f\374r)-436(die)-436(Puppe,)-482(an)-436(welchem)-436(sie)-436(rings)-436(herum)]TJ 0 -13.549 Td [(Spitzen)-319(setzte,)-335(recht)-319(sauber)-319(und)-318(nett)-319(fertig)-318(zu)-319(bringen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 246.249 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.93 0 Td [(Einen)]TJ -255.179 -13.549 Td [(Tag)-426(vor)-426(der)-426(Bescherung)-426(erhielten)-426(die)-426(erwachsenen)-426(M\344dchen,)]TJ 0 -13.549 Td [(denen)-375(es)-375(Vergn\374gen)-374(machte,)-406(die)-375(Erlaubnis,)-406(die)-375(sch\366ne,)-405(gro\337e)]TJ 0 -13.55 Td [(Tanne)-424(auszuputzen.)-773(Das)-424(war)-425(ein)-424(Fest)-424(und)-425(f\374r)-424(Ilse)-424(ganz)-424(und)]TJ 0 -13.549 Td [(gar)-380(neu.)-640(Niemals)-380(hatte)-380(sie)-380(sich)-380(bis)-380(dahin)-380(selbst)-380(damit)-380(befa\337t,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-425(sie)-425(kannte)-425(es)-425(nicht)-425(anders,)-469(als)-425(da\337)-424(am)-425(Weihnachtsabend)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(ein)-265(mit)-265(vielem)-264(kostbaren)-265(Zuckerwerk)-265(behangener)-265(Baum)-265(ihr)-264(hell)]TJ 0 -13.549 Td [(entgegengestrahlt)-289(hatte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 107.297 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.606 0 Td [(hier)-289(lernte)-289(sie)-289(kennen,)-298(da\337)-289(auch)-289(ohne)]TJ -115.903 -13.549 Td [(Zuckerwerk)-250(derselbe)-250(herrlich)-250(zu)-250(schm\374cken)-250(war.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Nach)-411(dem)-411(Abendbrot,)-451(als)-411(die)-411(j\374ngeren)-411(M\344dchen)-411(und)-411(auch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-565(Engl\344nderinnen,)-644(die)-565(kein)-565(Verst\344ndnis)-565(f\374r)-565(das)-565(harmlose)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([124])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.55 Td [(Vergn\374gen)-250(hatten,)-250(zu)-250(Bett)-250(gegangen)-250(waren,)-250(begann)-250(das)-250(Werk.)]TJ 11.955 -14.162 Td [(Orla)-475(brachte)-476(einen)-475(gro\337en)-476(Korb)-475(mit)-476(Tannenzapfen,)-531(selbst)]TJ -11.955 -13.55 Td [(gesucht)-887(auf)-887(den)-887(Spazierg\344ngen)-887(im)-887(Walde,)-1046(und)-887(setzte)]TJ 0 -13.549 Td [(denselben)-398(auf)-398(die)-398(Tafel.)-694(Annemie)-398(stellte)-397(zwei)-398(Sch\344lchen)-398(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(Gummiarabikum)-381(daneben,)-414(in)-382(das)-381(eine)-382(sch\374ttete)-381(sie)-381(Silber-,)-414(in)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-250(andre)-250(Goldpuder)-250(und)-250(r\374hrte)-250(es)-250(mit)-250(einem)-250(St\344bchen)-250(um.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(\273Wer)-250(will)-250(mir)-250(helfen,\253)-250(rief)-250(Orla.)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Ich!)-415(ich!\253)-305(antwortete)-305(es)-306(von)-305(allen)-305(Seiten;)-332(nur)-305(Ilse)-305(schwieg,)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sie)-202(hatte)-203(keine)-202(Ahnung,)-212(was)-202(eigentlich)-203(mit)-202(den)-203(vielen)-202(gro\337en)-202(und)]TJ 0 -13.549 Td [(kleinen)-345(Tannenz\344pfchen)-345(geschehen)-345(solle.)]TJ/F22 10.9091 Tf 190.096 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.218 0 Td [(Daheim)-345(verkamen)]TJ -199.314 -13.55 Td [(dieselben)-543(unbeachtet)-544(im)-543(Walde.)]TJ/F22 10.9091 Tf 161.295 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.382 0 Td [(Es)-543(sollte)-544(ihr)-543(bald)-544(kein)]TJ -172.677 -13.549 Td [(Geheimnis)-250(mehr)-250(sein.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(Melanie)-351(und)-351(Rosi)-351(hatten)-351(die)-351(Pinsel)-351(ergriffen)-351(und)-351(fingen)-351(an,)]TJ -11.955 -13.549 Td [(den)-207(unansehnlichen)-208(braunen)-207(Dingern)-208(ein)-207(goldenes)-208(oder)-207(silbernes)]TJ 0 -13.549 Td [(Gewand)-318(zu)-318(geben.)-454(Und)-318(wie)-318(schnell)-318(das)-318(ging.)-453(Kaum)-318(hatten)-318(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-250(paarmal)-250(dar\374ber)-250(gepinselt,)-250(so)-250(waren)-250(sie)-250(fertig.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(\273Sieh)-224(nur,)-229(Rosi,\253)-224(rief)-224(Melanie)-224(aus)-224(und)-224(hielt)-224(einen)-224(vergoldeten)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Zapfen)-443(unter)-443(die)-443(Gaslampe,)-491(\273ist)-443(der)-443(nicht)-443(furchtbar)-443(reizend?)]TJ 0 -13.549 Td [(Wundervoll,)-463(nicht?)-762(Gleichm\344\337ig,)-463(wirklich)-420(k\374nstlerisch)-421(ist)-420(er)]TJ 0 -13.55 Td [(vergoldet,)-234(kein)-231(dunkles)-231(P\374nktchen)-230(ist)-231(an)-231(ihm)-230(zu)-231(sehen!\253)-231(Und)-230(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(betrachtete)-372(das)-371(Prachtexemplar)-372(h\366chst)-372(wohlgef\344llig)-372(nach)-371(allen)]TJ 0 -13.549 Td [(Seiten.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(Orla)-1142(und)-1142(Rosi)-1142(hatten)-1142(flei\337ig)-1142(weitergepinselt)-1143(und)]TJ -11.955 -13.549 Td [(stillschweigend)-381(einen)-381(Tannenzapfen)-381(nach)-381(dem)-381(andern)-381(beiseite)]TJ 0 -13.549 Td [(gelegt.)]TJ 11.955 -14.163 Td [(\273Du)-377(bist)-378(im)-377(h\366chsten)-378(Grade)-377(langweilig)-378(mit)-377(deinem)-378(ewigen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Selbstlobe,\253)-433(tadelte)-432(Orla,)-478(\273ich)-433(habe)-433(noch)-432(nie)-433(jemand)-432(kennen)]TJ 0 -13.55 Td [(gelernt,)-364(der)-341(sich)-341(so)-342(verg\366ttert)-341(wie)-341(du.)-524(Pinsle)-341(lieber)-341(weiter)-341(und)]TJ 0 -13.549 Td [(halte)-250(dich)-250(nicht)-250(bei)-250(unn\374tzen)-250(Lobhudeleien)-250(auf.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Melanie)-252(f\374hlte)-252(sich)-252(sehr)-253(getroffen)-252(und)-252(err\366tete.)-256(\273Wie)-252(grob)-252(du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bist,)-383(Orla!\253)-356(sagte)-357(sie)-356(gereizt,)-383(\273du)-357(hast)-356(freilich)-357(keinen)-356(Sinn)-356(f\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(harmlose)-250(Vergn\374gen.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Kinder!\253)-314(unterbrach)-315(Fr\344ulein)-314(G\374ssow,)-331(die)-315(am)-314(andern)-314(Ende)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-299(Tafel)-299(sa\337)-299(und)-299(Aepfel)-299(und)-298(N\374sse)-299(vergoldete,)-312(\273keinen)-298(Streit!)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([125])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Melanie,)-554(komm)-493(zu)-494(mir,)-554(du)-493(kannst)-493(mir)-494(helfen,)-554(und)-493(du)-493(Ilse,)]TJ 0 -13.549 Td [(versuche)-250(einmal,)-250(ob)-250(du)-250(Melanies)-250(Stelle)-250(ersetzen)-250(kannst.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Ilse)-398(lie\337)-397(sich)-397(das)-398(nicht)-398(zweimal)-397(sagen.)-693(Eilig)-397(griff)-398(sie)-397(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Pinsel)-302(und)-301(flink)-302(und)-302(gesandt)-302(that)-301(sie)-302(ihre)-302(Arbeit.)-405(Orla)-302(war)-301(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(zufrieden)-250(damit.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Nur)-441(nicht)-441(ganz)-441(so)-441(dick)-441(aufstreichen,\253)-442(mahnte)-441(sie,)-488(\273sonst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(reichen)-250(wir)-250(nicht)-250(mit)-250(unsrem)-250(Gold-)-250(und)-250(Silbervorrat.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Flora)-277(und)-277(Annemie)-278(fertigten)-277(Netze)-277(aus)-277(Goldpapier)-278(an.)-331(\273Eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geistt\366tende)-198(Arbeit,\253)-198(fl\374sterte)-198(Flora)-197(Annemie)-198(zu,)-209(\273und)-197(au\337erdem)]TJ 0 -13.549 Td [(ohne)-592(jede)-593(Poesie.)-1277(Warum)-592(die)-592(Tanne)-593(mit)-592(allerhand)-592(Tand)]TJ 0 -13.549 Td [(aufputzen?)-1027(Ist)-509(sie)-509(nicht)-509(am)-509(herrlichsten)-509(in)-509(ihrem)-508(duftigen,)]TJ 0 -13.549 Td [(gr\374nen)-340(Waldkleide?)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.796 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.159 0 Td [(Lichter)-340(vom)-339(gelben)-340(Wachsstocke)-340(in)-339(ihr)]TJ -103.955 -13.55 Td [(dunkles)-275(Nadelhaar)-275(gesteckt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.305 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.454 0 Td [(ein)-275(goldener)-275(Stern)-275(hoch)-275(oben)-275(auf)]TJ -134.759 -13.549 Td [(ihrer)-230(schlanken)-229(Spitze,)]TJ/F22 10.9091 Tf 101.78 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.959 0 Td [(schwebend)]TJ/F22 10.9091 Tf 50.973 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.959 0 Td [(strahlend!)]TJ/F22 10.9091 Tf 46.279 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.959 0 Td [(das)-230(nenn)]TJ/F22 10.9091 Tf 38.253 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.137 0 Td [(ich)]TJ -267.299 -13.549 Td [(Poesie!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.298 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -28.343 -15.856 Td [(Hier)-276(hielt)-277(sich)-276(Annemie)-276(nicht)-277(mehr,)-283(sie)-276(bekam)-276(einen)-277(solchen)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Lachreiz,)-248(da\337)-248(sie)-248(aufsprang)-247(und)-248(hinauslief,)-248(um)-248(sich)-248(drau\337en)-247(erst)]TJ 0 -13.549 Td [(auszulachen.)]TJ 11.955 -15.856 Td [(Dicht)-355(unter)-355(dem)-355(Baume)-355(standen)-355(Grete)-355(und)-355(Nellie.)-566(Letztere)]TJ -11.955 -13.55 Td [(hoch)-454(auf)-454(einer)-454(Trittleiter,)-505(eine)-454(gro\337e)-454(D\374te)-454(Salz)-454(in)-454(der)-454(Hand)]TJ 0 -13.549 Td [(haltend.)-606(Die)-368(andre)-369(mit)-369(einem)-368(Leimtiegel)-369(in)-369(der)-368(Hand)-369(war)-368(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(Handlanger.)-542(Das)-347(hei\337t,)-371(sie)-347(reichte)-347(Nellie)-348(den)-347(Pinsel)-347(zu,)-371(damit)]TJ 0 -13.549 Td [(diese)-318(die)-319(Zweige)-318(mit)-319(dem)-318(Leim)-319(bestrich,)-335(bevor)-319(sie)-318(Salz)-318(darauf)]TJ 0 -13.549 Td [(warf.)]TJ 11.955 -15.857 Td [(\273Jetzt)-404(bin)-403(ich)-404(eine)-403(gro\337e)-404(Sturmwind)-403(und)-404(mache)-403(der)-404(Baum)]TJ -11.955 -13.549 Td [(voller)-250(Schnee,\253)-250(scherzte)-250(Nellie.)]TJ 11.955 -15.857 Td [(\273Wirklich!)]TJ/F22 10.9091 Tf 51.907 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.619 0 Td [(die)-290(Zweige)-290(werden)-290(wei\337!\253)-290(rief)-290(Ilse)-290(und)-290(verlie\337)]TJ -72.481 -13.549 Td [(einen)-281(Augenblick)-281(ihre)-282(Arbeit,)-289(um)-281(sich)-281(das)-281(Schneetreiben)-281(genau)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(anzusehen.)-454(\273Das)-318(ist)-318(aber)-317(klassisch!)-454(Das)-318(gef\344llt)-318(mir!)-454(Nein,)-334(das)]TJ 0 -13.549 Td [(sieht)-250(zu)-250(reizend)-250(aus!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Freilich)-232(fiel)-233(ein)-232(gro\337er)-232(Teil)-232(Salz)-233(unter)-232(den)-232(Baum,)-236(indes)-232(Nellie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lie\337)-395(sich)-395(die)-395(M\374he)-395(nicht)-395(verdrie\337en,)-431(immer)-395(wieder)-395(kehrte)-394(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(dasselbe)-428(zusammen)-429(und)-428(strich)-429(es)-428(mit)-429(der)-428(Hand)-429(dick)-428(auf)-428(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Leim.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([126])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.04 Td [(\273Du)-222(alt)]TJ/F22 10.9091 Tf 32.111 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.05 0 Td [(Baum)-222(wirfst)-221(sonst)-222(alles)-221(Schnee)-222(auf)-221(die)-222(Erde,\253)-221(meinte)]TJ -50.117 -13.549 Td [(sie.)-250(\273Aber)-250(das)-250(ist)-250(schlechte)-250(Arbeit,)-250(alle)-250(meiner)-250(Finger)-250(kleben.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Rosi)-474(trat)-474(jetzt)-474(auch)-474(an)-474(den)-474(Baum)-474(heran,)-530(um)-474(ihn)-474(mit)-473(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gl\344nzenden)-405(Tannenzapfen)-406(zu)-405(schm\374cken.)-716(Sie)-406(sah)-405(heute)-405(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(anders)-347(aus)-346(als)-347(sonst.)-539(Ihre)-347(sonst)-346(so)-346(gleichm\344\337igen)-347(Z\374ge)-346(trugen)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-427(Ausdruck)-428(froher)-427(Erwartung,)-472(ihre)-427(milden)-427(Augen)-427(strahlten)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(rosig)-250(waren)-250(ihre)-250(Wangen)-250(angehaucht.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O)-243(du)-243(selige,)-244(o)-243(du)-242(fr\366hliche)-243(Weihnachtszeit,\253)-243(summte)-243(sie)-243(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihrer)-347(frischen)-346(Stimme)-347(leise)-346(vor)-347(sich)-347(hin,)-370(und)-347(Fr\344ulein)-346(G\374ssow)]TJ 0 -13.55 Td [(rief)-250(ihr)-250(zu:)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Singe)-268(nur)-267(laut)-268(heraus,)-272(Rosi,)-273(das)-267(bringt)-268(uns)-268(bei)-268(unsrer)-268(Arbeit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so)-250(recht)-250(in)-250(die)-250(echte)-250(Weihnachtsstimmung.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Wir)-307(wollen)-306(alle)-307(singen!\253)-306(riefen)-307(Grete)-306(und)-307(Annemie,)-320(\273bitte,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-250(G\374ssow!\253)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Meinetwegen,)-588(aber)-521(h\374bsch)-521(ged\344mpft,)-588(Kinder,)-589(damit)-520(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kleinen)-250(nicht)-250(davon)-250(erwachen.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Und)-433(nun)-434(erklang)-433(aus)-433(den)-434(jugendlichen)-433(Kehlen)-433(das)-433(sch\366ne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lied)-215(vierstimmig.)]TJ/F22 10.9091 Tf 80.404 0 Td [(\023)-215(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 15.6 0 Td [(Die)-215(junge)-215(Lehrerin)-215(senkte)-215(den)-215(Kopf)-215(herab,)]TJ/F22 10.9091 Tf -96.004 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.133 0 Td [(der)-429(Gesang)-429(stimmte)-428(sie)-429(traurig.)-786(Ihre)-429(Kindheit)]TJ/F22 10.9091 Tf 218.127 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.133 0 Td [(ihre)-429(erste)]TJ -238.393 -13.549 Td [(Jugendzeit)-218(stand)-218(mit)-218(einemmal)-218(lebendig)-218(vor)-217(ihrer)-218(Seele.)]TJ/F22 10.9091 Tf 245.581 0 Td [(\023)-218(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 15.664 0 Td [(Was)]TJ -261.245 -13.55 Td [(hatte)-256(sie)-256(gehofft)]TJ/F22 10.9091 Tf 73.212 0 Td [(\023)-256(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 16.495 0 Td [(und)-256(wie)-256(hatten)-256(sich)-256(ihre)-256(Tr\344ume)-256(erf\374llt!)]TJ/F22 10.9091 Tf 177.221 0 Td [(\023)-256(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -266.928 -13.549 Td [(Durch)-250(ihre)-250(eigne)-250(Schuld!)]TJ/F22 10.9091 Tf 112.702 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -100.746 -14.04 Td [(Mitten)-433(im)-433(Gesange)-434(wurde)-433(pl\366tzlich)-433(die)-433(Th\374r)-433(ge\366ffnet)-433(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-625(Raimar,)-718(begleitet)-625(von)-625(Herrn)-625(Doktor)-625(Althoff,)-718(trat)]TJ 0 -13.549 Td [(herein.)-1049(Sie)-516(hatten)-516(soeben)-516(eine)-516(notwendige)-516(Besprechung)-516(in)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-250(Vorsteherin)-250(Zimmer)-250(beendet.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Das)-449(war)-448(eine)-449(Ueberraschung,)-498(die)-449(niemand)-449(vermutet)-448(hatte.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Der)-404(Gesang)-404(verstummte)-403(und)-404(die)-404(M\344dchen)-404(wurden)-404(mehr)-403(oder)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(weniger)-275(verlegen,)-281(als)-274(der)-275(Gegenstand)-274(ihrer)-275(stillen)-275(Verehrung)-274(so)]TJ 0 -13.549 Td [(unerwartet)-174(vor)-175(ihnen)-174(stand.)-225(Flora)-175(err\366tete)-174(bis)-175(an)-174(die)-174(Haarwurzeln.)]TJ 11.956 -16.173 Td [(\273Nun,)-588(warum)-521(singt)-520(ihr)-521(nicht)-520(weiter,)-588(Kinder?\253)-521(fragte)-520(die)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([127])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Vorsteherin.)-250(\273La\337t)-250(euch)-250(nicht)-250(st\366ren)-250(durch)-250(unsre)-250(Gegenwart.\253)]TJ 11.956 -16.173 Td [(Aber)-356(es)-356(wollte)-356(nicht)-356(wieder)-356(so)-356(recht)-356(in)-356(Zug)-356(kommen.)-567(Orla)]TJ -11.956 -13.549 Td [(setzte)-324(zwar)-324(ein,)-343(aber)-324(falsch,)-342(sie)-324(war)-324(sehr)-324(wenig)-324(musikalisch.)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.55 Td [(Annemie)-178(mu\337te)-178(\374ber)-179(den)-178(Mi\337ton)-178(lachen,)-193(und)-178(da)-178(Lachen)-178(ansteckt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(stimmten)-250(die)-250(\374brigen)-250(ein.)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Aerger,)-246(welche)-245(die)-245(Zeit)-245(nicht)-245(abwarten)-245(konnte,)-246(bis)-245(sie)-245(die)-245(vielen)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337artigen)-237(Gedanken,)-239(die)-236(in)-237(ihrem)-236(Kopfe)-237(spukten,)-239(erst)-236(schwarz)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-250(wei\337)-250(vor)-250(sich)-250(hatte.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Fr\344ulein)-183(Raimar)-183(und)-184(Doktor)-183(Althoff)-183(entfernten)-183(sich)-183(und)-183(Nellie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(trat)-432(gleich)-433(darauf)-432(wieder)-433(in)-432(das)-432(Zimmer.)-798(Flora)-432(konnte)-432(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(umhin,)-250(ihr)-250(einen)-250(kleinen)-250(Seitenhieb)-250(zu)-250(versetzen.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Warum)-163(verstecktest)-163(du)-162(deine)-163(H\344nde)-163(auf)-163(dem)-163(R\374cken?\253)-162(fragte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie.)-317(\273Ich)-272(fand)-273(das)-272(furchtbar)-272(komisch)-273(von)-272(dir.)-317(Du)-272(dachtest)-272(wohl,)]TJ 0 -13.549 Td [(Doktor)-250(Althoff)-250(wolle)-250(dir)-250(die)-250(Hand)-250(geben?\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Die)-277(arme)-276(Nellie)-277(war)-277(\374ber)-277(diesen)-277(Angriff)-276(so)-277(erschrocken,)-283(da\337)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-281(nicht)-281(darauf)-281(antworten)-281(konnte.)-343(Aber)-281(Ilse)-281(half)-281(ihrer)-281(Freundin)]TJ 0 -13.549 Td [(aus)-250(der)-250(Verlegenheit.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ich)-390(finde)-391(nichts)-390(Komisches)-391(darin,)-425(Flora,\253)-391(sagte)-390(sie)-390(lustig,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273wenn)-334(Nellie)-334(nicht)-334(gern)-334(beschmutzte)-334(Finger)-334(sehen)-334(lassen)-334(will;)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([129])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(aber)-351(da\337)-351(du)-351(ihr)-351(deine)-352(eignen)-351(Gedanken)-351(zutraust,)-376(das)-351(finde)-351(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(komisch!)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.331 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Ja,)-250(ja,)-250(Florchen,)-250(du)-250(bist)-250(erkannt!\253)]TJ -39.557 -13.996 Td [(Flora)-227(err\366tete,)-231(aber)-227(sie)-227(war)-227(klug)-226(und)-227(antwortete)-227(nur)-227(mit)-226(einem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wegwerfenden)-250(Achselzucken.)]TJ/F22 10.9091 Tf 133.582 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -121.626 -13.995 Td [(Alle)-413(Vorbereitungen)-413(waren)-413(zu)-414(Ende.)-739(Die)-413(M\344dchen)-413(trugen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ketten,)-472(Netze,)-471(kurz)-428(allen)-427(Schmuck)-428(herbei,)-471(um)-428(den)-427(Baum)-427(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(beh\344ngen.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Wie)-305(er)-305(sich)-305(f\374llte!)-416(Wie)-305(festlich)-305(geschm\374ckt)-305(er)-305(bald)-305(dastand!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-199(bewunderte)-199(haupts\344chlich)-199(die)-199(gl\344nzenden)-199(Tannenzapfen,)-209(die)]TJ 0 -13.55 Td [(sich)-250(zwischen)-250(den)-250(dunklen)-250(Nadeln)-250(ganz)-250(herrlich)-250(ausnahmen.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Wie)-345(ein)-345(M\344rchenbaum!\253)-345(rief)-345(sie)-345(fr\366hlich,)-369(und)-345(\273B\344umchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(r\374ttle)-250(dich)-250(und)-250(sch\374ttle)-250(dich!\253)-250(setzte)-250(sie)-250(\374berm\374tig)-250(hinzu.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273O,)-367(nein!\253)-367(rief)-367(Nellie)-367(in)-367(komischem)-366(Ernste,)-397(\273nicht)-366(sch\374ttle)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-335(r\374ttle)-335(dir,)-356(Baumchen,)-356(es)-335(fallt)-335(sonst)-335(all)-335(der)-335(Salz)-335(von)-335(deiner)]TJ 0 -13.549 Td [(Nadel)-250(und)-250(ich)-250(mu\337)-250(mir)-250(noch)-250(einmal)-250(die)-250(Finger)-250(zerkleben.\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Nie)-200(in)-200(meinem)-199(Leben)-200(sah)-200(ich)-200(einen)-200(so)-200(sch\366nen)-199(Christbaum!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erkl\344rte)-250(Ilse.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Wir)-655(sind)-655(noch)-655(nicht)-656(fertig,)-756(Ilse,\253)-655(entgegnete)-655(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(G\374ssow,)-270(\273bald)-265(h\344tte)-266(ich)-266(das)-266(Gold-)-265(und)-266(Silberhaar)-266(vergessen.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(Und)-240(nun)-241(begann)-240(sie)-241(feine)-240(F\344den)-240(rings)-241(um)-240(den)-241(Baum)-240(zu)-240(spinnen.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Wie)-222(sch\366n!)-241(wie)-223(sch\366n!\253)-222(jubelte)-223(Ilse)-222(und)-223(schlug)-222(wie)-223(ein)-222(Kind)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vor)-268(Freude)-269(in)-268(die)-268(H\344nde.)-305(Dann)-269(nahm)-268(sie)-268(Nellie)-269(in)-268(den)-268(Arm)-268(und)]TJ 0 -13.549 Td [(tanzte)-250(mit)-250(ihr)-250(um)-250(den)-250(Baum.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Du)-812(wirst)-813(mit)-812(deiner)-813(lauten)-812(Freude)-813(die)-812(Schlafenden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aufwecken,\253)-385(ermahnte)-385(Fr\344ulein)-385(G\374ssow;)-452(aber)-385(sie)-385(sah)-385(Ilse)-384(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(inniger)-221(Teilnahme)-220(an.)]TJ/F22 10.9091 Tf 98.025 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.861 0 Td [(Es)-221(gab)-220(eine)-221(Zeit,)-227(wo)-220(auch)-221(sie)-221(so)-220(fr\366hlich)]TJ -105.886 -13.549 Td [(hinausgejubelt)-234(hatte)-234(in)-234(die)-233(Welt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 143.384 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.005 0 Td [(bis)-234(der)-234(Sturm)-234(kam)-233(und)-234(ihr)-234(die)]TJ -151.389 -13.549 Td [(Bl\374te)-250(des)-250(Frohsinns)-250(abstreifte)-250(und)-250(verwehte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.247 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -185.291 -14.163 Td [(\273Geht)-204(nun)-203(zu)-204(Bett,)-213(Kinder,\253)-204(bat)-204(sie,)-213(\273aber)-203(leise,)-213(h\366rt)-204(ihr?)-234(Gute)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nacht!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([130])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.163 Td [(\273Gute)-193(Nacht,)-204(gute)-193(Nacht!\253)-193(rief)-193(es)-193(zur\374ck)-193(und)-193(Ilse)-193(setzte)-192(hinzu:)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Ach,)-250(Fr\344ulein!)-250(Wenn)-250(es)-250(doch)-250(erst)-250(morgen)-250(w\344re!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 223.876 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -211.92 -14.163 Td [(Das)-205(war)-206(ein)-205(Leben)-205(am)-205(andern)-206(Tage!)-235(Die)-205(M\344dchen)-205(waren)-205(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(au\337er)-296(Rand)-296(und)-296(Band.)-389(Ilse)-296(war)-296(ausgelassen)-296(fr\366hlich)-296(und)-296(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(stand)-406(ihr)-406(darin)-406(bei.)-719(Annemie)-406(lachte)-406(\374ber)-406(jede)-406(Kleinigkeit,)-445(ja)]TJ 0 -13.55 Td [(selbst)-283(Rosi,)-292(die)-283(stets)-284(Vern\374nftige,)-291(machte)-284(heute)-283(eine)-283(Ausnahme)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-387(schlo\337)-386(sich)-387(der)-387(allgemeinen)-386(Stimmung)-387(an.)-660(Als)-387(Flora)-386(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(selbstgedichtetes)-243(Weihnachtslied)-243(zum)-243(besten)-242(gab,)-245(und)-243(die)-242(ganze)]TJ 0 -13.549 Td [(\374berm\374tige)-288(Schar)-287(sie)-288(dabei)-287(auslachte,)-297(lachte)-288(Rosi)-287(mit,)]TJ/F22 10.9091 Tf 242.24 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.591 0 Td [(nur)-288(als)]TJ -250.831 -13.549 Td [(Nellie)-250(an)-250(zu)-250(necken)-250(fing,)-250(bat)-250(sie)-250(sanft:)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Bitte,)-267(Nellie,)-268(nicht)-264(spotten!)-291(Wir)-264(haben)-264(die)-264(arme)-264(Flora)-263(schon)]TJ -11.956 -13.549 Td [(genug)-250(gekr\344nkt,)-250(als)-250(wir)-250(sie)-250(auslachten.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-687(und)-687(Grete)-687(waren)-688(die)-687(einzigen,)-796(die)-687(eine)-687(leise)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Verstimmung)-390(nicht)-389(unterdr\374cken)-390(konnten.)-668(Sie)-390(hatten)-389(gehofft,)]TJ 0 -13.55 Td [(Weihnachten)-765(zu)-764(Hause)-765(verleben)-765(zu)-764(k\366nnen,)-894(und)-764(waren)]TJ 0 -13.549 Td [(entt\344uscht,)-349(als)-330(die)-329(Eltern)-330(ihnen)-330(nicht)-329(die)-330(Erlaubnis)-329(gaben,)-349(weil)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-346(es)-345(nicht)-346(passend)-345(fanden,)-370(da\337)-345(junge)-346(M\344dchen)-345(allein)-346(eine)-345(so)]TJ 0 -13.549 Td [(weite)-250(Reise)-250(machten.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-184(fand)-183(diesen)-184(Grund)-184(geradezu)-184(furchtbar)-184(kr\344nkend.)-227(\273Als)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ob)-311(ich)-310(noch)-311(ein)-310(Kind)-311(w\344re!\253)-310(sprach)-311(sie)-311(\344rgerlich)-310(zu)-311(Orla.)-431(\273Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(bin)-304(siebzehn)-303(Jahre)-304(alt!)-411(Und)-304(doch)-303(wahrhaftig)-304(alt)-304(und)-303(verst\344ndig)]TJ 0 -13.55 Td [(genug,)-250(uns)-250(beide)-250(zu)-250(sch\374tzen!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Aber)-201(du)-200(bist)-201(h\374bsch,\253)-201(entgegnete)-200(die)-201(Angeredete)-201(mit)-200(leichter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ironie,)-189(\273und)-174(das)-174(ist)-174(gef\344hrlich.)-225(Denk)]TJ/F22 10.9091 Tf 156.235 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.53 0 Td [(einmal,)-189(wenn)-174(dir)-174(unterwegs)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(ein)-204(Abenteuer)-203(begegnete!)-235(Das)-204(w\344re)-203(doch)-204(furchtbar)-203(schrecklich!\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Ich)-436(bitte)-435(dich,)-482(Orla,)-482(verschone)-436(mich)-435(mit)-436(deinen)-435(albernen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sp\366ttereien!\253)-315(wehrte)-314(Melanie)-315(entr\374stet)-315(ab.)-444(Aber)-314(sie)-315(f\374hlte)-314(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(doch)-250(in)-250(ihrem)-250(Inneren)-250(geschmeichelt,)-250(die)-250(kleine)-250(Eitelkeit.)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Du)-306(h\366rst)-307(es)-306(ja)-307(doch)-306(gern,)-321(Herzchen,\253)-307(lachte)-306(Orla.)-419(\273Warum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auch)-357(nicht?)-572(H\374bsch)-357(zu)-357(sein)-357(ist)-357(ja)-357(keine)-357(Schande,)]TJ/F22 10.9091 Tf 227.654 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.351 0 Td [(besonders)]TJ -237.005 -13.549 Td [(wenn)-321(man)-321(so)-321(wenig)-321(eitel)-320(ist)-321(wie)-321(du!)-463(Uebrigens)-321(tr\366ste)-321(dich)-320(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(uns,)-377(wir)-351(sind)-351(ja)-351(fast)-351(alle)-351(zur\374ckgeblieben,)-377(bis)-351(auf)-351(die)-351(wenigen)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([131])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Pension\344rinnen,)-333(die)-316(in)-316(der)-317(Nachbarschaft)-316(wohnen,)-333(und)-316(die)-316(vier)]TJ 0 -13.55 Td [(Engl\344nderinnen,)-483(die)-436(Mi\337)-436(Lead)-436(wieder)-436(zur\374ck)-436(in)-436(ihre)-436(Heimat)]TJ 0 -13.549 Td [(bringt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.325 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.608 0 Td [(St\366re)-197(nicht)-198(unsre)-197(fr\366hliche)-197(Laune)-198(durch)-197(ein)-198(verstimmtes)]TJ -38.933 -13.549 Td [(Gesicht.)-245(Sieh)-236(doch)-235(nur)-235(Lilli)-236(an,)]TJ/F22 10.9091 Tf 138.568 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.022 0 Td [(kannst)-235(du)-236(bei)-235(dem)-236(Anblicke)-235(so)]TJ -146.59 -13.549 Td [(seliger)-250(Freude)-250(noch)-250(mi\337mutig)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Das)-243(Kind)-243(lief)-243(n\344mlich)-243(von)-243(einer)-243(zur)-244(andern,)-244(treppauf,)-244(treppab)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-368(fragte)-368(jede)-368(Viertelstunde,)-397(ob)-368(es)-368(noch)-368(nicht)-368(dunkel)-367(w\374rde,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(ob)-250(das)-250(liebe)-250(Christkindl)-250(noch)-250(nit)-250(bald)-250(k\344m.)]TJ/F22 10.9091 Tf 209.694 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -197.738 -15.6 Td [(Endlich,)-452(endlich)-412(brach)-411(der)-412(Abend)-412(herein.)-735(Die)-411(Vorsteherin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-420(Fr\344ulein)-421(G\374ssow)-420(verweilten)-421(schon)-420(seit)-420(zwei)-421(Uhr)-420(in)-420(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337en)-300(Saale,)-312(und)-300(in)-300(einer)-300(Klasse,)-312(die)-300(dicht)-299(daneben)-300(lag,)-312(sa\337en)]TJ 0 -13.549 Td [(erwartungsvoll)-264(die)-264(Pension\344rinnen.)-293(Nat\374rlich)-264(im)-264(Dunkeln,)-267(denn)]TJ 0 -13.55 Td [(Licht)-250(durfte)-250(vor)-250(der)-250(Bescherung)-250(nicht)-250(angesteckt)-250(werden.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Lilli)-516(f\374hlte)-515(sich)-516(etwas)-516(unheimlich)-515(in)-516(der)-516(Finsternis.)-1046(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kletterte)-250(auf)-250(Ilses)-250(Scho\337)-250(und)-250(schlang)-250(den)-250(Arm)-250(um)-250(ihren)-250(Hals.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Kommt)-523(denn)-523(das)-524(Christkindl)-523(noch)-523(nit)-523(bald?\253)-523(fragte)-523(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wieder.)-250(\273Schau,)-250(es)-250(ist)-250(halt)-250(schon)-250(stockfinster.\253)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Nun)-391(bald,\253)-391(tr\366stete)-391(Ilse)-392(und)-391(dr\374ckte)-391(Lilli)-391(z\344rtlich)-391(an)-391(sich.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Das)-317(Anschmiegen)-318(des)-317(Kindes)-317(that)-317(ihr)-317(so)-318(wohl)-317(und)-317(seine)-317(Liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(machte)-289(sie)-289(so)-289(gl\374cklich.)-366(\273Bald)-289(kommt)-289(das)-289(Christkind,)-299(ach,)-298(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-345(sch\366n)-344(wird)-345(das)-344(sein!)]TJ/F22 10.9091 Tf 117.807 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.214 0 Td [(Soll)-345(ich)-344(dir)-345(ein)-344(M\344rchen)-345(erz\344hlen,)]TJ -127.021 -13.549 Td [(damit)-250(dir)-250(die)-250(Zeit)-250(schneller)-250(vergeht?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Bitt)-250(sch\366n!)-250(Vom)-250(Hansel)-250(und)-250(Gretel!\253)]TJ 0 -15.601 Td [(Ilse)-276(hatte)-277(indes)-276(kaum)-277(begonnen)-276(\273es)-276(war)-277(einmal\253,)-283(als)-276(Lilli)-276(ihr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(den)-250(Mund)-250(zuhielt.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Nit)-409(weiter!\253)-408(unterbrach)-409(sie,)-448(\273ich)-408(mag)-409(das)-408(heut)-409(nit)-408(h\366ren!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ich)-294(mu\337)-295(immer)-294(an)-294(das)-295(Christkindl)-294(denken.)-383(Kennst)-295(du)-294(das)-294(liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(Christkindl,)-250(Ilse?)-250(Hast)-250(du)]TJ/F22 10.9091 Tf 111.513 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-250(schon)-250(g)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.603 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(schaut?\253)]TJ -147.426 -15.088 Td [(\273Nein,\253)-579(sagte)-580(Ilse,)-661(\273gesehen)-579(habe)-580(ich)-579(es)-579(noch)-579(niemals.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Niemand)-250(kann)-250(es)-250(sehen,)-250(es)-250(wohnt)-250(nicht)-250(auf)-250(der)-250(Erde.\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Wohnt)-299(es)-298(im)-299(Himmel?\253)-299(fragte)-298(Lilli.)-396(\273Schau,)-311(da)-299(m\366cht)]TJ/F22 10.9091 Tf 248.452 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.891 0 Td [(ich)]TJ -267.299 -13.55 Td [(halt)-433(auch)-432(wohnen,)-479(da)-432(ist)]TJ/F22 10.9091 Tf 114.212 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(s)-433(sch\366n,)-478(nit?)-798(Da)-433(singen)-432(die)-433(lieben)]TJ/F16 7.9701 Tf 173.18 0 Td [([132])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Englein,)-211(und)-202(die)-202(lieben)-201(Englein,)-211(die)-202(wohnten)-202(fr\374her)-201(auf)-202(der)-201(Erde,)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-228(waren)-227(die)-228(artigen)-228(Kinder,)-232(nit?)]TJ/F22 10.9091 Tf 149.319 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.938 0 Td [(Der)-228(liebe)-227(Gott)-228(hat)-228(sie)-228(in)-227(sein)]TJ -157.257 -13.549 Td [(Himmelreich)-250(geholt,)-250(nit)-250(wahr,)-250(Ilse?\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Die)-260(Worte)-259(des)-260(Kindes)-260(riefen)-259(sentimentale)-260(Ahnungen)-260(in)-259(Flora)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hervor,)-422(sie)-387(war)-388(auch)-388(im)-387(Begriff,)-422(dieselben)-388(auszusprechen,)-421(als)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie)-250(ihr)-250(das)-250(Wort)-250(abschnitt.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Was)-478(schwatzt)-478(der)-477(kleine)-478(Kind)-478(f\374r)-478(Zeug?\253)-478(sagte)-478(sie)-477(und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(streichelte)-409(liebkosend)-409(Lillis)-409(Hand.)-726(\273Wo)-409(hast)-409(du)-409(dies)-408(geh\366rt?)]TJ 0 -13.549 Td [(Keiner)-250(Mensch)-250(hat)-250(noch)-250(in)-250(der)-250(Himmel)-250(geschaut.\253)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273Aber)-294(die)-295(Mama)-294(hat)]TJ/F22 10.9091 Tf 91.433 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-294(gesagt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 41.39 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.667 0 Td [(sie)-294(wei\337)-295(es,)-305(nit)-295(wahr,)-306(Ilse?\253)]TJ -157.079 -13.549 Td [(rief)-250(Lilli)-250(heftig.)]TJ 11.956 -15.088 Td [(Die)-252(gab)-252(ihr)-253(keine)-252(Antwort)-252(darauf,)-253(sie)-252(versuchte,)-253(das)-252(Kind)-252(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(andre)-250(Gedanken)-250(zu)-250(bringen.)]TJ 11.956 -15.087 Td [(\273M\366chtest)-250(du)-250(wieder)-250(zu)-250(deiner)-250(Mama?\253)-250(fragte)-250(sie.)]TJ 0 -15.088 Td [(\273Nein,\253)-444(entgegnete)-445(Lilli,)-493(\273ich)-445(bleib)]TJ/F22 10.9091 Tf 164.155 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.482 0 Td [(lieber)-444(bei)-445(euch.)-833(Die)]TJ -184.593 -13.549 Td [(Mama)-302(k\374mmert)-302(sich)-303(halt)-302(so)-302(wenig)-302(um)-303(mich,)-315(sie)-302(hat)-302(kein)]TJ/F22 10.9091 Tf 253.399 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.929 0 Td [(Zeit.)]TJ -260.328 -13.549 Td [(Sie)-234(mu\337)-234(immer)-234(studieren,\253)-233(setzte)-234(sie)-234(altklug)-234(hinzu.)-245(\273Alle)-233(Abend)]TJ 0 -13.549 Td [(geht)-250(sie)-250(ins)-250(Theater.\253)]TJ 11.956 -15.088 Td [(\273Denn)-413(es)-413(k\374mmert)-414(sich)-413(ka)-413(Katzerl)]TJ/F22 10.9091 Tf 164.591 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.962 0 Td [(ka)-413(Hunderl)-414(um)-413(mi!\253)]TJ -186.508 -13.549 Td [(recitierte)-250(Flora)-250(schw\344rmerisch.)]TJ 11.955 -15.087 Td [(\273Komm)-191(zu)-192(mir,)-203(Lilli,\253)-191(bat)-191(Melanie,)-203(\273ich)-192(will)-191(dir)-191(eine)-191(herrliche)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Weihnachtsgeschichte)-250(erz\344hlen.\253)]TJ 11.955 -15.087 Td [(\273Bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.829 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-290(bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 20.445 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-290(la\337)-282(mich)-282(bei)-282(Ilse)-282(bleiben,)-290(Melanie,)-290(ich)-282(will)-283(ganz)]TJ -61.493 -13.549 Td [(gewi\337)-250(recht)-250(genau)-250(zuh\366ren)-250(auf)-250(dein)-250(G)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.614 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(schicht.\253)]TJ -158.292 -15.088 Td [(Und)-157(w\344hrend)-156(Melanie)-157(ihre)-157(Erz\344hlung)-157(zum)-156(besten)-157(giebt,)-175(wollen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(wir)-250(einen)-250(Blick)-250(in)-250(den)-250(Weihnachtssaal)-250(werfen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Die)-299(beiden)-299(Damen)-298(waren)-299(so)-299(ziemlich)-299(fertig)-299(mit)-299(ihrer)-298(gro\337en)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Arbeit.)-892(Fr\344ulein)-464(G\374ssow)-464(war)-464(dabei,)-517(noch)-464(einige)-464(versiegelte)]TJ 0 -13.549 Td [(Pakete)-570(auf)-571(verschiedene)-570(Pl\344tze)-570(zu)-571(verteilen.)-1211(Es)-570(waren)-570(in)]TJ 0 -13.549 Td [(denselben)-295(die)-295(Geschenke)-294(enthalten,)-306(welche)-295(die)-295(junge)-295(Welt)-294(sich)]TJ 0 -13.55 Td [(untereinander)-251(bescherte.)-255(Der)-251(Name)-251(der)-252(Empf\344ngerin)-251(war)-251(darauf)]TJ 0 -13.549 Td [(geschrieben,)-250(die)-250(Geberin)-250(mu\337te)-250(erraten)-250(werden.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-751(Raimar)-751(stand)-751(neben)-752(dem)-751(G\344rtner,)-876(der)-751(eifrig)]TJ -11.956 -13.549 Td [(besch\344ftigt)-193(war,)-204(die)-193(angekommenen)-192(Kisten)-193(zu)-193(\366ffnen,)-204(die)-192(Deckel)]TJ 0 -13.549 Td [(wurden)-191(lose)-190(wieder)-191(darauf)-191(gelegt,)-202(denn)-191(das)-191(Auspacken)-190(besorgten)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([133])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.55 Td [(die)-250(Empf\344ngerinnen)-250(selbst.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Nur)-206(mit)-207(Lilli)-206(wurde)-206(eine)-207(Ausnahme)-206(gemacht,)-215(Fr\344ulein)-206(Raimar)]TJ -11.956 -13.549 Td [(packte)-383(deren)-384(Kiste)-383(aus)-384(und)-383(sch\374ttelte)-383(den)-384(Kopf,)-417(als)-383(sie)-383(damit)]TJ 0 -13.549 Td [(besch\344ftigt)-250(war.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Sehen)-306(Sie)-306(nur)-306(den)-306(Tand,)-321(liebe)-306(Freundin,\253)-306(sagte)-306(sie.)-418(\273Nicht)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ein)-312(vern\374nftiges)-313(St\374ck)-312(finde)-312(ich)-313(dabei.)-437(Zwei)-312(wei\337e)-313(Kleider,)-327(so)]TJ 0 -13.549 Td [(kurz,)-447(da\337)-408(sie)-407(dem)-408(Kinde)-408(kaum)-408(bis)-407(an)-408(die)-408(Knie)-407(reichen,)-447(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\366n)-421(gestickt,)-463(hier)-421(eine)-421(breite)-421(rosa)-421(Atlassch\344rpe,)-464(ein)-420(kleiner)]TJ 0 -13.549 Td [(Hermelinmuff,)-356(ein)-335(Paar)-335(feine)-335(Saffianstiefel)-335(und)-335(eine)-335(Puppe)-335(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Ballstaat.)-1050(Und)-517(vieles)-517(Zuckerwerk)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.219 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.092 0 Td [(das)-517(ist)-517(alles!)-1050(Warme)]TJ -177.311 -13.55 Td [(Str\374mpfe)-365(und)-364(eine)-365(warme)-364(Decke,)-394(um)-364(die)-365(ich)-364(so)-365(sehr)-364(gebeten,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(die)-250(dem)-250(Kinde)-250(so)-250(n\366tig)-250(sind,)]TJ/F22 10.9091 Tf 147.273 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(sie)-250(fehlen)-250(ganz.\253)]TJ -143.499 -13.549 Td [(\273Hier)-567(scheint)-567(ein)-567(Brief)-568(f\374r)-567(Sie)-567(zu)-567(sein,\253)-567(sagte)-567(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(G\374ssow)-426(und)-425(nahm)-426(ein)-425(duftiges)-426(rosa)-425(Billet)-426(von)-425(der)-426(Erde)-425(auf.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wahrscheinlich)-409(war)-410(dasselbe)-409(aus)-409(dem)-410(Muff)-409(gefallen,)-449(den)-409(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Vorsteherin)-471(noch)-470(in)-471(der)-470(Hand)-471(hielt.)-911(Sie)-471(erbrach)-470(das)-471(an)-470(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(gerichtete)-250(Schreiben)-250(und)-250(las)-250(wie)-250(folgt:)]TJ 0 -59.106 Td [(\273Ich)-254(ersuche)-254(Sie)-255(freundlich,)-255(meiner)-254(Lilli)-254(die)-254(Kleinigkeiten)-254(unter)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-239(Baum)-239(zu)-239(legen.)-246(Hoffentlich)-239(ist)-239(das)-239(liebe)-239(Herzl)-239(recht)-238(gesund.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nun)-344(ich)-343(hab)-344(halt)-344(nit)-344(n\366tig,)-367(mich)-344(zu)-343(sorgen,)-367(wei\337)-344(ich)-344(doch)-343(das)]TJ 0 -13.55 Td [(goldene)-205(Fischel)-205(in)-205(so)-204(gute)-205(H\344nd!)]TJ/F22 10.9091 Tf 144.024 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.689 0 Td [(Wollne)-205(Str\374mpf)-205(und)-205(a)-204(Jackerl)]TJ -151.713 -13.549 Td [(hab)-248(i)-248(halt)-247(nit)-248(mitgeschickt,)-249(i)-247(w\374nsch)-248(das)-248(Kind)-248(nit)-248(zu)-247(verw\366hnen.)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Es)-208(soll)-209(immer)-208(a)-208(wei\337)-208(Kleiderl)-209(anziehn,)]TJ/F22 10.9091 Tf 169.605 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.727 0 Td [(Hals)-208(frei)-208(und)-209(Arme)-208(frei,)]TJ/F22 10.9091 Tf -177.332 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(so)-250(ist)-250(sie)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.582 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-250(gewohnt,)-250(und)-250(dabei)-250(m\366cht)-250(ich)]TJ/F22 10.9091 Tf 138.774 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-250(halt)-250(lassen.)]TJ -179.848 -14.351 Td [(Geben)-330(Sie)-330(mein)-331(Herzblatterl)-330(tausend)-330(Schmazerl,)-350(und)-330(da\337)-330(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-250(Mama)-250(nit)-250(vergi\337t!)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Mit)-250(dankbaren)-250(Gr\374\337en)-250(verbleib)-250(ich)]TJ 251.111 -14.351 Td [(Ihre)]TJ -119.379 -13.55 Td [(ergebene)-293(T)-200(o)-200(n)-200(i)-880(L)-200(u)-200(b)-200(a)-200(u)-200(e)-200(r.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 147.336 -38.313 Td [([134])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -11.972 Td [(\273Wei\337e)-328(Kleider)-327(und)-328(d\374nne)-328(Str\374mpfe!\253)-328(wiederholte)-327(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Raimar)-307(kopfsch\374ttelnd.)-422(\273Es)-307(ist)-307(gut,)-322(da\337)-307(wir)-307(f\374r)-307(einiges)-307(gesorgt)]TJ 0 -13.549 Td [(haben,)-209(ich)-199(k\366nnt)1(e)-199(es)-199(nicht)-198(vor)-199(mir)-198(selbst)-199(verantworten,)-209(das)-198(kleine)]TJ 0 -13.549 Td [(Ding)-250(so)-250(durchsichtig)-250(und)-250(wenig)-250(bekleidet)-250(zu)-250(sehen.\253)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Die)-697(junge)-697(Lehrerin)-698(stimmte)-697(bei)-697(und)-697(warf)-697(einen)-697(recht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(befriedigten)-213(Blick)-213(auf)-213(all)-213(die)-212(sch\366nen)-213(und)-213(n\374tzlichen)-213(Sachen,)-220(die)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-250(Lillis)-250(Tischchen)-250(aufgebaut)-250(lagen.)]TJ 11.956 -14.352 Td [(Der)-213(G\344rtner)-214(war)-213(mit)-214(seiner)-213(Arbeit)-214(fertig)-213(und)-214(hatte)-213(das)-213(Zimmer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verlassen)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.236 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.098 0 Td [(die)-242(Damen)-243(z\374ndeten)-242(die)-242(Lichter)-242(des)-243(Baumes)-242(an,)-244(und)]TJ -51.334 -13.549 Td [(als)-239(auch)-238(das)-239(geschehen)-238(war,)-241(ergriff)-239(die)-238(Vorsteherin)-239(eine)-238(silberne)]TJ 0 -13.549 Td [(Klingel)-250(und)-250(l\344utete.)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Wie)-211(mit)-211(einem)-211(Zauberschlage)-211(flogen)-211(die)-211(Fl\374gelth\374ren)-211(auf)-211(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-250(junge)-250(Schar)-250(st\374rmte)-250(herein.)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Einen)-288(Augenblick)-288(standen)-288(sie)-289(wie)-288(geblendet)-288(da.)-364(So)-288(pl\366tzlich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(aus)-262(der)-262(Dunkelheit)-262(in)-262(das)-262(helle)-262(Licht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.982 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.312 0 Td [(der)-262(Kontrast)-262(war)-262(fast)-262(zu)]TJ -175.294 -13.549 Td [(grell.)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Lilli)-440(besonders)-441(stand)-440(wie)-441(gebannt)-440(da)-441(und)-440(hielt)-441(Ilses)-440(Hand)]TJ -11.956 -13.549 Td [(krampfhaft)-250(fest.)]TJ 11.956 -14.351 Td [(\273Komm,\253)-399(redete)-400(Fr\344ulein)-399(Raimar)-399(sie)-400(an,)-436(\273ich)-400(will)-399(dich)-399(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(deinen)-250(Tisch)-250(f\374hren,)-250(du)-250(bist)-250(ja)-250(ganz)-250(stumm)-250(geworden.\253)]TJ 11.956 -14.351 Td [(Als)-559(das)-559(Kind)-559(vor)-559(seiner)-559(Bescherung)-559(stand,)-636(kehrte)-559(seine)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Lebhaftigkeit)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -14.351 Td [(\273Die)-175(sch\366ne)-176(Puppe!\253)-175(rief)-176(es)-175(entz\374ckt)-175(und)-176(schlug)-175(die)-175(H\344ndchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zusammen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Die)-218(ist)-218(aber)-218(halt)-217(zu)-218(sch\366n!)-240(Meine)-217(alte)-218(Lori)-218(ist)-218(lang)-218(nit)-218(so)-217(s\374\337!)]TJ/F22 10.9091 Tf -11.956 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.75 0 Td [(Und)-302(ein)-302(Strohh\374terl)-302(hat)-302(sie)-302(auf)]TJ/F22 10.9091 Tf 140.358 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.749 0 Td [(ach)-302(Gotterl!)-406(und)-302(die)-302(langen)]TJ -157.857 -13.549 Td [(Zopferl!)-572(Und)-357(ein)-357(Schultascherl)-358(tragt)-357(sie)-357(am)-357(Arm!)-572(Bitt)-357(sch\366n,)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein,)-335(darf)-317(ich)-318(sie)-318(in)-317(die)-318(Hand)-318(nehmen?)-452(Ich)-318(m\366cht)-318(sie)-317(ganz)]TJ 0 -13.55 Td [(nah)-250(anschaun!)-250(Bitt)-250(sch\366n,)-250(erlaube)-250(mir)]TJ/F22 10.9091 Tf 165.426 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(s!\253)]TJ -157.102 -16.186 Td [(Fr\344ulein)-586(Raimar)-586(erf\374llte)-585(gern)-586(die)-586(Bitte)-586(des)-586(Kindes,)-669(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(behutsam)-250(sein)-250(P\374ppchen)-250(in)-250(den)-250(Arm)-250(nahm.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Sie)-286(kann)-285(die)-286(Augerl)-285(schlie\337en!\253)-286(fuhr)-285(dasselbe)-286(fort.)-356(\273Schau,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein,)-336(sie)-318(will)-319(schlafen!\253)-318(Das)-319(Kind)-318(war)-319(ganz)-318(au\337er)-319(sich)-318(vor)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([135])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.55 Td [(Entz\374cken)-184(bei)-183(dieser)-184(Entdeckung)-183(und)-183(hielt)-184(sein)-183(Plapperm\344ulchen)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-231(einen)-230(Augenblick)-231(still.)-243(\273Meine)-231(Lori)-231(hat)-230(die)-231(Aeugerl)-230(immer)]TJ 0 -13.549 Td [(auf,)-230(sie)-224(kann)-224(nit)-225(schlafen,)-229(nit)-224(wahr,)-230(Fr\344ulein?)-241(Die)-225(ist)-224(dumm,)-229(lang)]TJ 0 -13.549 Td [(nit)-351(so)-351(gescheit)-350(wie)-351(diese.)]TJ/F22 10.9091 Tf 119.2 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.281 0 Td [(Hast)-351(du)-351(mir)-350(die)-351(Puppe)-351(geschenkt,)]TJ -128.481 -13.549 Td [(Fr\344ulein?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Nein,\253)-293(entgegnete)-293(diese,)-304(die)-293(sich)-293(an)-293(Lillis)-293(jubelnder)-292(Freude)]TJ -11.956 -13.55 Td [(erquickte.)-451(\273Ilse)-317(und)-316(Nellie)-317(haben)-317(sie)-317(dir)-317(angezogen.)-451(Aber)-316(sieh)]TJ 0 -13.549 Td [(einmal,)-381(hier)-354(hast)-354(du)-355(noch)-354(eine)-354(Puppe,)-381(die)-354(hat)-355(dir)-354(deine)-354(Mama)]TJ 0 -13.549 Td [(geschenkt.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Kaum)-318(einen)-317(Blick)-318(hatte)-317(sie)-318(f\374r)-318(die)-317(kostbare)-318(Balldame.)-452(\273Die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ist)-282(mir)-281(zu)-282(geputzt,\253)-282(sagte)-282(sie,)-289(\273die)-282(kann)-282(ich)-282(doch)-281(nit)-282(in)-282(das)-281(Bett)]TJ 0 -13.55 Td [(legen!)-453(Die)-318(kann)-318(mein)-318(Kind)-317(nit)-318(sein!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 171.782 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.921 0 Td [(Und)-318(mit)-318(der)-317(Puppe)-318(im)]TJ -180.703 -13.549 Td [(Arme)-250(lief)-250(sie)-250(zu)-250(Ilse,)-250(um)-250(sich)-250(zu)-250(bedanken.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Diese)-244(aber)-243(war)-244(sehr)-243(besch\344ftigt.)-248(Sie)-244(packte)-244(ihre)-243(Kiste)-244(aus)-243(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte)-233(nicht)-234(Zeit,)-237(an)-233(etwas)-233(anderes)-234(zu)-233(denken.)-245(\273Sp\344ter,)-236(Liebling,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(sagte)-253(sie,)-253(und)-252(fertigte)-253(die)-252(Kleine)-253(mit)-252(einem)-253(fl\374chtigen)-252(Ku\337)-253(ab.)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.55 Td [(Soeben)-228(hielt)-229(sie)-228(einen)-229(pr\344chtigen)-228(rosa)-229(Wollstoff)-228(in)-229(der)-228(Hand)-228(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie)-250(stand)-250(neben)-250(ihr)-250(und)-250(bewunderte)-250(denselben)-250(lebhaft.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273O)-292(wie)-292(s\374\337!\253)-292(rief)-293(sie.)-376(\273Wie)-292(von)-292(Spinnweb)-293(so)-292(fein!)-376(Und)-292(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-278(dir)-279(kleidet,\253)-278(fuhr)-278(sie)-278(fort)-279(und)-278(hielt)-278(den)-279(Stoff)-278(der)-278(Freundin)-278(an,)]TJ 0 -13.549 Td [(\273das)-344(wird)-344(ein)-344(sch\366n)]TJ/F22 10.9091 Tf 90.034 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.386 0 Td [(Tanzstundenkleid!)-532(Du)-344(wirst)-344(dir)-344(wie)-344(eine)]TJ -97.42 -13.55 Td [(Fee)-250(darin)-250(machen!\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Ilse)-515(aber)-515(war)-515(gar)-515(nicht)-515(recht)-515(vergn\374gt)-515(\374ber)-515(das)-515(kostbare)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Geschenk,)-311(es)-299(malte)-299(sich)-298(sogar)-299(etwas)-299(wie)-299(Entt\344uschung)-299(in)-298(ihren)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Z\374gen.)-223(Warum)-167(mochten)-167(die)-168(Eltern)-167(ihre)-168(Bitte)-167(nicht)-167(ber\374cksichtigt,)]TJ 0 -13.549 Td [(ja)-250(nicht)-250(einmal)-250(eine)-250(Antwort)-250(darauf)-250(gegeben)-250(haben?)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Und)-250(Nellie)-250(war)-250(so)-250(gut)]TJ/F22 10.9091 Tf 99.076 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(so)-250(neidlos)-250(teilte)-250(sie)-250(ihre)-250(Freude.)]TJ -107.258 -13.959 Td [(So)-296(mochte)-297(auch)-296(Fr\344ulein)-297(G\374ssow)-296(denken,)-309(die)-296(n\344her)-296(getreten)]TJ -11.955 -13.549 Td [(war.)-247(Sie)-241(legte)-242(den)-241(Arm)-241(um)-242(Nellies)-241(Schulter)-241(und)-242(fragte:)-245(\273Warum)]TJ 0 -13.549 Td [(packst)-250(du)-250(nicht)-250(deine)-250(eigene)-250(Kiste)-250(aus?\253)]TJ 11.955 -13.958 Td [(\273Meine)-267(Kiste?\253)-268(wiederholte)-267(Nellie.)-302(\273O)-267(Fr\344ulein,)-272(Sie)-267(spa\337en!)]TJ -11.955 -13.55 Td [(F\374r)-250(mir)-250(giebt)-250(es)-250(das)-250(nicht!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.023 0 Td [([136])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -13.958 Td [(Ilse)-526(horchte)-526(auf.)-1077(Einen)-526(schnellen,)-595(fragenden)-526(Blick)-525(warf)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sie)-519(der)-519(jungen)-520(Lehrerin)-519(zu)-519(und)-520(diese)-519(antwortete)-519(mit)-519(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(geheimnisvollen)-250(L\344cheln.)]TJ 11.955 -13.959 Td [(\273Wer)-355(wei\337!\253)-354(fuhr)-355(sie)-355(fort,)-381(\273sieh)-354(einmal)-355(nach,)-381(vielleicht)-355(hat)]TJ -11.955 -13.549 Td [(eine)-250(g\374tige)-250(Fee)-250(dir)-250(etwas)-250(beschert.\253)]TJ 11.955 -13.958 Td [(Ilse)-231(erhob)-230(sich)-231(schnell)-231(aus)-231(ihrer)-230(knieenden)-231(Stellung)-231(und)-231(nahm)]TJ -11.955 -13.549 Td [(die)-344(Freundin)-344(unter)-345(den)-344(Arm.)-533(\273Komm,\253)-344(sagte)-344(sie,)-368(\273wir)-344(wollen)]TJ 0 -13.55 Td [(suchen.\253)]TJ 11.955 -13.958 Td [(Kiste)-346(an)-346(Kiste)-345(stand)-346(da)-346(in)-346(der)-345(Reihe,)-370(jede)-346(indes)-346(war)-345(bereits)]TJ -11.955 -13.549 Td [(in)-296(Besitz)-296(genommen,)-307(Ilses)-296(Auge)-296(aber)-295(flog)-296(voraus.)-388(Sie)-296(hatte)-295(am)]TJ 0 -13.549 Td [(Ende)-305(des)-305(Saales)-305(eine)-304(herrenlose)-305(Kiste)-305(entdeckt,)-319(dorthin)-305(zog)-304(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(Nellie.)]TJ 11.955 -13.958 Td [(Und)-233(richtig,)-237(da)-234(stand)-233(mit)-234(gro\337en)-233(Buchstaben)-234(auf)-233(dem)-234(Deckel:)]TJ -11.955 -13.549 Td [(\273An)-457(Mi\337)-456(Nellie)-457(Grey.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.548 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.436 0 Td [(Es)-457(war)-456(kein)-457(Zweifel,)-508(die)-457(Adresse)]TJ -123.984 -13.549 Td [(lautete)-250(an)-250(sie.)]TJ 11.955 -13.959 Td [(\273O,)-425(was)-426(ist)-425(dies!\253)-426(rief)-425(Nellie)-425(\374berrascht)-426(und)-425(ihre)-426(Wangen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(r\366teten)-250(sich,)-250(\273wer)-250(hat)-250(an)-250(mir)-250(gedacht?)-250(Ist)-250(es)-250(gewi\337)-250(f\374r)-250(mir?\253)]TJ 11.955 -13.958 Td [(\273Ja,)-260(sie)-258(ist)-259(wirklich)-258(f\374r)-258(dich,\253)-258(versicherte)-258(Ilse)-258(strahlend,)-261(denn)]TJ -11.955 -13.549 Td [(nun)-359(hatte)-359(sie)-359(erst)-359(die)-359(echte)-358(Weihnachtsfreude,)-387(\273nimm)-358(nur)-359(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Deckel)-250(hoch.\253)]TJ 11.955 -13.959 Td [(Immer)-230(noch)-229(etwas)-230(z\366gernd)-230(folgte)-229(Nellie)-230(dieser)-230(Aufforderung.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Welche)-395(Ueberraschung!)-687(Da)-395(lag)-396(obenauf)-395(ein)-395(gleicher)-396(Stoff)-395(in)]TJ 0 -13.549 Td [(bla\337blau,)-250(wie)-250(sie)-250(soeben)-250(denselben)-250(in)-250(rosa)-250(bei)-250(Ilse)-250(bewundert.)]TJ 11.955 -13.959 Td [(Und)-244(wie)-244(sie)-244(nun)-244(weiter)-244(auspackten,)-245(jetzt)-244(eine)-244(jede)-244(ihre)-244(eigene)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Kiste,)-210(da)-200(hielten)-200(sie)-201(sich)-200(jubelnd)-200(stets)-200(die)-200(gleichen)-200(Herrlichkeiten)]TJ 0 -13.549 Td [(entgegen.)-220(Bald)-159(war)-159(es)-158(eine)-159(gestickte)-159(Sch\374rze,)-177(dann)-159(kamen)-159(farbige)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(134)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Str\374mpfe)-414(an)-414(die)-414(Reihe,)-455(Handschuhe,)-455(sogar)-414(die)-413(Korallenkette,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-473(schon)-473(lange)-473(ein)-473(sehnlicher)-473(Wunsch)-473(Ilses)-474(war,)-528(fehlte)-473(bei)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellies)-412(Bescherung)-411(nicht.)-734(Auch)-412(die)-411(vielen)-412(Leckereien)-411(waren)]TJ 0 -13.549 Td [(gleichm\344\337ig)-250(verteilt.)]TJ 11.956 -14.933 Td [(Ilse)-565(hatte)-565(in)-566(einem)-565(Karton)-565(mit)-565(Briefpapier)-565(einen)-565(langen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(z\344rtlichen)-328(Brief)-328(der)-328(Eltern)-328(gefunden)-328(und)-328(als)-328(Nellie)-328(den)-328(ihrigen)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([137])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(\366ffnete,)-250(lag)-250(auch)-250(f\374r)-250(sie)-250(ein)-250(kleines)-250(Briefchen)-250(darin.)]TJ 0 -68.126 Td [(\273Meine)-380(liebe)-380(Nellie,\253)-380(schrieb)-380(Ilses)-379(Mama,)-413(\273ich)-380(darf)-380(Sie)-379(doch)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-410(nennen)-409(als)-410(meiner)-409(Ilse)-410(liebste)-410(Freundin?)-728(Mein)-410(Mann)-409(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-437(m\366chten)-437(Ihnen)-437(so)-437(gern)-437(einen)-437(kleinen)-437(Beweis)-437(geben,)-483(wie)]TJ 0 -13.55 Td [(dankbar)-308(wir)-307(Ihnen)-308(sind)-307(f\374r)-308(die)-308(Liebe)-307(und)-308(Freundschaft,)-322(die)-307(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(stets)-409(unsrem)-409(Kinde)-409(zu)-409(teil)-409(werden)-409(lie\337en.)-727(Zwei)-408(Freundinnen)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-488(m\374ssen)-489(auch)-488(gleiche)-489(Freuden)-488(haben)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.371 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.782 0 Td [(und)-488(mit)-489(diesem)]TJ -208.153 -13.549 Td [(Gedanken)-226(bitten)-225(wir)-226(Sie)-225(herzlich,)-231(den)-226(Inhalt)-225(der)-226(Kiste)-225(freundlich)]TJ 0 -13.549 Td [(anzunehmen.)]TJ 11.956 -14.933 Td [(Mit)-235(dem)-235(aufrichtigen)-236(Wunsche,)-238(da\337)-235(Sie)-235(auch)-235(fernerhin)-235(unsrer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-250(eine)-250(treue)-250(Freundin)-250(bleiben)-250(m\366gen,)-250(gr\374\337t)-250(Sie)-250(herzlich)]TJ 188.608 -14.933 Td [(A)-200(n)-200(n)-200(e)-920(M)-200(a)-200(c)-200(k)-200(e)-200(t.\253)]TJ -176.652 -53.193 Td [(Nellie)-595(fiel)-595(Ilse)-595(um)-595(den)-595(Hals)-595(und)-595(vermochte)-595(kein)-594(Wort)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hervorzubringen.)-1290(Die)-596(R\374hrung)-596(schn\374rte)-597(ihr)-596(die)-597(Kehle)-596(zu)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 13.01 0 Td [(Thr\344nen)-693(waren)-692(seltene)-693(G\344ste)-692(bei)-693(unsrer)-692(Nellie.)-1578(Das)]TJ -13.01 -13.549 Td [(fr\374hverwaiste)-678(M\344dchen,)-786(das)-678(sich)-679(von)-678(klein)-679(auf)-678(stets)-678(bei)]TJ 0 -13.55 Td [(Verwandten)-522(herumdr\374cken)-522(mu\337te,)-591(dem)-522(das)-522(Sonnenlicht)-522(der)]TJ 0 -13.549 Td [(elterlichen)-305(Liebe)-305(fehlte,)-319(hatte)-305(das)-306(Weinen)-305(beinah)-305(verlernt.)-415(Wer)]TJ 0 -13.549 Td [(h\344tte)-250(auch)-250(auf)-250(seine)-250(Thr\344nen)-250(achten)-250(sollen?)]TJ 11.956 -14.933 Td [(\273Dein)-468(Mutter)-469(ist)-468(ein)-469(Engel!\253)-468(brachte)-469(sie)-468(endlich,)-523(so)-468(halb)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unterdr\374ckt,)-250(heraus.)-250(\273Wie)-250(soll)-250(ich)-250(sie)-250(f\374r)-250(alles)-250(danken?\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 311.038 548.934 Td [(135)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Ja,)-556(meine)-495(Mama)-495(ist)-494(sehr)-495(gut!\253)-495(best\344tigte)-495(Ilse,)-556(und)-494(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erstenmal)-436(stieg)-436(ein)-436(warmes,)-483(z\344rtliches)-436(Gef\374hl)-436(f\374r)-436(dieselbe)-436(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-250(Herzen)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(F\374r)-447(sentimentale)-447(Stimmungen)-448(waren)-447(Ilse)-447(und)-447(Nellie)-447(indes)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-263(angethan,)-266(und)-263(als)-262(erstere)-263(ein)-263(St\374ck)-263(Marzipan)-263(der)-262(Freundin)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-391(den)-392(Mund)-391(steckte,)-427(war)-391(die)-392(R\374hrung)-391(zu)-391(Ende.)-674(Thr\344nenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Auges)-521(verzehrte)-521(es)-521(Nellie,)-589(und)-521(dieser)-521(Anblick)-521(kam)-521(Ilse)-521(so)]TJ 0 -13.55 Td [(possierlich)-241(vor,)-243(da\337)-240(sie)-241(lachen)-241(mu\337te,)]TJ/F22 10.9091 Tf 166.689 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.083 0 Td [(nat\374rlich)-241(stimmte)-241(Nellie)]TJ -174.772 -13.549 Td [(ein.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([138])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.25 Td [(\273Seid)-157(ihr)-157(fertig,)-176(Kinder?)-219(Habt)-158(ihr)-157(alle)-157(eure)-157(Kisten)-157(ausgepackt!\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(rief)-345(Fr\344ulein)-344(Raimar)-345(und)-344(unterbrach)-345(das)-344(Gewirr)-345(von)-344(Stimmen,)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-250(laut)-250(und)-250(lebhaft)-250(durcheinander)-250(klang.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Ja,)-346(ja!\253)-327(rief)-327(es)-327(zur\374ck)-327(und)-327(nun)-327(beeiferte)-327(sich)-327(eine)-327(jede,)-346(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(heimatliche)-170(Bescherung)-170(vorzuzeigen,)-186(und)-170(die)-170(Vorsteherin)-169(blickte)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-245(lauter)-244(freudig)-245(erregte)-244(und)-245(zufriedene)-244(Gesichter.)-248(Nur)-245(Flora)-244(sah)]TJ 0 -13.549 Td [(etwas)-462(entt\344uscht)-462(aus.)-885(Sie)-462(hatt)1(e)-462(anstatt)-462(\273Jean)-462(Pauls)-461(Werke\253,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-251(sie)-251(sich)-250(so)-251(gl\374hend)-251(gew\374nscht,)-251(\273Schlossers)-250(Weltgeschichte\253)]TJ 0 -13.549 Td [(erhalten)-440(mit)-440(dem)-440(Versprechen)-440(vom)-440(Papa,)-487(da\337,)-440(wenn)-440(sie)-440(erst)]TJ 0 -13.549 Td [(reifer)-250(f\374r)-250(solche)-250(Lekt\374re)-250(sei,)-250(sie)-250(dieses)-250(Werk)-250(erhalten)-250(werde.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Reifer!)-689(Es)-396(klang)-396(ihr)-396(wie)-397(bittrer)-396(Hohn.)-689(Sie)-396(f\374hlte)-396(sich)-396(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihren)-238(sechzehn)-239(Jahren)-238(schon)-238(so)-239(\374berreif,)-240(da\337)-239(sie)-238(selbst)-238(poetische)]TJ 0 -13.549 Td [(Werke)-278(in)-279(das)-278(Leben)-278(rief)]TJ/F22 10.9091 Tf 109.684 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.49 0 Td [(und)-278(sie)]TJ/F22 10.9091 Tf 34.555 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.49 0 Td [(sie)-278(sollte)-279(nicht)-278(\273Jean)-278(Paul\253)]TJ -161.219 -13.55 Td [(lesen!)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Nachdem)-399(die)-399(Geschenke)-399(der)-399(Eltern)-399(auf)-399(eine)-399(leer)-399(gelassene)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tafel)-703(aufgebaut)-704(waren,)-817(und)-703(nachdem)-704(die)-703(M\344dchen)-703(auch)]TJ 0 -13.55 Td [(diejenigen)-161(der)-162(Lehrerinnen)-161(in)-161(Empfang)-161(genommen)-161(hatten,)-179(kamen)]TJ 0 -13.549 Td [(endlich)-240(die)-239(versiegelten)-240(und)-239(verpackten)-239(Ueberraschungen)-240(an)-239(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Reihe.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Da)-281(kamen)-280(denn)-281(allerhand)-280(drollige)-281(Dinge)-280(zum)-281(Vorschein)-280(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-250(Jubel)-250(und)-250(das)-250(Lachen)-250(wollten)-250(kein)-250(Ende)-250(nehmen.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Flora)-206(hatte)-207(soeben)-206(einen)-207(langen,)-215(blauen)-207(Strumpf)-206(aus)-206(zahllosen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Papieren)-256(herausgewickelt)-255(und)-256(hielt)-256(ihn)-255(hoch)-256(in)-256(der)-255(Hand.)-267(Etwas)]TJ 0 -13.55 Td [(verwundert)-262(drehte)-261(sie)-262(diese)-262(wunderbare)-261(Gabe)-262(nach)-262(allen)-261(Seiten,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(ironische)-250(Anspielung)-250(fiel)-250(ihr)-250(nicht)-250(sogleich)-250(ein.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Die)-383(Angeredete)-383(schwieg)-383(und)-383(senkte)-383(die)-383(Augen.)-649(Der)-382(Tadel)]TJ -11.956 -13.549 Td [(traf)-288(die)-288(Wahrheit,)-298(sie)-287(hatte)-288(wirklich)-288(manchmal)-288(im)-288(Verborgenen)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-428(Cigarette)-427(geraucht.)-783(War)-427(es)-427(doch)-428(in)-427(ihrer)-428(Heimat)-427(nichts)]TJ 0 -13.549 Td [(Auffallendes,)-238(wenn)-235(eine)-235(Dame)-235(sich)-235(ein)-235(kleines)-234(Rauchvergn\374gen)]TJ 0 -13.55 Td [(machte.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Innerlich)-259(schalt)-258(sie)-259(die)-258(Pedanterie)-259(der)-259(Deutschen,)-260(der)-259(sie)-258(eine)]TJ -11.956 -13.55 Td [(so)-429(harmlose)-429(Freude)-430(zum)-429(Opfer)-429(bringen)-429(mu\337te,)-474(denn)-429(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde)-288(es)-288(ihre)-288(Wahrheitsliebe)-288(gestattet)-289(haben,)-297(gegen)-288(das)-288(Verbot)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-205(Vorsteherin)-204(zu)-205(s\374ndigen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.881 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.687 0 Td [(mit)-205(einiger)-204(Ueberwindung)-205(reichte)]TJ -134.568 -13.549 Td [(sie)-250(derselben)-250(die)-250(Cigaretten.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Bitte,)-497(bewahren)-448(Sie)-448(mir)-447(dieselben,\253)-448(bat)-448(sie)-448(und)-447(l\344chelnd)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374gte)-250(sie)-250(hinzu:)-250(\273Damit)-250(ich)-250(nicht)-250(in)-250(Versuchung)-250(komme)-250(...\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Melanie)-402(lieb\344ugelte)-402(mit)-402(einem)-402(zierlichen)-402(Handspiegel.)-705(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(freute)-292(sich)-291(sehr)-292(\374ber)-291(denselben,)-302(noch)-292(mehr)-292(aber)-291(\374ber)-292(ihr)-291(eignes)]TJ 0 -13.549 Td [(Bild,)-250(das)-250(ihr)-250(entgegenlachte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Grete)-292(blickte)-293(ihr)-292(\374ber)-292(die)-293(Schulter.)-377(\273Das)-292(ist)-292(eine)-292(Anspielung)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auf)-367(deine)-367(Eitelkeit,)-397(Melanie!)-601(Ich)-367(habe)-367(nichts)-367(bekommen,)-396(was)]TJ 0 -13.549 Td [(mich)-250(\344rgern)-250(oder)-250(wodurch)-250(ich)-250(mich)-250(getroffen)-250(f\374hlen)-250(k\366nnte!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nun)-337(glaubst)-337(du)-337(dich)-336(wohl)-337(fehlerfrei,)-359(liebe)-337(Grete!\253)-336(spottete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Melanie.)-510(\273Bilde)-337(dir)-337(das)-336(ja)-337(nicht)-337(ein,)-358(liebes)-337(Kind,)-358(du)-337(bist)-336(noch)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([142])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(l\344ngst)-422(kein)-422(vollkommnes)-422(Wesen.)-767(Es)-422(giebt)-422(sehr)-422(vieles)-422(an)-422(dir)]TJ 0 -13.55 Td [(auszusetzen!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Und)-499(als)-499(ob)-499(ihre)-500(Worte)-499(sofort)-499(in)-499(Erf\374llung)-499(gehen)-499(sollten,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(rief)-434(Fr\344ulein)-434(G\374ssow:)-618(\273Grete,)-480(da)-434(steht)-434(noch)-434(eine)-434(vergessene)]TJ 0 -13.55 Td [(Schachtel)-262(auf)-262(deinem)-262(Platze!)-286(Du)-262(hattest)-262(Papier)-262(darauf)-262(geworfen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(wirst)-250(sie)-250(deshalb)-250(\374bersehen)-250(haben!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Vergn\374gt)-249(und)-249(erwartungsvoll)-250(\366ffnete)-249(Gretchen)-249(die)-249(Schachtel.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(O)-251(weh!)-252(als)-251(sie)-251(den)-250(Deckel)-251(abhob,)-251(lachte)-251(ein)-251(gl\344nzendes,)-250(zierlich)]TJ 0 -13.549 Td [(gearbeitetes)-250(Vorlegeschlo\337)-250(sie)-250(boshaft)-250(an.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Das)-291(ist)-292(eine)-291(Anspielung)-291(f\374r)-292(dich,)-301(teures)-291(Plapperm\344ulchen!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(rief)-381(Melanie)-382(mit)-381(schwesterlicher)-382(Schadenfreude,)-414(und)-381(hielt)-381(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlo\337)-250(an)-250(Gretes)-250(Lippen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273So,)-538(damit)-480(du)-480(in)-480(Zukunft)-480(h\374bsch)-480(schweigst)-480(und)-480(nicht)-480(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vorlaut)-250(bist.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Unwillig)-282(wandte)-282(Grete)-282(sich)-282(ab,)-290(sie)-282(war)-282(gar)-282(wenig)-282(erbaut)-282(von)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-228(Ueberraschung.)-242(Sie)-228(warf)-228(das)-228(Schlo\337)-227(wieder)-228(in)-228(die)-227(Schachtel,)]TJ 0 -13.549 Td [(schlo\337)-335(den)-335(Deckel)-335(und)-335(verriet)-335(durch)-335(ihre)-335(Empfindlichkeit,)-356(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(sehr)-250(sie)-250(sich)-250(getroffen)-250(f\374hlte)-250(....)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ilse)-276(hatte)-277(aus)-276(einer)-277(m\344chtigen)-276(Kiste,)-283(die)-276(bis)-277(obenhin)-276(mit)-276(Heu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gef\374llt)-183(war,)-196(einen)-183(Hund)-183(herausgeholt.)-228(Keinen)-183(lebendigen,)-196(o)-183(nein!)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-344(war)-344(nur)-344(einer)-344(aus)-343(Pappe.)-532(Braun)-344(sah)-344(er)-344(aus)-344(und)-344(hatte)-343(wei\337e)]TJ 0 -13.55 Td [(Pf\366tchen.)-283(Um)-261(den)-261(Hals)-261(trug)-261(er)-261(einen)-261(Zettel)-262(am)-261(roten)-261(Bande,)-263(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(welchem)-250(mit)-250(gro\337en)-250(Buchstaben)-250(\273Bob\253)-250(geschrieben)-250(stand.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Orla!\253)-403(erriet)-404(Ilse)-403(sofort.)-711(Dieselbe)-403(hatte)-404(sie)-403(oft)-404(genug)-403(mit)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ihrem)-231(Hunde)-231(aufgezogen.)-244(Es)-231(kam)-231(ihr)-231(jetzt)-231(selbst)-230(recht)-231(l\344cherlich)]TJ 0 -13.549 Td [(vor,)-485(wenn)-438(sie)-438(sich)-438(ihren)-438(Einzug)-438(in)-438(der)-438(Pension)-438(mit)-438(Bob)-438(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-493(Arme)-493(ausmalte.)-980(Wie)-493(einf\344ltig)-493(war)-493(sie)-493(gewesen)]TJ/F22 10.9091 Tf 254.043 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.834 0 Td [(wie)]TJ -264.877 -13.549 Td [(unn\374tz)-291(hatte)-291(sie)-292(den)-291(armen)-291(Papa)-291(gequ\344lt!)]TJ/F22 10.9091 Tf 186.128 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.631 0 Td [(Ilse)-291(hatte)-291(noch)-292(eine)]TJ -194.759 -13.549 Td [(Ueberraschung,)-441(bei)-403(der)-403(sie)-403(fast)-402(erschrak.)-709(In)-403(einem)-402(reizenden)]TJ 0 -13.55 Td [(Arbeitskorbe)-250(fand)-250(sie)-250(mehrere)-250(Aepfel)-250(von)-250(Marzipan.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Nellie)-194(stand)-194(neben)-193(Ilse)-194(und)-194(fl\374sterte)-194(ihr)-194(zu:)-222(\273Diese)-194(sind)-193(Aepfel)]TJ -11.956 -13.549 Td [(von)-250(der)-250(Baum)]TJ/F22 10.9091 Tf 64.538 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(wei\337t)-250(du)-250(noch?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -145.476 0 Td [([143])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.712 -14.251 Td [(Als)-586(die)-586(Angeredete)-586(\344ngstlich)-586(zur)-586(Seite)-586(blickte,)-670(fuhr)-585(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beruhigend)-404(fort:)-557(\273Du)-404(darfst)-404(nicht)-404(Angst)-403(haben,)-443(niemand)-403(h\366rt)]TJ 0 -13.549 Td [(uns.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Sie)-477(hatte)-478(recht.)-932(Die)-477(Aufmerksamkeit)-477(aller)-478(war)-477(auf)-477(einen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vogelbauer)-231(gerichtet,)-235(in)-231(welchem)-231(eine)-231(lebendige)-231(Lachtaube)-230(sa\337.)]TJ 0 -13.549 Td [(Annemie)-477(hielt)-477(denselben)-478(h\366chst)-477(angenehm)-477(\374berrascht)-477(in)-477(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Hand.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Nun)-784(k\366nnt)-784(ihr)-784(um)-784(die)-784(Wette)-784(lachen,\253)-784(scherzte)-783(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorsteherin,)-567(\273denn)-503(das)-504(T\344ubchen)-503(darfst)-503(du)-504(behalten)-503(und)-503(in)]TJ 0 -13.549 Td [(deinem)-262(Zimmer)-263(aufh\344ngen.)-287(Aber)-263(vergi\337)-262(niemals,)-266(Annemie,)-265(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-250(das)-250(Tierchen)-250(regelm\344\337ig)-250(f\374ttern)-250(mu\337t,)-250(h\366rst)-250(du?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(So)-252(erhielt)-251(eine)-252(jede)-252(ihre)-252(scherzhafte)-251(R\374ge,)-253(nur)-251(Rosi)-252(nicht.)-255(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zerbrachen)-294(sich)-295(den)-294(Kopf,)-305(um)-295(einen)-294(Tadel)-294(an)-295(ihr)-294(zu)-294(entdecken,)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-307(zu)-306(ihrem)-307(Bedauern)-306(fanden)-306(sie)-307(keinen.)-419(\273Ganz)-307(ohne)-306(Scherz)]TJ 0 -13.55 Td [(darf)-457(sie)-456(nicht)-457(sein,\253)-456(erkl\344rte)-457(Nellie,)-508(ging)-457(hin)-456(und)-457(kaufte)-456(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Bilderbuch,)-423(auf)-389(dessen)-389(Titelblatt)-388(in)-389(goldenen)-389(Buchstaben)-388(drei)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Worte)-285(gl\344nzten:)]TJ/F22 10.9091 Tf 73.848 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(F\374r)-285(artige)-285(Kinder)]TJ/F22 10.9091 Tf 76.501 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(.)]TJ/F22 10.9091 Tf 6.593 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.562 0 Td [(\273Dies)-285(pa\337t)-285(sehr)-284(f\374r)-285(ihr,\253)]TJ -172.77 -13.549 Td [(sagte)-250(sie,)-250(und)-250(die)-250(\374brigen)-250(M\344dchen)-250(stimmten)-250(ein.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Rosi)-216(nahm)-215(das)-216(Buch,)-223(l\344chelte)-215(und)-216(legte)-216(es)-215(beiseite.)-239(Sie)-215(konnte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht)-250(so)-250(recht)-250(begreifen,)-250(was)-250(es)-250(bedeuten)-250(sollte)-250(....)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Nachdem)-274(die)-275(Bescherung)-274(zu)-274(Ende)-274(und)-275(nachdem)-274(auch)-274(f\374r)-274(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beiden)-231(Damen)-231(ein)-232(Tisch)-231(mit)-231(allerhand)-231(selbstgearbeiteten)-231(Sachen)]TJ 0 -13.549 Td [(ausgebaut)-396(war,)-432(wurde)-396(der)-396(Thee)-396(eingenommen)-396(und)-396(kurze)-395(Zeit)]TJ 0 -13.55 Td [(darauf)-239(zur)-239(Ruhe)-238(gegangen.)-247(Lilli)-238(wurde)-239(es)-239(schwer,)-241(sich)-239(von)-238(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\366nen)-277(Sachen)-277(zu)-278(trennen,)-284(sie)-277(wollte)-277(nicht)-277(zu)-277(Bett)-277(gehen,)-284(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-431(Sandmann)-431(kam)-431(und)-432(streute)-431(ihr)-431(den)-431(Schlaf)-431(in)-431(die)-431(Augen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlafend)-340(wurde)-340(sie)-340(entkleidet)-340(und)-340(in)-339(ihr)-340(Bett,)-363(das)-340(in)-339(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(G\374ssows)-250(Zimmer)-250(stand,)-250(getragen.)]TJ 11.956 -14.99 Td [(Und)-398(nun)-397(wurde)-398(es)-397(still)-398(und)-397(dunkel)-398(im)-397(Hause.)-693(Der)-397(sch\366ne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Christabend)-342(war)-342(zu)-341(Ende)-342(mit)-342(seiner)-342(frohen)-342(Erwartung,)-364(seinem)]TJ 0 -13.549 Td [(Lichterglanze)-250(....)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([144])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.989 Td [(Ob)-638(wohl)-639(der)-638(Baum)-638(im)-638(n\344chsten)-639(Jahre)-638(f\374r)-638(alle)-638(wieder)]TJ -11.956 -13.55 Td [(angez\374ndet)-250(wird,)-250(die)-250(heute)-250(unter)-250(ihm)-250(versammelt)-250(waren?)]TJ/F22 10.9091 Tf 252.971 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -123.988 -18.458 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -18.458 Td [(Nun)-315(war)-316(alles)-315(wieder)-315(im)-316(alten)-315(Geleise!)-446(Der)-315(Unterricht)-315(hatte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begonnen)-408(und)-409(Mi\337)-408(Lead)-408(war)-409(wenige)-408(Tage)-409(nach)-408(Neujahr)-408(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-325(\374berseeischen)-325(Reise)-325(zur\374ckgekehrt.)-475(Sie)-325(hatte)-325(sechs)-325(junge)]TJ 0 -13.549 Td [(Engl\344nderinnen)-291(mitgebracht,)-302(die)-291(kein)-291(Wort)-291(Deutsch)-291(verstanden)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-250(sehr)-250(viel)-250(Heimweh)-250(hatten.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Nellie)-296(versuchte)-296(es,)-308(sie)-297(zu)-296(tr\366sten,)-308(aber)-296(sie)-296(verschlossen)-296(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(starr)-389(gegen)-388(jedes)-389(Trosteswort,)-424(sie)-388(f\374hlten)-389(sich)-389(ungl\374cklich)-388(im)]TJ 0 -13.549 Td [(fremden)-159(Lande.)-219(Sie)-159(wollten)-159(nicht)-158(Deutsch)-159(lernen,)-177(sie)-159(ha\337ten)-158(diese)]TJ 0 -13.55 Td [(Sprache)-332(und)-332(die)-332(Menschen,)-353(erkl\344rten)-332(sie.)-496(Lange)-332(Jammerbriefe)]TJ 0 -13.549 Td [(sandten)-617(sie)-617(in)-617(die)-617(Heimat,)-709(in)-617(denen)-617(sie)-617(die)-616(Angeh\366rigen)]TJ 0 -13.549 Td [(himmelhoch)-250(baten,)-250(sie)-250(wieder)-250(zur\374ckkehren)-250(zu)-250(lassen.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Es)-367(war)-366(diese)-367(Art)-366(und)-367(Weise)-367(nichts)-366(Auffallendes)-367(und)-366(nichts)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Neues.)-947(Fr\344ulein)-482(Raimar)-482(legte)-482(keinen)-482(Wert)-482(darauf,)-540(\344hnliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Erfahrungen)-359(machte)-359(sie)-359(stets)-359(mit)-359(den)-359(Engl\344nderinnen.)-577(Es)-359(war)]TJ 0 -13.549 Td [(schon)-493(vorgekommen,)-553(da\337)-492(diese)-493(oder)-493(jene)-492(sich)-493(vornahm,)-553(zu)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(verhungern,)-308(und)-296(Speise)-296(und)-295(Trank)-296(hartn\344ckig)-296(verweigerte.)-388(Vor)]TJ 0 -13.549 Td [(Hunger)-407(gestorben)-407(war)-407(indes)-408(noch)-407(keine,)-446(wenn)-407(der)-407(Magen)-407(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(energisch)-250(sein)-250(Recht)-250(verlangte,)-250(entsagten)-250(sie)-250(dem)-250(Hungertode.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ich)-163(mag)-162(meine)-163(Landsm\344nner)-163(gar)-162(nicht)-163(sehr!\253)-163(bemerkte)-162(Nellie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(eines)-242(Tages)-242(zu)-243(Ilse.)-247(\273Die)-242(Deutsche)-242(liebe)-243(ich)-242(mehr.)-247(Ich)-242(will)-242(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ck)-250(in)-250(meine)-250(Heimat.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Landsm\344nner!\253)-320(wiederholte)-320(Ilse.)-461(\273Gleich)-320(sage)-320(einmal,)-337(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-250(richtig)-250(hei\337t.)-250(Neulich)-250(habe)-250(ich)-250(es)-250(dir)-250(erst)-250(gesagt.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O)-180(ja,)-194(ich)-180(wei\337,)-180(Landsfrauen)-180(hei\337t)-180(es,\253)-180(verbesserte)-180(sich)-180(Nellie.)]TJ 0 -14.04 Td [(\273Du)-443(bist)-444(klassisch!\253)-443(lachte)-444(Ilse)-443(laut.)-830(\273Lands)]TJ/F22 10.9091 Tf 209.285 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(m\344nn)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.24 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(innen)]TJ -256.39 -13.55 Td [(hei\337t)-364(es.)-590(Sag)-363(einmal)-364(nach)]TJ/F22 10.9091 Tf 122.589 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.419 0 Td [(so)]TJ/F22 10.9091 Tf 13.664 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.419 0 Td [(und)-363(nun)-364(vergi\337)-363(dieses)-364(Wort)]TJ/F16 7.9701 Tf -227.846 0 Td [([145])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(nicht)-340(wieder,)-363(du)-340(liebe,)-362(englische)-340(Deutsche!)-520(Du)-340(bist)-340(auch)-340(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(anders)-538(wie)-539(deine)-538(Landsm\344nninnen,)-610(lange)-539(nicht)-538(so)-538(steif,)-610(so)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ckhaltend)-314(und)-313(so)-314(hochm\374tig)-314(wie)-313(die!)-441(Sie)-314(sehen)-314(immer)-313(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(uns)-216(herab,)-222(als)-216(ob)-215(sie)-216(sagen)-215(wollten:)]TJ/F22 10.9091 Tf 154.581 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Gott)-216(sei)-215(Dank,)-223(da\337)-215(ich)-216(keine)]TJ -158.213 -13.55 Td [(Deutsche)-250(bin!)]TJ/F22 10.9091 Tf 60.895 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(\253)]TJ -52.572 -14.04 Td [(\273O)-183(nein!\253)-183(wehrte)-183(sich)-183(Nellie,)-196(in)-183(der)-183(pl\366tzlich)-183(der)-183(Nationalstolz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wach)-412(wurde,)-451(\273so)-412(schlimm)-411(darfst)-412(du)-411(nicht)-412(sagen!)-734(Es)-412(hat)-411(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Schein,)-293(da\337)-283(sie)-284(hochm\374tig)-284(sind,)-293(weil)-284(sie)-284(dir)-284(nicht)-284(verstehen,)-292(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(macht)-250(ein)-250(fremdes)-250(Gesicht,)-250(weiter)-250(nix!\253)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Sie)-475(sind)-474(hochm\374tig,)-531(Nellie!\253)-474(neckte)-475(Ilse.)-923(\273Entschuldige)]TJ -11.956 -13.549 Td [(deine)-211(langweiligen)-212(Engl\344nderinnen)-211(nicht.)-237(Eben)-212(sagtest)-211(du)-211(selbst,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-250(du)-250(sie)-250(nicht)-250(leiden)-250(m\366chtest.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Das)-347(gestand)-347(Nellie)-347(zu.)-541(Sie)-347(meinte)-346(aber,)-372(sie)-347(selbst)-347(k\366nne)-346(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sprechen,)-210(ein)-201(gleiches)-200(Urteil)-201(aus)-200(einem)-200(andern)-201(Munde)-200(k\366nne)-200(und)]TJ 0 -13.549 Td [(d\374rfe)-250(sie)-250(nicht)-250(anh\366ren.)-250(Sie)-250(wolle)-250(es)-250(auch)-250(nicht.)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Du)-478(bist)-479(doch)-478(aber)-478(ganz)-478(wunderlich,)-536(Nellie,\253)-478(lachte)-478(Ilse,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Doktor)-320(Althoff)-321(w\374rde)-320(sagen:)]TJ/F22 10.9091 Tf 138.362 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Sie)-320(haben)-321(verdrehte)-320(Ansichten,)]TJ -141.994 -13.549 Td [(Mi\337)-250(Nellie.)]TJ/F22 10.9091 Tf 50.302 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(\253)]TJ -41.979 -14.04 Td [(\273O)-167(nein,\253)-168(entgegnete)-167(Nellie)-167(eifrig)-168(und)-167(leicht)-168(err\366tend,)-183(\273Doktor)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Althoff)-468(w\374rde)-468(mir)-469(verstehn.)-904(Er)-468(wei\337,)-469(wie)-468(es)-468(in)-468(mein)-468(Herz)]TJ 0 -13.55 Td [(aussieht!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Das)-224(kam)-225(Ilse)-224(\344u\337erst)-224(komisch)-225(vor)-224(und)-224(sie)-225(neckte)-224(die)-224(Freundin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(damit)-313(sehr.)-439(\273Er)-313(h\344tte)-313(viel)-313(zu)-313(thun,)-329(wenn)-313(er)-313(in)-313(all)1(e)-313(eure)-313(Herzen)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(blicken)-407(wollte!\253)-407(rief)-407(sie)-407(lachend,)-446(\273und)-407(wenn)-407(er)-407(sich)-406(wirklich)]TJ 0 -13.549 Td [(einmal)-272(die)-272(M\374he)-272(g\344be,)-277(so)-272(w\374rde)-272(er)-272(euch)-272(sch\366n)-272(verh\366hnen,)-277(dich)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(alle)-250(die)-250(andern,)-250(die)-250(ihr)-250(f\374r)-250(ihn)-250(schw\344rmt.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 205.113 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -193.157 -14.777 Td [(Ilse)-546(lernte)-545(jetzt)-546(mit)-545(rechtem)-546(Eifer)-546(und)-545(schon)-546(l\344ngst)-545(war)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-438(das)-437(Arbeiten)-438(keine)-437(Last)-438(mehr.)-813(Das)-437(Zeichnen)-438(machte)-437(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(besondre)-359(Freude,)-386(und)-359(seitdem)-358(der)-359(Papa)-359(so)-359(gl\374ckselig)-359(\374ber)-358(die)]TJ 0 -13.549 Td [(ihm)-284(geschenkte)-283(Rose)-284(geschrieben,)-292(strebte)-284(sie)-284(darnach,)-292(auch)-283(das)]TJ 0 -13.55 Td [(zu)-308(erreichen,)-322(was)-308(derselbe)-308(in)-307(seiner)-308(blinden)-308(Liebe)-308(zu)-308(ihr)-307(schon)]TJ 0 -13.549 Td [(erreicht)-433(sah.)-801(Er)-433(hielt)-433(sie)-434(bereits)-433(f\374r)-433(eine)-434(K\374nstlerin)-433(und)-433(mit)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([146])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Stolz)-324(hatte)-324(er)-324(ihr)-324(geschrieben,)-343(da\337)-323(er)-324(die)-324(Rose)-324(habe)-324(einrahmen)]TJ 0 -13.549 Td [(lassen)-417(und)-418(da\337)-417(sie)-417(nun)-417(\374ber)-417(seinem)-418(Schreibtisch)-417(h\344nge.)-751(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-488(gar)-487(nicht)-488(damit)-488(einverstanden,)-547(sie)-487(wu\337te)-488(ja)-487(genau,)-547(wie)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-457(z\344rtliche)-457(Papa)-457(jeden)-457(Besuch,)-509(der)-457(zu)-457(ihm)-458(kam,)-508(zu)-457(ihrem)]TJ 0 -13.549 Td [(schwachen)-250(Erstlingswerk)-250(f\374hren)-250(werde.)]TJ 11.956 -14.776 Td [(Auch)-1495(die)-1494(Mama)-1495(war)-1494(hocherfreut)-1495(\374ber)-1494(Ilses)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Weihnachtsgeschenke)-400(gewesen.)-702(Sie)-400(gaben)-401(ihr)-400(ein)-400(gl\344nzendes)]TJ 0 -13.549 Td [(Zeugnis)-530(von)-531(deren)-530(Fortschritten)-530(und)-531(der)-530(Ausdauer,)-600(die)-530(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Wildfang)-256(bis)-255(dahin)-256(nicht)-255(gekannt)-256(hatte.)-267(Die)-255(gr\366\337te)-256(Freude)-255(indes)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-274(sie)-274(an)-273(Ilses)-274(Dankesbrief)-274(gehabt.)-321(Es)-274(war)-273(das)-274(erste)-274(Mal,)-279(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-385(in)-384(so)-385(herzlich)-384(warmer)-385(Weise)-385(das)-384(Wort)-385(an)-384(sie)-385(richtete)-384(und)]TJ 0 -13.55 Td [(Frau)-296(Annes)-296(Augen)-296(f\374llten)-296(sich)-296(mit)-296(Thr\344nen)-296(freudiger)-295(R\374hrung.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-329(f\374hlte)-329(jetzt)-329(bestimmt,)-349(da\337)-329(die)-329(Zukunft)-329(ihr)-329(Ilses)-328(volle)-329(Liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(bringen)-250(werde.)]TJ/F22 10.9091 Tf 68.16 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -56.204 -14.777 Td [(Die)-273(l\344ngst)-273(ersehnten)-273(Tanzstunden)-273(hatten)-273(bereits)-273(seit)-273(vierzehn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tagen)-581(begonnen)-580(und)-581(brachten)-580(etwas)-580(Abwechselung)-581(in)-580(das)]TJ 0 -13.549 Td [(gleichm\344\337ige)-356(Pensionsleben.)-566(Zweimal)-356(in)-356(der)-355(Woche)-356(kam)-355(von)]TJ 0 -13.549 Td [(sechs)-356(bis)-357(acht)-356(Uhr)-357(abends)-356(der)-357(Tanzlehrer)-356(mit)-357(einer)-356(Geige)-356(und)]TJ 0 -13.549 Td [(unterrichtete)-250(im)-250(gro\337en)-250(Saale.)]TJ 11.956 -14.777 Td [(Nicht)-189(alle)-188(Z\366glinge)-189(nahmen)-189(teil)-189(daran.)-229(Die)-189(kleineren)-188(M\344dchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-571(und)-570(auch)-571(die)-570(Engl\344nderinnen)-571(schlossen)-570(sich)-571(aus,)-650(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(verstanden)-328(noch)-329(zu)-328(wenig)-328(Deutsch,)-348(auch)-329(konnten)-328(sie)-328(vorl\344ufig)]TJ 0 -13.549 Td [(keinen)-461(Geschmack)-460(an)-461(den)-461(einf\366rmigen)-461(Pas)-460(finden.)-882(Melanie)]TJ 0 -13.55 Td [(konnte)-290(das)-289(freilich)-290(auch)-289(nicht)-290(und)-289(fand)-290(bis)-289(jetzt)-290(die)-289(Tanzstunde)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(furchtbar)-250(\366de)]TJ/F22 10.9091 Tf 58.462 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Es)-168(ist)-167(ein)-168(furchtbar)-167(langweiliges)-168(Vergn\374gen,)-184(diese)-167(H\374pferei,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\344u\337erte)-264(sie)-265(auf)-264(einem)-265(Spaziergange)-264(zu)-264(Flora,)-268(\273wozu)-265(diese)-264(Pas)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(diese)-324(Verbeugungen?)-472(Wir)-324(k\366nnen)-324(doch)-324(alle)-324(schon)-324(tanzen,)-342(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-179(wir)-178(uns)-179(zu)-179(verbeugen)-178(haben)]TJ/F22 10.9091 Tf 138.926 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.404 0 Td [(und)-179(gr\374\337en)-178(m\374ssen,)-193(das)-179(wissen)]TJ -146.33 -13.55 Td [(wir)-250(doch)-250(erst)-250(recht.)-250(Wir)-250(sind)-250(doch)-250(erwachsene)-250(M\344dchen!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Ach!\253)-837(seufzte)-837(Flora)-837(und)-837(ein)-837(schw\344rmerischer)-837(Blick)]TJ -11.956 -13.549 Td [(glitt)-827(seitw\344rts)-827(\374ber)-827(den)-827(spiegelglatten)-827(Teich)]TJ/F22 10.9091 Tf 231.08 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 14.477 0 Td [(zu)-827(den)]TJ -245.557 -13.549 Td [(schlittschuhlaufenden)-210(Gymnasiasten)-209(hin\374ber)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.135 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.741 0 Td [(\273ach!)-237(das)-209(m\366chte)]TJ -204.876 -13.55 Td [(noch)-401(alles)-402(gehen.)-703(Das)-402(F\374rchterlichste)-401(ist)-401(doch,)-439(da\337)-401(wir)-401(zwei)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([147])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(volle)-250(Monate)-250(ohne)-250(Herren)-250(tanzen)-250(m\374ssen!\253)]TJ 11.955 -14.367 Td [(\273Wie)-468(furchtbar)-467(\366de!\253)-468(Melanie)-468(rief)-467(es)-468(ordentlich)-468(entr\374stet.)]TJ -11.955 -13.55 Td [(\273Man)-238(behandelt)-238(uns)-238(wahrhaftig)-238(mit)-238(puritanischer)-237(Strenge!)-246(Ohne)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Herren!)-250(Es)-250(ist)-250(kaum)-250(zu)-250(glauben!\253)]TJ 3.773 -14.367 Td [(\273Ja,)-397(mit)-368(puritanischer)-367(Strenge!\253)-368(wiederholte)-368(Flora,)-397(der)-368(dies)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Wort)-262(au\337erordentlich)-262(gefiel.)-285(\273Ich)-262(begreife)-261(nicht,)-265(warum)-262(uns)-261(der)]TJ 0 -13.55 Td [(Verkehr)-266(mit)-266(den)-266(Herren)-266(so)-266(lange)-266(entzogen)-266(wird.)-298(Man)-265(behandelt)]TJ 0 -13.549 Td [(uns)-250(eben)-250(wie)-250(Kinder!\253)]TJ 11.955 -14.367 Td [(Die)]TJ/F22 10.9091 Tf 19.573 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(furchtbar)-350(\366den)]TJ/F22 10.9091 Tf 65.009 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.453 0 Td [(Monate)-350(gingen)-350(indessen)-351(auch)-350(zu)-350(Ende)]TJ -107.623 -13.549 Td [(und)-695(Fr\344ulein)-695(Raimar)-696(schickte)-695(Einladungen)-695(aus)-695(an)-695(junge,)]TJ 0 -13.55 Td [(wohlerzogene)-619(Herren,)-711(die)-618(das)-619(Gymnasium)-619(besuchten,)-710(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ersuchte)-403(sie,)-440(die)-403(letzten)-403(vier)-402(Wochen)-403(an)-403(dem)-402(Tanzunterrichte)]TJ 0 -13.549 Td [(teilzunehmen.)]TJ 11.955 -14.367 Td [(Mit)-638(welcher)-638(Freude)-638(diese)-638(Einladungen)-638(begr\374\337t)-638(wurden,)]TJ -11.955 -13.55 Td [(brauche)-488(ich)-488(nicht)-488(zu)-489(sagen.)-964(Die)-488(jungen)-488(Leute)-488(sch\344tzten)-488(es)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-353(zur)-353(besonderen)-353(Ehre,)-379(zu)-353(den)-353(Tanzabenden)-353(in)-353(der)-353(Pension)]TJ 0 -13.549 Td [(zugezogen)-341(zu)-340(werden.)-522(Diesmal)-341(brannten)-340(sie)-341(besonders)-340(darauf,)]TJ 0 -13.549 Td [(weil)-293(sie)-293(behaupteten,)-303(da\337)-293(noch)-292(niemals)-293(so)-293(h\374bsche)-293(M\344dchen)-292(in)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-217(Institute)-217(gewesen)-216(seien.)-239(Sie)-217(kannten)-217(dieselben)-217(von)-216(Ansehen)]TJ 0 -13.55 Td [(sehr)-183(genau,)-196(denn,)-196(wenn)-183(irgend)-183(m\366glich,)-196(suchten)-183(sie)-183(ihnen)-183(auf)-182(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Spazierg\344ngen)-340(zu)-339(begegnen.)-519(Nun)-339(sollten)-340(sie)-339(mit)-340(ihnen)-339(tanzen,)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(mit)-250(ihnen)-250(unterhalten)-250(d\374rfen,)-250(es)-250(war)-250(zu)-250(famos!)]TJ 11.955 -14.367 Td [(\273Ihr)-284(werdet)-283(heute)-284(abend)-283(zum)-284(ersten)-284(Male)-283(mit)-284(Herren)-284(tanzen,)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Kinder,\253)-513(k\374ndigte)-512(Fr\344ulein)-513(Raimar)-513(eines)-512(Mittwochs)-513(bei)-512(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Mittagstafel)-268(an.)-303(Und)-268(als)-268(sie)-268(bemerkte,)-272(wie)-268(vergn\374gt)-268(die)-267(meisten)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 311.038 548.934 Td [(145)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(diese)-433(frohe)-432(Botschaft)-433(entgegennahmen,)-479(f\374gte)-432(sie)-433(hinzu:)-615(\273Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(hoffe,)-546(da\337)-486(ihr)-486(euch)-487(nicht)-486(zu)-487(lebhaft)-486(mit)-487(den)-486(jungen)-486(Leuten)]TJ 0 -13.549 Td [(unterhalten)-212(werdet!)-238(Verge\337t)-212(nicht,)-220(da\337)-212(dieselben)-213(nur)-212(des)-212(Tanzes,)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(der)-250(Unterhaltung)-250(wegen)-250(da)-250(sind!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Annemie)-276(kamen)-276(diese)-276(Ermahnungen)-276(so)-277(komisch)-276(vor,)-282(da\337)-276(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(zu)-250(kichern)-250(anfing.)-250(Ein)-250(strafender)-250(Blick)-250(traf)-250(sie)-250(daf\374r.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([148])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.162 Td [(\273F\374r)-167(dich)-168(sind)-167(meine)-168(Worte)-167(besonders)-168(gesprochen,)-184(Annemie,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nahm)-371(die)-370(Vorsteherin)-371(wieder)-371(das)-370(Wort,)-401(\273ich)-371(f\374rchte,)-401(du)-370(wirst)]TJ 0 -13.549 Td [(dich)-356(durch)-355(dein)-356(albernes)-355(Lachen)-356(auffallend)-355(machen,)-382(h\374te)-355(dich)]TJ 0 -13.549 Td [(davor.)-769(Und)-424(dich,)-466(Grete,)-466(ermahne)-424(ich)-423(ernstlich,)-466(nicht)-423(so)-423(viel)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-338(schwatzen.)-512(Ueberlege)-338(erst,)-360(was)-337(du)-338(sagen)-337(willst,)-360(damit)-337(kein)]TJ 0 -13.549 Td [(Unsinn)-250(herauskommt.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(So)-174(und)-175(in)-174(\344hnlicher)-175(Weise)-174(warnte)-175(und)-174(ermahnte)-175(sie)-174(ihre)-174(jungen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Z\366glinge,)-236(die)-233(in)-233(ihrer)-233(erwartungsvollen)-233(Aufregung)-233(heute)-233(nur)-233(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(halbem)-187(Ohre)-186(h\366rten,)-200(was)-187(ihnen)-186(so)-187(eindringlich)-187(vorgestellt)-186(wurde.)]TJ 0 -13.549 Td [(Viel)-287(wichtiger)-287(erschien)-287(ihnen)-287(die)-287(Frage:)-324(\273Was)-287(werdet)-287(ihr)-286(heute)]TJ 0 -13.549 Td [(abend)-250(anziehen?)-250(Womit)-250(werdet)-250(ihr)-250(euch)-250(schm\374cken?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-444(hatten)-445(auch)-444(kaum)-445(das)-444(Speisezimmer)-445(verlassen,)-493(als)-444(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-402(Treppen)-403(hinaufst\374rmten,)-440(um)-402(in)-403(Orlas)-402(und)-402(der)-402(Schwestern)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmer)-250(eine)-250(gro\337e)-250(Beratung)-250(zu)-250(halten.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Melanie)-367(holte)-368(einen)-367(gro\337en)-367(Pappkasten)-368(hervor)-367(und)-367(fing)-367(an,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Blumen)-426(und)-425(B\344nder)-426(herauszukramen.)-777(Sie)-426(hatte)-425(sich)-426(vor)-425(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Spiegel)-328(gestellt)-327(und)-328(hielt)-327(eine)-328(Rose)-328(in)-327(ihr)-328(sch\366nes)-327(aschblondes)]TJ 0 -13.549 Td [(Haar.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Wie)-412(findet)-413(ihr)-412(diese)-412(Rose?\253)-413(fragte)-412(sie.)-737(\273Bitte,)-453(seht)-412(doch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einmal!)-638(K\374mmert)-379(sich)-380(denn)-379(kein)-379(Mensch)-380(um)-379(mich?\253)-379(rief)-379(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(laut)-464(und)-465(ungeduldig)-464(den)-464(Durcheinanderschwatzenden)-464(zu)-464(und)]TJ 0 -13.549 Td [(stampfte)-250(sogar)-250(etwas)-250(mit)-250(dem)-250(Fu\337e)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Sie)-375(steht)-375(dir)-375(gut,)-406(Melanie,\253)-375(antwortete)-375(Rosi,)-406(die)-375(eben)-374(erst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eingetreten)-491(war)-492(und)-491(die)-491(letzten)-491(Worte)-491(h\366rte,)-552(an)-491(ihre)-491(eigene)]TJ 0 -13.549 Td [(Toilette)-362(dachte)-361(sie)-362(nicht.)-584(\273Das)-361(dunkle)-362(Rot)-361(in)-362(deinem)-361(blonden)]TJ 0 -13.55 Td [(Haar)-250(sieht)-250(pr\344chtig)-250(aus!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Du)-249(hast)-249(nicht)-248(viel)-249(Geschmack,)-249(liebste)-249(Rosi.)-250(Nimm)-249(mir)-248(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374bel,)-196(da\337)-183(ich)-183(es)-183(dir)-183(frei)-183(heraussage,\253)-183(fertigte)-183(Melanie)-183(die)-182(Aermste)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(146)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(ab.)-250(\273Orla,)-250(bitte,)-250(gieb)-250(du)-250(dein)-250(Urteil)-250(ab.\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Die)-396(Russin)-397(galt)-396(als)-396(die)-397(eleganteste,)-433(deren)-396(Toilette)-396(stets)-396(am)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geschmackvollsten)-442(war.)-825(Mit)-442(Kennermiene)-442(musterte)-442(sie)-441(denn)]TJ 0 -13.55 Td [(auch)-250(Melanie.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([149])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.227 Td [(\273Die)-543(dunkle)-544(Rose)-543(ist)-544(zu)-543(grell,\253)-544(entschied)-543(sie,)-617(\273f\374r)-543(dein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Haar)-342(pa\337t)-342(eine)-342(bla\337rote)-342(besser.)-526(Uebrigens,)-365(was)-342(willst)-342(du)-342(denn)]TJ 0 -13.549 Td [(anziehen?)-578(Das)-360(ist)-359(doch)-359(am)-360(Ende)-359(die)-360(Hauptsache)-359(und)-359(darnach)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337t)-250(du)-250(die)-250(Blumen)-250(w\344hlen.\253)]TJ 11.956 -15.228 Td [(\273Mein)-250(blaues)-250(Batistkleid,)-250(denke)-250(ich.\253)]TJ 0 -15.227 Td [(\273Dein)-341(bestes)-341(Kleid!\253)-341(rief)-342(die)-341(vorlaute)-341(Grete)-341(erstaunt.)-523(\273Gut,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dann)-250(ziehe)-250(ich)-250(mein)-250(gebl\374mtes)-250(an!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Gerade)-368(wie)-369(die)-368(Verhandlungen)-369(am)-368(lautesten)-368(waren,)-398(\366ffnete)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sich)-250(die)-250(Th\374r)-250(und)-250(Fr\344ulein)-250(G\374ssow)-250(trat)-250(ein.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Fr\344ulein)-377(Raimar)-377(l\344\337t)-378(euch)-377(sagen,)-409(ihr)-377(m\366chtet)-377(heute)-377(abend)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eure)-250(Sonntagskleider)-250(tragen,\253)-250(verk\374ndete)-250(sie.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273O!)-291(...\253)-291(Langgedehnt)-291(und)-291(unzufrieden)-291(kam)-291(es)-291(\374ber)-291(Melanies)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Lippen.)-478(\273O,)-326(Fr\344ulein)-326(G\374ssow,)-345(die)-326(alten,)-345(dunklen)-326(Kleider!)-478(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(hellen)-250(sind)-250(so)-250(viel)-250(besser!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Aber)-338(es)-339(blieb)-338(bei)-338(den)-339(Wollkleidern.)-515(Gegen)-338(das)-338(Machtgebot)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-250(Vorsteherin)-250(galt)-250(kein)-250(Widerstreben.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Bevor)-424(sie)-425(in)-424(den)-424(Tanzsaal)-425(hinuntergingen,)-468(fanden)-424(sich)-424(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(M\344dchen)-564(noch)-564(einmal)-563(bei)-564(Orla)-564(ein.)-1191(Diese)-564(hielt)-564(erst)-563(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(allgemeine)-281(Musterung)-281(\374ber)-281(die)-281(Toiletten,)-289(besserte)-281(hier)-281(und)-281(dort)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-240(verstand)-241(es,)-242(durch)-240(eine)-241(Kleinigkeit)-240(dem)-240(einfachsten)-240(Anzuge)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-250(netten)-250(Anstrich)-250(zu)-250(geben.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Melanie)-230(hatte)-229(sich)-230(nach)-230(besten)-229(Kr\344ften)-230(elegant)-229(herausgeputzt.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ein)-369(wei\337es)-368(Spitzenfichu)-369(schmiegte)-369(sich)-368(in)-369(weichen)-369(Falten)-368(um)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-499(Hals,)-562(und)-499(eine)-499(bla\337rote)-499(Rose,)-561(seitw\344rts)-499(an)-499(demselben)]TJ 0 -13.549 Td [(befestigt,)-328(kleidete)-312(sie)-312(ganz)-313(allerliebst.)-436(Sie)-313(war)-312(tadellos)-312(und)-312(sah)]TJ 0 -13.549 Td [(trotz)-250(des)-250(einfachen)-250(braunen)-250(Kleides)-250(sehr)-250(geputzt)-250(aus.)]TJ 11.956 -15.228 Td [(An)-520(Gretes)-520(ungeschickter)-521(Figur)-520(war)-520(nicht)-520(viel)-520(zu)-520(\344ndern.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lange)-365(Arme,)-394(gro\337e)-366(F\374\337e,)-394(schlechte)-365(Haltung)-365(und)-365(dicke)-365(Taille,)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-164(waren)-165(Dinge,)-181(die)-164(leider)-165(nicht)-164(zu)-164(verbergen)-165(waren,)-181(auch)-164(trugen)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 311.038 548.934 Td [(147)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(die)-242(ungrazi\366sen)-243(Bewegungen)-242(durchaus)-242(nicht)-242(zur)-242(Versch\366nerung)]TJ 0 -13.549 Td [(bei.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273F\374r)-218(dich)-219(ist)-218(die)-219(dunkle)-218(Tracht)-218(ganz)-219(vorteilhaft,\253)-218(meinte)-218(Orla,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(indem)-414(sie)-413(eine)-414(dicke)-414(Korallenkette)-413(aus)-414(ihrem)-413(Schmuckkasten)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([150])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(nahm)-260(und)-261(sie)-260(dem)-260(dar\374ber)-260(hocherfreuten)-261(Gretchen)-260(um)-260(den)-260(Hals)]TJ 0 -13.549 Td [(schlang.)-449(\273So,)-332(die)-316(will)-317(ich)-316(dir)-316(leihen,)-333(damit)-316(du)-316(nicht)-316(zu)-316(einfach)]TJ 0 -13.549 Td [(aussiehst.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Flora)-401(unterwarf)-401(sich)-401(keiner)-400(Musterung,)-439(sie)-401(fand)-401(es)-400(unn\374tz,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(da)-468(ihr)-468(Geschmack)-468(weit)-467(eigenartiger)-468(sei)-468(als)-468(Orlas.)-904(Sie)-467(hatte)]TJ 0 -13.55 Td [(mit)-377(endloser)-376(M\374he)-377(eine)-376(griechische)-377(Haartour)-376(zurechtgebracht.)]TJ 0 -13.549 Td [(Im)-791(Nacken)-791(trug)-791(sie)-792(ihr)-791(Haar)-791(im)-791(Knoten,)-926(mit)-791(einigen)]TJ 0 -13.549 Td [(herausfallenden)-573(Locken,)-653(vorn)-573(hatte)-573(sie)-573(dasselbe)-573(mit)-572(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(schwarzen)-431(Sammetbande,)-477(das)-431(mit)-431(wei\337en)-431(Perlen)-431(ben\344ht)-431(war,)]TJ 0 -13.549 Td [(dreimal)-250(abgebunden.)-250(In)-250(die)-250(Stirn)-250(fielen)-250(gekr\344uselte)-250(Fransen.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Sie)-258(fand)-259(sich)-258(entz\374ckend,)-261(diese)-258(Haartour)-258(s\366hnte)-259(sie)-258(sogar)-258(mit)]TJ -11.956 -13.55 Td [(dem)-383(gr\374nen)-384(Wollkleide)-383(aus,)-417(in)-383(dem)-383(sie)-384(lang)-383(und)-383(schlank)-383(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-250(wirkliche)-250(Hopfenstange)-250(aussah.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Rosi)-382(hatte)-382(sich)-382(nicht)-382(besonders)-382(geschm\374ckt.)-646(Ihr)-382(schwarzes)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kaschmirkleid)-400(war)-401(unver\344ndert)-400(geblieben.)-701(Eine)-400(wei\337e)-400(Spitze)]TJ 0 -13.549 Td [(am)-176(Halsausschnitt,)-191(zusammengehalten)-176(von)-176(einer)-176(Spitzenschleife,)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-377(einen)-376(silbernen)-377(Pfeil)-376(trug.)-630(So)-377(ging)-376(sie)-377(Sonntags)-376(gekleidet)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-517(Fr\344ulein)-517(Raimars)-516(Vorschrift)-517(lautete,)-583(da\337)-517(sie)-517(sich)-516(heute)]TJ 0 -13.549 Td [(sonnt\344glich)-250(kleiden)-250(sollten.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273O)-236(Gott,)-240(wie)-236(hausbacken)-237(siehst)-236(du)-237(aus,)-239(Rosi!)-245(Als)-237(ob)-236(du)-237(in)-237(di)1(e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kirche)-312(gehen)-313(wolltest,)-328(so)-312(ernst)-313(und)-312(feierlich!\253)-313(rief)-312(Orla.)-437(\273Hast)]TJ 0 -13.55 Td [(du)-250(denn)-250(nicht)-250(ein)-250(farbiges)-250(Band)-250(anstatt)-250(der)-250(wei\337en)-250(Schleife?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Sie)-225(hatte)-226(keins)-225(und)-225(jetzt)-226(half)-225(Melanie)-225(aus.)-242(Bereitwillig)-225(lieh)-225(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Rosi)-294(eine)-294(ganz)-295(neue)-294(rosa)-294(Atlasschleife)-294(und)-294(freute)-294(sich)-294(herzlich,)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-250(furchtbar)-250(nett)-250(sie)-250(derselben)-250(stand.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Betrachte)-530(dich)-530(nur)-530(einmal,\253)-530(sagte)-530(sie)-530(und)-530(hielt)-530(ihr)-530(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Handspiegel)-307(vor)-307(die)-307(Augen.)-422(\273Nun,)-321(was)-307(meinst)-307(du)-307(dazu?)-421(Nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(wahr,)-559(jetzt)-496(siehst)-497(du)-497(nicht)-497(mehr)-497(aus)-497(wie)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.646 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Gottesfurcht)-497(vom)]TJ -201.279 -13.549 Td [(Lande)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.262 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(!\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(148)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Die)-263(Schleife)-262(gef\344llt)-263(mir)-263(wohl)-263(gut,\253)-262(meinte)-263(Rosi,)-266(\273aber)-263(es)-262(ist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mir)-250(ein)-250(peinliches)-250(Gef\374hl,)-250(geliehene)-250(Sachen)-250(zu)-250(tragen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([151])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.04 Td [(\273)]TJ/F24 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(O)-447(sancta)-447(simplicitas!)]TJ/F16 10.9091 Tf 97.024 0 Td [(\253)-447(rief)-447(die)-447(geniale)-447(Flora.)-841(\273Kind,)-497(du)]TJ -114.434 -13.549 Td [(gehst)-295(in)-295(deiner)-295(Pedanterie)-296(wirklich)-295(zu)-295(weit!)-385(Unter)-295(Freundinnen)]TJ 0 -13.55 Td [(herrscht)-281(Gleichheit,)-290(da)-281(kann)-281(von)-281(geliehenen)-282(Sachen)-281(keine)-281(Rede)]TJ 0 -13.549 Td [(sein!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Und)-257(um)-257(dies)-257(Wort)-257(gleichsam)-256(zur)-257(That)-257(zu)-257(machen,)-259(griff)-257(sie)-256(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Melanies)-206(offenstehenden)-205(Blumenkasten,)-215(nahm)-206(eine)-205(feuerfarbene)]TJ 0 -13.549 Td [(Nelke)-250(heraus)-250(und)-250(befestigte)-250(dieselbe)-250(an)-250(ihrem)-250(G\374rtel.)]TJ 11.956 -14.041 Td [(\273Du)-198(erlaubst)-197(doch,)-209(Melanie?\253)-197(fragte)-198(sie)-198(so)-198(nebenhin,)-208(\273die)-197(rote)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Farbe)-230(steht)-229(mir)-230(wirklich)-230(brillant!\253)-229(und)-230(mit)-230(einem)-229(wohlgef\344lligen)]TJ 0 -13.549 Td [(Blick)-250(betrachtete)-250(sie)-250(sich)-250(in)-250(dem)-250(Spiegel.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Nellie)-250(und)-250(Ilse,)-250(wo)-250(bleiben)-250(sie)-250(nur?\253)-250(fragte)-250(Orla.)]TJ 0 -14.04 Td [(Eben)-391(traten)-392(sie)-391(ein.)-674(Beide)-392(waren)-391(geschmackvoll)-391(gekleidet.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-389(im)-388(schottischen)-389(Kleide,)-423(am)-389(Hals)-389(und)-388(den)-389(Aermeln)-388(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(echten)-207(Spitzen)-207(garniert,)-216(sah)-207(grazi\366s)-207(und)-208(vorteilhaft)-207(aus,)-215(ebenfalls)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse,)-231(die)-225(\374ber)-226(ihr)-225(blaues)-226(Kleid)-226(einen)-225(breiten)-226(Spitzenkragen)-225(gelegt)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte.)-231(Dar\374ber)-193(trug)-193(sie)-193(die)-193(Korallenkette,)-204(mit)-193(welcher)-193(auch)-193(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-250(geschm\374ckt)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Schnell)-281(noch)-280(diese)-281(Margueriten)-281(in)-280(dein)-281(Haar!\253)-281(rief)-280(Melanie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-296(machte)-296(Miene,)-307(dieselbe)-296(Ilse)-296(in)-296(ihren)-296(Locken)-296(zu)-295(befestigen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Aber)-250(die)-250(wehrte)-250(es)-250(ab.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Geh)-376(mit)-375(deinen)-376(Blumen!\253)-375(entgegnete)-376(sie)-375(abwehrend,)-407(\273ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mag)-250(die)-250(toten,)-250(nachgemachten)-250(Dinger)-250(nicht)-250(leiden!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Wie)-353(du)-354(willst,\253)-353(sagte)-353(Melanie)-354(etwas)-353(schnippisch)-353(und)-353(warf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-250(verschm\344hten)-250(G\344nsebl\374mchen)-250(wieder)-250(in)-250(den)-250(Kasten.)]TJ 11.956 -14.041 Td [(Die)-350(M\344dchen)-350(verlie\337en)-350(das)-350(Zimmer)-350(und)-350(stiegen)-350(die)-350(Treppe)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hinunter.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Orla)-395(ist)-395(doch)-395(die)-395(eleganteste)-395(von)-395(uns,\253)-395(bemerkte)-395(Melanie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-199(ohne)-199(einen)-199(Anflug)-199(von)-200(Neid)-199(zu)-199(Nellie,)-209(und)-199(musterte)-199(die)-199(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-323(Gehende,)-341(die)-322(allerdings)-323(in)-323(der)-322(blauen)-323(Samttaille)-323(und)-322(einem)]TJ 0 -13.55 Td [(gleichfarbig)-246(seidenen)-246(Rocke)-246(h\366chst)-247(vornehm)-246(erschien.)-248(\273Freilich)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-230(Samt)-230(und)-229(Seide)-230(kleiden)-230(mich)-230(meine)-229(Eltern)-230(nicht,)-234(so)-230(reich)-229(sind)]TJ 0 -13.549 Td [(wir)-250(nicht.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([152])]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Thut)-391(nix!\253)-390(erwiderte)-391(Nellie,)-425(\273man)-391(mu\337)-390(mit)-391(weniges)-390(auch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zufrieden)-250(sein!\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Bitte,)-518(bitte)]TJ/F22 10.9091 Tf 59.518 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.523 0 Td [(wartet)-465(einen)-464(Augenblick!\253)-465(rief)-464(es)-465(pl\366tzlich)]TJ -81.997 -13.549 Td [(hinter)-250(ihnen.)]TJ 11.956 -15.601 Td [(Annemie)-352(war)-351(es,)-377(die)-352(in)-351(voller)-352(Eile)-351(allen)-352(nachgelaufen)-351(kam.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Ich)-243(bin)-243(noch)-243(nicht)-243(ganz)-243(fertig,\253)-243(fuhr)-242(sie)-243(atemlos)-243(fort,)-245(\273ich)-242(kann)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-407(nichts)-407(daf\374r!)-721(Als)-407(ich)-407(mein)-407(Kleid)-407(\374berzog,)-447(ri\337)-406(ein)-407(Band)]TJ 0 -13.549 Td [(irgendwo,)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.445 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.812 0 Td [(nun)-308(h\344ngt)-307(der)-308(eine)-308(Zipfel)-307(vom)-308(Ueberwurfe)-308(bis)-308(auf)]TJ -56.257 -13.549 Td [(die)-250(Erde.)-250(Bitte,)-250(seht)-250(einmal)-250(nach!\253)]TJ 11.956 -15.601 Td [(Alle)-620(waren)-619(stehen)-620(geblieben)-619(und)-620(betrachteten)-619(Annemie.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie,)-236(praktisch)-232(wie)-232(immer,)-236(untersuchte)-232(gleich,)-236(wo)-232(der)-232(Schaden)]TJ 0 -13.549 Td [(sa\337.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Komm)-301(her,\253)-302(sagte)-301(sie,)-315(\273ich)-301(werde)-301(dir)-302(ausbessern.)-404(Aber)-301(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nadel)-344(und)-345(Faden)-344(mu\337)-344(ich)-345(haben,)-368(dann)-344(n\344he)-344(ich)-345(dir)-344(gleich)-344(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(weniger)-250(Stich)-250(in)-250(Ordnung.\253)]TJ 11.956 -15.601 Td [(\273Sei)-407(nicht)-408(umst\344ndlich,\253)-407(meinte)-408(Flora.)-722(\273Hier)-408(hast)-407(du)-407(eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Stecknadel,)-328(damit)-312(wirst)-312(du)-313(es)-312(ebenso)-312(gut)-312(machen)-313(k\366nnen.)-436(Wie)]TJ 0 -13.549 Td [(manchmal)-306(habe)-306(ich)-306(mir)-307(schon)-306(ein)-306(Band)-306(oder)-306(einen)-306(kleinen)-306(Ri\337)]TJ 0 -13.549 Td [(schnell)-250(mit)-250(der)-250(Nadel)-250(gesteckt.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Aber)-321(davon)-322(wollte)-321(die)-322(Engl\344nderin)-321(nichts)-322(wissen.)-464(Sie)-321(nahm)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Annemie)-250(mit)-250(in)-250(ihr)-250(Zimmer)-250(und)-250(n\344hte)-250(die)-250(wenigen)-250(Stiche.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Bitte,)-249(liebe,)-250(gute)-249(Nellie,)-249(mir)-249(ist)-250(hier)-249(am)-249(Aermel)-249(ein)-249(Endchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Spitze)-359(abgerissen,)-387(willst)-359(du)-359(mir)-359(nicht)-359(die)-359(gleich)-359(ann\344hen?)-577(Du)]TJ 0 -13.549 Td [(bist)-250(auch)-250(ein)-250(Engel!\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Nellie)-342(brachte)-343(auch)-342(diesen)-343(Schaden)-342(in)-343(Ordnung,)-366(und)-342(als)-342(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fertig)-330(war,)-350(zupfte)-330(sie)-331(an)-330(Annemie)-330(hier)-330(und)-330(dort)-330(zurecht,)-350(nichts)]TJ 0 -13.55 Td [(sa\337)-288(an)-289(der)-288(kleinen,)-298(runden)-289(Lachtaube,)-298(wie)-288(es)-289(sitzen)-288(mu\337te.)-365(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(Handschuhe)-313(waren)-312(nicht)-313(zugekn\366pft,)-328(die)-312(Halskrause)-313(sa\337)-312(schief)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(an)-250(dem)-250(halbhohen)-250(Lackschuh)-250(fehlte)-250(ein)-250(Kn\366pfchen.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Du)-720(bist)-721(aber)-720(ein)-721(sehr)-720(unordentlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 179.269 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.492 0 Td [(M\344dchen,)-838(liebes)]TJ -202.717 -13.549 Td [(Lachtaube,\253)-483(schalt)-484(Nellie,)-541(\273aber)-483(ich)-484(kann)-483(dich)-483(nicht)-483(helfen,)]TJ 0 -13.55 Td [(du)-263(mu\337t)-263(mit)-264(deiner)-263(abgerissener)-263(Knopf)-263(gehen.)-290(Es)-263(schl\344gt)-263(sechs,)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([153])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(wir)-250(m\374ssen)-250(p\374nktlich)-250(erscheinen.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Die)-431(\374brigen)-432(M\344dchen)-431(hatten)-432(an)-431(der)-431(Treppe)-432(gewartet,)-476(jetzt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gingen)-488(alle)-489(zusammen)-488(hinunter)-489(und)-488(an)-488(der)-489(Th\374r)-488(des)-488(Saales)]TJ 0 -13.549 Td [(blieben)-536(sie)-536(stehen,)-607(sie)-536(hatten)-535(mit)-536(einem)-536(Male)-536(keinen)-535(Mut,)]TJ 0 -13.549 Td [(hineinzugehen.)]TJ 11.956 -13.959 Td [(\273Ich)-374(h\366re)-373(sprechen,\253)-374(sagte)-374(Orla)-374(ged\344mpft,)-404(\273ich)-374(glaube,)-404(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Herren)-250(sind)-250(schon)-250(da.\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Sie)-250(legte)-250(das)-250(Ohr)-250(an)-250(die)-250(Th\374r)-250(und)-250(horchte.)]TJ 0 -13.959 Td [(\273Wirklich,)-250(sie)-250(sind)-250(da!\253)-250(best\344tigte)-250(sie.)]TJ 0 -13.958 Td [(\273Lass)]TJ/F22 10.9091 Tf 25.45 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.195 0 Td [(mich)-602(durchs)-601(Schl\374sselloch)-602(sehen,)-689(Orla,\253)-602(bat)-601(die)]TJ -47.601 -13.549 Td [(neugierige)-250(Flora)-250(und)-250(schob)-250(die)-250(erstere)-250(leicht)-250(beiseite.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Sie)-444(beugte)-445(den)-445(Kopf,)-493(als)-444(sie)-445(das)-444(Auge)-445(an)-444(die)-445(Th\374r)-444(legen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wollte,)-317(packte)-304(Grete)-303(der)-304(Uebermut,)-317(so)-303(da\337)-304(sie)-303(Flora)-304(einen)-303(Sto\337)]TJ 0 -13.549 Td [(gab)-256(und)-257(diese)-256(mit)-257(dem)-256(Haupte)-257(gegen)-256(die)-257(Th\374r)-256(flog.)-270(Das)-256(war)-256(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Schreck!)-528(Wie)-342(der)-343(Wind)-342(flogen)-343(alle)-343(bis)-342(an)-343(das)-342(andre)-343(Ende)-342(des)]TJ 0 -13.549 Td [(Vorsaals,)]TJ/F22 10.9091 Tf 45.43 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.625 0 Td [(wenn)-382(Fr\344ulein)-383(Raimar)-382(das)-382(Ger\344usch)-382(geh\366rt)-383(h\344tte!)]TJ -55.055 -13.549 Td [(\273Dann)-192(sind)-192(wir)-192(einfach)-192(furchtbar)-192(blamiert,\253)-192(erkl\344rte)-192(Melanie)-192(und)]TJ 0 -13.55 Td [(schalt)-250(Grete)-250(albern)-250(und)-250(ungezogen.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Du)-849(bist)-849(ein)-849(Tollpatsch,)-999(Grete,)-998(im)-849(h\366chsten)-849(Grade)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ungebildet!\253)-492(sagte)-491(Flora)-492(entr\374stet,)-552(und)-491(Annemie)-492(lachte,)-551(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-250(die)-250(hellen)-250(Thr\344nen)-250(\374ber)-250(die)-250(Wangen)-250(liefen.)]TJ 11.956 -13.959 Td [(\273Sei)-206(mir)-206(nicht)-206(b\366se,)-214(da\337)-206(ich)-206(dich)-206(auslache,)-215(Flora,\253)-206(sagte)-205(diese,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273aber)-429(ich)-429(kann)-428(nicht)-429(anders.)-787(Du)-428(sahest)-429(zu)-429(komisch)-429(aus)-428(und)]TJ 0 -13.549 Td [(machtest)-263(ein)-262(so)-263(entsetztes)-262(Gesicht,)-266(als)-263(du)-262(mit)-263(deinem)-262(griechisch)]TJ 0 -13.549 Td [(frisierten)-250(Kopf)-250(gegen)-250(die)-250(Th\374r)-250(flogst.\253)]TJ 11.956 -13.959 Td [(Fr\344ulein)-551(Raimar)-552(hatte)-551(wirklich)-551(ein)-552(Klopfen)-551(an)-551(der)-551(Th\374r)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vernommen,)-227(sie)-222(\366ffnete)-222(dieselbe,)-227(und)-222(als)-222(sie)-222(die)-222(M\344dchen)-221(stehen)]TJ 0 -13.549 Td [(sah,)-250(rief)-250(sie)-250(ihnen)-250(zu,)-250(sich)-250(zu)-250(beeilen.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Das)-338(war)-338(ein)-339(kritischer)-338(Moment.)-515(Unbemerkt)-338(stie\337en)-338(sie)-338(sich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(untereinander)-250(an)-250(und)-250(stritten)-250(sich)-250(leise,)-250(wer)-250(die)-250(erste)-250(sein)-250(solle.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([154])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -13.958 Td [(\273Du)-217(mu\337t)-217(vorangehen,)-223(Orla,)-224(du)-217(bist)-217(die)-217(\344lteste,\253)-217(fl\374sterte)-216(Ilse.)]TJ 0 -13.958 Td [(\273Ich)-235(bin)-235(die)-235(j\374ngst)1(e,)-238(ich)-235(komme)-235(zuletzt!\253)-235(rief)-235(Grete,)-238(die)-234(sonst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(immer)-250(mit)-250(ihrem)-250(Munde)-250(die)-250(erste)-250(war.)]TJ 11.956 -13.959 Td [(\273La\337)-393(mich)-392(die)-393(letzte)-393(sein,)-428(Grete,\253)-393(bat)-392(Annemie,)-429(\273ich)-392(habe)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mich)-250(noch)-250(nicht)-250(ausgelacht.\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Rosi)-326(war)-326(die)-326(verst\344ndige,)-345(wie)-326(immer.)-478(\273Komm,)-345(Orla,\253)-326(sagte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie,)-576(\273wir)-511(d\374rfen)-511(Fr\344ulein)-511(Raimar)-510(nicht)-511(warten)-511(lassen.)-1032(Wir)]TJ 0 -13.549 Td [(benehmen)-227(uns)-226(\374berhaupt)-227(h\366chst)-227(kindisch,)-231(finde)-227(ich.)-242(An)-227(allem)-226(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(Gretes)-250(Albernheit)-250(schuld.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Das)-225(gute)-225(Beispiel)-225(der)-225(beiden)-225(Aeltesten)-225(wirkte)-225(wohlthuend)-224(auf)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-321(\374brigen.)-464(Sie)-321(nahmen)-321(sich)-321(zusammen)-321(und)-321(gingen)-321(ruhig)-321(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ernst)-250(in)-250(den)-250(Saal.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Meine)-547(Damen,)-621(erlauben)-547(Sie,)-621(da\337)-547(ich)-547(Ihnen)-547(die)-546(Herren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vorstelle,\253)-384(mit)-384(diesen)-384(Worten)-384(empfing)-384(sie)-384(der)-384(Tanzlehrer.)-652(Es)]TJ 0 -13.549 Td [(folgten)-250(Verbeugungen)-250(von)-250(beiden)-250(Seiten.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Flora)-559(schwamm)-559(in)-559(Seligkeit,)-636(sie)-559(hatte)-559(unter)-559(den)-558(Herren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einen)-299(Primaner)-299(erkannt,)-311(f\374r)-298(den)-299(sie)-299(bereits)-299(l\344ngst)-299(im)-298(Geheimen)]TJ 0 -13.549 Td [(schw\344rmte.)-918(Erst)-473(k\374rzlich)-472(hatte)-473(sie)-473(ihn)-472(als)-473(Apoll)-473(in)-472(Jamben)]TJ 0 -13.549 Td [(besungen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-322(G\374ssow)-322(stand)-323(neben)-322(der)-322(Vorsteherin)-322(und)-322(hatte)-322(ihre)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Freude)-377(an)-377(den)-377(jungen)-376(M\344dchenbl\374ten.)-631(An)-377(Ilse)-377(hing)-377(ihr)-376(Auge)]TJ 0 -13.549 Td [(am)-387(z\344rtlichsten.)-660(Wie)-387(reizend)-387(hatte)-387(sich)-387(ihr)-387(Liebling)-386(entfaltet!)]TJ 0 -13.549 Td [(K\366rperlich)-584(und)-584(seelisch.)-1253(Wie)-584(viel)-584(gleichm\344\337iger)-584(war)-584(das)]TJ 0 -13.549 Td [(st\374rmische)-250(Kind)-250(geworden.)-250(Wo)-250(war)-250(der)-250(b\366se)-250(Trotz)-250(geblieben?)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-226(verglich)-226(Ilse)-226(mit)-227(den)-226(\374brigen)-226(und)-226(fand,)-231(da\337)-226(sie)-226(nicht)-227(al)1(lein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-259(h\374bscheste,)-261(sondern)-259(auch)-259(weit)-259(nat\374rlicher)-259(und)-258(unbefangener)]TJ 0 -13.549 Td [(war,)-291(als)-283(die)-283(meisten)-283(andern.)-348(Keine)-283(Spur)-283(von)-283(Koketterie)-282(\344u\337erte)]TJ 0 -13.55 Td [(sich)-530(in)-529(ihrem)-530(Wesen,)-600(frei)-529(und)-530(fr\366hlich)-530(blickte)-529(sie)-530(mit)-529(den)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337en)-235(Kinderaugen)-236(in)-235(die)-236(Welt)-235(und)-235(schien)-236(die)-235(gl\374ckliche)-235(Frage)]TJ 0 -13.549 Td [(auszusprechen:)-250(\273Liebe)-250(Welt,)-250(bist)-250(du)-250(immer)-250(so)-250(sch\366n?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([155])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.163 Td [(Melanies)-552(Z\374ge)-552(waren)-552(regelm\344\337iger,)-627(aber)-552(l\344ngst)-552(nicht)-552(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unbewu\337t)-508(lieblich,)-572(man)-507(merkte)-508(dem)-507(h\374bschen)-508(M\344dchen)-507(an,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-236(sie)-235(schon)-236(gar)-235(zu)-236(oft)-235(den)-235(Spiegel)-236(um)-235(seine)-236(Meinung)-235(befragte.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Flora)-527(und)-527(Melanie)-526(standen)-527(beisammen)-527(und)-527(machten)-526(ihre)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Bemerkungen)-302(\374ber)-301(die)-302(Herren,)-314(zu)-302(denen)-301(sie)-302(verstohlen)-301(hin\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(schielten.)-242(Nat\374rlich)-226(gaben)-226(sie)-226(sich)-226(den)-226(Schein,)-231(als)-226(ob)-226(sie)-226(sich)-225(gar)]TJ 0 -13.55 Td [(nicht)-250(um)-250(dieselben)-250(k\374mmerten.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Orla)-363(war)-364(aufrichtiger.)-590(Sie)-363(hatte)-363(den)-364(Klemmer)-363(auf)-363(die)-363(Nase)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gesetzt)-442(und)-442(betrachtete)-443(die)-442(J\374nglinge)-442(ganz)-442(ungeniert.)-826(Sp\344ter)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(erhielt)-250(sie)-250(einen)-250(Tadel)-250(deswegen)-250(von)-250(der)-250(Vorsteherin.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Grete)-308(und)-309(Annemie)-308(hatten)-308(sich)-309(in)-308(eine)-308(Fensternische)-308(gesetzt)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-298(kicherten)-298(und)-298(schwatzten)-297(das)-298(dummste)-298(Zeug.)-394(Sogar)-297(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-337(nicht)-336(ganz)-337(frei)-336(von)-337(einer)-337(harmlosen)-336(Gefallsucht.)-510(Sie)-336(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-468(so)-467(zu)-468(setzen)-467(gewu\337t,)-522(da\337)-467(ihr)-468(kleiner,)-522(schmaler)-467(Fu\337)-467(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Goldk\344ferstiefel)-358(wie)-358(absichtslos)-357(unter)-358(ihrem)-358(Kleide)-357(hervorsah.)]TJ 0 -13.549 Td [(Rosi)-245(war)-244(nat\374rlich)-244(weder)-245(kokett,)-246(noch)-244(empfand)-244(sie)-245(die)-244(geringste)]TJ 0 -13.55 Td [(Erregung.)-395(Ruhig)-298(und)-299(freundlich,)-310(wie)-299(immer,)-310(sa\337)-298(sie)-299(da,)-310(und)-298(so)]TJ 0 -13.549 Td [(tadellos)-251(gerade)-250(hielt)-251(sie)-251(sich,)-250(da\337)-251(sie)-251(auch)-250(in)-251(der)-251(Tanzstunde)-250(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Musterkind)-250(f\374r)-250(die)-250(andern)-250(war.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Anfangen!\253)-250(rief)-250(der)-250(Tanzlehrer)-250(und)-250(klatschte)-250(in)-250(die)-250(H\344nde.)]TJ 0 -14.25 Td [(Und)-379(das)-378(Orchester,)-411(das)-379(aus)-379(einem)-378(Klavier)-379(und)-379(einer)-378(Geige)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bestand,)-250(begann.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Wie)-521(herrlich)-521(klang)-521(die)-521(Musik)-521(den)-522(jungen,)-588(unverw\366hnten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ohren,)-215(wie)-207(\273furchtbar)-207(entz\374ckend\253)-206(fanden)-207(sie)-207(die)-206(Walzerkl\344nge.)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.956 -14.251 Td [(\273Bitte)-437(die)-437(Herren,)-484(sich)-437(zu)-437(engagieren!\253)-437(kommandierte)-437(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tanzlehrer,)-264(und)-261(wie)-261(von)-262(einem)-261(Zauberstabe)-261(ber\374hrt)-261(st\374rzten)-261(die)]TJ 0 -13.549 Td [(tanzlustigen)-220(J\374nglinge)-219(auf)-220(die)-219(Dame)-220(zu,)-225(die)-220(sich)-219(ein)-220(jeder)-219(bereits)]TJ 0 -13.549 Td [(still)-227(und)-226(verschwiegen)-227(als)-226(Ziel)-227(seiner)-226(W\374nsche)-227(ausgesucht)-226(hatte.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Vor)-416(der)-416(blendenden)-416(Melanie)-416(verbeugten)-416(sich)-416(zugleich)-416(drei)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Herren.)-329(Welch)-277(ein)-276(Triumph)-277(f\374r)-276(ihr)-277(eitles)-276(Herz!)]TJ/F22 10.9091 Tf 210.977 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.47 0 Td [(Leider)-276(konnte)]TJ/F16 7.9701 Tf -292.202 0 Td [([156])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(sie)-298(nicht)-299(mit)-298(allen)-299(dreien)-298(auf)-298(einmal)-299(tanzen)-298(und)-299(mu\337te)-298(sich)-298(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-420(Genugthuung)-420(begn\374gen,)-462(da\337)-419(alle)-420(Anwesende)-420(doch)-419(sicher)]TJ 0 -13.549 Td [(diese)-424(Auszeichnung)-424(bemerkt)-424(hatten.)]TJ/F22 10.9091 Tf 172.272 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.081 0 Td [(Alle)-424(wohl)-424(nicht,)-468(aber)]TJ -182.353 -13.549 Td [(Flora)-229(und)-229(Grete)-230(hatten)-229(sie)-229(bemerkt)-229(und)-229(mu\337ten)-229(die)-229(schmerzliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Erfahrung)-310(machen,)-325(da\337)-309(die)-310(Verschm\344hten)-310(zu)-310(ihnen)-310(kamen,)-324(um)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-332(zu)-331(erl\366sen.)-496(Sie)-331(waren)-332(von)-332(all)-332(den)-331(jungen)-332(Damen)-332(die)-331(allein)]TJ 0 -13.55 Td [(Uebriggebliebenen.)-236(Flora)-207(f\374hlte)-207(sich)-208(besonders)-207(tief)-207(gekr\344nkt)-207(und)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-318(neidischen)-318(Blicken)-318(folgte)-319(sie)-318(Ilse,)-335(die)-318(eben)-318(mit)-318(\273Apoll\253)-318(an)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-250(vor\374berwalzte.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Recht)-392(lebhaft)-393(war)-392(die)-392(Unterhaltung)-393(am)-392(ersten)-392(Herrenabend)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht.)-222(Die)-165(Gegenwart)-166(der)-165(Vorsteherin,)-183(ihre)-165(beobachtenden)-165(Blicke)]TJ 0 -13.549 Td [(legten)-259(einigen)-259(Zwang)-258(auf.)-277(Nellie,)-261(die)-259(sich)-259(sehr)-258(zusammennahm,)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(um)-524(ja)-524(keinen)-524(Sprachfehler)-524(zu)-523(machen,)-593(war)-524(ganz)-523(besonders)]TJ 0 -13.549 Td [(schweigsam,)-578(und)-512(einige)-512(Male,)-578(als)-513(sie)-512(angeredet)-512(wurde)-512(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-261(recht)-261(gew\344hlt)-261(ausdr\374cken)-261(wollte,)-264(brachte)-261(sie)-261(die)-260(drolligsten)]TJ 0 -13.549 Td [(Dinge)-250(zum)-250(Vorschein.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Ein)-284(junger)-284(Mann)-284(erz\344hlte)-284(ihr,)-292(da\337)-284(er)-284(in)-284(einigen)-284(Jahren,)-292(wenn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-370(ausstudiert)-370(habe,)-400(nach)-371(England)-370(gehen)-370(werde.)-610(\273Werden)-370(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(dort)-337(verst\344ndig)-337(\050best\344ndig,)-359(meinte)-337(sie\051)-337(sein?\253)-337(fragte)-337(sie.)]TJ/F22 10.9091 Tf 256.347 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.131 0 Td [(Ein)]TJ -265.478 -13.55 Td [(andrer)-329(fragte,)-348(ob)-329(sie)-329(gern)-329(in)-328(Deutschland)-329(weile.)-487(\273O)-328(ja,)-349(ich)-328(bin)]TJ 0 -13.549 Td [(ganz)-250(verliebt)-250(in)-250(der)-250(Deutsche!\253)-250(gab)-250(sie)-250(freudig)-250(zur)-250(Antwort.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Aber)-259(Nellie)-258(konnte)-259(nie)-259(mi\337verstanden)-259(werden.)-276(Ihre)-258(kindliche)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Naivet\344t)-549(nahm)-548(sofort)-549(alle)-549(Herzen)-548(f\374r)-549(sie)-549(ein.)-1146(Die)-548(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Herren)-550(waren)-549(denn)-550(auch)-550(s\344mtlich)-549(entz\374ckt)-550(von)-550(der)-549(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Engl\344nderin,)-304(und)-293(da)-293(sie)-293(obenein)-293(sehr)-293(gut)-293(tanzte,)-303(wurde)-293(sie)-293(bald)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-250(allgemeinen)-250(Liebling)-250(erkoren.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Grete)-314(wurde)-314(ihre)-315(schweigsame)-314(Zur\374ckhaltung)-314(\344u\337erst)-314(sauer,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verschiedene)-387(Male)-387(fiel)-387(sie)-387(aus)-387(der)-387(Rolle.)-661(Einmal)-387(ertappte)-387(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(Orla,)-250(die)-250(gerade)-250(hinter)-250(ihr)-250(stand,)-250(auf)-250(einer)-250(argen)-250(Indiskretion.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Wie)-280(hei\337t)-280(die)-280(junge)-280(Dame)-280(mit)-280(den)-280(Locken?\253)-280(wurde)-280(sie)-279(von)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihrem)-250(Tanzherrn)-250(gefragt.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([157])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.25 Td [(\273Das)-350(ist)-351(Ilse)-350(Macket,\253)-351(gab)-350(Grete)-351(schnell)-350(zur)-351(Antwort.)-551(Und)]TJ -11.955 -13.55 Td [(nun)-300(fing)-301(sie)-300(an,)-313(ausf\374hrlich)-301(\374ber)-300(dieselbe)-300(zu)-301(berichten.)-401(\273Sie)-300(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(erst)-289(seit)-289(Juli)-289(hier,\253)-288(fuhr)-289(sie)-289(fort)-289(und)-289(der)-289(Mund)-289(ging)-289(ihr)-289(wie)-288(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(Plapperm\374hle,)-434(\273ihr)-397(Vater)-397(brachte)-397(sie)-397(hierher.)-690(Sie)-397(ist)-397(n\344mlich)]TJ 0 -13.549 Td [(weit)-397(her,)-434(aus)-397(Pommern,)-433(und,)-434(denken)-397(Sie)-397(sich,)-433(sie)-397(hatte)-397(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Hund)-371(mitgebracht)-370(und)-371(wollte)-371(ihn)-371(durchaus)-370(mit)-371(in)-371(die)-370(Pension)]TJ 0 -13.55 Td [(nehmen!)-460(Nat\374rlich)-320(Fr\344ulein)-320(Raimar)-320(erlaubte)-320(es)-320(ihr)-320(nicht.)-460(Ach,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-339(ungeschickt)-339(war)-339(sie!)-517(Kein)-339(Mensch)-339(kann)-339(sich)-339(davon)-339(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(Begriff)-250(machen.)-250(Einmal)-250(hat)-250(sie)-250(einen)-250(ganzen)-250(Sto\337)-250(Teller)]TJ/F22 10.9091 Tf 250.254 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -243.753 -14.251 Td [(\273Grete,\253)-384(unterbrach)-385(Orla)-384(ihren)-384(Redeflu\337,)-385(\273du)-384(verlierst)-384(eine)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Nadel.)-523(Tritt)-341(einen)-341(Augenblick)-341(mit)-341(mir)-341(zur)-341(Seite,)-364(damit)-341(ich)-341(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wieder)-250(befestige.\253)]TJ 11.955 -14.251 Td [(\273Wie)-548(ungezogen,)-623(wie)-548(abscheulich)-548(von)-548(dir!\253)-548(schalt)-548(Orla,)]TJ -11.955 -13.549 Td [(indem)-288(sie)-288(sich)-288(scheinbar)-288(an)-288(Gretes)-288(Kragen)-288(zu)-288(schassen)-288(machte.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Warum)-440(blamierst)-441(du)-440(Ilse)-440(so?)]TJ/F22 10.9091 Tf 148.151 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.259 0 Td [(Du)-440(siehst)-441(den)-440(Herrn)-440(heute)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(zum)-377(ersten)-377(Male)-378(und)-377(machst)-377(ihn)-377(sofort)-377(zum)-377(Mitwisser)-377(unsrer)]TJ 0 -13.549 Td [(Pensionsgeheimnisse!)-937(M\366chtest)-478(du)-479(denn,)-536(da\337)-479(die)-479(arme)-478(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(verspottet)-250(w\374rde?\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Grete)-509(erschrak.)-1027(Daran)-509(hatte)-509(sie)-509(gar)-509(nicht)-509(gedacht!)-1027(Die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Schwatzhaftigkeit)-215(war)-216(wieder)-215(einmal)-215(mit)-216(ihr)-215(durchgegangen)-215(und)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-250(ihr)-250(einen)-250(b\366sen)-250(Streich)-250(gespielt.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(H\366chst)-419(betr\374bt)-420(und)-419(niedergeschlagen)-420(trat)-419(sie)-420(wieder)-419(in)-419(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Reihe)-359(der)-360(Tanzenden.)-578(Sie)-359(fa\337te)-359(auch)-360(den)-359(festen)-359(Entschlu\337,)-359(in)]TJ 0 -13.549 Td [(Zukunft)-319(vorsichtiger)-318(zu)-319(sein,)-336(aber)-318(wie)-319(lange!)-456(Es)-318(ist)-319(so)-318(schwer,)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-250(lebhafte)-250(Zunge)-250(zu)-250(z\374geln!)]TJ 11.956 -14.532 Td [(Doch)-1348(es)-1349(liegt)-1348(nicht)-1349(in)-1348(meiner)-1348(Absicht,)-1623(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tanzstundenereignisse)-324(genau)-324(und)-324(ausf\374hrlich)-324(zu)-324(schildern.)-471(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(nehme)-433(an,)-478(meine)-432(Backfischchen,)-479(denen)-432(ich)-433(meine)-432(Erz\344hlung)]TJ 0 -13.549 Td [(widme,)-474(haben)-430(die)-429(Leiden)-430(und)-429(Freuden)-430(derselben)-429(aus)-429(eigener)]TJ 0 -13.549 Td [(Erfahrung)-600(bereits)-599(kennen)-600(gelernt.)-1298(Es)-599(ist)-600(immer)-599(dasselbe.)]TJ 0 -13.55 Td [(Harmlose)-298(Koketterien,)-311(kleine)-298(Eifers\374chteleien,)-310(ein)-298(wenig)-298(Neid,)]TJ 0 -13.549 Td [(schw\344rmerische)-487(Verehrung,)-546(etwas)-487(Courschneiderei,)-545(zuweilen)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-647(Klatscherei)]TJ/F22 10.9091 Tf 84.388 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.51 0 Td [(u.)-1440(s.)-1441(w.)-1440(Dazu)-647(noch)-646(die)-647(kleinen)]TJ -96.898 -13.549 Td [(Aufmerksamkeiten,)-627(die)-552(hinter)-552(den)-551(Kulissen)-552(spielen,)-627(z.)-1155(B.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([158])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Fensterparaden,)-384(duftige)-358(Blumenspenden,)-384(manchmal)-357(sogar)-357(eine)]TJ 0 -13.55 Td [(gemeinsame)-250(Schlittschuhpartie)-250(auf)-250(dem)-250(Eise.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Die)-922(letztgenannten)-923(Aufmerksamkeiten)-922(waren)-922(nat\374rlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vollst\344ndig)-490(ausgeschlossen)-490(in)-490(der)-490(Pension.)-970(Fr\344ulein)-490(Raimar)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde)-356(dieselben)-357(nicht)-356(geduldet)-356(haben.)-569(Streng)-356(hielt)-356(sie)-356(darauf,)]TJ 0 -13.549 Td [(da\337)-525(au\337er)-525(den)-525(Tanzstunden)-525(nicht)-525(die)-525(geringste)-524(Ann\344herung)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-417(den)-417(Herren)-418(stattfand.)-751(In)-418(diesem)-417(Punkte)-417(kannte)-417(sie)-417(keine)]TJ 0 -13.55 Td [(Nachsicht.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Schon)-397(in)-396(h\366chstem)-397(Grade)-396(unangenehm)-397(war)-396(es)-397(ihr,)-433(da\337)-396(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(jungen)-407(Leute)-407(sich)-407(herausnahmen,)-446(ihre)-407(t\344glichen)-406(Spazierg\344nge)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-563(den)-564(Z\366glingen)-563(zu)-563(durchkreuzen)-564(und)-563(gr\374\337end)-563(an)-563(ihnen)]TJ 0 -13.549 Td [(vor\374berzuschreiten.)-1001(Es)-500(war)-501(ihr)-500(geradezu)-501(unbegreiflich,)-562(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-298(es)-298(herausbrachten,)-309(welchen)-298(Weg)-298(sie)-298(w\344hlte.)-393(Denn)-298(wenn)-297(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(ihre)-237(junge)-236(Schar)-237(heute)-237(durch)-237(den)-236(Park)]TJ/F22 10.9091 Tf 168.337 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.037 0 Td [(morgen)-237(in)-236(dieses)-237(Thal)]TJ/F22 10.9091 Tf 98.802 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(\374bermorgen)-248(\374ber)-247(jenen)-248(Berg)-247(f\374hrte,)-248(immer)-247(konnte)-248(sie)-247(\374berzeugt)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(sein,)-231(die)-225(roten)-226(Primanerm\374tzen)-225(auftauchen)-226(zu)-226(sehen)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.439 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.915 0 Td [(sie)-226(konnte)]TJ -236.354 -13.549 Td [(ihnen)-392(nicht)-393(entgehen.)-677(Die)-392(L\366sung)-392(dieses)-393(R\344tsels)-392(war)-392(einfach)]TJ 0 -13.549 Td [(genug,)-189(der)-174(Verrat)-174(wurde)-174(durch)-174(die)-174(Tagessch\374lerinnen)-173(ausgef\374hrt.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-297(waren)-297(die)-297(Vermittlerinnen)-297(zwischen)-297(ihren)-298(Br\374dern,)-308(Vettern)]TJ 0 -13.55 Td [(oder)-497(Bekannten)-497(und)-498(den)-497(Pension\344rinnen.)-991(Sie)-497(schmuggelten)]TJ 0 -13.549 Td [(Gr\374\337e,)-441(Gedichte,)-441(sogar)-403(Photographien)-402(ein)-403(und)-403(Flora)-402(benutzte)]TJ 0 -13.549 Td [(diesen)-222(Weg,)-227(ihr)-222(Album)-222(den)-222(Herren)-222(zuzusenden)-221(mit)-222(der)-222(Bitte,)-227(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(selbstverfa\337tes)-250(Gedicht)-250(hineinzuschreiben.)]TJ 11.956 -14.619 Td [(Eines)-571(Tages,)-651(es)-570(war)-571(so)-571(ziemlich)-571(gegen)-570(den)-571(Schlu\337)-570(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Tanzstunden,)-225(erhielt)-218(Nellie)-218(nach)-219(dem)-218(Schulunterricht)-218(ein)-218(kleines)]TJ 0 -13.549 Td [(Billet)-362(zugesteckt.)-584(Sie)-362(ging)-362(auf)-361(ihr)-362(Zimmer,)-389(wo)-362(Ilse)-361(anwesend)]TJ 0 -13.549 Td [(war,)-250(und)-250(\366ffnete)-250(dasselbe.)]TJ 11.956 -14.619 Td [(\273Wie)-325(albern!\253)-324(rief)-325(sie)-325(hocherr\366tend)-324(aus,)-344(als)-324(sie)-325(die)-324(wenigen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zeilen)-332(gelesen)-331(hatte.)-495(\273Wie)-331(kann)-331(der)-332(einf\344ltige)-331(Mensch)-332(sich)-331(so)]TJ 0 -13.549 Td [(dreist)-403(gegen)-404(mir)-403(benehmen!)-711(Ich)-403(habe)-404(ihm)-403(nie)-404(Ursach)]TJ/F22 10.9091 Tf 248.199 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.034 0 Td [(zu)-403(so)]TJ -256.233 -13.549 Td [(gro\337e)-250(Dreistigkeit)-250(gegeben!\253)-250(Und)-250(sie)-250(zerri\337)-250(die)-250(Zeilen.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([159])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.618 Td [(Ehe)-207(noch)-206(Ilse)-207(ihre)-206(Meinung)-207(aussprechen)-207(konnte,)-215(kam)-206(Melanie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(hereingest\374rzt,)-250(strahlend)-250(vor)-250(Eitelkeit)-250(und)-250(Freude.)]TJ 11.956 -14.618 Td [(\273Kinder!\253)-214(rief)-215(sie)-214(mit)-214(ihrer)-215(lispelnden)-214(Stimme,)-222(\273ich)-214(mu\337)-214(euch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(etwas)-416(mitteilen!)-748(Aber)-416(verratet)-417(mich)-416(nicht!)-748(Schw\366rt,)-458(da\337)-415(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(niemand)-293(etwas)-293(sagen)-292(werdet!)-379(Du)-293(auch,)-303(Grete,\253)-293(wandte)-293(sie)-292(sich)]TJ 0 -13.55 Td [(an)-250(die)-250(eintretende)-250(Schwester.)]TJ 11.956 -14.618 Td [(Nat\374rlich)-293(wartete)-292(sie)-293(in)-293(ihrer)-293(Erregung)-292(den)-293(Schwur)-293(gar)-292(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ab,)-583(sondern)-517(geheimnisvoll)-517(die)-517(Th\374r)-516(verriegelnd)-517(zog)-517(sie)-516(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(kleines)-180(Briefchen)-180(aus)-180(ihrer)-180(Kleidertasche)-180(und)-180(begann)-179(vorzulesen.)]TJ 0 -66.241 Td [(\273Mein)-250(gn\344diges)-250(Fr\344ulein!)]TJ 0 -14.618 Td [(Sie)-220(w\374rden)-219(mich)-220(zu)-219(dem)-220(gl\374cklichsten)-219(aller)-220(Sterblichen)-219(machen,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-400(Sie)-399(mir)-400(Ihre)-399(Photographie)-400(verehrten!)]TJ/F22 10.9091 Tf 202.701 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.813 0 Td [(Meine)-400(Bitte)-399(ist)]TJ -212.514 -13.55 Td [(k\374hn,)-204(ich)-193(wei\337)-193(es,)-204(aber)-193(Sie)-192(werden)-193(mir)-193(diese)-193(K\374hnheit)-192(gro\337m\374tig)]TJ 0 -13.549 Td [(verzeihen,)-505(wenn)-453(ich)-454(Ihnen)-453(gestehe,)-505(da\337)-453(es)-454(mein)-453(gl\374hendster)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Wunsch)-299(ist,)-311(Ihre)-299(wunderbar)-299(klassischen)-299(Z\374ge)-299(t\344glich,)-311(st\374ndlich)]TJ 0 -13.549 Td [(sehen)-250(und)-250(anbeten)-250(zu)-250(k\366nnen.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Darf)-250(ich)-250(auf)-250(Ihre)-250(Gnade)-250(hoffen?)]TJ 163.57 -13.549 Td [(G)-200(e)-200(o)-200(r)-200(g)-909(B)-200(r)-200(e)-200(i)-200(t)-200(n)-200(e)-200(r.\253)]TJ -163.57 -45.558 Td [(Nellie)-297(hatte)-297(die)-297(Papierst\374ckchen)-297(von)-297(der)-297(Erde)-296(aufgenommen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-454(dieselben)-453(so)-453(ziemlich)-454(wieder)-453(zusammengesetzt)-454(auf)-453(ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(Kommode.)-1283(Nun)-595(las)-594(sie)-595(die)-594(Zeilen)-594(vor.)-1284(Sie)-594(waren)-594(von)]TJ 0 -13.549 Td [(demselben)-261(Verfasser)-261(und)-261(enthielten)-261(die)-261(gleiche)-262(Bitte,)-263(nur)-261(waren)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-248(Worte)-248(ein)-248(wenig)-248(anders)-249(gesetzt,)-248(auch)-248(nannte)-248(er)-248(Nellies)-248(Z\374ge)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.55 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(liebreizend)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.469 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(anstatt)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.211 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(klassisch)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.392 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(.)]TJ -124.375 -13.549 Td [(Sie)-293(wurde)-293(doch)-292(etwas)-293(herabgestimmt)-293(bei)-293(dieser)-292(Entdeckung,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-203(siegesstrahlende)-203(Melanie!)-234(Einen)-203(Augenblick)-203(schwieg)-203(sie)-202(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sah)-250(Nellie)-250(an.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Was)-355(thun)-354(wir,)-381(Nellie?\253)-355(fragte)-355(sie)-354(dann,)-381(\273wir)-355(k\366nnen)-354(doch)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Herrn)-250(Breitner)-250(die)-250(Bitte)-250(nicht)-250(abschlagen!\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Du)-221(darfst)-221(dein)-221(Bild)-221(nicht)-221(geben!\253)-221(platzte)-221(Grete,)-227(die)-220(nebenbei)]TJ -11.956 -13.549 Td [(etwas)-173(Neid)-173(gegen)-173(die)-173(weit)-172(h\374bschere)-173(Schwester)-173(empfand,)-188(heraus.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([160])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(\273Auf)-250(keinen)-250(Fall,)-250(oder)-250(ich)-250(schreibe)-250(es)-250(dem)-250(Papa!\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Dich)-181(habe)-182(ich)-181(nicht)-182(um)-181(deine)-182(Meinung)-181(gefragt!\253)-182(gab)-181(Melanie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(kurz)-250(zur)-250(Antwort.)-250(\273Nellie,)-250(was)-250(sagst)-250(du?\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Aber,)-425(Melanie!\253)-390(rief)-390(Ilse)-390(ganz)-390(erregt,)-425(\273wie)-390(kannst)-390(du)-389(nur)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einen)-378(Augenblick)-379(im)-378(Zweifel)-379(sein!)-635(Du)-379(wirst)-378(doch)-378(wahrhaftig)]TJ 0 -13.549 Td [(dein)-359(Bild)-359(nicht)-359(an)-359(einen)-359(Herrn)-358(verschenken,)-387(der)-359(dir)-358(eigentlich)]TJ 0 -13.549 Td [(ganz)-216(fremd)-216(und)-215(noch)-216(kein)-216(ordentlicher)-216(Herr)-216(ist!)-238(Er)-216(will)-216(dich)-215(zum)]TJ 0 -13.549 Td [(Narren)-250(halten,)-250(weiter)-250(nichts!\253)]TJ 11.956 -13.55 Td [(\273Du)-291(schwatzest)-292(geradezu)-291(Unsinn,)-302(liebe)-292(Einfalt)-291(vom)-291(Lande!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entgegnete)-535(Melanie)-535(gereizt.)-1104(\273Was)-535(verstehst)-535(du)-535(denn)-534(unter)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(ordentliche)-250(Herren)]TJ/F22 10.9091 Tf 82.091 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(?\253)]TJ -77.402 -13.549 Td [(\273Solche,)-756(die)-654(nicht)-655(mehr)-655(in)-654(die)-655(Schule)-654(gehen)-655(und)-655(auf)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Schulb\344nken)-356(sitzen!\253)-356(erkl\344rte)-356(Ilse.)-568(\273Herr)-356(Georg)-356(Breitner)-355(wird)]TJ 0 -13.55 Td [(dein)-389(Bild)-390(mit)-389(in)-390(die)-389(Klasse)-390(nehmen)-389(und)-390(die)]TJ/F22 10.9091 Tf 205.505 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Herren)]TJ/F22 10.9091 Tf 30.284 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.881 0 Td [(Sch\374ler)]TJ -247.303 -13.549 Td [(werden)-250(es)-250(bewundern.)-250(Dann)-250(bist)-250(du)-250(furchtbar)-250(blamiert!\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Nellie,)-620(du)-547(bist)-546(ja)-547(so)-546(still!\253)-546(wandte)-547(sich)-546(Melanie)-546(etwas)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kleinlauter)-210(als)-210(vorhin)-210(an)-211(diese,)-218(\273sage)-210(doch,)-218(was)-210(wir)-210(thun)-210(sollen!\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273O)-293(gar)-293(nix!\253)-294(entgegnete)-293(dieselbe)-293(trocken,)-304(\273wir)-293(werden)-293(thun,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(als)-250(ob)-250(wir)-250(der)-250(dumm)]TJ/F22 10.9091 Tf 90.295 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Brief)-250(nicht)-250(bekommen)-250(haben.\253)]TJ -84.699 -13.55 Td [(\273Und)-250(wenn)-250(er)-250(fragt?)-250(Was)-250(sagen)-250(wir)-250(dann,)-250(Nellie?\253)]TJ 0 -13.549 Td [(\273O,)-363(auch)-363(nix.)-589(Wir)-363(zucken)-363(mit)-363(die)-363(Schulter)-363(und)-363(schweigen.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Das)-250(nennt)-250(man)-250(in)-250(Deutsch:)-250(Mit)-250(Nichtachtung)-250(verstrafen!\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Einverstanden)-800(war)-800(Melanie)-800(durchaus)-800(nicht)-800(mit)-799(dieser)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Entscheidung,)-625(sie)-549(h\344tte)-550(so)-550(gern)-549(ihr)-550(\273klassisches)-549(Konterfei\253)]TJ 0 -13.55 Td [(vergeben,)-515(trotzdem)-461(mu\337te)-462(sie)-462(sich)-461(der)-462(Notwendigkeit)-461(f\374gen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Warum)-480(mu\337te)-480(er)-480(auch)-480(noch)-480(um)-480(Nellies)]TJ/F22 10.9091 Tf 191.775 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(liebreizendes)-480(Bild)]TJ/F22 10.9091 Tf 81.589 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(bitten?)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Ihr)-399(habt)-398(furchtbar)-399(\366de)-398(Ansichten!\253)-399(sagte)-398(sie)-399(spottend)-398(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verlie\337)-250(das)-250(Zimmer.)]TJ 128.983 -16.004 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ/F16 7.9701 Tf 162.041 -2.455 Td [([161])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -13.549 Td [(Die)-419(Tanzstunde)-420(nahte)-419(ihrem)-419(Ende.)-758(\273Leider!\253)-419(seufzten)-419(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(jungen)-424(Leute.)-772(Fr\344ulein)-424(Raimar)-425(indes)-424(atmete)-424(auf,)-467(denn)-424(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-311(auch)-311(der)-311(Jugend)-311(gern)-311(fr\366hliche)-311(Stunden)-310(bereitete,)-327(so)-310(sehnte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-293(doch)-293(wieder)-292(Ruhe)-293(und)-293(Gleichm\344\337igkeit)-293(zur\374ck,)-303(weil)-293(sie)-292(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Erfahrung)-403(gemacht)-402(hatte,)-441(da\337)-402(durch)-403(die)-402(Zerstreuung)-403(stets)-402(der)]TJ 0 -13.549 Td [(rechte)-250(Ernst)-250(zum)-250(Lernen)-250(etwas)-250(abhanden)-250(kam.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Den)-463(Schlu\337)-463(und)-464(Glanzpunkt)-463(bildete)-463(allj\344hrlich)-463(ein)-463(kleiner)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ball,)-250(und)-250(morgen,)-250(am)-250(Sonnabend,)-250(sollte)-250(derselbe)-250(stattfinden.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Die)-206(Benennung)-206(\273Ball\253)-206(klingt)-206(eigentlich)-206(zu)-206(hoch)-206(f\374r)-206(das)-206(kleine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fest.)-1000(Es)-500(wurden)-500(noch)-501(einige)-500(G\344ste)-500(geladen,)-562(das)-500(Orchester)]TJ 0 -13.549 Td [(schwang)-527(sich)-528(zu)-527(einer)-527(zweiten)-527(Geige)-527(auf,)-597(dem)-527(Thee)-527(nebst)]TJ 0 -13.549 Td [(belegten)-172(Butterbroten)-171(folgte)-172(eine)-171(leichte)-171(Bowle)-172(mit)-171(Pfannkuchen,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-276(die)-276(jungen)-277(M\344dchen)-276(zogen)-276(ihre)-276(besten)-276(Kleider)-277(an.)-328(Das)-276(war)]TJ 0 -13.549 Td [(alles!)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Aber)-259(der)-258(gro\337e)-259(Saal)-258(erhielt)-259(ein)-259(festliches)-258(Ansehen,)-261(daf\374r)-258(trug)]TJ -11.956 -13.549 Td [(stets)-348(Fr\344ulein)-348(Raimar)-348(Sorge.)-543(Sie)-348(liebte)-348(es,)-373(den)-347(Sch\366nheitssinn)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-496(jungen)-496(Z\366glinge)-496(zu)-497(wecken,)-557(damit)-496(dieselben)-496(sp\344terhin)]TJ 0 -13.55 Td [(imstande)-233(seien,)-236(mit)-233(wenigen)-233(Mitteln)-233(auch)-233(dem)-233(einfachsten)-232(Feste)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-250(k\374nstlerisches)-250(Ansehen)-250(zu)-250(geben.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Soeben)-457(stand)-456(sie)-457(neben)-457(dem)-456(G\344rtner)-457(und)-457(ordnete)-456(an,)-508(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-388(die)-389(Tannen,)-423(die)-388(er)-388(am)-388(Morgen)-389(aus)-388(dem)-388(Walde)-389(geholt,)-422(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(bl\374henden)-511(Topfgew\344chsen)-510(zu)-511(lauschigen)-510(Ecken)-511(und)-510(Pl\344tzen)]TJ 0 -13.549 Td [(gruppieren)-220(solle.)-240(Als)-220(das)-221(geschehen)-220(war,)-226(mu\337te)-220(er)-220(Konsolen)-220(von)]TJ 0 -13.55 Td [(rotem)-185(Thone)-186(zwischen)-185(verschiedenen)-185(Wandleuchtern)-185(befestigen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.353 0 Td [(\374ppige)-541(Schlingpflanzen)-540(wurden)-541(darauf)-541(gestel)1(lt)-541(und)-541(fielen)]TJ -11.353 -13.549 Td [(anmutig)-220(herab.)-239(Auch)-220(der)-220(altmodische)-219(Kronleuchter,)-226(geformt)-219(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-404(bronzene)-405(Schale)-404(mit)-405(Lichterarmen,)-443(erhielt)-404(seinen)-404(gr\374nen)]TJ 0 -13.549 Td [(Schmuck.)-485(Es)-328(wurde)-329(eine)-328(Schlingpflanze)-328(in)-329(die)-328(Schale)-328(gestellt,)]TJ 0 -13.55 Td [(so)-456(da\337)-456(die)-456(gr\374nen)-456(Ranken)-456(zwischen)-456(den)-456(Armen)-455(herabfielen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Am)-323(Abend,)-342(wenn)-323(die)-323(Kerzen)-323(brannten,)-341(machte)-323(dieser)-323(einfache)]TJ 0 -13.549 Td [(Schmuck)-250(einen)-250(reizend)-250(malerischen)-250(Eindruck.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Als)-258(alles)-259(fertig)-258(war,)-261(\374bersah)-259(die)-258(Vorsteherin)-259(noch)-258(einmal)-258(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Saal,)-250(und)-250(recht)-250(befriedigt)-250(verlie\337)-250(sie)-250(denselben.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([162])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.367 Td [(Die)-396(jungen)-396(M\344dchen)-397(waren)-396(nat\374rlich)-396(in)-396(gro\337er)-396(Aufregung.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Es)-651(war)-652(der)-651(erste)-651(Ball,)-752(der)-651(ihnen)-652(bevorstand,)-751(und)-651(dieses)]TJ 0 -13.55 Td [(wichtige)-309(Ereignis)-309(nahm)-309(all)-309(ihre)-309(Gedanken)-309(in)-309(Anspruch.)-426(Einige)]TJ 0 -13.549 Td [(betrachteten)-543(wieder)-542(und)-542(wieder)-543(die)-542(duftigen)-543(Kleider,)-615(andre)]TJ 0 -13.549 Td [(versuchten)-381(besondere)-380(Haartrachten,)-414(so)-381(Flora,)-413(die)-381(eine)-380(Passion)]TJ 0 -13.549 Td [(daf\374r)-683(hatte,)-790(wieder)-683(andre)-682(probierten)-683(die)-682(Kleider)-683(an,)-790(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Sicherheit)-429(wegen,)-474(wie)-429(Nellie)-429(meinte,)-473(die)-429(soeben)-429(mit)-429(Ilse)-429(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Weihnachtskleider)-359(von)-359(der)-358(Schneiderin)-359(erhalten)-359(hatte.)-576(Gerade)]TJ 0 -13.55 Td [(als)-250(beide)-250(angekleidet)-250(dastanden,)-250(kam)-250(Lilli)-250(hereingejubelt.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Ich)-226(geh)-226(mit)-226(auf)-226(euren)-226(Ball!\253)-226(rief)-226(sie,)-231(\273das)-226(Fr\344ulein)-226(hat)-226(es)-225(mir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erlaubt.)-578(Und)-360(mein)-359(neues,)-387(wei\337es)-359(Kleiderl)-360(zieh)-359(ich)-360(an)-359(und)-359(die)]TJ 0 -13.55 Td [(rote)-351(Atlassch\344rpe)-351(bind)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.362 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.461 0 Td [(ich)-351(um,)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.932 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.282 0 Td [(und)-351(ich)-351(darf)-351(halt)-351(mittanzen!)]TJ -155.037 -13.549 Td [(Ich)-250(freu)-250(mich)-250(halt)-250(zu)-250(sehr)-250(auf)-250(morgen!\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Und)-213(sie)-214(fa\337te)-213(mit)-214(beiden)-213(H\344ndchen)-214(an)-213(ihre)-214(Sch\374rze)-213(und)-213(tanzte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zierlich)-250(und)-250(grazi\366s)-250(durch)-250(das)-250(Zimmer.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Es)-444(war)-445(schon)-444(ziemlich)-445(dunkel,)-493(und)-444(die)-445(Kleine)-444(hatte)-444(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bemerkt,)-236(wie)-233(geputzt)-232(Nellie)-233(und)-233(Ilse)-232(waren.)-245(Als)-232(die)-233(erstere)-232(Licht)]TJ 0 -13.549 Td [(anz\374ndete,)-264(blieb)-261(sie)-261(pl\366tzlich)-261(\374berrascht)-261(stehen)-261(und)-260(sah)-261(erstaunt)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(einer)-250(zur)-250(andern.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Wie)-447(sch\366n)-447(schaut)-446(ihr)-447(aus!\253)-447(rief)-447(sie)-447(bewundernd)-447(und)-446(mit)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(gefaltenen)-618(H\344nden,)-710(und)-618(fast)-618(and\344chtig)-618(sah)-618(sie)-618(die)-617(beiden)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen)-250(an.)]TJ 11.956 -14.956 Td [(\273Wei\337t,)-256(Ilse,\253)-255(fuhr)-255(sie)-254(lebhaft)-255(fort,)-256(\273du)-255(schaust)-255(aus)-255(gerad)-255(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(des)-330(Kaisers)-329(Tochter!)-489(Ich)-330(f\374hr)]TJ/F22 10.9091 Tf 133.046 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.229 0 Td [(dich)-330(morgen)-329(in)-330(den)-330(Saal)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.119 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.051 0 Td [(bitt)]TJ/F22 10.9091 Tf 14.552 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(sch\366n!\253)]TJ 11.956 -14.956 Td [(Ilse)-346(nahm)-347(ihren)-346(Liebling)-347(z\344rtlich)-346(in)-347(den)-346(Arm)-347(und)-346(k\374\337te)-346(ihn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(herzhaft)-264(auf)-265(den)-264(Mund.)-293(\273Du)-264(bist)-264(ja)-264(so)-264(hei\337,)-265(Lilli,\253)-264(sagte)-264(sie)-264(und)]TJ 0 -13.549 Td [(bef\374hlte)-250(Stirn)-250(und)-250(Wange)-250(des)-250(Kindes.)-250(\273Fehlt)-250(dir)-250(etwas?\253)]TJ 11.956 -14.956 Td [(\273Der)-246(Kopf)-247(thut)-246(mir)-247(halt)-246(a)-247(bissel)-246(weh,\253)-247(entgegnete)-246(Lilli,)-247(\273aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gar)-227(nit)-226(viel,)]TJ/F22 10.9091 Tf 52.009 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.926 0 Td [(gewi\337)-227(nit,\253)-226(beteuerte)-227(sie,)-231(als)-227(Ilse)-226(sie)-227(besorgt)-226(ansah.)]TJ -59.935 -13.55 Td [(\273Morgen)-239(thut)-239(er)-239(nit)-238(mehr)-239(weh,)]TJ/F22 10.9091 Tf 135.942 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.06 0 Td [(morgen)-239(geh)-239(ich)-239(ganz)-238(gewi\337)-239(auf)]TJ -144.002 -13.549 Td [(den)-258(Ball!)-275(Du)-258(gehst)-258(auch)-259(mit,\253)-258(sagte)-258(sie)-258(zu)-259(ihrer)-258(Puppe,)-260(die)-258(nach)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([163])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(ihrer)-232(Geberin,)-235(Ilse,)-236(getauft)-231(war.)-244(\273Aber)-232(artig)-232(mu\337t)-231(halt)-232(sein,)-235(sonst)]TJ 0 -13.549 Td [(wirst)-250(in)-250(dein)-250(Bett)-250(gesteckt!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 125.749 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -114.84 -24.63 Td [(\273Doch)-250(mit)-250(des)-250(Geschickes)-250(M\344chten)]TJ 10.91 -13.549 Td [(Ist)-250(kein)-250(ew)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.869 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(ger)-250(Bund)-250(zu)-250(flechten)]TJ -62.411 -13.55 Td [(Und)-250(das)-250(Ungl\374ck)-250(schreitet)-250(schnell.\253)]TJ 1.047 -26.036 Td [(Acht)-239(Tage)-239(sp\344ter)-239(schrieb)-239(Flora)-239(diese)-239(inhaltschweren)-239(Worte)-239(in)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ihr)-250(Tagebuch.)]TJ/F22 10.9091 Tf 63.317 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -51.361 -14.955 Td [(Am)-351(andern)-351(Morgen)-351(lag)-351(Lilli)-351(heftig)-351(fiebernd)-351(in)-351(ihrem)-351(Bette.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Der)-376(herbeigerufene)-376(Arzt)-376(machte)-376(ein)-376(ernstes)-376(Gesicht.)-628(\273Sie)-375(hat)]TJ 0 -13.549 Td [(starkes)-345(Fieber,\253)-345(sagte)-344(er)-345(und)-345(verordnete)-345(Eisumschl\344ge)-345(auf)-344(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Kopf,)-420(die)-387(jede)-386(halbe)-386(Stunde)-386(gewechselt)-387(werden)-386(mu\337ten.)-658(Das)]TJ 0 -13.549 Td [(lebhafte)-250(Kind)-250(lag)-250(still)-250(und)-250(teilnahmlos)-250(da.)]TJ 11.956 -14.956 Td [(Fr\344ulein)-270(G\374ssow)-270(sa\337)-270(recht)-271(sorgenvoll)-270(an)-270(Lillis)-270(Bett,)-275(die)-270(eben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(etwas)-306(eingeschlummert)-307(war.)-419(Die)-306(Vorsteherin)-307(beruhigte)-306(sie)-306(und)]TJ 0 -13.549 Td [(meinte,)-270(da\337)-267(Lillis)-266(ganze)-266(Krankheit)-267(ein)-266(heftiges)-266(Schnupfenfieber)]TJ 0 -13.549 Td [(sein)-250(werde,)-250(sie)-250(habe)-250(bei)-250(Kindern)-250(oftmals)-250(\344hnliche)-250(F\344lle)-250(erlebt.)]TJ 11.956 -14.956 Td [(Die)-394(junge)-395(Lehrerin)-394(sch\374ttelte)-395(ungl\344ubig)-394(den)-394(Kopf.)-683(\273Wenn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nur)-258(der)-258(Ball)-257(heute)-258(abend)-258(nicht)-258(w\344re!\253)-258(sprach)-257(sie)-258(seufzend.)-273(\273Der)]TJ 0 -13.55 Td [(L\344rm)-304(im)-304(Hause)-303(und)-304(das)-304(kranke)-304(Kind)]TJ/F22 10.9091 Tf 168.018 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.769 0 Td [(es)-304(will)-304(mir)-303(nicht)-304(in)-304(den)]TJ -176.787 -13.549 Td [(Kopf!)]TJ/F22 10.9091 Tf 28.779 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(Wenn)-250(wir)-250(ihn)-250(hinaussch\366ben,)-250(Fr\344ulein?\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Sie)-594(sehen)-594(zu)-594(schwarz,)-680(liebe)-594(Freundin,\253)-594(entgegnete)-594(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorsteherin.)-703(\273Der)-402(L\344rm)-401(wird)-401(Lilli)-401(nicht)-401(st\366ren,)-439(wie)-401(sollte)-401(er)]TJ 0 -13.549 Td [(aus)-285(dem)-284(Vorderhause)-285(bis)-285(hierher)-285(in)-284(Ihr)-285(stilles)-285(Zimmer)-284(dringen?)]TJ 0 -13.549 Td [(Bedenken)-264(Sie,)-268(wie)-264(sehr)-265(sich)-264(die)-264(Kinder)-265(auf)-264(den)-264(heutigen)-264(Abend)]TJ 0 -13.55 Td [(gefreut)-399(haben;)-474(wie)-399(grausam)-399(w\344re)-399(es,)-436(wollten)-399(wir)-399(ihre)-399(Freude)]TJ 0 -13.549 Td [(zerst\366ren!)-236(Noch)-208(sehe)-208(ich)-207(keine)-208(Gefahr)-208(und)-208(wir)-208(k\366nnen)-207(unbesorgt)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(Ball)-250(stattfinden)-250(lassen.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ball!\253)-177(wiederholte)-176(Lilli,)-192(die)-177(erwacht)-176(war)-177(und)-177(das)-177(Wort)-176(geh\366rt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte;)-328(\273ich)-302(will)-303(tanzen!)-406(Zieh)-302(mich)-302(an,)-316(Fr\344ulein!)-406(Bitt)-302(sch\366n,)-315(la\337)]TJ 0 -13.549 Td [(mich)-250(tanzen!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([164])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-170(G\374ssow)-171(warf)-170(der)-171(Vorsteherin)-170(einen)-170(verst\344ndnisvollen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Blick)-300(zu,)-314(jetzt)-300(mu\337te)-301(dieselbe)-300(sich)-300(doch)-301(\374berzeugen,)-313(wie)-300(krank)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-250(Kleine)-250(war,)]TJ/F22 10.9091 Tf 69.677 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(sie)-250(phantasierte.)]TJ -65.902 -14.162 Td [(Aber)-440(Fr\344ulein)-441(Raimar)-440(war)-440(nicht)-441(\374berzeugt)-440(und)-440(auch)-440(nicht)]TJ -11.956 -13.55 Td [(erschrocken.)-249(Sie)-249(trat)-248(zu)-248(Lilli)-248(an)-248(das)-248(Bett)-248(und)-248(ergriff)-248(deren)-248(Hand.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Es)-262(ist)-262(ja)-262(noch)-263(heller)-262(Tag,)-265(Lilli,\253)-262(sagte)-262(sie)-262(freundlich;)-268(\273siehst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(du)-314(nicht,)-330(wie)-314(die)-314(Sonne)-314(scheint?)-442(Heute)-314(abend)-314(sollst)-314(du)-313(tanzen,)]TJ 0 -13.549 Td [(jetzt)-451(ist)-452(es)-451(noch)-452(viel)-451(zu)-452(fr\374h.)-854(Lege)-451(dich)-452(nieder)-451(und)-451(schlafe)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-289(etwas;)-309(wenn)-290(du)-289(aufwachst,)-299(bist)-289(du)-290(gesund)-289(und)-289(ziehst)-289(dein)]TJ 0 -13.549 Td [(gesticktes)-250(Kleid)-250(an.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-495(liebe)-495(Sonn)-495(scheint,\253)-495(wiederholte)-495(das)-494(Kind,)-557(wie)-494(aus)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einem)-530(Traume)-531(erwachend,)-600(und)-530(sah)-531(mit)-530(m\374den)-530(Augen)-530(zum)]TJ 0 -13.55 Td [(Fenster)-396(hinaus.)-689(Dann)-396(legte)-397(sie)-396(die)-396(Hand)-397(gegen)-396(die)-396(Stirn)-396(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sagte)-386(leise:)-521(\273Ach)-386(Gotterl,)-419(Fr\344ulein,)-420(mir)-386(thut)-385(der)-386(Kopf)-386(halt)-385(so)]TJ 0 -13.549 Td [(weh!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Das)-240(wird)-241(sich)-240(geben,)-242(mein)-240(Herz.)-247(Nimm)-241(nur)-240(recht)-240(artig)-240(deine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Medizin)-250(ein.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-228(k\374\337te)-229(Lilli)-228(und)-229(versicherte)-228(der)-229(sehr)-228(ge\344ngstigten)-228(Lehrerin,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-317(Phantasieren)-317(der)-317(kleinen)-317(Kranken)-317(habe)-317(nichts)-317(zu)-317(bedeuten,)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-320(lebhaften)-321(Kindern)-320(stelle)-320(sich)-321(dasselbe)-320(bei)-320(einem)-320(harmlosen)]TJ 0 -13.55 Td [(Schnupfenfieber)-525(ein.)-1075(Und)-525(mit)-525(diesem)-525(aufrichtig)-525(gemeinten)]TJ 0 -13.549 Td [(Troste)-250(verlie\337)-250(sie)-250(das)-250(Zimmer.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Es)-215(schien,)-222(als)-216(habe)-215(sie)-215(wahr)-216(gesprochen.)-238(Gegen)-215(Mittag)-215(schlief)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lilli)-459(ein.)-877(Das)-459(Fieber)-459(hatte)-459(etwas)-459(nachgelassen)-459(und)-458(Fr\344ulein)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(G\374ssow)-211(atmete)-210(erleichtert)-211(auf.)-237(Als)-211(Ilse)-210(kam)-211(und)-211(teilnehmend)-210(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(trauriger)-226(Miene)-226(nach)-226(Lillis)-226(Befinden)-226(fragte,)-231(winkte)-226(sie)-226(derselben)]TJ 0 -13.549 Td [(freudig)-212(zu)-212(und)-212(fl\374sterte:)-231(\273Sie)-211(schl\344ft,)]TJ/F22 10.9091 Tf 162.316 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.766 0 Td [(es)-212(scheint)-212(eine)-212(Besserung)]TJ -170.082 -13.549 Td [(eingetreten)-250(zu)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Ilse)-391(teilte)-390(sofort)-391(diese)-391(gute)-390(Nachricht)-391(den)-391(Freundinnen,)-425(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schon)-284(in)-283(\344ngstlicher)-284(Sorge)-283(um)-284(den)-283(kleinen)-284(Liebling)-284(waren,)-291(mit,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-367(brachte)-366(sie)-367(alle)-367(wieder)-366(in)-367(fr\366hliche)-367(Stimmung.)-600(Nur)-366(Flora)]TJ 0 -13.549 Td [(blieb)-250(bei)-250(ihren)-250(d\374steren)-250(Prophezeiungen.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([165])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.368 Td [(\273Meine)-210(ahnungsvolle)-209(Stimme)-210(t\344uscht)-210(mich)-209(nicht,)-218(ich)-210(f\374hle)-209(es,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-170(Tod)-171(wird)-170(diese)-170(zarte)-171(Knospe)-170(brechen,\253)-170(sagte)-171(sie)-170(in)-170(tragischem)]TJ 0 -13.549 Td [(Tone)-251(und)-251(probierte)-251(dabei)-251(ihre)-251(neuen)-251(Ballschuhe)-250(an,)-252(streckte)-250(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Fu\337)-328(weit)-328(von)-327(sich)-328(und)-328(bewunderte)-328(mit)-328(sehr)-328(befriedigter)-327(Miene)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-239(zierliche,)-241(elegante)-238(Form)-239(des)-239(Schuhes.)-246(Es)-238(war)-239(ihr)-239(wenig)-238(ernst)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-250(ihren)-250(d\374stern)-250(Ahnungen!)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Lillis)-265(Besserung)-265(war)-265(leider)-265(nur)-265(tr\374gerisch)-265(gewesen.)-294(W\344hrend)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-202(jungen)-202(M\344dchen)-203(heiter)-202(und)-202(gl\374cklich)-202(Toilette)-202(zum)-202(fr\366hlichen)]TJ 0 -13.549 Td [(Feste)-250(machten,)-250(lag)-250(sie)-250(im)-250(heftigsten)-250(Fieber.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Fr\344ulein)-255(G\374ssow)-256(wich)-255(nicht)-255(von)-255(ihrem)-256(Bette)-255(und)-255(erkl\344rte)-255(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aller)-345(Bestimmtheit,)-369(da\337)-345(sie)-345(diesen)-345(Platz)-345(nicht)-344(verlassen)-345(werde.)]TJ 0 -13.55 Td [(Auf)-547(Fr\344ulein)-548(Raimars)-547(Wunsch)-548(wurde)-547(die)-547(Verschlimmerung)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-477(Krankheit)-477(vorl\344ufig)-477(geheim)-476(gehalten;)-591(sie)-477(mochte)-476(keinen)]TJ 0 -13.549 Td [(Mi\337klang)-449(in)-450(die)-449(unbefangene)-449(Freude)-450(ihrer)-449(Z\366glinge)-449(bringen,)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337te)-251(sie)-251(sich)-250(doch)-251(bei)-251(ruhiger)-251(Ueberzeugung)-251(sagen,)-251(da\337)-250(nichts)]TJ 0 -13.549 Td [(damit)-468(gebessert)-468(werde.)]TJ/F22 10.9091 Tf 114.882 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.558 0 Td [(So)-468(blieb)-467(denn)-468(die)-468(junge)-468(Lehrerin)]TJ -125.44 -13.55 Td [(allein)-331(im)-331(Krankenzimmer.)-494(Sie)-331(h\366rte)-331(das)-331(unruhige)-331(Getappel)-331(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Vorderhause;)-246(dann)-244(und)-243(wann)-244(schlug)-244(wohl)-244(ein)-244(fr\366hliches)-243(Lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-299(ihr)-298(Ohr)]TJ/F22 10.9091 Tf 49.157 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.713 0 Td [(und)-299(endlich)-298(vernahm)-299(sie)-299(die)-298(ged\344mpften)-299(T\366ne)-299(der)]TJ -57.87 -13.549 Td [(Polonaise.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Ilse,)-358(komm!\253)-337(rief)-336(Lilli)-337(pl\366tzlich)-336(und)-337(Fr\344ulein)-336(G\374ssow)-336(fuhr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erschreckt)-192(zusammen.)-231(\273Ilse,)-203(bitt,)-204(bitt)-192(sch\366n,)-203(komm!)-231(Ich)-192(f\374hr)-191(dich)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-354(den)-354(Saal,)-380(komm!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 98.457 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.316 0 Td [(Hoch)-354(hatte)-354(sie)-354(sich)-354(im)-354(Bett)-354(aufgestellt)]TJ -107.773 -13.549 Td [(und)-250(machte)-250(alle)-250(Anstrengungen,)-250(aus)-250(demselben)-250(zu)-250(springen.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Fr\344ulein)-329(G\374ssow)-330(legte)-329(den)-330(Arm)-329(um)-330(das)-329(fiebernde)-330(Kind)-329(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(versuchte)-250(es)-250(niederzulegen,)-250(aber)-250(Lilli)-250(stie\337)-250(sie)-250(von)-250(sich.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Geh)-280(fort!\253)-280(rief)-280(sie;)-296(\273du)-280(bist)-280(nit)-280(des)-280(Kaisers)-281(Tochter,)-287(du)-280(hast)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kein)-250(sch\366nes)-250(Kleiderl)-250(an!)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.913 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Ilse!)-250(Ilse)-250(komm!\253)]TJ -110.139 -13.996 Td [(Angstvoll)-416(und)-415(gellend)-416(stie\337)-416(sie)-416(ihre)-415(Worte)-416(heraus)-416(und)-415(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(starren)-250(Augen)-250(blickte)-250(sie)-250(ihre)-250(Pflegerin)-250(an.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Wenn)-303(du)-303(ruhig)-303(bist,)-317(wird)-303(Ilse)-303(kommen,\253)-303(sagte)-303(dieselbe)-303(mit)]TJ -11.956 -13.55 Td [(zitternder)-458(Stimme,)-510(die)-457(Angst)-458(schn\374rte)-458(ihr)-458(fast)-458(die)-458(Kehle)-457(zu.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Sei)-344(ruhig,)-367(mein)-344(Liebling,)-367(willst)-343(du?)-532(Lege)-343(dich)-344(nieder)]TJ/F22 10.9091 Tf 250.83 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.204 0 Td [(ganz)]TJ/F16 7.9701 Tf -332.789 0 Td [([166])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(still)]TJ/F22 10.9091 Tf 20.208 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.288 0 Td [(so.\253)-351(Und)-352(sie)-351(bettete)-352(mit)-351(sanfter)-351(Gewalt)-352(die)-351(immer)-352(noch)]TJ -29.496 -13.549 Td [(aufrechtstehende)-250(Lilli)-250(in)-250(die)-250(Kissen.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ganz)-279(still,\253)-278(wiederholte)-279(das)-278(Kind)-279(mechanisch;)-293(\273Ilse)-278(komm,)]TJ/F22 10.9091 Tf -11.956 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(ganz)-250(still!\253)]TJ 3.774 -13.995 Td [(Fr\344ulein)-290(G\374ssow)-289(zog)-290(an)-290(der)-289(Klingelschnur,)-300(und)-290(nach)-289(einiger)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Zeit)-515(\344ngstlichen)-514(Harrens)-515(erschien)-515(die)-514(K\366chin.)-1044(Sie)-515(war)-514(die)]TJ 0 -13.549 Td [(einzige,)-260(welche)-257(die)-258(Glocke)-257(vernommen)-258(hatte,)-259(die)-258(beiden)-257(andern)]TJ 0 -13.549 Td [(Dienstboten)-250(waren)-250(im)-250(Vorderhause)-250(besch\344ftigt.)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Rufe)-287(sofort)-287(Fr\344ulein)-287(Ilse,\253)-287(gebot)-287(sie)-287(mit)-287(halblauter)-287(Stimme,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273und)-240(dann)-240(hole)-240(den)-240(Arzt.)-247(Das)-240(Kind)-240(ist)-240(sehr)-241(krank.)-246(Aber)-240(still)-240(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ohne)-250(Aufsehen,)-250(B\344rbchen,)-250(niemand)-250(darf)-250(es)-250(wissen.\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Aber)-263(wenn)-263(mich)-264(Fr\344ulein)-263(Raimar)-263(fragen)-263(sollte,\253)-263(wandte)-263(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(etwas)-410(schwerf\344llige)-410(K\366chin)-410(ein,)-450(\273dann)-410(mu\337)-410(ich)-410(es)-410(ihr)-409(sagen,)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht?\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Sie)-190(wird)-190(dich)-190(nicht)-189(fragen,)-202(wenn)-190(du)-190(deine)-190(Sache)-190(klug)-189(machst.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Eile)-250(dich)-250(nur,)-250(ich)-250(bitte)-250(dich!\253)]TJ 11.956 -13.995 Td [(Der)-328(Zufall)-329(kam)-328(B\344rbchen)-328(zu)-329(Hilfe.)-485(Gerade)-328(als)-329(sie)-328(sich)-328(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Saale)-277(n\344herte,)-284(traten)-277(Ilse)-277(und)-277(Nellie)-277(lachend)-277(und)-278(plaudernd,)-283(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ganz)-250(erhitzten)-250(Wangen,)-250(Arm)-250(in)-250(Arm,)-250(aus)-250(der)-250(Th\374r)-250(desselben.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Geheimnisvoll)-638(winkte)-638(ihnen)-637(die)-638(K\366chin)-638(zu.)-1413(\273Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilschen,\253)-433(sagte)-432(sie,)-478(\273Sie)-433(m\366chten)-432(gleich)-433(zu)-432(Fr\344ulein)-432(G\374ssow)]TJ 0 -13.549 Td [(kommen!\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Es)-667(ist)-666(doch)-667(nichts)-667(passiert,)-771(B\344rbchen?\253)-667(fragten)-666(beide)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M\344dchen)-250(fast)-250(zugleich.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273O)-436(nein,)-484(passiert)-436(gerade)-437(nichts,)-483(aber)-437(das)-436(Kind)-437(ist)-436(kr\344nker)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geworden,)-612(ich)-539(soll)-539(gleich)-540(den)-539(Doktor)-540(holen.)-1118(Es)-539(soll)-539(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(niemand)-445(etwas)-445(wissen.)-836(Sie)-445(brauchen)-445(keine)-445(Angst)-445(zu)-445(haben,)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Fr\344uleinchens,\253)-166(beruhigte)-165(sie,)-182(als)-166(sie)-165(die)-166(erschrockenen)-165(Gesichter)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-292(sich)-293(sah,)-303(\273so)-292(schnell)-292(geht)-293(das)-292(nicht)-292(mit)-293(so)-292(kleinen)-292(Kindern.)]TJ 0 -13.549 Td [(Krank)]TJ/F22 10.9091 Tf 30.313 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.505 0 Td [(tot)]TJ/F22 10.9091 Tf 14.571 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.505 0 Td [(gesund)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.956 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.505 0 Td [(man)-280(wei\337)-279(nicht,)-287(woher)-280(es)-280(kommt!)-339(Aber)]TJ -104.355 -13.549 Td [(nun)-435(will)-435(ich)-435(laufen!\253)-435(Und)-435(wie)-435(der)-435(Wind)-435(war)-435(sie)-435(die)-435(Treppe)]TJ 0 -13.55 Td [(hinunter)-250(und)-250(zum)-250(Hause)-250(hinaus.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([167])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.395 Td [(\273Ich)-250(gehe)-250(mit)-250(dich,\253)-250(sagte)-250(Nellie,)-250(aber)-250(Ilse)-250(wehrte)-250(ihr)-250(ab.)]TJ 0 -15.395 Td [(\273Du)-435(mu\337t)-434(in)-435(den)-434(Saal)-435(zur\374ckkehren,)-480(Nellie,\253)-435(erkl\344rte)-434(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entschieden,)-654(\273es)-574(w\374rde)-573(Aufsehen)-574(erregen,)-654(wenn)-574(wir)-573(beide)]TJ 0 -13.549 Td [(fehlten.)-250(Ich)-250(gehe)-250(allein)-250(und)-250(bringe)-250(dir)-250(bald)-250(Bescheid.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Traurig)-283(sah)-282(Nellie)-283(der)-282(Freundin)-283(nach,)-291(dann)-282(kehrte)-283(sie)-282(zur\374ck)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-534(den)-533(hellerleuchteten)-534(Saal.)-1100(Schwer)-533(legte)-534(es)-533(sich)-534(auf)-533(ihr)]TJ 0 -13.55 Td [(Herz,)-313(als)-301(sie)-300(ringsum)-301(nur)-300(gl\374ckliche,)-313(fr\366hliche)-301(Menschen)-300(sah)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(unwillk\374rlich)-250(f\374llte)-250(sich)-250(ihr)-250(Auge)-250(mit)-250(Thr\344nen.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Aber)-492(ihr)-491(betr\374btes)-492(Gesicht)-492(durfte)-492(niemand)-492(sehen,)-552(sie)-491(trat)]TJ -11.956 -13.549 Td [(deshalb)-250(unbeachtet)-250(hinter)-250(eine)-250(Tannengruppe.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Einer)-539(indes)-540(hatte)-539(sie)-540(doch)-539(beachtet)-540(und)-539(das)-540(war)-539(Doktor)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Althoff.)-467(Als)-322(er)-322(sie)-322(mit)-322(so)-323(ernstem)-322(Gesicht)-322(eintreten)-322(und)-322(gleich)]TJ 0 -13.55 Td [(darauf)-250(verschwinden)-250(sah,)-250(n\344herte)-250(er)-250(sich)-250(ihr)-250(langsam.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Weshalb)-303(suchen)-303(Sie)-303(die)-304(Einsamkeit,)-316(Mi\337)-303(Nellie?\253)-303(fragte)-303(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(herzlich.)-250(\273Haben)-250(Sie)-250(Kummer?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273O)-281(Herr)-281(Doktor,)-289(ich)-282(\344ngstige)-281(mir)-281(so)-281(um)-282(das)-281(Kind!)-343(B\344rbchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hat)-349(Ilse)-349(gerufen)-349(und)-349(holt)-349(jetzt)-349(der)-349(Arzt!\253)-349(Und)-349(Nellies)-349(sonst)-349(so)]TJ 0 -13.549 Td [(fr\366hliche)-266(Augen)-266(blickten)-267(in)-266(Angst)-266(und)-266(Trauer)-266(den)-266(jungen)-266(Mann)]TJ 0 -13.549 Td [(an.)]TJ 11.956 -15.396 Td [(Doktor)-274(Althoff)-274(hatte)-275(sie)-274(nie)-274(so)-274(lieblich)-275(gesehen)-274(als)-274(in)-274(diesem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Augenblicke.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Die)-375(schelmische,)-406(lustige)-375(Nellie)-375(in)-375(dem)-374(duftigen,)-406(hellblauen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kleide,)-198(den)-185(Kranz)-186(von)-185(Tausendsch\366n)-185(im)-185(goldblonden)-185(Haar,)-198(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(ihn)-211(schon)-210(den)-210(ganzen)-211(Abend)-210(erfreut,)-219(die)-210(trauernde)-211(Nellie,)-218(die)-210(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-250(warmes)-250(Mitgef\374hl)-250(verriet,)-250(entz\374ckte)-250(ihn)-250(geradezu.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Beruhigen)-623(Sie)-623(sich,\253)-623(tr\366stete)-623(er,)-716(\273ich)-623(werde)-623(sofort)-623(i)1(n)]TJ -11.956 -13.55 Td [(das)-688(Krankenzimmer)-688(gehen)-688(und)-688(verspreche)-688(Ihnen,)-797(Sie)-688(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(benachrichtigen,)-250(wie)-250(es)-250(dort)-250(steht.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Als)-252(er)-253(die)-252(Th\374r)-253(desselben)-252(nach)-253(leisem)-252(Anklopfen)-252(\366ffnete,)-253(bot)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-268(ihm)-267(ein)-268(r\374hrender)-267(Anblick)-268(dar.)-303(Ilse)-267(kniete)-268(an)-267(dem)-268(Bett)-267(und)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-318(ihr)-319(Haupt)-318(dicht)-318(neben)-319(Lillis)-318(K\366pfchen)-318(gelegt,)-336(so)-318(da\337)-318(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(braunen)-261(Locken)-261(sich)-261(mit)-261(den)-261(lichtblonden)-261(des)-261(Kindes)-261(mischten.)]TJ 0 -13.55 Td [(Eine)-456(frische,)-507(rote)-456(Rose,)-508(der)-455(einzige)-456(Schmuck,)-508(den)-456(sie)-455(heute)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([168])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(abend)-362(getragen,)-390(hatte)-362(sich)-361(aus)-362(ihrem)-362(Haar)-362(gel\366st)-362(und)-362(lag)-361(halb)]TJ 0 -13.549 Td [(entbl\344ttert)-287(auf)-287(dem)-286(Boden.)-360(Fr\344ulein)-287(G\374ssow)-287(legte)-287(soeben)-286(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(neuen)-250(Eisumschlag)-250(auf)-250(der)-250(Kranken)-250(gl\374hende)-250(Stirn.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Doktor)-249(Althoff)-250(fragte)-249(nicht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 123.893 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.175 0 Td [(ein)-249(Blick)-250(auf)-249(die)-250(kleine)-249(Kranke)]TJ -144.024 -13.549 Td [(sagte)-311(ihm)-312(alles.)-434(Gro\337)-311(und)-311(fremd)-312(sah)-311(sie)-311(ihn)-311(an,)-327(ihre)-311(H\344ndchen)]TJ 0 -13.549 Td [(zuckten)-452(und)-452(griffen)-452(unruhig)-452(in)-452(die)-452(leere)-452(Luft.)-856(Als)-452(Ilse)-451(sich)]TJ 0 -13.55 Td [(erheben)-250(wollte,)-250(klammerte)-250(sie)-250(sich)-250(fest)-250(an)-250(sie.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Du)-238(sollst)-238(nit)-237(fortgehn,)-241(du)-237(bist)-238(des)-238(Kaisers)-238(Tochter!\253)-238(stie\337)-237(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-229(abgerissenen)-230(S\344tzen)-229(heraus,)-234(\273du)-229(bist)-229(die)-230(Sch\366nste!)]TJ/F22 10.9091 Tf 233.812 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.956 0 Td [(Tanz)-229(mit)]TJ -241.768 -13.55 Td [(mir)]TJ/F22 10.9091 Tf 17.88 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(komm!\253)]TJ -14.106 -14.094 Td [(Pl\366tzlich)-282(sprangen)-283(ihre)-282(Phantasien)-282(davon)-282(ab,)-291(und)-282(sie)-282(sah)-282(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(f\374r)-250(das)-250(Christkind)-250(an.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Du)-354(liebes)-354(Christkindl)-354(hast)-355(ein)-354(goldenes)-354(Kleiderl)-354(an,)]TJ/F22 10.9091 Tf 242.992 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.319 0 Td [(und)]TJ -264.267 -13.549 Td [(ein)-276(Kronerl)-276(tragst)-275(auf)-276(dem)-276(Kopf)]TJ/F22 10.9091 Tf 144.684 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.463 0 Td [(ah,)-282(wie)-276(das)-276(strahlt!)-327(Du)-276(willst)]TJ -153.147 -13.55 Td [(mit)-225(mir)-226(spielen,\253)-225(fuhr)-225(sie)-225(geheimnisvoll)-226(l\344chelnd)-225(fort,)-230(\273wart)-225(nur,)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-303(komm)-303(zu)-303(dir,)-316(zu)-303(den)-303(lieben)-303(Engelein!)]TJ/F22 10.9091 Tf 189.225 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.76 0 Td [(Ich)-303(komm)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.424 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.759 0 Td [(nimm)]TJ -255.168 -13.549 Td [(mich)-250(mit!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ermattet)-250(sank)-250(sie)-250(nach)-250(diesem)-250(Anfall)-250(in)-250(die)-250(Kissen)-250(zur\374ck.)]TJ 0 -14.094 Td [(Ilse)-368(war)-368(wie)-369(gel\344hmt)-368(vor)-368(Schreck.)-605(Niemals)-368(zuvor)-368(hatte)-368(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(an)-322(dem)-322(Lager)-322(eines)-322(Schwererkrankten)-322(gestanden,)-340(es)-322(war)-322(daher)]TJ 0 -13.549 Td [(nat\374rlich,)-592(da\337)-524(sie)-524(ganz)-524(fassungslos)-524(war.)-1072(Sie)-523(umklammerte)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-331(G\374ssow)-331(und)-331(wurde)-331(totenbla\337,)-331(ohne)-331(ein)-331(Wort)-331(\374ber)-330(die)]TJ 0 -13.549 Td [(bebenden)-250(Lippen)-250(zu)-250(bringen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Kehren)-218(Sie)-218(in)-219(den)-218(Saal)-218(zur\374ck,)-225(Ilse,\253)-218(riet)-218(Doktor)-218(Althoff)-218(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ergriff)-250(ihre)-250(Hand.)-250(\273Kommen)-250(Sie,)-250(ich)-250(werde)-250(Sie)-250(f\374hren.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Aber)-240(sie)-241(sch\374ttelte)-241(den)-240(Kopf.)-247(\273Ich)-240(bleibe)-241(hier,\253)-240(sagte)-241(sie)-240(leise)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aber)-250(fest,)-250(\273ich)-250(verlasse)-250(Lilli)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Und)-454(wie)-455(auch)-454(die)-454(Strau\337)]TJ/F22 10.9091 Tf 116.773 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(schen)-454(Kl\344nge)-455(der)-454(blauen)-454(Donau)]TJ -132.362 -13.549 Td [(schmeichelnd)-542(und)-543(verlockend)-542(durch)-543(die)-542(Nacht)-543(in)-542(das)-542(stille)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Krankenzimmer)-330(drangen,)-349(Ilse)-329(dachte)-330(nicht)-329(daran,)-350(zur)-329(Lust)-329(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Freude)-348(zur\374ckzukehren.)-545(Ihre)-349(ganze)-348(Seele)-348(war)-349(von)-348(den)-348(Leiden)]TJ 0 -13.549 Td [(ihres)-250(Lieblings)-250(erf\374llt.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([169])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.251 Td [(Nur)-259(wenige)-260(Augenblicke)-259(lag)-259(Lilli)-260(still)-259(und)-259(mit)-259(geschlossenen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Augen)-622(da,)-715(dann)-622(fing)-622(sie)-622(von)-622(neuem)-622(weit)-622(heftiger)-622(an)-621(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(phantasieren.)-844(Bald)-447(rief)-448(sie)-448(nach)-448(Ilse,)-497(um)-448(mit)-448(ihr)-448(zu)-447(tanzen,)]TJ 0 -13.549 Td [(bald)-315(wollte)-316(sie)-315(mit)-315(dem)-316(Christkindl)-315(spielen,)-332(zuletzt)-315(fing)-315(sie)-315(an,)]TJ 0 -13.55 Td [(mit)-244(leiser,)-245(matter)-244(Stimme)-243(zu)-244(singen:)-247(\273Kommt)-244(a)-244(Vogerl)-243(geflogen)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ 6.501 -14.25 Td [(Wie)-381(klang)-382(heute)-381(des)-382(Kindes)-381(Lied)-382(so)-381(weh)-382(und)-381(traurig!)-644(Ilse)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mu\337te)-271(sich)-272(abwenden,)-277(hei\337e)-271(Thr\344nen)-271(rannen)-272(\374ber)-271(ihre)-271(Wangen,)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-250(war,)-250(als)-250(m\374sse)-250(ihr)-250(das)-250(Herz)-250(zerspringen.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Ich)-241(bef\374rchte)-241(das)-242(Schlimmste!\253)-241(sprach)-241(Fr\344ulein)-241(G\374ssow)-241(tief)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ergriffen.)-250(\273Wenn)-250(nur)-250(der)-250(Arzt)-250(k\344me!\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Nach)-347(kurzer)-347(Zeit,)-372(die)-347(den)-347(Wartenden)-347(eine)-347(Ewigkeit)-347(d\374nkte,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(trat)-309(derselbe)-310(ein.)-427(Sein)-310(Blick)-309(fiel)-309(auf)-310(das)-309(Kind,)-324(und)-309(er)-309(erschrak.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wie)-227(hatte)-228(es)-227(sich)-227(ver\344ndert,)-232(seitdem)-227(er)-228(es)-227(verlassen,)-232(was)-227(war)-227(seit)]TJ 0 -13.55 Td [(gestern)-251(aus)-251(dem)-251(bl\374henden,)-251(lebensfrohen)-251(Wesen)-251(geworden!)-253(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(runden)-389(Wangen)-390(waren)-389(eingefallen)-390(und)-389(die)-389(gro\337en,)-424(schwarzen)]TJ 0 -13.549 Td [(Augen)-378(starrten)-378(wie)-378(abwesend)-378(in)-378(die)-378(leere)-378(Luft.)-634(Er)-378(nahm)-378(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Hand)-201(und)-200(f\374hlte)-201(nach)-201(ihrem)-201(Puls,)]TJ/F22 10.9091 Tf 146.259 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.644 0 Td [(sie)-201(merkte)-200(nichts)-201(davon,)-211(leise)]TJ -153.903 -13.549 Td [(fing)-271(sie)-272(wieder)-271(an)-272(zu)-271(singen:)-293(\273Und)-271(es)-271(k\374mmert)-272(sich)-271(ka)-271(Hunderl)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.55 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ 6.501 -14.25 Td [(\273Au,)-238(au!\253)-236(schrie)-235(sie)-235(pl\366tzlich)-236(auf)-235(und)-235(griff)-236(nach)-235(ihrem)-235(Kopfe.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Das)-250(Katzerl)-250(bei\337t)-250(mich!)-250(Nimm)-250(es)-250(weg,)-250(Fr\344ulein!)-250(Au)-250(weh!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Der)-300(Arzt)-300(r\374hrte)-300(ein)-301(Pulver)-300(in)-300(ein)-300(Glas)-300(Wasser)-300(und)-300(reichte)-300(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr.)-237(Nur)-213(m\374hsam)-212(war)-212(ihr)-212(dasselbe)-212(beizubringen)-212(und)-212(erst)-212(auf)-212(Ilses)]TJ 0 -13.549 Td [(sanftes)-268(Zureden)-267(\366ffnete)-268(sie)-267(die)-268(Lippen.)-302(Nachdem)-268(sie)-267(getrunken,)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-250(sie)-250(ruhiger)-250(und)-250(verfiel)-250(in)-250(einen)-250(Halbschlummer.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Wo)-324(wohnen)-323(die)-324(Eltern)-323(der)-324(Kleinen?\253)-324(wandte)-323(der)-324(Arzt)-323(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(an)-316(Fr\344ulein)-316(G\374ssow.)-447(\273Ich)-316(rate,)-332(dieselben)-316(unverz\374glich)-316(von)-315(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Krankheit)-326(zu)-326(benachrichtigen.)-477(Ich)-326(kann)-326(f\374r)-326(den)-326(Ausgang)-325(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(stehen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 35.623 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.947 0 Td [(Wir)-320(haben)-320(es)-320(mit)-321(einer)-320(b\366sartigen)-320(Gehirnentz\374ndung)]TJ -44.57 -13.549 Td [(zu)-250(thun.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([170])]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Nur)-388(die)-388(Mutter)-388(lebt,\253)-388(nahm)-388(Doktor)-388(Althoff)-388(das)-388(Wort)-388(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erbot)-272(sich,)-277(sofort)-272(ein)-272(Telegramm)-272(an)-272(dieselbe)-272(abgehen)-272(zu)-271(lassen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nach)-168(seiner)-167(Berechnung)-168(konnte)-167(sie)-168(schon)-168(am)-167(Abend)-168(des)-167(n\344chsten)]TJ 0 -13.549 Td [(Tages)-250(eintreffen.)]TJ 11.956 -14.777 Td [(Bevor)-483(er)-483(das)-483(Haus)-482(verlie\337,)-483(kehrte)-483(er)-483(noch)-483(einmal)-483(in)-482(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Saal)-281(zur\374ck,)-288(um)-281(die)-281(Vorsteherin)-280(mit)-281(dem)-281(Ausspruch)-281(des)-280(Arztes)]TJ 0 -13.549 Td [(bekannt)-506(zu)-505(machen.)-1017(Nellie,)-569(die)-506(gerade)-505(mit)-506(Georg)-505(Brenner)]TJ 0 -13.55 Td [(Fran\347aise)-437(tanzte)-437(und)-437(nicht)-437(aus)-437(der)-437(Reihe)-438(treten)-437(konnte,)-483(warf)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-463(\344ngstlich)-463(fragenden)-463(Blick)-463(auf)-463(ihn,)-516(fl\374chtig)-463(nur)-462(streifte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-514(sein)-514(Auge,)-580(und)-514(doch)-513(erriet)-514(sie,)-580(da\337)-514(er)-514(nichts)-514(Gutes)-513(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(melden)-362(habe.)-585(O,)-362(w\344re)-362(nur)-361(der)-362(Tanz)-362(erst)-362(zu)-361(Ende,)-390(da\337)-362(sie)-361(ihn)]TJ 0 -13.549 Td [(fragen)-476(k\366nnte!)-928(Aber)-476(er)-476(wartete)-476(nicht)-476(darauf,)-532(nach)-476(wenigen)]TJ 0 -13.55 Td [(Minuten)-434(verlie\337)-434(er)-434(schon)-434(wieder)-434(den)-434(Saal)-434(und)-434(lie\337)-433(Nellie)-434(in)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-243(peinlichsten)-242(Zweifeln)-243(zur\374ck.)-248(War)-242(es)-243(schlimmer)-242(geworden?)]TJ 0 -13.549 Td [(Der)-291(Vorsteherin)-291(ruhiges)-291(Gesicht)-291(gab)-291(ihr)-291(keine)-291(Antwort)-291(auf)-291(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Frage.)-237(Es)-209(lag)-209(dasselbe)-210(wohlwollende)-209(L\344cheln)-210(auf)-209(demselben)-209(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(zuvor.)-248(Sie)-244(unterhielt)-244(sich)-244(mit)-244(einigen)-244(G\344sten)-244(ohne)-244(jede)-244(sichtbare)]TJ 0 -13.55 Td [(Erregung.)]TJ 11.956 -14.776 Td [(Und)-252(doch)-252(war)-251(sie)-252(bis)-252(in)-252(das)-252(Innerste)-251(erregt.)-256(Aber)-252(sie)-251(verstand)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-220(seltene)-220(Kunst,)-226(sich)-220(meisterhaft)-220(zu)-220(beherrschen.)-240(Warum)-219(sollte)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-473(pl\366tzlich)-473(Schreck)-473(und)-473(Aufregung)-473(in)-473(die)-473(Freude)-473(bringen?)]TJ 0 -13.549 Td [(In)-389(einer)-389(Viertelstunde)-389(war)-389(der)-389(Tanz)-389(vor\374ber,)-424(dann)-389(sollten)-389(die)]TJ 0 -13.549 Td [(jungen)-295(M\344dchen)-295(sich)-294(niederlegen,)-306(ohne)-295(zu)-295(erfahren,)-306(wie)-295(es)-294(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-175(Kranken)-175(stand.)-225(Die)-175(Jugend)-175(bedarf)-175(des)-175(Schlafes,)-190(sagte)-175(sie)-174(sich,)]TJ 0 -13.549 Td [(besonders)-296(nach)-297(einer)-296(halb)-296(durchtanzten)-297(Nacht.)-388(Verschlimmerte)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-323(Lillis)-322(Zustand,)-341(so)-323(erfuhren)-323(sie)-322(diese)-323(traurige)-323(Botschaft)-322(am)]TJ 0 -13.55 Td [(Morgen)-250(noch)-250(fr\374h)-250(genug.)]TJ 11.956 -14.776 Td [(Ilses)-561(Verschwinden,)-639(das)-561(allgemein)-561(bemerkt)-562(wurde,)-638(hatte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie)-524(auf)-523(ihre)-524(Art)-523(entschuldigt,)-592(sie)-523(hatte)-524(jedem)-523(Fragenden)]TJ 0 -13.55 Td [(geantwortet:)-235(\273O)-221(ja,)-227(sie)-220(wird)-221(gleich)-221(wieder)-220(da)-221(sein,)-226(sie)-221(hat)-221(nur)-220(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-370(Augenblick)-370(Kopfschmerzen.\253)-371(Der)-370(Vorsteherin)-370(hatte)-370(sie)-370(so)]TJ 0 -13.549 Td [(halb)-293(und)-294(halb)-293(die)-293(Wahrheit)-293(gesagt.)-380(Aber)-293(der)-294(Ball)-293(ging)-293(zu)-293(Ende)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(Ilse)-250(war)-250(nicht)-250(wiedergekehrt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 149.051 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -137.095 -14.777 Td [(Mi\337)-437(Lead)-437(hatte)-437(von)-437(der)-437(Vorsteherin)-437(den)-437(Auftrag)-436(erhalten,)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(daf\374r)-383(Sorge)-383(zu)-383(tragen,)-416(da\337)-383(die)-383(M\344dchen)-383(still)-383(und)-382(ger\344uschlos)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([171])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(ihre)-330(Gem\344cher)-330(aufsuchten,)-350(das)-330(wurde)-330(befolgt,)-350(aber)-330(als)-330(sie)-329(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(sicher)-371(glaubten,)-401(als)-371(die)-370(englische)-371(Lehrerin)-371(sich)-371(in)-371(ihr)-370(Zimmer)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ckgezogen)-169(hatte,)-185(da)-169(huschten)-169(sie)-168(alle)-169(noch)-169(auf)-169(eine)-169(kurze)-168(Zeit)]TJ 0 -13.55 Td [(zu)-365(Rosi)-365(hin\374ber,)-393(deren)-365(St\374bchen)-365(ganz)-365(am)-365(Ende)-365(des)-364(Korridors)]TJ 0 -13.549 Td [(lag.)-242(Sie)-227(mu\337ten)-227(noch)-227(einen)-227(kurzen)-227(Austausch)-227(haben,)-232(ihre)-226(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Herzen)-250(waren)-250(zu)-250(voll)-250(von)-250(dem)-250(herrlichen)-250(Feste.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Melanie)-438(brachte)-437(ihre)-438(duftigen)-437(Str\344u\337e,)-485(die)-437(sie)-438(im)-437(Cotillon)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erhalten)-427(hatte,)-472(mit)-427(und)-428(breitete)-427(sie)-427(auf)-428(dem)-427(Tische)-427(aus.)-782(Mit)]TJ 0 -13.549 Td [(wehm\374tiger)-344(Freude)-343(betrachtete)-344(sie)-343(den)-344(reichen)-344(Segen.)-530(\273Ach!\253)]TJ 0 -13.549 Td [(rief)-250(sie)-250(aus,)-250(\273wie)-250(schade,)-250(da\337)-250(alles)-250(vorbei)-250(ist!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Alles)-421(Sch\366ne)-422(ist)-421(verg\344nglich,)-464(nur)-422(die)-421(Erinnerung)-421(bleibt!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entgegnete)-376(Flora)-376(weise.)-627(Und)-376(sie)-376(betrachtete)-376(bei)-376(ihren)-375(Worten)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-389(Photographie)-388(eines)-389(jungen)-388(Mannes,)-424(die)-388(sie)-389(vorsichtig)-388(und)]TJ 0 -13.549 Td [(geschickt)-191(in)-191(ihrem)-191(Taschentuche)-191(verborgen)-191(hielt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 214.401 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.538 0 Td [(Es)-191(war)-191(Georg)]TJ -221.939 -13.55 Td [(Breitners)-250(Bild.)-250(Er)-250(hatte)-250(daf\374r)-250(das)-250(ihrige)-250(eingetauscht.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Ach,)-498(Kinder,)-498(es)-448(war)-449(doch)-448(zu)-448(sch\366n!\253)-449(brach)-448(Annemie)-448(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(pl\366tzlicher)-373(Begeisterung)-373(aus.)-619(\273O,)-373(was)-373(ich)-373(euch)-373(alles)-373(erz\344hlen)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nnte!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Und)-250(ich!)-250(Und)-250(ich!\253)-250(klang)-250(es)-250(durcheinander.)]TJ 0 -14.251 Td [(\273Ihr)-242(w\374rdet)-243(staunen,)-244(wenn)-242(ich)-242(sprechen)-243(wollte!\253)-242(rief)-242(Melanie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(stolz)-383(und)-383(schlug)-384(ihr)-383(Auge)-383(kokett)-383(gen)-384(Himmel,)-416(\273ich)-383(habe)-383(viel)]TJ 0 -13.549 Td [(erlebt!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.708 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.235 0 Td [(In)-530(ihrem)-530(Eifer)-530(verga\337)-529(sie)-530(ganz,)-600(ihre)-530(Stimme)-530(zu)]TJ -50.943 -13.549 Td [(d\344mpfen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Nicht)-230(so)-230(laut,)-234(Melanie,\253)-230(ermahnte)-230(Rosi)-230(und)-230(Orla)-230(stimmte)-230(ihr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bei.)-367(\273Wir)-289(wollen)-289(zu)-289(Bett)-289(gehen,\253)-289(riet)-290(sie)-289(ernstlich,)-298(\273denn)-289(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-353(erst)-354(anfangt,)-379(eure)-353(Erlebnisse)-353(zu)-354(erz\344hlen,)-379(dann)-353(k\366nnen)-353(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(bis)-250(zum)-250(hellen)-250(Morgen)-250(hier)-250(sitzen.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Morgen)-429(ist)-429(Sonntag,)-474(da)-429(k\366nnen)-429(wir)-429(ausschlafen!\253)-429(meinte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Grete,)-743(die)-644(darauf)-645(brannte,)-743(die)-644(geheimnisvoll)-644(angedeuteten)]TJ 0 -13.549 Td [(Geschichten)-382(zu)-382(h\366ren.)-646(\273Wo)-382(sind)-382(denn)-382(aber)-382(Ilse)-382(und)-382(Nellie?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([172])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(unterbrach)-248(sie)-248(sich)-248(pl\366tzlich)-248(und)-248(sah)-248(sich)-248(um;)-249(\273ich)-248(habe)-247(Ilse)-248(den)]TJ 0 -13.55 Td [(ganzen)-190(Abend)-190(nicht)-190(gesehen.)-230(Hatte)-190(sie)-190(wirklich)-190(Kopfschmerzen?)]TJ 0 -13.549 Td [(Kommt,)-250(wir)-250(wollen)-250(uns)-250(zu)-250(ihnen)-250(schleichen)-250(und)-250(nachsehen!\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Doch)-297(dieser)-297(allgemein)-296(Beifall)-297(findende)-297(Vorschlag)-297(kam)-296(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur)-443(Ausf\374hrung.)-827(Eben)-443(als)-443(sie)-442(auf)-443(den)-442(Zehen)-443(einige)-442(Schritte)]TJ 0 -13.549 Td [(gethan,)-250(stand)-250(Mi\337)-250(Lead)-250(wie)-250(ein)-250(Nachtgespenst)-250(vor)-250(ihnen.)]TJ 11.956 -16.553 Td [(\273Wo)-296(wollt)-296(ihr)-296(hin?\253)-295(fragte)-296(sie)-296(erz\374rnt.)-388(\273Habe)-296(ich)-296(euch)-295(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ruhe)-262(geboten?)-286(Sofort)-262(legt)-262(euch)-262(nieder,)]TJ/F22 10.9091 Tf 174.072 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.312 0 Td [(und)-262(morgen)-262(werde)-262(ich)]TJ -182.384 -13.549 Td [(euren)-250(Ungehorsam)-250(der)-250(Vorsteherin)-250(melden!\253)]TJ 11.956 -16.553 Td [(So)-184(wurde)-184(es)-183(denn)-184(still)-184(in)-184(den)-184(oberen)-184(R\344umen.)-228(Die)-183(plaudernden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lippen)-285(verstummten)-284(nach)-285(und)-284(nach)]TJ/F22 10.9091 Tf 160.953 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.559 0 Td [(die)-285(Augen)-284(schlossen)-285(sich)]TJ -169.512 -13.549 Td [(zu)-521(s\374\337em)-522(Schlummer)-521(und)-522(ein)-521(g\374tiger)-522(Traumgott)-521(f\374hrte)-521(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Schlafenden)-409(zur\374ck)-409(in)-409(den)-409(festlichen)-409(Saal.)-727(Noch)-409(einmal)-409(lie\337)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-351(die)-350(Musik)-351(erklingen)-350(und)-351(die)-350(junge)-351(Schar)-350(im)-351(lustigen)-350(Tanze)]TJ 0 -13.549 Td [(dahinfliegen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 59.989 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -48.034 -16.553 Td [(\273O)-302(wie)-302(\366de)-302(ist)-301(die)-302(Wirklichkeit!\253)-302(war)-302(Melanies)-302(erstes)-302(Wort,)]TJ -11.955 -13.549 Td [(als)-250(sie)-250(erwachte.)]TJ 128.982 -20.543 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -20.542 Td [(In)-438(dem)-438(Krankenzimmer)-438(dachte)-438(man)-438(nicht)-438(an)-438(Schlaf,)-485(noch)]TJ -11.955 -13.549 Td [(weniger)-381(an)-381(gl\374ckliche)-381(Tr\344ume.)-642(Traurig)-381(sah)-381(es)-381(dort)-381(aus.)-642(Lilli)]TJ 0 -13.55 Td [(tobte)-166(zwar)-166(nicht)-166(mehr,)-182(aber)-166(sie)-166(lag)-166(ohne)-166(Teilnahme)-166(da.)-222(Das)-165(Fieber)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-359(noch)-359(immer)-359(im)-359(Zunehmen)-359(begriffen.)-577(Als)-359(die)-359(Vorsteherin)]TJ 0 -13.549 Td [(eintrat,)-278(erhob)-272(sich)-272(der)-273(Arzt)-272(und)-272(teilte)-273(ihr)-272(seine)-272(Bef\374rchtung)-272(mit.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-274(schluchzte)-274(leise)-275(in)-274(sich)-274(hinein;)-286(es)-275(wurde)-274(ihr)-274(so)-274(schwer,)-280(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(beherrschen.)]TJ 11.955 -16.553 Td [(\273Geh)-276(zu)-276(Bett,)-282(Ilse,\253)-276(sprach)-276(Fr\344ulein)-276(Raimar)-276(sanft)-275(zu)-276(ihr,)-283(\273du)]TJ -11.955 -13.549 Td [(darfst)-250(nicht)-250(l\344nger)-250(hier)-250(verweilen.\253)]TJ 11.955 -16.553 Td [(Der)-350(Arzt)-350(stimmte)-351(energisch)-350(bei,)-375(und)-350(so)-350(schmerzlich)-351(bittend)]TJ -11.955 -13.549 Td [(das)-191(junge)-190(M\344dchen)-191(auch)-191(die)-190(Vorsteherin)-191(ansah,)-203(dieselbe)-190(beharrte)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-250(ihrem)-250(Willen.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([173])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -16.553 Td [(\273Du)-366(bist)-366(ein)-365(gutes)-366(Kind,\253)-366(sagte)-366(sie)-365(weich)-366(und)-366(ihre)-366(Stimme)]TJ -11.955 -13.549 Td [(klang)-409(wie)-410(verhaltene)-409(Thr\344nen,)-450(\273aber)-409(ich)-410(darf)-409(deinen)-409(Wunsch)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-572(erf\374llen.)-1215(Ein)-572(l\344ngerer)-572(Aufenthalt)-572(hier)-572(k\366nnte)-571(deiner)]TJ 0 -13.55 Td [(Gesundheit)-278(schaden.)-333(Du)-278(kannst)-278(dem)-277(Kinde)-278(auch)-278(nicht)-278(helfen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.175 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.175 -13.549 Td [(sieh)-250(hin)]TJ/F22 10.9091 Tf 36.971 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(es)-250(kennt)-250(dich)]TJ/F22 10.9091 Tf 60.294 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(uns)-250(alle)-250(nicht)-250(mehr!\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Bevor)-314(sie)-314(das)-314(Zimmer)-315(verlie\337,)-314(trat)-314(Ilse)-314(noch)-314(einmal)-314(z\366gernd)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-208(leise)-208(an)-208(Lillis)-208(Bett.)-237(Zitternd)-208(ergriff)-208(sie)-208(die)-208(kleine,)-216(fieberhei\337e)]TJ 0 -13.549 Td [(Hand,)-322(beugte)-308(sich)-307(nieder)-308(und)-307(dr\374ckte)-308(einen)-307(Ku\337)-308(darauf.)-422(\273Gute)]TJ 0 -13.549 Td [(Nacht,)-250(Liebling,\253)-250(hauchte)-250(sie)-250(leise,)-250(\273gute)-250(Nacht!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Und)-276(mit)-276(einem)-277(langen,)-283(thr\344nenschweren)-276(Blick)-276(auf)-276(das)-276(blasse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Gesichtchen)-362(nahm)-362(sie)-362(Abschied,)-389(ach,)-390(sie)-362(f\374hlte)-362(es,)-390(es)-362(war)-361(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Lebewohl)-392(f\374r)-391(immer.)-675(Dann)-392(eilte)-391(sie)-392(hinaus,)-427(das)-391(Taschentuch)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([174])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.55 Td [(fest)-373(vor)-372(den)-373(Mund)-372(gepre\337t,)-404(damit)-372(sie)-373(vor)-372(Herzeleid)-373(nicht)-372(laut)]TJ 0 -13.549 Td [(aufschreie.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Drau\337en,)-408(dicht)-377(vor)-376(der)-377(Th\374r,)-408(stand)-376(Nellie.)-630(Unbemerkt)-376(war)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie)-276(der)-276(Vorsteherin)-276(gefolgt)-276(und)-276(hatte)-276(die)-276(Freundin)-276(erwartet.)-327(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(fiel)-250(ihr)-251(um)-250(den)-251(Hals)-250(und)-251(Nellie)-250(f\374hrte)-251(die)-250(Trostlose)-251(hinauf)-250(in)-250(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(Zimmer.)-283(Dort)-260(angelangt)-261(warf)-261(Ilse)-261(sich)-261(verzweifelnd)-261(auf)-261(ihr)-260(Bett)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(begrub)-250(ihr)-250(Gesicht)-250(laut)-250(weinend)-250(in)-250(die)-250(Kissen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ist)-250(sie)-250(so)-250(sehr)-250(krank?\253)-250(fragte)-250(Nellie.)]TJ 0 -14.25 Td [(\273Sie)-302(stirbt,)-314(Nellie!\253)-302(schluchzte)-301(Ilse)-302(au\337er)-301(sich,)-315(\273unser)-301(s\374\337er,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kleiner)-250(Liebling)-250(stirbt!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Nellie)-524(wurde)-523(bla\337)-523(und)-524(ein)-524(heftiges)-523(Zittern)-524(\374berfiel)-523(ihren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(K\366rper,)-441(aber)-402(sagen)-402(konnte)-403(sie)-402(nichts.)-708(Sie)-402(vermochte)-402(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-366(Schmerz)-366(laut)-366(herauszujammern,)-395(die)-366(ungest\374me)-366(Art)-365(Ilses)]TJ 0 -13.55 Td [(war)-273(ihr)-272(fremd.)-318(War)-272(das)-273(zu)-272(verwundern?)-318(Ilse)-272(hatte)-273(Kummer)-272(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Leid)-305(noch)-305(niemals)-305(Aug)-304(in)-305(Auge)-305(gesehen,)-319(ihre)-305(frohe)-304(Jugendzeit)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-477(bis)-476(dahin)-476(einem)-477(sonnigen)-476(Maientag)-477(zu)-476(vergleichen,)-533(der)]TJ 0 -13.549 Td [(wolkenlos)-335(mit)-334(blauem)-335(Himmel)-335(auf)-335(di)1(e)-335(Erde)-335(niederlacht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 255.772 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.105 0 Td [(wie)]TJ -264.877 -13.549 Td [(anders)-221(Nellie!)-240(So)-221(mancher)-221(tr\374be)-221(Schatten)-221(hatte)-221(bereits)-221(ihr)-220(junges)]TJ 0 -13.55 Td [(Dasein)-314(verdunkelt!)-441(Sie)-314(mu\337te)-314(an)-313(den)-314(Tod)-314(des)-314(geliebten)-313(Vaters)]TJ 0 -13.549 Td [(denken,)-250(der)-250(sie)-250(so)-250(jung)-250(als)-250(Waise)-250(zur\374cklie\337!)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Still)-308(setzte)-307(sie)-308(sich)-307(neben)-308(die)-307(Freundin)-308(auf)-307(den)-308(Bettrand)-307(und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ergriff)-250(deren)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Komm,\253)-218(sagte)-218(sie)-219(mit)-218(unsichrer)-218(Stimme,)-225(\273setze)-218(dir)-218(hoch.)-239(Du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(machst)-218(dir)-218(auch)-218(krank,)-225(wenn)-218(du)-218(so)-218(hitzig)-218(bist!)-239(Und)-218(wenn)-218(wir)-218(uns)]TJ 0 -13.549 Td [(tot)-262(weinen,)-264(wir)-262(machen)-262(doch)-261(der)-262(arm)]TJ/F22 10.9091 Tf 163.482 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.487 0 Td [(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.818 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.487 0 Td [(Herz)-262(nicht)-261(gesund.)]TJ -198.274 -13.55 Td [(Wenn)-387(der)-387(liebe)-387(Gott)-388(sagt:)]TJ/F22 10.9091 Tf 123.804 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-387(will)-387(der)-387(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 79.324 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.856 0 Td [(Engel)-387(zu)-387(mich)]TJ -214.617 -13.549 Td [(nehmen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.266 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.763 0 Td [(was)-287(k\366nnen)-287(wir)-287(da)-287(machen?)]TJ/F22 10.9091 Tf 129.15 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.585 0 Td [(O)-287(Ilse!)-361(es)-287(ist)-287(gar)-287(nicht)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(so)-301(schrecklich,)-313(als)-300(ein)-301(jung)-301(Kind)-300(zu)-301(sterben!)-401(Wer)-301(wei\337,)-300(welch)]TJ/F22 10.9091 Tf 276.997 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(traurig)-224(Schicksal)-224(unsre)-223(Lilli)-224(aufwartete:)-237(Ist)-224(es)-224(nicht)-224(besser,)-229(da)-223(tot)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-264(sein?)]TJ/F22 10.9091 Tf 38.791 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.337 0 Td [(Ich)-264(w\344r)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.166 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.515 0 Td [(sehr)-264(gl\374cklich,)-268(wenn)-264(mich)-264(der)-265(liebe)-264(Gott)-264(als)]TJ -86.809 -13.549 Td [(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 21.819 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Kind)-250(zu)-250(sich)-250(genommen)-250(h\344tte!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 262.845 0 Td [([175])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.422 Td [(Wie)-491(traurig)-491(das)-491(klang!)-974(Sofort)-491(wendete)-491(sich)-491(Ilses)-491(ganzes)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Mitleid)-307(ihrer)-308(einzigen)-307(Nellie)-308(zu.)-422(Sie)-307(antwortete)-307(nichts,)-322(aber)-307(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(erhob)-182(sich)-182(und)-182(umschlang)-183(dieselbe)-182(fest)-182(und)-182(innig.)-227(Und)-182(die)-182(beiden)]TJ 0 -13.549 Td [(jungen)-336(M\344dchengestalten)-335(in)-336(ihren)-335(duftigen)-336(Ballgew\344ndern,)-356(die)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-275(nur)-275(zur)-275(Freude)-275(zu)-276(tragen)-275(gehofft)-275(hatten,)-281(schlossen)-275(in)-275(diesem)]TJ 0 -13.549 Td [(ernsten)-483(Augenblick)-482(einen)-483(innigen)-482(Freundschaftsbund)-483(f\374r)-482(das)]TJ 0 -13.549 Td [(ganze)-515(Leben.)-1043(Der)-515(Mond)-514(trat)-515(pl\366tzlich)-514(hinter)-515(dem)-514(dunklen)]TJ 0 -13.549 Td [(Gew\366lk)-306(hervor)-307(und)-306(verkl\344rte)-306(mit)-307(seinem)-306(blassen)-306(Schimmer)-306(die)]TJ 0 -13.549 Td [(lieblichen,)-457(thr\344nenvollen)-416(Gesichter)-415(der)-416(Freundinnen)-416(wie)-415(zwei)]TJ 0 -13.55 Td [(betaute)-250(Rosen,)-250(die)-250(an)-250(einem)-250(Stengel)-250(erbl\374ht)-250(sind.)]TJ/F22 10.9091 Tf 218.16 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -89.177 -19.034 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -19.034 Td [(Es)-488(war)-488(ein)-489(tr\374bseliger)-488(Sonntag,)-548(der)-488(dem)-488(Ballfeste)-488(folgte.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Als)-383(die)-384(junge)-383(Schar,)-417(noch)-384(ganz)-383(erf\374llt)-384(von)-383(der)-384(Erinnerung)-383(an)]TJ 0 -13.549 Td [(dasselbe,)-548(beim)-489(Morgenkaffee)-488(sa\337,)-489(trat)-488(Fr\344ulein)-489(G\374ssow)-488(ein.)]TJ 0 -13.55 Td [(Bei)-504(ihrem)-503(Anblick)-504(verstummte)-504(das)-504(fr\366hliche)-503(Geplauder,)-567(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(blasses)-202(und)-201(verweintes)-202(Gesicht)-202(verk\374ndete)-201(nichts)-202(Gutes.)-234(Ilse)-201(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie)-291(waren)-292(sofort)-291(an)-291(ihrer)-292(Sei)1(te,)-302(sie)-291(hatten)-292(bis)-291(dahin)-291(seitw\344rts)]TJ 0 -13.549 Td [(gestanden;)-589(es)-476(war)-476(ihnen)-476(unm\366glich,)-533(an)-476(der)-476(Fr\366hlichkeit)-476(der)]TJ 0 -13.549 Td [(andern)-250(teilzunehmen.)]TJ 11.955 -15.422 Td [(\273Ist)-250(es)-250(besser?\253)-250(fragte)-250(Ilse)-250(hoffend)-250(und)-250(bangend)-250(zugleich.)]TJ 0 -15.421 Td [(Traurig)-343(sch\374ttelte)-343(die)-344(Angeredete)-343(den)-343(Kopf)-343(und)-343(ihre)-343(Augen)]TJ -11.955 -13.549 Td [(f\374llten)-287(sich)-286(mit)-287(Thr\344nen.)-360(\273Nein,\253)-287(sagte)-286(sie,)-296(\273es)-287(ist)-287(nicht)-286(besser.)]TJ 0 -13.549 Td [(Die)-439(Krankheit)-440(hat)-440(sich)-439(gesteigert)-440(und)-439(ihr)-440(m\374\337t)-439(euch)-440(auf)-439(das)]TJ 0 -13.55 Td [(Schlimmste)-448(gefa\337t)-449(machen.)-845(Ich)-448(teile)-449(euch)-448(dies)-448(mit,)-498(Kinder,)]TJ 0 -13.549 Td [(damit)-202(ihr)-203(nicht)-202(allzusehr)-203(erschreckt,)-212(wenn)]TJ/F22 10.9091 Tf 182.71 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)-203(Sie)-202(konnte)-202(den)-203(Satz)]TJ -188.164 -13.549 Td [(nicht)-250(vollenden,)-250(Thr\344nen)-250(erstickten)-250(ihre)-250(Stimme.)]TJ 11.955 -15.421 Td [(Eine)-504(augenblickliche)-503(Todesstille)-504(trat)-503(bei)-504(dieser)-504(Er\366ffnung)]TJ -11.955 -13.55 Td [(ein.)-522(Als)-341(aber)-341(Ilse)-340(laut)-341(zu)-341(schluchzen)-341(anfing,)-363(da)-341(erhob)-341(sich)-340(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(allgemeines)-263(Jammern)-263(und)-263(Wehklagen.)-290(Kein)-263(Auge)-263(blieb)-263(trocken)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.023 0 Td [([176])]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(bei)-342(dem)-342(Gedanken,)-365(den)-342(herzigen)-342(Liebling)-342(f\374r)-342(immer)-341(hergeben)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(m\374ssen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Die)-250(junge)-250(Lehrerin)-250(entfernte)-250(sich)-250(und)-250(Ilse)-250(eilte)-250(ihr)-250(nach.)]TJ 0 -14.094 Td [(\273Lassen)-438(Sie)-438(mich)-438(zu)-439(ihr,\253)-438(bat)-438(sie)-438(dringend)-438(und)-438(erhob)-438(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(H\344nde.)-250(\273Bitte!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Sie)-338(konnte)-338(ihr)-337(diesen)-338(Wunsch)-338(nicht)-338(erf\374llen.)-513(\273Du)-338(darfst)-337(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht)-432(wiedersehn,)-478(Ilse,\253)-432(sagte)-432(sie)-433(fest)-432(und)-432(entschieden.)-796(\273Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(hat)-299(sich)-299(so)-299(ver\344ndert,)-311(da\337)-299(deine)-299(lebhafte)-299(Phantasie)-299(ihr)-298(trauriges)]TJ 0 -13.549 Td [(Bild)-319(f\374r)-319(lange)-318(Zeit)-319(nicht)-319(vergessen)-319(w\374rde.)-456(Sie)-319(ist)-319(nur)-319(noch)-318(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Schatten)-250(des)-250(sch\366nen,)-250(fr\366hlichen)-250(Kindes.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Und)-823(sie)-823(k\374\337te)-823(die)-824(trostlose)-823(Ilse)-823(und)-823(kehrte)-823(in)-823(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Krankenzimmer)-425(zur\374ck,)-468(das)-424(Fr\344ulein)-425(Raimar)-424(seit)-424(Mitternacht)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(wieder)-250(verlassen)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Als)-193(Ilse)-192(wieder)-193(in)-193(den)-193(Speisesaal)-192(eintrat,)-204(stand)-193(Mi\337)-193(Lead)-192(fertig)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zum)-369(Kirchgang)-369(angekleidet)-369(mit)-369(dem)-369(Gesangbuch)-369(in)-369(der)-368(Hand)]TJ 0 -13.549 Td [(da.)-239(Sie)-216(trieb)-216(zur)-217(Eile)-216(an,)-223(da)-216(es)-217(hohe)-216(Zeit)-216(sei,)-223(zur)-217(Kirche)-216(zu)-216(gehen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-347(kann)-347(Sie)-347(heute)-347(nicht)-347(begleiten,)-371(Mi\337)-347(Lead,\253)-346(entgegnete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Orla,)-727(die)-631(ganz)-632(gegen)-631(ihre)-631(Gewohnheit)-632(sich)-631(vom)-631(Gef\374hle)]TJ 0 -13.549 Td [(\374bermannen)-250(lie\337)-250(und)-250(heftig)-250(weinte;)-250(\273ich)-250(kann)-250(es)-250(nicht!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-414(auch)-414(nicht!)]TJ/F22 10.9091 Tf 82.547 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.969 0 Td [(Ich)-414(auch)-414(nicht!\253)-413(erkl\344rten)-414(die)-414(\374brigen.)]TJ -104.472 -13.549 Td [(Selbst)-303(Rosi,)-317(die)-303(stets)-303(Sanfte)-303(und)-303(Gef\374gige,)-316(bat)-303(um)-303(Verzeihung,)]TJ 0 -13.55 Td [(wenn)-470(sie)-471(ebenfalls)-470(zur\374ckbleibe.)-910(\273Ich)-471(bin)-470(so)-470(aufgeregt)-470(und)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nnte)-250(nicht)-250(and\344chtig)-250(auf)-250(die)-250(Predigt)-250(h\366ren,\253)-250(f\374gte)-250(sie)-250(hinzu.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Ich)-515(begreife)-515(euch)-516(nicht,\253)-515(sprach)-515(die)-515(Engl\344nderin)-515(h\366chst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(erstaunt)-296(von)-296(einer)-296(zur)-297(andern)-296(sehend.)-388(\273Ist)-296(das)-296(Gotteshaus)-296(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-487(beste)-487(Ort)-487(f\374r)-487(ein)-486(gequ\344ltes)-487(Herz?)-961(Sagt)-487(nicht)-487(der)-486(Herr:)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Kommt)-301(her)-301(zu)-302(mir)-301(alle,)-314(die)-301(ihr)-301(m\374hselig)-301(und)-301(beladen)-301(seid,)-314(ich)]TJ -3.633 -13.549 Td [(will)-370(euch)-371(erquicken!)]TJ/F22 10.9091 Tf 92.299 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.672 0 Td [(Ich)-370(gehe)-371(und)-370(will)-370(f\374r)-371(die)-370(Kranke)-370(beten,)]TJ -99.971 -13.549 Td [(vielleicht)-250(erh\366rt)-250(mich)-250(der)-250(Herr.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([177])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.095 Td [(Und)-391(sie)-390(ging,)-426(und)-391(die)-390(englischen)-391(Pension\344rinnen)-390(schlossen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-448(ihr)-447(an.)-843(Sie)-447(teilten)-447(in)-448(ihrem)-447(strenggl\344ubigen)-448(Herzen)-447(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Ansicht)-355(der)-356(Lehrerin.)-565(Nur)-356(Nellie)-355(blieb)-355(zur\374ck.)-566(Nicht)-355(weil)-355(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(weniger)-348(gl\344ubig)-347(war)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.598 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.247 0 Td [(o)-348(nein!)-543(Sie)-348(hatte)-347(ein)-348(kindlich)-348(frommes)]TJ -104.845 -13.549 Td [(Gem\374t,)-300(aber)-291(sie)-290(hatte)-290(auch)-291(ein)-290(tiefempfindendes,)-300(warmes)-290(Herz;)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(es)-410(w\344re)-409(ihr)-409(unm\366glich)-410(gewesen,)-449(das)-410(Haus,)-449(das)-410(ihr)-409(eine)-409(liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(Heimat)-323(geworden)-323(war,)-341(in)-323(einem)-323(Augenblicke)-322(zu)-323(verlassen,)-341(wo)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-250(Todesengel)-250(seinen)-250(Einzug)-250(halten)-250(konnte.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ich)-361(will)-360(auch)-361(beten,\253)-361(sagte)-360(sie)-361(leise)-361(wie)-360(f\374r)-361(sich.)-582(Und)-360(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(trat)-406(in)-405(den)-406(Hintergrund)-406(des)-405(Zimmers,)-445(kniete)-405(nieder,)-445(legte)-405(die)]TJ 0 -13.549 Td [(gefalteten)-294(H\344nde)-294(auf)-295(einen)-294(Stuhl)-294(und)-294(beugte)-294(den)-294(Kopf)-294(dar\374ber.)]TJ 0 -13.549 Td [(In)-466(dieser)-466(and\344chtigen)-467(Stellung)-466(verbrachte)-466(sie)-466(lange)-466(Zeit)-466(und)]TJ 0 -13.55 Td [(betete)-379(hei\337)-379(und)-379(innig)-379(zu)-379(Gott,)-411(da\337)-379(er)-379(Lilli)-379(am)-379(Leben)-378(erhalten)]TJ 0 -13.549 Td [(m\366ge.)]TJ/F22 10.9091 Tf 29.695 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -17.739 -14.25 Td [(Aber)-466(es)-466(stand)-467(anders)-466(in)-466(den)-466(Sternen)-467(geschrieben.)-898(Gegen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Abend)-366(\366ffnete)-366(die)-366(Vorsteherin)-366(pl\366tzlich)-366(weit)-366(die)-366(Fensterfl\374gel)]TJ 0 -13.549 Td [(im)-250(Krankenzimmer)]TJ/F22 10.9091 Tf 87.862 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Lilli)-250(war)-250(tot.)]TJ -84.088 -14.25 Td [(Sanft)-380(hatte)-380(der)-380(Todesengel)-379(sie)-380(auf)-380(die)-380(Stirn)-380(gek\374\337t)-380(und)-379(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(hinweggetragen)-319(in)-318(sein)-319(dunkles)-318(Schattenreich.)-456(Wie)-319(ein)-318(sorglos)]TJ 0 -13.549 Td [(schlummerndes)-226(Kind)-226(lag)-226(sie)-226(da,)-231(der)-226(krampfhaft)-226(entstellende)-225(Zug)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-260(geschwunden)-261(und)-260(ein)-260(friedliches)-260(L\344cheln)-261(lag)-260(\374ber)-260(den)-260(leise)]TJ 0 -13.549 Td [(ge\366ffneten)-250(Lippen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Die)-439(beiden)-440(Lehrerinnen)-439(standen)-440(stumm)-439(und)-440(mit)-439(gefalteten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(H\344nden)-438(am)-439(Bette)-438(der)-439(kleinen)-438(Verstorbenen)-439(und)-438(konnten)-438(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Blick)-487(nicht)-486(von)-487(ihr)-487(trennen.)-960(Die)-486(Abendsonne)-487(verkl\344rte)-486(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(rosigem)-410(Schimmer)-411(das)-410(zarte)-411(Gesicht)-410(und)-411(in)-410(dem)-410(knospenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Apfelbaume)-445(vor)-445(dem)-446(Fenster)-445(sang)-445(ein)-445(Star)-445(sein)-445(melodisches)]TJ 0 -13.55 Td [(Abendlied)]TJ/F22 10.9091 Tf 50.741 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.747 0 Td [(drau\337en)-485(erwachendes)-485(Fr\374hlingsleben)]TJ/F22 10.9091 Tf 172.807 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.748 0 Td [(hier)-485(die)]TJ -245.043 -13.549 Td [(junge)-503(Menschenknospe)]TJ/F22 10.9091 Tf 110.965 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.946 0 Td [(gebrochen,)-567(ehe)-503(sie)-504(sich)-503(zur)-503(Bl\374te)]TJ -121.911 -13.549 Td [(entfalten)-250(konnte.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273So)-227(fr\374h)-226(und)-227(in)-226(der)-227(Fremde)-226(mu\337test)-227(du)-227(sterben,)-231(armes)-227(Ki)1(nd!\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unterbrach)-250(Fr\344ulein)-250(G\374ssow)-250(die)-250(feierliche)-250(Stille.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Sie)-298(f\374hlte)-297(sich)-298(gl\374cklich)-297(und)-298(heimisch)-297(bei)-298(uns,\253)-297(entgegnete)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Fr\344ulein)-455(Raimar)-454(tief)-455(ergriffen.)-864(\273Die)-454(eigentliche)-455(Heimat)-454(war)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-410(fremd)-411(geworden.)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.838 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.93 0 Td [(Sie)-410(hat)-411(nicht)-410(einmal)-410(nach)-410(der)-411(Mutter)]TJ/F16 7.9701 Tf 180.256 0 Td [([178])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(verlangt.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Wie)-235(sanft)-235(sie)-235(schlummert,)-238(als)-235(ob)-235(sie)-235(leben)-235(und)-235(atmen)-235(m\374\337te.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(O,)-476(sie)-477(ist)-476(gl\374cklich!\253)-476(Und)-477(in)-476(einem)-476(pl\366tzlich)-476(\374berwallenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Gef\374hle)-328(beugte)-328(sich)-328(die)-328(junge)-328(Lehrerin)-328(laut)-328(weinend)-328(\374ber)-327(Lilli)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(und)-306(k\374\337te)-306(ihr)-306(die)-306(kalte)-306(Stirn.)-418(\273Schlaf)-306(wohl,)-320(schlaf)-306(wohl,)-319(teures)]TJ 0 -13.549 Td [(Kind!)-250(Gott)-250(hatte)-250(dich)-250(lieb,)-250(darum)-250(nahm)-250(er)-250(dich)-250(zu)-250(sich!\253)]TJ 11.956 -15.752 Td [(\273Fassen)-245(Sie)-245(sich,)-245(liebe)-245(Freundin,\253)-245(ermahnte)-245(Fr\344ulein)-244(Raimar,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(indem)-302(sie)-302(die)-302(Hand)-303(auf)-302(der)-302(Erregten)-302(Schulter)-302(legte,)-315(\273uns)-302(bleibt)]TJ 0 -13.549 Td [(jetzt)-175(die)-175(schwere)-176(Aufgabe,)-190(die)-175(Kinder)-175(mit)-175(dem)-175(traurigen)-175(Ausgang)]TJ 0 -13.549 Td [(bekannt)-206(zu)-206(machen.)-235(So)-206(ruhig)-206(als)-206(m\366glich)-206(m\374ssen)-206(wir)-206(ihnen)-205(diese)]TJ 0 -13.55 Td [(Mitteilung)-373(machen,)-405(damit)-373(die)-373(ohnehin)-374(erregten)-373(Gem\374ter)-373(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(ganz)-250(au\337er)-250(Fassung)-250(kommen.\253)]TJ 11.956 -15.752 Td [(Aber)-396(sie)-397(kamen)-397(doch)-396(au\337er)-397(Fassung,)-433(besonders)-396(Ilse,)-433(deren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lebhafte)-292(Natur)-293(sich)-292(dem)-292(Schmerze)-293(z\374gellos)-292(hingab.)-377(Sie)-292(glaubte)]TJ 0 -13.549 Td [(vergehen)-427(zu)-428(m\374ssen.)-782(Noch)-427(nie)-427(hatte)-428(sie)-427(sich)-427(so)-427(ungl\374cklich)]TJ 0 -13.549 Td [(gef\374hlt,)-343(als)-325(in)-325(der)-324(ersten)-325(Nacht)-324(nach)-325(Lillis)-325(Tode,)-343(selbst)-324(damals)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht,)-284(als)-278(sie)-277(den)-277(Wagen)-278(fortfahren)-277(sah,)-284(der)-278(den)-277(geliebten)-277(Vater)]TJ 0 -13.55 Td [(entf\374hrte,)-559(und)-497(sie)-497(fremd)-497(und)-497(verlassen)-497(an)-497(der)-497(Pforte)-497(dieses)]TJ 0 -13.549 Td [(Hauses)-250(stand.)]TJ 128.982 -19.474 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.026 -19.475 Td [(Lilli)-383(war)-382(in)-383(die)-383(Erde)-383(gebettet.)-648(Unter)-383(Schneegl\366ckchen)-382(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Veilchen)-301(schlummerte)-301(sie.)-404(Der)-301(kleine)-301(Sarg)-301(war)-301(mit)-301(den)-301(holden)]TJ 0 -13.55 Td [(Fr\374hlingskindern)-251(\374ber)-251(und)-251(\374ber)-251(bedeckt)-251(gewesen.)-253(Tief)-250(betrauert)]TJ 0 -13.549 Td [(wurde)-541(das)-540(kleine)-541(Wesen)-540(von)-541(allen,)-613(die)-541(mit)-540(ihm)-541(in)-540(n\344here)]TJ 0 -13.549 Td [(Ber\374hrung)-531(gekommen,)-601(und)-531(es)-531(hatte)-531(allgemein)-531(schmerzliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Verwunderung)-250(erregt,)-250(da\337)-250(die)-250(Mutter)-250(fern)-250(geblieben)-250(war.)]TJ 11.956 -15.752 Td [(Am)-229(Todestage)-228(Lillis)-229(war)-228(ein)-229(Telegramm)-229(angekommen,)-232(worin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-245(meldete,)-246(da\337)-244(sie)-245(erst)-245(am)-245(Dienstag)-245(abend)-244(eintreffen)-245(k\366nne.)-248(Es)]TJ 0 -13.549 Td [(sei)-201(ihr)-200(unm\366glich,)-211(fr\374her)-201(zu)-200(kommen,)-211(da)-201(sie)-200(am)-201(Montag)-201(in)-200(einem)]TJ 0 -13.55 Td [(neuen)-285(St\374cke)-286(die)-285(Hauptrolle)-285(zu)-285(spielen)-286(habe.)-356(Als)-285(ihr)-285(an)-285(diesem)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([179])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Tage)-463(der)-463(Tod)-463(ihres)-463(Kindes)-463(gemeldet)-463(wurde,)-516(kam)-463(umgehend)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-433(Brief)-433(voll)-433(\374berschwenglicher)-432(Klagen,)-479(aber)-433(sie)-433(blieb)-432(fern.)]TJ 0 -13.549 Td [(Kostbare)-402(Blumen)-403(hatte)-402(sie)-403(gesandt,)-440(auch)-403(der)-402(Vorsteherin)-402(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Auftrag)-232(gegeben,)-235(ein)-231(Marmormonument,)-235(einen)-232(knieenden)-231(Engel)]TJ 0 -13.549 Td [(darstellend,)-651(f\374r)-572(des)-571(Kindes)-571(Grab)-571(anfertigen)-571(zu)-571(lassen,)-651(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(goldenen)-239(Buchstaben)-239(solle)-240(auf)-239(dem)-239(Sockel)-239(eingegraben)-239(werden:)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Teures)-250(Kind,)-250(bete)-250(f\374r)-250(mich.)]TJ/F22 10.9091 Tf 120.578 0 Td [(9)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Aeu\337erlich)-398(war)-397(somit)-398(alles)-398(geschehen,)-434(aber)-398(das)-398(Herz)-397(blieb)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kalt)-250(bei)-250(diesen)-250(pomphaften)-250(Kundgebungen.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Meine)-221(Mama)-220(w\344re)-221(gekommen,)-226(wenn)-221(sie)-221(mich)-220(sterbenskrank)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gewu\337t)-236(h\344tte,\253)-237(bemerkte)-236(Ilse,)-239(als)-236(sie)-237(Nellie)-236(den)-236(Brief)-236(vorlas,)-239(den)]TJ 0 -13.55 Td [(ihr)-250(die)-250(Mutter)-250(so)-250(herzlich)-250(und)-250(tr\366stend)-250(geschrieben)-250(hatte.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O)-431(sicher,)-476(sie)-431(w\344r)-432(von)-431(der)-431(Welten)-431(Ende)-431(zu)-431(dich)-431(gereist,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beteuerte)-250(Nellie)-250(lebhaft.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Und)-462(sie)-462(ist)-462(nicht)-463(einmal)-462(meine)-462(rechte)-462(Mutter,\253)-462(fuhr)-462(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nachdenklich)-480(fort.)-941(\273Ach)-481(Nellie,)-538(ich)-480(habe)-480(sie)-481(oft)-480(recht)-480(sehr)]TJ 0 -13.55 Td [(gekr\344nkt!)-250(Glaubst)-250(du)-250(wohl,)-250(da\337)-250(sie)-250(mir)-250(vergeben)-250(wird?\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Ilses)-262(Herz)-262(war)-262(so)-262(weich)-262(und)-262(empf\344nglich)-262(durch)-262(den)-261(Schmerz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geworden)-469(und)-469(eine)-468(ernste,)-524(weihevolle)-469(Stimmung)-468(durchdrang)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-327(ganzes)-326(Wesen.)-480(Nie)-327(waren)-326(ihr)-327(bis)-326(dahin)-327(\344hnliche)-326(Gedanken)]TJ 0 -13.549 Td [(gekommen,)-511(und)-458(w\344re)-459(es)-458(der)-458(Fall)-459(gewesen,)-511(h\344tten)-458(sie)-458(fr\374her)]TJ 0 -13.549 Td [(einmal)-375(bei)-376(ihr)-375(angeklopft,)-407(sie)-375(w\374rden)-376(keinen)-375(Einla\337)-375(gefunden)]TJ 0 -13.55 Td [(haben.)-352(Heute)-284(war)-284(es)-284(anders,)-293(sie)-284(hatte)-284(das)-284(Bed\374rfnis,)-292(sich)-284(gegen)]TJ 0 -13.549 Td [(ihre)-250(Herzensfreundin)-250(auszusprechen)-250(und)-250(sich)-250(anzuklagen.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O)-304(mach)-303(dich)-304(kein)-304(Kummer)-304(darum,)-317(Kind.)-411(Deine)-304(Mutter)-303(hat)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein)-256(so)-256(liebesreiche)-256(Herz,)-258(kein)-256(Titelchen)-256(Bosheit)-256(f\374r)-256(dir)-256(ist)-256(darin.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-417(vergebt)-418(dir)-417(alles.)-752(Du)-417(warst)-417(ja)-418(auch)-417(noch)-417(ein)-417(ungezogen,)]TJ 0 -13.55 Td [(dumm)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.884 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.577 0 Td [(Baby,)-389(als)-362(du)-362(bei)-361(sie)-362(warst,)-389(jetzt)-362(aber)-361(bist)-362(du)-361(eine)-362(sehr)]TJ -35.461 -13.549 Td [(anst\344ndige)-250(\050sie)-250(meinte)-250(verst\344ndige\051)-250(junge)-250(Dame.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ist)-428(das)-428(dein)-429(Ernst,)-472(Nellie?\253)-429(fragte)-428(Ilse)-428(und)-428(sah)-428(mit)-428(ihren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kinderaugen)-250(Nellie)-250(zweifelnd)-250(an.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([180])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.04 Td [(\273Es)-223(ist)-223(mein)-223(Ernst,)-229(und)-223(ich)-223(gebe)-223(dir)-223(den)-223(guter)-223(Rat,)-228(schreibe)-223(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(deiner)-250(Mutter)-250(ein)-250(lang)]TJ/F22 10.9091 Tf 97.255 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Brief)-250(und)-250(bitte)-250(ihr)-250(um)-250(Verzeihung.\253)]TJ -91.659 -14.041 Td [(Ilse)-187(\374berlegte)-187(einen)-187(Augenblick.)-229(\273Du)-187(hast)-187(recht,)-200(Nellie,\253)-187(sagte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-351(dann)-351(entschlossen,)-377(\273ich)-351(werde)-351(ihr)-351(schreiben,)-377(ich)-351(bin)-351(es)-351(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(schuldig.)-518(Heute)-339(noch)-339(will)-339(ich)-340(es)-339(thun!)-518(Wenn)-339(sie)-339(mir)-339(nur)-339(bald)]TJ 0 -13.549 Td [(darauf)-250(antwortet,)-250(ich)-250(werde)-250(nicht)-250(eher)-250(ruhig)-250(sein!\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Als)-851(sie)-850(sich)-851(eben)-851(niedergesetzt)-851(hatte,)-1001(ihr)-850(Vorhaben)]TJ -11.956 -13.55 Td [(auszuf\374hren,)-250(trat)-250(Flora)-250(mit)-250(strahlenden)-250(Augen)-250(ein.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ich)-291(mu\337)-291(euch)-291(meine)-291(neuesten)-291(Gedichte)-291(vorlesen,\253)-291(sagte)-291(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erregt,)-222(\273sie)-214(sind)-215(das)-214(beste,)-222(was)-214(ich)-215(bis)-214(jetzt)-215(geschrieben)-214(habe!)-238(Ihr)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(m\374\337t)-250(mich)-250(anh\366ren!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Und)-282(sie)-282(entfaltete)-282(ein)-281(starkes)-282(Heft,)-290(in)-282(welchem)-282(sie)-282(Lillis)-281(Tod)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-250(den)-250(verschiedensten)-250(Dichtungsarten)-250(besungen)-250(hatte.)]TJ 26.894 -15.228 Td [(E)-200(l)-200(e)-200(g)-200(i)-200(e)-763(a)-200(u)-200(f)-764(d)-200(e)-200(n)-763(T)-200(o)-200(d)-764(e)-200(i)-200(n)-200(e)-200(r)-763(v)-200(o)-200(m)-764(S)-200(t)-200(u)-200(r)-200(m)]TJ 32.381 -13.549 Td [(g)-200(e)-200(k)-200(n)-200(i)-200(c)-200(k)-200(t)-200(e)-200(n)-803(R)-200(o)-200(s)-200(e)-200(n)-200(k)-200(n)-200(o)-200(s)-200(p)-200(e)-200(!)]TJ -47.319 -15.227 Td [(begann)-250(sie)-250(zu)-250(lesen.)]TJ 0 -15.227 Td [(Nellie)-357(hielt)-356(sich)-357(die)-356(Ohren)-357(zu.)-570(\273Schweig)-356(still!)-570(Ich)-357(mag)-356(dir)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht)-250(anh\366ren)-250(mit)-250(dein)-250(dumm)-250(Zeug!)-250(Aergere)-250(mir)-250(nicht)-250(damit!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Ilse)-373(stimmte)-373(ihr)-372(bei.)-619(\273La\337)-373(uns)-372(zufrieden,)-404(Flora,\253)-373(sagte)-372(sie,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273wir)-301(sind)-301(noch)-301(zu)-300(traurig,)-314(als)-301(da\337)-300(wir)-301(lachen)-301(m\366chten!)-403(Und)-300(du)]TJ 0 -13.549 Td [(wei\337t)-250(doch,)-250(da\337)-250(alle)-250(deine)-250(Gedichte)-250(uns)-250(lustig)-250(machen.\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Tief)-505(verletzt)-505(schlo\337)-505(Flora)-506(ihr)-505(Heft,)-569(auf)-505(dessen)-505(Umschlag)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mit)-312(gro\337en)-313(Buchstaben)-312(zu)-313(lesen)-312(stand:)-375(\273Floras)-312(Klagelieder!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(\273Ihr)-236(habt)-237(keinen)-236(Sinn)-237(f\374r)-236(erhabene)-236(Dichtkunst,)-239(und)-237(ich)-236(will)-236(Gott)]TJ 0 -13.549 Td [(danken,)-200(wenn)-188(es)-187(Ostern)-188(ist)-188(und)-187(ich)-188(diesen)-188(prosaischen)-187(Aufenthalt)]TJ 0 -13.549 Td [(verlassen)-250(kann!\253)]TJ 11.956 -15.228 Td [(Sie)-466(verlie\337)-466(die)-466(Undankbaren)-466(und)-466(suchte)-466(Rosi)-466(auf.)-898(Wenn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(niemand)-269(ihre)-268(Dichtkunst)-269(bewundern)-269(wollte,)-273(fand)-269(sie)-268(an)-269(ihr)-268(stets)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-243(geduldige)-242(Zuh\366rerin.)-248(\273Das)-243(rechte)-242(Verst\344ndnis)-243(freilich)-242(fehle)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr,\253)-250(meinte)-250(Flora)-250(mit)-250(einem)-250(ergebungsvollen)-250(Seufzer.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([181])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.227 Td [(Der)-348(Brief)-348(an)-349(die)-348(Mutter)-348(war)-348(abgeschickt.)-545(Acht)-348(Tage)-348(waren)]TJ -11.956 -13.55 Td [(seitdem)-410(vergangen)-410(und)-410(noch)-410(war)-410(keine)-410(Antwort)-409(eingetroffen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-441(war)-440(unruhig)-441(und)-440(aufgeregt)-441(dar\374ber.)-822(Nellie,)-488(ihre)-440(einzige)]TJ 0 -13.549 Td [(Vertraute,)-250(tr\366stete)-250(sie.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Es)-229(ist)-230(ja)-229(noch)-229(kein)]TJ/F22 10.9091 Tf 84.549 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.135 0 Td [(Ewigkeit)-229(vorbei,)-234(seit)-229(du)-229(schriebst,\253)-230(sagte)]TJ -102.64 -13.549 Td [(sie.)-524(\273Es)-342(scheint)-341(dich)-342(nur)-341(so,)-364(weil)-342(du)-341(immer)-342(daran)-341(denkst.)-524(Ich)]TJ 0 -13.55 Td [(wette,)-409(heute)-377(wirst)-377(du)-377(ein)-378(sch\366n,)-409(lang)-377(Brief)-377(haben.)-631(Mich)-377(ahnt)]TJ 0 -13.549 Td [(das!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Und)-273(richtig,)-278(Nellies)-272(Ahnung,)-279(die)-272(eigentlich)-273(gar)-272(nicht)-273(so)-272(ernst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gemeint)-250(war,)-250(ging)-250(in)-250(Erf\374llung.)-250(Es)-250(kam)-250(ein)-250(Brief)-250(an)-250(Ilse.)]TJ 11.956 -15.228 Td [(\273Komm)-389(sogleich)-390(in)-390(mein)-389(Zimmer,)-424(Ilse,)-425(ich)-389(habe)-390(dir)-389(etwas)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mitzuteilen!\253)-630(Mit)-631(diesen)-630(Worten)-631(empfing)-630(Fr\344ulein)-630(Raimar)]TJ 0 -13.549 Td [(dieselbe,)-250(als)-250(sie)-250(eben)-250(aus)-250(der)-250(Kirche)-250(kam.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Klopfenden)-323(Herzens)-324(folgte)-324(ihr)-323(das)-324(junge)-323(M\344dchen,)-342(sich)-323(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kopf)-371(zerbrechend,)-402(welch)-371(eine)-371(geheimnisvolle)-371(Mitteilung)-371(ihrer)]TJ 0 -13.549 Td [(wartete.)]TJ/F22 10.9091 Tf 37.56 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -25.604 -14.095 Td [(\273Ich)-513(habe)-514(soeben)-513(einen)-513(Brief)-514(von)-513(deinem)-513(Papa)-513(erhalten,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(liebes)-251(Kind,)-251(worin)-250(er)-251(mich)-251(bittet,)-251(dir)-250(etwas)-251(recht)-251(Erfreuliches)-250(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(verk\374nden.)-250(Ahnst)-250(du)-250(nicht,)-250(was)-250(es)-250(sein)-250(k\366nnte?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nein,\253)-916(entgegnete)-915(Ilse)-916(und)-915(blickte)-916(die)-915(Vorsteherin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erwartungsvoll)-250(fragend)-250(an.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Dir)-264(ist)-265(ein)-264(Br\374derchen)-264(beschert)-265(worden!)-293(Da,)-268(hier)-264(lies)-264(selbst,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-250(Papa)-250(hat)-250(f\374r)-250(dich)-250(einen)-250(Brief)-250(eingelegt.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Aber)-219(Ilse)-220(vermochte)-219(nicht)-219(zu)-220(lesen)-219(in)-219(diesem)-220(Augenblick.)-239(Die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nachricht)-356(hatte)-356(sie)-356(bis)-355(in)-356(das)-356(Innerste)-356(erfreut)-356(und)-355(durchzittert.)]TJ 0 -13.549 Td [(Das)-375(Blut)-375(scho\337)-376(ihr)-375(hei\337)-375(in)-375(die)-375(Wangen,)-407(und)-375(ehe)-375(sie)-375(noch)-375(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Wort)-308(\374ber)-307(die)-308(Lippen)-307(bringen)-308(konnte,)-321(flog)-308(sie)-307(dem)-308(Fr\344ulein)-307(an)]TJ 0 -13.55 Td [(den)-253(Hals)-253(und)-252(k\374\337te)-253(dieselbe.)-259(Sie)-252(mu\337te)-253(an)-253(jemand)-253(ihre)-252(jubelnde)]TJ 0 -13.549 Td [(Freude)-250(auslassen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Als)-167(sie)-167(zur)-168(Besinnung)-167(kam,)-184(sch\344mte)-167(sie)-167(sich)-167(ihrer)-167(Uebereilung.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Wie)-256(konnte)-257(sie)-256(allen)-256(Respekt)-256(au\337er)-256(acht)-257(lassen)-256(und)-256(so)-256(ungeniert)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(Vorsteherin)-250(umarmen!)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([182])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.095 Td [(\273Verzeihen)-555(Sie,\253)-555(sagte)-555(sie)-555(befangen)-555(und)-555(trat)-554(bescheiden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck.)-964(Aber)-488(Fr\344ulein)-488(Raimar)-488(schnitt)-488(ihr)-488(das)-488(Wort)-488(ab)-487(und)]TJ 0 -13.549 Td [(nahm)-250(sie)-250(noch)-250(einmal)-250(herzlich)-250(in)-250(den)-250(Arm.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Komm)-292(her,)-302(mein)-291(Kind,\253)-292(sagte)-291(sie)-292(warm,)-302(\273und)-291(la\337)-292(mich)-292(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erste)-256(sein,)-258(die)-256(dir)-256(von)-257(ganzem)-256(Herzen)-256(Gl\374ck)-256(w\374nscht.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 244.508 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.25 0 Td [(Sp\344ter)]TJ -252.758 -13.549 Td [(\344u\337erte)-288(sie)-288(gegen)-288(Fr\344ulein)-288(G\374ssow,)-298(da\337)-287(Ilses)-288(strahlende)-288(Freude)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-359(so)-359(recht)-359(den)-359(Beweis)-359(f\374r)-359(deren)-359(kindlich)-359(unbefangenes)-359(Herz)]TJ 0 -13.55 Td [(gegeben)-200(habe.)-233(Anfangs)-200(habe)-200(sie)-199(nicht)-200(geglaubt,)-210(da\337)-200(Ilses)-199(trotzige)]TJ 0 -13.549 Td [(Natur)-250(sich)-250(jemals)-250(z\374geln)-250(lassen)-250(werde.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Der)-431(Brief)-432(an)-431(Ilse)-432(war)-431(nur)-431(kurz)-432(und)-431(von)-432(der)-431(Mutter)-431(schon)]TJ -11.956 -13.55 Td [(vor)-355(mehreren)-355(Tagen)-355(an)-355(sie)-355(geschrieben.)-565(Der)-355(Papa)-355(trug)-355(an)-355(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Verz\366gerung)-489(schuld,)-548(er)-489(hatte)-488(noch)-489(einige)-489(Zeilen)-488(hinzuf\374gen)]TJ 0 -13.549 Td [(wollen)-250(und)-250(war)-250(nicht)-250(gleich)-250(dazu)-250(gekommen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Lies)-244(erst,)-246(was)-244(sie)-244(schreibt!\253)-244(bat)-244(Nellie,)-246(zu)-244(der)-244(Ilse)-244(jubelnd)-244(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-342(Zimmer)-341(gest\374rzt)-342(war,)-364(\273lies)-342(erst,)-364(nachher)-341(sprechen)-342(wir)-341(von)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(die)-250(Baby.\253)]TJ 11.956 -15.539 Td [(Und)-250(Ilse)-250(las:)]TJ -11.956 -71.766 Td [(\273Mein)-250(teures)-250(Kind!)]TJ 0 -15.54 Td [(Dein)-221(letzter)-221(Brief)-221(hat)-221(mich)-222(sehr)-221(gl\374cklich)-221(gemacht!)-240(Ich)-221(kann)-221(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Augenblick)-293(kaum)-293(erwarten,)-304(wo)-293(ich)-293(Dich)-293(an)-293(mein)-292(Herz)-293(nehmen)]TJ 0 -13.549 Td [(darf,)-399(um)-369(Dir)-369(mit)-369(einem)-369(herzlichen)-369(Ku\337)-369(zu)-369(sagen,)-399(da\337)-368(ich)-369(Dir)]TJ 0 -13.549 Td [(niemals)-359(b\366se)-359(war.)-578(Ich)-359(wu\337te)-359(immer,)-386(da\337)-359(mein)-359(Trotzk\366pfchen)]TJ 0 -13.549 Td [(schon)-452(den)-452(Weg)-452(zu)-453(mir)-452(finden)-452(werde.)-856(Mache)-452(Dir)-452(nur)-452(keine)]TJ 0 -13.55 Td [(Sorgen)-431(um)-430(vergangene)-431(kleine)-431(S\374nden,)-476(sie)-430(sind)-431(l\344ngst)-431(in)-430(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(Winde)-320(verweht,)-337(denke)-319(lieber)-320(an)-319(die)-320(zuk\374nftige)-319(Zeit,)-337(in)-320(der)-319(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(wieder)-211(beisammen)-212(sind,)-219(und)-211(male)-211(sie)-211(Dir)-212(so)-211(rosig)-211(aus,)-219(wie)-211(Deine)]TJ 0 -13.549 Td [(junge)-257(Phantasie)-257(es)-257(nur)-257(zu)-257(thun)-256(vermag.)-271(Ich)-257(habe)-257(Dich)-257(sehr,)-258(sehr)]TJ 0 -13.549 Td [(lieb!)-250(Mit)-250(z\344rtlichen)-250(K\374ssen)]TJ 193.167 -15.54 Td [(D)-200(e)-200(i)-200(n)-200(e)-924(M)-200(a)-200(m)-200(a.\253)]TJ -181.211 -56.226 Td [(Und)-250(der)-250(Papa)-250(hatte)-250(gestern)-250(fl\374chtig)-250(dazu)-250(geschrieben:)]TJ -11.956 -71.767 Td [(\273Hurra!)-451(Wir)-317(haben)-317(einen)-317(pr\344chtigen)-317(Jungen!)-451(Ich)-317(habe)-317(nur)-317(den)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([183])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(einen)-293(Wunsch,)-305(ihn)-293(Dir,)-304(mein)-294(Kleines,)-304(gleich)-294(zeigen)-293(zu)-293(k\366nnen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Er)-206(sieht)-206(Dir)-207(\344hnlich,)-214(hat)-207(gerade)-206(so)-206(lustige,)-215(braune)-206(Augen)-206(wie)-206(Du!)]TJ 0 -13.549 Td [(Morgen)-250(schreibe)-250(ich)-250(Dir)-250(mehr.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Ein)-465(lautes)-466(Pochen)-465(an)-465(der)-465(Th\374r)-466(und)-465(ungest\374mes)-465(Auf-)-465(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Niederdr\374cken)-377(des)-376(Griffes)-377(unterbrach)-376(sie)-377(h\366chst)-376(unangenehm.)]TJ 0 -13.549 Td [(Zugleich)-250(wurde)-250(Gretes)-250(Stimme)-250(laut.)]TJ 11.956 -13.959 Td [(\273Warum)-361(schlie\337t)-360(du)-361(dich)-360(denn)-361(ein?)-582(Mach)]TJ/F22 10.9091 Tf 192.043 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.567 0 Td [(schnell)-361(auf,)-388(ich)]TJ -211.566 -13.549 Td [(bringe)-250(dir)-250(etwas!\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(In)-277(aller)-276(Eile)-277(befestigte)-276(Flora)-277(ihr)-276(Haar,)-284(schob)-276(dann)-277(den)-276(Riegel)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck)-250(und)-250(fragte)-250(\344rgerlich:)-250(\273Was)-250(willst)-250(du)-250(denn?\253)]TJ 11.956 -13.959 Td [(Grete)-373(war)-373(in)-373(das)-373(Zimmer)-373(getreten)-373(und)-373(sah)-373(sich)-372(verwundert)]TJ -11.956 -13.549 Td [(um.)-377(\273Du)-292(sprachst)-293(doch)-292(eben)-292(laut,\253)-292(sagte)-293(sie,)-303(\273mit)-292(wem)-292(hast)-292(du)]TJ 0 -13.549 Td [(dich)-250(denn)-250(unterhalten?\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Flora)-223(blieb)-223(ihr)-223(die)-224(Antwort)-223(schuldig;)-232(sie)-223(sah)-223(ihr)-223(Manuskript)-223(in)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Gretes)-250(Hand,)-250(ungest\374m)-250(nahm)-250(sie)-250(es)-250(an)-250(sich.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Gieb)-250(her!)-250(Wie)-250(kommst)-250(du)-250(zu)-250(meinem)-250(Hefte?\253)]TJ 0 -13.958 Td [(\273Nur)-339(nicht)-340(so)-339(heftig,\253)-340(entgegnete)-339(Grete,)-362(\273was)-340(f\344llt)-339(dir)-339(denn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein?)-421(Es)-307(ist)-306(die)-307(reine)-307(Gef\344lligkeit,)-321(da\337)-307(ich)-307(es)-307(dir)-307(bringe.)-420(Doktor)]TJ 0 -13.55 Td [(Althoff)-250(hat)-250(es)-250(mir)-250(f\374r)-250(dich)-250(\374bergeben.\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Warum)-298(lie\337)-298(er)-298(mich)-298(nicht)-298(selbst)-298(rufen?)-394(Du)-298(wirst)-298(dich)-298(wohl)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wieder)-226(vorwitzig)-226(aufgedr\344ngt)-226(haben,)-231(es)-226(ist)-226(so)-226(deine)-226(gew\366hnliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Art.)-437(Uebrigens)-312(jetzt)-313(kannst)-312(du)-312(wieder)-313(gehen,)-328(ich)-312(m\366chte)-312(allein)]TJ 0 -13.55 Td [(sein!\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Aber)-255(Grete)-256(versp\374rte)-255(keine)-256(Lust,)-256(sie)-256(zu)-255(verlassen,)-257(sie)-255(witterte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein)-250(Geheimnis,)-250(das)-250(mu\337te)-250(sie)-250(erst)-250(heraus)-250(haben!)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Ich)-323(habe)-322(aber)-323(keine)-323(Lust,)-341(dich)-323(zu)-322(verlassen,\253)-323(sagte)-323(sie)-322(und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(setzte)-250(sich)-250(mit)-250(aller)-250(Gem\374tlichkeit)-250(nieder.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Du)-241(bist)-241(wirklich)-241(unausstehlich!\253)-241(stie\337)-241(Flora)-241(\344rgerlich)-241(heraus)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-349(drehte)-349(Grete)-349(den)-350(R\374cken.)-547(Pl\366tzlich)-349(kam)-349(ihr)-349(ein)-349(Gedanke.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([187])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(\273Wenn)-191(du)-190(durchaus)-191(hier)-191(bleiben)-191(willst,)-202(so)-191(thue)-191(es)-190(meinetwegen,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(fuhr)-250(sie)-250(fort)-250(und)-250(n\344herte)-250(sich)-250(der)-250(Th\374r,)-250(\273mich)-250(geniert)-250(es)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -13.959 Td [(Und)-412(sie)-412(hatte)-412(die)-412(Th\374r)-412(ge\366ffnet)-413(und)-412(war)-412(hinaus,)-452(noch)-412(ehe)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Grete)-372(sich)-372(erhoben)-371(hatte.)-616(Schnell)-371(drehte)-372(sie)-372(den)-372(Schl\374ssel)-371(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlo\337)-250(um)-250(und)]TJ/F22 10.9091 Tf 68.793 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(das)-250(neugierige)-250(Gretchen)-250(war)-250(eine)-250(Gefangene.)]TJ -65.019 -13.959 Td [(Gefl\374gelten)-276(Schrittes)-277(eilte)-276(sie)-277(in)-276(den)-277(Garten,)-283(der)-276(Traueresche)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu.)-239(Sie)-218(huschte)-218(zwischen)-217(den)-218(bis)-218(auf)-217(den)-218(Boden)-217(herabh\344ngenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Zweigen)-874(hindurch)-874(und)-874(sank)-874(auf)-874(einem)-874(B\344nkchen)-873(von)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Birkenst\344mmen)-319(nieder.)-456(Hier)-319(war)-319(sie)-319(vor)-319(jedem)-318(Lauscherblicke)]TJ 0 -13.549 Td [(sicher.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Sie)-472(pre\337te)-471(die)-472(Hand)-472(auf)-472(das)-471(hochklopfende)-472(Herz)-472(und)-471(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zittern)-314(\374berlief)-314(sie)-313(vor)-314(der)-314(Entscheidung!)-441(Wie)-314(wird)-314(sein)-313(Urteil)]TJ 0 -13.549 Td [(ausgefallen)-214(sein?)-239(Nicht)-214(lange)-214(hielt)-215(die)-214(zagende)-215(Schw\344che)-214(an)-214(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ihre)-331(Zuversicht)-331(kehrte)-331(zur\374ck.)-493(Mutig)-331(und)-331(siegesbewu\337t)-330(schlug)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-272(das)-271(Heft)-272(auf.)-314(Nat\374rlich)-272(suchte)-271(sie)-272(zuerst)-271(nach)-272(einigen)-271(Zeilen)]TJ 0 -13.55 Td [(von)-274(seiner)-275(Hand.)-323(Aber)-274(sie)-274(bl\344tterte)-275(und)-274(fand)-274(nichts.)-323(Sie)-274(breitete)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-410(Heft)-411(auseinander,)-450(hielt)-410(es)-410(hoch,)-451(sch\374ttelte)-410(es)-410(t\374chtig,)-450(der)]TJ 0 -13.549 Td [(erwartete)-239(Brief)-239(fiel)-239(nicht)-239(heraus.)-246(Sie)-239(war)-239(h\366chst)-238(betroffen,)-242(da)-238(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-327(einer)-327(fl\374chtigen)-328(Durchsicht)-327(des)-327(Manuskripts)-327(auch)-327(nicht)-327(die)]TJ 0 -13.549 Td [(kleinste)-359(Notiz)-359(entdecken)-358(konnte.)-576(Schon)-359(wollte)-359(sie)-359(es)-358(unwillig)]TJ 0 -13.549 Td [(beiseite)-209(legen,)-217(als)-209(ihre)-209(Augen)-209(zwei)-209(Worte)-209(entdeckten,)-217(die)-209(Doktor)]TJ 0 -13.55 Td [(Althoff)-404(mit)-403(seiner)-404(zierlichen)-403(und)-404(doch)-403(festen)-404(Handschrift)-403(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(roter)-335(Tinte)-335(gerade)-335(in)-336(den)-335(Schn\366rkel)-335(hineingeschrieben,)-356(den)-335(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-224(Schlu\337worte)-225(\273Ende\253)-224(malerisch)-224(angeh\344ngt)-224(hatte.)-242(Sie)-224(las)-224(und)]TJ 0 -13.549 Td [(fiel)-250(wie)-250(gebrochen)-250(hinten\374ber.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Abscheulich!\253)-250(riefen)-250(ihre)-250(bebenden)-250(Lippen,)-250(\273emp\366rend!\253)]TJ 0 -14.367 Td [(Floras)-427(Entr\374stung)-426(war)-427(wohl)-427(nat\374rlich,)-471(zertr\374mmerten)-426(doch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-676(beiden)-676(kleinen)-675(W\366rtchen)-676(den)-676(ganzen)-676(Prachtbau)-675(ihres)]TJ 0 -13.55 Td [(Luftschlosses.)-367(\273Konfuses)-289(Zeug!\253)-289(stand)-289(da)-289(deutlich)-289(geschrieben)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-398(erbarmungslos)-397(war)-398(hiemit)-398(das)-397(Todesurteil)-398(ihrer)-397(Dichtung)]TJ 0 -13.549 Td [(besiegelt.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([188])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.367 Td [(Sie)-465(ballte)-466(die)-465(H\344nde)-465(in)-465(ohnm\344chtiger)-466(Wut)-465(und)-465(ha\337te)-465(den)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Mann,)-596(den)-527(sie)-527(bis)-527(dahin)-527(so)-527(schw\344rmerisch)-527(angebetet)-526(hatte.)]TJ 0 -13.549 Td [(Warum)-289(verkannte)-289(er)-289(ihr)-289(Genie,)-299(oder)-289(vielmehr,)-298(warum)-289(wollte)-289(er)]TJ 0 -13.549 Td [(dasselbe)-219(nicht)-218(anerkennen?)-240(Sie)-219(wollte)-218(zu)-219(ihm)-219(eilen)-218(...)-240(sogleich)-218(...)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-250(sollte)-250(ihr)-250(Rechenschaft)-250(\374ber)-250(sein)-250(vernichtendes)-250(Urteil)-250(geben!)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Aber)-334(sie)-333(verwarf)-334(diesen)-334(Entschlu\337,)-333(weil)-334(sie)-334(bef\374rchtete,)-354(vor)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Aufregung)-381(ohnm\344chtig)-382(zu)-381(werden.)-644(Und)-381(schwach)-382(sollte)-381(er)-381(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-276(sehen)-276(...)-329(nimmermehr!)-328(Sie)-276(wollte)-276(ihm)-276(schreiben)-276(und)-276(zwar)]TJ 0 -13.549 Td [(sofort!)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Sie)-435(zog)-434(ein)-435(Notizbuch)-434(aus)-435(ihrer)-435(Tasche)-434(und)-435(begann)-434(einen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(st\374rmischen)-202(Brief)-202(aufzusetzen.)-234(Kaum)-201(hatte)-202(sie)-202(indes)-202(einige)-201(S\344tze)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(niedergeschrieben,)-192(als)-178(sie)-178(durch)-178(den)-178(gr\374nen)-178(Bl\344ttervorhang)-177(Grete)]TJ 0 -13.549 Td [(gerade)-256(auf)-255(die)-256(Esche)-256(losst\374rmen)-255(sah,)-257(es)-256(blieb)-256(ihr)-255(eben)-256(noch)-255(Zeit)]TJ 0 -13.549 Td [(genug,)-328(das)-312(Notizbuch)-312(zu)-313(verbergen,)-327(als)-313(dieselbe)-312(bereits)-312(vor)-312(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(stand.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Floras)-622(Gedanken)-622(waren)-623(nur)-622(mit)-622(dem)-622(Briefe)-622(besch\344ftigt)]TJ -11.956 -13.55 Td [(gewesen,)-228(sie)-221(hatte)-222(dar\374ber)-222(ihr)-222(Manuskript,)-228(das)-222(sie)-222(neben)-222(sich)-221(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-296(Bank)-296(gelegt)-296(hatte,)-307(vergessen.)-388(Grete)-296(hatte)-296(es)-296(indes)-296(mit)-295(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Sp\374raugen)-294(sofort)-293(entdeckt.)-381(Wie)-294(ein)-293(Vogel)-294(scho\337)-293(sie)-294(darauf)-293(los,)]TJ 0 -13.549 Td [(ergriff)-250(es)-250(und)-250(eilte)-250(mit)-250(ihrer)-250(Beute)-250(davon.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Etsch,)-462(Fr\344ulein)-419(Flora!\253)-420(rief)-419(sie)-419(noch)-420(triumphierend,)-461(\273nun)]TJ -11.956 -13.549 Td [(werde)-258(ich)-258(doch)-258(hinter)-259(deine)-258(Geheimnisse)-258(kommen!)-274(Jetzt)-258(bist)-258(du)]TJ 0 -13.549 Td [(meine)-250(Gefangene!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Grete,)-493(gieb)-445(her!\253)-444(rief)-445(Flora)-445(angstvoll)-444(und)-445(eilte)-444(derselben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nach,)-417(\273bitte,)-417(bitte!)-650(Ich)-383(will)-384(dir)-383(auch)-384(schenken,)-417(was)-383(du)-383(haben)]TJ 0 -13.55 Td [(willst!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Grete)-193(aber)-193(blieb)-193(taub)-193(bei)-193(ihren)-193(Bitten.)-231(Lachend)-193(eilte)-193(sie)-192(weiter.)]TJ 0 -14.162 Td [(\273Du)-464(mu\337t)-465(mir)-464(mein)-465(Eigentum)-464(zur\374ckgeben,)-519(ich)-464(will)-464(es!\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(drohte)-279(Flora,)-286(als)-279(sie)-279(einsah,)-286(da\337)-279(G\374te)-279(nicht)-279(half,)-286(\273ich)-279(befehle)-279(es)]TJ 0 -13.549 Td [(dir!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Dar\374ber)-213(brach)-213(Grete)-213(in)-213(ein)-213(lautes)-213(Gel\344chter)-213(aus.)-238(\273Du)-212(befiehlst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-380(mir?)-639(Das)-380(ist)-380(reizend!\253)-380(rief)-380(sie,)-412(\273du)-380(bist)-380(wirklich)-379(furchtbar)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([189])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(naiv!\253)-208(Und)-209(sie)-208(hatte)-208(das)-209(Haus)-208(erreicht,)-217(w\344hrend)-208(Flora)-208(weit)-208(hinter)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-308(zur\374ckblieb.)-424(Trotz)-307(ihrer)-308(schwerf\344lligen,)-323(plumpen)-308(Figur)-307(war)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-264(doch)-265(weit)-264(schneller)-264(als)-264(letztere,)-268(die)-265(etwas)-264(steif)-264(und)-264(ungelenk)]TJ 0 -13.55 Td [(war.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Als)-325(Flora)-326(einsah,)-344(da\337)-325(ihre)-325(Verfolgung)-326(nutzlos)-325(war,)-344(blieb)-325(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(weinend)-246(stehen.)-249(Einen)-246(wahrhaft)-247(verzweiflungsvollen)-246(Blick)-246(warf)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-245(der)-246(R\344uberin)-245(ihres)-245(Schatzes)-245(nach,)-246(denn)-246(nun)-245(war)-245(sie)-245(verloren,)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-185(hei\337t)-184(preisgegeben)-185(dem)-185(Hohn)-184(und)-185(Spott)-185(der)-184(Mitsch\374lerinnen,)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-250(die)-250(sie)-250(Grete)-250(verraten)-250(w\374rde.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Aber)-352(es)-351(kam)-352(anders.)-555(Gerade)-351(als)-352(Grete)-352(die)-351(paar)-352(Stufen)-351(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Korridor)-371(hinaus)-371(sprang,)-401(lief)-370(sie)-371(beinahe)-371(Doktor)-371(Althoff)-371(in)-370(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Arme.)-864(Sie)-454(hatte)-455(ihn)-455(nicht)-454(gesehen,)-506(weil)-455(sie)-454(den)-455(Kopf)-454(nach)]TJ 0 -13.549 Td [(r\374ckw\344rts)-234(gewandt)-235(hielt.)-244(Das)-235(Heft)-234(hoch)-234(in)-235(der)-234(Luft)-234(schwenkend,)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(hatte)-548(sie)-548(der)-548(armen)-548(Flora)-548(zugerufen:)-846(\273Jetzt)-548(lese)-548(ich)-548(deine)]TJ 0 -13.549 Td [(Geheimnisse!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Mit)-412(einem)-412(Blick)-412(hatte)-412(der)-412(Lehrer)-412(erkannt,)-452(um)-412(was)-412(es)-412(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(handelte;)-229(er)-218(w\344re)-218(dar\374ber)-219(nicht)-218(im)-218(Zweifel)-219(gewesen,)-224(selbst)-218(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(ihn)-250(Grete)-250(weniger)-250(erschrocken)-250(angesehen)-250(h\344tte.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Sie)-678(sollten)-679(ja)-678(dies)-678(Heft)-678(an)-679(Flora)-678(abgeben,\253)-678(sagte)-678(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vorwurfsvoll,)-744(\273wie)-645(kommt)-645(es,)-744(da\337)-645(Sie)-645(es)-645(noch)-645(mit)-645(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(herumtragen?\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Sie)-294(antwortete)-295(nicht)-294(und)-294(sah)-295(ziemlich)-294(betreten)-294(und)-294(besch\344mt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aus,)-250(auch)-250(war)-250(sie)-250(rot)-250(bis)-250(\374ber)-250(die)-250(Ohren)-250(geworden.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Ich)-370(werde)-370(Ihnen)-370(nie)-371(wieder)-370(einen)-370(Auftrag)-370(geben,\253)-370(fuhr)-370(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fort,)-360(\273da)-337(ich)-338(sehe,)-359(wie)-338(wenig)-337(ich)-338(mich)-338(auf)-337(Sie)-338(verlassen)-337(kann.)]TJ 0 -13.549 Td [(Geben)-250(Sie)-250(mir)-250(das)-250(Heft,)-250(ich)-250(werde)-250(es)-250(selbst)-250(an)-250(Flora)-250(abliefern.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Grete)-549(reichte)-549(ihm)-550(das)-549(Verlangte.)-1148(\273Sie)-549(ist)-549(selbst)-549(schuld)]TJ -11.956 -13.549 Td [(daran,\253)-588(stie\337)-587(sie)-588(zu)-588(ihrer)-587(Entschuldigung)-588(hervor)-588(und)-587(warf)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-502(ohnehin)-501(gro\337en)-502(Mund)-501(noch)-502(mehr)-501(auf;)-628(\273sie)-501(hat)-502(...)-1004(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(hat)-470(mich)-471(eingeschlossen!)-911(Zur)-470(Strafe)-470(habe)-471(ich)-470(ihr)-470(das)-470(Buch)]TJ 0 -13.549 Td [(fortgenommen!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Zur)-865(Strafe!\253)-864(wiederholte)-865(Doktor)-864(Althoff)-865(mit)-864(einem)]TJ -11.956 -13.55 Td [(zweifelnden)-183(L\344cheln,)-197(\273und)-183(was)-183(wollten)-184(Sie)-183(jetzt)-183(damit)-183(machen?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([190])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.094 Td [(\273Ach,\253)-300(verriet)-300(sie)-300(sich,)-312(\273hineingesehen)-300(h\344tte)-300(ich)-300(ganz)-300(gewi\337)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht!)-235(Floras)-205(Dichtungen)-205(sind)-206(viel)-205(zu)-205(\374berspannt)-205(und)-205(langweilig!)]TJ 0 -13.549 Td [(Ich)-250(wollte)-250(sie)-250(nur)-250(necken.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Grete,)-468(Grete!\253)-425(drohte)-424(der)-425(junge)-425(Lehrer)-424(l\344chelnd)-425(mit)-424(dem)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Finger,)-525(\273wenn)-470(dies)-470(Wort)-470(eine)-470(Br\374cke)-470(w\344re,)-525(ich)-470(ginge)-470(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(hin\374ber.)-812(Seien)-437(Sie)-437(in)-437(Zukunft)-438(nicht)-437(wieder)-437(so)-437(indiskret)-437(und)]TJ 0 -13.549 Td [(neugierig,)-407(Neugierde)-375(ist)-376(kein)-375(sch\366ner)-375(Schmuck)-376(f\374r)-375(ein)-375(junges)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Er)-391(wandte)-391(sich)-391(von)-391(der)-391(Besch\344mten)-391(ab)-391(und)-391(ging)-391(auf)-391(Flora)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu,)-464(die)-421(langsam)-421(heran)-421(kam.)-763(Noch)-421(zitterten)-421(Thr\344nen)-421(in)-421(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Augen,)-495(die)-446(sie)-447(wie)-446(in)-446(Verkl\344rung)-446(auf)-446(ihren)-446(Erretter)-446(richtete.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wo)-395(war)-394(der)-395(Ha\337)-394(geblieben,)-431(der)-394(soeben)-395(noch)-394(in)-395(ihrem)-394(Innern)]TJ 0 -13.55 Td [(getobt)-343(hatte?)-530(Verschwunden)-343(und)-344(verweht!)-530(Die)-343(alte)-343(Liebe)-343(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Begeisterung)-295(f\374r)-294(Doktor)-295(Althoff)-295(hatten)-294(ihn)-295(zur\374ckgedr\344ngt)-294(und)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(waren)-315(wieder)-314(eingezogen)-315(in)-315(ihr)-314(gro\337m\374tiges)-315(Herz.)-444(So)-314(m\344chtig)]TJ 0 -13.549 Td [(wallte)-222(die)-221(Begeisterung)-222(in)-221(ihr)-222(\374ber,)-227(da\337)-222(sie)-221(pl\366tzlich,)-227(hingerissen)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-193(Dankbarkeit,)-204(sich)-193(niederbeugte,)-204(seine)-192(Hand)-193(ergriff)-193(und)-192(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(hei\337en)-250(Ku\337)-250(darauf)-250(dr\374ckte.)]TJ 11.956 -14.532 Td [(\273Ich)-511(danke)-510(Ihnen,\253)-511(hauchte)-511(sie)-510(leise,)-576(dann)-511(eilte)-511(sie)-510(fort,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck)-314(zu)-314(ihrer)-313(Friedensst\344tte,)-330(ihrem)-314(Musentempel,)-330(und)-313(anstatt)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-209(angefangenen)-209(Brief)-209(zu)-209(vollenden,)-217(dichtete)-209(sie)-208(ein)-209(Sonett,)-217(das)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-250(Aufschrift)-250(trug:)-250(\273An)-250(ihn.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Doktor)-571(Althoff)-571(blickte)-571(der)-571(Davoneilenden)-570(kopfsch\374ttelnd)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nach.)-1607(\273Ein)-702(\374berspanntes,)-815(verdrehtes)-702(Wesen!\253)-702(mu\337te)-702(er)]TJ 0 -13.55 Td [(unwillk\374rlich)-329(sagen,)-348(\273und)-329(das)-329(schlimmste)-329(ist,)-348(sie)-329(wird)-328(niemals)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(heilen)-250(sein.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 70.898 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -58.942 -14.531 Td [(Der)-268(Geburtstag)-268(des)-268(Fr\344ulein)-268(Raimar,)-273(der)-268(in)-268(den)-268(Mai)-268(fiel,)-272(war)]TJ -11.956 -13.549 Td [(stets)-183(ein)-184(gro\337artiges)-183(Fest.)-228(Tagessch\374lerinnen)-183(und)-183(Pension\344rinnen)]TJ 0 -13.549 Td [(wetteiferten)-576(mit)-575(einander,)-657(dasselbe)-575(durch)-576(musikalische)-575(und)]TJ 0 -13.55 Td [(theatralische)-408(Auff\374hrungen,)-447(durch)-408(lebende)-408(Bilder)-408(u.)-408(s.)-408(w.)-723(so)]TJ 0 -13.549 Td [(bunt)-276(und)-275(unterhaltend)-276(zu)-276(gestalten)-275(als)-276(m\366glich.)-327(Auch)-276(in)-275(diesem)]TJ 0 -13.549 Td [(Jahre)-247(wurde)-248(keine)-247(Ausnahme)-247(gemacht,)-248(trotzdem)-248(Lilli)-247(kaum)-247(vier)]TJ 0 -13.549 Td [(Wochen)-250(in)-250(der)-250(Erde)-250(ruhte.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([191])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.531 Td [(\273Ich)-375(w\374rde)-375(gern)-374(auf)-375(eine)-375(gr\366\337ere)-375(Feier)-375(verzichten,\253)-374(sprach)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eines)-487(Tages)-487(die)-488(Vorsteherin)-487(zu)-487(der)-487(englischen)-487(Lehrerin)-487(und)]TJ 0 -13.55 Td [(Fr\344ulein)-257(G\374ssow,)-258(\273aber)-257(ich)-257(darf)-257(es)-257(unsrer)-257(Z\366glinge)-257(wegen)-256(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(thun.)-1085(Mehr)-529(oder)-528(weniger)-528(hat)-529(sie)-528(Lillis)-529(Tod)-528(sehr)-528(ergriffen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-392(sie)-393(h\344ngen)-392(die)-392(K\366pfe;)-464(da)-392(ist)-393(das)-392(beste)-392(Mittel,)-428(sie)-392(wieder)]TJ 0 -13.549 Td [(aufzumuntern,)-465(da\337)-422(wir)-422(ihnen)-422(eine)-422(Zerstreuung)-422(schaffen.)-766(Mit)]TJ 0 -13.549 Td [(aller)-462(Trauer)-462(k\366nnen)-462(wir)-461(ja)-462(den)-462(Tod)-462(des)-462(lieben)-462(Kindes)-461(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(ungeschehen)-250(machen.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Die)-1068(beiden)-1068(Damen)-1068(stimmten)-1068(ein)-1068(und)-1068(beschlossen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(untereinander,)-177(mit)-158(den)-159(Vorbereitungen)-158(zu)-158(dem)-159(Feste)-158(zu)-158(beginnen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Mi\337)-280(Lead)-280(\374bernahm)-280(es,)-288(ein)-280(englisches)-280(St\374ck,)-287(Fr\344ulein)-280(G\374ssow,)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-379(franz\366sisches)-380(Lustspiel)-379(einzustudieren.)-639(Erstere)-379(w\344hlte)-379(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(Tagessch\374lerinnen)-228(zu)-227(ihren)-228(Mitwirkenden,)-232(w\344hrend)-228(letztere)-227(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Rollen)-487(nur)-486(mit)-487(Pension\344rinnen)-487(besetzte.)-960(Sie)-486(hatte)-487(aber)-486(erst)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-470(kleinen)-469(Kampf)-470(mit)-470(den)-469(M\344dchen,)-525(bevor)-470(dieselben)-469(die)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(ihnen)-289(zugedachten)-288(Rollen)-289(annahmen.)-366(Flora,)-298(die)-289(eine)-289(alte)-288(Dame)]TJ 0 -13.549 Td [(vorstellen)-425(sollte,)-468(war)-425(durchaus)-425(nicht)-425(damit)-425(einverstanden,)-468(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(behauptete,)-401(Rosi)-371(passe)-370(weit)-371(besser)-371(zu)-370(dieser)-371(Rolle,)-401(diese)-370(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte)-247(nicht)-247(einen)-247(Funken)-247(schauspielerischen)-247(Talentes)-247(und)-247(w\374rde)]TJ 0 -13.55 Td [(sich)-424(niemals)-424(dazu)-425(verstanden)-424(haben,)-468(Theater)-424(zu)-424(spielen.)-772(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(sprach)-250(auch)-250(weniger)-250(flie\337end)-250(franz\366sisch)-250(als)-250(Flora.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Fr\344ulein)-215(G\374ssow)-214(machte)-215(nicht)-215(viel)-215(Umst\344nde.)-238(\273Wie)-215(du)-214(willst,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Flora,\253)-186(sagte)-186(sie,)-199(\273macht)-187(es)-186(dir)-186(kein)-186(Vergn\374gen,)-199(diese)-186(allerliebste)]TJ 0 -13.549 Td [(Rolle)-382(zu)-383(\374bernehmen,)-415(so)-382(w\344hle)-383(ich)-382(eine)-382(Tagessch\374lerin)-382(daf\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(du)-250(kannst)-250(diesmal)-250(nur)-250(Zuschauerin)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Das)-951(behagte)-950(Flora)-951(noch)-951(weniger.)-2352(Nach)-950(einigem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Z\366gern)-832(entschlo\337)-832(sie)-833(sich,)-977(freilich)-833(wie)-832(sie)-833(sagte,)-977(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337er)-884(Selbst\374berwindung,)-1042(die)-883(Alte)-884(zu)-884(spielen.)-2150(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-813(Melanie)-814(stellten)-813(deren)-813(T\366chter)-814(dar)-813(und)-813(pa\337ten)-813(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-645(Charaktereigent\374mlichkeiten)-645(pr\344chtig)-644(dazu.)-1434(Melanie)]TJ 0 -13.55 Td [(putzs\374chtig,)-499(elegant)-449(und)-448(eitel,)-499(Ilse)-449(das)-449(Gegenteil.)-847(Wild)-448(und)]TJ 0 -13.549 Td [(unb\344ndig,)-227(trotzig)-221(und)-222(widerspenstig,)-227(nat\374rlich)-221(nichts)-221(weniger)-221(als)]TJ 0 -13.549 Td [(elegant)-180(f\374hrt)-180(sie)-180(die)-179(\374berm\374tigsten)-180(Streiche)-180(aus)-180(und)-180(die)-179(schwache)]TJ 0 -13.549 Td [(Mutter)-218(ist)-217(nicht)-218(im)-218(stande,)-224(sie)-218(zu)-217(z\374geln.)-239(Da)-218(erscheint)-218(ein)-217(junger,)]TJ 0 -13.549 Td [(entfernter)-420(Verwandter,)-462(interessiert)-420(sich)-420(f\374r)-420(den)-420(Wildfang)-419(und)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([192])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(versteht)-169(es,)-184(durch)-169(G\374te)-169(und)-168(Festigkeit)-169(die)-168(Tugenden)-169(in)-168(demselben)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-359(wecken)-359(und)-359(die)-359(Widerspenstige)-359(zu)-359(z\344hmen.)-577(Zum)-359(Schlusse)]TJ 0 -13.549 Td [(wird)-250(sie)-250(seine)-250(Braut.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Orla,)-843(du)-724(kannst)-724(die)-724(Rolle)-724(des)-724(Vetters)-724(\374bernehmen,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(bestimmte)-250(die)-250(Lehrerin.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Orla?\253)-290(fragte)-290(Ilse)-290(verwundert,)-300(\273sie)-290(kann)-290(doch)-290(keinen)-289(Mann)]TJ -11.956 -13.549 Td [(darstellen?\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Es)-373(erhob)-373(sich)-372(ein)-373(wahrer)-373(Sturm)-373(unter)-373(den)-373(jungen)-372(M\344dchen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bei)-775(Ilses)-775(unschuldiger)-775(Frage.)-1825(Die)-775(Stimmen)-774(schwirrten)]TJ 0 -13.549 Td [(durcheinander,)-1062(denn)-899(jede)-899(war)-899(bem\374ht,)-1062(Ilse)-899(\374ber)-899(ihre)]TJ 0 -13.55 Td [(Unwissenheit)-250(aufzukl\344ren.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Wei\337t)-250(du)-250(denn)-250(nicht,)-250(wie)-250(es)-250(bei)-250(uns)-250(Sitte)-250(ist?\253)-250(fragte)-250(Orla.)]TJ 0 -14.251 Td [(\273Mit)-187(Herren)-187(d\374rfen)-187(wir)-187(nicht)-187(Theater)-187(spielen,\253)-187(bemerkte)-187(F)1(lora)]TJ -11.956 -13.549 Td [(spottend,)-250(\273sie)-250(sind)-250(verp\366nt)-250(in)-250(der)-250(Pension!\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Du)-291(bist)-292(naiv,)-302(Ilse!\253)-291(rief)-292(Melanie.)-374(\273Das)-292(ist)-291(ja)-292(eben)-291(so)-291(ledern)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-329(furchtbar)-328(\366de,)-349(da\337)-328(wir)-329(M\344dchen)-328(auch)-329(M\344nnerrollen)-328(geben)]TJ 0 -13.549 Td [(m\374ssen!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Herren,)-200(Herren!\253)-187(wiederholte)-187(Annemie)-188(unter)-187(lautem)-187(Lachen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273es)-250(ist)-250(zum)-250(totlachen!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ja,)-441(wenn)-403(Herren)-402(mitspielten,)-441(dann)-403(m\366chte)-403(ich)-403(Ilses)-402(Rolle)]TJ -11.956 -13.549 Td [(spielen,\253)-624(\374berschrie)-624(Grete)-624(mit)-624(ihrer)-624(kr\344ftigen)-624(Stimme)-623(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(\374brigen,)-250(\273so)-250(aber)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.164 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -71.662 -14.251 Td [(\273So)-441(aber)-441(wirst)-440(du)-441(den)-441(Bauernjungen)-441(\374bernehmen,)-488(Grete,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fuhr)-257(Fr\344ulein)-257(G\374ssow)-258(dazwischen.)-271(Die)-257(Aufgeregten)-257(hatten)-257(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(deren)-309(Gegenwart)-309(vergessen.)-426(\273Und)-309(jetzt)-308(bitte)-309(ich)-309(mir)-309(Ruhe)-308(aus,)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-190(unb\344ndigen)-191(Kinder!)-230(Fr\344ulein)-190(Raimar)-190(hat)-191(ihre)-190(triftigen)-190(Gr\374nde)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-247(ihren)-248(Bestimmungen,)-248(wie)-247(k\366nnt)-247(ihr)-248(euch)-247(dagegen)-247(auflehnen?)]TJ 0 -13.55 Td [(Da\337)-288(ihr)-288(noch)-287(zu)-288(kindisch)-288(seid,)-297(dieselben)-288(zu)-287(verstehen,)-298(habe)-287(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-243(diesem)-244(Augenblicke)-243(klar)-244(und)-243(deutlich)-243(gesehen!)-248(Sch\344mt)-243(euch!)]TJ 0 -13.549 Td [(...)-403(Jetzt)-301(macht)-301(euch)-302(daran,)-313(eure)-302(Rollen)-301(auszuschreiben,)-313(morgen)]TJ 0 -13.549 Td [(werden)-331(wir)-331(eine)-331(Leseprobe)-331(halten.\253)-331(Mit)-331(diesen)-331(Worten)-330(verlie\337)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([193])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(sie)-250(die)-250(aufr\374hrerische)-250(Gesellschaft.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Alle)-394(schwiegen)-394(bis)-394(auf)-394(Grete,)-430(sie)-394(konnte)-394(nicht)-394(unterlassen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(noch)-398(einmal)-398(zu)-398(sagen:)-546(\273Langweilig)-398(ist)-398(es)-398(doch)-398(ohne)-397(Herren!)]TJ 0 -13.549 Td [(Und)-250(den)-250(dummen)-250(Bauernjungen)-250(spiel)]TJ/F22 10.9091 Tf 165.436 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(ich)-250(nicht!\253)]TJ -159.84 -14.251 Td [(Aber)-245(sie)-245(spielte)-244(ihn)-245(doch)-245(und)-245(es)-244(zeigte)-245(sich)-245(bald,)-246(da\337)-245(sie)-244(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vortrefflich)-250(dazu)-250(pa\337te.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Die)-370(t\344glichen)-369(Proben)-370(brachten)-369(die)-370(gew\374nschte)-369(Zerstreuung.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilse)-253(besonders)-254(fand)-253(viel)-254(Freude)-253(an)-254(einem)-253(Vergn\374gen,)-255(das)-253(ihr)-253(bis)]TJ 0 -13.549 Td [(dahin)-400(unbekannt)-401(gewesen)-400(war.)-702(Die)-400(anf\344ngliche)-400(Befangenheit)]TJ 0 -13.549 Td [(\374berwand)-692(sie)-692(bald)-692(und)-692(sie)-692(spielte)-692(ihre)-692(Rolle)-692(zur)-691(vollen)]TJ 0 -13.549 Td [(Zufriedenheit)-289(Fr\344ulein)-290(G\374ssows,)-299(die)-289(zuweilen)-290(ein)-289(L\344cheln)-289(\374ber)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-250(h\366chst)-250(nat\374rliche)-250(Darstellung)-250(nicht)-250(unterdr\374cken)-250(konnte.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Zur)-364(Hauptprobe)-364(mu\337ten)-365(alle)-364(in)-364(ihren)-364(Kost\374men)-364(erscheinen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(damit)-150(sie)-150(sich)-151(gegenseitig)-150(an)-150(den)-150(ver\344nderten)-150(Anblick)-150(gew\366hnten.)]TJ 0 -13.549 Td [(Diese)-497(Bestimmung)-497(war)-497(sehr)-497(gut,)-559(denn)-497(als)-497(sie)-497(sich)-497(in)-497(ihren)]TJ 0 -13.55 Td [(komischen)-289(Anz\374gen)-290(betrachteten,)-299(konnten)-289(sie)-290(das)-289(Lachen)-289(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ckhalten.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Fr\344ulein)-203(G\374ssow)-203(setzte)-203(der)-203(Engl\344nderin)-203(l\344chelnd)-202(auseinander,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(da\337)-573(nicht)-573(Kinder,)-653(sondern)-573(erwachsene)-573(M\344dchen)-573(das)-573(St\374ck)]TJ 0 -13.549 Td [(auff\374hrten.)-811(\273Die)-437(Liebesgeschichte,\253)-437(wandte)-437(sie)-437(ein,)-483(\273ist)-437(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-240(harmlose)-241(Nebensache,)-242(es)-240(handelt)-241(sich)-240(haupts\344chlich)-240(um)-240(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Heilung)-250(eines)-250(widerspenstigen)-250(M\344dchens.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Mi\337)-377(Lead)-377(sch\374ttelte)-376(mi\337billigend)-377(den)-377(Kopf,)-409(sie)-377(wollte)-376(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-227(davon)-227(\374berzeugen.)-243(\273Ilse)-227(wird)-227(Ihnen,)-231(wenn)-227(Sie)-227(wirklich)-227(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(Ihrem)-285(Vorsatz)-284(bestehen,)-293(alles)-285(verderben.)-354(Wie)-284(sieht)-285(sie)-284(aus,)-293(und)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-380(spielt)-381(sie?)-641(Plump,)-412(ohne)-381(jeden)-380(Anstand!)-641(Das)-380(Podium)-380(der)]TJ 0 -13.55 Td [(kleinen)-227(B\374hne)-227(erdr\366hnt)-228(f\366rmlich)-227(bei)-227(ihren)-227(furchtbaren)-227(Schritten,)]TJ 0 -13.549 Td [(ihre)-250(Bewegungen)-250(sind)-250(frei)-250(und)-250(keck.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Fr\344ulein)-551(G\374ssow)-552(schwieg)-551(zu)-551(diesem)-552(harten,)-626(ungerechten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Urteil.)-902(Sie)-468(hatte)-467(es)-467(l\344ngst)-468(aufgegeben,)-522(die)-467(Engl\344nderin)-467(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-330(Vorurteile)-329(zu)-330(heilen.)-489(Starr)-330(hielt)-329(dieselbe)-330(daran)-330(fest.)-488(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-250(und)-250(blieb)-250(ihr)-250(ein)-250(Dorn)-250(im)-250(Auge.)]TJ 11.956 -14.532 Td [(Mi\337)-383(Lead)-383(hatte)-384(sich)-383(geirrt.)-650(Am)-383(n\344chsten)-383(Abend)-383(ging)-383(alles)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374ber)-495(Erwarten)-494(gut.)-985(Der)-494(gl\344nzend)-495(erhellte)-495(Saal,)-556(die)-494(festlich)]TJ 0 -13.549 Td [(versammelte)-468(Gesellschaft)-468(brachten)-468(eine)-468(belebende)-468(Stimmung)]TJ 0 -13.549 Td [(unter)-326(das)-326(junge)-327(Volk.)-478(Die)-327(ganze)-326(Festlichkeit)-326(leitete)-326(ein)-326(Prolog)]TJ 0 -13.549 Td [(ein,)-427(den)-391(eine)-391(Sch\374lerin)-392(der)-391(ersten)-392(Klasse)-391(gedichtet)-391(hatte.)-674(Sie)]TJ 0 -13.55 Td [(trug)-494(ihn)-494(selbst)-493(recht)-494(h\374bsch)-494(vor)-494(und)-494(erntete)-493(wohlverdienten)]TJ 0 -13.549 Td [(Beifall.)-744(Nur)-415(Flora,)-456(die)-415(hinter)-414(den)-415(Kulissen)-415(stand,)-456(zuckte)-414(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Achseln.)-237(\273Kein)-212(Schwung,)-220(keine)-212(Poesie)-212(und)-212(kein)-212(Talent!\253)-211(lautete)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-250(kritischer)-250(Ausspruch.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Die)-364(Auff\374hrung)-364(des)-364(englischen)-364(St\374ckes)-364(ging)-364(vor\374ber,)-392(glatt,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(reizlos)-301(und)-301(langweilig.)-403(Und)-301(wenn)-301(die)-301(Anwesenden)-301(sich)-301(dies)-301(in)]TJ 0 -13.55 Td [(ihrem)-315(Innern)-315(auch)-314(einstimmig)-315(eingestanden,)-331(so)-315(waren)-315(sie)-314(doch)]TJ 0 -13.549 Td [(am)-381(Ende)-381(des)-381(St\374ckes)-381(mit)-381(Beifallsspenden)-381(nicht)-381(sparsam.)-643(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(Mitspielenden)-305(wurden)-305(herausgerufen,)-318(und)-305(als)-305(der)-305(rote)-304(Vorhang)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-430(die)-429(H\366he)-430(ging)-430(und)-430(die)-429(M\344dchen)-430(sich)-430(dankend)-429(verneigten,)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([197])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(strahlte)-301(Mi\337)-302(Lead)-301(vor)-301(Stolz)-301(und)-302(Seligkeit.)-404(\273)]TJ/F24 10.9091 Tf 196.544 0 Td [(Very)-301(well)]TJ/F16 10.9091 Tf 42.069 0 Td [(,\253)-301(rief)-302(sie)]TJ -238.613 -13.55 Td [(laut,)-250(\273ihr)-250(habt)-250(eure)-250(Sache)-250(gut)-250(gemacht!\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Nachdem)-649(verschiedene)-649(lebende)-649(Bilder)-649(und)-648(musikalische)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Auff\374hrungen)-256(vor\374ber)-256(waren,)-257(bildete)-256(das)-256(franz\366sische)-255(Lustspiel)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(den)-250(Schlu\337.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Wollen)-336(Sie)-336(es)-336(wirklich)-336(wagen?\253)-336(wandte)-336(sich)-336(die)-336(englische)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Lehrerin)-513(in)-514(wohlwollendem,)-579(etwas)-514(herablassendem)-513(Tone)-513(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-495(G\374ssow.)-983(\273Schreckt)-495(Sie)-494(der)-495(gro\337e)-494(Erfolg,)-556(den)-494(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(erzielten,)-296(nicht)-287(ab?)-360(Folgen)-287(Sie)-287(meinem)-287(Rate,)-296(treten)-287(Sie)-286(zur\374ck!)]TJ 0 -13.549 Td [(Wir)-560(werden)-560(eine)-560(Entschuldigung)-560(finden.)-1180(Der)-560(franz\366sische)]TJ 0 -13.549 Td [(Flattersinn)-250(mu\337)-250(abfallen)-250(gegen)-250(die)-250(englische)-250(Gediegenheit.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Trotz)-333(Mi\337)-332(Lead)]TJ/F22 10.9091 Tf 70.879 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(s)-333(Bedenken)-332(begann)-333(das)-333(franz\366sische)-332(St\374ck,)]TJ -86.467 -13.549 Td [(und)-342(sie)-342(mu\337te)-342(die)-342(niederschlagende)-342(Erfahrung)-342(machen,)-365(da\337)-341(es)]TJ 0 -13.549 Td [(weit)-440(beif\344lliger)-440(aufgenommen)-440(wurde,)-487(als)-440(das)-440(englische.)-820(Die)]TJ 0 -13.55 Td [(Gesellschaft)-362(am\374sierte)-362(sich)-362(k\366stlich)-362(und)-362(kam)-362(aus)-362(dem)-361(Lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-288(heraus.)-364(Zweimal)-288(wurde)-287(Ilse)-288(bei)-288(offener)-288(Szene)-288(gerufen,)-297(so)]TJ 0 -13.549 Td [(drollig)-250(und)-250(nat\374rlich)-250(spielte)-250(sie.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Sie)-159(ist)]TJ/F24 10.9091 Tf 33.178 0 Td [(charmante,)-177(charmante)]TJ/F16 10.9091 Tf 97.979 0 Td [(!\253)-159(rief)-159(Monsieur)-160(Michael)-159(feurig,)]TJ -143.113 -13.55 Td [(\273ich)-278(habe)-278(Ursache,)-285(stolz)-278(auf)-277(sie)-278(zu)-278(sein.)-334(Leicht)-278(und)-278(elegant)-277(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-250(Pariserin)-250(spricht)-250(und)-250(spielt)-250(sie!\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Sie)-356(spielt)-356(sich)-356(selbst!\253)-356(entgegnete)-356(Doktor)-356(Althoff)-356(lachend,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273aber)-250(ich)-250(h\344tte)-250(dem)-250(Wildfang)-250(kaum)-250(so)-250(viel)-250(Anmut)-250(zugetraut.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Einen)-336(kleinen)-337(Triumph)-336(sollte)-336(Mi\337)-337(Lead)-336(doch)-336(noch)-337(feiern,)]TJ/F22 10.9091 Tf 263.22 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(Ilse)-254(verdarb)-254(die)-254(Liebesszene)-253(am)-254(Schlu\337.)-254(In)-254(dem)-254(Augenblick,)-254(als)]TJ 0 -13.55 Td [(Orla)-246(sie)-245(umarmen)-246(wollte,)-246(kam)-246(ihr)-246(das)-245(so)-246(komisch)-246(vor,)-246(da\337)-246(sie)-245(in)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-250(lautes)-250(Gel\344chter)-250(ausbrach.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Wie)-266(schade!\253)-266(rief)-267(Nellie)-266(halblaut.)-299(\273Warum)-266(mu\337)-266(sie)-266(lachen?)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sie)-250(war)-250(zu)-250(nett,)-250(nun)-250(verderbt)-250(sie)-250(die)-250(Schlu\337.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Doktor)-230(Althoff,)-234(der)-230(zuf\344llig)-230(in)-230(Nellies)-230(N\344he)-230(stand,)-234(h\366rte)-230(i)1(hren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ausruf.)-234(\273Trotzdem,)-213(Mi\337)-203(Nellie,\253)-203(entgegnete)-204(er,)-212(auf)-203(einem)-203(leeren)]TJ 0 -13.549 Td [(Stuhl)-335(neben)-334(ihr)-334(Platz)-335(nehmend,)-356(\273ist)-334(ihre)-335(Freundin)-334(die)-334(Siegerin)]TJ 0 -13.55 Td [(des)-289(Abends;)-309(aber)-289(warum)-289(wirkten)-290(Sie)-289(nicht)-289(mit,)-299(warum)-289(sind)-289(Sie)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([198])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.549 Td [(nur)-390(Zuschauerin?)-669(Sie)-390(w\374rden)-389(gewi\337)-390(eine)-390(gute)-389(Schauspielerin)]TJ 0 -13.549 Td [(sein.\253)]TJ 11.955 -15.857 Td [(Nellie)-292(senkte)-292(die)-293(Augenlider.)-376(\273O,)-293(Sie)-292(sind)-292(sehr)-292(g\374tig,\253)-293(sagt)1(e)]TJ -11.955 -13.549 Td [(sie)-310(befangen,)-325(\273aber)-311(ich)-310(wei\337)-310(nicht)-310(zu)-311(spielen,)-325(Herr)-310(Doktor,)-325(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(hab)]TJ/F22 10.9091 Tf 15.752 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(nicht)-250(Talent.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Das)-230(k\344me)-231(auf)-230(einen)-231(Versuch)-231(an!)-243(Sehen)-231(Sie)-230(Ilse)-231(an,)-234(wer)-230(h\344tte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geglaubt,)-225(da\337)-219(sie)-219(eine)-218(so)-219(allerliebste)-219(Schauspielerin)-219(sein)-218(k\366nne!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nicht)-431(wahr?\253)-432(stimmte)-431(Nellie)-432(lebhaft)-431(und)-432(mit)-431(aufrichtiger)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Freude)-250(bei,)-250(\273sie)-250(ist)-250(reizend)-250(und)-250(ich)-250(bin)-250(entz\374ckend)-250(\374ber)-250(ihr!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Der)-328(junge)-328(Lehrer)-327(schwieg)-328(und)-328(sah)-328(sie)-327(teilnahmvoll)-328(an.)-483(Wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(neidlos)-203(kamen)-202(ihr)-203(die)-203(Worte)-203(aus)-202(dem)-203(Herzen,)-212(wie)-203(leuchteten)-202(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Augen)-253(freudig)-253(auf,)-253(als)-253(sie)-253(die)-253(Freundin)-252(lobte!)-259(Und)-253(im)-252(Vergleich)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-208(Ilse,)-217(wie)-208(wenig)-209(hatte)-208(sie)-209(doch)-208(von)-208(der)-209(Zukunft)-208(zu)-208(hoffen!)-236(Jene)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-334(Kind)-335(des)-334(Gl\374ckes)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.033 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.102 0 Td [(und)-334(diese?)-504(Ein)-334(armes)-334(Wesen,)-356(das)-334(den)]TJ -109.135 -13.55 Td [(m\374hevollen)-250(Pfad)-250(einer)-250(Lehrerin)-250(pilgern)-250(sollte!)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Nicht)-377(wahr,)-409(ist)-377(sie)-378(nicht)-377(reizend?\253)-377(wiederholte)-377(Nellie)-377(und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(blickte)-250(fragend)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Gewi\337,)-340(gewi\337!\253)-341(gab)-340(der)-341(Lehrer)-340(zerstreut)-341(zur)-340(Antwort,)-363(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(von)-345(dem)-345(Gegenstand)-346(pl\366tzlich)-345(abspringend,)-369(fragte)-345(er:)-440(\273Woher)]TJ 0 -13.55 Td [(haben)-248(Sie)-248(die)-248(herrlichen)-248(Veilchen?\253)-248(und)-248(deutete)-248(dabei)-248(auf)-247(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(Strau\337,)-326(den)-326(sie)-325(in)-326(der)-326(Hand)-326(hielt.)-477(\273Sie)-326(duften)-326(wundervoll!)-477(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(liebe)-250(die)-250(Veilchen)-250(sehr.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Sie)-303(h\366rte)-303(nur,)-316(da\337)-302(er)-303(die)-303(Veilchen)-303(liebe,)-316(bedurfte)-303(es)-303(da)-302(einer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gro\337en)-504(Ueberlegung?)-1010(\273O)-503(nehmen)-504(Sie,\253)-503(sagte)-504(sie)-503(naiv)-503(und)]TJ 0 -13.549 Td [(err\366tete)-250(dabei,)-250(\273bitte,)-250(es)-250(macht)-250(mich)-250(gro\337er)-250(Freude!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nicht)-333(alle,\253)-332(entgegnete)-333(er)-332(l\344chelnd)-333(und)-332(zog)-333(einige)-332(Blumen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aus)-296(dem)-297(Strau\337,)-296(den)-297(sie)-296(ihm)-296(gereicht,)-308(\273so,)-308(nun)-297(habe)-296(ich)-296(genug.)]TJ 0 -13.549 Td [(Haben)-250(Sie)-250(Dank)-250(daf\374r.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Er)-296(erhob)-296(sich)-295(und)-296(verlie\337)-296(sie.)-387(Mit)-296(gl\344nzenden)-296(Augen)-296(sah)-295(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihm)-272(nach,)-277(sie)-272(hatte)-272(bemerkt,)-277(wie)-272(er)-272(ihre)-272(Veilchen)-272(im)-271(Knopfloch)]TJ 0 -13.549 Td [(befestigte.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([199])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.095 Td [(\273Wie)-271(taktlos)-271(von)-271(dir!\253)-271(redete)-271(Mi\337)-271(Lead,)-276(die)-271(ihren)-271(Platz)-271(dicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hinter)-416(Nellie)-416(hatte,)-458(dieselbe)-416(an)-416(und)-416(ri\337)-415(sie)-416(mit)-416(ihrer)-416(scharfen)]TJ 0 -13.549 Td [(Stimme)-406(aus)-405(allen)-406(Himmeln.)-717(\273Welch)-405(ein)-406(Betragen!)-717(Ich)-405(habe)]TJ 0 -13.55 Td [(jedes)-352(Wort)-351(mit)-352(angeh\366rt.)-555(Sch\344mst)-352(du)-352(dich)-352(nicht,)-377(einem)-351(Herrn)]TJ 0 -13.549 Td [(Blumen)-250(anzubieten?\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Als)-323(ob)-324(ein)-323(eisiger)-323(Wind)-323(pl\366tzlich)-324(in)-323(eine)-323(kaum)-323(erschlossene)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Bl\374tenknospe)-466(gefahren)-466(w\344re,)-519(so)-466(wurde)-466(Nellies)-466(kurze)-465(Freude)]TJ 0 -13.549 Td [(zerst\366rt.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Habe)-350(ich)-349(ein)-350(Unrecht)-349(gemacht?\253)-350(fragte)-349(sie)-350(ge\344ngstigt.)-548(\273O)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bitte,)-366(Mi\337,)-342(sagen)-342(Sie,)-366(war)-342(ich)-343(ungeschickt?)-527(Wird)-342(Herr)-342(Doktor)]TJ 0 -13.549 Td [(mich)-250(f\374r)-250(unbescheiden)-250(halten?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Dieser)-305(Gedanke)-305(peinigte)-305(sie)-305(sehr)-305(und)-305(\374bergo\337)-305(sie)-305(mit)-305(hei\337er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Glut.)-495(Mit)-331(wahrer)-332(Angst)-331(wartete)-331(sie)-332(auf)-331(ein)-332(beruhigendes)-331(Wort)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-325(sah)-326(in)-325(der)-326(Lehrerin)-325(Gesicht,)-344(das)-326(indes)-325(nicht)-326(aussah,)-344(als)-325(ob)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(zur)-250(Milde)-250(geneigt)-250(sei.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Jedenfalls)-172(wird)-173(er)-172(dich)-173(f\374r)-172(sehr)-172(einf\344ltig)-173(halten,\253)-172(erwiderte)-172(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unbarmherzig,)-346(\273wenn)-327(er)-326(nicht)-327(vielleicht)-327(deine)-326(Handlungsweise)]TJ 0 -13.549 Td [(zudringlich)-250(nennt.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273O)-263(nein,)-266(nein!\253)-262(rief)-263(Nellie)-263(beinahe)-262(entsetzt,)-266(\273er)-263(wird)-263(nicht)-262(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hart)-250(von)-250(sein)-250(Sch\374ler)-250(denken!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273So,)-688(wei\337t)-600(du)-601(das)-600(so)-600(bestimmt?\253)-601(qu\344lte)-600(Mi\337)-600(Lead)-600(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(weiter,)-248(\273du)-248(bist)-247(kein)-248(Kind)-247(mehr,)-248(dem)-247(man)-248(allenfalls)-247(dergleichen)]TJ 0 -13.549 Td [(Taktlosigkeiten)-208(vergiebt,)-217(ein)-208(erwachsenes)-209(M\344dchen)-208(darf)-208(niemals)]TJ 0 -13.55 Td [(blindlings)-250(seinem)-250(Gef\374hle)-250(folgen!\253)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Ich)-357(will)-358(bitten,)-384(da\337)-357(er)-357(mir)-358(die)-357(Blumen)-357(wiedergiebt,\253)-357(sagte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Nellie)-250(tief)-250(besch\344mt.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Das)-176(darfst)-175(du)-176(nicht,)-190(wenn)-176(du)-175(dich)-176(nicht)-175(noch)-176(mehr)-176(blo\337stellen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(willst.)-394(Du)-297(wirst)-298(schweigen)-298(und)-298(dich)-298(niemals)-298(wieder)-297(vergessen!)]TJ 0 -13.549 Td [(Eine)-277(zuk\374nftige)-277(Gouvernante)-277(mu\337)-277(jedes)-276(Wort,)-284(jeden)-277(Blick,)-283(und)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-250(allem)-250(jede)-250(Handlung)-250(reiflich)-250(\374berlegen.)-250(Das)-250(merke)-250(dir!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Traurig)-381(sah)-382(Nellie)-381(nach)-382(diesem)-381(harten)-382(Verweise)-381(zu)-381(Boden.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Dahin)-384(war)-383(ihre)-384(fr\366hliche)-383(Laune,)-417(sie)-384(hatte)-384(keine)-383(Lust)-384(mehr)-383(an)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-268(Feste.)-303(Eine)-267(hei\337e)-268(Thr\344ne)-268(tropfte)-267(ihr)-268(aus)-268(dem)-267(Auge)-268(und)-267(fiel)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([200])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(auf)-303(die)-302(Veilchen,)-316(die)-302(Urheber)-303(ihres)-303(Kummers.)-407(Sie)-303(brannten)-302(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(f\366rmlich)-367(in)-368(der)-367(Hand)-367(und)-367(am)-367(liebsten)-368(h\344tte)-367(sie)-367(dieselben)-367(weit)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-346(sich)-347(geschleudert.)-539(Still)-346(und)-346(einsilbig)-347(blieb)-346(sie)-346(den)-346(ganzen)]TJ 0 -13.549 Td [(Abend,)-363(und)-341(sobald)-340(Doktor)-341(Althoff)-340(in)-341(ihre)-340(N\344he)-341(kam,)-363(wich)-340(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(ihm)-349(\344ngstlich)-349(aus.)-546(Es)-349(war)-349(ihr)-349(unm\366glich,)-373(ihm)-349(in)-349(das)-349(Auge)-348(zu)]TJ 0 -13.55 Td [(blicken.)-250(Mi\337)-250(Lead)-250(hatte)-250(ihre)-250(frohe)-250(Unbefangenheit)-250(zerst\366rt.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Als)-296(die)-295(Freundinnen)-296(sich)-295(nach)-296(dem)-296(Feste)-295(zur)-296(Ruhe)-295(begaben,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sa\337)-235(Nellie)-236(ganz)-235(gegen)-236(ihre)-235(Gewohnheit)-235(noch)-236(einige)-235(Zeit)-235(sinnend)]TJ 0 -13.549 Td [(da.)-250(\273Du)-250(bist)-250(so)-250(still,\253)-250(fragte)-250(Ilse,)-250(\273was)-250(hast)-250(du?\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273O)-384(nichts,)-417(nichts!\253)-384(erwiderte)-384(Nellie)-384(schnell)-384(und)-384(erhob)-383(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aus)-250(ihrer)-250(tr\344umenden)-250(Stellung,)-250(\273es)-250(ist)-250(gar)-250(nix!\253)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Zum)-357(ersten)-357(Male)-357(verschwieg)-357(sie)-357(der)-357(geliebten)-357(Freundin)-356(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Wahrheit,)-288(sie)-280(vermochte)-280(es)-280(nicht,)-288(\374ber)-280(ihren)-280(Kummer)-280(zu)-280(reden,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-498(doch)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.428 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.883 0 Td [(was)-498(war)-497(es,)-560(das)-497(trotz)-498(allen)-497(Kummers)-498(ihr)-498(Herz)]TJ -59.311 -13.549 Td [(schneller)-390(klopfen)-389(lie\337)-390(und)-390(wie)-389(ein)-390(Fr\374hlingswehen)-390(durch)-389(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Seele)-250(zog?)]TJ 128.982 -18.458 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.026 -18.459 Td [(Holunder)-392(und)-391(Maiblumen)-392(hatten)-392(ausgebl\374ht)-391(und)-392(die)-391(Rosen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\366ffneten)-354(ihre)-353(duftigen)-354(Kelche.)-561(Nellie)-354(und)-353(Ilse)-354(wandelten)-353(nach)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-297(Abendessen)-297(durch)-296(den)-297(Garten,)-309(und)-296(als)-297(sie)-297(im)-297(Geb\374sch)-296(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Nachtigall)-250(schlagen)-250(h\366rten,)-250(blieben)-250(sie)-250(stehen)-250(und)-250(lauschten.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(\273Wie)-305(s\374\337!\253)-305(rief)-305(Nellie,)-319(\273komm,)-319(la\337)-304(uns)-305(auf)-305(der)-305(Bank)-305(setzen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-250(lauschen.\253)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Sie)-305(hielten)-304(sich)-305(beide)-305(umschlungen)-304(und)-305(sprachen)-305(kein)-304(Wort.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Der)-578(herrliche,)-660(duftende)-578(Abend,)-660(der)-578(Mond,)-660(der)-578(silbern)-577(am)]TJ 0 -13.549 Td [(Abendhimmel)-282(aufstieg,)-291(der)-282(schmelzende)-283(Gesang)-282(der)-282(Nachtigall)]TJ 0 -13.55 Td [(weckten)-465(eine)-465(ahnungsvolle,)-520(nie)-465(gekannte)-465(Stimmung)-465(in)-465(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(jungen)-250(Herzen.)]TJ 11.956 -14.989 Td [(\273O)-333(Ilse,\253)-333(unterbrach)-332(Nellie)-333(mit)-333(einem)-333(Seufzer)-333(die)-332(feierliche)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([201])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(Stille,)-244(\273wie)-243(bald)-243(gehst)-243(du)-243(fort)-243(und)-243(l\344\337t)-243(mir)-243(allein)-243(zur\374ck!)-248(Ich)-242(bin)]TJ 0 -13.549 Td [(sehr)-250(traurig,)-250(wenn)-250(ich)-250(daran)-250(denke!\253)]TJ 11.956 -14.99 Td [(Auch)-164(Ilse)-164(war)-165(wehm\374tig)-164(und)-164(der)-165(Gedanke,)-181(von)-164(Nellie)-164(scheiden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu)-327(m\374ssen,)-347(machte)-327(ihr)-327(das)-328(Auge)-327(feucht.)-482(Aber)-327(sie)-327(unterdr\374ckte)]TJ 0 -13.549 Td [(mutig)-469(die)-470(weiche)-469(Stimmung)-469(und)-470(versuchte,)-524(die)-469(Freundin)-469(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(tr\366sten.)-598(\273Es)-366(ist)-366(noch)-366(lange)-366(hin,)-395(bis)-366(ich)-366(die)-366(Pension)-365(verlasse,\253)]TJ 0 -13.55 Td [(sagte)-288(sie,)-297(\273du)-287(wei\337t)-288(ja,)-297(da\337)-287(meine)-288(Eltern)-287(meinen)-288(Aufenthalt)-287(bis)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-418(ersten)-417(September)-418(verl\344ngerten.)-753(Noch)-417(acht)-418(Wochen)-417(sind)]TJ 0 -13.549 Td [(wir)-300(beisammen,)-312(Nellie,)-312(das)-300(ist)-299(noch)-300(eine)-300(sehr)-300(lange)-299(Zeit,)-312(denk)]TJ/F22 10.9091 Tf 276.997 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.549 Td [(einmal,)-250(acht)-250(volle)-250(Wochen!\253)]TJ 11.956 -14.989 Td [(Nellie)-370(sch\374ttelte)-369(traurig)-370(den)-370(Kopf.)-608(\273O)-370(nein,)-400(es)-369(ist)-370(nur)-369(sehr)]TJ -11.956 -13.55 Td [(kurze)-231(Zeit,\253)-231(erwiderte)-231(sie,)-235(\273es)-231(sind)-231(auch)-231(nicht)-231(acht)-231(Wochen)-230(voll,)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-244(mu\337t)-245(ordentlich)-244(rechnen.)-248(Heute)-244(haben)-245(wir)-244(schon)-244(der)-244(siebente)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Juli,)]TJ/F22 10.9091 Tf 22.004 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.81 0 Td [(macht)-308(bis)-307(zu)-308(der)-307(erste)-308(September)-308(vierundf\374nfzig)-307(Tage)]TJ/F22 10.9091 Tf 244.362 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(fehlt)-250(also)-250(zwei)-250(volle)-250(Tag)-250(an)-250(der)-250(achte)-250(Woch)]TJ/F22 10.9091 Tf 194.793 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -188.291 -15.857 Td [(Trotz)-447(ihres)-447(Kummers)-448(mu\337te)-447(Ilse)-447(lachen.)-842(\273Du)-447(liebe,)-496(s\374\337e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellie,\253)-248(rief)-248(sie)-248(und)-248(k\374\337te)-248(diese)-248(herzlich)-248(auf)-248(den)-248(Mund,)-248(\273du)-248(bist)]TJ 0 -13.549 Td [(doch)-401(immer)-401(komisch,)-439(selbst)-401(wenn)-401(du)-401(traurig)-401(bist!)-702(Wei\337t)-401(du,)]TJ 0 -13.549 Td [(wir)-323(wollen)-323(uns)-323(das)-323(Herz)-323(nicht)-323(heute)-323(schon)-323(schwer)-323(machen)-322(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-248(Gedanken)-248(an)-248(unsre)-248(Trennung,)-248(wir)-248(gehen)-248(ja)-248(nicht)-248(f\374r)-248(immer)]TJ 0 -13.55 Td [(auseinander!)-250(Du)-250(besuchst)-250(mich)-250(bald,)]TJ/F22 10.9091 Tf 163.604 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(ja?\253)]TJ -159.83 -15.856 Td [(Aber)-475(Nellie)-475(war)-475(einmal)-475(weich)-475(gestimmt)-475(heute)-475(abend)-474(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-357(Freundin)-356(Trost)-357(fand)-357(keinen)-356(Eingang)-357(in)-357(ihrem)-356(Herzen.)-570(Sie)]TJ 0 -13.55 Td [(versuchte)-363(zwar)-362(die)-363(Thr\344nen)-362(zu)-363(unterdr\374cken,)-390(aber)-363(sie)-362(brachen)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-554(neu)-553(hervor.)-1161(Ilse)-554(lehnte)-554(den)-553(Kopf)-554(an)-554(ihre)-553(Schulter)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-377(schwieg.)-631(In)-377(ihrem)-377(Innern)-377(k\344mpften)-377(der)-377(Schmerz)-377(und)-376(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Freude.)-248(Sie)-245(h\344tte)-245(so)-245(gern)-245(sich)-245(auf)-245(das)-245(Wiedersehen)-245(ihrer)-245(Lieben,)]TJ 0 -13.549 Td [(besonders)-403(des)-403(kleinen)-403(Br\374derchens,)-441(gefreut,)-441(sie)-403(vermochte)-403(es)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-237(ungetr\374bt,)-239(weil)-236(der)-237(Abschied)-237(von)-236(Nellie)-237(dazwischen)-236(stand.)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.55 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.956 -15.856 Td [(\273Hier)-323(sind)-323(sie!)-468(Kommt,)-341(hierher!)-469(Sie)-323(sitzen)-323(beide)-323(unter)-322(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Holunderbusch!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([202])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.857 Td [(Keine)-456(andre)-455(als)-456(Grete)-455(war)-456(es,)-507(die)-456(durch)-455(ihren)-456(lauten)-455(Ruf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-418(Tr\344umenden)-417(aufschreckte.)-754(Unbemerkt)-417(war)-418(sie)-418(aus)-417(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(Seitenweg)-584(hervorgetreten)-585(und)-584(stand)-584(nun)-585(wie)-584(aus)-584(der)-584(Erde)]TJ 0 -13.55 Td [(gewachsen)-250(vor)-250(ihnen.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Ilse)-259(sprang)-258(auf)-259(und)-258(trat)-259(den)-259(andern)-258(M\344dchen,)-261(die)-258(herbeigeeilt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kamen,)-315(entgegen.)-406(Nellie)-302(trocknete)-302(verstohlen)-302(ihre)-302(Thr\344nen)-301(und)]TJ 0 -13.549 Td [(machte)-250(wieder)-250(ein)-250(heitres)-250(Gesicht.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Wir)-224(haben)-224(euch)-225(\374berall)-224(gesucht,\253)-224(sagte)-225(Orla,)-229(\273was)-224(macht)-224(ihr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(denn)-250(hier?\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-556(glaube)-555(wahrhaftig,)-632(ihr)-556(schw\344rmt)-556(im)-555(Mondenschein,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kinder,\253)-214(lispelte)-215(Melanie,)-221(\273ihr)-214(macht)-215(so)-214(furchtbar)-214(schmachtende)]TJ 0 -13.549 Td [(Augen)-250(alle)-250(beide,)-250(habt)-250(ihr)-250(geweint?\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Grete)-240(mu\337te)-240(sich)-240(hiervon)-240(genau)-240(\374berzeugen,)-242(sie)-240(trat)-240(zu)-240(Nellie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-226(sah)-226(sie)-226(neugierig)-226(pr\374fend)-226(an.)-242(\273Du)-226(hast)-226(geweint,)-231(Nellie)]TJ/F22 10.9091 Tf 256.347 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.92 0 Td [(und)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(du)-248(auch)-248(Ilse)]TJ/F22 10.9091 Tf 55.372 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)-248(behauptete)-248(sie)-248(entschieden.)-249(\273Was)-248(habt)-248(ihr)-248(denn?)]TJ -60.826 -13.549 Td [(Warum)-250(weint)-250(ihr?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Um)-222(nix!\253)-222(entgegnete)-221(Nellie)-222(\344rgerlich)-222(\374ber)-222(die)-222(unzarte)-221(Grete.)]TJ 0 -15.395 Td [(\273Um)-200(nichts)-200(weint)-199(man)-200(doch)-200(nicht,\253)-200(fuhr)-200(dieselbe)-200(unbeirrt)-199(fort,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273bitte,)-250(sagt)-250(es)-250(doch,)-250(warum)-250(ihr)-250(geweint)-250(habt.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273La\337)-395(deine)-394(zudringlichen)-395(Fragen,\253)-395(verwies)-395(sie)-395(Flora,)-430(\273und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wenn)-316(sie)-316(dir)-315(sagen)-316(w\374rden:)]TJ/F22 10.9091 Tf 126.402 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Der)-316(silberne)-316(Mond,)-332(die)-316(duftenden)]TJ -130.034 -13.549 Td [(Rosen,)-663(der)-581(entz\374ckende)-581(Sommerabend,)-663(so)-581(recht)-581(zur)-580(Liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-320(Traurigkeit)-321(geschaffen,)-337(haben)-321(unsern)-320(Herzen)-320(Wehmut)-320(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Thr\344nen)-290(entlockt,)]TJ/F22 10.9091 Tf 77.39 0 Td [(9)-290(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 15.415 0 Td [(w\374rdest)-290(du)-290(das)-290(verstehen?)-370(Niemals!)-370(Denn)]TJ -92.805 -13.549 Td [(du)-186(hast)-185(keinen)-186(Sinn)-186(f\374r)-186(die)-185(h\366here)-186(Sph\344re)]TJ/F22 10.9091 Tf 179.811 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.48 0 Td [(du)-186(bist)-185(zu)-186(prosaisch!\253)]TJ -187.291 -13.55 Td [(Sie)-239(begleitete)-239(ihre)-240(Worte)-239(mit)-239(einem)-239(schw\344rmerischen)-239(Aufschlag)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-250(wasserblauen)-250(Augen.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Floras)-346(hochtrabende)-346(Aeu\337erung)-347(stellte)-346(sofort)-346(die)-346(fr\366hlichste)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Stimmung)-376(her.)-627(Nellie)-376(verga\337)-375(ihr)-376(Herzeleid)-376(dar\374ber)-376(und)-375(sagte)]TJ 0 -13.549 Td [(lachend:)-298(\273O)-274(Flora,)-280(was)-274(f\374r)-274(ein)-274(zarter)-274(Seel)]TJ/F22 10.9091 Tf 183.924 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.621 0 Td [(du)-274(hast!)-322(Sei)-274(bedankt)]TJ -190.545 -13.549 Td [(du)-250(hoher)-250(Dichterin,)-250(du)-250(hast)-250(uns)-250(verstanden!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([203])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.712 -15.396 Td [(\273Kinder!\253)-414(unterbrach)-414(Orla)-415(die)-414(Sprechenden,)-455(\273nun)-414(h\366rt)-414(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mit)-490(euren)-490(Albernheiten,)-550(ich)-490(habe)-490(euch)-490(eine)-490(h\366chst)-489(wichtige)]TJ 0 -13.549 Td [(Mitteilung)-250(zu)-250(machen!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(Wichtige)-330(Mitteilung!)-490(Grete)-330(sperrte)-330(Mund)-330(und)-330(Nase)-330(auf)-329(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sah)-297(gespannt)-297(auf)-297(Orla,)-309(zu)-297(der)-297(sie)-297(sich)-297(ganz)-296(dicht)-297(herangedr\344ngt)]TJ 0 -13.549 Td [(hatte.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Nicht)-250(hier!\253)-250(fuhr)-250(diese)-250(fort,)-250(\273folgt)-250(mir)-250(unter)-250(die)-250(Linde!\253)]TJ 0 -15.395 Td [(\273Unter)-261(die)-260(Linde?\253)-261(fragte)-260(Annemie)-261(\344ngstlich.)-281(\273La\337)-261(uns)-260(doch)]TJ -11.956 -13.55 Td [(hier,)-250(es)-250(ist)-250(ja)-250(schon)-250(dunkel)-250(unter)-250(dem)-250(alten,)-250(gro\337en)-250(Baum!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Ja,)-451(und)-411(es)-411(ist)-412(schon)-411(sp\344t,)-451(wir)-411(m\374ssen)-411(uns)-411(eilen,\253)-411(fiel)-411(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ebenfalls)-250(furchtsame)-250(Flora)-250(ein.)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Mache)-529(dir)-528(keine)-529(Sorge)-529(darum,)-598(liebste)-529(Flora,\253)-529(gab)-528(Orla)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck,)-480(\273denn)-434(h\366re)-434(und)-434(staune:)-618(Weil)-434(heute)-434(mein)-433(Geburtstag)]TJ 0 -13.549 Td [(ist,)-371(hat)-347(Fr\344ulein)-346(Raimar)-347(auf)-347(dringendes)-346(Bitten)-347(die)-347(hohe)-346(Gnade)]TJ 0 -13.55 Td [(gehabt,)-379(unsern)-352(Aufenthalt)-353(im)-353(Garten)-353(heute)-353(abend)-353(bis)-353(um)-352(zehn)]TJ 0 -13.549 Td [(Uhr)-250(zu)-250(verl\344ngern!\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Himmlisch!)-1176(Furchtbar)-559(reizend!)-1176(Zu)-559(nett!\253)-559(u.)-1176(s.)-1176(w.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(rief)-456(es)-456(durcheinander)-456(und)-456(Grete)-456(machte)-456(sogar)-456(einen)-456(kleinen,)]TJ 0 -13.549 Td [(ungeschickten)-250(Sprung)-250(in)-250(die)-250(Luft.)]TJ 11.956 -15.228 Td [(\273Also)-426(auf)-427(zur)-426(Linde!\253)-426(kommandierte)-427(Orla)-426(und)-426(schlug)-426(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Weg)-250(dorthin)-250(ein.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Ohne)-383(Gegenrede)-384(folgten)-383(ihr)-384(alle,)-417(in)-383(wenigen)-383(Augenblicken)]TJ -11.956 -13.549 Td [(waren)-316(sie)-315(dort.)-446(Orla)-316(stieg)-315(auf)-316(eine)-315(Bank,)-332(die)-316(dicht)-315(am)-315(Stamme)]TJ 0 -13.549 Td [(lehnte,)-340(schlug)-321(die)-322(Arme)-322(untereinander)-321(und)-322(sah)-322(schweigend)-321(auf)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-275(M\344dchen)-275(herab,)-281(die)-274(einen)-275(dichten)-275(Halbkreis)-275(um)-275(sie)-274(bildeten)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(mit)-250(h\366chster)-250(Spannung)-250(auf)-250(sie)-250(blickten.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Meine)-267(lieben)-268(Freundinnen,\253)-267(hub)-268(sie)-267(an,)-272(da)-268(raschelte)-267(es)-267(\374ber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihnen)-250(in)-250(den)-250(Zweigen.)-250(Die)-250(M\344dchen)-250(schraken)-250(zusammen.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Was)-236(war)-237(das?\253)-236(fragte)-237(Annemie,)-239(\273Gott,)-239(wenn)-237(sich)-236(im)-236(Baume)]TJ -11.956 -13.55 Td [(jemand)-250(versteckt)-250(h\344tte!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([204])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.227 Td [(\273Oder)-253(wenn)-253(ein)-253(Gespenst)-253(wieder)-253(seinen)-253(Spuk)-253(triebe!\253)-252(sprach)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Melanie)-250(mit)-250(bebenden)-250(Lippen.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Wie)-463(unheimlich)-462(ist)-463(es)-462(hier!\253)-463(fiel)-463(Grete)-462(ein,)-516(\273ich)-462(f\374rchte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mich!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273So)-229(ein)-228(Gespenst)-229(mit)-228(gro\337er)-229(Feuerauge)-228(und)-229(fliegender)-228(Haar,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(meinte)-250(Nellie)-250(und)-250(stie\337)-250(Ilse)-250(an,)-250(\273o,)-250(es)-250(w\344re)-250(furchtbar!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Orla)-512(stand)-512(ruhig)-512(und)-512(unerschrocken)-512(da,)-577(sie)-512(kannte)-513(keine)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Furcht.)-807(\273Sch\344mt)-436(euch!\253)-436(rief)-436(sie)-436(den)-436(Zagenden)-435(zu,)-483(\273seid)-435(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(erwachsene)-285(M\344dchen?)-355(Kann)-285(euch)-285(eine)-285(harmlose)-285(Fledermaus)-285(in)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-413(Flucht)-412(treiben?)-738(Geht)-412(zur\374ck,)-454(wenn)-412(ihr)-413(euch)-412(f\374rchtet,)-453(f\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(Kinder)-250(passen)-250(meine)-250(Worte)-250(nicht!)-250(Wollt)-250(ihr)-250(vern\374nftig)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Ja,)-645(ja!\253)-566(t\366nte)-566(es)-566(zur\374ck,)-645(zwar)-566(etwas)-566(zaghaft,)-645(aber)-565(die)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Neugierde)-250(trug)-250(doch)-250(den)-250(Sieg)-250(\374ber)-250(die)-250(Furcht)-250(davon.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273So)-340(h\366rt)-340(mich)-340(an!)-521(Hier)-340(an)-340(dieser)-340(St\344tte,)-363(unter)-340(dem)-340(Schutze)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unsrer)-365(geliebten)-365(Linde)-364(la\337t)-365(uns)-365(einen)-365(Bund)-364(schlie\337en,)-394(der)-364(uns)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-357(Freundschaft)-357(f\374r)-357(das)-356(ganze)-357(Leben)-357(vereinen)-357(soll.)-571(Wie)-356(lange)]TJ 0 -13.549 Td [(wird)-248(es)-248(dauern)-247(und)-248(wir)-248(verlassen)-248(die)-248(Pension,)-248(und)-248(das)-247(Schicksal)]TJ 0 -13.55 Td [(zerstreut)-250(uns)-250(in)-250(alle)-250(Winde!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273In)-250(alle)-250(Winde!\253)-250(wiederholte)-250(Flora)-250(halblaut.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Nun)-225(frage)-225(ich)-226(euch,)-230(soll)-225(uns)-225(dasselbe)-225(f\374r)-226(immer)-225(trennen?)-241(Ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sage:)-406(nein!)-484(wir)-328(werden)-328(uns)-328(wiedersehen!)-484(Wir)-328(haben)-328(stets)-328(treu)]TJ 0 -13.549 Td [(zusammengehalten,)-271(unsre)-266(Freundschaft)-267(darf)-267(nicht)-266(wie)-267(ein)-266(leerer)]TJ 0 -13.549 Td [(Wahn)-250(verrauschen)]TJ/F22 10.9091 Tf 84.208 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -77.706 -15.228 Td [(\273Wie)-447(ein)-447(leerer)-447(Wahn)-448(verrauschen)]TJ/F22 10.9091 Tf 164.932 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)-447(gab)-447(Flora)-447(als)-448(Echo)]TJ -182.343 -13.549 Td [(zur\374ck.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Ruhig!\253)-250(geboten)-250(die)-250(andern,)-250(\273la\337)-250(Orla)-250(sprechen!\253)]TJ 0 -15.227 Td [(\273So)-170(frage)-170(ich)-170(euch)-170(denn:)-210(wollt)-170(ihr)-170(mit)-170(mir)-170(in)-170(diesem)-169(feierlichen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Augenblicke)-261(geloben,)-264(da\337)-261(ihr)-262(heute)-261(in)-261(drei)-261(Jahren)-261(zur\374ckkehren)]TJ 0 -13.549 Td [(wollt?)-258(Hier)-253(unter)-253(der)-253(Linde,)-253(am)-253(siebenten)-253(Juli,)-253(morgens)-253(elf)-252(Uhr,)]TJ 0 -13.549 Td [(soll)-301(uns)-301(ein)-301(frohes)-301(Wiedersehen)-301(vereinen.)-403(Seid)-301(ihr)-301(mit)-301(meinem)]TJ 0 -13.549 Td [(Vorschlage)-250(einverstanden?\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Ja!\253)-250(rief)-250(es)-250(einstimmig)-250(und)-250(begeistert,)-250(\273wir)-250(kommen!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([205])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.228 Td [(\273Schw\366rt)-250(einen)-250(Eid)-250(darauf!\253)]TJ 0 -15.227 Td [(Sie)-169(erhob)-169(drei)-169(Finger)-169(der)-169(rechten)-169(Hand)-169(und)-169(alle)-169(\374brigen)-168(folgten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihrem)-250(Beispiele.)-250(Nur)-250(Rosi)-250(z\366gerte.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Es)-185(k\366nnten)-185(doch)-186(Hindernisse)-185(eintreten,)-198(die)-185(eine)-185(Reise)-185(hierher)]TJ -11.956 -13.55 Td [(unm\366glich)-250(machten,\253)-250(warf)-250(sie)-250(mit)-250(ihrer)-250(sanften)-250(Stimme)-250(ein.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Hindernisse,)-314(das)-301(hei\337t,)-313(nur)-301(wichtige)-301(Hindernisse)-301(heben)-301(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Eid)-347(auf!\253)-346(erkl\344rte)-347(Orla.)-540(\273In)-346(diesem)-347(Falle)-346(ist)-347(die)-346(Ausbleibende)]TJ 0 -13.549 Td [(verpflichtet,)-462(durch)-420(einen)-420(ausf\374hrlichen)-419(Brief)-420(den)-420(Grund)-419(ihres)]TJ 0 -13.55 Td [(Eidbruches)-250(anzugeben.)-250(Beschw\366rt)-250(auch)-250(das!\253)]TJ 11.956 -15.227 Td [(Wieder)-454(erhoben)-454(sich)-455(die)-454(H\344nde)-454(und)-454(diesmal)-454(z\366gerte)-454(Rosi)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht,)-250(sich)-250(dem)-250(Schwure)-250(anzuschlie\337en.)]TJ 11.956 -15.227 Td [(\273Nun)-268(haben)-268(wir)-268(uns)-268(f\374r)-268(ewig)-268(verbunden!\253)-268(nahm)-268(Orla)-268(wieder)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-354(Wort,)-381(\273und)-354(jede)-354(von)-355(uns)-354(wird)-354(ihren)-354(Eid)-355(halten,)-380(damit)-354(wir)]TJ 0 -13.55 Td [(indes)-201(stets)-201(desselben)-202(gedenken,)-211(mache)-201(ich)-201(euch)-201(einen)-201(Vorschlag.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wir)-442(wollen)-442(zur)-442(Erinnerung)-442(an)-442(diese)-442(heilige)-442(Stunde)-441(einfache,)]TJ 0 -13.549 Td [(silberne)-293(Ringe)-293(anfertigen)-292(lassen,)-304(die)-292(wir)-293(an)-293(dem)-293(kleinen)-292(Finger)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-322(linken)-323(Hand)-322(tragen.)-467(Jede)-323(von)-322(uns)-322(erh\344lt)-323(einen)-322(solchen)-322(und)]TJ 0 -13.549 Td [(tr\344gt)-250(ihn)-250(bis)-250(zu)-250(ihrer)-250(Sterbestunde.\253)]TJ 11.956 -15.228 Td [(\273Bis)-630(zu)-630(ihrer)-630(Sterbestunde!\253)-630(sprach)-630(Flora)-630(langsam)-629(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(elegisch)-250(nach.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Die)-242(Ringidee)-242(wurde)-243(von)-242(allen)-242(reizend,)-244(famos)-242(und)-242(entz\374ckend)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gefunden)-440(und)-440(mit)-439(Begeisterung)-440(angenommen.)-819(Orla,)-488(die)-439(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-247(erhabenen)-247(Platze)-246(heruntergesprungen)-247(war,)-248(wurde)-246(umringt)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-537(mit)-537(schmeichelhafter)-536(Anerkennung)-537(\374berh\344uft.)-1110(Melanie)]TJ 0 -13.55 Td [(prophezeite)-376(ihr)-375(geradezu)-376(eine)-376(gro\337e)-375(Zukunft)-376(als)-375(Rednerin,)-407(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(habe)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.324 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(furchtbar)-250(reizend)]TJ/F22 10.9091 Tf 74.814 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(gesprochen.)]TJ -96.175 -16.626 Td [(Alle)-380(befanden)-380(sich)-380(\374brigens)-380(in)-380(einer)-380(gehobenen)-379(Stimmung,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-383(fielen)-384(sich)-383(in)-384(die)-383(Arme,)-417(k\374\337ten)-383(sich)-384(und)-383(versicherten)-383(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(gegenseitig)-268(der)-267(z\344rtlichsten)-268(Freundschaft,)-272(die)-268(nur)-267(mit)-268(dem)-267(Tode)]TJ 0 -13.549 Td [(enden)-250(k\366nne.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Sie)-242(glaubten)-243(ganz)-242(ernst)-242(an)-243(ihre)-242(Versprechungen,)-244(kein)-242(Zweifel)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vergiftete)-553(ihre)-553(unschuldsvolle)-552(Zuversicht.)-1159(Der)-553(Mond)-552(lugte)]TJ 0 -13.549 Td [(wischen)-445(den)-445(Zweigen)-445(hindurch)-445(und)-445(blickte)-445(wie)-445(spottend)-445(mit)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([206])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(einem)-217(Auge)-217(auf)-217(das)-217(r\374hrende)-217(Schauspiel.)-239(Vielleicht)-217(verstand)-216(ihn)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-238(alte)-238(Baum,)-241(vielleicht)-238(bedeutete)-238(das)-238(leise)-238(Rauschen)-238(in)-238(seinem)]TJ 0 -13.549 Td [(Wipfel)-288(die)-287(Antwort:)-326(Du)-287(Zweifler)-288(da)-288(oben,)-297(spotte)-287(nicht)-288(\374ber)-287(die)]TJ 0 -13.549 Td [(gl\344ubigen)-396(Kinder.)-686(Wei\337t)-396(du)-396(nicht,)-432(da\337)-395(es)-396(immer)-395(so)-396(war)-395(und)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-245(so)-245(sein)-245(wird?)-248(Die)-245(Tr\344ume)-245(der)-245(Jugend)-245(geh\366ren)-245(zur)-244(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Brust,)-413(wie)-381(der)-381(Tau)-380(zur)-381(Rose.)-642(Entt\344uschung)-381(und)-380(N\374chternheit)]TJ 0 -13.549 Td [(t\366ten)-250(fr\374h)-250(genug)-250(diese)-250(Bl\374ten)-250(der)-250(kurzen)-250(Maienzeit.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Orla,\253)-164(sagte)-164(Flora,)-182(als)-164(sie)-164(langsam)-164(in)-164(das)-164(Haus)-164(zur\374ckkehrten,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273auch)-281(ich)-281(m\366chte)-281(einen)-281(Vorschlag)-281(machen.)-343(Wenn)-281(eine)-281(von)-281(uns)]TJ 0 -13.55 Td [(Freundinnen,)-409(die)-378(wir)-377(uns)-378(bis)-377(in)-378(den)-377(Tod)-378(verbunden)-377(haben,)-409(in)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-295(Bund)-295(der)-294(heiligen)-295(Ehe)-295(tritt,)-306(so)-295(soll)-294(es)-295(ihre)-295(Pflicht)-295(sein,)-305(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Genossinnen)-250(zu)-250(diesem)-250(hohen)-250(Feste)-250(einzuladen.\253)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ja,\253)-215(sti)1(mmte)-215(Orla)-215(bei,)-221(\273das)-215(ist)-214(ein)-215(guter)-214(Gedanke,)-222(wir)-214(wollen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(denselben)-250(mit)-250(einem)-250(Handschlag)-250(besiegeln.\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(Sie)-596(schlossen)-597(einen)-596(Kreis)-597(und)-596(reichten)-597(sich)-596(die)-596(H\344nde,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(verzogen)-322(auch)-321(keine)-322(Miene)-321(dabei.)-465(Nur)-322(Ilse)-321(konnte)-322(das)-321(Lachen)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-322(lassen,)-339(die)-322(Hochzeitsgedanken)-321(kamen)-322(ihr)-321(gar)-322(zu)-321(komisch)]TJ 0 -13.549 Td [(vor.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ich)-216(trete)-216(zwar)-216(niemals)-217(in)-216(den)-216(Bund)-216(der)-216(heiligen)-216(Ehe,)-223(aber)-216(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gebe)-250(doch)-250(mein)-250(Handschlag)-250(zu)-250(die)-250(Einladung,\253)-250(neckte)-250(Nellie.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Spotte)-392(nicht)-391(\374ber)-392(so)-391(ernste)-392(Dinge,\253)-391(sprach)-392(Flora)-391(z\374rnend.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Wir)-250(sind)-250(nicht)-250(aufgelegt)-250(zu)-250(deinen)-250(Scherzen.\253)]TJ 11.956 -14.84 Td [(\273O,)-550(ich)-551(scherz)]TJ/F22 10.9091 Tf 69.258 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.636 0 Td [(gar)-550(nix,)-626(aber)-550(wie)-550(soll)-551(ein)-550(arm)]TJ/F22 10.9091 Tf 148.027 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.637 0 Td [(h\344\337lich)]TJ -248.514 -13.55 Td [(Engl\344nderin)-235(mit)-236(sehr)-235(viel)-235(Sommerspross)]TJ/F22 10.9091 Tf 176.925 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.199 0 Td [(auf)-235(der)-236(Nas)]TJ/F22 10.9091 Tf 49.958 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.2 0 Td [(ein)-235(Mann)]TJ -239.282 -13.549 Td [(bekommen?\253)]TJ 11.956 -14.84 Td [(Diese)-305(komische)-305(Bemerkung)-304(verscheuchte)-305(den)-305(Ernst)-305(von)-304(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(jugendlichen)-250(Stirnen)-250(und)-250(Scherz)-250(und)-250(Frohsinn)-250(kehrten)-250(zur\374ck.)]TJ 11.956 -14.841 Td [(Ehe)-250(sich)-250(Flora)-250(zur)-250(Ruhe)-250(begab,)-250(schrieb)-250(sie)-250(in)-250(ihr)-250(Tagebuch:)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([207])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.84 Td [(\273Welch)-363(ein)-364(gro\337er,)-392(ereignisvoller)-363(Tag!)-590(O,)-364(ich)-363(zittere)-363(noch,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wenn)-542(ich)-543(daran)-542(denke!)-1127(Mondschein!)-1127(Rosenduft!)-1126(Linde!)]TJ 0 -13.549 Td [(Sang)-633(der)-633(Philomele!)-1398(Orla)-633(hinrei\337end)-633(gesprochen)-632(\050Meine)]TJ 0 -13.55 Td [(n\344chste)-377(Heldin)-378(Orla)-377(hei\337en!\051)-632(Freundschaftsb\374ndnis!)-632(Schwur!)]TJ 0 -13.549 Td [(Hochzeitsversprechen!)-463(\050Meine)-321(entz\374ckende)-321(Idee!\051)-462(Handschlag)]TJ 0 -13.549 Td [(darauf!)-293(Wie)-265(hei\337t)-264(die)-264(Hochbegl\374ckte,)-268(die)-265(zuerst)-264(denselben)-264(l\366st?)]TJ 0 -13.549 Td [(Schicksal,)-393(du)-364(dunkles,)-392(la\337)-364(mich)-364(den)-364(Schleier)-364(heben!)-592(Giebt)-364(es)]TJ 0 -13.549 Td [(Ahnungen,)-250(sollt)]TJ/F22 10.9091 Tf 69.698 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(ich?)]TJ/F22 10.9091 Tf 20.902 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -90.459 -14.841 Td [(Sie)-369(legte)-368(die)-369(Feder)-369(nieder,)-398(schlo\337)-369(das)-368(Buch)-369(und)-369(verbarg)-368(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(tief)-465(in)-464(ihrem)-465(Kommodenkasten.)-893(Ihre)-465(Hand)-464(zitterte)-465(und)-464(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Gedanken)-289(verwirrten)-288(sich.)-366(Sie)-289(legte)-288(sich)-289(nieder)-288(und)-289(schlief)-288(ein.)]TJ 0 -13.549 Td [(Tr\344umend)-250(sah)-250(sie)-250(sich)-250(im)-250(Brautkranz)-250(und)-250(wei\337en)-250(Atlaskleide.)]TJ 128.982 -18.26 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.026 -18.259 Td [(Die)-462(acht)-461(Wochen,)-515(oder)-461(wie)-462(Nellie)-461(sagte:)-673(\273vierundf\374nfzig)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Tage\253,)-319(waren)-305(vor\374bergegangen.)-416(Der)-306(erste)-305(September)-305(brach)-305(an.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellie)-183(hatte)-183(die)-184(ganze)-183(Nacht)-183(nicht)-183(schlafen)-183(k\366nnen)-183(vor)-183(Herzeleid,)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-380(Abschied)-381(von)-380(der)-381(geliebten)-380(Freundin)-380(raubte)-381(ihr)-380(die)-380(Ruhe.)]TJ 0 -13.549 Td [(Auch)-261(Ilse)-261(war)-260(es)-261(gleich)-261(ergangen)-261(und)-261(es)-260(war)-261(r\374hrend,)-264(wie)-260(beide)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen)-335(bem\374ht)-336(waren,)-356(ihre)-336(Schlaflosigkeit)-335(und)-335(ihre)-335(Thr\344nen)]TJ 0 -13.55 Td [(sich)-250(gegenseitig)-250(zu)-250(verbergen.)]TJ 11.956 -14.84 Td [(Als)-324(der)-325(Morgen)-324(anbrach,)-343(hielt)-324(Nellie)-325(es)-324(nicht)-324(mehr)-324(aus.)-473(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(stand)-250(auf,)-250(warf)-250(ihr)-250(Morgenkleid)-250(\374ber)-250(und)-250(schlich)-250(an)-250(Ilses)-250(Bett.)]TJ 11.956 -14.84 Td [(\273Wachst)-325(du?\253)-324(fragte)-325(sie,)-343(als)-324(dieselbe)-325(sie)-324(mit)-325(offenen)-324(Augen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ansah,)-350(\273das)-330(ist)-330(sch\366n,)-350(nun)-330(k\366nnen)-330(wir)-330(noch)-330(eine)-330(ganze)-329(Stunde)]TJ 0 -13.549 Td [(plaudern,)-250(es)-250(hat)-250(eben)-250(F\374nf)-250(geschlagen.\253)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Sie)-161(setzte)-160(sich)-161(auf)-161(Ilses)-161(Bettrand)-160(und)-161(ergriff)-161(deren)-161(beide)-160(H\344nde,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-383(als)-384(sie)-383(aufblickte)-384(und)-383(Thr\344nen)-383(in)-384(Ilses)-383(Augen)-383(schimmern)]TJ 0 -13.549 Td [(sah,)-239(da)-237(war)-237(es)-237(aus)-237(mit)-237(ihrer)-236(k\374nstlichen)-237(Fassung.)-246(Sie)-237(beugte)-236(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-316(der)-315(Freundin)-316(nieder)-315(und)-316(indem)-315(sich)-315(beide)-316(fest)-315(umschlungen)]TJ 0 -13.55 Td [(hielten,)-250(vermischten)-250(sich)-250(ihre)-250(hei\337en)-250(Thr\344nen.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([208])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -15.856 Td [(\273O,)-346(Ilse!)-538(Wie)-346(einsam)-346(wird)-346(es)-346(sein,)-370(wenn)-346(dein)-346(Bett)-346(leer)-345(ist!)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Oder)-388(wenn)-389(ein)-388(anderer)-388(Gesicht)-389(mir)-388(daraus)-388(ansieht,)-423(o,)-423(ich)-388(bin)]TJ 0 -13.55 Td [(sehr,)-250(sehr)-250(traurig!\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Ilse)-231(hatte)-231(sich)-231(aufgerichtet)-231(und)-231(dr\374ckte)-231(die)-231(Weinende)-231(innig)-231(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich.)-250(Zu)-250(sprechen)-250(vermochte)-250(sie)-250(nicht,)-250(es)-250(war)-250(ihr)-250(zu)-250(weh.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Wir)-209(sehen)-210(uns)-209(bald)-209(wieder,\253)-209(sprach)-210(sie)-209(endlich)-209(mit)-209(zitternder)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Stimme)-372(und)-371(versuchte)-372(Nellie)-371(zu)-372(tr\366sten.)-615(\273Du)-371(besuchst)-372(uns)-371(in)]TJ 0 -13.549 Td [(Moosdorf;)-250(den)-250(ganzen)-250(Winter)-250(\374ber)-250(wirst)-250(du)-250(bei)-250(uns)-250(bleiben.\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Nellie)-442(sch\374ttelte)-441(ungl\344ubig)-442(den)-442(Kopf.)-825(\273Das)-441(wird)-442(nix,)-489(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(werde)-237(nicht)-238(Erlaubnis)-237(bekommen)-238(zu)-237(ein)-238(so)-237(lang)]TJ/F22 10.9091 Tf 209.009 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.223 0 Td [(Besuch.)-246(Meine)]TJ -215.232 -13.549 Td [(Zeit)-325(ist)-324(Ostern)-324(vorbei,)-344(dann)-324(hei\337t)-325(es:)-399(fort)-324(aus)-325(der)-324(Pension!)-473(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(mu\337)-359(ein)]TJ/F22 10.9091 Tf 36.643 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.55 0 Td [(Stell)]TJ/F22 10.9091 Tf 20.007 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.55 0 Td [(annehmen)-359(und)-359(Kinder)-359(Unterricht)-359(geben.)-577(Aber)]TJ -71.75 -13.55 Td [(ich)-345(wei\337)-346(noch)-345(nicht)-345(viel)-346(und)-345(mu\337)-345(sehr)-346(flei\337ig)-345(lernen,)-369(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(Raimar)-250(sagt)-250(es)-250(alle)-250(Tage.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Aber)-256(die)-257(Michaelisferien)-256(darfst)-256(du)-257(gewi\337)-256(bei)-256(uns)-256(zubringen.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Meine)-369(Eltern)-369(werden)-369(selbst)-369(an)-369(Fr\344ulein)-369(Raimar)-369(schreiben)-368(und)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-308(dringend)-307(darum)-308(bitten,)-322(sie)-308(wird)-307(es)-308(ihnen)-308(nicht)-307(abschlagen,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(entgegnete)-250(Ilse.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Es)-250(geht)-250(nicht,)-250(ich)-250(mu\337)-250(lernen!\253)]TJ 0 -15.857 Td [(Ilse)-373(sah)-373(die)-374(Freundin)-373(traurig)-373(und)-373(bedauernd)-374(an.)-619(\273Wenn)-373(du)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wirklich)-418(eine)-417(Gouvernante)-418(werden)-418(mu\337t,)-459(Nellie,)-460(so)-417(versprich)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-256(fest)1(,)-257(da\337)-256(du)-255(all)]TJ/F22 10.9091 Tf 82.366 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.42 0 Td [(deine)-255(Ferien)-256(bei)-255(uns)-256(in)-255(Moosdorf)-256(zubringen)]TJ -88.786 -13.55 Td [(willst.)-250(Meine)-250(Heimat)-250(soll)-250(auch)-250(die)-250(deinige)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(Mit)-434(einem)-435(Handschlage)-434(wurde)-435(dies)-434(Versprechen)-434(besiegelt.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273Du)-243(bist)-243(sehr)-243(gut,)-244(Ilse,)-244(ich)-243(werde)-243(nie)-243(wieder)-243(ein)-243(M\344dchen)-242(lieben)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-336(dir.)-507(Vergi\337)-336(mir)-335(nie!)-508(Sieh)-335(dieser)-336(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 189.657 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.295 0 Td [(silbern)]TJ/F22 10.9091 Tf 29.695 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.295 0 Td [(Ring)-336(recht)]TJ -233.942 -13.55 Td [(oft)-265(an)-266(und)-265(denk)]TJ/F22 10.9091 Tf 68.673 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.527 0 Td [(dabei)-265(immer)-266(an)-265(dein)]TJ/F22 10.9091 Tf 89.88 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.527 0 Td [(Nellie,)-269(die)-265(in)-266(Einsamkeit)]TJ -171.607 -13.549 Td [(zur\374ckgeblieben)-250(ist.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Nicht)-306(einsam,\253)-306(tr\366stete)-306(Ilse,)-321(\273sie)-306(haben)-306(dich)-306(alle)-306(so)-306(lieb)-306(im)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Institute.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([209])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(\273Und)-258(wenn)-258(ich)-259(fort)-258(bin,)-260(aus)-258(der)-258(Auge,)-261(aus)-258(der)-258(Sinn,)-260(dann)-258(bin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-250(fremd)-250(f\374r)-250(sie.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Nein,)-813(Nellie,)-814(du)-701(wirst)-700(Fr\344ulein)-701(Raimar)-701(und)-700(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(G\374ssow)-501(nie)-500(eine)-501(Fremde)-501(sein!\253)-500(entgegnete)-501(Ilse)-501(mit)-500(vollster)]TJ 0 -13.549 Td [(Ueberzeugung.)-250(\273Sie)-250(haben)-250(dich)-250(furchtbar)-250(lieb!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273O)-479(ja,)-536(ich)-479(wei\337;)-479(aber)-479(sie)-479(sind)-479(nicht)-479(mehr)-479(in)-479(Jugend)-478(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(werden)-275(mir)-275(nie)-275(verstehn,)-282(wie)-275(du.)-325(Sie)-275(haben)-275(vergessen,)-281(wie)-275(man)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)-250(dumm)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.942 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Streich)-250(macht!)-250(Denkst)-250(du)-250(noch)-250(an)-250(der)-250(Apfelbaum?\253)]TJ -38.346 -14.163 Td [(Die)-288(Erinnerung)-287(an)-288(diese)-287(lustige)-288(Fahrt)-287(trocknete)-288(ihre)-287(Thr\344nen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-382(rief)-382(ein)-382(fr\366hliches)-383(L\344cheln)-382(auf)-382(ihre)-382(Lippen.)-646(Jede)-382(geringe)]TJ 0 -13.549 Td [(Kleinigkeit)-522(durchlebten)-523(sie)-522(in)-522(Gedanken)-522(noch)-523(einmal.)-1066(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(Spukgeschichte.)-336(Mi\337)-278(Lead)-278(in)-279(ihrem)-278(wunderbaren)-279(Aufzuge.)-335(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(Stiefelspitze,)-295(die)-286(sie)-286(beinahe)-286(verriet,)-295(ach,)-295(und)-286(die)-286(Angst,)-295(die)-285(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(ausgestanden!)]TJ/F22 10.9091 Tf 65.218 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.412 0 Td [(\273Und)-271(es)-271(war)-271(doch)-271(sch\366n!\253)-271(rief)-272(Nellie)-271(aus,)-276(\273ich)]TJ -73.63 -13.549 Td [(w\374nsche,)-250(da\337)-250(wir)-250(noch)-250(einmal)-250(alles)-250(machen)-250(k\366nnten!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Wenn)-252(du)-253(nach)-252(Moosdorf)-253(kommst,\253)-252(sagte)-253(Ilse,)-253(\273dann)-252(wollen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wir)-357(in)-357(die)-357(B\344ume)-357(klettern)-357(nach)-357(Herzenslust!)-571(Du)-357(wirst)-357(es)-357(bald)]TJ 0 -13.549 Td [(lernen!)-480(O,)-326(es)-327(wird)-326(dir)-326(bei)-327(uns)-326(gefallen!)-480(Wir)-326(haben)-327(ein)-326(gro\337es,)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\366nes)-503(Wohnhaus)-503(mit)-503(T\374rmchen)-504(und)-503(S\366llern,)-566(fast)-503(wie)-503(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(Schlo\337.)-381(Du)-380(wirst)-380(dein)-381(Zimmer)-380(dicht)-381(neben)-380(mir)-381(haben,)-413(das)-380(ist)]TJ 0 -13.55 Td [(doch)-321(reizend,)-339(nicht)-321(wahr?)-463(Ich)-321(fahre)-321(dich)-321(alle)-321(Tage)-321(mit)-321(meinen)]TJ 0 -13.549 Td [(Ponies)-250(spazieren,)-250(und)-250(Hunde)-250(haben)-250(wir)-250(zum)-250(Entz\374cken!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(So)-268(plauderte)-268(Ilse)-267(von)-268(der)-268(Heimat)-268(und)-268(schilderte)-268(der)-267(Freundin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lebhaft)-287(und)-287(feurig)-287(die)-287(dortigen)-287(Herrlichkeiten.)-361(Auf)-287(diese)-286(Weise)]TJ 0 -13.549 Td [(kamen)-464(sie)-464(f\374r)-464(den)-463(Augenblick)-464(\374ber)-464(das)-464(Weh)-464(des)-463(Abschieds)]TJ 0 -13.549 Td [(hinweg,)-587(die)-519(Aussicht)-519(auf)-520(ein)-519(nicht)-519(allzufernes)-519(Wiedersehen)]TJ 0 -13.549 Td [(vers\374\337te)-250(ihren)-250(herben)-250(Trennungsschmerz.)]TJ/F22 10.9091 Tf 185.706 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -173.75 -14.163 Td [(Wenige)-511(Stunden)-511(sp\344ter)-511(stand)-511(Ilse)-511(reisefertig)-511(vor)-511(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Raimar)-387(und)-387(sagte)-387(ihr)-386(Lebewohl.)-661(Die)-387(Vorsteherin)-387(hielt)-387(sie)-386(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Arme)-250(und)-250(redete)-250(liebevoll)-250(auf)-250(sie)-250(ein.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([210])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(\273Es)-647(thut)-647(mir)-646(leid,)-747(da\337)-646(dein)-647(Vater)-647(verhindert)-646(ist,)-746(dich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(abzuholen,\253)-500(sagte)-500(sie,)-562(\273nun)-500(mu\337t)-499(du)-500(die)-500(weite)-500(Reise)-499(allein)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(machen!)-517(Gern)-340(h\344tte)-339(ich)-339(ihn)-339(auch)-339(noch)-339(einmal)-339(gesprochen)-339(und)]TJ 0 -13.549 Td [(mancherlei)-316(mitgeteilt,)-331(was)-316(ich)-315(nun)-316(schriftlich)-315(thun)-316(mu\337te.)-446(Wie)]TJ 0 -13.549 Td [(erstaunt)-462(wird)-463(er)-462(sein,)-516(wenn)-462(er)-463(dich)-462(wiedersieht,)-516(er)-462(wird)-462(die)]TJ 0 -13.549 Td [(fr\374here)-230(Ilse)-230(gar)-229(nicht)-230(wieder)-230(erkennen!)-243(Wei\337t)-230(du)-230(wohl)-230(noch,)-233(wie)]TJ 0 -13.55 Td [(ungern)-250(du)-250(damals)-250(zu)-250(uns)-250(kamst?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Verzeihen)-293(Sie)-293(mir,\253)-294(bat)-293(Ilse)-293(unter)-293(Thr\344nen,)-304(\273und)-293(vergessen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sie,)-250(wenn)-250(ich)-250(Sie)-250(kr\344nkte!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273O,)-310(rede)-309(nicht)-310(davon!)-429(Du)-309(bist)-310(uns)-310(allen)-309(eine)-310(liebe)-309(Sch\374lerin)]TJ -11.956 -13.549 Td [(geworden)-387(und)-386(ungern)-387(sehen)-386(wir)-387(dich)-386(scheiden.)-660(Ich)-387(hoffe,)-420(du)]TJ 0 -13.549 Td [(schreibst)-308(mir)-307(zuweilen,)-322(liebe)-308(Ilse,)-322(und)-307(giebst)-308(mir)-307(Nachricht,)-322(ob)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-389(gute)-390(Fortschritte)-389(in)-390(der)-389(Musik)-389(und)-390(besonders)-389(im)-389(Zeichnen)]TJ 0 -13.549 Td [(machst.)-225(Ich)-173(habe)-174(den)-173(Papa)-174(gebeten)-173(in)-174(diesem)-173(Briefe,\253)-174(sie)-173(\374bergab)]TJ 0 -13.55 Td [(Ilse)-371(denselben,)-401(\273da\337)-371(er)-371(dir)-371(noch)-371(in)-371(einigen)-371(F\344chern)-371(Nachhilfe)]TJ 0 -13.549 Td [(geben)-188(lassen)-188(m\366ge,)-200(besonders)-188(m\366ge)-188(er)-188(f\374r)-188(einen)-188(t\374chtigen)-187(Lehrer)]TJ 0 -13.549 Td [(im)-250(Zeichnen)-250(sorgen,)-250(da)-250(du)-250(viel)-250(Talent)-250(dazu)-250(habest.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Fr\344ulein)-244(G\374ssow)-244(trat)-243(ein)-244(und)-244(meldete,)-245(da\337)-244(der)-244(Wagen)-244(vor)-243(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Th\374re)-250(stehe,)-250(sie)-250(und)-250(Nellie)-250(begleiteten)-250(Ilse)-250(zur)-250(Bahn.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Leb)-413(wohl)-412(denn,)-453(mein)-413(Kind,\253)-412(sagte)-413(die)-412(Vorsteherin,)-453(\273und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wenn)-233(du)-233(einmal)-234(Sehnsucht)-233(nach)-233(der)-233(Pension)-233(bekommen)-233(solltest,)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-503(kehre)-503(zu)-503(uns)-502(zur\374ck,)-566(jederzeit)-503(wirst)-503(du)-503(uns)-503(von)-502(Herzen)]TJ 0 -13.55 Td [(willkommen)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Im)-624(Hausflur)-624(standen)-624(die)-624(Freundinnen)-624(versammelt.)-1372(Sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(umringten)-607(die)-608(Scheidende)-607(und)-608(reichten)-607(ihr)-607(Blumenstr\344u\337e.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nat\374rlich)-250(k\374\337ten)-250(und)-250(herzten)-250(sie)-250(sich)-250(unter)-250(Thr\344nen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Vergi\337)-246(uns)-246(nicht!\253)-246(\273Schreib)-246(bald!\253)-246(\273Ich)-246(habe)-246(dich)-245(furchtbar)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lieb)-383(gehabt!\253)-383(so)-383(und)-383(\344hnlich)-383(klang)-383(es)-382(durcheinander,)-417(und)-382(ehe)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilse)-273(in)-273(den)-273(Wagen)-273(stieg,)-278(fl\374sterte)-273(Flora)-273(ihr)-273(zu:)-296(\273Gedenke)-272(deines)]TJ 0 -13.549 Td [(Schwurs!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-300(Blumen)-299(werden)-300(dir)-300(l\344stig)-299(sein)-300(unterwegs,)-312(Ilse,\253)-299(meinte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-658(G\374ssow,)-760(die)-658(bereits)-658(mit)-658(Nellie)-658(im)-658(Wagen)-657(Platz)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([211])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.55 Td [(genommen)-317(hatte,)-333(\273la\337)-317(sie)-316(zur\374ck)-317(und)-317(nimm)-316(aus)-317(jedem)-316(Strau\337e)]TJ 0 -13.549 Td [(nur)-250(einige)-250(Bl\374mchen)-250(mit.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Aber)-289(welches)-289(junge)-290(M\344dchen)-289(w\374rde)-289(auf)-289(diesen)-289(vern\374nftigen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorschlag)-519(eingegangen)-520(sein!)-1058(Eine)-519(Abreise)-519(ohne)-519(Strau\337)-519(ist)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(gar)-405(keine)-406(richtige)-405(Abreise)-405(nach)-405(heutigem)-406(Begriffe.)-715(Nat\374rlich)]TJ 0 -13.549 Td [(sch\374ttelte)-350(Ilse)-350(den)-350(Kopf)-350(und)-350(sah)-350(das)-350(Fr\344ulein)-350(bittend)-350(an.)-550(\273Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(m\366chte)-250(sie)-250(so)-250(gern)-250(alle)-250(mitnehmen,\253)-250(sagte)-250(sie.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Aber)-616(wie?\253)-616(Darauf)-616(gab)-616(Rosi)-616(die)-616(Antwort.)-1348(Sie)-616(hatte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ein)-700(offenes)-699(K\366rbchen)-700(herbeigeholt)-700(und)-699(legte)-700(den)-699(ganzen)]TJ 0 -13.55 Td [(Blumenvorrat)-250(vorsichtig)-250(hinein.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(Und)-179(nun)-179(zogen)-179(die)-179(Pferde)-179(an;)-203(noch)-179(ein)-179(\273Lebewohl\253,)-193(ein)-179(letzter)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Abschiedsblick,)-221(ein)-214(Gr\374\337en)-213(mit)-214(dem)-214(Tuche)-214(und)-213(hinter)-214(ihr)-214(lag)-213(die)]TJ 0 -13.549 Td [(St\344tte,)-246(an)-245(der)-244(sie)-245(eine)-245(gl\374ckliche)-245(und)-245(lehrreiche)-244(Zeit)-245(verlebt.)-248(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(lehnte)-250(sich)-250(im)-250(Wagen)-250(zur\374ck)-250(und)-250(weinte)-250(laut.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Als)-323(die)-324(Damen)-324(am)-323(Bahnhofgeb\344ude)-324(anlangten,)-341(war)-324(der)-323(Zug)]TJ -11.956 -13.549 Td [(soeben)-319(eingefahren.)-456(Er)-319(hatte)-319(f\374nfzehn)-319(Minuten)-319(Aufenthalt)-318(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-544(G\374ssow)-544(hatte)-543(Zeit,)-617(ein)-544(passendes)-544(Koupee)-544(f\374r)-543(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(auszusuchen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Wo)-320(ist)-320(ein)-320(Damenkoupee?)-461(fragte)-320(sie)-320(den)-320(Schaffner,)-337(\273diese)]TJ -11.956 -13.55 Td [(junge)-250(Dame)-250(f\344hrt)-250(nach)-250(W.\253)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Hier!)-238(hier!\253)-214(rief)-214(es)-213(aus)-214(dem)-214(Fenster)-214(eines)-214(Koupees)-214(hinter)-213(ihr,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273hier)-250(k\366nnen)-250(junge,)-250(h\374bsche)-250(Damen)-250(Platz)-250(nehmen!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Das)-348(Fr\344ulein)-348(wandte)-348(den)-348(Kopf)-348(und)-348(blickte)-348(in)-348(ein)-348(fr\366hliches)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Studentenangesicht.)-888(Das)-463(Cerevisk\344ppchen)-463(sa\337)-462(ihm)-463(keck)-462(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(einem)-406(Ohre)-405(und)-406(kaum)-405(geheilte)-405(\273Schmisse\253)-406(schm\374ckten)-405(Kinn)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-387(Wange.)-660(Hinter)-387(ihm)-386(standen)-387(noch)-387(einige)-387(andre)-386(Studenten)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-276(lachten)-276(zu)-276(dem)-276(Scherze)-276(ihres)-276(Freundes.)-328(Laut)-276(und)-275(ungeniert)]TJ 0 -13.549 Td [(bewunderten)-250(sie)-250(die)-250(jungen)-250(M\344dchen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Entz\374ckend!)-951(Wunderbar!)-952(Fortuna)-484(mit)-484(dem)-483(F\374llhorne!\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(riefen)-296(sie)-296(den)-296(Damen)-296(nach,)-307(die)-296(sich)-296(eilig)-296(entfernten.)]TJ/F22 10.9091 Tf 235.587 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.683 0 Td [(Fr\344ulein)]TJ -244.27 -13.549 Td [(G\374ssow)-250(ergriff)-250(unwillk\374rlich)-250(Ilses)-250(Hand,)-250(die)-250(hocherr\366tet)-250(war.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([212])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.163 Td [(\273Wie)-256(unversch\344mt!\253)-256(sagte)-256(sie)-256(entr\374stet,)-257(\273wie)-256(konnten)-256(sie)-256(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wagen!)-243(Ach)-227(Ilse,)-232(ich)-228(bin)-228(in)-227(Sorge)-228(um)-227(dich!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 194.345 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.938 0 Td [(Und)-228(sie)-227(lie\337)-228(einen)]TJ -202.283 -13.549 Td [(recht)-251(besorgten)-250(Blick)-251(\374ber)-251(das)-251(junge)-250(M\344dchen)-251(hingleiten,)-251(das)-250(in)]TJ 0 -13.549 Td [(seinem)-243(schottischen)-242(Reisekleide,)-244(dem)-243(passenden)-242(Barett)-243(mit)-242(blau)]TJ 0 -13.549 Td [(schillerndem)-253(Fl\374gel)-253(an)-253(der)-253(Seite,)-254(\374beraus)-253(lieblich)-253(aussah.)]TJ/F22 10.9091 Tf 253.63 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.215 0 Td [(\273Du)]TJ -261.845 -13.55 Td [(reistest)-318(noch)-318(niemals)-318(allein,)-336(und)-318(jetzt)-318(mu\337t)-318(du)-318(ohne)-318(Schutz)-318(die)]TJ 0 -13.549 Td [(lange)-238(Fahrt)-237(machen.)-246(Wenn)-238(doch)-237(dein)-238(Papa)-237(dich)-238(abgeholt)-237(h\344tte!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([213])]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Das)-255(war)-255(nicht)-255(m\366glich!\253)-255(entgegnete)-255(Ilse.)-265(\273Er)-255(mu\337te)-254(daheim)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bleiben,)-317(um)-304(Mamas)-303(einzigen)-304(Bruder,)-317(der)-304(zehn)-303(Jahr)-304(in)-304(der)-303(Welt)]TJ 0 -13.549 Td [(umhergereist)-312(ist,)-328(heute)-313(zu)-312(begr\374\337en.)-437(Ich)-312(habe)-313(ihn)-312(selbst)-312(darum)]TJ 0 -13.549 Td [(gebeten,)-292(als)-284(er)-284(mir)-284(schrieb,)-293(da\337)-284(er)-284(trotzdem)-284(kommen)-284(wolle.)-351(Ich)]TJ 0 -13.55 Td [(bin)-340(auch)-340(gar)-340(nicht)-340(\344ngstlich,)-363(es)-340(ist)-340(ja)-340(heller)-340(Tag.)-520(Papa)-340(hat)-340(mir)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-194(die)-195(ganze)-194(Reiseroute)-194(so)-194(genau)-195(aufgeschrieben,)-205(da\337)-194(ich)-194(mich)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(irren)-250(kann.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Lies)-254(mir)-255(das)-254(noch)-255(einmal)-254(vor,\253)-254(sagte)-255(Fr\344ulein)-254(G\374ssow.)-263(\273Ich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(m\366chte)-335(dich)-334(gern)-335(mit)-335(meinen)-334(Gedanken)-335(begleiten.)-504(Du,)-355(Nellie,)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nntest)-250(indessen)-250(Ilses)-250(Handgep\344ck)-250(in)-250(das)-250(Koupee)-250(legen.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(Ilse)-319(nahm)-318(aus)-319(einem)-318(roten)-319(Ledert\344schchen,)-336(das)-318(sie)-319(an)-318(ihrem)]TJ -11.956 -13.55 Td [(G\374rtel)-250(befestigt)-250(an)-250(der)-250(Seite)-250(trug,)-250(einen)-250(Brief)-250(und)-250(las:)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Um)-466(elf)-466(Uhr)-466(Abfahrt)-467(von)-466(dort,)-520(um)-466(zwei)-466(Uhr)-466(Ankunft)-466(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M.)-357(Bis)-358(drei)-357(Uhr)-357(Aufenthalt)-358(daselbst.)-572(Dann)-357(Weiterfahrt)-357(o)-200(h)-200(n)-200(e)]TJ 0 -13.549 Td [(u)-200(m)-200(z)-200(u)-200(s)-200(t)-200(e)-200(i)-200(g)-200(e)-200(n)-241(bis)-240(Lindenhof.)-247(Um)-241(f\374nf)-240(Uhr)-241(langst)-240(du)-241(dort)-240(an,)]TJ 0 -13.55 Td [(steigst)-194(aus)-194(und)-193(wirst)-194(von)-194(meinem)-194(alten)-194(Freunde,)-205(Landrat)-193(Gontrau)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-337(seiner)-337(Frau,)-358(empfangen.)-511(Sie)-337(nehmen)-337(dich)-337(mit)-337(hinaus)-336(nach)]TJ 0 -13.549 Td [(Lindenhof,)-250(wo)-250(du,)-250(auf)-250(ihre)-250(dringenden)-250(Bitten,)-250(\374bernachtest.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Am)-453(andern)-453(Mittag)-453(f\344hrst)-453(du)-453(weiter)-453(und)-453(Gontrau)-453(hat)-452(mir)]TJ -11.956 -13.55 Td [(versprochen,)-246(dich)-245(sicher)-244(zur)-245(Bahn)-245(zu)-244(bef\366rdern)-245(und)-245(alles)-244(N\366tige)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-250(deine)-250(Weiterreise)-250(zu)-250(besorgen.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Vergi\337)-450(nicht,)-501(eine)-450(Photographie)-450(von)-451(mir)-450(in)-451(die)-450(Hand)-450(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nehmen;)-538(Gontraus,)-490(denen)-442(du)-442(ja)-442(unbekannt)-442(bist,)-490(werden)-442(dich)]TJ 0 -13.55 Td [(daran)-250(erkennen.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Hast)-285(du)-284(das)-285(Bild?\253)-284(fragte)-285(das)-284(Fr\344ulein,)-294(und)-284(als)-285(Ilse)-284(bejahte,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gab)-482(sie)-483(derselben)-482(noch)-483(mancherlei)-482(gute)-482(Lehren)-483(mit)-482(auf)-482(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Weg.)-623(\273Ich)-374(wei\337,)-374(du)-374(bist)-375(verst\344ndig)-374(und)-374(wirst)-374(auch)-374(vorsichtig)]TJ 0 -13.549 Td [(sein,)-325(aber)-310(du)-310(bist)-309(noch)-310(unerfahren)-310(und)-310(kennst)-310(die)-310(Welt)-310(und)-309(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Menschen)-293(nicht;)]TJ/F22 10.9091 Tf 76.322 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.654 0 Td [(es)-293(giebt)-294(Leute,)-304(die)-293(gar)-293(zu)-293(gern)-294(unsre)-293(ganzen)]TJ -84.976 -13.549 Td [(Lebensverh\344ltnisse)-290(herauslocken)-291(m\366chten)-290(und)-290(h\366chst)-290(geschickt)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-341(fragen)-342(verstehen;)-387(weiche)-341(ihnen)-342(soviel)-341(wie)-342(m\366glich)-341(aus)-341(und)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([214])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(sei)-459(h\366chst)-459(vorsichtig)-459(in)-458(deinen)-459(Aeu\337erungen.)-877(F\374r)-459(alle)-458(F\344lle)]TJ 0 -13.55 Td [(warne)-269(ich)-269(dich)-269(aber,)-274(in)-269(keiner)-269(Weise)-269(eine)-269(Aufmerksamkeit)-269(oder)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-297(Gef\344lligkeit,)-308(wenn)-296(sie)-297(dir)-296(\374berfl\374ssig)-297(erscheint,)-308(von)-296(einem)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Herrn,)-326(sei)-310(er)-311(jung)-311(oder)-310(alt,)-326(anzunehmen.)-432(Folge)-310(nur)-311(stets)-310(deiner)]TJ 0 -13.549 Td [(zur\374ckhaltenden)-473(Natur,)-529(liebes)-474(Herz,)-529(dann)-473(wirst)-473(du)-473(auch)-473(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Rechte)-250(thun.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Einsteigen!\253)-154(rief)-154(der)-155(Schaffner)-154(und)-154(unterbrach)-154(die)-154(liebevollen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ermahnungen)-539(der)-539(jungen)-540(Lehrerin.)-1117(Weinend)-539(umarmte)-539(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(dieselbe,)-195(und)-182(alles,)-195(was)-181(sie)-181(an)-182(Liebe)-181(und)-182(Dankbarkeit)-181(f\374r)-181(dieselbe)]TJ 0 -13.549 Td [(empfand,)-270(stammelte)-265(sie)-266(in)-266(zwei)-266(Worten)-265(m\374hsam)-266(hervor:)-281(\273Dank)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Dank)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.357 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -28.037 -14.368 Td [(\273Leb)]TJ/F22 10.9091 Tf 22.418 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.04 0 Td [(wohl)-221(denn,)-226(mein)-221(geliebtes)-221(Kind!\253)-220(entgegnete)-221(diese)-221(und)]TJ -40.414 -13.549 Td [(schlo\337)-250(ihr)-250(den)-250(Mund)-250(mit)-250(einem)-250(innigen)-250(Kusse.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Und)-591(Nellie?)-1274(Der)-591(Abschied)-591(von)-592(ihr)-591(war)-591(der)-591(schwerste)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Augenblick)-245(f\374r)-244(Ilse.)-249(\273Behalt)]TJ/F22 10.9091 Tf 124.087 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.302 0 Td [(mir)-245(lieb,\253)-244(bat)-245(sie)-245(kaum)-244(h\366rbar)-245(und)]TJ -130.388 -13.549 Td [(sah)-229(dabei)-230(so)-229(ungl\374cklich)-229(aus,)-233(als)-230(ob)-229(das)-229(Gl\374ck)-230(f\374r)-229(immer)-229(von)-229(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(scheide.)-248(Und)-244(Ilse)-244(hielt)-244(sie)-244(fest)-244(umschlungen)-244(und)-244(vermochte)-244(kein)]TJ 0 -13.549 Td [(Wort)-250(hervorzubringen,)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.698 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.181 0 Td [(dann)-250(ri\337)-250(sie)-250(sich)-250(los)-250(und)-250(stieg)-250(ein.)]TJ -98.924 -14.368 Td [(Im)-243(letzten)-243(Augenblicke)-243(stieg)-244(noch)-243(eine)-243(alte)-243(Dame)-243(mit)-243(wei\337en)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Locken)-341(ein.)-523(Sie)-341(war)-341(ganz)-341(au\337er)-341(Atem)-341(von)-340(dem)-341(eiligen)-341(Gehen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-414(schien)-415(etwas)-414(\344ngstlich)-415(und)-414(unbeholfen)-415(zu)-414(sein.)-743(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(G\374ssow)-229(war)-229(ihr)-229(beim)-230(Einsteigen)-229(behilflich)-229(und)-229(als)-229(der)-229(Schaffner)]TJ 0 -13.55 Td [(ihr)-319(Billett)-320(koupierte,)-337(erfuhr)-319(sie)-320(zu)-319(ihrer)-320(gro\337en)-319(Freude,)-337(da\337)-319(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Dame)-432(und)-433(Ilse)-432(die)-433(gleiche)-432(Reisetour)-432(hatten.)-798(Sie)-432(richtete)-432(die)]TJ 0 -13.549 Td [(herzliche)-413(Bitte)-413(an)-413(dieselbe,)-454(da\337)-412(sie)-413(das)-413(junge)-413(M\344dchen)-413(unter)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-497(Schutz)-497(nehmen)-497(m\366ge.)-992(Mit)-497(gr\366\337ter)-497(Liebensw\374rdigkeit)]TJ 0 -13.549 Td [(versprach)-250(dies)-250(die)-250(Dame.)]TJ 11.955 -14.368 Td [(Langsam)-343(setzte)-343(sich)-343(der)-342(Zug)-343(in)-343(Bewegung.)-529(Ilse)-343(lehnte)-342(zum)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Fenster)-282(hinaus)-282(und)-282(gr\374\337te)-282(mit)-282(dem)-282(Tuch)-281(die)-282(Zur\374ckbleibenden.)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.38 0 Td [(Schmerzlich)-268(bewegt)-268(blickte)-268(Fr\344ulein)-269(G\374ssow)-268(dem)-268(Zuge)-268(nach,)]TJ -8.38 -13.549 Td [(es)-229(war)-229(ihr,)-233(als)-229(ob)-228(er)-229(ein)-229(St\374ck)-229(von)-229(ihrem)-229(Herzen)-229(mit)-229(sich)-228(n\344hme!)]TJ 0 -13.55 Td [(Noch)-334(nie)-334(hatte)-334(sie)-333(mit)-334(so)-334(vieler)-334(Liebe)-334(und)-334(Hingebung)-334(sich)-333(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Erziehung)-463(einer)-463(Sch\374lerin)-463(gewidmet,)-516(noch)-463(nie)-463(hatte)-462(sie)-463(sich)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.023 0 Td [([215])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.549 Td [(durch)-392(den)-392(gl\374cklichen)-392(Erfolg)-391(so)-392(belohnt)-392(gef\374hlt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 228.443 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.73 0 Td [(Nun)-392(ging)]TJ -238.173 -13.549 Td [(sie)-340(fort)-339(und)-340(wer)-339(konnte)-340(sagen,)-362(ob)-339(sie)-340(das)-339(Kind)-340(je)-339(wiedersehen)]TJ 0 -13.549 Td [(werde?)]TJ 11.955 -14.368 Td [(\273Komm,\253)-336(wandte)-336(sie)-336(sich)-336(der)-336(laut)-336(schluchzenden)-336(Nellie)-337(zu,)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(trifft!)-377(Nun)-293(stecken)-292(Sie)-292(das)-293(Bild)-292(Ihres)-292(Papas)-293(nur)-292(getrost)-292(ein,)-303(wir)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-272(es)-272(nicht)-271(mehr)-272(n\366tig;)-283(jetzt)-271(werde)-272(ich)-272(Sie)-272(meinen)-271(Freunden)]TJ 0 -13.549 Td [(zuf\374hren!)-234(So)-201(viel)-201(Zeit)-201(habe)-201(ich)-201(bei)-201(meinem)-200(kurzen)-201(Aufenthalte!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-445(war)-445(sehr)-445(erfreut)-445(\374ber)-445(diesen)-445(wunderbaren)-445(Zufall,)-493(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(im)-297(Geplauder)-297(mit)-296(der)-297(liebensw\374rdigen,)-309(feingebildeten)-297(Frau)-296(Rat)]TJ 0 -13.549 Td [(verging)-294(ihr)-293(die)-294(Zeit)-293(mit)-293(Windesschnelle.)-381(Sie)-293(war)-294(ganz)-293(erstaunt,)]TJ 0 -13.55 Td [(als)-381(der)-380(Schaffner)-381(das)-380(Koupee)-380(\366ffnete)-381(und)-380(hineinrief:)-511(\273Station)]TJ 0 -13.549 Td [(M.!)-250(Sie)-250(m\374ssen)-250(aussteigen,)-250(meine)-250(Damen!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Schon!\253)-250(rief)-250(Ilse)-250(und)-250(griff)-250(nach)-250(ihren)-250(Sachen.)]TJ 0 -14.095 Td [(Frau)-286(Rat)-287(hatte)-286(sich)-287(auch)-286(erhoben)-287(und)-286(suchte)-287(ihr)-286(Handgep\344ck)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zusammen.)-593(Es)-365(geschah)-364(alles)-365(mit)-364(\344ngstlicher)-365(Hast,)-393(ihre)-364(H\344nde)]TJ 0 -13.55 Td [(zitterten)-262(etwas)-262(in)-261(nerv\366ser)-262(Aufregung.)-285(Eine)-262(Ledertasche,)-265(die)-261(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-173(oben)-172(herabnahm,)-188(entfiel)-172(ihrer)-173(Hand.)-224(Das)-173(Schlo\337)-172(an)-172(derselben)]TJ 0 -13.549 Td [(sprang)-374(auf)-375(und)-374(verschiedene)-374(kleine)-375(Gegenst\344nde)-374(kollerten)-374(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(Boden.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273O)-238(Gott!\253)-239(rief)-238(sie)-238(erschrocken,)-241(\273was)-238(habe)-239(ich)-238(da)-238(gemacht!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 263.22 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(Sie)-250(wollte)-250(sich)-250(b\374cken)-250(und)-250(lie\337)-250(eine)-250(Schachtel)-250(dabei)-250(fallen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Bitte,)-455(lassen)-414(Sie)-414(mich)-414(alles)-414(besorgen!\253)-414(beruhigte)-414(sie)-414(Ilse.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Schnell)-495(hatte)-494(sie)-495(alles)-494(aufgesucht)-495(und)-495(wieder)-494(in)-495(die)-494(Tasche)]TJ 0 -13.549 Td [(gethan.)-274(Das)-258(Portemonnaie)-258(der)-258(Frau)-258(Rat,)-260(das)-258(sich)-258(ebenfalls)-258(unter)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-207(herausgefallenen)-207(Dingen)-206(befand,)-216(steckte)-206(sie)-207(tief)-207(hinein)-207(in)-206(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Tasche,)-191(verschlo\337)-176(dieselbe)-176(vorsichtig)-177(und)-176(gab)-176(sie)-176(der)-176(ge\344ngsteten)]TJ 0 -13.549 Td [(Dame)-250(in)-250(die)-250(Hand.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([218])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.094 Td [(\273So,\253)-392(sagte)-392(sie,)-428(\273nehmen)-392(Sie)-393(das)-392(an)-392(sich,)-428(f\374r)-392(Ihre)-392(\374brigen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Sachen)-250(werde)-250(ich)-250(Sorge)-250(tragen.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Sie)-185(legte)-185(s\344mtliches)-185(Handgep\344ck)-185(zusammen)-185(auf)-185(den)-185(Sitz,)-198(stieg)]TJ -11.956 -13.55 Td [(dann)-209(hinaus,)-217(lie\337)-209(sich)-209(dasselbe)-209(von)-209(der)-209(Dame)-209(zureichen,)-217(\374bergab)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-348(einem)-349(bereitstehenden)-348(Packtr\344ger)-348(und)-349(half)-348(endlich)-348(der)-348(Frau)]TJ 0 -13.549 Td [(Rat)-250(vorsichtig)-250(die)-250(hohen)-250(Stufen)-250(hinabsteigen.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Danke,)-425(danke,)-424(liebes)-390(Kind,\253)-389(sagte)-390(diese.)-669(\273Wie)-389(umsichtig)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-245(verst\344ndig)-245(Sie)-245(alles)-245(besorgen!)-248(Ich)-245(h\344tte)-245(das)-245(bei)-245(Ihrer)-244(Jugend)]TJ 0 -13.549 Td [(kaum)-250(erwartet.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Ilse)-704(wunderte)-703(sich)-704(selbst)-704(dar\374ber,)-817(wer)-704(wei\337)-703(aber,)-817(ob)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihre)-488(Selbst\344ndigkeit)-488(sich)-488(so)-489(pl\366tzlich)-488(entwickelt)-488(h\344tte,)-547(wenn)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(die)-570(hilflose)-570(Art)-571(und)-570(Weise)-570(ihrer)-570(Begleiterin)-570(dieselbe)-570(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(herausgefordert)-539(h\344tte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 110.437 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.33 0 Td [(Ganz)-539(stolz)-538(hob)-539(sie)-538(den)-539(Kopf)-538(bei)]TJ -121.767 -13.549 Td [(diesem)-269(Lobe)-269(und)-270(w\374nschte:)-288(wenn)-269(Fr\344ulein)-269(G\374ssow)-269(doch)-269(gleich)]TJ 0 -13.549 Td [(dasselbe)-337(h\366ren)-337(k\366nnte!)-510(Sie)-337(hat)1(te)-337(so)-337(gro\337e)-337(Besorgnisse)-336(gehabt,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-211(jetzt)-212(war)-211(sie)-211(Besch\374tzerin,)-219(anstatt)-212(da\337)-211(sie)-211(besch\374tzt)-211(wurde!)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(Es)-259(war)-259(wirklich)-259(ein)-259(recht)-259(erhebendes)-259(Gef\374hl)-259(f\374r)-259(sie,)-261(leider)-259(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(langer)-250(Dauer!)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Als)-284(sie)-283(mit)-284(Frau)-283(Rat)-284(langsam)-283(dem)-284(Stationsgeb\344ude)-284(zuschri)1(tt,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(h\366rte)-427(sie)-427(laute)-427(Zurufe)-426(aus)-427(einem)-427(Koupee)-427(des)-427(noch)-426(haltenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Zuges.)-585(Ein)-361(fl\374chtiger)-362(Blick)-361(und)-361(sie)-362(hatte)-361(sofort)-362(die)-361(Studenten)]TJ 0 -13.549 Td [(erkannt.)-415(Ganz)-306(\344ngstlich)-305(ergriff)-305(sie)-305(den)-305(Arm)-305(der)-305(Dame,)-319(denn)-305(in)]TJ 0 -13.549 Td [(diesem)-366(Augenblick)-366(war)-367(all)-366(ihre)-366(frohe)-366(Sicherheit)-366(geschwunden)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-250(sie)-250(f\374hlte)-250(sich)-250(recht)-250(eines)-250(Schutzes)-250(bed\374rftig.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Leb)-793(wohl)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.544 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 14.109 0 Td [(leb)-793(wohl)]TJ/F22 10.9091 Tf 52.457 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 14.109 0 Td [(du)-793(s\374\337e)-794(Maid!)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.383 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 14.109 0 Td [(Nur)]TJ -263.666 -13.549 Td [(einen)-442(Abschiedsblick,)-491(reizendes)-442(Lockenk\366pfchen!\253)-442(riefen)-442(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Ueberm\374tigen,)-228(und)-222(als)-222(der)-222(Zug)-222(schon)-222(im)-222(Weiterfahren)-222(war,)-227(warf)]TJ 0 -13.549 Td [(einer)-399(von)-399(ihnen)-399(ihr)-399(eine)-399(herrliche)-399(Rose)-398(zu,)-437(sie)-399(fiel)-398(gerade)-399(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-250(F\374\337en.)]TJ 11.955 -14.25 Td [(Ilse)-354(wandte)-355(sich)-354(ab,)-381(sie)-355(wu\337te)-354(vor)-355(Scham)-354(und)-354(Verlegenheit)]TJ -11.955 -13.55 Td [(nicht,)-250(wohin)-250(sie)-250(den)-250(Blick)-250(wenden)-250(sollte.)]TJ 11.955 -14.25 Td [(\273Kannten)-250(Sie)-250(die)-250(jungen)-250(Herren?\253)-250(fragte)-250(Frau)-250(Rat.)]TJ/F22 10.9091 Tf 225.098 0 Td [(\023)]TJ/F16 7.9701 Tf 53.97 0 Td [([219])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.251 Td [(Ilse)-227(verneinte)-228(und)-227(erz\344hlte,)-232(da\337)-228(sie)-227(dieselben)-228(zum)-227(ersten)-227(Male)]TJ -11.955 -13.549 Td [(bei)-250(ihrer)-250(Abreise)-250(gesehen.)]TJ 11.955 -14.251 Td [(\273Ja,)-275(das)-269(ist)-270(lustiges)-270(Blut!\253)-269(meinte)-270(Frau)-270(Rat.)-309(\273Die)-270(ganze)-270(Welt)]TJ -11.955 -13.549 Td [(geh\366rt)-240(ihnen)-241(und)-240(man)-240(darf)-241(es)-240(ihnen)-240(nicht)-240(\374bel)-241(nehmen,)-242(wenn)-240(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(sich)-271(mehr)-272(herausnehmen)-271(als)-271(andre.)]TJ/F22 10.9091 Tf 157.348 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.415 0 Td [(Wollen)-271(Sie)-272(die)-271(Rose)-271(nicht)]TJ -165.763 -13.549 Td [(aufnehmen,)-250(Kind?\253)]TJ 11.955 -14.251 Td [(Ilse)-463(hatte)-462(wohl)-463(den)-462(Wunsch,)-516(aber)-463(sie)-462(sch\374ttelte)-463(doch)-463(den)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Kopf.)-355(\273Ich)-286(darf)-285(nicht,\253)-285(sagte)-285(sie,)-294(und)-285(Fr\344ulein)-285(G\374ssows)-285(Worte:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273keine)-200(Aufmerksamkeit)-201(von)-200(einem)-201(Herrn)-200(anzunehmen,\253)-200(standen)]TJ 0 -13.549 Td [(mahnend)-160(vor)-159(ihrer)-160(Seele.)]TJ/F22 10.9091 Tf 109.111 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.196 0 Td [(Der)-160(Werfer)-159(fuhr)-160(freilich)-160(auf)-159(und)-160(davon)]TJ -116.307 -13.55 Td [(und)-293(niemals)-292(h\344tte)-293(er)-292(erfahren,)-304(ob)-292(sie)-293(die)-293(Rose)-292(nahm)-293(oder)-292(nicht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.151 0 Td [(trotzdem)-247(schwankte)-247(sie)-248(nicht,)-248(ihre)-247(Gewissenhaftigkeit)-247(und)-247(das)]TJ -8.151 -13.549 Td [(eigne)-250(Bewu\337tsein)-250(waren)-250(die)-250(W\344chter,)-250(die)-250(sie)-250(zur\374ckhielten.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Frau)-517(Rat)-516(verstand)-517(sofort)-516(Ilses)-517(Benehmen)-516(und)-517(freute)-516(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374ber)-369(ihr)-369(Taktgef\374hl.)-607(\273Sie)-368(haben)-369(recht,)-399(Kind,\253)-369(sagte)-369(sie,)-398(\273und)]TJ 0 -13.549 Td [(eigentlich)-420(besch\344men)-420(Sie)-420(mich)-421(etwas.)-760(Aber)-420(ich)-420(dachte)-420(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(gleich)-264(daran,)-268(wer)-265(die)-264(Blume)-265(geworfen)-264(hat.)-293(Ich)-265(sah)-264(das)-264(herrliche)]TJ 0 -13.55 Td [(Prachtexemplar)-400(im)-401(Staube)-400(liegen)-401(und)-400(es)-401(that)-400(mir)-401(leid)-400(um)-400(die)]TJ 0 -13.549 Td [(unschuldige)-250(Rose.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Nach)-305(einer)-305(Stunde)-305(Aufenthalt)-306(fuhren)-305(die)-305(Damen)-305(weiter.)-415(Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte)-519(die)-520(Zeit)-519(ben\374tzt,)-587(eine)-519(Korrespondenzkarte)-519(an)-519(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(G\374ssow)-619(zu)-619(schreiben.)-1358(Als)-619(sie)-620(schrieb,)-711(meldete)-619(sich)-619(der)]TJ 0 -13.55 Td [(Abschiedsschmerz)-560(aufs)-560(neue.)-1180(Es)-560(verwischten)-560(sogar)-560(einige)]TJ 0 -13.549 Td [(Thr\344nen)-315(die)-316(frische)-315(Schrift;)-348(aber)-315(sie)-316(meldete,)-331(da\337)-316(ihr)-315(die)-315(Reise)]TJ 0 -13.549 Td [(bis)-248(jetzt)-248(furchtbar)-248(schnell)-248(vergangen)-248(sei,)-248(und)-248(Frau)-248(Rat)-248(w\344re)-248(eine)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(entz\374ckende)-250(Frau.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Die)-614(Erw\344hnte)-615(dachte)-614(ungef\344hr)-615(ebenso)-614(von)-615(ihrer)-614(jungen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Reisegef\344hrtin.)-1344(Sie)-615(hatte)-614(in)-615(der)-615(kurzen)-614(Zeit)-615(eine)-614(warme)]TJ 0 -13.55 Td [(Zuneigung)-197(zu)-197(derselben)-197(gefa\337t.)-233(Ilse)-197(war)-197(so)-197(ganz)-197(anders)-197(als)-197(all)-197(die)]TJ 0 -13.549 Td [(jungen)-247(M\344dchen)-247(ihrer)-247(Bekanntschaft.)-249(Sie)-247(verglich)-247(sie)-247(mit)-247(einem)]TJ 0 -13.549 Td [(sprudelnden)-227(Waldquell,)-231(dessen)-227(Wasserspiegel)-226(bis)-227(auf)-227(den)-226(klaren)]TJ 0 -13.549 Td [(Grund)-289(sehen)-288(l\344\337t.)-366(Wahr)-289(und)-288(offen)-289(und)-288(doch)-289(nicht)-288(geschw\344tzig,)]TJ 0 -13.549 Td [(nat\374rlich)-269(und)-269(ohne)-268(jede)-269(Ziererei.)-307(Und)-269(doch,)-273(wie)-269(h\374bsch)-269(war)-268(die)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([220])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.55 Td [(Kleine!)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.247 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.449 0 Td [(Frau)-366(Rat)-366(blickte)-367(mit)-366(innerer)-366(Freude)-366(in)-366(Ilses)-367(rosiges)]TJ -48.696 -13.549 Td [(Gesicht,)-525(in)-470(ihre)-470(braunen)-470(Augen,)-525(die)-470(ein)-470(so)-470(getreuer)-470(Spiegel)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-413(Seele)-413(waren;)-494(die)-413(sie)-412(traurig)-413(und)-413(thr\344nengef\374llt,)-453(fr\366hlich)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-212(schelmisch)-211(aufleuchten)-212(sah,)-220(und)-211(deren)-212(dunkle)-212(Wimpern)-211(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(sittsam)-250(senkten,)-250(als)-250(\374berm\374tige)-250(Studenten)-250(ihr)-250(huldigen)-250(wollten.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Nun)-267(sind)-268(wir)-267(in)-268(wenigen)-267(Minuten)-268(in)-267(Lindenhof)-268(und)-267(m\374ssen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(uns)-288(trennen,\253)-288(sagte)-288(Frau)-289(Rat.)-364(\273Es)-288(thut)-288(mir)-288(von)-289(Herzen)-288(leid,)-297(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(habe)-264(Sie)-265(sehr)-264(lieb)-264(gewonnen.)-293(Versprechen)-264(Sie)-264(mir)-264(fest,)-268(mich)-264(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(besuchen,)-238(wenn)-235(der)-236(Zufall)-235(Sie)-235(in)-235(die)-236(N\344he)-235(von)-235(L.)-235(f\374hren)-235(sollte.\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Ilse)-193(versprach)-193(das)-193(gern)-193(und)-193(gestand,)-204(da\337)-193(auch)-193(ihr)-193(das)-192(Scheiden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schwer)-283(werde.)-348(Frau)-283(Rat)-283(h\344tte)-282(so)]TJ/F22 10.9091 Tf 145.549 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(himmlisch)]TJ/F22 10.9091 Tf 46.069 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.717 0 Td [(verstanden,)-291(sie)-283(zu)]TJ -201.968 -13.55 Td [(tr\366sten.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Da)-244(sind)-245(wir)-244(schon!\253)-245(rief)-244(Frau)-244(Rat)-245(und)-244(steckte)-245(den)-244(Kopf)-244(zum)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fenster)-392(hinaus,)-426(um)-392(sich)-391(nach)-392(Gontraus)-391(umzusehn.)-675(Sie)-391(waren)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 311.038 548.934 Td [(215)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(nicht)-405(zu)-405(erblicken.)-716(Einige)-405(Bauernfrauen)-405(standen)-405(wartend)-405(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-215(Tragk\366rben)-216(da,)-222(sie)-216(wollten)-215(mit)-215(dem)-216(Zuge)-215(weiterfahren,)-222(das)]TJ 0 -13.549 Td [(war)-299(alles.)]TJ/F22 10.9091 Tf 46.678 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.719 0 Td [(Ilse)-299(hatte)-299(auch)-300(hinausgeschaut)-299(und)-299(als)-299(sie)-299(niemand)]TJ -55.397 -13.549 Td [(anwesend)-250(sah,)-250(der)-250(sie)-250(erwartete,)-250(wurde)-250(es)-250(ihr)-250(recht)-250(bange.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Ach!\253)-431(seufzte)-431(sie,)-477(\273was)-431(fange)-431(ich)-431(nun)-431(an!)-793(Ich)-431(bin)-431(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(verlassen)-367(hier!)-602(Lassen)-368(Sie)-367(mich)-367(mit)-368(Ihnen)-367(weiterfahren,)-396(liebe)]TJ 0 -13.549 Td [(Frau)-355(Rat,)-382(und)-355(nehmen)-355(Sie)-356(mich)-355(f\374r)-355(die)-355(eine)-356(Nacht)-355(auf.)-565(Bitte,)]TJ 0 -13.55 Td [(bitte!\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Wie)-276(gern)-275(th\344te)-276(ich)-276(das,)-282(mein)-275(Kind;)-289(aber)-276(das)-275(w\344re)-276(gegen)-275(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Bestimmung)-320(Ihrer)-320(Eltern.)-459(Gontraus)-320(werden)-319(noch)-320(kommen,)-337(auf)]TJ 0 -13.55 Td [(jeden)-172(Fall!)-224(Sie)-171(haben)-172(sich)-172(etwas)-171(versp\344tet,)-188(Sie)-171(k\366nnen)-172(es)-171(glauben.)]TJ 0 -13.549 Td [(Was)-191(w\374rden)-190(sie)-191(sagen,)-203(wenn)-190(Fr\344ulein)-191(Ilse)-191(davongeflogen)-190(w\344re?\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Ilse)-492(seufzte)-491(schwer)-492(und)-492(stieg)-491(aus.)-975(Ihr)-492(Gep\344ck,)-552(auch)-491(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Blumen,)-202(die)-191(trotz)-190(des)-190(h\344ufigen)-191(Besprengens)-190(mit)-190(frischem)-190(Wasser)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-341(K\366pfchen)-341(traurig)-341(h\344ngen)-341(lie\337en,)-364(hatte)-341(sie)-341(aus)-340(dem)-341(Koupee)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([221])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(gehoben,)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.374 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.75 0 Td [(nun)-394(stand)-393(sie)-394(da)-394(und)-393(sah)-394(sich)-394(hilflos)-393(nach)-394(beiden)]TJ -54.124 -13.549 Td [(Seiten)-250(um.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Machen)-414(Sie)-414(nicht)-414(ein)-414(so)-414(trostloses)-414(Gesicht,)-455(liebes)-413(Kind,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beruhigte)-267(die)-267(alte)-267(Dame,)-271(\273es)-267(w\344re)-267(ja)-267(noch)-267(immer)-267(kein)-267(Ungl\374ck,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-272(Gontraus)-271(durch)-272(irgend)-271(ein)-272(Mi\337verst\344ndnis)-271(Sie)-272(heute)-271(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(erwarteten!)-1036(In)-511(diesem)-512(Falle)-512(bestellen)-512(Sie)-512(einen)-512(Wagen)-511(im)]TJ 0 -13.549 Td [(Stationsgeb\344ude)-430(und)-430(fahren)-430(nach)-429(Lindenhof)-430(hinaus.)-790(In)-429(einer)]TJ 0 -13.55 Td [(guten)-225(Stunde)-224(sind)-225(Sie)-225(dort,)-229(und)-225(da\337)-225(Sie)-224(bei)-225(den)-225(lieben)-224(Menschen)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-250(offnen)-250(Armen)-250(empfangen)-250(werden,)-250(daf\374r)-250(stehe)-250(ich)-250(ein.\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Nein,)-254(nein!)-261(das)-254(thue)-253(ich)-254(nicht!)-260(Das)-254(w\374rde)-253(ich)-254(nicht)-253(wagen!\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(rief)-286(Ilse)-287(ganz)-286(erschrocken.)-359(\273Ich)-286(wei\337)-287(ja)-286(gar)-286(nicht,)-296(ob)-286(man)-286(mich)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-221(will!)-240(Ich)-221(kann)-221(doch)-221(nicht)-221(unbekannten)-221(Leuten)-221(in)-221(das)-221(Haus)]TJ 0 -13.549 Td [(fallen!\253)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Es)-230(leuchtete)-230(so)-230(etwas)-230(vom)-230(alten)-230(Trotze)-230(dabei)-230(aus)-230(ihren)-230(Augen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-224(die)-225(Oberlippe)-224(kr\344uselte)-224(sich)-224(in)-225(verd\344chtiger)-224(Weise.)-241(Frau)-224(Rat)]TJ 0 -13.549 Td [(l\344chelte)-250(\374ber)-250(den)-250(jugendlichen)-250(Ungest\374m.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Man)-239(will)-239(Sie)-239(haben,)-241(und)-239(fremde)-239(Leute)-239(sind)-239(es)-238(auch)-239(nicht,)-242(zu)]TJ -11.956 -13.55 Td [(denen)-266(Sie)-267(kommen,)-270(kleine)-266(Ungeduldige,\253)-267(sprach)-266(sie)-266(scherzhaft.)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Der)-250(Landrat)-250(ist)-250(ein)-250(sehr)-250(guter)-250(Freund)-250(Ihres)-250(Vaters.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Ilse)-300(konnte)-301(sich)-300(nicht)-301(dabei)-300(beruhigen,)-313(sie)-301(wurde)-300(sogar)-300(noch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(niedergeschlagener.)]TJ 11.956 -14.894 Td [(Als)-565(Frau)-564(Rat)-565(bemerkte,)-643(da\337)-564(sie)-565(nur)-564(noch)-565(f\374nf)-564(Minuten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beisammen)-250(sein)-250(w\374rden,)-250(f\374llten)-250(sich)-250(ihre)-250(Augen)-250(mit)-250(Thr\344nen.)]TJ 11.956 -14.894 Td [(\273Gehen)-270(Sie)-271(einmal)-270(schnell)-270(um)-270(das)-271(Geb\344ude,)-275(dort)-270(k\366nnen)-270(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-298(ganze)-298(Chaussee)-298(\374berblicken,)-310(die)-298(nach)-298(dem)-298(Rittergute)-298(f\374hrt.)]TJ 0 -13.549 Td [(Vielleicht)-250(sehen)-250(Sie)-250(den)-250(Wagen)-250(kommen.\253)]TJ 11.956 -14.894 Td [(Sie)-288(that,)-298(wie)-288(ihr)-288(geraten)-288(wurde.)-365(Im)-288(vollen)-288(Laufen)-288(\366ffnete)-288(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-276(Saffiant\344schchen)-276(und)-276(nahm)-275(Papas)-276(Bild)-276(heraus.)-328(\273Es)-276(ist)-275(zwar)]TJ 0 -13.549 Td [(doch)-327(vergeblich,\253)-327(dachte)-328(sie,)-346(\273aber)-327(ich)-327(will)-328(es)-327(f\374r)-327(alle)-327(F\344lle)-327(in)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-250(Hand)-250(nehmen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([222])]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Assessor)-200(Gontrau)-200(blieb)-200(stehen,)-210(etwas)-200(ratlos)-200(und)-200(nachdenklich.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Der)-396(Oberamtmann)-396(Macket)-396(hatte)-396(seinen)-396(Vater)-396(gebeten,)-433(da\337)-395(er)]TJ 0 -13.549 Td [(sofort)-369(bei)-368(Ilses)-369(Ankunft)-368(telegraphieren)-369(m\366ge,)-398(ob)-369(sie)-368(gl\374cklich)]TJ 0 -13.549 Td [(angekommen)-312(sei.)-435(Was)-312(sollte)-312(er)-312(jetzt)-312(thun?)-435(Es)-312(blieb)-312(ihm)-311(nichts)]TJ 0 -13.55 Td [(andres)-416(\374brig,)-458(als)-416(eine)-415(Depesche)-416(abzusenden)-416(mit)-416(den)-416(Worten:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Nicht)-250(angekommen!\253)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Eben)-342(im)-341(Begriffe,)-365(sich)-342(zu)-341(diesem)-342(Zwecke)-342(in)-341(das)-342(Bureau)-341(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begeben,)-339(fiel)-320(sein)-321(Blick)-321(auf)-321(einen)-321(Brief,)-338(der)-321(auf)-321(der)-321(Erde)-320(dicht)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-423(ihm)-423(lag.)-769(Er)-423(hob)-423(ihn)-423(auf)-423(und)-423(las)-423(die)-423(Aufschrift)-423(auf)-423(dem)]TJ 0 -13.55 Td [(ge\366ffneten)-253(Kouvert.)-260(Nicht)-254(wenig)-253(erstaunte)-253(er,)-254(als)-254(er)-253(die)-253(Adresse)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([224])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(las:)-279(\273Fr\344ulein)-265(Ilse)-265(Macket,\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 125.325 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.341 0 Td [(sonderbar!)-294(Der)-264(Schaffner)-265(und)-265(die)]TJ -133.666 -13.549 Td [(Leute)-328(hier)-329(haben)-328(kein)-329(Kind)-328(aussteigen)-329(sehen)-328(und)-329(doch)-328(mu\337)-328(es)]TJ 0 -13.549 Td [(angekommen)-250(sein!)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Wissen)-385(Sie)-384(nicht,)-419(wer)-384(den)-385(Brief)-385(verloren)-384(hat?\253)-385(wandte)-384(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-248(an)-248(eine)-248(Frau,)-249(die)-248(einen)-248(kleinen)-248(Obststand)-248(in)-248(der)-248(N\344he)-248(hatte.)]TJ 11.956 -14.532 Td [(\273Gesehen)-406(habe)-405(ich)-406(es)-406(gerade)-406(nicht,\253)-405(meinte)-406(die,)-445(\273aber)-405(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(junges)-373(Fr\344ulein)-373(mit)-372(Locken)-373(hat)-373(ihn)-373(gewi\337)-372(mit)-373(aus)-373(der)-372(Tasche)]TJ 0 -13.549 Td [(gezogen.)-404(Ich)-301(sah,)-315(da\337)-301(sie)-301(etwas)-301(herausnahm.)-404(Die)-302(dort)-301(war)-301(es,\253)]TJ 0 -13.549 Td [(unterbrach)-199(sie)-200(sich)-199(pl\366tzlich)-199(und)-200(zeigte)-199(auf)-199(Ilse,)-210(die)-199(um)-199(das)-199(ganze)]TJ 0 -13.549 Td [(Haus)-258(gegangen)-258(war)-259(und)-258(von)-258(der)-258(entgegengesetzten)-258(Seite)-258(gerade)]TJ 0 -13.55 Td [(hervortrat,)-250(als)-250(der)-250(Zug)-250(abfuhr.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Ihre)-385(alte)-384(Freundin)-385(gr\374\337te)-385(noch)-384(einmal)-385(z\344rtlich)-385(zum)-384(Fenster)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hinaus,)-273(machte)-268(auch)-268(allerhand)-268(bedeutungsvolle)-269(Zeichen,)-272(winkte)]TJ 0 -13.549 Td [(nach)-256(der)-255(andern)-256(Seite)-256(zu)-255(Leo)-256(hin\374ber,)]TJ/F22 10.9091 Tf 168.882 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.244 0 Td [(Ilse)-256(verstand)-255(nichts)-256(von)]TJ -177.126 -13.549 Td [(allem.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(H\366chst)-308(ungl\374cklich)-308(stand)-307(sie)-308(da)-308(und)-308(blickte)-308(dem)-308(Zuge)-307(nach,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(der)-396(ihre)-397(einzige)-396(Bekannte)-397(hier)-396(in)-397(die)-396(Ferne)-397(f\374hrte.)-689(\273Nun)-396(bin)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-248(verlassen!\253)-248(sprach)-248(sie)-248(f\374r)-248(sich,)-248(\273was)-248(soll)-248(ich)-248(nun)-248(anfangen!\253)]TJ 0 -13.549 Td [(Es)-275(war)-274(merkw\374rdig,)-281(wie)-275(ihre)-275(mutige)-274(Sicherheit)-275(ein)-275(so)-274(schnelles)]TJ 0 -13.549 Td [(Ende)-321(genommen)-321(hatte.)]TJ/F22 10.9091 Tf 106.9 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.958 0 Td [(Wie)-321(recht)-321(hatte)-322(Fr\344ulein)-321(G\374ssow)-321(mit)]TJ -115.858 -13.549 Td [(ihrer)-344(Besorgnis!)-533(Auf)-344(diesen)-344(Fall)-344(war)-344(sie)-344(gar)-344(nicht)-344(vorbereitet!)]TJ 0 -13.549 Td [(Was)-436(sollte)-435(sie)-436(nun)-436(beginnen?)-806(Am)-436(liebsten)-436(h\344tte)-435(sie)-436(wie)-435(ein)]TJ 0 -13.55 Td [(kleines)-389(Kind)-389(angefangen)-389(zu)-389(weinen,)-424(sie)-389(sch\344mte)-389(sich)-388(nur)-389(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(dem)-270(jungen,)-274(blonden)-269(Postbeamten,)-275(der)-269(zu)-270(einem)-269(Parterrefenster)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(hinauslehnte)-250(und)-250(sie)-250(neugierig)-250(beobachtete.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Aus)-540(ihrer)-541(peinlichen)-540(Ratlosigkeit)-541(schreckten)-540(sie)-540(pl\366tzlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eilige)-633(Schritte)-633(auf)-633(und)-633(gleich)-633(darauf)-633(erfolgte)-633(die)-632(Anrede:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Gn\344diges)-250(Fr\344ulein,)-250(ich)-250(bitte)-250(um)-250(einen)-250(Augenblick!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilse)-347(wandte)-347(den)-347(Kopf,)-371(und)-347(als)-347(ihr)-347(Auge)-347(fl\374chtig)-347(die)-347(Gestalt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eines)-237(jungen)-237(Mannes)-237(streifte,)-239(erfa\337te)-237(sie)-237(eine)-237(unnennbare)-236(Angst.)]TJ 0 -13.549 Td [(Was)-421(wollte)-422(er)-421(von)-421(ihr)]TJ/F22 10.9091 Tf 106.595 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.05 0 Td [(warum)-421(redete)-422(er)-421(sie)-421(an?)-764(Sie)-421(verlor)]TJ -116.645 -13.55 Td [(alle)-347(ruhige)-346(Fassung)-347(und)-346(nur)-347(der)-347(eine)-346(Gedanke)-347(beherrschte)-346(sie:)]TJ 0 -13.549 Td [(Du)-370(darfst)-370(ihn)-370(nicht)-370(anh\366ren!)]TJ/F22 10.9091 Tf 135.51 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.493 0 Td [(Als)-370(ob)-370(sie)-370(nichts)-370(geh\366rt)-371(habe,)]TJ/F16 7.9701 Tf 146.021 0 Td [([225])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(ging)-386(sie)-385(weiter,)-420(und)-385(als)-386(sie)-385(bemerkte,)-420(da\337)-385(sie)-386(verfolgt)-385(wurde,)]TJ 0 -13.549 Td [(beschleunigte)-407(sie)-407(ihre)-408(Schritte.)-721(Wie)-408(ihr)-407(das)-407(Herz)-407(klopfte)-407(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(Angst)-250(und)-250(Aufregung!)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Sie)-180(haben)-179(etwas)-180(verloren,)-194(gn\344diges)-179(Fr\344ulein,)-194(wollen)-180(Sie)-179(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-257(G\374te)-257(haben,)-259(mir)-257(einen)-257(Augenblick)-257(Geh\366r)-257(zu)-256(schenken!\253)-257(rief)]TJ 0 -13.55 Td [(er)-250(dringend.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Nun)-527(stand)-527(sie)-527(still,)-596(aber)-527(sie)-527(wagte)-527(nicht,)-596(sich)-527(nach)-527(ihm)]TJ -11.956 -13.549 Td [(umzusehen.)-343(Er)-280(ben\374tzte)-281(schnell)-281(diesen)-281(Moment)-281(und)-281(trat)-281(vor)-280(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(hin.)-415(Mit)-305(einem)-304(leichten,)-319(sp\366ttischen)-305(L\344cheln)-305(betrachtete)-305(er)-304(den)]TJ 0 -13.549 Td [(kleinen)-235(Backfisch,)-238(der)-235(so)-234(\344ngstlich)-235(und)-235(bl\366de)-235(vor)-235(ihm)-234(davonlief.)]TJ 0 -13.549 Td [(Schon)-369(schwebte)-369(ihm)-369(eine)-369(etwas)-369(ironische)-369(Bemerkung)-369(auf)-368(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Lippen,)-319(die)-305(er)-305(indes)-304(unterdr\374ckte,)-319(als)-305(er)-305(in)-305(das)-305(liebliche,)-318(rosige)]TJ 0 -13.549 Td [(Antlitz)-356(sah.)-566(Mit)-356(niedergeschlagenen)-356(Augen)-355(und)-356(in)-355(\344ngstlicher)]TJ 0 -13.549 Td [(Verlegenheit)-326(stand)-327(sie)-326(vor)-327(ihm.)]TJ/F22 10.9091 Tf 145.209 0 Td [(\023)-326(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 12.648 0 Td [(Wie)-326(eine)-327(Waldblume)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.372 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.194 0 Td [(hatte)]TJ -259.423 -13.549 Td [(Tante)-250(Rat)-250(zu)-250(ihm)-250(gesagt,)-250(jetzt)-250(wu\337te)-250(er,)-250(wen)-250(sie)-250(damit)-250(gemeint.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ich)-322(fand)-321(diesen)-322(Brief)-321(dort,\253)-322(sprach)-322(er,)-339(\273geh\366rt)-322(er)-321(vielleicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ihnen?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ein)-227(fl\374chtiger)-227(Blick)-226(belehrte)-227(Ilse,)-232(da\337)-226(er)-227(den)-227(Brief)-227(ihres)-226(Papas)]TJ -11.956 -13.549 Td [(in)-493(der)-492(Hand)-493(hielt.)-977(\273Ja,\253)-493(sagte)-492(sie,)-553(ziemlich)-493(besch\344mt)-492(\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-381(albernes)-380(Davonlaufen,)-414(\273er)-380(geh\366rt)-381(mir.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 197.954 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.607 0 Td [(Sie)-381(nahm)-380(ihn)-381(in)]TJ -207.561 -13.55 Td [(Empfang,)-250(ohne)-250(den)-250(jungen)-250(Mann)-250(anzusehen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Ich)-277(danke)-277(Ihnen,\253)-277(f\374gte)-278(sie)-277(noch)-277(hinzu)-277(und)-277(wollte)-277(mit)-277(einer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sch\374chternen)-250(Verbeugung)-250(weitergehen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Und)-304(war)-304(die)-304(Adresse)-304(an)-303(Sie)-304(gerichtet?\253)-304(fragte)-304(er)-304(weiter,)-317(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(da\337)-250(sie)-250(z\366gernd)-250(still)-250(stand.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Doch)-307(bevor)-306(er)-307(noch)-307(ihre)-306(Antwort)-307(abwartete,)-321(rief)-307(er)-306(pl\366tzlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(erfreut)-503(und)-504(lachend)-503(zugleich:)-757(\273Sie)]TJ/F22 10.9091 Tf 168.972 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.945 0 Td [(Sie)-503(sind)-504(Fr\344ulein)-503(Ilse)]TJ -179.917 -13.549 Td [(Macket!)-549(ich)-350(sehe)-350(die)-349(Photographie)-350(in)-350(Ihrer)-350(Hand!)-549(Das)-350(ist)-349(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(wundervoller)-250(Spa\337!\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Erstaunt)-188(blickte)-188(Ilse)-188(ihn)-189(an,)-200(und)-188(nun)-189(sah)-188(sie)-188(zum)-188(ersten)-188(Male)-188(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-251(h\374bsche,)-251(von)-251(der)-250(Sonne)-251(etwas)-251(gebr\344unte)-251(Gesicht)-251(des)-250(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Gontrau.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([226])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.368 Td [(\273Verzeihen)-365(Sie)-366(mein)-365(unschickliches)-366(Lachen,\253)-365(entschuldigte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-383(sich,)-415(\273aber)-383(Sie)-382(werden)-383(dasselbe)-383(verstehen,)-415(wenn)-383(ich)-382(Ihnen)]TJ 0 -13.549 Td [(Aufkl\344rung)-322(gegeben)-323(habe.)]TJ/F22 10.9091 Tf 122.09 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.971 0 Td [(Zuvor)-322(erlauben)-323(Sie,)-340(da\337)-322(ich)-323(mich)]TJ -131.061 -13.549 Td [(Ihnen)-267(vorstelle,)-271(mein)-267(Name)-267(ist)-267(Gontrau.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 184.765 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.366 0 Td [(Er)-267(hob)-267(den)-267(weichen)]TJ -193.131 -13.55 Td [(Filzhut)-458(ab)-458(und)-457(begr\374\337te)-458(sie)-458(in)-458(liebensw\374rdiger,)-509(ehrerbietiger)]TJ 0 -13.549 Td [(Weise.)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Gontrau!\253)-663(rief)-663(Ilse)-663(strahlend)-663(vor)-663(Freude,)-766(\273ist)]TJ/F22 10.9091 Tf 229.03 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(s)-663(wahr,)]TJ -244.619 -13.549 Td [(Gontrau?)-250(Aber)-250(Sie)-250(sind)-250(doch)-250(nicht)]TJ/F22 10.9091 Tf 153.916 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(doch)-250(nicht)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.48 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -204.077 -14.368 Td [(\273Der)-393(Landrat?\253)-393(erg\344nzte)-393(er)-393(ihre)-393(Frage.)-679(\273Nein,)-429(der)-393(bin)-392(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht,)-250(nur)-250(sein)-250(Sohn.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Ich)-286(war)-285(recht)-286(einf\344ltig,)-294(da\337)-286(ich)-286(Ihnen)-285(davonlief,\253)-286(sprach)-285(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(err\366tend,)-447(\273aber)-407(ich)-407(wu\337te)-407(nicht,)-447(wer)-407(Sie)-407(waren;)-486(ich)-407(hielt)-407(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-347(einen)-348(fremden)-347(Herrn,)-372(der)-348(mich)-347(ausfragen)-347(wollte.)-543(Ach,)-371(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(glauben)-420(nicht,)-462(wie)-420(ich)-420(mich)-420(ge\344ngstigt)-420(habe,)-462(als)-420(ich)-420(so)-419(ganz)]TJ 0 -13.549 Td [(allein)-347(hier)-347(stand!)-541(Wie)-347(ein)-347(verirrtes)-347(Kind)-346(kam)-347(ich)-347(mir)-347(vor,)-371(das)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-310(wei\337)-309(woher)-310(und)-309(wohin.)-429(Nun)-309(bin)-310(ich)-309(froh,)-325(furchtbar)-309(froh!)]TJ 0 -13.55 Td [(Aber)-215(wo)-214(sind)-215(Ihre)-215(Eltern?\253)-214(pl\366tzlich)-215(fiel)-215(es)-214(ihr)-215(ein,)-222(da\337)-214(dieselben)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(anwesend)-250(waren.)-250(\273Bitte,)-250(f\374hren)-250(Sie)-250(mich)-250(zu)-250(ihnen.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Leider)-523(konnten)-522(sie)-523(nicht)-522(die)-523(Freude)-523(haben,)-590(Sie)-523(hier)-522(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(begr\374\337en,\253)-696(entgegnete)-695(Leo,)-807(den)-696(ihr)-696(kindliches)-695(Geplauder)]TJ 0 -13.55 Td [(geradezu)-553(entz\374ckte.)-1161(\273Meinem)-553(Vater)-553(ist)-554(ein)-553(kleiner)-553(Unfall)]TJ 0 -13.549 Td [(zugesto\337en.)-708(In)-402(dem)-403(Augenblick,)-440(als)-403(er)-402(den)-403(Wagen)-402(besteigen)]TJ 0 -13.549 Td [(wollte,)-235(um)-232(hierher)-231(zu)-232(fahren,)-235(vertrat)-232(er)-232(sich)-231(den)-232(Fu\337)-231(und)-232(zwar)-231(so)]TJ 0 -13.549 Td [(b\366se,)-316(da\337)-302(er)-303(zur\374ckbleiben)-302(mu\337te.)-408(Die)-302(Mutter)-302(konnte)-303(zu)-302(ihrem)]TJ 0 -13.549 Td [(Kummer)-407(nun)-407(auch)-406(nicht)-407(fort,)-446(sie)-407(mu\337te)-407(dem)-407(Vater)-406(behilflich)]TJ 0 -13.55 Td [(sein.)-381(Dieser)-293(Unfall)-294(ist)-294(denn)-293(auch)-294(an)-293(meiner)-294(Versp\344tung)-293(schuld,)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-424(ich)-423(von)-424(ganzem)-423(Herzen)-424(bedaure,)-467(doppelt)-423(bedaure,)-467(da)-423(sie)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Ihnen)-463(Sorge)-462(und)-463(Kummer)-463(bereitet)-462(hat.)-888(Mama)-463(hatte)-463(sich)-462(so)]TJ 0 -13.549 Td [(darauf)-457(gefreut,)]TJ/F22 10.9091 Tf 72.007 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(die)-457(Kleine)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.395 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.612 0 Td [(in)-456(Empfang)-457(nehmen)-456(zu)-457(k\366nnen!)]TJ -131.646 -13.549 Td [(Ja,)-492(ja,)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.16 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(die)-444(Kleine)]TJ/F22 10.9091 Tf 47.257 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,\253)-444(wiederholte)-444(er)-444(und)-443(am\374sierte)-444(sich)-444(\374ber)]TJ -87.681 -13.549 Td [(ihr)-382(verwundertes)-382(Gesicht.)-646(\273Ihr)-382(Herr)-382(Papa)-382(tr\344gt)-382(die)-382(Schuld)-382(an)]TJ 0 -13.55 Td [(dem)-382(Irrtum,)-415(in)-383(dem)-382(wir)-382(befangen)-382(waren.)-647(Er)-382(sprach)-382(in)-382(seinen)]TJ 0 -13.549 Td [(Briefen)-289(nur)-289(von)-289(seiner)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.279 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Kleinen)]TJ/F22 10.9091 Tf 34.538 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-299(oder)-288(von)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.036 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(seinem)-289(Kinde)]TJ/F22 10.9091 Tf 60.719 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-299(das)]TJ/F16 7.9701 Tf 30.92 0 Td [([227])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(er)-281(allein)-280(und)-280(schutzlos)-281(die)-280(weite)-281(Reise)-280(machen)-281(lassen)-280(m\374sse,)-288(er)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374rchtete,)-312(da\337)-300(dem)]TJ/F22 10.9091 Tf 85.989 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(kleinen)-300(M\344dchen)]TJ/F22 10.9091 Tf 75.981 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-312(das)-300(die)-300(Pension)-300(verlie\337,)]TJ -169.235 -13.549 Td [(etwas)-376(zusto\337en)-376(k\366nne.)-627(Nat\374rlich)-376(erwarteten)-376(wir)-376(nun)-376(auch)-375(ein)]TJ 0 -13.55 Td [(Kind,)-441(so)-403(ein)-403(halberwachsenes)-403(M\344dchen)-403(von)-402(zw\366lf,)-441(h\366chstens)]TJ 0 -13.549 Td [(dreizehn)-250(Jahren.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Nein,)-216(aber)-208(der)-208(Papa!\253)-208(rief)-207(Ilse)-208(und)-208(lachte,)-216(aber)-208(nicht)-208(so)-207(frisch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-391(frei)-392(wie)-391(gew\366hnlich,)-427(es)-392(klang)-391(etwas)-392(gezwungen.)-674(Es)-391(war)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-346(nicht)-345(ganz)-346(angenehm,)-369(da\337)-346(der)-345(Papa)-346(noch)-345(eine)-346(so)-345(kindliche)]TJ 0 -13.549 Td [(Meinung)-258(von)-257(ihr)-258(hatte.)-273(\273Papa)-258(ist)-258(zu)-257(komisch!)-273(Er)-258(h\344lt)-258(mich)-257(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-312(f\374r)-311(die)-312(halberwachsene)-311(Ilse!)-434(Wie)-312(wird)-311(er)-312(sich)-311(wundern,)]TJ 0 -13.55 Td [(wenn)-400(er)-399(mich)-400(wiedersieht!)-699(Mit)-399(siebzehn)-400(Jahren)-399(ist)-400(man)-399(kein)]TJ 0 -13.549 Td [(Kind)-250(mehr,)-250(nicht)-250(einmal)-250(ein)-250(Backfisch!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Bewahre!\253)-529(stimmte)-528(der)-529(Assessor)-529(ihr)-528(bei,)-599(\273mit)-528(siebzehn)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Jahren)-250(ist)-250(ein)-250(junges)-250(M\344dchen)-250(eine)-250(vollendete)-250(Dame.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Es)-206(kam)-206(halb)-206(wie)-205(leichter)-206(Spott)-206(heraus,)-215(aber)-206(er)-206(machte)-206(ein)-205(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ernstes)-230(Gesicht)-230(und)-229(verzog)-230(keine)-230(Miene.)-243(So)-230(glaubte)-230(sie)-230(denn)-229(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(Stolz)-250(an)-250(die)-250(\273vollendete\253)-250(Dame.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Nur)-381(ihr)-381(Handgep\344ck)-382(nahm)-381(Ilse)-381(mit)-381(hinaus)-381(nach)-381(Lindenhof,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dasselbe)-287(war)-287(schon)-287(in)-287(dem)-287(Wagen)-287(untergebracht,)-296(den)-287(Korb)-286(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-250(Blumen)-250(stellte)-250(der)-250(Kutscher)-250(eben)-250(hinein.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Die)-455(vielen)-456(Str\344u\337e!\253)-455(bemerkte)-456(Leo)-455(Gontrau)-456(und)-455(diesmal)]TJ -11.956 -13.55 Td [(l\344chelte)-253(er)-253(wirklich)-253(etwas.)-259(\273Der)-253(Korb)-253(mu\337)-253(Ihnen)-253(doch)-253(eine)-253(Last)]TJ 0 -13.549 Td [(gewesen)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273O)-337(nein,)-358(nein!\253)-337(sprach)-337(sie)-337(eifrig)-337(dagegen,)-358(\273es)-337(sind)-337(ja)-336(lauter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Abschiedsgr\374\337e)-250(von)-250(meinen)-250(Freundinnen!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273So)-250(viele)-250(Freundinnen!\253)-250(meinte)-250(er)-250(und)-250(sah)-250(in)-250(den)-250(Korb.)]TJ 0 -14.163 Td [(\273Es)-549(sind)-548(sieben)-549(Str\344u\337e,\253)-549(belehrte)-549(ihn)-548(Ilse,)-624(die)-548(n\344mlich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(glaubte,)-250(er)-250(wolle)-250(dieselben)-250(z\344hlen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Sie)-176(waren)-175(sch\366n,\253)-176(meinte)-176(er,)-190(\273jetzt)-176(sind)-175(sie)-176(schon)-176(etwas)-175(welk.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nur)-371(dieser)-372(Rosenstrau\337)-371(mit)-371(der)-371(Vergi\337meinnichteinfassung)-371(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-250(frisch.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([228])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.857 Td [(Ilse)-444(ergriff)-444(denselben)-444(und)-444(beugte)-444(ihr)-444(Antlitz)-444(darauf.)-831(Eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(augenblickliche)-603(R\374hrung)-604(\374berkam)-603(sie,)-692(als)-604(sie)-603(der)-603(Geberin)]TJ 0 -13.549 Td [(gedachte.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ich)-302(habe)-301(ihn)-302(von)-301(meiner)-302(liebsten)-302(Freundin,\253)-301(sagte)-302(sie)-301(innig)]TJ/F22 10.9091 Tf -11.956 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(\273von)-250(Nellie)-250(Grey.\253)]TJ 3.774 -15.856 Td [(\273Nellie)-379(Grey?\253)-380(fragte)-379(er.)-638(\273Wohl)-379(eine)-379(Engl\344nderin?)-638(Ist)-379(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(h\374bsch)-250(und)-250(liebensw\374rdig?\253)-250(setzte)-250(er)-250(scherzend)-250(hinzu.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Sie)-231(ist)-232(reizend!\253)-231(rief)-232(Ilse)-231(und)-232(geriet)-231(f\366rmlich)-231(in)-232(Feuer,)-235(als)-231(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(von)-250(der)-250(Freundin)-250(erz\344hlte.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Er)-572(h\366rte)-572(ihr)-572(stillschweigend)-572(zu)-572(und)-572(am\374sierte)-572(sich)-572(\374ber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-689(Begeisterung,)-798(mit)-688(der)-689(sie)-688(lobte,)-798(und)-689(besonders)-688(\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-638(\374berschwenglichen)-638(Ausdr\374cke,)-735(die)-638(dabei)-638(ihren)-637(Lippen)]TJ 0 -13.55 Td [(entschl\374pften.)-252(Sie)-250(wu\337te)-251(es)-250(gar)-251(nicht,)-250(wie)-251(sehr)-250(sie)-251(sich)-250(Melanies)]TJ 0 -13.549 Td [(Angewohnheit)-443(zu)-443(eigen)-442(gemacht)-443(hatte)-443(und)-443(wie)-442(Ausrufe,)-491(als:)]TJ 0 -13.549 Td [(furchtbar)-375(reizend!)-627(himmlisch!)-626(entz\374ckend!)-626(s\374\337!)-375(u.)-626(s.)-626(w.)-626(u.)]TJ 0 -13.549 Td [(s.)-597(w.)-597(ihr)-365(ebenso)-366(gel\344ufig)-365(waren)-366(als)-366(Melanie)-365(und)-366(den)-365(\374brigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Backfischen.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Wollen)-590(Sie)-590(nicht)-591(erst)-590(im)-590(Bahnhofsgeb\344ude)-590(eine)-590(kleine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Erfrischung)-341(einnehmen?\253)-341(fragte)-341(Leo)-340(und)-341(bot)-341(ihr)-341(den)-341(Arm,)-363(um)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-250(dorthin)-250(zu)-250(f\374hren.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Dankend)-579(lehnte)-580(sie)-579(sein)-579(Anerbieten)-579(ab,)-662(trotzdem)-579(sie)-579(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eigentlich)-424(gern)-423(angenommen)-424(h\344tte.)-770(Sie)-423(war)-424(n\344mlich)-423(hungrig)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-473(ihr)-474(Magen)-473(trug)-473(rechtes)-474(Verlangen)-473(nach)-473(einem)-473(kr\344ftigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Imbi\337.)-518(Eine)-519(vollendete)-518(Dame)-518(aber)-519(durfte)-518(den)-518(Hunger)-518(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(merken)-250(lassen,)-250(es)-250(w\344re)-250(doch)-250(geradezu)-250(kindisch)-250(gewesen.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Es)-282(ist)-281(k\374hl,\253)-282(bemerkte)-281(er,)-290(als)-281(er)-282(ihr)-282(in)-281(den)-282(Wagen)-281(geholfen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273und)-386(mein)-386(Auftrag)-387(lautet:)-522(H\374lle)]TJ/F22 10.9091 Tf 151.629 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(das)-386(Kind)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.573 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.846 0 Td [(gut)-386(ein,)-420(damit)-387(es)]TJ -203.681 -13.549 Td [(sich)-287(nicht)-287(erk\344ltet)-287(in)-286(der)-287(halboffenen)-287(Chaise.\253)-287(Und)-287(er)-287(nahm)-286(ein)]TJ 0 -13.55 Td [(warmes)-335(Tuch,)-357(das)-335(schon)-336(bereit)-335(lag,)-357(und)-335(wickelte)-336(sie)-335(fest)-335(darin)]TJ 0 -13.549 Td [(ein,)-250(auch)-250(eine)-250(Decke)-250(schlug)-250(er)-250(um)-250(ihre)-250(F\374\337e.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(Sie)-403(lie\337)-402(es)-403(gern)-402(geschehen,)-441(denn)-403(der)-402(Herbstwind)-403(pfiff)-402(kalt)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374ber)-239(die)-239(leeren)-239(Felder;)-243(sie)-239(lachte)-239(sogar)-239(\374ber)-240(seine)-239(F\374rsorge;)-242(aber)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([229])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(hinterher)-171(kamen)-172(die)-171(Bedenken.)-224(War)-171(es)-171(recht,)-187(da\337)-172(sie)-171(sich)-171(von)-171(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(einh\374llen)-207(lie\337?)-206(War)-207(es)-207(nicht)-206(eine)-207(Vertraulichkeit,)-215(die)-207(sie)-206(gestattet)]TJ 0 -13.55 Td [(hatte?)-243(W\374rde)-229(Fr\344ulein)-230(G\374ssow)-229(ihr)-229(Benehmen)-229(schicklich)-229(finden?)]TJ 0 -13.549 Td [(Ob)-311(Nellie)-311(wohl)-311(so)-311(gehandelt)-311(haben)-311(w\374rde,)-326(wie)-311(sie,)-326(oder)-311(ob)-311(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-323(lieber)-323(ihren)-323(Regenmantel)-323(angezogen)-323(h\344tte!)-469(Sie)-323(konnte)-322(es)]TJ 0 -13.549 Td [(auch)-250(thun,)-250(er)-250(lag)-250(im)-250(Riemen)-250(geschnallt)-250(dicht)-250(bei)-250(ihr.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Mitten)-301(in)-301(ihren)-302(peinlichen)-301(Zweifeln)-301(und)-301(Sorgen)-301(vernahm)-301(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(ein)-337(herzliches)-337(Lachen)-337(ihres)-338(Nachbars.)-511(Nat\374rlich)-337(brachte)-337(sie)-337(es)]TJ 0 -13.549 Td [(sofort)-250(mit)-250(ihren)-250(Gedanken)-250(in)-250(Verbindung.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Lachen)-250(Sie)-250(\374ber)-250(mich?\253)-250(fragte)-250(sie)-250(beinahe)-250(\344ngstlich.)]TJ 0 -16.186 Td [(\273Nein,)-539(nein!\253)-482(entgegnete)-481(er,)-539(\273wie)-481(kommen)-482(Sie)-481(zu)-481(dieser)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frage?)-1126(Wie)-543(w\374rde)-542(ich)-542(mir)-542(je)-542(erlauben,)-615(eine)-542(junge)-542(Dame)]TJ 0 -13.549 Td [(auszulachen!)-233(Diese)-201(Birne)-200(ist)-200(an)-200(meiner)-201(Heiterkeit)-200(schuld.)-233(Sie)-200(fiel)]TJ 0 -13.55 Td [(mir)-190(soeben)-190(aus)-190(der)-189(Wagentasche)-190(auf)-190(die)-190(Hand)-190(und)-190(erinnerte)-189(mich)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-250(Mamas)-250(letztes)-250(Wort,)-250(das)-250(sie)-250(mir)-250(nachrief,)-250(als)-250(ich)-250(fortfuhr.\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Was)-250(sagte)-250(sie?\253)-250(fragte)-250(Ilse)-250(und)-250(sah)-250(ihn)-250(neugierig)-250(an.)]TJ 0 -16.186 Td [(\273Vergi\337)-457(ja)-457(nicht,)]TJ/F22 10.9091 Tf 83.69 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(dem)-457(Kinde)]TJ/F22 10.9091 Tf 50.433 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.618 0 Td [(die)-457(Birnen)-457(zu)-457(geben,)-509(Leo,)]TJ -158.33 -13.549 Td [(sprach)-396(sie.)-687(Die)-396(Kleine)-396(wird)-396(wohl)-395(hungrig)-396(sein.)-688(Ich)-395(glaube,\253)]TJ 0 -13.55 Td [(unterbrach)-242(er)-243(sich)-242(und)-243(griff)-242(in)-242(die)-243(Seitentasche,)-244(\273sie)-242(sprach)-242(auch)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-285(einem)-286(St\374ck)-285(Kuchen.)-356(Richtig!\253)-285(rief)-285(er)-286(lachend)-285(und)-285(zog)-285(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(kleines)-208(Paketchen)-207(hervor,)-216(\273da)-208(ist)-207(er!)-236(Darf)-207(ich)-208(es)-207(wagen,)-216(gn\344diges)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein,)-250(Ihnen)-250(Kuchen)-250(und)-250(Birnen)-250(anzubieten?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Dieser)-423(Verlockung)-423(konnte)-423(sie)-423(nicht)-423(widerstehen.)-768(\273Warum)]TJ -11.956 -13.55 Td [(nicht?\253)-266(entgegnete)-266(sie)-265(unbefangen)-266(und)-266(griff)-266(zu.)-297(\273Obst)-266(ist)-265(meine)]TJ 0 -13.549 Td [(ganze)-462(Leidenschaft)-462(und)-462(Kuchen)-463(esse)-462(ich)-462(furchtbar)-462(gern!)-886(In)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-411(Pension)-411(haben)-412(wir)-411(nicht)-411(viel)-411(davon)-411(zu)-411(sehen)-411(bekommen,)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-466(Raimar)-465(behauptete,)-520(der)-466(Magen)-465(werde)-466(schlecht)-465(vom)]TJ 0 -13.549 Td [(vielen)-250(Kuchenessen.)-250(Ist)-250(das)-250(nicht)-250(eine)-250(furchtbar)-250(\366de)-250(Ansicht?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([230])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.186 Td [(\273Ja,)-493(eine)-445(furchtbar)-445(\366de)-445(Ansicht!\253)-444(wiederholte)-445(er)-445(mit)-444(ganz)]TJ -11.955 -13.55 Td [(ernsthaftem)-382(Gesicht,)-414(\273ich)-382(begreife)-381(nicht,)-415(wie)-381(Sie)-382(es)-381(aushalten)]TJ 0 -13.549 Td [(konnten,)-250(ohne)-250(Kuchen)-250(zu)-250(leben!\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Manchmal,\253)-586(erz\344hlte)-586(sie,)-671(\273lie\337en)-586(wir)-586(uns)-586(heimlich)-586(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(St\374ckchen)-250(holen,)-250(\374ber)-250(Mittag,)-250(wenn)-250(das)-250(Fr\344ulein)-250(schlief.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273So,)-240(so!\253)-237(lachte)-238(er,)-240(\273das)-237(sind)-238(ja)-237(sch\366ne)-238(Geschichten,)-240(das)-237(mu\337)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-250(sagen!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Wir)-333(thaten)-334(es)-333(nicht)-333(oft,\253)-333(entschuldigte)-334(sich)-333(Ilse,)-354(\273nur)-333(dann)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-227(wann,)-231(wenn)-226(wir)-227(gar)-226(zu)-227(gro\337en)-226(Appetit)-227(darauf)-226(hatten.)-242(Finden)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-250(das)-250(unrecht?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Da\337)-205(Sie)-205(den)-206(Kuchen)-205(a\337en,)-214(finde)-206(ich)-205(durchaus)-205(nicht)-205(unrecht,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(neckte)-217(er)-216(sie,)-223(\273aber)-217(da\337)-216(Sie)-217(ihn)-217(heimlich)-216(holen)-217(lie\337en,)-223(gef\344llt)-216(mir)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht.)-250(Warum)-250(fragten)-250(Sie)-250(nicht)-250(die)-250(Vorsteherin)-250(um)-250(Erlaubnis?\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Sie)-293(sind)-293(aber)-292(klassisch!\253)-293(rief)-293(Ilse,)-303(\273dann)-293(h\344tten)-293(wir)-293(es)-292(doch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-379(gedurft!)-639(Es)-379(war)-379(doch)-380(nichts)-379(B\366ses,)-412(was)-379(wir)-380(thaten,)-411(nur)]TJ 0 -13.55 Td [(ein)-274(ganz)-275(harmloses)-274(Vergn\374gen,)-281(Fr\344ulein)-274(Raimar)-275(hatte)-274(nicht)-274(den)]TJ 0 -13.549 Td [(geringsten)-250(Schaden)-250(davon,)-250(ob)-250(wir)-250(Kuchen)-250(a\337en)-250(oder)-250(nicht.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Sie)-622(sind)-622(eine)-623(kleine)-622(Rechtsverdreherin!\253)-622(tadelte)-622(er)-622(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(lachend,)-474(\273ob)-429(Schaden)-429(oder)-429(nicht,)-474(darauf)-429(kommt)-429(es)-429(gar)-429(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(an.)-415(Die)-306(Dame)-305(hatte)-305(ihre)-305(Gr\374nde,)-319(weshalb)-305(sie)-305(Ihnen)-305(den)-305(Genu\337)]TJ 0 -13.55 Td [(des)-481(Kuchens)-482(verbot.)-943(Nummer)-481(I:)-482(Sie)-481(handelten)-481(gegen)-481(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Willen)]TJ/F22 10.9091 Tf 33.791 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.55 0 Td [(folglich)-375(sind)-376(Sie)-375(strafbar!)-627(Nummer)-375(II:)-376(Sie)-375(thaten)-376(es)]TJ -43.341 -13.549 Td [(heimlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.909 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(das)-250(erschwert)-250(das)-250(Vergehen!\253)]TJ -37.135 -15.395 Td [(Sie)-682(lachte)-681(h\366chst)-682(vergn\374gt.)-1545(\273Herrgott,)-789(sind)-682(Sie)-681(aber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(pedantisch!\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Ich)-325(bin)-326(Jurist,)-344(gn\344diges)-326(Fr\344ulein,)-344(und)-325(gehe)-326(jeder)-325(Sache)-325(auf)]TJ -11.956 -13.549 Td [(den)-250(Grund.\253)]TJ 11.956 -15.395 Td [(\273Jurist!\253)-630(wiederholte)-630(Ilse)-631(und)-630(sah)-630(ihren)-630(Nachbar)-630(etwas)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mi\337trauisch)-468(an.)-905(\273Das)-469(glaube)-468(ich)-468(nicht!)-905(Sie)-469(sehen)-468(nicht)-468(so)]TJ 0 -13.549 Td [(aus.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([231])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.712 -15.395 Td [(\273Warum)-170(nicht?)-224(Haben)-170(die)-170(Juristen)-171(ein)-170(besonderes)-170(Aussehen?\253)]TJ 0 -15.395 Td [(Diese)-483(Frage)-483(brachte)-483(sie)-482(etwas)-483(in)-483(Verlegenheit.)-949(Sie)-482(h\344tte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihm)-491(keine)-491(andre)-491(Antwort)-491(daraus)-491(geben)-491(k\366nnen,)-552(als)-491(da\337)-490(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Juristen,)-350(die)-330(\366fters)-329(auf)-330(Moosdorf)-330(zu)-330(Gaste)-330(kamen,)-350(ganz)-329(anders)]TJ 0 -13.55 Td [(ausschauten.)-408(Es)-303(waren)-302(lustige)-303(Herren,)-316(die)-302(gerne)-303(ein)-303(Glas)-302(Wein)]TJ 0 -13.549 Td [(liebten,)-275(aber)-270(jung)-270(und)-270(sch\366n)-269(waren)-270(sie)-270(nicht.)-310(Sie)-270(sah)-270(ihn)-270(an)-269(und)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(sch\374ttelte)-205(ungl\344ubig)-205(den)-205(Kopf.)-235(\273Sie)-205(sind)-205(nicht)-205(Jurist,\253)-204(widerstritt)]TJ 0 -13.549 Td [(sie.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Nun,)-665(ich)-583(bin)-582(doch)-583(neugierig,)-665(wof\374r)-583(Sie)-582(mich)-582(halten,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(fragte)-319(er)-318(h\366chst)-319(am\374siert,)-335(\273jetzt)-319(legen)-318(Sie)-319(eine)-318(Probe)-319(von)-318(Ihrer)]TJ 0 -13.55 Td [(Menschenkenntnis)-250(ab!\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Sie)-250(sind)-250(K\374nstler)]TJ/F22 10.9091 Tf 83.334 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(vielleicht)-250(Musiker)]TJ/F22 10.9091 Tf 82.418 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(oder)-250(Maler?\253)]TJ -182.116 -15.6 Td [(Er)-342(lachte)-342(laut.)-525(\273Musiker!\253)-342(rief)-342(er,)-365(\273ich)-342(ein)-342(Musiker!)-525(Wenn)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Sie)-545(w\374\337ten,)-618(gn\344diges)-545(Fr\344ulein,)-618(welch)-545(ein)-545(gro\337es)-545(Wort)-544(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(gelassen)-523(aussprachen!)-1069(Ich)-523(verstehe)-523(keine)-523(Note)-523(und)-523(bin)-523(so)]TJ 0 -13.55 Td [(unmusikalisch)-309(wie)-309(ein)-309(Stock!)-427(Es)-309(thut)-309(mir)-309(leid,)-324(da\337)-309(ich)-309(Ihre)-309(f\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(mich)-247(so)-248(schmeichelhafte)-247(Illusion)-247(zerst\366ren)-247(mu\337,)-248(indes)-247(was)-247(kann)]TJ 0 -13.549 Td [(es)-269(helfen!)-308(Ich)-269(mu\337)-269(mich)-269(Ihnen)-270(leider)-269(als)-269(ein)-269(ganz)-269(gew\366hnliches)]TJ 0 -13.549 Td [(Menschenkind)-423(vorstellen,)-467(das)-423(weder)-423(Maler)-424(noch)-423(Musiker)-423(ist.)]TJ 0 -13.549 Td [(Trotz)-181(Ihres)-181(Zweifels)-182(bin)-181(ich)-181(Jurist)-181(und)-182(seit)-181(vier)-181(Wochen)-181(Assessor.)]TJ 0 -13.55 Td [(Sind)-250(Sie)-250(nun)-250(\374berzeugt?\253)]TJ 11.955 -15.6 Td [(\273Also)-213(kein)-213(K\374nstler,)-220(ach,)-221(wie)-213(schade!\253)-213(sprach)-213(Ilse)-213(bedauernd.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(\273Es)-250(m\374ssen)-250(doch)-250(reizende)-250(Menschen)-250(sein!\253)]TJ 11.955 -15.6 Td [(\273Nicht)-243(immer,\253)-244(wollte)-243(er)-243(sagen,)-245(doch)-243(that)-243(er)-243(es)-244(nicht.)-247(Warum)]TJ -11.955 -13.549 Td [(ihre)-278(naiven)-279(Anschauungen)-278(zerst\366ren?)-336(Sie)-278(war)-279(noch)-278(so)-279(jung)-278(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sah)-250(so)-250(gl\344ubig)-250(aus.)]TJ 11.955 -15.601 Td [(\273Sehen)-253(Sie)-253(dort)-253(die)-253(Kirchturmspitze?\253)-253(brach)-253(er)-253(das)-253(Gespr\344ch)]TJ -11.955 -13.549 Td [(ab,)-308(\273die)-297(Wetterfahne)-297(darauf)-297(gl\344nzt)-296(hell)-297(im)-297(Mondenscheine,)-308(das)]TJ 0 -13.549 Td [(ist)-250(die)-250(Kirche)-250(von)-250(Lindenhof!)-250(In)-250(zehn)-250(Minuten)-250(sind)-250(wir)-250(dort.\253)]TJ 11.955 -15.6 Td [(Als)-379(der)-380(Wagen)-380(vor)-379(dem)-380(Portale)-379(des)-380(Hauses)-379(hielt,)-412(trat)-379(Frau)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Gontrau)-467(schnell)-467(auf)-467(denselben)-467(zu,)-521(um)-467(ihren)-467(kleinen)-466(Gast)-467(in)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.023 0 Td [([232])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.55 Td [(Empfang)-553(zu)-554(nehmen.)-1160(Als)-554(das)-553(erwachsene)-554(M\344dchen)-553(daf\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(ausstieg)-257(und)-257(Leo)-257(den)-256(Irrtum)-257(erkl\344rte,)-259(nahm)-257(sie)-257(dasselbe)-256(lachend)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-250(den)-250(Arm.)]TJ 11.955 -15.6 Td [(\273Ob)-276(gro\337,)-277(ob)-276(klein,\253)-276(sagte)-277(sie)-276(mit)-276(W\344rme,)-283(\273Sie)-277(sind)-276(mir)-277(von)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Herzen)-250(willkommen!\253)]TJ 11.955 -15.6 Td [(Und)-266(sie)-265(f\374hrte)-266(Ilse)-266(in)-265(das)-266(Speisezimmer,)-270(in)-265(welchem)-266(sich)-266(der)]TJ -11.955 -13.55 Td [(Landrat)-316(befand.)-449(Er)-317(sa\337)-316(in)-316(halbliegender)-316(Stellung)-317(auf)-316(dem)-316(Sofa)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(streckte)-250(dem)-250(jungen)-250(M\344dchen)-250(beide)-250(H\344nde)-250(entgegen.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Das)-465(ist)-465(eine)-465(kostbare)-465(Ueberraschung!\253)-465(rief)-466(er)-465(aus,)-518(\273eine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(kostbare)-297(Ueberraschung!)-391(Anstatt)-297(des)-297(Kindes)-297(kommt)-297(eine)-297(junge)]TJ 0 -13.549 Td [(Dame)-250(an!)-250(Hat)-250(uns)-250(Freund)-250(Macket)-250(mit)-250(Absicht)-250(get\344uscht?\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Ilse)-250(lachte)-250(und)-250(zeigte)-250(die)-250(wei\337en)-250(Z\344hne.)]TJ 0 -15.856 Td [(\273Wie)-506(Sie)-505(dem)-506(Papa)-505(\344hnlich)-506(sehen!\253)-506(fuhr)-505(er)-506(lebhaft)-505(fort,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273derselbe)-439(Mund,)-486(die)-439(Z\344hne,)-485(das)-439(Kinn,)-486(es)-439(ist)-439(auffallend!\253)-438(Er)]TJ 0 -13.549 Td [(schob)-189(die)-189(Lampe)-189(n\344her)-189(zu)-190(ihr,)-201(damit)-189(er)-189(sie)-189(noch)-189(besser)-189(betrachten)]TJ 0 -13.549 Td [(k\366nne.)-619(\273Das)-374(Haar)-373(haben)-373(Sie)-373(von)-373(der)-373(Mutter)-373(geerbt,)-404(auch)-373(die)]TJ 0 -13.549 Td [(braunen)-184(Augen,)-197(das)-184(hei\337t)-183(nur)-184(in)-184(Farbe)-184(und)-184(Schnitt.)-228(Der)-183(Ausdruck)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-275(Ihrigen)-275(ist)-275(lebhafter,)-281(er)-275(verr\344t)-275(nicht)-275(das)-275(sanfte)-275(Taubengem\374t)]TJ 0 -13.55 Td [(der)-531(seligen)-532(Mama.)-1094(K\366nnen)-531(Sie)-531(zornig)-532(blicken?\253)-531(fragte)-531(er)]TJ 0 -13.549 Td [(scherzend.)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Aber)-392(lieber)-392(Mann,\253)-393(unterbrach)-392(ihn)-392(Frau)-392(Gontrau)-392(lachend,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273erst)-619(stellst)-618(du)-619(ein)-619(peinliches)-618(Examen)-619(mit)-619(dem)-618(Aeu\337eren)]TJ 0 -13.55 Td [(unsres)-584(lieben)-584(Gastes)-584(an,)-667(nun)-584(gehst)-584(du)-584(auch)-584(noch)-584(auf)-584(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Charaktereigenschaften)-534(\374ber!)]TJ/F22 10.9091 Tf 143.845 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 11.276 0 Td [(Kommen)-534(Sie,)-604(liebes)-534(Kind,)]TJ -155.121 -13.549 Td [(ich)-459(will)-459(Sie)-459(erl\366sen.)-877(Ich)-459(werde)-459(Sie)-459(auf)-459(Ihr)-458(Zimmer)-459(f\374hren,)]TJ 0 -13.549 Td [(damit)-380(Sie)-381(sich)-380(von)-381(der)-380(langen)-380(Reise)-381(etwas)-380(erfrischen)-380(k\366nnen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Ich)-396(habe)-395(Sie)-396(dicht)-396(neben)-395(mein)-396(Schlafzimmer)-395(einquartiert,)-432(die)]TJ 0 -13.55 Td [(Fremdenzimmer)-349(liegen)-349(eine)-349(Treppe)-349(h\366her,)-374(und)-349(ich)-349(dachte,)-373(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Kleine)-250(f\374rchte)-250(sich,)-250(allein)-250(dort)-250(zu)-250(schlafen.\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273O)-250(wie)-249(reizend!\253)-250(rief)-250(Ilse)-249(kindlich)-250(erfreut)-249(und)-250(verriet,)-250(da\337)-249(sie)]TJ -11.956 -13.55 Td [(im)-231(Punkte)-231(der)-231(Furcht)-232(noch)-231(ganz)-231(wie)-231(ein)-231(richtiges)-231(Kind)-231(empfand.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([233])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -15.856 Td [(\273Leo,\253)-361(redete)-360(der)-361(Amtsrat)-360(den)-361(Sohn)-360(an,)-389(als)-360(die)-361(Damen)-360(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zimmer)-250(verlassen)-250(hatten,)-250(\273ist)-250(sie)-250(nicht)-250(ein)-250(reizendes)-250(Kind?\253)]TJ 11.956 -15.857 Td [(Der)-245(Angeredete)-246(schien)-245(sehr)-246(vertieft)-245(in)-246(seiner)-245(Zeitungslekt\374re,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wenigstens)-241(mu\337te)-240(der)-241(Vater)-240(noch)-241(einmal)-240(die)-241(Frage)-240(wiederholen,)]TJ 0 -13.549 Td [(bevor)-250(er)-250(eine)-250(Antwort)-250(erhielt.)]TJ 11.956 -15.857 Td [(\273Ja,)-434(ja,\253)-398(gab)-397(er)-398(gleichg\374ltig)-397(zur)-398(Antwort,)-434(\273sie)-398(ist)-397(ein)-397(ganz)]TJ -11.956 -13.549 Td [(netter,)-250(kleiner)-250(Backfisch!\253)]TJ 11.956 -15.856 Td [(\273Netter)-295(Backfisch!)-385(Ist)-295(das)-295(ein)-295(Ausdruck)-295(f\374r)-295(ein)-295(so)-294(liebliches)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Wesen!)-374(Hast)-291(du)-292(denn)-291(gar)-292(keine)-291(Augen)-291(im)-292(Kopfe?)-374(Ich)-291(sage)-291(dir,)]TJ 0 -13.549 Td [(Temperament)-245(steckt)-244(in)-244(dem)]TJ/F22 10.9091 Tf 123.981 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(kleinen)-244(Backfisch)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.409 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(,)-246(mehr)-244(als)-245(du)-244(dir)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(tr\344umen)-346(l\344\337t!)-536(Ein)-346(Blick)-346(und)-345(ich)-346(wei\337)-345(Bescheid!)-537(Du)-346(hast)-345(kein)]TJ 0 -13.549 Td [(Urteil,)-250(mein)-250(Junge,)-250(darin)-250(ist)-250(dein)-250(Vater)-250(dir)-250(\374ber!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Leo)-250(gab)-250(keine)-250(Antwort)-250(darauf)-250(und)-250(las)-250(and\344chtig)-250(weiter.)]TJ 0 -14.094 Td [(Die)-277(Abendstunden)-276(entschwanden)-277(in)-276(Frohsinn)-277(und)-277(Heit)1(erkeit.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Ilse)-422(plauderte)-423(und)-422(erz\344hlte)-423(ganz)-422(ohne)-422(Scheu.)-768(Sie)-422(f\374hlte)-422(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(heimisch)-264(bei)-265(den)-264(lieben)-264(Menschen.)-293(Der)-264(Landrat)-264(liebte)-264(es,)-268(sie)-264(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(necken,)-250(und)-250(sie)-250(verstand)-250(seinen)-250(Scherz.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Bleiben)-289(Sie)-289(einige)-289(Tage)-289(hier,\253)-289(redete)-289(er)-289(ihr)-289(zu,)-299(\273die)-289(Zeit)-289(ist)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so)-332(kurz)-332(bis)-332(morgen)-332(mittag.)-497(Wir)-332(telegraphieren)-332(den)-332(Eltern,)-352(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(wir)-250(Sie)-250(hier)-250(behielten,)-250(sie)-250(werden)-250(nicht)-250(b\366se)-250(dar\374ber)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Leo)-325(warf)-326(einen)-325(schnellen)-326(Blick)-325(zu)-326(Ilse)-325(hin\374ber,)-345(der)-325(fast)-325(wie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eine)-500(Bitte)-499(aussah,)-562(auch)-499(erbot)-500(er)-499(sich,)-562(ganz)-500(fr\374h)-499(am)-499(andern)]TJ 0 -13.549 Td [(Morgen)-226(nach)-226(dem)-226(Stationsgeb\344ude)-226(zu)-226(reiten,)-231(um)-226(ein)-225(Telegramm)]TJ 0 -13.549 Td [(aufzugeben.)-604(Frau)-368(Gontrau)-368(unterst\374tzte)-368(die)-368(Bitte)-368(ihres)-368(Mannes)]TJ 0 -13.55 Td [(mit)-250(gro\337er)-250(W\344rme.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(\273Es)-247(w\344re)-246(eine)-247(gro\337e)-247(Freude)-246(f\374r)-247(uns,)-247(wenn)-247(Sie)-247(blieben,\253)-246(sagte)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie,)-443(\273es)-405(fehlt)-405(uns)-404(ein)-405(frisches)-405(Element)-404(in)-405(unsrem)-405(Hause.)-713(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(haben)-461(die)-461(gl\374ckliche)-461(Gabe,)-513(Leben)-461(und)-461(Frohsinn)-461(um)-461(sich)-460(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(verbreiten!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([234])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.095 Td [(\273Bitte,)-265(bitte,)-265(qu\344len)-262(Sie)-262(mich)-262(nicht,\253)-262(bat)-262(Ilse,)-265(\273ich)-262(kann)-262(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(bleiben!)-478(Ich)-326(kann)-327(es)-326(nicht,)-345(so)-326(reizend)-326(es)-326(mir)-326(auch)-326(hier)-326(gef\344llt!)]TJ 0 -13.549 Td [(Meine)-378(Eltern)-377(erwarten)-378(mich)-377(morgen)-377(und)-378(ich)-377(habe)-378(auch)-377(gro\337e)]TJ 0 -13.549 Td [(Sehnsucht)-229(nach)-228(ihnen)-229(und)-228(auf)-229(den)-228(kleinen)-229(Bruder)-228(freue)-229(ich)-228(mich)]TJ 0 -13.549 Td [(furchtbar!)-395(Er)-299(wei\337)-298(noch)-299(gar)-298(nicht,)-311(da\337)-298(er)-299(eine)-298(gro\337e)-298(Schwester)]TJ 0 -13.55 Td [(hat!\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Dagegen)-294(war)-294(nichts)-294(einzuwenden.)-382(Ilses)-294(Antwort)-294(war)-294(so)-294(echt)]TJ -11.956 -13.55 Td [(kindlich)-250(und)-250(nat\374rlich.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Frau)-200(Gontrau)-200(strich)-200(ihr)-200(die)-200(krausen)-200(Locken)-200(zur\374ck)-200(und)-200(klopfte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-250(leicht)-250(die)-250(Wange.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Sie)-521(haben)-520(recht,)-588(liebe)-521(Kleine,)-588(Ihren)-521(Entschlu\337)-520(nicht)-520(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\344ndern.)-717(Wir)-406(wollen)-405(auch)-406(gar)-405(nicht)-406(weiter)-406(in)-405(Sie)-406(dringen)-405(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(unsren)-446(Bitten.)-836(Besuchen)-446(Sie)-446(uns)-445(bald)-446(auf)-445(l\344ngere)-446(Zeit,)-494(Leo)]TJ 0 -13.55 Td [(verl\344\337t)-248(uns)-248(in)-248(einigen)-248(Wochen)-248(und)-248(dann)-248(ist)-248(es)-248(einsam)-248(in)-247(unsrem)]TJ 0 -13.549 Td [(gro\337en)-250(Hause.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Daraus)-294(wird)-294(doch)-294(nichts!\253)-295(erkl\344rte)-294(der)-294(Landrat.)-382(\273Ich)-294(kenne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(meinen)-181(Freund)-182(Macket)-181(und)-181(wei\337,)-182(da\337)-181(er)-181(so)-182(bald)-181(sein)-181(T\366chterchen)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-189(wieder)-189(fortgiebt.)-230(Halt,)-202(da)-189(f\344llt)-189(mir)-189(ein)-189(guter)-190(Gedanke)-189(ein!)-229(In)]TJ 0 -13.549 Td [(seinem)-259(letzten)-259(Briefe)-259(ladet)-259(der)-259(Papa)-259(uns)-258(zum)-259(Erntefeste)-259(ein,)-261(das)]TJ 0 -13.55 Td [(in)-316(vier)-316(Wochen)-317(etwa)-316(stattfinden)-316(soll.)-449(Ich)-316(nehme)-316(die)-316(Einladung)]TJ 0 -13.549 Td [(an)-251(f\374r)-250(uns,)-251(Punktum!)-251(Aber)-251(ich)-250(kn\374pfe)-251(die)-250(Bedingung)-251(daran,)-250(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-250(Sie)-250(mit)-250(uns)-250(zur\374ckreisen)-250(l\344\337t.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Ilse)-366(jubelte)-367(vor)-366(Vergn\374gen,)-396(\273das)-367(w\344r)]TJ/F22 10.9091 Tf 167.842 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.631 0 Td [(zu)]TJ/F22 10.9091 Tf 14.296 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.453 0 Td [(zu)-366(himmlisch!\253)]TJ -211.178 -13.549 Td [(rief)-282(sie)-282(aus.)-346(\273Aber)-282(Sie)-282(m\374ssen)-282(auch)-282(Wort)-282(halten,)-290(geben)-282(Sie)-281(mir)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-250(Hand)-250(darauf.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Mit)-1004(einem)-1003(kr\344ftigen)-1004(Handschlag)-1003(besiegelte)-1004(er)-1003(sein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Versprechen.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Ein)-252(Handschlag)-252(galt)-252(bei)-252(uns)-252(in)-252(der)-252(Pension)-252(f\374r)-252(den)-252(h\366chsten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Eid,\253)-569(sagte)-569(sie)-568(mit)-569(einem)-569(ernsten)-569(Kindergesicht,)-648(\273dagegen)]TJ 0 -13.55 Td [(handeln)-275(hei\337t)-276(meineidig)-275(sein.)]TJ/F22 10.9091 Tf 132.869 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.46 0 Td [(Sie)-275(werden)-276(doch)-275(mitkommen?\253)]TJ -141.329 -13.549 Td [(wandte)-250(sie)-250(sich)-250(an)-250(Leo.)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Nat\374rlich,\253)-433(entgegnete)-433(er)-434(freudig,)-479(\273der)-433(feierliche)-433(Eid)-433(gilt)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([235])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(auch)-453(f\374r)-452(mich.)-858(Wollen)-453(wir)-452(ihn)-453(auch)-452(mit)-453(einem)-452(Handschlag)]TJ 0 -13.549 Td [(besiegeln?\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273O)-374(nein,\253)-374(entgegnete)-374(sie)-374(leicht)-374(err\366tend,)-405(\273ich)-374(glaube)-373(Ihnen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(schon)-250(auf)-250(Ihr)-250(Wort.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Als)-204(es)-203(elf)-204(schlug,)-213(mahnte)-204(Frau)-204(Gontrau)-203(zur)-204(Ruhe.)-235(\273Sie)-203(werden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(m\374de)-217(und)-218(abgespannt)-217(sein)-217(von)-218(der)-217(Reise)-217(und)-218(den)-217(vielen)-217(fremden)]TJ 0 -13.549 Td [(Eindr\374cken,)-250(liebe)-250(Ilse.\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(\273Ich)-295(empfinde)-295(gar)-295(keine)-296(M\374digkeit,\253)-295(entgegnete)-295(diese,)-306(\273und)]TJ -11.956 -13.55 Td [(k\366nnte)-250(noch)-250(lange)-250(aufbleiben!\253)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Sie)-365(h\344tte)-366(es)-366(auch)-365(gethan,)-394(wenn)-366(sie)-365(nur)-366(Papier)-365(und)-366(Feder)-365(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihrem)-309(Zimmer)-309(gefunden)-309(h\344tte!)-426(Wie)-309(gerne)-309(h\344tte)-309(sie)-309(ihrer)-308(Nellie)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-250(ganz)-250(frisch)-250(ihre)-250(Reiseerlebnisse)-250(erz\344hlt!)]TJ 11.956 -15.6 Td [(Am)-176(andern)-177(Morgen)-176(gleich)-177(nach)-176(dem)-177(zweiten)-176(Fr\374hst\374ck)-176(r\374stete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sich)-323(Ilse)-323(zur)-324(Weiterreise.)-469(Eben)-323(trat)-324(sie)-323(mit)-323(dem)-323(Korbe)-323(mit)-323(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Blumen)-421(vor)-422(die)-421(Th\374re,)-464(sie)-421(hatte)-421(sie)-422(noch)-421(einmal)-421(mit)-421(Wasser)]TJ 0 -13.549 Td [(besprengt.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Wollen)-200(Sie)-200(denn)-199(die)-200(welken)-200(Str\344u\337e)-200(wirklich)-200(wieder)-200(mit)-199(sich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nehmen?\253)-250(fragte)-250(Assessor)-250(Gontrau.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilse)-202(blickte)-203(auf)-202(den)-203(Korb)-202(und)-203(stand)-202(unschl\374ssig)-202(da.)-235(\273Frei)1(lich,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sagte)-319(sie)-319(betr\374bt,)-337(\273sie)-319(sehen)-319(traurig)-319(aus,)-336(meine)-319(lieben,)-336(sch\366nen)]TJ 0 -13.549 Td [(Blumen,)-250(nun)-250(sind)-250(sie)-250(alle)-250(welk!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Wissen)-478(Sie)-478(was,)-536(Fr\344ulein)-478(Ilse,\253)-478(riet)-478(der)-478(Assessor)-479(hei)1(ter,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\273wir)-312(wollen)-312(ein)-312(Autodafee)-312(anstellen)-312(und)-312(sie)-312(verbrennen!)-435(Dann)]TJ 0 -13.55 Td [(sammeln)-482(wir)-483(die)-482(Asche)-482(und)-482(Sie)-483(bewahren)-482(dieselbe)-482(in)-482(einer)]TJ 0 -13.549 Td [(kostbaren)-518(Urne)-519(auf,)-585(welche)-518(die)-518(Inschrift)-519(tr\344gt:)-786(Diese)-518(Urne)]TJ 0 -13.549 Td [(birgt)-541(die)-540(Asche)-541(der)-541(Blumenstr\344u\337e)-540(meiner)-541(geliebten)-540(sieben)]TJ 0 -13.549 Td [(Freundinnen)-250(in)-250(der)-250(Pension.)]TJ/F22 10.9091 Tf 125.749 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Wie)-250(gef\344llt)-250(Ihnen)-250(diese)-250(Idee?\253)]TJ -121.975 -14.163 Td [(\273O,)-411(Sie)-411(sind)-411(abscheulich!\253)-411(rief)-411(sie.)-733(\273Sie)-411(wollen)-411(sich)-410(\374ber)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mich)-362(lustig)-361(machen?)-585(Trotzdem,\253)-362(f\374gte)-362(sie)-361(echt)-362(logisch)-361(hinzu,)]TJ 0 -13.549 Td [(\273gef\344llt)-448(mir)-448(das)-448(Verbrennen)-448(ganz)-448(gut.)-844(Errichten)-448(Sie)-447(schnell)]TJ 0 -13.55 Td [(einen)-335(Scheiterhaufen,)-356(so)-335(viel)-334(Zeit)-335(bis)-335(zu)-335(meiner)-335(Abfahrt)-334(bleibt)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-266(noch,)-271(ich)-266(will)-266(die)-267(Blumen)-266(in)-266(Flammen)-266(aufgehen)-267(sehen!)-298(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(Asche)-250(aber)-250(sammeln)-250(wir)-250(nicht!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([236])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.163 Td [(Leo)-274(trug)-274(eilig)-274(etwas)-274(trockenes)-274(Reisig)-274(auf)-274(dem)-274(Kiesplatze)-274(vor)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dem)-362(Hause)-362(zusammen)-362(und)-362(in)-362(wenigen)-362(Sekunden)-362(flackerte)-362(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(lustiges)-250(Feuer)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ein)-361(Strau\337)-360(nach)-361(dem)-360(andern)-361(verfiel)-360(dem)-361(Feuertode,)-388(nur)-360(als)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nellies)-292(Rosen)-293(an)-292(die)-293(Reihe)-292(kamen,)-303(hielt)-293(Ilse)-292(ihm)-293(den)-292(Arm)-292(fest.)]TJ 0 -13.55 Td [(\273Halten)-330(Sie)-330(ein!\253)-331(rief)-330(sie,)-350(\273der)-330(darf)-331(nicht)-330(geopfert)-330(werden,)-350(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Blumen)-322(meiner)-321(lieben)-322(Nellie)-322(bewahre)-322(ich)-321(bis)-322(zu)-322(meinem)-321(Tode)]TJ 0 -13.549 Td [(auf!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Mit)-250(in)-250(das)-250(Grab,\253)-250(f\374gte)-250(er)-250(neckend)-250(hinzu.)]TJ 0 -14.163 Td [(Frau)-221(Gontrau,)-227(die)-220(mit)-221(ihrem)-221(Sohne)-221(Ilse)-221(bis)-221(zur)-221(Bahn)-221(beglei)1(ten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wollte,)-251(erschien)-251(jetzt)-251(fertig)-250(angekleidet)-251(in)-251(der)-251(Th\374re)-251(und)-250(mahnte)]TJ 0 -13.549 Td [(zum)-250(Aufbruch.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilse)-272(ging)-271(in)-272(das)-271(Haus)-272(und)-271(nahm)-272(Abschied)-271(von)-272(dem)-271(Landrate.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(So)-334(gerne)-334(w\344re)-334(er)-334(mitgefahren)-334(und)-334(mu\337te)-334(nun)-334(des)-334(b\366sen)-334(Fu\337es)]TJ 0 -13.549 Td [(wegen)-279(zur\374ckbleiben.)-336(Es)-279(war)-278(eine)-279(rechte)-279(Geduldsprobe)-279(f\374r)-278(ihn.)]TJ 0 -13.55 Td [(Noch)-296(einmal)-296(erinnerte)-296(sie)-296(ihn)-296(dringend)-296(an)-296(seinen)-296(Schwur.)-388(\273Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(m\374ssen)-250(kommen!\253)-250(war)-250(ihr)-250(letztes)-250(Wort.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Es)-250(bleibt)-250(dabei!\253)-250(rief)-250(er)-250(ihr)-250(nach,)-250(\273der)-250(Schwur)-250(gilt!\253)]TJ 0 -14.531 Td [(Als)-241(sie)-241(im)-241(Begriffe)-241(war,)-242(in)-241(den)-241(Wagen)-241(zu)-241(steigen,)-242(\374berreichte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-250(Leo)-250(ein)-250(kostbares)-250(Rosenboukett.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273Die)-327(Blumen)-328(sind)-327(aus)-328(der)-327(Asche)-328(erstiegen,\253)-327(sprach)-328(er,)-346(\273Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(werden)-235(dieselben)-235(nicht)-236(verschm\344hen,\253)-235(f\374gte)-235(er)-235(hinzu,)-238(als)-235(sie)-235(vor)]TJ 0 -13.55 Td [(Ueberraschung)-250(verga\337,)-250(dieselben)-250(in)-250(Empfang)-250(zu)-250(nehmen.)]TJ 11.956 -14.531 Td [(\273O,)-333(wie)-333(reizend!)-499(Wie)-333(furchtbar)-333(liebensw\374rdig!)-499(Sie)-332(glauben)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht,)-322(wie)-307(ich)-308(mich)-307(freue!\253)-308(Mit)-307(holdem)-308(Err\366ten)-307(reichte)-308(sie)-307(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-370(Hand.)-611(\273Ich)-370(danke)-371(Ihnen)-370(tausendmal!)-611(Ich)-370(liebe)-370(die)-370(Rosen)]TJ 0 -13.549 Td [(so)-354(sehr)-353(und)-354(so)-354(sch\366n)-353(wie)-354(diese)-354(sah)-353(ich)-354(noch)-354(keine.)-561(Wie)-353(sehr,)]TJ 0 -13.55 Td [(wie)-229(furchtbar)-228(haben)-229(Sie)-228(mich)-229(erfreut!\253)-228(Und)-229(sie)-228(konnte)-229(den)-228(Blick)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-286(von)-285(den)-286(herrlichen)-285(Blumen)-286(wenden)-285(und)-286(wiederholte)-285(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(einige)-250(Male:)-250(\273ich)-250(freue)-250(mich)-250(zu)-250(sehr!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([237])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.531 Td [(Leo)-291(l\344chelte)-291(seine)-292(Mutter)-291(an)-291(und)-291(sie)-291(verstand)-292(ihn)-291(wohl.)-373(War)]TJ -11.956 -13.549 Td [(doch)-215(auch)-214(sie)-215(entz\374ckt)-214(\374ber)-215(die)-214(kindliche)-215(Freude)-214(und)-215(die)-214(Anmut,)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-250(der)-250(Ilse)-250(zu)-250(danken)-250(verstand.)]TJ 11.956 -14.532 Td [(Die)-222(Stunden)-222(vergehen)-222(schnell,)-227(besonders)-222(die)-222(gl\374cklichen.)-240(Die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fahrt)-278(bis)-277(zum)-278(Bahnhof)-278(war)-278(geschwunden,)-284(Ilse)-278(wu\337te)-278(nicht)-277(wie.)]TJ 0 -13.549 Td [(Jetzt)-443(sa\337)-442(sie)-443(im)-443(Dampfwagen)-443(und)-443(fuhr)-442(der)-443(Heimat)-443(zu.)-828(Ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Gedanken)-267(schwirrten)-266(bunt)-266(durcheinander,)-271(sie)-267(flogen)-266(voraus)-266(und)]TJ 0 -13.549 Td [(tr\344umten)-217(vom)-217(Wiedersehen)]TJ/F22 10.9091 Tf 122.224 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.821 0 Td [(und)-217(sie)-217(kehrten)-217(zur\374ck)-217(und)-217(f\374hrten)]TJ -130.045 -13.55 Td [(sie)-237(wieder)-238(nach)-237(Lindenhof.)-246(Es)-238(hatte)-237(ihr)-238(himmlisch)-237(dort)-237(gefallen!)]TJ 0 -13.549 Td [(Der)-327(Abschied)-326(war)-327(ihr)-327(beinahe)-326(schwer)-327(geworden.)-480(Leo)-327(hatte)-326(ihr)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-357(Hand)-358(gek\374\337t)-357(und)-357(sie)-358(hatte)-357(es)-357(sich)-358(gefallen)-357(lassen.)-572(Ob)-357(das)]TJ 0 -13.549 Td [(wohl)-408(recht)-408(war?)-724(Am)-408(Ende)-408(h\344tte)-408(sie)-408(ihm)-408(die)-408(Hand)-408(entziehen)]TJ 0 -13.549 Td [(m\374ssen?)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.769 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.672 0 Td [(\273Ach,\253)-387(seufzte)-386(sie)-387(laut,)-421(zum)-386(Gl\374ck)-387(war)-386(sie)-387(allein)]TJ -54.441 -13.549 Td [(im)-446(Koupee,)-495(\273ach!)-838(Es)-446(ist)-446(doch)-446(zu)-446(\366de,)-495(wenn)-446(man)-445(gar)-446(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(wei\337,)-302(wie)-302(man)-301(sich)-302(zu)-302(benehmen)-302(hat!)-405(Am)-302(Ende)-302(spottet)-302(er)-301(jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(\374ber)-315(mich!\253)-315(Sie)-315(err\366tete)-314(bei)-315(diesem)-315(furchtbaren)-315(Gedanken.)-444(Da)]TJ 0 -13.549 Td [(fiel)-321(ihr)-321(Blick)-322(auf)-321(den)-321(Rosenstrau\337,)-321(und)-322(wie)-321(sie)-321(den)-321(s\374\337en)-321(Duft)]TJ 0 -13.549 Td [(desselben)-206(einatmete,)-215(stand)-206(pl\366tzlich)-206(sein)-207(Bild)-206(lebhaft)-206(vor)-206(ihr.)-235(Ein)]TJ 0 -13.549 Td [(wunderbares)-281(Gef\374hl)-281(\374berkam)-280(sie,)-289(aber)-281(es)-280(war)-281(ihr)-281(fremd)-281(und)-280(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(schreckte)-304(davor)-304(zur\374ck.)-412(Sie)-304(legte)-304(den)-304(Strau\337)-304(aus)-304(der)-303(Hand)-304(und)]TJ 0 -13.549 Td [(erhob)-307(sich.)-421(Sie)-307(wollte)-307(nicht)-307(weiter)-307(an)-307(ihn)-307(denken,)-321(sie)-307(wollte)-307(es)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(nicht!)]TJ 11.956 -14.13 Td [(Um)-338(sich)-339(zu)-338(zerstreuen,)-360(blickte)-339(sie)-338(zum)-338(Fenster)-339(hinaus.)-514(Erst)]TJ -11.956 -13.549 Td [(auf)-257(der)-256(einen,)-258(dann)-257(auf)-256(der)-257(andern)-256(Seite.)-270(Aber)-256(sie)-256(sah)-257(nicht)-256(viel,)]TJ 0 -13.549 Td [(nichts)-250(als)-250(leere)-250(Stoppelfelder,)-250(das)-250(war)-250(langweilig.)]TJ 11.956 -14.13 Td [(Sie)-652(setzte)-652(sich)-652(wieder)-652(und)-652(nahm)-652(ihre)-652(Handtasche)-652(vor.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Nachdem)-479(sie)-479(ein)-479(Weilchen)-479(darin)-479(gekramt,)-536(fiel)-479(ihr)-479(ein)-479(Buch)]TJ 0 -13.55 Td [(in)-499(die)-499(H\344nde,)-562(das)-499(Nellie)-499(ihr)-499(hineingesteckt)-499(hatte,)-561(damit)-499(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(Unterhaltung)-293(habe.)-378(Sie)-293(hatte)-292(gar)-293(nicht)-293(daran)-292(gedacht,)-304(jetzt)-292(griff)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-348(freudig)-348(nach)-349(Chamissos)-348(Gedichten.)-544(Im)-349(Begriffe,)-372(das)-348(Buch)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-368(\366ffnen,)-397(fiel)-368(ihr)-368(etwas)-368(ein.)-603(\273Halt,\253)-368(sagte)-368(sie)-367(f\374r)-368(sich,)-397(\273jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(werde)-327(ich)-326(das)-327(Orakel)-327(befragen,)-346(wie)-327(Flora)-326(uns)-327(gelehrt)-327(hat.\253)-326(Sie)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([238])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(schlug)-348(drei)-348(Kreuze)-348(\374ber)-348(das)-348(Buch)-348(und)-348(sah)-348(gen)-348(Himmel)-347(dabei,)]TJ 0 -13.55 Td [(dann)-289(\366ffnete)-289(sie)-289(es)-290(schnell)-289(und)-289(die)-289(erste)-289(Zeile,)-299(auf)-289(die)-289(ihr)-289(Blick)]TJ 0 -13.549 Td [(fiel,)-250(hie\337:)]TJ 10.91 -21.327 Td [(\273Helft)-250(mir,)-250(ihr)-250(Schwestern,)-250(Kr\344nze)-250(zu)-250(winden)]TJ/F22 10.9091 Tf 203.89 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -208.299 -21.907 Td [(\273Unsinn!)-303(Ich)-267(will)-268(es)-268(nicht)-267(gelten)-268(lassen!\253)-267(rief)-268(sie,)-272(\273also)-267(noch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einmal!\253)-342(Das)-342(Buch)-342(wurde)-342(wieder)-342(geschlossen)-342(und)-342(recht,)-364(recht)]TJ 0 -13.549 Td [(fest)-316(zusammengedr\374ckt,)-333(dann)-317(wieder)-316(die)-317(drei)-316(\374blichen)-316(Kreuze,)]TJ 0 -13.55 Td [(wieder)-275(langsam)-275(und)-275(feierlich)-275(ge\366ffnet)]TJ/F22 10.9091 Tf 170.101 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.453 0 Td [(und)-275(siehe)-275(da,)-281(dieselben)]TJ -178.554 -13.549 Td [(Worte)-250(gaben)-250(ihr)-250(Antwort)-250(auf)-250(ihre)-250(Frage.)]TJ 11.956 -14.13 Td [(\273Sonderbar!)-780(furchtbar)-426(sonderbar!\253)-427(dachte)-426(sie)-427(sinnend)-426(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(einen)-496(Augenblick)-497(war)-496(sie)-496(in)-496(Versuchung,)-558(der)-496(prophetischen)]TJ 0 -13.549 Td [(Stimme)-250(zu)-250(glauben,)-250(dann)-250(aber)-250(siegte)-250(ihre)-250(gesunde)-250(Vernunft.)]TJ 11.956 -14.13 Td [(\273Es)-638(ist)-638(doch)-638(nur)-639(ein)-638(Zufall)-638(und)-638(die)-638(ganze)-638(Geschichte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(dummes)-251(Zeug!\253)-251(Mit)-250(diesem)-251(vern\374nftigen)-251(Gedanken)-251(gab)-251(sie)-250(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(Schicksalsfragen)-366(auf)-366(und)-366(vertiefte)-366(sich)-366(in)-366(Chamissos)-366(herrliche)]TJ 0 -13.55 Td [(Gedichte.)-465(Einige)-321(Male)-322(freil)1(ich)-322(ertappte)-321(sie)-322(sich)-321(auf)-322(dem)-321(Wege)]TJ 0 -13.549 Td [(nach)-215(Lindenhof)-214(und)-215(Leos)-215(Bild)-214(neckte)-215(sie)-215(aus)-214(den)-215(Zeilen,)-222(aber)-214(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wehrte)-265(sich)-265(tapfer)-264(gegen)-265(diese)-265(Traumbilder.)-294(Sie)-265(schwanden)-264(von)]TJ 0 -13.549 Td [(selbst,)-295(je)-286(n\344her)-286(sie)-286(der)-287(Heimat)-286(kam.)-358(Sie)-286(legte)-286(das)-286(Buch)-286(beiseite)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-209(blickte)-210(zum)-209(Fenster)-209(hinaus.)-237(Schon)-209(erkannte)-209(sie)-209(verschiedene)]TJ 0 -13.55 Td [(Ortschaften,)-284(die)-277(in)-277(der)-277(N\344he)-277(von)-277(Moosdorf)-277(lagen,)-284(schon)-277(konnte)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-495(den)-496(Bahnhof)-495(erkennen!)-986(Ihr)-495(Herz)-496(schlug)-495(vor)-495(Erwartung)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(und)-437(Freude,)-484(ihre)-437(Augen)-437(flogen)-437(voraus)-437(und)-437(jetzt)-436(erkannte)-437(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-345(Eltern,)-368(die)-345(auf)-345(dem)-344(Perron)-345(standen,)-369(um)-344(sie)-345(in)-345(Empfang)-344(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(nehmen.)]TJ 11.956 -14.032 Td [(Welche)-384(Seligkeit)-384(ein)-384(Kind)-384(empfindet,)-417(wenn)-384(es)-384(nach)-384(langer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Trennung)-193(zu)-192(den)-193(geliebten)-192(Eltern)-193(zur\374ckkehrt,)-204(das,)-204(meine)-192(jungen)]TJ 0 -13.549 Td [(Leserinnen,)-540(kann)-482(nicht)-481(geschildert,)-540(sondern)-482(mu\337)-481(empfunden)]TJ 0 -13.549 Td [(werden.)-278(Ilse)-259(lag)-259(in)-259(den)-259(Armen)-260(ihres)-259(Vaters)-259(und)-259(dachte)-259(an)-259(nichts)]TJ 0 -13.549 Td [(weiter,)-250(als)-250(an)-250(das)-250(Gl\374ck,)-250(wieder)-250(daheim)-250(zu)-250(sein.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([239])]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(sie)-305(hatte)-305(nur)-305(einen)-304(fl\374chtigen)-305(Blick)-305(f\374r)-305(alle)-305(Herrlichkeiten,)-318(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Ungeduld)-454(trieb)-454(sie)-453(hinein)-454(in)-454(das)-454(Haus,)-504(sie)-454(mu\337te)-454(zuerst)-453(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Br\374derchen)-250(sehen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Frau)-252(Anne,)-253(die)-252(vor)-252(ihr)-252(hineingegangen)-252(war,)-252(trat)-252(ihr)-252(schon)-252(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(demselben)-250(entgegen.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Du)-431(s\374\337er,)-477(s\374\337er)-431(Junge!\253)-431(rief)-431(Ilse)-431(im)-431(h\366chsten)-431(Entz\374cken)]TJ/F16 7.9701 Tf -84.711 0 Td [([241])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(und)-265(der)-265(pr\344chtige)-266(Knabe)-265(streckte)-265(ihr)-265(jauchzend)-265(seine)-265(Aermchen)]TJ 0 -13.55 Td [(entgegen.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Er)-442(will)-442(zu)-443(mir,)-490(Mama,)-490(darf)-443(ich)-442(ihn)-442(nehmen?\253)-442(Gl\374cklich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(l\344chelnd)-350(reichte)-350(die)-350(Frau)-351(ihr)-350(den)-350(Kleinen.)-550(Und)-350(Ilse)-350(tanzte)-350(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ihm)-196(im)-197(Zimmer)-196(herum)-196(und)-197(k\374\337te)-196(und)-196(herzte)-196(ihn,)-208(bis)-196(er)-196(zu)-196(weinen)]TJ 0 -13.549 Td [(anfing.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Die)-291(Mutter)-291(nahm)-292(ihr)-291(den)-291(kleinen)-291(Schreihals)-291(ab.)-374(\273War)-291(ich)-291(zu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wild,)-255(Mama?\253)-253(fragte)-254(Ilse)-254(bedauernd,)-255(\273sei)-253(mir)-254(nicht)-254(b\366se)-253(darum!)]TJ 0 -13.549 Td [(Ich)-413(freue)-414(mich)-413(ja)-414(zu)-413(furchtbar)-414(\374ber)-413(ihn!)]TJ/F22 10.9091 Tf 192.923 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.965 0 Td [(Was)-413(er)-414(f\374r)-413(dicke)]TJ -202.888 -13.55 Td [(Aermchen)-244(hat,\253)-245(fuhr)-244(sie)-244(z\344rtlich)-244(fort)-245(und)-244(k\374\337te)-244(dieselben.)-248(\273Ach,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-374(die)-373(lieben,)-404(sch\366nen)-374(Guck\344uglein)-373(schwimmen)-374(in)-373(Thr\344nen!)]TJ 0 -13.549 Td [(Daran)-441(ist)-440(nur)-441(die)-441(b\366se,)-488(b\366se)-441(Schwester)-440(schuld,)-489(mein)-440(kleines)]TJ 0 -13.549 Td [(Herz!\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(So)-412(plauderte)-413(Ilse)-412(bunt)-413(durcheinander)-412(und)-413(war)-412(so)-412(gl\374cklich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-335(ein)-335(Kind)-335(am)-335(Weihnachtsabend,)-356(wenn)-335(es)-335(seine)-335(neue)-334(Puppe)]TJ 0 -13.549 Td [(begr\374\337t.)-248(Sie)-245(mochte)-244(sich)-245(gar)-245(nicht)-244(von)-245(dem)-244(Kinde)-245(entfernen,)-245(bis)]TJ 0 -13.55 Td [(endlich)-250(die)-250(Mama)-250(dasselbe)-250(der)-250(W\344rterin)-250(\374bergab.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Nun)-220(ist)-220(es)-220(genug,)-227(Kind,\253)-220(scherzte)-220(Frau)-220(Anne,)-226(\273du)-220(verw\366hnst)]TJ -11.956 -13.55 Td [(mir)-291(sonst)-292(den)-291(Jungen,)-302(auch)-291(vergi\337t)-291(du)-292(uns)-291(andre)-291(dar\374ber.)-374(Sieh!)]TJ 0 -13.549 Td [(Papa)-245(und)-245(der)-245(Onkel)-245(stehen)-245(schon)-245(wartend)-245(da,)-246(sie)-245(w\374nschen,)-246(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(du)-231(sie)-230(in)-231(das)-230(Speisezimmer)-231(hin\374ber)-231(begleitest.)-243(Oder)-231(m\366chtest)-230(du)]TJ 0 -13.549 Td [(erst)-250(einmal)-250(hinauf)-250(in)-250(dein)-250(Zimmer)-250(gehn?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Sie)-375(ergriff)-376(Ilses)-375(Arm)-376(und)-375(f\374hrte)-376(sie)-375(in)-376(die)-375(obere)-376(Etage,)-406(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(beiden)-277(Herren)-277(folgten)-278(ihnen,)-284(und)-277(Ilse)-277(mu\337te)-277(dar\374ber)-277(lachen,)-284(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(ahnte)-250(ja)-250(nicht,)-250(weshalb)-250(sie)-250(es)-250(thaten.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Es)-285(war)-285(eine)-285(gro\337artige)-285(Ueberraschung,)-294(die)-285(ihrer)-285(wartete.)-354(Als)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie)-343(ihr)-343(Zimmer)-343(bet)1(rat,)-367(blieb)-342(sie)-343(sprachlos)-343(an)-343(der)-343(Th\374re)-342(stehen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Sie)-481(erkannte)-482(die)-481(fr\374heren)-481(R\344ume)-482(nicht)-481(wieder.)-944(Wohn-)-481(und)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Schlafgemach)-219(hatten)-219(die)-219(Eltern)-219(im)-219(altdeutschen)-219(Stil)-219(eingerichtet.)]TJ 0 -13.549 Td [(Nichts)-487(war)-487(vergessen.)-960(Vom)-487(S)1(chreibtisch)-487(bis)-487(auf)-487(die)-486(kleine)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([242])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(Schmucktruhe,)-558(die)-496(vor)-496(dem)-496(Spiegel)-496(auf)-496(einem)-496(Schr\344nkchen)]TJ 0 -13.549 Td [(stand.)-250(Sogar)-250(eine)-250(Staffelei)-250(war)-250(am)-250(Fenster)-250(aufgestellt.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Ilses)-438(Freude)-438(war)-438(unbeschreiblich,)-485(die)-438(Eltern)-438(hatten)-438(ja)-437(ihre)]TJ -11.956 -13.55 Td [(k\374hnsten)-455(W\374nsche)-454(erf\374llt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 128.717 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 10.414 0 Td [(Etwas)-455(befangen)-454(betrachtete)-455(sie)]TJ -139.131 -13.549 Td [(Staffelei)-263(und)-263(Maltisch.)-288(\273O,)-263(Papa,\253)-263(sagte)-263(sie)-263(sch\374chtern,)-266(\273das)-262(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(sch\366n)-250(f\374r)-250(mich,)-250(ich)-250(kann)-250(ja)-250(noch)-250(gar)-250(nicht)-250(malen.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Bedanke)-505(dich)-504(bei)-505(dem)-505(Onkel)-504(daf\374r,)-569(er)-504(ist)-505(der)-505(Anst)1(ifter)]TJ -11.956 -13.549 Td [(davon!\253)-446(entgegnete)-445(der)-446(Oberamtmann.)-836(\273Er)-446(hat)-445(versprochen,)]TJ 0 -13.549 Td [(dein)-362(Lehrmeister)-362(zu)-362(sein,)-390(das)-362(hei\337t:)-474(solange)-362(der)-361(Wandervogel)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-250(uns)-250(aushalten)-250(wird.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Nach)-211(dem)-211(Essen)-210(schlich)-211(sich)-211(Ilse)-211(hinaus)-211(i)1(n)-211(den)-211(Hof,)-219(sie)-211(mu\337te)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-251(fast)-250(heimlich)-250(thun,)-251(denn)-251(der)-250(Papa)-251(konnte)-250(sich)-251(heut)1(e)-251(nicht)-250(von)]TJ 0 -13.55 Td [(ihr)-276(trennen.)-327(Johann)-276(hatte)-275(auf)-276(diesen)-276(Augenblick)-276(l\344ngst)-275(gewartet)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(stand)-250(schon)-250(bereit,)-250(das)-250(Fr\344ulein)-250(zu)-250(f\374hren.)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Zuerst)-242(mu\337t)1(e)-242(sie)-242(ihm)-241(in)-242(den)-241(Pferdestall)-242(folgen,)-243(und)-241(als)-242(sie)-242(di)1(e)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Runde)-290(durch)-290(s\344mtliche)-290(andre)-290(St\344lle)-290(gemacht,)-300(alle)-290(K\374he,)-300(Hunde)]TJ 0 -13.549 Td [(u.)-598(s.)-599(w.)-598(begr\374\337t)-366(hatte,)-395(da)-366(wollte)-366(er)-366(ihr)-366(auch)-366(noch)-366(den)-366(neuen)]TJ 0 -13.549 Td [(Schweinestall)-245(zeigen,)-245(diesen)-245(Besuch)-244(aber)-245(schob)-245(Ilse)-244(bis)-245(auf)-244(eine)]TJ 0 -13.55 Td [(andre)-250(Zeit)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.162 Td [(\273Schade,)-1221(schade,\253)-1027(meinte)-1026(Johann)-1027(und)-1027(machte)-1026(ein)]TJ -11.956 -13.55 Td [(niedergeschlagenes)-458(Gesicht,)-510(\273ich)-458(h\344tte)-458(dem)-458(Fr\344ulein)-458(so)-457(gern)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-411(neue)-412(Schweinehaus)-411(gezeigt.)-734(Es)-411(ist)-411(gewisserma\337en)-411(sch\366n)]TJ 0 -13.549 Td [(drin,)-250(man)-250(k\366nnte)-250(selbst)-250(drin)-250(wohnen.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(\273Morgen,)-203(Johann,\253)-191(entgegnete)-190(Ilse,)-203(\273heute)-191(habe)-191(ich)-191(keine)-191(Zei)1(t)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mehr)-250(dazu,)-250(ich)-250(mu\337)-250(zu)-250(den)-250(Eltern.\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Kopfsch\374ttelnd)-333(blickte)-332(der)-333(Kutscher)-333(ihr)-333(nach.)-498(\273Fr\374her)-332(h\344tte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-261(das)-261(nicht)-261(gesagt,\253)-260(sprach)-261(er)-261(f\374r)-261(sich)-261(und)-261(bedenklich)-261(setzte)-260(er)]TJ 0 -13.549 Td [(hinzu:)-250(\273Sollte)-250(sie)-250(vornehm)-250(geworden)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -14.163 Td [(Als)-410(der)-410(Tag)-410(zu)-410(Ende)-410(war,)-450(als)-410(Ilse)-410(allein)-410(in)-410(ihrem)-410(Zimmer)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sa\337,)-357(um)-357(zur)-356(Ruhe)-357(zu)-357(gehen,)-384(hielt)-356(sie)-357(zuvor)-357(noch)-357(eine)-356(Einkehr)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([243])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.023 -13.55 Td [(in)-424(ihr)-425(Herz.)-773(Der)-424(heutige)-425(Tag)-424(war)-424(so)-425(reich)-424(an)-424(wechselvollen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-219(freudigen)-219(Eindr\374cken)-219(gewesen,)-225(was)-219(lag)-219(nicht)-219(alles)-219(zwischen)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Abend)-521(und)-521(Morgen!)-1063(Trennung)-521(und)-521(Wiedersehn!)-1063(War)-520(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wirklich)-245(erst)-244(heute)-245(fr\374h)-244(von)-245(Lindenhof)-245(abgefahren,)-245(und)-245(hatte)-244(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(erst)-351(gestern)-351(morgen)-350(die)-351(Pension)-351(verlassen?)-552(Der)-351(Abschied)-350(von)]TJ 0 -13.549 Td [(dort)-250(schien)-250(schon)-250(so)-250(weit)-250(hinter)-250(ihr)-250(zu)-250(liegen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 201.185 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -189.229 -14.532 Td [(Es)-386(war)-385(so)-386(s\374\337,)-385(mit)-386(wachen)-385(Augen)-386(noch)-385(etwas)-386(zu)-385(tr\344umen,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-306(sie)-306(mochte)-306(noch)-306(nicht)-306(an)-306(den)-306(Schlaf)-306(denken.)-418(Ihr)-306(Blick)-306(fiel)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-342(den)-342(ge\366ffneten)-342(Reisekoffer)-342(und)-342(sie)-342(bekam)-342(Lust,)-364(denselben)]TJ 0 -13.549 Td [(auszupacken.)-442(Sie)-314(fing)-314(auch)-314(an,)-330(einige)-314(Sachen)-314(herauszunehmen)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-169(in)-168(die)-169(herrlich)-169(geschnitzte)-168(Kommode)-169(zu)-169(r\344umen,)-185(dabei)-168(mu\337te)]TJ 0 -13.55 Td [(sie)-263(sich)-262(an)-263(Nellie)-262(erinnern;)-269(es)-263(fiel)-262(ihr)-263(ein,)-265(wie)-263(treu)-262(und)-263(lustig)-262(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-315(geholfen)-315(hatte,)-331(damals,)-332(am)-314(ersten)-315(Tage)-315(in)-315(der)-315(Pension.)-445(Die)]TJ 0 -13.549 Td [(gute,)-250(geduldige)-250(Nellie!)-250(W\344re)-250(sie)-250(doch)-250(gleich)-250(bei)-250(ihr!)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Als)-417(sie)-418(ihr)-417(Tagebuch)-418(aus)-417(dem)-418(Koffer)-417(nahm,)-460(behielt)-417(sie)-417(es)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sinnend)-303(in)-303(der)-302(Hand.)-409(Was)-302(es)-303(enthielt,)-316(waren)-303(nur)-303(wei\337e)-302(Bl\344tter,)]TJ 0 -13.549 Td [(denn)-153(nie)-153(hatte)-153(sie)-153(das)-153(Bed\374rfnis)-153(gef\374hlt,)-172(ihm)-153(etwas)-153(anzuvertrauen.)]TJ 0 -13.55 Td [(Wie)-228(in)-228(halber)-228(Zerstreuung)-228(schlo\337)-228(sie)-228(es)-228(auf)-228(und)-228(legte)-228(es)-228(ge\366ffnet)]TJ 0 -13.549 Td [(auf)-360(den)-359(Schreibtisch.)-579(Sie)-359(griff)-360(nach)-359(der)-360(Feder,)-386(tauchte)-360(sie)-359(ein)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-317(pl\366tzlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.459 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.911 0 Td [(wie)-317(von)-317(einer)-317(inneren)-316(Macht)-317(getrieben,)-334(schrieb)]TJ -70.37 -13.549 Td [(sie)-250(die)-250(Worte)-250(nieder:)-250(\273Seit)-250(ich)-250(ihn)-250(gesehen)]TJ/F22 10.9091 Tf 189.665 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -183.164 -14.531 Td [(Weiter)-490(kam)-490(sie)-491(nicht.)-970(Sie)-490(warf)-491(die)-490(Feder)-490(weit)-490(von)-490(sich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-311(hielt)-311(beide)-312(H\344nde)-311(vor)-311(ihr)-311(hei\337ergl\374htes)-312(Gesicht.)-433(Eine)-311(tiefe)]TJ 0 -13.549 Td [(Besch\344mung)-470(pre\337te)-470(ihr)-470(die)-470(Brust)-470(zusammen.)-910(Was)-470(hatte)-470(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(geschrieben,)-250(wessen)-250(Bild)-250(hatte)-250(ihr)-250(die)-250(Worte)-250(diktiert?)]TJ 11.956 -14.531 Td [(Als)-204(ob)-204(sie)-204(sich)-204(auf)-205(einem)-204(schweren)-204(Unrecht)-204(ertappt,)-213(so)-204(schnell)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schlo\337)-253(sie)-253(das)-253(Buch)-254(und)-253(barg)-253(es)-253(in)-253(einem)-253(versteckten)-253(Fach)-253(ihres)]TJ 0 -13.549 Td [(neuen)-267(Schreibtisches.)-300(Fort)-267(mit)-267(den)-267(th\366richten)-267(Gedanken,)-271(die)-266(ihr)]TJ 0 -13.55 Td [(Unruhe)-248(machten)-247(und)-248(an)-247(denen)-248(nur)-248(Chamissos)-247(Lieder)-248(die)-247(Schuld)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.756 0 Td [([244])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.756 -13.549 Td [(trugen!)-250(Sie)-250(wollte)-250(sie)-250(niemals)-250(wieder)-250(lesen)]TJ/F22 10.9091 Tf 189.971 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(niemals!)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.298 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -226.495 -14.531 Td [(Drei)-274(Wochen)-274(waren)-274(Ilse)-274(im)-274(elterlichen)-274(Hause)-274(vergangen)-273(und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-215(f\374hlte)-215(sich)-215(so)-215(gl\374cklich)-215(und)-214(wohl)-215(darin,)-222(wie)-215(nie)-215(zuvor.)-238(Gleich)]TJ 0 -13.549 Td [(in)-345(den)-346(ersten)-345(Tagen)-346(hatte)-345(sie)-346(ihre)-345(Zeit)-346(n\374tzlich)-345(eingeteilt.)-536(Auf)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-216(Wunsch)-217(gab)-216(ihr)-216(der)-217(Prediger)-216(noch)-216(einige)-216(Nachhilfestunden)]TJ 0 -13.55 Td [(in)-262(verschiedenen)-261(wissenschaftlichen)-262(F\344chern.)-285(Er)-262(war)-261(\374berrascht)]TJ 0 -13.549 Td [(\374ber)-359(die)-358(Fortschritte)-358(seiner)-359(fr\374heren)-358(Sch\374lerin,)-386(besonders)-358(aber)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(freute)-296(er)-296(sich)-296(\374ber)-296(ihren)-295(Ernst,)-308(ihre)-296(Best\344ndigkeit)-296(beim)-295(Lernen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Er)-276(hatte)-275(sich)-276(nicht)-275(geirrt,)-282(als)-275(er)-276(die)-275(Pension)-276(einen)-275(Segen)-276(f\374r)-275(Ilse)]TJ 0 -13.549 Td [(genannt.)]TJ 11.956 -16.626 Td [(Auch)-432(Frau)-433(Anne)-432(segnete)-433(das)-432(Institut,)-478(das)-433(aus)-432(dem)-432(wilden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kinde)-332(eine)-332(liebliche,)-353(sinnende)-332(Jungfrau)-331(geschaffen)-332(hatte.)-496(Eine)]TJ 0 -13.549 Td [(solche)-195(Umwandlung)-195(hatte)-195(sie)-195(vor)-195(Jahr)-195(und)-195(Tag)-195(kaum)-195(f\374r)-195(m\366glich)]TJ 0 -13.549 Td [(gehalten.)-569(An)-356(Ilses)-357(gutem)-356(Herzen)-356(hatte)-357(sie)-356(niemals)-356(gezweifelt,)]TJ 0 -13.55 Td [(aber)-340(sie)-341(war)-340(\374berrascht)-340(von)-340(der)-341(geduldigen)-340(Liebe,)-363(die)-340(sie)-340(dem)]TJ 0 -13.549 Td [(kleinen)-368(Bruder)-368(entgegenbrachte.)-605(Nur)-368(der)-368(Amtsrat)-368(konnte)-368(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-271(nicht)-272(in)-271(sein)-272(ver\344ndertes)-271(Kind)-272(finden.)-314(Manchmal)-272(sah)-271(er)-271(es)]TJ 0 -13.549 Td [(pr\374fend)-225(von)-226(der)-225(Seite)-226(an,)-230(als)-225(ob)-226(er)-225(fragen)-226(wollte:)-237(\273Ist)-226(sie)-225(es,)-230(oder)]TJ 0 -13.549 Td [(ist)-250(sie)-250(es)-250(nicht?\253)]TJ 11.956 -16.626 Td [(\273Ich)-285(wei\337)-285(nicht,\253)-284(sagte)-285(er)-285(eines)-285(Tages)-284(zu)-285(seiner)-285(Gattin,)-293(\273Ilse)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ist)-269(mir)-270(zu)-269(zahm)-270(geworden.)-308(Ich)-269(kann)-270(mir)-269(nicht)-270(helfen,)-274(aber)-269(mein)]TJ 0 -13.549 Td [(unb\344ndiges)-280(Kind)-281(mit)-280(dem)-280(Loch)-280(im)-281(Kleide)-280(gefiel)-280(mir)-281(besser,)-287(als)]TJ 0 -13.55 Td [(die)-250(junge)-250(Dame)-250(im)-250(modischen)-250(Anzuge.\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Aber)-218(Ilse)-218(ist)-217(jetzt)-218(wirklich)-218(eine)-218(junge)-217(Dame,)-225(lieber)-217(Richard,\253)]TJ -11.956 -13.55 Td [(lachte)-404(F)1(rau)-404(Anne,)-442(\273sie)-403(ist)-404(kein)-403(Kind)-404(mehr)-403(und)-404(du)-403(mu\337t)-403(dich)]TJ 0 -13.549 Td [(daran)-228(gew\366hnen,)-232(sie)-228(nicht)-228(mehr)-227(als)-228(solches)-228(anzusehn.)-242(Uebrigens)]TJ 0 -13.549 Td [(ist)-312(sie)-313(so)-312(heiter)-312(und)-313(ausgelassen)-312(wie)-312(fr\374her,)-328(nur)-313(hat)-312(sie)-312(gelernt,)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-357(Uebermut)-357(zu)-358(z\374geln.)-571(Ich)-358(bin)-357(sehr)-357(zufrieden,)-384(wie)-357(sie)-357(ist,)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(bin)-250(ganz)-250(stolz)-250(auf)-250(mein)-250(T\366chterchen.\253)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([245])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.626 Td [(\273Du)-408(magst)-407(ja)-408(recht)-408(haben,\253)-408(entgegnete)-408(Herr)-407(Macket,)-447(ohne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(indes)-437(von)-437(der)-437(Wahrheit)-437(ihrer)-437(Worte)-437(\374berzeugt)-438(zu)-437(sein,)-483(\273und)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-329(der)-329(Zeit)-328(werde)-329(ich)-329(mich)-328(auch)-329(an)-329(das)-329(erwachsene)-328(M\344dchen)]TJ 0 -13.55 Td [(gew\366hnen,)-328(aber)-313(ich)-312(glaube,)-328(es)-313(wird)-312(noch)-313(mancher)-312(Tag)-312(dar\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(hingehn.\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Wer)-391(wei\337!)-390(Wer)-391(wei\337!)-390(Ilse)-391(rei\337t)-390(dich)-391(vielleicht,)-425(ehe)-391(du)-390(es)]TJ -11.956 -13.55 Td [(denkst,)-290(aus)-283(deiner)-282(T\344uschung)-282(und)-283(giebt)-282(dir)-282(den)-283(Beweis,)-290(da\337)-282(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(kein)-250(Kind)-250(mehr)-250(ist.\253)]TJ 11.956 -16.625 Td [(\273Ich)-203(verstehe)-203(dich)-203(nicht,)-213(liebe)-203(Anne,\253)-203(sagte)-203(der)-203(Oberamtmann)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-208(sah)-208(seine)-208(Frau)-208(fragend)-208(an,)-216(\273du)-208(sprichst)-208(so)-208(geheimnisvoll)-208(und)]TJ 0 -13.549 Td [(machst)-250(mich)-250(neugierig.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Ich)-344(habe)-343(eine)-344(Beobachtung)-344(gemacht)-343(und)-344(glaube)-343(nicht,)-367(da\337)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ich)-326(mich)-326(t\344usche.)-479(Der)-326(junge)-327(Gontrau)-326(ist)-326(Ilse)-326(nicht)-326(gleichg\374ltig)]TJ 0 -13.549 Td [(geblieben.\253)]TJ 11.956 -14.368 Td [(Sprachlos)-416(blickte)-416(Herr)-416(Macket)-417(seine)-416(Frau)-416(an.)-748(Eine)-416(solche)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M\366glichkeit)-263(zu)-262(fassen,)-266(war)-263(er)-262(nicht)-263(im)-263(stande,)-266(sie)-262(war)-263(ihm)-262(noch)]TJ 0 -13.549 Td [(niemals)-250(in)-250(den)-250(Sinn)-250(gekommen.)]TJ 11.956 -14.368 Td [(\273Du)-622(irrst,)-715(Anne,\253)-622(sprach)-622(er)-622(endlich,)-715(\273das)-622(ist)-621(geradezu)]TJ -11.956 -13.549 Td [(unm\366glich.)-815(Oder,\253)-438(f\374gte)-438(er)-438(besorgt)-439(hinzu,)-485(\273hat)-438(sie)-438(dir)-438(etwa)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-250(Gest\344ndnis)-250(abgelegt?\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Beh\374te)-191(Gott,\253)-192(wehrte)-191(Frau)-192(Anne)-191(ab,)-204(\273wo)-191(denkst)-192(du)-191(hin?)-230(Ilses)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Herz)-356(ist)-357(wie)-356(eine)-357(Sinnpflanze,)-383(die)-356(ihre)-356(Bl\344tter)-357(schlie\337t)-356(bei)-356(der)]TJ 0 -13.549 Td [(leisesten)-331(Ber\374hrung.)-494(Noch)-331(wei\337)-331(und)-332(ahnt)-331(sie)-331(selbst)-331(nichts)-331(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihren)-335(Gef\374hlen,)-356(in)-335(ihrer)-335(kindlichen)-335(Unbefangenheit)-335(hat)-335(sie)-335(mir)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-336(Geheimnis)-337(verraten.)-509(Sie)-336(spricht)-337(gern)-336(und)-337(oft)-336(von)-336(Gontraus)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-351(weilt)-350(am)-351(liebsten)-351(in)-351(ihrer)-350(Erinnerung)-351(bei)-351(dem)-351(Sohne,)-375(von)]TJ 0 -13.55 Td [(dem)-426(sie)-425(ausf\374hrlich)-426(jede)-425(Kleinigkeit)-426(erz\344hlt.)-776(Du)-426(m\374\337test)-425(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(h\366ren,)-264(wenn)-261(sie)-261(die)-261(Erkennungsszene)-261(am)-261(Bahnhof)-261(in)-260(Lindenhof)]TJ 0 -13.549 Td [(erz\344hlt,)-250(und)-250(sehen,)-250(wie)-250(ihre)-250(Augen)-250(dabei)-250(strahlen.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Nun)-304(ja,\253)-304(fiel)-304(er)-304(ihr)-304(ins)-304(Wort,)-317(\273das)-304(war)-304(romantisch!)-412(Du)-304(bist)]TJ -11.956 -13.55 Td [(eine)-245(so)-246(kluge)-245(Frau,)-246(mein)-245(Annchen,)-246(wei\337t)-246(du)-245(denn)-245(nicht,)-246(da\337)-245(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(Backfischchen)-250(gern)-250(schw\344rmen?\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([246])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.367 Td [(\273H\366re)-550(nur)-551(weiter)-550(zu,)-625(Richard.)-1151(Neulich)-551(fragte)-550(sie)-550(mich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ganz)-332(aus)-332(dem)-333(Stegreife,)-352(ob)-333(ich)-332(den)-332(Namen)]TJ/F22 10.9091 Tf 196.746 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Leo)]TJ/F22 10.9091 Tf 16.963 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.257 0 Td [(sch\366n)-332(f\344nde,)]TJ -224.599 -13.55 Td [(und)-504(ob)-504(Juristen)-504(kluge)-503(Menschen)-504(w\344ren?)-1012(Den)-503(Rosenstrau\337,)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-456(sie)-455(bei)-456(ihrem)-455(Abschied)-456(erhielt,)-507(hat)-455(sie)-456(aufbewahrt.)-866(Als)]TJ 0 -13.549 Td [(neulich)-420(die)-419(Hausmagd)-420(denselben)-420(wegwerfen)-420(wollte,)-462(ward)-419(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(fast)-276(\344rgerlich.)-329(Sie)-276(nahm)-276(ihr)-276(denselben)-276(aus)-276(der)-276(Hand)-276(und)-276(steckte)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-220(vertrockneten)-219(Blumen)-220(in)-220(eine)-219(Vase,)-226(die)-220(heute)-219(noch)-220(auf)-219(ihrem)]TJ 0 -13.55 Td [(Schreibtische)-250(steht.\253)]TJ 11.956 -14.367 Td [(\273Ist)-566(das)-566(alles,)-644(was)-566(du)-566(wei\337t?\253)-566(lachte)-566(der)-565(Oberamtmann)]TJ -11.956 -13.549 Td [(vergn\374gt)-410(und)-410(auch)-410(sehr)-410(erleichtert,)-450(\273dann)-410(mu\337)-410(ich)-410(dir)-409(sagen,)]TJ 0 -13.549 Td [(liebes)-535(Kind,)-605(da\337)-535(deine)-535(Beobachtungen)-534(auf)-535(sehr)-534(wacklichen)]TJ 0 -13.55 Td [(F\374\337en)-263(stehen.)-290(Ich)-264(kenne)-263(meinen)-263(Wildfang)-264(besser)-263(und)-263(wei\337,)-263(da\337)]TJ 0 -13.549 Td [(er)-303(noch)-303(fern)-303(von)-304(solchen)-303(Allotrias)-303(ist.)-409(Ilschen)-304(verliebt!)-409(Ha,)-316(ha,)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(ha!)-706(Vergieb,)-441(Frauchen,)-440(da\337)-402(ich)-402(dich)-402(auslache,)-440(aber)-402(ich)-402(kann)]TJ 0 -13.549 Td [(nicht)-250(anders!\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Sie)-313(mochte)-313(nicht)-312(weiter)-313(seine)-313(sichere)-313(Unbefangenheit)-312(st\366ren)]TJ -11.956 -13.549 Td [(und)-290(brach)-290(das)-290(Gespr\344ch)-290(ab.)-370(\273Was)-290(kommen)-290(soll,)-300(kommt)-290(doch,\253)]TJ 0 -13.55 Td [(dachte)-410(sie,)-449(\273und)-410(wer)-409(kann)-410(sagen,)-449(wie)-410(bald!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 210.505 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.923 0 Td [(Wenige)-410(Tage)]TJ -220.428 -13.549 Td [(nach)-381(diesem)-382(Gespr\344che)-381(fand)-382(das)-381(Erntefest)-382(statt.)-644(Frau)-381(Macket)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-301(Ilse)-301(befanden)-300(sich)-301(am)-301(Morgen)-300(dieses)-301(Tages)-301(in)-301(dem)-300(gro\337en)]TJ 0 -13.549 Td [(Gartensaale.)-995(Sie)-498(ordneten)-498(noch)-498(hier)-499(und)-498(da)-498(einiges)-498(an)-498(der)]TJ 0 -13.549 Td [(gedeckten)-427(Tafel,)-472(die)-427(festlich)-428(geschm\374ckt)-427(und)-427(zum)-427(Empfange)]TJ 0 -13.55 Td [(vieler)-263(G\344ste)-263(bereit)-263(stand.)-289(Ilse)-263(besch\344ftigte)-263(sich)-263(damit,)-266(die)-263(Vasen)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-312(Blumen)-312(zu)-311(f\374llen.)-436(Es)-312(war)-312(ihr)-311(so)-312(vergn\374gt)-312(und)-312(froh)-312(um)-311(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Herz)-250(und)-250(singend)-250(und)-250(tr\344llernd)-250(verrichtete)-250(sie)-250(ihre)-250(Arbeit.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Mama,\253)-419(unterbrach)-419(sie)-419(sich)-420(pl\366tzlich,)-461(\273wei\337t)-419(du,)-462(da\337)-418(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(eigentlich)-250(recht)-250(betr\374bt)-250(heute)-250(bin?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Nein,\253)-225(entgegnete)-225(die)-225(Angeredete)-225(l\344chelnd,)-230(\273davon)-225(habe)-224(ich)]TJ -11.956 -13.55 Td [(noch)-250(nichts)-250(gemerkt.)-250(Weshalb)-250(wolltest)-250(du)-250(auch)-250(betr\374bt)-250(sein?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Weil)-494(Nellie)-495(mir)-494(nicht)-495(geschrieben)-494(hat.)-983(Ich)-495(habe)-494(sie)-494(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(herzlich)-316(zu)-315(unsrem)-316(Erntefeste)-316(eingeladen)-316(und)-315(sie)-316(hat)-316(mir)-315(keine)]TJ 0 -13.549 Td [(Antwort)-305(darauf)-305(gegeben.)-416(Heute)-305(sind)-305(es)-305(sechs)-305(Tage,)-319(da\337)-305(ich)-305(ihr)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([247])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(schrieb.\253)]TJ 11.956 -16.187 Td [(\273Sie)-160(wird)-159(keine)-160(Erlaubnis)-160(erhalten)-159(haben,)-178(Kind.)-220(Du)-159(zweifeltest)]TJ -11.956 -13.549 Td [(selbst)-389(daran,)-424(hast)-389(du)-389(das)-389(vergessen?)-667(Es)-389(wird)-389(ihr)-388(sehr)-389(schwer)]TJ 0 -13.549 Td [(werden,)-474(dir)-429(der)-429(Vorsteherin)-429(abschl\344gige)-429(Antwort)-428(mitzuteilen.)]TJ 0 -13.549 Td [(Oder)-250(sollte)-250(sie)-250(dich)-250(heute)-250(unangemeldet)-250(\374berraschen?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Das)-417(w\344re)-418(famos,)-459(himmlisch!)-752(Gontraus)-417(und)-418(Nellie)-417(hier)]TJ/F22 10.9091 Tf 263.22 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.55 Td [(dann)-279(w\344ren)-278(alle)-279(meine)-278(W\374nsche)-279(erf\374llt!)-335(Aber)-279(daran)-278(ist)-279(nicht)-278(zu)]TJ 0 -13.549 Td [(denken,)-248(Fr\344ulein)-247(Raimar)-248(erlaubt)-247(das)-247(auf)-248(keinen)-247(Fall.)-249(Nellie)-247(mu\337)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-289(lernen)-289(und)-289(immer)-289(lernen.)-367(Ach)-289(Mama!)-367(Es)-289(mu\337)-289(furchtbar)]TJ 0 -13.549 Td [(schrecklich)-281(sein,)-288(eine)-280(Gouvernante)-281(zu)-281(werden!)-341(Findest)-281(du)-280(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(auch?\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Frau)-435(Anne)-434(versuchte,)-481(Ilse)-434(von)-435(ihrem)-434(Vorurteile)-435(zu)-434(heilen,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(aber)-267(vergeblich.)-301(Sie)-267(blieb)-267(dabei,)-271(Gouvernanten)-267(k\366nnten)-267(nur)-267(alte)]TJ 0 -13.549 Td [(M\344dchen)-250(werden)-250(und)-250(ihre)-250(Nellie)-250(passe)-250(gar)-250(nicht)-250(dazu.)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Plaudernd)-471(und)-471(singend)-472(hatte)-471(Ilse)-471(endlich)-471(s\344mtliche)-471(Vasen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gef\374llt)-224(und)-224(auf)-224(der)-224(Tafel)-224(verteilt.)-241(Sie)-224(stand)-224(noch)-224(bewundernd)-224(vor)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrem)-250(Werke,)-250(als)-250(die)-250(Mutter)-250(sie)-250(antrieb,)-250(sich)-250(anzukleiden.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Es)-289(ist)-290(hohe)-289(Zeit,)-300(Ilse,)-299(wir)-289(m\374ssen)-290(uns)-289(eilen,)-300(in)-289(einer)-289(Stunde)]TJ -11.956 -13.55 Td [(wird)-250(Papa)-250(mit)-250(Gontraus)-250(zur\374ck)-250(sein.\253)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Wie)-427(ein)-427(Vogel)-427(flog)-428(Ilse)-427(die)-427(Treppe)-427(hinauf)-427(in)-427(ihr)-427(Zimmer.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Kaum)-286(hatte)-286(sie)-285(indessen)-286(mit)-286(ihrer)-286(Toilette)-285(begonnen,)-295(als)-286(ihr)-285(die)]TJ 0 -13.549 Td [(Magd)-226(einen)-226(Brief)-226(\374berbrachte,)-231(den)-226(der)-226(Brieftr\344ger)-226(soeben)-226(f\374r)-225(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(abgegeben)-302(hatte.)-407(Er)-302(war)-302(von)-302(Nellie.)-407(Sie)-302(erbrach)-302(ihn)-302(sofort)-302(und)]TJ 0 -13.55 Td [(las.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Die)-718(ersten)-718(Worte)-719(schon)-718(brachten)-718(sie)-718(in)-718(eine)-718(lebhafte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Aufregung,)-207(kaum)-197(vermochte)-196(sie)-197(weiter)-196(zu)-197(lesen.)-232(Mit)-196(stockendem)]TJ 0 -13.549 Td [(Atem)-304(\374berflog)-304(sie)-304(die)-304(Zeilen,)-317(und)-304(als)-304(sie)-303(zu)-304(Ende)-304(war,)-318(eilte)-303(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(mit)-218(dem)-219(Briefe)-218(hinunter)-218(in)-219(der)-218(Mutter)-218(Gemach.)-240(Sie)-218(h\344tte)-218(es)-218(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(ausgehalten,)-218(die)-210(wichtige)-209(Neuigkeit,)-218(die)-210(sie)-210(eben)-210(erhalten,)-217(l\344nger)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-250(sich)-250(zu)-250(behalten.)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([248])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -13.549 Td [(\273Mama!\253)-375(rief)-376(sie)-375(ganz)-376(atemlos,)-407(\273ein)-375(Brief)-376(von)-375(Nellie!)-626(Ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mu\337)-250(ihn)-250(dir)-250(vorlesen!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 102.415 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Und)-250(sie)-250(begann:)]TJ -110.597 -59.107 Td [(\273Mein)-250(s\374\337)-250(Ilschen!)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Ich)-302(bin)-302(eine)-302(Braut!)-407(O!)-302(und)-302(ein)-302(sehr)-302(gl\374ckliches)-302(Braut!)-406(Err\344tst)]TJ 0 -13.549 Td [(Du,)-478(mit)-432(wem?)-798(Ja?)-797(O)-432(Ilse,)-478(Doktor)-432(Althoff)-433(ist)-432(meiner)-432(liebe,)]TJ 0 -13.549 Td [(liebe)-337(Schatz!)-511(Ich)-337(m\366chte)-337(gleich)-337(Deine)-337(liebes)-337(Gesicht)-336(schauen,)]TJ 0 -13.549 Td [(wenn)-277(Du)-277(diese)-278(gro\337)-277(Ereignis)-277(liest,)-284(ich)-277(sehe,)-284(wie)-277(Du)-277(Dein)-277(braun)]TJ 0 -13.549 Td [(Lockenkopf)-516(sch\374ttelst)-516(und)-516(h\366re)-516(Dir)-516(rufen:)]TJ/F22 10.9091 Tf 206.949 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Nellie)-516(will)-516(mir)]TJ -210.582 -13.55 Td [(pfoppen!)]TJ/F22 10.9091 Tf 39.382 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.467 0 Td [(Aber)-351(nein,)-377(sie)-352(pfoppt)-351(Dir)-352(nicht,)-376(alles,)-377(was)-352(sie)-351(heute)]TJ -46.849 -13.549 Td [(schreibt,)-302(ist)-291(wahr.)-375(Du)-291(sollst)-291(alles)-292(wissen,)-302(meine)-291(liebe)-291(Freundin,)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-381(will)-380(erz\344hlen,)-413(wie)-381(es)-381(kam.)-641(O,)-381(es)-381(ist)-380(ein)-381(schwer)]TJ/F22 10.9091 Tf 235.285 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.785 0 Td [(Aufgabe)]TJ -243.07 -13.549 Td [(f\374r)-305(mich,)]TJ/F22 10.9091 Tf 44.068 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.781 0 Td [(ich)-305(bin)-305(so)-305(zerwirrt)-305(vom)-304(Gl\374ck)-305(und)-305(ich)-305(finde)-305(mir)-305(so)]TJ -52.849 -13.549 Td [(schlecht)-301(zurecht)-301(mit)-301(der)-301(deutsch)-301(Sprache.)-403(Du)-301(mu\337t)-301(Geduld)-301(mit)]TJ 0 -13.55 Td [(Dein)-220(Nellie)-221(haben,)-226(die)-220(eigentlich)-220(sehr)-221(dumm)-220(ist!)-240(Ich)-220(sch\344m)]TJ/F22 10.9091 Tf 256.715 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.035 0 Td [(mir,)]TJ -262.75 -13.549 Td [(Ilse,)-285(wenn)-277(ich)-278(denke)-278(an)-277(mein)-278(furchtbaren)-278(Dummheit.)-333(Es)-278(ist)-277(mir)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(ein)-251(R\344tsel,)-250(wie)-251(Alfred)-250(mir)-251(lieb)-250(haben)-251(kann.)]TJ/F22 10.9091 Tf 190.931 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.187 0 Td [(Doch)-250(still)-251(dar\374ber.)]TJ/F22 10.9091 Tf -199.118 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(H\366re)-250(weiter.)]TJ 3.774 -14.251 Td [(\273Mit)-437(Dein)-437(lieber)-437(Brief,)-484(den)-437(Du)-437(mir)-437(schriebst,)-484(wo)-437(Du)-437(mir)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zu)-377(Dein)-377(Erntefest)-377(einladest,)-409(kam)-377(ein)-377(andern)-377(Brief)-376(an)-377(Fr\344ulein)]TJ 0 -13.549 Td [(Raimar.)-585(Als)-362(ich)-361(nun)-362(begriffen)-361(war,)-390(in)-362(ihr)-361(Zimmer)-362(zu)-361(steigen,)]TJ 0 -13.549 Td [(um)-334(sie)-335(recht)-334(f\374r)-335(die)-334(Erlaubnis)-334(zu)-335(bitten,)-355(tritt)-335(sie)-334(ganz)-334(pl\366tzlich)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.943 0 Td [(ohne)-320(Anmeldung)-319(bei)-320(mir)-320(ein.)-459(Das)-319(war)-320(ein)-320(Wunder,)-337(denn)-320(sie)]TJ -8.943 -13.55 Td [(macht)-372(uns)-372(niemals)-372(ein)-373(Visite,)-402(immer)-372(l\344\337t)-373(sie)-372(uns)-372(rufen,)-402(wenn)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-382(einiges)-382(von)-382(uns)-382(will.)-646(Ich)-382(err\366tete)-382(vor)-382(Schreck,)-415(Du)-382(kannst)]TJ 0 -13.549 Td [(denken.)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.191 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Nellie,)]TJ/F22 10.9091 Tf 29.389 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.437 0 Td [(spricht)-440(sie)-441(und)-440(h\344lt)-440(ein)-441(offner)-440(Brief)-441(in)-440(ihr)]TJ -84.649 -13.549 Td [(Hand,)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.846 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(dieses)-453(Schreiben)-452(hier)-453(enth\344lt)-452(die)-453(Anfrage)-452(an)-453(mir,)-503(ob)]TJ -35.479 -13.549 Td [(ich)-306(nicht)-307(ein)-306(junge)-306(Engl\344nderin)-307(zu)-306(sofortiger)-306(Antritt)-306(empfehlen)]TJ 0 -13.55 Td [(kann.)-799(Vollkommen)-432(deutsch)-433(braucht)-433(diese)-433(nicht)-433(zu)-432(sprechen,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-327(soll)-327(nur)-327(die)-327(drei)-327(Kinder)-327(englisch)-327(beibringen.)-481(Ich)-327(denke)-326(Dir)]TJ 0 -13.549 Td [(vorzuschlagen,)-320(Nellie,)-321(bist)-306(Du)-307(einverstanden?)-419(Die)-306(Dame)-306(bietet)]TJ 0 -13.549 Td [(hohe)-250(Gehalt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 55.746 0 Td [(9)]TJ/F16 7.9701 Tf 235.278 0 Td [([249])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.251 Td [(\273Ich)-369(glaube,)-398(da\337)-369(ich)-369(ein)-369(sehr)-368(traurig)-369(Gesicht)-369(machte)-369(zu)-368(ihr)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Vorschlag)-197(und)-197(ich)-197(konnte)-197(auch)-197(gar)-197(nix)-196(sagen.)-233(Dein)-197(Brief)-197(hielt)-196(ich)]TJ 0 -13.549 Td [(noch)-309(in)-309(die)-309(Hand,)-323(aber)-309(ich)-309(habe)-309(nicht)-309(gewagt,)-324(Fr\344ulein)-308(Raimar)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-250(sprechen,)-250(sie)-250(h\344tte)-250(doch)-250(mein)-250(Bitten)-250(abgeschlagen.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Du)-339(hast)-340(wohl)-339(keine)-340(Lust,)]TJ/F22 10.9091 Tf 113.289 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.336 0 Td [(fragte)-339(sie,)-362(weil)-340(ich)-339(schweigend)]TJ -141.668 -13.549 Td [(war.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(O,)-166(gar)-166(keine)-165(Lust,)]TJ/F22 10.9091 Tf 75.713 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.442 0 Td [(dacht)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.629 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.441 0 Td [(ich,)-183(aber)-165(ich)-166(durft)]TJ/F22 10.9091 Tf 74.981 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.442 0 Td [(nicht)-166(sagen,)-182(wie)]TJ -211.691 -13.549 Td [(furchtbar)-251(schrecklich)-252(mich)-251(der)-252(Gedanke)-251(war,)-252(ein)-251(Vierteldutzend)]TJ 0 -13.549 Td [(Kinder)-273(zu)-273(unterrichten.)-320(Immer)-273(so)-274(weise)-273(und)-273(artig)-273(sein,)]TJ/F22 10.9091 Tf 243.711 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.436 0 Td [(immer)]TJ -252.147 -13.549 Td [(so)-325(mit)-324(der)-325(guten)-324(Beispiel)-325(vorangehn)]TJ/F22 10.9091 Tf 165.471 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.995 0 Td [(nein,)-343(das)-325(macht)-324(mir)-325(gar)]TJ -174.466 -13.549 Td [(nicht)-250(Spa\337.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Bestimmen)-452(Sie)-452(f\374r)-451(mir,)-503(Fr\344ulein,)]TJ/F22 10.9091 Tf 153.597 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.562 0 Td [(sagte)-452(ich,)]TJ/F22 10.9091 Tf 48.885 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(ich)-452(werde)]TJ -235.719 -13.549 Td [(thun,)-232(wie)-228(Sie)-228(denken.)-243(Werde)-227(ich)-228(aber)-228(klug)-228(genug)-228(sein,)-232(zu)-228(ein)]TJ/F22 10.9091 Tf 264.814 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.118 0 Td [(so)]TJ -270.932 -13.549 Td [(gro\337er)-250(Aufgabe?)]TJ/F22 10.9091 Tf 73.604 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -61.648 -14.251 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(La\337)-430(das)-429(meine)-430(Sorgen)-430(sein,)]TJ/F22 10.9091 Tf 128.129 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.322 0 Td [(sagte)-430(Fr\344ulein)-430(Raimar)-429(sehr)]TJ -157.494 -13.549 Td [(bestimmend,)]TJ/F22 10.9091 Tf 59.958 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(ich)-336(w\374rde)-335(Dich)-336(nicht)-336(empfehlen,)-357(wenn)-336(ich)-335(nicht)]TJ -63.591 -13.549 Td [(w\374\337te,)-250(da\337)-250(Du)-250(diese)-250(Stellung)-250(vollkommen)-250(erf\374llen)-250(kannst.)]TJ/F22 10.9091 Tf 256.647 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -244.691 -14.251 Td [(\273Damit)-250(verlie\337)-250(sie)-250(mir)-250(und)-250(ich)-250(blieb)-250(tief)-250(betr\374bt)-250(zur\374ck.)]TJ
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[(\273Der)-987(ernste)-987(Abschiedstag)-987(war)-988(da.)-2461(Es)-987(war)-987(der)]TJ -11.956 -13.549 Td [(achtundzwanzigste)-533(September,)-604(morgens)-533(11)-533(Uhr,)-603(ein)-533(Stunde)]TJ 0 -13.549 Td [(vor)-200(meine)-200(Abreise.)-234(Ich)-200(sa\337)-200(in)-201(mein)-200(Zimmer)-200(auf)-200(mein)-200(Reisekoffer)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-328(weinte.)-483(Ich)-328(war)-328(so)-327(gef\374llt)-328(von)-328(Kummer,)-347(das)-328(Herz)-327(dr\374ckte)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([250])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(mir)-302(so)-301(schwer)-302(wie)-302(ein)-301(M\374hlstein)-302(in)-302(der)-301(Brust.)-405(Kannst)-302(Du)-301(Dich)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-291(vorstellen?)-371(Nein,)-301(s\374\337)-291(Ilschen,)-300(Du)-291(kannst)-291(nicht.)-371(Als)-291(Du)-290(von)]TJ 0 -13.549 Td [(uns)-378(gingst,)-409(weintest)-378(Du)-377(auch)-378(und)-377(warst)-378(sehr)-377(betr\374bt,)-410(aber)-377(Du)]TJ 0 -13.549 Td [(kehrtest)-279(in)-278(ein)-279(liebe)-278(Vaterhaus)-279(heim)-279(und)-278(Deine)-279(Eltern)-278(trocknete)]TJ 0 -13.55 Td [(Deine)-278(Thr\344ne,)]TJ/F22 10.9091 Tf 65.812 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.486 0 Td [(wer)-278(trocknet)-278(meine?)-333(Niemand.)-334(Ich)-278(ging)-278(fort)-278(in)]TJ -74.298 -13.549 Td [(die)-278(Fremde)-278(und)]TJ/F22 10.9091 Tf 72.112 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(ka)-278(Katzerl,)-284(ka)-278(Hunderl)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.343 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.663 0 Td [(k\374mmert)-278(sich)-278(um)-277(mir.)]TJ -182.751 -13.549 Td [(Ich)-250(w\374nschte)-250(mir)-250(tot)-250(zu)-250(liegen,)-250(wie)-250(unsre)-250(s\374\337e)-250(Lilli.)]TJ 11.955 -14.25 Td [(\273Wie)-221(ich)-221(mir)-221(so)-221(ganz)-221(verlassen)-221(f\374hle)-222(und)-221(laut)-221(schluchze,)-227(steht)]TJ -11.955 -13.55 Td [(pl\366tzlich)-247(Doktor)-247(Althoff,)-248(mein)-247(Doktor)-248(Althoff)-247(vor)-247(mir.)-249(Ich)-247(hatte)]TJ 0 -13.549 Td [(ihn)-215(nicht)-215(geh\366rt,)-222(als)-215(er)-215(anklopfte)-215(und)-215(die)-215(Th\374r)-215(\366ffnete.)-238(Du)-215(kannst)]TJ 0 -13.549 Td [(mein)-401(Schreck)-401(denken!)-702(Ich)-400(spring)]TJ/F22 10.9091 Tf 154.074 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.005 0 Td [(von)-401(mein)-400(Reisekoffer)-401(und)]TJ -162.079 -13.549 Td [(halt)]TJ/F22 10.9091 Tf 16.364 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(das)-250(Tuch)-250(vor)-250(mein)-250(weinend)-250(Gesicht,)-250(ich)-250(sch\344mte)-250(mir)-250(so.)]TJ -10.769 -14.251 Td [(\273Leise)-221(zog)-222(er)-221(es)-221(fort)-222(und)-221(fragte)-221(mich)-222(mit)-221(seiner)-221(sch\366ner,)-228(tiefer)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Organ:)]TJ/F22 10.9091 Tf 34.469 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Warum)-316(weinen)-317(Sie,)-333(Mi\337)-316(Nellie?)-449(Thut)-316(Sie)-317(es)-316(weh,)-333(aus)]TJ -38.102 -13.549 Td [(dem)-250(Institut)-250(zu)-250(scheiden,)-250(m\366chten)-250(Sie)-250(hier)-250(bleiben!)]TJ/F22 10.9091 Tf 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[(niederschlagen,)-243(er)-241(hatte)-241(ein)-242(so)-241(sonderlicher)-241(Blick,)-243(niemals)-241(hat)-241(er)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-342(so)-342(angesehen.)-525(O,)-341(ich)-342(ward)-342(so)-342(angst)-341(und)-342(es)-342(lief)-342(mich)-341(ganz)]TJ 0 -13.55 Td [(hei\337)-336(\374ber)-336(mein)-336(Gesicht.)-508(Er)-336(griff)-336(mein)]TJ/F22 10.9091 Tf 171.41 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.298 0 Td [(Hand)-336(und)-336(hielt)-336(sie)-336(fest)]TJ -178.708 -13.549 Td [(und)-236(dann)]TJ/F22 10.9091 Tf 42.727 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.033 0 Td [(ich)-236(wei\337)-237(nicht,)-239(wie)-236(es)-236(kam)]TJ/F22 10.9091 Tf 118.208 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.033 0 Td [(mit)-236(einem)-237(Male)-236(hatte)-236(er)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(mir)-263(in)-263(seinen)-263(Arm)-264(genommen)-263(und)-263(fragte:)]TJ/F22 10.9091 Tf 185.062 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Haben)-263(Sie)-263(mich)-263(lieb,)]TJ -188.695 -13.549 Td [(Nellie?)]TJ/F22 10.9091 Tf 31.506 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -19.55 -14.251 Td [(\273Ilse,)-476(kannst)-431(Du)-430(Dich)-431(denken,)-476(was)-430(ich)-431(empfand)-431(bei)-430(diese)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frage?)-428(Es)-309(war,)-324(als)-310(ob)-309(der)-309(Himmel)-309(pl\366tzlich)-310(offen)-309(war)-309(und)-309(alle)]TJ 0 -13.549 Td [(Seligkeit)-197(auf)-198(mein)-197(Haupt)-198(sch\374ttelte.)-232(Im)-197(Wachen)-198(und)-197(im)-197(Tr\344umen)]TJ 0 -13.549 Td [(immer)-236(h\366r)]TJ/F22 10.9091 Tf 45.595 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.202 0 Td [(ich)-235(dieser)-236(Wort)-235(in)-236(mein)-235(Ohr)-236(und)-235(zuweilen)-236(denk)]TJ/F22 10.9091 Tf 206.573 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.202 0 Td [(ich,)]TJ/F16 7.9701 Tf 26.452 0 Td [([251])]TJ/F16 10.9091 Tf -291.024 -13.549 Td [(es)-365(ist)-365(alles)-366(nicht)-365(wahr!)-596(Doch)-365(h\366re)-365(weiter.)-596(Du)-365(bist)-365(mein)-365(best)]TJ/F22 10.9091 Tf 276.997 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf -276.997 -13.55 Td [(Freundin)-250(und)-250(nichts)-250(soll)-250(dir)-250(verborgen)-250(sein.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Hast)-266(Du)-265(mich)-266(lieb?)]TJ/F22 10.9091 Tf 85.047 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.531 0 Td [(fragte)-266(er)-265(noch)-266(einmal,)]TJ/F22 10.9091 Tf 99.18 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(willst)-266(Du)-265(mein)]TJ -215.434 -13.549 Td [(kleines)-250(Frau)-250(sein?)]TJ/F22 10.9091 Tf 78.775 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -66.819 -14.251 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(O)-351(ja)]TJ/F22 10.9091 Tf 23.423 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.29 0 Td [(herzlich)-352(gern,)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.087 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.468 0 Td [(sagte)-352(ich)-351(und)-352(ich)-351(wei\337)-352(nicht,)-377(ob)-352(es)]TJ -122.311 -13.549 Td [(sehr)-259(geschickt)-259(\050schicklich\051)-259(vor)-258(mich)-259(war,)-261(da\337)-259(ich)-259(so)-259(schnell)-258(und)]TJ 0 -13.549 Td [(ohne)-350(Besinnen)-350(mein)-350(Jawort)-349(gab,)-375(aber)-350(ich)-350(konnte)-350(nicht)-349(anders,)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-339(hatte)-339(ja)-339(mein)-339(Alfred)-339(schon)-339(lange)-339(still)-339(in)-339(mein)-339(tiefster)-338(Herz)]TJ 0 -13.55 Td [(geliebt.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Und)-406(nun)-406(k\374\337te)-406(er)-405(mir)-406(auf)-406(die)-406(Stirn)-406(und)-406(nannte)-406(mir)-405(seine)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Braut.)-645(Mein)-381(Seligkeit)-382(war)-381(ohne)-382(Grenzen,)-414(ich)-381(war)-382(nicht)-381(mehr)]TJ 0 -13.55 Td [(verlassen,)-250(hatte)-250(mit)-250(ein)-250(Mal)-250(ein)-250(wonnige)-250(Heimat)-250(gefunden.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Als)-312(wir)-312(uns)-313(verlobt)-312(hatten,)-328(gingen)-312(wir)-312(sogleich)-312(zu)-312(Fr\344ulein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Raimar)-330(und)-330(Alfred)-330(stellte)-330(mir)-330(als)-330(seine)-330(Braut)-330(vor.)-490(O,)-330(Ilse!)-490(Du)]TJ 0 -13.55 Td [(h\344ttest)-241(die)-241(erstaunte)-241(Gesichter)-241(sehen)-241(m\374ssen!)-247(Es)-241(war)-241(zu)-240(spassig!)]TJ 0 -13.549 Td [(Fr\344ulein)-318(Raimar)-319(weniger,)-335(sie)-318(wei\337)-318(immer)-318(so)-319(gut)-318(ihr)-318(Gesicht)-318(in)]TJ 0 -13.549 Td [(die)-330(gleiche)-331(Falte)-330(zu)-330(legen,)-351(man)-330(wei\337)-330(nicht,)-351(ob)-330(sie)-330(Freude)-330(oder)]TJ 0 -13.549 Td [(Trauer)-306(hat.)-419(Aber)-306(ich)-306(glaube,)-320(diesmal)-307(hatte)-306(sie)-306(Freude,)-320(denn)-306(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(nahm)-267(mich)-267(in)-267(ihr)-267(Arm)-267(und)-267(k\374\337te)-267(mir.)-301(Zu)-267(Alfred)-267(sagte)-267(sie:)]TJ/F22 10.9091 Tf 258.823 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Wie)]TJ -262.456 -13.55 Td [(ist)-211(das)-211(so)-212(schnell)-211(gekommen,)-219(Herr)-211(Doktor?)-237(Ich)-211(habe)-211(niemals)-211(von)]TJ 0 -13.549 Td [(Ihr)-250(Neigung)-250(gemerkt.)]TJ/F22 10.9091 Tf 94.222 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf -82.266 -14.25 Td [(\273)]TJ/F22 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(Ich)-379(bin)-378(selbst)-379(erst)-378(klar)-379(geworden,)-411(als)-378(ich)-379(Nellie)-379(verlieren)]TJ -21.043 -13.549 Td [(sollte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.368 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.25 0 Td [(sagte)-332(Alfred)-331(und)-332(bat)-332(Fr\344ulein)-331(Raimar,)-352(die)-332(Gouvernante)]TJ -33.618 -13.55 Td [(abzubestellen)-254(und)-255(mir)-254(unter)-254(ihr)-255(m\374tterlicher)-254(Schutz)-254(zu)-254(behalten,)]TJ 0 -13.549 Td [(bis)-330(wir)-330(heiraten.)-490(Sie)-330(hat)-330(es)-330(versprochen.)-490(So)-330(blieb)-330(ich)-330(hier)-330(und)]TJ 0 -13.549 Td [(packte)-250(meine)-250(ganze)-250(Siebensachen)-250(wieder)-250(aus.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(\273Mi\337)-498(Lead)-499(gl\374ckw\374nschte)-498(mir)-499(auch,)-561(aber)-498(wenn)-499(sie)-498(auch)]TJ -11.956 -13.549 Td [(meiner)-382(Landsmann)-382(ist,)-415(war)-382(sie)-382(doch)-382(kalt)-382(wie)-382(ein)-382(Frosch.)-646(Ich)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(glaube,)-400(sie)-370(hat)-370(viel)-370(Neid.)-610(Aber)-370(ich)-370(mache)-370(mir)-370(nix)-369(davon)-370(und)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([252])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(strahle)-337(voll)-337(Wonne.)-510(Fr\344ulein)-337(G\374ssow)-337(freut)-337(sich)-337(furchtbar)-336(\374ber)]TJ 0 -13.549 Td [(mein)-210(Gl\374ck,)-219(ich)-210(habe)-211(sie)-210(so)-211(lieb)-210(als)-211(eine)-210(Schwester)-211(und)-210(bitte)-210(jetzt)]TJ 0 -13.549 Td [(alle)-273(Tag)-274(der)-273(liebe)-274(Gott,)-279(da\337)-273(er)-274(sie)-273(von)-273(ihr)-274(schwer)]TJ/F22 10.9091 Tf 215.593 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.615 0 Td [(Beruf)-273(abl\366se,)]TJ -222.208 -13.55 Td [(sie)-250(ist)-250(zu)-250(gut)-250(f\374r)-250(ein)-250(streng)]TJ/F22 10.9091 Tf 115.746 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.36 0 Td [(Lehrerin.)]TJ -110.15 -13.549 Td [(\273Unsre)-294(Freundinnen)-294(waren)-294(reizend)-294(nett!)-382(das)-294(hei\337t)-294(nicht)-293(alle,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(denn)-317(Melanie)-317(und)-316(Grete)-317(sind)-317(schnell)-317(abgereist,)-333(weil)-317(ihr)-316(Mutter)]TJ 0 -13.549 Td [(krank)-184(war,)-197(sie)-184(wissen)-184(noch)-183(nichts.)-228(Orla)-184(beschenkte)-184(mir)-184(gleich)-183(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(ein)-273(kostbar)-272(Armband)-273(zum)-272(Andenken)-272(und)-273(zur)-272(Freude)-273(\374ber)-272(unsre)]TJ 0 -13.55 Td [(Verlobung.)-361(Das)-287(klein)]TJ/F22 10.9091 Tf 95.234 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.763 0 Td [(Lachtaube)-287(konnte)-287(vor)-287(Lachen)-287(kein)-287(Wort)]TJ -101.997 -13.549 Td [(sagen.)-572(Rosi)-358(sprach)]TJ/F22 10.9091 Tf 90.089 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(artige)]TJ/F22 10.9091 Tf 24.84 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.532 0 Td [(Worte)-357(wie)-358(immer,)-384(und)-358(Flora?)-572(Sie)]TJ -126.094 -13.549 Td [(machte)-229(ein)-230(lang)-229(Gesicht)-229(und)-229(sah)-230(Alfred)-229(mit)-229(ein)-229(schw\344rmerischer)]TJ 0 -13.549 Td [(Blick)-242(an,)-244(dann)-243(dr\374ckte)-242(sie)-242(uns)-243(stumm)-242(die)-242(H\344nde.)-248(Gestern)-242(hat)-242(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(mir)-225(mit)-224(ein)-225(lang)]TJ/F22 10.9091 Tf 71.62 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(Elegie)-225(an)-224(ein)-225(Braut)]TJ/F22 10.9091 Tf 83.09 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.082 0 Td [(begl\374ckt,)-230(sie)-224(ist)-225(sehr)-224(sch\366n)]TJ -164.424 -13.55 Td [(wie)-250(alle)-250(Gedichte)-250(von)-250(Flora.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Heute)-445(fr\374h)-444(ist)-445(mein)-444(Alfred)-445(abgereist)-444(zu)-445(sein)-444(Mutter,)-493(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(war)-274(ein)-273(sehr)-274(schwer)]TJ/F22 10.9091 Tf 87.704 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.616 0 Td [(Abschied!)-320(Wir)-274(f\374hlten)-273(uns)-274(gegenseitig)-273(ein)]TJ -94.32 -13.549 Td [(wenig)-391(schwanken,)-427(doch)-392(lie\337e)-391(wir)-392(die)-391(Kopfe)-392(nicht)-391(fallen.)-674(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(schluckte)-328(die)-328(Thr\344nen)-329(tapfer)-328(hinter,)-348(Fr\344ulein)-328(Raimar)-328(sollte)-328(mir)]TJ 0 -13.55 Td [(nicht)-241(schw\344chlich)-240(sehen.)-247(Alfred)-241(kommt)-241(ja)-240(auch)-241(bald)-241(zur\374ck,)-242(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(acht)-250(Tage)-250(ist)-250(er)-250(fort.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(\273Nun)-263(leb)]TJ/F22 10.9091 Tf 40.44 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.501 0 Td [(wohl,)]TJ/F24 10.9091 Tf 27.45 0 Td [(dear)]TJ/F16 10.9091 Tf 22.866 0 Td [(Ilschen.)-289(Ich)-263(habe)-263(Dir)-263(ein)-263(langer,)-266(langer)]TJ -109.213 -13.549 Td [(Brief)-393(geschrieben,)-428(nun)-393(antworte)-393(mich)-392(gleich,)-429(bitte,)-428(bitte!)-678(Ich)]TJ 0 -13.549 Td [(freu)]TJ/F22 10.9091 Tf 17.564 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.816 0 Td [(mir)-384(furchtbar)-383(auf)-384(Dein)-383(Brief,)-417(Du)-383(kommst)-384(doch)-383(zu)-384(mein)]TJ -25.38 -13.55 Td [(Hochzeit?)-601(Neujahr)-366(werden)-367(wir)-367(getraut.)-601(Tausend)-366(K\374sse,)-396(mein)]TJ 0 -13.549 Td [(Herzkind,)-250(und)-250(gr\374\337e)-250(Deine)-250(lieber)-250(Eltern)-250(und)-250(das)-250(klein)-250(Babi)-250(von)]TJ 259.423 -13.549 Td [(Dein)]TJ -49.78 -13.549 Td [(seligste)-313(Nellie.\253)]TJ -197.687 -45.557 Td [(\273Nellie)-283(Doktor)-282(Althoffs)-283(Braut!\253)-283(rief)-282(Ilse)-283(jubelnd.)-348(\273Nun)-282(wird)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-250(keine)-250(Gouvernante,)-250(Mama!\253)]TJ 11.956 -13.55 Td [(\273Nein,)-401(nun)-370(hat)-371(sie)-370(die)-371(beste)-370(Heimat)-371(gefunden!\253)-370(entgegnete)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frau)-427(Macket,)-472(die)-427(zuweilen)-428(\374ber)-427(Nellies)-427(komische)-427(Ausdr\374cke)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([253])]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(gelacht,)-567(zuweilen)-504(aber)-503(auch)-504(eine)-504(Thr\344ne)-503(der)-504(R\374hrung)-503(nicht)]TJ 0 -13.549 Td [(zu)-427(unterdr\374cken)-427(vermocht)-428(hatte,)-471(\273sie)-427(ist)-427(dem)-427(alleinstehenden)]TJ 0 -13.549 Td [(Kinde)-465(von)-466(Herzen)-465(zu)-465(g\366nnen.)-896(Es)-466(mu\337)-465(ein)-465(liebes,)-519(drolliges)]TJ 0 -13.549 Td [(Gesch\366pfchen)-512(sein,)-577(ihr)-511(Brief)-512(giebt)-511(ein)-512(sprechendes)-511(Zeugnis)]TJ 0 -13.55 Td [(davon.\253)]TJ 11.956 -17.225 Td [(Wenn)-414(Ilse)-415(auf)-414(dieses)-415(Kapitel)-414(kam,)-456(war)-414(sie)-414(unersch\366pflich.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frau)-250(Anne)-250(mu\337te)-250(sie)-250(ernstlich)-250(mahnen,)-250(sich)-250(anzukleiden.)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(duftige)-495(Anzug)-496(daran)-495(schuld?)-985(Oder)-496(hatten)-495(die)-495(Augen)-495(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(besonderen)-250(Glanz?)]TJ 128.983 -18.26 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.027 -18.259 Td [(Kaum)-433(zehn)-434(Minuten)-433(sp\344ter)-433(kam)-434(der)-433(Wagen)-433(vom)-433(Bahnhof)]TJ -11.956 -13.549 Td [(zur\374ck)-463(und)-463(brachte)-463(die)-463(G\344ste.)-889(Der)-463(Landrat)-463(stieg)-463(zuerst)-462(aus)]TJ 0 -13.55 Td [(demselben.)-659(Ungeniert)-387(nahm)-386(er)-386(Ilse,)-421(die)-386(mit)-387(ihrer)-386(Mama)-386(zum)]TJ 0 -13.549 Td [(Empfange)-207(bereit)-207(stand,)-216(in)-207(die)-207(Arme)-207(und)-207(k\374\337te)-207(sie)-206(auf)-207(die)-207(Wange.)]TJ 0 -13.549 Td [(Leo)-334(begr\374\337te)-334(die)-334(Damen)-334(mit)-334(einem)-334(Handku\337.)-334(Ilse)-334(wu\337te)-334(jetzt,)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-245(sie)-246(sich)-245(bei)-246(einem)-245(so)-246(kri)1(tischen)-246(Falle)-245(zu)-246(benehmen)-245(hatte,)-246(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(zog)-250(die)-250(Hand)-250(nicht)-250(fort,)-250(die)-250(Mama)-250(hatte)-250(es)-250(auch)-250(nicht)-250(gethan.)]TJ 11.956 -14.841 Td [(Die)-479(Eltern)-480(f\374hrten)-479(Gontraus)-479(hinauf)-480(in)-479(die)-479(bereitstehenden)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Gastzimmer,)-243(Leo)-241(blieb)-241(noch)-241(z\366gernd)-241(auf)-241(der)-241(Veranda)-240(stehen.)-247(Er)]TJ 0 -13.549 Td [(trat)-316(zu)-315(Ilse,)-332(die)-315(etwas)-316(entfernt)-315(von)-316(ihm)-315(stand.)-447(Sie)-315(lehnte)-315(gegen)]TJ 0 -13.549 Td [(einen)-382(Pfeiler)-382(und)-382(zupfte)-383(sehr)-382(eifrig)-382(an)-382(einer)-382(Weinranke.)-646(Sein)]TJ 0 -13.549 Td [(Blick)-214(ruhte)-214(auf)-214(dem)-214(reizenden)-214(M\344dchen,)-221(das)-214(ihm)-214(in)-214(den)-213(wenigen)]TJ 0 -13.55 Td [(Wochen,)-511(seit)-458(er)-459(sie)-458(nicht)-458(gesehen)-459(hatte,)-511(gr\366\337er)-458(und)-458(sch\366ner)]TJ 0 -13.549 Td [(geworden)-250(schien.)]TJ 11.956 -14.84 Td [(\273Sie)-365(sind)-365(so)-365(still)-365(und)-365(so)-365(ernst,\253)-365(redete)-365(er)-365(sie)-365(an,)-394(\273gar)-365(nicht)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-348(im)-348(Lindenhof.)-544(Wo)-348(ist)-348(Ihr)-348(fr\366hlicher)-348(Uebermut)-347(geblieben?)]TJ 0 -13.55 Td [(Dr\374ckt)-250(Sie)-250(ein)-250(Kummer?\253)]TJ 11.956 -14.84 Td [(\273Kummer?)-247(o)-240(nein!\253)-241(Und)-240(ihre)-240(Augen)-241(lachten)-240(ihn)-241(mit)-240(der)-240(alten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Fr\366hlichkeit)-322(an.)-467(\273Im)-322(Gegenteil,)-340(eine)-322(gro\337e,)-340(gro\337e)-322(Freude)-322(habe)]TJ 0 -13.549 Td [(ich)-250(gehabt!\253)-250(Und)-250(sie)-250(verk\374ndete)-250(ihm)-250(Nellies)-250(Verlobung.)]TJ 11.956 -14.841 Td [(Eigentlich)-199(wunderte)-198(es)-199(sie,)-209(da\337)-198(er)-199(so)-199(wenig)-198(darauf)-199(zu)-198(erwidern)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hatte.)-1127(Fast)-542(keine)-543(Miene)-542(hatte)-542(er)-543(bei)-542(dieser)-542(hochwichtigen)]TJ 0 -13.549 Td [(Nachricht)-547(verzogen.)-1141(Sein)-547(Blick)-547(hing)-547(unverwandt)-547(an)-547(ihren)]TJ 0 -13.549 Td [(Lippen,)-264(und)-262(doch)-261(schien)-261(es,)-265(als)-261(w\344ren)-261(seine)-262(Gedanken)-261(in)-261(weiter)]TJ 0 -13.549 Td [(Ferne.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([256])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -14.841 Td [(\273Ist)-250(sie)-250(sehr)-250(gl\374cklich?\253)-250(fragte)-250(er)-250(in)-250(halber)-250(Zerstreuung.)]TJ 0 -14.84 Td [(\273Gl\374cklich?\253)-360(wiederholte)-361(Ilse)-360(verwundert)-361(\374ber)-360(seine)-360(Frage.)]TJ -11.955 -13.549 Td [(\273Selig)-250(ist)-250(sie!)-250(Sie)-250(m\374ssen)-250(nur)-250(ihren)-250(Brief)-250(lesen!\253)]TJ 11.955 -14.841 Td [(\273Lesen)-309(Sie)-310(ihn)-309(mir)-309(vor,\253)-309(bat)-310(er.)-427(\273Lassen)-310(Sie)-309(uns)-309(die)-309(sch\366ne)]TJ -11.955 -13.549 Td [(Einsamkeit)-250(benutzen,)-250(jetzt)-250(sind)-250(wir)-250(ungest\366rt.\253)]TJ
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+/F16 10.9091 Tf 93.543 548.934 Td [(248)-18476(Der)-250(Trotzkopf)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(\273Das)-167(geht)-168(nicht!)-222(Nein,)-184(gewi\337)-167(nicht!\253)-168(rief)-167(sie)-167(beinahe)-167(\344ngstlich.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Es)-465(schreckte)-464(sie)-465(pl\366tzlich)-464(der)-465(Gedanke:)-679(Wie)-464(kannst)-465(du)-464(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(Nellies)-402(geheimste)-402(Empfindungen)-402(offenbaren?)]TJ/F22 10.9091 Tf 212.945 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.842 0 Td [(Doch)-402(war)-402(es)]TJ -222.787 -13.549 Td [(dieser)-369(Gedanke)-368(allein,)-399(der)-369(sie)-368(so)-369(seltsam)-369(beklommen)-368(machte?)]TJ 0 -13.55 Td [(Entsprang)-487(die)-488(Furcht,)-546(mit)-488(ihm)-487(allein)-487(zu)-488(sein,)-546(aus)-487(derselben)]TJ 0 -13.549 Td [(Quelle?)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Wenn)-250(ich)-250(Sie)-250(sehr)-250(darum)-250(bitte,)-250(auch)-250(dann)-250(nicht?\253)]TJ 0 -14.04 Td [(Sie)-331(war)-330(schon)-331(halb)-331(auf)-330(der)-331(Flucht,)-351(als)-330(seine)-331(dringende)-330(Bitte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(ihr)-250(Ohr)-250(ber\374hrte.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Ich)-359(kann)-359(nicht!)-576(Ich)-359(habe)-359(im)-359(Hause)-358(zu)-359(thun!)-577(Sp\344ter!\253)-358(rief)]TJ -11.956 -13.55 Td [(sie)-394(ihm)-395(verwirrt)-394(zu,)-431(flog)-394(\374ber)-395(die)-394(Veranda)-395(hinweg)-394(durch)-394(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Speisesaal)-362(bis)-362(in)-361(die)-362(offenstehende)-362(Th\374r)-362(des)-362(kleinen)-361(Boudoirs)]TJ 0 -13.549 Td [(der)-250(Mama.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Er)-691(sah)-691(ihr)-690(nach,)-801(bis)-691(der)-691(Zipfel)-691(ihres)-691(wei\337en)-690(Kleides)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entschwunden)-522(war.)-1067(Auf)-522(seinem)-523(Antlitz)-522(spiegelten)-522(sich)-522(die)]TJ 0 -13.55 Td [(verschiedensten)-405(Gef\374hle,)-444(sie)-405(dr\374ckten)-405(Zweifel,)-444(Hoffnung)-405(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Entz\374cken)-250(aus.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Als)-291(Ilse)-291(so)-291(hastig)-291(in)-292(das)-291(kleine)-291(Zimmer)-291(trat,)-301(atemlos)-291(und)-291(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hei\337en)-250(Wangen,)-250(erschrak)-250(sie)-250(fast,)-250(als)-250(sie)-250(den)-250(Onkel)-250(antraf.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Nun,)-368(Backfischchen,)-368(was)-344(ist)-344(dir)-345(denn)-344(begegnet?\253)-344(fragte)-344(er)]TJ -11.956 -13.55 Td [(und)-250(legte)-250(das)-250(Buch,)-250(in)-250(welchem)-250(er)-250(gelesen,)-250(aus)-250(der)-250(Hand.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273O)-251(nichts,)-252(nichts,)-252(gar)-252(nichts!\253)-251(rief)-252(sie)-251(schnell.)-255(\273Ich)-251(bin)-252(nur)-251(so)]TJ -11.956 -13.549 Td [(hei\337)-250(und)-250(mein)-250(Herz)-250(klopft)-250(so)-250(furchtbar.\253)]TJ 11.956 -14.04 Td [(Ehe)-308(er)-309(noch)-308(nach)-309(der)-308(Ursache)-309(ihrer)-308(Erregung)-309(fragen)-308(konnte,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(schnitt)-559(sie)-559(ihm)-559(das)-559(Wort)-559(ab.)-1177(\273Eine)-559(furchtbar)-558(interessante)]TJ 0 -13.549 Td [(Neuigkeit,)-250(Onkel)-250(Curt!)-250(Nellie)-250(ist)-250(Braut!\253)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([257])]TJ/F16 10.9091 Tf 84.711 -14.041 Td [(Wer)-322(Nellie)-322(war,)-340(wu\337te)-322(er)-322(l\344ngst,)-340(oft)-322(genug)-322(hatte)-322(Ilse)-322(ihm)-321(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(den)-285(Malstunden,)-294(die)-284(sie)-285(mit)-285(vielem)-285(Eifer)-285(nahm,)-294(von)-285(ihr)-284(erz\344hlt,)]TJ 0 -13.549 Td [(aber)-184(wie)-183(sie)-184(aussah,)-197(wu\337te)-183(er)-184(noch)-183(nicht,)-197(heute)-184(konnte)-183(sie)-184(ihm)-183(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Bild)-289(derselben)-288(zeigen.)-365(Es)-289(war)-288(ihr)-289(jetzt)-288(das)-289(Album)-288(nachgesandt,)]TJ 0 -13.549 Td [(welches)-244(Fr\344ulein)-244(Raimar)-245(ihr)-244(bereits)-244(bei)-244(der)-244(Abreise)-244(versprochen)]TJ 0 -13.55 Td [(hatte.)-250(Es)-250(enthielt)-250(die)-250(Bilder)-250(der)-250(Lehrerinnen)-250(und)-250(Freundinnen.)]TJ 11.956 -14.04 Td [(\273Also)-305(Nellies)-305(Verlobung)-304(macht)-305(dir)-305(Herzklopfen?\253)-305(meinte)-304(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(etwas)-307(zweifelhaft)-307(l\344chelnd.)-422(\273So,)-321(so!)-421(Sag)]TJ/F22 10.9091 Tf 182.394 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.984 0 Td [(mal,)-321(Fischchen,)-322(sind)]TJ
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+ -264.267 -30.759 Td [(Gontraus)-250(schon)-250(da?\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(Diese)-237(Frage)-238(hatte)-238(Ilse)-237(\374berh\366rt.)-246(\273Hier)-237(ist)-238(Nellie!\253)-237(fiel)-238(sie)-237(dem)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Onkel)-378(in)-378(die)-379(Rede)-378(und)-378(reichte)-378(ihm)-378(das)-379(Album.)-634(\273Sag)]TJ/F22 10.9091 Tf 243.24 0 Td [(\031)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-410(ist)-378(sie)]TJ -246.873 -13.55 Td [(nicht)-250(reizend?\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Reizend?)-549(Das)-349(kann)-350(ich)-349(nicht)-350(finden,\253)-349(entgegnete)-350(er)-349(etwas)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gedehnt)-279(und)-278(nach)-279(einigen)-279(pr\374fenden)-278(Kennerblicken.)-336(\273Anmutig,)]TJ 0 -13.549 Td [(grazi\366s,)-250(ja,)-250(der)-250(Mund)-250(ist)-250(lieblich,)-250(Augen)-250(und)-250(Nase)-250(aber)]TJ/F22 10.9091 Tf 243.895 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.454 0 Td [(\253)]TJ -237.393 -13.959 Td [(\273Ach,)-421(Onkel,\253)-387(unterbrach)-386(ihn)-387(Ilse,)-421(\273du)-386(darfst)-387(sie)-387(nicht)-386(mit)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so)-277(kritischen)-277(Blicken)-276(ansehen,)-284(du)-277(kannst)-276(mir)-277(glauben,)-284(Nellie)-276(ist)]TJ 0 -13.549 Td [(reizend!)-476(Das)-325(Bild)-325(ist)-325(auch)-326(schlecht,)-344(in)-325(Wirklichkeit)-325(ist)-325(sie)-325(viel)]TJ 0 -13.549 Td [(h\374bscher!\253)]TJ 11.956 -13.959 Td [(Er)-263(hatte)-264(in)-263(dem)-263(Album)-264(weiter)-263(gebl\344ttert)-263(und)-264(nach)-263(dieser)-263(oder)]TJ -11.956 -13.549 Td [(jener)-274(sich)-274(erkundigt.)-321(Pl\366tzlich)-274(fragte)-274(er)-273(erregt:)-298(\273Wie)-274(hei\337t)-273(diese)]TJ 0 -13.549 Td [(Dame)-250(hier?\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Das)-257(ist)-258(meine)-257(liebste)-258(Lehrerin,)-259(Fr\344ulein)-258(G\374ssow.)-272(Wir)-257(hatten)]TJ -11.956 -13.549 Td [(sie)-392(alle)-392(furchtbar)-391(lieb)-392(und)-392(schw\344rmten)-392(f\374r)-392(sie.)-675(Du)-392(kennst)-391(sie)]TJ 0 -13.55 Td [(wohl?\253)-239(wandte)-240(sie)-239(sich)-239(fragend)-239(an)-239(ihn.)-247(Es)-239(fiel)-239(ihr)-240(auf,)-241(da\337)-239(er)-239(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Bild)-250(so)-250(starr)-250(betrachtete.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Ich)-371(kenne)-371(sie)-371(nicht,)-402(nein.)-613(Aber)-371(es)-371(mu\337)-371(mir)-371(im)-371(Leben)-371(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(M\344dchen)-337(begegnet)-338(sein,)-359(das)-338(diesem)-337(Bilde)-337(glich.)-513(Doch,)-359(das)-337(ist)]TJ 0 -13.55 Td [(lange)-250(her.)-250(Wie)-250(alt)-250(ist)-250(deine)-250(Lehrerin?\253)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Sie)-279(ist)-280(nicht)-279(mehr)-280(jung,)-286(schon)-280(siebenundzwanzig)-279(Jahre)-279(alt,\253)]TJ -11.956 -13.549 Td [(entgegnete)-250(Ilse)-250(nach)-250(echter)-250(Backfischart.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([258])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -13.958 Td [(\273Ja,)-240(da)-238(ist)-238(sie)-238(schon)-238(ein)-238(altes)-238(M\344dchen,\253)-238(best\344tigte)-238(der)-238(Onkel.)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Aber)-297(nur)-296(seine)-297(Lippen)-297(scherzten,)-308(sein)-297(Auge)-296(hing)-297(mit)-297(Ernst)-296(und)]TJ 0 -13.549 Td [(Wehmut)-250(an)-250(dem)-250(getreuen)-250(Bilde)-250(der)-250(Lehrerin.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(W\344re)-179(Ilse)-179(nicht)-178(so)-179(jung)-179(und)-179(allzu)-178(sehr)-179(mit)-179(ihrer)-179(eigenen)-178(kleinen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Person)-342(besch\344ftigt)-343(gewesen,)-365(es)-343(h\344tte)-342(ihr)-343(auffallen)-342(m\374ssen,)-365(wie)]TJ 0 -13.55 Td [(and\344chtig)-267(und)-267(wie)-266(lange)-267(er)-267(das)-267(Bild)-267(betrachtete.)-300(\273Du)-267(findest)-266(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(wohl)-250(h\374bsch?\253)-250(fragte)-250(sie)-250(unbefangen.)]TJ 11.956 -13.958 Td [(\273Wie)-363(hei\337t)-363(sie?)-589(G\374ssow?\253)-363(fragte)-363(er,)-391(und)-363(jetzt)-363(hatte)-363(er)-363(ihre)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Frage)-250(\374berh\366rt.)-250(\273Wie)-250(ist)-250(ihr)-250(Vorname?\253)]TJ 11.956 -13.959 Td [(\273Charlotte.\253)]TJ 0 -13.958 Td [(\273Lotte,\253)-250(nickte)-250(er)-250(zustimmend,)-250(\273ein)-250(sch\366ner)-250(Name!\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Er)-310(schlo\337)-311(das)-310(Album)-311(und)-310(nahm)-311(sein)-310(Buch)-311(wieder)-310(zur)-310(Hand.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Ilses)-250(Anwesenheit)-250(schien)-250(er)-250(vergessen)-250(zu)-250(haben.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Sie)-255(kannte)-254(ihn)-255(schon)-255(als)-254(einen)-255(Sonderling,)-256(darum)-254(fiel)-255(ihr)-254(sein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Wesen)-250(nicht)-250(auf.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Komm)-673(mit)-674(hinaus)-673(auf)-673(die)-674(Veranda,)-779(Onkel,\253)-673(bat)-673(sie,)]TJ -11.956 -13.55 Td [(\273Gontraus)-317(sind)-316(gekommen.\253)-317(Diese)-317(letzten)-316(Worte)-317(setzte)-317(sie)-316(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(abgewandtem)-250(Gesicht)-250(hinzu.)]TJ 11.956 -14.25 Td [(\273Ja,)-527(ja,)-527(bald!\253)-472(entgegnete)-471(er)-472(zerstreut)-472(und)-471(lie\337)-472(sich)-471(nicht)]TJ -11.956 -13.55 Td [(st\366ren.)-250(\273Ich)-250(folge)-250(dir)-250(gleich.\253)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Z\366gernd)-757(und)-757(auf)-757(den)-757(Fu\337spitzen)-757(durchschritt)-757(sie)-756(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Speisesaal.)-986(Mehrmals)-496(blieb)-495(sie)-495(stehen)-496(und)-495(lauschte.)-986(Alles)]TJ 0 -13.55 Td [(war)-290(still.)-372(Als)-290(sie)-290(die)-291(ge\366ffnete)-290(Th\374re)-291(erreicht)-290(hatte,)-301(bog)-290(sie)-290(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Kopf)-165(etwas)-165(vor)-164(und)-165(sp\344hte)-165(nach)-165(beiden)-165(Seiten;)-193(als)-165(sie)-165(die)-164(Veranda)]TJ 0 -13.549 Td [(v\366llig)-204(vereinsamt)-204(sah,)-213(wagte)-204(sie)-204(sich)-204(hinaus.)-235(Der)-203(Fr\374hst\374ckstisch)]TJ 0 -13.549 Td [(stand)-406(bereit,)-445(sie)-406(machte)-406(sich)-406(daran)-406(zu)-406(schaffen,)-445(horchte)-405(dann)]TJ 0 -13.549 Td [(wieder,)-259(ob)-258(die)-257(Eltern)-257(noch)-258(nicht)-257(k\344men.)-272(Sie)-258(blieben)-257(recht)-257(lange.)]TJ 0 -13.549 Td [(Wo)-263(sie)-263(nur)-263(verweilten?)-290(Wenn)-263(sie)-263(gewu\337t)-263(h\344tte,)-266(da\337)-263(sie)-263(mit)-263(dem)]TJ 0 -13.55 Td [(Landrat)-371(und)-371(seiner)-371(Frau)-371(oben)-371(im)-370(Wohnzimmer)-371(waren,)-402(wo)-370(sie)]TJ 0 -13.549 Td [(durchaus)-296(erst)-296(dem)-296(kleinen)-296(Bruder)-296(eine)-296(Visite)-296(abstatten)-295(wollten,)]TJ 0 -13.549 Td [(wie)-250(w\374rde)-250(sie)-250(zu)-250(ihnen)-250(geeilt)-250(sein.)]TJ 11.956 -14.251 Td [(Endlich)-371(vernahm)-372(sie)-371(Schritte.)-615(War)-371(das)-371(der)-372(Onkel?)-614(Es)-371(war)]TJ -11.956 -13.549 Td [(nicht)-351(sein)-351(Schritt,)-376(auch)-351(w\374rde)-351(er)-351(nicht)-351(durch)-351(die)-351(Hausflur)-350(und)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([259])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(von)-337(au\337en)-337(herum)-337(auf)-336(die)-337(Veranda)-337(gekommen)-337(sein.)-510(Vorsichtig)]TJ 0 -13.549 Td [(lugte)-211(sie)-211(durch)-211(das)-210(Bl\344tterwerk)-211(und)-211(erkannte)-211(zu)-211(ihrem)-210(Schrecken)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(Leo.)]TJ 3.774 -14.251 Td [(Das)-238(Blut)-238(scho\337)-237(ihr)-238(in)-238(die)-238(Wangen)-238(und)-237(der)-238(Atem)-238(stockte)-238(ihr)-237(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(der)-257(Brust.)-273(Unm\366glich)-257(konnte)-257(sie)-258(ihm)-257(jetzt)-257(gegen\374berstehen!)-272(Sie)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde)-271(nicht)-271(im)-271(stande)-272(gewesen)-271(sein,)-276(ein)-271(Wort)-271(hervorzubringen,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-293(wenn)-294(sie)-293(so)-293(stumm)-294(und)-293(dumm)-293(vor)-293(ihm)-294(stand,)-304(was)-293(sollte)-293(er)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(ihr)-250(denken?)]TJ 11.956 -14.25 Td [(Flucht!)-686(das)-395(war)-395(das)-395(einzige,)-432(was)-395(sie)-395(aus)-395(dieser)-395(peinlichen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Lage)-299(befreien)-300(konnte,)-311(aber)-299(es)-300(war)-299(zu)-299(sp\344t,)-312(er)-299(hatte)-299(sie)-299(gesehen,)]TJ 0 -13.55 Td [(und)-211(gerade,)-219(als)-212(sie)-211(ihren)-211(eiligen)-211(R\374ckzug)-212(nahm,)-219(als)-211(sie)-211(den)-211(Salon)]TJ 0 -13.549 Td [(bereits)-250(halb)-250(durchschritten)-250(hatte,)-250(holte)-250(er)-250(sie)-250(ein.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Jetzt)-533(m\374ssen)-532(Sie)-533(bleiben,)-603(gn\344diges)-532(Fr\344ulein,\253)-533(sprach)-532(er)]TJ -11.956 -13.549 Td [(scherzend,)-646(\273ich)-567(lasse)-566(Sie)-567(nicht)-567(fort!)-1199(Sie)-567(haben)-567(mich)-566(auf)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(sp\344ter)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.051 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.448 0 Td [(vertr\366stet)-533(und)-533(jetzt)-533(ist)-533(es)]TJ/F22 10.9091 Tf 124.826 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(sp\344ter)]TJ/F22 10.9091 Tf 26.051 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(,)-604(und)-533(Sie)-533(werden)]TJ -197.274 -13.549 Td [(sich)-202(allergn\344digst)-202(herablassen,)-212(mir)-202(Mi\337)-201(Nellies)-202(Brief)-202(vorzulesen!)]TJ 0 -13.55 Td [(eine)-250(Frau)]TJ/F22 10.9091 Tf 43.626 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.182 0 Td [(ein)-250(Wort!\253)]TJ -39.852 -16.186 Td [(Nun)-267(war)-267(sie)-267(gefangen!)-302(Entfliehen)-267(konnte)-267(sie)-267(ihm)-267(nicht)-267(mehr,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-424(w\344re)-425(zu)-424(einf\344ltig)-425(gewesen.)-773(Sie)-424(dr\374ckte)-424(die)-425(Hand)-424(fest)-424(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-307(st\374rmisch)-308(klopfende)-307(Herz)-308(und)-307(wandte)-307(sich)-308(um.)-422(Scheu,)-321(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(eine)-273(wilde)-272(Taube,)-278(die)-273(sich)-272(im)-272(Netze)-273(gefangen)-272(hat,)-279(erhob)-272(sie)-272(das)]TJ 0 -13.55 Td [(braune)-250(Auge)-250(und)-250(sah)-250(ihn)-250(an.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Ihre)-228(Befangenheit)-228(entging)-228(ihm)-228(nicht,)-232(aber)-228(mit)-228(feinem)-227(Gef\374hle)]TJ -11.956 -13.549 Td [(brachte)-453(er)-453(sie)-452(mit)-453(leichtem)-453(Scherze)-453(dar\374ber)-452(hinweg.)-859(Er)-452(bot)]TJ 0 -13.549 Td [(ihr)-513(den)-512(Arm)-513(und)-512(f\374hrte)-513(sie)-512(zu)-513(einer)-512(Ecke)-513(der)-512(Veranda,)-578(in)]TJ 0 -13.549 Td [(welcher)-271(ein)-271(kleiner)-271(eiserner)-271(Tisch)-271(und)-271(zwei)-271(St\374hle)-271(standen.)-312(Die)]TJ 0 -13.55 Td [(Oktobersonne)-237(stahl)-237(sich)-237(durch)-237(das)-237(blutrote)-237(Weinlaub)-237(und)-236(neckte)]TJ 0 -13.549 Td [(das)-369(junge)-368(M\344dchen.)-606(Gerade)-369(in)-368(die)-369(Augen)-369(blitzte)-368(sie)-369(ihm)-368(ihre)]TJ 0 -13.549 Td [(Strahlen)-250(hinein,)-250(so)-250(da\337)-250(sie)-250(dieselben)-250(schlie\337en)-250(mu\337te.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Die)-636(Sonne)-637(blendet,\253)-636(bemerkte)-637(Ilse)-636(und)-637(war)-636(froh,)-733(ein)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gleichg\374ltiges)-342(Wort)-341(gefunden)-342(zu)-341(haben.)-524(\273Es)-342(ist)-341(auch)-342(so)-341(warm)]TJ 0 -13.549 Td [(hier,\253)-250(fuhr)-250(sie)-250(fort)-250(und)-250(erhob)-250(sich.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([260])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -16.187 Td [(\273Die)-270(b\366se)-271(Sonne!)-311(Wir)-270(wollen)-271(ihr)-270(aus)-270(dem)-271(Weg)-270(gehen!\253)-270(Und)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-250(f\374hrte)-250(sie)-250(auf)-250(die)-250(entgegengesetzte)-250(Seite.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(Hier)-402(war)-402(es)-402(schattig)-403(und)-402(k\374hl)-402(und)-402(Ilse)-402(hatte)-402(keinen)-402(Grund)]TJ -11.956 -13.549 Td [(mehr,)-259(sich)-257(zu)-257(erheben.)-271(Sie)-257(war)-257(auch)-257(nach)-257(und)-257(nach)-257(mehr)-257(Herrin)]TJ 0 -13.549 Td [(ihrer)-311(Beklommenheit)-311(geworden,)-326(und)-310(als)-311(er)-311(noch)-311(einmal)-311(an)-310(den)]TJ 0 -13.55 Td [(Brief)-250(erinnerte,)-250(fand)-250(sie)-250(sogar)-250(den)-250(fr\374heren)-250(scherzhaften)-250(Ton.)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Sie)-557(sind)-558(ein)-557(Qu\344lgeist,\253)-557(sagte)-558(sie.)-1172(\273Was)-557(kann)-557(es)-557(Sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(interessieren,)]TJ/F22 10.9091 Tf 61.204 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(wie)]TJ/F22 10.9091 Tf 15.753 0 Td [(9)-295(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 15.526 0 Td [(und)]TJ/F22 10.9091 Tf 19.583 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.632 0 Td [(was)]TJ/F22 10.9091 Tf 16.964 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.852 0 Td [(Nellie)-295(mir)-295(schreibt!)-386(Sie)-295(wollen)]TJ -143.147 -13.549 Td [(nur)-250(dar\374ber)-250(spotten)-250(und)-250(das)-250(d\374rfen)-250(Sie)-250(nicht!\253)]TJ 11.956 -16.186 Td [(\273Wie)-262(k\366nnen)-261(Sie)-262(mich)-262(in)-262(so)-261(b\366sem)-262(Verdacht)-262(haben!\253)-261(wehrte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-194(ab.)-232(\273Sie)-194(haben)-194(mir)-194(Ihre)-194(Freundin)-194(so)-194(liebensw\374rdig)-194(geschildert,)]TJ 0 -13.55 Td [(da\337)-287(mein)-287(Wunsch,)-296(von)-286(ihr)-287(zu)-287(h\366ren,)-296(wie)-287(sie)-287(mit)-287(eigenen)-286(Worte)]TJ 0 -13.549 Td [(von)-250(ihrem)-250(Gl\374cke)-250(schreibt,)-250(ganz)-250(nat\374rlich)-250(ist.\253)]TJ
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+ 11.956 -30.759 Td [(Ilse)-532(sah)-533(ihn)-532(noch)-533(etwas)-532(ungl\344ubig)-533(an,)-603(doch,)-603(da)-532(sie)-532(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(spottenden)-206(Zug)-207(um)-206(seinen)-206(Mund)-207(nicht)-206(entdeckte,)-215(glaubte)-206(sie)-206(ihm)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(zog)-251(den)-250(Brief)-251(aus)-250(der)-251(Tasche.)-251(Sie)-250(schlug)-251(ihn)-250(auf)-251(und)-250(las)-250(ihn)]TJ 0 -13.549 Td [(f\374r)-250(sich.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Nun?\253)-250(fragte)-250(er.)]TJ 0 -14.095 Td [(\273Immer)-439(Geduld,)-486(Herr)-439(Assessor!)-817(Erst)-440(mu\337)-438(ich)-439(die)-439(Stellen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(aussuchen,)-339(die)-321(Sie)-321(h\366ren)-321(d\374rfen!)-463(Der)-321(ganze)-321(Inhalt)-321(ist)-320(nicht)-321(f\374r)]TJ 0 -13.549 Td [(Ihre)-250(Ohren)-250(bestimmt!\253)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Das)-263(w\344re)-263(grausam!\253)-263(protestierte)-264(er)-263(dagegen,)-266(\273das)-263(ist)-263(gerade)]TJ -11.956 -13.549 Td [(so,)-295(als)-285(ob)-286(Sie)-286(einem)-286(Kinde)-285(ein)-286(St\374ckchen)-286(Zucker)-286(hinhalten)-285(und)]TJ 0 -13.549 Td [(sagen)-262(zu)-263(ihm:)-274(du,)-266(lecke)-262(mal)-262(dran!)-287(Den)-263(Zucker)-262(aber)-262(steckten)-262(Sie)]TJ 0 -13.55 Td [(selbst)-250(in)-250(den)-250(Mund.\253)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Sie)-271(lachte)-271(lustig)-272(\374ber)-271(seinen)-271(Vergleich,)-277(er)-271(brachte)-271(sie)-271(ganz)-271(in)]TJ -11.956 -13.549 Td [(die)-293(alte,)-304(fr\366hliche)-292(Laune)-293(zur\374ck.)-379(\273Nun)-293(h\366ren)-293(Sie)-293(zu,)-304(aber)-292(nicht)]TJ 0 -13.55 Td [(spotten!\253)-250(drohte)-250(sie)-250(ihm)-250(mit)-250(dem)-250(Finger.)]TJ 11.956 -14.094 Td [(Es)-723(war)-723(ein)-723(anmutiges)-723(Bild,)-841(das)-722(die)-723(jungen,)-841(sch\366nen)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Menschenkinder)-404(boten.)-711(Dicht)-404(nebeneinander)-404(sa\337en)-404(sie)-403(beide,)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-286(lesend)-286(und)-286(er)-287(aufmerksam)-286(ihren)-286(Worten)-286(lauschend.)-358(Er)-286(hatte)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([261])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.549 Td [(den)-307(Arm)-308(auf)-307(den)-307(Tisch)-308(gest\374tzt)-307(und)-307(sah)-308(auf)-307(Ilse)-307(herab,)-322(die)-307(den)]TJ 0 -13.549 Td [(Kopf)-250(etwas)-250(vorn\374bergebeugt)-250(hielt.)-250(Pl\366tzlich)-250(hielt)-250(sie)-250(inne.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(\273Lesen)-190(Sie)-191(weiter,)-202(bitte!)-230(Warum)-191(h\366ren)-190(Sie)-191(auf?)-230(Denken)-190(Sie)-190(an)]TJ -11.956 -13.549 Td [(das)-241(St\374ck)-241(Zucker?\253)-242(Sie)-241(schwieg,)-243(wie)-241(mit)-241(sich)-241(selbst)-241(\374berlegend.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Warum)-461(eigentlich)-461(wollte)-460(sie)-461(ihm)-461(das)-461(Sch\366nste)-461(im)-460(ganzen)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Briefe)-286(verschweigen?)-358(Nellie)-286(hatte)-286(ihre)-286(Verlobung)-286(so)-286(drollig,)-294(so)]TJ 0 -13.549 Td [(gem\374tvoll)-237(geschildert,)-239(ihre)-237(ganze)-237(Eigenart)-236(sprach)-237(sich)-237(darin)-236(aus.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Als)-294(er)-295(sie)-294(noch)-295(einmal)-294(so)-295(dringend)-294(bat,)-306(fortzufahren,)-305(that)-294(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es.)-752(Erst)-417(etwas)-418(z\366gernd,)-459(dann)-417(aber)-417(las)-418(sie)-417(flie\337end,)-459(ohne)-417(nur)]TJ 0 -13.549 Td [(einmal)-250(zu)-250(stocken,)-250(zu)-250(Ende.)]TJ 11.956 -14.095 Td [(Warum)-193(sa\337)-192(er)-193(so)-192(stumm?)-231(Sein)-193(Schweigen)-192(mu\337te)-193(sie)-192(verletzen.)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Sie)-432(hatte)-433(so)-432(fest)-433(erwartet,)-478(da\337)-432(er)-432(sein)-433(Entz\374cken)-432(laut)-432(\344u\337ern)]TJ 0 -13.549 Td [(w\374rde!)-543(Nun)-348(sagte)-347(er)-348(gar)-348(nichts.)-543(Fast)-347(vorwurfsvoll)-348(sah)-348(sie)-347(ihn)]TJ 0 -13.549 Td [(an,)-343(aber)-325(wie)-324(schnell)-325(senkte)-324(sie)-325(ihr)-325(Auge.)-473(Es)-325(traf)-324(sie)-325(sein)-324(Blick)]TJ 0 -13.55 Td [(so)-247(sonderbar.)-249(Sie)-247(mu\337te)-247(an)-247(Doktor)-247(Althoffs)]TJ/F22 10.9091 Tf 193.106 0 Td [(:)]TJ/F16 10.9091 Tf 3.633 0 Td [(sonderlicher)]TJ/F22 10.9091 Tf 53.923 0 Td [(9)]TJ/F16 10.9091 Tf 6.328 0 Td [(Blick)]TJ -256.99 -13.549 Td [(denken.)]TJ
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+ -252.311 -30.759 Td [(\273Ihre)-288(Freundin)-287(hat)-288(ein)-287(warmes,)-297(tiefes)-288(Empfinden,\253)-287(bemerkte)]TJ -11.956 -13.549 Td [(er)-305(endlich,)-319(aber)-305(es)-305(kam)-306(gezwungen)-305(heraus.)-415(Er)-305(f\374hlte)-305(das)-305(selbst)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-250(brach)-250(ab.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Fr\344ulein)-351(Ilse,\253)-352(fuhr)-351(er)-352(nach)-351(einer)-351(kleinen)-352(Pause)-351(ganz)-351(ohne)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Zusammenhang)-277(fort,)-284(\273was)-277(w\374rden)-277(Sie)-277(antworten,)-283(wenn)]TJ/F22 10.9091 Tf 248.525 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.476 0 Td [(wenn)]TJ -257.001 -13.549 Td [(jemand)-250(Sie)-250(fragen)-250(w\374rde:)-250(Haben)-250(Sie)-250(mich)-250(lieb?\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Sie)-326(war)-327(so)-326(verwirrt,)-345(so)-327(erschrocken)-326(bei)-326(seiner)-327(Frage,)-345(die)-326(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-250(ein)-251(Blitz)-250(aus)-251(blauem)-250(Himmel)-251(traf.)-251(Ihr)-250(hei\337es)-251(Blut)-250(wallte)-250(auf)]TJ 0 -13.549 Td [(bei)-250(dem)-250(Gedanken,)-250(da\337)-250(er)-250(sie)-250(verspotten)-250(k\366nne.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Fast)-293(hastig)-292(erhob)-293(sie)-292(sich.)-378(\273Nein,)-303(w\374rde)-293(ich)-292(sagen!\253)-293(fuhr)-292(sie)]TJ -11.956 -13.549 Td [(heraus,)-284(\273ich)-277(habe)-277(niemand)-278(lieb!)-331(Niemand!\253)-277(wiederholte)-277(sie,)-284(als)]TJ 0 -13.549 Td [(ob)-250(sie)-250(erst)-250(noch)-250(einen)-250(Trumpf)-250(darauf)-250(setzen)-250(wollte.)]TJ/F16 7.9701 Tf 291.024 0 Td [([262])]TJ/F16 10.9091 Tf -279.068 -13.996 Td [(Wenn)-240(der)-241(Brausekopf)-240(nur)-240(einen)-240(Blick)-241(auf)-240(ihn)-240(geworfen)-240(h\344tte,)]TJ -11.956 -13.549 Td [(wie)-338(bald)-339(w\374rde)-338(sie)-339(ihn)-338(verstanden)-339(haben!)-515(Sein)-339(Auge)-338(hing)-338(mit)]TJ 0 -13.549 Td [(Entz\374cken)-463(an)-463(ihr,)-517(der)-463(Widerstand)-463(verlieh)-463(ihren)-463(Z\374gen)-463(einen)]TJ 0 -13.549 Td [(neuen)-250(Reiz)-250(f\374r)-250(ihn.)]TJ 11.956 -13.996 Td [(\273Ilse,\253)-406(sagte)-406(er)-407(z\344rtlich)-406(und)-406(ergriff)-406(ihre)-407(Hand.)-718(\273Wenn)-406(ich)]TJ -11.956 -13.549 Td [(es)-306(w\344re,)-320(der)-306(Sie)-307(fragte:)-362(Haben)-306(Sie)-306(mich)-306(lieb,)-320(wollen)-306(Sie)-306(meine)]TJ 0 -13.549 Td [(kleine)-250(Frau)-250(sein?)-250(W\374rden)-250(Sie)-250(auch)-250(dann)-250(so)-250(sprechen?\253)]TJ 11.956 -13.996 Td [(Hastig)-250(entzog)-250(sie)-250(ihm)-250(ihre)-250(Hand)-250(und)-250(verh\374llte)-250(das)-250(Gesicht.)]TJ 0 -13.995 Td [(\273Hast)-320(du)-319(mich)-320(lieb,)-337(Ilse?\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 120.943 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.941 0 Td [(Seine)-320(Stimme)-319(klang)-320(weich)-319(und)]TJ -141.84 -13.549 Td [(innig)-261(und)-262(traf)-261(ihr)-261(Herz)]TJ/F22 10.9091 Tf 101.506 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.306 0 Td [(ein)-261(\273Ja\253)-262(aber)-261(brachte)-261(sie)-262(nicht)-261(\374ber)-261(die)]TJ -109.812 -13.549 Td [(Lippen.)-484(Ihr)-328(spr\366der)-328(Sinn)-328(lie\337)-328(es)-329(nicht)-328(zu,)-347(oder)-328(regte)-328(sich)-328(noch)]TJ 0 -13.55 Td [(einmal)-250(der)-250(alte)-250(Widerspruch)-250(in)-250(ihr?)]TJ 11.956 -13.995 Td [(\273Nein!)-246(Niemals!\253)-240(sagte)-239(sie)-239(schnell)-239(und)-240(wandte)-239(sich)-239(heftig)-239(ab.)]TJ 0 -13.996 Td [(\273Nein!)]TJ/F22 10.9091 Tf 32.68 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 7.158 0 Td [(niemals?\253)-156(wiederholte)-156(er)-156(und)-156(sah)-156(sie)-157(in)-156(schmerzlicher)]TJ -51.793 -13.549 Td [(Erregung)-257(an,)-258(\273o)-257(Ilse!)-270(nehmen)-257(Sie)-257(das)-257(Wort)-256(zur\374ck,)-259(es)-257(h\344ngt)-256(das)]TJ 0 -13.549 Td [(Gl\374ck)-243(meines)-242(Lebens)-243(davon)-243(ab!)]TJ/F22 10.9091 Tf 142.955 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.102 0 Td [(Ich)-243(war)-242(zu)-243(schnell)-243(mit)-242(meiner)]TJ -151.057 -13.549 Td [(Frage)]TJ/F22 10.9091 Tf 27.594 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.209 0 Td [(nicht)-252(wahr?)-258(Ich)-252(habe)-253(Sie)-252(erschreckt!)]TJ/F22 10.9091 Tf 162.032 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.209 0 Td [(Nicht)-252(jetzt)-253(geben)]TJ -206.045 -13.549 Td [(Sie)-248(mir)-248(die)-248(Antwort,)-248(erst)-248(wenn)-248(Sie)-248(ruhiger)-248(sein)-248(werden,)-248(dann)]TJ/F22 10.9091 Tf 269.721 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 5.455 0 Td [(\253)]TJ -263.22 -13.996 Td [(Er)-212(sank)-211(auf)-212(einen)-211(Stuhl)-212(und)-212(bedeckte)-211(die)-212(Augen)-211(mit)-212(der)-211(Hand.)]TJ 0 -13.995 Td [(Ilse)-354(stand)-355(noch)-354(immer)-354(von)-354(ihm)-355(abgewandt,)-380(in)-354(ihr)-354(k\344mpften)]TJ -11.956 -13.55 Td [(die)-227(widerstreitendsten)-226(Gef\374hle.)-242(Ihr)-227(Herz)-227(zog)-226(sie)-227(zu)-227(ihm)-226(hin,)-231(aber)]TJ 0 -13.549 Td [(sie)-329(konnte)-329(die)-330(Br\374cke)-329(nicht)-329(finden,)-349(die)-329(\374ber)-329(den)-329(breiten)-329(Strom)]TJ
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+ 0 -30.759 Td [(Herzenspapa,)-250(ich)-250(habe)-250(ihn)-250(ja)-250(so)-250(lieb!\253)]TJ 128.982 -16.004 Td [(*)-289(*)-289(*)]TJ -117.026 -16.004 Td [(Nun)-619(ist)-620(eigentlich)-620(meine)-619(Erz\344hlung)-620(zu)-619(Ende,)-712(denn)-619(die)]TJ -11.956 -13.549 Td [(\374berraschten)-458(Gesichter)-457(der)-458(G\344ste)-457(zu)-457(schildern)-458(ist)-457(langweilig,)]TJ 0 -13.549 Td [(selbst)-396(wenn)-396(die)-395(Ueberraschung)-396(ihnen)-396(so)-396(unerwartet)-395(kam,)-432(wie)]TJ 0 -13.549 Td [(Ilses)-244(Verlobung)-244(am)-245(Erntefeste.)-248(Eins)-244(aber)-244(mu\337)-244(ich)-244(meinen)-244(lieben)]TJ/F16 7.9701 Tf -72.755 0 Td [([265])]TJ/F16 10.9091 Tf 72.755 -13.55 Td [(Leserinnen)-176(noch)-176(mitteilen,)-191(wie)-176(n\344mlich)-176(Onkel)-176(Curt)-176(an)-175(demselben)]TJ 0 -13.549 Td [(Tage)-240(pl\366tzlich)-240(verschwunden)-240(war.)-247(W\344hrend)-240(alle)-240(fr\366hlich)-239(bei)-240(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Tafel)-362(sa\337en,)-389(hatte)-362(er)-362(sich)-362(von)-361(Johann)-362(still)-362(und)-362(ohne)-361(Aufsehen)]TJ 0 -13.549 Td [(nach)-250(dem)-250(Bahnhof)-250(fahren)-250(lassen.)]TJ 11.956 -13.549 Td [(Frau)-198(Macket)-199(fiel)-198(seine)-199(Flucht)-198(nicht)-198(weiter)-199(auf,)-209(sie)-198(kannte)-198(ihren)]TJ -11.956 -13.55 Td [(Bruder)-398(als)-398(einen)-398(unst\344ten)-397(Geist,)-435(der,)-435(wie)-398(es)-398(ihm)-398(einfiel,)-434(kam)]TJ 0 -13.549 Td [(und)-315(verschwand.)]TJ/F22 10.9091 Tf 79.473 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.888 0 Td [(Drei)-315(Wochen)-314(vergingen)-315(ohne)-315(das)-315(geringste)]TJ -88.361 -13.549 Td [(Lebenszeichen,)-449(da)-409(endlich)-409(langte)-410(ein)-409(Brief)-409(aus)-409(M\374nchen)-409(von)]TJ 0 -13.549 Td [(ihm)-342(an.)-524(Sein)-342(Inhalt)-341(versetzte)-341(alle)-342(auf)-341(Moosdorf)-342(in)-341(sprachloses)]TJ 0 -13.549 Td [(Erstaunen.)-238(Ilse)-212(aber)-213(kam)-212(dar\374ber)-213(ganz)-212(au\337er)-213(Rand)-212(und)-213(Band.)-237(Sie)]TJ 0 -13.55 Td [(klatschte)-191(in)-191(die)-191(H\344nde,)-203(tanzte)-191(im)-191(Zimmer)-191(umher)-191(und)-191(rief)-191(jubelnd:)]TJ 0 -13.549 Td [(\273Ich)-329(bin)-330(die)-329(Ursache)-329(ihres)-330(Gl\374ckes,)-349(durch)-329(mich)-330(haben)-329(sie)-329(sich)]TJ 0 -13.549 Td [(gefunden!)-490(Was)-330(wird)-331(Leo)-330(dazu)-330(sagen?)-490(Wie)-330(freue)-330(ich)-330(mich!\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 275.176 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -275.176 -13.549 Td [(Doch)-269(ich)-269(will)-269(nicht)-268(vorgreifen,)-274(sondern)-269(lieber)-269(den)-269(kurzen)-268(Inhalt)]TJ 0 -13.549 Td [(des)-250(Briefes)-250(mitteilen.)]TJ 11.956 -13.55 Td [(\273Wir)-338(sind)-338(auf)-338(der)-337(Hochzeitsreise.)-514(Lotte)-338(und)-338(ich)-338(wollen)-337(den)]TJ -11.956 -13.549 Td [(Winter)-462(in)-462(Italien)-462(zubringen.)-887(Ihr)-462(wundert)-462(Euch,)-515(nicht)-462(wahr?)]TJ 0 -13.549 Td [(Ist)-369(aber)-369(gar)-368(nichts)-369(dabei)-369(zu)-369(verwundern.)-606(Lotte)-369(und)-369(ich)-368(waren)]TJ 0 -13.549 Td [(schon)-370(uralte)-370(Brautleute,)-399(haben)-370(nur)-370(niemals)-370(davon)-369(gesprochen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 0 -13.549 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.285 0 Td [(Im)-351(Fr\374hjahr)-351(kehren)-351(wir)-351(zur\374ck,)-377(ich)-351(werde)-351(Euch)-351(dann)-351(meine)]TJ -9.285 -13.549 Td [(junge)-296(Frau)-296(vorstellen.)]TJ/F22 10.9091 Tf 100.683 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.684 0 Td [(Dem)-296(Fischchen)-296(besonderen)-296(Gru\337)]TJ/F22 10.9091 Tf 150.459 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 8.684 0 Td [(sie)]TJ -268.51 -13.55 Td [(wei\337)-261(schon)-262(warum.)-284(Soll)-262(\374brigens)-261(flei\337ig)-262(weitermalen,)-264(wenn)-261(der)]TJ 0 -13.549 Td [(Brautstand)-250(ihr)-250(die)-250(Zeit)-250(dazu)-250(l\344\337t.\253)]TJ/F22 10.9091 Tf 151.8 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf -139.844 -13.549 Td [(\273Nun)-430(bin)-429(ich)-430(Deine)-430(Tante,)-474(mein)-430(Liebling!)-789(Wer)-430(h\344tte)-429(das)]TJ -11.956 -13.549 Td [(gedacht!\253)-366(schrieb)-366(seine)-365(Frau,)-395(ehemals)-366(Fr\344ulein)-366(G\374ssow,)-394(unter)]TJ 0 -13.549 Td [(den)-281(Brief.)-343(\273Wie)-280(gern)-281(h\344tte)-281(ich)-281(Dir)-281(l\344ngst)-281(die)-281(ganze)-280(wunderbare)]TJ 0 -13.55 Td [(Geschichte,)]TJ/F22 10.9091 Tf 55.097 0 Td [(\023)]TJ/F16 10.9091 Tf 9.12 0 Td [(und)-336(wie)-336(alles)-336(gekommen)-336(ist,)-357(mitgeteilt,)-358(aber)-336(ich)]TJ -64.217 -13.549 Td [(durfte)-266(es)-266(nicht.)-297(Onkel)-266(Curt)-266(wollte)-266(erst)-266(nach)-266(unsrer)-265(Verheiratung)]TJ
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+>> endobj
+320 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
+346 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
+/Parent 1327 0 R
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+>> endobj
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+>> endobj
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+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
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+/Type /Pages
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+>> endobj
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+/Type /Pages
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+>> endobj
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+/Type /Pages
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+>> endobj
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+/Type /Pages
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+/Type /Pages
+/Count 6
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+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
+890 0 obj <<
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+/Count 6
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+>> endobj
+942 0 obj <<
+/Type /Pages
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+/Type /Pages
+/Count 6
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+994 0 obj <<
+/Type /Pages
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+/Type /Pages
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+>> endobj
+1073 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
+1102 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
+1128 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
+/Parent 1332 0 R
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+>> endobj
+1157 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
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+>> endobj
+1201 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
+/Parent 1332 0 R
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+>> endobj
+1252 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 6
+/Parent 1332 0 R
+/Kids [1247 0 R 1257 0 R 1264 0 R 1275 0 R 1281 0 R 1289 0 R]
+>> endobj
+1298 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 4
+/Parent 1332 0 R
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+>> endobj
+1325 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [8 0 R 34 0 R 61 0 R 87 0 R 113 0 R 138 0 R]
+>> endobj
+1326 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [163 0 R 189 0 R 216 0 R 242 0 R 268 0 R 295 0 R]
+>> endobj
+1327 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [320 0 R 346 0 R 371 0 R 397 0 R 422 0 R 448 0 R]
+>> endobj
+1328 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [474 0 R 501 0 R 526 0 R 552 0 R 578 0 R 604 0 R]
+>> endobj
+1329 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [631 0 R 656 0 R 682 0 R 709 0 R 735 0 R 761 0 R]
+>> endobj
+1330 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1333 0 R
+/Kids [787 0 R 813 0 R 838 0 R 865 0 R 890 0 R 915 0 R]
+>> endobj
+1331 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 36
+/Parent 1334 0 R
+/Kids [942 0 R 968 0 R 994 0 R 1020 0 R 1047 0 R 1073 0 R]
+>> endobj
+1332 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 34
+/Parent 1334 0 R
+/Kids [1102 0 R 1128 0 R 1157 0 R 1201 0 R 1252 0 R 1298 0 R]
+>> endobj
+1333 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 216
+/Parent 1335 0 R
+/Kids [1325 0 R 1326 0 R 1327 0 R 1328 0 R 1329 0 R 1330 0 R]
+>> endobj
+1334 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 70
+/Parent 1335 0 R
+/Kids [1331 0 R 1332 0 R]
+>> endobj
+1335 0 obj <<
+/Type /Pages
+/Count 286
+/Kids [1333 0 R 1334 0 R]
+>> endobj
+1336 0 obj <<
+/Type /Outlines
+/First 1163 0 R
+/Last 1216 0 R
+/Count 4
+>> endobj
+1216 0 obj <<
+/Title 1217 0 R
+/A 1214 0 R
+/Parent 1336 0 R
+/Prev 1207 0 R
+>> endobj
+1207 0 obj <<
+/Title 1208 0 R
+/A 1205 0 R
+/Parent 1336 0 R
+/Prev 1196 0 R
+/Next 1216 0 R
+>> endobj
+1196 0 obj <<
+/Title 1197 0 R
+/A 1194 0 R
+/Parent 1336 0 R
+/Prev 1163 0 R
+/Next 1207 0 R
+>> endobj
+1163 0 obj <<
+/Title 1164 0 R
+/A 1161 0 R
+/Parent 1336 0 R
+/Next 1196 0 R
+>> endobj
+1337 0 obj <<
+/Names [(Pg000a) 13 0 R (Pg000b) 17 0 R (Pg000c) 24 0 R (Pg000d) 28 0 R (Pg000e) 33 0 R (Pg001) 43 0 R]
+/Limits [(Pg000a) (Pg001)]
+>> endobj
+1338 0 obj <<
+/Names [(Pg002) 47 0 R (Pg003) 51 0 R (Pg004) 52 0 R (Pg005) 56 0 R (Pg006) 60 0 R (Pg007) 66 0 R]
+/Limits [(Pg002) (Pg007)]
+>> endobj
+1339 0 obj <<
+/Names [(Pg008) 70 0 R (Pg009) 74 0 R (Pg010) 78 0 R (Pg011) 82 0 R (Pg012) 86 0 R (Pg013) 91 0 R]
+/Limits [(Pg008) (Pg013)]
+>> endobj
+1340 0 obj <<
+/Names [(Pg014) 95 0 R (Pg015) 100 0 R (Pg016) 104 0 R (Pg017) 108 0 R (Pg018) 112 0 R (Pg019) 117 0 R]
+/Limits [(Pg014) (Pg019)]
+>> endobj
+1341 0 obj <<
+/Names [(Pg020) 121 0 R (Pg021) 125 0 R (Pg022) 129 0 R (Pg023) 133 0 R (Pg024) 137 0 R (Pg025) 142 0 R]
+/Limits [(Pg020) (Pg025)]
+>> endobj
+1342 0 obj <<
+/Names [(Pg026) 146 0 R (Pg027) 150 0 R (Pg028) 154 0 R (Pg029) 158 0 R (Pg030) 162 0 R (Pg031) 168 0 R]
+/Limits [(Pg026) (Pg031)]
+>> endobj
+1343 0 obj <<
+/Names [(Pg032) 172 0 R (Pg033) 176 0 R (Pg034) 177 0 R (Pg035) 184 0 R (Pg036) 188 0 R (Pg037) 193 0 R]
+/Limits [(Pg032) (Pg037)]
+>> endobj
+1344 0 obj <<
+/Names [(Pg038) 197 0 R (Pg039) 202 0 R (Pg040) 207 0 R (Pg041) 211 0 R (Pg042) 215 0 R (Pg043) 220 0 R]
+/Limits [(Pg038) (Pg043)]
+>> endobj
+1345 0 obj <<
+/Names [(Pg044) 224 0 R (Pg045) 225 0 R (Pg046) 229 0 R (Pg047) 233 0 R (Pg048) 237 0 R (Pg049) 241 0 R]
+/Limits [(Pg044) (Pg049)]
+>> endobj
+1346 0 obj <<
+/Names [(Pg050) 246 0 R (Pg051) 250 0 R (Pg052) 254 0 R (Pg053) 258 0 R (Pg054) 263 0 R (Pg055) 267 0 R]
+/Limits [(Pg050) (Pg055)]
+>> endobj
+1347 0 obj <<
+/Names [(Pg056) 272 0 R (Pg057) 276 0 R (Pg058) 280 0 R (Pg059) 284 0 R (Pg060) 289 0 R (Pg061) 290 0 R]
+/Limits [(Pg056) (Pg061)]
+>> endobj
+1348 0 obj <<
+/Names [(Pg062) 299 0 R (Pg063) 303 0 R (Pg064) 307 0 R (Pg065) 311 0 R (Pg066) 315 0 R (Pg067) 319 0 R]
+/Limits [(Pg062) (Pg067)]
+>> endobj
+1349 0 obj <<
+/Names [(Pg068) 324 0 R (Pg069) 328 0 R (Pg070) 332 0 R (Pg071) 337 0 R (Pg072) 341 0 R (Pg073) 345 0 R]
+/Limits [(Pg068) (Pg073)]
+>> endobj
+1350 0 obj <<
+/Names [(Pg074) 350 0 R (Pg075) 354 0 R (Pg076) 358 0 R (Pg077) 362 0 R (Pg078) 366 0 R (Pg079) 370 0 R]
+/Limits [(Pg074) (Pg079)]
+>> endobj
+1351 0 obj <<
+/Names [(Pg080) 375 0 R (Pg081) 379 0 R (Pg082) 384 0 R (Pg083) 385 0 R (Pg084) 392 0 R (Pg085) 396 0 R]
+/Limits [(Pg080) (Pg085)]
+>> endobj
+1352 0 obj <<
+/Names [(Pg086) 401 0 R (Pg087) 405 0 R (Pg088) 410 0 R (Pg089) 417 0 R (Pg090) 421 0 R (Pg091) 426 0 R]
+/Limits [(Pg086) (Pg091)]
+>> endobj
+1353 0 obj <<
+/Names [(Pg092) 430 0 R (Pg093) 434 0 R (Pg094) 438 0 R (Pg095) 442 0 R (Pg096) 443 0 R (Pg097) 447 0 R]
+/Limits [(Pg092) (Pg097)]
+>> endobj
+1354 0 obj <<
+/Names [(Pg098) 453 0 R (Pg099) 457 0 R (Pg100) 461 0 R (Pg101) 465 0 R (Pg102) 469 0 R (Pg103) 473 0 R]
+/Limits [(Pg098) (Pg103)]
+>> endobj
+1355 0 obj <<
+/Names [(Pg104) 478 0 R (Pg105) 483 0 R (Pg107) 484 0 R (Pg108) 492 0 R (Pg109) 496 0 R (Pg110) 500 0 R]
+/Limits [(Pg104) (Pg110)]
+>> endobj
+1356 0 obj <<
+/Names [(Pg111) 505 0 R (Pg112) 509 0 R (Pg113) 513 0 R (Pg114) 517 0 R (Pg115) 521 0 R (Pg116) 525 0 R]
+/Limits [(Pg111) (Pg116)]
+>> endobj
+1357 0 obj <<
+/Names [(Pg117) 530 0 R (Pg118) 534 0 R (Pg119) 538 0 R (Pg120) 542 0 R (Pg121) 547 0 R (Pg122) 551 0 R]
+/Limits [(Pg117) (Pg122)]
+>> endobj
+1358 0 obj <<
+/Names [(Pg123) 556 0 R (Pg124) 560 0 R (Pg125) 564 0 R (Pg126) 568 0 R (Pg127) 573 0 R (Pg128) 577 0 R]
+/Limits [(Pg123) (Pg128)]
+>> endobj
+1359 0 obj <<
+/Names [(Pg129) 582 0 R (Pg130) 586 0 R (Pg131) 590 0 R (Pg132) 594 0 R (Pg133) 598 0 R (Pg134) 603 0 R]
+/Limits [(Pg129) (Pg134)]
+>> endobj
+1360 0 obj <<
+/Names [(Pg135) 608 0 R (Pg136) 612 0 R (Pg137) 616 0 R (Pg138) 621 0 R (Pg139) 626 0 R (Pg140) 627 0 R]
+/Limits [(Pg135) (Pg140)]
+>> endobj
+1361 0 obj <<
+/Names [(Pg141) 635 0 R (Pg142) 639 0 R (Pg143) 643 0 R (Pg144) 647 0 R (Pg145) 651 0 R (Pg146) 655 0 R]
+/Limits [(Pg141) (Pg146)]
+>> endobj
+1362 0 obj <<
+/Names [(Pg147) 660 0 R (Pg148) 664 0 R (Pg149) 668 0 R (Pg150) 672 0 R (Pg151) 676 0 R (Pg152) 677 0 R]
+/Limits [(Pg147) (Pg152)]
+>> endobj
+1363 0 obj <<
+/Names [(Pg153) 681 0 R (Pg154) 687 0 R (Pg155) 691 0 R (Pg156) 695 0 R (Pg157) 699 0 R (Pg158) 703 0 R]
+/Limits [(Pg153) (Pg158)]
+>> endobj
+1364 0 obj <<
+/Names [(Pg159) 707 0 R (Pg160) 714 0 R (Pg161) 718 0 R (Pg162) 722 0 R (Pg163) 726 0 R (Pg164) 730 0 R]
+/Limits [(Pg159) (Pg164)]
+>> endobj
+1365 0 obj <<
+/Names [(Pg165) 734 0 R (Pg166) 739 0 R (Pg167) 743 0 R (Pg168) 747 0 R (Pg169) 751 0 R (Pg170) 752 0 R]
+/Limits [(Pg165) (Pg170)]
+>> endobj
+1366 0 obj <<
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+1367 0 obj <<
+/Names [(Pg177) 782 0 R (Pg178) 786 0 R (Pg179) 791 0 R (Pg180) 795 0 R (Pg181) 799 0 R (Pg182) 803 0 R]
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+1368 0 obj <<
+/Names [(Pg183) 808 0 R (Pg184) 812 0 R (Pg185) 817 0 R (Pg186) 821 0 R (Pg187) 825 0 R (Pg188) 829 0 R]
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+1369 0 obj <<
+/Names [(Pg189) 833 0 R (Pg190) 837 0 R (Pg191) 842 0 R (Pg192) 847 0 R (Pg193) 851 0 R (Pg194) 856 0 R]
+/Limits [(Pg189) (Pg194)]
+>> endobj
+1370 0 obj <<
+/Names [(Pg195) 863 0 R (Pg196) 864 0 R (Pg197) 869 0 R (Pg198) 873 0 R (Pg199) 877 0 R (Pg200) 881 0 R]
+/Limits [(Pg195) (Pg200)]
+>> endobj
+1371 0 obj <<
+/Names [(Pg201) 885 0 R (Pg202) 889 0 R (Pg203) 894 0 R (Pg204) 898 0 R (Pg205) 902 0 R (Pg206) 906 0 R]
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+>> endobj
+1372 0 obj <<
+/Names [(Pg207) 910 0 R (Pg208) 914 0 R (Pg209) 919 0 R (Pg210) 920 0 R (Pg211) 924 0 R (Pg212) 929 0 R]
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+1373 0 obj <<
+/Names [(Pg213) 930 0 R (Pg214) 937 0 R (Pg215) 941 0 R (Pg216) 947 0 R (Pg217) 951 0 R (Pg218) 955 0 R]
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+>> endobj
+1374 0 obj <<
+/Names [(Pg219) 959 0 R (Pg220) 963 0 R (Pg221) 967 0 R (Pg222) 973 0 R (Pg223) 977 0 R (Pg224) 981 0 R]
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+>> endobj
+1375 0 obj <<
+/Names [(Pg225) 985 0 R (Pg226) 989 0 R (Pg227) 993 0 R (Pg228) 998 0 R (Pg229) 1002 0 R (Pg230) 1003 0 R]
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+>> endobj
+1376 0 obj <<
+/Names [(Pg231) 1007 0 R (Pg232) 1011 0 R (Pg233) 1015 0 R (Pg234) 1019 0 R (Pg235) 1024 0 R (Pg236) 1028 0 R]
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+>> endobj
+1377 0 obj <<
+/Names [(Pg237) 1032 0 R (Pg238) 1037 0 R (Pg239) 1042 0 R (Pg240) 1046 0 R (Pg241) 1051 0 R (Pg242) 1055 0 R]
+/Limits [(Pg237) (Pg242)]
+>> endobj
+1378 0 obj <<
+/Names [(Pg243) 1056 0 R (Pg244) 1060 0 R (Pg245) 1064 0 R (Pg246) 1068 0 R (Pg247) 1072 0 R (Pg248) 1077 0 R]
+/Limits [(Pg243) (Pg248)]
+>> endobj
+1379 0 obj <<
+/Names [(Pg249) 1081 0 R (Pg250) 1085 0 R (Pg251) 1091 0 R (Pg252) 1095 0 R (Pg253) 1097 0 R (Pg254) 1106 0 R]
+/Limits [(Pg249) (Pg254)]
+>> endobj
+1380 0 obj <<
+/Names [(Pg255) 1107 0 R (Pg256) 1111 0 R (Pg257) 1115 0 R (Pg258) 1119 0 R (Pg259) 1123 0 R (Pg260) 1127 0 R]
+/Limits [(Pg255) (Pg260)]
+>> endobj
+1381 0 obj <<
+/Names [(Pg261) 1132 0 R (Pg262) 1136 0 R (Pg263) 1142 0 R (Pg264) 1143 0 R (Pg265) 1150 0 R (Pg266) 1156 0 R]
+/Limits [(Pg261) (Pg266)]
+>> endobj
+1382 0 obj <<
+/Names [(corr038) 198 0 R (corr061) 291 0 R (corr070) 336 0 R (corr133) 602 0 R (corr137) 617 0 R (corr153) 686 0 R]
+/Limits [(corr038) (corr153)]
+>> endobj
+1383 0 obj <<
+/Names [(corr159) 708 0 R (corr159a) 713 0 R (corr191) 843 0 R (corr237) 1036 0 R (corr250) 1086 0 R (corr250a) 1090 0 R]
+/Limits [(corr159) (corr250a)]
+>> endobj
+1384 0 obj <<
+/Names [(corr252) 1096 0 R (corr262) 1141 0 R (corr265) 1151 0 R (corr265a) 1152 0 R (index1) 1162 0 R (index2) 1195 0 R]
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+>> endobj
+1385 0 obj <<
+/Names [(index3) 1206 0 R (index4) 1215 0 R (pgfooter) 1190 0 R (pgheader) 6 0 R (pglicense) 9 0 R (pglicense1) 1224 0 R]
+/Limits [(index3) (pglicense1)]
+>> endobj
+1386 0 obj <<
+/Names [(pglicense1A) 1225 0 R (pglicense1B) 1232 0 R (pglicense1C) 1233 0 R (pglicense1D) 1234 0 R (pglicense1E) 1235 0 R (pglicense1E1) 1242 0 R]
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+>> endobj
+1387 0 obj <<
+/Names [(pglicense1E2) 1243 0 R (pglicense1E3) 1249 0 R (pglicense1E4) 1250 0 R (pglicense1E5) 1251 0 R (pglicense1E6) 1259 0 R (pglicense1E7) 1260 0 R]
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+>> endobj
+1388 0 obj <<
+/Names [(pglicense1E8) 1226 0 R (pglicense1E9) 1268 0 R (pglicense1F) 1269 0 R (pglicense1F1) 1277 0 R (pglicense1F2) 1278 0 R (pglicense1F3) 1271 0 R]
+/Limits [(pglicense1E8) (pglicense1F3)]
+>> endobj
+1389 0 obj <<
+/Names [(pglicense1F4) 1283 0 R (pglicense1F5) 1284 0 R (pglicense1F6) 1291 0 R (pglicense2) 1292 0 R (pglicense3) 1272 0 R (pglicense4) 1270 0 R]
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+>> endobj
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+/Names [(pglicense5) 1307 0 R]
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+>> endobj
+1391 0 obj <<
+/Kids [1337 0 R 1338 0 R 1339 0 R 1340 0 R 1341 0 R 1342 0 R]
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+>> endobj
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+>> endobj
+1393 0 obj <<
+/Kids [1349 0 R 1350 0 R 1351 0 R 1352 0 R 1353 0 R 1354 0 R]
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+>> endobj
+1394 0 obj <<
+/Kids [1355 0 R 1356 0 R 1357 0 R 1358 0 R 1359 0 R 1360 0 R]
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+>> endobj
+1395 0 obj <<
+/Kids [1361 0 R 1362 0 R 1363 0 R 1364 0 R 1365 0 R 1366 0 R]
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+>> endobj
+1396 0 obj <<
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+>> endobj
+1397 0 obj <<
+/Kids [1373 0 R 1374 0 R 1375 0 R 1376 0 R 1377 0 R 1378 0 R]
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+>> endobj
+1398 0 obj <<
+/Kids [1379 0 R 1380 0 R 1381 0 R 1382 0 R 1383 0 R 1384 0 R]
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+>> endobj
+1399 0 obj <<
+/Kids [1385 0 R 1386 0 R 1387 0 R 1388 0 R 1389 0 R 1390 0 R]
+/Limits [(index3) (pglicense5)]
+>> endobj
+1400 0 obj <<
+/Kids [1391 0 R 1392 0 R 1393 0 R 1394 0 R 1395 0 R 1396 0 R]
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+1401 0 obj <<
+/Kids [1397 0 R 1398 0 R 1399 0 R]
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+ <p rend="text-align: center; font-size: small">
+ Druck von Munz &amp; Geiger, Stuttgart.
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+ <pb n='VII'/><anchor id='Pg000d'/>
+
+ <head>Vorwort</head>
+
+ <head type="sub">zur zweiten Auflage.</head>
+
+ <p>
+ Die zweite Auflage dieses Buches ist der ersten in kürzerer
+ Frist als der eines Jahres gefolgt. Sie ist mit dem Bilde
+ der Verfasserin geschmückt, damit die jugendlichen Leserinnen
+ auch die Züge derjenigen kennen und lieben lernen, die ihnen
+ dies schöne Vermächtnis hinterlassen hat. Sie hat diese Liebe
+ reich verdient; sie hat dieselbe im Leben bei all denen, die ihr
+ edles Herz kannten, im vollsten Maße genossen und sich weit
+ über das Grab hinaus gesichert.
+ </p>
+
+ <p>
+ Emmy von Rhoden war das Pseudonym der zu früh
+ dahingegangenen Gattin eines unsrer beliebtesten Schriftsteller,
+ meines Freundes Friedrich Friedrich. Mir selbst und den
+ Meinen war die Verfasserin eine teure Freundin, deren schriftstellerisches
+ Debüt ich mit wärmstem Interesse begleitete. Als
+ sie ihre ersten, für ein jüngeres Alter berechneten Jugendschriften
+ (»<hi rend='gesperrt'>Das Musikantenkind</hi>«, eine Erzählung für Kinder
+ von 11–14 Jahren, und »<hi rend='gesperrt'>Lenchen Braun</hi>«, eine Weihnachtsgeschichte
+ für Kinder von 10–12 Jahren) veröffentlichte
+ und damit schnell litterarisches Aufsehen und nachhaltige Freude
+ in den empfänglichen Gemütern der Kinderwelt erregte, hatte
+ Emmy Friedrich Friedrich aus Bescheidenheit das Pseudonym
+ Emmy von Rhoden gewählt. Jetzt hat der Tod den Schleier
+ der Pseudonymität gelüftet.
+ </p>
+
+ <p>
+ Es ist mir ein Herzensbedürfnis, den Wunsch meines
+ tiefgebeugten Freundes zu erfüllen, der aus leichtbegreiflichen
+ Gründen es nicht über sich vermochte, der zweiten Auflage des
+ »Trotzkopf« ein Vorwort zu geben. Er war der Meinung,
+ daß ich, der ich die Unvergeßliche in ihrer liebenswürdigen
+ menschlichen und schriftstellerischen Eigenart genau kannte, ein
+ charakterisierendes Einführungswort der neuen Auflage finden
+<pb n='VIII'/><anchor id='Pg000e'/>würde. Nun aber, da ich das innerliche Wesen dieser seltenen
+ Frau in Worte kleiden soll, fühle ich die ganze Schwere dieser
+ Aufgabe. Soll ich von der Gemütstiefe reden, mit welcher die
+ Verewigte das Wesen der Jugend erfaßte; von dem innigen
+ Verständnis, welches sie den Eigentümlichkeiten einer jungen
+ Mädchenseele entgegenbrachte; von der feinen Beobachtung des
+ jugendlichen Gebarens; von der farbenfrischen Erzählerkunst,
+ mit welcher sie vor dem seelischen Ohr des Lesers auch die
+ zartesten Saiten der jugendlichen Empfindung erklingen ließ?
+ </p>
+
+ <p>
+ Wer einen Ueberblick über die neueste Unterhaltungslitteratur
+ für die Jugend gewann, in welcher sich allerlei Unnatur
+ und Tendenz aufdringlich breit macht, wird die großen
+ Vorzüge erkennen, welche den »Trotzkopf« zu einer echten und
+ wahren Jugendschrift machen. Diese Erzählung ist natürlich
+ frisch, unterhaltend und spannend, und was schwerer als dies
+ alles wiegt: sie ist psychologisch wahr! Mit glücklichem Takt
+ hat die Verfasserin alles rein Belehrende, alles Pedantische und
+ unnatürlich Prüde vermieden. Sie erzählt mit ungekünstelter
+ Natürlichkeit, wie ein junges, ungebändigtes Menschenkind durch
+ das Leben selbst erzogen wird. Deshalb wirkt dies Buch auch
+ im besten Sinne erziehend. Eine Erzählung, welche die jugendlichen
+ Gemüter nicht fesselt und packt, bleibt wirkungslos und
+ wenn tausend weise Lehren in dieselbe hineingestreut sind, denn
+ diese sind nur graue Theorien, während das Grün des goldenen
+ Lebensbaumes nur aus dem Leben selbst emporwächst.
+ </p>
+
+ <p>
+ Und so möge dies anziehende, von der Sonne der Phantasie
+ beglänzte Werk, das auf innerlichster Lebenserfahrung
+ aufgebaut ist, seinen Weg weiter gehen zur Freude der gern
+ angeregten Jugend! Es ist der Segen aller guten und edlen
+ Naturen, daß ihre Schöpfungen auf viele Generationen hinaus
+ wirken. Des alten Sebastian Frank Wort mag sich auch an
+ dieser Jugendschrift als wahr erweisen: »Das aber ist der
+ Bücher rechter einiger Gebrauch, daß wir darinnen ein Zeugnis
+ unsres Herzens sehen.«
+ </p>
+
+<dateline rend="text-align: left"><name><hi rend='gesperrt'>Berlin</hi></name>, Oktober 1885.</dateline>
+<signed rend="text-align: right"><hi rend='bold'>Franz Hirsch.</hi></signed>
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+<pb n='1'/><anchor id='Pg001'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img001.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Papa, Diana hat Junge!«
+</p>
+
+<p>
+Mit diesen Worten trat ungestüm ein junges,
+schlankes Mädchen von fünfzehn Jahren in das Zimmer,
+in welchem sich außer dem Angeredeten, dessen Frau und dem Prediger
+des Ortes, noch Besuch aus der Nachbarschaft, ein Herr von
+Schäffer mit Frau und seinem erwachsenen Sohne, befand.
+</p>
+
+<p>
+Alles lachte und wandte sich dem kleinen Backfische zu,
+der ohne jede Verlegenheit auf den Papa zueilte und ausführlich
+über das wichtige Ereignis berichtete.
+</p>
+
+<p>
+»Es sind vier Stück, Papa,« erzählte sie lebhaft, »und
+braun sehen sie aus, wie Diana. Komm sieh dir sie an, es
+sind zu reizende Tierchen! Vorn an den Pfötchen haben sie
+weiße Spitzen. Ich habe gleich einen Korb geholt und mein
+Kopfkissen hineingelegt, sie müssen doch warm liegen, die kleinen
+Dinger.«
+</p>
+
+<p>
+Herr Oberamtmann Macket hatte den Arm um die Schulter
+seines Lieblings gelegt und strich ihm das wirre Lockenhaar
+aus dem erhitzten Gesicht, dabei sah er sein Kind mit
+wohlgefälligen Blicken an, was eigentlich zu verwundern war,
+da Ilse in einem Aufzuge hereingekommen, der durchaus nicht
+<pb n='2'/><anchor id='Pg002'/>geeignet war, Wohlgefallen zu erregen, besonders in diesem
+Augenblicke, wo fremde Augen denselben musterten. Das verwaschene,
+dunkelblaue Kattunkleid, blusenartig gemacht und
+mit einem Ledergürtel gehalten, mochte wohl recht bequem sein,
+aber kleidsam war es nicht, und einige Flecken und Risse darin
+dienten ebenfalls nicht dazu, die Eleganz desselben zu heben.
+Die hohen, plumpen Lederstiefel, die unter dem kurzen Kleide
+hervorblickten, waren tüchtig bestaubt und sahen eher grau als
+schwarz aus. Aber wie gesagt, Herrn Macket genierte dieser
+Aufzug gar nicht, er sah in die fröhlichen, braunen Augen
+seines Lieblings, um dessen Kleider kümmerte er sich nicht.
+</p>
+
+<p>
+Er war im Begriffe, sich zu erheben, um seines Kindes
+Wunsch zu erfüllen, als seine Gattin, eine vornehme Erscheinung
+mit sanften und doch bestimmten Zügen, ihm zuvorkam.
+Sie hatte sich erhoben und trat auf Ilse zu.
+</p>
+
+<p>
+»Liebe Ilse,« sagte sie in freundlichem Tone und nahm
+dieselbe bei der Hand, »ich möchte dir etwas sagen, Kind.
+Willst du mir auf einen Augenblick in mein Zimmer folgen?«
+</p>
+
+<p>
+Sehr ruhig, aber sehr bestimmt waren die Worte gesprochen
+und Ilse fühlte, daß ein Widerstand dagegen vergeblich
+sein würde. Ungern und gezwungen folgte sie der
+Mutter in das anstoßende Gemach.
+</p>
+
+<p>
+»Was willst du mir sagen, Mama?« fragte sie und sah
+Frau Macket trotzig an.
+</p>
+
+<p>
+»Nichts weiter, mein Kind, als daß du sogleich auf dein
+Zimmer gehst und dich umkleidest. Du wußtest wohl nicht,
+daß Gäste bei uns waren?«
+</p>
+
+<p>
+»Doch, ich wußte es, aber ich mache mir nichts daraus,«
+gab Ilse kurz zur Antwort.
+</p>
+
+<p>
+»Aber ich, Ilse. Ich kann nicht gleichgültig dabei sein,
+wenn du in einem so unordentlichen Kostüme dich blicken läßt.
+Du bist kein Kind mehr mit deinen fünfzehn Jahren; bedenke,
+daß du seit Ostern konfirmiert bist, eine angehende junge
+Dame aber muß den Anstand wahren. Was soll der junge
+<pb n='3'/><anchor id='Pg003'/>Schäffer von dir denken, er wird dich auslachen und dich
+verspotten.«
+</p>
+
+<p>
+»Der dumme Mensch!« fuhr Ilse auf. »Ob der über
+mich lacht oder spottet, ist mir ganz gleichgültig. Ich lache
+auch über ihn! Thut, als ob er ein Herr wäre mit seinem
+Klemmer und geht doch noch in die Schule.«
+</p>
+
+<p>
+»Er ist in Prima auf dem Gymnasium und zählt neunzehn
+Jahre. Nun sei vernünftig und kleide dich um, Kind,
+hörst du?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, – ich ziehe kein andres Kleid an, ich will mich
+nicht putzen!«
+</p>
+
+<p>
+»Wie du willst, aber dann bitte ich dich, ja ich wünsche
+es entschieden, daß du in deinem Zimmer bleibst und dein
+Abendbrot dort verzehrst,« gab Frau Macket mit großer Ruhe
+zur Antwort.
+</p>
+
+<p>
+Ilse biß auf die Unterlippe und trat mit dem Fuße heftig
+auf die Erde, aber sie sagte nichts. Mit einer schnellen
+Wendung ging sie zur Thür hinaus und warf dieselbe unsanft
+hinter sich zu. Oben in ihrem Zimmer ließ sie sich auf
+einen Stuhl fallen, stützte die Ellbogen auf das Fensterbrett
+und weinte Thränen des bittersten Unmutes.
+</p>
+
+<p>
+»O wie schrecklich ist es jetzt!« stieß sie schluchzend heraus.
+»Warum hat auch der Papa wieder eine Frau genommen,
+– es war so viel, viel hübscher, als wir beide allein
+waren! Alle Tage muß ich lange Reden hören über Sitte
+und Anstand und ich will doch keine Dame sein, ich will es
+nicht – und wenn sie es zehnmal sagt!« – –
+</p>
+
+<p>
+Als sie mit ihrem Vater noch allein war, führte sie freilich
+ein ungebundeneres und lustigeres Leben. Niemand hatte
+ihr Vorschriften zu machen oder durfte ihre dummen Streiche
+hindern; was sie auch ausführte, es galt alles als unübertrefflich.
+Das Lernen wurde nur als langweilige Nebensache
+betrachtet und die Gouvernanten fügten sich entweder dem
+Willen ihrer Schülerin oder sie gingen davon. Beklagte sich
+<pb n='4'/><anchor id='Pg004'/>ja einmal diese oder jene bei dem Vater und hatte derselbe
+auch wirklich den festen Entschluß gefaßt, ein Machtwort zu
+sprechen gegen sein unbändiges Kind, er kam nicht dazu, es
+auszuführen. Sobald er mit ernster Miene ihr gegenüber
+trat, fiel Ilse ihm um den Hals, nannte ihn ihren »einzigen,
+kleinen Papa«, trotzdem er ein sehr großer, kräftiger Mann
+war, und küßte ihm Mund und Wangen. Versuchte er, ihr
+ernste Vorstellungen zu machen, hielt sie ihm den Mund zu.
+</p>
+
+<p>
+»Ich weiß ja alles, was du mir sagen willst, und ich
+will mich ganz gewiß bessern!« mit solchen und ähnlichen
+Worten und Versprechungen tröstete sie den Papa – ach und
+wie gern ließ er sich also trösten! Er konnte dem Kinde nie
+ernstlich zürnen, es war sein alles.
+</p>
+
+<p>
+Als Ilses Mutter starb, legte sie ihm das kleine hilflose
+Ding in den Arm. Es hatte die schönen, frohen Augen der
+früh Geschiedenen geerbt, und blickte sie ihn an, war es ihm,
+als ob die Gattin, die er so sehr geliebt hatte, ihn anlächle.
+</p>
+
+<p>
+Lange Jahre war er einsam geblieben und hatte nur für
+sein Kind gelebt. Da lernte er seine zweite Frau kennen.
+Ihr kluges, sanftes Wesen fesselte ihn so, daß er sie heimführte.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne betrat das Haus ihres Mannes mit dem
+festen Vorsatze, seinem Kinde die treueste, liebevollste Mutter zu
+sein und alles aufzubieten, um ihr die früh Verlorene zu ersetzen;
+indes jede herzliche Annäherung von ihrer Seite scheiterte
+an Ilses trotzigem Widerstande. Bald ein Jahr waltete
+sie nun schon als Frau und Stiefmutter und noch immer hatte
+sie es nicht vermocht, Ilses Liebe zu gewinnen. – – –
+</p>
+
+<p>
+Die Gäste blieben zum Abendessen auf Moosdorf, so
+hieß das große Gut des Oberamtmann Macket. Als der Tisch
+gedeckt war und alle sich an demselben niedergesetzt hatten,
+fragte Herr Macket, warum Ilse noch nicht anwesend sei.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne erhob sich und zog an der Klingelschnur. Der
+eintretenden Dienstmagd befahl sie, das Fräulein zu Tisch zu
+rufen. – – – –
+</p>
+
+<pb n='5'/><anchor id='Pg005'/>
+
+<p>
+Ilse saß noch in derselben Stellung am Fenster. Sie
+hatte sich eingeschlossen und die Magd mußte erst tüchtig pochen
+und rufen, bevor sie sich bequemte, die Thür zu öffnen.
+</p>
+
+<p>
+»Sie sollen herunterkommen, Fräulein, die gnädige Mama
+hat es befohlen,« sagte Kathrine und betonte das »sollen«
+und »befohlen« so recht auffallend.
+</p>
+
+<p>
+»Ich soll!« rief Ilse und wandte den Kopf hastig herum,
+»aber ich will nicht! Sag’ das der gnädigen Frau Mama!«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« sagte Kathrine, so recht befriedigt von dieser Antwort,
+denn auch sie war durchaus nicht damit einverstanden
+gewesen, daß wieder eine Frau in das Haus gekommen war,
+welche der schönen Freiheit ein Ende gemacht hatte, »ja, ich
+werd’s bestellen. Gnädiges Fräulein haben ganz recht, das
+ewige Befehlen, wenn man selbst alt genug ist, ist höchst
+unpassend, noch dazu, wenn fremde Leute dabei sind.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie ging hinunter in das Speisezimmer und führte
+wörtlich Ilses Bestellung aus.
+</p>
+
+<p>
+Herr Macket blickte seine Frau verlegen an, er wußte
+gar nicht, was diese Antwort bedeuten sollte. Sie verstand
+seine stumme Frage und ohne im geringsten den Unmut merken
+zu lassen, den sie in ihrem Innern empfand, sagte sie gelassen:
+»Ilse ist nicht ganz wohl, lieber Mann, sie klagte etwas über
+Kopfschmerzen. Kathrine hat ihre Bestellung ungeschickt ausgerichtet.«
+</p>
+
+<p>
+Alle Anwesenden errieten sofort, daß Frau Anne eine
+Ausrede machte, nur Herr Macket glaubte, daß es sich in
+Wahrheit so verhielt.
+</p>
+
+<p>
+»Wollen wir nicht lieber einen Boten zum Arzt schicken?«
+fragte er besorgt.
+</p>
+
+<p>
+Die Antwort hierauf gab ihm sein Kind selbst, das heißt,
+sie bewies ihm, daß ihr kein Finger weh that. Laut jubelnd
+und lachend trieb sie einen Reif mit einem Stock über den
+großen Rasenplatz, und der Jagdhund, Tyras, sprang demselben
+nach, und wenn er mit seinen Pfoten den Reif beinahe
+<pb n='6'/><anchor id='Pg006'/>erhascht hatte und ihn doch nicht halten konnte, stieß er ein ärgerliches
+Geheul aus, worüber Ilse sich totlachen wollte.
+</p>
+
+<p>
+Herrn Mackets Gesicht verklärte sich ordentlich bei diesem
+Anblicke. Er stand auf, trat in die offenstehende Flügelthür
+des Zimmers und eben im Begriffe, Ilse zu rufen, hielt ihn
+Frau Anne davon zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Laß sie – ich bitte dich, – lieber Mann,« bat sie,
+vor Unwillen leicht errötend, und zu den Gästen gewendet
+setzte sie hinzu: »Es thut mir leid, nun doch die Wahrheit
+sagen zu müssen, indes Ilses Benehmen zwingt mich dazu.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie erzählte so mildernd als möglich den kleinen
+Vorfall. Es wurde darüber gelacht, ja Herr von Schäffer
+behauptete, die kleine habe Temperament und es sei schade,
+daß sie kein Knabe sei. Seine hochgebildete Frau konnte
+ihm nicht beistimmen, sie fand das wilde Mädchen geradezu
+entsetzlich und nannte es auf dem Heimwege ein <hi rend='antiqua'>enfant
+terrible</hi>.
+</p>
+
+<p>
+Als die Gäste fortgefahren waren, blieb der Prediger
+noch zurück. Derselbe war ein wohlwollender, nachsichtiger
+Mann, der Ilsen väterlich zugethan war. Er hatte sie
+getauft und eingesegnet, unter seinen Augen war sie herangewachsen.
+Seit kurzer Zeit, seitdem die letzte Gouvernante
+ihren Abschied genommen hatte, leitete er auch ihren Unterricht.
+</p>
+
+<p>
+Es trat ein augenblickliches, beinahe peinliches Stillschweigen
+ein. Ein jeder der drei Anwesenden hatte etwas auf
+dem Herzen und scheute sich doch, das erste Wort zu sprechen.
+Herr und Frau Macket saßen am Tische, er rauchend, sie
+eifrig mit einer Handarbeit beschäftigt. Prediger Wollert
+ging im Zimmer auf und ab und sah recht ernst und nachdenklich
+aus. Endlich blieb er vor dem Oberamtmann stehen.
+</p>
+
+<p>
+»Es kann nichts helfen, lieber Freund,« redete er denselben
+an, »das Wort muß heraus. Es geht nicht mehr so
+weiter, wir können das unbändige Kind nicht zügeln, es ist
+uns über den Kopf gewachsen.«
+</p>
+
+<pb n='7'/><anchor id='Pg007'/>
+
+<p>
+Der Oberamtmann sah den Prediger verwundert an.
+»Wie meinen Sie das?« fragte er, »ich verstehe Sie nicht.«
+</p>
+
+<p>
+»Meine Meinung ist, geradeheraus gesagt, die,« fuhr
+der erstere fort, »das Kind muß fort von hier, in eine Pension.«
+</p>
+
+<p>
+»Ilse? In eine Pension? Aber warum, sie hat doch
+nichts verbrochen!« rief Herr Macket ganz erschreckt.
+</p>
+
+<p>
+»Verbrochen!« wiederholte lächelnd der Prediger. »Nein,
+nein, das hat sie nicht! Aber muß denn ein Kind erst etwas
+Böses gethan haben, um in ein Institut zu kommen? Es ist
+doch keine Strafanstalt. Hören Sie mich ruhig an, lieber
+Freund,« fuhr er besänftigend fort und legte die Hand auf
+Mackets Schulter, als er sah, daß dieser heftig auffahren wollte.
+»Sie wissen, wie ich Ilse liebe, und wissen auch, daß ich nur das
+Beste für sie im Auge habe; nun wohl, ich habe reiflich überlegt
+und bin zu dem Resultate gekommen, daß Sie, Ihre Frau
+und ich nicht Macht genug besitzen, sie zu erziehen. Sie
+trotzt uns allen dreien, was soll daraus werden? Sie hat
+soeben ein glänzendes Beispiel ihrer widerspenstigen Natur
+gegeben.«
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann trommelte auf dem Tische. »Das
+war eine Ungezogenheit, die ich bestrafen werde,« sagte er.
+»Etwas Schlimmes kann ich nicht darin finden. Mein Gott,
+Ilse ist jung, halb noch ein Kind, und Jugend muß austoben.
+Weshalb soll man einem übermütigen Mädchen so strenge
+Fesseln anlegen und es Knall und Fall in eine Pension bringen?
+Was ist dabei, wenn es einmal über den Strang schlägt?
+Verstand kommt nicht vor den Jahren! Was sagst du dazu,
+Anne,« wandte er sich an seine Frau, »du denkst wie ich,
+nicht wahr?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich dachte wie du,« entgegnete Frau Anne, »vor einem
+Jahre, als ich dieses Haus betrat. Heute urteile ich anders,
+heute muß ich dem Herrn Prediger recht geben. Ilse ist schwer
+zu erziehen, trotz aller Herzensgüte, die sie besitzt. Ich weiß
+nichts mit ihr anzufangen, soviel Mühe ich mir auch gebe.
+<pb n='8'/><anchor id='Pg008'/>Gewöhnlich thut sie das Gegenteil von dem, was ich ihr
+sage. Bitte ich sie, ihre Aufgaben zu machen, so thut sie
+entweder, als ob sie mich nicht verstanden hat, oder sie nimmt
+höchst unwillig ihre Bücher, wirft sie auf den Tisch, setzt
+sich davor und treibt allerhand Nebendinge. Nach kurzer Zeit
+erhebt sie sich wieder und fort ist sie! Da hilft kein gütiges
+Zureden, keine Strenge, sie will nicht! Frage den Herrn
+Prediger, wie ungleichmäßig Ilses wissenschaftliche Bildung
+ist, wie sie zuweilen sogar noch orthographische Fehler macht.«
+</p>
+
+<p>
+»Was kommt bei einem Mädchen darauf an,« entgegnete
+Herr Macket und erhob sich. »Eine Gelehrte soll sie nicht
+werden; wenn sie einen Brief schreiben kann und das Einmaleins
+gelernt hat, weiß sie genug.«
+</p>
+
+<p>
+Der Prediger lächelte. »Das ist Ihr Ernst nicht, lieber
+Freund. Oder würde es Ihnen Freude machen, wenn man
+von Ihrer Tochter sagte, daß sie dumm sei und nichts gelernt
+habe! Ilse hat gute Anlagen, es fehlt ihr nur der Trieb,
+die Lust zum Lernen. Beides wird sich einstellen, sobald sie
+unter junge Mädchen ihres Alters kommt. Das Streben
+derselben wird ihren Ehrgeiz wecken und ihr bester Lehrmeister
+sein.«
+</p>
+
+<p>
+Die Wahrheit dieser Worte leuchtete Herrn Macket ein,
+aber die Liebe zu seinem Kinde ließ es ihn nicht laut eingestehen.
+Der Gedanke, dasselbe von sich zu geben, war ihm furchtbar.
+Nicht täglich es sehen und hören zu können, – ihm war
+als ob die Sonne plötzlich aufhören müsse zu scheinen, als
+solle ihm Licht und Leben genommen werden.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne empfand, was in ihres Mannes Herzen vorging,
+liebevoll trat sie zu ihm und ergriff seine Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Denke nicht, daß ich hart bin, Richard, wenn ich für den
+Vorschlag unsres Freundes stimme,« sagte sie. »Ilse steht jetzt
+auf der Grenze zwischen Kind und Jungfrau, noch hat sie
+Zeit, das Versäumte nachzuholen und ihre unbändige Natur
+zu zügeln. Geschieht das nicht, so könnte man eines Tages
+<pb n='9'/><anchor id='Pg009'/>unser Kind als unweiblich bezeichnen, wäre das nicht furchtbar?«
+</p>
+
+<p>
+Er hörte kaum, was sie sprach. »Ihr wollt sie einsperren,«
+sagte er erregt, »aber das hält sie nicht aus. Laßt sie erst älter
+werden, es ist dann immer noch Zeit genug, sie fortzugeben.«
+</p>
+
+<p>
+Dagegen protestierten Frau Anne und der Prediger auf
+das entschiedenste; sie bewiesen, daß jetzt die höchste Zeit
+sei, wenn die Pension noch etwas nützen solle.
+</p>
+
+<p>
+»Ich wüßte ein Institut in W., das ich für Ilse
+ausgezeichnet empfehlen könnte,« erklärte der Prediger. »Die
+Vorsteherin desselben ist mir genau bekannt, sie ist eine vorzügliche
+Dame. Neben der Pension, die unter ihrer Leitung
+herrlich gediehen ist, hat sie eine Tagesschule in das Leben
+gerufen, die sich von Jahr zu Jahr vergrößert hat. Ilse
+würde den besten Unterricht und die liebevollste Pflege
+vereint finden. Und welch ein Vorzug ist nicht die wunderbare
+Lage dieses Ortes. Die Berge ringsum, die kostbare
+Luft – – –«
+</p>
+
+<p>
+»Ja ja,« unterbrach ihn Herr Macket unruhig und abwehrend,
+»ich glaube das alles gern! Aber laßt mir Zeit,
+bestürmt mich nicht weiter. Ein so wichtiger Entschluß, selbst
+wenn er notwendig ist, bedarf der Reife.« –
+</p>
+
+<p>
+Er kam schneller als er geglaubt hatte. –
+</p>
+
+<p>
+Am andern Morgen, es war noch sehr früh, traf der
+Oberamtmann sein Töchterchen, wie es eben im Begriffe war,
+hinaus auf die Wiese zu reiten, um das Heu mit einzuholen.
+Ungeniert hatte Fräulein Ilse sich auf eines der Pferde, das
+vor dem Leiterwagen gespannt war, von dem Kutscher hinaufheben
+lassen, derselbe stand auf dem Wagen und hielt die
+Zügel in der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Guten Morgen, Papachen!« rief sie ihm laut schon
+von weitem entgegen, »wir wollen auf die Wiese fahren, das
+Heu muß herein; der Hofmeister sagt, wir bekommen gegen
+Mittag ein Gewitter. Ich will gleich mit aufladen helfen!«
+</p>
+
+<pb n='10'/><anchor id='Pg010'/>
+
+<p>
+Der Vater hatte heute nicht die unbefangene Freude an
+dem Wesen seines Kindes, ihm fielen die Worte seiner Frau
+vom gestrigen Abend ein. Ilse sah wenig weiblich in diesem
+Augenblicke aus, eher glich sie einem wilden Buben. Wie ein
+solcher saß sie auf dem Pferde und hatte die Füße an beiden
+Seiten herunterhängen. Das kurze blaue Kleid deckte dieselben
+nicht, man sah den plumpen, hohen Lederstiefel und noch ein
+Stück des bunten Strumpfes. Es war wahrlich kein schöner
+Anblick.
+</p>
+
+<p>
+»Steig’ herab, Ilse,« sagte Herr Macket, dicht zu ihr
+tretend, um ihr beim Heruntersteigen behilflich zu sein, »du
+wirst jetzt nicht auf die Wiese reiten, hörst du, sondern deine
+Aufgaben machen.«
+</p>
+
+<p>
+Es war das erste Mal in ihrem Leben, daß der Vater
+in so bestimmter Weise zu ihr sprach. Im höchsten Grade
+verwundert blickte sie ihn an, aber sie machte keine Miene,
+seiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie schlug die Arme
+ineinander und fing an, herzlich zu lachen.
+</p>
+
+<p>
+»Hahahaha! Arbeiten soll ich! Du kleiner reizender Papa,
+wie kommst du denn auf diesen komischen Einfall? Mach’ nur
+nicht ein so böses Gesicht! Weißt du, wie du jetzt aussiehst?
+Gerade wie Mademoiselle, die letzte, Papa, von den vielen, –
+wenn sie böse war! ›Fräulein Ilse, gehen Sie auf Ihr Zimmer
+<hi rend='antiqua'>mais tout-de-suite</hi>. Aben Sie mir <hi rend='antiqua'>compris</hi>!‹ Dabei zog sie die
+Stirn in Falten und riß die Augen auf – so«, und sie versuchte
+es nachzuahmen. »Oh, es war zu himmlisch! Adieu Papachen,
+zum Frühstück komm’ ich zurück!«
+</p>
+
+<p>
+Sie warf ihm noch eine Kußhand zu, lachte ihn schelmisch
+an und fort ging’s im lustigen Trabe hinaus auf die
+Wiese in den taufrischen Sommermorgen hinein.
+</p>
+
+<p>
+Herr Macket schüttelte den Kopf, mit einem Male stiegen
+ernstliche Bedenken wegen Ilses Zukunft in ihm auf. Er fand
+den Gedanken, sie in eine Pension zu geben, heute weniger
+schrecklich, als gestern. Sie hatte ihm soeben den Beweis
+ge<pb n='11'/><anchor id='Pg011'/>geben, daß sie auch ihm Widerstand entgegensetzte. Freilich
+mußte er sich gestehen, daß er durch seine Nachgiebigkeit denselben
+in ihr groß gezogen hatte.
+</p>
+
+<p>
+Er ging in das Speisezimmer und trat von dort auf
+die Veranda, die weinumrankt sich an der Vorderseite des
+Hauses entlang zog. Seine Frau erwartete ihn dort am gedeckten
+Frühstückstische.
+</p>
+
+<p>
+Ganz gegen seine Gewohnheit war er still und einsilbig.
+»Hattest du Unannehmlichkeiten?« fragte Frau Anne und
+reichte ihm den Kaffee.
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete er, »das nicht.« Er hielt einen Augenblick
+inne, als ob es ihm schwer würde, weiter zu sprechen,
+dann fuhr er fort: »Ich möchte dir eine Mitteilung machen,
+oder richtiger gesagt, dir meinen Entschluß wegen unsres gestrigen
+Gespräches verkünden. Zum 1. Juli soll Ilse in die
+Pension.«
+</p>
+
+<p>
+»Du scherzest,« sagte Anne und sah ihn fragend an.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist mein Ernst,« erwiderte er. »Wirst du im stande
+sein, bis zu dem Termine alles zu Ilses Abreise einrichten
+zu können? Wir haben heute den 12. Juni.«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, das würde ich können, lieber Richard; aber verzeihe,
+mir kommt dein Entschluß etwas übereilt vor. Wird er dich
+nicht gereuen? Laß Ilse die schönen Sommermonate noch ihre
+Freiheit genießen und gieb sie erst zum Herbste fort. Der
+Abschied von der Heimat wird ihr dann weniger schwer werden.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, keine Aenderung,« sagte er, bei einem längeren
+Hinausschieben seinen Wankelmut fürchtend, »es bleibt dabei
+– zum 1. Juli wird sie angemeldet.«
+</p>
+
+<p>
+Nach einigen Stunden kehrte Ilse wohlgemut mit erhitzten
+Wangen und über und über mit Heu bestreut zum zweiten
+Frühstücke zurück. Wie sie war, ohne den Anzug zu wechseln,
+trat sie höchst vergnügt auf die Veranda.
+</p>
+
+<p>
+»Da bin ich,« rief sie. »Bin ich lange geblieben? Ich
+sage dir, Papa, das Heu ist kostbar! Nicht einen Tropfen
+<pb n='12'/><anchor id='Pg012'/>Regen hat es bekommen. Du wirst deine Freude daran haben.
+Der Hofmeister meint, so gut hätten wir es seit Jahren nicht
+gehabt.«
+</p>
+
+<p>
+»Laß das Heu jetzt, Ilse,« entgegnete Herr Macket, »und
+höre zu, was ich dir sagen werde.«
+</p>
+
+<p>
+Er sagte es ziemlich ernst, es wurde ihm nicht leicht, von
+seinem Plane zu sprechen – sie war so ahnungslos, ja sie
+nahm gar keine Notiz von seiner Stimmung. Ihr Augenmerk
+war auf den wohlbesetzten Frühstückstisch gerichtet, sie war
+sehr hungrig von der Fahrt.
+</p>
+
+<p>
+»Soll ich dir Frühstück schneiden?« fragte Frau Anne
+freundlich, aber Ilse lehnte es ab.
+</p>
+
+<p>
+»Ich will es schon selbst thun,« sagte sie, nahm das
+Messer und schnitt sich ein tüchtiges Stück Schwarzbrot ab.
+Die Butter strich sie fast fingerdick darauf. Nachdem sie ein
+dickes Stück Wurst zugelangt hatte, fing sie an, wohlgemut
+zu essen. Bald von dem Brote, bald von der Wurst, die sie
+in der Hand hielt, einen Bissen nehmend. Höchst ungeniert
+lehnte sie dabei hintenüber in einem Sessel und schlug die
+Füße übereinander. Es schmeckte ihr köstlich.
+</p>
+
+<p>
+»Ich denke, du wolltest mir etwas sagen, Papachen!«
+rief sie mit vollem Munde, »nun schieß los, ich bin ordentlich
+neugierig darauf.«
+</p>
+
+<p>
+Er zögerte etwas mit der Antwort, noch war es Zeit,
+noch konnte er seinen Entschluß zurücknehmen – einen Augenblick
+überlegte er und es fehlte nicht viel, so hätte er es
+wirklich gethan, aber die Schwäche ging vorüber und so ruhig
+wie es ihm möglich war, teilte er Ilse seinen Beschluß mit.
+</p>
+
+<p>
+Wenn er erwartet hatte, daß sie sich stürmisch widersetzen
+würde, so hatte er geirrt. Zwar blieb ihr buchstäblich
+der Bissen im Munde stecken vor Ueberraschung und Schreck,
+aber ihr Auge flog zur Mutter hinüber und sie unterdrückte
+den Sturm, der in ihr tobte. Um keinen Preis sollte diese
+erfahren, wie furchtbar es ihr war, die Heimat, den Vater
+<pb n='13'/><anchor id='Pg013'/>vor allem, zu verlassen, sie, die doch sicherlich nur allein die
+Anstifterin dieses Planes war, denn der Papa – nein! Nimmermehr
+würde er sie von sich gegeben haben!
+</p>
+
+<p>
+»Nun, du schweigst?« fragte Herr Macket, »du hast
+vielleicht selbst schon die Notwendigkeit eingesehen, daß du noch
+tüchtig lernen mußt, mein Kind, denn mit deinen Kenntnissen
+hapert es noch überall, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p>
+»Gar nichts habe ich eingesehen!« platzte Ilse heraus,
+»du selbst hast mir ja oft genug gesagt, ein Mädchen brauche
+nicht so viel zu lernen, das allzu viele Studieren mache es erst
+recht dumm! Ja, das hast du gesagt, Papa, und nun sprichst
+du mit einemmal anders. Nun soll ich fort, soll auf den
+Schulbänken sitzen zwischen andern Mädchen und lernen, bis
+mir der Kopf weh thut. Aber es ist gut, ich will auch fort,
+ja ich freue mich auf die Abreise. Wenn nur erst der 1. Juli
+da wäre!«
+</p>
+
+<p>
+Und sie erhob sich hastig, warf den Rest ihres Frühstücks
+auf den Tisch und eilte fort, hinauf in ihr Zimmer, und jetzt
+brachen die Thränen hervor, die sie bis dahin nur mühsam
+zurückgehalten hatte.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne wäre dem Kinde gar zu gern gefolgt, sie
+fühlte, was in dem jungen Herzen vorging, aber sie wußte
+genau, daß Ilse ihre gütigen Worte trotzig zurückweisen würde;
+so blieb sie zurück und hoffte auf die Zeit, wo Ilses gutes
+Herz den Weg zu ihrer mütterlichen Liebe finden werde. – –
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="rule:20%"/>
+
+<p>
+Die wenigen Wochen bis zum festgesetzten Termine vergingen
+schnell. Frau Anne hatte alle Hände voll zu thun,
+um Ilses Garderobe in Ordnung zu bringen. Die Vorsteherin
+der Pension hatte auf Herrn Mackets Anfrage sofort
+geantwortet und sich gern zu seiner Tochter Aufnahme bereit
+erklärt. Zugleich hatte sie ein Verzeichnis der Sachen
+mit<pb n='14'/><anchor id='Pg014'/>geschickt, die jede Pensionärin bei ihrem Eintritt in das Institut
+mitzubringen habe.
+</p>
+
+<p>
+Ilse lachte spöttisch über die, nach ihrer Meinung vielen
+unnützen Dinge, besonders die Hausschürzen fand sie geradezu
+lächerlich. Sie hatte bis dahin niemals eine solche getragen.
+</p>
+
+<p>
+»Die dummen Dinger trage ich doch nicht, Mama!«
+sagte sie, als Frau Anne dabei war, den Koffer zu packen,
+»die brauchst du gar nicht einzulegen.«
+</p>
+
+<p>
+»Du wirst dich doch der allgemeinen Sitte fügen müssen,
+mein Kind,« entgegnete die Mutter. »Warum wolltest du
+auch nicht? Sieh’ einmal her, diese blau und weiß gestreifte
+Schürze mit den gestickten Zacken ringsum, ist sie nicht ein
+reizender Schmuck für ein kleines Fräulein, das sich im Haushalte
+nützlich machen wird?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich werde mich aber im Haushalte nicht nützlich machen!«
+rief Ilse in ungezogenem Tone, »das fehlte noch! Ihr denkt
+wohl, ich soll dort in der Küche arbeiten oder die Stuben
+aufräumen? Die Schürzen trage ich nicht, ich will es nicht!«
+</p>
+
+<p>
+»Uebertreibe nicht, Ilse,« entgegnete Frau Anne, »du
+weißt recht gut, daß man dergleichen nie von dir verlangen
+wird. Wenn du durchaus die Schürzen nicht tragen magst, so
+kannst du ja deinen Wunsch der Vorsteherin mitteilen, vielleicht
+erfüllt sie dir denselben.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich werde sie nicht erst darum fragen! Solche Dinge
+gehen sie gar nichts an!« war Ilses unartige Antwort.
+</p>
+
+<p>
+Sie verließ die Mutter, auf welche sie einen wahren
+Groll hatte. All die schönen Wäsche- und Kleidungsstücke,
+die Frau Anne mit Liebe und Sorgfalt für sie ausgewählt
+hatte, fanden keine Gnade vor ihren Augen, nicht einen Funken
+Interesse zeigte sie dafür.
+</p>
+
+<p>
+Dem Papa erklärte sie, daß sie ein kleines Köfferchen
+für sich selbst packen werde. Niemand solle ihr dabei helfen,
+niemand wissen, welche Schätze sie mit in das neue Heim hinüberführen
+werde.
+</p>
+
+<pb n='15'/><anchor id='Pg015'/>
+
+<p>
+»Das ist eine prächtige Idee, Ilschen,« stimmte Herr
+Macket bei, »nimm nur mit, was dir Freude macht.«
+</p>
+
+<p>
+Und er ließ sofort einen allerliebsten, kleinen Koffer kommen
+und überraschte seinen Liebling damit. Als Ilse ihm erfreut
+und dankend um den Hals fiel, als sie ihn seit längerer Zeit
+zum erstenmal wieder »mein kleines Pa’chen« nannte, da wurde
+es ihm so weich ums Herz, daß er sich abwenden mußte, um
+seine Rührung zu verbergen.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img015.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Am Tage vor ihrer Abreise schloß sich Ilse in ihr Zimmer
+ein und begann zu packen. Aber wie! Bunt durcheinander,
+wie ihr die Sachen in die Hand kamen. Zuerst das geliebte
+Blusenkleid nebst Ledergürtel, es wurde nur so in den Koffer
+hineingeworfen und mit den Händen etwas festgedrückt, dann
+die hohen Lederstiefel mit Staub und Schmutz, wie sie waren,
+dann eine alte Ziehharmonika, auf der sie nur ein paar Töne
+hervorbringen konnte, ein neues Hundehalsband mit einer
+langen Leine daran, ein ausgestopfter Kanarienvogel, und zuletzt,
+nachdem die wunderbarsten Dinge in den Koffer gewandert
+waren, griff sie nach einem Glase, in welchem ein Laubfrosch
+saß. Es ist kaum zu glauben, indessen auch dieses
+<pb n='16'/><anchor id='Pg016'/>sollte mitverpackt werden, – sie hatte sich so an das Tierchen
+gewöhnt. Sie nahm ein gutes, gesticktes Taschentuch aus
+dem Kommodenkasten, band dasselbe über das Glas, legte auch
+noch eine Papierhülle darüber, schnitt ganz kleine Löcher in
+beides und steckte einige Fliegen hindurch.
+</p>
+
+<p>
+»So,« sagte sie höchst befriedigt von ihrer Packerei,
+»nun bist du gut versorgt, mein liebes Tierchen, und wirst
+nicht verhungern auf der weiten Reise.«
+</p>
+
+<p>
+Wie sie das Glas hineinbrachte in den Koffer, war wirklich
+ein Kunststück, das ihr erst nach vieler Mühe gelang.
+Aber endlich war sie doch so weit, daß sie den Deckel schließen
+konnte. Er klemmte etwas und Ilse mußte sich erst darauf
+knieen, bevor derselbe ins Schloß fiel. Den kleinen
+Schlüssel zog sie ab, befestigte ihn an einer schwarzen Schnur
+und band diese sich um den Hals.
+</p>
+
+<p>
+Als das Abendbrot verzehrt war und die Eltern noch
+am Tische saßen, ging Ilse in den Hof und machte eine Runde
+durch alle Ställe. Von den Hühnern, Tauben, Kühen, Pferden
+– sie hatte so viele Lieblinge darunter – nahm sie Abschied;
+morgen sollte sie ja alle auf lange Zeit verlassen. Das Lebewohl
+von den Hunden wurde ihr am schwersten, sie waren
+alle ihre guten Freunde. Dianas Sprößlinge, die schon allerliebst
+herangewachsen waren und sie zärtlich begrüßten, lockten
+ihr Thränen des tiefsten Leides hervor.
+</p>
+
+<p>
+Neben ihr stand Johann. Er hatte das kleine Fräulein
+vom ersten Tage ihres Lebens an gekannt und liebte sie
+abgöttisch. Als er ihre Thränen sah, liefen auch ihm einige
+Tropfen über die Wangen.
+</p>
+
+<p>
+»Wenn das kleine Fräulein wiederkommt,« sagte er mit
+kläglicher Stimme und fuhr mit der verkehrten Hand über
+die Wange, »dann wird es wohl eine große Dame sein. Ja
+ja, Fräulein Ilschen, unsre schöne Zeit ist dahin! Ach und die
+Hunde, wie werden sie das Fräulein vermissen! Die sind gescheit!
+Menschlichen Verstand hat das dumme Vieh! Wie sie
+<pb n='17'/><anchor id='Pg017'/>schmeicheln, die kleinen Krobaten, als ob sie wüßten, daß unser
+kleines Fräulein morgen abreist – –« hier wurde seine
+Stimme so unsicher, daß er nicht weiter sprechen konnte.
+</p>
+
+<p>
+»Johann,« entgegnete Ilse unter Schluchzen, »sorge für
+die Hunde. Und wenn du mir einen großen – den letzten
+Gefallen thun willst, so,« hier sah sie sich erst vorsichtig nach
+allen Seiten um, ob auch niemand in der Nähe war, »so
+nimm Bob,« diesen Namen hatte sie Dianas kleinem Söhnchen
+gegeben, »mit auf den Kutscherbock morgen, wenn du
+mich zur Bahn fährst, aber heimlich. Niemand darf es wissen,
+ich will ihn mitnehmen. Ein Halsband und eine Leine habe
+ich schon eingepackt. Aber Johann, heimlich, hörst du?«
+</p>
+
+<p>
+Der Kutscher war glücklich über diesen Auftrag und daß er
+dem lieben, kleinen Fräulein noch einen Liebesdienst erweisen
+konnte. Er lächelte verschmitzt und versprach, Bob so geschickt
+unterzubringen, daß keine menschliche Seele von dem Hunde
+etwas merken solle.
+</p>
+
+<p>
+Früh am andern Morgen stand der Wagen vor der Thür,
+der Ilse fortbringen sollte. Herr Macket begleitete sie bis W.,
+um sie der Vorsteherin, Fräulein Raimar, selbst zu überbringen.
+Er mußte sich doch persönlich überzeugen, wo und
+wie sein Liebling aufgehoben sein werde. Frau Anne nahete
+sich Ilse im letzten Augenblick, um zärtlich und gerührt von
+ihrem Kinde Abschied zu nehmen, aber diese machte ein finsteres,
+trotziges Gesicht und entwand sich der Mutter Armen.
+</p>
+
+<p>
+»Lebe wohl,« sagte sie kurz und sprang in den Wagen;
+nicht um die Welt hätte sie der Mutter verraten mögen, wie
+weh und schmerzlich ihr das Scheiden wurde.
+</p>
+
+<p>
+Als der Wagen sich in Bewegung setzte und Diana denselben
+laut bellend noch eine kurze Strecke begleitete, bog
+sie sich weit zum Wagen hinaus mit thränenden Augen
+und nickte ihr zu. Gut war es, daß der Vater nichts von
+den Thränen merkte, er würde vielleicht augenblicklich Kehrt
+gemacht haben.
+</p>
+
+<pb n='18'/><anchor id='Pg018'/>
+
+<p>
+Auf dem Bahnhofe, als alles besorgt und Ilse mit dem
+Papa in das Koupee gestiegen war, trat Johann hinzu mit
+Bob unter dem Arme und der Mütze in der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Leben Sie recht wohl, Fräulein Ilschen, und kommen
+Sie gut hin,« sagte er etwas verlegen. »Die Hunde werde
+ich schon besorgen, dafür haben Sie nur keine Angst nicht.
+Den hier nehmen Sie wohl mit, es ist doch gut, wenn Sie
+nicht so allein in der Pension sind.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse jauchzte vor Freude. Sie nahm den Hund in Empfang,
+liebkoste und streichelte ihn, dann reichte sie Johann die Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Leb wohl,« sagte sie, »und habe Dank. Ich freue mich
+zu sehr, daß ich ein Hündchen mit mir nehmen kann.«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, aber Ilse, das geht doch nicht,« wandte der erstaunte
+Oberamtmann ein, »du darfst doch keine Hunde mit in das
+Institut bringen. Sei vernünftig und gieb Bob Johann wieder
+zurück.«
+</p>
+
+<p>
+Doch daran war nicht zu denken. Ilse ließ sich durch
+keine Vorstellung dazu bewegen.
+</p>
+
+<p>
+»Die einzige Freude laß mir, Pa’chen! Willst du mich
+denn ganz allein unter den fremden Menschen lassen? Wenn
+Bob bei mir ist, dann habe ich doch einen guten Freund. Nicht
+wahr, Bobchen, du willst nicht wieder fort von mir,« wandte
+sie sich an den Hund, der es sich bereits höchst bequem auf
+ihrem Schoße gemacht hatte, »du bleibst nun immer bei mir!«
+</p>
+
+<p>
+Es war dem Oberamtmann unmöglich, ein Machtwort
+dagegen zu sprechen, zumal ja Ilse so triftige Gründe für
+ihren Wunsch anführte. Am meisten überzeugte ihn der Gedanke,
+daß die Kleine doch einen heimatlichen Trost mit in
+die Fremde brächte.
+</p>
+
+<p>
+Es war eine lange und ziemlich langweilige Fahrt, meist
+durch flaches Land, erst zuletzt kamen die Berge. Für Ilse
+that sich eine neue Welt auf, sie hatte noch nie eine so große
+Reise gemacht. Auf jeder Station schaute sie mit neugierigen
+Augen hinaus, jedes Bahnwärterhäuschen amüsierte sie. Ueber
+<pb n='19'/><anchor id='Pg019'/>all den neuen Eindrücken, die sich ihr aufdrängten, trat der
+Trennungsschmerz in den Hintergrund.
+</p>
+
+<p>
+Spät am Abend, es war zehn Uhr vorbei, langten sie
+in W. an. Natürlich übernachtete Ilse mit ihrem Vater im
+Hotel, erst am andern Morgen sollte sie in ihre neue Heimat
+eingeführt werden.
+</p>
+
+<p>
+Als es am nächsten Tage neun Uhr schlug, stand Ilse
+fertig angezogen vor ihrem Papa. Sie sah in ihrem grauen
+Reisekleide und den zierlichen Lederstiefeln ganz allerliebst
+aus. Unter dem runden, weißen Strohhute, der mit einem
+Feldsträußchen und schwarzen Samtband aufgeputzt war, fielen
+die braunen Locken herab. Die schönen, großen Augen blickten
+heute nicht so fröhlich wie sonst, sie hatten einen ängstlich
+erwartungsvollen Ausdruck, und um den Mund zuckte es in
+nervöser Aufregung.
+</p>
+
+<p>
+»Dir fehlt doch nichts, Ilschen?« fragte Herr Macket
+und sah sein Kind besorgt an. »Du bist so blaß, hast du
+schlecht geschlafen?«
+</p>
+
+<p>
+Die herzliche Frage des Vaters löste mit einemmal die
+unnatürliche Spannung in Ilses Wesen. Sie fiel ihm um
+den Hals, und die bis dahin trotzig zurückgehaltenen Thränen
+brachen mit aller Macht hervor.
+</p>
+
+<p>
+»Aber Kind, Kind,« sagte Herr Macket sehr geängstigt
+durch ihre Leidenschaftlichkeit, »du wirst ja nicht lange von uns
+getrennt bleiben. Ein Jahr vergeht schnell, und zu Weihnachten
+besuchst du uns. Komm, Kleines, trockne die Thränen.
+Du mußt dir das Herz nicht schwer machen. Du wirst uns
+fleißig Briefe schreiben und die Mama oder ich werden dir
+täglich Nachricht geben von uns, von allem, was dich in Moosdorf
+interessiert.« Und er nahm sein Taschentuch und trocknete
+damit die immer von neuem hervorbrechenden Thränen seines
+Kindes.
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann befand sich in einer gleich aufgeregten
+Stimmung wie sein Kind, es wurde ihm nicht leicht zu trösten,
+<pb n='20'/><anchor id='Pg020'/>wo er selbst des Trostes bedürftig war. So schwer hatte
+er sich die Trennung nicht gedacht, er würde sonst nicht
+darein gewilligt haben; aber da er das einmal gethan hatte,
+wollte er sich in die Notwendigkeit fügen.
+</p>
+
+<p>
+Er strich Ilse das Haar aus der Stirn und setzte ihr
+den herabgesunkenen Hut wieder auf. »Komm,« sagte er, »jetzt
+wollen wir gehen. Nun sei ein verständiges Kind.«
+</p>
+
+<p>
+»Die Mama soll mir nicht schreiben!« stieß Ilse schluchzend
+heraus, »nur deine Briefe will ich haben! Meine Briefe
+an dich soll sie auch nicht lesen!«
+</p>
+
+<p>
+»Ilse!« verwies Herr Macket, »so darfst du nicht
+sprechen. Die Mama hat dich lieb und meint es sehr gut
+mit dir.«
+</p>
+
+<p>
+»Sehr gut!« wiederholte sie in kindischem Zorne, »wenn
+sie mich lieb hätte, würde sie mich nicht verstoßen haben!«
+</p>
+
+<p>
+»Verstoßen! Du weißt nicht, was du sprichst, Ilse! Werde
+erst älter, dann wirst du das große Unrecht einsehen, das du
+heute deiner Mutter anthust, und deine bösen Worte bereuen.«
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist nicht meine Mutter, – sie ist meine Stiefmutter!«
+</p>
+
+<p>
+»Du bist kindisch!« sagte der Oberamtmann, »aber merke
+dir, niemals wieder will ich dergleichen Aeußerungen von dir
+hören. Du kränkst mich damit!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah schmollend zur Erde nieder und konnte nicht
+begreifen, wie es kam, daß der Papa sie nicht verstand, er mußte
+doch einsehen, wie unrecht ihr geschah.
+</p>
+
+<p>
+»Komm jetzt,« fuhr er in mildem Tone fort, »wir wollen
+gehen, mein Kind.« Sie ergriff den Hund, nahm ihn auf
+den Arm und wollte so ausgerüstet dem Vater folgen.
+</p>
+
+<p>
+»Laß ihn zurück,« gebot derselbe, »wir wollen die Vorsteherin
+erst fragen, ob du ihn mitbringen darfst.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Ilse setzte ihren Kopf auf, »dann gehe ich auch
+nicht,« erklärte sie mit aller Bestimmtheit. »Ohne Bob bleibe
+ich auf keinen Fall in der Pension!«
+</p>
+
+<pb n='21'/><anchor id='Pg021'/>
+
+<p>
+Macket that dem Eigensinne den Willen aus Furcht, von
+neuem Thränen hervorzulocken. Aber Ilses Widerstand war
+ihm im höchsten Grade peinlich. Was sollte Fräulein Raimar
+denken!
+</p>
+
+<p>
+Eine Viertelstunde darauf standen Vater und Tochter vor
+einem stattlichen, zweistöckigen Hause, das vor dem Thore der
+kleinen Stadt mitten im Grünen lag; es war das Institut des
+Fräulein Raimar.
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann blieb überrascht davor stehen. »Sieh
+Ilse, welch ein schönes Gebäude!« rief er höchst befriedigt.
+»Der Blick von hier aus in die nahen Berge ist geradezu
+bezaubernd.«
+</p>
+
+<p>
+Was kümmerten sie die Berge! Sie fühlte sich so
+gedrückt von Kummer, daß ihr die ganze Welt ein Jammerthal
+dünkte.
+</p>
+
+<p>
+»Wie kannst du dies Haus schön finden, Papa,« entgegnete
+sie. »Wie ein Gefängnis sieht es aus.«
+</p>
+
+<p>
+Herr Macket lachte. »Betrachte doch die hohen, breiten
+Fenster, Kind,« sagte er. »Glaubst du, daß in einem Gefängnisse
+ähnliche zu finden sind? Die armen Gefangenen sitzen
+hinter kleinen, blinden Scheiben, die außerdem noch mit einem
+Eisengitter versehen sind.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich werde jetzt auch eine Gefangene sein, Papa, und
+du selbst lieferst mich in dem Gefängnisse ab.«
+</p>
+
+<p>
+»Du bist eine kleine Närrin!« lachte er und brach das
+Gespräch, das ihm bedenklich zu werden schien, ab.
+</p>
+
+<p>
+Er stieg die breiten, steinernen Stufen, die zu dem Eingange
+führten, hinauf und zog an der Klingel. Ilse, die ihm
+langsam gefolgt war, schrak unwillkürlich zusammen, als sie
+den hellen Schall im Hause vernahm.
+</p>
+
+<p>
+Gleich darauf wurde die Thür von einer Magd geöffnet.
+Nachdem dieselbe die Angekommenen gemeldet hatte, wurden
+sie in das Empfangszimmer der Vorsteherin geführt.
+</p>
+
+<p>
+Bevor sie dasselbe erreichten, mußten sie den Hausflur
+<pb n='22'/><anchor id='Pg022'/>und einen langen Korridor, von welchem zwei Ausgänge in
+einen schönen, großen Hof führten, durchschreiten. Es war
+gerade die Frühstückspause in der Schule und so war es natürlich,
+daß überall lachend und plaudernd große und kleine
+Mädchen umherstanden. Sie verstummten, als sie die neue
+Pensionärin, von der sie wußten, daß sie heute ankommen
+werde, erblickten, und aller Augen richteten sich auf Ilse, der
+es plötzlich höchst beklommen zu Mute wurde. Es schien ihr,
+als höre sie verstecktes Kichern hinter sich und sie war herzlich
+froh, als die Thür in dem Empfangszimmer sich hinter
+ihr schloß. Noch war dasselbe leer.
+</p>
+
+<p>
+Ilse blickte sich um, und in diesem großen, vornehmen
+Raume, der künstlerisch und elegant zugleich eingerichtet war,
+stieg mit einem Male ein etwas banges Gefühl in ihr auf wegen
+Bob, sie wünschte fast, des Vaters Willen gefolgt zu sein.
+Hätte sie den Hund in ihrem Arme plötzlich unsichtbar machen
+können, sie hätte es gethan. Nun wollte der Unartige auch
+noch herunter auf den Boden, und diesen Wunsch konnte sie
+ihm doch unmöglich erfüllen, wie hätte sie wagen dürfen, ihn
+auf den kostbaren Teppich, der durch das Zimmer gebreitet
+lag, herab zu lassen!
+</p>
+
+<p>
+Die Thür öffnete sich und Fräulein Raimar trat ein.
+Sie begrüßte Herrn Macket mit steifer Freundlichkeit, dann
+blickte sie mit ihren stahlgrauen Augen, die einen zwar strengen,
+ernsten, trotzdem aber gewinnenden Ausdruck hatten, auf Ilse.
+Diese war dicht an den Vater getreten und hatte seine Hand
+ergriffen.
+</p>
+
+<p>
+»Sei willkommen, mein Kind!« Mit diesen Worten begrüßte
+die Vorsteherin Ilse und reichte ihr die Hand. »Ich
+denke, du wirst dich bald bei uns heimisch fühlen.« Als sie
+den Hund sah, fragte sie: »Hat dich dein Hund bis hierher
+begleitet?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse blickte etwas hilflos den Papa an, der dann auch
+für sie das Wort nahm. »Sie mochte sich nicht von ihm
+<pb n='23'/><anchor id='Pg023'/>trennen, Fräulein Raimar,« sagte er etwas verlegen, »sie
+glaubte, daß Sie die Güte haben würden, ihren kleinen Kameraden
+mit ihr aufzunehmen.«
+</p>
+
+<p>
+Das Fräulein lächelte. Es war das erste Mal, daß man
+ihr eine solche Zumutung machte. »Es thut mir leid, Herr Oberamtmann,«
+sagte sie, »daß ich den ersten Wunsch Ilses rücksichtslos
+abschlagen muß. Sie wird verständig sein und einsehen,
+daß ich nicht anders handeln kann. Stelle dir einmal
+vor, liebes Kind, wenn alle meine Pensionärinnen den gleichen
+Wunsch hätten, dann würden zweiundzwanzig Hunde im Institute
+sein. Welch ein Spektakel würde das geben! Möchtest
+du das Tier gern in deiner Nähe behalten, so wüßte ich einen
+Ausweg. Mein Bruder, der Bürgermeister hier, wird deinen
+Hund gewiß aufnehmen, wenn ich ihn darum bitte; dann kannst
+du täglich deinen Liebling sehen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war rot geworden und dicke Thränen perlten in
+ihren Augen. »Dann bleibe ich auch nicht hier!« – sie wollte
+es eben aussprechen, aber sie wagte es nicht. Die Dame vor ihr
+hatte so etwas Unnahbares, Vornehmes in ihrem Wesen.
+Wie eine Fürstin erschien sie ihr trotz des schlichten, grauen
+Kleides, dessen kleiner Stehkragen am Halse mit einer einfachen
+goldenen Nadel zusammengehalten wurde. Ilse senkte
+den Blick und schwieg.
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann lachte. »Sie haben recht, Fräulein,«
+sagte er, »und wir hätten das selbst vorher bedenken können.
+Ihre große Güte, den Hund bei Ihrem Herrn Bruder unterzubringen,
+wird Ilse mit vielem Danke annehmen, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p>
+Sie schüttelte den Kopf. »Fremde Leute sollen Bob nicht
+haben, Papa, du nimmst ihn wieder mit nach Moosdorf.«
+</p>
+
+<p>
+Herr Macket schämte sich der Antwort seines Kindes, aber
+Fräulein Raimar überhob ihn geschickt seiner Verlegenheit.
+Mit ihrem erfahrenen Sinne hatte sie sofort das Trotzköpfchen
+vor sich erkannt. Sie that, als merkte sie Ilses Unart nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Du hast ganz recht,« sagte sie freundlich, »es ist das
+<pb n='24'/><anchor id='Pg024'/>beste, der Papa nimmt das Tier wieder mit in die Heimat.
+Du würdest durch dasselbe vielleicht doch mehr zerstreut,
+als mir lieb wäre. Soll die Magd den Hund in das Hotel
+zurücktragen, wo Sie abgestiegen sind, Herr Oberamtmann?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich will ihn selbst dorthin tragen, nicht wahr, Papachen?«
+fragte Ilse und hielt Bob ängstlich fest.
+</p>
+
+<p>
+»Ich wünsche nicht, daß du es thust, liebe Ilse,« wandte
+Fräulein Raimar ein. »Ich möchte dich gleich zu Mittag hier
+behalten, um dich den übrigen Pensionärinnen vorzustellen.
+Ich halte es so für das beste. Es thut nicht gut, Herr
+Oberamtmann, wenn ein Kind, sobald der Vater oder die
+Mutter es mir übergeben haben, noch einmal mit ihnen zurückkehrt
+in das Hotel. Der Abschied wird ihm weit schwerer
+gemacht.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nein!« rief Ilse zitternd vor Aufregung, »ich bleibe
+nicht gleich hier! Ich will mit meinem Papa so lange zusammen
+sein, bis er abreist. Du nimmst mich mit dir, nicht, Papa?«
+</p>
+
+<p>
+Es wurde Herrn Macket heiß und kalt bei ihrem Ungestüm,
+indes auch diesmal half ihm Fräulein Raimar über
+die peinliche Lage hinweg.
+</p>
+
+<p>
+»Gewiß, mein Kind,« entgegnete sie mit Ruhe, »dein
+Wunsch soll dir erfüllt werden. Darf ich Sie bitten, Herr Oberamtmann,
+heute mittag mein Gast zu sein? Sie würden
+mich sehr erfreuen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse warf ihrem Papa einen flehenden Blick zu, der
+ungefähr ausdrücken sollte: »Bleib’ nicht hier, nimm mich mit
+fort! Ich mag nicht hier bleiben bei dem bösen Fräulein,
+das mich schlecht behandeln wird!« Leider verstand er den Blick
+anders, er hielt ihn für eine stumme Bitte, die Einladung anzunehmen
+und sagte zu.
+</p>
+
+<p>
+Die Vorsteherin erhob sich und zog an einer Klingelschnur.
+Der eintretenden Magd trug sie auf, Fräulein Güssow
+zu rufen. Wenige Augenblicke darauf trat dieselbe in
+das Zimmer.
+</p>
+
+<pb n='25'/><anchor id='Pg025'/>
+
+<p>
+Die Gerufene war die erste Lehrerin im Institute und wohnte
+daselbst. Weit jünger als die Vorsteherin, war sie eine höchst
+anmutige, liebenswürdige Erscheinung von sechsundzwanzig
+Jahren. Sämtliche Tagesschülerinnen und besonders die Pensionärinnen
+schwärmten für sie, sie verstand es, durch gleichmäßige
+Güte sich die jungen Herzen zu gewinnen.
+</p>
+
+<p>
+»Wollen Sie die Güte haben, Ilse auf ihr Zimmer zu
+geleiten,« sagte die Vorsteherin, nachdem sie die junge Lehrerin
+vorgestellt hatte, »damit sie dort ihren Hut ablegen kann.«
+</p>
+
+<p>
+»Gern,« erwiderte die Angeredete und trat auf Ilse zu.
+»Komm, liebes Kind,« sagte sie freundlich und ergriff sie bei
+der Hand, »jetzt werde ich dir zeigen, wo du schläfst. O, du hast
+ein schönes, großes Zimmer; aber du wohnst nicht allein dort.
+Ellinor Grey wird deine Stubengenossin sein. Sie ist ein
+liebes Mädchen. Du möchtest gern gleich mit ihr bekannt
+werden, nicht wahr?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse überhörte die Frage. Mit scheuen, ängstlichen Augen
+sah sie den Vater an und fragte: »Du gehst doch nicht fort,
+Papa?« Als er sie darüber beruhigte, folgte sie Fräulein
+Güssow.
+</p>
+
+<p>
+»Aber den Hund mußt du wohl hier lassen, du kannst
+ihn doch nicht mit hinauf in dein Zimmer nehmen,« sagte
+Fräulein Raimar. »Du kannst ihn draußen der Magd übergeben,
+damit sie ihn so lange in Verwahrung nimmt.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow dachte weniger streng als die Vorsteherin.
+Sie fand es nicht so schlimm, wenn Ilse ihren Hund
+im Arme behielt.
+</p>
+
+<p>
+»Hast du ihn so sehr gern?« fragte sie, als sie mit dem
+jungen Mädchen den Korridor entlangging.
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« entgegnete Ilse, »sehr, sehr lieb habe ich Bob.
+Und ich darf ihn nicht hier behalten.«
+</p>
+
+<p>
+Sie legte ihre Wange auf des Hundes Kopf und kämpfte
+mit dem Weinen.
+</p>
+
+<p>
+»Gräme dich nicht darum, Kind,« tröstete Fräulein
+<pb n='26'/><anchor id='Pg026'/>Güssow, »das ist nicht so schlimm. Du findest hier viel etwas
+Besseres. Du sollst einmal sehen, wie bald du den Bob vergessen
+haben wirst. Wir haben zweiundzwanzig Pensionärinnen
+jetzt im Institute, du wirst manche liebe Freundin unter
+ihnen finden. Hast du Geschwister?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« sagte Ilse, die ganz zutraulich gegen Fräulein
+Güssow wurde, »ich bin allein.«
+</p>
+
+<p>
+»Nun, siehst du! Da kann ich mir deine Liebe zu dem
+unvernünftigen Tiere erklären, dir fehlten die Gespielinnen.
+Gieb deinen Hund getrost dem Papa wieder mit zurück, du wirst
+ihn nicht vermissen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen auf einen
+großen, hellen Vorsaal, auf welchem eine Anzahl Thüren
+mündeten. Eine derselben öffnete die Lehrerin, und sie traten
+in ein geräumiges Zimmer ein, das nach dem Garten führte.
+Die Fenster waren geöffnet und ein mächtiger Apfelbaum streckte
+seine Zweige fast zum Fenster hinein.
+</p>
+
+<p>
+Die Einrichtung war nicht elegant, nur das Notwendigste befand
+sich in dem Zimmer. Zwei Betten, zwei Kommoden und zwei
+Kleiderschränke, dann noch ein großer Waschtisch und einige
+Stühle.
+</p>
+
+<p>
+Als Fräulein Güssow mit Ilse eintrat, erhob sich schnell
+ein junges Mädchen von ungefähr siebzehn Jahren, das mit
+einem Buche in der Hand am Fenster gesessen hatte. Es war
+ein schlankes, zartgebautes Wesen, mit goldblondem Haar,
+das sie in einem Knoten aufgesteckt trug, mit blauen Augen
+und mit schelmischen Grübchen in den Wangen, sobald sie lachte.
+Es war Ellinor Grey, eine Engländerin.
+</p>
+
+<p>
+»Hier bringe ich dir Ilse Macket, Nellie,« so wurde der
+Engländerin Namen allgemein abgekürzt. »Ich denke, du wirst
+dich ihrer liebreich annehmen.«
+</p>
+
+<p>
+»O ja, ich werde ihr sehr lieben,« antwortete Nellie und
+reichte der Neuangekommenen die Hand. »Bleibt die Hund
+auch hier?« fragte sie.
+</p>
+
+<pb n='27'/><anchor id='Pg027'/>
+
+<p>
+»Nein,« sagte Fräulein Güssow.
+</p>
+
+<p>
+»O wie schade! Es ist ein so süßes Tier!« Und sie
+streichelte Bob.
+</p>
+
+<p>
+Es klang so drollig und sie sah so schelmisch aus, daß
+Ilse sofort sich von ihr angezogen fühlte. Gern hätte sie noch
+ein Weilchen dem komischen Geplauder Nellies zugehört, aber
+sie mußte dem Fräulein folgen, die sich vorgenommen hatte,
+ihr einige Schulräume zu zeigen. Zuerst öffnete sie die Thür
+zu dem Musikzimmer, dann gingen sie in den Zeichensaal und
+zuletzt wurde Ilse in den sogenannten großen Saal geführt.
+Die junge Lehrerin erzählte ihr, daß in demselben alle Examen
+und zuweilen auch Festlichkeiten stattfänden. Ilse hörte
+mit halbem Ohre, sie hatte nämlich durch eine offenstehende Thür
+einen Blick in eine leerstehende Klasse gethan und Schulbänke
+darin entdeckt. Dort eingeklemmt sollte sie von jetzt an sitzen,
+nicht aufstehen dürfen, wenn es ihr beliebte – o, es war
+entsetzlich! Ein Grauen überkam sie plötzlich, ihr war, als
+würde ihr die Brust zusammengeschnürt.
+</p>
+
+<p>
+»In welche Klasse meinst du, daß du kommen wirst?«
+fragte das Fräulein, »deinem Alter nach müßtest du wohl in
+die erste versetzt werden. Hast du deine Arbeitsbücher mitgebracht?
+Wie steht es mit den Sprachen? Französisch und
+Englisch sind dir wohl geläufig, da du stets, wie dein
+Papa schrieb, eine englische oder französische Gouvernante
+hattest.«
+</p>
+
+<p>
+Von unten herauf tönte eine Glocke. Dies war eine sehr
+gelegene Unterbrechung für Ilse, der es unheimlich bei dem
+Examen wurde. Sie sagte, daß sie nicht wisse, wie weit sie
+sei, französisch glaube sie sprechen zu können.
+</p>
+
+<p>
+»Nun laß nur, mein Kind,« meinte das Fräulein, »heute
+wollen wir noch nicht an das Lernen denken, bei deiner Prüfung
+morgen werden wir ja sehen, welch kleine Gelehrte du
+bist. – Wir wollen jetzt hinunter in den Speisesaal gehen,
+die Glocke hat uns zu Tisch gerufen.«
+</p>
+
+<pb n='28'/><anchor id='Pg028'/>
+
+<p>
+Als sie in denselben eintraten, fanden sie die Vorsteherin
+mit dem Oberamtmann bereits dort. Erstere machte ihn mit
+der herkömmlichen Einrichtung während des Essens bekannt. Zum
+Beispiel, daß die zuletzt angekommene Pensionärin stets ihren
+Platz neben der Vorsteherin angewiesen erhalte. Dann, daß zwei
+junge Mädchen wöchentlich den Tisch zu besorgen hatten. Dieselben
+mußten denselben decken und genau acht geben, daß
+nichts fehlte und sämtliche Gegenstände sauber und blank waren.
+Die Jüngste der Pensionärinnen sprach stets das Tischgebet.
+</p>
+
+<p>
+Dem Oberamtmann gefielen die Anordnungen vortrefflich
+und als er seinen Blick über die junge Mädchenschar hingleiten
+ließ, mußte er seine Freude aussprechen, wie gesund und
+fröhlich fast alle aussahen.
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah auch umher, aber es waren nicht die fröhlichen
+und gesunden Gesichter, die sie interessierten, sondern die
+Schürzen. Jede Einzelne trug ein solches von ihr verachtetes
+Ding, und Fräulein Raimar sah nicht aus, als ob sie eine
+Ausnahme bei ihr gelten lassen würde.
+</p>
+
+<p>
+Nach dem Gebete wurden die Speisen aufgetragen. Dieselben
+waren kräftig und gut gekocht, und Herr Macket konnte
+sich überzeugen, daß sein Kind auch in dieser Hinsicht gut
+versorgt sein werde.
+</p>
+
+<p>
+Nach dem Essen verabschiedete er sich bald, und Ilse
+durfte ihn begleiten. Nellie hatte kaum davon gehört, als sie
+wie der Wind die Treppe hinaufflog, um gleich darauf mit
+Ilses Hut und Handschuhen zurückzukommen.
+</p>
+
+<p>
+Diese dankte ihr dafür, und Herr Macket reichte ihr
+die Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Leben Sie wohl, mein Fräulein,« sagte er herzlich,
+denn Nellie hatte durch diese kleine Aufmerksamkeit ihn sofort
+für sich eingenommen, »und haben Sie Geduld mit meinem
+kleinen Wildfang.«
+</p>
+
+<p>
+»O ja,« entgegnete Nellie, »ich werde mir schon gern
+von sie annehmen.«
+</p>
+
+<pb n='29'/><anchor id='Pg029'/>
+
+<p>
+»Nun, Ilse, wie gefällt dir das Institut?« fragte der
+Oberamtmann, als sie auf der Straße gingen, »ich gestehe,
+daß ich sehr befriedigt von hier abreise, ich weiß, ich lasse
+dich in guten Händen.«
+</p>
+
+<p>
+»Mir gefällt es gar nicht hier!« erklärte Ilse höchst
+verstimmt. »Es ist mir alles so fremd, und vor dem grauen
+Fräulein mit dem blonden, glatten Scheitel fürchte ich mich.
+Sie ist so hart, so ungefällig! Du sollst sehen, Papa, sie ist
+nicht gut gegen mich. Warum soll ich Bob nicht behalten?«
+</p>
+
+<p>
+»Du hast gehört, weshalb nicht, nun mußt du auch
+nicht mehr so hartnäckig auf deinen Wunsch zurückkommen,«
+verwies er sie leicht.
+</p>
+
+<p>
+»Nun fängst auch du an, mit mir zu zanken! Niemals
+hast du so böse mit mir gesprochen,« rief Ilse schmerzlich beleidigt.
+Und sie fühlte sich in dem Gedanken, daß kein Mensch,
+selbst der Papa nicht, sie leiden möge, so unglücklich, daß das
+große Mädchen auf offner Straße zu weinen anfing.
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann nahm ihren Arm und legte ihn in
+den seinigen. Des Kindes Thränen machten ihn so weich.
+</p>
+
+<p>
+»Aber Kleines,« sagte er zärtlich und versuchte zu scherzen,
+»was machst du denn? Sollen dich die Leute auslachen,
+wenn das große, kleine Mädchen weint?«
+</p>
+
+<p>
+Er führte sie zurück in das Hotel und dort fanden sie
+bereits Bob. Freudig bellend begrüßte er Ilse, und diese
+nahm ihn hoch und liebkoste ihn unter lautem Schluchzen.
+</p>
+
+<p>
+Um fünf Uhr reiste der Oberamtmann wieder zurück in
+die Heimat. Die wenigen Stunden bis dahin vergingen
+schnell und stürmisch. Je näher der Abschied rückte, desto
+aufgeregter wurde Ilse, und es bedurfte seiner ganzen Festigkeit,
+um ihrem Wunsche, sie wieder mit nach Moosdorf zu
+nehmen, entgegenzutreten.
+</p>
+
+<p>
+»Sei doch verständig!« Wie oft bat er sie in dringendem
+Tone darum, wenn sie in leidenschaftlicher Erregung allerhand
+Drohungen ausstieß, wie:
+</p>
+
+<pb n='30'/><anchor id='Pg030'/>
+
+<p>
+»Ich laufe heimlich davon,« oder »ich werde so ungezogen
+sein, daß mich das böse Fräulein wieder fortschickt!«
+Er wußte, sie werde beides nicht thun, aber es machte ihm
+doch Kummer, seinen Liebling so trostlos zu sehen.
+</p>
+
+<p>
+Sie wollte ihn wenigstens zur Bahn begleiten, auch das
+litt Herr Macket nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Ich fahre dich zurück in das Institut und dann allein
+zur Bahn. So ist es am besten. Nun komm, Ilschen,« fuhr
+er fort, als der Wagen unten vorfuhr, und nahm sie zärtlich
+in den Arm, »und versprich mir ein gutes, folgsames Kind
+zu sein. Du sollst einmal sehen, wie bald du dich eingewöhnt
+haben wirst.«
+</p>
+
+<p>
+Sie hing sich an seinen Hals und mochte sich nicht von
+ihm trennen. Es fiel ihr mit einemmal schwer auf das Herz,
+wie sehr sie den Papa gequält hatte in den letzten Stunden.
+</p>
+
+<p>
+»Sei mir gut, mein lieber, lieber Papa!« bat sie, »sei
+mir gut! Du bist ja der einzige Mensch auf der Welt, der
+mich lieb hat!«
+</p>
+
+<p>
+Als der Wagen vor der Anstalt hielt, trennte sich Ilse
+lautschluchzend von ihrem Vater, und als sie denselben davonfahren
+sah, war es ihr zu Mute, als ob sie auf einer wüsten
+Insel allein zurückgelassen, elendiglich untergehen müsse.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Noch eine Weile stand sie vor der verschlossenen Pforte,
+sie konnte sich nicht entschließen, an der Klingel zu ziehen. Da
+wurde die Thür von selbst geöffnet und Fräulein Güssow stand
+in derselben. Sie hatte von einem Fenster in der oberen
+Etage den Wagen kommen sehen und war hinuntergeeilt, um
+Ilse zu empfangen.
+</p>
+
+<p>
+»Jetzt gehörst du zu uns, liebes Kind,« sagte sie mit
+warmer Herzlichkeit und nahm sie in den Arm. »Weine nicht
+mehr, wir werden dich alle lieb haben.«
+</p>
+
+<pb n='31'/><anchor id='Pg031'/>
+
+<p>
+Ilse gab keine Antwort, sie fühlte sich so unglücklich, daß
+selbst der liebevolle Empfang der jungen Lehrerin kein Echo in
+ihrem Herzen fand.
+</p>
+
+<p>
+»Möchtest du
+auf dein Zimmer gehen?«
+fragte diese.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="gross" url="images/img031.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Ilse nickte stumm, sie
+hielt noch immer das Tuch
+gegen die Augen gedrückt.
+</p>
+
+<p>
+»Nellie!« rief Fräulein Güssow, »gehe mit Ilse hinauf
+und sei ihr beim Auspacken ihrer Sachen behilflich. Du
+<pb n='32'/><anchor id='Pg032'/>möchtest doch sicher gern deine Sachen in Ordnung haben,
+liebe Ilse.«
+</p>
+
+<p>
+Sie wußte sehr wohl, daß Ilse durchaus nicht diesen
+Wunsch hatte, aber sie wußte auch, daß die Thätigkeit das
+beste Heilmittel gegen Kummer und Herzeleid ist.
+</p>
+
+<p>
+Die beiden Mädchen begaben sich auf ihr Zimmer. Ilse
+setzte sich auf einen Stuhl, behielt den Hut auf dem Kopfe
+und starrte zum Fenster hinaus. Es fiel ihr nicht ein, ihre
+Sachen auszupacken, und sie war geradezu empört, daß man
+Dinge von ihr verlangte, die den Dienstboten zukämen. Nellie
+hatte schweigend den Schrank geöffnet und die Schubladen
+der Kommode aufgezogen, dann sah sie Ilse an, ob diese sich
+nicht erheben werde.
+</p>
+
+<p>
+»Gieb mich deiner Schlüssel, ich werde aufschließen die
+Koffers,« sagte sie, »wir müssen auspacken.«
+</p>
+
+<p>
+Unlustig verließ Ilse ihren Platz und da sie an irgend
+etwas ihren augenblicklichen Unmut auslassen mußte, nahm sie
+ihren Hut vom Kopfe und warf ihn mitten in das Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+»Warum soll ich alles auspacken? Ich weiß gar nicht,
+ob ich hier bleiben werde,« sagte sie. »Mir gefällt es
+hier nicht!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie hatte den Hut aufgenommen und ihn auf ein Bett
+gelegt. »O,« sagte sie sanft, »du gewöhnst dir schon. Es
+geht uns alle wie dich, wenn wir kommen. Du mußt nur
+deiner Kopf nicht hängen lassen. Nun gieb die Schlüssels,
+daß ich öffnen kann.«
+</p>
+
+<p>
+Ilses Trotz konnte durch keine Waffe besser geschlagen
+werden, als durch Nellies Sanftmut. Sie gab den Schlüssel
+und jene schloß auf und begann auszuräumen. Ilse stand
+dabei und sah zu.
+</p>
+
+<p>
+»O, du mußt dich dein Sachen selbst aufräumen in dein
+Kommode,« sagte Nellie. »Ich werde dich alles zureichen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte wenig Lust dazu, Ordnung kannte sie nur dem
+Namen nach. Sie nahm die sauber, mit roten Bändern
+ge<pb n='33'/><anchor id='Pg033'/>bundene Wäsche und warf sie achtlos in die Schubkasten, es
+war ihr gleich, wie alles zu liegen kam. Nellie sah diesem
+Treiben einige Augenblicke zu, dann fing sie an zu lachen.
+</p>
+
+<p>
+»Was machst du?« fragte sie. »Weißt du nicht, wie
+Ordnung ist? Taschentücher, Kragen, Schürzen – alles
+wirfst du durcheinander. Das sieht sehr bunt aus. Hübsch
+nebeneinander mußt du es machen, so –,« und sie zog einen
+Kasten nach dem andern in ihrer Kommode auf und zeigte
+Ilse, wie sauber dort alles geordnet lag.
+</p>
+
+<p>
+»Das kann ich nicht!« entgegnete Ilse. »Uebrigens fällt
+es mir auch gar nicht ein, so viel Umstände um die dummen
+Sachen zu machen!«
+</p>
+
+<p>
+»Dumme Sachen!« wiederholte Nellie. »O Ilse, wie
+kannst du so sagen! Sieh diesen feinen Taschentücher, wie
+sie schön gestickt, – o und diese süße Schürzen! Und du
+hast die schwere Bücher daraufgethan – wie hast du sie zerdrückt!
+– Laß nur sein,« fuhr sie fort, als Ilse im Begriffe
+war, Schuhe und Stiefel auf die Wäsche zu werfen, »ich
+werde ohne dir machen – du verstehst nix!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Ruhig sah sie
+zu, wie Nellie das Schuhzeug nahm und es unten in den
+Kleiderschrank stellte, wie sie überhaupt jedem Dinge den
+rechten Platz gab.
+</p>
+
+<p>
+»O, ein schönes Buch!« rief diese plötzlich und nahm ein
+Buch aus dem Koffer, das höchst elegant in braunen Samt
+gebunden und mit silbernen Beschlägen verziert war. In der
+Mitte des Deckels befand sich ein kleines Schild, auf welchem
+eingraviert war: Ilses Tagebuch.
+</p>
+
+<p>
+Ilse nahm dasselbe Nellie aus der Hand und sah es
+verwundert an. Was war das für ein Buch? Sie wußte
+nichts davon. Ein kleiner Schlüssel steckte in dem Schlosse
+desselben und als sie es aufgeschlossen hatte, fiel ein beschriebenes
+Blatt ihr gerade vor die Füße. Sie hob es auf
+und las:
+</p>
+
+<pb n='34'/><anchor id='Pg034'/>
+
+ <p><text><body><salute rend="text-align: center">Mein liebes Kind!</salute>
+ <p>
+ Möge dieses Buch Dein treuer Freund in der Fremde
+ sein. Wenn Dein Herz schwer ist, flüchte zu ihm und teile
+ ihm mit, was Dich bedrückt. Es wird verschwiegen sein
+ und Dein Vertrauen nie mißbrauchen.
+ </p>
+ <salute rend="text-align: left">Gedenke in Liebe</salute>
+ <signed rend="text-align: center">Deiner</signed>
+ <signed rend="texdt-align: right">Mama.</signed>
+ </body></text></p>
+
+<p>
+Ohne ein Wort zu sagen, legte Ilse das Buch beiseite.
+Sie empfand keinen Funken Freude über die reizende Ueberraschung,
+auch blieben die liebevollen Worte der Mutter ohne
+Eindruck auf sie.
+</p>
+
+<p>
+»Freut dir das Buch nicht?« fragte Nellie, die sich über
+diese Gleichgültigkeit wunderte.
+</p>
+
+<p>
+Ilse schüttelte den Kopf. »Was soll ich damit?« fragte
+sie und ihr hübscher, frischer Mund zog sich trotzig in die
+Höhe, »ich schreibe niemals etwas hinein. Ich werde froh
+sein, wenn ich meine Aufgaben gemacht habe. Zu langen,
+unnützen Geschichten habe ich keine Zeit und keine Lust.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich würde viel Freude haben, wenn ich ein Mutter
+hätte, die mir so beschenkte,« sagte Nellie traurig.
+</p>
+
+<p>
+»Ist deine Mutter tot?« fragte Ilse teilnehmend.
+</p>
+
+<p>
+»O sie ist lange, lange tot,« entgegnete Nellie. »Sie
+starb, als ich noch eines klein Baby war. Meine Vater ist
+auch tot – ich bin ganz allein. Niemand hat mir recht von
+Herzen lieb.«
+</p>
+
+<p>
+»Arme Nellie,« sagte Ilse und ergriff ihre Hand. »Aber
+du hast Geschwister?«
+</p>
+
+<p>
+»O nein! keine Schwester – ganz allein! Ein alte
+Onkel laßt mir in Deutschland ausbilden, und wenn ich gutes
+Deutsch gelernt habe, muß ich ein Gouvernante sein.«
+</p>
+
+<p>
+»Gouvernante!« rief Ilse erstaunt. »Du bist doch viel
+zu jung dazu! Alte Mädchen können doch erst Gouvernanten
+werden!«
+</p>
+
+<pb n='35'/><anchor id='Pg035'/>
+
+<p>
+Ueber diese naive Anschauung mußte Nellie herzlich lachen,
+und nun war ihre traurige Stimmung wieder verschwunden
+und ihre angeborene Heiterkeit brach hervor, wie der Sonnenstrahl
+durch graue Wolken. Auf Ilse aber hatte Nellies Verlassensein
+einen tiefen Eindruck gemacht.
+</p>
+
+<p>
+»Laß mich deine Freundin sein,« bat sie in ihrer kindlich
+offnen Weise, »ich will dich auch sehr lieb haben.«
+</p>
+
+<p>
+»Gern sollst du meine Freundin sein,« entgegnete Nellie
+und reichte Ilse die Hand. »Du hast mich von der erste
+Augenblick so nett gefallen.«
+</p>
+
+<p>
+Der große Koffer war nun leer, und Nellie ergriff den
+kleinen und war eben im Begriffe die Riemen desselben loszuschnallen,
+als Ilse ihr ihn unsanft aus der Hand nahm.
+</p>
+
+<p>
+»Der bleibt geschlossen!« sagte sie, »du darfst nicht sehen,
+was darin ist!«
+</p>
+
+<p>
+»O je! Was du machst so böse Augen!« rief Nellie und
+stellte sich höchst erschrocken. »Hast du Heimlichkeiten in der
+kleine Koffer? Ist wohl Kuchen und Wurst darin?«
+</p>
+
+<p>
+Nellie begleitete ihre Worte mit so komischen Gebärden,
+daß Ilse lachen mußte. Sie bereute auch schon ihre Heftigkeit.
+</p>
+
+<p>
+»Ich war recht heftig, Nellie, sei mir nicht böse,« bat
+sie. »Wenn du mich nicht verraten willst, dann werde ich
+dir zeigen, was darin ist; aber gieb mir die Hand darauf,
+daß du schweigen wirst.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie legte den Zeigefinger auf den Mund und besiegelte
+mit einem Händedrucke ihre Verschwiegenheit.
+</p>
+
+<p>
+Jetzt nahm Ilse den Schlüssel, den sie am schwarzen
+Bande um den Hals trug, und als sie eben im Begriffe war
+aufzuschließen, wurde zum Abendessen geläutet.
+</p>
+
+<p>
+»O wie schade!« rief Nellie, die vor Neugierde brannte,
+die geheimnisvollen Schätze zu sehen. »Nun müssen wir
+hinunter und erst nach die Schlafgehen können wir auspacken!«
+</p>
+
+<p>
+»Nach dem Schlafengehen?« fragte Ilse erstaunt. »Da
+liegen wir ja doch in unsren Betten.«
+</p>
+
+<pb n='36'/><anchor id='Pg036'/>
+
+<p>
+»Schweig!« entgegnete Nellie und legte abermals den
+Finger auf den Mund. »Das ist meines Geheimnis.« – –
+</p>
+
+<p>
+Ilse erhielt ihren Platz neben der Vorsteherin. An ihrer
+andern Seite saß eine junge Russin, Orla Sassuwitsch. Dieselbe
+war eine pikante, elegante Erscheinung mit kurzgeschnittenem,
+schwarzen Haar, sehr lebhaften, dunklen Augen
+und einem Stumpfnäschen. Sie zählte siebzehn Jahre, sah
+aber älter aus. Uebrigens sprach sie fließend deutsch.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hätte gern neben Nellie gesessen, mit der sie in den
+wenigen Stunden so vertraut geworden war, die aber saß
+weit entfernt von ihr. Augenblicklich hatte sie ihren Platz
+noch gar nicht eingenommen, sondern sie stand mit noch einem
+Mädchen an einem Nebentische und war der Wirtschafterin
+behilflich, den Thee zu servieren.
+</p>
+
+<p>
+Es war ein allerliebster Anblick, die jungen Mädchen
+mit ihren sauberen Latzschürzen so häuslich geschäftig zu sehen.
+Geschickt gingen sie an den Tafeln entlang und reichten die
+Tassen herum.
+</p>
+
+<p>
+Verschiedene Schüsseln mit Butterbrötchen, die reichlich mit
+Wurst und Braten belegt waren, standen verteilt auf den Tischen.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar ergriff die vor ihr stehende und reichte
+sie Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Nimm dir,« sagte sie, »und gieb dann weiter an deine
+Nachbarin.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war hungrig. Am Mittag hatte sie fast keinen
+Bissen genießen können, jetzt aber machte die Natur ihre Rechte
+geltend. Sie nahm sich vier Schnitten auf einmal, legte
+zwei und zwei aufeinander und verschlang den ganzen Vorrat
+in drei bis vier Bissen. Freilich hatte sie den Mund recht
+voll, die Backen traten wie geschwollen heraus, das kümmerte
+sie indes wenig, sie war gewohnt, von einem ländlichen Butterbrote
+tüchtig abzubeißen, so zarte Theebrötchen hatte sie daheim
+stets verschmäht. Als sie trank, hielt sie ihre Tasse mit beiden
+Händen und stützte die Ellbogen dabei auf den Tisch.
+</p>
+
+<pb n='37'/><anchor id='Pg037'/>
+
+<p>
+Fräulein Raimar hatte nicht acht auf Ilse gegeben und
+wurde erst aufmerksam, als sie in ihrer Nähe unterdrücktes
+Kichern hörte. Melanie und Grete Schwarz, zwei Schwestern
+aus Frankfurt am Main, die Ilse gerade gegenüber saßen,
+amüsierten sich köstlich über deren Ungeniertheit, stießen heimlich
+ihre Nachbarinnen an und zeigten verstohlen auf die
+nichts ahnende.
+</p>
+
+<p>
+Ein strenger Blick der Vorsteherin brachte die Mädchen
+zur Ruhe. Sie liebte es nicht, daß über andrer Schwächen
+und Fehler gespottet wurde. Ueber Ilses unmanierliche Art
+zu essen sagte sie vorläufig nichts, um sie nicht vor den vielen
+Mädchen zu beschämen, erst unter vier Augen pflegte sie dergleichen
+Fehler zu rügen.
+</p>
+
+<p>
+»Bist du noch hungrig, Ilse?« fragte sie. Statt einer
+Antwort nickte diese mit dem Kopfe, sie hatte ja erst angefangen
+zu essen.
+</p>
+
+<p>
+Abermals wurde ihr die Brotschüssel gereicht und abermals
+nahm sie die gleiche Portion und verzehrte dieselbe
+genau in der früheren Weise.
+</p>
+
+<p>
+»Die ist gefräßig!« flüsterte die fünfzehnjährige Grete
+ihrer um zwei Jahre älteren Schwester zu. »Sieh nur, wie
+sie wieder stopft.«
+</p>
+
+<p>
+Melanie mußte die Hand vor den Mund halten, sonst
+hätte sie laut herausgelacht.
+</p>
+
+<p>
+Um halb acht Uhr war das Abendessen vorbei und zugleich
+den Pensionärinnen die Erlaubnis gegeben, frei zu thun,
+was sie wollten, bis neun Uhr. Dann war Schlafenszeit.
+</p>
+
+<p>
+»Komm,« sagte Nellie und trat auf Ilse zu, »ich werde
+mit dich in die Garten spazieren. Aber du hast ja dein
+Serviette noch nicht schön gelegt und die Ring drauf gezogen!
+Das mußt du erst machen.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete Ilse, »das werde ich nicht! Wozu
+sind denn die Dienstmädchen da? Zu Hause hatte ich niemals
+nötig, solche Dinge zu thun.«
+</p>
+
+<pb n='38'/><anchor id='Pg038'/>
+
+<p>
+»Ist egal, meine liebe Kind. Hier mußt du solche Dinge
+thun, wir machen es alle.«
+</p>
+
+<p>
+Richtig, da lagen sämtliche Servietten sauber zusammengewickelt,
+sie war die einzige, die es nicht gethan hatte. Ungeduldig
+nahm sie die ihrige, schlug sie flüchtig zusammen
+und zog den Ring darüber.
+</p>
+
+<p>
+»So nicht,« meinte Nellie, »das ist ungeschickt.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie faltete die Serviette noch einmal schnell und geschickt
+mit ihren kleinen Händen. Die junge Engländerin hatte
+bei allem, was sie that, Grazie und Anmut, es war eine
+Lust, ihr zuzusehen.
+</p>
+
+<p>
+»Nun schnell in der Garten!« sagte sie, nahm Ilses Arm
+und führte sie dorthin.
+</p>
+
+<p>
+Es war ein hübscher Garten, den Ilse jetzt kennen lernte.
+Nicht so groß und parkartig wie der heimatliche, aber wohl
+gepflegt. Schöne, hohe Bäume standen darin, auch fehlte es
+nicht an lauschigen Plätzen. Von allen Seiten sah man auf
+die grünbewaldeten Berge.
+</p>
+
+<p>
+»Ist es nicht nett hier?« fragte Nellie, habt ihr bei
+dich auch so schöne Berge?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, Berge haben wir <anchor id="corr038"/><corr sic="nicht,">nicht,«</corr> entgegnete Ilse, »aber
+es gefällt mir doch besser bei uns. Es ist alles so frei, ich
+kann das ganze Feld übersehen. Eine Mauer haben wir
+auch nicht um unsren Park, nur eine grüne Hecke, das ist
+viel hübscher.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie zeigte ihr sämtliche Lieblingsplätze. Sie führte
+sie zur Schaukel, zum Turnplatz und zuletzt zu einer alten
+Linde, die mit ihren breiten Zweigen und Aesten einen großen,
+runden Raum beschattete.
+</p>
+
+<p>
+»O, es ist süß hier! Nicht wahr?« fragte sie entzückt
+und sah mit leuchtenden Augen hinauf in das grüne Blätterdach.
+»Hier machen wir unsre Ruhe zu Mittag. Dieser
+alter Baum kann viel erzählen, wenn er sprechen will! Er
+weiß so viel Geheimnisse, die hier verraten sind!«
+</p>
+
+<pb n='39'/><anchor id='Pg039'/>
+
+<p>
+Bei dem Geplauder Nellies verging die Zeit schnell.
+Ilse, die am Morgen sich so unglücklich gefühlt hatte, die am
+Nachmittage geglaubt hatte, daß sie nie die Trennung vom
+Papa überleben könne, hatte schon verschiedenemal herzlich
+über Nellie lachen müssen, denn diese hatte eine so drollige
+Art, sie auf diese oder jene Pensionärin aufmerksam zu machen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie heißt das junge Mädchen, das bei Tische neben
+mir sitzt?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Die mit die kurze Haar und der Klemmer auf die Nase?
+Das ist Orla Sassuwitsch. Oh sie ist klug! Wir haben alle
+eine kleine wenig Furcht für sie, weil sie immer die Wahrheit
+gerade in die Gesicht sagt.«
+</p>
+
+<p>
+»Das ist doch hübsch,« meinte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»O ja, wenn sie angenehm ist, aber zuweilen thut die
+Wahrheit weh, das hört keiner Mensch gern. Wenn ich zu
+sie sagen würde: ›Orla, du hast geraucht!‹ das würde sie gar
+nicht gefallen, und es ist doch die Wahrheit. Ich habe durch
+ihr Schlüsselloch geluxt und habe große, rauchige Wolken
+gesehen. –«
+</p>
+
+<p>
+Sie waren jetzt bei einer Trauerweide angelangt, die
+ihre grünen Zweige bis auf den Boden gesenkt hatte. Nellie
+blieb stehen und bog einige Zweige auseinander.
+</p>
+
+<p>
+»Hier, Ilse, stell ich dich unsre Dichterin vor,« sagte sie
+lachend.
+</p>
+
+<p>
+Die Angeredete blickte hinein und sah ein junges Mädchen
+auf einer kleinen Bank sitzen, die hochaufgeschossen, blond und
+blaß, und deren Gesicht mit zahllosen Sommersprossen bedeckt
+war. Dieselbe hatte auf dem Schoße ein dickes, blaues Heft,
+in welchem sie eifrig schrieb.
+</p>
+
+<p>
+Mit einer gewissen neugierigen Scheu blickte Ilse sie an,
+es war ihr so neu, daß junge, siebzehnjährige Mädchen schon
+dichten können.
+</p>
+
+<p>
+»Sie schreibt Romane,« fuhr Nellie fort, »aber wie!
+Es kommen immer zerbrochene Herzen drin vor. – Du wirst
+<pb n='40'/><anchor id='Pg040'/>dir die Auge schaden, du hast ja keine Licht genug zu deine
+Romane!«
+</p>
+
+<p>
+Bis dahin hatte Flora Hopfstange sich nicht stören lassen
+in ihrer Arbeit,
+jetzt aber wurde
+sie ärgerlich.
+</p>
+
+<p>
+»Ich bitte
+dich, laß mich in
+Ruhe, Nellie!«
+rief sie und schlug
+ihr hellblaues
+Auge schwärmerisch
+auf. »Ich
+hatte eben einen
+so wundervollen
+Gedanken, nun
+habe ich ihn verloren!«
+</p>
+
+<p>
+»O, ich
+will ihn suchen!«
+neckte Nellie und
+bückte sich auf
+die Erde nieder,
+als ob sie ihn dort
+finden könne.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="hoch" url="images/img040.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Du bist
+unausstehlich!«
+entgegnete Flora aufgebracht. »Du freilich hast keine Ahnung
+von meiner Poesie, verstehst du doch nicht einmal deutsch zu
+sprechen!«
+</p>
+
+<p>
+»Das ist wahr,« meinte Nellie lachend und verließ mit
+Ilse die schwerbeleidigte Dichterin.
+</p>
+
+<p>
+Melanie und Grete kamen ihnen jetzt entgegen. In ihrer
+Mitte führten sie ein junges Mädchen, sie mochte in Melanies
+<pb n='41'/><anchor id='Pg041'/>Alter sein, mit lieben, sanften Gesichtszügen. Das braune
+Haar trug sie einfach und glatt gescheitelt, kein Härchen sprang
+widerspenstig hervor. Freundlich lächelte sie Ilse und Nellie
+an, die beiden Schwestern dagegen musterten im Vorübergehen
+die Neuangekommene mit spöttischen Blicken.
+</p>
+
+<p>
+»Die Schwestern kennst du,« bemerkte Nellie, »sie sitzen
+dich gradeüber bei Tisch, aber unsre ›Artige‹ ist dich noch
+unbekannt. O, ich sage dich, Ilse, sie ist so artig wie eines
+ganz wohlgezogenes Kind. Sie ist immer der erste in alle
+Stunden und macht nie eine dummer Streich, kurz, Rosi
+Möller ist eines Musterkind.«
+</p>
+
+<p>
+»Was sagst du von unsrem Musterkinde?« rief plötzlich
+eine fröhliche Mädchenstimme. »Nellie, Nellie, dein böses
+Zünglein geht sicher mit dir durch!«
+</p>
+
+<p>
+»Du irrst dir, liebes Lachtaube,« entgegnete Nellie, »Ilse
+ist noch so fremd, ich mache ihr bekannt.«
+</p>
+
+<p>
+»Wer war das?« fragte Ilse, als die kleine, runde
+Mädchengestalt, die an Orlas Arme hing, vorüber war.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist Annemie von Bosse, genannt Lachtaube. Sie
+lacht sehr viel, eigentlich immer, und sie kann keine Ende
+davon finden. Man muß mitlachen, sie steckt an. – Nun
+habe ich dich aber alle Mädchen gezeigt, die in unsre Alter
+sind, die anderen sind zu jung oder es sind Engländerinnen.
+Von die ist nicht viel zu sage, sie sind alle langweilig und sie
+sprechen noch viel weniger gut deutsch als ich.« –
+</p>
+
+<p>
+Mit dem Schlage neun begaben sich sämtliche Pensionärinnen
+zurück in das Haus. Bevor sie zur Ruhe gingen,
+war es Sitte, daß sich alle erst in das Zimmer der Vorsteherin
+begaben, um ihr gute Nacht zu wünschen. Dieselbe
+reichte jeder einzelnen einen Kuß auf die Stirn. Zuweilen
+ermahnte, lobte oder tadelte sie diese oder jene dabei, wenn
+sie den Tag über etwas gut oder schlecht gemacht hatten,
+alles geschah aber in liebevollem Tone, nicht anders als wie
+eine Mutter zu ihrem Kinde spricht.
+</p>
+
+<pb n='42'/><anchor id='Pg042'/>
+
+<p>
+»Ich möchte noch mit dir sprechen, liebe Ilse,« sagte
+Fräulein Raimar, als Ilse ihr gute Nacht bot. »Verweile
+noch einen Augenblick hier.«
+</p>
+
+<p>
+Und als sämtliche Mädchen das Zimmer verlassen hatten,
+ermahnte sie Ilse, etwas manierlicher zu essen.
+</p>
+
+<p>
+»Du darfst die Tasse nicht mit beiden Händen fassen
+und die Ellbogen dabei aufstützen, Kind, du glaubst nicht, wie
+unschön das aussieht. Achte auf deine Mitschülerinnen, du
+wirst sehen, daß keine einzige es wie du macht. Und dann,
+weißt du, stecke nicht wieder so große Bissen in den Mund.
+Die kleinen Kinder machen es zuweilen so, aber dann nennt
+die Mama sie: Nimmersatt!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war dunkelrot geworden vor Aerger über die erhaltene
+Ermahnung. Trotzig biß sie die Lippen aufeinander
+und unterdrückte eine ungezogene Antwort.
+</p>
+
+<p>
+»Geh nun zu Bett, mein Kind, und schlafe gut.«
+</p>
+
+<p>
+Sie war im Begriffe, Ilse einen Kuß auf die Stirn
+zu reichen, als diese mit einer heftigen Bewegung den Kopf
+zurückbog. Es war ihr unmöglich, sich von der Vorsteherin
+küssen zu lassen, die sie in diesem Augenblicke geradezu haßte.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar wandte sich unwillig von dem Trotzkopfe
+ab, ohne noch etwas zu sagen, und Ilse verließ das
+Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+Sie lief die Treppe hinauf und trat atemlos zu Nellie
+in das Zimmer. Die Thüre warf sie heftig in das Schloß
+und schob auch noch den Riegel vor, was in der Pension
+streng untersagt war.
+</p>
+
+<p>
+»Mach nicht der Riegel zu,« sagte Nellie, »wir dürfen
+das nicht thun. Wenn wir in die Bett liegen, kommt Fräulein
+Güssow bei uns nachsehen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse rührte sich natürlich nicht, und Nellie mußte das
+selbst besorgen. Ungestüm warf sie sich auf ihr Bett und
+brach in Thränen aus.
+</p>
+
+<p>
+»O, was ist dich?« fragte Nellie erschrocken.
+</p>
+
+<pb n='43'/><anchor id='Pg043'/>
+
+<p>
+»Hier bleibe ich nicht! – Ich reise morgen fort! Wenn
+das mein Papa wüßte, wie sie mich behandelt hat!« rief
+Ilse aufgeregt.
+</p>
+
+<p>
+Durch viele Fragen bekam Nellie in einzelnen abgerissenen
+Sätzen von Ilse heraus, was Fräulein Raimar gesagt hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich esse ungeschickt, – ich nehme zu große Bissen –
+und ich bin ein Nimmersatt! Zu Hause darf ich essen, wie
+und was ich will! – Ich will wieder fort! Morgen reise
+ich! –«
+</p>
+
+<p>
+»Du mußt dir nicht so viel grämen um so kleine Sach’,«
+sagte Nellie sanft und strich liebkosend Ilses lockiges Haar.
+»Fräulein Raimar ist sehr gerecht, sie meint es gut und will
+dir nicht beleidigen. Mit uns alle macht sie es so. Wir
+sind doch jung und dumm und müssen noch lernen. – Nun
+komm, wir legen uns jetzt in die Bett und später, wenn
+Fräulein Güssow bei uns eingesehen hat, stehen wir ganz
+leise wie die Mäuschen wieder auf und packen deiner kleine
+Koffer leer.«
+</p>
+
+<p>
+Aber so leicht war Ilse nicht zu beruhigen. »Nein!«
+rief sie und sprang auf, »der kleine Koffer bleibt verschlossen!
+Ich reise wieder fort!«
+</p>
+
+<p>
+Hastig zog sie sich aus, warf ihre Kleidungsstücke drunter
+und drüber und legte sich schluchzend in ihr Bett. Schweigend
+ordnete Nellie die zerstreuten Sachen, sie hing das schöne Kleid
+an einen Nagel, Ilse hatte dasselbe auf einen Stuhl geworfen,
+und legte alles übrige glatt und ordentlich zusammen. Dann
+ging auch sie zur Ruhe.
+</p>
+
+<p>
+Bevor sie indes ihr Lager bestieg, kniete sie vor demselben
+nieder, faltete die Hände und betete leise ein kurzes Gebet.
+</p>
+
+<p>
+»Gut’ Nacht, Ilse,« sagte sie dann und gab ihr einen
+Kuß. »Du mußt nun nicht mehr weinen, – alle Anfang
+ist schwer.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Ilse weinte noch lange. Ihre Gedanken kehrten
+zum Vater zurück und begleiteten ihn auf seiner Rückreise. In
+<pb n='44'/><anchor id='Pg044'/>wenigen Stunden mußte er die Heimat erreicht haben. Ach,
+wenn er wüßte, wie sein einziges Kind behandelt wurde!
+Sie fühlte sich zu unglücklich in der Gefangenschaft! – Wie
+ein Kind weinte sie sich in den Schlaf, aber böse Träume
+schreckten sie mehrmals auf. Bald hielt sie eine mächtige
+Theetasse in der Hand und ließ sie zur Erde fallen, bald
+hielt ihr die Vorsteherin im grauen Kleide ein heimatliches
+Butterbrot dicht vor den Mund, wollte sie aber zubeißen,
+war es verschwunden.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Um sechs Uhr am andern Morgen hieß es: Aufgestanden!
+Da galt kein langes Besinnen, und wenn die jungen Glieder
+noch so sehr vom Schlafe befangen waren, es wurde keine
+Gnade geübt. Ilse pflegte daheim bald früh, bald spät aufzustehen,
+wie sie gerade Lust hatte. Einer bestimmten Ordnung,
+wie sie die Mama so sehr gewünscht, hatte sie sich
+nicht fügen wollen. Es wurde ihr denn auch nicht wenig
+schwer, so auf Kommandowort sich erheben zu müssen, gerade
+heute hatte sie den Wunsch, noch einigemal sich im Bette
+herumzudrehen, sie war so spät erst eingeschlafen. Aber
+daran war nicht zu denken, Nellie stand schon da und wusch
+sich. Mit einem Sprunge war sie Schlag sechs Uhr aus dem
+Bette gewesen.
+</p>
+
+<p>
+»Wach auf, Ilse,« sagte sie, »um halb sieben trinken
+wir Kaffee.«
+</p>
+
+<p>
+»Schon aufstehen,« antwortete die Verschlafene, »aber
+ich bin noch so müde.«
+</p>
+
+<p>
+»Thut nix, du darfst nicht mehr schlafrig sein.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Ilse zögerte noch. Nellie stand schon fertig da, ja
+hatte schon alles, was sie zur Nacht- und Morgentoilette nötig
+hatte, beiseite geräumt, als sie sich langsam erhob.
+</p>
+
+<p>
+»O Ilse, eile dir, du hast nur zehn Minuten Zeit!
+Schnell, schnell, ich will dich helfen! Wo sind dein Kamm?«
+</p>
+
+<pb n='45'/><anchor id='Pg045'/>
+
+<p>
+Ilse zeigte auf ein Papier, das im Fenster lag. »Dort
+liegen sie eingewickelt,« gab sie zur Antwort.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist nicht nett, das gefällt mir nicht,« meinte Nellie
+und rümpfte das Näschen. »Du mußt dich ein Taschen nähen,
+von grauer Stoff und rote Band, sieh, wie dies da,« und
+sie zeigte ihre Kammtasche, »siehst du, so ist’s fein.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse machte nicht viel Umstände mit ihrem Haar. Sie
+kämmte und bürstete es, damit war alles abgemacht, die
+natürlichen Locken ringelten sich von selbst ohne weitere Bemühung.
+Ein hellblaues Band schlang ihr Nellie durch dieselben
+und band es mit einer Schleife seitwärts zu.
+</p>
+
+<p>
+»Nun noch die Schürze,« sagte sie, als Ilse soweit fertig
+war, »sie darf nicht fehlen.« Sie lachte, als Ilse sich dagegen
+sträubte.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist ein klein, albern Ding,« schalt sie und band
+ihr die Schürze vor, trotz Ilses heftigem Widerstande. »Gleich
+hältst du still! Ohn’ ein Schürzen giebt es kein Kaffee.«
+</p>
+
+<p>
+Die lustige Nellie setzte es wirklich durch, daß Ilse sich
+ihrem Willen fügte.
+</p>
+
+<p>
+»So,« sagte sie, »nun bist du schön! Die blau
+gestickter Schürze ist sehr nett und du bekommst einer süßer
+Kuß.«
+</p>
+
+<p>
+An langen Tafeln saßen die Mädchen bereits, Nellie und
+Ilse waren die letzten. Fräulein Raimar war des Morgens
+niemals zugegen, nur Fräulein Güssow führte die Aufsicht.
+Ilse mußte sich zu ihr setzen. Als ihr der Kaffee gereicht
+wurde, nahm sie die Tasse ganz manierlich beim Henkel in
+die Hand, aß auch wie es sich gehört nicht mit großen Bissen,
+wie am Abend zuvor; aber sie hatte eine andre Unart, die
+ebenfalls zu tadeln war, sie schlürfte den Kaffee so laut, daß
+sie allgemeine Heiterkeit erregte.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte keine Ahnung, daß ihr das Gelächter galt,
+Orla machte sie damit bekannt.
+</p>
+
+<p>
+»Du führst ja ein wahres Konzert auf,« sagte sie. »Machst
+<pb n='46'/><anchor id='Pg046'/>du das immer so? Schön hört sich diese Tafelmusik nicht
+an, das kann ich dich versichern.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse fühlte sich schwer beleidigt über diese Zurechtweisung.
+Hastig setzte sie die Tasse nieder, erhob sich und eilte hinaus.
+</p>
+
+<p>
+»Du durftest sie nicht vor all’ den übrigen so beschämen,
+Orla,« tadelte Fräulein Güssow, indem sie ebenfalls aufstand,
+um Ilse zu folgen, »das kränkt sehr.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war gerade im Begriff in den Garten zu gehen,
+als die junge Lehrerin sie zurückrief.
+</p>
+
+<p>
+»Wo willst du hin, Ilse?« fragte sie. »Was fällt dir
+ein, mein Kind, daß du nach deinem Gefallen davonläufst?
+Es ist nicht Sitte bei uns, daß jemand eine Mahlzeit verläßt,
+bevor dieselbe beendet ist. Komm gleich zurück und verzehre
+dein Frühstück.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich mag nicht mehr frühstücken,« entgegnete Ilse, »und
+ich gehe nicht wieder hinein! Sie haben mich alle ausgelacht
+und Orla war ungezogen gegen mich. Es geht niemand etwas
+an, wie ich esse und trinke, ich mache es, wie ich will! Vorschriften
+lasse ich mir nicht machen, nein!«
+</p>
+
+<p>
+»Ehe ich weiter mit dir spreche, bitte ich dich erst ruhig
+und vernünftig zu sein, liebe Ilse. Ich kann nicht dulden,
+daß du in einem so unartigen Tone zu mir sprichst.«
+</p>
+
+<p>
+Sehr ernst und nachdrücklich hatte Fräulein Güssow gesprochen,
+aber es klang doch ein Ton der Liebe hindurch.
+Ihr schönes, weiches Organ verfehlte selten den Weg zum
+Herzen, das lernte auch Ilse in diesem Augenblicke kennen.
+Sie blickte zu Boden, und etwas wie Beschämung stieg in
+ihr auf.
+</p>
+
+<p>
+Die Lehrerin las in Ilses beweglichen Zügen und wußte,
+was in ihr vorging.
+</p>
+
+<p>
+»Gieb mir deine Hand, du kleiner Brausekopf!« sagte
+sie freundlich, »und versprich mir, nicht wieder so stürmisch
+zu sein und deiner augenblicklichen Laune zu folgen, selbst
+wenn du glaubst, im Rechte zu sein. Heute warst du es nicht
+<pb n='47'/><anchor id='Pg047'/>einmal, du trankest wirklich etwas unappetitlich. Orla hat
+es gut gemeint, daß sie dich darauf aufmerksam machte, du
+darfst ihr darum nicht böse sein. So eine kleine wohlverdiente
+Lehre muß sich jede von euch gelegentlich gefallen lassen.
+Es ist doch besser, jetzt als Kind zurechtgewiesen zu werden,
+als wenn deine Fehler und Angewohnheiten späterhin zum
+Spott der Gesellschaft würden.«
+</p>
+
+<p>
+Daheim hatte Ilse niemals hören wollen, daß sie eine
+junge Dame sei, und jetzt berührte es sie gar nicht angenehm,
+daß man sie gewissermaßen noch zu den Kindern rechnete.
+</p>
+
+<p>
+»Nun siehst du das ein, Ilse?« fragte die Lehrerin.
+</p>
+
+<p>
+Vielleicht that sie es, aber sie würde ein Ja nicht über
+die Lippen gebracht haben. Fräulein Güssow begnügte sich
+mit ihrem Stillschweigen und nahm dasselbe für eine Zustimmung.
+Sie meinte, daß eine Natur wie Ilses nicht mit
+Gewalt zum Nachgeben gezwungen werden dürfe.
+</p>
+
+<p>
+»Nun wollen wir zurück in den Speisesaal gehen,« sagte
+sie, und Ilse wagte keine Widerrede. Sie folgte dem Fräulein
+mit niedergeschlagenen Augen, sie hatte Furcht vor den vielen
+peinlichen Blicken, die sich alle auf sie richten würden.
+</p>
+
+<p>
+Als sie eintraten, war das Zimmer leer und die Frühstückszeit
+vorüber. Niemand war froher als Ilse, die sich wie
+erlöst vorkam.
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe noch einen Auftrag für dich, Ilse,« sagte die
+Lehrerin. »Fräulein Raimar wünscht deine Arbeitshefte zu
+sehen, auch sollst du zugleich mündlich geprüft werden. In
+einer Stunde finde dich in dem Konferenzzimmer ein, du wirst
+dort zugleich deine zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen zum
+Teil kennen lernen.«
+</p>
+
+<p>
+»Wollen sie mich alle prüfen?« fragte Ilse etwas besorgt.
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete das Fräulein, »aber sie werden zuhören,
+wenn Fräulein Raimar dich examiniert. Später wirst
+du dann erfahren, in welche Klasse du gesetzt bist, und morgen
+nimmst du zum erstenmal an dem Unterricht teil.«
+</p>
+
+<pb n='48'/><anchor id='Pg048'/>
+
+<p>
+Ilse ging in ihr Zimmer und suchte ihre Hefte zusammen.
+Sie waren nicht in der besten Verfassung. Das deutsche Aufsatzheft
+machte besonders keinen Staat. Verschiedene Tintenflecke
+zierten es, und sogar einige naseweise Fettflecke machten
+sich darauf breit. Das französische Heft wurde ganz beiseite
+gelegt. Sie hatte versucht, einige Seiten, die gar zu verschmiert
+aussahen, herauszureißen und durch diesen Gewaltstreich
+waren alle andern Blätter gelockert – unmöglich konnte
+sie das Buch in dieser Verfassung vorzeigen.
+</p>
+
+<p>
+Nellie, die gerade eine freie Stunde hatte, sah erstaunt
+Ilses Treiben zu. »Was thust du?« fragte sie. »Willst du
+dein Bücher so an Fräulein Raimar vorzeigen? das darfst
+du nicht. Hat deiner Herr Pastor dir dies erlaubt? Gieb
+schnell, ich will dich blaues Umschläge drum wickeln, das ist
+nett und man sieht die alte Flecken nicht.«
+</p>
+
+<p>
+»Gieb her!« rief Ilse gereizt. »Sie sind gut so! Es
+ist mir ganz egal, ob Fräulein Raimar die Flecken sieht
+oder nicht!«
+</p>
+
+<p>
+»Nicht so zornig, Fräulein Ilse! Sie sind eine kleine,
+unordentliche junge Dame! Würde es dir vielleicht spaßig
+sein, wenn Fräulein Raimar deine Buch mit spitze Finger
+hoch hielt und sie alle Lehrer zeigte? O nein, das wär dich
+nicht egal und nicht spaßig. Besonders wenn Herr Doktor
+Althoff, unser deutscher Lehrer, mit seine bekannte, höhnische
+Lachen dir so von die Seiten ansieht und fragt: Wie alt
+sind Sie, mein Fräulein?«
+</p>
+
+<p>
+Trotzdem Ilse ungeduldig wurde, trotzdem sie entschieden
+erklärte, es wäre höchst unnütz, daß so viele Umstände wegen
+der dummen Bücher gemacht würden, setzte Nellie ihren
+Willen durch.
+</p>
+
+<p>
+»So, nun kannst du gehen,« sagte sie, als sie auch dem
+letzten Hefte ein blaues Kleid gegeben hatte, »nun bedanke
+dir für mein Mühe.«
+</p>
+
+<p>
+»Du bist doch sehr gut, Nellie,« meinte Ilse. »Wie
+<pb n='49'/><anchor id='Pg049'/>ist es dir nur möglich, stets so sanft und geduldig zu sein?
+Ich kann das nicht!«
+</p>
+
+<p>
+»O, du lernst schon, Kind. Wirst noch eine ganz zahme,
+kleine Vogel sein!« entgegnete Nellie.
+</p>
+
+<p>
+Um elf Uhr ging Ilse hinunter in das Konferenzzimmer.
+Als sie eintrat, fand sie mehrere Lehrer und einige Lehrerinnen
+anwesend. Sie saßen um einen Tisch, Fräulein Raimar nahm
+den Platz obenan ein.
+</p>
+
+<p>
+»Tritt näher, Ilse,« sagte sie und machte mit einigen
+freundlichen Worten die neue Schülerin mit ihren zukünftigen
+Lehrern bekannt. Darauf ließ sie sich die Schreibhefte reichen.
+Das Aufsatzbuch fiel ihr zuerst in die Hand. Sie blätterte
+und las darin, und einigemal schüttelte sie den Kopf.
+</p>
+
+<p>
+»Oft recht gute und klare Gedanken,« bemerkte sie zu
+dem neben ihr sitzenden Lehrer der deutschen Sprache, Doktor
+Althoff, »und dabei diese oberflächliche, flüchtige Schrift.
+Sehen Sie einmal, ›uns‹ mit einem ›z‹ geschrieben – ›Land‹
+mit einem ›t‹. Da werden wir viel Versäumtes nachzuholen
+haben. Wie schreibst du ›Land‹, Ilse, buchstabiere einmal.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse konnte unmöglich diese Frage für ernst halten. War
+sie denn ein kleines Mädchen aus der A-B-C-Klasse? Sie
+zögerte mit der Antwort.
+</p>
+
+<p>
+Die Vorsteherin indes war nicht gewöhnt zu scherzen, sie
+sah erstaunt die schweigende Ilse an.
+</p>
+
+<p>
+»Wie du Land schreibst, möchte ich von dir wissen,«
+wiederholte sie noch einmal in bestimmtem Tone, der jeden
+Zweifel, ob er ernst gemeint sei oder nicht, benahm.
+</p>
+
+<p>
+Ilse kräuselte etwas unwillig die Stirn, zog die Lippe
+in die Höhe und buchstabierte so schnell, daß man ihr kaum
+folgen konnte: L–a–n–d. Den Blick hatte sie zum Fenster
+hinausgewandt, um Fräulein Raimar nicht anzusehen.
+</p>
+
+<p>
+»Also nur flüchtig, ich dachte es mir,« sagte diese.
+»Wenn du in Zukunft deine Aufsätze machst, wirst du sehr
+<pb n='50'/><anchor id='Pg050'/>aufmerksam sein. Fehler, wie ich sie in deinen Aufgaben finde,
+kommen bei uns nicht mehr in der dritten Klasse vor.«
+</p>
+
+<p>
+Es wurden nun Ilse Fragen in den verschiedensten Fächern
+vorgelegt. Manchmal fielen die Antworten überraschend aus,
+zuweilen dagegen geradezu einfältig. Doktor Althoff lächelte
+einigemal, was Ilse das Blut bis hinauf in die braunen
+Locken trieb. Sie ärgerte sich darüber und drehte ihr Taschentuch
+wie eine Wurst fest zusammen.
+</p>
+
+<p>
+Im Französischen bestand sie gut. Monsieur Michael,
+der französische Lehrer, ein älterer Herr mit weißem Haar,
+redete sie gleich in dieser Sprache an, sie antwortete ihm
+korrekt und fließend.
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead, die englische Lehrerin, die ebenfalls im Institute
+wohnte, hatte weniger Glück bei ihrer Anrede. Ilse
+holperte sehr, als sie die Antwort gab.
+</p>
+
+<p>
+»Nun kannst du uns verlassen, Kind,« sagte Fräulein
+Raimar. »Dein Examen ist zu Ende. Später werde ich dir
+mitteilen, welche Klasse du besuchen wirst.«
+</p>
+
+<p>
+Nachdem Ilse das Zimmer verlassen, wurde nach einigem
+Hin- und Herberaten der Beschluß gefaßt, sie in die zweite
+Klasse zu geben, im Französischen solle sie indes die erste
+besuchen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich glaube, Ilse wird uns viel Not machen,« äußerte
+die Vorsteherin besorgt. »Sie ist widerspenstig und trotzig,
+auch kann sie nicht den geringsten Tadel vertragen.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber sie hat ein gutes Herz,« fiel Fräulein Güssow
+lebhaft ein. »Ich habe noch keine Beweise dafür, aber ich
+lese es in ihrem schönen, offnen Auge. Ich bin überzeugt,
+daß ich mich nicht täusche. Eins ist mir indes klar, mit
+Strenge werden wir wenig ausrichten, dagegen hoffe ich, mit
+Liebe und Energie wird es uns gelingen, ihren Trotz zu
+zähmen.«
+</p>
+
+<p>
+»Das ist ganz meine Ansicht!« stimmte Monsieur Michael
+bei, »Sie werden sehen, meine Damen und Herren,
+Made<pb n='51'/><anchor id='Pg051'/>moiselle Ilse wird eine Zierde der Pension sein! Mit welcher
+Eleganz spricht sie französisch, wie gewählt setzt sie die Worte!
+Ah, sie ist ein Genie!« – Der kleine Herr hatte sich ordentlich
+in Begeisterung gesprochen und seine Worte mit lebhaften
+Gestikulationen begleitet.
+</p>
+
+<p>
+»Ich wünsche von Herzen, daß Sie recht haben mögen,«
+entgegnete Fräulein Raimar und erhob sich von ihrem Platze.
+»An Liebe und Nachsicht wollen wir es nicht fehlen lassen,
+vielleicht gelingt es uns, Ilse verständig und gefügig zu
+machen.« –
+</p>
+
+<p>
+Fürs erste schien noch wenig Aussicht dazu. Beim
+Mittagessen legte Ilse wieder den Beweis ab, wie recht Fräulein
+Raimar hatte, wenn sie behauptete, daß Ilse keinen Tadel
+vertragen könne.
+</p>
+
+<p>
+Sie hielt die Gabel schlecht. Die Fingerspitzen berührten
+fast die Speisen. Das Gemüse verzehrte sie mit dem Messer
+und so heiß, daß sie manchmal, um sich nicht zu verbrennen,
+den Bissen wieder aus dem Munde fallen ließ. Auch hielt
+sie den Kopf sehr tief über den Teller gebeugt, was ihr das
+Aussehen eines hungrigen Kindes gab.
+</p>
+
+<p>
+»Sitze gerade, liebe Ilse,« ermahnte die Vorsteherin, »es
+ist dir nicht gesund, so krumm zu sitzen.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich esse immer so,« erwiderte sie ziemlich kurz.
+</p>
+
+<p>
+»Ich aß immer so, meinst du wohl, mein Kind, denn
+hier wirst du dich daran gewöhnen, zu thun, was Sitte ist ...
+Hast du zu Hause auch stets die Gabel so kurz gefaßt und
+mit dem Messer gegessen?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« sagte Ilse und warf den Kopf leicht in den Nacken.
+»Papa hatte nie etwas an mir auszusetzen, er war zufrieden,
+wenn es mir nur schmeckte.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber die Mama, hat auch sie deine Art zu essen gutgeheißen?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse schwieg. Eine Unwahrheit konnte und mochte sie
+nicht sagen, denn wie oft hatte die Mutter sie ermahnt, und
+<pb n='52'/><anchor id='Pg052'/>wie oft hatte sie derselben zur Antwort gegeben: »Dann will
+ich gar nichts essen, wenn du mich immer tadelst.«
+</p>
+
+<p>
+Das Fräulein hatte leise, nur für Ilse verständlich gesprochen.
+Niemand ahnte, was sie sagte, denn ihre Züge
+sahen mild und freundlich aus. Eine Antwort auf ihre Frage
+wartete sie nicht ab, aber es gefiel ihr, daß Ilse lieber schwieg,
+als gegen ihre Ueberzeugung sprach.
+</p>
+
+<p>
+»Nun iß nur, Kind,« fuhr sie fort, »mit der Zeit wirst
+du dich schon gewöhnen. In wenigen Wochen hast du alle
+deine kleinen Unebenheiten abgestreift und wir werden niemals
+nötig haben, etwas an dir zu rügen. Nicht wahr?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich weiß es nicht,« erwiderte Ilse und sah mit einem
+ziemlich verdrießlichen Gesicht auf ihren Teller nieder.
+</p>
+
+<p>
+»Du mußt dir Mühe geben, dann wird es schon gehen.«
+</p>
+
+<p>
+Dazu schwieg Ilse. Natürlich war sie fest davon überzeugt,
+daß ihr das größte Unrecht geschah. Warum sollte sie
+nicht natürlich essen? Der Papa hatte stets gesagt, sie solle
+keine Zierpuppe werden, nun hatte man bei allem, was sie
+that und wie sie es that, etwas auszusetzen. Sie wagte kaum
+noch etwas zu genießen und wenn das so weiter ging, wollte
+sie lieber verhungern. –
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Am Abend, als Nellie und Ilse sich schlafen gelegt hatten,
+als Fräulein Güssow bereits ihre Runde gemacht, als das
+Licht gelöscht und alles still im Hause war, rief Nellie, »wachst
+du, Ilse?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« antwortete diese, »was soll ich?«
+</p>
+
+<p>
+»Zieh dir leise an, wir wollen dein kleiner Koffer
+auspacken.«
+</p>
+
+<p>
+»Es ist ja aber dunkel,« meinte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»O laß nur, ich habe schon eine Licht.«
+</p>
+
+<p>
+Leicht und unhörbar stieg Nellie aus ihrem Bette und
+<pb n='53'/><anchor id='Pg053'/>ging auf Strümpfen an ihre Kommode. Sie zog den oberen
+Kasten vorsichtig heraus und nahm einen kleinen Wachsstock
+aus demselben. Nachdem sie ihn angezündet hatte, stellte sie
+ein Buch davor, damit kein Lichtschimmer durch das Fenster
+drang.
+</p>
+
+<p>
+»Ist doch fein, nicht?« fragte sie. »Nun eile dich aber,«
+trieb sie Ilse, die sich flüchtig ankleidete.
+</p>
+
+<p>
+»Wo hast du der Schlüssel?«
+</p>
+
+<p>
+»Hier habe ich ihn,« entgegnete Ilse und zog ihn unter
+dem Kopfkissen hervor, »ich werde selbst aufschließen.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie leuchtete mit dem Wachsstocke und hielt die Hand
+davor. Vornübergebeugt stand sie in neugieriger Erwartung,
+der Schätze harrend, die sich vor ihren Augen aufthun würden.
+Recht enttäuscht wurde sie, als Ilse anfing auszupacken. Die
+erwarteten Delikatessen – Nellie war eine Freundin davon
+– kamen nicht zum Vorschein.
+</p>
+
+<p>
+»O, hast du keine Kuchen?« fragte sie, warf den Plunder
+heraus und durchsuchte mit der Hand bis auf den Grund.
+</p>
+
+<p>
+»Au, au!« rief sie plötzlich und fuhr mit der Hand
+zurück. »Was ist dies? Ich habe mir gestochen!« Und
+richtig, ein roter Blutstropfen hing an dem kleinen Finger.
+</p>
+
+<p>
+Ilse begriff nicht, woher die Verwundung kam, bis sie
+selbst in den Koffer griff und die Ursache entdeckte, – –
+o Schrecken! das Glas mit dem Laubfrosche war zerbrochen,
+und Nellie hatte sich an einem Glassplitter geritzt.
+</p>
+
+<p>
+»Wo nur der Frosch ist,« sagte Ilse ängstlich und räumte
+die Scherben fort.
+</p>
+
+<p>
+»Was? – eine Frosch? Eine lebendige Frosch? O je
+– hast du ihn verpackt? Wie kannst du so eine arme Tier
+in die Koffer thun? Ohne Luft muß er tot gehen!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte soeben den kleinen Laubfrosch gefunden, –
+natürlich war er tot. Sie legte ihn auf die flache Hand und
+hauchte ihn an, vielleicht brachte sie ihn wieder zum Leben.
+Nellie lachte sie aus.
+</p>
+
+<pb n='54'/><anchor id='Pg054'/>
+
+<p>
+»Du hast die arm, klein Frosch gemordet,« sagte sie und
+nahm ihn in die Hand. »O, er ist kaput! Er kriegt keine
+Leben wieder, niemals! Morgen früh wollen wir ihn in ein
+Schachtel legen und unter die Linde vergraben.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah traurig auf den Frosch und die Thränen traten
+ihr in die Augen. Sie hatte das Tierchen selbst gefangen,
+es stets gefüttert und eine große Freude daran gehabt, nun
+hatte sie es getötet durch eigne Schuld.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img054.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Wie schlecht von mir, daß ich so dumm sein konnte!«
+klagte sie sich an. »Ich dachte gar nicht daran, als ich meine
+Sachen packte, daß er ersticken müsse. Es ging so schnell –«
+</p>
+
+<p>
+Einigermaßen tröstete sie die Aussicht auf das Begräbnis
+unter der Linde.
+</p>
+
+<p>
+»Wir machen eine kleiner Hügel,« sagte Nellie, »und
+pflanzen Blumen darauf. Und ein klein Holzkreuz stecken wir
+in die Erden und schreiben daran: Hier ruht Ilses Frosch.
+Er mußte sein junge Leben lassen, weil ihm der Luft ausging.«
+</p>
+
+<pb n='55'/><anchor id='Pg055'/>
+
+<p>
+Dieser komische Einfall trocknete Ilses Thränen, sie mußte
+darüber lachen.
+</p>
+
+<p>
+Als sie den ausgestopften Kanarienvogel ansah, fand sie,
+daß er sehr gelitten hatte. Das Köpfchen war ganz breit
+gedrückt und der eine Flügel hing herunter. Nellie gab ihm
+wieder einige Façon. Sie drückte den Kopf rund und versprach
+auch, den Flügel wieder gut zu machen. Sie wollte
+ihn am andern Tage anleimen.
+</p>
+
+<p>
+»Laß mir nur machen,« sagte sie, »ich werde ihm schon
+wieder in die Ordnung bringen.«
+</p>
+
+<p>
+»Was ist denn das?« fragte sie plötzlich und hielt Ilses
+Blusenkleid in die Höhe, »warum hast du diese schmacklose Robe
+eingepackt, – und die alte schmutzige Stiefel, – was soll damit?«
+</p>
+
+<p>
+Warum? Darüber hatte Ilse selbst noch nicht nachgedacht,
+aber sie war ärgerlich, ihr Lieblingskostüm so verachtet
+zu sehen.
+</p>
+
+<p>
+»Du verstehst nichts davon,« sagte sie und nahm es
+Nellie fort. »Es ist mein liebster und schönster Anzug! Ich
+mag die andern Kleider gar nicht leiden, sie sitzen so fest und
+sehen so geziert aus.«
+</p>
+
+<p>
+»O laß mir ihn probieren,« bat Nellie, »ich will ihn
+anziehen.«
+</p>
+
+<p>
+Dagegen hatte Ilse nichts einzuwenden. Sie half Nellie
+ankleiden und in wenigen Augenblicken stand diese in einem
+ganz wunderbaren Aufzuge da.
+</p>
+
+<p>
+Der Rock war ihr zu kurz, da sie etwas größer als Ilse
+war, unter demselben sah das lange, weiße Nachtgewand
+hervor, die Bluse war stellenweise zerrissen und Nellie hatte
+den Aermel verfehlt und war durch ein großes Loch dicht
+daneben herausgefahren, so daß der Aermel auf dem Rücken
+hing. Nachdem sie auch noch den schäbigen Ledergürtel um
+ihre zierliche Taille geschnallt hatte, stand sie fertig da, bis
+auf die Stiefel, die sie nicht anziehen mochte, weil sie zu
+schmutzig waren.
+</p>
+
+<pb n='56'/><anchor id='Pg056'/>
+
+<p>
+»Bequem ist diese Kostüm, das ist wahr,« sagte sie und
+fing an, allerhand lustige Sprünge auszuführen und sich im
+Kreise zu drehen. »Man ist so luftig – so leicht!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse brach plötzlich in ein so herzhaftes Gelächter aus,
+daß Nellie auf sie zueilte und ihr den Mund mit der Hand
+verschloß.
+</p>
+
+<p>
+»Du darfst nicht so toll lachen,« sagte sie, »du wirst
+uns verraten!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann nicht anders, du siehst ja zum totlachen aus.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie trat mit dem Wachsstocke vor den kleinen Spiegel
+und betrachtete sich.
+</p>
+
+<p>
+»O wie abscheulich!« sagte sie und riß die Sachen herunter,
+»wie kannst du so ein häßlicher Anzug schön finden!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse verschloß ihre Herrlichkeiten wieder in den Koffer,
+dann wurde das Licht gelöscht und in wenigen Augenblicken
+schliefen die beiden Mädchen fest und tief.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Vierzehn Tage waren seit Ilses Aufnahme in der Pension
+vergangen. Manche bittre Thräne hatte sie in der kurzen
+Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit erschien, geweint, und oft,
+recht oft hatte sie die Feder angesetzt, um dem Vater zu
+schreiben, daß er sie zurückholen möge. Nur weil sie sich vor
+der Mutter scheute, that sie es nicht. Erst zweimal hatte sie
+die vielen und langen Briefe, die sie aus der Heimat erhalten,
+beantwortet, nur ganz kurz und mit der Entschuldigung, daß
+ihr die Zeit zu längeren Briefen fehle.
+</p>
+
+<p>
+Endlich, eines Sonntag Nachmittags, den fast alle Pensionärinnen
+zum Briefschreiben benutzten, setzte auch sie sich dazu
+nieder. Große Lust hatte sie indessen nicht. Sie wußte gar
+nicht recht, was sie schreiben sollte; wie es ihr eigentlich um
+das Herz war, mochte sie ja doch nicht sagen.
+</p>
+
+<p>
+Sie schlug die neue Schreibmappe auf, wählte nach langem
+<pb n='57'/><anchor id='Pg057'/>Suchen einen rosa Bogen mit einer Schwalbe darauf, tauchte
+eine Feder in das Tintenfaß und – malte allerhand Schnörkeleien
+auf ein Stückchen Papier. Nachdem sie diese Unterhaltung
+ein Weilchen getrieben, begann sie endlich den Brief. Nach
+wenigen Zeilen hörte sie auf und legte das Geschriebene beiseite.
+Der Anfang gefiel ihr nicht. Es wurde ein neuer
+Schwalbenbogen geopfert und noch einer. Der vierte endlich
+hatte mehr Glück. Sie beschrieb denselben von Anfang bis
+zu Ende, ja, sie nahm noch einen fünften Bogen dazu. Sie
+war nun einmal in das Plaudern gekommen, immer wieder
+fiel ihr etwas ein, das sie dem Papa mitteilen mußte.
+</p>
+
+<p>
+Als sie zu Ende war, durchlas sie noch einmal ihre
+lange Epistel und wir blicken ihr über die Schulter und lesen mit.
+</p>
+
+<p>
+ <text><body>
+ <salute rend="center">»Mein liebes Engelspapachen!</salute>
+ <p>
+Es ist heute Sonntag. Das Wetter ist so schön und im
+Garten blühen die Rosen (da fällt mir eben ein, hat meine
+gelbe Rose, <hi rend='antiqua'>maréchal Niel</hi>, die der Gärtner im Frühjahre
+verpflanzte, schon Knospen angesetzt? bitte, vergiß nicht, mir
+Antwort zu geben) – und die Vögel singen so lustig – ach!
+und deine arme Ilse sitzt im Zimmer und kann sich nicht im
+Freien umhertummeln. Mein liebes Pa’chen, das ist recht
+traurig, nicht wahr? Ich komme mir oft vor wie unser Mopsel,
+wenn er genascht hatte und zur Strafe dafür eingesperrt
+wurde. Ich möchte auch manchmal, wie er es that, an der
+Thüre kratzen und rufen: macht auf! Ich will hinaus!
+ </p>
+ <p>
+Es ist gar nicht hübsch, immer eingesperrt zu sein. Zu
+Haus konnte ich doch immer thun und treiben, was ich wollte,
+im Garten, auf dem Felde, in den Ställen, überall durfte ich
+sein und meine reizenden Hunde waren bei mir und liefen
+mir nach, wohin ich ging. Ach, das war zu himmlisch nett!
+Was macht Bob, Papachen, und Diana und Mopsel und die
+andern? O, wenn ich sie gleich hier hätte!
+</p>
+ <p>
+Es ist in der Pension alles so furchtbar streng, man
+muß jede Sache nach Vorschrift thun. Aufstehen, Frühstücken,
+<pb n='58'/><anchor id='Pg058'/>Lernen, Essen, – immer zu bestimmten Stunden. Und das
+ist gräßlich! Ich bin oft noch so müde des Morgens, aber
+ich muß heraus, wenn es sechs geschlagen hat. Ach, und
+wie manchmal möchte ich in den Garten laufen und muß
+auf den abscheulichen Schulbänken sitzen! Die furchtbare
+Schule!
+ </p>
+ <p>
+Ich lerne doch nichts, Herzenspa’chen, ich bin zu dumm.
+Nellie und die andern Mädchen wissen viel mehr, sie sind auch
+alle klüger als ich. Nellie zeichnet zu schön! Einen großen
+Hundekopf in Kreide hat sie jetzt fertig, als wenn er lebte,
+sieht er aus. Und Klavier spielt sie, daß sie Konzerte geben
+könnte – und ich kann gar nichts!
+ </p>
+ <p>
+Wenn ich doch lieber zu Hause geblieben wäre, dann
+wüßte ich doch gar nicht, wie einfältig ich bin. Nellie tröstet
+mich oft und sagt: ›Es ist keiner Meister von der Himmel
+gefallen, fang’ nur an, du wirst schon lernen!‹ Aber ich habe
+angefangen und doch nichts gelernt. Ich weiß nur, daß ich
+sehr, sehr dumm bin.
+ </p>
+ <p>
+Am fürchterlichsten sind die Mittwoch Nachmittage. Da
+sitzen wir alle von drei bis fünf in dem Speisesaale. Die
+Fenster nach dem Garten sind weit offen und ich blicke sehnsüchtig
+hinaus. Es zuckt mir förmlich in Händen und Füßen,
+daß ich aufspringen möchte, um in den Garten zu eilen –
+ich darf es nicht, ganz still muß ich dasitzen und muß meine
+Sachen ausbessern, – Strümpfe stopfen und was ich sonst
+noch zerrissen habe, wieder flicken. Denke Dir das einmal,
+mein kleines Papachen! Deine arme Ilse muß solche fürchterliche
+Arbeiten thun! – Und Fräulein Güssow sagt, das wär’
+notwendig, Mädchen müssen alles lernen. Sie war ganz erstaunt,
+daß ich nicht stricken konnte. Man kauft doch jetzt
+die Strümpfe, das ist ja viel netter, warum muß ich mich
+unnütz quälen? Es wird mir so schwer, die Maschen abzustricken,
+und ich mache es auch sehr schlecht.
+</p>
+ <p>
+Melanie Schwarz, sie ist sehr hübsch, ziert sich aber und
+<pb n='59'/><anchor id='Pg059'/>stößt mit der Zunge an, und dann sagt sie immer zu allem:
+›Furchtbar nett, furchtbar reizend, oder furchtbar scheußlich‹
+– sie meinte neulich: ›Du strickst aber furchtbar scheußlich,
+Ilse.‹ Du siehst, Pa’chen, ich kann nichts!
+ </p>
+<p>
+In den Arbeitsstunden wird einmal französisch, einmal
+englisch die Unterhaltung geführt. Französisch kann ich mich
+allenfalls verständlich machen, aber englisch geht es sehr
+schlecht, so schlecht, daß ich mich schäme, den Mund aufzuthun.
+Nellie ist gut, sie hilft mir nach und will oft mit mir
+sprechen, wenn wir allein sind.
+</p>
+<p>
+Du fragst mich, lieber Papa, ob ich schon Freundinnen
+habe, – ja – Nellie und noch sechs andre Mädchen sind
+meine Freundinnen, Nellie aber habe ich am liebsten. Wie
+sie alle heißen, will ich Dir das nächstemal schreiben, auch Dir
+erzählen, wie sie aussehen, heute kann ich mich nicht dabei
+aufhalten, sonst nimmt mein Brief kein Ende. Eine Schriftstellerin
+ist auch dabei, das muß ich Dir noch mitteilen.
+</p>
+
+<p>
+Wenn wir spazieren gehen, nämlich jeden Mittag von
+zwölf bis eins und jeden Nachmittag von fünf bis sieben,
+gehe ich fast immer mit Nellie in einer Reihe. Wir müssen
+nämlich wie die Soldaten zwei und zwei nebeneinander marschieren.
+Eine Lehrerin geht voran, eine hinterher mit einer
+kleinen Pensionärin an der Hand. Nicht rechts, nicht links
+dürfen wir gehen, immer in Reih’ und Glied bleiben. Ach!
+und ich habe so oft Lust, einmal recht toll davonzulaufen, auf
+die Berge hinauf – immer weiter! – aber dann würde ich
+nicht wieder in mein Gefängnis zurückkehren – –
+</p>
+
+<p>
+In die Kirche gehen wir einen Sonntag um den andern,
+dort gefällt es mir aber gar nicht. Ich sitze zwischen so viel
+fremden Leuten, und der Prediger, ein ganz alter Mann,
+spricht so undeutlich, daß ich Mühe habe, ihn zu verstehen.
+In Moosdorf ist es viel, viel hübscher! Da sitzen wir eben
+in unsrem Kirchstuhle und wenn ich hinunter sehe, kenne ich
+alle Menschen. Und wenn unser Herr Kantor die Orgel
+<pb n='60'/><anchor id='Pg060'/>spielt und die Bauernjungen so laut und kräftig anfangen
+zu singen – und mein lieber Herr Prediger besteigt die
+Kanzel und predigt so schön zu Herzen, dann ist es mir so
+feierlich, so ganz anders als hier! – ach, und manchmal,
+wenn die Sonnenstrahlen durch das bunte Kirchenfenster
+fallen und so schöne Farben auf den Fußboden malen, dann
+ist es so herrlich, so herrlich, wie nirgendwo auf der ganzen
+Welt!«
+</p>
+ </body></text>
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img060.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Hier mußte Ilse mitten im Lesen innehalten und eine
+Pause machen. Der Gedanke an die Heimat und die Sehnsucht
+dahin überwältigten sie dermaßen, daß sie weinen mußte.
+Erst als ihre Thränen wieder getrocknet waren, las sie zu
+Ende.
+</p>
+
+<pb n='61'/><anchor id='Pg061'/>
+
+<p>
+ <text><body>
+ <div><p><anchor id="corr061"/><corr sic="(fehlt)">»Grüße nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die</corr>
+Mama; das Tagebuch, das sie mir mit eingepackt hat, kann
+ich nicht gebrauchen, ich habe keine Zeit, etwas hineinzuschreiben.
+Aber ich bedanke mich dafür. Nun leb’ wohl,
+mein lieber, süßer, furchtbar netter Papa. Ich küsse Dich
+hunderttausendmal. Bitte, gieb auch Bob einen Kuß und
+grüße Johann von
+</p>
+ <salute rend="text-align: right">Deiner<lb/>Dich unbeschreiblich liebenden Tochter</salute>
+ <signed rend="text-align: right"><hi rend='gesperrt'>Ilse</hi>.</signed></div>
+ <div><p>
+<hi rend='antiqua'>N. S.</hi> Ich will gern Zeichenunterricht nehmen bei dem
+Herrn Professor Schneider, ich darf doch? Morgen fange
+ich an.
+</p>
+
+<p>
+<hi rend='antiqua'>N. S.</hi> Beinah hätte ich vergessen, Dir zu schreiben,
+daß Du mir doch eine Kiste mit Kuchen und Wurst schickst.
+Nellie ist immer so hungrig, wenn wir des Abends im Bette
+liegen und ich auch.
+</p>
+<p>
+<hi rend='antiqua'>N. S.</hi> Lieber Papa, ich kriege immer so viel Schelte,
+daß ich so ungeschickt esse, schreibe mir doch, ob das nicht
+sehr unrecht ist. Der Mama sage nichts hiervon. Deine
+Hand drauf! – Fräulein Güssow habe ich sehr lieb.« –
+</p>
+ </div>
+ </body></text>
+</p>
+
+<p>
+Gerade saßen Ilses Eltern mit dem Prediger zusammen
+auf der Veranda am Kaffeetische, als ihr langer Brief eintraf.
+Der Oberamtmann las ihn vor und wurde bei einigen Stellen
+so gerührt, daß er kaum weiter zu lesen vermochte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich möchte das arme Kind zurückhaben,« sagte er, nachdem
+er zu Ende gelesen, »es fühlt sich unglücklich, und ich sehe
+nicht ein, warum wir unsrer einzigen Tochter das Leben so
+verbittern sollen. Was meinst du, Annchen, und Sie, lieber
+Vollert, wär’ es nicht besser?«
+</p>
+
+<p>
+Der Prediger durchlas noch einmal den Brief, faltete ihn
+wieder zusammen und machte ein höchst zufriedenes Gesicht.
+</p>
+
+<p>
+»Ich bin nicht Ihrer Meinung,« entgegnete er, »ja ich
+würde das für eine Sünde halten. Ilse ist bereits auf dem
+Wege einzusehen, daß sie noch vieles lernen muß, sie vergleicht
+<pb n='62'/><anchor id='Pg062'/>sich mit den Genossinnen und erkennt ihre Fehler, die Lücken
+in ihrem Wissen. Wir haben schon mehr erreicht in dieser
+kurzen Zeit, als ich mir gedacht habe.«
+</p>
+
+<p>
+»Das Heimweh ist ja natürlich,« fiel Frau Anne ein,
+»bedenke nur, wie schwer es einem an die Freiheit gewöhnten
+Wesen werden muß, sich plötzlich in den Schulzwang zu fügen!
+Die Regelmäßigkeit des Instituts ist ihrer ungebändigten Natur
+zuwider; zu Ilses Glück, sie wird sich fügen lernen, ihre Wildheit
+abstreifen und ein liebes, herziges Mädchen sein.«
+</p>
+
+<p>
+Der Oberamtmann war verstimmt, daß man ihn nicht
+verstand. Weder der Prediger noch Frau Anne überzeugten
+ihn mit ihren Vernunftgründen. Er urteilte eben nur mit
+seinem weichen Herzen, und das litt sehr bei dem Gedanken
+an sein heimwehkrankes Kind.
+</p>
+
+<p>
+Ilses Wünsche wurden natürlich alle erfüllt und zwar umgehend:
+Es mußte Kuchen gebacken und die schönste Wurst,
+nebst einem Stück Schinken aus der Rauchkammer geholt
+werden. Der Oberamtmann packte selbst die kleine Kiste und
+legte noch allerhand Leckereien mit hinein.
+</p>
+
+<p>
+»Not soll sie wenigstens nicht leiden,« sagte er zu seiner
+Frau, die ihm lächelnd zusah. »Junge Menschen, die noch
+wachsen, haben immer Hunger. Wenn der Magen knurrt,
+muß er sein Teil haben; der beruhigt sich nicht, wenn man
+zu ihm sagt: ›Warte nur bis es zwölf schlägt oder Morgen
+oder Abend ist, dann bekommst du etwas.‹«
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne hätte gern erwidert, daß es viel besser sei,
+den Magen an regelmäßige Mahlzeiten zu gewöhnen, als zu
+jeder Tageszeit zu essen, aber sie schwieg. Sie dachte mit
+Recht, daß mit der Zeit Ilse von selbst von dieser Untugend
+zurückkommen werde.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<pb n='63'/><anchor id='Pg063'/>
+
+<p>
+Es war an einem Mittwoch Nachmittag im Monat
+August. Die erwachsenen Mädchen der Pension saßen im
+Speisezimmer beisammen, stopfend, flickend oder mit anderen
+Arbeiten dieser Art beschäftigt. Es war sehr heiß und gewitterschwül,
+und durch die geöffneten Fenster drang kein erfrischender
+Luftzug.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hielt ihren Strickstrumpf in der Hand und quälte
+sich, Masche auf Masche abzuheben. Es machte ihr Mühe mit
+den heißen, feuchten Fingern. Die Nadeln saßen so fest in
+den Maschen, daß sie kaum zu schieben waren. Sie glühte
+wie eine Rose bei ihrer sauren Arbeit, und der graue Strumpf,
+der eigentlich weiß sein sollte, wurde öfters aus der Hand
+gelegt. Nun fielen auch noch einige Maschen herunter, und
+Fräulein Güssow, die anwesend war, forderte Ilse auf, einmal
+zu versuchen, ob sie dieselben nicht allein wieder aufnehmen
+könne.
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann das nicht,« sagte Ilse, »die Nadeln kleben so,
+ich mag sie nicht mehr anfassen.«
+</p>
+
+<p>
+»Wasche dir die Hände,« riet Fräulein Güssow, »dann
+wird es besser gehen.«
+</p>
+
+<p>
+»Das hilft nicht,« erwiderte Ilse unmutig und legte das
+Strickzeug vor sich hin.
+</p>
+
+<p>
+Die Mädchen lachten, und Grete, die ihr gegenübersaß,
+nahm es vorwitzig in die Hand, um den Fehler zu verbessern.
+</p>
+
+<p>
+Ilse nahm es ihr fort. »Laß liegen,« sagte sie, »es ist
+mein Strumpf!«
+</p>
+
+<p>
+Ehe noch Fräulein Güssow sie wegen ihres unpassenden
+Wesens zurechtweisen konnte, trat Fräulein Raimar in das
+Zimmer. Sie ging von einer Schülerin zur andern und
+prüfte deren Arbeiten, sie that dies zuweilen, um sich an den
+Fortschritten zu erfreuen, oder auch zu tadeln, wenn es
+nötig war.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, wie steht es mit dir, Ilse?« fragte sie. »Hast du
+deinen Strumpf bald fertig? Zeige ihn einmal her.«
+</p>
+
+<pb n='64'/><anchor id='Pg064'/>
+
+<p>
+Ilse that, als habe sie die Aufforderung nicht verstanden,
+sie schämte sich ihrer schmutzigen Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+»Ich will dein Strickzeug sehen, Ilse, hast du mich nicht
+verstanden?«
+</p>
+
+<p>
+Etwas streng und hart klangen die Worte der Vorsteherin,
+und nun war es Trotz, weshalb sie den Gehorsam
+versagte.
+</p>
+
+<p>
+Aufgebracht über diesen Widerstand nahm Fräulein Raimar
+ihr den Strumpf unsanft aus der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Ich bin gewöhnt, daß meine Schülerinnen mir gehorchen
+und du wagst es, dich zu widersetzen? – Seht einmal Kinder,«
+fuhr sie fort und hielt mit spitzen Fingern das Strickzeug in
+die Höhe, »was sagt ihr zu dieser Arbeit? Sieht sie wohl aus,
+als ob sie einem erwachsenen Mädchen angehöre? Schäme
+dich! Niemals wieder will ich ein so unsauberes Strickzeug
+sehen.«
+</p>
+
+<p>
+Aller Augen waren auf dasselbe gerichtet, und einige
+Pensionärinnen glaubten sich durch die Frage der Vorsteherin
+berechtigt, ein Wort mitzureden. Die vorlaute Grete meinte,
+daß ihre kleine fünfjährige Schwester daheim weit besser und
+sauberer stricke, ihr Strumpf sähe wie Schnee gegen Ilses
+aus, sie dürfe aber auch niemals mit schmutzigen Händen
+stricken.
+</p>
+
+<p>
+Die ästhetische Flora verglich das façonlose Ding mit
+einem Kaffeebeutel, ein Vergleich, der Annemie so in das Lachen
+brachte, daß sie sich gar nicht wieder beruhigen konnte.
+</p>
+
+<p>
+Was in diesem Augenblicke in Ilses Innerem vorging,
+ist schwer zu beschreiben. Sie sah sich verlacht und verspottet
+von allen Seiten und durfte sich nicht dagegen verteidigen. Ihr
+heißes Blut, ihre unbändige Natur bäumten sich mit aller Macht
+auf gegen die, wie sie glaubte, ihr öffentlich angethane Schmach.
+Sie geriet in eine so blinde Wut, wie sie bis jetzt noch niemals
+empfunden hatte, sie ballte die Hände und biß hinein,
+ihre Augen füllten sich mit heißen, trotzigen Thränen.
+</p>
+
+<pb n='65'/><anchor id='Pg065'/>
+
+<p>
+Fräulein Raimar hatte bereits das Zimmer verlassen, doch
+die Thür desselben hinter sich offen gelassen, sie hielt sich noch
+auf dem Korridor auf. Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen,
+ahnte sie nicht, sie würde ihn auch schwerlich begriffen
+haben, glaubte sie doch fest, durch eine öffentliche Beschämung
+Ilses Widerstand ein für allemal geheilt zu haben.
+Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemüt! Gerade
+das Gegenteil hatte sie hervorgerufen. Ilses wilder Trotz stand
+in lichterlohen Flammen.
+</p>
+
+<p>
+»Neckt sie nicht!« gebot Fräulein Güssow, die Ilse besser
+verstand. »Ich will nicht, daß ihr sie auslacht!«
+</p>
+
+<p>
+Und Nellie, die einzige, welche mitleidig dem ganzen Auftritt
+zugesehen, nahm gutmütig den verachteten Strumpf in die
+Hand, um ihn wieder in Ordnung zu bringen.
+</p>
+
+<p>
+»Laß!« rief Ilse und ihr ganzer Grimm entlud sich auf
+Nellies unschuldiges Haupt, »laß! Was kümmern dich meine
+Sachen?«
+</p>
+
+<p>
+»Gieb doch her,« bat diese sanft, »ich mach’ dich alles
+wieder gut.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Ilse hörte nicht darauf und riß es Nellie aus der
+Hand, und ehe noch diese sie zurückhalten konnte, warf sie im
+höchsten Zorne das unglückselige Strickzeug gegen die Wand.
+Die Nadeln schlugen klirrend aneinander und das Knäuel kollerte
+weit fort, zur offnen Thür hinaus, bis zu den Füßen der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p>
+Vielleicht hätte dieselbe kein Arg an diesem kleinen Zufall
+gefunden, wenn nicht zu gleicher Zeit laute Ausrufe wie »Ah!«
+und »o!« ihr Ohr getroffen und ihr verkündet hätten, daß
+etwas Unerhörtes passiert sein müsse.
+</p>
+
+<p>
+»Was giebt es?« fragte sie hastig eintretend. Sie erhielt
+keine Antwort; aber ihr Blick fiel auf das Strickzeug am
+Fußboden und sie erriet das Ganze.
+</p>
+
+<p>
+»Warfst du es absichtlich hierher?« richtete sie an Ilse
+die Frage, und ihre Stimme bebte vor Aufregung, in ihren
+<pb n='66'/><anchor id='Pg066'/>stets so ruhig blickenden Augen blitzte es unheimlich auf. –
+»Antworte – ich will es wissen!«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« sagte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Komm hierher und nimm es wieder auf!«
+</p>
+
+<p>
+Die Heftigkeit der Vorsteherin machte Ilse nur verstockter,
+sie rührte sich nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Hast du verstanden, was ich dir befahl? Glaubst du mir
+trotzen zu können? Ich verlange, daß du mir gehorchst!«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete Ilse zum Entsetzen der anwesenden
+Pensionärinnen, »ich thue es nicht!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow sah die Widerspenstige traurig und bekümmert
+an. Nicht Zorn, nur Mitleid empfand sie mit derselben.
+»Wenn ich dich ändern könnte! Wenn es mir gelänge,
+dich auf einen andern Weg zu bringen, armes, verblendetes
+Kind!« dachte sie und beschloß, nichts unversucht zu lassen, um
+Ilse von ihrem bösen Fehler zu heilen.
+</p>
+
+<p>
+Solange sie Vorsteherin des Pensionats war, hatte Fräulein
+Raimar niemals Aehnliches erlebt. Trotz ihrer stets so
+maßvollen Ruhe war sie für den Augenblick fassungslos und
+ungewiß, was mit Ilse geschehen solle.
+</p>
+
+<p>
+»Geh auf dein Zimmer,« befahl sie kurz, »und bleibe
+dort! Das andre wird sich finden.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse erhob sich und ging hinauf. Nachdem sie in ihrem
+Zimmer angelangt, brach der furchtbare Sturm, den sie mühsam
+zurückgehalten hatte, los. Sie warf sich auf einen Stuhl
+und weinte laut. Stürmisch rief sie nach ihrem Papa, daß
+er komme und sie holen möge – klagte die Mama an, die sie
+in diese fürchterliche Anstalt gebracht – kurz fühlte sich verzweifelt
+und verlassen, wie nie im Leben.
+</p>
+
+<p>
+Allerhand Gedanken jagten durch ihren Kopf, der zum
+Zerspringen brannte, kindisch und unausführbar. Zuerst wollte
+sie davonlaufen, – wohin war ihr gleich, nur fort, damit sie
+die böse Vorsteherin, die stets einen Aerger auf sie gehabt, und
+die abscheulichen Mädchen, die sie verhöhnt hatten, von denen
+<pb n='67'/><anchor id='Pg067'/>keine sie lieb hatte, nicht wieder sehe – niemals! Kein Mensch
+mochte sie leiden, nur der Papa. O, wenn sie gleich bei ihm
+wäre!
+</p>
+
+<p>
+Der Gedanke, daß sie zurück müsse nach Moosdorf, behielt
+die Oberhand. Sie fing an, ihre Sachen aus der Kommode
+zu räumen und war eben im Begriff, das Mädchen zu beauftragen,
+ihr den Koffer vom Boden herabzuholen, als Nellie und
+gleich darauf Fräulein Güssow in das Zimmer traten.
+</p>
+
+<p>
+Erstaunt blickte letztere auf die umherliegenden Sachen.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, Ilse, was soll denn das bedeuten?« fragte sie.
+</p>
+
+<p>
+Anstatt zu antworten vergrub Ilse das Gesicht in beiden
+Händen und schluchzte laut.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow ließ sie einige Augenblicke gewähren,
+dann zog sie ihr leise die Hände vom Gesicht.
+</p>
+
+<p>
+»Beruhige dich, Kind,« sprach sie in sanftem Tone, »dann
+will ich mit dir reden.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann nicht! Ich will fort!« stieß Ilse leidenschaftlich
+heraus.
+</p>
+
+<p>
+»Du mußt dich beherrschen, Herz. Ich glaube gern, daß
+es dir schwer wird, dein trotziges Ich zu zähmen, aber du
+mußt es thun, es ist notwendig. Siehst du nicht ein, Ilse,
+wie unrecht, wie ungezogen du gehandelt hast?«
+</p>
+
+<p>
+Diese schüttelte den Kopf. »Sie haben mich alle gereizt,«
+entgegnete sie abgebrochen schluchzend – »Fräulein
+Raimar hat mich so furchtbar blamiert – alle haben mich
+ausgelacht!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow hatte das Gefühl, als sei es besser gewesen,
+wenn die Vorsteherin ihren berechtigten Tadel in einer
+andern Weise ausgesprochen hätte, – doch das war nun einmal
+geschehen und nicht zu ändern.
+</p>
+
+<p>
+»Du irrst,« entgegnete sie, »nicht Fräulein Raimar, sondern
+du selbst hast dich lächerlich gemacht. Denke einmal zurück,
+wie du dich benommen hast. – Uebrigens,« fuhr sie fort, »du
+darfst nicht so trostlos sein und dir nicht allzuschwere Gedanken
+<pb n='68'/><anchor id='Pg068'/>darüber machen. Wenn du morgen verständig bist, ist alles
+vergessen. Die Mädchen haben dich alle lieb.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nein,« rief Ilse, »mich hat niemand lieb! Ich
+weiß es wohl! – Ich bin dumm und ungeschickt und ich will
+fort – zu meinem Papa!«
+</p>
+
+<p>
+»Wenn du so sprechen willst, Ilse, dann verlasse ich dich.
+Du weißt, wie sehr ich dich lieb habe, dergleichen kindische
+Reden aber will ich nicht von dir anhören. Soll ich gehen?
+– willst du vernünftig sein?« –
+</p>
+
+<p>
+Ilse schwieg und die junge Lehrerin wandte sich der Thür
+zu. Als sie im Begriffe war dieselbe zu öffnen, eilte Ilse auf
+sie zu.
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, bleiben Sie,« bat sie und hielt sie an der
+Hand fest.
+</p>
+
+<p>
+»Von Herzen gern, wenn du mich ruhig anhören willst.«
+</p>
+
+<p>
+Sie setzte sich auf einen Stuhl am Fenster und nahm
+Ilse in den Arm.
+</p>
+
+<p>
+»Wie heiß du bist, du böser Trotzkopf,« sagte sie und
+streichelte ihr liebevoll die erhitzten Wangen. »Nellie, gieb
+Ilse ein Glas Wasser.«
+</p>
+
+<p>
+Die Angeredete hatte stumm und still am andern Fenster
+gelehnt und der Freundin lautes Schluchzen mit heimlichen
+Thränen begleitet, jetzt sprang sie hinzu und reichte das Gewünschte.
+</p>
+
+<p>
+»Trink einer kühle Schluck, er wird dir ruhig machen,«
+redete sie herzlich zu. »Du mußt nie wieder sagen, daß wir
+dir nicht liebten, du böse, böse Ilse! – Nicht mehr weinen
+darfst du, komm, ich mache deine Gesicht kalt.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie tauchte einen Schwamm in das Wasser und kühlte
+damit Ilses brennende Augen und Wangen.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, mein Kind,« fragte Fräulein Güssow, als Ilse sich
+etwas beruhigt hatte, »was gedenkst du zu thun?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich muß heute noch abreisen,« entgegnete sie, »hier
+bleiben kann ich nicht.«
+</p>
+
+<pb n='69'/><anchor id='Pg069'/>
+
+<p>
+»Also noch immer möchtest du mit deinem Kopfe die Wand
+einstoßen. Der Gedanke, daß du nachgeben mußt, daß es an
+dir ist, um Verzeihung zu bitten, kommt dir gar nicht in den
+Sinn! Du hast Fräulein Raimar bitter gekränkt, denkst du
+nicht daran, sie wieder zu versöhnen? Sprich!«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« rief Ilse und warf den Kopf zurück, »Fräulein
+Raimar hat mich beleidigt und furchtbar gekränkt! Ich bitte
+sie nicht um Verzeihung! Noch niemals habe ich jemand um
+Verzeihung gebeten – und ich thue es auch jetzt nicht!
+Nein!«
+</p>
+
+<p>
+Das war wieder ein trotziger, böser Ausfall von ihr,
+dennoch verlor Fräulein Güssow nicht die Geduld, sie blieb
+ruhig und sanft.
+</p>
+
+<p>
+»Du batest niemals um Verzeihung, Ilse? Das wundert
+mich; aber du hast deinem Papa ein gutes Wort gegeben,
+wenn du unartig warst und er dir zürnte.«
+</p>
+
+<p>
+»Meinem Papa!« wiederholte Ilse und sah höchst erstaunt
+die junge Lehrerin an. »Niemals hat er mir gezürnt, er war
+immer, immer gut, ich konnte machen, was ich wollte.«
+</p>
+
+<p>
+»So,« sprach Fräulein Güssow und meinte jetzt den
+Schlüssel zu Ilses Eigensinn in des Vaters zu großer Nachgiebigkeit
+gefunden zu haben. »Und die Mama, war auch sie
+stets damit zufrieden, was du thatest, – kränktest du sie niemals?
+Sage einmal aufrichtig.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse blickte nachdenklich vor sich hin. Sie konnte nicht
+leugnen, sie hatte dieselbe oftmals durch ihren Widerstand gekränkt.
+</p>
+
+<p>
+»Ich glaube, daß ich es that,« sagte sie zögernd.
+</p>
+
+<p>
+»Und dann sagtest du: vergieb mir, liebe Mama, nicht
+wahr?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse schüttelte den Kopf. »Nein,« sagte sie, »niemals habe
+ich das gethan. Mama hat es auch gar nicht von mir verlangt,
+sie weiß, daß ich einmal nicht bitten kann.«
+</p>
+
+<p>
+»Ein Kind muß bitten können! Und ein Mädchen vor
+<pb n='70'/><anchor id='Pg070'/>allem. O Ilse! Auch du mußt es lernen, noch ist es nicht
+zu spät!« sprach Fräulein Güssow sehr erregt. »O Ilse, wenn
+doch meine Worte es vermöchten, dich so recht aus deiner Verblendung
+aufzurütteln! Lerne nachgeben, mein Kind, lerne vor
+allem dich beherrschen! Thust du es nicht, so nimmt das Leben
+dich in seine harte Schule und bereitet dir viel Herzeleid und
+Kummer. Glaube mir, Trotz und Widerstand sind böses Unkraut
+in einem Mädchenherzen, und oftmals überwuchern sie
+die besten, heiligsten Gefühle! Geh’ hinunter, Kind, bitte Fräulein
+Raimar um Vergebung. Ueberwindest du heute deinen
+harten Sinn, so hast du gewonnen für alle Zeit!«
+</p>
+
+<p>
+Sie hatte warm und eindringlich gesprochen, und in ihren
+braunen Augen standen Thränen. Ilse war auch seltsam ergriffen
+von ihren Worten, aber Abbitte thun, – das konnte
+sie trotzdem nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann es nicht,« sagte sie zögernd, aber bestimmt.
+</p>
+
+<p>
+»Du willst nicht, aber du mußt,« entgegnete Fräulein
+Güssow im höchsten Grade erregt. »Gott! giebt es denn kein
+Mittel, daß ich dich von deinem Starrsinn heilen kann!« –
+</p>
+
+<p>
+»Komm, setze dich zu mir,« fuhr sie ruhiger fort, »ich
+will dir eine wahre Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen
+Mädchenherzen erzählen, das sein Lebensglück einer
+kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch sagen
+wirst: <anchor id="corr070"/><corr sic="(doppelte Anführungszeichen)">›Ich kann nicht,‹</corr> dann gehe hin und folge deinem
+harten Kopfe, – ich werde nie wieder den Versuch machen,
+ihn zu beugen ...«
+</p>
+
+<p>
+Noch niemals hatte jemand in einem so überzeugenden
+Tone zu Ilse gesprochen, derselbe verfehlte seine Wirkung
+nicht. Willig und gehorsam setzte sie sich der jungen Lehrerin
+gegenüber und sah erwartungsvoll und gespannt auf sie. Der
+häßliche, trotzige Ausdruck schwand aus ihrem Gesichte und
+wer sie jetzt sah, würde nicht geglaubt haben, daß diese Ilse
+und die andre, die sich vor kaum einer Stunde so wild und
+unbändig betragen, ein und dieselbe sei.
+</p>
+
+<pb n='71'/><anchor id='Pg071'/>
+
+<p>
+Fräulein Güssow hatte den Kopf auf das Fensterbrett
+gestützt und blickte gedankenvoll hinaus in den Garten. Ihr
+blasses Gesicht hatte sich leicht gerötet und um den Mund
+lag ein schmerzlicher Zug. Es schien fast, als ob ein heftiger
+Kampf in ihr arbeite, als ob es ihr schwer werde, mit dem
+ersten Worte zu beginnen. Plötzlich erhob sie sich.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist hier so drückend und schwül,« sagte sie und öffnete
+die Fensterflügel.
+</p>
+
+<p>
+Ein erquickender Luftzug strömte ihr entgegen, ein Gewitter
+war im Anzuge. Sausend fuhr der Wind durch die
+Wipfel der Bäume, in der Ferne grollte der Donner.
+</p>
+
+<p>
+»Wie das wohl thut,« fuhr sie mit einem tiefen Atemzuge
+fort, »die Hitze lag mir schwer wie Blei auf der Brust.
+– Wie alt bist du, Ilse?« unterbrach sie sich plötzlich wie in
+halber Zerstreuung.
+</p>
+
+<p>
+»Im nächsten Monat werde ich sechzehn Jahre.«
+</p>
+
+<p>
+»Sechzehn Jahre!« wiederholte die Lehrerin, »dann bist
+du alt und auch verständig genug, denke ich, die traurige Geschichte
+meiner Jugendfreundin zu begreifen. Hör’ zu.
+</p>
+
+<p>
+»Es war einmal ein junges, fröhliches Menschenkind,
+das mit seinen sechzehn Jahren die Welt zu erstürmen meinte.
+Vater und Mutter waren ihm früh gestorben und so kam es,
+daß die kleine Waise zu der Großmutter gegeben wurde, die
+sie erzog und von Grund auf verzog. Lucie, so wollen wir
+das Mädchen nennen, hatte nie gelernt zu gehorchen oder sich
+zu fügen, sie erkannte nur einen Willen an, und das war der
+eigene. Das war sehr schlimm für sie, denn bei manchen
+guten Eigenschaften des Herzens besaß Lucie einen häßlichen
+Fehler, den Trotz.
+</p>
+
+<p>
+»Anstatt denselben durch unerbittliche Strenge schon in
+der Kindheit zu zügeln, pflegte ihn die Großmama durch allzugroße
+Nachsicht.
+</p>
+
+<p>
+»›Warum soll ich dem Kinde nicht seinen Willen thun?‹
+fragte sie, wenn man sie zuweilen auf ihre Schwäche
+auf<pb n='72'/><anchor id='Pg072'/>merksam machte, ›ist es nicht schlimm genug, daß es keine
+Eltern hat? Ich kann es nun einmal nicht traurig sehen.‹«
+</p>
+
+<p>
+»War Lucie hübsch?« fragte Nellie, die sich hinter Ilses
+Stuhl gestellt und den Arm um deren Schulter gelegt hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich glaube wohl,« entgegnete die Angeredete und errötete
+leicht, »wenigstens hat man es dem erwachsenen Mädchen
+oftmals gesagt. Doch das ist Nebensache – hört mich
+weiter an.
+</p>
+
+<p>
+»Die Großmutter besaß ein herrliches Landhaus, dessen
+Park sich an einen bewaldeten Bergesabhang lehnte. Man
+durfte nur eine kleine Pforte, die sich am Ausgange des
+Grundstückes befand, durchschreiten und befand sich im schönsten
+Walde, den ihr euch denken könnt.
+</p>
+
+<p>
+»Selten kamen Spaziergänger aus dem nahen Städtchen
+dorthin, desto öfter benutzte Lucie die kleine Ausgangspforte,
+durchstreifte den Wald bis an die Spitze des Berges, oder
+was sie noch häufiger that, sie lagerte sich an irgend einem
+versteckten Platze. So im weichen, schwellenden Moose zu
+liegen, ein gutes Buch zu lesen und darüber die Welt zu
+vergessen, – das war die höchste Wonne ihres Lebens.
+</p>
+
+<p>
+»Eines Tages hatte sie wieder ihren Lieblingsplatz am
+Fuße einer Eiche aufgesucht. Die Luft war heiß und schwül
+und doppelt wohlthuend empfand sie die Waldeskühle. Sie
+streckte die schlaffen Glieder im Moose aus und blickte hinauf
+in das grüne Blätterdach. Nicht lange, dann öffnete sie das
+mitgebrachte Buch und las. So vertieft war sie bald in den
+Inhalt desselben, daß sie der Gegenwart ganz entrückt war. –
+</p>
+
+<p>
+»Eine männliche Stimme schreckte sie plötzlich auf.
+Aergerlich über die Störung blickte sie auf und sah in das
+lächelnde Antlitz eines jungen Mannes, der mit Pinsel und
+Palette in der Hand vor ihr stand.
+</p>
+
+<p>
+»›Ein wunderbares Bild!‹ rief er aus. ›Wahrlich, ich
+hätte Lust, dasselbe zu malen! Bleiben Sie in der Stellung,‹
+bat er, als Lucie sich schnell erheben wollte, ›nur wenige
+<pb n='73'/><anchor id='Pg073'/>Augenblicke! Aber so böse dürfen Sie nicht aussehen, –
+nein, ich bitte, wieder derselbe Zug von Spannung um den
+Mund, – dasselbe erwartungsvolle Lächeln – bitte!‹
+</p>
+
+<p>
+»›Was fällt Ihnen ein?‹ rief Lucie aufgebracht und
+erhob sich mit einem Sprunge. Dabei fiel ihr das Buch aus
+der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Er kam ihr zuvor, als sie sich schnell darnach bücken
+wollte; doch ehe er es ihr überreichte, las er das Titelblatt.
+</p>
+
+<p>
+»›Werthers Leiden‹, bemerkte er und lachte lustig. ›Dacht’
+ich es doch! Natürlich verbotene Lektüre, die in der Waldeinsamkeit
+verschlungen wird! Oder hat der Herr Papa vielleicht
+Ihnen diese gefährliche Geschichte erlaubt?‹
+</p>
+
+<p>
+»Lucie entriß ihm das Buch, aber sie wurde über und
+über rot.
+</p>
+
+<p>
+»›Ich verbitte mir Ihre Bemerkungen!‹ entgegnete sie
+zornig. ›Wer hat Ihnen erlaubt, mich zu beobachten?‹
+</p>
+
+<p>
+»›Ich nahm mir selbst die Freiheit,‹ sagte er sich verbeugend,
+›und bitte dafür um Verzeihung. Ein Zufall brachte
+mich in Ihre Nähe, dort jene Buchengruppe war ich im Begriffe
+zu malen, – da erblickte ich Sie, und können Sie
+mir verdenken, daß ich dem Zauber nicht widerstehen konnte,
+Sie zu betrachten?‹
+</p>
+
+<p>
+»Sie gab keine Antwort, ja sie grüßte nicht einmal, als
+sie eilig davon ging. Sie empfand Unwillen und Aerger über
+den Aufdringlichen und doch – gefiel er ihr.« –
+</p>
+
+<p>
+»War er ein schön Mann?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, er war schön und klug und gut. Von den letzteren
+Eigenschaften konnte Lucie sich bald überzeugen, denn
+der Maler machte unter irgend einem Vorwande einen Besuch
+in der Großmutter Hause.
+</p>
+
+<p>
+»Wie bald er der Liebling derselben, wie er nach und
+nach täglicher Gast bei ihr wurde und wie er endlich der
+trotzigen Lucie Herz gewann, das kann ich euch nicht erzählen,
+nur so viel, daß sie eines Tages seine Braut war.
+</p>
+
+<p><pb n='74'/><anchor id='Pg074'/>»Es war ihm nicht leicht geworden, ihr Jawort zu erringen,
+denn wenn er heute glaubte, daß sie ihn gern möge,
+war er morgen vom Gegenteil überzeugt. Wenn er im Begriffe
+war, sie zu fragen: hast du mich lieb? reizte sie ihn
+gerade durch Trotz und Widerstand, und das Wort erstarb
+ihm auf den Lippen.
+</p>
+
+<p>
+»Endlich trug er den Sieg davon. An ihrem achtzehnten
+Geburtstage war es, als sie mit ihm vor die Großmama
+trat und jubelnd ausrief:
+</p>
+
+<p>
+»›Ich bin Braut!‹
+</p>
+
+<p>
+»Nun, glaubt ihr, Lucie ist eine andre geworden? Das
+Glück und die Liebe haben sie nachsichtiger gestimmt, nicht
+wahr, ihr glaubt, das könne nicht anders sein? – Wie seid
+ihr im Irrtum! Das Gegenteil war der Fall. Ihr Widerstand
+trat gegen den Mann, den sie von ganzem Herzen
+liebte, oftmals heftiger hervor, als je vorher.
+</p>
+
+<p>
+»Welche Mühe gab er sich, sie von diesem Fehler zu
+heilen, wie eindringlich und liebevoll stellte er ihr die Folgen
+desselben vor; sie hörte ihn an und versprach sich zu bessern,
+– aber ihr Wort hielt sie nicht, – – leider! – Hätte sie
+es gethan, wie viel Kummer und Herzeleid hätte sie sich erspart!«
+</p>
+
+<p>
+Einen Augenblick hielt die junge Lehrerin inne, ein
+scharfer Beobachter hätte ihr ansehen können, wie schwer es
+ihr wurde, die Geschichte weiter zu erzählen, – die jungen
+Mädchen indessen merkten nichts davon. Sie glaubten, die
+Heftigkeit des Gewitters habe die Pause hervorgerufen.
+</p>
+
+<p>
+»O bitte, fahren Sie fort,« bat Nellie, deren Augen
+vor Entzücken glänzten; niemals bis jetzt hatte das Fräulein
+ähnliches erzählt, »bitte, weiter! O, ich bin zu gierig,
+weiter zu wissen!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse saß still und sinnend da. Was sie da hörte, berührte
+eine verwandte Saite in ihr, oftmals hatte sie das
+Gefühl, als ob das junge Mädchen nicht Lucie, sondern Ilse
+geheißen habe. –
+</p>
+
+<pb n='75'/><anchor id='Pg075'/>
+
+<p>
+»Lucies Brautzeit neigte sich zu Ende,« fuhr Fräulein
+Güssow fort, »in vier Wochen sollte die Hochzeit sein. An
+dem Morgen eines herrlichen Maitages saß das Brautpaar
+auf der Veranda vor dem Hause und träumte sich in die
+Zukunft hinein. Es wurde eine Reise nach der Schweiz und
+Italien geplant, – den ganzen Sommer wollten sie umherschweifen,
+und wo es ihnen am schönsten gefiel, dort wollten
+sie für den Winter ihr Nest bauen.
+</p>
+
+<p>
+»Der Himmel wölbte sich hoch und blau über ihnen,
+die Frühlingssonne lachte sie freundlich an, – ringsum
+blühte, duftete und zwitscherte es, kein Mißton störte das
+wunderbare Lenzesleben.
+</p>
+
+<p>
+»Lucie machte Pläne und malte sich aus, wie sie leben
+und wie sie sich einrichten wollten. Sie hing am Aeußeren
+und hatte eine lebhafte Phantasie, da war es denn am Ende
+ganz natürlich, daß ihre Wünsche und Hoffnungen bis an den
+Himmel reichten.
+</p>
+
+<p>
+»Er hatte ihrem Geplauder lächelnd gelauscht, ohne sie
+zu unterbrechen. Da gab ihm ein unglücklicher Zufall die
+Frage ein: ›Wie würdest du es ertragen, Lucie, wenn wir
+uns ganz einfach einrichten müßten, wenn wir nicht reisen
+könnten – wenn wir wenig Mittel hätten, – mit einem
+Worte, wenn die Not an uns herantreten würde?‹
+</p>
+
+<p>
+»›Die Not?‹ fragte sie erstaunt und sah ihn beinahe
+entsetzt an. ›Das wäre furchtbar!‹
+</p>
+
+<p>
+»›Du giebst mir keine Antwort auf meine Frage, liebes
+Herz. Ich meine, ob deine Liebe zu mir so stark sein würde,
+daß du ohne Klage auch ein armseliges Los mit mir teilen
+würdest?‹ –
+</p>
+
+<p>
+»Es verdroß sie, daß Curt, so hieß der Maler, durch unnütze
+Fragen einen Mißklang in ihre frohe Stimmung brachte.
+</p>
+
+<p>
+»›Laß doch den Unsinn!‹ wehrte sie ab, ›wir werden nie
+in solche Lage kommen. Ich bin reich und deine Bilder
+werden hoch bezahlt.‹
+</p>
+
+<pb n='76'/><anchor id='Pg076'/>
+
+<p>
+»›Man kann nicht wissen, was in den Sternen für uns
+geschrieben steht,‹ entgegnete er ernst. ›Du könntest zum Beispiel
+dein Vermögen verlieren, – und ich – nun wenn ich
+krank würde und nicht malen könnte?‹
+</p>
+
+<p>
+»›Warum quälst du mich mit allerhand dummen Möglichkeiten,
+Curt,‹ sagte sie ungeduldig. ›Ich antworte dir nicht
+auf solche Fragen.‹ Und sie wandte sich halb von ihm ab.
+</p>
+
+<p>
+»›Du sprichst jetzt gegen deine bessere Ueberzeugung, du
+kleine Widerspenstige,‹ sagte er halb ernst, halb scherzhaft.
+›Ich weiß, du wirst mir ganz bestimmt meine Gewissensfrage
+beantworten, ich weiß auch, meine Lucie würde den Mut
+haben, ein sorgenvolles Leben mit mir zu teilen, wie sie
+meine Gefährtin in Glück und Wohlstand werden wollte.
+Nicht wahr? Du siehst ein, Liebling, daß ich von meiner
+zukünftigen Frau das verlangen kann?‹
+</p>
+
+<p>
+»›Das sehe ich nicht ein!‹ rief Lucie sehr entrüstet und
+entzog ihm ihre Hand, die er liebevoll ergriffen hatte. ›Armselige
+Verhältnisse würden mich unglücklich machen – ja,
+unglücklich machen!‹ wiederholte sie, als er sie zweifelnd ansah,
+›lieber würde ich gar nicht heiraten!‹
+</p>
+
+<p>
+»Er wurde blaß bei ihren Worten, aber noch wollte er
+nicht an den Ernst derselben glauben. ›Hast du mich lieb,
+Lucie?‹ fragte er sie.
+</p>
+
+<p>
+»›Ja, aber in einer Hütte bei Salz und Brot mag ich
+nicht mit dir wohnen!‹
+</p>
+
+<p>
+»›Kein ›Aber‹, Lucie. Hast du mich lieb? Sage ja
+und nimm zurück, was du gesagt hast.‹
+</p>
+
+<p>
+»›Nein!‹ rief sie entschieden und sprang von ihrem Platze
+auf. ›Nichts nehme ich zurück! Was ich gesagt habe, ist
+meine wahre Meinung!‹
+</p>
+
+<p>
+»›Lucie!‹ rief er erregt, ›besinne dich! Es ist nicht wahr,
+du denkst nicht wie du sprichst! Dein Widerspruch gab dir
+die Worte ein ....! Nimm sie zurück, Herz!‹ und flehend
+blickte er ihr in das Auge.
+</p>
+
+<pb n='77'/><anchor id='Pg077'/>
+
+<p>
+»›Du irrst,‹ entgegnete sie mit scheinbarer Kälte, ›nicht
+aus Widerspruch, sondern mit voller Ueberzeugung sagte ich
+dir meine Ansicht.‹
+</p>
+
+<p>
+»›Nein, nein! Ich kann’s, ich will’s nicht glauben! –
+Komm her, sieh’ mich an. Deine Augen sollen mir die Antwort
+geben, ich weiß, daß sie nicht lügen können. – Du
+liebst mich? Ja? Nicht wahr, du hast mich lieb?‹ wiederholte
+er noch einmal dringend – ›und du nimmst zurück,
+was du gesagt?‹
+</p>
+
+<p>
+»Unglücklicherweise hatte die Großmama auf der entgegengesetzten
+Seite der Veranda gesessen und war so eine
+stumme Zeugin dieser Scene geworden. Aengstlich erhob sie
+sich und trat dem jungen Paare näher.
+</p>
+
+<p>
+»›Sie dürfen Lucie nicht so übel nehmen, was sie sagt,
+lieber Curt,‹ sprach sie beruhigend, ›es kommt ihr nicht vom
+Herzen, glauben Sie mir.‹
+</p>
+
+<p>
+»Die alte Frau hatte es gut gemeint, aber sie stiftete
+Unheil an. Hätte sie sich nicht in den Streit gemischt, vielleicht
+war es besser. Ihre gütigen Worte stachelten Lucies
+Trotz noch mehr an.
+</p>
+
+<p>
+»›Es kommt mir wohl aus dem Herzen!‹ rief dieselbe
+aufgebracht, ›und ich wiederhole noch einmal: Lieber heirate
+ich gar nicht, als daß ich Not und Mangel leide!‹« –
+</p>
+
+<p>
+»O, wie hart ist sie!« warf Nellie ein, als Fräulein
+Güssow wie erschöpft einen Augenblick innehielt.
+</p>
+
+<p>
+»Sie war nicht hart, nur verblendet,« fuhr diese fort.
+»Niemals hatte sie gelernt, sich einem andern Willen zu
+beugen, niemals war sie im stande gewesen nachzugeben.
+Jetzt, wo das ernste Verlangen ihres Verlobten in aller
+Entschiedenheit an sie herantrat, ihren Widerstand zu zähmen, da
+bäumte derselbe sich dagegen auf und sie unterlag seiner Macht.
+</p>
+
+<p>
+»›Ist das dein letztes Wort, – Lucie!‹ – Wie ein
+Schrecken kam es über seine Lippen. Sie blieb ungerührt,
+wandte sich von ihm und eilte aus dem Zimmer.
+</p>
+
+<pb n='78'/><anchor id='Pg078'/>
+
+<p>
+»Besorgt folgte ihr die Großmama, aber sie klopfte
+vergeblich an der verschlossenen Thüre, dieselbe wurde nicht
+geöffnet. –
+</p>
+
+<p>
+»Lucie befand sich in keiner beneidenswerten Stimmung.
+Es kochte und tobte in ihr und verworrene Gedanken durchzuckten
+ihr Hirn. War es recht, wie sie gehandelt hatte?
+›Ja,‹ antwortete sie sich darauf, ›ich bin im Rechte. Warum
+schreckt er mich mit den Gespenstern Sorge und Not, warum
+peinigt er mich damit? Ich will in eine glückliche Zukunft
+sehen und er will mir das Herz schwer machen mit Unmöglichkeiten.
+Und welch eine wichtige Sache er daraus macht?
+– Ich soll zurücknehmen, was ich gesagt habe! Solch ein
+Verlangen! Abbitte soll ich thun – Abbitte! Und er hat
+mich doch erst herausgefordert. Er ist an allem schuld.‹
+</p>
+
+<p>
+»Aus einem Winkel ihres Herzens meldete sich auch eine
+Stimme, die ihr zurief: ›Gieb nach! Reich’ ihm die Hand,
+oder du hast ihn verloren!‹ Sie wurde nicht beachtet, und als
+eine Stunde vergangen war, hatte sie sich so völlig in den Gedanken
+an ihre Schuldlosigkeit eingelebt, daß sie erwartete,
+Curt müsse kommen und sie um Verzeihung bitten.
+</p>
+
+<p>
+»Er kam auch und begehrte Einlaß. ›Oeffne mir, Lucie,‹
+rief er stürmisch, ›es hängt unser Glück davon ab! Ich muß
+dich sprechen! – Ich will dich sprechen!‹
+</p>
+
+<p>
+»Das klang wie ein Befehl, sie schwieg und gab keine
+Antwort. Wohl klopfte ein guter Engel an ihr Herz und
+rief ihr warnend zu: ›Erhöre ihn und es wird alles gut‹ –
+sie war taub gegen seine Stimme. Ein böser Geist hielt sie
+für den Augenblick gefangen und trauernd floh ihr guter Engel
+von dannen.
+</p>
+
+<p>
+»›Ich will nicht mit dir reden!‹ rief sie zurück, ›ich wüßte
+auch nicht, was du mir noch sagen könntest!‹
+</p>
+
+<p>
+»›So treibst du mich fort von dir, Lucie!‹ – rief er außer
+sich. ›Bedenke was du thust! Ich gehe und nicht eher kehre ich
+zu dir zurück, bis du mich zurückrufst: Lebe wohl!‹ – –
+</p>
+
+<pb n='79'/><anchor id='Pg079'/>
+
+<p>
+»Es waren die letzten Worte, die sie von ihm gehört hat.
+</p>
+
+<p>
+»Nach einer in Aufregung durchwachten Nacht brach der
+nächste Tag an. Der trotzige Aufruhr in Lucies Innern
+hatte sich gelegt und einer unzufriedenen Stimmung Raum
+gemacht. Nachzugeben fühlte sie sich auch heute nicht geneigt,
+aber sie wollte ihn heute anhören, wenn er kam, – und daß
+er kommen werde, darauf hoffte sie fest.
+</p>
+
+<p>
+»Aber sie hoffte vergebens. Die Großmama überhäufte
+ihre Enkelin mit bitteren Vorwürfen und forderte sie unter
+Thränen auf, sie möge nachgeben.
+</p>
+
+<p>
+»›Wird es dir denn so schwer,‹ sagte sie, ›dem Manne,
+dem du in vier Wochen die Hand für das Leben geben willst,
+ein bittendes Wort zu sagen? Ueberwinde dich, Lucie, nimm
+deine bösen Worte zurück, oder es giebt ein Unglück.‹
+</p>
+
+<p>
+»›Ich kann nicht, Großmama. Ich müßte ja abbitten,
+so verlangt er, und du weißt, ich that es nie! Er kehrt
+auch ohne meinen Ruf zurück, du wirst es sehen.‹
+</p>
+
+<p>
+»Aber auch der nächste Tag verging und er blieb aus. Lucie
+befand sich in einer fieberhaften Aufregung und schrak zusammen,
+sobald sich die Thür öffnete. – Am dritten Tage, – es war
+gegen Abend, sie hatte wieder vergeblich ihn erwartet, da
+brachte Curts Diener ihr einen Brief. Sie eilte auf ihr
+Zimmer, um ihn allein und ungestört zu lesen – es war
+doch endlich – endlich ein Zeichen von ihm!
+</p>
+
+<p>
+»Hastig öffnet sie und in zwei Teile gebrochen fiel ihr
+Curts Verlobungsring entgegen. Wenige Zeilen nur schrieb
+er dazu. – Ich will versuchen euch dieselben zu wiederholen,«
+unterbrach sich Fräulein Güssow, »Lucie hat sie mir oftmals
+zu lesen gegeben.
+</p>
+
+<p><text><body>
+ <p>
+»Du hast mich nicht zurückgerufen, – – so sehnsüchtig
+ich auch darauf gehofft habe. Liebtest Du mich,
+wie ich Dich, wäre es Dir nicht schwer geworden, ein versöhnendes
+Wort zu sagen. Lebe wohl denn, ich muß von
+Dir scheiden, Lucie, weil ich Dir nicht versprechen kann,
+<pb n='80'/><anchor id='Pg080'/>Dir stets Wohlstand und Glück zu bieten. – – Mit
+welchem Rechte könnte ich vom Schicksal verlangen, daß
+mein Leben nur von der Sonne beschienen werde? Leb’
+wohl, – ich habe Dich sehr geliebt.« –
+</p>
+</body></text></p>
+
+<p>
+»Wie gebrochen sank sie zur Erde nieder und hätte vor
+Schmerz vergehen mögen. Das hatte sie nicht gedacht, –
+so weit hatte sie es nicht treiben wollen. – Nun war es zu
+spät, alle Reue, alle Selbstanklage, brachten ihr den Geliebten
+nicht zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Die Großmama fand Lucie in einem verzweiflungsvollen
+Zustande, und heimlich, ohne ihr Wissen, schickte sie
+einen Boten in Curts Wohnung. Er kehrte zurück mit der
+Meldung: der Herr sei seit zwei Stunden abgereist. – Sie
+hatte ihn auf ewig verloren!« –
+</p>
+
+<p>
+»O, die arm’ Lucie! Der schlechter Mensch, warum
+konnt’ er ihr verlassen!« rief Nellie unter Weinen. »Er hat
+ihr gar nix lieb gehabt.«
+</p>
+
+<p>
+»Er hat sie sehr geliebt,« entgegnete die Lehrerin und
+sah hinaus auf den strömenden Regen; »aber er war ein
+ganzer Mann, der Lucies trotzigen Widerstand nicht länger
+ertragen konnte.«
+</p>
+
+<p>
+»Und wo ist Lucie geblieben?«
+</p>
+
+<p>
+»Lucie?« wiederholte Fräulein Güssow zögernd, – »ein
+trauriges Geschick hat sie getroffen. Ein Jahr nach dem Geschehenen
+verlor die Großmutter fast ihr ganzes Vermögen.
+Die Villa mußte verkauft werden und Lucie, das verwöhnte
+und verzogene Mädchen, war gezwungen, für die Zukunft ihr
+eignes Brot zu verdienen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah entsetzt die Lehrerin an. »Ja, ihr Brot zu
+verdienen,« betonte dieselbe. »Das erschreckt dich, nicht wahr?
+Aber es wurde ihr nicht so schwer, als sie einstmals geglaubt.
+Seit jenem Tage, da sie das Schwerste erfahren, war eine
+Aenderung in ihrem Wesen vorgegangen. Still und ernst
+ging sie einher und ihr übermütiges Lachen war verschwunden.
+<pb n='81'/><anchor id='Pg081'/>– Sie bereitete sich vor, Gouvernante zu werden, und als
+sie ihr Examen bestanden hatte, ging sie, nachdem sie die
+Großmama durch den Tod verloren, nach London. Sie wirkt
+dort als Lehrerin in einem Institute.«
+</p>
+
+<p>
+»Und der Maler? Hat die arm’ Lucie nie gehört
+davon?«
+</p>
+
+<p>
+»Seine Werke hat sie oft in den Galerien bewundert –
+er selbst blieb verschollen.«
+</p>
+
+<p>
+»Oh wie ein furchtbar trauriges Geschicht’ ist das!« rief
+Nellie. »Es thut mich sehr weh.«
+</p>
+
+<p>
+Und Ilse? Sie saß da, die Hände gefaltet, mit gesenktem
+Blick. Sie war bis in das Innerste getroffen. Wie
+Lucie hätte auch sie gehandelt, auch sie würde es bis zum
+Aeußersten getrieben, auch sie würde ihr Lebensglück im
+trotzigen Uebermute geopfert haben. – Noch schwankte sie
+einen Augenblick, wie im Kampf mit sich selber, dann aber
+erhob sie sich schnell und ergriff Fräulein Güssows Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Ich will um Verzeihung bitten,« sagte sie in leisem
+Tone, es war, als ob sie sich scheue, ihre eigenen Worte zu
+hören.
+</p>
+
+<p>
+Ueber der Lehrerin Gesicht glitt ein Freudenschimmer.
+Sie nahm die Reuige in den Arm und küßte sie zärtlich.
+</p>
+
+<p>
+»Geh’ – geh’,« sagte sie gerührt, »und wenn je ein
+böser Geist wieder über dich kommen will, denk’ an Lucies
+traurige Geschichte.«
+</p>
+
+<p>
+Zögernd und beklommen stieg Ilse die Treppe hinunter.
+Vor der Vorsteherin Zimmer blieb sie stehen. Sie konnte sich
+nicht entschließen, die Thür zu öffnen. Zweimal hatte sie
+schon die Hand nach dem Drücker ausgestreckt und wieder
+zurückgezogen. Es war so furchtbar schwer, die erste Abbitte
+zu thun. Ob sie umkehre?
+</p>
+
+<p>
+Einen Augenblick war sie es willens, ja, schon machte
+sie eine leichte Wendung zurück, da hörte sie Fräulein Güssow
+die Treppe herabkommen.
+</p>
+
+<pb n='82'/><anchor id='Pg082'/>
+
+<p>
+Sollte dieselbe sie unverrichteter Sache hier finden? Sie
+hätte sich vor ihr schämen müssen. Mit einem tiefen Atemzuge
+öffnete sie die Thür.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="hoch" url="images/img082.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Die Vorsteherin saß
+an ihrem Schreibtische;
+als sie Ilse eintreten
+sah, erhob sie sich.
+</p>
+
+<p>
+Ilses Herz klopfte
+zum Zerspringen. Als
+sie das strenge, zürnende
+Auge Fräulein Raimars
+auf sich gerichtet sah,
+entsank ihr der Mut.
+Sie versuchte zu sprechen,
+aber es war ihr unmöglich,
+ein Wort hervorzubringen,
+die Kehle
+erschien ihr wie zugeschnürt.
+Es war eine
+Folterqual, die sie ausstand,
+und wenn jetzt
+der Boden unter ihren
+Füßen sich plötzlich geöffnet
+und sie hätte verschwinden
+lassen, sie
+würde es für eine Wohlthat
+des Himmels angesehen
+haben. Aber
+diese Wohlthat blieb
+aus, und Ilse stand
+noch immer wortlos vor der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p>
+Schon regte sich wieder der alte Trotz, der ihr eingab,
+es ruhig darauf ankommen zu lassen und sich nicht zu
+beugen – da war es, als ob Lucie sie traurig anblicke, als
+<pb n='83'/><anchor id='Pg083'/>ob sie ihr mahnend zurief: »Nicht zurück! Geh’ mutig
+vorwärts!«
+</p>
+
+<p>
+»Nun Ilse?« unterbrach Fräulein Raimar das minutenlange
+Schweigen. »Was ist dein Begehr?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse machte eine vergebliche Anstrengung zu sprechen
+und brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus. Abgebrochen
+und unverständlich kam es von ihren Lippen:
+»Ver–zeih–ung!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar war sehr aufgebracht über Ilses Betragen
+gewesen und sie hatte die Absicht gehabt, ihr eine derbe
+Lektion dafür zu geben, als sie indes dieselbe so zerknirscht
+und reuevoll vor sich stehen sah, wurde sie milder gestimmt.
+</p>
+
+<p>
+»Für diesmal,« sagte sie, »will ich dir vergeben, ich
+sehe, daß du dich selbst mit Vorwürfen strafst, und daß du
+zur vollen Erkenntnis deines Ungehorsams gekommen bist.
+Bessre dich! Beträgst du dich ein zweites Mal in ähnlicher
+Weise, würde ich die strengsten Maßregeln ergreifen, das
+heißt: ich würde dich zu deinen Eltern zurückschicken! – Ich
+hoffe, du vergißt dich niemals wieder, versprich mir das!«
+</p>
+
+<p>
+Beinah hätte sie sich sofort gegen dieses Versprechen
+aufgelehnt und geantwortet: »Schicken lasse ich mich nicht!
+Dann gehe ich lieber gleich zu meinen Eltern,« – da war
+es wieder Lucies warnendes Beispiel, das diese böse Antwort
+von ihren Lippen scheuchte.
+</p>
+
+<p>
+Zögernd und noch immer schluchzend ergriff sie des Fräuleins
+Hand. »Nie – wieder!« stammelte sie.
+</p>
+
+<p>
+Und Fräulein Raimar war von der Wahrheit ihres Versprechens
+überzeugt und hatte beinah Mitleid mit der Reumütigen.
+»Nun geh’ und beruhige dich,« sagte sie in mildem
+Tone, »und sehe ich, daß du dich besserst, wird der heutige
+Tag von mir vergessen sein. –«
+</p>
+
+<p>
+Als Ilse die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hinaufstieg,
+fühlte sie sich leicht wie nie im Leben, es war ihr so
+frei und froh in der Brust, niemals hatte sie eine ähnliche
+<pb n='84'/><anchor id='Pg084'/>Empfindung gekannt. Es war das Bewußtsein, sich selbst
+überwunden zu haben. –
+</p>
+
+<p>
+Der Juli und August waren vorüber und man befand
+sich in den ersten Tagen des September. Ilse hatte sich mehr
+und mehr in das Pensionsleben eingelebt und fühlte sich
+längst keine Fremde mehr. An vieles, das ihr anfangs unmöglich
+erschien, hatte sie sich gewöhnt, ja gewöhnen müssen.
+Wie hätte sie auch vermocht, sich gegen das einmal Bestehende
+aufzulehnen! Das frühe Aufstehen, das regelmäßige Arbeiten,
+die Ordnung und Pünktlichkeit, die streng innegehalten wurden,
+– schwer genug hatte sie sich in all diese Dinge gefunden,
+und wer weiß, ob sie es überhaupt je gethan hätte, wenn
+Nellie nicht wie ein guter Geist ihr stets zur Seite gestanden
+hätte. Mit ihrer fröhlichen Laune half sie der Freundin über
+manche Schwierigkeit hinweg und oft verstand sie es, durch
+ein Wort, ja durch einen Blick dieselbe zu zügeln, wenn sich
+die alte Heftigkeit melden wollte.
+</p>
+
+<p>
+Eine heftige Szene hatte sie übrigens nicht wieder herbeigeführt.
+Fräulein Güssows Erzählung war auf fruchtbaren
+Boden gefallen und hatte ihren trotzigen Sinn etwas nachgiebiger
+gemacht.
+</p>
+
+<p>
+Ueber ihre Fortschritte und Fähigkeiten herrschte unter
+ihren Lehrern und Lehrerinnen eine sehr verschiedene Ansicht,
+wie dieses in der letzten Konferenz recht deutlich zu Tage trat.
+Der Rechenlehrer und der Lehrer der Naturgeschichte behaupteten,
+daß Ilse ohne jede Begabung sei, daß sie weder Gedächtnis,
+noch Lust am Lernen besitze. Andre waren vom Gegenteile
+überzeugt. Fräulein Güssow, die in der Litteratur und Doktor
+Althoff, der Deutsch, Geschichte und in der französischen Litteratur
+unterrichtete, waren in jeder Beziehung mit Ilses
+Kenntnissen und ihren Fortschritten zufrieden. Professor
+Schneider lobte ganz besonders ihren Fleiß und ihre Ausdauer,
+die sie bei ihm entwickle, und erklärte mit aller Entschiedenheit,
+wenn Ilse so fortfahre, würde sie es mit ihrem
+<pb n='85'/><anchor id='Pg085'/>Talente weit bringen, sie habe in den acht Wochen, in denen
+sie seine Schülerin sei, so große Fortschritte im Zeichnen gemacht,
+wie nie eine andre zuvor.
+</p>
+
+<p>
+Ueber dieses Lob geriet Monsieur Michael in Entzücken.
+Ja er vergaß sich in seiner lebhaften Freude so weit, daß
+er ausrief; »Bravo, Monsieur Schneider! So spreche auch
+ich, sie ist eine hochbegabte, eine entzückende, junge Mademoiselle.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar lächelte über diese Ekstase und erkundigte
+sich nach Ilses Betragen.
+</p>
+
+<p>
+Da kam denn leider manches bedenkliche Kopfschütteln an
+den Tag. Besonders wurde von einigen sehr gerügt, daß sie bei
+dem geringsten Tadel eine trotzige Miene mache, daß sie sogar
+mehrmals gewagt habe, zu widersprechen.
+</p>
+
+<p>
+»Leider, leider ist dem so,« bestätigte die Vorsteherin,
+»und ich habe nicht den Mut, zu glauben, daß wir sie ändern
+können. Ich fürchte sogar, daß ihr zügelloser Sinn uns eines
+Tages eine ähnliche Szene, wie die bereits erlebte, machen
+wird, und was geschieht dann?«
+</p>
+
+<p>
+»Dann geben wir sie den Eltern zurück,« fiel Miß Lead
+lebhaft ein. »Ich glaube, daß es dahin kommen wird. Ilse
+ist nicht nur verzogen, sie ist – wie soll ich sagen – sehr
+bäurisch, sehr brutal, sie paßt nicht in unsre Pension.«
+</p>
+
+<p>
+Doktor Althoff warf der Engländerin einen etwas ironisch
+lächelnden Blick zu, als wollte er sagen: Du freilich mit
+deinen übertriebenen, strengen Formen hast kein Verständnis
+für das junge, frische Wesen mit seinem natürlichen Sinn –
+»Ich glaube, Sie irren, meine Damen,« wandte er ein, »in
+unsrer kleinen Ilse steckt ein tüchtiger Kern. Lassen Sie nur
+erst die etwas rauhe Schale sich von demselben abgestoßen
+haben und Sie werden sehen, in welch ein liebenswürdiges,
+natürliches, echt weibliches Wesen sich die bäurische, ›brutale
+Ilse‹,« er betonte die letzten Worte etwas stark, »verwandeln
+wird. Von der Natur ist sie dazu beanlagt, glauben Sie
+<pb n='86'/><anchor id='Pg086'/>mir. Man muß nur nicht von der kurzen Zeit, die sie bei
+uns verweilt, gar zu viel verlangen.«
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead zuckte die Achseln und machte eine abweisende
+Miene. Fräulein Güssow dagegen sah Doktor Althoff dankbar
+an.
+</p>
+
+<p>
+»Das sage ich mit Ihnen, Herr Doktor!« stimmte sie
+bei. »Wir müssen Geduld haben mit unsrem wilden Vogel,
+der bis jetzt nur die Freiheit kannte. Fehler, die durch jahrelange,
+allzunachsichtige Erziehung in dem Kinde groß gezogen
+wurden, können unmöglich in wenigen Wochen vollständig abgestreift
+sein. Mir scheint, daß wir schon viel erreicht haben,
+wenn wir daran denken, wie wenig Arbeitstrieb Ilse mit in
+die Pension brachte und wie sie jetzt gewissenhaft und sogar
+in manchen Fächern ihre Aufgaben sehr trefflich anfertigt.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssows Behauptung war vollständig berechtigt.
+Ilse war weit strebsamer geworden, das gute Beispiel der
+übrigen Mädchen spornte sie mächtig an.
+</p>
+
+<p>
+Anfangs war es ihr gleichgültig gewesen, ob man sie in
+die erste oder zweite Klasse brachte, als sie indes die Bemerkung
+machte, daß alle ihre Mitschülerinnen jünger waren, als sie,
+da erwachte der Ehrgeiz und zugleich ein Eifer in ihr, der
+sie antrieb, das Versäumte nachzuholen, zu lernen und zu
+arbeiten, damit sie bald in die erste Klasse komme.
+</p>
+
+<p>
+Ihre Aufsätze besserten sich mit jedem Mal, auch nahm
+sie sich sehr zusammen, keine orthographischen Schnitzer mehr
+zu machen. Sie hatte allen Respekt vor Doktor Althoff, der
+stets mit einem leichten Spott dergleichen Fehler zu rügen wußte.
+</p>
+
+<p>
+Ihr letzter Aufsatz war der beste in der Klasse gewesen.
+»Ein Spaziergang durch den Wald« hieß das gegebene
+Thema und sie hatte ihre Aufgabe in anmutiger und lebendiger
+Weise gelöst. Sie wurde dafür gelobt, und Doktor Althoff
+las ihren Aufsatz der Klasse vor, was stets als eine besondere
+Auszeichnung galt. Mitten im Lesen unterbrach er sich lachend.
+</p>
+
+<p>
+»Da ist Ihnen ein ganz abscheulicher Irrtum passiert,
+<pb n='87'/><anchor id='Pg087'/>Ilse,« sagte er, »denn ich kann mir kaum denken, daß Sie
+wirklich dachten, was Sie hier niederschreiben.«
+</p>
+
+<p>
+Und er trat zu ihr und zeigte ihr die verhängnisvolle
+Stelle, die also lautete:
+</p>
+
+<p>
+»Ich war eine gans, tüchtige Strecke allein gegangen.«
+– Sie errötete, nahm schnell eine Feder und machte aus
+dem s ein z.
+</p>
+
+<p>
+»Ein andres Mal sehen Sie sich besser vor, solche Verwechselungen
+können höchst komisch wirken. Auch mit den
+Kommas, Punkten u. s. w., rate ich Ihnen weniger verschwenderisch
+umzugehen, oder haben Sie die Absicht, es wie
+jene junge Dame zu machen, die, sobald sie eine Seite zu
+Ende geschrieben hatte, ganz willkürlich die Zeichen hineinsetzte.
+Etwa zehn Kommas, sieben Ausrufungszeichen, fünf Fragezeichen
+und neun Punkte, wie sie gerade Lust hatte, manchmal
+mehr, manchmal weniger. Das gab dann zuweilen einen
+tollen Sinn, Sie können es sich denken.«
+</p>
+
+<p>
+Die Mädchen lachten und Ilse mit. Ohne jede Empfindlichkeit
+nahm sie eine Rüge von diesem Lehrer auf, der es
+verstand, stets die richtige Art und Weise zu treffen. Mit
+liebenswürdigem Humor, in welchen er einen ernsten Tadel
+oftmals kleidete, richtete er weit mehr aus, wie mancher andre,
+der in der Aufregung sich zu zornigen Worten hinreißen ließ.
+</p>
+
+<p>
+Aber wie schwärmten auch seine Schülerinnen für ihn!
+In jeder Mädchenschule giebt es gewiß einen Lehrer, der zum
+allgemeinen Liebling erkoren wird, in dem Institute des Fräulein
+Raimar hatte Doktor Althoff das Los getroffen.
+</p>
+
+<p>
+»Er ist furchtbar reizend!« beteuerte Melanie und schlug
+den Blick schwärmerisch gen Himmel. »Das bezaubernde
+Lächeln um seinen Mund, das blitzende, geistvolle Auge, das
+schmale, vornehme Gesicht, das dunkle, lockige Haar! Wirklich
+furchtbar nett!« Die neugierige Grete hatte sogar entdeckt,
+daß Schwester Melanie in einem Medaillon, welches sie an
+der Uhr befestigt trug, ein Stückchen Papier mit seinem Namen
+<pb n='88'/><anchor id='Pg088'/>geborgen hatte. Es war eine Unterschrift von seiner Hand,
+die sie unter einem früheren Aufsatze fortgeschnitten hatte.
+</p>
+
+<p>
+Flora Hopfstange besang den Gegenstand ihrer Verehrung
+in den überschwenglichsten Gedichten, auch war er der Held
+ihrer sämtlichen Novellen und
+Romane. Wie zufällig verlor
+sie zuweilen eines ihrer
+schwärmerischen Gedichte, natürlich
+nur in der Litteraturstunde,
+indessen vergeblich.
+Doktor Althoff hatte noch
+niemals eine ihrer kostbaren
+Dichterblüten gefunden.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="hoch" url="images/img088.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Selbst Orla teilte diese
+allgemeine Schwäche, trotzdem
+sie dieselbe stets verspottete.
+Längst aber hatte
+sie sich verraten und das ging
+so zu. Doktor Althoff trug
+eine Nelke in der Hand, als
+er die Klasse betrat und ließ
+dieselbe auf dem Katheder
+liegen. Kaum hatte er das
+Zimmer verlassen, als fast
+sämtliche Schülerinnen, wie
+die Stoßvögel auf die rote
+Blume zustürzten, um sie für
+sich zu gewinnen. Orla eroberte
+sie glücklich. Hoch
+hielt sie ihre Siegestrophäe
+in die Luft und eilte damit auf ihr Zimmer. Vom Juwelier
+ließ sie sich dann ein goldenes Medaillon anfertigen mit einer
+russischen Inschrift darauf. Grete hatte das bald genug herausgewittert,
+aber leider stand sie vor einem unlösbaren Rätsel,
+<pb n='89'/><anchor id='Pg089'/>denn Orla würde ihr nimmermehr vertraut haben, daß die
+beiden Worte ins Deutsche übertragen hießen: »Vom Angebeteten.«
+– In diese kostbare, goldene Hülle legte sie die
+Nelke und trug sie immer.
+</p>
+
+<p>
+Nellie machte es am ärgsten. Eines Abends, als sie mit
+Ilse allein auf ihrem Zimmer war, nahm sie ein Federmesser
+und ritzte damit den Anfangsbuchstaben seines Vornamens in
+ihren Oberarm. Mit spartanischem Mute ertrug sie lächelnd
+diese schmerzhafte Operation.
+</p>
+
+<p>
+»Aber Nellie, wie albern bist du!« rief Ilse. »Warum
+machst du denn den Unsinn? Wenn Herr Doktor Althoff all’
+eure Dummheiten erfährt, müßt ihr euch doch schämen.«
+</p>
+
+<p>
+»Schweig!« gebot Nellie scherzhaft, »du bist noch ein
+klein’ grüner Schnabel. Du verstehst nix von heimliche Anbetung.
+Komm erst in der Jahre und lerne ihr begreifen.
+Dein Herz lauft noch in der Kinderschuhe.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse wollte sich totlachen. Ihr gesunder, urwüchsiger
+Sinn verstand und begriff dergleichen krankhafte Dinge nicht.
+»Ach Nellie!« rief sie fröhlich, »du sprichst so weise, wie
+eine alte Großmama, und bist doch nur zwei Jahr älter
+als ich.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie war aber keineswegs wie eine Großmama, oft
+sogar konnte sie recht kindlich denken und handeln, wenn es
+darauf ankam, irgend etwas für ihren Schnabel zu gewinnen.
+</p>
+
+<p>
+Eines Sonntags, es war gegen Abend, stand sie am
+offnen Fenster in ihrem Zimmer und blickte sehnsüchtig auf
+den Apfelbaum, dessen Früchte goldgelb und rotwangig, höchst
+verlockend zwischen dem dunklen Laube hindurch lachten.
+</p>
+
+<p>
+»Die schöne Aepfel!« rief sie aus, »o, hatte ich doch
+gleich einer davon! Er ist reif, Ilse, ich weiß, ich kenne
+dieser Baum genau. Ich habe jetzt so groß’ Lust, Apfel zu
+speisen, und darf ihn doch nur ansehen! Sehen – und nicht
+essen – es ist hart!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse, die nach Nellies Muster und Angabe einen grauen
+<pb n='90'/><anchor id='Pg090'/>Wäschbeutel mit roten Arabesken benähte, legte die Arbeit
+beiseite und trat zu der Freundin.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, die sind reif,« sagte sie und betrachtete mit Kennermiene
+die Aepfel, »wir haben dieselbe Sorte daheim, das
+sind Augustäpfel. Wenn ich doch gleich in Moosdorf wäre,
+dann stieg’ ich in den Baum und holte welche herunter, aber
+hier – – ach!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie horchte auf und blickte Ilse an, die mit wehmütigem
+Verlangen hinauf in den Baum sah. Plötzlich kam
+ihr ein guter Gedanke.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist in der Baum gestiegen?« fragte sie. »O, Ilse,
+ich habe ein’ furchtbar nette Idee! – Du steigst in der Baum
+und holst uns von der Apfel!«
+</p>
+
+<p>
+Die letzten Worte sprach sie flüsternd, damit ja kein unberechtigtes
+Ohr etwas erlauschte.
+</p>
+
+<p>
+Ilses braune Augen leuchteten auf. »Wie gern würde
+ich das thun! Aber ich darf ja nicht! Denk’ nur, Nellie,
+wenn Fräulein Raimar oder irgend jemand anderes mich
+sehen würde!«
+</p>
+
+<p>
+»Laß mir nur machen,« meinte Nellie und machte ein
+höchst listiges Gesicht. »Heut’ abend, wenn Fräulein Raimar
+und alles andre auf seines Ohr liegt, dann erheben wir uns
+wieder von unsrem Lager und die mutige Ilse wird wie eine
+Katz’ leise aus die Fenster steigen und in der Baum klettern.
+Der lieber Mond steckt sein’ Latern’ dazu an und leuchtet sie,
+daß sie die besten und großesten Apfel finden kann. Und ich
+geb’ acht, daß nix kommt, – ich werde eine gute Spion
+sein.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse strahlte vor Wonne. Der Gedanke war auch zu
+verlockend, als daß sie noch länger Bedenken tragen sollte.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist zu himmlisch!« rief sie so laut, daß Nellie ihr
+die Finger auf den Mund legte. »Ich ziehe meine Blouse
+und den blauen Rock dazu an und steige hinauf in das grüne
+Blätterdach. Es ist himmlisch, Nellie!«
+</p>
+
+<pb n='91'/><anchor id='Pg091'/>
+
+<p>
+Und sie ergriff die Freundin am Arme und tanzte mit
+ihr durch das Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+»O, du bist einer Engel! du kluge Ilse! Wenn wir
+nur erst Nacht hätten!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse stand schon wieder am Fenster und warf prüfende
+Blicke in den Baum. »Siehst du, auf diesen Zweig steige
+ich zuerst,« sagte sie ganz erregt, »und dann auf den dort,
+– es hängen drei herrliche Aepfel daran, – die pflücke ich
+zuerst und werfe sie dir zu, – dann geht es höher hinauf
+bis an Melanies und Orlas Stubenfenster, – sie lassen es
+immer offen stehen des Nachts – dann stecke ich den Kopf
+hinein und rufe: Gute Nacht!«
+</p>
+
+<p>
+»Ilse!« rief Nellie entsetzt, »du darfst der Unsinn nicht
+thun! Gieb dein’ Hand darauf!«
+</p>
+
+<p>
+»Es war nur Scherz,« entgegnete Ilse. »Sei ohne
+Sorge, Nellie, ich werde ganz artig und still sein, niemand
+soll von unsrem entzückenden Abenteuer erfahren!« –
+</p>
+
+<p>
+Die Zeit verging den beiden Mädchen wie mit Schneckenpost.
+Ilse, die sich wenig verstellen konnte, war während des
+Abendessens ganz besonders lustig und aufgeregt.
+</p>
+
+<p>
+»Du siehst so unternehmend und fröhlich aus,« bemerkte
+Fräulein Güssow, »hast du eine gute Nachricht aus der
+Heimat erhalten?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse wurde rot und fühlte sich wie ertappt. Ein Glück
+für sie, daß die Lehrerin ganz arglos die Bemerkung machte
+und gar nicht weiter auf sie achtete, vielleicht wäre ihr doch
+die verräterische Röte aufgefallen.
+</p>
+
+<p>
+Endlich, endlich, war alles still im Hause. Die Runde
+durch sämtliche Schlafgemächer war gemacht, und Fräulein
+Güssow war bereits in ihr Zimmer zurückgekehrt.
+</p>
+
+<p>
+Nellie saß in ihrem Bett und lauschte. Sie hatte unten
+die Thür sich schließen hören, wartete noch eine kleine Weile,
+dann erhob sie sich und glitt wie ein Geist durch das Zimmer
+und lehnte sich weit zum Fenster hinaus.
+</p>
+
+<pb n='92'/><anchor id='Pg092'/>
+
+<p>
+»Was machst du?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Ich will sehen, ob Fräulein Güssow noch Licht in sein’
+Schlafstube hat –« flüsterte sie. »Noch ist hell unten, –
+immer noch – –«
+</p>
+
+<p>
+»Soll ich aufstehen?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Nein, du sollst dir ganz ruhig halten und nicht so laut
+sprechen. Sie hat noch immer hell. Wie langweilig! Was
+sie nur anfangt! Warum geht sie nicht in ihr Bett und
+macht die Auge zu.«
+</p>
+
+<p>
+Sie beugte sich weit zum Fenster hinaus und sah unverwandt
+auf die seitwärts liegenden, noch immer erleuchteten
+Fenster. Im Flüstertone rief sie Ilse ihre Bemerkungen zu.
+Plötzlich fuhr sie schnell mit dem Kopfe zurück und legte den
+Finger auf den Mund.
+</p>
+
+<p>
+»Sei ganz still, Ilse, rühr’ dir nicht,« sagte sie dann,
+sich auf den Zehen zu derselben heranschleichend, »sie hat eben
+der Kopf zum Fenster ausgesteckt und sieht in der Mond.
+Beinah’ hat sie mir erblickt.«
+</p>
+
+<p>
+Nach einem kleinen Weilchen hörte sie das Fenster schließen
+und als Nellie vorsichtig hinunter blickte, war das Licht gelöscht.
+</p>
+
+<p>
+»Jetzt ist die große Augenblick gekommen,« wandte sie
+sich in pathetischem Tone an Ilse und streckte die Hand aus,
+»erheben Sie sich, mein Fräulein, und gehen Sie an das
+großes Werk!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war so aufgeregt durch den Gedanken an das nächtliche
+Abenteuer, daß sie gar nicht bemerkte, wie urkomisch
+Nellie aussah, als sie in ihrem langen Nachtgewande, den
+Arm weit ausgestreckt, so vor ihr stand.
+</p>
+
+<p>
+Eilig erhob sie sich und begann sich anzukleiden. Das
+war bald geschehen, da das Blousenkleid, und was sie sonst
+noch nötig hatte, schon bereit lag.
+</p>
+
+<p>
+Gegen die Stiefel erhob Nellie Einsprache. »Sie sind
+zu unschicklich, zu plump, du machst eine so laute Schritt,
+daß alles aufwacht.«
+</p>
+
+<pb n='93'/><anchor id='Pg093'/>
+
+<p>
+Ilse hörte nicht darauf. Sie hatte dieselben bereits angezogen
+und schlich auf den Zehen zum Fenster hin.
+</p>
+
+<p>
+»Gieb mir das Körbchen,« bat sie. Nellie hing ihr ein
+solches um den Hals, damit sie den Arm frei behalte.
+</p>
+
+<p>
+»So, nun bist du reisefertig, mach’ deine Sach’ brav,
+mein Kind,« sagte sie und küßte Ilse auf die Wange.
+</p>
+
+<p>
+Die hörte nichts. Mit leichtem Sprunge schwang sie sich
+auf das Fensterbrett und von dort stieg sie in den Baum.
+</p>
+
+<p>
+Aengstlich blickte ihr Nellie nach. Aber sie hatte nicht
+Ursache, besorgt zu sein. Ilse kletterte leicht und gewandt
+wie ein Eichkätzchen trotz ihrer schweren Stiefel. Als sie die
+drei bewußten Aepfel erreichen konnte, brach sie dieselben und
+warf sie Nellie zu.
+</p>
+
+<p>
+»Da hast du eine Probe!« rief sie übermütig in halblautem
+Tone, »damit dir die Zeit nicht lang werde, bis ich
+wiederkomme!«
+</p>
+
+<p>
+Die Früchte kollerten bis an das Ende des Zimmers zu
+Nellies Entsetzen.
+</p>
+
+<p>
+»O, was thust du!« flüsterte sie und erhob drohend die
+Finger. »Die Köchin schläft unter dieser Zimmer, soll sie von
+der Spektakel aufwachen?«
+</p>
+
+<p>
+»Bärbchen schläft fest, ich höre sie draußen schnarchen,«
+gab Ilse zurück. – »Wir können ganz ohne Sorge sein –
+alles schläft – alles ist still und dunkel. – Nun lebe wohl,
+Nellie, jetzt trete ich meine Reise an. Ach, es ist köstlich hier!«
+</p>
+
+<p>
+Plötzlich bekam es Nellie mit der Angst. »Ich zittre
+für dir,« sprach sie mit bebenden Lippen, – »komm wieder
+her, – es könnte ein Unglück sein.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse lachte in sich hinein und stieg keck höher und höher.
+Sie war so recht in ihrem Elemente und frei wie der Vogel
+in der Luft regte sie ihre Schwingen.
+</p>
+
+<p>
+Bald hatte sie die Spitze erreicht. Der Mond schien
+voll und klar und zeigte ihr jeden Schritt, den sie zu machen
+hatte. Als sie in gleicher Höhe mit dem Schlafgemache Orlas
+<pb n='94'/><anchor id='Pg094'/>und der Schwestern war, konnte sie der Versuchung nicht
+widerstehen, einen Blick in das Fenster zu thun. Vorsichtig
+und behende balancierte sie auf dem Ast, der sie trug und
+dessen grüne Spitzen beinahe das eine Fenster berührten, und
+sah hinein.
+</p>
+
+<p>
+Ruhig, nichts ahnend lagen die Schläferinnen da, hell
+vom Mondlicht beschienen.
+</p>
+
+<p>
+Einen Augenblick regte sich der Uebermut in ihr. Ob
+sie den Mädchen einen Schabernak spielte? »Nur einmal
+gegen die Fensterscheibe klopfen,« dachte sie, und schon streckte
+sie den Finger aus dazu, – da bewegte sich Orla im
+Schlafe. Unwillkürlich fuhr Ilse zurück und ihre tolle Idee
+blieb unausgeführt.
+</p>
+
+<p>
+Es hingen so viel schöne Aepfel rechts und links und
+überall, mit kleiner Mühe hätte sie in wenigen Augenblicken
+ihr Körbchen damit füllen können, aber dazu hatte sie keine
+Lust, immer höher hinauf strebte ihr Verlangen, sie hatte
+nun einmal die Freiheit gekostet, so schnell wollte sie dieselbe
+nicht wieder aufgeben. Die Krone des Baumes war ihr Ziel,
+wohl eine beschwerliche Fahrt, aber sie schreckte nicht davor
+zurück.
+</p>
+
+<p>
+Wie ein Bube erklomm sie die manchmal schwer zu erreichenden
+Zweige, – ein einziger Fehltritt und sie lag unten
+mit zerbrochenen Gliedern, – dieser Gedanke kam ihr nicht
+in den Sinn, sie hatte daheim ganz andre tollkühne Kletterpartien
+ausgeführt und jede Furcht vor Gefahr verlernt.
+</p>
+
+<p>
+Mutig ging es vorwärts. Die lauschende Nellie vernahm
+dann und wann ein Knacken der Aeste, oder das Herabfallen
+eines Apfels. Einmal schrak sie heftig zusammen, ein Vogel
+flog auf. Ilse mochte ihn in seiner Nachtruhe gestört haben.
+– Es wurde ihr recht ängstlich auf ihrem Lauscherposten,
+eine Ewigkeit dünkte es ihr, daß Ilse sie verlassen hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Ilse!« rief sie leise. Keine Antwort erfolgte. Wie war
+es auch möglich, daß ihr Ruf zu derselben emporgetragen
+<pb n='95'/><anchor id='Pg095'/>wurde, die oben in der Krone stand und die erfrischende Nachtluft
+mit vollen Zügen einsog.
+</p>
+
+<p>
+Wie fühlte sie sich glückselig, wie frei, wie heimatlich
+wurde es ihr zu Mute! Keine Fesseln drückten sie mehr,
+Schulzwang, Pension, Vorsteherin – alles entschwand ihr wie
+in nebelweite Ferne – der Garten da unten gehörte dem
+Papa, der Baum, auf dem sie war, stand vor seinem Fenster,
+es war der alte Nußbaum, in dessen grünem Laubwerk sie so
+manchmal neckend Versteck gespielt hatte mit dem Papa, wenn
+er sie überall suchte, von dessen oberster Spitze sie dann plötzlich
+mit einem schlichen »Juchhe!« ihm antwortete.
+</p>
+
+<p>
+»Juchhe!« Ganz in Erinnerung versunken, brach es
+plötzlich laut und kräftig aus ihrer Kehle hervor, daß es weithin
+durch den Garten schallte.
+</p>
+
+<p>
+Im selben Augenblicke erwachte sie aus ihrem Traume
+und ganz erschrocken fuhr sie mit der Hand nach dem Mund.
+Was hatte sie gethan! Aber die Reue kam jetzt zu spät, vor
+allem mußte sie an den schnellsten Rückzug denken, denn wie
+sie vermutete, so war es, ihr unvorsichtiger Ruf war im Hause
+vernommen worden.
+</p>
+
+<p>
+Melanie war davon erwacht und richtete sich entsetzt in
+ihrem Bette auf.
+</p>
+
+<p>
+»Grete!« rief sie mit bebenden Lippen, »hast du
+gehört?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« tönte es gedämpft zurück. »Melanie, ich fürchte
+mich tot!« Sie hatte sich die Decke über den Kopf gezogen
+und erwartete mit zitternder Angst ihr Schicksal.
+</p>
+
+<p>
+Auch Orla war erwacht. »Was war das?« fragte sie,
+»wo kam der laute Schrei her? Mir war es, als ob er
+dicht vor meinem Bette ausgestoßen wurde.«
+</p>
+
+<p>
+»Allmächtiger Gott!« schrie Melanie auf, »siehst du nichts?
+O, ich habe etwas furchtbar Schreckliches gesehen! Eben dort!
+– dicht am Fenster flog es vorüber! Ein Gespenst war es,
+mit fliegenden Haaren und großen, glühenden Augen! Hu,
+<pb n='96'/><anchor id='Pg096'/>wie es mich ansah, als ob es mich verschlingen wollte! O,
+Orla – ein Gespenst – ein Gespenst!«
+</p>
+
+<p>
+Sie klapperte mit den Zähnen vor Furcht und Schrecken,
+und Orla, die nichts gesehen hatte, sondern nur ein lautes
+Brechen und Knacken im Baume vernommen, sprang mutig
+aus ihrem Bette, schlug ihre Steppdecke über die Schultern
+und sah zum Fenster hinaus.
+</p>
+
+<p>
+Grade hatte Ilse ihre tolle Fahrt beendet. In rasender
+Hast und Angst hatte sie dieselbe von der Höhe des Baumes
+bis zu ihrem Zimmerfenster gemacht, und Nellie, sie erwartend,
+streckte ihr beide Arme, soweit sie konnte, hilfreich entgegen.
+Sie war leichenblaß und außer sich über Ilses Tollkühnheit.
+</p>
+
+<p>
+»Was hast du gemacht?« flüsterte sie, »du hast uns verraten!
+– hast du gehört? Ueber uns sind sie aufgeweckt! –
+Orla spricht ... Wir sind verloren!«
+</p>
+
+<p>
+Eilig nahm sie der am ganzen Körper zitternden Ilse,
+deren Hände blutig geritzt waren, das Körbchen ab, warf die
+wenigen Aepfel, die nicht herausgefallen waren, in ihr Bett,
+das Körbchen hinter den Schrank, und legte sich nieder, alles
+in der größten Hast.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte ein gleiches gethan. Ohne sich zu entkleiden,
+mit Stiefel und Blousenkleid, sprang sie in ihr Bett und deckte
+sich bis an das Kinn zu. Sie schloß die Augen und erwartete
+in Todesangst das furchtbare Strafgericht, das ihrer
+wartete. –
+</p>
+
+<p>
+Bei dem trügerischen Lichte des Mondes konnte Orla
+nicht erkennen, was eigentlich vorging. Sie sah wohl eine
+Gestalt – sah ein Paar weiße Arme, die ihr fabelhaft lang
+erschienen, aber nur einen flüchtigen Moment, dann war die
+ganze Erscheinung lautlos und still wie im Nebel verschwunden.
+</p>
+
+<p>
+Sie lauschte noch einige Augenblicke atemlos, aber der
+Spuk war vorbei – nichts rührte sich. Trotz ihres Mutes
+wurde es ihr unheimlich zu Mute. Sie zog den Kopf zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Nun?« fragte Melanie, »sahst du etwas?«
+</p>
+
+<pb n='97'/><anchor id='Pg097'/>
+
+<p>
+»Ja,« entgegnete Orla, »deutlich habe ich eine Gestalt
+gesehen, und ich könnte darauf schwören, daß sie von zwei
+langen, weißen Armen in Nellies Zimmer gezogen wurde.«
+</p>
+
+<p>
+»Liebe, liebe Orla!« bat Melanie kläglich und mit gerungenen
+Händen, »wecke die Leute! Wenn das Gespenst
+noch einmal erscheint, sterbe ich vor Angst!«
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img097.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Orla ergriff die Klingelschnur, die sich dicht neben ihrem
+Bette befand, und läutete. In jedem Zimmer war eine solche
+angebracht, für den Fall, daß ein plötzliches Unwohlsein eine
+Pensionärin des Nachts befiel. Sämtliche Schnüre führten
+zu einer Hauptglocke, die unten, dicht neben Fräulein Raimars
+Schlafzimmer angebracht war.
+</p>
+
+<p>
+Laut und schrill, wie eine Sturmglocke, tönte ihr Klang,
+der noch niemals die Ruhe gestört, durch die Stille der
+Nacht. Nellie und Ilse erzitterten, als ob sie ihr Sterbeglöcklein
+hörten.
+</p>
+
+<pb n='98'/><anchor id='Pg098'/>
+
+<p>
+Wie mit einem Zauberschlage wurde es lebendig im
+Hause. Die Fenster, die eben noch dunkel und wie träumend
+in den Garten geblickt hatten, erhellten sich. Thüren wurden
+geöffnet, Stimmen laut.
+</p>
+
+<p>
+Die Vorsteherin, im tiefen Negligee, ein Licht in der
+Hand, trat zuerst aus ihrem Zimmer. Fast gleichzeitig erschien
+Fräulein Güssow. Als beide den Korridor passierten,
+schoß Miß Lead aus ihrer Zimmerthür, ängstlich fragend blickte
+sie die Damen an.
+</p>
+
+<p>
+Sie war nicht gerade eine Heldin, die gute Miß, der
+Glockenschall war ihr in alle Glieder gefahren. Zitternd war
+sie aus dem Bette gesprungen und hatte nach ihren Kleidungsstücken
+gesucht. Im Dunkeln tappte sie vergeblich darnach.
+Sie hatte Licht anzünden wollen, aber die Schachtel mit
+Streichhölzern war ihr in der Aufregung entfallen. In
+nervöser Hast ergriff sie einen schottischen Plaid und drapierte
+sich denselben wie einen Mantel um ihre Gestalt. Ihr spärliches
+Haar, das sie jeden Abend eine gute Viertelstunde kämmte
+und bürstete, hing gelöst auf ihre Schulter herab.
+</p>
+
+<p>
+Sie machte einen höchst komischen Eindruck in diesem
+abenteuerlichen Kostüme und die Vorsteherin gab ihr den ernstlichen
+Rat, sie möge sich wieder niederlegen, aber Miß Lead
+wehrte dieses Ansinnen lebhaft ab.
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nein!« Und sie hing sich an Fräulein Güssows
+Arm so fest, als ob sie bei ihr Schutz und Beistand suche.
+</p>
+
+<p>
+Auch mehrere Pensionärinnen waren von dem ungewohnten
+Lärm erwacht und aufgestanden. Angstvoll stürzten
+sie aus ihren Zimmern und folgten den Lehrerinnen dicht
+auf dem Fuße, Flora hatte sogar einen Rockzipfel der Vorsteherin
+erfaßt.
+</p>
+
+<p>
+Orla hörte Stimmen auf der Treppe und öffnete die
+Thür.
+</p>
+
+<p>
+»Ist dir oder den Schwestern etwas passiert?« fragte Fräulein
+Raimar schnell in das Zimmer tretend.
+</p>
+
+<pb n='99'/><anchor id='Pg099'/>
+
+<p>
+Statt Orla antwortete Melanie: »Etwas furchtbar Schreckliches
+haben wir erlebt!« rief sie. »Ein Gespenst, ein furchtbares
+Gespenst haben wir gesehen!«
+</p>
+
+<p>
+»Du hast geträumt,« sagte die Vorsteherin, »es giebt keine
+Gespenster!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich sah es mit offenen Augen, Fräulein!« entgegnete
+Melanie mit voller Ueberzeugung. »Erst erwachten wir alle
+drei von einem furchtbar lauten Schrei, nicht wahr, Orla!
+gleich darauf sauste das Gespenst hier ganz dicht am Fenster
+vorbei.«
+</p>
+
+<p>
+»Es war vielleicht ein Spitzbube, der sich Aepfel holen
+wollte,« beruhigte die Vorsteherin. »Hast du auch etwas gesehen,
+Orla?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« sagte sie. »Ich sah zum Fenster hinaus und
+da schien es mir, als ob etwas in Nellies Zimmer verschwand –«
+</p>
+
+<p>
+Die Pensionärinnen, sogar Miß Lead, drängten sich im
+dichten Knäuel ängstlich um Fräulein Raimar. Gespenster –
+Spitzbuben! das war ja um sich tot zu fürchten. So schauerliche
+Dinge hatte man noch niemals in der Pension erlebt.
+Flora zitterte zwar vor Furcht und Erregung, trotzdem fand
+sie dieses Erlebnis höchst romantisch. Sie nahm sich vor, in
+ihrem nächsten Romane dasselbe zu verwerten.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow hatte kaum vernommen, daß der Spuk
+in Nellies Zimmer verschwunden sein solle, als sie still die
+Treppe hinunterstieg und sich zu den beiden Mädchen begab.
+Sie öffnete die Thür und leuchtete in das Zimmer. Ihr
+Blick glitt prüfend durch dasselbe, es war nichts Verdächtiges
+zu sehen. Die Fenster waren geschlossen und Ilse schien fest
+zu schlafen.
+</p>
+
+<p>
+Nellie hatte sich im Bett erhoben und that ganz erstaunt
+beim Anblick der Lehrerin.
+</p>
+
+<p>
+»O, was giebt es?« fragte sie. »Warum ist der Glocke
+gezogen? Ich habe mir so erschreckt.«
+</p>
+
+<pb n='100'/><anchor id='Pg100'/>
+
+<p>
+»Es soll hier jemand in das Fenster bei euch gestiegen
+sein,« antwortete Fräulein Raimar, die mit den übrigen Fräulein
+Güssow gefolgt war.
+</p>
+
+<p>
+Nellie stockte der Atem vor Angst. Was sollte sie beginnen?
+Die Wahrheit gestehen? Unmöglich! Es wäre zugleich
+Ilses und ihre Entlassung aus der Pension gewesen. Und
+lügen? Sie wäre nicht dazu im stande gewesen. Entsetzt
+blickte sie die Vorsteherin an und gab keine Antwort.
+</p>
+
+<p>
+Dieselbe deutete Nellies stummes Entsetzen anders und sah
+es für eine Folge des plötzlichen Schreckens an.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, nun,« beruhigte sie, »du darfst dicht nicht weiter
+ängstigen. Orla und die Schwestern wollen durchaus einen
+lauten Schrei gehört haben und Orla behauptet fest, es sei ein
+Gespenst vor ihrem Fenster vorbeigeflogen und hier in eurem
+Zimmer verschwunden.«
+</p>
+
+<p>
+»O, eine Gespenst! Wie furchtbar!« wiederholten Nellies
+zitternde Lippen und ihr blasses Gesicht – die Angst, die sich
+in ihren Zügen malte, erweckten Mitleid in Fräulein Raimars
+Herzen.
+</p>
+
+<p>
+»Beruhige dich nur,« sagte sie, »die Mädchen werden geträumt
+haben. Das ganze Haus haben sie in Aufruhr gebracht.
+– Ich denke, wir legen uns wieder nieder,« wandte
+sie sich zu Fräulein Güssow, »es ist das beste Mittel, die aufgeregten
+Gemüter zur Ruhe zu bringen.«
+</p>
+
+<p>
+Schon im Herausgehen begriffen, fiel ihr die schlafende
+Ilse ein. Sie trat an das Bett derselben und beugte sich leicht
+darüber. »Ist denn Ilse gar nicht erwacht von dem Spektakel?«
+fragte sie erstaunt.
+</p>
+
+<p>
+Mit Todesangst verfolgte Nellie jede Bewegung der Vorsteherin.
+Wenn sie sich ein wenig zur Seite wandte, wenn
+ihr Blick das Fußende des Bettes streifte – dann waren sie
+verloren. Unter dem Deckbette – o Entsetzen! sah eine Spitze
+von Ilses fürchterlichem Stiefel vor.
+</p>
+
+<p>
+»Sie hat immer ein so fester Schlaf,« brachte Nellie
+müh<pb n='101'/><anchor id='Pg101'/>sam hervor und plötzlich – im Augenblicke der höchsten Not
+kehrte ihre Geistesgegenwart zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, bitte, Fräulein Güssow,« sagte sie und erhob
+flehend die Hände, »sehen Sie unter meines Bett, ob keine Gespenst
+daliegt.«
+</p>
+
+<p>
+Sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden
+auf Nellie und die Angeredete nahm wirklich das Licht und
+leuchtete unter das Bett. Fräulein Raimar schüttelte unwillig
+den Kopf.
+</p>
+
+<p>
+»Sei nicht kindisch, Nellie,« verwies sie dieselbe, »du wirst
+in deinem Alter doch wahrlich nicht mehr an Spukgeschichten
+glauben!«
+</p>
+
+<p>
+Und Miß Lead, die bis dahin mit den Pensionärinnen
+vor der äußeren Thür gestanden, trat zu ihrer Landsmännin
+und schalt sie wegen ihrer Furchtsamkeit.
+</p>
+
+<p>
+Kaum hatte Nellie die sonderbar Gekleidete erblickt, als
+sie in ein lautes Gelächter ausbrach. »O, Miß Lead!« rief
+sie aus. »Sie haben die Aussicht wie eine Räuberhauptmann!
+Seien Sie nicht böse, aber ich muß lachen!« Und die übrigen
+Mädchen stimmten fröhlich ein in das Gelächter, sie hatten bis
+jetzt nicht auf die englische Lehrerin geachtet.
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead wurde hochrot vor Aerger, und die Vorsteherin
+gab Nellie einen ernsten Verweis über ihr unartiges Benehmen.
+Es wurde darüber die Gespenstergeschichte vergessen und Ilse
+nicht weiter beachtet. Oder doch?
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow entfernte sich, mit dem Lichte in der
+Hand, sehr schnell aus der Thür – hatte sie vielleicht die unselige
+Stiefelspitze entdeckt?
+</p>
+
+<p>
+»Wir wollen Ilses Ruhe nicht stören,« sagte sie, »warum
+soll die Aermste auch noch ermuntert werden?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie haben recht, wir wollen sie nicht stören. Aber sie
+hat einen wunderbar festen Schlaf. Nun geht zur Ruhe,
+Kinder. Melanies Gespenst war sicherlich nichts weiter, als
+eine Katze, die sich im Baume einen Vogel gefangen hat. Ihr
+<pb n='102'/><anchor id='Pg102'/>könnt ganz ohne Sorge sein, zum zweitenmal wird es nicht
+wiederkehren.«
+</p>
+
+<p>
+Damit hatte der nächtliche Spuk sein Ende erreicht. In
+kurzer Zeit lag alles wieder im tiefen Schlafe. Melanie hatte
+die Lampe brennen lassen, um keinen Preis würde sie im
+Dunklen geblieben sein.
+</p>
+
+<p>
+Als Nellie sich vollkommen überzeugt hatte, daß alles wieder
+still im Hause war, da kehrte mit dem Gefühle der Sicherheit
+auch ihre frohe Laune wieder. Sie suchte die Aepfel unter der
+Bettdecke hervor und fing an, gemütlich zu essen, als ob nichts
+vorgefallen wäre.
+</p>
+
+<p>
+»Was machst du denn?« fragte Ilse, als sie das knirschende
+Geräusch hörte. Sie hatte bis jetzt noch nicht gewagt, sich zu
+rühren, und lag wie im Schweiße gebadet da.
+</p>
+
+<p>
+»Ich speise Aepfel,« entgegnete Nellie sorglos.
+</p>
+
+<p>
+»Aber, Nellie, wie kannst du das nur!« rief Ilse ganz
+entrüstet. »Ich zittre noch an allen Gliedern, mein Herz schlägt
+wie ein Hammer – und du kannst essen! Wirf die Aepfel fort
+– sie gehören ja gar nicht uns. Ach, Nellie, ich ärgere mich
+über meinen dummen Streich!«
+</p>
+
+<p>
+»O was!« sagte Nellie ruhig weiter essend, »man muß
+thun, als ob man zu Haus ist! Gräm’ dir nicht mit unnütze
+Gedanke, zieh’ dir lieber aus und pack’ deine Sache fort in
+deine Koffer. Du kannst ruhig schlafen, mein Darling, morgen
+weiß kein’ Seel’ von unser lustiges Abenteuer und du wirst
+sehr klug sein, liebe Ilschen, und schweigen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse ging heute nicht auf Nellies scherzenden Ton ein;
+der Gedanke, die Vorsteherin hintergangen zu haben, drückte
+sie schwer. Schweigend entkleidete sie sich und verschloß ihre
+Sachen sorgfältig in den Koffer. Dann legte sie sich nieder.
+</p>
+
+<p>
+Der Schlaf aber wollte nicht kommen. Nellies regelmäßige
+Atemzüge verrieten längst, daß dieselbe sanft und süß eingeschlummert
+war, als sie noch immer wachend im Bette lag.
+Der Gedanke, wie nahe sie daran gewesen war, entdeckt zu
+<pb n='103'/><anchor id='Pg103'/>werden, schreckte sie immer von neuem auf. Sobald sie im
+Begriffe war, einzuschlafen, fuhr sie angstvoll in die Höhe.
+Endlich schlief sie ein, aber selbst im Traum quälten sie die
+schrecklichsten Bilder. Bald wurde sie verfolgt, bald fiel sie vom
+Baume und zuletzt hatte sie sich in einen Vogel verwandelt und
+eine große Eule wollte sie fressen.&nbsp;–
+</p>
+
+<p>
+Früh am andern Morgen, als Fräulein Raimar ihren
+Spaziergang durch den Garten machte, blieb sie vor dem
+Apfelbaume stehen. Sie schüttelte den Kopf und rief den
+Gärtner.
+</p>
+
+<p>
+»Es müssen Diebe in diesem Baume gewesen sein, Lange,«
+sagte sie, »sehen Sie nur das viele Laub und sogar einige abgebrochene
+Zweige darunter. Da liegen auch mehrere Aepfel,
+die sie verloren haben mögen. Machen Sie doch, solange das
+Obst noch nicht abgenommen ist, öfters des Nachts eine Runde
+durch den Garten.«
+</p>
+
+<p>
+»Es ist mir ein Rätsel, wie sie hereingekommen sind,«
+bemerkte der Gärtner kopfschüttelnd, »die Gartenpforte war
+fest verschlossen. Sie müssen geradezu über die Mauer geklettert
+sein.«
+</p>
+
+<p>
+»Wohl möglich,« stimmte Fräulein Raimar ihm bei, und
+im Weitergehen dachte sie, daß Melanie doch im Rechte gewesen
+sei. Freilich ein Gespenst hatte sie nicht gesehen, wohl
+aber einen Spitzbuben.
+</p>
+
+<p>
+Oben, am offnen Fenster, standen die beiden Mädchen
+und hatten jedes Wort vernommen. Ilse war es heiß und
+kalt dabei geworden und sie hatte sich wie eine arme Sünderin
+ertappt und beschämt gefühlt. Nellie dagegen lachte so recht
+vergnügt in sich hinein und nahm alles wie einen köstlichen
+Scherz hin.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist eine spaßige Sach’,« sagte sie übermütig, »ich
+kann mir totlachen! Wenn sie wüßte, daß die böse Spitzbuben
+mit sie unter eine Dach wohnen. – Wie würde sie sich
+staunen!«
+</p>
+
+<pb n='104'/><anchor id='Pg104'/>
+
+<p>
+Ilse hielt ihr den Mund zu. »Du darfst nicht darüber
+lachen, Nellie,« gebot sie entschieden, »ich schäme mich so sehr!
+Spitzbuben hat uns Fräulein Raimar genannt, und das sind
+wir auch. Ich hatte gar nicht daran gedacht, und das war
+recht dumm von mir.«
+</p>
+
+<p>
+»Wer wird so strenge richten, kleine Weisheit,« tröstete
+Nellie. »Was man in der Mund steckt, ist kein Diebstahl,
+merken Sie sich das! Fräulein Raimar bekommt auch so große
+Kostgeld, da bezahlen wir die paar lumpige Apfel alle mit. –
+Komm, gieb mir ein Kuß und sieh nicht so trübe aus, du klein
+Spitzbube!«
+</p>
+
+<p>
+Mit Nellie war schwer streiten. Sie widerlegte so harmlos
+und sah so schelmisch dabei aus, daß Ilse, wenn sie auch
+nicht überzeugt wurde, sich wenigstens nicht mehr so hart anklagte.
+Aber auf einem bestand sie. Nellie mußte ihr die Hand
+darauf geben, daß niemals wieder ein ähnlicher Streich von
+ihnen ausgeführt werden solle. – –
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Die Tage wurden kürzer und kürzer. Der Oktoberwind
+fuhr sausend durch die Bäume und trieb sein lustiges Spiel
+mit den trocknen, gelben Blättern. Oede und verlassen lag der
+Garten des Instituts, denn der schöne Aufenthalt im Freien
+hatte so ziemlich ein Ende, die Mädchen waren mehr und mehr
+auf die Zimmer angewiesen.
+</p>
+
+<p>
+In den Wochentagen empfanden sie das kaum, aber an
+den Sonntagnachmittagen, die sie gewohnt waren, im Garten
+zu verleben, da fühlten sie sich doppelt eingeengt. In den
+Zimmern war es so dumpf, so langweilig; so war Ilses Ansicht.
+Man konnte doch nicht immer Briefe schreiben, oder
+nähen. Sich die Zeit verkürzen mit Romanschreiben, das konnte
+nur Flora, die denn auch den innigen Wunsch hatte, die Sonntagnachmittage
+möchten ewig dauern.
+</p>
+
+<pb n='105'/><anchor id='Pg105'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img105.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<pb n='107'/><anchor id='Pg107'/>
+
+<p>
+»Ich komme heute auf euer Zimmer,« sagte sie eines
+Sonntagmorgens zu den Freundinnen. »Ich werde euch
+meine neueste Novelle vorlesen, natürlich nur den Anfang und
+den Schluß, das andre habe ich noch nicht geschrieben, ich
+mache es immer so. Ich sage euch, ihr werdet entzückt sein,
+Kinder! Ich selbst fühle, wie entzückend mein neuestes Werk
+mir gelungen ist!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie lächelte. »Wie ich mir auf dieser neue Werk freue!«
+sprach sie neckend. »Immer nur die Anfangs und die Endes
+macht Flora. Die langweilige Mitte laßt sie aus! O, sie ist
+ein großer Dichter!«
+</p>
+
+<p>
+Flora war heute gar nicht empfindlich, sie that, als höre
+sie Nellies Neckereien nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Also auf heute nachmittag!« sagte sie und drückte Ilse
+die Hand.
+</p>
+
+<p>
+Nach der Kaffeestunde begleitete sie denn auch die beiden
+Mädchen auf ihr Zimmer, und nachdem alle drei am Fenster
+Platz genommen hatten, zog sie mit wichtiger Miene mehrere
+lose Blätter aus ihrer Kleidertasche hervor.
+</p>
+
+<p>
+»Fang doch an dein’ Novelle, warum besinnst du dir?«
+fragte Nellie, als Flora ein Blatt nach dem andern ansah und
+wieder beiseite legte.
+</p>
+
+<p>
+»Entschuldigt einen Augenblick,« entgegnete Flora, »das
+ist mir alles so durcheinandergekommen. – Seite 5–10–11–3–«
+zählte sie. »Halt! hier ist Blatt I. So, nun will
+ich beginnen! – Und Nellie, thue mir den einzigen Gefallen,
+unterbrich mich nicht fortwährend mit deinen witzigen Einfällen,
+du schwächst wirklich den ganzen Eindruck damit. – Nun hört
+zu. Meine Novelle heißt:
+</p>
+
+<p rend="center"><hi rend='gesperrt'>Ein Schmerzensopfer.</hi></p>
+
+<p>
+Das Meer brauste und der Sturm tobte. – Weiße Möwen
+flogen krächzend darüber hinweg. – Der Mond lugte dann
+und wann zwischen zerrissenen Wolken hervor – traurig –
+einsam. – –
+</p>
+
+<pb n='108'/><anchor id='Pg108'/>
+
+<p>
+Da schaukelt ein kleines Schiff auf den hohen Wogen
+und nähert sich dem Strande. Ein junges Mädchen sitzt allein
+darin. Leichtfüßig schwingt sie sich aus dem Schiff und setzt
+sich auf ein Felsstück, das von den Wellen des Meeres umspült
+wird und hart am Strande liegt.
+</p>
+
+<p>
+Tief seufzt sie auf und ihre großen Vergißmeinnichtaugen
+füllen sich mit Thränen.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img108.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+›Was soll ich beginnen?‹ flöten ihre Lippen und in ihrem
+süßen Blumenangesichte drückt sich ein schmerzliches Entsagen
+aus. ›Er liebt mich – und ich ihn! Aber Aurora liebt ihn
+auch und sie ist meine geliebte Schwester! Kann ich sie leiden
+sehen? – Nein – nimmermehr! Und sollte ich darüber an
+gebrochenem Herzen sterben!‹
+</p>
+
+<p>
+Sie seufzte tief. ›O sterben! Aber ich fühl’s, ich werde
+nicht sterben – mein Herz wird nicht brechen, – es wird
+weiter schlagen, – – wenn es auch besser wäre, das zähe
+Ding stände zur rechten Zeit für ewig still!‹ – –«
+</p>
+
+<p>
+Hier machte Flora eine kleine Pause und Nellie konnte
+es nicht unterlassen, sie zu unterbrechen.
+</p>
+
+<pb n='109'/><anchor id='Pg109'/>
+
+<p>
+»O wie furchtbar traurig!« rief sie aus, »das arme
+Blumenangesicht mit die Vergißmeinnichtsauge und das zähe
+Herz! Wo ist sie denn hergekommen auf ihres kleines Schiff,
+– so allein auf die brausende Meer?«
+</p>
+
+<p>
+Und sie lachte mit ihren Schelmengrübchen so herzlich
+über Floras Unsinn, daß ihr die Thränen in die Augen
+traten.
+</p>
+
+<p>
+»Wie abscheulich von dir, Nellie,« fuhr Flora sehr erzürnt
+auf, »daß du mich so unterbrichst! Wenn nur ein
+Funken Poesie in deinem Busen schlummerte, würdest du meine
+Werke verstehen. Aber du bist nüchtern vom Scheitel bis zur
+Sohle!«
+</p>
+
+<p>
+»O, o!« lachte Nellie ausgelassen, »o, wie komisch bist
+du, Flora! Lies nur weiter dein ›Schmerzensopfer‹, ich will
+nun artig hören und kein Laut mehr lachen.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Flora nahm schmollend ihre Blätter zusammen. Das
+heißt, es war ihr nicht so recht Ernst damit, denn als auch
+Ilse sich aufs Bitten legte, sie möge doch nun auch den Schluß
+ihrer Novelle vorlesen, da ließ sie sich erweichen. Schon hatte
+sie die Lippen geöffnet, um fortzufahren, da wurde sie unterbrochen
+durch Melanies hastigen Eintritt.
+</p>
+
+<p>
+»Kinder!« rief diese aufgeregt, »es ist etwas furchtbar
+Interessantes passiert! Denkt euch, eben ist eine höchst elegante
+Dame vorgefahren mit einem reizend netten, kleinen Mädchen.
+Fräulein Raimar empfing sie schon an der Thür und Orla hat
+deutlich gehört wie sie sagte: ›Sie bringen das Kind selbst,
+gnädige Frau!‹ – Es bleibt also hier in der Pension, und
+wir haben nichts davon gewußt! Warum wird nun die ganze
+Geschichte so furchtbar geheimnisvoll gemacht? Wir haben doch
+stets gewußt, wenn eine neue Pensionärin ankam! Ich finde
+das, aufrichtig gesagt, klassisch!« –
+</p>
+
+<p>
+Die Mädchen horchten erstaunt auf und selbst Flora vergaß
+das Weiterlesen. Welch eine Bewandtnis hatte es mit
+dem kleinen Mädchen, das so plötzlich hereingeschneit kam?
+</p>
+
+<pb n='110'/><anchor id='Pg110'/>
+
+<p>
+»O, welch eine klassische Geschichte!« rief Nellie. »Kommt,
+wir wollen gleich die fremde Dame mit ihres Kind uns ansehen!«
+</p>
+
+<p>
+Und sie eilten die Treppe hinunter mit einer Hast und
+Neugierde, als ob ein neues Wunder aufgegangen sei, Nellie
+den andern immer voran, sie mußte die erste sein, die dasselbe
+in Augenschein nahm.
+</p>
+
+<p>
+Es war aber gar nichts zu sehen, denn vorläufig verweilten
+die Fremden in Fräulein Raimars Zimmer. Indessen
+der Wagen hielt noch auf der Straße und Nellie schloß daraus,
+daß die Dame sich nicht allzulange aufhalten werde.
+</p>
+
+<p>
+»Sehen müssen wir ihr,« sagte Nellie, »kommt, wir stellen
+uns an der großen Glasthür im Speisesalon und warten, bis
+sie kommt.«
+</p>
+
+<p>
+Als sie dort eintraten, fanden sie bereits die Thür belagert.
+Es gab noch andre Neugierige in der Pension.
+</p>
+
+<p>
+»Ihr kommt zu spät!« rief Grete, die natürlich den besten
+Platz hatte. »Dahinten könnt ihr nichts sehen!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie aber wußte sich zu helfen. Sie zog einen
+Stuhl heran und stellte sich darauf. Ilse natürlich kletterte
+ihr nach.
+</p>
+
+<p>
+Die Geduld der Mädchen wurde auf eine harte Probe
+gestellt, wohl eine gute halbe Stunde mußten sie noch warten,
+bevor die Erwartete erschien. – Langsam und lebhaft sprechend
+ging sie mit der Vorsteherin an den Lauschenden vorüber. Zum
+Glück war es bereits dämmerig und die Damen waren so in
+der Unterhaltung begriffen, daß sie nicht auf die vielen Mädchenköpfe
+hinter der Glasthür achteten, Fräulein Raimar würde die
+kindische Neugierde ernstlich gerügt haben.
+</p>
+
+<p>
+»O, wie sie hübsch ist!« bemerkte Nellie halblaut.
+</p>
+
+<p>
+»Sei doch still, Nellie,« gebot Orla, die das Ohr dicht
+an der Thür hielt, um einige Worte zu erlauschen.
+</p>
+
+<p>
+»Was sagt sie?« fragte Flora, »ich glaube, sie spricht
+französisch.«
+</p>
+
+<pb n='111'/><anchor id='Pg111'/>
+
+<p>
+»Nein, italienisch,« behauptete Melanie, die nämlich seit
+einigen Tagen angefangen hatte, diese Sprache zu treiben.
+</p>
+
+<p>
+»Sie spricht deutsch,« erklärte Grete. »Eben hat sie gesagt:
+Meine kleine Lilli.«
+</p>
+
+<p>
+»Gott bewahre, was du gehört hast!« widerstritt Orla,
+»sie spricht englisch.«
+</p>
+
+<p>
+»O, eine Landsmann von mir!« rief Nellie laut und
+erfreut.
+</p>
+
+<p>
+Ueber diese drollige Bemerkung kam Annemie in das
+Lachen. Orla wurde ganz böse darüber und hielt ihr den
+Mund zu.
+</p>
+
+<p>
+»Fräulein Raimar ist ja noch im Korridor mit der
+Dame,« flüsterte sie, »wenn sie sich umsieht, sind wir blamiert.«
+</p>
+
+<p>
+In diesem Augenblicke kam von der andern Seite des
+Korridors Rosi Müller. Erstaunt sah sie auf die Belagerung
+der Glasthür. Die Mädchen mußten zurücktreten, um sie einzulassen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie könnt ihr euch nur so kindisch benehmen,« sagte
+sie sanft und vorwurfsvoll. »Ich begreife eure Neugierde
+nicht.«
+</p>
+
+<p>
+»Du bist auch unsre ›Artige‹,« meinte Grete.
+</p>
+
+<p>
+Rosi überhörte diese vorlaute Bemerkung. »Kommt, setzen
+wir uns an die Tafel mit unsren Handarbeiten,« fuhr sie fort,
+als das Gas angezündet war, »wir haben die Erzählung von
+Ottilie Wildermuth noch nicht zu Ende gehört. Willst du heute
+vorlesen, Orla?«
+</p>
+
+<p>
+Aber es kam nicht dazu. Gerade als Orla beginnen
+wollte, trat Fräulein Güssow mit der kleinen Lilli an der
+Hand ein.
+</p>
+
+<p>
+Sofort sprangen die Mädchen von ihren Plätzen auf und
+umringten dieselbe.
+</p>
+
+<p>
+»Sieh’, Lilli,« sagte die junge Lehrerin, »nun kannst du
+gleich deine zukünftigen Freundinnen kennen lernen.«
+</p>
+
+<p>
+Die Kleine schüttelte den Kopf. »Die Madel sind schon
+<pb n='112'/><anchor id='Pg112'/>so groß,« antwortete sie im süddeutschen Dialekt und ohne Befangenheit,
+»die können doch nit meine Freundinnen sein!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie fand gleich einen Ausweg, sie kniete sich zu dem
+Kinde nieder und sagte: »Jetzt bin ich ein klein Madel wie du
+und du kannst mit mich spielen.«
+</p>
+
+<p>
+Lilli lachte. »Nein, du bist groß,« sagte sie, »aber du
+gefallst mir. Und du auch,« wandte sie sich zu Ilse, die
+neben Nellie stand. »Du hast halt so schöne Lockerl wie ich.
+Weißt, du sollst meine Freundin sein, mit dir will ich spielen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie ergriff Ilses Hand und sah dieselbe mit ihren großen
+Augen treuherzig an. Das junge Mädchen war ganz entzückt
+von der Zutraulichkeit der Kleinen und küßte und liebkoste sie.
+</p>
+
+<p>
+Natürlich waren sämtliche Pensionärinnen ganz hingerissen
+von dem Kinde, das wie eine zarte Elfe in ihrer Mitte stand.
+Lange blonde Locken fielen ihm über die Schulter herab und
+die schwarzen Augen mit den feingeschnittenen, dunklen Augenbrauen
+darüber bildeten einen wunderbaren Kontrast zu denselben.
+Das gestickte, sehr kurze weiße Kleidchen ließ Hals
+und Arme frei. Eine hochrote, seidene Schärpe vervollständigte
+den höchst eleganten Anzug.
+</p>
+
+<p>
+»O du süßes, entzückendes Geschöpfchen!« »Du Engelsbild!
+Kleine Fee!« und mit ähnlichen überschwenglichen Ausdrücken
+überschütteten die Pensionärinnen das Kind. Fräulein
+Raimar war unbemerkt eingetreten und hörte diese Ausrufe kopfschüttelnd
+an.
+</p>
+
+<p>
+Sie trat in den Kreis und nahm Lilli bei der Hand.
+»Komm,« sagte sie zu ihr, »du sollst erst umgekleidet werden.
+Du möchtest dich erkälten in dem leichten Anzuge.«
+</p>
+
+<p>
+»Bitt’ schön, laß mich hier, Fräulein,« bat das Kind.
+»Ich hab’ gar nit kalt. Schau, ich geh’ halt immer so. Die
+Madel sind so gut, es gefallt mir hier!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar ließ sich nicht erbitten. »Komm nur,
+Kind,« sagte sie gütig, »du wirst die Mädchen alle wiedersehen
+zum Abendessen.«
+</p>
+
+<pb n='113'/><anchor id='Pg113'/>
+
+<p>
+Die abgeschlagene Bitte verstimmte Lilli nicht. »Laß Ilse
+mit mir gehen, Fräulein,« bat sie.
+</p>
+
+<p>
+Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Als Ilse mit dem Kinde
+das Zimmer verlassen hatte, wandte sich die Vorsteherin mit
+ernsten, ermahnenden Worten an ihre Zöglinge.
+</p>
+
+<p>
+»Ich bitte euch, in Zukunft Lilli nicht wieder so große
+Schmeicheleien in das Gesicht zu sagen. Wollt ihr sie eitel
+und oberflächlich machen? Sie ist ein sehr schönes Kind und
+wird bereits manche Aeußerung hierüber gehört haben, es giebt
+ja unvernünftige Leute genug. Wir wollen nicht in diesen
+Fehler verfallen, und ich denke, ihr werdet mir beistehen und
+in Zukunft vorsichtiger sein. – Lilli bleibt bei uns. Ich hatte
+noch nichts davon zu euch gesprochen, weil ihr Eintritt in die
+Pension noch nicht fest beschlossen war.«
+</p>
+
+<p>
+»Wo wohnen Lillis Eltern?« fragte Flora.
+</p>
+
+<p>
+»In Wien,« entgegnete das Fräulein. »Der Vater ist
+tot und die Mutter ist eine bedeutende Schauspielerin. Weil
+sie sich in ihrem Berufe wenig um die Erziehung ihres Kindes
+kümmern kann, hat sie es in eine Pension gegeben.«
+</p>
+
+<p>
+»Lillis Mutter ist ein schönes Frau,« bemerkte Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Wo hast du sie gesehen?« fragte die Vorsteherin etwas
+erstaunt.
+</p>
+
+<p>
+»O, ich habe ihr vorbeigehen sehen,« entgegnete Nellie
+leicht errötend.
+</p>
+
+<p>
+»Sie konnte leider nicht länger verweilen,« wandte sich
+Fräulein Raimar an die junge Lehrerin, »mit dem Schnellzuge
+fährt sie heute abend wieder fort.«
+</p>
+
+<p>
+Die jungen Mädchen hatten die Damen dicht umringt
+und horchten auf jedes Wort. Sie hätten so »furchtbar« gern
+recht Ausführliches über Lillis Mutter erfahren, die als »bedeutende
+Schauspielerin« ihre Gemüter lebhaft erregte und
+interessierte. Aber sie erfuhren nichts. Das Gespräch wurde
+abgebrochen und Fräulein Raimar führte die Wißbegierigen
+recht unsanft in die Wirklichkeit zurück.
+</p>
+
+<pb n='114'/><anchor id='Pg114'/>
+
+<p>
+»Wer hat den Tisch zu besorgen?« fragte sie. »Es ist
+Zeit, daß wir den Thee einnehmen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse und Flora hatten heute dieses Amt. Letztere verließ
+sofort das Zimmer, um kurze Zeit darauf mit Ilse zurückzukehren.
+Jede trug einen Stoß Teller, welchen sie auf einen
+Seitentisch stellten. Sie legten die Tischtücher auf und fingen
+an, die Tafel zu decken.
+</p>
+
+<p>
+Vor wenigen Monaten hatte Ilse es für eine Unmöglichkeit
+gehalten, daß sie je eine solche Beschäftigung thun
+würde, – heute stand sie da in ihrer rosa Latzschürze und
+besorgte alles so geschickt und manierlich wie irgend eine andre
+Pensionärin.
+</p>
+
+<p>
+Manierlich und geschickt war sie freilich nicht immer gewesen
+und es hatte manche Mühe gekostet, ehe sie es so weit
+gebracht, bis sie überhaupt sich überwunden hatte, »Dienstbotenarbeiten«
+zu verrichten. Die gutmütige Wirtschafterin
+konnte manches Lied über Ilses Widerspenstigkeit singen, manche
+unartige Antwort hatte sie derselben zu verzeihen.
+</p>
+
+<p>
+Einmal, als sie einen Teller mit Butterschnitten fallen
+ließ und auch noch den Milchtopf umgestoßen hatte, ermahnte
+sie die Wirtschafterin, vorsichtiger zu sein.
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« hatte sie trotzig geantwortet, »ich will nicht vorsichtiger
+sein, solche Arbeit brauche ich nicht zu thun.«
+</p>
+
+<p>
+Aber sie nahm sich das nächste Mal doch mehr in acht,
+es war am Ende kein sehr angenehmes Gefühl, von allen ausgelacht
+zu werden. Auch bemerkte sie, daß keine der Pensionärinnen,
+selbst die ungraziöse Grete nicht, sich so einfältig
+benahm wie sie, die meisten verrichteten die kleinen häuslichen
+Geschäfte mit Anmut und besonders mit einem
+freundlichen Gesichte, – sollte sie die einzig Dumme unter
+allen sein?
+</p>
+
+<p>
+Lilli erhielt ihren Tischplatz zwischen der Vorsteherin und
+Ilse. Während der Mahlzeit belustigte sie die ganze Gesellschaft.
+Sie plauderte ganz unbefangen, gar nicht schüchtern
+<pb n='115'/><anchor id='Pg115'/>und blöde. »Das macht,« bemerkte Flora, »weil sie unter
+Künstlern groß geworden ist.«
+</p>
+
+<p>
+»Du, Fräulein, gieb mir noch a Gipferl, bitt’ schön.
+Ich hab’ halt so großen Hunger,« rief sie ungeniert. Und
+als Fräulein Güssow fragte, welches ihre Lieblingsgerichte
+seien, meinte sie: »Wianer Würstl und Sauerkraut.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber eine Mehlspeise wirst du doch lieber essen,« meinte
+Fräulein Raimar.
+</p>
+
+<p>
+»O nein! Mehlspeis’ eß i gar nit gern – aber a groß
+Stückerl Rindfleisch mit Gemüs – das mag i!«
+</p>
+
+<p>
+Alles lachte. Selbst die Vorsteherin stimmte ein. Wer
+hätte auch nicht mit Vergnügen dem Geplauder der Kleinen
+zuhören sollen!
+</p>
+
+<p>
+Mit Lilli war ein andres Leben in die Pension gekommen.
+Alles drehte sich um sie, jeder wollte ihr Freude
+machen. Und wenn die Mädchen auch vermieden, ihr Schmeicheleien
+in das Gesicht zu sagen, so waren doch alle bemüht, ihr
+den Hof zu machen. Am glücklichsten waren sie, wenn Lilli
+sich herabließ, ein kleines Volkslied zu singen. Ich sage
+herabließ, denn wenn sie nicht aufgelegt war, ließ sie sich durch
+keine Bitten dazu bewegen. – Flora geriet jedesmal in Verzückung,
+prophezeite Lilli eine große Zukunft und schwur
+darauf, daß sie einst mit ihrer vollen, weichen Stimme ein
+Stern erster Größe am Theaterhimmel sein werde.
+</p>
+
+<p>
+Voll und weich war die Stimme nicht, Flora blickte
+einmal wieder durch ihre romantische Brille, aber es klang
+weh und traurig, wenn das Kind mit so ernsthafter Miene
+dastand und sang.
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist furchtbar süß!« lispelte Melanie, als Lilli zum
+erstenmal ›Kommt a Vogerl geflogen‹ vortrug. »Sieh nur,
+Flora, wie melancholisch sie die Augen in die Ferne richtet.«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, melancholisch,« wiederholte Flora langsam und
+pathetisch, »du hast recht. Weißt du, Melanie, es liegt so
+etwas Geheimnisvolles – Traumverlorenes in ihren samtnen,
+<pb n='116'/><anchor id='Pg116'/>dunklen Mignonaugen, so etwas, das sagen möchte: ›Du fade
+Welt, ich passe nicht für dich.‹«
+</p>
+
+<p>
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um
+mi,« schloß Lilli ihr Liedchen.
+</p>
+
+<p>
+»O wie reizend!« rief Nellie und klatschte in die Hände.
+</p>
+
+<p>
+»Wie kann man diese Worte reizend finden!« rief Flora
+entrüstet. »Traurig – düster – das ist der rechte Ausdruck
+dafür. Ein einsames, verlassenes Herz hat sie empfunden und
+welche Folterqualen mag es dabei erlitten haben.«
+</p>
+
+<p>
+»O, das Herz ist eine sehr zähe Ding, und doch wär’
+es manchmal besser,« deklamierte Nellie mit komischem Pathos,
+aber sie kam nicht weiter. Flora hielt ihr den Mund zu.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist schändlich – ganz abscheulich!« rief sie, »nie,
+nie wieder weihe ich dich in meine geheimsten Gedanken ein!
+Wie kannst du mein Vertrauen so mißbrauchen?«
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Weihnachten rückte heran und fleißig rührten sich aller
+Hände. Da wurde genäht, gestickt, gezeichnet, Klavierstücke
+wurden eingeübt, um die Eltern oder die Angehörigen liebevoll
+zu überraschen.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte noch niemals den Vater oder die Mutter mit
+einer Arbeit erfreut. Zuweilen hatte sie eine kleine Arbeit
+angefangen, auf dringendes Zureden ihrer Gouvernanten, aber
+sie war nicht weit damit gekommen. Sie habe einmal kein
+Geschick dazu, behauptete sie, und dachte nicht daran, daß es
+ihr nur einfach an Geduld und Ausdauer mangele.
+</p>
+
+<p>
+»Was willst du deine Eltern geben?« fragte Nellie, die
+eifrig dabei war, einen sterbenden Hirsch in Kreide zu zeichnen,
+er sollte ein Geschenk für den Onkel in London werden, der
+sie im Institute ausbilden ließ.
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe noch nicht daran gedacht,« entgegnete Ilse.
+»Meinst du, Nellie,« fügte sie nach einigem Besinnen hinzu,
+<pb n='117'/><anchor id='Pg117'/>»daß die Rose, die ich jetzt zeichne, dem Papa Freude machen
+würde?«
+</p>
+
+<p>
+»O sicher! Aber du mußt sehr fleißig sein, mein klein’
+Ilschen, sonst wird die liebe Christfest kommen und du bist
+noch lang nicht fertig. Und was willst du deine Mutter
+geben?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Meiner Mama?« Sie dehnte ihre Frage etwas in die
+Länge. »Ich werde ihr etwas kaufen,« sagte sie dann so
+obenhin.
+</p>
+
+<p>
+Nellie war nicht damit zufrieden. »Kaufen, das macht
+keine Freude!« tadelte sie. »Warum wollen deine Finger
+faul sein?«
+</p>
+
+<p>
+»Nellie hat recht,« mischte sich Rosi in das Gespräch,
+die neben Ilse saß und an einer altdeutschen Decke arbeitete.
+»Deine Mama wird wenig Freude an einem gekauften Gegenstand
+haben.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich bin zu ungeschickt,« gestand Ilse offen.
+</p>
+
+<p>
+»Wir werden dir helfen und dir alles gern zeigen,« versprach
+Rosi. Und Fräulein Güssow, die grade hinzutrat, benahm
+Ilse den letzten Zweifel.
+</p>
+
+<p>
+»Du kannst ein gleiches Nähkörbchen, wie Annemie anfertigt,
+arbeiten, ich weiß bestimmt, es wird dir gelingen.«
+</p>
+
+<p>
+Und es gelang wirklich, ja weit besser, als Ilse sich
+selbst zugetraut. Sie hatte eine kindliche Freude, als das
+Körbchen so wohlgelungen in acht Tagen fix und fertig vor
+ihr stand.
+</p>
+
+<p>
+»Es sind noch vierzehn Tage bis Weihnachten,« sagte
+sie zu Rosi, »und ich möchte noch etwas arbeiten, für Fräulein
+Güssow und Fräulein Raimar.«
+</p>
+
+<p>
+»Und für meine Lori, bitt’ schön, meine gute Ilse!«
+bettelte Lilli, die gewöhnlich an den Mittwochnachmittagen im
+Arbeitssaale zugegen war und dann ihren Platz dicht bei Ilse
+wählte, die sie, wie sie sich ausdrückte, zum aufessen liebte.
+»Mein’ Lori muß halt a neues Kleiderl haben,« fuhr sie fort
+<pb n='118'/><anchor id='Pg118'/>und hielt ihre Puppe in die Höhe, »bescher’ ihr eins zum
+heil’gen Christ. Schau, das alte da ist ja schlecht!«
+</p>
+
+<p>
+Natürlich versprach Ilse, ihr diesen Herzenswunsch zu
+erfüllen, und zur Besiegelung drückte sie dem kleinen Liebling
+einen Kuß auf die roten Lippen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe eine famose Idee!« (famos war seit kurzer
+Zeit Modewort im Institute) rief Ilse am Abend desselben
+Tages aus, als sie mit Nellie allein war. »Ich kaufe für
+Lilli eine neue Puppe und kleide sie selbst an. Was meinst
+du dazu?«
+</p>
+
+<p>
+»O, das ist wirklich ein famos Gedanke,« entgegnete
+Nellie, »aber lieb Kind, hast du auch an der viele Geld gedacht,
+die so ein’ Puppe mit ihrer Siebensachen kostet? Wie
+steht’s mit dein’ Kasse?«
+</p>
+
+<p>
+»O, das hat keine Not, ich habe sehr viel Geld!« versicherte
+Ilse sehr bestimmt. Und sie nahm ihr Portemonnaie
+aus der Kommode und zählte ihre Schätze.
+</p>
+
+<p>
+»Zwölf Mark,« sagte sie, »das ist mehr, als ich brauche,
+nicht?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind ein sehr schlecht’ Rechenmeister, mein Fräulein,«
+riß Nellie sie unbarmherzig aus ihrer Illusion, »ich mein’,
+Sie reichen lang’ nicht aus.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah die Freundin zweifelnd an. »Du scherzest,«
+meinte sie, »zwölf Mark ist doch furchtbar viel Geld?«
+</p>
+
+<p>
+»Reicht lang nicht!« wiederholte Nellie unerbittlich, »hör
+zu, ich will dir vorrechnen:
+<list type="simple">
+ <item>1) Ein Nähtischdecken für Fräulein Raimar macht vier Mark,</item>
+ <item>
+2) ein Arbeitstaschen für Fräulein Güssow macht drei Mark,
+ </item>
+ <item>
+3) eine schöne Geschenk für die liebe Nellie und all die
+ andren junge Fräulein – macht – sehr viele Mark.
+</item>
+</list>
+Wo willst du Geld zu der Puppen nehmen?«
+</p>
+
+<p>
+»Ach,« fiel Ilse ihr ins Wort, »und unser Kutscher
+da<pb n='119'/><anchor id='Pg119'/>heim und seine drei Kinder! – daran habe ich noch gar nicht
+gedacht!«
+</p>
+
+<p>
+Sie machte ein recht betrübtes Gesicht, denn sie hatte es
+sich gar zu reizend ausgedacht, wie sie Lilli überraschen wollte.
+Nun konnte es nichts werden.
+</p>
+
+<p>
+Nachdenklich saß sie einige Augenblicke, dann leuchteten
+plötzlich ihre Augen freudig auf.
+</p>
+
+<p>
+»Halt!« rief sie aus, »ich weiß etwas! Heute abend
+schreibe ich an Papa und bitte ihn, mir Geld zu schicken. Er
+thut es, ich weiß es ganz bestimmt. Mein Papa ist ja
+ein zu reizender Papa!«
+</p>
+
+<p>
+»Und dein’ Mutter?« fragte Nellie, »ist sie nicht auch
+ein’ sehr gütiger Frau? Wie macht sie dich immer Freude
+mit die viel’ schöne Sachen, die sie an dir schickt. Freust du
+dir sehr auf Weihnachten? Ja? Es ist doch schön, die lieben
+Eltern wieder sehen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse zögerte mit der Antwort. Es fiel ihr ein, wie sie
+im Sommer ihrem Vater entschieden erklärt hatte, zum Christfest
+nicht in die Heimat zu reisen. Ihr Sinn hatte sich nicht
+geändert. Noch hatte sie den Groll gegen die Mutter nicht
+überwunden. Trotzdem sie sich sagen mußte und zuweilen
+auch ganz heimlich eingestand, wie nötig für ihr Wissen und
+ihre Ausbildung der Aufenthalt in einer tüchtigen Pension
+war, so hielt sie immer noch an dem Gedanken fest: ›Sie hat
+mich fortgeschickt.‹
+</p>
+
+<p>
+»Ich werde hier bleiben,« sagte sie, »ich will das Weihnachtsfest
+mit euch verleben.«
+</p>
+
+<p>
+»Das ist famos!« rief Nellie entzückt, »ich freue mir
+furchtbar, daß du nicht fortreisen willst! All unsre Freunde
+reisen auch nicht, und es ist so schön hier, die heilige Christ. –
+Alles bekommt eine große Kiste von Haus, mit allen Bescherung
+und Schokolad’ und Marzipan! – und die Christabend
+wird jede Kiste aufgenagelt, und ich helfe auspacken bald der
+eine, bald der andre.«
+</p>
+
+<pb n='120'/><anchor id='Pg120'/>
+
+<p>
+»Erhältst du keine Kiste?« fragte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Du weißt ja – ich hab’ kein’ Eltern – wer sollte mir
+beschenken?«
+</p>
+
+<p>
+»Gar, gar nichts bekommst du?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse konnte es nicht fassen.
+</p>
+
+<p>
+»Zu Neujahr schenkt mein Onkel für mir Geld, da kaufe
+ich mir, was ich notwendig habe.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah die Freundin schweigend an. Am Abend aber
+schrieb sie einen langen Brief in die Heimat, worin sie zuerst
+ihren Entschluß mitteilte, daß sie die Weihnachtstage mit den
+Freundinnen feiern möchte. Dann ging sie zu dem Geldmangel
+über und schilderte dem Papa mit vielen zärtlichen
+Schmeichelnamen ihre Not, und zuletzt gedachte sie mit warmen
+Worten Nellies. – »Noch eine dringende Bitte habe ich zum
+Schlusse,« fuhr sie in ihrem Briefe fort, »an Dich, Mama,«
+wollte sie schreiben, aber sie besann sich und schrieb: »an Euch,
+liebe Eltern. Meine Freundin Nellie ist nämlich die einzige
+in der Pension, die keine Weihnachtskiste erhalten wird. Sie
+ist eine Waise und steht ganz allein in der Welt. Ihr Onkel
+in London läßt sie zu einer Gouvernante ausbilden. Ist das
+nicht furchtbar traurig? Ach! und die arme Nellie ist noch
+so jung und immer so fröhlich, ich kann mir gar nicht denken,
+daß sie eine Gouvernante wird! Es ist doch schrecklich, wenn
+man kein liebes Vaterhaus hat! – Nun wollt’ ich Euch recht
+von Herzen bitten, Ihr möchtet die Geschenke, die Ihr mir
+zugedacht habt, zwischen mir und meiner Nellie teilen und zwei
+Kisten daraus machen. Bitte, bitte! Ihr schenkt mir stets so
+viel, daß ich doch immer noch genug habe, wenn es auch nur
+die Hälfte ist. Ich würde gewiß keine rechte Freude am
+heiligen Abend haben, wenn Nellie gar nichts auszupacken
+hätte.
+</p>
+
+<p>
+Ihr hattet mir Erlaubnis gegeben, an den Tanzstunden
+nach Weihnachten teilnehmen zu dürfen, und du, liebe Mama,
+versprachst mir ein neues Kleid dazu, kaufe mir keins, mein
+<pb n='121'/><anchor id='Pg121'/>blaues ist noch sehr gut und ich komme damit aus. Schenkt
+Nellie dafür etwas – bitte, bitte!
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img121.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Mit diesem <hi rend='gesperrt'>heißen</hi> Wunsche umarmt Euch
+</p>
+
+<p rend="text-align: right">Eure<lb/>
+dankbare Ilse.</p>
+
+<p>
+<hi rend='antiqua'>N. S.</hi> Das Geld schicke nur recht bald, einziges Papachen,
+ich habe es furchtbar nötig.«
+</p>
+
+<p>
+Umgehend erhielt denn auch Ilse das Gewünschte. Der
+zärtliche Papa hatte in seiner Freude über die Herzensgüte
+seines Kindes eine große Summe schicken wollen, Frau Anne
+hielt ihn davon zurück. Sie stellte ihm vor, daß es für Ilse
+weit besser sei, wenn sie mit geringen Mitteln sich einrichten
+lerne und stets genügsam bleibe.
+</p>
+
+<p>
+Ihr Wunsch, Weihnachten nicht in die Heimat zu kommen,
+wurde gern erfüllt, der Papa schrieb sogar, er lobe ihren verständigen
+Entschluß. Die weite Reise war im Winter nicht
+ratsam. Freilich werde er seinen Wildfang schmerzlich vermissen
+und es werde der Mama und ihm recht einsam sein,
+aber er wolle sich mit dem Gedanken trösten, daß das nächste
+Christfest desto schöner ausfallen werde. –
+</p>
+
+<p>
+Beinah kränkte sie diese bereitwillige Zustimmung, indes
+<pb n='122'/><anchor id='Pg122'/>sie kam zu keinem Nachdenken darüber, der Briefträger kam
+und brachte ihr dreißig Mark.
+</p>
+
+<p>
+»Dreißig Mark!« jubelte Ilse. »Nellie, nun sind wir
+reich! – Komm, laß uns gleich gehen und unsre Einkäufe
+machen, ich kann die Zeit nicht erwarten.«
+</p>
+
+<p>
+»O nein, Kind,« entgegnete Nellie bedächtig, »erst
+müssen wir ein langer Zettel aufschreiben mit alle Sachen,
+die wir kaufen werden. Wir müssen doch rechnen, was sie
+kosten.«
+</p>
+
+<p>
+Daran hatte die lebhafte Ilse gar nicht gedacht. Ohne
+zu überlegen, würde sie blind drauf los gekauft und am Ende
+wieder nicht gereicht haben.
+</p>
+
+<p>
+Die beiden Mädchen machten sich nun daran, eine Liste
+aufzusetzen. Die nötigen Geschenke wurden aufgeschrieben und
+von der praktischen Nellie der ungefähre Preis dahinter gesetzt.
+Als Ilse für die Kinder des Kutscher Johann ebenfalls Sachen
+zu kaufen aufschrieb, rief Nellie:
+</p>
+
+<p>
+»Halt! Du kannst von deine alte Sachen die Kutschermädchen
+schenken, dann sparen wir Geld.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe nichts,« meinte Ilse, »kaufen geht schneller.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie hatte sich bereits daran gemacht, in Ilses Kommode
+und auch im Schranke nachzusehen, um sich zu überzeugen,
+ob sie nichts fände.
+</p>
+
+<p>
+»Man muß sparen und nicht seine Geld aus die Fenster
+schmeißen.«
+</p>
+
+<p>
+Und siehe da, es fand sich allerhand unter Ilses alten
+Sachen. Schürzen, die sie nicht mehr trug, ein Kleid, das
+ihr zu eng und zu kurz geworden war, und zuletzt noch das
+vorjährige Pelzzeug, welches die gütigen Eltern durch neues,
+weit kostbareres ersetzt hatten.
+</p>
+
+<p>
+»Siehst du, Verschwender!« triumphierte Nellie. »Du
+weißt nicht deine große Schatze. Nun kaufen wir für dein’
+Kutscher ein Paar warme Handschuh und fertig ist die ganze
+Kutschergesellschaft.«
+</p>
+
+<pb n='123'/><anchor id='Pg123'/>
+
+<p>
+Die wenigen Wochen bis zum heiligen Abend vergingen
+in rasender Schnelle. Nellie und Ilse hatten neben so mancherlei
+andern Arbeiten auch noch die neue Puppe anzukleiden.
+Das war für Ilse eine schwere Aufgabe, und ohne
+ihre geschickte Freundin wäre sie niemals damit zu stande gekommen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie geschickt du bist, Nellie,« sagte Ilse, als diese der
+Puppe das schottische Kleid anprobierte, »das hast du doch
+geradezu klassisch gemacht. Ich hätte es wirklich nicht fertig
+gebracht.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber hast du niemals ein Kleid für dein’ Puppen genäht
+– oder eine Hut – oder ein Mantel?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« antwortete Ilse aufrichtig, »niemals! Ich habe
+an den toten Dingern mein Lebtag keine Freude gehabt. Viel
+lieber habe ich mit den Hunden gespielt.«
+</p>
+
+<p>
+»Da ist kein Wunder, wenn du ein klein’, dumm’ Ding
+geblieben bist! Deine Hunde brauchen kein Kleid,« lachte
+Nellie. »Nun mußt du auf dein’ alt’ Tage nähen lernen,
+siehst du.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse lachte fröhlich mit und bemühte sich, das weiße
+Batistschürzchen für die Puppe, an welchem sie rings herum
+Spitzen setzte, recht sauber und nett fertig zu bringen. –
+Einen Tag vor der Bescherung erhielten die erwachsenen
+Mädchen, denen es Vergnügen machte, die Erlaubnis, die
+schöne, große Tanne auszuputzen. Das war ein Fest und für
+Ilse ganz und gar neu. Niemals hatte sie sich bis dahin
+selbst damit befaßt, und sie kannte es nicht anders, als daß
+am Weihnachtsabend ein mit vielem kostbaren Zuckerwerk behangener
+Baum ihr hell entgegengestrahlt hatte, – hier lernte
+sie kennen, daß auch ohne Zuckerwerk derselbe herrlich zu
+schmücken war.
+</p>
+
+<p>
+Nach dem Abendbrot, als die jüngeren Mädchen und
+auch die Engländerinnen, die kein Verständnis für das
+harm<pb n='124'/><anchor id='Pg124'/>lose Vergnügen hatten, zu Bett gegangen waren, begann das
+Werk.
+</p>
+
+<p>
+Orla brachte einen großen Korb mit Tannenzapfen, selbst
+gesucht auf den Spaziergängen im Walde, und setzte denselben
+auf die Tafel. Annemie stellte zwei Schälchen mit Gummiarabikum
+daneben, in das eine schüttete sie Silber-, in das
+andre Goldpuder und rührte es mit einem Stäbchen um.
+</p>
+
+<p>
+»Wer will mir helfen,« rief Orla.
+</p>
+
+<p>
+»Ich! ich!« antwortete es von allen Seiten; nur Ilse
+schwieg, sie hatte keine Ahnung, was eigentlich mit den vielen
+großen und kleinen Tannenzäpfchen geschehen solle. – Daheim
+verkamen dieselben unbeachtet im Walde. – Es sollte ihr bald
+kein Geheimnis mehr sein.
+</p>
+
+<p>
+Melanie und Rosi hatten die Pinsel ergriffen und fingen
+an, den unansehnlichen braunen Dingern ein goldenes oder
+silbernes Gewand zu geben. Und wie schnell das ging. Kaum
+hatten sie ein paarmal darüber gepinselt, so waren sie fertig.
+</p>
+
+<p>
+»Sieh nur, Rosi,« rief Melanie aus und hielt einen
+vergoldeten Zapfen unter die Gaslampe, »ist der nicht furchtbar
+reizend? Wundervoll, nicht? Gleichmäßig, wirklich künstlerisch
+ist er vergoldet, kein dunkles Pünktchen ist an ihm zu
+sehen!« Und sie betrachtete das Prachtexemplar höchst wohlgefällig
+nach allen Seiten.
+</p>
+
+<p>
+Orla und Rosi hatten fleißig weitergepinselt und stillschweigend
+einen Tannenzapfen nach dem andern beiseite gelegt.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist im höchsten Grade langweilig mit deinem
+ewigen Selbstlobe,« tadelte Orla, »ich habe noch nie jemand
+kennen gelernt, der sich so vergöttert wie du. Pinsle lieber
+weiter und halte dich nicht bei unnützen Lobhudeleien auf.«
+</p>
+
+<p>
+Melanie fühlte sich sehr getroffen und errötete. »Wie
+grob du bist, Orla!« sagte sie gereizt, »du hast freilich keinen
+Sinn für harmlose Vergnügen.«
+</p>
+
+<p>
+»Kinder!« unterbrach Fräulein Güssow, die am andern
+Ende der Tafel saß und Aepfel und Nüsse vergoldete, »keinen
+<pb n='125'/><anchor id='Pg125'/>Streit! Melanie, komm zu mir, du kannst mir helfen, und du
+Ilse, versuche einmal, ob du Melanies Stelle ersetzen kannst.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse ließ sich das nicht zweimal sagen. Eilig griff sie
+zum Pinsel und flink und gesandt that sie ihre Arbeit. Orla
+war sehr zufrieden damit.
+</p>
+
+<p>
+»Nur nicht ganz so dick aufstreichen,« mahnte sie, »sonst
+reichen wir nicht mit unsrem Gold- und Silbervorrat.«
+</p>
+
+<p>
+Flora und Annemie fertigten Netze aus Goldpapier an.
+»Eine geisttötende Arbeit,« flüsterte Flora Annemie zu, »und
+außerdem ohne jede Poesie. Warum die Tanne mit allerhand
+Tand aufputzen? Ist sie nicht am herrlichsten in ihrem duftigen,
+grünen Waldkleide? – Lichter vom gelben Wachsstocke
+in ihr dunkles Nadelhaar gesteckt, – ein goldener Stern hoch
+oben auf ihrer schlanken Spitze, – schwebend – strahlend!
+– das nenn’ ich Poesie!« –
+</p>
+
+<p>
+Hier hielt sich Annemie nicht mehr, sie bekam einen solchen
+Lachreiz, daß sie aufsprang und hinauslief, um sich draußen
+erst auszulachen.
+</p>
+
+<p>
+Dicht unter dem Baume standen Grete und Nellie.
+Letztere hoch auf einer Trittleiter, eine große Düte Salz in
+der Hand haltend. Die andre mit einem Leimtiegel in der
+Hand war ihr Handlanger. Das heißt, sie reichte Nellie den
+Pinsel zu, damit diese die Zweige mit dem Leim bestrich, bevor
+sie Salz darauf warf.
+</p>
+
+<p>
+»Jetzt bin ich eine große Sturmwind und mache der
+Baum voller Schnee,« scherzte Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Wirklich! – die Zweige werden weiß!« rief Ilse und
+verließ einen Augenblick ihre Arbeit, um sich das Schneetreiben
+genau anzusehen. »Das ist aber klassisch! Das gefällt
+mir! Nein, das sieht zu reizend aus!«
+</p>
+
+<p>
+Freilich fiel ein großer Teil Salz unter den Baum, indes
+Nellie ließ sich die Mühe nicht verdrießen, immer wieder
+kehrte sie dasselbe zusammen und strich es mit der Hand dick
+auf den Leim.
+</p>
+
+<pb n='126'/><anchor id='Pg126'/>
+
+<p>
+»Du alt’ Baum wirfst sonst alles Schnee auf die Erde,«
+meinte sie. »Aber das ist schlechte Arbeit, alle meiner Finger
+kleben.«
+</p>
+
+<p>
+Rosi trat jetzt auch an den Baum heran, um ihn mit
+den glänzenden Tannenzapfen zu schmücken. Sie sah heute
+ganz anders aus als sonst. Ihre sonst so gleichmäßigen Züge
+trugen den Ausdruck froher Erwartung, ihre milden Augen
+strahlten und rosig waren ihre Wangen angehaucht.
+</p>
+
+<p>
+»O du selige, o du fröhliche Weihnachtszeit,« summte sie
+mit ihrer frischen Stimme leise vor sich hin, und Fräulein
+Güssow rief ihr zu:
+</p>
+
+<p>
+»Singe nur laut heraus, Rosi, das bringt uns bei unsrer
+Arbeit so recht in die echte Weihnachtsstimmung.«
+</p>
+
+<p>
+»Wir wollen alle singen!« riefen Grete und Annemie,
+»bitte, Fräulein Güssow!«
+</p>
+
+<p>
+»Meinetwegen, aber hübsch gedämpft, Kinder, damit die
+Kleinen nicht davon erwachen.«
+</p>
+
+<p>
+Und nun erklang aus den jugendlichen Kehlen das
+schöne Lied vierstimmig. – – Die junge Lehrerin senkte
+den Kopf herab, – der Gesang stimmte sie traurig. Ihre
+Kindheit – ihre erste Jugendzeit stand mit einemmal lebendig
+vor ihrer Seele. – – Was hatte sie gehofft – – und
+wie hatten sich ihre Träume erfüllt! – – Durch ihre eigne
+Schuld! –
+</p>
+
+<p>
+Mitten im Gesange wurde plötzlich die Thür geöffnet
+und Fräulein Raimar, begleitet von Herrn Doktor Althoff,
+trat herein. Sie hatten soeben eine notwendige Besprechung
+in der Vorsteherin Zimmer beendet.
+</p>
+
+<p>
+Das war eine Ueberraschung, die niemand vermutet
+hatte. Der Gesang verstummte und die Mädchen wurden mehr
+oder weniger verlegen, als der Gegenstand ihrer stillen Verehrung
+so unerwartet vor ihnen stand. Flora errötete bis an
+die Haarwurzeln.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, warum singt ihr nicht weiter, Kinder?« fragte
+<pb n='127'/><anchor id='Pg127'/>die Vorsteherin. »Laßt euch nicht stören durch unsre Gegenwart.«
+</p>
+
+<p>
+Aber es wollte nicht wieder so recht in Zug kommen.
+Orla setzte zwar ein, aber falsch, sie war sehr wenig musikalisch.
+– Annemie mußte
+über den Mißton lachen,
+und da Lachen ansteckt,
+– stimmten die übrigen
+ein.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="hoch" url="images/img127.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Was machen Sie
+denn, Miß Nellie?«
+fragte Doktor Althoff
+und trat auf sie zu.
+»Warum verstecken Sie
+Ihre Hände so ängstlich?«
+</p>
+
+<p>
+Er lächelte sie an.
+Flora warf einen verstohlenen
+Blick auf ihn,
+und bevor sie sich zur
+Ruhe legte, schrieb sie
+in ihr Tagebuch:
+</p>
+
+<p>
+»Er hat sie angelächelt!
+Beneidenswerte
+Nellie! – Bezaubernd – hinreißend – sah er in diesem
+Augenblicke aus! Die geistvollen, dunklen Augen sprühten
+Feuer – um die schmalen Lippen zuckte es sarkastisch –
+wunderbare Perlenzähne schimmerten durch den dunkelblonden
+Bart. – Aber Nellie ist kokett! Leider! – Dieser Augenaufschlag!« –
+</p>
+
+<p>
+»O,« entgegnete Nellie höchst verlegen, »ich habe die
+Finger verklebt mit der häßliche Leim!« und schnell lief sie
+hinaus, um sich gründlich zu reinigen. Doktor Althoff sah
+ihr wohlgefällig nach.
+</p>
+
+<p>
+»Nellie spricht doch sehr schlecht deutsch,« bemerkte Flora
+<pb n='128'/><anchor id='Pg128'/>etwas spöttisch, »ich begreife das eigentlich nicht. Ein Jahr
+ist sie bereits in der Pension und wie falsch drückt sie sich
+noch immer aus.«
+</p>
+
+<p>
+Sie hatte ihre Bemerkung so laut gemacht, daß der junge
+Lehrer sie hören mußte.
+</p>
+
+<p>
+»Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen, Flora,«
+entgegnete er, »und ich muß gestehen, Nellie hat in dem einen
+Jahre schon sehr gute Fortschritte gemacht. Uebrigens klingen
+die kleinen Schnitzer, die sie zuweilen macht, ganz allerliebst
+und naiv, – wir wollen sie nicht deshalb verdammen.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar blickte etwas erstaunt auf den Sprechenden,
+der sich so warm Nellies annahm. Vielleicht fand sie
+seine Entschuldigung in Gegenwart der übrigen Mädchen nicht
+ganz passend.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist sehr spät, Kinder,« unterbrach sie das Thema,
+»wollt ihr nicht für heute aufhören und morgen in eurer Arbeit
+fortfahren?«
+</p>
+
+<p>
+Aber die Mädchen baten so sehr, heute schon ihr Werk
+vollenden zu dürfen, daß sie die Erlaubnis erhielten. Zu
+Floras Aerger, welche die Zeit nicht abwarten konnte, bis sie
+die vielen großartigen Gedanken, die in ihrem Kopfe spukten,
+erst schwarz auf weiß vor sich hatte.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar und Doktor Althoff entfernten sich und
+Nellie trat gleich darauf wieder in das Zimmer. Flora konnte
+nicht umhin, ihr einen kleinen Seitenhieb zu versetzen.
+</p>
+
+<p>
+»Warum verstecktest du deine Hände auf dem Rücken?«
+fragte sie. »Ich fand das furchtbar komisch von dir. Du
+dachtest wohl, Doktor Althoff wolle dir die Hand geben?«
+</p>
+
+<p>
+Die arme Nellie war über diesen Angriff so erschrocken,
+daß sie nicht darauf antworten konnte. Aber Ilse half ihrer
+Freundin aus der Verlegenheit.
+</p>
+
+<p>
+»Ich finde nichts Komisches darin, Flora,« sagte sie
+lustig, »wenn Nellie nicht gern beschmutzte Finger sehen lassen
+<pb n='129'/><anchor id='Pg129'/>will; aber daß du ihr deine eignen Gedanken zutraust, das
+finde ich komisch! – Ja, ja, Florchen, du bist erkannt!«
+</p>
+
+<p>
+Flora errötete, aber sie war klug und antwortete nur
+mit einem wegwerfenden Achselzucken. –
+</p>
+
+<p>
+Alle Vorbereitungen waren zu Ende. Die Mädchen
+trugen Ketten, Netze, kurz allen Schmuck herbei, um den Baum
+zu behängen.
+</p>
+
+<p>
+Wie er sich füllte! Wie festlich geschmückt er bald dastand!
+Ilse bewunderte hauptsächlich die glänzenden Tannenzapfen,
+die sich zwischen den dunklen Nadeln ganz herrlich
+ausnahmen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie ein Märchenbaum!« rief sie fröhlich, und »Bäumchen
+rüttle dich und schüttle dich!« setzte sie übermütig hinzu.
+</p>
+
+<p>
+»O, nein!« rief Nellie in komischem Ernste, »nicht schüttle
+und rüttle dir, Baumchen, es fallt sonst all der Salz von
+deiner Nadel und ich muß mir noch einmal die Finger
+zerkleben.«
+</p>
+
+<p>
+»Nie in meinem Leben sah ich einen so schönen Christbaum!«
+erklärte Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Wir sind noch nicht fertig, Ilse,« entgegnete Fräulein
+Güssow, »bald hätte ich das Gold- und Silberhaar vergessen.«
+– Und nun begann sie feine Fäden rings um den Baum
+zu spinnen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie schön! wie schön!« jubelte Ilse und schlug wie ein
+Kind vor Freude in die Hände. Dann nahm sie Nellie in
+den Arm und tanzte mit ihr um den Baum.
+</p>
+
+<p>
+»Du wirst mit deiner lauten Freude die Schlafenden
+aufwecken,« ermahnte Fräulein Güssow; aber sie sah Ilse
+mit inniger Teilnahme an. – Es gab eine Zeit, wo auch
+sie so fröhlich hinausgejubelt hatte in die Welt, – bis der
+Sturm kam und ihr die Blüte des Frohsinns abstreifte und
+verwehte. –
+</p>
+
+<p>
+»Geht nun zu Bett, Kinder,« bat sie, »aber leise, hört
+ihr? Gute Nacht!«
+</p>
+
+<pb n='130'/><anchor id='Pg130'/>
+
+<p>
+»Gute Nacht, gute Nacht!« rief es zurück und Ilse setzte
+hinzu: »Ach, Fräulein! Wenn es doch erst morgen wäre!« –
+</p>
+
+<p>
+Das war ein Leben am andern Tage! Die Mädchen
+waren ganz außer Rand und Band. Ilse war ausgelassen
+fröhlich und Nellie stand ihr darin bei. Annemie lachte über
+jede Kleinigkeit, ja selbst Rosi, die stets Vernünftige, machte
+heute eine Ausnahme und schloß sich der allgemeinen Stimmung
+an. Als Flora ein selbstgedichtetes Weihnachtslied zum besten
+gab, und die ganze übermütige Schar sie dabei auslachte,
+lachte Rosi mit, – nur als Nellie an zu necken fing, bat
+sie sanft:
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, Nellie, nicht spotten! Wir haben die arme Flora
+schon genug gekränkt, als wir sie auslachten.«
+</p>
+
+<p>
+Melanie und Grete waren die einzigen, die eine leise
+Verstimmung nicht unterdrücken konnten. Sie hatten gehofft,
+Weihnachten zu Hause verleben zu können, und waren enttäuscht,
+als die Eltern ihnen nicht die Erlaubnis gaben, weil
+sie es nicht passend fanden, daß junge Mädchen allein eine
+so weite Reise machten.
+</p>
+
+<p>
+Melanie fand diesen Grund geradezu furchtbar kränkend.
+»Als ob ich noch ein Kind wäre!« sprach sie ärgerlich zu
+Orla. »Ich bin siebzehn Jahre alt! Und doch wahrhaftig
+alt und verständig genug, uns beide zu schützen!«
+</p>
+
+<p>
+»Aber du bist hübsch,« entgegnete die Angeredete mit
+leichter Ironie, »und das ist gefährlich. Denk’ einmal, wenn
+dir unterwegs ein Abenteuer begegnete! Das wäre doch furchtbar
+schrecklich!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich bitte dich, Orla, verschone mich mit deinen albernen
+Spöttereien!« wehrte Melanie entrüstet ab. Aber sie fühlte
+sich doch in ihrem Inneren geschmeichelt, die kleine Eitelkeit.
+</p>
+
+<p>
+»Du hörst es ja doch gern, Herzchen,« lachte Orla.
+»Warum auch nicht? Hübsch zu sein ist ja keine Schande,
+– besonders wenn man so wenig eitel ist wie du! Uebrigens
+tröste dich mit uns, wir sind ja fast alle zurückgeblieben, bis
+<pb n='131'/><anchor id='Pg131'/>auf die wenigen Pensionärinnen, die in der Nachbarschaft
+wohnen, und die vier Engländerinnen, die Miß Lead wieder
+zurück in ihre Heimat bringt. – Störe nicht unsre fröhliche
+Laune durch ein verstimmtes Gesicht. Sieh doch nur Lilli
+an, – kannst du bei dem Anblicke so seliger Freude noch
+mißmutig sein?«
+</p>
+
+<p>
+Das Kind lief nämlich von einer zur andern, treppauf,
+treppab und fragte jede Viertelstunde, ob es noch nicht dunkel
+würde, und ob das liebe Christkindl noch nit bald käm. –
+</p>
+
+<p>
+Endlich, endlich brach der Abend herein. Die Vorsteherin
+und Fräulein Güssow verweilten schon seit zwei Uhr in dem
+großen Saale, und in einer Klasse, die dicht daneben lag,
+saßen erwartungsvoll die Pensionärinnen. Natürlich im
+Dunkeln, denn Licht durfte vor der Bescherung nicht angesteckt
+werden.
+</p>
+
+<p>
+Lilli fühlte sich etwas unheimlich in der Finsternis. Sie
+kletterte auf Ilses Schoß und schlang den Arm um ihren Hals.
+</p>
+
+<p>
+»Kommt denn das Christkindl noch nit bald?« fragte sie
+wieder. »Schau, es ist halt schon stockfinster.«
+</p>
+
+<p>
+»Nun bald,« tröstete Ilse und drückte Lilli zärtlich an
+sich. Das Anschmiegen des Kindes that ihr so wohl und seine
+Liebe machte sie so glücklich. »Bald kommt das Christkind,
+ach, und wie schön wird das sein! – Soll ich dir ein Märchen
+erzählen, damit dir die Zeit schneller vergeht?«
+</p>
+
+<p>
+»Bitt schön! Vom Hansel und Gretel!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte indes kaum begonnen »es war einmal«, als
+Lilli ihr den Mund zuhielt.
+</p>
+
+<p>
+»Nit weiter!« unterbrach sie, »ich mag das heut nit
+hören! Ich muß immer an das Christkindl denken. Kennst
+du das liebe Christkindl, Ilse? Hast du’s schon g’schaut?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« sagte Ilse, »gesehen habe ich es noch niemals.
+Niemand kann es sehen, es wohnt nicht auf der Erde.«
+</p>
+
+<p>
+»Wohnt es im Himmel?« fragte Lilli. »Schau, da
+möcht’ ich halt auch wohnen, da ist’s schön, nit? Da singen
+<pb n='132'/><anchor id='Pg132'/>die lieben Englein, und die lieben Englein, die wohnten früher
+auf der Erde, das waren die artigen Kinder, nit? – Der
+liebe Gott hat sie in sein Himmelreich geholt, nit wahr, Ilse?«
+</p>
+
+<p>
+Die Worte des Kindes riefen sentimentale Ahnungen in
+Flora hervor, sie war auch im Begriff, dieselben auszusprechen,
+als Nellie ihr das Wort abschnitt.
+</p>
+
+<p>
+»Was schwatzt der kleine Kind für Zeug?« sagte sie und
+streichelte liebkosend Lillis Hand. »Wo hast du dies gehört?
+Keiner Mensch hat noch in der Himmel geschaut.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber die Mama hat’s gesagt, – sie weiß es, nit wahr,
+Ilse?« rief Lilli heftig.
+</p>
+
+<p>
+Die gab ihr keine Antwort darauf, sie versuchte, das
+Kind auf andre Gedanken zu bringen.
+</p>
+
+<p>
+»Möchtest du wieder zu deiner Mama?« fragte sie.
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete Lilli, »ich bleib’ lieber bei euch. Die
+Mama kümmert sich halt so wenig um mich, sie hat kein’
+Zeit. Sie muß immer studieren,« setzte sie altklug hinzu.
+»Alle Abend geht sie ins Theater.«
+</p>
+
+<p>
+»Denn es kümmert sich ka Katzerl – ka Hunderl um
+mi!« recitierte Flora schwärmerisch.
+</p>
+
+<p>
+»Komm zu mir, Lilli,« bat Melanie, »ich will dir eine
+herrliche Weihnachtsgeschichte erzählen.«
+</p>
+
+<p>
+»Bitt’, bitt’, laß mich bei Ilse bleiben, Melanie, ich will
+ganz gewiß recht genau zuhören auf dein G’schicht.«
+</p>
+
+<p>
+Und während Melanie ihre Erzählung zum besten giebt,
+wollen wir einen Blick in den Weihnachtssaal werfen.
+</p>
+
+<p>
+Die beiden Damen waren so ziemlich fertig mit ihrer
+großen Arbeit. Fräulein Güssow war dabei, noch einige versiegelte
+Pakete auf verschiedene Plätze zu verteilen. Es waren
+in denselben die Geschenke enthalten, welche die junge Welt
+sich untereinander bescherte. Der Name der Empfängerin war
+darauf geschrieben, die Geberin mußte erraten werden.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar stand neben dem Gärtner, der eifrig
+beschäftigt war, die angekommenen Kisten zu öffnen, die Deckel
+<pb n='133'/><anchor id='Pg133'/>wurden lose wieder darauf gelegt, denn das Auspacken besorgten
+die Empfängerinnen selbst.
+</p>
+
+<p>
+Nur mit Lilli wurde eine Ausnahme gemacht, Fräulein
+Raimar packte deren Kiste aus und schüttelte den Kopf, als
+sie damit beschäftigt war.
+</p>
+
+<p>
+»Sehen Sie nur den Tand, liebe Freundin,« sagte sie.
+»Nicht ein vernünftiges Stück finde ich dabei. Zwei weiße
+Kleider, so kurz, daß sie dem Kinde kaum bis an die Knie
+reichen, aber schön gestickt, hier eine breite rosa Atlasschärpe,
+ein kleiner Hermelinmuff, ein Paar feine Saffianstiefel und
+eine Puppe im Ballstaat. Und vieles Zuckerwerk – das ist
+alles! Warme Strümpfe und eine warme Decke, um die ich
+so sehr gebeten, und die dem Kinde so nötig sind, – sie
+fehlen ganz.«
+</p>
+
+<p>
+»Hier scheint ein Brief für Sie zu sein,« sagte Fräulein
+Güssow und nahm ein duftiges rosa Billet von der Erde
+auf. Wahrscheinlich war dasselbe aus dem Muff gefallen,
+den die Vorsteherin noch in der Hand hielt. Sie erbrach das
+an sie gerichtete Schreiben und las wie folgt:
+</p>
+
+<p><text><body>
+ <p>
+»Ich ersuche Sie freundlich, meiner Lilli die Kleinigkeiten
+unter den Baum zu legen. Hoffentlich ist das liebe
+Herzl recht gesund. Nun ich hab halt nit nötig, mich zu
+sorgen, weiß ich doch das goldene Fischel in so gute Händ!
+– Wollne Strümpf und a Jackerl hab i halt nit mitgeschickt,
+i wünsch das Kind nit zu verwöhnen. Es soll
+immer a weiß Kleiderl anziehn, – Hals frei und Arme
+frei, – so ist sie’s gewohnt, und dabei möcht ich’s halt
+lassen.
+ </p>
+ <p>
+Geben Sie mein Herzblatterl tausend Schmazerl, und
+daß es die Mama nit vergißt!
+ </p>
+ <p>
+Mit dankbaren Grüßen verbleib ich
+ </p>
+ <signed rend="text-align: right">
+ Ihre<lb/>
+ ergebene <hi rend='gesperrt'>Toni Lubauer</hi><anchor id="corr133"/><corr sic=".">.«</corr>
+ </signed>
+</body></text></p>
+
+<pb n='134'/><anchor id='Pg134'/>
+
+<p>
+»Weiße Kleider und dünne Strümpfe!« wiederholte Fräulein
+Raimar kopfschüttelnd. »Es ist gut, daß wir für einiges
+gesorgt haben, ich könnte es nicht vor mir selbst verantworten,
+das kleine Ding so durchsichtig und wenig bekleidet zu sehen.«
+</p>
+
+<p>
+Die junge Lehrerin stimmte bei und warf einen recht
+befriedigten Blick auf all die schönen und nützlichen Sachen,
+die auf Lillis Tischchen aufgebaut lagen.
+</p>
+
+<p>
+Der Gärtner war mit seiner Arbeit fertig und hatte das
+Zimmer verlassen – die Damen zündeten die Lichter des
+Baumes an, und als auch das geschehen war, ergriff die Vorsteherin
+eine silberne Klingel und läutete.
+</p>
+
+<p>
+Wie mit einem Zauberschlage flogen die Flügelthüren
+auf und die junge Schar stürmte herein.
+</p>
+
+<p>
+Einen Augenblick standen sie wie geblendet da. So
+plötzlich aus der Dunkelheit in das helle Licht, – der Kontrast
+war fast zu grell.
+</p>
+
+<p>
+Lilli besonders stand wie gebannt da und hielt Ilses
+Hand krampfhaft fest.
+</p>
+
+<p>
+»Komm,« redete Fräulein Raimar sie an, »ich will dich
+an deinen Tisch führen, du bist ja ganz stumm geworden.«
+</p>
+
+<p>
+Als das Kind vor seiner Bescherung stand, kehrte seine
+Lebhaftigkeit zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Die schöne Puppe!« rief es entzückt und schlug die
+Händchen zusammen.
+</p>
+
+<p>
+»Die ist aber halt zu schön! Meine alte Lori ist lang
+nit so süß! – Und ein Strohhüterl hat sie auf – ach
+Gotterl! und die langen Zopferl! Und ein Schultascherl tragt
+sie am Arm! Bitt schön, Fräulein, darf ich sie in die Hand
+nehmen? Ich möcht sie ganz nah anschaun! Bitt schön,
+erlaube mir’s!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar erfüllte gern die Bitte des Kindes, das
+behutsam sein Püppchen in den Arm nahm.
+</p>
+
+<p>
+»Sie kann die Augerl schließen!« fuhr dasselbe fort.
+»Schau, Fräulein, sie will schlafen!« Das Kind war ganz
+<pb n='135'/><anchor id='Pg135'/>außer sich vor Entzücken bei dieser Entdeckung und hielt sein
+Plappermäulchen nicht einen Augenblick still. »Meine Lori
+hat die Aeugerl immer auf, sie kann nit schlafen, nit wahr,
+Fräulein? Die ist dumm, lang nit so gescheit wie diese. –
+Hast du mir die Puppe geschenkt, Fräulein?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete diese, die sich an Lillis jubelnder
+Freude erquickte. »Ilse und Nellie haben sie dir angezogen.
+Aber sieh einmal, hier hast du noch eine Puppe, die hat dir
+deine Mama geschenkt.«
+</p>
+
+<p>
+Kaum einen Blick hatte sie für die kostbare Balldame.
+»Die ist mir zu geputzt,« sagte sie, »die kann ich doch nit in
+das Bett legen! Die kann mein Kind nit sein!« – Und mit
+der Puppe im Arme lief sie zu Ilse, um sich zu bedanken.
+</p>
+
+<p>
+Diese aber war sehr beschäftigt. Sie packte ihre Kiste
+aus und hatte nicht Zeit, an etwas anderes zu denken.
+»Später, Liebling,« sagte sie, und fertigte die Kleine mit
+einem flüchtigen Kuß ab. – Soeben hielt sie einen prächtigen
+rosa Wollstoff in der Hand und Nellie stand neben ihr und
+bewunderte denselben lebhaft.
+</p>
+
+<p>
+»O wie süß!« rief sie. »Wie von Spinnweb so fein!
+Und wie er dir kleidet,« fuhr sie fort und hielt den Stoff der
+Freundin an, »das wird ein schön’ Tanzstundenkleid! Du
+wirst dir wie eine Fee darin machen!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse aber war gar nicht recht vergnügt über das kostbare
+Geschenk, es malte sich sogar etwas wie Enttäuschung
+in ihren Zügen. Warum mochten die Eltern ihre Bitte nicht
+berücksichtigt, ja nicht einmal eine Antwort darauf gegeben
+haben?
+</p>
+
+<p>
+Und Nellie war so gut – so neidlos teilte sie ihre Freude.
+</p>
+
+<p>
+So mochte auch Fräulein Güssow denken, die näher getreten
+war. Sie legte den Arm um Nellies Schulter und
+fragte: »Warum packst du nicht deine eigene Kiste aus?«
+</p>
+
+<p>
+»Meine Kiste?« wiederholte Nellie. »O Fräulein, Sie
+spaßen! Für mir giebt es das nicht!«
+</p>
+
+<pb n='136'/><anchor id='Pg136'/>
+
+<p>
+Ilse horchte auf. Einen schnellen, fragenden Blick warf
+sie der jungen Lehrerin zu und diese antwortete mit einem
+geheimnisvollen Lächeln.
+</p>
+
+<p>
+»Wer weiß!« fuhr sie fort, »sieh einmal nach, vielleicht
+hat eine gütige Fee dir etwas beschert.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse erhob sich schnell aus ihrer knieenden Stellung und
+nahm die Freundin unter den Arm. »Komm,« sagte sie,
+»wir wollen suchen.«
+</p>
+
+<p>
+Kiste an Kiste stand da in der Reihe, jede indes war
+bereits in Besitz genommen, Ilses Auge aber flog voraus.
+Sie hatte am Ende des Saales eine herrenlose Kiste entdeckt,
+dorthin zog sie Nellie.
+</p>
+
+<p>
+Und richtig, da stand mit großen Buchstaben auf dem
+Deckel: »An Miß Nellie Grey.« – Es war kein Zweifel,
+die Adresse lautete an sie.
+</p>
+
+<p>
+»O, was ist dies!« rief Nellie überrascht und ihre
+Wangen röteten sich, »wer hat an mir gedacht? Ist es gewiß
+für mir?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, sie ist wirklich für dich,« versicherte Ilse strahlend,
+denn nun hatte sie erst die echte Weihnachtsfreude, »nimm nur
+den Deckel hoch.«
+</p>
+
+<p>
+Immer noch etwas zögernd folgte Nellie dieser Aufforderung.
+Welche Ueberraschung! Da lag obenauf ein gleicher
+Stoff in blaßblau, wie sie soeben denselben in rosa bei Ilse
+bewundert.
+</p>
+
+<p>
+Und wie sie nun weiter auspackten, jetzt eine jede ihre
+eigene Kiste, da hielten sie sich jubelnd stets die gleichen Herrlichkeiten
+entgegen. Bald war es eine gestickte Schürze, dann
+kamen farbige Strümpfe an die Reihe, Handschuhe, sogar die
+Korallenkette, die schon lange ein sehnlicher Wunsch Ilses war,
+fehlte bei Nellies Bescherung nicht. Auch die vielen Leckereien
+waren gleichmäßig verteilt.
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte in einem Karton mit Briefpapier einen langen
+<pb n='137'/><anchor id='Pg137'/>zärtlichen Brief der Eltern gefunden und als Nellie den ihrigen
+öffnete, lag auch für sie ein kleines Briefchen darin.
+</p>
+
+<p><text><body>
+ <p>
+»Meine liebe Nellie,« schrieb Ilses Mama, »ich darf
+Sie doch so nennen als meiner Ilse liebste Freundin? Mein
+Mann und ich möchten Ihnen so gern einen kleinen Beweis
+geben, wie dankbar wir Ihnen sind für die Liebe und Freundschaft,
+die Sie stets unsrem Kinde zu teil werden ließen. Zwei
+Freundinnen aber müssen auch gleiche Freuden haben – und
+mit diesem Gedanken bitten wir Sie herzlich, den Inhalt der
+Kiste freundlich anzunehmen.
+</p>
+
+<p>
+Mit dem aufrichtigen Wunsche, daß Sie auch fernerhin
+unsrer Ilse eine treue Freundin bleiben mögen, grüßt Sie
+herzlich
+</p>
+ <signed><hi rend='gesperrt'>Anne Macket</hi><anchor id="corr137"/><corr sic=".">.«</corr></signed>
+</body></text></p>
+
+<p>
+Nellie fiel Ilse um den Hals und vermochte kein Wort
+hervorzubringen. Die Rührung schnürte ihr die Kehle zu –
+Thränen waren seltene Gäste bei unsrer Nellie. Das frühverwaiste
+Mädchen, das sich von klein auf stets bei Verwandten
+herumdrücken mußte, dem das Sonnenlicht der elterlichen Liebe
+fehlte, hatte das Weinen beinah verlernt. Wer hätte auch
+auf seine Thränen achten sollen?
+</p>
+
+<p>
+»Dein Mutter ist ein Engel!« brachte sie endlich, so
+halb unterdrückt, heraus. »Wie soll ich sie für alles
+danken?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, meine Mama ist sehr gut!« bestätigte Ilse, und
+zum erstenmal stieg ein warmes, zärtliches Gefühl für dieselbe
+in ihrem Herzen auf.
+</p>
+
+<p>
+Für sentimentale Stimmungen waren Ilse und Nellie
+indes nicht angethan, und als erstere ein Stück Marzipan
+der Freundin in den Mund steckte, war die Rührung zu Ende.
+Thränenden Auges verzehrte es Nellie, und dieser Anblick
+kam Ilse so possierlich vor, daß sie lachen mußte, – natürlich
+stimmte Nellie ein.
+</p>
+
+<pb n='138'/><anchor id='Pg138'/>
+
+<p>
+»Seid ihr fertig, Kinder? Habt ihr alle eure Kisten
+ausgepackt!« rief Fräulein Raimar und unterbrach das Gewirr
+von Stimmen, das laut und lebhaft durcheinander klang.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, ja!« rief es zurück und nun beeiferte sich eine
+jede, die heimatliche Bescherung vorzuzeigen, und die Vorsteherin
+blickte in lauter freudig erregte und zufriedene Gesichter.
+Nur Flora sah etwas enttäuscht aus. Sie hatte
+anstatt »Jean Pauls Werke«, die sie sich so glühend gewünscht,
+»Schlossers Weltgeschichte« erhalten mit dem Versprechen vom
+Papa, daß, wenn sie erst reifer für solche Lektüre sei, sie dieses
+Werk erhalten werde.
+</p>
+
+<p>
+Reifer! Es klang ihr wie bittrer Hohn. Sie fühlte
+sich mit ihren sechzehn Jahren schon so überreif, daß sie selbst
+poetische Werke in das Leben rief – und sie – sie sollte
+nicht »Jean Paul« lesen!
+</p>
+
+<p>
+Nachdem die Geschenke der Eltern auf eine leer gelassene
+Tafel aufgebaut waren, und nachdem die Mädchen auch
+diejenigen der Lehrerinnen in Empfang genommen hatten,
+kamen endlich die versiegelten und verpackten Ueberraschungen
+an die Reihe.
+</p>
+
+<p>
+Da kamen denn allerhand drollige Dinge zum Vorschein
+und der Jubel und das Lachen wollten kein Ende nehmen.
+</p>
+
+<p>
+Flora hatte soeben einen langen, blauen Strumpf aus
+zahllosen Papieren herausgewickelt und hielt ihn hoch in der
+Hand. Etwas verwundert drehte sie diese wunderbare Gabe nach
+allen Seiten, die ironische Anspielung fiel ihr nicht sogleich ein.
+</p>
+
+<p>
+»Ein Strumpf?« fragte sie, »was soll ich damit?«
+</p>
+
+<p>
+»Er ist dein Wappen, lieber Blaustrumpf,« belehrte sie
+Orla. »Die Idee ist wirklich famos!«
+</p>
+
+<p>
+»Er ist von dir!« beschuldigte sie Flora.
+</p>
+
+<p>
+»Leider nein,« entgegnete Orla.
+</p>
+
+<p>
+Annemie lachte so laut und herzhaft, daß sie sich als die
+Geberin verriet.
+</p>
+
+<p>
+»Bist du mir böse, Flora?« fragte sie gutmütig.
+</p>
+
+<pb n='139'/><anchor id='Pg139'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img139.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Sonderbare Frage! Ganz
+im Gegenteil, Flora fühlte sich
+höchst geschmeichelt, daß man sie
+zu den Blaustrümpfen zählte. Der
+gestickte Schlips, den Annemie in
+den Strumpf versteckt hatte, erfreute
+sie nicht halb so wie die
+dichterische Anerkennung. – In
+bester Stimmung löste sie jetzt den
+Bindfaden von einem Pappkasten.
+Derselbe war eng damit umschnürt.
+Auf dem Deckel war ein Weinglas
+gemalt und mit großen Buchstaben
+stand »Vorsicht« daneben geschrieben.
+</p>
+
+<p>
+Ganz behutsam nahm sie denn
+auch den Deckel ab, warf die Papierschnitzel
+heraus und fand in feines
+Seidenpapier eingeschlagen ein zerbrochenes
+Herz von Bisquit!
+</p>
+
+<p>
+»Wie abscheulich von dir, Nellie!« rief sie gekränkt und
+wandte sich sofort an die richtige Adresse. Das Herz warf
+sie achtlos beiseite.
+</p>
+
+<p>
+»Nicht so hitzig, Flora,« riet Grete, »sieh doch das zerbrochene
+Herz erst näher an.«
+</p>
+
+<pb n='140'/><anchor id='Pg140'/>
+
+<p>
+Zögernd entschloß sie sich dazu, und als sie ein reizendes,
+kleines Toilettekissen höchst künstlich verborgen entdeckte, söhnte
+sie sich einigermaßen mit der bösen Nellie aus.
+</p>
+
+<p>
+Aber nicht Flora allein, auch all die übrigen mußten
+manche kleine Neckerei in den Kauf nehmen, so manche schwache
+Seite wurde an das Tageslicht gefördert und schonungslos
+gegeißelt. Die Vorsteherin wachte darüber, daß diese Reibereien
+stets in den Grenzen des Scherzes blieben; im allgemeinen
+hielt sie dieselben für ein gutes Mittel, sich gegenseitig auf
+die Fehler aufmerksam zu machen, es half oft mehr als alle
+ernsten Ermahnungen.
+</p>
+
+<p>
+Nellie stand vor einem großen Berg Eßwaren, die sie
+aus ihren Paketen, in welchen sie außer einem kleinen Geschenke
+immer noch nebenbei allerhand Süßigkeiten fand, herausgewickelt
+hatte.
+</p>
+
+<p>
+Schokolade, Marzipan, Apfelsinen, Rosinen und Mandeln,
+Lebkuchen, und in einem reizenden Kasten von Porzellan zwei
+saure Gurken. Diese waren eine besondere Lieblingsspeise
+von ihr.
+</p>
+
+<p>
+Sie lachte und fragte, ob sie ein so hungrig Mädchen
+sei. »O, da ist ja noch ein Paket,« fuhr sie fort, »was für
+ein leckerer Bissen wird wohl darin sein?«
+</p>
+
+<p>
+Aber sie irrte sich, diesmal kam ein Buch zum Vorschein
+und wie sie es aufschlug, las sie auf dem Titelblatte: »Deutsche
+Grammatik.« Ein Blatt Papier mit einem kleinen Gedichte
+lag dabei. Nellie las es vor.
+</p>
+
+<lg>
+<l>»Lerne fleißig die deutsche Sprache –</l>
+<l rend="margin-left: 2">Willst du begreifen holde Poesie.</l>
+<l>Dies Buch ist einer Verkannten Rache,</l>
+ <l rend="margin-left: 2">Die du verstanden hast noch nie!«</l>
+</lg>
+
+<p>
+»Flora!« rief Nellie. »Du hast mir mit deine edle
+Rache sehr beschämt! Ich werde lernen aus dieser Buch und
+dir verstehen! – Komm, gieb dein’ Hand, ich verspreche dich,
+<pb n='141'/><anchor id='Pg141'/>daß ich nie wieder dein’ holde Poesie auslachen will, und wenn
+sie voll lauter zerbrochene Herzen ist.« –
+</p>
+
+<p>
+Orla hatte unter anderm einen Klemmer erhalten und
+– o Schrecken! auch ein Etui mit Cigaretten. Fräulein
+Raimar stand neben ihr und sah das verräterische Ding.
+</p>
+
+<p>
+»Was ist denn das?« fragte sie. »Ich will nicht hoffen,
+Orla, daß du wie eine Emanzipierte rauchst! Du würdest
+mich sehr erzürnen, wenn das der Fall wäre. Doch,« unterbrach
+sie sich, »wie komme ich dazu, einen Scherz für Ernst
+zu nehmen, am Weihnachtsabend sind dergleichen Witze erlaubt.«
+Leiser und nur für die Russin vernehmbar setzte sie
+hinzu: »Ich habe das feste Vertrauen zu dir, daß du niemals
+rauchen wirst!«
+</p>
+
+<p>
+Die Angeredete schwieg und senkte die Augen. Der
+Tadel traf die Wahrheit, sie hatte wirklich manchmal im Verborgenen
+eine Cigarette geraucht. War es doch in ihrer
+Heimat nichts Auffallendes, wenn eine Dame sich ein kleines
+Rauchvergnügen machte.
+</p>
+
+<p>
+Innerlich schalt sie die Pedanterie der Deutschen, der sie
+eine so harmlose Freude zum Opfer bringen mußte, denn niemals
+würde es ihre Wahrheitsliebe gestattet haben, gegen das
+Verbot der Vorsteherin zu sündigen, – mit einiger Ueberwindung
+reichte sie derselben die Cigaretten.
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, bewahren Sie mir dieselben,« bat sie und lächelnd
+fügte sie hinzu: »Damit ich nicht in Versuchung komme ...«
+</p>
+
+<p>
+Melanie liebäugelte mit einem zierlichen Handspiegel.
+Sie freute sich sehr über denselben, noch mehr aber über ihr
+eignes Bild, das ihr entgegenlachte.
+</p>
+
+<p>
+Grete blickte ihr über die Schulter. »Das ist eine Anspielung
+auf deine Eitelkeit, Melanie! Ich habe nichts bekommen,
+was mich ärgern oder wodurch ich mich getroffen
+fühlen könnte!«
+</p>
+
+<p>
+»Nun glaubst du dich wohl fehlerfrei, liebe Grete!«
+spottete Melanie. »Bilde dir das ja nicht ein, liebes Kind,
+<pb n='142'/><anchor id='Pg142'/>du bist noch längst kein vollkommnes Wesen. Es giebt sehr
+vieles an dir auszusetzen!«
+</p>
+
+<p>
+Und als ob ihre Worte sofort in Erfüllung gehen sollten,
+rief Fräulein Güssow: »Grete, da steht noch eine vergessene
+Schachtel auf deinem Platze! Du hattest Papier darauf geworfen
+und wirst sie deshalb übersehen haben!«
+</p>
+
+<p>
+Vergnügt und erwartungsvoll öffnete Gretchen die Schachtel.
+O weh! als sie den Deckel abhob, lachte ein glänzendes, zierlich
+gearbeitetes Vorlegeschloß sie boshaft an.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist eine Anspielung für dich, teures Plappermäulchen!«
+rief Melanie mit schwesterlicher Schadenfreude, und
+hielt das Schloß an Gretes Lippen.
+</p>
+
+<p>
+»So, damit du in Zukunft hübsch schweigst und nicht
+so vorlaut bist.«
+</p>
+
+<p>
+Unwillig wandte Grete sich ab, sie war gar wenig erbaut
+von der Ueberraschung. Sie warf das Schloß wieder
+in die Schachtel, schloß den Deckel und verriet durch ihre
+Empfindlichkeit, wie sehr sie sich getroffen fühlte ....
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte aus einer mächtigen Kiste, die bis obenhin
+mit Heu gefüllt war, einen Hund herausgeholt. Keinen
+lebendigen, o nein! es war nur einer aus Pappe. Braun
+sah er aus und hatte weiße Pfötchen. Um den Hals trug
+er einen Zettel am roten Bande, auf welchem mit großen
+Buchstaben »Bob« geschrieben stand.
+</p>
+
+<p>
+»Orla!« erriet Ilse sofort. Dieselbe hatte sie oft genug
+mit ihrem Hunde aufgezogen. Es kam ihr jetzt selbst recht
+lächerlich vor, wenn sie sich ihren Einzug in der Pension mit
+Bob auf dem Arme ausmalte. Wie einfältig war sie gewesen
+– wie unnütz hatte sie den armen Papa gequält! – Ilse
+hatte noch eine Ueberraschung, bei der sie fast erschrak. In
+einem reizenden Arbeitskorbe fand sie mehrere Aepfel von
+Marzipan.
+</p>
+
+<p>
+Nellie stand neben Ilse und flüsterte ihr zu: »Diese sind
+Aepfel von der Baum – weißt du noch?«
+</p>
+
+<pb n='143'/><anchor id='Pg143'/>
+
+<p>
+Als die Angeredete ängstlich zur Seite blickte, fuhr sie
+beruhigend fort: »Du darfst nicht Angst haben, niemand
+hört uns.«
+</p>
+
+<p>
+Sie hatte recht. Die Aufmerksamkeit aller war auf
+einen Vogelbauer gerichtet, in welchem eine lebendige Lachtaube
+saß. Annemie hielt denselben höchst angenehm überrascht
+in der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Nun könnt ihr um die Wette lachen,« scherzte die Vorsteherin,
+»denn das Täubchen darfst du behalten und in deinem
+Zimmer aufhängen. Aber vergiß niemals, Annemie, daß du
+das Tierchen regelmäßig füttern mußt, hörst du?«
+</p>
+
+<p>
+So erhielt eine jede ihre scherzhafte Rüge, nur Rosi
+nicht. Sie zerbrachen sich den Kopf, um einen Tadel an ihr
+zu entdecken, aber zu ihrem Bedauern fanden sie keinen.
+»Ganz ohne Scherz darf sie nicht sein,« erklärte Nellie, ging
+hin und kaufte ein Bilderbuch, auf dessen Titelblatt in goldenen
+Buchstaben drei Worte glänzten: ›Für artige Kinder‹.
+– »Dies paßt sehr für ihr,« sagte sie, und die übrigen
+Mädchen stimmten ein.
+</p>
+
+<p>
+Rosi nahm das Buch, lächelte und legte es beiseite.
+Sie konnte nicht so recht begreifen, was es bedeuten
+sollte ....
+</p>
+
+<p>
+Nachdem die Bescherung zu Ende und nachdem auch für
+die beiden Damen ein Tisch mit allerhand selbstgearbeiteten
+Sachen ausgebaut war, wurde der Thee eingenommen und
+kurze Zeit darauf zur Ruhe gegangen. Lilli wurde es schwer,
+sich von ihren schönen Sachen zu trennen, sie wollte nicht
+zu Bett gehen, aber der Sandmann kam und streute ihr
+den Schlaf in die Augen. Schlafend wurde sie entkleidet
+und in ihr Bett, das in Fräulein Güssows Zimmer stand,
+getragen.
+</p>
+
+<p>
+Und nun wurde es still und dunkel im Hause. Der
+schöne Christabend war zu Ende mit seiner frohen Erwartung,
+seinem Lichterglanze ....
+</p>
+
+<pb n='144'/><anchor id='Pg144'/>
+
+<p>
+Ob wohl der Baum im nächsten Jahre für alle wieder
+angezündet wird, die heute unter ihm versammelt waren? –
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Nun war alles wieder im alten Geleise! Der Unterricht
+hatte begonnen und Miß Lead war wenige Tage nach Neujahr
+von ihrer überseeischen Reise zurückgekehrt. Sie hatte
+sechs junge Engländerinnen mitgebracht, die kein Wort Deutsch
+verstanden und sehr viel Heimweh hatten.
+</p>
+
+<p>
+Nellie versuchte es, sie zu trösten, aber sie verschlossen
+sich starr gegen jedes Trosteswort, sie fühlten sich unglücklich
+im fremden Lande. Sie wollten nicht Deutsch lernen, sie
+haßten diese Sprache und die Menschen, erklärten sie. Lange
+Jammerbriefe sandten sie in die Heimat, in denen sie die
+Angehörigen himmelhoch baten, sie wieder zurückkehren zu
+lassen.
+</p>
+
+<p>
+Es war diese Art und Weise nichts Auffallendes und
+nichts Neues. Fräulein Raimar legte keinen Wert darauf,
+ähnliche Erfahrungen machte sie stets mit den Engländerinnen.
+Es war schon vorgekommen, daß diese oder jene sich vornahm,
+zu verhungern, und Speise und Trank hartnäckig verweigerte.
+Vor Hunger gestorben war indes noch keine, wenn der
+Magen zu energisch sein Recht verlangte, entsagten sie dem
+Hungertode.
+</p>
+
+<p>
+»Ich mag meine Landsmänner gar nicht sehr!« bemerkte
+Nellie eines Tages zu Ilse. »Die Deutsche liebe ich mehr.
+Ich will nicht zurück in meine Heimat.«
+</p>
+
+<p>
+»Landsmänner!« wiederholte Ilse. »Gleich sage einmal,
+wie es richtig heißt. Neulich habe ich es dir erst gesagt.«
+</p>
+
+<p>
+»O ja, ich weiß, Landsfrauen heißt es,« verbesserte sich
+Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist klassisch!« lachte Ilse laut. »Lands–männ–innen
+heißt es. Sag einmal nach – so – und nun
+ver<pb n='145'/><anchor id='Pg145'/>giß dieses Wort nicht wieder, du liebe, englische Deutsche!
+Du bist auch ganz anders wie deine Landsmänninnen, lange
+nicht so steif, so zurückhaltend und so hochmütig wie die! Sie
+sehen immer auf uns herab, als ob sie sagen wollten: ›Gott
+sei Dank, daß ich keine Deutsche bin!‹«
+</p>
+
+<p>
+»O nein!« wehrte sich Nellie, in der plötzlich der Nationalstolz
+wach wurde, »so schlimm darfst du nicht sagen!
+Es hat den Schein, daß sie hochmütig sind, weil sie dir nicht
+verstehen, sie macht ein fremdes Gesicht, weiter nix!«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind hochmütig, Nellie!« neckte Ilse. »Entschuldige
+deine langweiligen Engländerinnen nicht. Eben sagtest du
+selbst, daß du sie nicht leiden möchtest.«
+</p>
+
+<p>
+Das gestand Nellie zu. Sie meinte aber, sie selbst
+könne so sprechen, ein gleiches Urteil aus einem andern
+Munde könne und dürfe sie nicht anhören. Sie wolle es
+auch nicht.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist doch aber ganz wunderlich, Nellie,« lachte Ilse,
+»Doktor Althoff würde sagen: ›Sie haben verdrehte Ansichten,
+Miß Nellie.‹«
+</p>
+
+<p>
+»O nein,« entgegnete Nellie eifrig und leicht errötend,
+»Doktor Althoff würde mir verstehn. Er weiß, wie es in
+mein Herz aussieht!«
+</p>
+
+<p>
+Das kam Ilse äußerst komisch vor und sie neckte die
+Freundin damit sehr. »Er hätte viel zu thun, wenn er in
+alle eure Herzen blicken wollte!« rief sie lachend, »und wenn
+er sich wirklich einmal die Mühe gäbe, so würde er euch
+schön verhöhnen, dich und alle die andern, die ihr für ihn
+schwärmt.«&nbsp;–
+</p>
+
+<p>
+Ilse lernte jetzt mit rechtem Eifer und schon längst war
+ihr das Arbeiten keine Last mehr. Das Zeichnen machte ihr
+besondre Freude, und seitdem der Papa so glückselig über
+die ihm geschenkte Rose geschrieben, strebte sie darnach, auch
+das zu erreichen, was derselbe in seiner blinden Liebe zu ihr
+schon erreicht sah. Er hielt sie bereits für eine Künstlerin
+<pb n='146'/><anchor id='Pg146'/>und mit Stolz hatte er ihr geschrieben, daß er die Rose habe
+einrahmen lassen und daß sie nun über seinem Schreibtisch
+hänge. Ilse war gar nicht damit einverstanden, sie wußte
+ja genau, wie der zärtliche Papa jeden Besuch, der zu ihm
+kam, zu ihrem schwachen Erstlingswerk führen werde.
+</p>
+
+<p>
+Auch die Mama war hocherfreut über Ilses Weihnachtsgeschenke
+gewesen. Sie gaben ihr ein glänzendes Zeugnis
+von deren Fortschritten und der Ausdauer, die der Wildfang
+bis dahin nicht gekannt hatte. Die größte Freude indes hatte
+sie an Ilses Dankesbrief gehabt. Es war das erste Mal,
+daß sie in so herzlich warmer Weise das Wort an sie richtete
+und Frau Annes Augen füllten sich mit Thränen freudiger
+Rührung. Sie fühlte jetzt bestimmt, daß die Zukunft ihr
+Ilses volle Liebe bringen werde. –
+</p>
+
+<p>
+Die längst ersehnten Tanzstunden hatten bereits seit
+vierzehn Tagen begonnen und brachten etwas Abwechselung
+in das gleichmäßige Pensionsleben. Zweimal in der Woche
+kam von sechs bis acht Uhr abends der Tanzlehrer mit einer
+Geige und unterrichtete im großen Saale.
+</p>
+
+<p>
+Nicht alle Zöglinge nahmen teil daran. Die kleineren
+Mädchen nicht und auch die Engländerinnen schlossen sich aus,
+sie verstanden noch zu wenig Deutsch, auch konnten sie vorläufig
+keinen Geschmack an den einförmigen Pas finden.
+Melanie konnte das freilich auch nicht und fand bis jetzt die
+Tanzstunde ›furchtbar öde‹.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist ein furchtbar langweiliges Vergnügen, diese
+Hüpferei,« äußerte sie auf einem Spaziergange zu Flora,
+»wozu diese Pas – diese Verbeugungen? Wir können doch
+alle schon tanzen, und wie wir uns zu verbeugen haben –
+und grüßen müssen, das wissen wir doch erst recht. Wir sind
+doch erwachsene Mädchen!«
+</p>
+
+<p>
+»Ach!« seufzte Flora und ein schwärmerischer Blick glitt
+seitwärts über den spiegelglatten Teich – zu den schlittschuhlaufenden
+Gymnasiasten hinüber – »ach! das möchte noch
+<pb n='147'/><anchor id='Pg147'/>alles gehen. Das Fürchterlichste ist doch, daß wir zwei volle
+Monate ohne Herren tanzen müssen!«
+</p>
+
+<p>
+»Wie furchtbar öde!« Melanie rief es ordentlich entrüstet.
+»Man behandelt uns wahrhaftig mit puritanischer
+Strenge! Ohne – Herren! Es ist kaum zu glauben!«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, mit puritanischer Strenge!« wiederholte Flora, der
+dies Wort außerordentlich gefiel. »Ich begreife nicht, warum
+uns der Verkehr mit den Herren so lange entzogen wird.
+Man behandelt uns eben wie Kinder!«
+</p>
+
+<p>
+Die ›furchtbar öden‹ Monate gingen indessen auch zu
+Ende und Fräulein Raimar schickte Einladungen aus an
+junge, wohlerzogene Herren, die das Gymnasium besuchten,
+und ersuchte sie, die letzten vier Wochen an dem Tanzunterrichte
+teilzunehmen.
+</p>
+
+<p>
+Mit welcher Freude diese Einladungen begrüßt wurden,
+brauche ich nicht zu sagen. Die jungen Leute schätzten es sich
+zur besonderen Ehre, zu den Tanzabenden in der Pension zugezogen
+zu werden. Diesmal brannten sie besonders darauf,
+weil sie behaupteten, daß noch niemals so hübsche Mädchen
+in dem Institute gewesen seien. Sie kannten dieselben von
+Ansehen sehr genau, denn, wenn irgend möglich, suchten sie
+ihnen auf den Spaziergängen zu begegnen. Nun sollten sie
+mit ihnen tanzen, sich mit ihnen unterhalten dürfen, es war
+zu famos!
+</p>
+
+<p>
+»Ihr werdet heute abend zum ersten Male mit Herren
+tanzen, Kinder,« kündigte Fräulein Raimar eines Mittwochs
+bei der Mittagstafel an. Und als sie bemerkte, wie vergnügt
+die meisten diese frohe Botschaft entgegennahmen, fügte sie
+hinzu: »Ich hoffe, daß ihr euch nicht zu lebhaft mit den
+jungen Leuten unterhalten werdet! Vergeßt nicht, daß dieselben
+nur des Tanzes, nicht der Unterhaltung wegen da
+sind!«
+</p>
+
+<p>
+Annemie kamen diese Ermahnungen so komisch vor, daß
+sie zu kichern anfing. Ein strafender Blick traf sie dafür.
+</p>
+
+<pb n='148'/><anchor id='Pg148'/>
+
+<p>
+»Für dich sind meine Worte besonders gesprochen, Annemie,«
+nahm die Vorsteherin wieder das Wort, »ich fürchte,
+du wirst dich durch dein albernes Lachen auffallend machen,
+hüte dich davor. Und dich, Grete, ermahne ich ernstlich, nicht
+so viel zu schwatzen. Ueberlege erst, was du sagen willst,
+damit kein Unsinn herauskommt.«
+</p>
+
+<p>
+So und in ähnlicher Weise warnte und ermahnte sie
+ihre jungen Zöglinge, die in ihrer erwartungsvollen Aufregung
+heute nur mit halbem Ohre hörten, was ihnen so
+eindringlich vorgestellt wurde. Viel wichtiger erschien ihnen
+die Frage: »Was werdet ihr heute abend anziehen? Womit
+werdet ihr euch schmücken?«
+</p>
+
+<p>
+Sie hatten auch kaum das Speisezimmer verlassen, als
+sie die Treppen hinaufstürmten, um in Orlas und der Schwestern
+Zimmer eine große Beratung zu halten.
+</p>
+
+<p>
+Melanie holte einen großen Pappkasten hervor und fing
+an, Blumen und Bänder herauszukramen. Sie hatte sich vor
+den Spiegel gestellt und hielt eine Rose in ihr schönes aschblondes
+Haar.
+</p>
+
+<p>
+»Wie findet ihr diese Rose?« fragte sie. »Bitte, seht
+doch einmal! Kümmert sich denn kein Mensch um mich?«
+rief sie laut und ungeduldig den Durcheinanderschwatzenden
+zu und stampfte sogar etwas mit dem Fuße auf.
+</p>
+
+<p>
+»Sie steht dir gut, Melanie,« antwortete Rosi, die eben
+erst eingetreten war und die letzten Worte hörte, an ihre
+eigene Toilette dachte sie nicht. »Das dunkle Rot in deinem
+blonden Haar sieht prächtig aus!«
+</p>
+
+<p>
+»Du hast nicht viel Geschmack, liebste Rosi. Nimm mir
+nicht übel, daß ich es dir frei heraussage,« fertigte Melanie
+die Aermste ab. »Orla, bitte, gieb du dein Urteil ab.«
+</p>
+
+<p>
+Die Russin galt als die eleganteste, deren Toilette stets
+am geschmackvollsten war. Mit Kennermiene musterte sie
+denn auch Melanie.
+</p>
+
+<pb n='149'/><anchor id='Pg149'/>
+
+<p>
+»Die dunkle Rose ist zu grell,« entschied sie, »für dein
+Haar paßt eine blaßrote besser. Uebrigens, was willst du
+denn anziehen? Das ist doch am Ende die Hauptsache und
+darnach mußt du die Blumen wählen.«
+</p>
+
+<p>
+»Mein blaues Batistkleid, denke ich.«
+</p>
+
+<p>
+»Dein bestes Kleid!« rief die vorlaute Grete erstaunt.
+»Gut, dann ziehe ich mein geblümtes an!«
+</p>
+
+<p>
+Gerade wie die Verhandlungen am lautesten waren, öffnete
+sich die Thür und Fräulein Güssow trat ein.
+</p>
+
+<p>
+»Fräulein Raimar läßt euch sagen, ihr möchtet heute
+abend eure Sonntagskleider tragen,« verkündete sie.
+</p>
+
+<p>
+»O! ...« Langgedehnt und unzufrieden kam es über
+Melanies Lippen. »O, Fräulein Güssow, die alten, dunklen
+Kleider! Die hellen sind so viel besser!«
+</p>
+
+<p>
+Aber es blieb bei den Wollkleidern. Gegen das Machtgebot
+der Vorsteherin galt kein Widerstreben.
+</p>
+
+<p>
+Bevor sie in den Tanzsaal hinuntergingen, fanden sich
+die Mädchen noch einmal bei Orla ein. Diese hielt erst eine
+allgemeine Musterung über die Toiletten, besserte hier und
+dort und verstand es, durch eine Kleinigkeit dem einfachsten
+Anzuge einen netten Anstrich zu geben.
+</p>
+
+<p>
+Melanie hatte sich nach besten Kräften elegant herausgeputzt.
+Ein weißes Spitzenfichu schmiegte sich in weichen
+Falten um ihren Hals, und eine blaßrote Rose, seitwärts an
+demselben befestigt, kleidete sie ganz allerliebst. Sie war tadellos
+und sah trotz des einfachen braunen Kleides sehr geputzt
+aus.
+</p>
+
+<p>
+An Gretes ungeschickter Figur war nicht viel zu ändern.
+Lange Arme, große Füße, schlechte Haltung und dicke Taille,
+das waren Dinge, die leider nicht zu verbergen waren, auch
+trugen die ungraziösen Bewegungen durchaus nicht zur Verschönerung
+bei.
+</p>
+
+<p>
+»Für dich ist die dunkle Tracht ganz vorteilhaft,« meinte
+Orla, indem sie eine dicke Korallenkette aus ihrem
+Schmuck<pb n='150'/><anchor id='Pg150'/>kasten nahm und sie dem darüber hocherfreuten Gretchen um
+den Hals schlang. »So, die will ich dir leihen, damit du
+nicht zu einfach aussiehst.«
+</p>
+
+<p>
+Flora unterwarf sich keiner Musterung, sie fand es unnütz,
+da ihr Geschmack weit eigenartiger sei als Orlas. Sie
+hatte mit endloser Mühe eine griechische Haartour zurechtgebracht.
+Im Nacken trug sie ihr Haar im Knoten, mit
+einigen herausfallenden Locken, vorn hatte sie dasselbe mit
+einem schwarzen Sammetbande, das mit weißen Perlen benäht
+war, dreimal abgebunden. In die Stirn fielen gekräuselte
+Fransen.
+</p>
+
+<p>
+Sie fand sich entzückend, diese Haartour söhnte sie sogar
+mit dem grünen Wollkleide aus, in dem sie lang und schlank
+wie eine wirkliche Hopfenstange aussah.
+</p>
+
+<p>
+Rosi hatte sich nicht besonders geschmückt. Ihr schwarzes
+Kaschmirkleid war unverändert geblieben. Eine weiße Spitze
+am Halsausschnitt, zusammengehalten von einer Spitzenschleife,
+die einen silbernen Pfeil trug. So ging sie Sonntags gekleidet
+und Fräulein Raimars Vorschrift lautete, daß sie
+sich heute sonntäglich kleiden sollten.
+</p>
+
+<p>
+»O Gott, wie hausbacken siehst du aus, Rosi! Als ob
+du in die Kirche gehen wolltest, so ernst und feierlich!« rief
+Orla. »Hast du denn nicht ein farbiges Band anstatt der
+weißen Schleife?«
+</p>
+
+<p>
+Sie hatte keins und jetzt half Melanie aus. Bereitwillig
+lieh sie Rosi eine ganz neue rosa Atlasschleife und freute sich
+herzlich, wie furchtbar nett sie derselben stand.
+</p>
+
+<p>
+»Betrachte dich nur einmal,« sagte sie und hielt ihr den
+Handspiegel vor die Augen. »Nun, was meinst du dazu?
+Nicht wahr, jetzt siehst du nicht mehr aus wie ›Gottesfurcht
+vom Lande‹!«
+</p>
+
+<p>
+»Die Schleife gefällt mir wohl gut,« meinte Rosi,
+»aber es ist mir ein peinliches Gefühl, geliehene Sachen zu
+tragen.«
+</p>
+
+<pb n='151'/><anchor id='Pg151'/>
+
+<p>
+»<hi rend='antiqua'>O sancta simplicitas!</hi>« rief die geniale Flora.
+»Kind, du gehst in deiner Pedanterie wirklich zu weit! Unter
+Freundinnen herrscht Gleichheit, da kann von geliehenen Sachen
+keine Rede sein!«
+</p>
+
+<p>
+Und um dies Wort gleichsam zur That zu machen,
+griff sie in Melanies offenstehenden Blumenkasten, nahm
+eine feuerfarbene Nelke heraus und befestigte dieselbe an ihrem
+Gürtel.
+</p>
+
+<p>
+»Du erlaubst doch, Melanie?« fragte sie so nebenhin,
+»die rote Farbe steht mir wirklich brillant!« und mit einem
+wohlgefälligen Blick betrachtete sie sich in dem Spiegel.
+</p>
+
+<p>
+»Nellie und Ilse, wo bleiben sie nur?« fragte Orla.
+</p>
+
+<p>
+Eben traten sie ein. Beide waren geschmackvoll gekleidet.
+Nellie im schottischen Kleide, am Hals und den Aermeln mit
+echten Spitzen garniert, sah graziös und vorteilhaft aus, ebenfalls
+Ilse, die über ihr blaues Kleid einen breiten Spitzenkragen
+gelegt hatte. Darüber trug sie die Korallenkette, mit
+welcher auch Nellie sich geschmückt hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Schnell noch diese Margueriten in dein Haar!« rief
+Melanie und machte Miene, dieselbe Ilse in ihren Locken zu
+befestigen. Aber die wehrte es ab.
+</p>
+
+<p>
+»Geh mit deinen Blumen!« entgegnete sie abwehrend,
+»ich mag die toten, nachgemachten Dinger nicht leiden!«
+</p>
+
+<p>
+»Wie du willst,« sagte Melanie etwas schnippisch
+und warf die verschmähten Gänseblümchen wieder in den
+Kasten.
+</p>
+
+<p>
+Die Mädchen verließen das Zimmer und stiegen die
+Treppe hinunter.
+</p>
+
+<p>
+»Orla ist doch die eleganteste von uns,« bemerkte Melanie
+nicht ohne einen Anflug von Neid zu Nellie, und
+musterte die vor ihr Gehende, die allerdings in der blauen
+Samttaille und einem gleichfarbig seidenen Rocke höchst vornehm
+erschien. »Freilich in Samt und Seide kleiden mich
+meine Eltern nicht, so reich sind wir nicht.«
+</p>
+
+<pb n='152'/><anchor id='Pg152'/>
+
+<p>
+»Thut nix!« erwiderte Nellie, »man muß mit weniges
+auch zufrieden sein!«
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, bitte – wartet einen Augenblick!« rief es plötzlich
+hinter ihnen.
+</p>
+
+<p>
+Annemie war es, die in voller Eile allen nachgelaufen
+kam. »Ich bin noch nicht ganz fertig,« fuhr sie atemlos
+fort, »ich kann aber nichts dafür! Als ich mein Kleid
+überzog, riß ein Band irgendwo, – nun hängt der eine
+Zipfel vom Ueberwurfe bis auf die Erde. Bitte, seht einmal
+nach!«
+</p>
+
+<p>
+Alle waren stehen geblieben und betrachteten Annemie.
+Nellie, praktisch wie immer, untersuchte gleich, wo der
+Schaden saß.
+</p>
+
+<p>
+»Komm her,« sagte sie, »ich werde dir ausbessern. Aber
+ein Nadel und Faden muß ich haben, dann nähe ich dir gleich
+mit weniger Stich in Ordnung.«
+</p>
+
+<p>
+»Sei nicht umständlich,« meinte Flora. »Hier hast du
+eine Stecknadel, damit wirst du es ebenso gut machen können.
+Wie manchmal habe ich mir schon ein Band oder einen kleinen
+Riß schnell mit der Nadel gesteckt.«
+</p>
+
+<p>
+Aber davon wollte die Engländerin nichts wissen. Sie
+nahm Annemie mit in ihr Zimmer und nähte die wenigen
+Stiche.
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, liebe, gute Nellie, mir ist hier am Aermel ein
+Endchen Spitze abgerissen, willst du mir nicht die gleich annähen?
+Du bist auch ein Engel!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie brachte auch diesen Schaden in Ordnung, und als
+sie fertig war, zupfte sie an Annemie hier und dort zurecht,
+nichts saß an der kleinen, runden Lachtaube, wie es sitzen
+mußte. Die Handschuhe waren nicht zugeknöpft, die Halskrause
+saß schief und an dem halbhohen Lackschuh fehlte ein
+Knöpfchen.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist aber ein sehr unordentlich’ Mädchen, liebes
+Lachtaube,« schalt Nellie, »aber ich kann dich nicht helfen, du
+<pb n='153'/><anchor id='Pg153'/>mußt mit deiner abgerissener Knopf gehen. Es schlägt sechs,
+wir müssen pünktlich erscheinen.«
+</p>
+
+<p>
+Die übrigen Mädchen hatten an der Treppe gewartet,
+jetzt gingen alle zusammen hinunter und an der Thür des
+Saales blieben sie stehen, sie hatten mit einem Male keinen
+Mut, hineinzugehen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich höre sprechen,« sagte Orla gedämpft, »ich glaube,
+die Herren sind schon da.«
+</p>
+
+<p>
+Sie legte das Ohr an die Thür und horchte.
+</p>
+
+<p>
+»Wirklich, sie sind da!« bestätigte sie.
+</p>
+
+<p>
+»Lass’ mich durchs Schlüsselloch sehen, Orla,« bat die
+neugierige Flora und schob die erstere leicht beiseite.
+</p>
+
+<p>
+Sie beugte den Kopf, als sie das Auge an die Thür
+legen wollte, packte Grete der Uebermut, so daß sie Flora
+einen Stoß gab und diese mit dem Haupte gegen die Thür
+flog. Das war ein Schreck! Wie der Wind flogen alle bis
+an das andre Ende des Vorsaals, – wenn Fräulein Raimar
+das Geräusch gehört hätte! »Dann sind wir einfach furchtbar
+blamiert,« erklärte Melanie und schalt Grete albern und
+ungezogen.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist ein Tollpatsch, Grete, im höchsten Grade ungebildet!«
+sagte Flora entrüstet, und Annemie lachte, daß ihr
+die hellen Thränen über die Wangen liefen.
+</p>
+
+<p>
+»Sei mir nicht böse, daß ich dich auslache, Flora,« sagte
+diese, »aber ich kann nicht anders. Du sahest zu komisch
+aus und machtest ein so entsetztes Gesicht, als du mit deinem
+griechisch frisierten Kopf gegen die Thür flogst.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Raimar hatte wirklich ein Klopfen an der Thür
+vernommen, sie öffnete dieselbe, und als sie die Mädchen stehen
+sah, rief sie ihnen zu, sich zu beeilen.
+</p>
+
+<p>
+Das war ein kritischer Moment. Unbemerkt stießen sie
+sich untereinander an und stritten sich leise, wer die erste
+sein <anchor id="corr153"/><corr sic="solle">solle.</corr>
+</p>
+
+<pb n='154'/><anchor id='Pg154'/>
+
+<p>
+»Du mußt vorangehen, Orla, du bist die älteste,« flüsterte
+Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Ich bin die jüngste, ich komme zuletzt!« rief Grete, die
+sonst immer mit ihrem Munde die erste war.
+</p>
+
+<p>
+»Laß mich die letzte sein, Grete,« bat Annemie, »ich habe
+mich noch nicht ausgelacht.«
+</p>
+
+<p>
+Rosi war die verständige, wie immer. »Komm, Orla,«
+sagte sie, »wir dürfen Fräulein Raimar nicht warten lassen.
+Wir benehmen uns überhaupt höchst kindisch, finde ich. An
+allem ist Gretes Albernheit schuld.«
+</p>
+
+<p>
+Das gute Beispiel der beiden Aeltesten wirkte wohlthuend
+auf die übrigen. Sie nahmen sich zusammen und
+gingen ruhig und ernst in den Saal.
+</p>
+
+<p>
+»Meine Damen, erlauben Sie, daß ich Ihnen die Herren
+vorstelle,« mit diesen Worten empfing sie der Tanzlehrer. Es
+folgten Verbeugungen von beiden Seiten.
+</p>
+
+<p>
+Flora schwamm in Seligkeit, sie hatte unter den Herren
+einen Primaner erkannt, für den sie bereits längst im Geheimen
+schwärmte. Erst kürzlich hatte sie ihn als Apoll in
+Jamben besungen.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow stand neben der Vorsteherin und hatte
+ihre Freude an den jungen Mädchenblüten. An Ilse hing
+ihr Auge am zärtlichsten. Wie reizend hatte sich ihr Liebling
+entfaltet! Körperlich und seelisch. Wie viel gleichmäßiger
+war das stürmische Kind geworden. Wo war der
+böse Trotz geblieben?
+</p>
+
+<p>
+Sie verglich Ilse mit den übrigen und fand, daß sie
+nicht allein die hübscheste, sondern auch weit natürlicher und
+unbefangener war, als die meisten andern. Keine Spur von
+Koketterie äußerte sich in ihrem Wesen, frei und fröhlich blickte
+sie mit den großen Kinderaugen in die Welt und schien die
+glückliche Frage auszusprechen: »Liebe Welt, bist du immer
+so schön?«
+</p>
+
+<pb n='155'/><anchor id='Pg155'/>
+
+<p>
+Melanies Züge waren regelmäßiger, aber längst nicht
+so unbewußt lieblich, man merkte dem hübschen Mädchen an,
+daß sie schon gar zu oft den Spiegel um seine Meinung befragte.
+</p>
+
+<p>
+Flora und Melanie standen beisammen und machten
+ihre Bemerkungen über die Herren, zu denen sie verstohlen
+hinüber schielten. Natürlich gaben sie sich den Schein, als
+ob sie sich gar nicht um dieselben kümmerten.
+</p>
+
+<p>
+Orla war aufrichtiger. Sie hatte den Klemmer auf die
+Nase gesetzt und betrachtete die Jünglinge ganz ungeniert.
+Später erhielt sie einen Tadel deswegen von der Vorsteherin.
+</p>
+
+<p>
+Grete und Annemie hatten sich in eine Fensternische gesetzt
+und kicherten und schwatzten das dummste Zeug. Sogar
+Nellie war nicht ganz frei von einer harmlosen Gefallsucht.
+Sie hatte sich so zu setzen gewußt, daß ihr kleiner, schmaler
+Fuß im Goldkäferstiefel wie absichtslos unter ihrem Kleide
+hervorsah. Rosi war natürlich weder kokett, noch empfand
+sie die geringste Erregung. Ruhig und freundlich, wie immer,
+saß sie da, und so tadellos gerade hielt sie sich, daß sie auch
+in der Tanzstunde das Musterkind für die andern war.
+</p>
+
+<p>
+»Anfangen!« rief der Tanzlehrer und klatschte in die
+Hände.
+</p>
+
+<p>
+Und das Orchester, das aus einem Klavier und einer
+Geige bestand, begann.
+</p>
+
+<p>
+Wie herrlich klang die Musik den jungen, unverwöhnten
+Ohren, wie »furchtbar entzückend« fanden sie die Walzerklänge. –
+</p>
+
+<p>
+»Bitte die Herren, sich zu engagieren!« kommandierte
+der Tanzlehrer, und wie von einem Zauberstabe berührt
+stürzten die tanzlustigen Jünglinge auf die Dame zu, die sich
+ein jeder bereits still und verschwiegen als Ziel seiner Wünsche
+ausgesucht hatte.
+</p>
+
+<p>
+Vor der blendenden Melanie verbeugten sich zugleich
+drei Herren. Welch ein Triumph für ihr eitles Herz! –
+<pb n='156'/><anchor id='Pg156'/>Leider konnte sie nicht mit allen dreien auf einmal tanzen
+und mußte sich mit der Genugthuung begnügen, daß alle
+Anwesende doch sicher diese Auszeichnung bemerkt hatten. –
+Alle wohl nicht, aber Flora und Grete hatten sie bemerkt
+und mußten die schmerzliche Erfahrung machen, daß die Verschmähten
+zu ihnen kamen, um sie zu erlösen. Sie waren
+von all den jungen Damen die allein Uebriggebliebenen.
+Flora fühlte sich besonders tief gekränkt und mit neidischen
+Blicken folgte sie Ilse, die eben mit »Apoll« an ihr vorüberwalzte.
+</p>
+
+<p>
+Recht lebhaft war die Unterhaltung am ersten Herrenabend
+nicht. Die Gegenwart der Vorsteherin, ihre beobachtenden
+Blicke legten einigen Zwang auf. Nellie, die sich
+sehr zusammennahm, um ja keinen Sprachfehler zu machen,
+war ganz besonders schweigsam, und einige Male, als sie angeredet
+wurde und sich recht gewählt ausdrücken wollte,
+brachte sie die drolligsten Dinge zum Vorschein.
+</p>
+
+<p>
+Ein junger Mann erzählte ihr, daß er in einigen
+Jahren, wenn er ausstudiert habe, nach England gehen werde.
+»Werden Sie dort verständig (beständig, meinte sie) sein?«
+fragte sie. – Ein andrer fragte, ob sie gern in Deutschland
+weile. »O ja, ich bin ganz verliebt in der Deutsche!« gab
+sie freudig zur Antwort.
+</p>
+
+<p>
+Aber Nellie konnte nie mißverstanden werden. Ihre
+kindliche Naivetät nahm sofort alle Herzen für sie ein. Die
+jungen Herren waren denn auch sämtlich entzückt von der
+jungen Engländerin, und da sie obenein sehr gut tanzte,
+wurde sie bald zum allgemeinen Liebling erkoren.
+</p>
+
+<p>
+Grete wurde ihre schweigsame Zurückhaltung äußerst
+sauer, verschiedene Male fiel sie aus der Rolle. Einmal ertappte
+sie Orla, die gerade hinter ihr stand, auf einer argen
+Indiskretion.
+</p>
+
+<p>
+»Wie heißt die junge Dame mit den Locken?« wurde sie
+von ihrem Tanzherrn gefragt.
+</p>
+
+<pb n='157'/><anchor id='Pg157'/>
+
+<p>
+»Das ist Ilse Macket,« gab Grete schnell zur Antwort.
+Und nun fing sie an, ausführlich über dieselbe zu berichten.
+»Sie ist erst seit Juli hier,« fuhr sie fort und der Mund
+ging ihr wie eine Plappermühle, »ihr Vater brachte sie hierher.
+Sie ist nämlich weit her, aus Pommern, und, denken
+Sie sich, sie hatte ihren Hund mitgebracht und wollte ihn
+durchaus mit in die Pension nehmen! Natürlich Fräulein
+Raimar erlaubte es ihr nicht. Ach, und ungeschickt war
+sie! Kein Mensch kann sich davon einen Begriff machen.
+Einmal hat sie einen ganzen Stoß Teller –«
+</p>
+
+<p>
+»Grete,« unterbrach Orla ihren Redefluß, »du verlierst
+eine Nadel. Tritt einen Augenblick mit mir zur Seite, damit
+ich sie wieder befestige.«
+</p>
+
+<p>
+»Wie ungezogen, wie abscheulich von dir!« schalt Orla,
+indem sie sich scheinbar an Gretes Kragen zu schassen machte.
+»Warum blamierst du Ilse so? – Du siehst den Herrn heute
+zum ersten Male und machst ihn sofort zum Mitwisser unsrer
+Pensionsgeheimnisse! Möchtest du denn, daß die arme Ilse
+verspottet würde?«
+</p>
+
+<p>
+Grete erschrak. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Die
+Schwatzhaftigkeit war wieder einmal mit ihr durchgegangen
+und hatte ihr einen bösen Streich gespielt.
+</p>
+
+<p>
+Höchst betrübt und niedergeschlagen trat sie wieder in die
+Reihe der Tanzenden. Sie faßte auch den festen Entschluß,
+in Zukunft vorsichtiger zu sein, aber wie lange! Es ist so
+schwer, eine lebhafte Zunge zu zügeln!
+</p>
+
+<p>
+Doch es liegt nicht in meiner Absicht, die Tanzstundenereignisse
+genau und ausführlich zu schildern. Ich nehme an,
+meine Backfischchen, denen ich meine Erzählung widme, haben
+die Leiden und Freuden derselben aus eigener Erfahrung bereits
+kennen gelernt. Es ist immer dasselbe. Harmlose Koketterien,
+kleine Eifersüchteleien, ein wenig Neid, schwärmerische
+Verehrung, etwas Courschneiderei, zuweilen auch Klatscherei
+– u. s. w. Dazu noch die kleinen Aufmerksamkeiten, die
+<pb n='158'/><anchor id='Pg158'/>hinter den Kulissen spielen, z. B. Fensterparaden, duftige
+Blumenspenden, manchmal sogar eine gemeinsame Schlittschuhpartie
+auf dem Eise.
+</p>
+
+<p>
+Die letztgenannten Aufmerksamkeiten waren natürlich vollständig
+ausgeschlossen in der Pension. Fräulein Raimar
+würde dieselben nicht geduldet haben. Streng hielt sie darauf,
+daß außer den Tanzstunden nicht die geringste Annäherung
+mit den Herren stattfand. In diesem Punkte kannte sie keine
+Nachsicht.
+</p>
+
+<p>
+Schon in höchstem Grade unangenehm war es ihr, daß
+die jungen Leute sich herausnahmen, ihre täglichen Spaziergänge
+mit den Zöglingen zu durchkreuzen und grüßend an
+ihnen vorüberzuschreiten. Es war ihr geradezu unbegreiflich,
+wie sie es herausbrachten, welchen Weg sie wählte. Denn
+wenn sie ihre junge Schar heute durch den Park – morgen
+in dieses Thal – übermorgen über jenen Berg führte, immer
+konnte sie überzeugt sein, die roten Primanermützen auftauchen
+zu sehen – sie konnte ihnen nicht entgehen. Die Lösung
+dieses Rätsels war einfach genug, der Verrat wurde durch die
+Tagesschülerinnen ausgeführt. Sie waren die Vermittlerinnen
+zwischen ihren Brüdern, Vettern oder Bekannten und den
+Pensionärinnen. Sie schmuggelten Grüße, Gedichte, sogar
+Photographien ein und Flora benutzte diesen Weg, ihr Album
+den Herren zuzusenden mit der Bitte, ein selbstverfaßtes Gedicht
+hineinzuschreiben.
+</p>
+
+<p>
+Eines Tages, es war so ziemlich gegen den Schluß der
+Tanzstunden, erhielt Nellie nach dem Schulunterricht ein kleines
+Billet zugesteckt. Sie ging auf ihr Zimmer, wo Ilse anwesend
+war, und öffnete dasselbe.
+</p>
+
+<p>
+»Wie albern!« rief sie hocherrötend aus, als sie die
+wenigen Zeilen gelesen hatte. »Wie kann der einfältige Mensch
+sich so dreist gegen mir benehmen! Ich habe ihm nie Ursach’
+zu so große Dreistigkeit gegeben!« Und sie zerriß die
+Zeilen.
+</p>
+
+<pb n='159'/><anchor id='Pg159'/>
+
+<p>
+Ehe noch Ilse ihre Meinung aussprechen konnte, kam
+Melanie hereingestürzt, strahlend vor Eitelkeit und Freude.
+</p>
+
+<p>
+»Kinder!« rief sie mit ihrer lispelnden Stimme, »ich muß
+euch etwas mitteilen! Aber verratet mich nicht! Schwört,
+daß ihr niemand etwas sagen werdet! Du auch, Grete,«
+wandte sie sich an die eintretende Schwester.
+</p>
+
+<p>
+Natürlich wartete sie in ihrer Erregung den Schwur
+gar nicht ab, sondern geheimnisvoll die Thür verriegelnd zog
+sie ein kleines Briefchen aus ihrer Kleidertasche und begann
+vorzulesen.
+</p>
+
+ <p><text><body>
+ <salute><anchor id="corr159"/><corr sic="Mein">»Mein</corr> gnädiges Fräulein!</salute>
+ <p>
+Sie würden mich zu dem glücklichsten aller Sterblichen
+machen, wenn Sie mir Ihre Photographie verehrten! –
+Meine Bitte ist kühn, ich weiß es, aber Sie werden mir
+diese Kühnheit großmütig verzeihen, wenn ich Ihnen gestehe,
+daß es mein glühendster Wunsch ist, Ihre wunderbar
+klassischen Züge täglich, stündlich sehen und anbeten zu
+können.
+ </p>
+ <p>
+Darf ich auf Ihre Gnade hoffen?
+ </p>
+ <signed>
+ <hi rend='gesperrt'>Georg Breitner</hi><anchor id="corr159a"/><corr sic=".">.«</corr>
+ </signed>
+ </body></text></p>
+
+<p>
+Nellie hatte die Papierstückchen von der Erde aufgenommen
+und dieselben so ziemlich wieder zusammengesetzt auf ihrer
+Kommode. Nun las sie die Zeilen vor. Sie waren von demselben
+Verfasser und enthielten die gleiche Bitte, nur waren
+die Worte ein wenig anders gesetzt, auch nannte er Nellies
+Züge ›liebreizend‹ anstatt ›klassisch‹.
+</p>
+
+<p>
+Sie wurde doch etwas herabgestimmt bei dieser Entdeckung,
+die siegesstrahlende Melanie! Einen Augenblick schwieg
+sie und sah Nellie an.
+</p>
+
+<p>
+»Was thun wir, Nellie?« fragte sie dann, »wir können
+doch Herrn Breitner die Bitte nicht abschlagen!«
+</p>
+
+<p>
+»Du darfst dein Bild nicht geben!« platzte Grete, die
+nebenbei etwas Neid gegen die weit hübschere Schwester
+<pb n='160'/><anchor id='Pg160'/>empfand, heraus. »Auf keinen Fall, oder ich schreibe es dem
+Papa!«
+</p>
+
+<p>
+»Dich habe ich nicht um deine Meinung gefragt!« gab
+Melanie kurz zur Antwort. »Nellie, was sagst du?«
+</p>
+
+<p>
+»Aber, Melanie!« rief Ilse ganz erregt, »wie kannst du
+nur einen Augenblick im Zweifel sein! Du wirst doch wahrhaftig
+dein Bild nicht an einen Herrn verschenken, der dir
+eigentlich ganz fremd und noch kein ordentlicher Herr ist!
+Er will dich zum Narren halten, weiter nichts!«
+</p>
+
+<p>
+»Du schwatzest geradezu Unsinn, liebe Einfalt vom Lande!«
+entgegnete Melanie gereizt. »Was verstehst du denn unter
+›ordentliche Herren‹?«
+</p>
+
+<p>
+»Solche, die nicht mehr in die Schule gehen und auf
+Schulbänken sitzen!« erklärte Ilse. »Herr Georg Breitner
+wird dein Bild mit in die Klasse nehmen und die ›Herren‹
+Schüler werden es bewundern. Dann bist du furchtbar
+blamiert!«
+</p>
+
+<p>
+»Nellie, du bist ja so still!« wandte sich Melanie etwas
+kleinlauter als vorhin an diese, »sage doch, was wir thun
+sollen!«
+</p>
+
+<p>
+»O gar nix!« entgegnete dieselbe trocken, »wir werden
+thun, als ob wir der dumm’ Brief nicht bekommen haben.«
+</p>
+
+<p>
+»Und wenn er fragt? Was sagen wir dann, Nellie?«
+</p>
+
+<p>
+»O, auch nix. Wir zucken mit die Schulter und schweigen.
+Das nennt man in Deutsch: Mit Nichtachtung verstrafen!«
+</p>
+
+<p>
+Einverstanden war Melanie durchaus nicht mit dieser
+Entscheidung, sie hätte so gern ihr »klassisches Konterfei« vergeben,
+trotzdem mußte sie sich der Notwendigkeit fügen. Warum
+mußte er auch noch um Nellies ›liebreizendes Bild‹ bitten?
+</p>
+
+<p>
+»Ihr habt furchtbar öde Ansichten!« sagte sie spottend
+und verließ das Zimmer.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<pb n='161'/><anchor id='Pg161'/>
+
+<p>
+Die Tanzstunde nahte ihrem Ende. »Leider!« seufzten
+die jungen Leute. Fräulein Raimar indes atmete auf, denn
+wenn sie auch der Jugend gern fröhliche Stunden bereitete,
+so sehnte sie doch wieder Ruhe und Gleichmäßigkeit zurück,
+weil sie die Erfahrung gemacht hatte, daß durch die Zerstreuung
+stets der rechte Ernst zum Lernen etwas abhanden kam.
+</p>
+
+<p>
+Den Schluß und Glanzpunkt bildete alljährlich ein kleiner
+Ball, und morgen, am Sonnabend, sollte derselbe stattfinden.
+</p>
+
+<p>
+Die Benennung »Ball« klingt eigentlich zu hoch für das
+kleine Fest. Es wurden noch einige Gäste geladen, das Orchester
+schwang sich zu einer zweiten Geige auf, dem Thee
+nebst belegten Butterbroten folgte eine leichte Bowle mit
+Pfannkuchen, und die jungen Mädchen zogen ihre besten Kleider
+an. Das war alles!
+</p>
+
+<p>
+Aber der große Saal erhielt ein festliches Ansehen, dafür
+trug stets Fräulein Raimar Sorge. Sie liebte es, den Schönheitssinn
+ihrer jungen Zöglinge zu wecken, damit dieselben
+späterhin imstande seien, mit wenigen Mitteln auch dem einfachsten
+Feste ein künstlerisches Ansehen zu geben.
+</p>
+
+<p>
+Soeben stand sie neben dem Gärtner und ordnete an,
+wie er die Tannen, die er am Morgen aus dem Walde geholt,
+mit blühenden Topfgewächsen zu lauschigen Ecken und
+Plätzen gruppieren solle. Als das geschehen war, mußte er
+Konsolen von rotem Thone zwischen verschiedenen Wandleuchtern
+befestigen, – üppige Schlingpflanzen wurden darauf
+gestellt und fielen anmutig herab. Auch der altmodische Kronleuchter,
+geformt wie eine bronzene Schale mit Lichterarmen,
+erhielt seinen grünen Schmuck. Es wurde eine Schlingpflanze
+in die Schale gestellt, so daß die grünen Ranken zwischen den
+Armen herabfielen. Am Abend, wenn die Kerzen brannten,
+machte dieser einfache Schmuck einen reizend malerischen
+Eindruck.
+</p>
+
+<p>
+Als alles fertig war, übersah die Vorsteherin noch einmal
+den Saal, und recht befriedigt verließ sie denselben.
+</p>
+
+<pb n='162'/><anchor id='Pg162'/>
+
+<p>
+Die jungen Mädchen waren natürlich in großer Aufregung.
+Es war der erste Ball, der ihnen bevorstand, und
+dieses wichtige Ereignis nahm all ihre Gedanken in Anspruch.
+Einige betrachteten wieder und wieder die duftigen Kleider,
+andre versuchten besondere Haartrachten, so Flora, die eine
+Passion dafür hatte, wieder andre probierten die Kleider an,
+der Sicherheit wegen, wie Nellie meinte, die soeben mit Ilse
+die Weihnachtskleider von der Schneiderin erhalten hatte.
+Gerade als beide angekleidet dastanden, kam Lilli hereingejubelt.
+</p>
+
+<p>
+»Ich geh mit auf euren Ball!« rief sie, »das Fräulein
+hat es mir erlaubt. Und mein neues, weißes Kleiderl zieh
+ich an und die rote Atlasschärpe bind’ ich um, – und ich
+darf halt mittanzen! Ich freu mich halt zu sehr auf morgen!«
+</p>
+
+<p>
+Und sie faßte mit beiden Händchen an ihre Schürze und
+tanzte zierlich und graziös durch das Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+Es war schon ziemlich dunkel, und die Kleine hatte nicht
+bemerkt, wie geputzt Nellie und Ilse waren. Als die erstere
+Licht anzündete, blieb sie plötzlich überrascht stehen und sah
+erstaunt von einer zur andern.
+</p>
+
+<p>
+»Wie schön schaut ihr aus!« rief sie bewundernd und
+mit gefaltenen Händen, und fast andächtig sah sie die beiden
+Mädchen an.
+</p>
+
+<p>
+»Weißt, Ilse,« fuhr sie lebhaft fort, »du schaust aus
+gerad wie des Kaisers Tochter! Ich führ’ dich morgen in
+den Saal – bitt’ schön!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse nahm ihren Liebling zärtlich in den Arm und küßte
+ihn herzhaft auf den Mund. »Du bist ja so heiß, Lilli,«
+sagte sie und befühlte Stirn und Wange des Kindes. »Fehlt
+dir etwas?«
+</p>
+
+<p>
+»Der Kopf thut mir halt a bissel weh,« entgegnete Lilli,
+»aber gar nit viel, – gewiß nit,« beteuerte sie, als Ilse sie
+besorgt ansah. »Morgen thut er nit mehr weh, – morgen
+geh ich ganz gewiß auf den Ball! Du gehst auch mit,«
+<pb n='163'/><anchor id='Pg163'/>sagte sie zu ihrer Puppe, die nach ihrer Geberin, Ilse, getauft
+war. »Aber artig mußt halt sein, sonst wirst in dein
+Bett gesteckt!« –
+</p>
+
+<lg>
+<l>»Doch mit des Geschickes Mächten</l>
+ <l rend="margin-left: 2">Ist kein ew’ger Bund zu flechten</l>
+<l>Und das Unglück schreitet schnell.«</l>
+</lg>
+
+<p>
+Acht Tage später schrieb Flora diese inhaltschweren Worte
+in ihr Tagebuch.&nbsp;–
+</p>
+
+<p>
+Am andern Morgen lag Lilli heftig fiebernd in ihrem
+Bette. Der herbeigerufene Arzt machte ein ernstes Gesicht.
+»Sie hat starkes Fieber,« sagte er und verordnete Eisumschläge
+auf den Kopf, die jede halbe Stunde gewechselt
+werden mußten. Das lebhafte Kind lag still und teilnahmlos
+da.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow saß recht sorgenvoll an Lillis Bett, die
+eben etwas eingeschlummert war. Die Vorsteherin beruhigte
+sie und meinte, daß Lillis ganze Krankheit ein heftiges
+Schnupfenfieber sein werde, sie habe bei Kindern oftmals ähnliche
+Fälle erlebt.
+</p>
+
+<p>
+Die junge Lehrerin schüttelte ungläubig den Kopf.
+»Wenn nur der Ball heute abend nicht wäre!« sprach sie
+seufzend. »Der Lärm im Hause und das kranke Kind –
+es will mir nicht in den Kopf! – Wenn wir ihn hinausschöben,
+Fräulein?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sehen zu schwarz, liebe Freundin,« entgegnete die
+Vorsteherin. »Der Lärm wird Lilli nicht stören, wie sollte
+er aus dem Vorderhause bis hierher in Ihr stilles Zimmer
+dringen? Bedenken Sie, wie sehr sich die Kinder auf den
+heutigen Abend gefreut haben; wie grausam wäre es, wollten
+wir ihre Freude zerstören! Noch sehe ich keine Gefahr und
+wir können unbesorgt den Ball stattfinden lassen.«
+</p>
+
+<p>
+»Ball!« wiederholte Lilli, die erwacht war und das Wort
+gehört hatte; »ich will tanzen! Zieh mich an, Fräulein!
+Bitt schön, laß mich tanzen!«
+</p>
+
+<pb n='164'/><anchor id='Pg164'/>
+
+<p>
+Fräulein Güssow warf der Vorsteherin einen verständnisvollen
+Blick zu, jetzt mußte dieselbe sich doch überzeugen, wie
+krank die Kleine war, – sie phantasierte.
+</p>
+
+<p>
+Aber Fräulein Raimar war nicht überzeugt und auch
+nicht erschrocken. Sie trat zu Lilli an das Bett und ergriff
+deren Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist ja noch heller Tag, Lilli,« sagte sie freundlich;
+»siehst du nicht, wie die Sonne scheint? Heute abend sollst
+du tanzen, jetzt ist es noch viel zu früh. Lege dich nieder
+und schlafe noch etwas; wenn du aufwachst, bist du gesund
+und ziehst dein gesticktes Kleid an.«
+</p>
+
+<p>
+»Die liebe Sonn scheint,« wiederholte das Kind, wie
+aus einem Traume erwachend, und sah mit müden Augen
+zum Fenster hinaus. Dann legte sie die Hand gegen die
+Stirn und sagte leise: »Ach Gotterl, Fräulein, mir thut der
+Kopf halt so weh!«
+</p>
+
+<p>
+»Das wird sich geben, mein Herz. Nimm nur recht
+artig deine Medizin ein.«
+</p>
+
+<p>
+Sie küßte Lilli und versicherte der sehr geängstigten
+Lehrerin, das Phantasieren der kleinen Kranken habe nichts
+zu bedeuten, bei lebhaften Kindern stelle sich dasselbe bei einem
+harmlosen Schnupfenfieber ein. Und mit diesem aufrichtig
+gemeinten Troste verließ sie das Zimmer.
+</p>
+
+<p>
+Es schien, als habe sie wahr gesprochen. Gegen Mittag
+schlief Lilli ein. Das Fieber hatte etwas nachgelassen und
+Fräulein Güssow atmete erleichtert auf. Als Ilse kam und
+teilnehmend mit trauriger Miene nach Lillis Befinden fragte,
+winkte sie derselben freudig zu und flüsterte: »Sie schläft, –
+es scheint eine Besserung eingetreten zu sein.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse teilte sofort diese gute Nachricht den Freundinnen,
+die schon in ängstlicher Sorge um den kleinen Liebling waren,
+mit, und brachte sie alle wieder in fröhliche Stimmung. Nur
+Flora blieb bei ihren düsteren Prophezeiungen.
+</p>
+
+<pb n='165'/><anchor id='Pg165'/>
+
+<p>
+»Meine ahnungsvolle Stimme täuscht mich nicht, ich fühle
+es, der Tod wird diese zarte Knospe brechen,« sagte sie in
+tragischem Tone und probierte dabei ihre neuen Ballschuhe
+an, streckte den Fuß weit von sich und bewunderte mit sehr
+befriedigter Miene die zierliche, elegante Form des Schuhes.
+Es war ihr wenig ernst mit ihren düstern Ahnungen!
+</p>
+
+<p>
+Lillis Besserung war leider nur trügerisch gewesen. Während
+die jungen Mädchen heiter und glücklich Toilette zum
+fröhlichen Feste machten, lag sie im heftigsten Fieber.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow wich nicht von ihrem Bette und erklärte
+mit aller Bestimmtheit, daß sie diesen Platz nicht verlassen
+werde. Auf Fräulein Raimars Wunsch wurde die
+Verschlimmerung der Krankheit vorläufig geheim gehalten; sie
+mochte keinen Mißklang in die unbefangene Freude ihrer Zöglinge
+bringen, mußte sie sich doch bei ruhiger Ueberzeugung
+sagen, daß nichts damit gebessert werde. – So blieb denn
+die junge Lehrerin allein im Krankenzimmer. Sie hörte das
+unruhige Getappel im Vorderhause; dann und wann schlug
+wohl ein fröhliches Lachen an ihr Ohr – und endlich vernahm
+sie die gedämpften Töne der Polonaise.
+</p>
+
+<p>
+»Ilse, komm!« rief Lilli plötzlich und Fräulein Güssow
+fuhr erschreckt zusammen. »Ilse, bitt, bitt schön, komm! Ich
+führ dich in den Saal, komm!« – Hoch hatte sie sich im
+Bett aufgestellt und machte alle Anstrengungen, aus demselben
+zu springen.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow legte den Arm um das fiebernde Kind
+und versuchte es niederzulegen, aber Lilli stieß sie von sich.
+</p>
+
+<p>
+»Geh fort!« rief sie; »du bist nit des Kaisers Tochter,
+du hast kein schönes Kleiderl an! – Ilse! Ilse komm!«
+</p>
+
+<p>
+Angstvoll und gellend stieß sie ihre Worte heraus und
+mit starren Augen blickte sie ihre Pflegerin an.
+</p>
+
+<p>
+»Wenn du ruhig bist, wird Ilse kommen,« sagte dieselbe
+mit zitternder Stimme, die Angst schnürte ihr fast die Kehle
+zu. »Sei ruhig, mein Liebling, willst du? Lege dich nieder
+<pb n='166'/><anchor id='Pg166'/>– ganz still – so.« Und sie bettete mit sanfter Gewalt
+die immer noch aufrechtstehende Lilli in die Kissen.
+</p>
+
+<p>
+»Ganz still,« wiederholte das Kind mechanisch; »Ilse
+komm, – ganz still!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow zog an der Klingelschnur, und nach
+einiger Zeit ängstlichen Harrens erschien die Köchin. Sie war
+die einzige, welche die Glocke vernommen hatte, die beiden
+andern Dienstboten waren im Vorderhause beschäftigt.
+</p>
+
+<p>
+»Rufe sofort Fräulein Ilse,« gebot sie mit halblauter
+Stimme, »und dann hole den Arzt. Das Kind ist sehr
+krank. Aber still und ohne Aufsehen, Bärbchen, niemand darf
+es wissen.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber wenn mich Fräulein Raimar fragen sollte,« wandte
+die etwas schwerfällige Köchin ein, »dann muß ich es ihr
+sagen, nicht?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie wird dich nicht fragen, wenn du deine Sache klug
+machst. Eile dich nur, ich bitte dich!«
+</p>
+
+<p>
+Der Zufall kam Bärbchen zu Hilfe. Gerade als sie sich
+dem Saale näherte, traten Ilse und Nellie lachend und plaudernd,
+mit ganz erhitzten Wangen, Arm in Arm, aus der
+Thür desselben.
+</p>
+
+<p>
+Geheimnisvoll winkte ihnen die Köchin zu. »Fräulein
+Ilschen,« sagte sie, »Sie möchten gleich zu Fräulein Güssow
+kommen!«
+</p>
+
+<p>
+»Es ist doch nichts passiert, Bärbchen?« fragten beide
+Mädchen fast zugleich.
+</p>
+
+<p>
+»O nein, passiert gerade nichts, aber das Kind ist kränker
+geworden, ich soll gleich den Doktor holen. Es soll aber niemand
+etwas wissen. Sie brauchen keine Angst zu haben,
+Fräuleinchens,« beruhigte sie, als sie die erschrockenen Gesichter
+vor sich sah, »so schnell geht das nicht mit so kleinen Kindern.
+Krank – tot – gesund – man weiß nicht, woher es kommt!
+Aber nun will ich laufen!« Und wie der Wind war sie die
+Treppe hinunter und zum Hause hinaus.
+</p>
+
+<pb n='167'/><anchor id='Pg167'/>
+
+<p>
+»Ich gehe mit dich,« sagte Nellie, aber Ilse wehrte
+ihr ab.
+</p>
+
+<p>
+»Du mußt in den Saal zurückkehren, Nellie,« erklärte
+Ilse entschieden, »es würde Aufsehen erregen, wenn wir beide
+fehlten. Ich gehe allein und bringe dir bald Bescheid.«
+</p>
+
+<p>
+Traurig sah Nellie der Freundin nach, dann kehrte sie
+zurück in den hellerleuchteten Saal. Schwer legte es sich auf
+ihr Herz, als sie ringsum nur glückliche, fröhliche Menschen
+sah – unwillkürlich füllte sich ihr Auge mit Thränen.
+</p>
+
+<p>
+Aber ihr betrübtes Gesicht durfte niemand sehen, sie trat
+deshalb unbeachtet hinter eine Tannengruppe.
+</p>
+
+<p>
+Einer indes hatte sie doch beachtet und das war Doktor
+Althoff. Als er sie mit so ernstem Gesicht eintreten und
+gleich darauf verschwinden sah, näherte er sich ihr langsam.
+</p>
+
+<p>
+»Weshalb suchen Sie die Einsamkeit, Miß Nellie?«
+fragte er herzlich. »Haben Sie Kummer?«
+</p>
+
+<p>
+»O Herr Doktor, ich ängstige mir so um das Kind!
+Bärbchen hat Ilse gerufen und holt jetzt der Arzt!« Und
+Nellies sonst so fröhliche Augen blickten in Angst und Trauer
+den jungen Mann an.
+</p>
+
+<p>
+Doktor Althoff hatte sie nie so lieblich gesehen als in
+diesem Augenblicke.
+</p>
+
+<p>
+Die schelmische, lustige Nellie in dem duftigen, hellblauen
+Kleide, den Kranz von Tausendschön im goldblonden Haar,
+hatte ihn schon den ganzen Abend erfreut, die trauernde Nellie,
+die ein so warmes Mitgefühl verriet, entzückte ihn geradezu.
+</p>
+
+<p>
+»Beruhigen Sie sich,« tröstete er, »ich werde sofort in
+das Krankenzimmer gehen und verspreche Ihnen, Sie zu benachrichtigen,
+wie es dort steht.«
+</p>
+
+<p>
+Als er die Thür desselben nach leisem Anklopfen öffnete,
+bot sich ihm ein rührender Anblick dar. Ilse kniete an dem
+Bett und hatte ihr Haupt dicht neben Lillis Köpfchen gelegt,
+so daß ihre braunen Locken sich mit den lichtblonden des
+Kindes mischten. Eine frische, rote Rose, der einzige Schmuck,
+<pb n='168'/><anchor id='Pg168'/>den sie heute abend getragen, hatte sich aus ihrem Haar gelöst
+und lag halb entblättert auf dem Boden. Fräulein Güssow
+legte soeben einen neuen Eisumschlag auf der Kranken glühende
+Stirn.
+</p>
+
+<p>
+Doktor Althoff fragte nicht, – ein Blick auf die kleine
+Kranke sagte ihm alles. Groß und fremd sah sie ihn an,
+ihre Händchen zuckten und griffen unruhig in die leere Luft.
+Als Ilse sich erheben wollte, klammerte sie sich fest an sie.
+</p>
+
+<p>
+»Du sollst nit fortgehn, du bist des Kaisers Tochter!«
+stieß sie in abgerissenen Sätzen heraus, »du bist die Schönste!
+– Tanz mit mir – komm!«
+</p>
+
+<p>
+Plötzlich sprangen ihre Phantasien davon ab, und sie
+sah Ilse für das Christkind an.
+</p>
+
+<p>
+»Du liebes Christkindl hast ein goldenes Kleiderl an, –
+und ein Kronerl tragst auf dem Kopf – ah, wie das strahlt!
+Du willst mit mir spielen,« fuhr sie geheimnisvoll lächelnd
+fort, »wart nur, ich komm zu dir, zu den lieben Engelein! –
+Ich komm – nimm mich mit!«
+</p>
+
+<p>
+Ermattet sank sie nach diesem Anfall in die Kissen zurück.
+</p>
+
+<p>
+Ilse war wie gelähmt vor Schreck. Niemals zuvor hatte
+sie an dem Lager eines Schwererkrankten gestanden, es war
+daher natürlich, daß sie ganz fassungslos war. Sie umklammerte
+Fräulein Güssow und wurde totenblaß, ohne ein
+Wort über die bebenden Lippen zu bringen.
+</p>
+
+<p>
+»Kehren Sie in den Saal zurück, Ilse,« riet Doktor
+Althoff und ergriff ihre Hand. »Kommen Sie, ich werde Sie
+führen.«
+</p>
+
+<p>
+Aber sie schüttelte den Kopf. »Ich bleibe hier,« sagte
+sie leise aber fest, »ich verlasse Lilli nicht.«
+</p>
+
+<p>
+Und wie auch die Strauß’schen Klänge der blauen Donau
+schmeichelnd und verlockend durch die Nacht in das stille
+Krankenzimmer drangen, Ilse dachte nicht daran, zur Lust und
+Freude zurückzukehren. Ihre ganze Seele war von den Leiden
+ihres Lieblings erfüllt.
+</p>
+
+<pb n='169'/><anchor id='Pg169'/>
+
+<p>
+Nur wenige Augenblicke lag Lilli still und mit geschlossenen
+Augen da, dann fing sie von neuem weit heftiger an zu
+phantasieren. Bald rief sie nach Ilse, um mit ihr zu tanzen,
+bald wollte sie mit dem Christkindl spielen, zuletzt fing sie an,
+mit leiser, matter Stimme zu singen: »Kommt a Vogerl geflogen –«
+</p>
+
+<p>
+Wie klang heute des Kindes Lied so weh und traurig!
+Ilse mußte sich abwenden, heiße Thränen rannen über ihre
+Wangen, es war, als müsse ihr das Herz zerspringen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich befürchte das Schlimmste!« sprach Fräulein Güssow
+tief ergriffen. »Wenn nur der Arzt käme!«
+</p>
+
+<p>
+Nach kurzer Zeit, die den Wartenden eine Ewigkeit dünkte,
+trat derselbe ein. Sein Blick fiel auf das Kind, und er erschrak.
+Wie hatte es sich verändert, seitdem er es verlassen,
+was war seit gestern aus dem blühenden, lebensfrohen Wesen
+geworden! Die runden Wangen waren eingefallen und die
+großen, schwarzen Augen starrten wie abwesend in die leere
+Luft. Er nahm ihre Hand und fühlte nach ihrem Puls, –
+sie merkte nichts davon, leise fing sie wieder an zu singen:
+»Und es kümmert sich ka Hunderl –«
+</p>
+
+<p>
+»Au, au!« schrie sie plötzlich auf und griff nach ihrem
+Kopfe. »Das Katzerl beißt mich! Nimm es weg, Fräulein!
+Au weh!«
+</p>
+
+<p>
+Der Arzt rührte ein Pulver in ein Glas Wasser und
+reichte es ihr. Nur mühsam war ihr dasselbe beizubringen
+und erst auf Ilses sanftes Zureden öffnete sie die Lippen.
+Nachdem sie getrunken, wurde sie ruhiger und verfiel in einen
+Halbschlummer.
+</p>
+
+<p>
+»Wo wohnen die Eltern der Kleinen?« wandte der Arzt
+sich an Fräulein Güssow. »Ich rate, dieselben unverzüglich
+von der Krankheit zu benachrichtigen. Ich kann für den Ausgang
+nicht stehen. – Wir haben es mit einer bösartigen
+Gehirnentzündung zu thun.«
+</p>
+
+<pb n='170'/><anchor id='Pg170'/>
+
+<p>
+»Nur die Mutter lebt,« nahm Doktor Althoff das Wort
+und erbot sich, sofort ein Telegramm an dieselbe abgehen zu
+lassen. Nach seiner Berechnung konnte sie schon am Abend
+des nächsten Tages eintreffen.
+</p>
+
+<p>
+Bevor er das Haus verließ, kehrte er noch einmal in
+den Saal zurück, um die Vorsteherin mit dem Ausspruch des
+Arztes bekannt zu machen. Nellie, die gerade mit Georg
+Brenner Française tanzte und nicht aus der Reihe treten
+konnte, warf einen ängstlich fragenden Blick auf ihn, flüchtig
+nur streifte sie sein Auge, und doch erriet sie, daß er nichts
+Gutes zu melden habe. O, wäre nur der Tanz erst zu Ende,
+daß sie ihn fragen könnte! Aber er wartete nicht darauf, nach
+wenigen Minuten verließ er schon wieder den Saal und ließ
+Nellie in den peinlichsten Zweifeln zurück. War es schlimmer
+geworden? Der Vorsteherin ruhiges Gesicht gab ihr keine
+Antwort auf ihre Frage. Es lag dasselbe wohlwollende
+Lächeln auf demselben wie zuvor. Sie unterhielt sich mit
+einigen Gästen ohne jede sichtbare Erregung.
+</p>
+
+<p>
+Und doch war sie bis in das Innerste erregt. Aber sie
+verstand die seltene Kunst, sich meisterhaft zu beherrschen.
+Warum sollte sie plötzlich Schreck und Aufregung in die Freude
+bringen? In einer Viertelstunde war der Tanz vorüber, dann
+sollten die jungen Mädchen sich niederlegen, ohne zu erfahren,
+wie es mit der Kranken stand. Die Jugend bedarf des
+Schlafes, sagte sie sich, besonders nach einer halb durchtanzten
+Nacht. Verschlimmerte sich Lillis Zustand, so erfuhren sie diese
+traurige Botschaft am Morgen noch früh genug.
+</p>
+
+<p>
+Ilses Verschwinden, das allgemein bemerkt wurde, hatte
+Nellie auf ihre Art entschuldigt, sie hatte jedem Fragenden geantwortet:
+»O ja, sie wird gleich wieder da sein, sie hat nur
+auf ein Augenblick Kopfschmerzen.« Der Vorsteherin hatte sie
+so halb und halb die Wahrheit gesagt. Aber der Ball ging
+zu Ende und Ilse war nicht wiedergekehrt. –
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead hatte von der Vorsteherin den Auftrag erhalten,
+<pb n='171'/><anchor id='Pg171'/>dafür Sorge zu tragen, daß die Mädchen still und geräuschlos
+ihre Gemächer aufsuchten, das wurde befolgt, aber als sie sich
+sicher glaubten, als die englische Lehrerin sich in ihr Zimmer
+zurückgezogen hatte, da huschten sie alle noch auf eine kurze
+Zeit zu Rosi hinüber, deren Stübchen ganz am Ende des Korridors
+lag. Sie mußten noch einen kurzen Austausch haben,
+ihre jungen Herzen waren zu voll von dem herrlichen
+Feste.
+</p>
+
+<p>
+Melanie brachte ihre duftigen Sträuße, die sie im Cotillon
+erhalten hatte, mit und breitete sie auf dem Tische aus.
+Mit wehmütiger Freude betrachtete sie den reichen Segen. »Ach!«
+rief sie aus, »wie schade, daß alles vorbei ist!«
+</p>
+
+<p>
+»Alles Schöne ist vergänglich, nur die Erinnerung bleibt!«
+entgegnete Flora weise. Und sie betrachtete bei ihren Worten
+die Photographie eines jungen Mannes, die sie vorsichtig und
+geschickt in ihrem Taschentuche verborgen hielt. – Es war
+Georg Breitners Bild. Er hatte dafür das ihrige eingetauscht.
+</p>
+
+<p>
+»Ach, Kinder, es war doch zu schön!« brach Annemie in
+plötzlicher Begeisterung aus. »O, was ich euch alles erzählen
+könnte!«
+</p>
+
+<p>
+»Und ich! Und ich!« klang es durcheinander.
+</p>
+
+<p>
+»Ihr würdet staunen, wenn ich sprechen wollte!« rief
+Melanie stolz und schlug ihr Auge kokett gen Himmel, »ich
+habe viel erlebt!« – In ihrem Eifer vergaß sie ganz, ihre
+Stimme zu dämpfen.
+</p>
+
+<p>
+»Nicht so laut, Melanie,« ermahnte Rosi und Orla
+stimmte ihr bei. »Wir wollen zu Bett gehen,« riet sie
+ernstlich, »denn wenn ihr erst anfangt, eure Erlebnisse zu
+erzählen, dann können wir bis zum hellen Morgen hier
+sitzen.«
+</p>
+
+<p>
+»Morgen ist Sonntag, da können wir ausschlafen!«
+meinte Grete, die darauf brannte, die geheimnisvoll angedeuteten
+Geschichten zu hören. »Wo sind denn aber Ilse und
+<pb n='172'/><anchor id='Pg172'/>Nellie?« unterbrach sie sich plötzlich und sah sich um; »ich habe
+Ilse den ganzen Abend nicht gesehen. Hatte sie wirklich Kopfschmerzen?
+Kommt, wir wollen uns zu ihnen schleichen und
+nachsehen!«
+</p>
+
+<p>
+Doch dieser allgemein Beifall findende Vorschlag kam nicht
+zur Ausführung. Eben als sie auf den Zehen einige Schritte
+gethan, stand Miß Lead wie ein Nachtgespenst vor ihnen.
+</p>
+
+<p>
+»Wo wollt ihr hin?« fragte sie erzürnt. »Habe ich euch
+nicht Ruhe geboten? Sofort legt euch nieder, – und morgen
+werde ich euren Ungehorsam der Vorsteherin melden!«
+</p>
+
+<p>
+So wurde es denn still in den oberen Räumen. Die
+plaudernden Lippen verstummten nach und nach – die Augen
+schlossen sich zu süßem Schlummer und ein gütiger Traumgott
+führte die Schlafenden zurück in den festlichen Saal. Noch einmal
+ließ er die Musik erklingen und die junge Schar im lustigen
+Tanze dahinfliegen. –
+</p>
+
+<p>
+»O wie öde ist die Wirklichkeit!« war Melanies erstes
+Wort, als sie erwachte.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+In dem Krankenzimmer dachte man nicht an Schlaf, noch
+weniger an glückliche Träume. Traurig sah es dort aus. Lilli
+tobte zwar nicht mehr, aber sie lag ohne Teilnahme da. Das
+Fieber war noch immer im Zunehmen begriffen. Als die Vorsteherin
+eintrat, erhob sich der Arzt und teilte ihr seine Befürchtung
+mit. Ilse schluchzte leise in sich hinein; es wurde
+ihr so schwer, sich zu beherrschen.
+</p>
+
+<p>
+»Geh zu Bett, Ilse,« sprach Fräulein Raimar sanft zu
+ihr, »du darfst nicht länger hier verweilen.«
+</p>
+
+<p>
+Der Arzt stimmte energisch bei, und so schmerzlich bittend
+das junge Mädchen auch die Vorsteherin ansah, dieselbe beharrte
+bei ihrem Willen.
+</p>
+
+<pb n='173'/><anchor id='Pg173'/>
+
+<p>
+»Du bist ein gutes Kind,« sagte sie weich und ihre
+Stimme klang wie verhaltene Thränen, »aber ich darf deinen
+Wunsch nicht erfüllen. Ein längerer Aufenthalt hier könnte
+deiner Gesundheit schaden. Du kannst dem Kinde auch
+nicht helfen, – sieh hin – es kennt dich – uns alle nicht
+mehr!«
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img173.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Bevor sie das Zimmer verließ, trat Ilse noch einmal
+zögernd und leise an Lillis Bett. Zitternd ergriff sie die
+kleine, fieberheiße Hand, beugte sich nieder und drückte einen
+Kuß darauf. »Gute Nacht, Liebling,« hauchte sie leise, »gute
+Nacht!«
+</p>
+
+<p>
+Und mit einem langen, thränenschweren Blick auf das
+blasse Gesichtchen nahm sie Abschied, ach, sie fühlte es, es war
+ein Lebewohl für immer. Dann eilte sie hinaus, das
+Taschen<pb n='174'/><anchor id='Pg174'/>tuch fest vor den Mund gepreßt, damit sie vor Herzeleid nicht
+laut aufschreie.
+</p>
+
+<p>
+Draußen, dicht vor der Thür, stand Nellie. Unbemerkt
+war sie der Vorsteherin gefolgt und hatte die Freundin erwartet.
+Ilse fiel ihr um den Hals und Nellie führte die Trostlose
+hinauf in ihr Zimmer. Dort angelangt warf Ilse sich
+verzweifelnd auf ihr Bett und begrub ihr Gesicht laut weinend
+in die Kissen.
+</p>
+
+<p>
+»Ist sie so sehr krank?« fragte Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Sie stirbt, Nellie!« schluchzte Ilse außer sich, »unser
+süßer, kleiner Liebling stirbt!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie wurde blaß und ein heftiges Zittern überfiel ihren
+Körper, aber sagen konnte sie nichts. Sie vermochte niemals
+ihren Schmerz laut herauszujammern, die ungestüme Art Ilses
+war ihr fremd. War das zu verwundern? Ilse hatte Kummer
+und Leid noch niemals Aug in Auge gesehen, ihre frohe Jugendzeit
+war bis dahin einem sonnigen Maientag zu vergleichen,
+der wolkenlos mit blauem Himmel auf die Erde niederlacht, –
+wie anders Nellie! So mancher trübe Schatten hatte bereits
+ihr junges Dasein verdunkelt! Sie mußte an den Tod des
+geliebten Vaters denken, der sie so jung als Waise zurückließ!
+</p>
+
+<p>
+Still setzte sie sich neben die Freundin auf den Bettrand
+und ergriff deren Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Komm,« sagte sie mit unsichrer Stimme, »setze dir hoch.
+Du machst dir auch krank, wenn du so hitzig bist! Und wenn
+wir uns tot weinen, wir machen doch der arm’ klein’ Herz nicht
+gesund. Wenn der liebe Gott sagt: ›Ich will der klein’ Engel
+zu mich nehmen,‹ was können wir da machen? – O Ilse! es
+ist gar nicht so schrecklich, als ein jung Kind zu sterben! Wer
+weiß, welch’ traurig Schicksal unsre Lilli aufwartete: Ist es
+nicht besser, da tot zu sein? – Ich wär’ sehr glücklich,
+wenn mich der liebe Gott als klein’ Kind zu sich genommen
+hätte!«
+</p>
+
+<pb n='175'/><anchor id='Pg175'/>
+
+<p>
+Wie traurig das klang! Sofort wendete sich Ilses ganzes
+Mitleid ihrer einzigen Nellie zu. Sie antwortete nichts, aber
+sie erhob sich und umschlang dieselbe fest und innig. Und die
+beiden jungen Mädchengestalten in ihren duftigen Ballgewändern,
+die sie nur zur Freude zu tragen gehofft hatten, schlossen in
+diesem ernsten Augenblick einen innigen Freundschaftsbund
+für das ganze Leben. Der Mond trat plötzlich hinter dem
+dunklen Gewölk hervor und verklärte mit seinem blassen
+Schimmer die lieblichen, thränenvollen Gesichter der Freundinnen
+wie zwei betaute Rosen, die an einem Stengel erblüht
+sind. –
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Es war ein trübseliger Sonntag, der dem Ballfeste folgte.
+Als die junge Schar, noch ganz erfüllt von der Erinnerung an
+dasselbe, beim Morgenkaffee saß, trat Fräulein Güssow ein.
+Bei ihrem Anblick verstummte das fröhliche Geplauder, ihr
+blasses und verweintes Gesicht verkündete nichts Gutes. Ilse
+und Nellie waren sofort an ihrer Seite, sie hatten bis dahin
+seitwärts gestanden; es war ihnen unmöglich, an der Fröhlichkeit
+der andern teilzunehmen.
+</p>
+
+<p>
+»Ist es besser?« fragte Ilse hoffend und bangend zugleich.
+</p>
+
+<p>
+Traurig schüttelte die Angeredete den Kopf und ihre
+Augen füllten sich mit Thränen. »Nein,« sagte sie, »es ist
+nicht besser. Die Krankheit hat sich gesteigert und ihr müßt
+euch auf das Schlimmste gefaßt machen. Ich teile euch dies
+mit, Kinder, damit ihr nicht allzusehr erschreckt, wenn –«
+Sie konnte den Satz nicht vollenden, Thränen erstickten ihre
+Stimme.
+</p>
+
+<p>
+Eine augenblickliche Todesstille trat bei dieser Eröffnung
+ein. Als aber Ilse laut zu schluchzen anfing, da erhob sich
+ein allgemeines Jammern und Wehklagen. Kein Auge blieb
+<pb n='176'/><anchor id='Pg176'/>trocken bei dem Gedanken, den herzigen Liebling für immer
+hergeben zu müssen.
+</p>
+
+<p>
+Die junge Lehrerin entfernte sich und Ilse eilte ihr
+nach.
+</p>
+
+<p>
+»Lassen Sie mich zu ihr,« bat sie dringend und erhob die
+Hände. »Bitte!«
+</p>
+
+<p>
+Sie konnte ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. »Du darfst
+sie nicht wiedersehn, Ilse,« sagte sie fest und entschieden. »Sie
+hat sich so verändert, daß deine lebhafte Phantasie ihr trauriges
+Bild für lange Zeit nicht vergessen würde. Sie ist nur noch
+ein Schatten des schönen, fröhlichen Kindes.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie küßte die trostlose Ilse und kehrte in das Krankenzimmer
+zurück, das Fräulein Raimar seit Mitternacht nicht wieder
+verlassen hatte.
+</p>
+
+<p>
+Als Ilse wieder in den Speisesaal eintrat, stand Miß
+Lead fertig zum Kirchgang angekleidet mit dem Gesangbuch in
+der Hand da. Sie trieb zur Eile an, da es hohe Zeit sei, zur
+Kirche zu gehen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann Sie heute nicht begleiten, Miß Lead,« entgegnete
+Orla, die ganz gegen ihre Gewohnheit sich vom
+Gefühle übermannen ließ und heftig weinte; »ich kann es
+nicht!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich auch nicht! – Ich auch nicht!« erklärten die übrigen.
+Selbst Rosi, die stets Sanfte und Gefügige, bat um Verzeihung,
+wenn sie ebenfalls zurückbleibe. »Ich bin so aufgeregt
+und könnte nicht andächtig auf die Predigt hören,« fügte sie
+hinzu.
+</p>
+
+<p>
+»Ich begreife euch nicht,« sprach die Engländerin höchst
+erstaunt von einer zur andern sehend. »Ist das Gotteshaus
+nicht der beste Ort für ein gequältes Herz? Sagt nicht der
+Herr: ›Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen
+seid, ich will euch erquicken!‹ Ich gehe und will für die Kranke
+beten, vielleicht erhört mich der Herr.«
+</p>
+
+<pb n='177'/><anchor id='Pg177'/>
+
+<p>
+Und sie ging, und die englischen Pensionärinnen schlossen
+sich ihr an. Sie teilten in ihrem strenggläubigen Herzen die
+Ansicht der Lehrerin. Nur Nellie blieb zurück. Nicht weil sie
+weniger gläubig war – o nein! Sie hatte ein kindlich frommes
+Gemüt, aber sie hatte auch ein tiefempfindendes, warmes Herz;
+es wäre ihr unmöglich gewesen, das Haus, das ihr eine liebe
+Heimat geworden war, in einem Augenblicke zu verlassen, wo
+der Todesengel seinen Einzug halten konnte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich will auch beten,« sagte sie leise wie für sich. Und
+sie trat in den Hintergrund des Zimmers, kniete nieder, legte
+die gefalteten Hände auf einen Stuhl und beugte den Kopf
+darüber. In dieser andächtigen Stellung verbrachte sie lange
+Zeit und betete heiß und innig zu Gott, daß er Lilli am Leben
+erhalten möge. –
+</p>
+
+<p>
+Aber es stand anders in den Sternen geschrieben. Gegen
+Abend öffnete die Vorsteherin plötzlich weit die Fensterflügel im
+Krankenzimmer – Lilli war tot.
+</p>
+
+<p>
+Sanft hatte der Todesengel sie auf die Stirn geküßt und
+sie hinweggetragen in sein dunkles Schattenreich. Wie ein sorglos
+schlummerndes Kind lag sie da, der krampfhaft entstellende
+Zug war geschwunden und ein friedliches Lächeln lag über den
+leise geöffneten Lippen.
+</p>
+
+<p>
+Die beiden Lehrerinnen standen stumm und mit gefalteten
+Händen am Bette der kleinen Verstorbenen und konnten den
+Blick nicht von ihr trennen. Die Abendsonne verklärte mit
+rosigem Schimmer das zarte Gesicht und in dem knospenden
+Apfelbaume vor dem Fenster sang ein Star sein melodisches
+Abendlied – draußen erwachendes Frühlingsleben – hier die
+junge Menschenknospe – gebrochen, ehe sie sich zur Blüte entfalten
+konnte.
+</p>
+
+<p>
+»So früh und in der Fremde mußtest du sterben, armes
+Kind!« unterbrach Fräulein Güssow die feierliche Stille.
+</p>
+
+<p>
+»Sie fühlte sich glücklich und heimisch bei uns,« entgegnete
+Fräulein Raimar tief ergriffen. »Die eigentliche Heimat war
+<pb n='178'/><anchor id='Pg178'/>ihr fremd geworden. – Sie hat nicht einmal nach der Mutter
+verlangt.«
+</p>
+
+<p>
+»Wie sanft sie schlummert, als ob sie leben und atmen
+müßte. O, sie ist glücklich!« Und in einem plötzlich überwallenden
+Gefühle beugte sich die junge Lehrerin laut weinend
+über Lilli und küßte ihr die kalte Stirn. »Schlaf wohl, schlaf
+wohl, teures Kind! Gott hatte dich lieb, darum nahm er dich
+zu sich!«
+</p>
+
+<p>
+»Fassen Sie sich, liebe Freundin,« ermahnte Fräulein
+Raimar, indem sie die Hand auf der Erregten Schulter legte,
+»uns bleibt jetzt die schwere Aufgabe, die Kinder mit dem traurigen
+Ausgang bekannt zu machen. So ruhig als möglich
+müssen wir ihnen diese Mitteilung machen, damit die ohnehin
+erregten Gemüter nicht ganz außer Fassung kommen.«
+</p>
+
+<p>
+Aber sie kamen doch außer Fassung, besonders Ilse, deren
+lebhafte Natur sich dem Schmerze zügellos hingab. Sie glaubte
+vergehen zu müssen. Noch nie hatte sie sich so unglücklich gefühlt,
+als in der ersten Nacht nach Lillis Tode, selbst damals
+nicht, als sie den Wagen fortfahren sah, der den geliebten
+Vater entführte, und sie fremd und verlassen an der Pforte
+dieses Hauses stand.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Lilli war in die Erde gebettet. Unter Schneeglöckchen
+und Veilchen schlummerte sie. Der kleine Sarg war mit den
+holden Frühlingskindern über und über bedeckt gewesen. Tief
+betrauert wurde das kleine Wesen von allen, die mit ihm in
+nähere Berührung gekommen, und es hatte allgemein schmerzliche
+Verwunderung erregt, daß die Mutter fern geblieben war.
+</p>
+
+<p>
+Am Todestage Lillis war ein Telegramm angekommen,
+worin sie meldete, daß sie erst am Dienstag abend eintreffen
+könne. Es sei ihr unmöglich, früher zu kommen, da sie am
+Montag in einem neuen Stücke die Hauptrolle zu spielen habe.
+<pb n='179'/><anchor id='Pg179'/>Als ihr an diesem Tage der Tod ihres Kindes gemeldet wurde,
+kam umgehend ein Brief voll überschwenglicher Klagen, aber
+sie blieb fern. Kostbare Blumen hatte sie gesandt, auch der
+Vorsteherin den Auftrag gegeben, ein Marmormonument, einen
+knieenden Engel darstellend, für des Kindes Grab anfertigen
+zu lassen, mit goldenen Buchstaben solle auf dem Sockel eingegraben
+werden: ›Teures Kind, bete für mich.‹
+</p>
+
+<p>
+Aeußerlich war somit alles geschehen, aber das Herz blieb
+kalt bei diesen pomphaften Kundgebungen.
+</p>
+
+<p>
+»Meine Mama wäre gekommen, wenn sie mich sterbenskrank
+gewußt hätte,« bemerkte Ilse, als sie Nellie den Brief
+vorlas, den ihr die Mutter so herzlich und tröstend geschrieben
+hatte.
+</p>
+
+<p>
+»O sicher, sie wär von der Welten Ende zu dich gereist,«
+beteuerte Nellie lebhaft.
+</p>
+
+<p>
+»Und sie ist nicht einmal meine rechte Mutter,« fuhr Ilse
+nachdenklich fort. »Ach Nellie, ich habe sie oft recht sehr gekränkt!
+Glaubst du wohl, daß sie mir vergeben wird?«
+</p>
+
+<p>
+Ilses Herz war so weich und empfänglich durch den
+Schmerz geworden und eine ernste, weihevolle Stimmung durchdrang
+ihr ganzes Wesen. Nie waren ihr bis dahin ähnliche
+Gedanken gekommen, und wäre es der Fall gewesen, hätten
+sie früher einmal bei ihr angeklopft, sie würden keinen Einlaß
+gefunden haben. Heute war es anders, sie hatte das Bedürfnis,
+sich gegen ihre Herzensfreundin auszusprechen und sich anzuklagen.
+</p>
+
+<p>
+»O mach dich kein Kummer darum, Kind. Deine Mutter
+hat ein so liebesreiche Herz, kein Titelchen Bosheit für dir ist
+darin. Sie vergebt dir alles. Du warst ja auch noch ein
+ungezogen, dumm’ Baby, als du bei sie warst, jetzt aber
+bist du eine sehr anständige (sie meinte verständige) junge
+Dame.«
+</p>
+
+<p>
+»Ist das dein Ernst, Nellie?« fragte Ilse und sah mit
+ihren Kinderaugen Nellie zweifelnd an.
+</p>
+
+<pb n='180'/><anchor id='Pg180'/>
+
+<p>
+»Es ist mein Ernst, und ich gebe dir den guter Rat,
+schreibe an deiner Mutter ein lang’ Brief und bitte ihr um
+Verzeihung.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse überlegte einen Augenblick. »Du hast recht, Nellie,«
+sagte sie dann entschlossen, »ich werde ihr schreiben, ich bin
+es ihr schuldig. Heute noch will ich es thun! Wenn sie mir
+nur bald darauf antwortet, ich werde nicht eher ruhig sein!«
+</p>
+
+<p>
+Als sie sich eben niedergesetzt hatte, ihr Vorhaben auszuführen,
+trat Flora mit strahlenden Augen ein.
+</p>
+
+<p>
+»Ich muß euch meine neuesten Gedichte vorlesen,« sagte
+sie erregt, »sie sind das beste, was ich bis jetzt geschrieben habe!
+Ihr müßt mich anhören!«
+</p>
+
+<p>
+Und sie entfaltete ein starkes Heft, in welchem sie Lillis
+Tod in den verschiedensten Dichtungsarten besungen hatte.
+</p>
+
+<p rend="text-align: center"><hi rend='gesperrt'>Elegie auf den Tod einer vom Sturm geknickten Rosenknospe!</hi></p>
+
+<p>
+begann sie zu lesen.
+</p>
+
+<p>
+Nellie hielt sich die Ohren zu. »Schweig still! Ich mag
+dir nicht anhören mit dein dumm Zeug! Aergere mir nicht
+damit!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse stimmte ihr bei. »Laß uns zufrieden, Flora,« sagte
+sie, »wir sind noch zu traurig, als daß wir lachen möchten!
+Und du weißt doch, daß alle deine Gedichte uns lustig machen.«
+</p>
+
+<p>
+Tief verletzt schloß Flora ihr Heft, auf dessen Umschlag
+mit großen Buchstaben zu lesen stand: »Floras Klagelieder!«
+– »Ihr habt keinen Sinn für erhabene Dichtkunst, und ich
+will Gott danken, wenn es Ostern ist und ich diesen prosaischen
+Aufenthalt verlassen kann!«
+</p>
+
+<p>
+Sie verließ die Undankbaren und suchte Rosi auf. Wenn
+niemand ihre Dichtkunst bewundern wollte, fand sie an ihr stets
+eine geduldige Zuhörerin. »Das rechte Verständnis freilich
+fehle ihr,« meinte Flora mit einem ergebungsvollen Seufzer.
+</p>
+
+<pb n='181'/><anchor id='Pg181'/>
+
+<p>
+Der Brief an die Mutter war abgeschickt. Acht Tage
+waren seitdem vergangen und noch war keine Antwort eingetroffen.
+Ilse war unruhig und aufgeregt darüber. Nellie, ihre
+einzige Vertraute, tröstete sie.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist ja noch kein’ Ewigkeit vorbei, seit du schriebst,«
+sagte sie. »Es scheint dich nur so, weil du immer daran denkst.
+Ich wette, heute wirst du ein schön, lang Brief haben. Mich
+ahnt das!«
+</p>
+
+<p>
+Und richtig, Nellies Ahnung, die eigentlich gar nicht
+so ernst gemeint war, ging in Erfüllung. Es kam ein Brief
+an Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Komm sogleich in mein Zimmer, Ilse, ich habe dir etwas
+mitzuteilen!« Mit diesen Worten empfing Fräulein Raimar
+dieselbe, als sie eben aus der Kirche kam.
+</p>
+
+<p>
+Klopfenden Herzens folgte ihr das junge Mädchen, sich
+den Kopf zerbrechend, welch eine geheimnisvolle Mitteilung ihrer
+wartete. –
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe soeben einen Brief von deinem Papa erhalten,
+liebes Kind, worin er mich bittet, dir etwas recht Erfreuliches
+zu verkünden. Ahnst du nicht, was es sein könnte?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete Ilse und blickte die Vorsteherin erwartungsvoll
+fragend an.
+</p>
+
+<p>
+»Dir ist ein Brüderchen beschert worden! Da, hier lies
+selbst, der Papa hat für dich einen Brief eingelegt.«
+</p>
+
+<p>
+Aber Ilse vermochte nicht zu lesen in diesem Augenblick.
+Die Nachricht hatte sie bis in das Innerste erfreut und durchzittert.
+Das Blut schoß ihr heiß in die Wangen, und ehe sie
+noch ein Wort über die Lippen bringen konnte, flog sie dem
+Fräulein an den Hals und küßte dieselbe. Sie mußte an jemand
+ihre jubelnde Freude auslassen.
+</p>
+
+<p>
+Als sie zur Besinnung kam, schämte sie sich ihrer Uebereilung.
+Wie konnte sie allen Respekt außer acht lassen und so
+ungeniert die Vorsteherin umarmen!
+</p>
+
+<pb n='182'/><anchor id='Pg182'/>
+
+<p>
+»Verzeihen Sie,« sagte sie befangen und trat bescheiden
+zurück. Aber Fräulein Raimar schnitt ihr das Wort ab und
+nahm sie noch einmal herzlich in den Arm.
+</p>
+
+<p>
+»Komm her, mein Kind,« sagte sie warm, »und laß mich
+die erste sein, die dir von ganzem Herzen Glück wünscht.« –
+Später äußerte sie gegen Fräulein Güssow, daß Ilses strahlende
+Freude ihr so recht den Beweis für deren kindlich unbefangenes
+Herz gegeben habe. Anfangs habe sie nicht geglaubt,
+daß Ilses trotzige Natur sich jemals zügeln lassen
+werde.
+</p>
+
+<p>
+Der Brief an Ilse war nur kurz und von der Mutter
+schon vor mehreren Tagen an sie geschrieben. Der Papa trug
+an der Verzögerung schuld, er hatte noch einige Zeilen hinzufügen
+wollen und war nicht gleich dazu gekommen.
+</p>
+
+<p>
+»Lies erst, was sie schreibt!« bat Nellie, zu der Ilse
+jubelnd in das Zimmer gestürzt war, »lies erst, nachher sprechen
+wir von die Baby.«
+</p>
+
+<p>
+Und Ilse las:
+</p>
+
+<p><text><body>
+ <salute>»Mein teures Kind!</salute>
+ <p>
+Dein letzter Brief hat mich sehr glücklich gemacht! Ich
+kann den Augenblick kaum erwarten, wo ich Dich an mein
+Herz nehmen darf, um Dir mit einem herzlichen Kuß zu
+sagen, daß ich Dir niemals böse war. Ich wußte immer,
+daß mein Trotzköpfchen schon den Weg zu mir finden werde.
+Mache Dir nur keine Sorgen um vergangene kleine Sünden,
+sie sind längst in alle Winde verweht, denke lieber an die
+zukünftige Zeit, in der wir wieder beisammen sind, und male
+sie Dir so rosig aus, wie Deine junge Phantasie es nur zu
+thun vermag. Ich habe Dich sehr, sehr lieb! Mit zärtlichen
+Küssen
+ </p>
+ <signed rend="text-align: right"><hi rend='gesperrt'>Deine Mama</hi>.«</signed>
+</body></text></p>
+
+<p>
+Und der Papa hatte gestern flüchtig dazu geschrieben:
+</p>
+
+<p><text><body>
+<p>
+»Hurra! Wir haben einen prächtigen Jungen! Ich
+<pb n='183'/><anchor id='Pg183'/>habe nur den einen Wunsch, ihn Dir, mein Kleines, gleich
+zeigen zu können. Er sieht Dir ähnlich, hat gerade so
+lustige, braune Augen wie Du! Morgen schreibe ich Dir
+mehr.«
+</p>
+</body></text></p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img183.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»O!« jammerte Ilse unter Lachen und Weinen, »wenn
+ich doch gleich dort sein könnte! Ich habe so große Sehnsucht,
+die Mama, den Papa und das kleine Brüderchen zu
+sehen!« Dabei umarmte und herzte sie Nellie, und als Fräulein
+Güssow hinzutrat, fiel sie auch dieser um den Hals.
+Sie hätte in ihrer Seligkeit am liebsten die ganze Welt umarmt! –
+</p>
+
+<p>
+Am Nachmittag, als der erste Freudenrausch sich gelegt
+hatte, kehrten Ilses Gedanken zu der verstorbenen Lilli zurück.
+Sie machte sich Vorwürfe, daß sie deren Andenken heute so ganz
+vergessen konnte!
+</p>
+
+<p>
+»Komm, Nellie,« sagte sie, »laß uns im Garten Veilchen
+pflücken zu einem Kranz auf Lillis Grab.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow stimmte diesem Vorschlage bei und begleitete
+gegen Abend die Freundinnen hinaus auf den stillen
+<pb n='184'/><anchor id='Pg184'/>Friedhof. Ilse beugte sich nieder und legte den Kranz auf
+den frischen Grabhügel. Noch lagen die vielen andern Kränze
+von dem Begräbnisse darauf, aber sie waren verwelkt und
+trocken, und in den langen, weißen Atlasbändern spielte der
+Abendwind. –
+</p>
+
+<p>
+Die Tage kamen und gingen, und das Osterfest war vor
+der Thür. Die Prüfungen waren bereits vorüber, und die
+ausgeteilten Zeugnisse hatten Freude oder Kummer hervorgerufen,
+je nachdem sie für die Betreffenden ausgefallen waren.
+Ilse konnte zufrieden sein. Mit Ausnahme einzelner Fächer,
+bei denen obenan das Rechnen stand, hatte sie sehr gute Fortschritte
+gemacht. Ihr ernstes Streben, ihr Betragen, das besonders
+seit dem Tode Lillis tadellos geworden war, wurde
+von ihren Lehrern und Lehrerinnen rühmend hervorgehoben,
+nur die englische Lehrerin schloß sich dieser Ansicht nicht an.
+Sie blieb bei ihrem Vorurteile und fand, daß Ilse nach wie
+vor ohne jede Manier und Grazie sei, auch tadelte sie sehr ihre
+englische Aussprache.
+</p>
+
+<p>
+»Laß dir nix vormachen, Ilse,« sagte Nellie, als sie allein
+waren. »Du sprichst schon ganz nett englisch und drückst dir
+stets sehr fein aus. Uebrigens tröste dir mit mir, sieh, was
+sie hier geschrieben haben,« – und sie reichte betrübt der
+Freundin ihr Zeugnis, und Ilse las: Besondere Bemerkung:
+›Nellie macht sehr langsame Fortschritte in der deutschen Sprache.‹
+– »Ist das nicht unrecht?« fragte sie. »Ich gebe mich so
+furchtbar große Mühe mit eure schwere Sprache.«
+</p>
+
+<p>
+Nun war die Reihe zu trösten an Ilse. Dieselbe versprach
+ihr von jetzt an, keinen Schnitzer mehr durchgehen zu
+lassen, Nellie dagegen wollte täglich eine volle Stunde nur englisch
+mit der Freundin plaudern.
+</p>
+
+<p>
+Flora war in höchster Aufregung. Sie fand es geradezu
+großartig, daß Doktor Althoff ihr eine II in der Litteratur geben
+konnte. »Mir das!« rief sie aus, sobald er sich entfernt hatte,
+»mir das! die ich selbst schon so lange litterarisch thätig bin!
+<pb n='185'/><anchor id='Pg185'/>Aber Sie werden sich wundern, Herr Doktor, Sie werden sich
+wundern!«
+</p>
+
+<p>
+Diese geheimnisvolle Anspielung bezog sich auf ihr jüngstes
+Werk. Sie hatte gestern den letzten Federstrich daran gethan
+und es dann sogleich mit einem Briefe auf rosa Papier dem
+Lehrer zur Durchsicht gegeben. Mit bescheidenem Selbstbewußtsein
+hatte sie hinzugefügt, sie rechne darauf, daß ihr Zauberspiel
+am Geburtstage der Vorsteherin aufgeführt werde. Sollte
+Herr Doktor einige kleine Aenderungen für notwendig finden,
+so würde sie sich gern seinem Rate fügen. –
+</p>
+
+<p>
+Es waren einige Tage darüber vergangen und noch hatte
+sie keine Antwort erhalten. Warum mochte er zögern? Gefallen
+mußte ihm »Thea, die Blumenfee«, darüber war sie nicht im
+Zweifel. Sie hatte sich so hineingelebt in ihre Zauberposse,
+und ihre Phantasie flüsterte ihr einen großartigen Erfolg in
+das Ohr. Sie hörte den stürmischen Beifall der Anwesenden,
+– die Dichterin wurde gerufen! – Sie träumte wachend,
+langsam – gesenkten Auges trete sie aus den Kulissen hervor.
+– »Flora!« ruft es von allen Seiten, und voller Staunen
+richten sich aller Augen auf sie. – Ja, staunt nur, ihr Ungläubigen,
+die ihr die arme Flora so oft verkannt habt! Jetzt
+hat sie euch überzeugt, daß ihre Dichtkunst kein leerer Wahn
+ist! – Bescheiden und demütig verneigt sie sich nach rechts
+und links – ohne den Blick zu erheben – sie war vor den
+Spiegel getreten, um Blick und Verbeugung einzustudieren. –
+»Die Blumenfee werde ich vorstellen,« träumte sie weiter,
+»natürlich! Wer anders könnte sich so in den Geist der Rolle
+versetzen, als ich! Wie herrlich wird mir das Kostüm stehen!
+Ein Kleid von Silbergaze mit Rosen durchwebt, eine goldene
+Krone auf dem Haupte, ein langer, duftiger Schleier und offnes,
+wallendes Haar!«
+</p>
+
+<p>
+Ganz in Gedanken versunken löste sie die aufgesteckten
+Flechten und drapierte das Haar malerisch um ihre Schultern.
+Unwillkürlich kamen ihr dabei die ersten Verse ihres großen
+<pb n='186'/><anchor id='Pg186'/>Werkes auf die Lippen und laut, mit pathetischer Stimme,
+fing sie an zu deklamieren:
+</p>
+
+<lg>
+<l>»Heraus, ihr Blumen, aus euren Kelchen,</l>
+ <l rend="margin-left: 2">Ich will mit euch spielen!</l>
+<l>Eilt euch, ihr lieben Tulpen und Nelken,</l>
+ <l rend="margin-left: 2">Laßt mich nicht warten, ihr vielen, vielen,</l>
+<l>Heraus, heraus!«</l>
+</lg>
+
+<p>
+Ein lautes Pochen an der Thür und ungestümes Auf- und
+Niederdrücken des Griffes unterbrach sie höchst unangenehm.
+Zugleich wurde Gretes Stimme laut.
+</p>
+
+<p>
+»Warum schließt du dich denn ein? Mach’ schnell auf,
+ich bringe dir etwas!«
+</p>
+
+<p>
+In aller Eile befestigte Flora ihr Haar, schob dann den
+Riegel zurück und fragte ärgerlich: »Was willst du denn?«
+</p>
+
+<p>
+Grete war in das Zimmer getreten und sah sich verwundert
+um. »Du sprachst doch eben laut,« sagte sie, »mit
+wem hast du dich denn unterhalten?«
+</p>
+
+<p>
+Flora blieb ihr die Antwort schuldig; sie sah ihr Manuskript
+in Gretes Hand, ungestüm nahm sie es an sich.
+</p>
+
+<p>
+»Gieb her! Wie kommst du zu meinem Hefte?«
+</p>
+
+<p>
+»Nur nicht so heftig,« entgegnete Grete, »was fällt dir
+denn ein? Es ist die reine Gefälligkeit, daß ich es dir bringe.
+Doktor Althoff hat es mir für dich übergeben.«
+</p>
+
+<p>
+»Warum ließ er mich nicht selbst rufen? Du wirst dich
+wohl wieder vorwitzig aufgedrängt haben, es ist so deine gewöhnliche
+Art. Uebrigens jetzt kannst du wieder gehen, ich
+möchte allein sein!«
+</p>
+
+<p>
+Aber Grete verspürte keine Lust, sie zu verlassen, sie
+witterte ein Geheimnis, das mußte sie erst heraus haben!
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe aber keine Lust, dich zu verlassen,« sagte sie
+und setzte sich mit aller Gemütlichkeit nieder.
+</p>
+
+<p>
+»Du bist wirklich unausstehlich!« stieß Flora ärgerlich
+heraus und drehte Grete den Rücken. Plötzlich kam ihr ein
+<pb n='187'/><anchor id='Pg187'/>Gedanke. »Wenn du durchaus hier bleiben willst, so thue
+es meinetwegen,« fuhr sie fort und näherte sich der Thür,
+»mich geniert es nicht.«
+</p>
+
+<p>
+Und sie hatte die Thür geöffnet und war hinaus, noch
+ehe Grete sich erhoben hatte. Schnell drehte sie den Schlüssel
+im Schloß um und – das neugierige Gretchen war eine
+Gefangene.
+</p>
+
+<p>
+Geflügelten Schrittes eilte sie in den Garten, der Traueresche
+zu. Sie huschte zwischen den bis auf den Boden herabhängenden
+Zweigen hindurch und sank auf einem Bänkchen
+von Birkenstämmen nieder. Hier war sie vor jedem Lauscherblicke
+sicher.
+</p>
+
+<p>
+Sie preßte die Hand auf das hochklopfende Herz und
+ein Zittern überlief sie vor der Entscheidung! Wie wird sein
+Urteil ausgefallen sein? Nicht lange hielt die zagende Schwäche
+an und ihre Zuversicht kehrte zurück. Mutig und siegesbewußt
+schlug sie das Heft auf. Natürlich suchte sie zuerst nach
+einigen Zeilen von seiner Hand. Aber sie blätterte und fand
+nichts. Sie breitete das Heft auseinander, hielt es hoch,
+schüttelte es tüchtig, der erwartete Brief fiel nicht heraus.
+Sie war höchst betroffen, da sie bei einer flüchtigen Durchsicht
+des Manuskripts auch nicht die kleinste Notiz entdecken konnte.
+Schon wollte sie es unwillig beiseite legen, als ihre Augen
+zwei Worte entdeckten, die Doktor Althoff mit seiner zierlichen
+und doch festen Handschrift mit roter Tinte gerade in den
+Schnörkel hineingeschrieben, den sie dem Schlußworte »Ende«
+malerisch angehängt hatte. Sie las und fiel wie gebrochen
+hintenüber.
+</p>
+
+<p>
+»Abscheulich!« riefen ihre bebenden Lippen, »empörend!«
+</p>
+
+<p>
+Floras Entrüstung war wohl natürlich, zertrümmerten
+doch die beiden kleinen Wörtchen den ganzen Prachtbau ihres
+Luftschlosses. »Konfuses Zeug!« stand da deutlich geschrieben
+und erbarmungslos war hiemit das Todesurteil ihrer Dichtung
+besiegelt.
+</p>
+
+<pb n='188'/><anchor id='Pg188'/>
+
+<p>
+Sie ballte die Hände in ohnmächtiger Wut und haßte
+den Mann, den sie bis dahin so schwärmerisch angebetet hatte.
+Warum verkannte er ihr Genie, oder vielmehr, warum wollte
+er dasselbe nicht anerkennen? Sie wollte zu ihm eilen ...
+sogleich ... er sollte ihr Rechenschaft über sein vernichtendes
+Urteil geben!
+</p>
+
+<p>
+Aber sie verwarf diesen Entschluß, weil sie befürchtete,
+vor Aufregung ohnmächtig zu werden. Und schwach sollte er
+sie nicht sehen ... nimmermehr! Sie wollte ihm schreiben
+und zwar sofort!
+</p>
+
+<p>
+Sie zog ein Notizbuch aus ihrer Tasche und begann
+einen stürmischen Brief aufzusetzen. Kaum hatte sie indes
+einige Sätze niedergeschrieben, als sie durch den grünen Blättervorhang
+Grete gerade auf die Esche losstürmen sah, es blieb
+ihr eben noch Zeit genug, das Notizbuch zu verbergen, als
+dieselbe bereits vor ihr stand.
+</p>
+
+<p>
+Floras Gedanken waren nur mit dem Briefe beschäftigt
+gewesen, sie hatte darüber ihr Manuskript, das sie neben sich
+auf die Bank gelegt hatte, vergessen. Grete hatte es indes
+mit ihren Spüraugen sofort entdeckt. Wie ein Vogel schoß
+sie darauf los, ergriff es und eilte mit ihrer Beute davon.
+</p>
+
+<p>
+»Etsch, Fräulein Flora!« rief sie noch triumphierend,
+»nun werde ich doch hinter deine Geheimnisse kommen! Jetzt
+bist du meine Gefangene!«
+</p>
+
+<p>
+»Grete, gieb her!« rief Flora angstvoll und eilte derselben
+nach, »bitte, bitte! Ich will dir auch schenken, was
+du haben willst!«
+</p>
+
+<p>
+Grete aber blieb taub bei ihren Bitten. Lachend eilte
+sie weiter.
+</p>
+
+<p>
+»Du mußt mir mein Eigentum zurückgeben, ich will es!«
+drohte Flora, als sie einsah, daß Güte nicht half, »ich befehle
+es dir!«
+</p>
+
+<p>
+Darüber brach Grete in ein lautes Gelächter aus. »Du
+befiehlst es mir? Das ist reizend!« rief sie, »du bist wirklich
+<pb n='189'/><anchor id='Pg189'/>furchtbar naiv!« Und sie hatte das Haus erreicht, während
+Flora weit hinter ihr zurückblieb. Trotz ihrer schwerfälligen,
+plumpen Figur war sie doch weit schneller als letztere, die
+etwas steif und ungelenk war.
+</p>
+
+<p>
+Als Flora einsah, daß ihre Verfolgung nutzlos war,
+blieb sie weinend stehen. Einen wahrhaft verzweiflungsvollen
+Blick warf sie der Räuberin ihres Schatzes nach, denn nun
+war sie verloren, das heißt preisgegeben dem Hohn und Spott
+der Mitschülerinnen, an die sie Grete verraten würde.
+</p>
+
+<p>
+Aber es kam anders. Gerade als Grete die paar Stufen
+zum Korridor hinaus sprang, lief sie beinahe Doktor Althoff
+in die Arme. Sie hatte ihn nicht gesehen, weil sie den Kopf
+nach rückwärts gewandt hielt. Das Heft hoch in der Luft
+schwenkend, hatte sie der armen Flora zugerufen: »Jetzt lese
+ich deine Geheimnisse!«
+</p>
+
+<p>
+Mit einem Blick hatte der Lehrer erkannt, um was es
+sich handelte; er wäre darüber nicht im Zweifel gewesen, selbst
+wenn ihn Grete weniger erschrocken angesehen hätte.
+</p>
+
+<p>
+»Sie sollten ja dies Heft an Flora abgeben,« sagte
+er vorwurfsvoll, »wie kommt es, daß Sie es noch mit sich
+herumtragen?«
+</p>
+
+<p>
+Sie antwortete nicht und sah ziemlich betreten und beschämt
+aus, auch war sie rot bis über die Ohren geworden.
+</p>
+
+<p>
+»Ich werde Ihnen nie wieder einen Auftrag geben,«
+fuhr er fort, »da ich sehe, wie wenig ich mich auf Sie verlassen
+kann. Geben Sie mir das Heft, ich werde es selbst
+an Flora abliefern.«
+</p>
+
+<p>
+Grete reichte ihm das Verlangte. »Sie ist selbst schuld
+daran,« stieß sie zu ihrer Entschuldigung hervor und warf
+den ohnehin großen Mund noch mehr auf; »sie hat ... sie
+hat mich eingeschlossen! Zur Strafe habe ich ihr das Buch
+fortgenommen!«
+</p>
+
+<p>
+»Zur Strafe!« wiederholte Doktor Althoff mit einem
+zweifelnden Lächeln, »und was wollten Sie jetzt damit machen?«
+</p>
+
+<pb n='190'/><anchor id='Pg190'/>
+
+<p>
+»Ach,« verriet sie sich, »hineingesehen hätte ich ganz gewiß
+nicht! Floras Dichtungen sind viel zu überspannt und
+langweilig! Ich wollte sie nur necken.«
+</p>
+
+<p>
+»Grete, Grete!« drohte der junge Lehrer lächelnd mit
+dem Finger, »wenn dies Wort eine Brücke wäre, ich ginge
+nicht hinüber. Seien Sie in Zukunft nicht wieder so indiskret
+und neugierig, Neugierde ist kein schöner Schmuck für ein
+junges Mädchen.«
+</p>
+
+<p>
+Er wandte sich von der Beschämten ab und ging auf
+Flora zu, die langsam heran kam. Noch zitterten Thränen
+in ihren Augen, die sie wie in Verklärung auf ihren Erretter
+richtete. Wo war der Haß geblieben, der soeben noch in
+ihrem Innern getobt hatte? Verschwunden und verweht!
+Die alte Liebe und Begeisterung für Doktor Althoff hatten
+ihn zurückgedrängt und waren wieder eingezogen in ihr großmütiges
+Herz. So mächtig wallte die Begeisterung in ihr
+über, daß sie plötzlich, hingerissen von Dankbarkeit, sich
+niederbeugte, seine Hand ergriff und einen heißen Kuß darauf
+drückte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich danke Ihnen,« hauchte sie leise, dann eilte sie fort,
+zurück zu ihrer Friedensstätte, ihrem Musentempel, und anstatt
+den angefangenen Brief zu vollenden, dichtete sie ein Sonett,
+das die Aufschrift trug: »An ihn.«
+</p>
+
+<p>
+Doktor Althoff blickte der Davoneilenden kopfschüttelnd
+nach. »Ein überspanntes, verdrehtes Wesen!« mußte er unwillkürlich
+sagen, »und das schlimmste ist, sie wird niemals
+zu heilen sein.« –
+</p>
+
+<p>
+Der Geburtstag des Fräulein Raimar, der in den Mai
+fiel, war stets ein großartiges Fest. Tagesschülerinnen und
+Pensionärinnen wetteiferten mit einander, dasselbe durch
+musikalische und theatralische Aufführungen, durch lebende
+Bilder u. s. w. so bunt und unterhaltend zu gestalten als
+möglich. Auch in diesem Jahre wurde keine Ausnahme gemacht,
+trotzdem Lilli kaum vier Wochen in der Erde ruhte.
+</p>
+
+<pb n='191'/><anchor id='Pg191'/>
+
+<p>
+»Ich würde gern auf eine größere Feier verzichten,«
+sprach eines Tages die Vorsteherin zu der englischen Lehrerin
+und Fräulein Güssow, <anchor id="corr191"/><corr sic="aber">»aber</corr> ich darf es unsrer Zöglinge
+wegen nicht thun. Mehr oder weniger hat sie Lillis Tod
+sehr ergriffen und sie hängen die Köpfe; da ist das beste
+Mittel, sie wieder aufzumuntern, daß wir ihnen eine Zerstreuung
+schaffen. Mit aller Trauer können wir ja den Tod
+des lieben Kindes nicht ungeschehen machen.«
+</p>
+
+<p>
+Die beiden Damen stimmten ein und beschlossen untereinander,
+mit den Vorbereitungen zu dem Feste zu beginnen.
+Miß Lead übernahm es, ein englisches Stück, Fräulein Güssow,
+ein französisches Lustspiel einzustudieren. Erstere wählte nur
+Tagesschülerinnen zu ihren Mitwirkenden, während letztere ihre
+Rollen nur mit Pensionärinnen besetzte. Sie hatte aber erst
+einen kleinen Kampf mit den Mädchen, bevor dieselben die
+ihnen zugedachten Rollen annahmen. Flora, die eine alte
+Dame vorstellen sollte, war durchaus nicht damit einverstanden,
+sie behauptete, Rosi passe weit besser zu dieser Rolle, diese
+aber hatte nicht einen Funken schauspielerischen Talentes und
+würde sich niemals dazu verstanden haben, Theater zu spielen.
+Sie sprach auch weniger fließend französisch als Flora.
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow machte nicht viel Umstände. »Wie du
+willst, Flora,« sagte sie, »macht es dir kein Vergnügen, diese
+allerliebste Rolle zu übernehmen, so wähle ich eine Tagesschülerin
+dafür und du kannst diesmal nur Zuschauerin sein.«
+</p>
+
+<p>
+Das behagte Flora noch weniger. Nach einigem Zögern
+entschloß sie sich, freilich wie sie sagte, mit großer Selbstüberwindung,
+die Alte zu spielen. Ilse und Melanie stellten deren
+Töchter dar und paßten in ihren Charaktereigentümlichkeiten
+prächtig dazu. Melanie putzsüchtig, elegant und eitel, Ilse
+das Gegenteil. Wild und unbändig, trotzig und widerspenstig,
+natürlich nichts weniger als elegant führt sie die übermütigsten
+Streiche aus und die schwache Mutter ist nicht im stande, sie
+zu zügeln. Da erscheint ein junger, entfernter Verwandter,
+<pb n='192'/><anchor id='Pg192'/>interessiert sich für den Wildfang und versteht es, durch
+Güte und Festigkeit die Tugenden in demselben zu wecken
+und die Widerspenstige zu zähmen. Zum Schlusse wird sie
+seine Braut.
+</p>
+
+<p>
+»Orla, du kannst die Rolle des Vetters übernehmen,«
+bestimmte die Lehrerin.
+</p>
+
+<p>
+»Orla?« fragte Ilse verwundert, »sie kann doch keinen
+Mann darstellen?«
+</p>
+
+<p>
+Es erhob sich ein wahrer Sturm unter den jungen
+Mädchen bei Ilses unschuldiger Frage. Die Stimmen schwirrten
+durcheinander, denn jede war bemüht, Ilse über ihre Unwissenheit
+aufzuklären.
+</p>
+
+<p>
+»Weißt du denn nicht, wie es bei uns Sitte ist?«
+fragte Orla.
+</p>
+
+<p>
+»Mit Herren dürfen wir nicht Theater spielen,« bemerkte
+Flora spottend, »sie sind verpönt in der Pension!«
+</p>
+
+<p>
+»Du bist naiv, Ilse!« rief Melanie. »Das ist ja eben
+so ledern und furchtbar öde, daß wir Mädchen auch Männerrollen
+geben müssen!«
+</p>
+
+<p>
+»Herren, Herren!« wiederholte Annemie unter lautem
+Lachen, »es ist zum totlachen!«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, wenn Herren mitspielten, dann möchte ich Ilses
+Rolle spielen,« überschrie Grete mit ihrer kräftigen Stimme
+alle übrigen, »so aber –«
+</p>
+
+<p>
+»So aber wirst du den Bauernjungen übernehmen, Grete,«
+fuhr Fräulein Güssow dazwischen. Die Aufgeregten hatten
+ganz deren Gegenwart vergessen. »Und jetzt bitte ich mir
+Ruhe aus, ihr unbändigen Kinder! Fräulein Raimar hat
+ihre triftigen Gründe zu ihren Bestimmungen, wie könnt ihr
+euch dagegen auflehnen? Daß ihr noch zu kindisch seid, dieselben
+zu verstehen, habe ich in diesem Augenblicke klar und
+deutlich gesehen! Schämt euch! ... Jetzt macht euch daran,
+eure Rollen auszuschreiben, morgen werden wir eine Leseprobe
+<pb n='193'/><anchor id='Pg193'/>halten.« Mit diesen Worten verließ sie die aufrührerische
+Gesellschaft.
+</p>
+
+<p>
+Alle schwiegen bis auf Grete, sie konnte nicht unterlassen,
+noch einmal zu sagen: »Langweilig ist es doch ohne Herren!
+Und den dummen Bauernjungen spiel’ ich nicht!«
+</p>
+
+<p>
+Aber sie spielte ihn doch und es zeigte sich bald, daß sie
+ganz vortrefflich dazu paßte.
+</p>
+
+<p>
+Die täglichen Proben brachten die gewünschte Zerstreuung.
+Ilse besonders fand viel Freude an einem Vergnügen, das
+ihr bis dahin unbekannt gewesen war. Die anfängliche Befangenheit
+überwand sie bald und sie spielte ihre Rolle zur
+vollen Zufriedenheit Fräulein Güssows, die zuweilen ein
+Lächeln über die höchst natürliche Darstellung nicht unterdrücken
+konnte.
+</p>
+
+<p>
+Zur Hauptprobe mußten alle in ihren Kostümen erscheinen,
+damit sie sich gegenseitig an den veränderten Anblick
+gewöhnten. Diese Bestimmung war sehr gut, denn als sie
+sich in ihren komischen Anzügen betrachteten, konnten sie das
+Lachen nicht zurückhalten.
+</p>
+
+<p>
+Flora mit langen Scheitellocken und einer Spitzenhaube,
+mit einem Lorgnon, das sie vor die Augen hielt, war kaum
+zu erkennen. Das elegante, schwarze Schleppkleid ließ sie
+weit größer erscheinen, als sie war. Sie war übrigens ganz
+ausgesöhnt mit ihrer ›alten‹ Partie und das Lob, welches
+Fräulein Güssow ihr einige Male erteilte, hatte sie zu der
+Idee gebracht, daß ihr eigentlicher Beruf der einer Schauspielerin
+sei, und sie träumte Tag und Nacht ›von der Welt,
+welche die Bretter bedeuten‹, ›Dichterin – Schauspielerin‹.
+Eine große Zukunft stand ihr bevor!
+</p>
+
+<p>
+Orla sah in ihrem Jägeranzuge, den grünen Hut keck
+auf das eine Ohr gesetzt, wirklich gut aus, und der kleine
+Stutzbart, mit dem sie die Oberlippe geziert hatte, gab ihr
+ein keckes Ansehen und stand ihr allerliebst.
+</p>
+
+<pb n='194'/><anchor id='Pg194'/>
+
+<p>
+»Famos siehst du aus, Orla!« meinte Melanie
+und betrachtete mit besonderem Entzücken deren Stulpenstiefel.
+</p>
+
+<p>
+»Du solltest immer so gehen,« setzte Flora ganz ernsthaft
+hinzu. Natürlich wurde sie ausgelacht.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="hoch" url="images/img194.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Grete war ein Bauernjunge,
+wie er sein muß.
+Plump und ungeschickt, dreist
+und laut. Melanie fühlte sich
+himmlisch wohl in dem koketten
+und eleganten Kostüm,
+das sie sich gewählt hatte.
+Sie stand vor dem Spiegel
+und putzte noch hie und da
+an sich herum. Und Ilse?
+</p>
+
+<p>
+Sie trat als letzte herein
+und bei ihrem Anblick
+erhob sich ein so stürmisches
+Gelächter, daß Fräulein
+Güssow Mühe hatte, es zu
+dämmen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie siehst du aus,
+Mädchen?« sprach sie lachend,
+»komm näher, ich muß dich
+genau betrachten. Willst du
+wirklich in diesem Aufzuge
+spielen? Nein, Ilse, so geht
+es wirklich nicht. Wir müssen
+an deinem Kleide durchaus Verschönerungen anbringen! Du
+bist auch gar zu wenig eitel, sonst würdest du wohl selbst
+darauf gekommen sein.«
+</p>
+
+<p>
+»Lassen Sie mich so!« bat Ilse inständigst, sie war ja
+so glücklich, ihr geliebtes Blusenkleid bei dieser Gelegenheit
+tragen zu dürfen. Sie war aus demselben herausgewachsen,
+<pb n='195'/><anchor id='Pg195'/>zu eng und zu kurz war es geworden, natürlich erhöhte dieser
+Mangel noch den komischen Eindruck.
+</p>
+
+<p>
+»Nein, Kind, unmöglich! Du siehst wie eine Bettlerin
+aus. Der Aermel darf nicht ausgerissen sein, der schlechte
+Gürtel muß durch einen neuen ersetzt werden, um den Hals
+wirst du einen Matrosenkragen legen und die fürchterlichen
+Stiefel laß vor allen Dingen blank putzen. Dann wird es
+gehen. Man darf nicht übertreiben,« fügte sie hinzu,
+als Ilse ein etwas betrübtes Gesicht machte, »stets muß
+das richtige Maß inne gehalten werden. Auch die Locken
+dürfen dir nicht so wirr über die Augen fallen, du kannst
+ja kaum sehen. Vergiß nicht, daß du die Tochter einer
+Baronin bist, dein Anzug darf verwildert, aber nicht zerrissen
+sein.«
+</p>
+
+<p>
+»Wollen wir nicht anfangen?« trieb Miß Lead, die sich
+mit ihren Künstlerinnen ebenfalls zur Hauptprobe eingestellt
+hatte. Sie war schon etwas ungeduldig bei der genauen
+Musterung der Kostüme geworden und fand es höchst überflüssig,
+daß Fräulein Güssow überhaupt Wert darauf legte.
+Die Hauptsache war nach ihrer Meinung die vollständige Beherrschung
+der fremden Sprache, und daß die Mädchen ihre
+Rollen gut gelernt hatten, alles andre war Nebensache. Viel
+Gesten litt sie um keinen Preis, wollte ja eine Mitspielende
+es wagen, sich frei und natürlich zu bewegen, geriet sie
+förmlich außer sich und rief: »Ruhe! Ruhe! Wo bleibt die
+Plastik?«
+</p>
+
+<p>
+Wie es fast immer der Fall ist, so war es auch hier;
+die Hauptprobe fiel herzlich schlecht aus. Die Mädchen waren
+schon aufgeregt in Erwartung des nächsten Tages und wurden
+es noch mehr durch die Ungeduld von Miß Lead, die heftig
+erklärte, daß sie es für das beste halte, wenn die ganze
+Theateridee aufgegeben werde. Das französische Stück fand
+sie entsetzlich und sie gab Fräulein Güssow den guten Rat, es
+nicht aufführen zu lassen. »Ich bitte Sie,« rief sie aus, »es
+<pb n='196'/><anchor id='Pg196'/>handelt sich um eine Liebesgeschichte! Das wird den größten
+Anstoß erregen!«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow setzte der Engländerin lächelnd auseinander,
+daß nicht Kinder, sondern erwachsene Mädchen das
+Stück aufführten. »Die Liebesgeschichte,« wandte sie ein, »ist
+nur eine harmlose Nebensache, es handelt sich hauptsächlich
+um die Heilung eines widerspenstigen Mädchens.«
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead schüttelte mißbilligend den Kopf, sie wollte
+sich nicht davon überzeugen. »Ilse wird Ihnen, wenn Sie
+wirklich auf Ihrem Vorsatz bestehen, alles verderben. Wie
+sieht sie aus, und wie spielt sie? Plump, ohne jeden Anstand!
+Das Podium der kleinen Bühne erdröhnt förmlich
+bei ihren furchtbaren Schritten, ihre Bewegungen sind frei
+und keck.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow schwieg zu diesem harten, ungerechten
+Urteil. Sie hatte es längst aufgegeben, die Engländerin von
+ihrem Vorurteile zu heilen. Starr hielt dieselbe daran fest.
+Ilse war und blieb ihr ein Dorn im Auge.
+</p>
+
+<p>
+Miß Lead hatte sich geirrt. Am nächsten Abend ging
+alles über Erwarten gut. Der glänzend erhellte Saal, die festlich
+versammelte Gesellschaft brachten eine belebende Stimmung
+unter das junge Volk. Die ganze Festlichkeit leitete ein Prolog
+ein, den eine Schülerin der ersten Klasse gedichtet hatte. Sie
+trug ihn selbst recht hübsch vor und erntete wohlverdienten
+Beifall. Nur Flora, die hinter den Kulissen stand, zuckte die
+Achseln. »Kein Schwung, keine Poesie und kein Talent!«
+lautete ihr kritischer Ausspruch.
+</p>
+
+<p>
+Die Aufführung des englischen Stückes ging vorüber,
+glatt, reizlos und langweilig. Und wenn die Anwesenden sich
+dies in ihrem Innern auch einstimmig eingestanden, so waren
+sie doch am Ende des Stückes mit Beifallsspenden nicht sparsam.
+Die Mitspielenden wurden herausgerufen, und als der
+rote Vorhang in die Höhe ging und die Mädchen sich dankend
+<pb n='197'/><anchor id='Pg197'/>verneigten, strahlte Miß Lead vor Stolz und Seligkeit. »<hi rend='antiqua'>Very
+ well</hi>,« rief sie laut, »ihr habt eure Sache gut gemacht!«
+</p>
+
+<p>
+Nachdem verschiedene lebende Bilder und musikalische
+Aufführungen vorüber waren, bildete das französische Lustspiel
+den Schluß.
+</p>
+
+<p>
+»Wollen Sie es wirklich wagen?« wandte sich die englische
+Lehrerin in wohlwollendem, etwas herablassendem Tone
+zu Fräulein Güssow. »Schreckt Sie der große Erfolg, den
+wir erzielten, nicht ab? Folgen Sie meinem Rate, treten
+Sie zurück! Wir werden eine Entschuldigung finden. Der
+französische Flattersinn muß abfallen gegen die englische Gediegenheit.«
+</p>
+
+<p>
+Trotz Miß Lead’s Bedenken begann das französische
+Stück, und sie mußte die niederschlagende Erfahrung machen,
+daß es weit beifälliger aufgenommen wurde, als das englische.
+Die Gesellschaft amüsierte sich köstlich und kam aus dem Lachen
+nicht heraus. Zweimal wurde Ilse bei offener Szene gerufen,
+so drollig und natürlich spielte sie.
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist <hi rend='antiqua'>charmante, charmante</hi>!« rief Monsieur Michael
+feurig, »ich habe Ursache, stolz auf sie zu sein. Leicht und
+elegant wie eine Pariserin spricht und spielt sie!«
+</p>
+
+<p>
+»Sie spielt sich selbst!« entgegnete Doktor Althoff
+lachend, »aber ich hätte dem Wildfang kaum so viel Anmut
+zugetraut.«
+</p>
+
+<p>
+Einen kleinen Triumph sollte Miß Lead doch noch feiern,
+– Ilse verdarb die Liebesszene am Schluß. In dem Augenblick,
+als Orla sie umarmen wollte, kam ihr das so komisch
+vor, daß sie in ein lautes Gelächter ausbrach.
+</p>
+
+<p>
+»Wie schade!« rief Nellie halblaut. »Warum muß sie
+lachen? Sie war zu nett, nun verderbt sie die Schluß.«
+</p>
+
+<p>
+Doktor Althoff, der zufällig in Nellies Nähe stand, hörte
+ihren Ausruf. »Trotzdem, Miß Nellie,« entgegnete er, auf
+einem leeren Stuhl neben ihr Platz nehmend, »ist ihre Freundin
+die Siegerin des Abends; aber warum wirkten Sie nicht mit,
+<pb n='198'/><anchor id='Pg198'/>warum sind Sie nur Zuschauerin? Sie würden gewiß eine
+gute Schauspielerin sein.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie senkte die Augenlider. »O, Sie sind sehr gütig,«
+sagte sie befangen, »aber ich weiß nicht zu spielen, Herr Doktor,
+ich hab’ nicht Talent.«
+</p>
+
+<p>
+»Das käme auf einen Versuch an! Sehen Sie Ilse an,
+wer hätte geglaubt, daß sie eine so allerliebste Schauspielerin
+sein könne!«
+</p>
+
+<p>
+»Nicht wahr?« stimmte Nellie lebhaft und mit aufrichtiger
+Freude bei, »sie ist reizend und ich bin entzückend
+über ihr!«
+</p>
+
+<p>
+Der junge Lehrer schwieg und sah sie teilnahmvoll an.
+Wie neidlos kamen ihr die Worte aus dem Herzen, wie
+leuchteten ihre Augen freudig auf, als sie die Freundin lobte!
+Und im Vergleich zu Ilse, wie wenig hatte sie doch von der
+Zukunft zu hoffen! Jene ein Kind des Glückes – und diese?
+Ein armes Wesen, das den mühevollen Pfad einer Lehrerin
+pilgern sollte!
+</p>
+
+<p>
+»Nicht wahr, ist sie nicht reizend?« wiederholte Nellie
+und blickte fragend auf.
+</p>
+
+<p>
+»Gewiß, gewiß!« gab der Lehrer zerstreut zur Antwort,
+und von dem Gegenstand plötzlich abspringend, fragte er:
+»Woher haben Sie die herrlichen Veilchen?« und deutete dabei
+auf einen Strauß, den sie in der Hand hielt. »Sie duften
+wundervoll! Ich liebe die Veilchen sehr.«
+</p>
+
+<p>
+Sie hörte nur, daß er die Veilchen liebe, bedurfte es da
+einer großen Ueberlegung? »O nehmen Sie,« sagte sie naiv
+und errötete dabei, »bitte, es macht mich großer Freude!«
+</p>
+
+<p>
+»Nicht alle,« entgegnete er lächelnd und zog einige Blumen
+aus dem Strauß, den sie ihm gereicht, »so, nun habe ich
+genug. Haben Sie Dank dafür.«
+</p>
+
+<p>
+Er erhob sich und verließ sie. Mit glänzenden Augen
+sah sie ihm nach, sie hatte bemerkt, wie er ihre Veilchen im
+Knopfloch befestigte.
+</p>
+
+<pb n='199'/><anchor id='Pg199'/>
+
+<p>
+»Wie taktlos von dir!« redete Miß Lead, die ihren Platz
+dicht hinter Nellie hatte, dieselbe an und riß sie mit ihrer
+scharfen Stimme aus allen Himmeln. »Welch ein Betragen!
+Ich habe jedes Wort mit angehört. Schämst du dich nicht,
+einem Herrn Blumen anzubieten?«
+</p>
+
+<p>
+Als ob ein eisiger Wind plötzlich in eine kaum erschlossene
+Blütenknospe gefahren wäre, so wurde Nellies kurze Freude
+zerstört.
+</p>
+
+<p>
+»Habe ich ein Unrecht gemacht?« fragte sie geängstigt.
+»O bitte, Miß, sagen Sie, war ich ungeschickt? Wird Herr
+Doktor mich für unbescheiden halten?«
+</p>
+
+<p>
+Dieser Gedanke peinigte sie sehr und übergoß sie mit
+heißer Glut. Mit wahrer Angst wartete sie auf ein beruhigendes
+Wort und sah in der Lehrerin Gesicht, das indes nicht aussah,
+als ob sie zur Milde geneigt sei.
+</p>
+
+<p>
+»Jedenfalls wird er dich für sehr einfältig halten,« erwiderte
+sie unbarmherzig, »wenn er nicht vielleicht deine Handlungsweise
+zudringlich nennt.«
+</p>
+
+<p>
+»O nein, nein!« rief Nellie beinahe entsetzt, »er wird
+nicht so hart von sein Schüler denken!«
+</p>
+
+<p>
+»So, weißt du das so bestimmt?« quälte Miß Lead sie
+weiter, »du bist kein Kind mehr, dem man allenfalls dergleichen
+Taktlosigkeiten vergiebt, ein erwachsenes Mädchen darf
+niemals blindlings seinem Gefühle folgen!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich will bitten, daß er mir die Blumen wiedergiebt,«
+sagte Nellie tief beschämt.
+</p>
+
+<p>
+»Das darfst du nicht, wenn du dich nicht noch mehr
+bloßstellen willst. Du wirst schweigen und dich niemals wieder
+vergessen! Eine zukünftige Gouvernante muß jedes Wort,
+jeden Blick, und vor allem jede Handlung reiflich überlegen.
+Das merke dir!«
+</p>
+
+<p>
+Traurig sah Nellie nach diesem harten Verweise zu
+Boden. Dahin war ihre fröhliche Laune, sie hatte keine Lust
+mehr an dem Feste. Eine heiße Thräne tropfte ihr aus dem
+<pb n='200'/><anchor id='Pg200'/>Auge und fiel auf die Veilchen, die Urheber ihres Kummers.
+Sie brannten ihr förmlich in der Hand und am liebsten hätte
+sie dieselben weit von sich geschleudert. Still und einsilbig
+blieb sie den ganzen Abend, und sobald Doktor Althoff in
+ihre Nähe kam, wich sie ihm ängstlich aus. Es war ihr unmöglich,
+ihm in das Auge zu blicken. Miß Lead hatte ihre
+frohe Unbefangenheit zerstört.
+</p>
+
+<p>
+Als die Freundinnen sich nach dem Feste zur Ruhe begaben,
+saß Nellie ganz gegen ihre Gewohnheit noch einige
+Zeit sinnend da. »Du bist so still,« fragte Ilse, »was
+hast du?«
+</p>
+
+<p>
+»O nichts, nichts!« erwiderte Nellie schnell und erhob
+sich aus ihrer träumenden Stellung, »es ist gar nix!«
+</p>
+
+<p>
+Zum ersten Male verschwieg sie der geliebten Freundin die
+Wahrheit, sie vermochte es nicht, über ihren Kummer zu
+reden, und doch – was war es, das trotz allen Kummers ihr
+Herz schneller klopfen ließ und wie ein Frühlingswehen durch
+ihre Seele zog?
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Holunder und Maiblumen hatten ausgeblüht und die
+Rosen öffneten ihre duftigen Kelche. Nellie und Ilse wandelten
+nach dem Abendessen durch den Garten, und als sie
+im Gebüsch die Nachtigall schlagen hörten, blieben sie stehen
+und lauschten.
+</p>
+
+<p>
+»Wie süß!« rief Nellie, »komm, laß uns auf der Bank
+setzen und lauschen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie hielten sich beide umschlungen und sprachen kein
+Wort. Der herrliche, duftende Abend, der Mond, der silbern
+am Abendhimmel aufstieg, der schmelzende Gesang der Nachtigall
+weckten eine ahnungsvolle, nie gekannte Stimmung in
+ihren jungen Herzen.
+</p>
+
+<p>
+»O Ilse,« unterbrach Nellie mit einem Seufzer die
+feier<pb n='201'/><anchor id='Pg201'/>liche Stille, »wie bald gehst du fort und läßt mir allein zurück!
+Ich bin sehr traurig, wenn ich daran denke!«
+</p>
+
+<p>
+Auch Ilse war wehmütig und der Gedanke, von Nellie
+scheiden zu müssen, machte ihr das Auge feucht. Aber sie
+unterdrückte mutig die weiche Stimmung und versuchte, die
+Freundin zu trösten. »Es ist noch lange hin, bis ich die
+Pension verlasse,« sagte sie, »du weißt ja, daß meine Eltern
+meinen Aufenthalt bis zum ersten September verlängerten.
+Noch acht Wochen sind wir beisammen, Nellie, das ist noch
+eine sehr lange Zeit, denk’ einmal, acht volle Wochen!«
+</p>
+
+<p>
+Nellie schüttelte traurig den Kopf. »O nein, es ist nur
+sehr kurze Zeit,« erwiderte sie, »es sind auch nicht acht
+Wochen voll, du mußt ordentlich rechnen. Heute haben wir
+schon der siebente Juli, – macht bis zu der erste September
+vierundfünfzig Tage – fehlt also zwei volle Tag an der
+achte Woch –«
+</p>
+
+<p>
+Trotz ihres Kummers mußte Ilse lachen. »Du liebe,
+süße Nellie,« rief sie und küßte diese herzlich auf den Mund,
+»du bist doch immer komisch, selbst wenn du traurig bist!
+Weißt du, wir wollen uns das Herz nicht heute schon schwer
+machen mit dem Gedanken an unsre Trennung, wir gehen
+ja nicht für immer auseinander! Du besuchst mich bald,
+– ja?«
+</p>
+
+<p>
+Aber Nellie war einmal weich gestimmt heute abend und
+der Freundin Trost fand keinen Eingang in ihrem Herzen.
+Sie versuchte zwar die Thränen zu unterdrücken, aber sie
+brachen immer neu hervor. Ilse lehnte den Kopf an ihre
+Schulter und schwieg. In ihrem Innern kämpften der
+Schmerz und die Freude. Sie hätte so gern sich auf das
+Wiedersehen ihrer Lieben, besonders des kleinen Brüderchens,
+gefreut, sie vermochte es nicht ungetrübt, weil der Abschied von
+Nellie dazwischen stand. –
+</p>
+
+<p>
+»Hier sind sie! Kommt, hierher! Sie sitzen beide unter
+dem Holunderbusch!«
+</p>
+
+<pb n='202'/><anchor id='Pg202'/>
+
+<p>
+Keine andre als Grete war es, die durch ihren lauten Ruf
+die Träumenden aufschreckte. Unbemerkt war sie aus einem
+Seitenweg hervorgetreten und stand nun wie aus der Erde
+gewachsen vor ihnen.
+</p>
+
+<p>
+Ilse sprang auf und trat den andern Mädchen, die
+herbeigeeilt kamen, entgegen. Nellie trocknete verstohlen ihre
+Thränen und machte wieder ein heitres Gesicht.
+</p>
+
+<p>
+»Wir haben euch überall gesucht,« sagte Orla, »was
+macht ihr denn hier?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich glaube wahrhaftig, ihr schwärmt im Mondenschein,
+Kinder,« lispelte Melanie, »ihr macht so furchtbar schmachtende
+Augen alle beide, habt ihr geweint?«
+</p>
+
+<p>
+Grete mußte sich hiervon genau überzeugen, sie trat zu
+Nellie und sah sie neugierig prüfend an. »Du hast geweint,
+Nellie – und du auch Ilse –« behauptete sie entschieden.
+»Was habt ihr denn? Warum weint ihr?«
+</p>
+
+<p>
+»Um nix!« entgegnete Nellie ärgerlich über die unzarte
+Grete.
+</p>
+
+<p>
+»Um nichts weint man doch nicht,« fuhr dieselbe unbeirrt
+fort, »bitte, sagt es doch, warum ihr geweint habt.«
+</p>
+
+<p>
+»Laß deine zudringlichen Fragen,« verwies sie Flora,
+»und wenn sie dir sagen würden: ›Der silberne Mond, die
+duftenden Rosen, der entzückende Sommerabend, so recht zur
+Liebe und Traurigkeit geschaffen, haben unsern Herzen
+Wehmut und Thränen entlockt,‹ – würdest du das verstehen?
+Niemals! Denn du hast keinen Sinn für die
+höhere Sphäre – du bist zu prosaisch!« Sie begleitete
+ihre Worte mit einem schwärmerischen Aufschlag ihrer wasserblauen
+Augen.
+</p>
+
+<p>
+Floras hochtrabende Aeußerung stellte sofort die fröhlichste
+Stimmung her. Nellie vergaß ihr Herzeleid darüber
+und sagte lachend: »O Flora, was für ein zarter Seel’
+du hast! Sei bedankt du hoher Dichterin, du hast uns verstanden!«
+</p>
+
+<pb n='203'/><anchor id='Pg203'/>
+
+<p>
+»Kinder!« unterbrach Orla die Sprechenden, »nun hört
+auf mit euren Albernheiten, ich habe euch eine höchst wichtige
+Mitteilung zu machen!«
+</p>
+
+<p>
+Wichtige Mitteilung! Grete sperrte Mund und Nase
+auf und sah gespannt auf Orla, zu der sie sich ganz dicht
+herangedrängt hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Nicht hier!« fuhr diese fort, »folgt mir unter die
+Linde!«
+</p>
+
+<p>
+»Unter die Linde?« fragte Annemie ängstlich. »Laß
+uns doch hier, es ist ja schon dunkel unter dem alten, großen
+Baum!«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, und es ist schon spät, wir müssen uns eilen,« fiel
+die ebenfalls furchtsame Flora ein.
+</p>
+
+<p>
+»Mache dir keine Sorge darum, liebste Flora,« gab Orla
+zurück, »denn höre und staune: Weil heute mein Geburtstag
+ist, hat Fräulein Raimar auf dringendes Bitten die hohe
+Gnade gehabt, unsern Aufenthalt im Garten heute abend bis
+um zehn Uhr zu verlängern!«
+</p>
+
+<p>
+»Himmlisch! Furchtbar reizend! Zu nett!« u. s. w. rief
+es durcheinander und Grete machte sogar einen kleinen, ungeschickten
+Sprung in die Luft.
+</p>
+
+<p>
+»Also auf zur Linde!« kommandierte Orla und schlug
+den Weg dorthin ein.
+</p>
+
+<p>
+Ohne Gegenrede folgten ihr alle, in wenigen Augenblicken
+waren sie dort. Orla stieg auf eine Bank, die dicht
+am Stamme lehnte, schlug die Arme untereinander und sah
+schweigend auf die Mädchen herab, die einen dichten Halbkreis
+um sie bildeten und mit höchster Spannung auf sie
+blickten.
+</p>
+
+<p>
+»Meine lieben Freundinnen,« hub sie an, da raschelte
+es über ihnen in den Zweigen. Die Mädchen schraken zusammen.
+</p>
+
+<p>
+»Was war das?« fragte Annemie, »Gott, wenn sich im
+Baume jemand versteckt hätte!«
+</p>
+
+<pb n='204'/><anchor id='Pg204'/>
+
+<p>
+»Oder wenn ein Gespenst wieder seinen Spuk triebe!«
+sprach Melanie mit bebenden Lippen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie unheimlich ist es hier!« fiel Grete ein, »ich fürchte
+mich!«
+</p>
+
+<p>
+»So ein Gespenst mit großer Feuerauge und fliegender
+Haar,« meinte Nellie und stieß Ilse an, »o, es wäre
+furchtbar!«
+</p>
+
+<p>
+Orla stand ruhig und unerschrocken da, sie kannte keine
+Furcht. »Schämt euch!« rief sie den Zagenden zu, »seid ihr
+erwachsene Mädchen? Kann euch eine harmlose Fledermaus
+in die Flucht treiben? Geht zurück, wenn ihr euch fürchtet,
+für Kinder passen meine Worte nicht! Wollt ihr vernünftig
+sein?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja, ja!« tönte es zurück, zwar etwas zaghaft, aber
+die Neugierde trug doch den Sieg über die Furcht davon.
+</p>
+
+<p>
+»So hört mich an! Hier an dieser Stätte, unter dem
+Schutze unsrer geliebten Linde laßt uns einen Bund schließen,
+der uns in Freundschaft für das ganze Leben vereinen soll.
+Wie lange wird es dauern und wir verlassen die Pension,
+und das Schicksal zerstreut uns in alle Winde!«
+</p>
+
+<p>
+»In alle Winde!« wiederholte Flora halblaut.
+</p>
+
+<p>
+»Nun frage ich euch, soll uns dasselbe für immer trennen?
+Ich sage: nein! wir werden uns wiedersehen! Wir haben
+stets treu zusammengehalten, unsre Freundschaft darf nicht
+wie ein leerer Wahn verrauschen –«
+</p>
+
+<p>
+»Wie ein leerer Wahn verrauschen –« gab Flora als
+Echo zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Ruhig!« geboten die andern, »laß Orla sprechen!«
+</p>
+
+<p>
+»So frage ich euch denn: wollt ihr mit mir in diesem
+feierlichen Augenblicke geloben, daß ihr heute in drei Jahren
+zurückkehren wollt? Hier unter der Linde, am siebenten Juli,
+morgens elf Uhr, soll uns ein frohes Wiedersehen vereinen.
+Seid ihr mit meinem Vorschlage einverstanden?«
+</p>
+
+<p>
+»Ja!« rief es einstimmig und begeistert, »wir kommen!«
+</p>
+
+<pb n='205'/><anchor id='Pg205'/>
+
+<p>
+»Schwört einen Eid darauf!«
+</p>
+
+<p>
+Sie erhob drei Finger der rechten Hand und alle übrigen
+folgten ihrem Beispiele. Nur Rosi zögerte.
+</p>
+
+<p>
+»Es könnten doch Hindernisse eintreten, die eine Reise
+hierher unmöglich machten,« warf sie mit ihrer sanften
+Stimme ein.
+</p>
+
+<p>
+»Hindernisse, das heißt, nur wichtige Hindernisse heben
+den Eid auf!« erklärte Orla. »In diesem Falle ist die Ausbleibende
+verpflichtet, durch einen ausführlichen Brief den
+Grund ihres Eidbruches anzugeben. Beschwört auch das!«
+</p>
+
+<p>
+Wieder erhoben sich die Hände und diesmal zögerte Rosi
+nicht, sich dem Schwure anzuschließen.
+</p>
+
+<p>
+»Nun haben wir uns für ewig verbunden!« nahm Orla
+wieder das Wort, »und jede von uns wird ihren Eid halten,
+damit wir indes stets desselben gedenken, mache ich euch einen
+Vorschlag. Wir wollen zur Erinnerung an diese heilige
+Stunde einfache, silberne Ringe anfertigen lassen, die wir an
+dem kleinen Finger der linken Hand tragen. Jede von uns
+erhält einen solchen und trägt ihn bis zu ihrer Sterbestunde.«
+</p>
+
+<p>
+»Bis zu ihrer Sterbestunde!« sprach Flora langsam und
+elegisch nach.
+</p>
+
+<p>
+Die Ringidee wurde von allen reizend, famos und entzückend
+gefunden und mit Begeisterung angenommen. Orla,
+die von ihrem erhabenen Platze heruntergesprungen war, wurde
+umringt und mit schmeichelhafter Anerkennung überhäuft.
+Melanie prophezeite ihr geradezu eine große Zukunft als Rednerin,
+sie habe ›furchtbar reizend‹ gesprochen.
+</p>
+
+<p>
+Alle befanden sich übrigens in einer gehobenen Stimmung,
+sie fielen sich in die Arme, küßten sich und versicherten sich
+gegenseitig der zärtlichsten Freundschaft, die nur mit dem Tode
+enden könne.
+</p>
+
+<p>
+Sie glaubten ganz ernst an ihre Versprechungen, kein
+Zweifel vergiftete ihre unschuldsvolle Zuversicht. Der Mond
+lugte wischen den Zweigen hindurch und blickte wie
+<pb n='206'/><anchor id='Pg206'/>spottend mit einem Auge auf das rührende Schauspiel. Vielleicht
+verstand ihn der alte Baum, vielleicht bedeutete das
+leise Rauschen in seinem Wipfel die Antwort: Du Zweifler
+da oben, spotte nicht über die gläubigen Kinder. Weißt du
+nicht, daß es immer so war und immer so sein wird? Die
+Träume der Jugend gehören zur jungen Brust, wie der Tau
+zur Rose. Enttäuschung und Nüchternheit töten früh genug
+diese Blüten der kurzen Maienzeit.
+</p>
+
+<p>
+»Orla,« sagte Flora, als sie langsam in das Haus
+zurückkehrten, »auch ich möchte einen Vorschlag machen. Wenn
+eine von uns Freundinnen, die wir uns bis in den Tod verbunden
+haben, in den Bund der heiligen Ehe tritt, so soll
+es ihre Pflicht sein, ihre Genossinnen zu diesem hohen Feste
+einzuladen.«
+</p>
+
+<p>
+»Ja,« stimmte Orla bei, »das ist ein guter Gedanke,
+wir wollen denselben mit einem Handschlag besiegeln.«
+</p>
+
+<p>
+Sie schlossen einen Kreis und reichten sich die Hände,
+verzogen auch keine Miene dabei. Nur Ilse konnte das
+Lachen nicht lassen, die Hochzeitsgedanken kamen ihr gar zu
+komisch vor.
+</p>
+
+<p>
+»Ich trete zwar niemals in den Bund der heiligen Ehe,
+aber ich gebe doch mein Handschlag zu die Einladung,« neckte
+Nellie.
+</p>
+
+<p>
+»Spotte nicht über so ernste Dinge,« sprach Flora zürnend.
+»Wir sind nicht aufgelegt zu deinen Scherzen.«
+</p>
+
+<p>
+»O, ich scherz’ gar nix, aber wie soll ein arm’ häßlich
+Engländerin mit sehr viel Sommerspross’ auf der Nas’ ein
+Mann bekommen?«
+</p>
+
+<p>
+Diese komische Bemerkung verscheuchte den Ernst von
+den jugendlichen Stirnen und Scherz und Frohsinn kehrten
+zurück.
+</p>
+
+<p>
+Ehe sich Flora zur Ruhe begab, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+</p>
+
+<pb n='207'/><anchor id='Pg207'/>
+
+<p>
+»Welch ein großer, ereignisvoller Tag! O, ich zittere
+noch, wenn ich daran denke! Mondschein! Rosenduft! Linde!
+Sang der Philomele! Orla hinreißend gesprochen (Meine
+nächste Heldin Orla heißen!) Freundschaftsbündnis! Schwur!
+Hochzeitsversprechen! (Meine entzückende Idee!) Handschlag
+darauf! Wie heißt die Hochbeglückte, die zuerst denselben löst?
+Schicksal, du dunkles, laß mich den Schleier heben! Giebt
+es Ahnungen, sollt’ ich? –«
+</p>
+
+<p>
+Sie legte die Feder nieder, schloß das Buch und verbarg
+es tief in ihrem Kommodenkasten. Ihre Hand zitterte und
+ihre Gedanken verwirrten sich. Sie legte sich nieder und
+schlief ein. Träumend sah sie sich im Brautkranz und weißen
+Atlaskleide.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Die acht Wochen, oder wie Nellie sagte: »vierundfünfzig
+Tage«, waren vorübergegangen. Der erste September brach
+an. Nellie hatte die ganze Nacht nicht schlafen können vor
+Herzeleid, der Abschied von der geliebten Freundin raubte ihr
+die Ruhe. Auch Ilse war es gleich ergangen und es war
+rührend, wie beide Mädchen bemüht waren, ihre Schlaflosigkeit
+und ihre Thränen sich gegenseitig zu verbergen.
+</p>
+
+<p>
+Als der Morgen anbrach, hielt Nellie es nicht mehr
+aus. Sie stand auf, warf ihr Morgenkleid über und schlich
+an Ilses Bett.
+</p>
+
+<p>
+»Wachst du?« fragte sie, als dieselbe sie mit offenen
+Augen ansah, »das ist schön, nun können wir noch eine ganze
+Stunde plaudern, es hat eben Fünf geschlagen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie setzte sich auf Ilses Bettrand und ergriff deren beide
+Hände, und als sie aufblickte und Thränen in Ilses Augen
+schimmern sah, da war es aus mit ihrer künstlichen Fassung.
+Sie beugte sich zu der Freundin nieder und indem sich beide
+fest umschlungen hielten, vermischten sich ihre heißen Thränen.
+</p>
+
+<pb n='208'/><anchor id='Pg208'/>
+
+<p>
+»O, Ilse! Wie einsam wird es sein, wenn dein Bett
+leer ist! Oder wenn ein anderer Gesicht mir daraus ansieht,
+o, ich bin sehr, sehr traurig!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte sich aufgerichtet und drückte die Weinende
+innig an sich. Zu sprechen vermochte sie nicht, es war ihr
+zu weh.
+</p>
+
+<p>
+»Wir sehen uns bald wieder,« sprach sie endlich mit
+zitternder Stimme und versuchte Nellie zu trösten. »Du besuchst
+uns in Moosdorf; den ganzen Winter über wirst du
+bei uns bleiben.«
+</p>
+
+<p>
+Nellie schüttelte ungläubig den Kopf. »Das wird nix,
+ich werde nicht Erlaubnis bekommen zu ein so lang’ Besuch.
+Meine Zeit ist Ostern vorbei, dann heißt es: fort aus der
+Pension! Ich muß ein’ Stell’ annehmen und Kinder Unterricht
+geben. Aber ich weiß noch nicht viel und muß sehr
+fleißig lernen, Fräulein Raimar sagt es alle Tage.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber die Michaelisferien darfst du gewiß bei uns zubringen.
+Meine Eltern werden selbst an Fräulein Raimar
+schreiben und sie dringend darum bitten, sie wird es ihnen
+nicht abschlagen,« entgegnete Ilse.
+</p>
+
+<p>
+»Es geht nicht, ich muß lernen!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah die Freundin traurig und bedauernd an. »Wenn
+du wirklich eine Gouvernante werden mußt, Nellie, so versprich
+mir fest, daß du all’ deine Ferien bei uns in Moosdorf
+zubringen willst. Meine Heimat soll auch die deinige
+sein.«
+</p>
+
+<p>
+Mit einem Handschlage wurde dies Versprechen besiegelt.
+»Du bist sehr gut, Ilse, ich werde nie wieder ein Mädchen
+lieben wie dir. Vergiß mir nie! Sieh dieser klein’ silbern’
+Ring recht oft an und denk’ dabei immer an dein’ Nellie,
+die in Einsamkeit zurückgeblieben ist.«
+</p>
+
+<p>
+»Nicht einsam,« tröstete Ilse, »sie haben dich alle so lieb
+im Institute.«
+</p>
+
+<pb n='209'/><anchor id='Pg209'/>
+
+<p>
+»Und wenn ich fort bin, aus der Auge, aus der Sinn,
+dann bin ich fremd für sie.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, Nellie, du wirst Fräulein Raimar und Fräulein
+Güssow nie eine Fremde sein!« entgegnete Ilse mit vollster
+Ueberzeugung. »Sie haben dich furchtbar lieb!«
+</p>
+
+<p>
+»O ja, ich weiß; aber sie sind nicht mehr in Jugend
+und werden mir nie verstehn, wie du. Sie haben vergessen,
+wie man ein dumm’ Streich macht! Denkst du noch an der
+Apfelbaum?«
+</p>
+
+<p>
+Die Erinnerung an diese lustige Fahrt trocknete ihre
+Thränen und rief ein fröhliches Lächeln auf ihre Lippen.
+Jede geringe Kleinigkeit durchlebten sie in Gedanken noch einmal.
+Die Spukgeschichte. Miß Lead in ihrem wunderbaren
+Aufzuge. Die Stiefelspitze, die sie beinahe verriet, ach, und
+die Angst, die sie ausgestanden! – »Und es war doch schön!«
+rief Nellie aus, »ich wünsche, daß wir noch einmal alles
+machen könnten!«
+</p>
+
+<p>
+»Wenn du nach Moosdorf kommst,« sagte Ilse, »dann
+wollen wir in die Bäume klettern nach Herzenslust! Du
+wirst es bald lernen! O, es wird dir bei uns gefallen!
+Wir haben ein großes, schönes Wohnhaus mit Türmchen und
+Söllern, fast wie ein Schloß. Du wirst dein Zimmer dicht
+neben mir haben, das ist doch reizend, nicht wahr? Ich
+fahre dich alle Tage mit meinen Ponies spazieren, und Hunde
+haben wir zum Entzücken!«
+</p>
+
+<p>
+So plauderte Ilse von der Heimat und schilderte der
+Freundin lebhaft und feurig die dortigen Herrlichkeiten. Auf
+diese Weise kamen sie für den Augenblick über das Weh des
+Abschieds hinweg, die Aussicht auf ein nicht allzufernes Wiedersehen
+versüßte ihren herben Trennungsschmerz. –
+</p>
+
+<p>
+Wenige Stunden später stand Ilse reisefertig vor Fräulein
+Raimar und sagte ihr Lebewohl. Die Vorsteherin hielt
+sie im Arme und redete liebevoll auf sie ein.
+</p>
+
+<pb n='210'/><anchor id='Pg210'/>
+
+<p>
+»Es thut mir leid, daß dein Vater verhindert ist, dich
+abzuholen,« sagte sie, »nun mußt du die weite Reise allein
+machen! Gern hätte ich ihn auch noch einmal gesprochen
+und mancherlei mitgeteilt, was ich nun schriftlich thun mußte.
+Wie erstaunt wird er sein, wenn er dich wiedersieht, er wird
+die frühere Ilse gar nicht wieder erkennen! Weißt du wohl
+noch, wie ungern du damals zu uns kamst?«
+</p>
+
+<p>
+»Verzeihen Sie mir,« bat Ilse unter Thränen, »und
+vergessen Sie, wenn ich Sie kränkte!«
+</p>
+
+<p>
+»O, rede nicht davon! Du bist uns allen eine liebe
+Schülerin geworden und ungern sehen wir dich scheiden. Ich
+hoffe, du schreibst mir zuweilen, liebe Ilse, und giebst mir
+Nachricht, ob du gute Fortschritte in der Musik und besonders
+im Zeichnen machst. Ich habe den Papa gebeten in diesem
+Briefe,« sie übergab Ilse denselben, »daß er dir noch in
+einigen Fächern Nachhilfe geben lassen möge, besonders möge
+er für einen tüchtigen Lehrer im Zeichnen sorgen, da du viel
+Talent dazu habest.«
+</p>
+
+<p>
+Fräulein Güssow trat ein und meldete, daß der Wagen
+vor der Thüre stehe, sie und Nellie begleiteten Ilse zur
+Bahn.
+</p>
+
+<p>
+»Leb wohl denn, mein Kind,« sagte die Vorsteherin, »und
+wenn du einmal Sehnsucht nach der Pension bekommen
+solltest, so kehre zu uns zurück, jederzeit wirst du uns von
+Herzen willkommen sein.«
+</p>
+
+<p>
+Im Hausflur standen die Freundinnen versammelt. Sie
+umringten die Scheidende und reichten ihr Blumensträuße.
+Natürlich küßten und herzten sie sich unter Thränen.
+</p>
+
+<p>
+»Vergiß uns nicht!« »Schreib bald!« »Ich habe dich
+furchtbar lieb gehabt!« so und ähnlich klang es durcheinander,
+und ehe Ilse in den Wagen stieg, flüsterte Flora ihr zu:
+»Gedenke deines Schwurs!«
+</p>
+
+<p>
+»Die Blumen werden dir lästig sein unterwegs, Ilse,«
+meinte Fräulein Güssow, die bereits mit Nellie im Wagen
+<pb n='211'/><anchor id='Pg211'/>Platz genommen hatte, »laß sie zurück und nimm aus jedem
+Strauße nur einige Blümchen mit.«
+</p>
+
+<p>
+Aber welches junge Mädchen würde auf diesen vernünftigen
+Vorschlag eingegangen sein! Eine Abreise ohne Strauß
+ist gar keine richtige Abreise nach heutigem Begriffe. Natürlich
+schüttelte Ilse den Kopf und sah das Fräulein bittend
+an. »Ich möchte sie so gern alle mitnehmen,« sagte sie.
+</p>
+
+<p>
+»Aber wie?« Darauf gab Rosi die Antwort. Sie
+hatte ein offenes Körbchen herbeigeholt und legte den ganzen
+Blumenvorrat vorsichtig hinein.
+</p>
+
+<p>
+Und nun zogen die Pferde an; noch ein »Lebewohl«,
+ein letzter Abschiedsblick, ein Grüßen mit dem Tuche und
+hinter ihr lag die Stätte, an der sie eine glückliche und lehrreiche
+Zeit verlebt. Ilse lehnte sich im Wagen zurück und
+weinte laut.
+</p>
+
+<p>
+Als die Damen am Bahnhofgebäude anlangten, war der
+Zug soeben eingefahren. Er hatte fünfzehn Minuten Aufenthalt
+und Fräulein Güssow hatte Zeit, ein passendes Koupee
+für Ilse auszusuchen.
+</p>
+
+<p>
+»Wo ist ein Damenkoupee? fragte sie den Schaffner, »diese
+junge Dame fährt nach W.«
+</p>
+
+<p>
+»Hier! hier!« rief es aus dem Fenster eines Koupees
+hinter ihr, »hier können junge, hübsche Damen Platz
+nehmen!«
+</p>
+
+<p>
+Das Fräulein wandte den Kopf und blickte in ein fröhliches
+Studentenangesicht. Das Cereviskäppchen saß ihm keck
+auf einem Ohre und kaum geheilte »Schmisse« schmückten
+Kinn und Wange. Hinter ihm standen noch einige andre
+Studenten und lachten zu dem Scherze ihres Freundes. Laut
+und ungeniert bewunderten sie die jungen Mädchen.
+</p>
+
+<p>
+»Entzückend! Wunderbar! Fortuna mit dem Füllhorne!«
+riefen sie den Damen nach, die sich eilig entfernten.
+– Fräulein Güssow ergriff unwillkürlich Ilses Hand, die
+hocherrötet war.
+</p>
+
+<pb n='212'/><anchor id='Pg212'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img212.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Wie unverschämt!« sagte sie entrüstet, »wie konnten sie
+das wagen! Ach Ilse, ich bin in Sorge um dich!« – Und
+sie ließ einen recht besorgten Blick über das junge Mädchen
+hingleiten, das in seinem schottischen Reisekleide, dem passenden
+Barett mit blau schillerndem Flügel an der Seite, überaus
+lieblich aussah. – »Du reistest noch niemals allein, und jetzt
+mußt du ohne Schutz die lange Fahrt machen. Wenn doch
+dein Papa dich abgeholt hätte!«
+</p>
+
+<pb n='213'/><anchor id='Pg213'/>
+
+<p>
+»Das war nicht möglich!« entgegnete Ilse. »Er mußte
+daheim bleiben, um Mamas einzigen Bruder, der zehn Jahr
+in der Welt umhergereist ist, heute zu begrüßen. Ich habe
+ihn selbst darum gebeten, als er mir schrieb, daß er trotzdem
+kommen wolle. Ich bin auch gar nicht ängstlich, es ist ja
+heller Tag. Papa hat mir auch die ganze Reiseroute so genau
+aufgeschrieben, daß ich mich nicht irren kann.«
+</p>
+
+<p>
+»Lies mir das noch einmal vor,« sagte Fräulein Güssow.
+»Ich möchte dich gern mit meinen Gedanken begleiten. Du,
+Nellie, könntest indessen Ilses Handgepäck in das Koupee
+legen.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse nahm aus einem roten Ledertäschchen, das sie
+an ihrem Gürtel befestigt an der Seite trug, einen Brief
+und las:
+</p>
+
+<p>
+»Um elf Uhr Abfahrt von dort, um zwei Uhr Ankunft
+in M. Bis drei Uhr Aufenthalt daselbst. Dann Weiterfahrt
+<hi rend='gesperrt'>ohne umzusteigen</hi> bis Lindenhof. Um fünf Uhr langst du
+dort an, steigst aus und wirst von meinem alten Freunde,
+Landrat Gontrau mit seiner Frau, empfangen. Sie nehmen
+dich mit hinaus nach Lindenhof, wo du, auf ihre dringenden
+Bitten, übernachtest.
+</p>
+
+<p>
+»Am andern Mittag fährst du weiter und Gontrau hat
+mir versprochen, dich sicher zur Bahn zu befördern und alles
+Nötige für deine Weiterreise zu besorgen.
+</p>
+
+<p>
+»Vergiß nicht, eine Photographie von mir in die Hand
+zu nehmen; Gontraus, denen du ja unbekannt bist, werden
+dich daran erkennen.«
+</p>
+
+<p>
+»Hast du das Bild?« fragte das Fräulein, und als
+Ilse bejahte, gab sie derselben noch mancherlei gute Lehren
+mit auf den Weg. »Ich weiß, du bist verständig und wirst
+auch vorsichtig sein, aber du bist noch unerfahren und kennst
+die Welt und die Menschen nicht; – es giebt Leute, die gar
+zu gern unsre ganzen Lebensverhältnisse herauslocken möchten
+und höchst geschickt zu fragen verstehen; weiche ihnen soviel
+<pb n='214'/><anchor id='Pg214'/>wie möglich aus und sei höchst vorsichtig in deinen Aeußerungen.
+Für alle Fälle warne ich dich aber, in keiner Weise
+eine Aufmerksamkeit oder eine Gefälligkeit, wenn sie dir überflüssig
+erscheint, von einem Herrn, sei er jung oder alt, anzunehmen.
+Folge nur stets deiner zurückhaltenden Natur,
+liebes Herz, dann wirst du auch das Rechte thun.«
+</p>
+
+<p>
+»Einsteigen!« rief der Schaffner und unterbrach die liebevollen
+Ermahnungen der jungen Lehrerin. Weinend umarmte
+Ilse dieselbe, und alles, was sie an Liebe und Dankbarkeit
+für dieselbe empfand, stammelte sie in zwei Worten mühsam
+hervor: »Dank – Dank –«
+</p>
+
+<p>
+»Leb’ wohl denn, mein geliebtes Kind!« entgegnete diese
+und schloß ihr den Mund mit einem innigen Kusse.
+</p>
+
+<p>
+Und Nellie? Der Abschied von ihr war der schwerste
+Augenblick für Ilse. »Behalt’ mir lieb,« bat sie kaum hörbar
+und sah dabei so unglücklich aus, als ob das Glück für
+immer von ihr scheide. Und Ilse hielt sie fest umschlungen
+und vermochte kein Wort hervorzubringen, – dann riß sie
+sich los und stieg ein.
+</p>
+
+<p>
+Im letzten Augenblicke stieg noch eine alte Dame mit
+weißen Locken ein. Sie war ganz außer Atem von dem
+eiligen Gehen und schien etwas ängstlich und unbeholfen zu
+sein. Fräulein Güssow war ihr beim Einsteigen behilflich
+und als der Schaffner ihr Billett koupierte, erfuhr sie zu ihrer
+großen Freude, daß die Dame und Ilse die gleiche Reisetour
+hatten. Sie richtete die herzliche Bitte an dieselbe, daß sie
+das junge Mädchen unter ihren Schutz nehmen möge. Mit
+größter Liebenswürdigkeit versprach dies die Dame.
+</p>
+
+<p>
+Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ilse lehnte
+zum Fenster hinaus und grüßte mit dem Tuch die Zurückbleibenden.
+– Schmerzlich bewegt blickte Fräulein Güssow
+dem Zuge nach, es war ihr, als ob er ein Stück von ihrem
+Herzen mit sich nähme! Noch nie hatte sie mit so vieler Liebe
+und Hingebung sich der Erziehung einer Schülerin gewidmet,
+<pb n='215'/><anchor id='Pg215'/>noch nie hatte sie sich durch den glücklichen Erfolg so belohnt
+gefühlt. – Nun ging sie fort und wer konnte sagen, ob sie
+das Kind je wiedersehen werde?
+</p>
+
+<p>
+»Komm,« wandte sie sich der laut schluchzenden Nellie zu,
+»wir wollen gehen!« Und sie zog Nellies Arm durch den
+ihrigen und sprach tröstende Worte zu ihr – und hatte doch
+selbst ein so tiefbetrübtes Herz.
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Im Flug entführte der Dampfwagen Ilse dem Orte, den
+sie unter so verschiedenartigen Gefühlen betreten und wieder
+verlassen hatte. Reichlich flossen ihre Thränen. Sie hielt das
+Tuch gegen die Augen gedrückt und die liebliche Gegend, an
+der sie vorüberfuhr, die Berge, die ihr vertraute Bekannte
+geworden, erhielten keinen Abschiedsgruß von ihr. Ein Sonnenstrahl
+stahl sich zum Fenster hinein, fiel auf ihr lockiges Haar
+und färbte es golden, aber Trost in ihrem Kummer vermochte
+er ihr nicht zu bringen.
+</p>
+
+<p>
+Die Dame sah teilnehmend auf die Weinende, aber sie
+störte sie nicht in ihrem Schmerze. Erst als sie bemerkte, daß
+Ilse ruhiger wurde, knüpfte sie ein Gespräch mit ihr an.
+</p>
+
+<p>
+»Ich verstehe Ihren Kummer wohl, liebes Kind,« sagte
+sie herzlich, »und kann Ihnen nachempfinden, wie Ihnen um
+das Herz ist. So ein Abschied von der Pension ist ein wichtiger
+Abschnitt, es thut weh, von den Freundinnen scheiden
+zu müssen, die man lieb gewonnen hat, – aber Kind, so gar
+trostlos müssen Sie das alles nicht ansehen. Die Trennung
+ist ja nicht für das ganze Leben, die Freundinnen werden
+Sie in Ihrer Heimat besuchen. Es ist wohl schön in Ihrer
+Heimat?«
+</p>
+
+<p>
+Das war eine Frage zur rechten Zeit. Ilses Kinderaugen
+lachten noch unter Thränen die Fragerin an. Sie fing
+an, lebhaft zu erzählen, ihre Gedanken kehrten in das
+Eltern<pb n='216'/><anchor id='Pg216'/>haus zurück, und zum erstenmale dachte sie seit längerer Zeit
+mit ungetrübter Sehnsucht an dasselbe.
+</p>
+
+<p>
+»Wie werden Sie sich freuen, die Eltern wiederzusehen!«
+fuhr die Dame fort, die großes Wohlgefallen an dem jungen
+Mädchen fand.
+</p>
+
+<p>
+»O sehr, sehr!« entgegnete Ilse, »und besonders freue
+ich mich auf den kleinen Bruder, den ich noch gar nicht kenne!
+Ich habe sein Bild bei mir, darf ich es Ihnen zeigen?«
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img216.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Sie nahm eine Ledertasche von oben herab, öffnete dieselbe
+und nahm ein Album daraus hervor.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist er!« sagte sie und zeigte mit Stolz auf einen
+kleinen, dicken Buben, der im Hemdchen photographiert war.
+</p>
+
+<p>
+»Ein schönes Kind!« bewunderte die Dame, »und ist das
+Ihre Mama, die den Kleinen auf dem Schoße hält?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse bejahte. »Hier ist mein Papa,« fuhr sie fort und
+holte sein Bild aus dem Saffiantäschchen. Was war
+natür<pb n='217'/><anchor id='Pg217'/>licher, als daß sie bei dieser Gelegenheit erzählte, daß ihr das
+Bild zum Erkennungszeichen dienen solle, wenn Gontraus sie
+empfangen würden.
+</p>
+
+<p>
+»Gontrau?« fragte die alte Dame, »Landrat Gontrau?
+Das sind ja liebe Bekannte von mir. Mein Mann, Sanitätsrat
+Lange, ist seit langen Jahren Arzt in ihrem Hause! Wir
+wohnen in L., das ist die nächste Station von Lindenhof.
+Wie sich das wunderbar trifft! Nun stecken Sie das Bild
+Ihres Papas nur getrost ein, wir haben es nicht mehr nötig;
+jetzt werde ich Sie meinen Freunden zuführen! So viel
+Zeit habe ich bei meinem kurzen Aufenthalte!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse war sehr erfreut über diesen wunderbaren Zufall,
+und im Geplauder mit der liebenswürdigen, feingebildeten
+Frau Rat verging ihr die Zeit mit Windesschnelle. Sie war
+ganz erstaunt, als der Schaffner das Koupee öffnete und
+hineinrief: »Station M.! Sie müssen aussteigen, meine
+Damen!«
+</p>
+
+<p>
+»Schon!« rief Ilse und griff nach ihren Sachen.
+</p>
+
+<p>
+Frau Rat hatte sich auch erhoben und suchte ihr Handgepäck
+zusammen. Es geschah alles mit ängstlicher Hast, ihre
+Hände zitterten etwas in nervöser Aufregung. Eine Ledertasche,
+die sie von oben herabnahm, entfiel ihrer Hand. Das
+Schloß an derselben sprang auf und verschiedene kleine Gegenstände
+kollerten auf den Boden.
+</p>
+
+<p>
+»O Gott!« rief sie erschrocken, »was habe ich da gemacht!«
+– Sie wollte sich bücken und ließ eine Schachtel
+dabei fallen.
+</p>
+
+<p>
+»Bitte, lassen Sie mich alles besorgen!« beruhigte sie
+Ilse. Schnell hatte sie alles aufgesucht und wieder in die
+Tasche gethan. Das Portemonnaie der Frau Rat, das sich
+ebenfalls unter den herausgefallenen Dingen befand, steckte sie
+tief hinein in die Tasche, verschloß dieselbe vorsichtig und gab
+sie der geängsteten Dame in die Hand.
+</p>
+
+<pb n='218'/><anchor id='Pg218'/>
+
+<p>
+»So,« sagte sie, »nehmen Sie das an sich, für Ihre
+übrigen Sachen werde ich Sorge tragen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie legte sämtliches Handgepäck zusammen auf den Sitz,
+stieg dann hinaus, ließ sich dasselbe von der Dame zureichen,
+übergab es einem bereitstehenden Packträger und half endlich
+der Frau Rat vorsichtig die hohen Stufen hinabsteigen.
+</p>
+
+<p>
+»Danke, danke, liebes Kind,« sagte diese. »Wie umsichtig
+und verständig Sie alles besorgen! Ich hätte das bei Ihrer
+Jugend kaum erwartet.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse wunderte sich selbst darüber, wer weiß aber, ob
+ihre Selbständigkeit sich so plötzlich entwickelt hätte, wenn die
+hilflose Art und Weise ihrer Begleiterin dieselbe nicht herausgefordert
+hätte. – Ganz stolz hob sie den Kopf bei diesem
+Lobe und wünschte: wenn Fräulein Güssow doch gleich dasselbe
+hören könnte! Sie hatte so große Besorgnisse gehabt,
+und jetzt war sie Beschützerin, anstatt daß sie beschützt wurde!
+– Es war wirklich ein recht erhebendes Gefühl für sie, leider
+nicht von langer Dauer!
+</p>
+
+<p>
+Als sie mit Frau Rat langsam dem Stationsgebäude
+zuschritt, hörte sie laute Zurufe aus einem Koupee des noch
+haltenden Zuges. Ein flüchtiger Blick und sie hatte sofort die
+Studenten erkannt. Ganz ängstlich ergriff sie den Arm der
+Dame, denn in diesem Augenblick war all ihre frohe Sicherheit
+geschwunden und sie fühlte sich recht eines Schutzes
+bedürftig.
+</p>
+
+<p>
+»Leb wohl – leb wohl – du süße Maid! – Nur
+einen Abschiedsblick, reizendes Lockenköpfchen!« riefen die Uebermütigen,
+und als der Zug schon im Weiterfahren war, warf
+einer von ihnen ihr eine herrliche Rose zu, sie fiel gerade zu
+ihren Füßen.
+</p>
+
+<p>
+Ilse wandte sich ab, sie wußte vor Scham und Verlegenheit
+nicht, wohin sie den Blick wenden sollte.
+</p>
+
+<p>
+»Kannten Sie die jungen Herren?« fragte Frau Rat. –
+</p>
+
+<pb n='219'/><anchor id='Pg219'/>
+
+<p>
+Ilse verneinte und erzählte, daß sie dieselben zum ersten
+Male bei ihrer Abreise gesehen.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, das ist lustiges Blut!« meinte Frau Rat. »Die
+ganze Welt gehört ihnen und man darf es ihnen nicht übel
+nehmen, wenn sie sich mehr herausnehmen als andre. –
+Wollen Sie die Rose nicht aufnehmen, Kind?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse hatte wohl den Wunsch, aber sie schüttelte doch den
+Kopf. »Ich darf nicht,« sagte sie, und Fräulein Güssows
+Worte: »keine Aufmerksamkeit von einem Herrn anzunehmen,«
+standen mahnend vor ihrer Seele. – Der Werfer fuhr freilich
+auf und davon und niemals hätte er erfahren, ob sie die
+Rose nahm oder nicht, – trotzdem schwankte sie nicht, ihre
+Gewissenhaftigkeit und das eigne Bewußtsein waren die
+Wächter, die sie zurückhielten.
+</p>
+
+<p>
+Frau Rat verstand sofort Ilses Benehmen und freute
+sich über ihr Taktgefühl. »Sie haben recht, Kind,« sagte sie,
+»und eigentlich beschämen Sie mich etwas. Aber ich dachte
+nicht gleich daran, wer die Blume geworfen hat. Ich sah das
+herrliche Prachtexemplar im Staube liegen und es that mir
+leid um die unschuldige Rose.«
+</p>
+
+<p>
+Nach einer Stunde Aufenthalt fuhren die Damen weiter.
+Ilse hatte die Zeit benützt, eine Korrespondenzkarte an Fräulein
+Güssow zu schreiben. Als sie schrieb, meldete sich der
+Abschiedsschmerz aufs neue. Es verwischten sogar einige
+Thränen die frische Schrift; aber sie meldete, daß ihr die Reise
+bis jetzt furchtbar schnell vergangen sei, und Frau Rat wäre
+eine zu entzückende Frau.
+</p>
+
+<p>
+Die Erwähnte dachte ungefähr ebenso von ihrer jungen
+Reisegefährtin. Sie hatte in der kurzen Zeit eine warme Zuneigung
+zu derselben gefaßt. Ilse war so ganz anders als
+all die jungen Mädchen ihrer Bekanntschaft. Sie verglich sie
+mit einem sprudelnden Waldquell, dessen Wasserspiegel bis auf
+den klaren Grund sehen läßt. Wahr und offen und doch nicht
+geschwätzig, natürlich und ohne jede Ziererei. Und doch, wie
+<pb n='220'/><anchor id='Pg220'/>hübsch war die Kleine! – Frau Rat blickte mit innerer Freude
+in Ilses rosiges Gesicht, in ihre braunen Augen, die ein so
+getreuer Spiegel ihrer Seele waren; die sie traurig und
+thränengefüllt, fröhlich und schelmisch aufleuchten sah, und
+deren dunkle Wimpern sich sittsam senkten, als übermütige
+Studenten ihr huldigen wollten.
+</p>
+
+<p>
+»Nun sind wir in wenigen Minuten in Lindenhof und
+müssen uns trennen,« sagte Frau Rat. »Es thut mir von
+Herzen leid, ich habe Sie sehr lieb gewonnen. Versprechen
+Sie mir fest, mich zu besuchen, wenn der Zufall Sie in die
+Nähe von L. führen sollte.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse versprach das gern und gestand, daß auch ihr das
+Scheiden schwer werde. Frau Rat hätte so ›himmlisch‹ verstanden,
+sie zu trösten.
+</p>
+
+<p>
+»Da sind wir schon!« rief Frau Rat und steckte den
+Kopf zum Fenster hinaus, um sich nach Gontraus umzusehn.
+Sie waren nicht zu erblicken. Einige Bauernfrauen standen
+wartend mit ihren Tragkörben da, sie wollten mit dem Zuge
+weiterfahren, das war alles. – Ilse hatte auch hinausgeschaut
+und als sie niemand anwesend sah, der sie erwartete, wurde
+es ihr recht bange.
+</p>
+
+<p>
+»Ach!« seufzte sie, »was fange ich nun an! Ich bin
+ganz verlassen hier! Lassen Sie mich mit Ihnen weiterfahren,
+liebe Frau Rat, und nehmen Sie mich für die eine Nacht auf.
+Bitte, bitte!«
+</p>
+
+<p>
+»Wie gern thäte ich das, mein Kind; aber das wäre
+gegen die Bestimmung Ihrer Eltern. Gontraus werden noch
+kommen, auf jeden Fall! Sie haben sich etwas verspätet, Sie
+können es glauben. Was würden sie sagen, wenn Fräulein
+Ilse davongeflogen wäre?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse seufzte schwer und stieg aus. Ihr Gepäck, auch die
+Blumen, die trotz des häufigen Besprengens mit frischem
+Wasser die Köpfchen traurig hängen ließen, hatte sie aus dem
+<pb n='221'/><anchor id='Pg221'/>Koupee gehoben, – nun stand sie da und sah sich hilflos nach
+beiden Seiten um.
+</p>
+
+<p>
+»Machen Sie nicht ein so trostloses Gesicht, liebes Kind,«
+beruhigte die alte Dame, »es wäre ja noch immer kein Unglück,
+wenn Gontraus durch irgend ein Mißverständnis Sie
+heute nicht erwarteten! In diesem Falle bestellen Sie einen
+Wagen im Stationsgebäude und fahren nach Lindenhof hinaus.
+In einer guten Stunde sind Sie dort, und daß Sie bei den
+lieben Menschen mit offnen Armen empfangen werden, dafür
+stehe ich ein.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nein! das thue ich nicht! Das würde ich nicht
+wagen!« rief Ilse ganz erschrocken. »Ich weiß ja gar nicht,
+ob man mich haben will! Ich kann doch nicht unbekannten
+Leuten in das Haus fallen!«
+</p>
+
+<p>
+Es leuchtete so etwas vom alten Trotze dabei aus ihren
+Augen und die Oberlippe kräuselte sich in verdächtiger Weise.
+Frau Rat lächelte über den jugendlichen Ungestüm.
+</p>
+
+<p>
+»Man will Sie haben, und fremde Leute sind es auch
+nicht, zu denen Sie kommen, kleine Ungeduldige,« sprach sie
+scherzhaft. »Der Landrat ist ein sehr guter Freund Ihres
+Vaters.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse konnte sich nicht dabei beruhigen, sie wurde sogar
+noch niedergeschlagener.
+</p>
+
+<p>
+Als Frau Rat bemerkte, daß sie nur noch fünf Minuten
+beisammen sein würden, füllten sich ihre Augen mit
+Thränen.
+</p>
+
+<p>
+»Gehen Sie einmal schnell um das Gebäude, dort können
+Sie die ganze Chaussee überblicken, die nach dem Rittergute
+führt. Vielleicht sehen Sie den Wagen kommen.«
+</p>
+
+<p>
+Sie that, wie ihr geraten wurde. Im vollen Laufen
+öffnete sie das Saffiantäschchen und nahm Papas Bild heraus.
+»Es ist zwar doch vergeblich,« dachte sie, »aber ich will es
+für alle Fälle in die Hand nehmen.«
+</p>
+
+<pb n='222'/><anchor id='Pg222'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img222.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Kaum hatte sie sich entfernt, kaum war sie links um das
+Haus gegangen, als von der andern Seite desselben ein junger,
+schlanker Mann mit leichtem, elastischen Schritt eilig hervortrat.
+Sein Auge glitt suchend über den Perron, dann ging
+er dicht an dem Zuge entlang und spähte forschend in jedes
+Koupee. Frau Rat hatte ihn sofort entdeckt und ihre Züge
+verklärten sich, – der Suchende war niemand anders als der
+Sohn des Landrats. »Leo! Leo!« rief sie ihn an, »komm,
+schnell! Wo sind deine Eltern? Du suchst sie, nicht wahr?
+Ich bin mit ihr gefahren – sie ist ein reizendes, junges Mädchen!
+Frisch wie eine Waldblume, sage ich dir. Dort ist sie
+um das Haus gegangen!«
+</p>
+
+<p>
+»Was für eine Waldblume meinst du, Tante Rat?«
+fragte der junge Mann etwas erstaunt und sah mit seinen
+<pb n='223'/><anchor id='Pg223'/>offenen, klugen Augen die Angeredete, die sehr schnell und
+mit lebhaften Gesten gesprochen hatte, an. »Von wem
+sprichst du?«
+</p>
+
+<p>
+»Von ihr – von ihr!« rief sie zurück. »Von Ilse, die
+ihr erwartet,« wollte sie eigentlich sagen, aber der Name fiel
+ihr im Augenblick nicht ein; das betäubende Läuten der Glocke,
+die das Zeichen zur Abfahrt gab, machte sie nervös und verwirrte
+sie, es kam noch hinzu, daß der junge Mann ihren
+Worten wenig Aufmerksamkeit schenkte und immer auf dem
+Sprunge stand, sie zu verlassen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich muß dich verlassen, Tante!« sagte er denn auch,
+»ich muß mich nach einem Kinde umsehen, das ich mit diesem
+Zuge erwarte –«
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist es! Sie ist es!« rief sie lebhaft, aber er hörte
+ihre Worte nicht mehr, sondern von neuem ging er suchend
+den Zug entlang.
+</p>
+
+<p>
+»Haben Sie ein allein reisendes Kind bemerkt – und
+ist dasselbe vielleicht hier ausgestiegen?« fragte er einen
+Schaffner.
+</p>
+
+<p>
+»Nein!« antwortete dieser und schwang sich auf seinen
+hohen Sitz hinauf, denn der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
+</p>
+
+<p>
+Als Frau Rat an ihm vorüberfuhr, rief sie ihm einige
+Worte zu, leider vergeblich, er verstand sie nicht.
+</p>
+
+<p>
+Assessor Gontrau blieb stehen, etwas ratlos und nachdenklich.
+Der Oberamtmann Macket hatte seinen Vater gebeten,
+daß er sofort bei Ilses Ankunft telegraphieren möge,
+ob sie glücklich angekommen sei. Was sollte er jetzt thun?
+Es blieb ihm nichts andres übrig, als eine Depesche abzusenden
+mit den Worten: »Nicht angekommen!«
+</p>
+
+<p>
+Eben im Begriffe, sich zu diesem Zwecke in das Bureau
+zu begeben, fiel sein Blick auf einen Brief, der auf der Erde
+dicht vor ihm lag. Er hob ihn auf und las die Aufschrift
+auf dem geöffneten Kouvert. Nicht wenig erstaunte er, als
+<pb n='224'/><anchor id='Pg224'/>er die Adresse las: »Fräulein Ilse Macket,« – sonderbar!
+Der Schaffner und die Leute hier haben kein Kind aussteigen
+sehen und doch muß es angekommen sein!
+</p>
+
+<p>
+»Wissen Sie nicht, wer den Brief verloren hat?« wandte er
+sich an eine Frau, die einen kleinen Obststand in der Nähe hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Gesehen habe ich es gerade nicht,« meinte die, »aber
+ein junges Fräulein mit Locken hat ihn gewiß mit aus der
+Tasche gezogen. Ich sah, daß sie etwas herausnahm. Die
+dort war es,« unterbrach sie sich plötzlich und zeigte auf Ilse,
+die um das ganze Haus gegangen war und von der entgegengesetzten
+Seite gerade hervortrat, als der Zug abfuhr.
+</p>
+
+<p>
+Ihre alte Freundin grüßte noch einmal zärtlich zum
+Fenster hinaus, machte auch allerhand bedeutungsvolle Zeichen,
+winkte nach der andern Seite zu Leo hinüber, – Ilse verstand
+nichts von allem.
+</p>
+
+<p>
+Höchst unglücklich stand sie da und blickte dem Zuge nach,
+der ihre einzige Bekannte hier in die Ferne führte. »Nun
+bin ich verlassen!« sprach sie für sich, »was soll ich nun anfangen!«
+Es war merkwürdig, wie ihre mutige Sicherheit
+ein so schnelles Ende genommen hatte. – Wie recht hatte
+Fräulein Güssow mit ihrer Besorgnis! Auf diesen Fall war
+sie gar nicht vorbereitet! Was sollte sie nun beginnen? Am
+liebsten hätte sie wie ein kleines Kind angefangen zu weinen,
+sie schämte sich nur vor dem jungen, blonden Postbeamten,
+der zu einem Parterrefenster hinauslehnte und sie neugierig
+beobachtete.
+</p>
+
+<p>
+Aus ihrer peinlichen Ratlosigkeit schreckten sie plötzlich
+eilige Schritte auf und gleich darauf erfolgte die Anrede:
+»Gnädiges Fräulein, ich bitte um einen Augenblick!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse wandte den Kopf, und als ihr Auge flüchtig die
+Gestalt eines jungen Mannes streifte, erfaßte sie eine unnennbare
+Angst. Was wollte er von ihr – warum redete er sie
+an? Sie verlor alle ruhige Fassung und nur der eine Gedanke
+beherrschte sie: Du darfst ihn nicht anhören! – Als
+<pb n='225'/><anchor id='Pg225'/>ob sie nichts gehört habe, ging sie weiter, und als sie bemerkte,
+daß sie verfolgt wurde, beschleunigte sie ihre Schritte. Wie
+ihr das Herz klopfte vor Angst und Aufregung!
+</p>
+
+<p>
+»Sie haben etwas verloren, gnädiges Fräulein, wollen
+Sie nicht die Güte haben, mir einen Augenblick Gehör zu
+schenken!« rief er dringend.
+</p>
+
+<p>
+Nun stand sie still, aber sie wagte nicht, sich nach ihm
+umzusehen. Er benützte schnell diesen Moment und trat vor
+sie hin. Mit einem leichten, spöttischen Lächeln betrachtete er
+den kleinen Backfisch, der so ängstlich und blöde vor ihm
+davonlief. Schon schwebte ihm eine etwas ironische Bemerkung
+auf den Lippen, die er indes unterdrückte, als er in das
+liebliche, rosige Antlitz sah. Mit niedergeschlagenen Augen
+und in ängstlicher Verlegenheit stand sie vor ihm. – ›Wie
+eine Waldblume‹ hatte Tante Rat zu ihm gesagt, jetzt wußte
+er, wen sie damit gemeint.
+</p>
+
+<p>
+»Ich fand diesen Brief dort,« sprach er, »gehört er
+vielleicht Ihnen?«
+</p>
+
+<p>
+Ein flüchtiger Blick belehrte Ilse, daß er den Brief
+ihres Papas in der Hand hielt. »Ja,« sagte sie, ziemlich
+beschämt über ihr albernes Davonlaufen, »er gehört mir.«
+– Sie nahm ihn in Empfang, ohne den jungen Mann anzusehen.
+</p>
+
+<p>
+»Ich danke Ihnen,« fügte sie noch hinzu und wollte mit
+einer schüchternen Verbeugung weitergehen.
+</p>
+
+<p>
+»Und war die Adresse an Sie gerichtet?« fragte er weiter,
+so daß sie zögernd still stand.
+</p>
+
+<p>
+Doch bevor er noch ihre Antwort abwartete, rief er plötzlich
+erfreut und lachend zugleich: »Sie – Sie sind Fräulein
+Ilse Macket! ich sehe die Photographie in Ihrer Hand! Das
+ist ein wundervoller Spaß!«
+</p>
+
+<p>
+Erstaunt blickte Ilse ihn an, und nun sah sie zum
+ersten Male in das hübsche, von der Sonne etwas gebräunte
+Gesicht des jungen Gontrau.
+</p>
+
+<pb n='226'/><anchor id='Pg226'/>
+
+<p>
+»Verzeihen Sie mein unschickliches Lachen,« entschuldigte
+er sich, »aber Sie werden dasselbe verstehen, wenn ich Ihnen
+Aufklärung gegeben habe. – Zuvor erlauben Sie, daß ich
+mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Gontrau.« – Er hob
+den weichen Filzhut ab und begrüßte sie in liebenswürdiger,
+ehrerbietiger Weise.
+</p>
+
+<p>
+»Gontrau!« rief Ilse strahlend vor Freude, »ist’s wahr,
+Gontrau? Aber Sie sind doch nicht – doch nicht –«
+</p>
+
+<p>
+»Der Landrat?« ergänzte er ihre Frage. »Nein, der
+bin ich nicht, nur sein Sohn.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich war recht einfältig, daß ich Ihnen davonlief,«
+sprach sie errötend, »aber ich wußte nicht, wer Sie waren;
+ich hielt Sie für einen fremden Herrn, der mich ausfragen
+wollte. Ach, Sie glauben nicht, wie ich mich geängstigt habe,
+als ich so ganz allein hier stand! Wie ein verirrtes Kind
+kam ich mir vor, das nicht weiß woher und wohin. Nun
+bin ich froh, furchtbar froh! Aber wo sind Ihre Eltern?«
+plötzlich fiel es ihr ein, daß dieselben nicht anwesend waren.
+»Bitte, führen Sie mich zu ihnen.«
+</p>
+
+<p>
+»Leider konnten sie nicht die Freude haben, Sie hier zu
+begrüßen,« entgegnete Leo, den ihr kindliches Geplauder
+geradezu entzückte. »Meinem Vater ist ein kleiner Unfall zugestoßen.
+In dem Augenblick, als er den Wagen besteigen
+wollte, um hierher zu fahren, vertrat er sich den Fuß und
+zwar so böse, daß er zurückbleiben mußte. Die Mutter konnte
+zu ihrem Kummer nun auch nicht fort, sie mußte dem Vater
+behilflich sein. Dieser Unfall ist denn auch an meiner Verspätung
+schuld, die ich von ganzem Herzen bedaure, doppelt
+bedaure, da sie Ihnen Sorge und Kummer bereitet hat.
+Mama hatte sich so darauf gefreut, ›die Kleine‹ in Empfang
+nehmen zu können! Ja, ja, ›die Kleine‹,« wiederholte er und
+amüsierte sich über ihr verwundertes Gesicht. »Ihr Herr Papa
+trägt die Schuld an dem Irrtum, in dem wir befangen
+waren. Er sprach in seinen Briefen nur von seiner ›Kleinen‹,
+<pb n='227'/><anchor id='Pg227'/>oder von ›seinem Kinde‹, das er allein und schutzlos die
+weite Reise machen lassen müsse, er fürchtete, daß dem
+›kleinen Mädchen‹, das die Pension verließ, etwas zustoßen
+könne. Natürlich erwarteten wir nun auch ein Kind, so
+ein halberwachsenes Mädchen von zwölf, höchstens dreizehn
+Jahren.«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, aber der Papa!« rief Ilse und lachte, aber nicht
+so frisch und frei wie gewöhnlich, es klang etwas gezwungen.
+Es war ihr nicht ganz angenehm, daß der Papa noch eine
+so kindliche Meinung von ihr hatte. »Papa ist zu komisch!
+Er hält mich noch immer für die halberwachsene Ilse! Wie
+wird er sich wundern, wenn er mich wiedersieht! Mit siebzehn
+Jahren ist man kein Kind mehr, nicht einmal ein
+Backfisch!«
+</p>
+
+<p>
+»Bewahre!« stimmte der Assessor ihr bei, »mit siebzehn
+Jahren ist ein junges Mädchen eine vollendete Dame.«
+</p>
+
+<p>
+Es kam halb wie leichter Spott heraus, aber er machte
+ein ganz ernstes Gesicht und verzog keine Miene. So glaubte
+sie denn mit Stolz an die »vollendete« Dame.
+</p>
+
+<p>
+Nur ihr Handgepäck nahm Ilse mit hinaus nach Lindenhof,
+dasselbe war schon in dem Wagen untergebracht, den
+Korb mit den Blumen stellte der Kutscher eben hinein.
+</p>
+
+<p>
+»Die vielen Sträuße!« bemerkte Leo Gontrau und diesmal
+lächelte er wirklich etwas. »Der Korb muß Ihnen doch
+eine Last gewesen sein?«
+</p>
+
+<p>
+»O nein, nein!« sprach sie eifrig dagegen, »es sind ja
+lauter Abschiedsgrüße von meinen Freundinnen!«
+</p>
+
+<p>
+»So viele Freundinnen!« meinte er und sah in den
+Korb.
+</p>
+
+<p>
+»Es sind sieben Sträuße,« belehrte ihn Ilse, die nämlich
+glaubte, er wolle dieselben zählen.
+</p>
+
+<p>
+»Sie waren schön,« meinte er, »jetzt sind sie schon etwas
+welk. Nur dieser Rosenstrauß mit der Vergißmeinnichteinfassung
+ist noch frisch.«
+</p>
+
+<pb n='228'/><anchor id='Pg228'/>
+
+<p>
+Ilse ergriff denselben und beugte ihr Antlitz darauf.
+Eine augenblickliche Rührung überkam sie, als sie der Geberin
+gedachte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe ihn von meiner liebsten Freundin,« sagte sie
+innig – »von Nellie Grey.«
+</p>
+
+<p>
+»Nellie Grey?« fragte er. »Wohl eine Engländerin?
+Ist sie hübsch und liebenswürdig?« setzte er scherzend
+hinzu.
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist reizend!« rief Ilse und geriet förmlich in Feuer,
+als sie von der Freundin erzählte.
+</p>
+
+<p>
+Er hörte ihr stillschweigend zu und amüsierte sich über
+die Begeisterung, mit der sie lobte, und besonders über die
+überschwenglichen Ausdrücke, die dabei ihren Lippen entschlüpften.
+Sie wußte es gar nicht, wie sehr sie sich Melanies
+Angewohnheit zu eigen gemacht hatte und wie Ausrufe,
+als: furchtbar reizend! himmlisch! entzückend! süß! u. s. w.
+u. s. w. ihr ebenso geläufig waren als Melanie und den
+übrigen Backfischen.
+</p>
+
+<p>
+»Wollen Sie nicht erst im Bahnhofsgebäude eine kleine
+Erfrischung einnehmen?« fragte Leo und bot ihr den Arm,
+um sie dorthin zu führen.
+</p>
+
+<p>
+Dankend lehnte sie sein Anerbieten ab, trotzdem sie es
+eigentlich gern angenommen hätte. Sie war nämlich hungrig
+und ihr Magen trug rechtes Verlangen nach einem kräftigen
+Imbiß. Eine vollendete Dame aber durfte den Hunger nicht
+merken lassen, es wäre doch geradezu kindisch gewesen.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist kühl,« bemerkte er, als er ihr in den Wagen
+geholfen, »und mein Auftrag lautet: Hülle ›das Kind‹ gut
+ein, damit es sich nicht erkältet in der halboffenen Chaise.«
+Und er nahm ein warmes Tuch, das schon bereit lag, und
+wickelte sie fest darin ein, auch eine Decke schlug er um ihre
+Füße.
+</p>
+
+<p>
+Sie ließ es gern geschehen, denn der Herbstwind pfiff
+kalt über die leeren Felder; sie lachte sogar über seine
+Für<pb n='229'/><anchor id='Pg229'/>sorge; aber hinterher kamen die Bedenken. War es recht, daß
+sie sich von ihm einhüllen ließ? War es nicht eine Vertraulichkeit,
+die sie gestattet hatte? Würde Fräulein Güssow ihr
+Benehmen schicklich finden? Ob Nellie wohl so gehandelt
+haben würde, wie sie, oder ob sie nicht lieber ihren Regenmantel
+angezogen hätte! Sie konnte es auch thun, er lag im
+Riemen geschnallt dicht bei ihr.
+</p>
+
+<p>
+Mitten in ihren peinlichen Zweifeln und Sorgen vernahm
+sie ein herzliches Lachen ihres Nachbars. Natürlich brachte
+sie es sofort mit ihren Gedanken in Verbindung.
+</p>
+
+<p>
+»Lachen Sie über mich?« fragte sie beinahe ängstlich.
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nein!« entgegnete er, »wie kommen Sie zu dieser
+Frage? Wie würde ich mir je erlauben, eine junge Dame
+auszulachen! Diese Birne ist an meiner Heiterkeit schuld.
+Sie fiel mir soeben aus der Wagentasche auf die Hand und
+erinnerte mich an Mamas letztes Wort, das sie mir nachrief,
+als ich fortfuhr.«
+</p>
+
+<p>
+»Was sagte sie?« fragte Ilse und sah ihn neugierig
+an.
+</p>
+
+<p>
+»Vergiß ja nicht, ›dem Kinde‹ die Birnen zu geben, Leo,
+sprach sie. Die Kleine wird wohl hungrig sein. Ich glaube,«
+unterbrach er sich und griff in die Seitentasche, »sie sprach
+auch von einem Stück Kuchen. Richtig!« rief er lachend und
+zog ein kleines Paketchen hervor, »da ist er! Darf ich es
+wagen, gnädiges Fräulein, Ihnen Kuchen und Birnen anzubieten?«
+</p>
+
+<p>
+Dieser Verlockung konnte sie nicht widerstehen. »Warum
+nicht?« entgegnete sie unbefangen und griff zu. »Obst ist
+meine ganze Leidenschaft und Kuchen esse ich furchtbar gern!
+In der Pension haben wir nicht viel davon zu sehen bekommen,
+Fräulein Raimar behauptete, der Magen werde
+schlecht vom vielen Kuchenessen. Ist das nicht eine furchtbar
+öde Ansicht?«
+</p>
+
+<pb n='230'/><anchor id='Pg230'/>
+
+<p>
+»Ja, eine furchtbar öde Ansicht!« wiederholte er mit ganz
+ernsthaftem Gesicht, »ich begreife nicht, wie Sie es aushalten
+konnten, ohne Kuchen zu leben!«
+</p>
+
+<p>
+»Manchmal,« erzählte sie, »ließen wir uns heimlich
+ein Stückchen holen, über Mittag, wenn das Fräulein
+schlief.«
+</p>
+
+<p>
+»So, so!« lachte er, »das sind ja schöne Geschichten, das
+muß ich sagen!«
+</p>
+
+<p>
+»Wir thaten es nicht oft,« entschuldigte sich Ilse, »nur
+dann und wann, wenn wir gar zu großen Appetit darauf
+hatten. Finden Sie das unrecht?«
+</p>
+
+<p>
+»Daß Sie den Kuchen aßen, finde ich durchaus nicht
+unrecht,« neckte er sie, »aber daß Sie ihn heimlich holen
+ließen, gefällt mir nicht. Warum fragten Sie nicht die Vorsteherin
+um Erlaubnis?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind aber klassisch!« rief Ilse, »dann hätten wir
+es doch nicht gedurft! Es war doch nichts Böses, was wir
+thaten, nur ein ganz harmloses Vergnügen, Fräulein Raimar
+hatte nicht den geringsten Schaden davon, ob wir Kuchen aßen
+oder nicht.«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind eine kleine Rechtsverdreherin!« tadelte er sie
+lachend, »ob Schaden oder nicht, darauf kommt es gar nicht
+an. Die Dame hatte ihre Gründe, weshalb sie Ihnen den
+Genuß des Kuchens verbot. Nummer I: Sie handelten gegen
+ihren Willen – folglich sind Sie strafbar! Nummer II: Sie
+thaten es heimlich – das erschwert das Vergehen!«
+</p>
+
+<p>
+Sie lachte höchst vergnügt. »Herrgott, sind Sie aber
+pedantisch!«
+</p>
+
+<p>
+»Ich bin Jurist, gnädiges Fräulein, und gehe jeder Sache
+auf den Grund.«
+</p>
+
+<p>
+»Jurist!« wiederholte Ilse und sah ihren Nachbar etwas
+mißtrauisch an. »Das glaube ich nicht! Sie sehen nicht
+so aus.«
+</p>
+
+<pb n='231'/><anchor id='Pg231'/>
+
+<p>
+»Warum nicht? Haben die Juristen ein besonderes
+Aussehen?«
+</p>
+
+<p>
+Diese Frage brachte sie etwas in Verlegenheit. Sie hätte
+ihm keine andre Antwort daraus geben können, als daß die
+Juristen, die öfters auf Moosdorf zu Gaste kamen, ganz
+anders ausschauten. Es waren lustige Herren, die gerne ein
+Glas Wein liebten, aber jung und schön waren sie nicht. Sie
+sah ihn an und schüttelte ungläubig den Kopf. »Sie sind
+nicht Jurist,« widerstritt sie.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, ich bin doch neugierig, wofür Sie mich halten,«
+fragte er höchst amüsiert, »jetzt legen Sie eine Probe von
+Ihrer Menschenkenntnis ab!«
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind Künstler – vielleicht Musiker – oder
+Maler?«
+</p>
+
+<p>
+Er lachte laut. »Musiker!« rief er, »ich ein Musiker!
+Wenn Sie wüßten, gnädiges Fräulein, welch ein großes Wort
+Sie gelassen aussprachen! Ich verstehe keine Note und bin
+so unmusikalisch wie ein Stock! Es thut mir leid, daß ich
+Ihre für mich so schmeichelhafte Illusion zerstören muß, indes
+was kann es helfen! Ich muß mich Ihnen leider als ein
+ganz gewöhnliches Menschenkind vorstellen, das weder Maler
+noch Musiker ist. Trotz Ihres Zweifels bin ich Jurist und
+seit vier Wochen Assessor. Sind Sie nun überzeugt?«
+</p>
+
+<p>
+»Also kein Künstler, ach, wie schade!« sprach Ilse bedauernd.
+»Es müssen doch reizende Menschen sein!«
+</p>
+
+<p>
+»Nicht immer,« wollte er sagen, doch that er es nicht.
+Warum ihre naiven Anschauungen zerstören? Sie war noch
+so jung und sah so gläubig aus.
+</p>
+
+<p>
+»Sehen Sie dort die Kirchturmspitze?« brach er das
+Gespräch ab, »die Wetterfahne darauf glänzt hell im Mondenscheine,
+das ist die Kirche von Lindenhof! In zehn Minuten
+sind wir dort.«
+</p>
+
+<p>
+Als der Wagen vor dem Portale des Hauses hielt, trat
+Frau Gontrau schnell auf denselben zu, um ihren kleinen Gast
+<pb n='232'/><anchor id='Pg232'/>in Empfang zu nehmen. Als das erwachsene Mädchen dafür
+ausstieg und Leo den Irrtum erklärte, nahm sie dasselbe
+lachend in den Arm.
+</p>
+
+<p>
+»Ob groß, ob klein,« sagte sie mit Wärme, »Sie sind
+mir von Herzen willkommen!«
+</p>
+
+<p>
+Und sie führte Ilse in das Speisezimmer, in welchem
+sich der Landrat befand. Er saß in halbliegender Stellung
+auf dem Sofa und streckte dem jungen Mädchen beide Hände
+entgegen.
+</p>
+
+<p>
+»Das ist eine kostbare Ueberraschung!« rief er aus, »eine
+kostbare Ueberraschung! Anstatt des Kindes kommt eine
+junge Dame an! Hat uns Freund Macket mit Absicht getäuscht?«
+</p>
+
+<p>
+Ilse lachte und zeigte die weißen Zähne.
+</p>
+
+<p>
+»Wie Sie dem Papa ähnlich sehen!« fuhr er lebhaft
+fort, »derselbe Mund, die Zähne, das Kinn, es ist auffallend!«
+Er schob die Lampe näher zu ihr, damit er sie noch besser
+betrachten könne. »Das Haar haben Sie von der Mutter
+geerbt, auch die braunen Augen, das heißt nur in Farbe und
+Schnitt. Der Ausdruck der Ihrigen ist lebhafter, er verrät
+nicht das sanfte Taubengemüt der seligen Mama. Können
+Sie zornig blicken?« fragte er scherzend.
+</p>
+
+<p>
+»Aber lieber Mann,« unterbrach ihn Frau Gontrau
+lachend, »erst stellst du ein peinliches Examen mit dem Aeußeren
+unsres lieben Gastes an, nun gehst du auch noch auf die
+Charaktereigenschaften über! – Kommen Sie, liebes Kind,
+ich will Sie erlösen. Ich werde Sie auf Ihr Zimmer führen,
+damit Sie sich von der langen Reise etwas erfrischen können.
+Ich habe Sie dicht neben mein Schlafzimmer einquartiert, die
+Fremdenzimmer liegen eine Treppe höher, und ich dachte, die
+Kleine fürchte sich, allein dort zu schlafen.«
+</p>
+
+<p>
+»O wie reizend!« rief Ilse kindlich erfreut und verriet,
+daß sie im Punkte der Furcht noch ganz wie ein richtiges
+Kind empfand.
+</p>
+
+<pb n='233'/><anchor id='Pg233'/>
+
+<p>
+»Leo,« redete der Amtsrat den Sohn an, als die
+Damen das Zimmer verlassen hatten, »ist sie nicht ein reizendes
+Kind?«
+</p>
+
+<p>
+Der Angeredete schien sehr vertieft in seiner Zeitungslektüre,
+wenigstens mußte der Vater noch einmal die Frage
+wiederholen, bevor er eine Antwort erhielt.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, ja,« gab er gleichgültig zur Antwort, »sie ist ein
+ganz netter, kleiner Backfisch!«
+</p>
+
+<p>
+»Netter Backfisch! Ist das ein Ausdruck für ein so liebliches
+Wesen! Hast du denn gar keine Augen im Kopfe?
+Ich sage dir, Temperament steckt in dem ›kleinen Backfisch‹,
+mehr als du dir träumen läßt! Ein Blick und ich weiß Bescheid!
+Du hast kein Urteil, mein Junge, darin ist dein Vater
+dir über!«
+</p>
+
+<p>
+Leo gab keine Antwort darauf und las andächtig
+weiter.
+</p>
+
+<p>
+Die Abendstunden entschwanden in Frohsinn und Heiterkeit.
+Ilse plauderte und erzählte ganz ohne Scheu. Sie
+fühlte sich heimisch bei den lieben Menschen. Der Landrat
+liebte es, sie zu necken, und sie verstand seinen Scherz.
+</p>
+
+<p>
+»Bleiben Sie einige Tage hier,« redete er ihr zu, »die
+Zeit ist so kurz bis morgen mittag. Wir telegraphieren den
+Eltern, daß wir Sie hier behielten, sie werden nicht böse
+darüber sein.«
+</p>
+
+<p>
+Leo warf einen schnellen Blick zu Ilse hinüber, der fast
+wie eine Bitte aussah, auch erbot er sich, ganz früh am
+andern Morgen nach dem Stationsgebäude zu reiten, um ein
+Telegramm aufzugeben. Frau Gontrau unterstützte die Bitte
+ihres Mannes mit großer Wärme.
+</p>
+
+<p>
+»Es wäre eine große Freude für uns, wenn Sie blieben,«
+sagte sie, »es fehlt uns ein frisches Element in unsrem Hause.
+Sie haben die glückliche Gabe, Leben und Frohsinn um sich
+zu verbreiten!«
+</p>
+
+<pb n='234'/><anchor id='Pg234'/>
+
+<p>
+»Bitte, bitte, quälen Sie mich nicht,« bat Ilse, »ich
+kann nicht bleiben! Ich kann es nicht, so reizend es mir auch
+hier gefällt! Meine Eltern erwarten mich morgen und ich
+habe auch große Sehnsucht nach ihnen und auf den kleinen
+Bruder freue ich mich furchtbar! Er weiß noch gar nicht,
+daß er eine große Schwester hat!«
+</p>
+
+<p>
+Dagegen war nichts einzuwenden. Ilses Antwort war
+so echt kindlich und natürlich.
+</p>
+
+<p>
+Frau Gontrau strich ihr die krausen Locken zurück und
+klopfte ihr leicht die Wange.
+</p>
+
+<p>
+»Sie haben recht, liebe Kleine, Ihren Entschluß nicht zu
+ändern. Wir wollen auch gar nicht weiter in Sie dringen
+mit unsren Bitten. Besuchen Sie uns bald auf längere Zeit,
+Leo verläßt uns in einigen Wochen und dann ist es einsam
+in unsrem großen Hause.«
+</p>
+
+<p>
+»Daraus wird doch nichts!« erklärte der Landrat. »Ich
+kenne meinen Freund Macket und weiß, daß er so bald sein
+Töchterchen nicht wieder fortgiebt. Halt, da fällt mir ein
+guter Gedanke ein! In seinem letzten Briefe ladet der Papa
+uns zum Erntefeste ein, das in vier Wochen etwa stattfinden
+soll. Ich nehme die Einladung an für uns, Punktum! Aber
+ich knüpfe die Bedingung daran, daß er Sie mit uns zurückreisen
+läßt.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse jubelte vor Vergnügen, »das wär’ zu – zu himmlisch!«
+rief sie aus. »Aber Sie müssen auch Wort halten,
+geben Sie mir die Hand darauf.«
+</p>
+
+<p>
+Mit einem kräftigen Handschlag besiegelte er sein Versprechen.
+</p>
+
+<p>
+»Ein Handschlag galt bei uns in der Pension für den
+höchsten Eid,« sagte sie mit einem ernsten Kindergesicht, »dagegen
+handeln heißt meineidig sein. – Sie werden doch mitkommen?«
+wandte sie sich an Leo.
+</p>
+
+<p>
+»Natürlich,« entgegnete er freudig, »der feierliche Eid
+<pb n='235'/><anchor id='Pg235'/>gilt auch für mich. Wollen wir ihn auch mit einem Handschlag
+besiegeln?«
+</p>
+
+<p>
+»O nein,« entgegnete sie leicht errötend, »ich glaube
+Ihnen schon auf Ihr Wort.«
+</p>
+
+<p>
+Als es elf schlug, mahnte Frau Gontrau zur Ruhe. »Sie
+werden müde und abgespannt sein von der Reise und den
+vielen fremden Eindrücken, liebe Ilse.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich empfinde gar keine Müdigkeit,« entgegnete diese,
+»und könnte noch lange aufbleiben!«
+</p>
+
+<p>
+Sie hätte es auch gethan, wenn sie nur Papier und
+Feder in ihrem Zimmer gefunden hätte! Wie gerne hätte sie
+ihrer Nellie so ganz frisch ihre Reiseerlebnisse erzählt!
+</p>
+
+<p>
+Am andern Morgen gleich nach dem zweiten Frühstück
+rüstete sich Ilse zur Weiterreise. Eben trat sie mit dem Korbe
+mit den Blumen vor die Thüre, sie hatte sie noch einmal mit
+Wasser besprengt.
+</p>
+
+<p>
+»Wollen Sie denn die welken Sträuße wirklich wieder
+mit sich nehmen?« fragte Assessor Gontrau.
+</p>
+
+<p>
+Ilse blickte auf den Korb und stand unschlüssig da.
+»Freilich,« sagte sie betrübt, »sie sehen traurig aus, meine
+lieben, schönen Blumen, nun sind sie alle welk!«
+</p>
+
+<p>
+»Wissen Sie was, Fräulein Ilse,« riet der Assessor
+heiter, »wir wollen ein Autodafee anstellen und sie verbrennen!
+Dann sammeln wir die Asche und Sie bewahren dieselbe in
+einer kostbaren Urne auf, welche die Inschrift trägt: Diese
+Urne birgt die Asche der Blumensträuße meiner geliebten
+sieben Freundinnen in der Pension. – Wie gefällt Ihnen
+diese Idee?«
+</p>
+
+<p>
+»O, Sie sind abscheulich!« rief sie. »Sie wollen sich
+über mich lustig machen? Trotzdem,« fügte sie echt logisch
+hinzu, »gefällt mir das Verbrennen ganz gut. Errichten
+Sie schnell einen Scheiterhaufen, so viel Zeit bis zu
+meiner Abfahrt bleibt mir noch, ich will die Blumen in
+Flammen aufgehen sehen! Die Asche aber sammeln wir nicht!«
+</p>
+
+<pb n='236'/><anchor id='Pg236'/>
+
+<p>
+Leo trug eilig etwas trockenes Reisig auf dem Kiesplatze
+vor dem Hause zusammen und in wenigen Sekunden flackerte
+ein lustiges Feuer auf.
+</p>
+
+<p>
+Ein Strauß nach dem andern verfiel dem Feuertode, nur
+als Nellies Rosen an die Reihe kamen, hielt Ilse ihm den
+Arm fest. »Halten Sie ein!« rief sie, »der darf nicht geopfert
+werden, die Blumen meiner lieben Nellie bewahre ich
+bis zu meinem Tode auf!«
+</p>
+
+<p>
+»Mit in das Grab,« fügte er neckend hinzu.
+</p>
+
+<p>
+Frau Gontrau, die mit ihrem Sohne Ilse bis zur Bahn
+begleiten wollte, erschien jetzt fertig angekleidet in der Thüre
+und mahnte zum Aufbruch.
+</p>
+
+<p>
+Ilse ging in das Haus und nahm Abschied von dem
+Landrate. So gerne wäre er mitgefahren und mußte nun
+des bösen Fußes wegen zurückbleiben. Es war eine rechte
+Geduldsprobe für ihn. Noch einmal erinnerte sie ihn dringend
+an seinen Schwur. »Sie müssen kommen!« war ihr letztes
+Wort.
+</p>
+
+<p>
+»Es bleibt dabei!« rief er ihr nach, »der Schwur
+gilt!«
+</p>
+
+<p>
+Als sie im Begriffe war, in den Wagen zu steigen, überreichte
+ihr Leo ein kostbares Rosenboukett.
+</p>
+
+<p>
+»Die Blumen sind aus der Asche erstiegen,« sprach er,
+»Sie werden dieselben nicht verschmähen,« fügte er hinzu,
+als sie vor Ueberraschung vergaß, dieselben in Empfang zu
+nehmen.
+</p>
+
+<p>
+»O, wie reizend! Wie furchtbar liebenswürdig! Sie
+glauben nicht, wie ich mich freue!« Mit holdem Erröten
+reichte sie ihm die Hand. »Ich danke Ihnen tausendmal!
+Ich liebe die Rosen so sehr und so schön wie diese sah ich
+noch keine. Wie sehr, wie furchtbar haben Sie mich erfreut!«
+Und sie konnte den Blick nicht von den herrlichen Blumen
+wenden und wiederholte noch einige Male: »ich freue mich zu
+sehr!«
+</p>
+
+<pb n='237'/><anchor id='Pg237'/>
+
+<p>
+Leo lächelte seine Mutter an und sie verstand ihn wohl.
+War doch auch sie entzückt über die kindliche Freude und die
+Anmut, mit der Ilse zu danken verstand.
+</p>
+
+<p>
+Die Stunden vergehen schnell, besonders die glücklichen.
+Die Fahrt bis zum Bahnhof war geschwunden, Ilse wußte
+nicht wie. Jetzt saß sie im Dampfwagen und fuhr der Heimat
+zu. Ihre Gedanken schwirrten bunt durcheinander, sie
+flogen voraus und träumten vom Wiedersehen – und sie
+kehrten zurück und führten sie wieder nach Lindenhof. Es
+hatte ihr himmlisch dort gefallen! Der Abschied war ihr beinahe
+schwer geworden. Leo hatte ihr die Hand geküßt und
+sie hatte es sich gefallen lassen. Ob das wohl recht war?
+Am Ende hätte sie ihm die Hand entziehen müssen? – »Ach,«
+seufzte sie laut, zum Glück war sie allein im Koupee, »ach!
+Es ist doch zu öde, wenn man gar nicht weiß, wie man sich
+zu benehmen hat! Am Ende spottet er jetzt über mich!« Sie
+errötete bei diesem furchtbaren Gedanken. Da fiel ihr Blick
+auf den Rosenstrauß, und wie sie den süßen Duft desselben
+einatmete, stand plötzlich sein Bild lebhaft vor ihr. Ein
+wunderbares Gefühl überkam sie, aber es war ihr fremd und
+sie schreckte davor zurück. Sie legte den Strauß aus der
+Hand und erhob sich. Sie wollte nicht weiter an ihn denken,
+sie wollte es nicht!
+</p>
+
+<p>
+Um sich zu zerstreuen, blickte sie zum Fenster hinaus.
+Erst auf der einen, dann auf der andern Seite. Aber sie
+sah nicht viel, nichts als leere Stoppelfelder, das war <anchor id="corr237"/><corr sic="langweilig">langweilig.</corr>
+</p>
+
+<p>
+Sie setzte sich wieder und nahm ihre Handtasche vor.
+Nachdem sie ein Weilchen darin gekramt, fiel ihr ein Buch in
+die Hände, das Nellie ihr hineingesteckt hatte, damit sie Unterhaltung
+habe. Sie hatte gar nicht daran gedacht, jetzt griff
+sie freudig nach Chamissos Gedichten. Im Begriffe, das Buch
+zu öffnen, fiel ihr etwas ein. »Halt,« sagte sie für sich, »jetzt
+werde ich das Orakel befragen, wie Flora uns gelehrt hat.«
+<pb n='238'/><anchor id='Pg238'/>Sie schlug drei Kreuze über das Buch und sah gen Himmel
+dabei, dann öffnete sie es schnell und die erste Zeile, auf die
+ihr Blick fiel, hieß:
+</p>
+
+<lg>
+<l>»Helft mir, ihr Schwestern, Kränze zu winden –«</l>
+</lg>
+
+<p>
+»Unsinn! Ich will es nicht gelten lassen!« rief sie, »also
+noch einmal!« Das Buch wurde wieder geschlossen und
+recht, recht fest zusammengedrückt, dann wieder die drei üblichen
+Kreuze, wieder langsam und feierlich geöffnet – und siehe da,
+dieselben Worte gaben ihr Antwort auf ihre Frage.
+</p>
+
+<p>
+»Sonderbar! furchtbar sonderbar!« dachte sie sinnend
+und einen Augenblick war sie in Versuchung, der prophetischen
+Stimme zu glauben, dann aber siegte ihre gesunde
+Vernunft.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist doch nur ein Zufall und die ganze Geschichte
+dummes Zeug!« Mit diesem vernünftigen Gedanken gab sie
+alle Schicksalsfragen auf und vertiefte sich in Chamissos herrliche
+Gedichte. Einige Male freilich ertappte sie sich auf dem
+Wege nach Lindenhof und Leos Bild neckte sie aus den Zeilen,
+aber sie wehrte sich tapfer gegen diese Traumbilder. Sie
+schwanden von selbst, je näher sie der Heimat kam. Sie legte
+das Buch beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Schon erkannte
+sie verschiedene Ortschaften, die in der Nähe von Moosdorf
+lagen, schon konnte sie den Bahnhof erkennen! Ihr Herz
+schlug vor Erwartung und Freude, ihre Augen flogen voraus
+und jetzt erkannte sie die Eltern, die auf dem Perron standen,
+um sie in Empfang zu nehmen.
+</p>
+
+<p>
+Welche Seligkeit ein Kind empfindet, wenn es nach langer
+Trennung zu den geliebten Eltern zurückkehrt, das, meine
+jungen Leserinnen, kann nicht geschildert, sondern muß
+empfunden werden. Ilse lag in den Armen ihres Vaters
+und dachte an nichts weiter, als an das Glück, wieder daheim
+zu sein.
+</p>
+
+<pb n='239'/><anchor id='Pg239'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img239.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Bist du groß geworden!« rief der Oberamtmann und
+betrachtete sie mit stolzer Freude; »ich hätte dich kaum wiedererkannt!
+Als halbes Kind gingst du von uns und jetzt kehrst
+du heim als junge Dame!«
+</p>
+
+<p>
+Er hielt sie noch immer in seinen Armen und konnte sich
+nicht satt sehen an ihr. Sanft entwand sie sich ihm, noch
+hatte sie die Mutter nicht begrüßt, die mit Thränen im Auge
+daneben stand und ihr die Arme entgegenstreckte. Ilse flog
+an ihr Herz und umschlang sie innig.
+</p>
+
+<p>
+»Meine liebe Mama!« das war alles, was sie sagen
+konnte. Und Frau Macket verstand sie, innig drückte sie ihr
+Kind an sich, sie wußte, daß sie jetzt sein Herz für immer
+gewonnen hatte.
+</p>
+
+<p>
+»Hier ist noch jemand, der dich begrüßen will, Kleines,«
+unterbrach der Oberamtmann die kleine rührende Szene, die
+ihn selbst schon ganz weichmütig machte, »sieh, Onkel Curt,
+berühmter Maler und Afrikareisender, möchte gern deine Bekanntschaft
+machen!«
+</p>
+
+<p>
+Ilse reichte ihm die Hand und stand nun einem wirklichen
+Künstler gegenüber. Ob sie ihn »reizend« fand? – Als sie
+ihn ansah, den mittelgroßen, etwas breitschultrigen Mann, in
+der Samtjoppe, die mehr bequem als elegant saß, mit dem
+breitkrempigen Hute, der ein braun gebranntes, etwas
+ver<pb n='240'/><anchor id='Pg240'/>wittertes Gesicht tief beschattete, da drängte sich unwillkürlich
+ein andrer in ihre Gedanken und sie verglich. »Die Juristen
+gefallen mir doch besser als die Künstler,« – so meinte sie
+still in ihrem Herzen.
+</p>
+
+<p>
+Ehe Ilse in den Wagen stieg, wurde sie von Johann
+feierlich begrüßt. Zur besonderen Ueberraschung hatte er Bob
+mitgebracht, der nun in toller, ausgelassener Freude seine
+Herrin begrüßte. Johann vergaß dabei seine Empfangsrede,
+die er sich mühsam zurechtgedacht hatte. Verlegen drehte er
+seine Mütze und sein breiter Mund zog sich von einem Ohre
+zum andern.
+</p>
+
+<p>
+»Da ist der Hund, Fräulein Ilschen,« sagte er.
+»Das unvernünftige Vieh hat das Fräulein gewissermaßen
+gleich erkannt. Ich auch, wenn auch das Fräulein gewissermaßen
+schön und stattlich geworden sind, wie ein
+Kürassier.« – Diesen wunderlichen Vergleich gebrauchte
+Johann nur bei ganz außergewöhnlichen Gelegenheiten, er
+galt für ihn als höchster Ausdruck des Vollkommnen.
+</p>
+
+<p>
+Alle lachten und Ilse reichte dem Freunde ihrer Kindheit
+die Hand.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist gut, Johann,« sagte der Oberamtmann, »du hast
+eine schöne Rede gehalten. Nun aber steige auf und lasse die
+Pferde tüchtig zugreifen, in einer halben Stunde müssen wir
+in Moosdorf sein.«
+</p>
+
+<p>
+Im Vaterhause war alles festlich bereitet. Fahnen,
+Kränze, Blumen, sogar eine Ehrenpforte mit einem mächtigen
+»Willkommen!« begrüßten die heimkehrende Tochter. – Aber
+sie hatte nur einen flüchtigen Blick für alle Herrlichkeiten, ihre
+Ungeduld trieb sie hinein in das Haus, sie mußte zuerst das
+Brüderchen sehen.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne, die vor ihr hineingegangen war, trat ihr
+schon mit demselben entgegen.
+</p>
+
+<p>
+»Du süßer, süßer Junge!« rief Ilse im höchsten
+Ent<pb n='241'/><anchor id='Pg241'/>zücken und der prächtige Knabe streckte ihr jauchzend seine
+Aermchen entgegen.
+</p>
+
+<p>
+»Er will zu mir, Mama, darf ich ihn nehmen?« Glücklich
+lächelnd reichte die Frau ihr den Kleinen. Und Ilse
+tanzte mit ihm im Zimmer herum und küßte und herzte ihn,
+bis er zu weinen anfing.
+</p>
+
+<p>
+Die Mutter nahm ihr den kleinen Schreihals ab. »War
+ich zu wild, Mama?« fragte Ilse bedauernd, »sei mir nicht
+böse darum! Ich freue mich ja zu furchtbar über ihn! –
+Was er für dicke Aermchen hat,« fuhr sie zärtlich fort und
+küßte dieselben. »Ach, und die lieben, schönen Guckäuglein
+schwimmen in Thränen! Daran ist nur die böse, böse Schwester
+schuld, mein kleines Herz!«
+</p>
+
+<p>
+So plauderte Ilse bunt durcheinander und war so glücklich
+wie ein Kind am Weihnachtsabend, wenn es seine neue
+Puppe begrüßt. Sie mochte sich gar nicht von dem Kinde
+entfernen, bis endlich die Mama dasselbe der Wärterin
+übergab.
+</p>
+
+<p>
+»Nun ist es genug, Kind,« scherzte Frau Anne, »du verwöhnst
+mir sonst den Jungen, auch vergißt du uns andre
+darüber. Sieh! Papa und der Onkel stehen schon wartend
+da, sie wünschen, daß du sie in das Speisezimmer hinüber
+begleitest. Oder möchtest du erst einmal hinauf in dein Zimmer
+gehn?«
+</p>
+
+<p>
+Sie ergriff Ilses Arm und führte sie in die obere Etage,
+die beiden Herren folgten ihnen, und Ilse mußte darüber
+lachen, sie ahnte ja nicht, weshalb sie es thaten.
+</p>
+
+<p>
+Es war eine großartige Ueberraschung, die ihrer wartete.
+Als sie ihr Zimmer betrat, blieb sie sprachlos an der Thüre
+stehen. Sie erkannte die früheren Räume nicht wieder. Wohn- und
+Schlafgemach hatten die Eltern im altdeutschen Stil eingerichtet.
+Nichts war vergessen. Vom Schreibtisch bis auf
+ <pb n='242'/><anchor id='Pg242'/>die kleine Schmucktruhe, die vor dem Spiegel auf einem
+Schränkchen stand. Sogar eine Staffelei war am Fenster
+aufgestellt.
+</p>
+
+<p>
+Ilses Freude war unbeschreiblich, die Eltern hatten ja
+ihre kühnsten Wünsche erfüllt. – Etwas befangen betrachtete
+sie Staffelei und Maltisch. »O, Papa,« sagte sie schüchtern,
+»das ist zu schön für mich, ich kann ja noch gar nicht
+malen.«
+</p>
+
+<p>
+»Bedanke dich bei dem Onkel dafür, er ist der Anstifter
+davon!« entgegnete der Oberamtmann. »Er hat versprochen,
+dein Lehrmeister zu sein, das heißt: solange der Wandervogel
+bei uns aushalten wird.«
+</p>
+
+<p>
+Nach dem Essen schlich sich Ilse hinaus in den Hof, sie
+mußte es fast heimlich thun, denn der Papa konnte sich heute
+nicht von ihr trennen. Johann hatte auf diesen Augenblick
+längst gewartet und stand schon bereit, das Fräulein zu
+führen.
+</p>
+
+<p>
+Zuerst mußte sie ihm in den Pferdestall folgen, und als
+sie die Runde durch sämtliche andre Ställe gemacht, alle Kühe,
+Hunde u. s. w. begrüßt hatte, da wollte er ihr auch noch den
+neuen Schweinestall zeigen, diesen Besuch aber schob Ilse bis
+auf eine andre Zeit auf.
+</p>
+
+<p>
+»Schade, schade,« meinte Johann und machte ein niedergeschlagenes
+Gesicht, »ich hätte dem Fräulein so gern das
+neue Schweinehaus gezeigt. Es ist gewissermaßen schön drin,
+man könnte selbst drin wohnen.«
+</p>
+
+<p>
+»Morgen, Johann,« entgegnete Ilse, »heute habe ich
+keine Zeit mehr dazu, ich muß zu den Eltern.«
+</p>
+
+<p>
+Kopfschüttelnd blickte der Kutscher ihr nach. »Früher
+hätte sie das nicht gesagt,« sprach er für sich und bedenklich
+setzte er hinzu: »Sollte sie vornehm geworden sein?«
+</p>
+
+<p>
+Als der Tag zu Ende war, als Ilse allein in ihrem
+Zimmer saß, um zur Ruhe zu gehen, hielt sie zuvor noch eine
+<pb n='243'/><anchor id='Pg243'/>Einkehr in ihr Herz. Der heutige Tag war so reich an
+wechselvollen und freudigen Eindrücken gewesen, was lag nicht
+alles zwischen Abend und Morgen! Trennung und Wiedersehn!
+War sie wirklich erst heute früh von Lindenhof abgefahren,
+und hatte sie erst gestern morgen die Pension verlassen?
+Der Abschied von dort schien schon so weit hinter
+ihr zu liegen. –
+</p>
+
+<p>
+Es war so süß, mit wachen Augen noch etwas zu träumen,
+und sie mochte noch nicht an den Schlaf denken. Ihr Blick
+fiel auf den geöffneten Reisekoffer und sie bekam Lust, denselben
+auszupacken. Sie fing auch an, einige Sachen herauszunehmen
+und in die herrlich geschnitzte Kommode zu räumen,
+dabei mußte sie sich an Nellie erinnern; es fiel ihr ein, wie
+treu und lustig sie ihr geholfen hatte, damals, am ersten Tage
+in der Pension. Die gute, geduldige Nellie! Wäre sie doch
+gleich bei ihr!
+</p>
+
+<p>
+Als sie ihr Tagebuch aus dem Koffer nahm, behielt sie
+es sinnend in der Hand. Was es enthielt, waren nur weiße
+Blätter, denn nie hatte sie das Bedürfnis gefühlt, ihm etwas
+anzuvertrauen. Wie in halber Zerstreuung schloß sie es auf
+und legte es geöffnet auf den Schreibtisch. Sie griff nach
+der Feder, tauchte sie ein und plötzlich – wie von einer
+inneren Macht getrieben, schrieb sie die Worte nieder: »Seit
+ich ihn gesehen –«
+</p>
+
+<p>
+Weiter kam sie nicht. Sie warf die Feder weit von
+sich und hielt beide Hände vor ihr heißerglühtes Gesicht. Eine
+tiefe Beschämung preßte ihr die Brust zusammen. Was
+hatte sie geschrieben, wessen Bild hatte ihr die Worte
+diktiert?
+</p>
+
+<p>
+Als ob sie sich auf einem schweren Unrecht ertappt, so
+schnell schloß sie das Buch und barg es in einem versteckten
+Fach ihres neuen Schreibtisches. Fort mit den thörichten
+Gedanken, die ihr Unruhe machten und an denen nur
+Cha<pb n='244'/><anchor id='Pg244'/>missos Lieder die Schuld trugen! Sie wollte sie niemals
+wieder lesen – niemals! –
+</p>
+
+<p>
+Drei Wochen waren Ilse im elterlichen Hause vergangen
+und sie fühlte sich so glücklich und wohl darin, wie nie zuvor.
+Gleich in den ersten Tagen hatte sie ihre Zeit nützlich
+eingeteilt. Auf ihren Wunsch gab ihr der Prediger noch
+einige Nachhilfestunden in verschiedenen wissenschaftlichen
+Fächern. Er war überrascht über die Fortschritte seiner
+früheren Schülerin, besonders aber freute er sich über
+ihren Ernst, ihre Beständigkeit beim Lernen. Er hatte
+sich nicht geirrt, als er die Pension einen Segen für Ilse
+genannt.
+</p>
+
+<p>
+Auch Frau Anne segnete das Institut, das aus dem
+wilden Kinde eine liebliche, sinnende Jungfrau geschaffen hatte.
+Eine solche Umwandlung hatte sie vor Jahr und Tag kaum
+für möglich gehalten. An Ilses gutem Herzen hatte sie niemals
+gezweifelt, aber sie war überrascht von der geduldigen
+Liebe, die sie dem kleinen Bruder entgegenbrachte. Nur der
+Amtsrat konnte sich noch nicht in sein verändertes Kind finden.
+Manchmal sah er es prüfend von der Seite an, als ob er
+fragen wollte: »Ist sie es, oder ist sie es nicht?«
+</p>
+
+<p>
+»Ich weiß nicht,« sagte er eines Tages zu seiner Gattin,
+»Ilse ist mir zu zahm geworden. Ich kann mir nicht
+helfen, aber mein unbändiges Kind mit dem Loch im
+Kleide gefiel mir besser, als die junge Dame im modischen
+Anzuge.«
+</p>
+
+<p>
+»Aber Ilse ist jetzt wirklich eine junge Dame, lieber
+Richard,« lachte Frau Anne, »sie ist kein Kind mehr und
+du mußt dich daran gewöhnen, sie nicht mehr als solches anzusehn.
+Uebrigens ist sie so heiter und ausgelassen wie
+früher, nur hat sie gelernt, ihren Uebermut zu zügeln. Ich
+bin sehr zufrieden, wie sie ist, und bin ganz stolz auf mein
+Töchterchen.«
+</p>
+
+<pb n='245'/><anchor id='Pg245'/>
+
+<p>
+»Du magst ja recht haben,« entgegnete Herr Macket,
+ohne indes von der Wahrheit ihrer Worte überzeugt zu sein,
+»und mit der Zeit werde ich mich auch an das erwachsene
+Mädchen gewöhnen, aber ich glaube, es wird noch mancher
+Tag darüber hingehn.«
+</p>
+
+<p>
+»Wer weiß! Wer weiß! Ilse reißt dich vielleicht, ehe
+du es denkst, aus deiner Täuschung und giebt dir den Beweis,
+daß sie kein Kind mehr ist.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich verstehe dich nicht, liebe Anne,« sagte der Oberamtmann
+und sah seine Frau fragend an, »du sprichst so geheimnisvoll
+und machst mich neugierig.«
+</p>
+
+<p>
+»Ich habe eine Beobachtung gemacht und glaube nicht,
+daß ich mich täusche. Der junge Gontrau ist Ilse nicht gleichgültig
+geblieben.«
+</p>
+
+<p>
+Sprachlos blickte Herr Macket seine Frau an. Eine solche
+Möglichkeit zu fassen, war er nicht im stande, sie war ihm
+noch niemals in den Sinn gekommen.
+</p>
+
+<p>
+»Du irrst, Anne,« sprach er endlich, »das ist geradezu
+unmöglich. Oder,« fügte er besorgt hinzu, »hat sie dir etwa
+ein Geständnis abgelegt?«
+</p>
+
+<p>
+»Behüte Gott,« wehrte Frau Anne ab, »wo denkst du
+hin? Ilses Herz ist wie eine Sinnpflanze, die ihre Blätter
+schließt bei der leisesten Berührung. Noch weiß und ahnt sie
+selbst nichts von ihren Gefühlen, in ihrer kindlichen Unbefangenheit
+hat sie mir ihr Geheimnis verraten. Sie spricht
+gern und oft von Gontraus und weilt am liebsten in ihrer
+Erinnerung bei dem Sohne, von dem sie ausführlich jede
+Kleinigkeit erzählt. Du müßtest sie hören, wenn sie die Erkennungsszene
+am Bahnhof in Lindenhof erzählt, und sehen,
+wie ihre Augen dabei strahlen.«
+</p>
+
+<p>
+»Nun ja,« fiel er ihr ins Wort, »das war romantisch!
+Du bist eine so kluge Frau, mein Annchen, weißt du denn
+nicht, daß alle Backfischchen gern schwärmen?«
+</p>
+
+<pb n='246'/><anchor id='Pg246'/>
+
+<p>
+»Höre nur weiter zu, Richard. Neulich fragte sie mich
+ganz aus dem Stegreife, ob ich den Namen ›Leo‹ schön fände,
+und ob Juristen kluge Menschen wären? Den Rosenstrauß,
+den sie bei ihrem Abschied erhielt, hat sie aufbewahrt. Als
+neulich die Hausmagd denselben wegwerfen wollte, ward sie
+fast ärgerlich. Sie nahm ihr denselben aus der Hand und
+steckte die vertrockneten Blumen in eine Vase, die heute noch
+auf ihrem Schreibtische steht.«
+</p>
+
+<p>
+»Ist das alles, was du weißt?« lachte der Oberamtmann
+vergnügt und auch sehr erleichtert, »dann muß ich dir sagen,
+liebes Kind, daß deine Beobachtungen auf sehr wacklichen
+Füßen stehen. Ich kenne meinen Wildfang besser und weiß,
+daß er noch fern von solchen Allotrias ist. Ilschen verliebt!
+Ha, ha, ha! Vergieb, Frauchen, daß ich dich auslache, aber
+ich kann nicht anders!«
+</p>
+
+<p>
+Sie mochte nicht weiter seine sichere Unbefangenheit
+stören und brach das Gespräch ab. »Was kommen soll,
+kommt doch,« dachte sie, »und wer kann sagen, wie bald!«
+– Wenige Tage nach diesem Gespräche fand das Erntefest
+statt. Frau Macket und Ilse befanden sich am Morgen dieses
+Tages in dem großen Gartensaale. Sie ordneten noch hier
+und da einiges an der gedeckten Tafel, die festlich geschmückt
+und zum Empfange vieler Gäste bereit stand. Ilse beschäftigte
+sich damit, die Vasen mit Blumen zu füllen. Es war
+ihr so vergnügt und froh um das Herz und singend und
+trällernd verrichtete sie ihre Arbeit.
+</p>
+
+<p>
+»Mama,« unterbrach sie sich plötzlich, »weißt du, daß
+ich eigentlich recht betrübt heute bin?«
+</p>
+
+<p>
+»Nein,« entgegnete die Angeredete lächelnd, »davon habe
+ich noch nichts gemerkt. Weshalb wolltest du auch betrübt
+sein?«
+</p>
+
+<p>
+»Weil Nellie mir nicht geschrieben hat. Ich habe sie so
+herzlich zu unsrem Erntefeste eingeladen und sie hat mir keine
+<pb n='247'/><anchor id='Pg247'/>Antwort darauf gegeben. Heute sind es sechs Tage, daß ich
+ihr schrieb.«
+</p>
+
+<p>
+»Sie wird keine Erlaubnis erhalten haben, Kind. Du
+zweifeltest selbst daran, hast du das vergessen? Es wird ihr
+sehr schwer werden, dir der Vorsteherin abschlägige Antwort
+mitzuteilen. Oder sollte sie dich heute unangemeldet
+überraschen?«
+</p>
+
+<p>
+»Das wäre famos, himmlisch! Gontraus und Nellie
+hier – dann wären alle meine Wünsche erfüllt! Aber daran
+ist nicht zu denken, Fräulein Raimar erlaubt das auf keinen
+Fall. Nellie muß immer lernen und immer lernen. Ach
+Mama! Es muß furchtbar schrecklich sein, eine Gouvernante
+zu werden! Findest du nicht auch?«
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne versuchte, Ilse von ihrem Vorurteile zu
+heilen, aber vergeblich. Sie blieb dabei, Gouvernanten könnten
+nur alte Mädchen werden und ihre Nellie passe gar nicht
+dazu.
+</p>
+
+<p>
+Plaudernd und singend hatte Ilse endlich sämtliche
+Vasen gefüllt und auf der Tafel verteilt. Sie stand noch
+bewundernd vor ihrem Werke, als die Mutter sie antrieb, sich
+anzukleiden.
+</p>
+
+<p>
+»Es ist hohe Zeit, Ilse, wir müssen uns eilen, in einer
+Stunde wird Papa mit Gontraus zurück sein.«
+</p>
+
+<p>
+Wie ein Vogel flog Ilse die Treppe hinauf in ihr
+Zimmer. Kaum hatte sie indessen mit ihrer Toilette begonnen,
+als ihr die Magd einen Brief überbrachte, den der
+Briefträger soeben für sie abgegeben hatte. Er war von
+Nellie. Sie erbrach ihn sofort und las.
+</p>
+
+<p>
+Die ersten Worte schon brachten sie in eine lebhafte Aufregung,
+kaum vermochte sie weiter zu lesen. Mit stockendem
+Atem überflog sie die Zeilen, und als sie zu Ende war, eilte
+sie mit dem Briefe hinunter in der Mutter Gemach. Sie
+hätte es nicht ausgehalten, die wichtige Neuigkeit, die sie eben
+erhalten, länger für sich zu behalten.
+</p>
+
+<pb n='248'/><anchor id='Pg248'/>
+
+<p>
+»Mama!« rief sie ganz atemlos, »ein Brief von Nellie!
+Ich muß ihn dir vorlesen!« – Und sie begann:
+</p>
+
+ <p><text><body>
+ <salute>»Mein süß Ilschen!</salute>
+<p>
+»Ich bin eine Braut! O! und ein sehr glückliches
+Braut! Errätst Du, mit wem? Ja? O Ilse, Doktor Althoff
+ist meiner liebe, liebe Schatz! Ich möchte gleich Deine
+liebes Gesicht schauen, wenn Du diese groß Ereignis liest,
+ich sehe, wie Du Dein braun Lockenkopf schüttelst und höre
+Dir rufen: ›Nellie will mir pfoppen!‹ Aber nein, sie pfoppt
+Dir nicht, alles, was sie heute schreibt, ist wahr. Du sollst
+alles wissen, meine liebe Freundin, ich will erzählen, wie es
+kam. O, es ist ein schwer’ Aufgabe für mich, – ich bin so
+zerwirrt vom Glück und ich finde mir so schlecht zurecht mit
+der deutsch Sprache. Du mußt Geduld mit Dein Nellie
+haben, die eigentlich sehr dumm ist! Ich schäm’ mir, Ilse,
+wenn ich denke an mein furchtbaren Dummheit. Es ist mir
+ein Rätsel, wie Alfred mir lieb haben kann. – Doch still
+darüber. – Höre weiter.
+</p>
+
+<p>
+»Mit Dein lieber Brief, den Du mir schriebst, wo Du
+mir zu Dein Erntefest einladest, kam ein andern Brief an
+Fräulein Raimar. Als ich nun begriffen war, in ihr Zimmer
+zu steigen, um sie recht für die Erlaubnis zu bitten, tritt sie
+ganz plötzlich – ohne Anmeldung bei mir ein. Das war
+ein Wunder, denn sie macht uns niemals ein Visite, immer
+läßt sie uns rufen, wenn sie einiges von uns will. Ich errötete
+vor Schreck, Du kannst denken. ›Nellie,‹ spricht sie und
+hält ein offner Brief in ihr Hand, ›dieses Schreiben hier
+enthält die Anfrage an mir, ob ich nicht ein junge Engländerin
+zu sofortiger Antritt empfehlen kann. Vollkommen
+deutsch braucht diese nicht zu sprechen, sie soll nur die drei
+Kinder englisch beibringen. Ich denke Dir vorzuschlagen,
+Nellie, bist Du einverstanden? Die Dame bietet hohe
+Gehalt.‹
+</p>
+
+<pb n='249'/><anchor id='Pg249'/>
+
+<p>
+»Ich glaube, daß ich ein sehr traurig Gesicht machte zu
+ihr Vorschlag und ich konnte auch gar nix sagen. Dein
+Brief hielt ich noch in die Hand, aber ich habe nicht gewagt,
+Fräulein Raimar zu sprechen, sie hätte doch mein Bitten abgeschlagen.
+</p>
+
+<p>
+»›Du hast wohl keine Lust,‹ fragte sie, weil ich schweigend
+war.
+</p>
+
+<p>
+»›O, gar keine Lust,‹ dacht’ ich, aber ich durft’ nicht
+sagen, wie furchtbar schrecklich mich der Gedanke war, ein
+Vierteldutzend Kinder zu unterrichten. Immer so weise und
+artig sein, – immer so mit der guten Beispiel vorangehn
+– nein, das macht mir gar nicht Spaß.
+</p>
+
+<p>
+»›Bestimmen Sie für mir, Fräulein,‹ sagte ich, ›ich
+werde thun, wie Sie denken. Werde ich aber klug genug
+sein, zu ein’ so großer Aufgabe?‹
+</p>
+
+<p>
+»›Laß das meine Sorgen sein,‹ sagte Fräulein Raimar
+sehr bestimmend, ›ich würde Dich nicht empfehlen, wenn ich
+nicht wüßte, daß Du diese Stellung vollkommen erfüllen
+kannst.‹
+</p>
+
+<p>
+»Damit verließ sie mir und ich blieb tief betrübt
+zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Die Zubereitung für mein Abreise wurde gemacht und
+ich hatte viel zu thun, o – und viel zu hören!
+</p>
+
+<p>
+»Miß Lead hielt langen, strengen Predigten und vorbereitete
+mich zu eine würdige Gouvernante. Fräulein Raimar
+mahnte mir täglich zu Ernst und Gediegenheit, nur Fräulein
+Güssow sah mir oft mit ein lang traurigen Blick an, der zu
+mich sprach: Thust mich leid, Darling, daß Du unter fremde
+Leute dienen mußt.
+</p>
+
+<p>
+»Der ernste Abschiedstag war da. Es war der achtundzwanzigste
+September, morgens 11 Uhr, ein Stunde vor
+meine Abreise. Ich saß in mein Zimmer auf mein Reisekoffer
+und weinte. Ich war so gefüllt von Kummer, das
+<pb n='250'/><anchor id='Pg250'/>Herz drückte mir so schwer wie ein Mühlstein in der Brust.
+Kannst Du Dich das vorstellen? Nein, süß Ilschen, Du
+kannst nicht. Als Du von uns gingst, weintest Du auch und
+warst sehr betrübt, aber Du kehrtest in ein liebe Vaterhaus
+heim und Deine Eltern trocknete Deine Thräne, – wer trocknet
+meine? Niemand. Ich ging fort in die Fremde und ›ka
+Katzerl, ka Hunderl‹ kümmert sich um mir. Ich wünschte
+mir tot zu liegen, wie unsre süße Lilli.
+</p>
+
+<p>
+»Wie ich mir so ganz verlassen fühle und laut schluchze,
+steht plötzlich Doktor Althoff, mein Doktor Althoff vor mir.
+Ich hatte ihn nicht gehört, als er anklopfte und die Thür
+öffnete. Du kannst mein Schreck denken! Ich spring’ von
+mein Reisekoffer und halt’ das Tuch vor mein weinend Gesicht,
+ich schämte mir so.
+</p>
+
+<p>
+»Leise zog er es fort und fragte mich mit seiner schöner,
+tiefer Organ: ›Warum weinen Sie, Miß Nellie? Thut Sie
+es weh, aus dem Institut zu scheiden, möchten Sie hier
+bleiben!‹
+</p>
+
+<p>
+»Ich sagte gar nix, weil ich nicht konnte vor lautes
+Schluchzen.
+</p>
+
+<p>
+»›Sehen Sie mich an, Miß Nellie,‹ bat er, ›ich möchte
+gern in Ihr Auge sehen bei das, was ich Sie fragen <anchor id="corr250"/><corr sic="will.«">will.‹</corr>
+</p>
+
+<p>
+»Ich versuchte ihn anzublicken, aber ich mußt’ mein
+Auge niederschlagen, er hatte ein so sonderlicher Blick, niemals
+hat er mir so angesehen. O, ich ward so angst und
+es lief mich ganz heiß über mein Gesicht. Er griff mein’
+Hand und hielt sie fest und dann – ich weiß nicht, wie es
+kam – mit einem Male hatte er mir in seinen Arm genommen
+und fragte: ›Haben Sie mich lieb, <anchor id="corr250a"/><corr sic="Nellie?«">Nellie?‹</corr>
+</p>
+
+<p>
+»Ilse, kannst Du Dich denken, was ich empfand bei diese
+Frage? Es war, als ob der Himmel plötzlich offen war und
+alle Seligkeit auf mein Haupt schüttelte. Im Wachen und
+im Träumen immer hör’ ich dieser Wort in mein Ohr und
+<pb n='251'/><anchor id='Pg251'/>zuweilen denk’ ich, es ist alles nicht wahr! Doch höre
+weiter. Du bist mein best’ Freundin und nichts soll dir verborgen
+sein.
+</p>
+
+<p>
+»›Hast Du mich lieb?‹ fragte er noch einmal, ›willst Du
+mein kleines Frau sein?‹
+</p>
+
+<p>
+»›O ja – herzlich gern,‹ sagte ich und ich weiß nicht,
+ob es sehr geschickt (schicklich) vor mich war, daß ich so schnell
+und ohne Besinnen mein Jawort gab, aber ich konnte nicht
+anders, ich hatte ja mein Alfred schon lange still in mein
+tiefster Herz geliebt.
+</p>
+
+<p>
+»Und nun küßte er mir auf die Stirn und nannte mir
+seine Braut. Mein Seligkeit war ohne Grenzen, ich war
+nicht mehr verlassen, hatte mit ein Mal ein wonnige Heimat
+gefunden.
+</p>
+
+<p>
+»Als wir uns verlobt hatten, gingen wir sogleich zu
+Fräulein Raimar und Alfred stellte mir als seine Braut vor.
+O, Ilse! Du hättest die erstaunte Gesichter sehen müssen!
+Es war zu spassig! Fräulein Raimar weniger, sie weiß
+immer so gut ihr Gesicht in die gleiche Falte zu legen, man
+weiß nicht, ob sie Freude oder Trauer hat. Aber ich glaube,
+diesmal hatte sie Freude, denn sie nahm mich in ihr Arm
+und küßte mir. Zu Alfred sagte sie: ›Wie ist das so schnell
+gekommen, Herr Doktor? Ich habe niemals von Ihr Neigung
+gemerkt.‹
+</p>
+
+<p>
+»›Ich bin selbst erst klar geworden, als ich Nellie verlieren
+sollte,‹ sagte Alfred und bat Fräulein Raimar, die
+Gouvernante abzubestellen und mir unter ihr mütterlicher
+Schutz zu behalten, bis wir heiraten. Sie hat es versprochen.
+So blieb ich hier und packte meine ganze Siebensachen
+wieder aus.
+</p>
+
+<p>
+»Miß Lead glückwünschte mir auch, aber wenn sie auch
+meiner Landsmann ist, war sie doch kalt wie ein Frosch. Ich
+glaube, sie hat viel Neid. Aber ich mache mir nix davon
+ <pb n='252'/><anchor id='Pg252'/>und strahle voll Wonne. Fräulein Güssow freut sich furchtbar
+über mein Glück, ich habe sie so lieb als eine Schwester
+und bitte jetzt alle Tag der liebe Gott, daß er sie von ihr
+schwer’ Beruf ablöse, sie ist zu gut für ein streng’ Lehrerin.
+</p>
+
+<p>
+»Unsre Freundinnen waren reizend nett! das heißt nicht
+alle, denn Melanie und Grete sind schnell abgereist, weil ihr
+Mutter krank war, sie wissen noch nichts. Orla beschenkte
+mir gleich mit ein kostbar Armband zum Andenken und
+zur Freude über unsre Verlobung. Das klein’ Lachtaube
+konnte vor Lachen kein Wort sagen. Rosi sprach ›artige‹
+Worte wie immer, und Flora? Sie machte ein lang Gesicht
+und sah Alfred mit ein schwärmerischer Blick an, dann drückte
+sie uns stumm die Hände. Gestern hat sie mir mit ein lang
+›Elegie an ein Braut‹ beglückt, sie ist sehr schön wie alle Gedichte
+von Flora.
+</p>
+
+<p>
+»Heute früh ist mein Alfred abgereist zu sein Mutter,
+das war ein sehr schwer’ Abschied! Wir fühlten uns gegenseitig
+ein wenig schwanken, doch ließe wir die Kopfe nicht
+fallen. Ich schluckte die Thränen tapfer hinter, Fräulein
+Raimar sollte mir nicht schwächlich sehen. Alfred kommt ja
+auch bald zurück, nur acht Tage ist er fort.
+</p>
+
+<p>
+»Nun leb’ wohl, <hi rend='antiqua'>dear</hi> Ilschen. Ich habe Dir ein langer,
+langer Brief geschrieben, nun antworte mich gleich, bitte, bitte!
+Ich freu’ mir furchtbar auf Dein Brief, Du kommst doch zu
+mein Hochzeit? Neujahr werden wir getraut. Tausend Küsse,
+mein Herzkind, und grüße Deine lieber Eltern und das klein
+Babi von
+</p>
+ <signed>Dein<lb/>
+ seligste Nellie.« </signed>
+ </body></text></p>
+
+<p>
+»Nellie Doktor Althoffs Braut!« rief Ilse jubelnd. »Nun
+wird sie keine Gouvernante, Mama!«
+</p>
+
+<p>
+»Nein, nun hat sie die beste Heimat <anchor id="corr252"/><corr sic="gefunden!»">gefunden!«</corr> entgegnete
+Frau Macket, die zuweilen über Nellies komische
+Aus<pb n='253'/><anchor id='Pg253'/>drücke gelacht, zuweilen aber auch eine Thräne der Rührung
+nicht zu unterdrücken vermocht hatte, »sie ist dem alleinstehenden
+Kinde von Herzen zu gönnen. Es muß ein liebes,
+drolliges Geschöpfchen sein, ihr Brief giebt ein sprechendes
+Zeugnis davon.«
+</p>
+
+<p>
+Wenn Ilse auf dieses Kapitel kam, war sie unerschöpflich.
+Frau Anne mußte sie ernstlich mahnen, sich anzukleiden.
+</p>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img253.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+»Gleich, Mama, gleich! Ich werde mich furchtbar eilen!«
+Aber zwischen Thür und Angel wandte sie sich noch einmal,
+um zu fragen, warum Doktor Althoff sich wohl gerade in
+Nellie verliebt haben möge. Die Antwort auf diese
+sonder<pb n='254'/><anchor id='Pg254'/>bare Frage wartete sie indes nicht ab, sondern sprang die
+Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
+</p>
+
+<p>
+»Nellie Braut!« Ihre Gedanken konnten sich nicht davon
+trennen. Sie durchlebte mit der Freundin das wichtige
+Ereignis von Anfang bis Ende und war so der Gegenwart
+entrückt, daß sie lauter Verkehrtheiten machte.
+</p>
+
+<p>
+Anstatt des weißen Battistkleides hatte sie ihr Morgenkleid
+übergezogen, sie merkte es erst, als sie die blaßroten
+Schleifen daran befestigen wollte. Eilig machte sie ihren
+Fehler gut. Aber ihre Toilette war noch nicht vollständig
+vollendet, als sie dem Verlangen nicht widerstehen konnte, erst
+noch einmal Nellies Brief zu durchfliegen. »Haben Sie mich
+lieb?« »Willst Du mein kleine Frau sein?« Diese Stelle war zu
+schön, sie mußte sie nochmals lesen, dann ließ sie den Brief
+in den Schoß sinken und sann und träumte, ohne daß sie es
+wußte, wiederholten ihre Lippen die Worte: »Hast Du mich
+lieb?«
+</p>
+
+<p>
+Der Ruf der Mutter, die an die verschlossene Thür
+klopfte, schreckte sie auf und brachte sie in die Wirklichkeit
+zurück. Da lagen die Schleifen, dort die Blumen, an nichts
+hatte sie gedacht.
+</p>
+
+<p>
+»Geh nur hinunter, Mama, ich folge dir gleich!« rief
+sie und sprang in die Höhe.
+</p>
+
+<p>
+Aber Frau Anne ließ sich nicht abweisen, »sie müsse erst
+Ilses Anzug prüfen,« rief sie zurück.
+</p>
+
+<p>
+»Noch nicht fertig!« schalt sie eintretend. »O, du
+böse Ilse, was hast du gemacht? Warum ließest du
+dir nicht von Sofie helfen, wenn du allein nicht fertig
+werden konntest! Nur schnell, schnell! Jeder Augenblick ist
+kostbar!«
+</p>
+
+<p>
+Unter ihren geschickten Händen stand Ilse bald fertig
+geschmückt da. Frau Anne betrachtete sie mit freudigen
+Blicken, so reizend hatte sie ihr Kind noch niemals gesehen.
+<pb n='255'/><anchor id='Pg255'/>War der duftige Anzug daran schuld? Oder hatten die Augen
+einen besonderen Glanz?
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Kaum zehn Minuten später kam der Wagen vom Bahnhof
+zurück und brachte die Gäste. Der Landrat stieg zuerst
+aus demselben. Ungeniert nahm er Ilse, die mit ihrer Mama
+zum Empfange bereit stand, in die Arme und küßte sie auf
+die Wange. Leo begrüßte die Damen mit einem Handkuß.
+Ilse wußte jetzt, wie sie sich bei einem so kritischen Falle zu
+benehmen hatte, sie zog die Hand nicht fort, die Mama hatte
+es auch nicht gethan.
+</p>
+
+<p>
+Die Eltern führten Gontraus hinauf in die bereitstehenden
+Gastzimmer, Leo blieb noch zögernd auf der Veranda
+stehen. Er trat zu Ilse, die etwas entfernt von ihm stand.
+Sie lehnte gegen einen Pfeiler und zupfte sehr eifrig an einer
+Weinranke. Sein Blick ruhte auf dem reizenden Mädchen,
+das ihm in den wenigen Wochen, seit er sie nicht gesehen
+hatte, größer und schöner geworden schien.
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind so still und so ernst,« redete er sie an, »gar
+nicht wie im Lindenhof. Wo ist Ihr fröhlicher Uebermut
+geblieben? Drückt Sie ein Kummer?«
+</p>
+
+<p>
+»Kummer? o nein!« Und ihre Augen lachten ihn mit
+der alten Fröhlichkeit an. »Im Gegenteil, eine große, große
+Freude habe ich gehabt!« Und sie verkündete ihm Nellies
+Verlobung.
+</p>
+
+<p>
+Eigentlich wunderte es sie, daß er so wenig darauf zu
+erwidern hatte. Fast keine Miene hatte er bei dieser hochwichtigen
+Nachricht verzogen. Sein Blick hing unverwandt
+an ihren Lippen, und doch schien es, als wären seine Gedanken
+in weiter Ferne.
+</p>
+
+<pb n='256'/><anchor id='Pg256'/>
+
+<p>
+»Ist sie sehr glücklich?« fragte er in halber Zerstreuung.
+</p>
+
+<p>
+»Glücklich?« wiederholte Ilse verwundert über seine
+Frage. »Selig ist sie! Sie müssen nur ihren Brief lesen!«
+</p>
+
+<p>
+»Lesen Sie ihn mir vor,« bat er. »Lassen Sie uns die
+schöne Einsamkeit benutzen, jetzt sind wir ungestört.«
+</p>
+
+<p>
+»Das geht nicht! Nein, gewiß nicht!« rief sie beinahe
+ängstlich. Es schreckte sie plötzlich der Gedanke: Wie kannst
+du ihm Nellies geheimste Empfindungen offenbaren? – Doch
+war es dieser Gedanke allein, der sie so seltsam beklommen
+machte? Entsprang die Furcht, mit ihm allein zu sein, aus
+derselben Quelle?
+</p>
+
+<p>
+»Wenn ich Sie sehr darum bitte, auch dann nicht?«
+</p>
+
+<p>
+Sie war schon halb auf der Flucht, als seine dringende
+Bitte ihr Ohr berührte.
+</p>
+
+<p>
+»Ich kann nicht! Ich habe im Hause zu thun! Später!«
+rief sie ihm verwirrt zu, flog über die Veranda hinweg durch
+den Speisesaal bis in die offenstehende Thür des kleinen
+Boudoirs der Mama.
+</p>
+
+<p>
+Er sah ihr nach, bis der Zipfel ihres weißen Kleides
+entschwunden war. Auf seinem Antlitz spiegelten sich die verschiedensten
+Gefühle, sie drückten Zweifel, Hoffnung und Entzücken
+aus.
+</p>
+
+<p>
+Als Ilse so hastig in das kleine Zimmer trat, atemlos
+und mit heißen Wangen, erschrak sie fast, als sie den Onkel
+antraf.
+</p>
+
+<p>
+»Nun, Backfischchen, was ist dir denn begegnet?«
+fragte er und legte das Buch, in welchem er gelesen, aus
+der Hand.
+</p>
+
+<p>
+»O nichts, nichts, gar nichts!« rief sie schnell. »Ich bin
+nur so heiß und mein Herz klopft so furchtbar.«
+</p>
+
+<p>
+Ehe er noch nach der Ursache ihrer Erregung fragen
+konnte, schnitt sie ihm das Wort ab. »Eine furchtbar interessante
+Neuigkeit, Onkel Curt! Nellie ist Braut!«
+</p>
+
+<pb n='257'/><anchor id='Pg257'/>
+
+<p>
+Wer Nellie war, wußte er längst, oft genug hatte Ilse
+ihm in den Malstunden, die sie mit vielem Eifer nahm, von
+ihr erzählt, aber wie sie aussah, wußte er noch nicht, heute
+konnte sie ihm das Bild derselben zeigen. Es war ihr jetzt
+das Album nachgesandt, welches Fräulein Raimar ihr bereits
+bei der Abreise versprochen hatte. Es enthielt die Bilder der
+Lehrerinnen und Freundinnen.
+</p>
+
+<p>
+»Also Nellies Verlobung macht dir Herzklopfen?« meinte
+er etwas zweifelhaft lächelnd. »So, so! Sag’ mal, Fischchen,
+sind Gontraus schon da?«
+</p>
+
+<p>
+Diese Frage hatte Ilse überhört. »Hier ist Nellie!« fiel
+sie dem Onkel in die Rede und reichte ihm das Album.
+»Sag’, ist sie nicht reizend?«
+</p>
+
+<p>
+»Reizend? Das kann ich nicht finden,« entgegnete er
+etwas gedehnt und nach einigen prüfenden Kennerblicken.
+»Anmutig, graziös, ja, der Mund ist lieblich, Augen und
+Nase aber –«
+</p>
+
+<p>
+»Ach, Onkel,« unterbrach ihn Ilse, »du darfst sie nicht
+mit so kritischen Blicken ansehen, du kannst mir glauben,
+Nellie ist reizend! Das Bild ist auch schlecht, in Wirklichkeit
+ist sie viel hübscher!«
+</p>
+
+<p>
+Er hatte in dem Album weiter geblättert und nach dieser
+oder jener sich erkundigt. Plötzlich fragte er erregt: »Wie
+heißt diese Dame hier?«
+</p>
+
+<p>
+»Das ist meine liebste Lehrerin, Fräulein Güssow. Wir
+hatten sie alle furchtbar lieb und schwärmten für sie. Du
+kennst sie wohl?« wandte sie sich fragend an ihn. Es fiel
+ihr auf, daß er das Bild so starr betrachtete.
+</p>
+
+<p>
+»Ich kenne sie nicht, nein. Aber es muß mir im Leben
+ein Mädchen begegnet sein, das diesem Bilde glich. Doch,
+das ist lange her. Wie alt ist deine Lehrerin?«
+</p>
+
+<p>
+»Sie ist nicht mehr jung, schon siebenundzwanzig Jahre
+alt,« entgegnete Ilse nach echter Backfischart.
+</p>
+
+<pb n='258'/><anchor id='Pg258'/>
+
+<p>
+»Ja, da ist sie schon ein altes Mädchen,« bestätigte der
+Onkel. Aber nur seine Lippen scherzten, sein Auge hing mit
+Ernst und Wehmut an dem getreuen Bilde der Lehrerin.
+</p>
+
+<p>
+Wäre Ilse nicht so jung und allzu sehr mit ihrer eigenen
+kleinen Person beschäftigt gewesen, es hätte ihr auffallen
+müssen, wie andächtig und wie lange er das Bild betrachtete.
+»Du findest sie wohl hübsch?« fragte sie unbefangen.
+</p>
+
+<p>
+»Wie heißt sie? Güssow?« fragte er, und jetzt hatte er
+ihre Frage überhört. »Wie ist ihr Vorname?«
+</p>
+
+<p>
+»Charlotte.«
+</p>
+
+<p>
+»Lotte,« nickte er zustimmend, »ein schöner Name!«
+</p>
+
+<p>
+Er schloß das Album und nahm sein Buch wieder zur
+Hand. Ilses Anwesenheit schien er vergessen zu haben.
+</p>
+
+<p>
+Sie kannte ihn schon als einen Sonderling, darum fiel
+ihr sein Wesen nicht auf.
+</p>
+
+<p>
+»Komm mit hinaus auf die Veranda, Onkel,« bat sie,
+»Gontraus sind gekommen.« Diese letzten Worte setzte sie mit
+abgewandtem Gesicht hinzu.
+</p>
+
+<p>
+»Ja, ja, bald!« entgegnete er zerstreut und ließ sich nicht
+stören. »Ich folge dir gleich.«
+</p>
+
+<p>
+Zögernd und auf den Fußspitzen durchschritt sie den Speisesaal.
+Mehrmals blieb sie stehen und lauschte. Alles war still.
+Als sie die geöffnete Thüre erreicht hatte, bog sie den Kopf
+etwas vor und spähte nach beiden Seiten; als sie die Veranda
+völlig vereinsamt sah, wagte sie sich hinaus. Der Frühstückstisch
+stand bereit, sie machte sich daran zu schaffen, horchte
+dann wieder, ob die Eltern noch nicht kämen. Sie blieben
+recht lange. Wo sie nur verweilten? Wenn sie gewußt hätte,
+daß sie mit dem Landrat und seiner Frau oben im Wohnzimmer
+waren, wo sie durchaus erst dem kleinen Bruder
+eine Visite abstatten wollten, wie würde sie zu ihnen geeilt
+sein.
+</p>
+
+<p>
+Endlich vernahm sie Schritte. War das der Onkel? Es
+war nicht sein Schritt, auch würde er nicht durch die
+Haus<pb n='259'/><anchor id='Pg259'/>flur und von außen herum auf die Veranda gekommen sein.
+Vorsichtig lugte sie durch das Blätterwerk und erkannte zu
+ihrem Schrecken – Leo.
+</p>
+
+<p>
+Das Blut schoß ihr in die Wangen und der Atem stockte
+ihr in der Brust. Unmöglich konnte sie ihm jetzt gegenüberstehen!
+Sie würde nicht im stande gewesen sein, ein Wort hervorzubringen,
+und wenn sie so stumm und dumm vor ihm stand,
+was sollte er von ihr denken?
+</p>
+
+<p>
+Flucht! das war das einzige, was sie aus dieser peinlichen
+Lage befreien konnte, aber es war zu spät, er hatte sie
+gesehen, und gerade, als sie ihren eiligen Rückzug nahm,
+als sie den Salon bereits halb durchschritten hatte, holte er
+sie ein.
+</p>
+
+<p>
+»Jetzt müssen Sie bleiben, gnädiges Fräulein,« sprach
+er scherzend, »ich lasse Sie nicht fort! Sie haben mich auf
+›später‹ vertröstet und jetzt ist es ›später‹, und Sie werden sich
+allergnädigst herablassen, mir Miß Nellies Brief vorzulesen!
+eine Frau – ein Wort!«
+</p>
+
+<p>
+Nun war sie gefangen! Entfliehen konnte sie ihm nicht
+mehr, es wäre zu einfältig gewesen. Sie drückte die Hand
+fest auf das stürmisch klopfende Herz und wandte sich um.
+Scheu, wie eine wilde Taube, die sich im Netze gefangen hat,
+erhob sie das braune Auge und sah ihn an.
+</p>
+
+<p>
+Ihre Befangenheit entging ihm nicht, aber mit feinem
+Gefühle brachte er sie mit leichtem Scherze darüber hinweg.
+Er bot ihr den Arm und führte sie zu einer Ecke der Veranda,
+in welcher ein kleiner eiserner Tisch und zwei Stühle standen.
+Die Oktobersonne stahl sich durch das blutrote Weinlaub und
+neckte das junge Mädchen. Gerade in die Augen blitzte sie
+ihm ihre Strahlen hinein, so daß sie dieselben schließen
+mußte.
+</p>
+
+<p>
+»Die Sonne blendet,« bemerkte Ilse und war froh, ein
+gleichgültiges Wort gefunden zu haben. »Es ist auch so
+warm hier,« fuhr sie fort und erhob sich.
+</p>
+
+<pb n='260'/><anchor id='Pg260'/>
+
+<p>
+»Die böse Sonne! Wir wollen ihr aus dem Weg gehen!«
+Und er führte sie auf die entgegengesetzte Seite.
+</p>
+
+<p>
+Hier war es schattig und kühl und Ilse hatte keinen
+Grund mehr, sich zu erheben. Sie war auch nach und nach
+mehr Herrin ihrer Beklommenheit geworden, und als er noch
+einmal an den Brief erinnerte, fand sie sogar den früheren
+scherzhaften Ton.
+</p>
+
+<p>
+»Sie sind ein Quälgeist,« sagte sie. »Was kann es Sie
+interessieren, ›wie‹ – und ›was‹ Nellie mir schreibt! Sie
+wollen nur darüber spotten und das dürfen Sie nicht!«
+</p>
+
+<p>
+»Wie können Sie mich in so bösem Verdacht haben!«
+wehrte er ab. »Sie haben mir Ihre Freundin so liebenswürdig
+geschildert, daß mein Wunsch, von ihr zu hören, wie
+sie mit eigenen Worte von ihrem Glücke schreibt, ganz natürlich
+ist.«
+</p>
+
+<p>
+Ilse sah ihn noch etwas ungläubig an, doch, da sie den
+spottenden Zug um seinen Mund nicht entdeckte, glaubte sie
+ihm und zog den Brief aus der Tasche. Sie schlug ihn auf
+und las ihn für sich.
+</p>
+
+<p>
+»Nun?« fragte er.
+</p>
+
+<p>
+»Immer Geduld, Herr Assessor! Erst muß ich die Stellen
+aussuchen, die Sie hören dürfen! Der ganze Inhalt ist nicht
+für Ihre Ohren bestimmt!«
+</p>
+
+<p>
+»Das wäre grausam!« protestierte er dagegen, »das ist
+gerade so, als ob Sie einem Kinde ein Stückchen Zucker hinhalten
+und sagen zu ihm: du, lecke mal dran! Den Zucker
+aber steckten Sie selbst in den Mund.«
+</p>
+
+<p>
+Sie lachte lustig über seinen Vergleich, er brachte sie ganz
+in die alte, fröhliche Laune zurück. »Nun hören Sie zu, aber
+nicht spotten!« drohte sie ihm mit dem Finger.
+</p>
+
+<p>
+Es war ein anmutiges Bild, das die jungen, schönen
+Menschenkinder boten. Dicht nebeneinander saßen sie beide,
+sie lesend und er aufmerksam ihren Worten lauschend. Er
+<pb n='261'/><anchor id='Pg261'/>hatte den Arm auf den Tisch gestützt und sah auf Ilse herab,
+die den Kopf etwas vornübergebeugt hielt. Plötzlich hielt sie
+inne.
+</p>
+
+<p>
+»Lesen Sie weiter, bitte! Warum hören Sie auf? Denken
+Sie an das Stück Zucker?« Sie schwieg, wie mit sich selbst
+überlegend.
+</p>
+
+<p>
+Warum eigentlich wollte sie ihm das Schönste im ganzen
+Briefe verschweigen? Nellie hatte ihre Verlobung so drollig,
+so gemütvoll geschildert, ihre ganze Eigenart sprach sich darin
+aus.
+</p>
+
+<p>
+Als er sie noch einmal so dringend bat, fortzufahren, that
+sie es. Erst etwas zögernd, dann aber las sie fließend, ohne
+nur einmal zu stocken, zu Ende.
+</p>
+
+<p>
+Warum saß er so stumm? Sein Schweigen mußte sie
+verletzen. Sie hatte so fest erwartet, daß er sein Entzücken laut
+äußern würde! Nun sagte er gar nichts. Fast vorwurfsvoll
+sah sie ihn an, aber wie schnell senkte sie ihr Auge. Es traf
+sie sein Blick so sonderbar. Sie mußte an Doktor Althoffs
+›sonderlicher‹ Blick denken.
+</p>
+
+<p>
+»Ihre Freundin hat ein warmes, tiefes Empfinden,«
+bemerkte er endlich, aber es kam gezwungen heraus. Er fühlte
+das selbst und brach ab.
+</p>
+
+<p>
+»Fräulein Ilse,« fuhr er nach einer kleinen Pause ganz
+ohne Zusammenhang fort, »was würden Sie antworten, wenn
+– wenn jemand Sie fragen würde: Haben Sie mich
+lieb?«
+</p>
+
+<p>
+Sie war so verwirrt, so erschrocken bei seiner Frage,
+die sie wie ein Blitz aus blauem Himmel traf. Ihr heißes
+Blut wallte auf bei dem Gedanken, daß er sie verspotten
+könne.
+</p>
+
+<p>
+Fast hastig erhob sie sich. »Nein, würde ich sagen!«
+fuhr sie heraus, »ich habe niemand lieb! Niemand!« wiederholte
+sie, als ob sie erst noch einen Trumpf darauf setzen
+wollte.
+</p>
+
+<pb n='262'/><anchor id='Pg262'/>
+
+<p>
+Wenn der Brausekopf nur einen Blick auf ihn geworfen
+hätte, wie bald würde sie ihn verstanden haben! Sein Auge
+hing mit Entzücken an ihr, der Widerstand verlieh ihren Zügen
+einen neuen Reiz für ihn.
+</p>
+
+<p>
+»Ilse,« sagte er zärtlich und ergriff ihre Hand. »Wenn
+ich es wäre, der Sie fragte: Haben Sie mich lieb, wollen
+Sie meine kleine Frau sein? Würden Sie auch dann so
+sprechen?«
+</p>
+
+<p>
+Hastig entzog sie ihm ihre Hand und verhüllte das
+Gesicht.
+</p>
+
+<p>
+»Hast du mich lieb, Ilse?« – Seine Stimme klang
+weich und innig und traf ihr Herz – ein »Ja« aber brachte
+sie nicht über die Lippen. Ihr spröder Sinn ließ es nicht zu,
+oder regte sich noch einmal der alte Widerspruch in ihr?
+</p>
+
+<p>
+»Nein! Niemals!« sagte sie schnell und wandte sich
+heftig ab.
+</p>
+
+<p>
+»Nein! – niemals?« wiederholte er und sah sie in schmerzlicher
+Erregung an, »o Ilse! nehmen Sie das Wort zurück,
+es hängt das Glück meines Lebens davon ab! – Ich war
+zu schnell mit meiner Frage – nicht wahr? Ich habe Sie
+erschreckt! – Nicht jetzt geben Sie mir die Antwort, erst wenn
+Sie ruhiger sein werden, dann –«
+</p>
+
+<p>
+Er sank auf einen Stuhl und bedeckte die Augen mit
+der Hand.
+</p>
+
+<p>
+Ilse stand noch immer von ihm abgewandt, in ihr kämpften
+die widerstreitendsten Gefühle. Ihr Herz zog sie zu ihm
+hin, aber sie konnte die Brücke nicht finden, die über den
+breiten Strom führte, der sie noch von ihm trennte. Da
+war es plötzlich, als stiege Lucies Bild vor ihr auf, als vernähme
+sie eine Stimme, die ihr warnend zurief: »Willst du
+ihn verlieren? – Denke an mein Geschick!«
+</p>
+
+<p>
+»Leo,« sagte sie schüchtern und trat ihm einen Schritt
+näher, aber erschreckt über ihre Kühnheit blieb sie hocherrötend
+und mit niedergeschlagenen <anchor id="corr262"/><corr sic="Auge">Augen</corr> stehen.
+</p>
+
+<pb n='263'/><anchor id='Pg263'/>
+<pgIf output="txt"><then><p rend="ill">[Illustration]</p></then>
+<else><p><figure rend="quer" url="images/img263.jpg"><figDesc>[Illustration]</figDesc></figure></p></else></pgIf>
+
+<p>
+Wie ein Hauch fast war sein Name über ihre Lippen
+gekommen, aber er hatte ihn doch vernommen. Jubelnd
+<pb n='264'/><anchor id='Pg264'/>sprang er auf und sein Auge, das eben noch so verzagt und
+traurig geblickt hatte, leuchtete in freudigem Glanze.
+</p>
+
+<p>
+»Nun bist du meine Ilse!« rief er aus und zog sie an
+sein Herz, doch als er den ersten Kuß auf ihre Lippen
+drücken wollte, da wendete sie den Kopf zur Seite und die
+spröde, widerspenstige Ilse meldete sich noch einmal.
+</p>
+
+<p>
+»Küssen ist nicht erlaubt,« erklärte sie mit aller Entschiedenheit,
+»wie könnte ich mich von einem fremden Manne
+küssen lassen?«
+</p>
+
+<p>
+»Aber die Hand,« bat er lachend, »die Hand darf ich
+küssen!«
+</p>
+
+<p>
+Das wurde ihm gnädig bewilligt.
+</p>
+
+<p>
+Er hielt sie noch in dem Arm, als die beiden Elternpaare
+auf der Veranda erschienen. Alle hatten sofort begriffen, was
+hier geschehen war, nur der Oberamtmann stand wie versteinert
+da. Der Landrat und seine Gattin waren die ersten, die das
+Brautpaar begrüßten, beglückt nahmen sie Ilse als ihr Töchterchen
+an ihr Herz. Herr Macket hatte sich noch nicht vom
+Flecke gerührt.
+</p>
+
+<p>
+Frau Anne trat zu ihm und legte die Hand auf seinen
+Arm. »Siehst du, Richard, aus dem Kinde ist eine Jungfrau
+geworden, glaubst du es nun?« fragte sie zärtlich.
+</p>
+
+<p>
+»Ilse! Meine kleine Ilse!« brachte er endlich mühsam
+hervor und seine Brust hob und senkte sich im heftigen Kampfe.
+»Ist es wahr? Willst du mich verlassen?«
+</p>
+
+<p>
+Da flog sie an seinen Hals und küßte ihn stürmisch,
+dabei rief sie unter Weinen und Lachen: »Mein kleiner, einziger
+Herzenspapa, ich habe ihn ja so lieb!«
+</p>
+
+<milestone unit="tb" rend="stars: 3"/>
+
+<p>
+Nun ist eigentlich meine Erzählung zu Ende, denn die
+überraschten Gesichter der Gäste zu schildern ist langweilig,
+selbst wenn die Ueberraschung ihnen so unerwartet kam, wie
+<pb n='265'/><anchor id='Pg265'/>Ilses Verlobung am Erntefeste. Eins aber muß ich meinen
+lieben Leserinnen noch mitteilen, wie nämlich Onkel <anchor id="corr265"/><corr sic="Kurt">Curt</corr> an
+demselben Tage plötzlich verschwunden war. Während alle
+fröhlich bei der Tafel saßen, hatte er sich von Johann still
+und ohne Aufsehen nach dem Bahnhof fahren lassen.
+</p>
+
+<p>
+Frau Macket fiel seine Flucht nicht weiter auf, sie kannte
+ihren Bruder als einen unstäten Geist, der, wie es ihm
+einfiel, kam und verschwand. – Drei Wochen vergingen ohne
+das geringste Lebenszeichen, da endlich langte ein Brief aus
+München von ihm an. Sein Inhalt versetzte alle auf Moosdorf
+in sprachloses Erstaunen. Ilse aber kam darüber ganz
+außer Rand und Band. Sie klatschte in die Hände, tanzte
+im Zimmer umher und rief jubelnd: »Ich bin die Ursache
+ihres Glückes, durch mich haben sie sich gefunden! Was wird
+Leo dazu sagen? Wie freue ich mich!« – Doch ich will
+nicht vorgreifen, sondern lieber den kurzen Inhalt des Briefes
+mitteilen.
+</p>
+
+<p>
+»Wir sind auf der Hochzeitsreise. Lotte und ich wollen
+den Winter in Italien zubringen. Ihr wundert Euch, nicht
+wahr? Ist aber gar nichts dabei zu verwundern. Lotte und
+ich waren schon uralte Brautleute, haben nur niemals davon
+gesprochen. – Im Frühjahr kehren wir zurück, ich werde
+Euch dann meine junge Frau vorstellen. – Dem Fischchen
+besonderen Gruß – sie weiß schon warum. Soll übrigens
+fleißig weitermalen, wenn der Brautstand ihr die Zeit dazu
+läßt.« –
+</p>
+
+<p>
+»Nun bin ich Deine Tante, mein Liebling! Wer hätte
+das gedacht!« schrieb seine Frau, ehemals Fräulein Güssow,
+unter den Brief. »Wie gern hätte ich Dir längst die ganze
+wunderbare Geschichte, – und wie alles gekommen ist, mitgeteilt,
+aber ich durfte es nicht. Onkel <anchor id="corr265a"/><corr sic="Kurt">Curt</corr> wollte erst nach
+unsrer Verheiratung die Erlaubnis dazu geben. Auch heute
+kann ich nur wenige Zeilen Dir schreiben, mein Mann steht
+hinter mir und treibt, daß ich aufhöre.
+</p>
+
+<pb n='266'/><anchor id='Pg266'/>
+
+<p>
+»Denkst Du noch an Lucies Geschichte? – Jene Lucie
+hieß Lotte und war ich selbst – und der Maler? – Nun,
+Du errätst schon, wer es war, ohne daß ich ihn nenne.
+</p>
+
+<p>
+»Wenn wir zurückkehren, bist Du am Ende auch eine
+junge Frau? Wie habe ich mich gefreut über dein sonniges
+Glück, Herz! Der Himmel erhalte es Dir!«
+</p>
+ <pgIf output="html"><then><p rend="margin-top:2"><figure url="images/img266.png"><figDesc>[Ornament]</figDesc></figure></p></then></pgIf>
+ </body>
+ <back>
+ <div rend="page-break-before:right; x-class: boxed">
+ <index index="toc"/><index index="pdf"/>
+ <head>Bemerkungen zur Textgestalt</head>
+ <pgIf output="txt">
+ <then>
+ <p>Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr römische Zahlen
+ (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung wiedergegeben) und einzelne Wörter aus
+ fremden Sprachen, hier durch Unterstrich (_) gekennzeichnet, ebenso wie
+ gesperrt gesetzte Passagen.</p>
+ </then>
+ <else>
+ <p>Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr römische Zahlen
+ (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung wiedergegeben) und einzelne Wörter aus
+ fremden Sprachen (hier kursiv).
+ Gesperrt gesetzte Passagen sind in dieser Form übernommen.</p>
+ </else>
+ </pgIf>
+ <p>Korrektur von offensichtlichen Druckfehlern:</p>
+ <list>
+ <item><ref target="corr038">Seite 38</ref>: Anführungszeichen ergänzt hinter »nicht,«</item>
+ <item><ref target="corr061">Seite 61</ref>: erste Zeile ausgefallen, ergänzt nach 28. Auflage
+ (»Grüße nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die«)</item>
+ <item><ref target="corr070">Seite 70</ref>: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert
+ vor und nach »Ich kann nicht,«</item>
+ <item><ref target="corr133">Seite 133</ref>: Anführungszeichen ergänzt hinter »Lubauer.«</item>
+ <item><ref target="corr137">Seite 137</ref>: Anführungszeichen ergänzt hinter »Macket.«</item>
+ <item><ref target="corr153">Seite 153</ref>: Punkt ergänzt hinter »solle«</item>
+ <item><ref target="corr159">Seite 159</ref>: Anführungszeichen ergänzt vor »Mein«
+ und hinter <ref target="corr159a">»Breitner.«</ref></item>
+ <item><ref target="corr191">Seite 191</ref>: Anführungszeichen ergänzt vor »aber«</item>
+ <item><ref target="corr237">Seite 237</ref>: Punkt ergänzt hinter »langweilig«</item>
+ <item><ref target="corr250">Seite 250</ref>: doppeltes in einfaches Anführungszeichen geändert hinter »will.«
+ und <ref target="corr250a">»Nellie?«</ref></item>
+ <item><ref target="corr252">Seite 252</ref>: öffnendes in schließendes Anführungszeichen geändert hinter »gefunden!«</item>
+ <item><ref target="corr262">Seite 262</ref>: »Auge« geändert in »Augen«</item>
+ <item><ref target="corr265">Seite 265</ref>: »Kurt« geändert in »Curt« (<ref target="corr265a">zweimal</ref>)</item>
+ </list>
+ </div>
+ <div rend="page-break-before: right">
+ <divGen type="pgfooter" />
+ </div>
+ </back>
+ </text>
+</TEI.2>
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--- /dev/null
+++ b/31309.txt
@@ -0,0 +1,9756 @@
+The Project Gutenberg EBook of Der Trotzkopf by Emmy von Rhoden
+
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no
+restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under
+the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or
+online at http://www.gutenberg.org/license
+
+
+
+Title: Der Trotzkopf
+
+Author: Emmy von Rhoden
+
+Release Date: February 17, 2010 [Ebook #31309]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: US-ASCII
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+
+
+
+
+ Der Trotzkopf.
+
+ Eine Pensionsgeschichte
+
+ fuer
+
+ erwachsene Maedchen
+
+ von
+
+ Emmy von Rhoden.
+
+39. Auflage.
+
+Illustriert von _August Mandlick_.
+
+
+Stuttgart
+_Verlag von Gustav Weise._
+
+
+
+
+
+ Druck von Munz & Geiger, Stuttgart.
+
+
+
+
+
+ VORWORT
+
+
+ zur zweiten Auflage.
+
+
+Die zweite Auflage dieses Buches ist der ersten in kuerzerer Frist als der
+eines Jahres gefolgt. Sie ist mit dem Bilde der Verfasserin geschmueckt,
+damit die jugendlichen Leserinnen auch die Zuege derjenigen kennen und
+lieben lernen, die ihnen dies schoene Vermaechtnis hinterlassen hat. Sie hat
+diese Liebe reich verdient; sie hat dieselbe im Leben bei all denen, die
+ihr edles Herz kannten, im vollsten Masse genossen und sich weit ueber das
+Grab hinaus gesichert.
+
+Emmy von Rhoden war das Pseudonym der zu frueh dahingegangenen Gattin eines
+unsrer beliebtesten Schriftsteller, meines Freundes Friedrich Friedrich.
+Mir selbst und den Meinen war die Verfasserin eine teure Freundin, deren
+schriftstellerisches Debuet ich mit waermstem Interesse begleitete. Als sie
+ihre ersten, fuer ein juengeres Alter berechneten Jugendschriften ("_Das
+Musikantenkind_", eine Erzaehlung fuer Kinder von 11-14 Jahren, und
+"_Lenchen Braun_", eine Weihnachtsgeschichte fuer Kinder von 10-12 Jahren)
+veroeffentlichte und damit schnell litterarisches Aufsehen und nachhaltige
+Freude in den empfaenglichen Gemuetern der Kinderwelt erregte, hatte Emmy
+Friedrich Friedrich aus Bescheidenheit das Pseudonym Emmy von Rhoden
+gewaehlt. Jetzt hat der Tod den Schleier der Pseudonymitaet gelueftet.
+
+Es ist mir ein Herzensbeduerfnis, den Wunsch meines tiefgebeugten Freundes
+zu erfuellen, der aus leichtbegreiflichen Gruenden es nicht ueber sich
+vermochte, der zweiten Auflage des "Trotzkopf" ein Vorwort zu geben. Er
+war der Meinung, dass ich, der ich die Unvergessliche in ihrer
+liebenswuerdigen menschlichen und schriftstellerischen Eigenart genau
+kannte, ein charakterisierendes Einfuehrungswort der neuen Auflage finden
+wuerde. Nun aber, da ich das innerliche Wesen dieser seltenen Frau in Worte
+kleiden soll, fuehle ich die ganze Schwere dieser Aufgabe. Soll ich von der
+Gemuetstiefe reden, mit welcher die Verewigte das Wesen der Jugend erfasste;
+von dem innigen Verstaendnis, welches sie den Eigentuemlichkeiten einer
+jungen Maedchenseele entgegenbrachte; von der feinen Beobachtung des
+jugendlichen Gebarens; von der farbenfrischen Erzaehlerkunst, mit welcher
+sie vor dem seelischen Ohr des Lesers auch die zartesten Saiten der
+jugendlichen Empfindung erklingen liess?
+
+Wer einen Ueberblick ueber die neueste Unterhaltungslitteratur fuer die
+Jugend gewann, in welcher sich allerlei Unnatur und Tendenz aufdringlich
+breit macht, wird die grossen Vorzuege erkennen, welche den "Trotzkopf" zu
+einer echten und wahren Jugendschrift machen. Diese Erzaehlung ist
+natuerlich frisch, unterhaltend und spannend, und was schwerer als dies
+alles wiegt: sie ist psychologisch wahr! Mit gluecklichem Takt hat die
+Verfasserin alles rein Belehrende, alles Pedantische und unnatuerlich Pruede
+vermieden. Sie erzaehlt mit ungekuenstelter Natuerlichkeit, wie ein junges,
+ungebaendigtes Menschenkind durch das Leben selbst erzogen wird. Deshalb
+wirkt dies Buch auch im besten Sinne erziehend. Eine Erzaehlung, welche die
+jugendlichen Gemueter nicht fesselt und packt, bleibt wirkungslos und wenn
+tausend weise Lehren in dieselbe hineingestreut sind, denn diese sind nur
+graue Theorien, waehrend das Gruen des goldenen Lebensbaumes nur aus dem
+Leben selbst emporwaechst.
+
+Und so moege dies anziehende, von der Sonne der Phantasie beglaenzte Werk,
+das auf innerlichster Lebenserfahrung aufgebaut ist, seinen Weg weiter
+gehen zur Freude der gern angeregten Jugend! Es ist der Segen aller guten
+und edlen Naturen, dass ihre Schoepfungen auf viele Generationen hinaus
+wirken. Des alten Sebastian Frank Wort mag sich auch an dieser
+Jugendschrift als wahr erweisen: "Das aber ist der Buecher rechter einiger
+Gebrauch, dass wir darinnen ein Zeugnis unsres Herzens sehen."
+
+_Berlin_, Oktober 1885.
+ *Franz Hirsch.*
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+"Papa, Diana hat Junge!"
+
+Mit diesen Worten trat ungestuem ein junges, schlankes Maedchen von fuenfzehn
+Jahren in das Zimmer, in welchem sich ausser dem Angeredeten, dessen Frau
+und dem Prediger des Ortes, noch Besuch aus der Nachbarschaft, ein Herr
+von Schaeffer mit Frau und seinem erwachsenen Sohne, befand.
+
+Alles lachte und wandte sich dem kleinen Backfische zu, der ohne jede
+Verlegenheit auf den Papa zueilte und ausfuehrlich ueber das wichtige
+Ereignis berichtete.
+
+"Es sind vier Stueck, Papa," erzaehlte sie lebhaft, "und braun sehen sie
+aus, wie Diana. Komm sieh dir sie an, es sind zu reizende Tierchen! Vorn
+an den Pfoetchen haben sie weisse Spitzen. Ich habe gleich einen Korb geholt
+und mein Kopfkissen hineingelegt, sie muessen doch warm liegen, die kleinen
+Dinger."
+
+Herr Oberamtmann Macket hatte den Arm um die Schulter seines Lieblings
+gelegt und strich ihm das wirre Lockenhaar aus dem erhitzten Gesicht,
+dabei sah er sein Kind mit wohlgefaelligen Blicken an, was eigentlich zu
+verwundern war, da Ilse in einem Aufzuge hereingekommen, der durchaus
+nicht geeignet war, Wohlgefallen zu erregen, besonders in diesem
+Augenblicke, wo fremde Augen denselben musterten. Das verwaschene,
+dunkelblaue Kattunkleid, blusenartig gemacht und mit einem Lederguertel
+gehalten, mochte wohl recht bequem sein, aber kleidsam war es nicht, und
+einige Flecken und Risse darin dienten ebenfalls nicht dazu, die Eleganz
+desselben zu heben. Die hohen, plumpen Lederstiefel, die unter dem kurzen
+Kleide hervorblickten, waren tuechtig bestaubt und sahen eher grau als
+schwarz aus. Aber wie gesagt, Herrn Macket genierte dieser Aufzug gar
+nicht, er sah in die froehlichen, braunen Augen seines Lieblings, um dessen
+Kleider kuemmerte er sich nicht.
+
+Er war im Begriffe, sich zu erheben, um seines Kindes Wunsch zu erfuellen,
+als seine Gattin, eine vornehme Erscheinung mit sanften und doch
+bestimmten Zuegen, ihm zuvorkam. Sie hatte sich erhoben und trat auf Ilse
+zu.
+
+"Liebe Ilse," sagte sie in freundlichem Tone und nahm dieselbe bei der
+Hand, "ich moechte dir etwas sagen, Kind. Willst du mir auf einen
+Augenblick in mein Zimmer folgen?"
+
+Sehr ruhig, aber sehr bestimmt waren die Worte gesprochen und Ilse fuehlte,
+dass ein Widerstand dagegen vergeblich sein wuerde. Ungern und gezwungen
+folgte sie der Mutter in das anstossende Gemach.
+
+"Was willst du mir sagen, Mama?" fragte sie und sah Frau Macket trotzig
+an.
+
+"Nichts weiter, mein Kind, als dass du sogleich auf dein Zimmer gehst und
+dich umkleidest. Du wusstest wohl nicht, dass Gaeste bei uns waren?"
+
+"Doch, ich wusste es, aber ich mache mir nichts daraus," gab Ilse kurz zur
+Antwort.
+
+"Aber ich, Ilse. Ich kann nicht gleichgueltig dabei sein, wenn du in einem
+so unordentlichen Kostueme dich blicken laesst. Du bist kein Kind mehr mit
+deinen fuenfzehn Jahren; bedenke, dass du seit Ostern konfirmiert bist, eine
+angehende junge Dame aber muss den Anstand wahren. Was soll der junge
+Schaeffer von dir denken, er wird dich auslachen und dich verspotten."
+
+"Der dumme Mensch!" fuhr Ilse auf. "Ob der ueber mich lacht oder spottet,
+ist mir ganz gleichgueltig. Ich lache auch ueber ihn! Thut, als ob er ein
+Herr waere mit seinem Klemmer und geht doch noch in die Schule."
+
+"Er ist in Prima auf dem Gymnasium und zaehlt neunzehn Jahre. Nun sei
+vernuenftig und kleide dich um, Kind, hoerst du?"
+
+"Nein, - ich ziehe kein andres Kleid an, ich will mich nicht putzen!"
+
+"Wie du willst, aber dann bitte ich dich, ja ich wuensche es entschieden,
+dass du in deinem Zimmer bleibst und dein Abendbrot dort verzehrst," gab
+Frau Macket mit grosser Ruhe zur Antwort.
+
+Ilse biss auf die Unterlippe und trat mit dem Fusse heftig auf die Erde,
+aber sie sagte nichts. Mit einer schnellen Wendung ging sie zur Thuer
+hinaus und warf dieselbe unsanft hinter sich zu. Oben in ihrem Zimmer liess
+sie sich auf einen Stuhl fallen, stuetzte die Ellbogen auf das Fensterbrett
+und weinte Thraenen des bittersten Unmutes.
+
+"O wie schrecklich ist es jetzt!" stiess sie schluchzend heraus. "Warum hat
+auch der Papa wieder eine Frau genommen, - es war so viel, viel huebscher,
+als wir beide allein waren! Alle Tage muss ich lange Reden hoeren ueber Sitte
+und Anstand und ich will doch keine Dame sein, ich will es nicht - und
+wenn sie es zehnmal sagt!" - -
+
+Als sie mit ihrem Vater noch allein war, fuehrte sie freilich ein
+ungebundeneres und lustigeres Leben. Niemand hatte ihr Vorschriften zu
+machen oder durfte ihre dummen Streiche hindern; was sie auch ausfuehrte,
+es galt alles als unuebertrefflich. Das Lernen wurde nur als langweilige
+Nebensache betrachtet und die Gouvernanten fuegten sich entweder dem Willen
+ihrer Schuelerin oder sie gingen davon. Beklagte sich ja einmal diese oder
+jene bei dem Vater und hatte derselbe auch wirklich den festen Entschluss
+gefasst, ein Machtwort zu sprechen gegen sein unbaendiges Kind, er kam nicht
+dazu, es auszufuehren. Sobald er mit ernster Miene ihr gegenueber trat, fiel
+Ilse ihm um den Hals, nannte ihn ihren "einzigen, kleinen Papa", trotzdem
+er ein sehr grosser, kraeftiger Mann war, und kuesste ihm Mund und Wangen.
+Versuchte er, ihr ernste Vorstellungen zu machen, hielt sie ihm den Mund
+zu.
+
+"Ich weiss ja alles, was du mir sagen willst, und ich will mich ganz gewiss
+bessern!" mit solchen und aehnlichen Worten und Versprechungen troestete sie
+den Papa - ach und wie gern liess er sich also troesten! Er konnte dem Kinde
+nie ernstlich zuernen, es war sein alles.
+
+Als Ilses Mutter starb, legte sie ihm das kleine hilflose Ding in den Arm.
+Es hatte die schoenen, frohen Augen der frueh Geschiedenen geerbt, und
+blickte sie ihn an, war es ihm, als ob die Gattin, die er so sehr geliebt
+hatte, ihn anlaechle.
+
+Lange Jahre war er einsam geblieben und hatte nur fuer sein Kind gelebt. Da
+lernte er seine zweite Frau kennen. Ihr kluges, sanftes Wesen fesselte ihn
+so, dass er sie heimfuehrte.
+
+Frau Anne betrat das Haus ihres Mannes mit dem festen Vorsatze, seinem
+Kinde die treueste, liebevollste Mutter zu sein und alles aufzubieten, um
+ihr die frueh Verlorene zu ersetzen; indes jede herzliche Annaeherung von
+ihrer Seite scheiterte an Ilses trotzigem Widerstande. Bald ein Jahr
+waltete sie nun schon als Frau und Stiefmutter und noch immer hatte sie es
+nicht vermocht, Ilses Liebe zu gewinnen. - - -
+
+Die Gaeste blieben zum Abendessen auf Moosdorf, so hiess das grosse Gut des
+Oberamtmann Macket. Als der Tisch gedeckt war und alle sich an demselben
+niedergesetzt hatten, fragte Herr Macket, warum Ilse noch nicht anwesend
+sei.
+
+Frau Anne erhob sich und zog an der Klingelschnur. Der eintretenden
+Dienstmagd befahl sie, das Fraeulein zu Tisch zu rufen. - - - -
+
+Ilse sass noch in derselben Stellung am Fenster. Sie hatte sich
+eingeschlossen und die Magd musste erst tuechtig pochen und rufen, bevor sie
+sich bequemte, die Thuer zu oeffnen.
+
+"Sie sollen herunterkommen, Fraeulein, die gnaedige Mama hat es befohlen,"
+sagte Kathrine und betonte das "sollen" und "befohlen" so recht
+auffallend.
+
+"Ich soll!" rief Ilse und wandte den Kopf hastig herum, "aber ich will
+nicht! Sag' das der gnaedigen Frau Mama!"
+
+"Ja," sagte Kathrine, so recht befriedigt von dieser Antwort, denn auch
+sie war durchaus nicht damit einverstanden gewesen, dass wieder eine Frau
+in das Haus gekommen war, welche der schoenen Freiheit ein Ende gemacht
+hatte, "ja, ich werd's bestellen. Gnaediges Fraeulein haben ganz recht, das
+ewige Befehlen, wenn man selbst alt genug ist, ist hoechst unpassend, noch
+dazu, wenn fremde Leute dabei sind."
+
+Und sie ging hinunter in das Speisezimmer und fuehrte woertlich Ilses
+Bestellung aus.
+
+Herr Macket blickte seine Frau verlegen an, er wusste gar nicht, was diese
+Antwort bedeuten sollte. Sie verstand seine stumme Frage und ohne im
+geringsten den Unmut merken zu lassen, den sie in ihrem Innern empfand,
+sagte sie gelassen: "Ilse ist nicht ganz wohl, lieber Mann, sie klagte
+etwas ueber Kopfschmerzen. Kathrine hat ihre Bestellung ungeschickt
+ausgerichtet."
+
+Alle Anwesenden errieten sofort, dass Frau Anne eine Ausrede machte, nur
+Herr Macket glaubte, dass es sich in Wahrheit so verhielt.
+
+"Wollen wir nicht lieber einen Boten zum Arzt schicken?" fragte er
+besorgt.
+
+Die Antwort hierauf gab ihm sein Kind selbst, das heisst, sie bewies ihm,
+dass ihr kein Finger weh that. Laut jubelnd und lachend trieb sie einen
+Reif mit einem Stock ueber den grossen Rasenplatz, und der Jagdhund, Tyras,
+sprang demselben nach, und wenn er mit seinen Pfoten den Reif beinahe
+erhascht hatte und ihn doch nicht halten konnte, stiess er ein aergerliches
+Geheul aus, worueber Ilse sich totlachen wollte.
+
+Herrn Mackets Gesicht verklaerte sich ordentlich bei diesem Anblicke. Er
+stand auf, trat in die offenstehende Fluegelthuer des Zimmers und eben im
+Begriffe, Ilse zu rufen, hielt ihn Frau Anne davon zurueck.
+
+"Lass sie - ich bitte dich, - lieber Mann," bat sie, vor Unwillen leicht
+erroetend, und zu den Gaesten gewendet setzte sie hinzu: "Es thut mir leid,
+nun doch die Wahrheit sagen zu muessen, indes Ilses Benehmen zwingt mich
+dazu."
+
+Und sie erzaehlte so mildernd als moeglich den kleinen Vorfall. Es wurde
+darueber gelacht, ja Herr von Schaeffer behauptete, die kleine habe
+Temperament und es sei schade, dass sie kein Knabe sei. Seine hochgebildete
+Frau konnte ihm nicht beistimmen, sie fand das wilde Maedchen geradezu
+entsetzlich und nannte es auf dem Heimwege ein _enfant terrible_.
+
+Als die Gaeste fortgefahren waren, blieb der Prediger noch zurueck. Derselbe
+war ein wohlwollender, nachsichtiger Mann, der Ilsen vaeterlich zugethan
+war. Er hatte sie getauft und eingesegnet, unter seinen Augen war sie
+herangewachsen. Seit kurzer Zeit, seitdem die letzte Gouvernante ihren
+Abschied genommen hatte, leitete er auch ihren Unterricht.
+
+Es trat ein augenblickliches, beinahe peinliches Stillschweigen ein. Ein
+jeder der drei Anwesenden hatte etwas auf dem Herzen und scheute sich
+doch, das erste Wort zu sprechen. Herr und Frau Macket sassen am Tische, er
+rauchend, sie eifrig mit einer Handarbeit beschaeftigt. Prediger Wollert
+ging im Zimmer auf und ab und sah recht ernst und nachdenklich aus.
+Endlich blieb er vor dem Oberamtmann stehen.
+
+"Es kann nichts helfen, lieber Freund," redete er denselben an, "das Wort
+muss heraus. Es geht nicht mehr so weiter, wir koennen das unbaendige Kind
+nicht zuegeln, es ist uns ueber den Kopf gewachsen."
+
+Der Oberamtmann sah den Prediger verwundert an. "Wie meinen Sie das?"
+fragte er, "ich verstehe Sie nicht."
+
+"Meine Meinung ist, geradeheraus gesagt, die," fuhr der erstere fort, "das
+Kind muss fort von hier, in eine Pension."
+
+"Ilse? In eine Pension? Aber warum, sie hat doch nichts verbrochen!" rief
+Herr Macket ganz erschreckt.
+
+"Verbrochen!" wiederholte laechelnd der Prediger. "Nein, nein, das hat sie
+nicht! Aber muss denn ein Kind erst etwas Boeses gethan haben, um in ein
+Institut zu kommen? Es ist doch keine Strafanstalt. Hoeren Sie mich ruhig
+an, lieber Freund," fuhr er besaenftigend fort und legte die Hand auf
+Mackets Schulter, als er sah, dass dieser heftig auffahren wollte. "Sie
+wissen, wie ich Ilse liebe, und wissen auch, dass ich nur das Beste fuer sie
+im Auge habe; nun wohl, ich habe reiflich ueberlegt und bin zu dem
+Resultate gekommen, dass Sie, Ihre Frau und ich nicht Macht genug besitzen,
+sie zu erziehen. Sie trotzt uns allen dreien, was soll daraus werden? Sie
+hat soeben ein glaenzendes Beispiel ihrer widerspenstigen Natur gegeben."
+
+Der Oberamtmann trommelte auf dem Tische. "Das war eine Ungezogenheit, die
+ich bestrafen werde," sagte er. "Etwas Schlimmes kann ich nicht darin
+finden. Mein Gott, Ilse ist jung, halb noch ein Kind, und Jugend muss
+austoben. Weshalb soll man einem uebermuetigen Maedchen so strenge Fesseln
+anlegen und es Knall und Fall in eine Pension bringen? Was ist dabei, wenn
+es einmal ueber den Strang schlaegt? Verstand kommt nicht vor den Jahren!
+Was sagst du dazu, Anne," wandte er sich an seine Frau, "du denkst wie
+ich, nicht wahr?"
+
+"Ich dachte wie du," entgegnete Frau Anne, "vor einem Jahre, als ich
+dieses Haus betrat. Heute urteile ich anders, heute muss ich dem Herrn
+Prediger recht geben. Ilse ist schwer zu erziehen, trotz aller
+Herzensguete, die sie besitzt. Ich weiss nichts mit ihr anzufangen, soviel
+Muehe ich mir auch gebe. Gewoehnlich thut sie das Gegenteil von dem, was ich
+ihr sage. Bitte ich sie, ihre Aufgaben zu machen, so thut sie entweder,
+als ob sie mich nicht verstanden hat, oder sie nimmt hoechst unwillig ihre
+Buecher, wirft sie auf den Tisch, setzt sich davor und treibt allerhand
+Nebendinge. Nach kurzer Zeit erhebt sie sich wieder und fort ist sie! Da
+hilft kein guetiges Zureden, keine Strenge, sie will nicht! Frage den Herrn
+Prediger, wie ungleichmaessig Ilses wissenschaftliche Bildung ist, wie sie
+zuweilen sogar noch orthographische Fehler macht."
+
+"Was kommt bei einem Maedchen darauf an," entgegnete Herr Macket und erhob
+sich. "Eine Gelehrte soll sie nicht werden; wenn sie einen Brief schreiben
+kann und das Einmaleins gelernt hat, weiss sie genug."
+
+Der Prediger laechelte. "Das ist Ihr Ernst nicht, lieber Freund. Oder wuerde
+es Ihnen Freude machen, wenn man von Ihrer Tochter sagte, dass sie dumm sei
+und nichts gelernt habe! Ilse hat gute Anlagen, es fehlt ihr nur der
+Trieb, die Lust zum Lernen. Beides wird sich einstellen, sobald sie unter
+junge Maedchen ihres Alters kommt. Das Streben derselben wird ihren Ehrgeiz
+wecken und ihr bester Lehrmeister sein."
+
+Die Wahrheit dieser Worte leuchtete Herrn Macket ein, aber die Liebe zu
+seinem Kinde liess es ihn nicht laut eingestehen. Der Gedanke, dasselbe von
+sich zu geben, war ihm furchtbar. Nicht taeglich es sehen und hoeren zu
+koennen, - ihm war als ob die Sonne ploetzlich aufhoeren muesse zu scheinen,
+als solle ihm Licht und Leben genommen werden.
+
+Frau Anne empfand, was in ihres Mannes Herzen vorging, liebevoll trat sie
+zu ihm und ergriff seine Hand.
+
+"Denke nicht, dass ich hart bin, Richard, wenn ich fuer den Vorschlag unsres
+Freundes stimme," sagte sie. "Ilse steht jetzt auf der Grenze zwischen
+Kind und Jungfrau, noch hat sie Zeit, das Versaeumte nachzuholen und ihre
+unbaendige Natur zu zuegeln. Geschieht das nicht, so koennte man eines Tages
+unser Kind als unweiblich bezeichnen, waere das nicht furchtbar?"
+
+Er hoerte kaum, was sie sprach. "Ihr wollt sie einsperren," sagte er
+erregt, "aber das haelt sie nicht aus. Lasst sie erst aelter werden, es ist
+dann immer noch Zeit genug, sie fortzugeben."
+
+Dagegen protestierten Frau Anne und der Prediger auf das entschiedenste;
+sie bewiesen, dass jetzt die hoechste Zeit sei, wenn die Pension noch etwas
+nuetzen solle.
+
+"Ich wuesste ein Institut in W., das ich fuer Ilse ausgezeichnet empfehlen
+koennte," erklaerte der Prediger. "Die Vorsteherin desselben ist mir genau
+bekannt, sie ist eine vorzuegliche Dame. Neben der Pension, die unter ihrer
+Leitung herrlich gediehen ist, hat sie eine Tagesschule in das Leben
+gerufen, die sich von Jahr zu Jahr vergroessert hat. Ilse wuerde den besten
+Unterricht und die liebevollste Pflege vereint finden. Und welch ein
+Vorzug ist nicht die wunderbare Lage dieses Ortes. Die Berge ringsum, die
+kostbare Luft - - -"
+
+"Ja ja," unterbrach ihn Herr Macket unruhig und abwehrend, "ich glaube das
+alles gern! Aber lasst mir Zeit, bestuermt mich nicht weiter. Ein so
+wichtiger Entschluss, selbst wenn er notwendig ist, bedarf der Reife." -
+
+Er kam schneller als er geglaubt hatte. -
+
+Am andern Morgen, es war noch sehr frueh, traf der Oberamtmann sein
+Toechterchen, wie es eben im Begriffe war, hinaus auf die Wiese zu reiten,
+um das Heu mit einzuholen. Ungeniert hatte Fraeulein Ilse sich auf eines
+der Pferde, das vor dem Leiterwagen gespannt war, von dem Kutscher
+hinaufheben lassen, derselbe stand auf dem Wagen und hielt die Zuegel in
+der Hand.
+
+"Guten Morgen, Papachen!" rief sie ihm laut schon von weitem entgegen,
+"wir wollen auf die Wiese fahren, das Heu muss herein; der Hofmeister sagt,
+wir bekommen gegen Mittag ein Gewitter. Ich will gleich mit aufladen
+helfen!"
+
+Der Vater hatte heute nicht die unbefangene Freude an dem Wesen seines
+Kindes, ihm fielen die Worte seiner Frau vom gestrigen Abend ein. Ilse sah
+wenig weiblich in diesem Augenblicke aus, eher glich sie einem wilden
+Buben. Wie ein solcher sass sie auf dem Pferde und hatte die Fuesse an beiden
+Seiten herunterhaengen. Das kurze blaue Kleid deckte dieselben nicht, man
+sah den plumpen, hohen Lederstiefel und noch ein Stueck des bunten
+Strumpfes. Es war wahrlich kein schoener Anblick.
+
+"Steig' herab, Ilse," sagte Herr Macket, dicht zu ihr tretend, um ihr beim
+Heruntersteigen behilflich zu sein, "du wirst jetzt nicht auf die Wiese
+reiten, hoerst du, sondern deine Aufgaben machen."
+
+Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass der Vater in so bestimmter Weise
+zu ihr sprach. Im hoechsten Grade verwundert blickte sie ihn an, aber sie
+machte keine Miene, seiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie schlug die
+Arme ineinander und fing an, herzlich zu lachen.
+
+"Hahahaha! Arbeiten soll ich! Du kleiner reizender Papa, wie kommst du
+denn auf diesen komischen Einfall? Mach' nur nicht ein so boeses Gesicht!
+Weisst du, wie du jetzt aussiehst? Gerade wie Mademoiselle, die letzte,
+Papa, von den vielen, - wenn sie boese war! {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Fraeulein Ilse, gehen Sie auf
+Ihr Zimmer _mais tout-de-suite_. Aben Sie mir _compris_!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Dabei zog sie
+die Stirn in Falten und riss die Augen auf - so", und sie versuchte es
+nachzuahmen. "Oh, es war zu himmlisch! Adieu Papachen, zum Fruehstueck komm'
+ich zurueck!"
+
+Sie warf ihm noch eine Kusshand zu, lachte ihn schelmisch an und fort
+ging's im lustigen Trabe hinaus auf die Wiese in den taufrischen
+Sommermorgen hinein.
+
+Herr Macket schuettelte den Kopf, mit einem Male stiegen ernstliche
+Bedenken wegen Ilses Zukunft in ihm auf. Er fand den Gedanken, sie in eine
+Pension zu geben, heute weniger schrecklich, als gestern. Sie hatte ihm
+soeben den Beweis gegeben, dass sie auch ihm Widerstand entgegensetzte.
+Freilich musste er sich gestehen, dass er durch seine Nachgiebigkeit
+denselben in ihr gross gezogen hatte.
+
+Er ging in das Speisezimmer und trat von dort auf die Veranda, die
+weinumrankt sich an der Vorderseite des Hauses entlang zog. Seine Frau
+erwartete ihn dort am gedeckten Fruehstueckstische.
+
+Ganz gegen seine Gewohnheit war er still und einsilbig. "Hattest du
+Unannehmlichkeiten?" fragte Frau Anne und reichte ihm den Kaffee.
+
+"Nein," entgegnete er, "das nicht." Er hielt einen Augenblick inne, als ob
+es ihm schwer wuerde, weiter zu sprechen, dann fuhr er fort: "Ich moechte
+dir eine Mitteilung machen, oder richtiger gesagt, dir meinen Entschluss
+wegen unsres gestrigen Gespraeches verkuenden. Zum 1. Juli soll Ilse in die
+Pension."
+
+"Du scherzest," sagte Anne und sah ihn fragend an.
+
+"Es ist mein Ernst," erwiderte er. "Wirst du im stande sein, bis zu dem
+Termine alles zu Ilses Abreise einrichten zu koennen? Wir haben heute den
+12. Juni."
+
+"Ja, das wuerde ich koennen, lieber Richard; aber verzeihe, mir kommt dein
+Entschluss etwas uebereilt vor. Wird er dich nicht gereuen? Lass Ilse die
+schoenen Sommermonate noch ihre Freiheit geniessen und gieb sie erst zum
+Herbste fort. Der Abschied von der Heimat wird ihr dann weniger schwer
+werden."
+
+"Nein, keine Aenderung," sagte er, bei einem laengeren Hinausschieben
+seinen Wankelmut fuerchtend, "es bleibt dabei - zum 1. Juli wird sie
+angemeldet."
+
+Nach einigen Stunden kehrte Ilse wohlgemut mit erhitzten Wangen und ueber
+und ueber mit Heu bestreut zum zweiten Fruehstuecke zurueck. Wie sie war, ohne
+den Anzug zu wechseln, trat sie hoechst vergnuegt auf die Veranda.
+
+"Da bin ich," rief sie. "Bin ich lange geblieben? Ich sage dir, Papa, das
+Heu ist kostbar! Nicht einen Tropfen Regen hat es bekommen. Du wirst deine
+Freude daran haben. Der Hofmeister meint, so gut haetten wir es seit Jahren
+nicht gehabt."
+
+"Lass das Heu jetzt, Ilse," entgegnete Herr Macket, "und hoere zu, was ich
+dir sagen werde."
+
+Er sagte es ziemlich ernst, es wurde ihm nicht leicht, von seinem Plane zu
+sprechen - sie war so ahnungslos, ja sie nahm gar keine Notiz von seiner
+Stimmung. Ihr Augenmerk war auf den wohlbesetzten Fruehstueckstisch
+gerichtet, sie war sehr hungrig von der Fahrt.
+
+"Soll ich dir Fruehstueck schneiden?" fragte Frau Anne freundlich, aber Ilse
+lehnte es ab.
+
+"Ich will es schon selbst thun," sagte sie, nahm das Messer und schnitt
+sich ein tuechtiges Stueck Schwarzbrot ab. Die Butter strich sie fast
+fingerdick darauf. Nachdem sie ein dickes Stueck Wurst zugelangt hatte,
+fing sie an, wohlgemut zu essen. Bald von dem Brote, bald von der Wurst,
+die sie in der Hand hielt, einen Bissen nehmend. Hoechst ungeniert lehnte
+sie dabei hintenueber in einem Sessel und schlug die Fuesse uebereinander. Es
+schmeckte ihr koestlich.
+
+"Ich denke, du wolltest mir etwas sagen, Papachen!" rief sie mit vollem
+Munde, "nun schiess los, ich bin ordentlich neugierig darauf."
+
+Er zoegerte etwas mit der Antwort, noch war es Zeit, noch konnte er seinen
+Entschluss zuruecknehmen - einen Augenblick ueberlegte er und es fehlte nicht
+viel, so haette er es wirklich gethan, aber die Schwaeche ging vorueber und
+so ruhig wie es ihm moeglich war, teilte er Ilse seinen Beschluss mit.
+
+Wenn er erwartet hatte, dass sie sich stuermisch widersetzen wuerde, so hatte
+er geirrt. Zwar blieb ihr buchstaeblich der Bissen im Munde stecken vor
+Ueberraschung und Schreck, aber ihr Auge flog zur Mutter hinueber und sie
+unterdrueckte den Sturm, der in ihr tobte. Um keinen Preis sollte diese
+erfahren, wie furchtbar es ihr war, die Heimat, den Vater vor allem, zu
+verlassen, sie, die doch sicherlich nur allein die Anstifterin dieses
+Planes war, denn der Papa - nein! Nimmermehr wuerde er sie von sich gegeben
+haben!
+
+"Nun, du schweigst?" fragte Herr Macket, "du hast vielleicht selbst schon
+die Notwendigkeit eingesehen, dass du noch tuechtig lernen musst, mein Kind,
+denn mit deinen Kenntnissen hapert es noch ueberall, nicht wahr?"
+
+"Gar nichts habe ich eingesehen!" platzte Ilse heraus, "du selbst hast mir
+ja oft genug gesagt, ein Maedchen brauche nicht so viel zu lernen, das
+allzu viele Studieren mache es erst recht dumm! Ja, das hast du gesagt,
+Papa, und nun sprichst du mit einemmal anders. Nun soll ich fort, soll auf
+den Schulbaenken sitzen zwischen andern Maedchen und lernen, bis mir der
+Kopf weh thut. Aber es ist gut, ich will auch fort, ja ich freue mich auf
+die Abreise. Wenn nur erst der 1. Juli da waere!"
+
+Und sie erhob sich hastig, warf den Rest ihres Fruehstuecks auf den Tisch
+und eilte fort, hinauf in ihr Zimmer, und jetzt brachen die Thraenen
+hervor, die sie bis dahin nur muehsam zurueckgehalten hatte.
+
+Frau Anne waere dem Kinde gar zu gern gefolgt, sie fuehlte, was in dem
+jungen Herzen vorging, aber sie wusste genau, dass Ilse ihre guetigen Worte
+trotzig zurueckweisen wuerde; so blieb sie zurueck und hoffte auf die Zeit,
+wo Ilses gutes Herz den Weg zu ihrer muetterlichen Liebe finden werde. - -
+
+ --------------
+
+Die wenigen Wochen bis zum festgesetzten Termine vergingen schnell. Frau
+Anne hatte alle Haende voll zu thun, um Ilses Garderobe in Ordnung zu
+bringen. Die Vorsteherin der Pension hatte auf Herrn Mackets Anfrage
+sofort geantwortet und sich gern zu seiner Tochter Aufnahme bereit
+erklaert. Zugleich hatte sie ein Verzeichnis der Sachen mitgeschickt, die
+jede Pensionaerin bei ihrem Eintritt in das Institut mitzubringen habe.
+
+Ilse lachte spoettisch ueber die, nach ihrer Meinung vielen unnuetzen Dinge,
+besonders die Hausschuerzen fand sie geradezu laecherlich. Sie hatte bis
+dahin niemals eine solche getragen.
+
+"Die dummen Dinger trage ich doch nicht, Mama!" sagte sie, als Frau Anne
+dabei war, den Koffer zu packen, "die brauchst du gar nicht einzulegen."
+
+"Du wirst dich doch der allgemeinen Sitte fuegen muessen, mein Kind,"
+entgegnete die Mutter. "Warum wolltest du auch nicht? Sieh' einmal her,
+diese blau und weiss gestreifte Schuerze mit den gestickten Zacken ringsum,
+ist sie nicht ein reizender Schmuck fuer ein kleines Fraeulein, das sich im
+Haushalte nuetzlich machen wird?"
+
+"Ich werde mich aber im Haushalte nicht nuetzlich machen!" rief Ilse in
+ungezogenem Tone, "das fehlte noch! Ihr denkt wohl, ich soll dort in der
+Kueche arbeiten oder die Stuben aufraeumen? Die Schuerzen trage ich nicht,
+ich will es nicht!"
+
+"Uebertreibe nicht, Ilse," entgegnete Frau Anne, "du weisst recht gut, dass
+man dergleichen nie von dir verlangen wird. Wenn du durchaus die Schuerzen
+nicht tragen magst, so kannst du ja deinen Wunsch der Vorsteherin
+mitteilen, vielleicht erfuellt sie dir denselben."
+
+"Ich werde sie nicht erst darum fragen! Solche Dinge gehen sie gar nichts
+an!" war Ilses unartige Antwort.
+
+Sie verliess die Mutter, auf welche sie einen wahren Groll hatte. All die
+schoenen Waesche- und Kleidungsstuecke, die Frau Anne mit Liebe und Sorgfalt
+fuer sie ausgewaehlt hatte, fanden keine Gnade vor ihren Augen, nicht einen
+Funken Interesse zeigte sie dafuer.
+
+Dem Papa erklaerte sie, dass sie ein kleines Koefferchen fuer sich selbst
+packen werde. Niemand solle ihr dabei helfen, niemand wissen, welche
+Schaetze sie mit in das neue Heim hinueberfuehren werde.
+
+"Das ist eine praechtige Idee, Ilschen," stimmte Herr Macket bei, "nimm nur
+mit, was dir Freude macht."
+
+Und er liess sofort einen allerliebsten, kleinen Koffer kommen und
+ueberraschte seinen Liebling damit. Als Ilse ihm erfreut und dankend um den
+Hals fiel, als sie ihn seit laengerer Zeit zum erstenmal wieder "mein
+kleines Pa'chen" nannte, da wurde es ihm so weich ums Herz, dass er sich
+abwenden musste, um seine Ruehrung zu verbergen.
+
+ [Illustration]
+
+Am Tage vor ihrer Abreise schloss sich Ilse in ihr Zimmer ein und begann zu
+packen. Aber wie! Bunt durcheinander, wie ihr die Sachen in die Hand
+kamen. Zuerst das geliebte Blusenkleid nebst Lederguertel, es wurde nur so
+in den Koffer hineingeworfen und mit den Haenden etwas festgedrueckt, dann
+die hohen Lederstiefel mit Staub und Schmutz, wie sie waren, dann eine
+alte Ziehharmonika, auf der sie nur ein paar Toene hervorbringen konnte,
+ein neues Hundehalsband mit einer langen Leine daran, ein ausgestopfter
+Kanarienvogel, und zuletzt, nachdem die wunderbarsten Dinge in den Koffer
+gewandert waren, griff sie nach einem Glase, in welchem ein Laubfrosch
+sass. Es ist kaum zu glauben, indessen auch dieses sollte mitverpackt
+werden, - sie hatte sich so an das Tierchen gewoehnt. Sie nahm ein gutes,
+gesticktes Taschentuch aus dem Kommodenkasten, band dasselbe ueber das
+Glas, legte auch noch eine Papierhuelle darueber, schnitt ganz kleine Loecher
+in beides und steckte einige Fliegen hindurch.
+
+"So," sagte sie hoechst befriedigt von ihrer Packerei, "nun bist du gut
+versorgt, mein liebes Tierchen, und wirst nicht verhungern auf der weiten
+Reise."
+
+Wie sie das Glas hineinbrachte in den Koffer, war wirklich ein Kunststueck,
+das ihr erst nach vieler Muehe gelang. Aber endlich war sie doch so weit,
+dass sie den Deckel schliessen konnte. Er klemmte etwas und Ilse musste sich
+erst darauf knieen, bevor derselbe ins Schloss fiel. Den kleinen Schluessel
+zog sie ab, befestigte ihn an einer schwarzen Schnur und band diese sich
+um den Hals.
+
+Als das Abendbrot verzehrt war und die Eltern noch am Tische sassen, ging
+Ilse in den Hof und machte eine Runde durch alle Staelle. Von den Huehnern,
+Tauben, Kuehen, Pferden - sie hatte so viele Lieblinge darunter - nahm sie
+Abschied; morgen sollte sie ja alle auf lange Zeit verlassen. Das Lebewohl
+von den Hunden wurde ihr am schwersten, sie waren alle ihre guten Freunde.
+Dianas Sproesslinge, die schon allerliebst herangewachsen waren und sie
+zaertlich begruessten, lockten ihr Thraenen des tiefsten Leides hervor.
+
+Neben ihr stand Johann. Er hatte das kleine Fraeulein vom ersten Tage ihres
+Lebens an gekannt und liebte sie abgoettisch. Als er ihre Thraenen sah,
+liefen auch ihm einige Tropfen ueber die Wangen.
+
+"Wenn das kleine Fraeulein wiederkommt," sagte er mit klaeglicher Stimme und
+fuhr mit der verkehrten Hand ueber die Wange, "dann wird es wohl eine grosse
+Dame sein. Ja ja, Fraeulein Ilschen, unsre schoene Zeit ist dahin! Ach und
+die Hunde, wie werden sie das Fraeulein vermissen! Die sind gescheit!
+Menschlichen Verstand hat das dumme Vieh! Wie sie schmeicheln, die kleinen
+Krobaten, als ob sie wuessten, dass unser kleines Fraeulein morgen abreist -
+-" hier wurde seine Stimme so unsicher, dass er nicht weiter sprechen
+konnte.
+
+"Johann," entgegnete Ilse unter Schluchzen, "sorge fuer die Hunde. Und wenn
+du mir einen grossen - den letzten Gefallen thun willst, so," hier sah sie
+sich erst vorsichtig nach allen Seiten um, ob auch niemand in der Naehe
+war, "so nimm Bob," diesen Namen hatte sie Dianas kleinem Soehnchen
+gegeben, "mit auf den Kutscherbock morgen, wenn du mich zur Bahn faehrst,
+aber heimlich. Niemand darf es wissen, ich will ihn mitnehmen. Ein
+Halsband und eine Leine habe ich schon eingepackt. Aber Johann, heimlich,
+hoerst du?"
+
+Der Kutscher war gluecklich ueber diesen Auftrag und dass er dem lieben,
+kleinen Fraeulein noch einen Liebesdienst erweisen konnte. Er laechelte
+verschmitzt und versprach, Bob so geschickt unterzubringen, dass keine
+menschliche Seele von dem Hunde etwas merken solle.
+
+Frueh am andern Morgen stand der Wagen vor der Thuer, der Ilse fortbringen
+sollte. Herr Macket begleitete sie bis W., um sie der Vorsteherin,
+Fraeulein Raimar, selbst zu ueberbringen. Er musste sich doch persoenlich
+ueberzeugen, wo und wie sein Liebling aufgehoben sein werde. Frau Anne
+nahete sich Ilse im letzten Augenblick, um zaertlich und geruehrt von ihrem
+Kinde Abschied zu nehmen, aber diese machte ein finsteres, trotziges
+Gesicht und entwand sich der Mutter Armen.
+
+"Lebe wohl," sagte sie kurz und sprang in den Wagen; nicht um die Welt
+haette sie der Mutter verraten moegen, wie weh und schmerzlich ihr das
+Scheiden wurde.
+
+Als der Wagen sich in Bewegung setzte und Diana denselben laut bellend
+noch eine kurze Strecke begleitete, bog sie sich weit zum Wagen hinaus mit
+thraenenden Augen und nickte ihr zu. Gut war es, dass der Vater nichts von
+den Thraenen merkte, er wuerde vielleicht augenblicklich Kehrt gemacht
+haben.
+
+Auf dem Bahnhofe, als alles besorgt und Ilse mit dem Papa in das Koupee
+gestiegen war, trat Johann hinzu mit Bob unter dem Arme und der Muetze in
+der Hand.
+
+"Leben Sie recht wohl, Fraeulein Ilschen, und kommen Sie gut hin," sagte er
+etwas verlegen. "Die Hunde werde ich schon besorgen, dafuer haben Sie nur
+keine Angst nicht. Den hier nehmen Sie wohl mit, es ist doch gut, wenn Sie
+nicht so allein in der Pension sind."
+
+Ilse jauchzte vor Freude. Sie nahm den Hund in Empfang, liebkoste und
+streichelte ihn, dann reichte sie Johann die Hand.
+
+"Leb wohl," sagte sie, "und habe Dank. Ich freue mich zu sehr, dass ich ein
+Huendchen mit mir nehmen kann."
+
+"Ja, aber Ilse, das geht doch nicht," wandte der erstaunte Oberamtmann
+ein, "du darfst doch keine Hunde mit in das Institut bringen. Sei
+vernuenftig und gieb Bob Johann wieder zurueck."
+
+Doch daran war nicht zu denken. Ilse liess sich durch keine Vorstellung
+dazu bewegen.
+
+"Die einzige Freude lass mir, Pa'chen! Willst du mich denn ganz allein
+unter den fremden Menschen lassen? Wenn Bob bei mir ist, dann habe ich
+doch einen guten Freund. Nicht wahr, Bobchen, du willst nicht wieder fort
+von mir," wandte sie sich an den Hund, der es sich bereits hoechst bequem
+auf ihrem Schosse gemacht hatte, "du bleibst nun immer bei mir!"
+
+Es war dem Oberamtmann unmoeglich, ein Machtwort dagegen zu sprechen, zumal
+ja Ilse so triftige Gruende fuer ihren Wunsch anfuehrte. Am meisten
+ueberzeugte ihn der Gedanke, dass die Kleine doch einen heimatlichen Trost
+mit in die Fremde braechte.
+
+Es war eine lange und ziemlich langweilige Fahrt, meist durch flaches
+Land, erst zuletzt kamen die Berge. Fuer Ilse that sich eine neue Welt auf,
+sie hatte noch nie eine so grosse Reise gemacht. Auf jeder Station schaute
+sie mit neugierigen Augen hinaus, jedes Bahnwaerterhaeuschen amuesierte sie.
+Ueber all den neuen Eindruecken, die sich ihr aufdraengten, trat der
+Trennungsschmerz in den Hintergrund.
+
+Spaet am Abend, es war zehn Uhr vorbei, langten sie in W. an. Natuerlich
+uebernachtete Ilse mit ihrem Vater im Hotel, erst am andern Morgen sollte
+sie in ihre neue Heimat eingefuehrt werden.
+
+Als es am naechsten Tage neun Uhr schlug, stand Ilse fertig angezogen vor
+ihrem Papa. Sie sah in ihrem grauen Reisekleide und den zierlichen
+Lederstiefeln ganz allerliebst aus. Unter dem runden, weissen Strohhute,
+der mit einem Feldstraeusschen und schwarzen Samtband aufgeputzt war, fielen
+die braunen Locken herab. Die schoenen, grossen Augen blickten heute nicht
+so froehlich wie sonst, sie hatten einen aengstlich erwartungsvollen
+Ausdruck, und um den Mund zuckte es in nervoeser Aufregung.
+
+"Dir fehlt doch nichts, Ilschen?" fragte Herr Macket und sah sein Kind
+besorgt an. "Du bist so blass, hast du schlecht geschlafen?"
+
+Die herzliche Frage des Vaters loeste mit einemmal die unnatuerliche
+Spannung in Ilses Wesen. Sie fiel ihm um den Hals, und die bis dahin
+trotzig zurueckgehaltenen Thraenen brachen mit aller Macht hervor.
+
+"Aber Kind, Kind," sagte Herr Macket sehr geaengstigt durch ihre
+Leidenschaftlichkeit, "du wirst ja nicht lange von uns getrennt bleiben.
+Ein Jahr vergeht schnell, und zu Weihnachten besuchst du uns. Komm,
+Kleines, trockne die Thraenen. Du musst dir das Herz nicht schwer machen. Du
+wirst uns fleissig Briefe schreiben und die Mama oder ich werden dir
+taeglich Nachricht geben von uns, von allem, was dich in Moosdorf
+interessiert." Und er nahm sein Taschentuch und trocknete damit die immer
+von neuem hervorbrechenden Thraenen seines Kindes.
+
+Der Oberamtmann befand sich in einer gleich aufgeregten Stimmung wie sein
+Kind, es wurde ihm nicht leicht zu troesten, wo er selbst des Trostes
+beduerftig war. So schwer hatte er sich die Trennung nicht gedacht, er
+wuerde sonst nicht darein gewilligt haben; aber da er das einmal gethan
+hatte, wollte er sich in die Notwendigkeit fuegen.
+
+Er strich Ilse das Haar aus der Stirn und setzte ihr den herabgesunkenen
+Hut wieder auf. "Komm," sagte er, "jetzt wollen wir gehen. Nun sei ein
+verstaendiges Kind."
+
+"Die Mama soll mir nicht schreiben!" stiess Ilse schluchzend heraus, "nur
+deine Briefe will ich haben! Meine Briefe an dich soll sie auch nicht
+lesen!"
+
+"Ilse!" verwies Herr Macket, "so darfst du nicht sprechen. Die Mama hat
+dich lieb und meint es sehr gut mit dir."
+
+"Sehr gut!" wiederholte sie in kindischem Zorne, "wenn sie mich lieb
+haette, wuerde sie mich nicht verstossen haben!"
+
+"Verstossen! Du weisst nicht, was du sprichst, Ilse! Werde erst aelter, dann
+wirst du das grosse Unrecht einsehen, das du heute deiner Mutter anthust,
+und deine boesen Worte bereuen."
+
+"Sie ist nicht meine Mutter, - sie ist meine Stiefmutter!"
+
+"Du bist kindisch!" sagte der Oberamtmann, "aber merke dir, niemals wieder
+will ich dergleichen Aeusserungen von dir hoeren. Du kraenkst mich damit!"
+
+Ilse sah schmollend zur Erde nieder und konnte nicht begreifen, wie es
+kam, dass der Papa sie nicht verstand, er musste doch einsehen, wie unrecht
+ihr geschah.
+
+"Komm jetzt," fuhr er in mildem Tone fort, "wir wollen gehen, mein Kind."
+Sie ergriff den Hund, nahm ihn auf den Arm und wollte so ausgeruestet dem
+Vater folgen.
+
+"Lass ihn zurueck," gebot derselbe, "wir wollen die Vorsteherin erst fragen,
+ob du ihn mitbringen darfst."
+
+Aber Ilse setzte ihren Kopf auf, "dann gehe ich auch nicht," erklaerte sie
+mit aller Bestimmtheit. "Ohne Bob bleibe ich auf keinen Fall in der
+Pension!"
+
+Macket that dem Eigensinne den Willen aus Furcht, von neuem Thraenen
+hervorzulocken. Aber Ilses Widerstand war ihm im hoechsten Grade peinlich.
+Was sollte Fraeulein Raimar denken!
+
+Eine Viertelstunde darauf standen Vater und Tochter vor einem stattlichen,
+zweistoeckigen Hause, das vor dem Thore der kleinen Stadt mitten im Gruenen
+lag; es war das Institut des Fraeulein Raimar.
+
+Der Oberamtmann blieb ueberrascht davor stehen. "Sieh Ilse, welch ein
+schoenes Gebaeude!" rief er hoechst befriedigt. "Der Blick von hier aus in
+die nahen Berge ist geradezu bezaubernd."
+
+Was kuemmerten sie die Berge! Sie fuehlte sich so gedrueckt von Kummer, dass
+ihr die ganze Welt ein Jammerthal duenkte.
+
+"Wie kannst du dies Haus schoen finden, Papa," entgegnete sie. "Wie ein
+Gefaengnis sieht es aus."
+
+Herr Macket lachte. "Betrachte doch die hohen, breiten Fenster, Kind,"
+sagte er. "Glaubst du, dass in einem Gefaengnisse aehnliche zu finden sind?
+Die armen Gefangenen sitzen hinter kleinen, blinden Scheiben, die ausserdem
+noch mit einem Eisengitter versehen sind."
+
+"Ich werde jetzt auch eine Gefangene sein, Papa, und du selbst lieferst
+mich in dem Gefaengnisse ab."
+
+"Du bist eine kleine Naerrin!" lachte er und brach das Gespraech, das ihm
+bedenklich zu werden schien, ab.
+
+Er stieg die breiten, steinernen Stufen, die zu dem Eingange fuehrten,
+hinauf und zog an der Klingel. Ilse, die ihm langsam gefolgt war, schrak
+unwillkuerlich zusammen, als sie den hellen Schall im Hause vernahm.
+
+Gleich darauf wurde die Thuer von einer Magd geoeffnet. Nachdem dieselbe die
+Angekommenen gemeldet hatte, wurden sie in das Empfangszimmer der
+Vorsteherin gefuehrt.
+
+Bevor sie dasselbe erreichten, mussten sie den Hausflur und einen langen
+Korridor, von welchem zwei Ausgaenge in einen schoenen, grossen Hof fuehrten,
+durchschreiten. Es war gerade die Fruehstueckspause in der Schule und so war
+es natuerlich, dass ueberall lachend und plaudernd grosse und kleine Maedchen
+umherstanden. Sie verstummten, als sie die neue Pensionaerin, von der sie
+wussten, dass sie heute ankommen werde, erblickten, und aller Augen
+richteten sich auf Ilse, der es ploetzlich hoechst beklommen zu Mute wurde.
+Es schien ihr, als hoere sie verstecktes Kichern hinter sich und sie war
+herzlich froh, als die Thuer in dem Empfangszimmer sich hinter ihr schloss.
+Noch war dasselbe leer.
+
+Ilse blickte sich um, und in diesem grossen, vornehmen Raume, der
+kuenstlerisch und elegant zugleich eingerichtet war, stieg mit einem Male
+ein etwas banges Gefuehl in ihr auf wegen Bob, sie wuenschte fast, des
+Vaters Willen gefolgt zu sein. Haette sie den Hund in ihrem Arme ploetzlich
+unsichtbar machen koennen, sie haette es gethan. Nun wollte der Unartige
+auch noch herunter auf den Boden, und diesen Wunsch konnte sie ihm doch
+unmoeglich erfuellen, wie haette sie wagen duerfen, ihn auf den kostbaren
+Teppich, der durch das Zimmer gebreitet lag, herab zu lassen!
+
+Die Thuer oeffnete sich und Fraeulein Raimar trat ein. Sie begruesste Herrn
+Macket mit steifer Freundlichkeit, dann blickte sie mit ihren stahlgrauen
+Augen, die einen zwar strengen, ernsten, trotzdem aber gewinnenden
+Ausdruck hatten, auf Ilse. Diese war dicht an den Vater getreten und hatte
+seine Hand ergriffen.
+
+"Sei willkommen, mein Kind!" Mit diesen Worten begruesste die Vorsteherin
+Ilse und reichte ihr die Hand. "Ich denke, du wirst dich bald bei uns
+heimisch fuehlen." Als sie den Hund sah, fragte sie: "Hat dich dein Hund
+bis hierher begleitet?"
+
+Ilse blickte etwas hilflos den Papa an, der dann auch fuer sie das Wort
+nahm. "Sie mochte sich nicht von ihm trennen, Fraeulein Raimar," sagte er
+etwas verlegen, "sie glaubte, dass Sie die Guete haben wuerden, ihren kleinen
+Kameraden mit ihr aufzunehmen."
+
+Das Fraeulein laechelte. Es war das erste Mal, dass man ihr eine solche
+Zumutung machte. "Es thut mir leid, Herr Oberamtmann," sagte sie, "dass ich
+den ersten Wunsch Ilses ruecksichtslos abschlagen muss. Sie wird verstaendig
+sein und einsehen, dass ich nicht anders handeln kann. Stelle dir einmal
+vor, liebes Kind, wenn alle meine Pensionaerinnen den gleichen Wunsch
+haetten, dann wuerden zweiundzwanzig Hunde im Institute sein. Welch ein
+Spektakel wuerde das geben! Moechtest du das Tier gern in deiner Naehe
+behalten, so wuesste ich einen Ausweg. Mein Bruder, der Buergermeister hier,
+wird deinen Hund gewiss aufnehmen, wenn ich ihn darum bitte; dann kannst du
+taeglich deinen Liebling sehen."
+
+Ilse war rot geworden und dicke Thraenen perlten in ihren Augen. "Dann
+bleibe ich auch nicht hier!" - sie wollte es eben aussprechen, aber sie
+wagte es nicht. Die Dame vor ihr hatte so etwas Unnahbares, Vornehmes in
+ihrem Wesen. Wie eine Fuerstin erschien sie ihr trotz des schlichten,
+grauen Kleides, dessen kleiner Stehkragen am Halse mit einer einfachen
+goldenen Nadel zusammengehalten wurde. Ilse senkte den Blick und schwieg.
+
+Der Oberamtmann lachte. "Sie haben recht, Fraeulein," sagte er, "und wir
+haetten das selbst vorher bedenken koennen. Ihre grosse Guete, den Hund bei
+Ihrem Herrn Bruder unterzubringen, wird Ilse mit vielem Danke annehmen,
+nicht wahr?"
+
+Sie schuettelte den Kopf. "Fremde Leute sollen Bob nicht haben, Papa, du
+nimmst ihn wieder mit nach Moosdorf."
+
+Herr Macket schaemte sich der Antwort seines Kindes, aber Fraeulein Raimar
+ueberhob ihn geschickt seiner Verlegenheit. Mit ihrem erfahrenen Sinne
+hatte sie sofort das Trotzkoepfchen vor sich erkannt. Sie that, als merkte
+sie Ilses Unart nicht.
+
+"Du hast ganz recht," sagte sie freundlich, "es ist das beste, der Papa
+nimmt das Tier wieder mit in die Heimat. Du wuerdest durch dasselbe
+vielleicht doch mehr zerstreut, als mir lieb waere. Soll die Magd den Hund
+in das Hotel zuruecktragen, wo Sie abgestiegen sind, Herr Oberamtmann?"
+
+"Ich will ihn selbst dorthin tragen, nicht wahr, Papachen?" fragte Ilse
+und hielt Bob aengstlich fest.
+
+"Ich wuensche nicht, dass du es thust, liebe Ilse," wandte Fraeulein Raimar
+ein. "Ich moechte dich gleich zu Mittag hier behalten, um dich den uebrigen
+Pensionaerinnen vorzustellen. Ich halte es so fuer das beste. Es thut nicht
+gut, Herr Oberamtmann, wenn ein Kind, sobald der Vater oder die Mutter es
+mir uebergeben haben, noch einmal mit ihnen zurueckkehrt in das Hotel. Der
+Abschied wird ihm weit schwerer gemacht."
+
+"Nein, nein!" rief Ilse zitternd vor Aufregung, "ich bleibe nicht gleich
+hier! Ich will mit meinem Papa so lange zusammen sein, bis er abreist. Du
+nimmst mich mit dir, nicht, Papa?"
+
+Es wurde Herrn Macket heiss und kalt bei ihrem Ungestuem, indes auch diesmal
+half ihm Fraeulein Raimar ueber die peinliche Lage hinweg.
+
+"Gewiss, mein Kind," entgegnete sie mit Ruhe, "dein Wunsch soll dir erfuellt
+werden. Darf ich Sie bitten, Herr Oberamtmann, heute mittag mein Gast zu
+sein? Sie wuerden mich sehr erfreuen."
+
+Ilse warf ihrem Papa einen flehenden Blick zu, der ungefaehr ausdruecken
+sollte: "Bleib' nicht hier, nimm mich mit fort! Ich mag nicht hier bleiben
+bei dem boesen Fraeulein, das mich schlecht behandeln wird!" Leider verstand
+er den Blick anders, er hielt ihn fuer eine stumme Bitte, die Einladung
+anzunehmen und sagte zu.
+
+Die Vorsteherin erhob sich und zog an einer Klingelschnur. Der
+eintretenden Magd trug sie auf, Fraeulein Guessow zu rufen. Wenige
+Augenblicke darauf trat dieselbe in das Zimmer.
+
+Die Gerufene war die erste Lehrerin im Institute und wohnte daselbst. Weit
+juenger als die Vorsteherin, war sie eine hoechst anmutige, liebenswuerdige
+Erscheinung von sechsundzwanzig Jahren. Saemtliche Tagesschuelerinnen und
+besonders die Pensionaerinnen schwaermten fuer sie, sie verstand es, durch
+gleichmaessige Guete sich die jungen Herzen zu gewinnen.
+
+"Wollen Sie die Guete haben, Ilse auf ihr Zimmer zu geleiten," sagte die
+Vorsteherin, nachdem sie die junge Lehrerin vorgestellt hatte, "damit sie
+dort ihren Hut ablegen kann."
+
+"Gern," erwiderte die Angeredete und trat auf Ilse zu. "Komm, liebes
+Kind," sagte sie freundlich und ergriff sie bei der Hand, "jetzt werde ich
+dir zeigen, wo du schlaefst. O, du hast ein schoenes, grosses Zimmer; aber du
+wohnst nicht allein dort. Ellinor Grey wird deine Stubengenossin sein. Sie
+ist ein liebes Maedchen. Du moechtest gern gleich mit ihr bekannt werden,
+nicht wahr?"
+
+Ilse ueberhoerte die Frage. Mit scheuen, aengstlichen Augen sah sie den Vater
+an und fragte: "Du gehst doch nicht fort, Papa?" Als er sie darueber
+beruhigte, folgte sie Fraeulein Guessow.
+
+"Aber den Hund musst du wohl hier lassen, du kannst ihn doch nicht mit
+hinauf in dein Zimmer nehmen," sagte Fraeulein Raimar. "Du kannst ihn
+draussen der Magd uebergeben, damit sie ihn so lange in Verwahrung nimmt."
+
+Fraeulein Guessow dachte weniger streng als die Vorsteherin. Sie fand es
+nicht so schlimm, wenn Ilse ihren Hund im Arme behielt.
+
+"Hast du ihn so sehr gern?" fragte sie, als sie mit dem jungen Maedchen den
+Korridor entlangging.
+
+"Ja," entgegnete Ilse, "sehr, sehr lieb habe ich Bob. Und ich darf ihn
+nicht hier behalten."
+
+Sie legte ihre Wange auf des Hundes Kopf und kaempfte mit dem Weinen.
+
+"Graeme dich nicht darum, Kind," troestete Fraeulein Guessow, "das ist nicht
+so schlimm. Du findest hier viel etwas Besseres. Du sollst einmal sehen,
+wie bald du den Bob vergessen haben wirst. Wir haben zweiundzwanzig
+Pensionaerinnen jetzt im Institute, du wirst manche liebe Freundin unter
+ihnen finden. Hast du Geschwister?"
+
+"Nein," sagte Ilse, die ganz zutraulich gegen Fraeulein Guessow wurde, "ich
+bin allein."
+
+"Nun, siehst du! Da kann ich mir deine Liebe zu dem unvernuenftigen Tiere
+erklaeren, dir fehlten die Gespielinnen. Gieb deinen Hund getrost dem Papa
+wieder mit zurueck, du wirst ihn nicht vermissen."
+
+Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen auf einen grossen, hellen Vorsaal,
+auf welchem eine Anzahl Thueren muendeten. Eine derselben oeffnete die
+Lehrerin, und sie traten in ein geraeumiges Zimmer ein, das nach dem Garten
+fuehrte. Die Fenster waren geoeffnet und ein maechtiger Apfelbaum streckte
+seine Zweige fast zum Fenster hinein.
+
+Die Einrichtung war nicht elegant, nur das Notwendigste befand sich in dem
+Zimmer. Zwei Betten, zwei Kommoden und zwei Kleiderschraenke, dann noch ein
+grosser Waschtisch und einige Stuehle.
+
+Als Fraeulein Guessow mit Ilse eintrat, erhob sich schnell ein junges
+Maedchen von ungefaehr siebzehn Jahren, das mit einem Buche in der Hand am
+Fenster gesessen hatte. Es war ein schlankes, zartgebautes Wesen, mit
+goldblondem Haar, das sie in einem Knoten aufgesteckt trug, mit blauen
+Augen und mit schelmischen Gruebchen in den Wangen, sobald sie lachte. Es
+war Ellinor Grey, eine Englaenderin.
+
+"Hier bringe ich dir Ilse Macket, Nellie," so wurde der Englaenderin Namen
+allgemein abgekuerzt. "Ich denke, du wirst dich ihrer liebreich annehmen."
+
+"O ja, ich werde ihr sehr lieben," antwortete Nellie und reichte der
+Neuangekommenen die Hand. "Bleibt die Hund auch hier?" fragte sie.
+
+"Nein," sagte Fraeulein Guessow.
+
+"O wie schade! Es ist ein so suesses Tier!" Und sie streichelte Bob.
+
+Es klang so drollig und sie sah so schelmisch aus, dass Ilse sofort sich
+von ihr angezogen fuehlte. Gern haette sie noch ein Weilchen dem komischen
+Geplauder Nellies zugehoert, aber sie musste dem Fraeulein folgen, die sich
+vorgenommen hatte, ihr einige Schulraeume zu zeigen. Zuerst oeffnete sie die
+Thuer zu dem Musikzimmer, dann gingen sie in den Zeichensaal und zuletzt
+wurde Ilse in den sogenannten grossen Saal gefuehrt. Die junge Lehrerin
+erzaehlte ihr, dass in demselben alle Examen und zuweilen auch
+Festlichkeiten stattfaenden. Ilse hoerte mit halbem Ohre, sie hatte naemlich
+durch eine offenstehende Thuer einen Blick in eine leerstehende Klasse
+gethan und Schulbaenke darin entdeckt. Dort eingeklemmt sollte sie von
+jetzt an sitzen, nicht aufstehen duerfen, wenn es ihr beliebte - o, es war
+entsetzlich! Ein Grauen ueberkam sie ploetzlich, ihr war, als wuerde ihr die
+Brust zusammengeschnuert.
+
+"In welche Klasse meinst du, dass du kommen wirst?" fragte das Fraeulein,
+"deinem Alter nach muesstest du wohl in die erste versetzt werden. Hast du
+deine Arbeitsbuecher mitgebracht? Wie steht es mit den Sprachen?
+Franzoesisch und Englisch sind dir wohl gelaeufig, da du stets, wie dein
+Papa schrieb, eine englische oder franzoesische Gouvernante hattest."
+
+Von unten herauf toente eine Glocke. Dies war eine sehr gelegene
+Unterbrechung fuer Ilse, der es unheimlich bei dem Examen wurde. Sie sagte,
+dass sie nicht wisse, wie weit sie sei, franzoesisch glaube sie sprechen zu
+koennen.
+
+"Nun lass nur, mein Kind," meinte das Fraeulein, "heute wollen wir noch
+nicht an das Lernen denken, bei deiner Pruefung morgen werden wir ja sehen,
+welch kleine Gelehrte du bist. - Wir wollen jetzt hinunter in den
+Speisesaal gehen, die Glocke hat uns zu Tisch gerufen."
+
+Als sie in denselben eintraten, fanden sie die Vorsteherin mit dem
+Oberamtmann bereits dort. Erstere machte ihn mit der herkoemmlichen
+Einrichtung waehrend des Essens bekannt. Zum Beispiel, dass die zuletzt
+angekommene Pensionaerin stets ihren Platz neben der Vorsteherin angewiesen
+erhalte. Dann, dass zwei junge Maedchen woechentlich den Tisch zu besorgen
+hatten. Dieselben mussten denselben decken und genau acht geben, dass nichts
+fehlte und saemtliche Gegenstaende sauber und blank waren. Die Juengste der
+Pensionaerinnen sprach stets das Tischgebet.
+
+Dem Oberamtmann gefielen die Anordnungen vortrefflich und als er seinen
+Blick ueber die junge Maedchenschar hingleiten liess, musste er seine Freude
+aussprechen, wie gesund und froehlich fast alle aussahen.
+
+Ilse sah auch umher, aber es waren nicht die froehlichen und gesunden
+Gesichter, die sie interessierten, sondern die Schuerzen. Jede Einzelne
+trug ein solches von ihr verachtetes Ding, und Fraeulein Raimar sah nicht
+aus, als ob sie eine Ausnahme bei ihr gelten lassen wuerde.
+
+Nach dem Gebete wurden die Speisen aufgetragen. Dieselben waren kraeftig
+und gut gekocht, und Herr Macket konnte sich ueberzeugen, dass sein Kind
+auch in dieser Hinsicht gut versorgt sein werde.
+
+Nach dem Essen verabschiedete er sich bald, und Ilse durfte ihn begleiten.
+Nellie hatte kaum davon gehoert, als sie wie der Wind die Treppe
+hinaufflog, um gleich darauf mit Ilses Hut und Handschuhen zurueckzukommen.
+
+Diese dankte ihr dafuer, und Herr Macket reichte ihr die Hand.
+
+"Leben Sie wohl, mein Fraeulein," sagte er herzlich, denn Nellie hatte
+durch diese kleine Aufmerksamkeit ihn sofort fuer sich eingenommen, "und
+haben Sie Geduld mit meinem kleinen Wildfang."
+
+"O ja," entgegnete Nellie, "ich werde mir schon gern von sie annehmen."
+
+"Nun, Ilse, wie gefaellt dir das Institut?" fragte der Oberamtmann, als sie
+auf der Strasse gingen, "ich gestehe, dass ich sehr befriedigt von hier
+abreise, ich weiss, ich lasse dich in guten Haenden."
+
+"Mir gefaellt es gar nicht hier!" erklaerte Ilse hoechst verstimmt. "Es ist
+mir alles so fremd, und vor dem grauen Fraeulein mit dem blonden, glatten
+Scheitel fuerchte ich mich. Sie ist so hart, so ungefaellig! Du sollst
+sehen, Papa, sie ist nicht gut gegen mich. Warum soll ich Bob nicht
+behalten?"
+
+"Du hast gehoert, weshalb nicht, nun musst du auch nicht mehr so hartnaeckig
+auf deinen Wunsch zurueckkommen," verwies er sie leicht.
+
+"Nun faengst auch du an, mit mir zu zanken! Niemals hast du so boese mit mir
+gesprochen," rief Ilse schmerzlich beleidigt. Und sie fuehlte sich in dem
+Gedanken, dass kein Mensch, selbst der Papa nicht, sie leiden moege, so
+ungluecklich, dass das grosse Maedchen auf offner Strasse zu weinen anfing.
+
+Der Oberamtmann nahm ihren Arm und legte ihn in den seinigen. Des Kindes
+Thraenen machten ihn so weich.
+
+"Aber Kleines," sagte er zaertlich und versuchte zu scherzen, "was machst
+du denn? Sollen dich die Leute auslachen, wenn das grosse, kleine Maedchen
+weint?"
+
+Er fuehrte sie zurueck in das Hotel und dort fanden sie bereits Bob. Freudig
+bellend begruesste er Ilse, und diese nahm ihn hoch und liebkoste ihn unter
+lautem Schluchzen.
+
+Um fuenf Uhr reiste der Oberamtmann wieder zurueck in die Heimat. Die
+wenigen Stunden bis dahin vergingen schnell und stuermisch. Je naeher der
+Abschied rueckte, desto aufgeregter wurde Ilse, und es bedurfte seiner
+ganzen Festigkeit, um ihrem Wunsche, sie wieder mit nach Moosdorf zu
+nehmen, entgegenzutreten.
+
+"Sei doch verstaendig!" Wie oft bat er sie in dringendem Tone darum, wenn
+sie in leidenschaftlicher Erregung allerhand Drohungen ausstiess, wie:
+
+"Ich laufe heimlich davon," oder "ich werde so ungezogen sein, dass mich
+das boese Fraeulein wieder fortschickt!" Er wusste, sie werde beides nicht
+thun, aber es machte ihm doch Kummer, seinen Liebling so trostlos zu
+sehen.
+
+Sie wollte ihn wenigstens zur Bahn begleiten, auch das litt Herr Macket
+nicht.
+
+"Ich fahre dich zurueck in das Institut und dann allein zur Bahn. So ist es
+am besten. Nun komm, Ilschen," fuhr er fort, als der Wagen unten vorfuhr,
+und nahm sie zaertlich in den Arm, "und versprich mir ein gutes, folgsames
+Kind zu sein. Du sollst einmal sehen, wie bald du dich eingewoehnt haben
+wirst."
+
+Sie hing sich an seinen Hals und mochte sich nicht von ihm trennen. Es
+fiel ihr mit einemmal schwer auf das Herz, wie sehr sie den Papa gequaelt
+hatte in den letzten Stunden.
+
+"Sei mir gut, mein lieber, lieber Papa!" bat sie, "sei mir gut! Du bist ja
+der einzige Mensch auf der Welt, der mich lieb hat!"
+
+Als der Wagen vor der Anstalt hielt, trennte sich Ilse lautschluchzend von
+ihrem Vater, und als sie denselben davonfahren sah, war es ihr zu Mute,
+als ob sie auf einer wuesten Insel allein zurueckgelassen, elendiglich
+untergehen muesse.
+
+ * * *
+
+Noch eine Weile stand sie vor der verschlossenen Pforte, sie konnte sich
+nicht entschliessen, an der Klingel zu ziehen. Da wurde die Thuer von selbst
+geoeffnet und Fraeulein Guessow stand in derselben. Sie hatte von einem
+Fenster in der oberen Etage den Wagen kommen sehen und war hinuntergeeilt,
+um Ilse zu empfangen.
+
+"Jetzt gehoerst du zu uns, liebes Kind," sagte sie mit warmer Herzlichkeit
+und nahm sie in den Arm. "Weine nicht mehr, wir werden dich alle lieb
+haben."
+
+Ilse gab keine Antwort, sie fuehlte sich so ungluecklich, dass selbst der
+liebevolle Empfang der jungen Lehrerin kein Echo in ihrem Herzen fand.
+
+"Moechtest du auf dein Zimmer gehen?" fragte diese.
+
+ [Illustration]
+
+Ilse nickte stumm, sie hielt noch immer das Tuch gegen die Augen gedrueckt.
+
+"Nellie!" rief Fraeulein Guessow, "gehe mit Ilse hinauf und sei ihr beim
+Auspacken ihrer Sachen behilflich. Du moechtest doch sicher gern deine
+Sachen in Ordnung haben, liebe Ilse."
+
+Sie wusste sehr wohl, dass Ilse durchaus nicht diesen Wunsch hatte, aber sie
+wusste auch, dass die Thaetigkeit das beste Heilmittel gegen Kummer und
+Herzeleid ist.
+
+Die beiden Maedchen begaben sich auf ihr Zimmer. Ilse setzte sich auf einen
+Stuhl, behielt den Hut auf dem Kopfe und starrte zum Fenster hinaus. Es
+fiel ihr nicht ein, ihre Sachen auszupacken, und sie war geradezu empoert,
+dass man Dinge von ihr verlangte, die den Dienstboten zukaemen. Nellie hatte
+schweigend den Schrank geoeffnet und die Schubladen der Kommode aufgezogen,
+dann sah sie Ilse an, ob diese sich nicht erheben werde.
+
+"Gieb mich deiner Schluessel, ich werde aufschliessen die Koffers," sagte
+sie, "wir muessen auspacken."
+
+Unlustig verliess Ilse ihren Platz und da sie an irgend etwas ihren
+augenblicklichen Unmut auslassen musste, nahm sie ihren Hut vom Kopfe und
+warf ihn mitten in das Zimmer.
+
+"Warum soll ich alles auspacken? Ich weiss gar nicht, ob ich hier bleiben
+werde," sagte sie. "Mir gefaellt es hier nicht!"
+
+Nellie hatte den Hut aufgenommen und ihn auf ein Bett gelegt. "O," sagte
+sie sanft, "du gewoehnst dir schon. Es geht uns alle wie dich, wenn wir
+kommen. Du musst nur deiner Kopf nicht haengen lassen. Nun gieb die
+Schluessels, dass ich oeffnen kann."
+
+Ilses Trotz konnte durch keine Waffe besser geschlagen werden, als durch
+Nellies Sanftmut. Sie gab den Schluessel und jene schloss auf und begann
+auszuraeumen. Ilse stand dabei und sah zu.
+
+"O, du musst dich dein Sachen selbst aufraeumen in dein Kommode," sagte
+Nellie. "Ich werde dich alles zureichen."
+
+Ilse hatte wenig Lust dazu, Ordnung kannte sie nur dem Namen nach. Sie
+nahm die sauber, mit roten Baendern gebundene Waesche und warf sie achtlos
+in die Schubkasten, es war ihr gleich, wie alles zu liegen kam. Nellie sah
+diesem Treiben einige Augenblicke zu, dann fing sie an zu lachen.
+
+"Was machst du?" fragte sie. "Weisst du nicht, wie Ordnung ist?
+Taschentuecher, Kragen, Schuerzen - alles wirfst du durcheinander. Das sieht
+sehr bunt aus. Huebsch nebeneinander musst du es machen, so -," und sie zog
+einen Kasten nach dem andern in ihrer Kommode auf und zeigte Ilse, wie
+sauber dort alles geordnet lag.
+
+"Das kann ich nicht!" entgegnete Ilse. "Uebrigens faellt es mir auch gar
+nicht ein, so viel Umstaende um die dummen Sachen zu machen!"
+
+"Dumme Sachen!" wiederholte Nellie. "O Ilse, wie kannst du so sagen! Sieh
+diesen feinen Taschentuecher, wie sie schoen gestickt, - o und diese suesse
+Schuerzen! Und du hast die schwere Buecher daraufgethan - wie hast du sie
+zerdrueckt! - Lass nur sein," fuhr sie fort, als Ilse im Begriffe war,
+Schuhe und Stiefel auf die Waesche zu werfen, "ich werde ohne dir machen -
+du verstehst nix!"
+
+Ilse liess sich das nicht zweimal sagen. Ruhig sah sie zu, wie Nellie das
+Schuhzeug nahm und es unten in den Kleiderschrank stellte, wie sie
+ueberhaupt jedem Dinge den rechten Platz gab.
+
+"O, ein schoenes Buch!" rief diese ploetzlich und nahm ein Buch aus dem
+Koffer, das hoechst elegant in braunen Samt gebunden und mit silbernen
+Beschlaegen verziert war. In der Mitte des Deckels befand sich ein kleines
+Schild, auf welchem eingraviert war: Ilses Tagebuch.
+
+Ilse nahm dasselbe Nellie aus der Hand und sah es verwundert an. Was war
+das fuer ein Buch? Sie wusste nichts davon. Ein kleiner Schluessel steckte in
+dem Schlosse desselben und als sie es aufgeschlossen hatte, fiel ein
+beschriebenes Blatt ihr gerade vor die Fuesse. Sie hob es auf und las:
+
+
+
+
+
+
+ Mein liebes Kind!
+
+Moege dieses Buch Dein treuer Freund in der Fremde sein. Wenn Dein Herz
+schwer ist, fluechte zu ihm und teile ihm mit, was Dich bedrueckt. Es wird
+verschwiegen sein und Dein Vertrauen nie missbrauchen.
+
+Gedenke in Liebe
+ Deiner
+ Mama.
+
+
+
+
+
+
+Ohne ein Wort zu sagen, legte Ilse das Buch beiseite. Sie empfand keinen
+Funken Freude ueber die reizende Ueberraschung, auch blieben die
+liebevollen Worte der Mutter ohne Eindruck auf sie.
+
+"Freut dir das Buch nicht?" fragte Nellie, die sich ueber diese
+Gleichgueltigkeit wunderte.
+
+Ilse schuettelte den Kopf. "Was soll ich damit?" fragte sie und ihr
+huebscher, frischer Mund zog sich trotzig in die Hoehe, "ich schreibe
+niemals etwas hinein. Ich werde froh sein, wenn ich meine Aufgaben gemacht
+habe. Zu langen, unnuetzen Geschichten habe ich keine Zeit und keine Lust."
+
+"Ich wuerde viel Freude haben, wenn ich ein Mutter haette, die mir so
+beschenkte," sagte Nellie traurig.
+
+"Ist deine Mutter tot?" fragte Ilse teilnehmend.
+
+"O sie ist lange, lange tot," entgegnete Nellie. "Sie starb, als ich noch
+eines klein Baby war. Meine Vater ist auch tot - ich bin ganz allein.
+Niemand hat mir recht von Herzen lieb."
+
+"Arme Nellie," sagte Ilse und ergriff ihre Hand. "Aber du hast
+Geschwister?"
+
+"O nein! keine Schwester - ganz allein! Ein alte Onkel lasst mir in
+Deutschland ausbilden, und wenn ich gutes Deutsch gelernt habe, muss ich
+ein Gouvernante sein."
+
+"Gouvernante!" rief Ilse erstaunt. "Du bist doch viel zu jung dazu! Alte
+Maedchen koennen doch erst Gouvernanten werden!"
+
+Ueber diese naive Anschauung musste Nellie herzlich lachen, und nun war
+ihre traurige Stimmung wieder verschwunden und ihre angeborene Heiterkeit
+brach hervor, wie der Sonnenstrahl durch graue Wolken. Auf Ilse aber hatte
+Nellies Verlassensein einen tiefen Eindruck gemacht.
+
+"Lass mich deine Freundin sein," bat sie in ihrer kindlich offnen Weise,
+"ich will dich auch sehr lieb haben."
+
+"Gern sollst du meine Freundin sein," entgegnete Nellie und reichte Ilse
+die Hand. "Du hast mich von der erste Augenblick so nett gefallen."
+
+Der grosse Koffer war nun leer, und Nellie ergriff den kleinen und war eben
+im Begriffe die Riemen desselben loszuschnallen, als Ilse ihr ihn unsanft
+aus der Hand nahm.
+
+"Der bleibt geschlossen!" sagte sie, "du darfst nicht sehen, was darin
+ist!"
+
+"O je! Was du machst so boese Augen!" rief Nellie und stellte sich hoechst
+erschrocken. "Hast du Heimlichkeiten in der kleine Koffer? Ist wohl Kuchen
+und Wurst darin?"
+
+Nellie begleitete ihre Worte mit so komischen Gebaerden, dass Ilse lachen
+musste. Sie bereute auch schon ihre Heftigkeit.
+
+"Ich war recht heftig, Nellie, sei mir nicht boese," bat sie. "Wenn du mich
+nicht verraten willst, dann werde ich dir zeigen, was darin ist; aber gieb
+mir die Hand darauf, dass du schweigen wirst."
+
+Nellie legte den Zeigefinger auf den Mund und besiegelte mit einem
+Haendedrucke ihre Verschwiegenheit.
+
+Jetzt nahm Ilse den Schluessel, den sie am schwarzen Bande um den Hals
+trug, und als sie eben im Begriffe war aufzuschliessen, wurde zum
+Abendessen gelaeutet.
+
+"O wie schade!" rief Nellie, die vor Neugierde brannte, die
+geheimnisvollen Schaetze zu sehen. "Nun muessen wir hinunter und erst nach
+die Schlafgehen koennen wir auspacken!"
+
+"Nach dem Schlafengehen?" fragte Ilse erstaunt. "Da liegen wir ja doch in
+unsren Betten."
+
+"Schweig!" entgegnete Nellie und legte abermals den Finger auf den Mund.
+"Das ist meines Geheimnis." - -
+
+Ilse erhielt ihren Platz neben der Vorsteherin. An ihrer andern Seite sass
+eine junge Russin, Orla Sassuwitsch. Dieselbe war eine pikante, elegante
+Erscheinung mit kurzgeschnittenem, schwarzen Haar, sehr lebhaften, dunklen
+Augen und einem Stumpfnaeschen. Sie zaehlte siebzehn Jahre, sah aber aelter
+aus. Uebrigens sprach sie fliessend deutsch.
+
+Ilse haette gern neben Nellie gesessen, mit der sie in den wenigen Stunden
+so vertraut geworden war, die aber sass weit entfernt von ihr.
+Augenblicklich hatte sie ihren Platz noch gar nicht eingenommen, sondern
+sie stand mit noch einem Maedchen an einem Nebentische und war der
+Wirtschafterin behilflich, den Thee zu servieren.
+
+Es war ein allerliebster Anblick, die jungen Maedchen mit ihren sauberen
+Latzschuerzen so haeuslich geschaeftig zu sehen. Geschickt gingen sie an den
+Tafeln entlang und reichten die Tassen herum.
+
+Verschiedene Schuesseln mit Butterbroetchen, die reichlich mit Wurst und
+Braten belegt waren, standen verteilt auf den Tischen.
+
+Fraeulein Raimar ergriff die vor ihr stehende und reichte sie Ilse.
+
+"Nimm dir," sagte sie, "und gieb dann weiter an deine Nachbarin."
+
+Ilse war hungrig. Am Mittag hatte sie fast keinen Bissen geniessen koennen,
+jetzt aber machte die Natur ihre Rechte geltend. Sie nahm sich vier
+Schnitten auf einmal, legte zwei und zwei aufeinander und verschlang den
+ganzen Vorrat in drei bis vier Bissen. Freilich hatte sie den Mund recht
+voll, die Backen traten wie geschwollen heraus, das kuemmerte sie indes
+wenig, sie war gewohnt, von einem laendlichen Butterbrote tuechtig
+abzubeissen, so zarte Theebroetchen hatte sie daheim stets verschmaeht. Als
+sie trank, hielt sie ihre Tasse mit beiden Haenden und stuetzte die Ellbogen
+dabei auf den Tisch.
+
+Fraeulein Raimar hatte nicht acht auf Ilse gegeben und wurde erst
+aufmerksam, als sie in ihrer Naehe unterdruecktes Kichern hoerte. Melanie und
+Grete Schwarz, zwei Schwestern aus Frankfurt am Main, die Ilse gerade
+gegenueber sassen, amuesierten sich koestlich ueber deren Ungeniertheit,
+stiessen heimlich ihre Nachbarinnen an und zeigten verstohlen auf die
+nichts ahnende.
+
+Ein strenger Blick der Vorsteherin brachte die Maedchen zur Ruhe. Sie
+liebte es nicht, dass ueber andrer Schwaechen und Fehler gespottet wurde.
+Ueber Ilses unmanierliche Art zu essen sagte sie vorlaeufig nichts, um sie
+nicht vor den vielen Maedchen zu beschaemen, erst unter vier Augen pflegte
+sie dergleichen Fehler zu ruegen.
+
+"Bist du noch hungrig, Ilse?" fragte sie. Statt einer Antwort nickte diese
+mit dem Kopfe, sie hatte ja erst angefangen zu essen.
+
+Abermals wurde ihr die Brotschuessel gereicht und abermals nahm sie die
+gleiche Portion und verzehrte dieselbe genau in der frueheren Weise.
+
+"Die ist gefraessig!" fluesterte die fuenfzehnjaehrige Grete ihrer um zwei
+Jahre aelteren Schwester zu. "Sieh nur, wie sie wieder stopft."
+
+Melanie musste die Hand vor den Mund halten, sonst haette sie laut
+herausgelacht.
+
+Um halb acht Uhr war das Abendessen vorbei und zugleich den Pensionaerinnen
+die Erlaubnis gegeben, frei zu thun, was sie wollten, bis neun Uhr. Dann
+war Schlafenszeit.
+
+"Komm," sagte Nellie und trat auf Ilse zu, "ich werde mit dich in die
+Garten spazieren. Aber du hast ja dein Serviette noch nicht schoen gelegt
+und die Ring drauf gezogen! Das musst du erst machen."
+
+"Nein," entgegnete Ilse, "das werde ich nicht! Wozu sind denn die
+Dienstmaedchen da? Zu Hause hatte ich niemals noetig, solche Dinge zu thun."
+
+"Ist egal, meine liebe Kind. Hier musst du solche Dinge thun, wir machen es
+alle."
+
+Richtig, da lagen saemtliche Servietten sauber zusammengewickelt, sie war
+die einzige, die es nicht gethan hatte. Ungeduldig nahm sie die ihrige,
+schlug sie fluechtig zusammen und zog den Ring darueber.
+
+"So nicht," meinte Nellie, "das ist ungeschickt."
+
+Und sie faltete die Serviette noch einmal schnell und geschickt mit ihren
+kleinen Haenden. Die junge Englaenderin hatte bei allem, was sie that,
+Grazie und Anmut, es war eine Lust, ihr zuzusehen.
+
+"Nun schnell in der Garten!" sagte sie, nahm Ilses Arm und fuehrte sie
+dorthin.
+
+Es war ein huebscher Garten, den Ilse jetzt kennen lernte. Nicht so gross
+und parkartig wie der heimatliche, aber wohl gepflegt. Schoene, hohe Baeume
+standen darin, auch fehlte es nicht an lauschigen Plaetzen. Von allen
+Seiten sah man auf die gruenbewaldeten Berge.
+
+"Ist es nicht nett hier?" fragte Nellie, habt ihr bei dich auch so schoene
+Berge?"
+
+"Nein, Berge haben wir nicht," entgegnete Ilse, "aber es gefaellt mir doch
+besser bei uns. Es ist alles so frei, ich kann das ganze Feld uebersehen.
+Eine Mauer haben wir auch nicht um unsren Park, nur eine gruene Hecke, das
+ist viel huebscher."
+
+Nellie zeigte ihr saemtliche Lieblingsplaetze. Sie fuehrte sie zur Schaukel,
+zum Turnplatz und zuletzt zu einer alten Linde, die mit ihren breiten
+Zweigen und Aesten einen grossen, runden Raum beschattete.
+
+"O, es ist suess hier! Nicht wahr?" fragte sie entzueckt und sah mit
+leuchtenden Augen hinauf in das gruene Blaetterdach. "Hier machen wir unsre
+Ruhe zu Mittag. Dieser alter Baum kann viel erzaehlen, wenn er sprechen
+will! Er weiss so viel Geheimnisse, die hier verraten sind!"
+
+Bei dem Geplauder Nellies verging die Zeit schnell. Ilse, die am Morgen
+sich so ungluecklich gefuehlt hatte, die am Nachmittage geglaubt hatte, dass
+sie nie die Trennung vom Papa ueberleben koenne, hatte schon verschiedenemal
+herzlich ueber Nellie lachen muessen, denn diese hatte eine so drollige Art,
+sie auf diese oder jene Pensionaerin aufmerksam zu machen.
+
+"Wie heisst das junge Maedchen, das bei Tische neben mir sitzt?" fragte
+Ilse.
+
+"Die mit die kurze Haar und der Klemmer auf die Nase? Das ist Orla
+Sassuwitsch. Oh sie ist klug! Wir haben alle eine kleine wenig Furcht fuer
+sie, weil sie immer die Wahrheit gerade in die Gesicht sagt."
+
+"Das ist doch huebsch," meinte Ilse.
+
+"O ja, wenn sie angenehm ist, aber zuweilen thut die Wahrheit weh, das
+hoert keiner Mensch gern. Wenn ich zu sie sagen wuerde: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Orla, du hast
+geraucht!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} das wuerde sie gar nicht gefallen, und es ist doch die Wahrheit.
+Ich habe durch ihr Schluesselloch geluxt und habe grosse, rauchige Wolken
+gesehen. -"
+
+Sie waren jetzt bei einer Trauerweide angelangt, die ihre gruenen Zweige
+bis auf den Boden gesenkt hatte. Nellie blieb stehen und bog einige Zweige
+auseinander.
+
+"Hier, Ilse, stell ich dich unsre Dichterin vor," sagte sie lachend.
+
+Die Angeredete blickte hinein und sah ein junges Maedchen auf einer kleinen
+Bank sitzen, die hochaufgeschossen, blond und blass, und deren Gesicht mit
+zahllosen Sommersprossen bedeckt war. Dieselbe hatte auf dem Schosse ein
+dickes, blaues Heft, in welchem sie eifrig schrieb.
+
+Mit einer gewissen neugierigen Scheu blickte Ilse sie an, es war ihr so
+neu, dass junge, siebzehnjaehrige Maedchen schon dichten koennen.
+
+"Sie schreibt Romane," fuhr Nellie fort, "aber wie! Es kommen immer
+zerbrochene Herzen drin vor. - Du wirst dir die Auge schaden, du hast ja
+keine Licht genug zu deine Romane!"
+
+Bis dahin hatte Flora Hopfstange sich nicht stoeren lassen in ihrer Arbeit,
+jetzt aber wurde sie aergerlich.
+
+"Ich bitte dich, lass mich in Ruhe, Nellie!" rief sie und schlug ihr
+hellblaues Auge schwaermerisch auf. "Ich hatte eben einen so wundervollen
+Gedanken, nun habe ich ihn verloren!"
+
+"O, ich will ihn suchen!" neckte Nellie und bueckte sich auf die Erde
+nieder, als ob sie ihn dort finden koenne.
+
+ [Illustration]
+
+"Du bist unausstehlich!" entgegnete Flora aufgebracht. "Du freilich hast
+keine Ahnung von meiner Poesie, verstehst du doch nicht einmal deutsch zu
+sprechen!"
+
+"Das ist wahr," meinte Nellie lachend und verliess mit Ilse die
+schwerbeleidigte Dichterin.
+
+Melanie und Grete kamen ihnen jetzt entgegen. In ihrer Mitte fuehrten sie
+ein junges Maedchen, sie mochte in Melanies Alter sein, mit lieben, sanften
+Gesichtszuegen. Das braune Haar trug sie einfach und glatt gescheitelt,
+kein Haerchen sprang widerspenstig hervor. Freundlich laechelte sie Ilse und
+Nellie an, die beiden Schwestern dagegen musterten im Voruebergehen die
+Neuangekommene mit spoettischen Blicken.
+
+"Die Schwestern kennst du," bemerkte Nellie, "sie sitzen dich gradeueber
+bei Tisch, aber unsre {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} ist dich noch unbekannt. O, ich sage dich,
+Ilse, sie ist so artig wie eines ganz wohlgezogenes Kind. Sie ist immer
+der erste in alle Stunden und macht nie eine dummer Streich, kurz, Rosi
+Moeller ist eines Musterkind."
+
+"Was sagst du von unsrem Musterkinde?" rief ploetzlich eine froehliche
+Maedchenstimme. "Nellie, Nellie, dein boeses Zuenglein geht sicher mit dir
+durch!"
+
+"Du irrst dir, liebes Lachtaube," entgegnete Nellie, "Ilse ist noch so
+fremd, ich mache ihr bekannt."
+
+"Wer war das?" fragte Ilse, als die kleine, runde Maedchengestalt, die an
+Orlas Arme hing, vorueber war.
+
+"Das ist Annemie von Bosse, genannt Lachtaube. Sie lacht sehr viel,
+eigentlich immer, und sie kann keine Ende davon finden. Man muss mitlachen,
+sie steckt an. - Nun habe ich dich aber alle Maedchen gezeigt, die in unsre
+Alter sind, die anderen sind zu jung oder es sind Englaenderinnen. Von die
+ist nicht viel zu sage, sie sind alle langweilig und sie sprechen noch
+viel weniger gut deutsch als ich." -
+
+Mit dem Schlage neun begaben sich saemtliche Pensionaerinnen zurueck in das
+Haus. Bevor sie zur Ruhe gingen, war es Sitte, dass sich alle erst in das
+Zimmer der Vorsteherin begaben, um ihr gute Nacht zu wuenschen. Dieselbe
+reichte jeder einzelnen einen Kuss auf die Stirn. Zuweilen ermahnte, lobte
+oder tadelte sie diese oder jene dabei, wenn sie den Tag ueber etwas gut
+oder schlecht gemacht hatten, alles geschah aber in liebevollem Tone,
+nicht anders als wie eine Mutter zu ihrem Kinde spricht.
+
+"Ich moechte noch mit dir sprechen, liebe Ilse," sagte Fraeulein Raimar, als
+Ilse ihr gute Nacht bot. "Verweile noch einen Augenblick hier."
+
+Und als saemtliche Maedchen das Zimmer verlassen hatten, ermahnte sie Ilse,
+etwas manierlicher zu essen.
+
+"Du darfst die Tasse nicht mit beiden Haenden fassen und die Ellbogen dabei
+aufstuetzen, Kind, du glaubst nicht, wie unschoen das aussieht. Achte auf
+deine Mitschuelerinnen, du wirst sehen, dass keine einzige es wie du macht.
+Und dann, weisst du, stecke nicht wieder so grosse Bissen in den Mund. Die
+kleinen Kinder machen es zuweilen so, aber dann nennt die Mama sie:
+Nimmersatt!"
+
+Ilse war dunkelrot geworden vor Aerger ueber die erhaltene Ermahnung.
+Trotzig biss sie die Lippen aufeinander und unterdrueckte eine ungezogene
+Antwort.
+
+"Geh nun zu Bett, mein Kind, und schlafe gut."
+
+Sie war im Begriffe, Ilse einen Kuss auf die Stirn zu reichen, als diese
+mit einer heftigen Bewegung den Kopf zurueckbog. Es war ihr unmoeglich, sich
+von der Vorsteherin kuessen zu lassen, die sie in diesem Augenblicke
+geradezu hasste.
+
+Fraeulein Raimar wandte sich unwillig von dem Trotzkopfe ab, ohne noch
+etwas zu sagen, und Ilse verliess das Zimmer.
+
+Sie lief die Treppe hinauf und trat atemlos zu Nellie in das Zimmer. Die
+Thuere warf sie heftig in das Schloss und schob auch noch den Riegel vor,
+was in der Pension streng untersagt war.
+
+"Mach nicht der Riegel zu," sagte Nellie, "wir duerfen das nicht thun. Wenn
+wir in die Bett liegen, kommt Fraeulein Guessow bei uns nachsehen."
+
+Ilse ruehrte sich natuerlich nicht, und Nellie musste das selbst besorgen.
+Ungestuem warf sie sich auf ihr Bett und brach in Thraenen aus.
+
+"O, was ist dich?" fragte Nellie erschrocken.
+
+"Hier bleibe ich nicht! - Ich reise morgen fort! Wenn das mein Papa wuesste,
+wie sie mich behandelt hat!" rief Ilse aufgeregt.
+
+Durch viele Fragen bekam Nellie in einzelnen abgerissenen Saetzen von Ilse
+heraus, was Fraeulein Raimar gesagt hatte.
+
+"Ich esse ungeschickt, - ich nehme zu grosse Bissen - und ich bin ein
+Nimmersatt! Zu Hause darf ich essen, wie und was ich will! - Ich will
+wieder fort! Morgen reise ich! -"
+
+"Du musst dir nicht so viel graemen um so kleine Sach'," sagte Nellie sanft
+und strich liebkosend Ilses lockiges Haar. "Fraeulein Raimar ist sehr
+gerecht, sie meint es gut und will dir nicht beleidigen. Mit uns alle
+macht sie es so. Wir sind doch jung und dumm und muessen noch lernen. - Nun
+komm, wir legen uns jetzt in die Bett und spaeter, wenn Fraeulein Guessow bei
+uns eingesehen hat, stehen wir ganz leise wie die Maeuschen wieder auf und
+packen deiner kleine Koffer leer."
+
+Aber so leicht war Ilse nicht zu beruhigen. "Nein!" rief sie und sprang
+auf, "der kleine Koffer bleibt verschlossen! Ich reise wieder fort!"
+
+Hastig zog sie sich aus, warf ihre Kleidungsstuecke drunter und drueber und
+legte sich schluchzend in ihr Bett. Schweigend ordnete Nellie die
+zerstreuten Sachen, sie hing das schoene Kleid an einen Nagel, Ilse hatte
+dasselbe auf einen Stuhl geworfen, und legte alles uebrige glatt und
+ordentlich zusammen. Dann ging auch sie zur Ruhe.
+
+Bevor sie indes ihr Lager bestieg, kniete sie vor demselben nieder,
+faltete die Haende und betete leise ein kurzes Gebet.
+
+"Gut' Nacht, Ilse," sagte sie dann und gab ihr einen Kuss. "Du musst nun
+nicht mehr weinen, - alle Anfang ist schwer."
+
+Aber Ilse weinte noch lange. Ihre Gedanken kehrten zum Vater zurueck und
+begleiteten ihn auf seiner Rueckreise. In wenigen Stunden musste er die
+Heimat erreicht haben. Ach, wenn er wuesste, wie sein einziges Kind
+behandelt wurde! Sie fuehlte sich zu ungluecklich in der Gefangenschaft! -
+Wie ein Kind weinte sie sich in den Schlaf, aber boese Traeume schreckten
+sie mehrmals auf. Bald hielt sie eine maechtige Theetasse in der Hand und
+liess sie zur Erde fallen, bald hielt ihr die Vorsteherin im grauen Kleide
+ein heimatliches Butterbrot dicht vor den Mund, wollte sie aber zubeissen,
+war es verschwunden.
+
+ * * *
+
+Um sechs Uhr am andern Morgen hiess es: Aufgestanden! Da galt kein langes
+Besinnen, und wenn die jungen Glieder noch so sehr vom Schlafe befangen
+waren, es wurde keine Gnade geuebt. Ilse pflegte daheim bald frueh, bald
+spaet aufzustehen, wie sie gerade Lust hatte. Einer bestimmten Ordnung, wie
+sie die Mama so sehr gewuenscht, hatte sie sich nicht fuegen wollen. Es
+wurde ihr denn auch nicht wenig schwer, so auf Kommandowort sich erheben
+zu muessen, gerade heute hatte sie den Wunsch, noch einigemal sich im Bette
+herumzudrehen, sie war so spaet erst eingeschlafen. Aber daran war nicht zu
+denken, Nellie stand schon da und wusch sich. Mit einem Sprunge war sie
+Schlag sechs Uhr aus dem Bette gewesen.
+
+"Wach auf, Ilse," sagte sie, "um halb sieben trinken wir Kaffee."
+
+"Schon aufstehen," antwortete die Verschlafene, "aber ich bin noch so
+muede."
+
+"Thut nix, du darfst nicht mehr schlafrig sein."
+
+Aber Ilse zoegerte noch. Nellie stand schon fertig da, ja hatte schon
+alles, was sie zur Nacht- und Morgentoilette noetig hatte, beiseite
+geraeumt, als sie sich langsam erhob.
+
+"O Ilse, eile dir, du hast nur zehn Minuten Zeit! Schnell, schnell, ich
+will dich helfen! Wo sind dein Kamm?"
+
+Ilse zeigte auf ein Papier, das im Fenster lag. "Dort liegen sie
+eingewickelt," gab sie zur Antwort.
+
+"Das ist nicht nett, das gefaellt mir nicht," meinte Nellie und ruempfte das
+Naeschen. "Du musst dich ein Taschen naehen, von grauer Stoff und rote Band,
+sieh, wie dies da," und sie zeigte ihre Kammtasche, "siehst du, so ist's
+fein."
+
+Ilse machte nicht viel Umstaende mit ihrem Haar. Sie kaemmte und buerstete
+es, damit war alles abgemacht, die natuerlichen Locken ringelten sich von
+selbst ohne weitere Bemuehung. Ein hellblaues Band schlang ihr Nellie durch
+dieselben und band es mit einer Schleife seitwaerts zu.
+
+"Nun noch die Schuerze," sagte sie, als Ilse soweit fertig war, "sie darf
+nicht fehlen." Sie lachte, als Ilse sich dagegen straeubte.
+
+"Du bist ein klein, albern Ding," schalt sie und band ihr die Schuerze vor,
+trotz Ilses heftigem Widerstande. "Gleich haeltst du still! Ohn' ein
+Schuerzen giebt es kein Kaffee."
+
+Die lustige Nellie setzte es wirklich durch, dass Ilse sich ihrem Willen
+fuegte.
+
+"So," sagte sie, "nun bist du schoen! Die blau gestickter Schuerze ist sehr
+nett und du bekommst einer suesser Kuss."
+
+An langen Tafeln sassen die Maedchen bereits, Nellie und Ilse waren die
+letzten. Fraeulein Raimar war des Morgens niemals zugegen, nur Fraeulein
+Guessow fuehrte die Aufsicht. Ilse musste sich zu ihr setzen. Als ihr der
+Kaffee gereicht wurde, nahm sie die Tasse ganz manierlich beim Henkel in
+die Hand, ass auch wie es sich gehoert nicht mit grossen Bissen, wie am Abend
+zuvor; aber sie hatte eine andre Unart, die ebenfalls zu tadeln war, sie
+schluerfte den Kaffee so laut, dass sie allgemeine Heiterkeit erregte.
+
+Ilse hatte keine Ahnung, dass ihr das Gelaechter galt, Orla machte sie damit
+bekannt.
+
+"Du fuehrst ja ein wahres Konzert auf," sagte sie. "Machst du das immer so?
+Schoen hoert sich diese Tafelmusik nicht an, das kann ich dich versichern."
+
+Ilse fuehlte sich schwer beleidigt ueber diese Zurechtweisung. Hastig setzte
+sie die Tasse nieder, erhob sich und eilte hinaus.
+
+"Du durftest sie nicht vor all' den uebrigen so beschaemen, Orla," tadelte
+Fraeulein Guessow, indem sie ebenfalls aufstand, um Ilse zu folgen, "das
+kraenkt sehr."
+
+Ilse war gerade im Begriff in den Garten zu gehen, als die junge Lehrerin
+sie zurueckrief.
+
+"Wo willst du hin, Ilse?" fragte sie. "Was faellt dir ein, mein Kind, dass
+du nach deinem Gefallen davonlaeufst? Es ist nicht Sitte bei uns, dass
+jemand eine Mahlzeit verlaesst, bevor dieselbe beendet ist. Komm gleich
+zurueck und verzehre dein Fruehstueck."
+
+"Ich mag nicht mehr fruehstuecken," entgegnete Ilse, "und ich gehe nicht
+wieder hinein! Sie haben mich alle ausgelacht und Orla war ungezogen gegen
+mich. Es geht niemand etwas an, wie ich esse und trinke, ich mache es, wie
+ich will! Vorschriften lasse ich mir nicht machen, nein!"
+
+"Ehe ich weiter mit dir spreche, bitte ich dich erst ruhig und vernuenftig
+zu sein, liebe Ilse. Ich kann nicht dulden, dass du in einem so unartigen
+Tone zu mir sprichst."
+
+Sehr ernst und nachdruecklich hatte Fraeulein Guessow gesprochen, aber es
+klang doch ein Ton der Liebe hindurch. Ihr schoenes, weiches Organ
+verfehlte selten den Weg zum Herzen, das lernte auch Ilse in diesem
+Augenblicke kennen. Sie blickte zu Boden, und etwas wie Beschaemung stieg
+in ihr auf.
+
+Die Lehrerin las in Ilses beweglichen Zuegen und wusste, was in ihr vorging.
+
+"Gieb mir deine Hand, du kleiner Brausekopf!" sagte sie freundlich, "und
+versprich mir, nicht wieder so stuermisch zu sein und deiner
+augenblicklichen Laune zu folgen, selbst wenn du glaubst, im Rechte zu
+sein. Heute warst du es nicht einmal, du trankest wirklich etwas
+unappetitlich. Orla hat es gut gemeint, dass sie dich darauf aufmerksam
+machte, du darfst ihr darum nicht boese sein. So eine kleine wohlverdiente
+Lehre muss sich jede von euch gelegentlich gefallen lassen. Es ist doch
+besser, jetzt als Kind zurechtgewiesen zu werden, als wenn deine Fehler
+und Angewohnheiten spaeterhin zum Spott der Gesellschaft wuerden."
+
+Daheim hatte Ilse niemals hoeren wollen, dass sie eine junge Dame sei, und
+jetzt beruehrte es sie gar nicht angenehm, dass man sie gewissermassen noch
+zu den Kindern rechnete.
+
+"Nun siehst du das ein, Ilse?" fragte die Lehrerin.
+
+Vielleicht that sie es, aber sie wuerde ein Ja nicht ueber die Lippen
+gebracht haben. Fraeulein Guessow begnuegte sich mit ihrem Stillschweigen und
+nahm dasselbe fuer eine Zustimmung. Sie meinte, dass eine Natur wie Ilses
+nicht mit Gewalt zum Nachgeben gezwungen werden duerfe.
+
+"Nun wollen wir zurueck in den Speisesaal gehen," sagte sie, und Ilse wagte
+keine Widerrede. Sie folgte dem Fraeulein mit niedergeschlagenen Augen, sie
+hatte Furcht vor den vielen peinlichen Blicken, die sich alle auf sie
+richten wuerden.
+
+Als sie eintraten, war das Zimmer leer und die Fruehstueckszeit vorueber.
+Niemand war froher als Ilse, die sich wie erloest vorkam.
+
+"Ich habe noch einen Auftrag fuer dich, Ilse," sagte die Lehrerin.
+"Fraeulein Raimar wuenscht deine Arbeitshefte zu sehen, auch sollst du
+zugleich muendlich geprueft werden. In einer Stunde finde dich in dem
+Konferenzzimmer ein, du wirst dort zugleich deine zukuenftigen Lehrer und
+Lehrerinnen zum Teil kennen lernen."
+
+"Wollen sie mich alle pruefen?" fragte Ilse etwas besorgt.
+
+"Nein," entgegnete das Fraeulein, "aber sie werden zuhoeren, wenn Fraeulein
+Raimar dich examiniert. Spaeter wirst du dann erfahren, in welche Klasse du
+gesetzt bist, und morgen nimmst du zum erstenmal an dem Unterricht teil."
+
+Ilse ging in ihr Zimmer und suchte ihre Hefte zusammen. Sie waren nicht in
+der besten Verfassung. Das deutsche Aufsatzheft machte besonders keinen
+Staat. Verschiedene Tintenflecke zierten es, und sogar einige naseweise
+Fettflecke machten sich darauf breit. Das franzoesische Heft wurde ganz
+beiseite gelegt. Sie hatte versucht, einige Seiten, die gar zu verschmiert
+aussahen, herauszureissen und durch diesen Gewaltstreich waren alle andern
+Blaetter gelockert - unmoeglich konnte sie das Buch in dieser Verfassung
+vorzeigen.
+
+Nellie, die gerade eine freie Stunde hatte, sah erstaunt Ilses Treiben zu.
+"Was thust du?" fragte sie. "Willst du dein Buecher so an Fraeulein Raimar
+vorzeigen? das darfst du nicht. Hat deiner Herr Pastor dir dies erlaubt?
+Gieb schnell, ich will dich blaues Umschlaege drum wickeln, das ist nett
+und man sieht die alte Flecken nicht."
+
+"Gieb her!" rief Ilse gereizt. "Sie sind gut so! Es ist mir ganz egal, ob
+Fraeulein Raimar die Flecken sieht oder nicht!"
+
+"Nicht so zornig, Fraeulein Ilse! Sie sind eine kleine, unordentliche junge
+Dame! Wuerde es dir vielleicht spassig sein, wenn Fraeulein Raimar deine Buch
+mit spitze Finger hoch hielt und sie alle Lehrer zeigte? O nein, das waer
+dich nicht egal und nicht spassig. Besonders wenn Herr Doktor Althoff,
+unser deutscher Lehrer, mit seine bekannte, hoehnische Lachen dir so von
+die Seiten ansieht und fragt: Wie alt sind Sie, mein Fraeulein?"
+
+Trotzdem Ilse ungeduldig wurde, trotzdem sie entschieden erklaerte, es waere
+hoechst unnuetz, dass so viele Umstaende wegen der dummen Buecher gemacht
+wuerden, setzte Nellie ihren Willen durch.
+
+"So, nun kannst du gehen," sagte sie, als sie auch dem letzten Hefte ein
+blaues Kleid gegeben hatte, "nun bedanke dir fuer mein Muehe."
+
+"Du bist doch sehr gut, Nellie," meinte Ilse. "Wie ist es dir nur moeglich,
+stets so sanft und geduldig zu sein? Ich kann das nicht!"
+
+"O, du lernst schon, Kind. Wirst noch eine ganz zahme, kleine Vogel sein!"
+entgegnete Nellie.
+
+Um elf Uhr ging Ilse hinunter in das Konferenzzimmer. Als sie eintrat,
+fand sie mehrere Lehrer und einige Lehrerinnen anwesend. Sie sassen um
+einen Tisch, Fraeulein Raimar nahm den Platz obenan ein.
+
+"Tritt naeher, Ilse," sagte sie und machte mit einigen freundlichen Worten
+die neue Schuelerin mit ihren zukuenftigen Lehrern bekannt. Darauf liess sie
+sich die Schreibhefte reichen. Das Aufsatzbuch fiel ihr zuerst in die
+Hand. Sie blaetterte und las darin, und einigemal schuettelte sie den Kopf.
+
+"Oft recht gute und klare Gedanken," bemerkte sie zu dem neben ihr
+sitzenden Lehrer der deutschen Sprache, Doktor Althoff, "und dabei diese
+oberflaechliche, fluechtige Schrift. Sehen Sie einmal, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}uns{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} mit einem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}z{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+geschrieben - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Land{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} mit einem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}t{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. Da werden wir viel Versaeumtes
+nachzuholen haben. Wie schreibst du {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Land{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, Ilse, buchstabiere einmal."
+
+Ilse konnte unmoeglich diese Frage fuer ernst halten. War sie denn ein
+kleines Maedchen aus der A-B-C-Klasse? Sie zoegerte mit der Antwort.
+
+Die Vorsteherin indes war nicht gewoehnt zu scherzen, sie sah erstaunt die
+schweigende Ilse an.
+
+"Wie du Land schreibst, moechte ich von dir wissen," wiederholte sie noch
+einmal in bestimmtem Tone, der jeden Zweifel, ob er ernst gemeint sei oder
+nicht, benahm.
+
+Ilse kraeuselte etwas unwillig die Stirn, zog die Lippe in die Hoehe und
+buchstabierte so schnell, dass man ihr kaum folgen konnte: L-a-n-d. Den
+Blick hatte sie zum Fenster hinausgewandt, um Fraeulein Raimar nicht
+anzusehen.
+
+"Also nur fluechtig, ich dachte es mir," sagte diese. "Wenn du in Zukunft
+deine Aufsaetze machst, wirst du sehr aufmerksam sein. Fehler, wie ich sie
+in deinen Aufgaben finde, kommen bei uns nicht mehr in der dritten Klasse
+vor."
+
+Es wurden nun Ilse Fragen in den verschiedensten Faechern vorgelegt.
+Manchmal fielen die Antworten ueberraschend aus, zuweilen dagegen geradezu
+einfaeltig. Doktor Althoff laechelte einigemal, was Ilse das Blut bis hinauf
+in die braunen Locken trieb. Sie aergerte sich darueber und drehte ihr
+Taschentuch wie eine Wurst fest zusammen.
+
+Im Franzoesischen bestand sie gut. Monsieur Michael, der franzoesische
+Lehrer, ein aelterer Herr mit weissem Haar, redete sie gleich in dieser
+Sprache an, sie antwortete ihm korrekt und fliessend.
+
+Miss Lead, die englische Lehrerin, die ebenfalls im Institute wohnte, hatte
+weniger Glueck bei ihrer Anrede. Ilse holperte sehr, als sie die Antwort
+gab.
+
+"Nun kannst du uns verlassen, Kind," sagte Fraeulein Raimar. "Dein Examen
+ist zu Ende. Spaeter werde ich dir mitteilen, welche Klasse du besuchen
+wirst."
+
+Nachdem Ilse das Zimmer verlassen, wurde nach einigem Hin- und Herberaten
+der Beschluss gefasst, sie in die zweite Klasse zu geben, im Franzoesischen
+solle sie indes die erste besuchen.
+
+"Ich glaube, Ilse wird uns viel Not machen," aeusserte die Vorsteherin
+besorgt. "Sie ist widerspenstig und trotzig, auch kann sie nicht den
+geringsten Tadel vertragen."
+
+"Aber sie hat ein gutes Herz," fiel Fraeulein Guessow lebhaft ein. "Ich habe
+noch keine Beweise dafuer, aber ich lese es in ihrem schoenen, offnen Auge.
+Ich bin ueberzeugt, dass ich mich nicht taeusche. Eins ist mir indes klar,
+mit Strenge werden wir wenig ausrichten, dagegen hoffe ich, mit Liebe und
+Energie wird es uns gelingen, ihren Trotz zu zaehmen."
+
+"Das ist ganz meine Ansicht!" stimmte Monsieur Michael bei, "Sie werden
+sehen, meine Damen und Herren, Mademoiselle Ilse wird eine Zierde der
+Pension sein! Mit welcher Eleganz spricht sie franzoesisch, wie gewaehlt
+setzt sie die Worte! Ah, sie ist ein Genie!" - Der kleine Herr hatte sich
+ordentlich in Begeisterung gesprochen und seine Worte mit lebhaften
+Gestikulationen begleitet.
+
+"Ich wuensche von Herzen, dass Sie recht haben moegen," entgegnete Fraeulein
+Raimar und erhob sich von ihrem Platze. "An Liebe und Nachsicht wollen wir
+es nicht fehlen lassen, vielleicht gelingt es uns, Ilse verstaendig und
+gefuegig zu machen." -
+
+Fuers erste schien noch wenig Aussicht dazu. Beim Mittagessen legte Ilse
+wieder den Beweis ab, wie recht Fraeulein Raimar hatte, wenn sie
+behauptete, dass Ilse keinen Tadel vertragen koenne.
+
+Sie hielt die Gabel schlecht. Die Fingerspitzen beruehrten fast die
+Speisen. Das Gemuese verzehrte sie mit dem Messer und so heiss, dass sie
+manchmal, um sich nicht zu verbrennen, den Bissen wieder aus dem Munde
+fallen liess. Auch hielt sie den Kopf sehr tief ueber den Teller gebeugt,
+was ihr das Aussehen eines hungrigen Kindes gab.
+
+"Sitze gerade, liebe Ilse," ermahnte die Vorsteherin, "es ist dir nicht
+gesund, so krumm zu sitzen."
+
+"Ich esse immer so," erwiderte sie ziemlich kurz.
+
+"Ich ass immer so, meinst du wohl, mein Kind, denn hier wirst du dich daran
+gewoehnen, zu thun, was Sitte ist ... Hast du zu Hause auch stets die Gabel
+so kurz gefasst und mit dem Messer gegessen?"
+
+"Ja," sagte Ilse und warf den Kopf leicht in den Nacken. "Papa hatte nie
+etwas an mir auszusetzen, er war zufrieden, wenn es mir nur schmeckte."
+
+"Aber die Mama, hat auch sie deine Art zu essen gutgeheissen?"
+
+Ilse schwieg. Eine Unwahrheit konnte und mochte sie nicht sagen, denn wie
+oft hatte die Mutter sie ermahnt, und wie oft hatte sie derselben zur
+Antwort gegeben: "Dann will ich gar nichts essen, wenn du mich immer
+tadelst."
+
+Das Fraeulein hatte leise, nur fuer Ilse verstaendlich gesprochen. Niemand
+ahnte, was sie sagte, denn ihre Zuege sahen mild und freundlich aus. Eine
+Antwort auf ihre Frage wartete sie nicht ab, aber es gefiel ihr, dass Ilse
+lieber schwieg, als gegen ihre Ueberzeugung sprach.
+
+"Nun iss nur, Kind," fuhr sie fort, "mit der Zeit wirst du dich schon
+gewoehnen. In wenigen Wochen hast du alle deine kleinen Unebenheiten
+abgestreift und wir werden niemals noetig haben, etwas an dir zu ruegen.
+Nicht wahr?"
+
+"Ich weiss es nicht," erwiderte Ilse und sah mit einem ziemlich
+verdriesslichen Gesicht auf ihren Teller nieder.
+
+"Du musst dir Muehe geben, dann wird es schon gehen."
+
+Dazu schwieg Ilse. Natuerlich war sie fest davon ueberzeugt, dass ihr das
+groesste Unrecht geschah. Warum sollte sie nicht natuerlich essen? Der Papa
+hatte stets gesagt, sie solle keine Zierpuppe werden, nun hatte man bei
+allem, was sie that und wie sie es that, etwas auszusetzen. Sie wagte kaum
+noch etwas zu geniessen und wenn das so weiter ging, wollte sie lieber
+verhungern. -
+
+ * * *
+
+Am Abend, als Nellie und Ilse sich schlafen gelegt hatten, als Fraeulein
+Guessow bereits ihre Runde gemacht, als das Licht geloescht und alles still
+im Hause war, rief Nellie, "wachst du, Ilse?"
+
+"Ja," antwortete diese, "was soll ich?"
+
+"Zieh dir leise an, wir wollen dein kleiner Koffer auspacken."
+
+"Es ist ja aber dunkel," meinte Ilse.
+
+"O lass nur, ich habe schon eine Licht."
+
+Leicht und unhoerbar stieg Nellie aus ihrem Bette und ging auf Struempfen an
+ihre Kommode. Sie zog den oberen Kasten vorsichtig heraus und nahm einen
+kleinen Wachsstock aus demselben. Nachdem sie ihn angezuendet hatte,
+stellte sie ein Buch davor, damit kein Lichtschimmer durch das Fenster
+drang.
+
+"Ist doch fein, nicht?" fragte sie. "Nun eile dich aber," trieb sie Ilse,
+die sich fluechtig ankleidete.
+
+"Wo hast du der Schluessel?"
+
+"Hier habe ich ihn," entgegnete Ilse und zog ihn unter dem Kopfkissen
+hervor, "ich werde selbst aufschliessen."
+
+Nellie leuchtete mit dem Wachsstocke und hielt die Hand davor.
+Vornuebergebeugt stand sie in neugieriger Erwartung, der Schaetze harrend,
+die sich vor ihren Augen aufthun wuerden. Recht enttaeuscht wurde sie, als
+Ilse anfing auszupacken. Die erwarteten Delikatessen - Nellie war eine
+Freundin davon - kamen nicht zum Vorschein.
+
+"O, hast du keine Kuchen?" fragte sie, warf den Plunder heraus und
+durchsuchte mit der Hand bis auf den Grund.
+
+"Au, au!" rief sie ploetzlich und fuhr mit der Hand zurueck. "Was ist dies?
+Ich habe mir gestochen!" Und richtig, ein roter Blutstropfen hing an dem
+kleinen Finger.
+
+Ilse begriff nicht, woher die Verwundung kam, bis sie selbst in den Koffer
+griff und die Ursache entdeckte, - - o Schrecken! das Glas mit dem
+Laubfrosche war zerbrochen, und Nellie hatte sich an einem Glassplitter
+geritzt.
+
+"Wo nur der Frosch ist," sagte Ilse aengstlich und raeumte die Scherben
+fort.
+
+"Was? - eine Frosch? Eine lebendige Frosch? O je - hast du ihn verpackt?
+Wie kannst du so eine arme Tier in die Koffer thun? Ohne Luft muss er tot
+gehen!"
+
+Ilse hatte soeben den kleinen Laubfrosch gefunden, - natuerlich war er tot.
+Sie legte ihn auf die flache Hand und hauchte ihn an, vielleicht brachte
+sie ihn wieder zum Leben. Nellie lachte sie aus.
+
+"Du hast die arm, klein Frosch gemordet," sagte sie und nahm ihn in die
+Hand. "O, er ist kaput! Er kriegt keine Leben wieder, niemals! Morgen frueh
+wollen wir ihn in ein Schachtel legen und unter die Linde vergraben."
+
+Ilse sah traurig auf den Frosch und die Thraenen traten ihr in die Augen.
+Sie hatte das Tierchen selbst gefangen, es stets gefuettert und eine grosse
+Freude daran gehabt, nun hatte sie es getoetet durch eigne Schuld.
+
+ [Illustration]
+
+"Wie schlecht von mir, dass ich so dumm sein konnte!" klagte sie sich an.
+"Ich dachte gar nicht daran, als ich meine Sachen packte, dass er ersticken
+muesse. Es ging so schnell -"
+
+Einigermassen troestete sie die Aussicht auf das Begraebnis unter der Linde.
+
+"Wir machen eine kleiner Huegel," sagte Nellie, "und pflanzen Blumen
+darauf. Und ein klein Holzkreuz stecken wir in die Erden und schreiben
+daran: Hier ruht Ilses Frosch. Er musste sein junge Leben lassen, weil ihm
+der Luft ausging."
+
+Dieser komische Einfall trocknete Ilses Thraenen, sie musste darueber lachen.
+
+Als sie den ausgestopften Kanarienvogel ansah, fand sie, dass er sehr
+gelitten hatte. Das Koepfchen war ganz breit gedrueckt und der eine Fluegel
+hing herunter. Nellie gab ihm wieder einige Facon. Sie drueckte den Kopf
+rund und versprach auch, den Fluegel wieder gut zu machen. Sie wollte ihn
+am andern Tage anleimen.
+
+"Lass mir nur machen," sagte sie, "ich werde ihm schon wieder in die
+Ordnung bringen."
+
+"Was ist denn das?" fragte sie ploetzlich und hielt Ilses Blusenkleid in
+die Hoehe, "warum hast du diese schmacklose Robe eingepackt, - und die alte
+schmutzige Stiefel, - was soll damit?"
+
+Warum? Darueber hatte Ilse selbst noch nicht nachgedacht, aber sie war
+aergerlich, ihr Lieblingskostuem so verachtet zu sehen.
+
+"Du verstehst nichts davon," sagte sie und nahm es Nellie fort. "Es ist
+mein liebster und schoenster Anzug! Ich mag die andern Kleider gar nicht
+leiden, sie sitzen so fest und sehen so geziert aus."
+
+"O lass mir ihn probieren," bat Nellie, "ich will ihn anziehen."
+
+Dagegen hatte Ilse nichts einzuwenden. Sie half Nellie ankleiden und in
+wenigen Augenblicken stand diese in einem ganz wunderbaren Aufzuge da.
+
+Der Rock war ihr zu kurz, da sie etwas groesser als Ilse war, unter
+demselben sah das lange, weisse Nachtgewand hervor, die Bluse war
+stellenweise zerrissen und Nellie hatte den Aermel verfehlt und war durch
+ein grosses Loch dicht daneben herausgefahren, so dass der Aermel auf dem
+Ruecken hing. Nachdem sie auch noch den schaebigen Lederguertel um ihre
+zierliche Taille geschnallt hatte, stand sie fertig da, bis auf die
+Stiefel, die sie nicht anziehen mochte, weil sie zu schmutzig waren.
+
+"Bequem ist diese Kostuem, das ist wahr," sagte sie und fing an, allerhand
+lustige Spruenge auszufuehren und sich im Kreise zu drehen. "Man ist so
+luftig - so leicht!"
+
+Ilse brach ploetzlich in ein so herzhaftes Gelaechter aus, dass Nellie auf
+sie zueilte und ihr den Mund mit der Hand verschloss.
+
+"Du darfst nicht so toll lachen," sagte sie, "du wirst uns verraten!"
+
+"Ich kann nicht anders, du siehst ja zum totlachen aus."
+
+Nellie trat mit dem Wachsstocke vor den kleinen Spiegel und betrachtete
+sich.
+
+"O wie abscheulich!" sagte sie und riss die Sachen herunter, "wie kannst du
+so ein haesslicher Anzug schoen finden!"
+
+Ilse verschloss ihre Herrlichkeiten wieder in den Koffer, dann wurde das
+Licht geloescht und in wenigen Augenblicken schliefen die beiden Maedchen
+fest und tief.
+
+ * * *
+
+Vierzehn Tage waren seit Ilses Aufnahme in der Pension vergangen. Manche
+bittre Thraene hatte sie in der kurzen Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit
+erschien, geweint, und oft, recht oft hatte sie die Feder angesetzt, um
+dem Vater zu schreiben, dass er sie zurueckholen moege. Nur weil sie sich vor
+der Mutter scheute, that sie es nicht. Erst zweimal hatte sie die vielen
+und langen Briefe, die sie aus der Heimat erhalten, beantwortet, nur ganz
+kurz und mit der Entschuldigung, dass ihr die Zeit zu laengeren Briefen
+fehle.
+
+Endlich, eines Sonntag Nachmittags, den fast alle Pensionaerinnen zum
+Briefschreiben benutzten, setzte auch sie sich dazu nieder. Grosse Lust
+hatte sie indessen nicht. Sie wusste gar nicht recht, was sie schreiben
+sollte; wie es ihr eigentlich um das Herz war, mochte sie ja doch nicht
+sagen.
+
+Sie schlug die neue Schreibmappe auf, waehlte nach langem Suchen einen rosa
+Bogen mit einer Schwalbe darauf, tauchte eine Feder in das Tintenfass und -
+malte allerhand Schnoerkeleien auf ein Stueckchen Papier. Nachdem sie diese
+Unterhaltung ein Weilchen getrieben, begann sie endlich den Brief. Nach
+wenigen Zeilen hoerte sie auf und legte das Geschriebene beiseite. Der
+Anfang gefiel ihr nicht. Es wurde ein neuer Schwalbenbogen geopfert und
+noch einer. Der vierte endlich hatte mehr Glueck. Sie beschrieb denselben
+von Anfang bis zu Ende, ja, sie nahm noch einen fuenften Bogen dazu. Sie
+war nun einmal in das Plaudern gekommen, immer wieder fiel ihr etwas ein,
+das sie dem Papa mitteilen musste.
+
+Als sie zu Ende war, durchlas sie noch einmal ihre lange Epistel und wir
+blicken ihr ueber die Schulter und lesen mit.
+
+
+
+
+
+
+ "Mein liebes Engelspapachen!
+
+Es ist heute Sonntag. Das Wetter ist so schoen und im Garten bluehen die
+Rosen (da faellt mir eben ein, hat meine gelbe Rose, _marechal Niel_, die
+der Gaertner im Fruehjahre verpflanzte, schon Knospen angesetzt? bitte,
+vergiss nicht, mir Antwort zu geben) - und die Voegel singen so lustig -
+ach! und deine arme Ilse sitzt im Zimmer und kann sich nicht im Freien
+umhertummeln. Mein liebes Pa'chen, das ist recht traurig, nicht wahr? Ich
+komme mir oft vor wie unser Mopsel, wenn er genascht hatte und zur Strafe
+dafuer eingesperrt wurde. Ich moechte auch manchmal, wie er es that, an der
+Thuere kratzen und rufen: macht auf! Ich will hinaus!
+
+Es ist gar nicht huebsch, immer eingesperrt zu sein. Zu Haus konnte ich
+doch immer thun und treiben, was ich wollte, im Garten, auf dem Felde, in
+den Staellen, ueberall durfte ich sein und meine reizenden Hunde waren bei
+mir und liefen mir nach, wohin ich ging. Ach, das war zu himmlisch nett!
+Was macht Bob, Papachen, und Diana und Mopsel und die andern? O, wenn ich
+sie gleich hier haette!
+
+Es ist in der Pension alles so furchtbar streng, man muss jede Sache nach
+Vorschrift thun. Aufstehen, Fruehstuecken, Lernen, Essen, - immer zu
+bestimmten Stunden. Und das ist graesslich! Ich bin oft noch so muede des
+Morgens, aber ich muss heraus, wenn es sechs geschlagen hat. Ach, und wie
+manchmal moechte ich in den Garten laufen und muss auf den abscheulichen
+Schulbaenken sitzen! Die furchtbare Schule!
+
+Ich lerne doch nichts, Herzenspa'chen, ich bin zu dumm. Nellie und die
+andern Maedchen wissen viel mehr, sie sind auch alle klueger als ich. Nellie
+zeichnet zu schoen! Einen grossen Hundekopf in Kreide hat sie jetzt fertig,
+als wenn er lebte, sieht er aus. Und Klavier spielt sie, dass sie Konzerte
+geben koennte - und ich kann gar nichts!
+
+Wenn ich doch lieber zu Hause geblieben waere, dann wuesste ich doch gar
+nicht, wie einfaeltig ich bin. Nellie troestet mich oft und sagt: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Es ist
+keiner Meister von der Himmel gefallen, fang' nur an, du wirst schon
+lernen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Aber ich habe angefangen und doch nichts gelernt. Ich weiss nur,
+dass ich sehr, sehr dumm bin.
+
+Am fuerchterlichsten sind die Mittwoch Nachmittage. Da sitzen wir alle von
+drei bis fuenf in dem Speisesaale. Die Fenster nach dem Garten sind weit
+offen und ich blicke sehnsuechtig hinaus. Es zuckt mir foermlich in Haenden
+und Fuessen, dass ich aufspringen moechte, um in den Garten zu eilen - ich
+darf es nicht, ganz still muss ich dasitzen und muss meine Sachen
+ausbessern, - Struempfe stopfen und was ich sonst noch zerrissen habe,
+wieder flicken. Denke Dir das einmal, mein kleines Papachen! Deine arme
+Ilse muss solche fuerchterliche Arbeiten thun! - Und Fraeulein Guessow sagt,
+das waer' notwendig, Maedchen muessen alles lernen. Sie war ganz erstaunt,
+dass ich nicht stricken konnte. Man kauft doch jetzt die Struempfe, das ist
+ja viel netter, warum muss ich mich unnuetz quaelen? Es wird mir so schwer,
+die Maschen abzustricken, und ich mache es auch sehr schlecht.
+
+Melanie Schwarz, sie ist sehr huebsch, ziert sich aber und stoesst mit der
+Zunge an, und dann sagt sie immer zu allem: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Furchtbar nett, furchtbar
+reizend, oder furchtbar scheusslich{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - sie meinte neulich: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du strickst
+aber furchtbar scheusslich, Ilse.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Du siehst, Pa'chen, ich kann nichts!
+
+In den Arbeitsstunden wird einmal franzoesisch, einmal englisch die
+Unterhaltung gefuehrt. Franzoesisch kann ich mich allenfalls verstaendlich
+machen, aber englisch geht es sehr schlecht, so schlecht, dass ich mich
+schaeme, den Mund aufzuthun. Nellie ist gut, sie hilft mir nach und will
+oft mit mir sprechen, wenn wir allein sind.
+
+Du fragst mich, lieber Papa, ob ich schon Freundinnen habe, - ja - Nellie
+und noch sechs andre Maedchen sind meine Freundinnen, Nellie aber habe ich
+am liebsten. Wie sie alle heissen, will ich Dir das naechstemal schreiben,
+auch Dir erzaehlen, wie sie aussehen, heute kann ich mich nicht dabei
+aufhalten, sonst nimmt mein Brief kein Ende. Eine Schriftstellerin ist
+auch dabei, das muss ich Dir noch mitteilen.
+
+Wenn wir spazieren gehen, naemlich jeden Mittag von zwoelf bis eins und
+jeden Nachmittag von fuenf bis sieben, gehe ich fast immer mit Nellie in
+einer Reihe. Wir muessen naemlich wie die Soldaten zwei und zwei
+nebeneinander marschieren. Eine Lehrerin geht voran, eine hinterher mit
+einer kleinen Pensionaerin an der Hand. Nicht rechts, nicht links duerfen
+wir gehen, immer in Reih' und Glied bleiben. Ach! und ich habe so oft
+Lust, einmal recht toll davonzulaufen, auf die Berge hinauf - immer
+weiter! - aber dann wuerde ich nicht wieder in mein Gefaengnis zurueckkehren
+- -
+
+In die Kirche gehen wir einen Sonntag um den andern, dort gefaellt es mir
+aber gar nicht. Ich sitze zwischen so viel fremden Leuten, und der
+Prediger, ein ganz alter Mann, spricht so undeutlich, dass ich Muehe habe,
+ihn zu verstehen. In Moosdorf ist es viel, viel huebscher! Da sitzen wir
+eben in unsrem Kirchstuhle und wenn ich hinunter sehe, kenne ich alle
+Menschen. Und wenn unser Herr Kantor die Orgel spielt und die Bauernjungen
+so laut und kraeftig anfangen zu singen - und mein lieber Herr Prediger
+besteigt die Kanzel und predigt so schoen zu Herzen, dann ist es mir so
+feierlich, so ganz anders als hier! - ach, und manchmal, wenn die
+Sonnenstrahlen durch das bunte Kirchenfenster fallen und so schoene Farben
+auf den Fussboden malen, dann ist es so herrlich, so herrlich, wie
+nirgendwo auf der ganzen Welt!"
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+Hier musste Ilse mitten im Lesen innehalten und eine Pause machen. Der
+Gedanke an die Heimat und die Sehnsucht dahin ueberwaeltigten sie dermassen,
+dass sie weinen musste. Erst als ihre Thraenen wieder getrocknet waren, las
+sie zu Ende.
+
+
+
+
+
+
+"Gruesse nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die Mama; das Tagebuch, das
+sie mir mit eingepackt hat, kann ich nicht gebrauchen, ich habe keine
+Zeit, etwas hineinzuschreiben. Aber ich bedanke mich dafuer. Nun leb' wohl,
+mein lieber, suesser, furchtbar netter Papa. Ich kuesse Dich
+hunderttausendmal. Bitte, gieb auch Bob einen Kuss und gruesse Johann von
+
+ Deiner
+ Dich unbeschreiblich liebenden Tochter
+ _Ilse_.
+
+
+
+
+
+_N. S._ Ich will gern Zeichenunterricht nehmen bei dem Herrn Professor
+Schneider, ich darf doch? Morgen fange ich an.
+
+_N. S._ Beinah haette ich vergessen, Dir zu schreiben, dass Du mir doch eine
+Kiste mit Kuchen und Wurst schickst. Nellie ist immer so hungrig, wenn wir
+des Abends im Bette liegen und ich auch.
+
+_N. S._ Lieber Papa, ich kriege immer so viel Schelte, dass ich so
+ungeschickt esse, schreibe mir doch, ob das nicht sehr unrecht ist. Der
+Mama sage nichts hiervon. Deine Hand drauf! - Fraeulein Guessow habe ich
+sehr lieb." -
+
+
+
+
+
+
+Gerade sassen Ilses Eltern mit dem Prediger zusammen auf der Veranda am
+Kaffeetische, als ihr langer Brief eintraf. Der Oberamtmann las ihn vor
+und wurde bei einigen Stellen so geruehrt, dass er kaum weiter zu lesen
+vermochte.
+
+"Ich moechte das arme Kind zurueckhaben," sagte er, nachdem er zu Ende
+gelesen, "es fuehlt sich ungluecklich, und ich sehe nicht ein, warum wir
+unsrer einzigen Tochter das Leben so verbittern sollen. Was meinst du,
+Annchen, und Sie, lieber Vollert, waer' es nicht besser?"
+
+Der Prediger durchlas noch einmal den Brief, faltete ihn wieder zusammen
+und machte ein hoechst zufriedenes Gesicht.
+
+"Ich bin nicht Ihrer Meinung," entgegnete er, "ja ich wuerde das fuer eine
+Suende halten. Ilse ist bereits auf dem Wege einzusehen, dass sie noch
+vieles lernen muss, sie vergleicht sich mit den Genossinnen und erkennt
+ihre Fehler, die Luecken in ihrem Wissen. Wir haben schon mehr erreicht in
+dieser kurzen Zeit, als ich mir gedacht habe."
+
+"Das Heimweh ist ja natuerlich," fiel Frau Anne ein, "bedenke nur, wie
+schwer es einem an die Freiheit gewoehnten Wesen werden muss, sich ploetzlich
+in den Schulzwang zu fuegen! Die Regelmaessigkeit des Instituts ist ihrer
+ungebaendigten Natur zuwider; zu Ilses Glueck, sie wird sich fuegen lernen,
+ihre Wildheit abstreifen und ein liebes, herziges Maedchen sein."
+
+Der Oberamtmann war verstimmt, dass man ihn nicht verstand. Weder der
+Prediger noch Frau Anne ueberzeugten ihn mit ihren Vernunftgruenden. Er
+urteilte eben nur mit seinem weichen Herzen, und das litt sehr bei dem
+Gedanken an sein heimwehkrankes Kind.
+
+Ilses Wuensche wurden natuerlich alle erfuellt und zwar umgehend: Es musste
+Kuchen gebacken und die schoenste Wurst, nebst einem Stueck Schinken aus der
+Rauchkammer geholt werden. Der Oberamtmann packte selbst die kleine Kiste
+und legte noch allerhand Leckereien mit hinein.
+
+"Not soll sie wenigstens nicht leiden," sagte er zu seiner Frau, die ihm
+laechelnd zusah. "Junge Menschen, die noch wachsen, haben immer Hunger.
+Wenn der Magen knurrt, muss er sein Teil haben; der beruhigt sich nicht,
+wenn man zu ihm sagt: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warte nur bis es zwoelf schlaegt oder Morgen oder
+Abend ist, dann bekommst du etwas.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}"
+
+Frau Anne haette gern erwidert, dass es viel besser sei, den Magen an
+regelmaessige Mahlzeiten zu gewoehnen, als zu jeder Tageszeit zu essen, aber
+sie schwieg. Sie dachte mit Recht, dass mit der Zeit Ilse von selbst von
+dieser Untugend zurueckkommen werde.
+
+ * * *
+
+Es war an einem Mittwoch Nachmittag im Monat August. Die erwachsenen
+Maedchen der Pension sassen im Speisezimmer beisammen, stopfend, flickend
+oder mit anderen Arbeiten dieser Art beschaeftigt. Es war sehr heiss und
+gewitterschwuel, und durch die geoeffneten Fenster drang kein erfrischender
+Luftzug.
+
+Ilse hielt ihren Strickstrumpf in der Hand und quaelte sich, Masche auf
+Masche abzuheben. Es machte ihr Muehe mit den heissen, feuchten Fingern. Die
+Nadeln sassen so fest in den Maschen, dass sie kaum zu schieben waren. Sie
+gluehte wie eine Rose bei ihrer sauren Arbeit, und der graue Strumpf, der
+eigentlich weiss sein sollte, wurde oefters aus der Hand gelegt. Nun fielen
+auch noch einige Maschen herunter, und Fraeulein Guessow, die anwesend war,
+forderte Ilse auf, einmal zu versuchen, ob sie dieselben nicht allein
+wieder aufnehmen koenne.
+
+"Ich kann das nicht," sagte Ilse, "die Nadeln kleben so, ich mag sie nicht
+mehr anfassen."
+
+"Wasche dir die Haende," riet Fraeulein Guessow, "dann wird es besser gehen."
+
+"Das hilft nicht," erwiderte Ilse unmutig und legte das Strickzeug vor
+sich hin.
+
+Die Maedchen lachten, und Grete, die ihr gegenuebersass, nahm es vorwitzig in
+die Hand, um den Fehler zu verbessern.
+
+Ilse nahm es ihr fort. "Lass liegen," sagte sie, "es ist mein Strumpf!"
+
+Ehe noch Fraeulein Guessow sie wegen ihres unpassenden Wesens zurechtweisen
+konnte, trat Fraeulein Raimar in das Zimmer. Sie ging von einer Schuelerin
+zur andern und pruefte deren Arbeiten, sie that dies zuweilen, um sich an
+den Fortschritten zu erfreuen, oder auch zu tadeln, wenn es noetig war.
+
+"Nun, wie steht es mit dir, Ilse?" fragte sie. "Hast du deinen Strumpf
+bald fertig? Zeige ihn einmal her."
+
+Ilse that, als habe sie die Aufforderung nicht verstanden, sie schaemte
+sich ihrer schmutzigen Arbeit.
+
+"Ich will dein Strickzeug sehen, Ilse, hast du mich nicht verstanden?"
+
+Etwas streng und hart klangen die Worte der Vorsteherin, und nun war es
+Trotz, weshalb sie den Gehorsam versagte.
+
+Aufgebracht ueber diesen Widerstand nahm Fraeulein Raimar ihr den Strumpf
+unsanft aus der Hand.
+
+"Ich bin gewoehnt, dass meine Schuelerinnen mir gehorchen und du wagst es,
+dich zu widersetzen? - Seht einmal Kinder," fuhr sie fort und hielt mit
+spitzen Fingern das Strickzeug in die Hoehe, "was sagt ihr zu dieser
+Arbeit? Sieht sie wohl aus, als ob sie einem erwachsenen Maedchen angehoere?
+Schaeme dich! Niemals wieder will ich ein so unsauberes Strickzeug sehen."
+
+Aller Augen waren auf dasselbe gerichtet, und einige Pensionaerinnen
+glaubten sich durch die Frage der Vorsteherin berechtigt, ein Wort
+mitzureden. Die vorlaute Grete meinte, dass ihre kleine fuenfjaehrige
+Schwester daheim weit besser und sauberer stricke, ihr Strumpf saehe wie
+Schnee gegen Ilses aus, sie duerfe aber auch niemals mit schmutzigen Haenden
+stricken.
+
+Die aesthetische Flora verglich das faconlose Ding mit einem Kaffeebeutel,
+ein Vergleich, der Annemie so in das Lachen brachte, dass sie sich gar
+nicht wieder beruhigen konnte.
+
+Was in diesem Augenblicke in Ilses Innerem vorging, ist schwer zu
+beschreiben. Sie sah sich verlacht und verspottet von allen Seiten und
+durfte sich nicht dagegen verteidigen. Ihr heisses Blut, ihre unbaendige
+Natur baeumten sich mit aller Macht auf gegen die, wie sie glaubte, ihr
+oeffentlich angethane Schmach. Sie geriet in eine so blinde Wut, wie sie
+bis jetzt noch niemals empfunden hatte, sie ballte die Haende und biss
+hinein, ihre Augen fuellten sich mit heissen, trotzigen Thraenen.
+
+Fraeulein Raimar hatte bereits das Zimmer verlassen, doch die Thuer
+desselben hinter sich offen gelassen, sie hielt sich noch auf dem Korridor
+auf. Welchen Aufruhr sie in Ilse heraufbeschworen, ahnte sie nicht, sie
+wuerde ihn auch schwerlich begriffen haben, glaubte sie doch fest, durch
+eine oeffentliche Beschaemung Ilses Widerstand ein fuer allemal geheilt zu
+haben. Wie wenig verstand sie ein leidenschaftliches Gemuet! Gerade das
+Gegenteil hatte sie hervorgerufen. Ilses wilder Trotz stand in
+lichterlohen Flammen.
+
+"Neckt sie nicht!" gebot Fraeulein Guessow, die Ilse besser verstand. "Ich
+will nicht, dass ihr sie auslacht!"
+
+Und Nellie, die einzige, welche mitleidig dem ganzen Auftritt zugesehen,
+nahm gutmuetig den verachteten Strumpf in die Hand, um ihn wieder in
+Ordnung zu bringen.
+
+"Lass!" rief Ilse und ihr ganzer Grimm entlud sich auf Nellies unschuldiges
+Haupt, "lass! Was kuemmern dich meine Sachen?"
+
+"Gieb doch her," bat diese sanft, "ich mach' dich alles wieder gut."
+
+Aber Ilse hoerte nicht darauf und riss es Nellie aus der Hand, und ehe noch
+diese sie zurueckhalten konnte, warf sie im hoechsten Zorne das
+unglueckselige Strickzeug gegen die Wand. Die Nadeln schlugen klirrend
+aneinander und das Knaeuel kollerte weit fort, zur offnen Thuer hinaus, bis
+zu den Fuessen der Vorsteherin.
+
+Vielleicht haette dieselbe kein Arg an diesem kleinen Zufall gefunden, wenn
+nicht zu gleicher Zeit laute Ausrufe wie "Ah!" und "o!" ihr Ohr getroffen
+und ihr verkuendet haetten, dass etwas Unerhoertes passiert sein muesse.
+
+"Was giebt es?" fragte sie hastig eintretend. Sie erhielt keine Antwort;
+aber ihr Blick fiel auf das Strickzeug am Fussboden und sie erriet das
+Ganze.
+
+"Warfst du es absichtlich hierher?" richtete sie an Ilse die Frage, und
+ihre Stimme bebte vor Aufregung, in ihren stets so ruhig blickenden Augen
+blitzte es unheimlich auf. - "Antworte - ich will es wissen!"
+
+"Ja," sagte Ilse.
+
+"Komm hierher und nimm es wieder auf!"
+
+Die Heftigkeit der Vorsteherin machte Ilse nur verstockter, sie ruehrte
+sich nicht.
+
+"Hast du verstanden, was ich dir befahl? Glaubst du mir trotzen zu koennen?
+Ich verlange, dass du mir gehorchst!"
+
+"Nein," entgegnete Ilse zum Entsetzen der anwesenden Pensionaerinnen, "ich
+thue es nicht!"
+
+Fraeulein Guessow sah die Widerspenstige traurig und bekuemmert an. Nicht
+Zorn, nur Mitleid empfand sie mit derselben. "Wenn ich dich aendern koennte!
+Wenn es mir gelaenge, dich auf einen andern Weg zu bringen, armes,
+verblendetes Kind!" dachte sie und beschloss, nichts unversucht zu lassen,
+um Ilse von ihrem boesen Fehler zu heilen.
+
+Solange sie Vorsteherin des Pensionats war, hatte Fraeulein Raimar niemals
+Aehnliches erlebt. Trotz ihrer stets so massvollen Ruhe war sie fuer den
+Augenblick fassungslos und ungewiss, was mit Ilse geschehen solle.
+
+"Geh auf dein Zimmer," befahl sie kurz, "und bleibe dort! Das andre wird
+sich finden."
+
+Ilse erhob sich und ging hinauf. Nachdem sie in ihrem Zimmer angelangt,
+brach der furchtbare Sturm, den sie muehsam zurueckgehalten hatte, los. Sie
+warf sich auf einen Stuhl und weinte laut. Stuermisch rief sie nach ihrem
+Papa, dass er komme und sie holen moege - klagte die Mama an, die sie in
+diese fuerchterliche Anstalt gebracht - kurz fuehlte sich verzweifelt und
+verlassen, wie nie im Leben.
+
+Allerhand Gedanken jagten durch ihren Kopf, der zum Zerspringen brannte,
+kindisch und unausfuehrbar. Zuerst wollte sie davonlaufen, - wohin war ihr
+gleich, nur fort, damit sie die boese Vorsteherin, die stets einen Aerger
+auf sie gehabt, und die abscheulichen Maedchen, die sie verhoehnt hatten,
+von denen keine sie lieb hatte, nicht wieder sehe - niemals! Kein Mensch
+mochte sie leiden, nur der Papa. O, wenn sie gleich bei ihm waere!
+
+Der Gedanke, dass sie zurueck muesse nach Moosdorf, behielt die Oberhand. Sie
+fing an, ihre Sachen aus der Kommode zu raeumen und war eben im Begriff,
+das Maedchen zu beauftragen, ihr den Koffer vom Boden herabzuholen, als
+Nellie und gleich darauf Fraeulein Guessow in das Zimmer traten.
+
+Erstaunt blickte letztere auf die umherliegenden Sachen.
+
+"Nun, Ilse, was soll denn das bedeuten?" fragte sie.
+
+Anstatt zu antworten vergrub Ilse das Gesicht in beiden Haenden und
+schluchzte laut.
+
+Fraeulein Guessow liess sie einige Augenblicke gewaehren, dann zog sie ihr
+leise die Haende vom Gesicht.
+
+"Beruhige dich, Kind," sprach sie in sanftem Tone, "dann will ich mit dir
+reden."
+
+"Ich kann nicht! Ich will fort!" stiess Ilse leidenschaftlich heraus.
+
+"Du musst dich beherrschen, Herz. Ich glaube gern, dass es dir schwer wird,
+dein trotziges Ich zu zaehmen, aber du musst es thun, es ist notwendig.
+Siehst du nicht ein, Ilse, wie unrecht, wie ungezogen du gehandelt hast?"
+
+Diese schuettelte den Kopf. "Sie haben mich alle gereizt," entgegnete sie
+abgebrochen schluchzend - "Fraeulein Raimar hat mich so furchtbar blamiert
+- alle haben mich ausgelacht!"
+
+Fraeulein Guessow hatte das Gefuehl, als sei es besser gewesen, wenn die
+Vorsteherin ihren berechtigten Tadel in einer andern Weise ausgesprochen
+haette, - doch das war nun einmal geschehen und nicht zu aendern.
+
+"Du irrst," entgegnete sie, "nicht Fraeulein Raimar, sondern du selbst hast
+dich laecherlich gemacht. Denke einmal zurueck, wie du dich benommen hast. -
+Uebrigens," fuhr sie fort, "du darfst nicht so trostlos sein und dir nicht
+allzuschwere Gedanken darueber machen. Wenn du morgen verstaendig bist, ist
+alles vergessen. Die Maedchen haben dich alle lieb."
+
+"Nein, nein," rief Ilse, "mich hat niemand lieb! Ich weiss es wohl! - Ich
+bin dumm und ungeschickt und ich will fort - zu meinem Papa!"
+
+"Wenn du so sprechen willst, Ilse, dann verlasse ich dich. Du weisst, wie
+sehr ich dich lieb habe, dergleichen kindische Reden aber will ich nicht
+von dir anhoeren. Soll ich gehen? - willst du vernuenftig sein?" -
+
+Ilse schwieg und die junge Lehrerin wandte sich der Thuer zu. Als sie im
+Begriffe war dieselbe zu oeffnen, eilte Ilse auf sie zu.
+
+"Bitte, bleiben Sie," bat sie und hielt sie an der Hand fest.
+
+"Von Herzen gern, wenn du mich ruhig anhoeren willst."
+
+Sie setzte sich auf einen Stuhl am Fenster und nahm Ilse in den Arm.
+
+"Wie heiss du bist, du boeser Trotzkopf," sagte sie und streichelte ihr
+liebevoll die erhitzten Wangen. "Nellie, gieb Ilse ein Glas Wasser."
+
+Die Angeredete hatte stumm und still am andern Fenster gelehnt und der
+Freundin lautes Schluchzen mit heimlichen Thraenen begleitet, jetzt sprang
+sie hinzu und reichte das Gewuenschte.
+
+"Trink einer kuehle Schluck, er wird dir ruhig machen," redete sie herzlich
+zu. "Du musst nie wieder sagen, dass wir dir nicht liebten, du boese, boese
+Ilse! - Nicht mehr weinen darfst du, komm, ich mache deine Gesicht kalt."
+
+Und sie tauchte einen Schwamm in das Wasser und kuehlte damit Ilses
+brennende Augen und Wangen.
+
+"Nun, mein Kind," fragte Fraeulein Guessow, als Ilse sich etwas beruhigt
+hatte, "was gedenkst du zu thun?"
+
+"Ich muss heute noch abreisen," entgegnete sie, "hier bleiben kann ich
+nicht."
+
+"Also noch immer moechtest du mit deinem Kopfe die Wand einstossen. Der
+Gedanke, dass du nachgeben musst, dass es an dir ist, um Verzeihung zu
+bitten, kommt dir gar nicht in den Sinn! Du hast Fraeulein Raimar bitter
+gekraenkt, denkst du nicht daran, sie wieder zu versoehnen? Sprich!"
+
+"Nein," rief Ilse und warf den Kopf zurueck, "Fraeulein Raimar hat mich
+beleidigt und furchtbar gekraenkt! Ich bitte sie nicht um Verzeihung! Noch
+niemals habe ich jemand um Verzeihung gebeten - und ich thue es auch jetzt
+nicht! Nein!"
+
+Das war wieder ein trotziger, boeser Ausfall von ihr, dennoch verlor
+Fraeulein Guessow nicht die Geduld, sie blieb ruhig und sanft.
+
+"Du batest niemals um Verzeihung, Ilse? Das wundert mich; aber du hast
+deinem Papa ein gutes Wort gegeben, wenn du unartig warst und er dir
+zuernte."
+
+"Meinem Papa!" wiederholte Ilse und sah hoechst erstaunt die junge Lehrerin
+an. "Niemals hat er mir gezuernt, er war immer, immer gut, ich konnte
+machen, was ich wollte."
+
+"So," sprach Fraeulein Guessow und meinte jetzt den Schluessel zu Ilses
+Eigensinn in des Vaters zu grosser Nachgiebigkeit gefunden zu haben. "Und
+die Mama, war auch sie stets damit zufrieden, was du thatest, - kraenktest
+du sie niemals? Sage einmal aufrichtig."
+
+Ilse blickte nachdenklich vor sich hin. Sie konnte nicht leugnen, sie
+hatte dieselbe oftmals durch ihren Widerstand gekraenkt.
+
+"Ich glaube, dass ich es that," sagte sie zoegernd.
+
+"Und dann sagtest du: vergieb mir, liebe Mama, nicht wahr?"
+
+Ilse schuettelte den Kopf. "Nein," sagte sie, "niemals habe ich das gethan.
+Mama hat es auch gar nicht von mir verlangt, sie weiss, dass ich einmal
+nicht bitten kann."
+
+"Ein Kind muss bitten koennen! Und ein Maedchen vor allem. O Ilse! Auch du
+musst es lernen, noch ist es nicht zu spaet!" sprach Fraeulein Guessow sehr
+erregt. "O Ilse, wenn doch meine Worte es vermoechten, dich so recht aus
+deiner Verblendung aufzuruetteln! Lerne nachgeben, mein Kind, lerne vor
+allem dich beherrschen! Thust du es nicht, so nimmt das Leben dich in
+seine harte Schule und bereitet dir viel Herzeleid und Kummer. Glaube mir,
+Trotz und Widerstand sind boeses Unkraut in einem Maedchenherzen, und
+oftmals ueberwuchern sie die besten, heiligsten Gefuehle! Geh' hinunter,
+Kind, bitte Fraeulein Raimar um Vergebung. Ueberwindest du heute deinen
+harten Sinn, so hast du gewonnen fuer alle Zeit!"
+
+Sie hatte warm und eindringlich gesprochen, und in ihren braunen Augen
+standen Thraenen. Ilse war auch seltsam ergriffen von ihren Worten, aber
+Abbitte thun, - das konnte sie trotzdem nicht.
+
+"Ich kann es nicht," sagte sie zoegernd, aber bestimmt.
+
+"Du willst nicht, aber du musst," entgegnete Fraeulein Guessow im hoechsten
+Grade erregt. "Gott! giebt es denn kein Mittel, dass ich dich von deinem
+Starrsinn heilen kann!" -
+
+"Komm, setze dich zu mir," fuhr sie ruhiger fort, "ich will dir eine wahre
+Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen Maedchenherzen erzaehlen,
+das sein Lebensglueck einer kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch
+sagen wirst: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich kann nicht,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} dann gehe hin und folge deinem harten
+Kopfe, - ich werde nie wieder den Versuch machen, ihn zu beugen ..."
+
+Noch niemals hatte jemand in einem so ueberzeugenden Tone zu Ilse
+gesprochen, derselbe verfehlte seine Wirkung nicht. Willig und gehorsam
+setzte sie sich der jungen Lehrerin gegenueber und sah erwartungsvoll und
+gespannt auf sie. Der haessliche, trotzige Ausdruck schwand aus ihrem
+Gesichte und wer sie jetzt sah, wuerde nicht geglaubt haben, dass diese Ilse
+und die andre, die sich vor kaum einer Stunde so wild und unbaendig
+betragen, ein und dieselbe sei.
+
+Fraeulein Guessow hatte den Kopf auf das Fensterbrett gestuetzt und blickte
+gedankenvoll hinaus in den Garten. Ihr blasses Gesicht hatte sich leicht
+geroetet und um den Mund lag ein schmerzlicher Zug. Es schien fast, als ob
+ein heftiger Kampf in ihr arbeite, als ob es ihr schwer werde, mit dem
+ersten Worte zu beginnen. Ploetzlich erhob sie sich.
+
+"Es ist hier so drueckend und schwuel," sagte sie und oeffnete die
+Fensterfluegel.
+
+Ein erquickender Luftzug stroemte ihr entgegen, ein Gewitter war im Anzuge.
+Sausend fuhr der Wind durch die Wipfel der Baeume, in der Ferne grollte der
+Donner.
+
+"Wie das wohl thut," fuhr sie mit einem tiefen Atemzuge fort, "die Hitze
+lag mir schwer wie Blei auf der Brust. - Wie alt bist du, Ilse?"
+unterbrach sie sich ploetzlich wie in halber Zerstreuung.
+
+"Im naechsten Monat werde ich sechzehn Jahre."
+
+"Sechzehn Jahre!" wiederholte die Lehrerin, "dann bist du alt und auch
+verstaendig genug, denke ich, die traurige Geschichte meiner Jugendfreundin
+zu begreifen. Hoer' zu.
+
+"Es war einmal ein junges, froehliches Menschenkind, das mit seinen
+sechzehn Jahren die Welt zu erstuermen meinte. Vater und Mutter waren ihm
+frueh gestorben und so kam es, dass die kleine Waise zu der Grossmutter
+gegeben wurde, die sie erzog und von Grund auf verzog. Lucie, so wollen
+wir das Maedchen nennen, hatte nie gelernt zu gehorchen oder sich zu fuegen,
+sie erkannte nur einen Willen an, und das war der eigene. Das war sehr
+schlimm fuer sie, denn bei manchen guten Eigenschaften des Herzens besass
+Lucie einen haesslichen Fehler, den Trotz.
+
+"Anstatt denselben durch unerbittliche Strenge schon in der Kindheit zu
+zuegeln, pflegte ihn die Grossmama durch allzugrosse Nachsicht.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum soll ich dem Kinde nicht seinen Willen thun?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie, wenn man
+sie zuweilen auf ihre Schwaeche aufmerksam machte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ist es nicht schlimm
+genug, dass es keine Eltern hat? Ich kann es nun einmal nicht traurig
+sehen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}"
+
+"War Lucie huebsch?" fragte Nellie, die sich hinter Ilses Stuhl gestellt
+und den Arm um deren Schulter gelegt hatte.
+
+"Ich glaube wohl," entgegnete die Angeredete und erroetete leicht,
+"wenigstens hat man es dem erwachsenen Maedchen oftmals gesagt. Doch das
+ist Nebensache - hoert mich weiter an.
+
+"Die Grossmutter besass ein herrliches Landhaus, dessen Park sich an einen
+bewaldeten Bergesabhang lehnte. Man durfte nur eine kleine Pforte, die
+sich am Ausgange des Grundstueckes befand, durchschreiten und befand sich
+im schoensten Walde, den ihr euch denken koennt.
+
+"Selten kamen Spaziergaenger aus dem nahen Staedtchen dorthin, desto oefter
+benutzte Lucie die kleine Ausgangspforte, durchstreifte den Wald bis an
+die Spitze des Berges, oder was sie noch haeufiger that, sie lagerte sich
+an irgend einem versteckten Platze. So im weichen, schwellenden Moose zu
+liegen, ein gutes Buch zu lesen und darueber die Welt zu vergessen, - das
+war die hoechste Wonne ihres Lebens.
+
+"Eines Tages hatte sie wieder ihren Lieblingsplatz am Fusse einer Eiche
+aufgesucht. Die Luft war heiss und schwuel und doppelt wohlthuend empfand
+sie die Waldeskuehle. Sie streckte die schlaffen Glieder im Moose aus und
+blickte hinauf in das gruene Blaetterdach. Nicht lange, dann oeffnete sie das
+mitgebrachte Buch und las. So vertieft war sie bald in den Inhalt
+desselben, dass sie der Gegenwart ganz entrueckt war. -
+
+"Eine maennliche Stimme schreckte sie ploetzlich auf. Aergerlich ueber die
+Stoerung blickte sie auf und sah in das laechelnde Antlitz eines jungen
+Mannes, der mit Pinsel und Palette in der Hand vor ihr stand.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ein wunderbares Bild!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er aus. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wahrlich, ich haette Lust, dasselbe
+zu malen! Bleiben Sie in der Stellung,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bat er, als Lucie sich schnell
+erheben wollte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}nur wenige Augenblicke! Aber so boese duerfen Sie nicht
+aussehen, - nein, ich bitte, wieder derselbe Zug von Spannung um den Mund,
+- dasselbe erwartungsvolle Laecheln - bitte!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Was faellt Ihnen ein?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief Lucie aufgebracht und erhob sich mit einem
+Sprunge. Dabei fiel ihr das Buch aus der Hand.
+
+"Er kam ihr zuvor, als sie sich schnell darnach buecken wollte; doch ehe er
+es ihr ueberreichte, las er das Titelblatt.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Werthers Leiden{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, bemerkte er und lachte lustig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Dacht' ich es doch!
+Natuerlich verbotene Lektuere, die in der Waldeinsamkeit verschlungen wird!
+Oder hat der Herr Papa vielleicht Ihnen diese gefaehrliche Geschichte
+erlaubt?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Lucie entriss ihm das Buch, aber sie wurde ueber und ueber rot.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich verbitte mir Ihre Bemerkungen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} entgegnete sie zornig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wer hat
+Ihnen erlaubt, mich zu beobachten?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich nahm mir selbst die Freiheit,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte er sich verbeugend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und bitte
+dafuer um Verzeihung. Ein Zufall brachte mich in Ihre Naehe, dort jene
+Buchengruppe war ich im Begriffe zu malen, - da erblickte ich Sie, und
+koennen Sie mir verdenken, dass ich dem Zauber nicht widerstehen konnte, Sie
+zu betrachten?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Sie gab keine Antwort, ja sie gruesste nicht einmal, als sie eilig davon
+ging. Sie empfand Unwillen und Aerger ueber den Aufdringlichen und doch -
+gefiel er ihr." -
+
+"War er ein schoen Mann?" fragte Nellie.
+
+"Ja, er war schoen und klug und gut. Von den letzteren Eigenschaften konnte
+Lucie sich bald ueberzeugen, denn der Maler machte unter irgend einem
+Vorwande einen Besuch in der Grossmutter Hause.
+
+"Wie bald er der Liebling derselben, wie er nach und nach taeglicher Gast
+bei ihr wurde und wie er endlich der trotzigen Lucie Herz gewann, das kann
+ich euch nicht erzaehlen, nur so viel, dass sie eines Tages seine Braut war.
+
+"Es war ihm nicht leicht geworden, ihr Jawort zu erringen, denn wenn er
+heute glaubte, dass sie ihn gern moege, war er morgen vom Gegenteil
+ueberzeugt. Wenn er im Begriffe war, sie zu fragen: hast du mich lieb?
+reizte sie ihn gerade durch Trotz und Widerstand, und das Wort erstarb ihm
+auf den Lippen.
+
+"Endlich trug er den Sieg davon. An ihrem achtzehnten Geburtstage war es,
+als sie mit ihm vor die Grossmama trat und jubelnd ausrief:
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich bin Braut!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Nun, glaubt ihr, Lucie ist eine andre geworden? Das Glueck und die Liebe
+haben sie nachsichtiger gestimmt, nicht wahr, ihr glaubt, das koenne nicht
+anders sein? - Wie seid ihr im Irrtum! Das Gegenteil war der Fall. Ihr
+Widerstand trat gegen den Mann, den sie von ganzem Herzen liebte, oftmals
+heftiger hervor, als je vorher.
+
+"Welche Muehe gab er sich, sie von diesem Fehler zu heilen, wie
+eindringlich und liebevoll stellte er ihr die Folgen desselben vor; sie
+hoerte ihn an und versprach sich zu bessern, - aber ihr Wort hielt sie
+nicht, - - leider! - Haette sie es gethan, wie viel Kummer und Herzeleid
+haette sie sich erspart!"
+
+Einen Augenblick hielt die junge Lehrerin inne, ein scharfer Beobachter
+haette ihr ansehen koennen, wie schwer es ihr wurde, die Geschichte weiter
+zu erzaehlen, - die jungen Maedchen indessen merkten nichts davon. Sie
+glaubten, die Heftigkeit des Gewitters habe die Pause hervorgerufen.
+
+"O bitte, fahren Sie fort," bat Nellie, deren Augen vor Entzuecken
+glaenzten; niemals bis jetzt hatte das Fraeulein aehnliches erzaehlt, "bitte,
+weiter! O, ich bin zu gierig, weiter zu wissen!"
+
+Ilse sass still und sinnend da. Was sie da hoerte, beruehrte eine verwandte
+Saite in ihr, oftmals hatte sie das Gefuehl, als ob das junge Maedchen nicht
+Lucie, sondern Ilse geheissen habe. -
+
+"Lucies Brautzeit neigte sich zu Ende," fuhr Fraeulein Guessow fort, "in
+vier Wochen sollte die Hochzeit sein. An dem Morgen eines herrlichen
+Maitages sass das Brautpaar auf der Veranda vor dem Hause und traeumte sich
+in die Zukunft hinein. Es wurde eine Reise nach der Schweiz und Italien
+geplant, - den ganzen Sommer wollten sie umherschweifen, und wo es ihnen
+am schoensten gefiel, dort wollten sie fuer den Winter ihr Nest bauen.
+
+"Der Himmel woelbte sich hoch und blau ueber ihnen, die Fruehlingssonne
+lachte sie freundlich an, - ringsum bluehte, duftete und zwitscherte es,
+kein Misston stoerte das wunderbare Lenzesleben.
+
+"Lucie machte Plaene und malte sich aus, wie sie leben und wie sie sich
+einrichten wollten. Sie hing am Aeusseren und hatte eine lebhafte
+Phantasie, da war es denn am Ende ganz natuerlich, dass ihre Wuensche und
+Hoffnungen bis an den Himmel reichten.
+
+"Er hatte ihrem Geplauder laechelnd gelauscht, ohne sie zu unterbrechen. Da
+gab ihm ein ungluecklicher Zufall die Frage ein: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie wuerdest du es
+ertragen, Lucie, wenn wir uns ganz einfach einrichten muessten, wenn wir
+nicht reisen koennten - wenn wir wenig Mittel haetten, - mit einem Worte,
+wenn die Not an uns herantreten wuerde?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Die Not?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie erstaunt und sah ihn beinahe entsetzt an. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Das waere
+furchtbar!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du giebst mir keine Antwort auf meine Frage, liebes Herz. Ich meine, ob
+deine Liebe zu mir so stark sein wuerde, dass du ohne Klage auch ein
+armseliges Los mit mir teilen wuerdest?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} -
+
+"Es verdross sie, dass Curt, so hiess der Maler, durch unnuetze Fragen einen
+Missklang in ihre frohe Stimmung brachte.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Lass doch den Unsinn!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} wehrte sie ab, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}wir werden nie in solche Lage
+kommen. Ich bin reich und deine Bilder werden hoch bezahlt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Man kann nicht wissen, was in den Sternen fuer uns geschrieben steht,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+entgegnete er ernst. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du koenntest zum Beispiel dein Vermoegen verlieren, -
+und ich - nun wenn ich krank wuerde und nicht malen koennte?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum quaelst du mich mit allerhand dummen Moeglichkeiten, Curt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte
+sie ungeduldig. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich antworte dir nicht auf solche Fragen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Und sie wandte
+sich halb von ihm ab.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du sprichst jetzt gegen deine bessere Ueberzeugung, du kleine
+Widerspenstige,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte er halb ernst, halb scherzhaft. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich weiss, du wirst
+mir ganz bestimmt meine Gewissensfrage beantworten, ich weiss auch, meine
+Lucie wuerde den Mut haben, ein sorgenvolles Leben mit mir zu teilen, wie
+sie meine Gefaehrtin in Glueck und Wohlstand werden wollte. Nicht wahr? Du
+siehst ein, Liebling, dass ich von meiner zukuenftigen Frau das verlangen
+kann?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Das sehe ich nicht ein!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief Lucie sehr entruestet und entzog ihm ihre
+Hand, die er liebevoll ergriffen hatte. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Armselige Verhaeltnisse wuerden
+mich ungluecklich machen - ja, ungluecklich machen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} wiederholte sie, als er
+sie zweifelnd ansah, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}lieber wuerde ich gar nicht heiraten!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Er wurde blass bei ihren Worten, aber noch wollte er nicht an den Ernst
+derselben glauben. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Hast du mich lieb, Lucie?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte er sie.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ja, aber in einer Huette bei Salz und Brot mag ich nicht mit dir wohnen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kein {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Aber{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, Lucie. Hast du mich lieb? Sage ja und nimm zurueck, was du
+gesagt hast.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nein!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief sie entschieden und sprang von ihrem Platze auf. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nichts
+nehme ich zurueck! Was ich gesagt habe, ist meine wahre Meinung!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er erregt, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}besinne dich! Es ist nicht wahr, du denkst
+nicht wie du sprichst! Dein Widerspruch gab dir die Worte ein ....! Nimm
+sie zurueck, Herz!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} und flehend blickte er ihr in das Auge.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du irrst,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} entgegnete sie mit scheinbarer Kaelte, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}nicht aus Widerspruch,
+sondern mit voller Ueberzeugung sagte ich dir meine Ansicht.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nein, nein! Ich kann's, ich will's nicht glauben! - Komm her, sieh' mich
+an. Deine Augen sollen mir die Antwort geben, ich weiss, dass sie nicht
+luegen koennen. - Du liebst mich? Ja? Nicht wahr, du hast mich lieb?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+wiederholte er noch einmal dringend - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und du nimmst zurueck, was du
+gesagt?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ungluecklicherweise hatte die Grossmama auf der entgegengesetzten Seite der
+Veranda gesessen und war so eine stumme Zeugin dieser Scene geworden.
+Aengstlich erhob sie sich und trat dem jungen Paare naeher.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie duerfen Lucie nicht so uebel nehmen, was sie sagt, lieber Curt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+sprach sie beruhigend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}es kommt ihr nicht vom Herzen, glauben Sie mir.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Die alte Frau hatte es gut gemeint, aber sie stiftete Unheil an. Haette
+sie sich nicht in den Streit gemischt, vielleicht war es besser. Ihre
+guetigen Worte stachelten Lucies Trotz noch mehr an.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Es kommt mir wohl aus dem Herzen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief dieselbe aufgebracht, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}und ich
+wiederhole noch einmal: Lieber heirate ich gar nicht, als dass ich Not und
+Mangel leide!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}" -
+
+"O, wie hart ist sie!" warf Nellie ein, als Fraeulein Guessow wie erschoepft
+einen Augenblick innehielt.
+
+"Sie war nicht hart, nur verblendet," fuhr diese fort. "Niemals hatte sie
+gelernt, sich einem andern Willen zu beugen, niemals war sie im stande
+gewesen nachzugeben. Jetzt, wo das ernste Verlangen ihres Verlobten in
+aller Entschiedenheit an sie herantrat, ihren Widerstand zu zaehmen, da
+baeumte derselbe sich dagegen auf und sie unterlag seiner Macht.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ist das dein letztes Wort, - Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - Wie ein Schrecken kam es ueber
+seine Lippen. Sie blieb ungeruehrt, wandte sich von ihm und eilte aus dem
+Zimmer.
+
+"Besorgt folgte ihr die Grossmama, aber sie klopfte vergeblich an der
+verschlossenen Thuere, dieselbe wurde nicht geoeffnet. -
+
+"Lucie befand sich in keiner beneidenswerten Stimmung. Es kochte und tobte
+in ihr und verworrene Gedanken durchzuckten ihr Hirn. War es recht, wie
+sie gehandelt hatte? {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ja,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} antwortete sie sich darauf, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich bin im Rechte.
+Warum schreckt er mich mit den Gespenstern Sorge und Not, warum peinigt er
+mich damit? Ich will in eine glueckliche Zukunft sehen und er will mir das
+Herz schwer machen mit Unmoeglichkeiten. Und welch eine wichtige Sache er
+daraus macht? - Ich soll zuruecknehmen, was ich gesagt habe! Solch ein
+Verlangen! Abbitte soll ich thun - Abbitte! Und er hat mich doch erst
+herausgefordert. Er ist an allem schuld.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Aus einem Winkel ihres Herzens meldete sich auch eine Stimme, die ihr
+zurief: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gieb nach! Reich' ihm die Hand, oder du hast ihn verloren!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Sie
+wurde nicht beachtet, und als eine Stunde vergangen war, hatte sie sich so
+voellig in den Gedanken an ihre Schuldlosigkeit eingelebt, dass sie
+erwartete, Curt muesse kommen und sie um Verzeihung bitten.
+
+"Er kam auch und begehrte Einlass. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Oeffne mir, Lucie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief er stuermisch,
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}es haengt unser Glueck davon ab! Ich muss dich sprechen! - Ich will dich
+sprechen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Das klang wie ein Befehl, sie schwieg und gab keine Antwort. Wohl klopfte
+ein guter Engel an ihr Herz und rief ihr warnend zu: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Erhoere ihn und es
+wird alles gut{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - sie war taub gegen seine Stimme. Ein boeser Geist hielt
+sie fuer den Augenblick gefangen und trauernd floh ihr guter Engel von
+dannen.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich will nicht mit dir reden!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} rief sie zurueck, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich wuesste auch nicht,
+was du mir noch sagen koenntest!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}So treibst du mich fort von dir, Lucie!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - rief er ausser sich. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Bedenke
+was du thust! Ich gehe und nicht eher kehre ich zu dir zurueck, bis du mich
+zurueckrufst: Lebe wohl!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - -
+
+"Es waren die letzten Worte, die sie von ihm gehoert hat.
+
+"Nach einer in Aufregung durchwachten Nacht brach der naechste Tag an. Der
+trotzige Aufruhr in Lucies Innern hatte sich gelegt und einer
+unzufriedenen Stimmung Raum gemacht. Nachzugeben fuehlte sie sich auch
+heute nicht geneigt, aber sie wollte ihn heute anhoeren, wenn er kam, - und
+dass er kommen werde, darauf hoffte sie fest.
+
+"Aber sie hoffte vergebens. Die Grossmama ueberhaeufte ihre Enkelin mit
+bitteren Vorwuerfen und forderte sie unter Thraenen auf, sie moege nachgeben.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wird es dir denn so schwer,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte sie, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dem Manne, dem du in vier
+Wochen die Hand fuer das Leben geben willst, ein bittendes Wort zu sagen?
+Ueberwinde dich, Lucie, nimm deine boesen Worte zurueck, oder es giebt ein
+Unglueck.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich kann nicht, Grossmama. Ich muesste ja abbitten, so verlangt er, und du
+weisst, ich that es nie! Er kehrt auch ohne meinen Ruf zurueck, du wirst es
+sehen.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Aber auch der naechste Tag verging und er blieb aus. Lucie befand sich in
+einer fieberhaften Aufregung und schrak zusammen, sobald sich die Thuer
+oeffnete. - Am dritten Tage, - es war gegen Abend, sie hatte wieder
+vergeblich ihn erwartet, da brachte Curts Diener ihr einen Brief. Sie
+eilte auf ihr Zimmer, um ihn allein und ungestoert zu lesen - es war doch
+endlich - endlich ein Zeichen von ihm!
+
+"Hastig oeffnet sie und in zwei Teile gebrochen fiel ihr Curts
+Verlobungsring entgegen. Wenige Zeilen nur schrieb er dazu. - Ich will
+versuchen euch dieselben zu wiederholen," unterbrach sich Fraeulein Guessow,
+"Lucie hat sie mir oftmals zu lesen gegeben.
+
+
+
+
+
+
+"Du hast mich nicht zurueckgerufen, - - so sehnsuechtig ich auch darauf
+gehofft habe. Liebtest Du mich, wie ich Dich, waere es Dir nicht schwer
+geworden, ein versoehnendes Wort zu sagen. Lebe wohl denn, ich muss von Dir
+scheiden, Lucie, weil ich Dir nicht versprechen kann, Dir stets Wohlstand
+und Glueck zu bieten. - - Mit welchem Rechte koennte ich vom Schicksal
+verlangen, dass mein Leben nur von der Sonne beschienen werde? Leb' wohl, -
+ich habe Dich sehr geliebt." -
+
+
+
+
+
+
+"Wie gebrochen sank sie zur Erde nieder und haette vor Schmerz vergehen
+moegen. Das hatte sie nicht gedacht, - so weit hatte sie es nicht treiben
+wollen. - Nun war es zu spaet, alle Reue, alle Selbstanklage, brachten ihr
+den Geliebten nicht zurueck.
+
+"Die Grossmama fand Lucie in einem verzweiflungsvollen Zustande, und
+heimlich, ohne ihr Wissen, schickte sie einen Boten in Curts Wohnung. Er
+kehrte zurueck mit der Meldung: der Herr sei seit zwei Stunden abgereist. -
+Sie hatte ihn auf ewig verloren!" -
+
+"O, die arm' Lucie! Der schlechter Mensch, warum konnt' er ihr verlassen!"
+rief Nellie unter Weinen. "Er hat ihr gar nix lieb gehabt."
+
+"Er hat sie sehr geliebt," entgegnete die Lehrerin und sah hinaus auf den
+stroemenden Regen; "aber er war ein ganzer Mann, der Lucies trotzigen
+Widerstand nicht laenger ertragen konnte."
+
+"Und wo ist Lucie geblieben?"
+
+"Lucie?" wiederholte Fraeulein Guessow zoegernd, - "ein trauriges Geschick
+hat sie getroffen. Ein Jahr nach dem Geschehenen verlor die Grossmutter
+fast ihr ganzes Vermoegen. Die Villa musste verkauft werden und Lucie, das
+verwoehnte und verzogene Maedchen, war gezwungen, fuer die Zukunft ihr eignes
+Brot zu verdienen."
+
+Ilse sah entsetzt die Lehrerin an. "Ja, ihr Brot zu verdienen," betonte
+dieselbe. "Das erschreckt dich, nicht wahr? Aber es wurde ihr nicht so
+schwer, als sie einstmals geglaubt. Seit jenem Tage, da sie das Schwerste
+erfahren, war eine Aenderung in ihrem Wesen vorgegangen. Still und ernst
+ging sie einher und ihr uebermuetiges Lachen war verschwunden. - Sie
+bereitete sich vor, Gouvernante zu werden, und als sie ihr Examen
+bestanden hatte, ging sie, nachdem sie die Grossmama durch den Tod
+verloren, nach London. Sie wirkt dort als Lehrerin in einem Institute."
+
+"Und der Maler? Hat die arm' Lucie nie gehoert davon?"
+
+"Seine Werke hat sie oft in den Galerien bewundert - er selbst blieb
+verschollen."
+
+"Oh wie ein furchtbar trauriges Geschicht' ist das!" rief Nellie. "Es thut
+mich sehr weh."
+
+Und Ilse? Sie sass da, die Haende gefaltet, mit gesenktem Blick. Sie war bis
+in das Innerste getroffen. Wie Lucie haette auch sie gehandelt, auch sie
+wuerde es bis zum Aeussersten getrieben, auch sie wuerde ihr Lebensglueck im
+trotzigen Uebermute geopfert haben. - Noch schwankte sie einen Augenblick,
+wie im Kampf mit sich selber, dann aber erhob sie sich schnell und ergriff
+Fraeulein Guessows Hand.
+
+"Ich will um Verzeihung bitten," sagte sie in leisem Tone, es war, als ob
+sie sich scheue, ihre eigenen Worte zu hoeren.
+
+Ueber der Lehrerin Gesicht glitt ein Freudenschimmer. Sie nahm die Reuige
+in den Arm und kuesste sie zaertlich.
+
+"Geh' - geh'," sagte sie geruehrt, "und wenn je ein boeser Geist wieder ueber
+dich kommen will, denk' an Lucies traurige Geschichte."
+
+Zoegernd und beklommen stieg Ilse die Treppe hinunter. Vor der Vorsteherin
+Zimmer blieb sie stehen. Sie konnte sich nicht entschliessen, die Thuer zu
+oeffnen. Zweimal hatte sie schon die Hand nach dem Druecker ausgestreckt und
+wieder zurueckgezogen. Es war so furchtbar schwer, die erste Abbitte zu
+thun. Ob sie umkehre?
+
+Einen Augenblick war sie es willens, ja, schon machte sie eine leichte
+Wendung zurueck, da hoerte sie Fraeulein Guessow die Treppe herabkommen.
+
+Sollte dieselbe sie unverrichteter Sache hier finden? Sie haette sich vor
+ihr schaemen muessen. Mit einem tiefen Atemzuge oeffnete sie die Thuer.
+
+ [Illustration]
+
+Die Vorsteherin sass an ihrem Schreibtische; als sie Ilse eintreten sah,
+erhob sie sich.
+
+Ilses Herz klopfte zum Zerspringen. Als sie das strenge, zuernende Auge
+Fraeulein Raimars auf sich gerichtet sah, entsank ihr der Mut. Sie
+versuchte zu sprechen, aber es war ihr unmoeglich, ein Wort
+hervorzubringen, die Kehle erschien ihr wie zugeschnuert. Es war eine
+Folterqual, die sie ausstand, und wenn jetzt der Boden unter ihren Fuessen
+sich ploetzlich geoeffnet und sie haette verschwinden lassen, sie wuerde es
+fuer eine Wohlthat des Himmels angesehen haben. Aber diese Wohlthat blieb
+aus, und Ilse stand noch immer wortlos vor der Vorsteherin.
+
+Schon regte sich wieder der alte Trotz, der ihr eingab, es ruhig darauf
+ankommen zu lassen und sich nicht zu beugen - da war es, als ob Lucie sie
+traurig anblicke, als ob sie ihr mahnend zurief: "Nicht zurueck! Geh' mutig
+vorwaerts!"
+
+"Nun Ilse?" unterbrach Fraeulein Raimar das minutenlange Schweigen. "Was
+ist dein Begehr?"
+
+Ilse machte eine vergebliche Anstrengung zu sprechen und brach in ein
+krampfhaftes Schluchzen aus. Abgebrochen und unverstaendlich kam es von
+ihren Lippen: "Ver-zeih-ung!"
+
+Fraeulein Raimar war sehr aufgebracht ueber Ilses Betragen gewesen und sie
+hatte die Absicht gehabt, ihr eine derbe Lektion dafuer zu geben, als sie
+indes dieselbe so zerknirscht und reuevoll vor sich stehen sah, wurde sie
+milder gestimmt.
+
+"Fuer diesmal," sagte sie, "will ich dir vergeben, ich sehe, dass du dich
+selbst mit Vorwuerfen strafst, und dass du zur vollen Erkenntnis deines
+Ungehorsams gekommen bist. Bessre dich! Betraegst du dich ein zweites Mal
+in aehnlicher Weise, wuerde ich die strengsten Massregeln ergreifen, das
+heisst: ich wuerde dich zu deinen Eltern zurueckschicken! - Ich hoffe, du
+vergisst dich niemals wieder, versprich mir das!"
+
+Beinah haette sie sich sofort gegen dieses Versprechen aufgelehnt und
+geantwortet: "Schicken lasse ich mich nicht! Dann gehe ich lieber gleich
+zu meinen Eltern," - da war es wieder Lucies warnendes Beispiel, das diese
+boese Antwort von ihren Lippen scheuchte.
+
+Zoegernd und noch immer schluchzend ergriff sie des Fraeuleins Hand. "Nie -
+wieder!" stammelte sie.
+
+Und Fraeulein Raimar war von der Wahrheit ihres Versprechens ueberzeugt und
+hatte beinah Mitleid mit der Reumuetigen. "Nun geh' und beruhige dich,"
+sagte sie in mildem Tone, "und sehe ich, dass du dich besserst, wird der
+heutige Tag von mir vergessen sein. -"
+
+Als Ilse die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hinaufstieg, fuehlte sie sich
+leicht wie nie im Leben, es war ihr so frei und froh in der Brust, niemals
+hatte sie eine aehnliche Empfindung gekannt. Es war das Bewusstsein, sich
+selbst ueberwunden zu haben. -
+
+Der Juli und August waren vorueber und man befand sich in den ersten Tagen
+des September. Ilse hatte sich mehr und mehr in das Pensionsleben
+eingelebt und fuehlte sich laengst keine Fremde mehr. An vieles, das ihr
+anfangs unmoeglich erschien, hatte sie sich gewoehnt, ja gewoehnen muessen.
+Wie haette sie auch vermocht, sich gegen das einmal Bestehende aufzulehnen!
+Das fruehe Aufstehen, das regelmaessige Arbeiten, die Ordnung und
+Puenktlichkeit, die streng innegehalten wurden, - schwer genug hatte sie
+sich in all diese Dinge gefunden, und wer weiss, ob sie es ueberhaupt je
+gethan haette, wenn Nellie nicht wie ein guter Geist ihr stets zur Seite
+gestanden haette. Mit ihrer froehlichen Laune half sie der Freundin ueber
+manche Schwierigkeit hinweg und oft verstand sie es, durch ein Wort, ja
+durch einen Blick dieselbe zu zuegeln, wenn sich die alte Heftigkeit melden
+wollte.
+
+Eine heftige Szene hatte sie uebrigens nicht wieder herbeigefuehrt. Fraeulein
+Guessows Erzaehlung war auf fruchtbaren Boden gefallen und hatte ihren
+trotzigen Sinn etwas nachgiebiger gemacht.
+
+Ueber ihre Fortschritte und Faehigkeiten herrschte unter ihren Lehrern und
+Lehrerinnen eine sehr verschiedene Ansicht, wie dieses in der letzten
+Konferenz recht deutlich zu Tage trat. Der Rechenlehrer und der Lehrer der
+Naturgeschichte behaupteten, dass Ilse ohne jede Begabung sei, dass sie
+weder Gedaechtnis, noch Lust am Lernen besitze. Andre waren vom Gegenteile
+ueberzeugt. Fraeulein Guessow, die in der Litteratur und Doktor Althoff, der
+Deutsch, Geschichte und in der franzoesischen Litteratur unterrichtete,
+waren in jeder Beziehung mit Ilses Kenntnissen und ihren Fortschritten
+zufrieden. Professor Schneider lobte ganz besonders ihren Fleiss und ihre
+Ausdauer, die sie bei ihm entwickle, und erklaerte mit aller
+Entschiedenheit, wenn Ilse so fortfahre, wuerde sie es mit ihrem Talente
+weit bringen, sie habe in den acht Wochen, in denen sie seine Schuelerin
+sei, so grosse Fortschritte im Zeichnen gemacht, wie nie eine andre zuvor.
+
+Ueber dieses Lob geriet Monsieur Michael in Entzuecken. Ja er vergass sich
+in seiner lebhaften Freude so weit, dass er ausrief; "Bravo, Monsieur
+Schneider! So spreche auch ich, sie ist eine hochbegabte, eine
+entzueckende, junge Mademoiselle."
+
+Fraeulein Raimar laechelte ueber diese Ekstase und erkundigte sich nach Ilses
+Betragen.
+
+Da kam denn leider manches bedenkliche Kopfschuetteln an den Tag. Besonders
+wurde von einigen sehr geruegt, dass sie bei dem geringsten Tadel eine
+trotzige Miene mache, dass sie sogar mehrmals gewagt habe, zu
+widersprechen.
+
+"Leider, leider ist dem so," bestaetigte die Vorsteherin, "und ich habe
+nicht den Mut, zu glauben, dass wir sie aendern koennen. Ich fuerchte sogar,
+dass ihr zuegelloser Sinn uns eines Tages eine aehnliche Szene, wie die
+bereits erlebte, machen wird, und was geschieht dann?"
+
+"Dann geben wir sie den Eltern zurueck," fiel Miss Lead lebhaft ein. "Ich
+glaube, dass es dahin kommen wird. Ilse ist nicht nur verzogen, sie ist -
+wie soll ich sagen - sehr baeurisch, sehr brutal, sie passt nicht in unsre
+Pension."
+
+Doktor Althoff warf der Englaenderin einen etwas ironisch laechelnden Blick
+zu, als wollte er sagen: Du freilich mit deinen uebertriebenen, strengen
+Formen hast kein Verstaendnis fuer das junge, frische Wesen mit seinem
+natuerlichen Sinn - "Ich glaube, Sie irren, meine Damen," wandte er ein,
+"in unsrer kleinen Ilse steckt ein tuechtiger Kern. Lassen Sie nur erst die
+etwas rauhe Schale sich von demselben abgestossen haben und Sie werden
+sehen, in welch ein liebenswuerdiges, natuerliches, echt weibliches Wesen
+sich die baeurische, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}brutale Ilse{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}," er betonte die letzten Worte etwas
+stark, "verwandeln wird. Von der Natur ist sie dazu beanlagt, glauben Sie
+mir. Man muss nur nicht von der kurzen Zeit, die sie bei uns verweilt, gar
+zu viel verlangen."
+
+Miss Lead zuckte die Achseln und machte eine abweisende Miene. Fraeulein
+Guessow dagegen sah Doktor Althoff dankbar an.
+
+"Das sage ich mit Ihnen, Herr Doktor!" stimmte sie bei. "Wir muessen Geduld
+haben mit unsrem wilden Vogel, der bis jetzt nur die Freiheit kannte.
+Fehler, die durch jahrelange, allzunachsichtige Erziehung in dem Kinde
+gross gezogen wurden, koennen unmoeglich in wenigen Wochen vollstaendig
+abgestreift sein. Mir scheint, dass wir schon viel erreicht haben, wenn wir
+daran denken, wie wenig Arbeitstrieb Ilse mit in die Pension brachte und
+wie sie jetzt gewissenhaft und sogar in manchen Faechern ihre Aufgaben sehr
+trefflich anfertigt."
+
+Fraeulein Guessows Behauptung war vollstaendig berechtigt. Ilse war weit
+strebsamer geworden, das gute Beispiel der uebrigen Maedchen spornte sie
+maechtig an.
+
+Anfangs war es ihr gleichgueltig gewesen, ob man sie in die erste oder
+zweite Klasse brachte, als sie indes die Bemerkung machte, dass alle ihre
+Mitschuelerinnen juenger waren, als sie, da erwachte der Ehrgeiz und
+zugleich ein Eifer in ihr, der sie antrieb, das Versaeumte nachzuholen, zu
+lernen und zu arbeiten, damit sie bald in die erste Klasse komme.
+
+Ihre Aufsaetze besserten sich mit jedem Mal, auch nahm sie sich sehr
+zusammen, keine orthographischen Schnitzer mehr zu machen. Sie hatte allen
+Respekt vor Doktor Althoff, der stets mit einem leichten Spott dergleichen
+Fehler zu ruegen wusste.
+
+Ihr letzter Aufsatz war der beste in der Klasse gewesen. "Ein Spaziergang
+durch den Wald" hiess das gegebene Thema und sie hatte ihre Aufgabe in
+anmutiger und lebendiger Weise geloest. Sie wurde dafuer gelobt, und Doktor
+Althoff las ihren Aufsatz der Klasse vor, was stets als eine besondere
+Auszeichnung galt. Mitten im Lesen unterbrach er sich lachend.
+
+"Da ist Ihnen ein ganz abscheulicher Irrtum passiert, Ilse," sagte er,
+"denn ich kann mir kaum denken, dass Sie wirklich dachten, was Sie hier
+niederschreiben."
+
+Und er trat zu ihr und zeigte ihr die verhaengnisvolle Stelle, die also
+lautete:
+
+"Ich war eine gans, tuechtige Strecke allein gegangen." - Sie erroetete,
+nahm schnell eine Feder und machte aus dem s ein z.
+
+"Ein andres Mal sehen Sie sich besser vor, solche Verwechselungen koennen
+hoechst komisch wirken. Auch mit den Kommas, Punkten u. s. w., rate ich
+Ihnen weniger verschwenderisch umzugehen, oder haben Sie die Absicht, es
+wie jene junge Dame zu machen, die, sobald sie eine Seite zu Ende
+geschrieben hatte, ganz willkuerlich die Zeichen hineinsetzte. Etwa zehn
+Kommas, sieben Ausrufungszeichen, fuenf Fragezeichen und neun Punkte, wie
+sie gerade Lust hatte, manchmal mehr, manchmal weniger. Das gab dann
+zuweilen einen tollen Sinn, Sie koennen es sich denken."
+
+Die Maedchen lachten und Ilse mit. Ohne jede Empfindlichkeit nahm sie eine
+Ruege von diesem Lehrer auf, der es verstand, stets die richtige Art und
+Weise zu treffen. Mit liebenswuerdigem Humor, in welchen er einen ernsten
+Tadel oftmals kleidete, richtete er weit mehr aus, wie mancher andre, der
+in der Aufregung sich zu zornigen Worten hinreissen liess.
+
+Aber wie schwaermten auch seine Schuelerinnen fuer ihn! In jeder
+Maedchenschule giebt es gewiss einen Lehrer, der zum allgemeinen Liebling
+erkoren wird, in dem Institute des Fraeulein Raimar hatte Doktor Althoff
+das Los getroffen.
+
+"Er ist furchtbar reizend!" beteuerte Melanie und schlug den Blick
+schwaermerisch gen Himmel. "Das bezaubernde Laecheln um seinen Mund, das
+blitzende, geistvolle Auge, das schmale, vornehme Gesicht, das dunkle,
+lockige Haar! Wirklich furchtbar nett!" Die neugierige Grete hatte sogar
+entdeckt, dass Schwester Melanie in einem Medaillon, welches sie an der Uhr
+befestigt trug, ein Stueckchen Papier mit seinem Namen geborgen hatte. Es
+war eine Unterschrift von seiner Hand, die sie unter einem frueheren
+Aufsatze fortgeschnitten hatte.
+
+Flora Hopfstange besang den Gegenstand ihrer Verehrung in den
+ueberschwenglichsten Gedichten, auch war er der Held ihrer saemtlichen
+Novellen und Romane. Wie zufaellig verlor sie zuweilen eines ihrer
+schwaermerischen Gedichte, natuerlich nur in der Litteraturstunde, indessen
+vergeblich. Doktor Althoff hatte noch niemals eine ihrer kostbaren
+Dichterblueten gefunden.
+
+ [Illustration]
+
+Selbst Orla teilte diese allgemeine Schwaeche, trotzdem sie dieselbe stets
+verspottete. Laengst aber hatte sie sich verraten und das ging so zu.
+Doktor Althoff trug eine Nelke in der Hand, als er die Klasse betrat und
+liess dieselbe auf dem Katheder liegen. Kaum hatte er das Zimmer verlassen,
+als fast saemtliche Schuelerinnen, wie die Stossvoegel auf die rote Blume
+zustuerzten, um sie fuer sich zu gewinnen. Orla eroberte sie gluecklich. Hoch
+hielt sie ihre Siegestrophaee in die Luft und eilte damit auf ihr Zimmer.
+Vom Juwelier liess sie sich dann ein goldenes Medaillon anfertigen mit
+einer russischen Inschrift darauf. Grete hatte das bald genug
+herausgewittert, aber leider stand sie vor einem unloesbaren Raetsel, denn
+Orla wuerde ihr nimmermehr vertraut haben, dass die beiden Worte ins
+Deutsche uebertragen hiessen: "Vom Angebeteten." - In diese kostbare,
+goldene Huelle legte sie die Nelke und trug sie immer.
+
+Nellie machte es am aergsten. Eines Abends, als sie mit Ilse allein auf
+ihrem Zimmer war, nahm sie ein Federmesser und ritzte damit den
+Anfangsbuchstaben seines Vornamens in ihren Oberarm. Mit spartanischem
+Mute ertrug sie laechelnd diese schmerzhafte Operation.
+
+"Aber Nellie, wie albern bist du!" rief Ilse. "Warum machst du denn den
+Unsinn? Wenn Herr Doktor Althoff all' eure Dummheiten erfaehrt, muesst ihr
+euch doch schaemen."
+
+"Schweig!" gebot Nellie scherzhaft, "du bist noch ein klein' gruener
+Schnabel. Du verstehst nix von heimliche Anbetung. Komm erst in der Jahre
+und lerne ihr begreifen. Dein Herz lauft noch in der Kinderschuhe."
+
+Ilse wollte sich totlachen. Ihr gesunder, urwuechsiger Sinn verstand und
+begriff dergleichen krankhafte Dinge nicht. "Ach Nellie!" rief sie
+froehlich, "du sprichst so weise, wie eine alte Grossmama, und bist doch nur
+zwei Jahr aelter als ich."
+
+Nellie war aber keineswegs wie eine Grossmama, oft sogar konnte sie recht
+kindlich denken und handeln, wenn es darauf ankam, irgend etwas fuer ihren
+Schnabel zu gewinnen.
+
+Eines Sonntags, es war gegen Abend, stand sie am offnen Fenster in ihrem
+Zimmer und blickte sehnsuechtig auf den Apfelbaum, dessen Fruechte goldgelb
+und rotwangig, hoechst verlockend zwischen dem dunklen Laube hindurch
+lachten.
+
+"Die schoene Aepfel!" rief sie aus, "o, hatte ich doch gleich einer davon!
+Er ist reif, Ilse, ich weiss, ich kenne dieser Baum genau. Ich habe jetzt
+so gross' Lust, Apfel zu speisen, und darf ihn doch nur ansehen! Sehen -
+und nicht essen - es ist hart!"
+
+Ilse, die nach Nellies Muster und Angabe einen grauen Waeschbeutel mit
+roten Arabesken benaehte, legte die Arbeit beiseite und trat zu der
+Freundin.
+
+"Ja, die sind reif," sagte sie und betrachtete mit Kennermiene die Aepfel,
+"wir haben dieselbe Sorte daheim, das sind Augustaepfel. Wenn ich doch
+gleich in Moosdorf waere, dann stieg' ich in den Baum und holte welche
+herunter, aber hier - - ach!"
+
+Nellie horchte auf und blickte Ilse an, die mit wehmuetigem Verlangen
+hinauf in den Baum sah. Ploetzlich kam ihr ein guter Gedanke.
+
+"Du bist in der Baum gestiegen?" fragte sie. "O, Ilse, ich habe ein'
+furchtbar nette Idee! - Du steigst in der Baum und holst uns von der
+Apfel!"
+
+Die letzten Worte sprach sie fluesternd, damit ja kein unberechtigtes Ohr
+etwas erlauschte.
+
+Ilses braune Augen leuchteten auf. "Wie gern wuerde ich das thun! Aber ich
+darf ja nicht! Denk' nur, Nellie, wenn Fraeulein Raimar oder irgend jemand
+anderes mich sehen wuerde!"
+
+"Lass mir nur machen," meinte Nellie und machte ein hoechst listiges
+Gesicht. "Heut' abend, wenn Fraeulein Raimar und alles andre auf seines Ohr
+liegt, dann erheben wir uns wieder von unsrem Lager und die mutige Ilse
+wird wie eine Katz' leise aus die Fenster steigen und in der Baum
+klettern. Der lieber Mond steckt sein' Latern' dazu an und leuchtet sie,
+dass sie die besten und grossesten Apfel finden kann. Und ich geb' acht, dass
+nix kommt, - ich werde eine gute Spion sein."
+
+Ilse strahlte vor Wonne. Der Gedanke war auch zu verlockend, als dass sie
+noch laenger Bedenken tragen sollte.
+
+"Das ist zu himmlisch!" rief sie so laut, dass Nellie ihr die Finger auf
+den Mund legte. "Ich ziehe meine Blouse und den blauen Rock dazu an und
+steige hinauf in das gruene Blaetterdach. Es ist himmlisch, Nellie!"
+
+Und sie ergriff die Freundin am Arme und tanzte mit ihr durch das Zimmer.
+
+"O, du bist einer Engel! du kluge Ilse! Wenn wir nur erst Nacht haetten!"
+
+Ilse stand schon wieder am Fenster und warf pruefende Blicke in den Baum.
+"Siehst du, auf diesen Zweig steige ich zuerst," sagte sie ganz erregt,
+"und dann auf den dort, - es haengen drei herrliche Aepfel daran, - die
+pfluecke ich zuerst und werfe sie dir zu, - dann geht es hoeher hinauf bis
+an Melanies und Orlas Stubenfenster, - sie lassen es immer offen stehen
+des Nachts - dann stecke ich den Kopf hinein und rufe: Gute Nacht!"
+
+"Ilse!" rief Nellie entsetzt, "du darfst der Unsinn nicht thun! Gieb dein'
+Hand darauf!"
+
+"Es war nur Scherz," entgegnete Ilse. "Sei ohne Sorge, Nellie, ich werde
+ganz artig und still sein, niemand soll von unsrem entzueckenden Abenteuer
+erfahren!" -
+
+Die Zeit verging den beiden Maedchen wie mit Schneckenpost. Ilse, die sich
+wenig verstellen konnte, war waehrend des Abendessens ganz besonders lustig
+und aufgeregt.
+
+"Du siehst so unternehmend und froehlich aus," bemerkte Fraeulein Guessow,
+"hast du eine gute Nachricht aus der Heimat erhalten?"
+
+Ilse wurde rot und fuehlte sich wie ertappt. Ein Glueck fuer sie, dass die
+Lehrerin ganz arglos die Bemerkung machte und gar nicht weiter auf sie
+achtete, vielleicht waere ihr doch die verraeterische Roete aufgefallen.
+
+Endlich, endlich, war alles still im Hause. Die Runde durch saemtliche
+Schlafgemaecher war gemacht, und Fraeulein Guessow war bereits in ihr Zimmer
+zurueckgekehrt.
+
+Nellie sass in ihrem Bett und lauschte. Sie hatte unten die Thuer sich
+schliessen hoeren, wartete noch eine kleine Weile, dann erhob sie sich und
+glitt wie ein Geist durch das Zimmer und lehnte sich weit zum Fenster
+hinaus.
+
+"Was machst du?" fragte Ilse.
+
+"Ich will sehen, ob Fraeulein Guessow noch Licht in sein' Schlafstube hat -"
+fluesterte sie. "Noch ist hell unten, - immer noch - -"
+
+"Soll ich aufstehen?" fragte Ilse.
+
+"Nein, du sollst dir ganz ruhig halten und nicht so laut sprechen. Sie hat
+noch immer hell. Wie langweilig! Was sie nur anfangt! Warum geht sie nicht
+in ihr Bett und macht die Auge zu."
+
+Sie beugte sich weit zum Fenster hinaus und sah unverwandt auf die
+seitwaerts liegenden, noch immer erleuchteten Fenster. Im Fluestertone rief
+sie Ilse ihre Bemerkungen zu. Ploetzlich fuhr sie schnell mit dem Kopfe
+zurueck und legte den Finger auf den Mund.
+
+"Sei ganz still, Ilse, ruehr' dir nicht," sagte sie dann, sich auf den
+Zehen zu derselben heranschleichend, "sie hat eben der Kopf zum Fenster
+ausgesteckt und sieht in der Mond. Beinah' hat sie mir erblickt."
+
+Nach einem kleinen Weilchen hoerte sie das Fenster schliessen und als Nellie
+vorsichtig hinunter blickte, war das Licht geloescht.
+
+"Jetzt ist die grosse Augenblick gekommen," wandte sie sich in pathetischem
+Tone an Ilse und streckte die Hand aus, "erheben Sie sich, mein Fraeulein,
+und gehen Sie an das grosses Werk!"
+
+Ilse war so aufgeregt durch den Gedanken an das naechtliche Abenteuer, dass
+sie gar nicht bemerkte, wie urkomisch Nellie aussah, als sie in ihrem
+langen Nachtgewande, den Arm weit ausgestreckt, so vor ihr stand.
+
+Eilig erhob sie sich und begann sich anzukleiden. Das war bald geschehen,
+da das Blousenkleid, und was sie sonst noch noetig hatte, schon bereit lag.
+
+Gegen die Stiefel erhob Nellie Einsprache. "Sie sind zu unschicklich, zu
+plump, du machst eine so laute Schritt, dass alles aufwacht."
+
+Ilse hoerte nicht darauf. Sie hatte dieselben bereits angezogen und schlich
+auf den Zehen zum Fenster hin.
+
+"Gieb mir das Koerbchen," bat sie. Nellie hing ihr ein solches um den Hals,
+damit sie den Arm frei behalte.
+
+"So, nun bist du reisefertig, mach' deine Sach' brav, mein Kind," sagte
+sie und kuesste Ilse auf die Wange.
+
+Die hoerte nichts. Mit leichtem Sprunge schwang sie sich auf das
+Fensterbrett und von dort stieg sie in den Baum.
+
+Aengstlich blickte ihr Nellie nach. Aber sie hatte nicht Ursache, besorgt
+zu sein. Ilse kletterte leicht und gewandt wie ein Eichkaetzchen trotz
+ihrer schweren Stiefel. Als sie die drei bewussten Aepfel erreichen konnte,
+brach sie dieselben und warf sie Nellie zu.
+
+"Da hast du eine Probe!" rief sie uebermuetig in halblautem Tone, "damit dir
+die Zeit nicht lang werde, bis ich wiederkomme!"
+
+Die Fruechte kollerten bis an das Ende des Zimmers zu Nellies Entsetzen.
+
+"O, was thust du!" fluesterte sie und erhob drohend die Finger. "Die Koechin
+schlaeft unter dieser Zimmer, soll sie von der Spektakel aufwachen?"
+
+"Baerbchen schlaeft fest, ich hoere sie draussen schnarchen," gab Ilse zurueck.
+- "Wir koennen ganz ohne Sorge sein - alles schlaeft - alles ist still und
+dunkel. - Nun lebe wohl, Nellie, jetzt trete ich meine Reise an. Ach, es
+ist koestlich hier!"
+
+Ploetzlich bekam es Nellie mit der Angst. "Ich zittre fuer dir," sprach sie
+mit bebenden Lippen, - "komm wieder her, - es koennte ein Unglueck sein."
+
+Ilse lachte in sich hinein und stieg keck hoeher und hoeher. Sie war so
+recht in ihrem Elemente und frei wie der Vogel in der Luft regte sie ihre
+Schwingen.
+
+Bald hatte sie die Spitze erreicht. Der Mond schien voll und klar und
+zeigte ihr jeden Schritt, den sie zu machen hatte. Als sie in gleicher
+Hoehe mit dem Schlafgemache Orlas und der Schwestern war, konnte sie der
+Versuchung nicht widerstehen, einen Blick in das Fenster zu thun.
+Vorsichtig und behende balancierte sie auf dem Ast, der sie trug und
+dessen gruene Spitzen beinahe das eine Fenster beruehrten, und sah hinein.
+
+Ruhig, nichts ahnend lagen die Schlaeferinnen da, hell vom Mondlicht
+beschienen.
+
+Einen Augenblick regte sich der Uebermut in ihr. Ob sie den Maedchen einen
+Schabernak spielte? "Nur einmal gegen die Fensterscheibe klopfen," dachte
+sie, und schon streckte sie den Finger aus dazu, - da bewegte sich Orla im
+Schlafe. Unwillkuerlich fuhr Ilse zurueck und ihre tolle Idee blieb
+unausgefuehrt.
+
+Es hingen so viel schoene Aepfel rechts und links und ueberall, mit kleiner
+Muehe haette sie in wenigen Augenblicken ihr Koerbchen damit fuellen koennen,
+aber dazu hatte sie keine Lust, immer hoeher hinauf strebte ihr Verlangen,
+sie hatte nun einmal die Freiheit gekostet, so schnell wollte sie dieselbe
+nicht wieder aufgeben. Die Krone des Baumes war ihr Ziel, wohl eine
+beschwerliche Fahrt, aber sie schreckte nicht davor zurueck.
+
+Wie ein Bube erklomm sie die manchmal schwer zu erreichenden Zweige, - ein
+einziger Fehltritt und sie lag unten mit zerbrochenen Gliedern, - dieser
+Gedanke kam ihr nicht in den Sinn, sie hatte daheim ganz andre tollkuehne
+Kletterpartien ausgefuehrt und jede Furcht vor Gefahr verlernt.
+
+Mutig ging es vorwaerts. Die lauschende Nellie vernahm dann und wann ein
+Knacken der Aeste, oder das Herabfallen eines Apfels. Einmal schrak sie
+heftig zusammen, ein Vogel flog auf. Ilse mochte ihn in seiner Nachtruhe
+gestoert haben. - Es wurde ihr recht aengstlich auf ihrem Lauscherposten,
+eine Ewigkeit duenkte es ihr, dass Ilse sie verlassen hatte.
+
+"Ilse!" rief sie leise. Keine Antwort erfolgte. Wie war es auch moeglich,
+dass ihr Ruf zu derselben emporgetragen wurde, die oben in der Krone stand
+und die erfrischende Nachtluft mit vollen Zuegen einsog.
+
+Wie fuehlte sie sich glueckselig, wie frei, wie heimatlich wurde es ihr zu
+Mute! Keine Fesseln drueckten sie mehr, Schulzwang, Pension, Vorsteherin -
+alles entschwand ihr wie in nebelweite Ferne - der Garten da unten gehoerte
+dem Papa, der Baum, auf dem sie war, stand vor seinem Fenster, es war der
+alte Nussbaum, in dessen gruenem Laubwerk sie so manchmal neckend Versteck
+gespielt hatte mit dem Papa, wenn er sie ueberall suchte, von dessen
+oberster Spitze sie dann ploetzlich mit einem schlichen "Juchhe!" ihm
+antwortete.
+
+"Juchhe!" Ganz in Erinnerung versunken, brach es ploetzlich laut und
+kraeftig aus ihrer Kehle hervor, dass es weithin durch den Garten schallte.
+
+Im selben Augenblicke erwachte sie aus ihrem Traume und ganz erschrocken
+fuhr sie mit der Hand nach dem Mund. Was hatte sie gethan! Aber die Reue
+kam jetzt zu spaet, vor allem musste sie an den schnellsten Rueckzug denken,
+denn wie sie vermutete, so war es, ihr unvorsichtiger Ruf war im Hause
+vernommen worden.
+
+Melanie war davon erwacht und richtete sich entsetzt in ihrem Bette auf.
+
+"Grete!" rief sie mit bebenden Lippen, "hast du gehoert?"
+
+"Ja," toente es gedaempft zurueck. "Melanie, ich fuerchte mich tot!" Sie hatte
+sich die Decke ueber den Kopf gezogen und erwartete mit zitternder Angst
+ihr Schicksal.
+
+Auch Orla war erwacht. "Was war das?" fragte sie, "wo kam der laute Schrei
+her? Mir war es, als ob er dicht vor meinem Bette ausgestossen wurde."
+
+"Allmaechtiger Gott!" schrie Melanie auf, "siehst du nichts? O, ich habe
+etwas furchtbar Schreckliches gesehen! Eben dort! - dicht am Fenster flog
+es vorueber! Ein Gespenst war es, mit fliegenden Haaren und grossen,
+gluehenden Augen! Hu, wie es mich ansah, als ob es mich verschlingen
+wollte! O, Orla - ein Gespenst - ein Gespenst!"
+
+Sie klapperte mit den Zaehnen vor Furcht und Schrecken, und Orla, die
+nichts gesehen hatte, sondern nur ein lautes Brechen und Knacken im Baume
+vernommen, sprang mutig aus ihrem Bette, schlug ihre Steppdecke ueber die
+Schultern und sah zum Fenster hinaus.
+
+Grade hatte Ilse ihre tolle Fahrt beendet. In rasender Hast und Angst
+hatte sie dieselbe von der Hoehe des Baumes bis zu ihrem Zimmerfenster
+gemacht, und Nellie, sie erwartend, streckte ihr beide Arme, soweit sie
+konnte, hilfreich entgegen. Sie war leichenblass und ausser sich ueber Ilses
+Tollkuehnheit.
+
+"Was hast du gemacht?" fluesterte sie, "du hast uns verraten! - hast du
+gehoert? Ueber uns sind sie aufgeweckt! - Orla spricht ... Wir sind
+verloren!"
+
+Eilig nahm sie der am ganzen Koerper zitternden Ilse, deren Haende blutig
+geritzt waren, das Koerbchen ab, warf die wenigen Aepfel, die nicht
+herausgefallen waren, in ihr Bett, das Koerbchen hinter den Schrank, und
+legte sich nieder, alles in der groessten Hast.
+
+Ilse hatte ein gleiches gethan. Ohne sich zu entkleiden, mit Stiefel und
+Blousenkleid, sprang sie in ihr Bett und deckte sich bis an das Kinn zu.
+Sie schloss die Augen und erwartete in Todesangst das furchtbare
+Strafgericht, das ihrer wartete. -
+
+Bei dem truegerischen Lichte des Mondes konnte Orla nicht erkennen, was
+eigentlich vorging. Sie sah wohl eine Gestalt - sah ein Paar weisse Arme,
+die ihr fabelhaft lang erschienen, aber nur einen fluechtigen Moment, dann
+war die ganze Erscheinung lautlos und still wie im Nebel verschwunden.
+
+Sie lauschte noch einige Augenblicke atemlos, aber der Spuk war vorbei -
+nichts ruehrte sich. Trotz ihres Mutes wurde es ihr unheimlich zu Mute. Sie
+zog den Kopf zurueck.
+
+"Nun?" fragte Melanie, "sahst du etwas?"
+
+"Ja," entgegnete Orla, "deutlich habe ich eine Gestalt gesehen, und ich
+koennte darauf schwoeren, dass sie von zwei langen, weissen Armen in Nellies
+Zimmer gezogen wurde."
+
+"Liebe, liebe Orla!" bat Melanie klaeglich und mit gerungenen Haenden,
+"wecke die Leute! Wenn das Gespenst noch einmal erscheint, sterbe ich vor
+Angst!"
+
+ [Illustration]
+
+Orla ergriff die Klingelschnur, die sich dicht neben ihrem Bette befand,
+und laeutete. In jedem Zimmer war eine solche angebracht, fuer den Fall, dass
+ein ploetzliches Unwohlsein eine Pensionaerin des Nachts befiel. Saemtliche
+Schnuere fuehrten zu einer Hauptglocke, die unten, dicht neben Fraeulein
+Raimars Schlafzimmer angebracht war.
+
+Laut und schrill, wie eine Sturmglocke, toente ihr Klang, der noch niemals
+die Ruhe gestoert, durch die Stille der Nacht. Nellie und Ilse erzitterten,
+als ob sie ihr Sterbegloecklein hoerten.
+
+Wie mit einem Zauberschlage wurde es lebendig im Hause. Die Fenster, die
+eben noch dunkel und wie traeumend in den Garten geblickt hatten, erhellten
+sich. Thueren wurden geoeffnet, Stimmen laut.
+
+Die Vorsteherin, im tiefen Negligee, ein Licht in der Hand, trat zuerst
+aus ihrem Zimmer. Fast gleichzeitig erschien Fraeulein Guessow. Als beide
+den Korridor passierten, schoss Miss Lead aus ihrer Zimmerthuer, aengstlich
+fragend blickte sie die Damen an.
+
+Sie war nicht gerade eine Heldin, die gute Miss, der Glockenschall war ihr
+in alle Glieder gefahren. Zitternd war sie aus dem Bette gesprungen und
+hatte nach ihren Kleidungsstuecken gesucht. Im Dunkeln tappte sie
+vergeblich darnach. Sie hatte Licht anzuenden wollen, aber die Schachtel
+mit Streichhoelzern war ihr in der Aufregung entfallen. In nervoeser Hast
+ergriff sie einen schottischen Plaid und drapierte sich denselben wie
+einen Mantel um ihre Gestalt. Ihr spaerliches Haar, das sie jeden Abend
+eine gute Viertelstunde kaemmte und buerstete, hing geloest auf ihre Schulter
+herab.
+
+Sie machte einen hoechst komischen Eindruck in diesem abenteuerlichen
+Kostueme und die Vorsteherin gab ihr den ernstlichen Rat, sie moege sich
+wieder niederlegen, aber Miss Lead wehrte dieses Ansinnen lebhaft ab.
+
+"Nein, nein!" Und sie hing sich an Fraeulein Guessows Arm so fest, als ob
+sie bei ihr Schutz und Beistand suche.
+
+Auch mehrere Pensionaerinnen waren von dem ungewohnten Laerm erwacht und
+aufgestanden. Angstvoll stuerzten sie aus ihren Zimmern und folgten den
+Lehrerinnen dicht auf dem Fusse, Flora hatte sogar einen Rockzipfel der
+Vorsteherin erfasst.
+
+Orla hoerte Stimmen auf der Treppe und oeffnete die Thuer.
+
+"Ist dir oder den Schwestern etwas passiert?" fragte Fraeulein Raimar
+schnell in das Zimmer tretend.
+
+Statt Orla antwortete Melanie: "Etwas furchtbar Schreckliches haben wir
+erlebt!" rief sie. "Ein Gespenst, ein furchtbares Gespenst haben wir
+gesehen!"
+
+"Du hast getraeumt," sagte die Vorsteherin, "es giebt keine Gespenster!"
+
+"Ich sah es mit offenen Augen, Fraeulein!" entgegnete Melanie mit voller
+Ueberzeugung. "Erst erwachten wir alle drei von einem furchtbar lauten
+Schrei, nicht wahr, Orla! gleich darauf sauste das Gespenst hier ganz
+dicht am Fenster vorbei."
+
+"Es war vielleicht ein Spitzbube, der sich Aepfel holen wollte," beruhigte
+die Vorsteherin. "Hast du auch etwas gesehen, Orla?"
+
+"Ja," sagte sie. "Ich sah zum Fenster hinaus und da schien es mir, als ob
+etwas in Nellies Zimmer verschwand -"
+
+Die Pensionaerinnen, sogar Miss Lead, draengten sich im dichten Knaeuel
+aengstlich um Fraeulein Raimar. Gespenster - Spitzbuben! das war ja um sich
+tot zu fuerchten. So schauerliche Dinge hatte man noch niemals in der
+Pension erlebt. Flora zitterte zwar vor Furcht und Erregung, trotzdem fand
+sie dieses Erlebnis hoechst romantisch. Sie nahm sich vor, in ihrem
+naechsten Romane dasselbe zu verwerten.
+
+Fraeulein Guessow hatte kaum vernommen, dass der Spuk in Nellies Zimmer
+verschwunden sein solle, als sie still die Treppe hinunterstieg und sich
+zu den beiden Maedchen begab. Sie oeffnete die Thuer und leuchtete in das
+Zimmer. Ihr Blick glitt pruefend durch dasselbe, es war nichts Verdaechtiges
+zu sehen. Die Fenster waren geschlossen und Ilse schien fest zu schlafen.
+
+Nellie hatte sich im Bett erhoben und that ganz erstaunt beim Anblick der
+Lehrerin.
+
+"O, was giebt es?" fragte sie. "Warum ist der Glocke gezogen? Ich habe mir
+so erschreckt."
+
+"Es soll hier jemand in das Fenster bei euch gestiegen sein," antwortete
+Fraeulein Raimar, die mit den uebrigen Fraeulein Guessow gefolgt war.
+
+Nellie stockte der Atem vor Angst. Was sollte sie beginnen? Die Wahrheit
+gestehen? Unmoeglich! Es waere zugleich Ilses und ihre Entlassung aus der
+Pension gewesen. Und luegen? Sie waere nicht dazu im stande gewesen.
+Entsetzt blickte sie die Vorsteherin an und gab keine Antwort.
+
+Dieselbe deutete Nellies stummes Entsetzen anders und sah es fuer eine
+Folge des ploetzlichen Schreckens an.
+
+"Nun, nun," beruhigte sie, "du darfst dicht nicht weiter aengstigen. Orla
+und die Schwestern wollen durchaus einen lauten Schrei gehoert haben und
+Orla behauptet fest, es sei ein Gespenst vor ihrem Fenster vorbeigeflogen
+und hier in eurem Zimmer verschwunden."
+
+"O, eine Gespenst! Wie furchtbar!" wiederholten Nellies zitternde Lippen
+und ihr blasses Gesicht - die Angst, die sich in ihren Zuegen malte,
+erweckten Mitleid in Fraeulein Raimars Herzen.
+
+"Beruhige dich nur," sagte sie, "die Maedchen werden getraeumt haben. Das
+ganze Haus haben sie in Aufruhr gebracht. - Ich denke, wir legen uns
+wieder nieder," wandte sie sich zu Fraeulein Guessow, "es ist das beste
+Mittel, die aufgeregten Gemueter zur Ruhe zu bringen."
+
+Schon im Herausgehen begriffen, fiel ihr die schlafende Ilse ein. Sie trat
+an das Bett derselben und beugte sich leicht darueber. "Ist denn Ilse gar
+nicht erwacht von dem Spektakel?" fragte sie erstaunt.
+
+Mit Todesangst verfolgte Nellie jede Bewegung der Vorsteherin. Wenn sie
+sich ein wenig zur Seite wandte, wenn ihr Blick das Fussende des Bettes
+streifte - dann waren sie verloren. Unter dem Deckbette - o Entsetzen! sah
+eine Spitze von Ilses fuerchterlichem Stiefel vor.
+
+"Sie hat immer ein so fester Schlaf," brachte Nellie muehsam hervor und
+ploetzlich - im Augenblicke der hoechsten Not kehrte ihre Geistesgegenwart
+zurueck.
+
+"Bitte, bitte, Fraeulein Guessow," sagte sie und erhob flehend die Haende,
+"sehen Sie unter meines Bett, ob keine Gespenst daliegt."
+
+Sofort lenkte sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf Nellie und die
+Angeredete nahm wirklich das Licht und leuchtete unter das Bett. Fraeulein
+Raimar schuettelte unwillig den Kopf.
+
+"Sei nicht kindisch, Nellie," verwies sie dieselbe, "du wirst in deinem
+Alter doch wahrlich nicht mehr an Spukgeschichten glauben!"
+
+Und Miss Lead, die bis dahin mit den Pensionaerinnen vor der aeusseren Thuer
+gestanden, trat zu ihrer Landsmaennin und schalt sie wegen ihrer
+Furchtsamkeit.
+
+Kaum hatte Nellie die sonderbar Gekleidete erblickt, als sie in ein lautes
+Gelaechter ausbrach. "O, Miss Lead!" rief sie aus. "Sie haben die Aussicht
+wie eine Raeuberhauptmann! Seien Sie nicht boese, aber ich muss lachen!" Und
+die uebrigen Maedchen stimmten froehlich ein in das Gelaechter, sie hatten bis
+jetzt nicht auf die englische Lehrerin geachtet.
+
+Miss Lead wurde hochrot vor Aerger, und die Vorsteherin gab Nellie einen
+ernsten Verweis ueber ihr unartiges Benehmen. Es wurde darueber die
+Gespenstergeschichte vergessen und Ilse nicht weiter beachtet. Oder doch?
+
+Fraeulein Guessow entfernte sich, mit dem Lichte in der Hand, sehr schnell
+aus der Thuer - hatte sie vielleicht die unselige Stiefelspitze entdeckt?
+
+"Wir wollen Ilses Ruhe nicht stoeren," sagte sie, "warum soll die Aermste
+auch noch ermuntert werden?"
+
+"Sie haben recht, wir wollen sie nicht stoeren. Aber sie hat einen
+wunderbar festen Schlaf. Nun geht zur Ruhe, Kinder. Melanies Gespenst war
+sicherlich nichts weiter, als eine Katze, die sich im Baume einen Vogel
+gefangen hat. Ihr koennt ganz ohne Sorge sein, zum zweitenmal wird es nicht
+wiederkehren."
+
+Damit hatte der naechtliche Spuk sein Ende erreicht. In kurzer Zeit lag
+alles wieder im tiefen Schlafe. Melanie hatte die Lampe brennen lassen, um
+keinen Preis wuerde sie im Dunklen geblieben sein.
+
+Als Nellie sich vollkommen ueberzeugt hatte, dass alles wieder still im
+Hause war, da kehrte mit dem Gefuehle der Sicherheit auch ihre frohe Laune
+wieder. Sie suchte die Aepfel unter der Bettdecke hervor und fing an,
+gemuetlich zu essen, als ob nichts vorgefallen waere.
+
+"Was machst du denn?" fragte Ilse, als sie das knirschende Geraeusch hoerte.
+Sie hatte bis jetzt noch nicht gewagt, sich zu ruehren, und lag wie im
+Schweisse gebadet da.
+
+"Ich speise Aepfel," entgegnete Nellie sorglos.
+
+"Aber, Nellie, wie kannst du das nur!" rief Ilse ganz entruestet. "Ich
+zittre noch an allen Gliedern, mein Herz schlaegt wie ein Hammer - und du
+kannst essen! Wirf die Aepfel fort - sie gehoeren ja gar nicht uns. Ach,
+Nellie, ich aergere mich ueber meinen dummen Streich!"
+
+"O was!" sagte Nellie ruhig weiter essend, "man muss thun, als ob man zu
+Haus ist! Graem' dir nicht mit unnuetze Gedanke, zieh' dir lieber aus und
+pack' deine Sache fort in deine Koffer. Du kannst ruhig schlafen, mein
+Darling, morgen weiss kein' Seel' von unser lustiges Abenteuer und du wirst
+sehr klug sein, liebe Ilschen, und schweigen."
+
+Ilse ging heute nicht auf Nellies scherzenden Ton ein; der Gedanke, die
+Vorsteherin hintergangen zu haben, drueckte sie schwer. Schweigend
+entkleidete sie sich und verschloss ihre Sachen sorgfaeltig in den Koffer.
+Dann legte sie sich nieder.
+
+Der Schlaf aber wollte nicht kommen. Nellies regelmaessige Atemzuege
+verrieten laengst, dass dieselbe sanft und suess eingeschlummert war, als sie
+noch immer wachend im Bette lag. Der Gedanke, wie nahe sie daran gewesen
+war, entdeckt zu werden, schreckte sie immer von neuem auf. Sobald sie im
+Begriffe war, einzuschlafen, fuhr sie angstvoll in die Hoehe. Endlich
+schlief sie ein, aber selbst im Traum quaelten sie die schrecklichsten
+Bilder. Bald wurde sie verfolgt, bald fiel sie vom Baume und zuletzt hatte
+sie sich in einen Vogel verwandelt und eine grosse Eule wollte sie
+fressen. -
+
+Frueh am andern Morgen, als Fraeulein Raimar ihren Spaziergang durch den
+Garten machte, blieb sie vor dem Apfelbaume stehen. Sie schuettelte den
+Kopf und rief den Gaertner.
+
+"Es muessen Diebe in diesem Baume gewesen sein, Lange," sagte sie, "sehen
+Sie nur das viele Laub und sogar einige abgebrochene Zweige darunter. Da
+liegen auch mehrere Aepfel, die sie verloren haben moegen. Machen Sie doch,
+solange das Obst noch nicht abgenommen ist, oefters des Nachts eine Runde
+durch den Garten."
+
+"Es ist mir ein Raetsel, wie sie hereingekommen sind," bemerkte der Gaertner
+kopfschuettelnd, "die Gartenpforte war fest verschlossen. Sie muessen
+geradezu ueber die Mauer geklettert sein."
+
+"Wohl moeglich," stimmte Fraeulein Raimar ihm bei, und im Weitergehen dachte
+sie, dass Melanie doch im Rechte gewesen sei. Freilich ein Gespenst hatte
+sie nicht gesehen, wohl aber einen Spitzbuben.
+
+Oben, am offnen Fenster, standen die beiden Maedchen und hatten jedes Wort
+vernommen. Ilse war es heiss und kalt dabei geworden und sie hatte sich wie
+eine arme Suenderin ertappt und beschaemt gefuehlt. Nellie dagegen lachte so
+recht vergnuegt in sich hinein und nahm alles wie einen koestlichen Scherz
+hin.
+
+"Das ist eine spassige Sach'," sagte sie uebermuetig, "ich kann mir
+totlachen! Wenn sie wuesste, dass die boese Spitzbuben mit sie unter eine Dach
+wohnen. - Wie wuerde sie sich staunen!"
+
+Ilse hielt ihr den Mund zu. "Du darfst nicht darueber lachen, Nellie,"
+gebot sie entschieden, "ich schaeme mich so sehr! Spitzbuben hat uns
+Fraeulein Raimar genannt, und das sind wir auch. Ich hatte gar nicht daran
+gedacht, und das war recht dumm von mir."
+
+"Wer wird so strenge richten, kleine Weisheit," troestete Nellie. "Was man
+in der Mund steckt, ist kein Diebstahl, merken Sie sich das! Fraeulein
+Raimar bekommt auch so grosse Kostgeld, da bezahlen wir die paar lumpige
+Apfel alle mit. - Komm, gieb mir ein Kuss und sieh nicht so truebe aus, du
+klein Spitzbube!"
+
+Mit Nellie war schwer streiten. Sie widerlegte so harmlos und sah so
+schelmisch dabei aus, dass Ilse, wenn sie auch nicht ueberzeugt wurde, sich
+wenigstens nicht mehr so hart anklagte. Aber auf einem bestand sie. Nellie
+musste ihr die Hand darauf geben, dass niemals wieder ein aehnlicher Streich
+von ihnen ausgefuehrt werden solle. - -
+
+ * * *
+
+Die Tage wurden kuerzer und kuerzer. Der Oktoberwind fuhr sausend durch die
+Baeume und trieb sein lustiges Spiel mit den trocknen, gelben Blaettern.
+Oede und verlassen lag der Garten des Instituts, denn der schoene
+Aufenthalt im Freien hatte so ziemlich ein Ende, die Maedchen waren mehr
+und mehr auf die Zimmer angewiesen.
+
+In den Wochentagen empfanden sie das kaum, aber an den
+Sonntagnachmittagen, die sie gewohnt waren, im Garten zu verleben, da
+fuehlten sie sich doppelt eingeengt. In den Zimmern war es so dumpf, so
+langweilig; so war Ilses Ansicht. Man konnte doch nicht immer Briefe
+schreiben, oder naehen. Sich die Zeit verkuerzen mit Romanschreiben, das
+konnte nur Flora, die denn auch den innigen Wunsch hatte, die
+Sonntagnachmittage moechten ewig dauern.
+
+ [Illustration]
+
+"Ich komme heute auf euer Zimmer," sagte sie eines Sonntagmorgens zu den
+Freundinnen. "Ich werde euch meine neueste Novelle vorlesen, natuerlich nur
+den Anfang und den Schluss, das andre habe ich noch nicht geschrieben, ich
+mache es immer so. Ich sage euch, ihr werdet entzueckt sein, Kinder! Ich
+selbst fuehle, wie entzueckend mein neuestes Werk mir gelungen ist!"
+
+Nellie laechelte. "Wie ich mir auf dieser neue Werk freue!" sprach sie
+neckend. "Immer nur die Anfangs und die Endes macht Flora. Die langweilige
+Mitte lasst sie aus! O, sie ist ein grosser Dichter!"
+
+Flora war heute gar nicht empfindlich, sie that, als hoere sie Nellies
+Neckereien nicht.
+
+"Also auf heute nachmittag!" sagte sie und drueckte Ilse die Hand.
+
+Nach der Kaffeestunde begleitete sie denn auch die beiden Maedchen auf ihr
+Zimmer, und nachdem alle drei am Fenster Platz genommen hatten, zog sie
+mit wichtiger Miene mehrere lose Blaetter aus ihrer Kleidertasche hervor.
+
+"Fang doch an dein' Novelle, warum besinnst du dir?" fragte Nellie, als
+Flora ein Blatt nach dem andern ansah und wieder beiseite legte.
+
+"Entschuldigt einen Augenblick," entgegnete Flora, "das ist mir alles so
+durcheinandergekommen. - Seite 5-10-11-3-" zaehlte sie. "Halt! hier ist
+Blatt I. So, nun will ich beginnen! - Und Nellie, thue mir den einzigen
+Gefallen, unterbrich mich nicht fortwaehrend mit deinen witzigen Einfaellen,
+du schwaechst wirklich den ganzen Eindruck damit. - Nun hoert zu. Meine
+Novelle heisst:
+
+ _Ein Schmerzensopfer._
+
+Das Meer brauste und der Sturm tobte. - Weisse Moewen flogen kraechzend
+darueber hinweg. - Der Mond lugte dann und wann zwischen zerrissenen Wolken
+hervor - traurig - einsam. - -
+
+Da schaukelt ein kleines Schiff auf den hohen Wogen und naehert sich dem
+Strande. Ein junges Maedchen sitzt allein darin. Leichtfuessig schwingt sie
+sich aus dem Schiff und setzt sich auf ein Felsstueck, das von den Wellen
+des Meeres umspuelt wird und hart am Strande liegt.
+
+Tief seufzt sie auf und ihre grossen Vergissmeinnichtaugen fuellen sich mit
+Thraenen.
+
+ [Illustration]
+
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Was soll ich beginnen?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} floeten ihre Lippen und in ihrem suessen
+Blumenangesichte drueckt sich ein schmerzliches Entsagen aus. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Er liebt
+mich - und ich ihn! Aber Aurora liebt ihn auch und sie ist meine geliebte
+Schwester! Kann ich sie leiden sehen? - Nein - nimmermehr! Und sollte ich
+darueber an gebrochenem Herzen sterben!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Sie seufzte tief. {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O sterben! Aber ich fuehl's, ich werde nicht sterben -
+mein Herz wird nicht brechen, - es wird weiter schlagen, - - wenn es auch
+besser waere, das zaehe Ding staende zur rechten Zeit fuer ewig still!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - -"
+
+Hier machte Flora eine kleine Pause und Nellie konnte es nicht
+unterlassen, sie zu unterbrechen.
+
+"O wie furchtbar traurig!" rief sie aus, "das arme Blumenangesicht mit die
+Vergissmeinnichtsauge und das zaehe Herz! Wo ist sie denn hergekommen auf
+ihres kleines Schiff, - so allein auf die brausende Meer?"
+
+Und sie lachte mit ihren Schelmengruebchen so herzlich ueber Floras Unsinn,
+dass ihr die Thraenen in die Augen traten.
+
+"Wie abscheulich von dir, Nellie," fuhr Flora sehr erzuernt auf, "dass du
+mich so unterbrichst! Wenn nur ein Funken Poesie in deinem Busen
+schlummerte, wuerdest du meine Werke verstehen. Aber du bist nuechtern vom
+Scheitel bis zur Sohle!"
+
+"O, o!" lachte Nellie ausgelassen, "o, wie komisch bist du, Flora! Lies
+nur weiter dein {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Schmerzensopfer{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, ich will nun artig hoeren und kein Laut
+mehr lachen."
+
+Aber Flora nahm schmollend ihre Blaetter zusammen. Das heisst, es war ihr
+nicht so recht Ernst damit, denn als auch Ilse sich aufs Bitten legte, sie
+moege doch nun auch den Schluss ihrer Novelle vorlesen, da liess sie sich
+erweichen. Schon hatte sie die Lippen geoeffnet, um fortzufahren, da wurde
+sie unterbrochen durch Melanies hastigen Eintritt.
+
+"Kinder!" rief diese aufgeregt, "es ist etwas furchtbar Interessantes
+passiert! Denkt euch, eben ist eine hoechst elegante Dame vorgefahren mit
+einem reizend netten, kleinen Maedchen. Fraeulein Raimar empfing sie schon
+an der Thuer und Orla hat deutlich gehoert wie sie sagte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie bringen das
+Kind selbst, gnaedige Frau!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - Es bleibt also hier in der Pension, und wir
+haben nichts davon gewusst! Warum wird nun die ganze Geschichte so
+furchtbar geheimnisvoll gemacht? Wir haben doch stets gewusst, wenn eine
+neue Pensionaerin ankam! Ich finde das, aufrichtig gesagt, klassisch!" -
+
+Die Maedchen horchten erstaunt auf und selbst Flora vergass das Weiterlesen.
+Welch eine Bewandtnis hatte es mit dem kleinen Maedchen, das so ploetzlich
+hereingeschneit kam?
+
+"O, welch eine klassische Geschichte!" rief Nellie. "Kommt, wir wollen
+gleich die fremde Dame mit ihres Kind uns ansehen!"
+
+Und sie eilten die Treppe hinunter mit einer Hast und Neugierde, als ob
+ein neues Wunder aufgegangen sei, Nellie den andern immer voran, sie musste
+die erste sein, die dasselbe in Augenschein nahm.
+
+Es war aber gar nichts zu sehen, denn vorlaeufig verweilten die Fremden in
+Fraeulein Raimars Zimmer. Indessen der Wagen hielt noch auf der Strasse und
+Nellie schloss daraus, dass die Dame sich nicht allzulange aufhalten werde.
+
+"Sehen muessen wir ihr," sagte Nellie, "kommt, wir stellen uns an der
+grossen Glasthuer im Speisesalon und warten, bis sie kommt."
+
+Als sie dort eintraten, fanden sie bereits die Thuer belagert. Es gab noch
+andre Neugierige in der Pension.
+
+"Ihr kommt zu spaet!" rief Grete, die natuerlich den besten Platz hatte.
+"Dahinten koennt ihr nichts sehen!"
+
+Nellie aber wusste sich zu helfen. Sie zog einen Stuhl heran und stellte
+sich darauf. Ilse natuerlich kletterte ihr nach.
+
+Die Geduld der Maedchen wurde auf eine harte Probe gestellt, wohl eine gute
+halbe Stunde mussten sie noch warten, bevor die Erwartete erschien. -
+Langsam und lebhaft sprechend ging sie mit der Vorsteherin an den
+Lauschenden vorueber. Zum Glueck war es bereits daemmerig und die Damen waren
+so in der Unterhaltung begriffen, dass sie nicht auf die vielen
+Maedchenkoepfe hinter der Glasthuer achteten, Fraeulein Raimar wuerde die
+kindische Neugierde ernstlich geruegt haben.
+
+"O, wie sie huebsch ist!" bemerkte Nellie halblaut.
+
+"Sei doch still, Nellie," gebot Orla, die das Ohr dicht an der Thuer hielt,
+um einige Worte zu erlauschen.
+
+"Was sagt sie?" fragte Flora, "ich glaube, sie spricht franzoesisch."
+
+"Nein, italienisch," behauptete Melanie, die naemlich seit einigen Tagen
+angefangen hatte, diese Sprache zu treiben.
+
+"Sie spricht deutsch," erklaerte Grete. "Eben hat sie gesagt: Meine kleine
+Lilli."
+
+"Gott bewahre, was du gehoert hast!" widerstritt Orla, "sie spricht
+englisch."
+
+"O, eine Landsmann von mir!" rief Nellie laut und erfreut.
+
+Ueber diese drollige Bemerkung kam Annemie in das Lachen. Orla wurde ganz
+boese darueber und hielt ihr den Mund zu.
+
+"Fraeulein Raimar ist ja noch im Korridor mit der Dame," fluesterte sie,
+"wenn sie sich umsieht, sind wir blamiert."
+
+In diesem Augenblicke kam von der andern Seite des Korridors Rosi Mueller.
+Erstaunt sah sie auf die Belagerung der Glasthuer. Die Maedchen mussten
+zuruecktreten, um sie einzulassen.
+
+"Wie koennt ihr euch nur so kindisch benehmen," sagte sie sanft und
+vorwurfsvoll. "Ich begreife eure Neugierde nicht."
+
+"Du bist auch unsre {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}," meinte Grete.
+
+Rosi ueberhoerte diese vorlaute Bemerkung. "Kommt, setzen wir uns an die
+Tafel mit unsren Handarbeiten," fuhr sie fort, als das Gas angezuendet war,
+"wir haben die Erzaehlung von Ottilie Wildermuth noch nicht zu Ende gehoert.
+Willst du heute vorlesen, Orla?"
+
+Aber es kam nicht dazu. Gerade als Orla beginnen wollte, trat Fraeulein
+Guessow mit der kleinen Lilli an der Hand ein.
+
+Sofort sprangen die Maedchen von ihren Plaetzen auf und umringten dieselbe.
+
+"Sieh', Lilli," sagte die junge Lehrerin, "nun kannst du gleich deine
+zukuenftigen Freundinnen kennen lernen."
+
+Die Kleine schuettelte den Kopf. "Die Madel sind schon so gross," antwortete
+sie im sueddeutschen Dialekt und ohne Befangenheit, "die koennen doch nit
+meine Freundinnen sein!"
+
+Nellie fand gleich einen Ausweg, sie kniete sich zu dem Kinde nieder und
+sagte: "Jetzt bin ich ein klein Madel wie du und du kannst mit mich
+spielen."
+
+Lilli lachte. "Nein, du bist gross," sagte sie, "aber du gefallst mir. Und
+du auch," wandte sie sich zu Ilse, die neben Nellie stand. "Du hast halt
+so schoene Lockerl wie ich. Weisst, du sollst meine Freundin sein, mit dir
+will ich spielen."
+
+Sie ergriff Ilses Hand und sah dieselbe mit ihren grossen Augen treuherzig
+an. Das junge Maedchen war ganz entzueckt von der Zutraulichkeit der Kleinen
+und kuesste und liebkoste sie.
+
+Natuerlich waren saemtliche Pensionaerinnen ganz hingerissen von dem Kinde,
+das wie eine zarte Elfe in ihrer Mitte stand. Lange blonde Locken fielen
+ihm ueber die Schulter herab und die schwarzen Augen mit den
+feingeschnittenen, dunklen Augenbrauen darueber bildeten einen wunderbaren
+Kontrast zu denselben. Das gestickte, sehr kurze weisse Kleidchen liess Hals
+und Arme frei. Eine hochrote, seidene Schaerpe vervollstaendigte den hoechst
+eleganten Anzug.
+
+"O du suesses, entzueckendes Geschoepfchen!" "Du Engelsbild! Kleine Fee!" und
+mit aehnlichen ueberschwenglichen Ausdruecken ueberschuetteten die
+Pensionaerinnen das Kind. Fraeulein Raimar war unbemerkt eingetreten und
+hoerte diese Ausrufe kopfschuettelnd an.
+
+Sie trat in den Kreis und nahm Lilli bei der Hand. "Komm," sagte sie zu
+ihr, "du sollst erst umgekleidet werden. Du moechtest dich erkaelten in dem
+leichten Anzuge."
+
+"Bitt' schoen, lass mich hier, Fraeulein," bat das Kind. "Ich hab' gar nit
+kalt. Schau, ich geh' halt immer so. Die Madel sind so gut, es gefallt mir
+hier!"
+
+Fraeulein Raimar liess sich nicht erbitten. "Komm nur, Kind," sagte sie
+guetig, "du wirst die Maedchen alle wiedersehen zum Abendessen."
+
+Die abgeschlagene Bitte verstimmte Lilli nicht. "Lass Ilse mit mir gehen,
+Fraeulein," bat sie.
+
+Dieser Wunsch wurde ihr erfuellt. Als Ilse mit dem Kinde das Zimmer
+verlassen hatte, wandte sich die Vorsteherin mit ernsten, ermahnenden
+Worten an ihre Zoeglinge.
+
+"Ich bitte euch, in Zukunft Lilli nicht wieder so grosse Schmeicheleien in
+das Gesicht zu sagen. Wollt ihr sie eitel und oberflaechlich machen? Sie
+ist ein sehr schoenes Kind und wird bereits manche Aeusserung hierueber
+gehoert haben, es giebt ja unvernuenftige Leute genug. Wir wollen nicht in
+diesen Fehler verfallen, und ich denke, ihr werdet mir beistehen und in
+Zukunft vorsichtiger sein. - Lilli bleibt bei uns. Ich hatte noch nichts
+davon zu euch gesprochen, weil ihr Eintritt in die Pension noch nicht fest
+beschlossen war."
+
+"Wo wohnen Lillis Eltern?" fragte Flora.
+
+"In Wien," entgegnete das Fraeulein. "Der Vater ist tot und die Mutter ist
+eine bedeutende Schauspielerin. Weil sie sich in ihrem Berufe wenig um die
+Erziehung ihres Kindes kuemmern kann, hat sie es in eine Pension gegeben."
+
+"Lillis Mutter ist ein schoenes Frau," bemerkte Nellie.
+
+"Wo hast du sie gesehen?" fragte die Vorsteherin etwas erstaunt.
+
+"O, ich habe ihr vorbeigehen sehen," entgegnete Nellie leicht erroetend.
+
+"Sie konnte leider nicht laenger verweilen," wandte sich Fraeulein Raimar an
+die junge Lehrerin, "mit dem Schnellzuge faehrt sie heute abend wieder
+fort."
+
+Die jungen Maedchen hatten die Damen dicht umringt und horchten auf jedes
+Wort. Sie haetten so "furchtbar" gern recht Ausfuehrliches ueber Lillis
+Mutter erfahren, die als "bedeutende Schauspielerin" ihre Gemueter lebhaft
+erregte und interessierte. Aber sie erfuhren nichts. Das Gespraech wurde
+abgebrochen und Fraeulein Raimar fuehrte die Wissbegierigen recht unsanft in
+die Wirklichkeit zurueck.
+
+"Wer hat den Tisch zu besorgen?" fragte sie. "Es ist Zeit, dass wir den
+Thee einnehmen."
+
+Ilse und Flora hatten heute dieses Amt. Letztere verliess sofort das
+Zimmer, um kurze Zeit darauf mit Ilse zurueckzukehren. Jede trug einen Stoss
+Teller, welchen sie auf einen Seitentisch stellten. Sie legten die
+Tischtuecher auf und fingen an, die Tafel zu decken.
+
+Vor wenigen Monaten hatte Ilse es fuer eine Unmoeglichkeit gehalten, dass sie
+je eine solche Beschaeftigung thun wuerde, - heute stand sie da in ihrer
+rosa Latzschuerze und besorgte alles so geschickt und manierlich wie irgend
+eine andre Pensionaerin.
+
+Manierlich und geschickt war sie freilich nicht immer gewesen und es hatte
+manche Muehe gekostet, ehe sie es so weit gebracht, bis sie ueberhaupt sich
+ueberwunden hatte, "Dienstbotenarbeiten" zu verrichten. Die gutmuetige
+Wirtschafterin konnte manches Lied ueber Ilses Widerspenstigkeit singen,
+manche unartige Antwort hatte sie derselben zu verzeihen.
+
+Einmal, als sie einen Teller mit Butterschnitten fallen liess und auch noch
+den Milchtopf umgestossen hatte, ermahnte sie die Wirtschafterin,
+vorsichtiger zu sein.
+
+"Nein," hatte sie trotzig geantwortet, "ich will nicht vorsichtiger sein,
+solche Arbeit brauche ich nicht zu thun."
+
+Aber sie nahm sich das naechste Mal doch mehr in acht, es war am Ende kein
+sehr angenehmes Gefuehl, von allen ausgelacht zu werden. Auch bemerkte sie,
+dass keine der Pensionaerinnen, selbst die ungrazioese Grete nicht, sich so
+einfaeltig benahm wie sie, die meisten verrichteten die kleinen haeuslichen
+Geschaefte mit Anmut und besonders mit einem freundlichen Gesichte, -
+sollte sie die einzig Dumme unter allen sein?
+
+Lilli erhielt ihren Tischplatz zwischen der Vorsteherin und Ilse. Waehrend
+der Mahlzeit belustigte sie die ganze Gesellschaft. Sie plauderte ganz
+unbefangen, gar nicht schuechtern und bloede. "Das macht," bemerkte Flora,
+"weil sie unter Kuenstlern gross geworden ist."
+
+"Du, Fraeulein, gieb mir noch a Gipferl, bitt' schoen. Ich hab' halt so
+grossen Hunger," rief sie ungeniert. Und als Fraeulein Guessow fragte,
+welches ihre Lieblingsgerichte seien, meinte sie: "Wianer Wuerstl und
+Sauerkraut."
+
+"Aber eine Mehlspeise wirst du doch lieber essen," meinte Fraeulein Raimar.
+
+"O nein! Mehlspeis' ess i gar nit gern - aber a gross Stueckerl Rindfleisch
+mit Gemues - das mag i!"
+
+Alles lachte. Selbst die Vorsteherin stimmte ein. Wer haette auch nicht mit
+Vergnuegen dem Geplauder der Kleinen zuhoeren sollen!
+
+Mit Lilli war ein andres Leben in die Pension gekommen. Alles drehte sich
+um sie, jeder wollte ihr Freude machen. Und wenn die Maedchen auch
+vermieden, ihr Schmeicheleien in das Gesicht zu sagen, so waren doch alle
+bemueht, ihr den Hof zu machen. Am gluecklichsten waren sie, wenn Lilli sich
+herabliess, ein kleines Volkslied zu singen. Ich sage herabliess, denn wenn
+sie nicht aufgelegt war, liess sie sich durch keine Bitten dazu bewegen. -
+Flora geriet jedesmal in Verzueckung, prophezeite Lilli eine grosse Zukunft
+und schwur darauf, dass sie einst mit ihrer vollen, weichen Stimme ein
+Stern erster Groesse am Theaterhimmel sein werde.
+
+Voll und weich war die Stimme nicht, Flora blickte einmal wieder durch
+ihre romantische Brille, aber es klang weh und traurig, wenn das Kind mit
+so ernsthafter Miene dastand und sang.
+
+"Sie ist furchtbar suess!" lispelte Melanie, als Lilli zum erstenmal {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kommt
+a Vogerl geflogen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} vortrug. "Sieh nur, Flora, wie melancholisch sie die
+Augen in die Ferne richtet."
+
+"Ja, melancholisch," wiederholte Flora langsam und pathetisch, "du hast
+recht. Weisst du, Melanie, es liegt so etwas Geheimnisvolles -
+Traumverlorenes in ihren samtnen, dunklen Mignonaugen, so etwas, das sagen
+moechte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du fade Welt, ich passe nicht fuer dich.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}"
+
+"Denn es kuemmert sich ka Katzerl - ka Hunderl um mi," schloss Lilli ihr
+Liedchen.
+
+"O wie reizend!" rief Nellie und klatschte in die Haende.
+
+"Wie kann man diese Worte reizend finden!" rief Flora entruestet. "Traurig
+- duester - das ist der rechte Ausdruck dafuer. Ein einsames, verlassenes
+Herz hat sie empfunden und welche Folterqualen mag es dabei erlitten
+haben."
+
+"O, das Herz ist eine sehr zaehe Ding, und doch waer' es manchmal besser,"
+deklamierte Nellie mit komischem Pathos, aber sie kam nicht weiter. Flora
+hielt ihr den Mund zu.
+
+"Du bist schaendlich - ganz abscheulich!" rief sie, "nie, nie wieder weihe
+ich dich in meine geheimsten Gedanken ein! Wie kannst du mein Vertrauen so
+missbrauchen?"
+
+ * * *
+
+Weihnachten rueckte heran und fleissig ruehrten sich aller Haende. Da wurde
+genaeht, gestickt, gezeichnet, Klavierstuecke wurden eingeuebt, um die Eltern
+oder die Angehoerigen liebevoll zu ueberraschen.
+
+Ilse hatte noch niemals den Vater oder die Mutter mit einer Arbeit
+erfreut. Zuweilen hatte sie eine kleine Arbeit angefangen, auf dringendes
+Zureden ihrer Gouvernanten, aber sie war nicht weit damit gekommen. Sie
+habe einmal kein Geschick dazu, behauptete sie, und dachte nicht daran,
+dass es ihr nur einfach an Geduld und Ausdauer mangele.
+
+"Was willst du deine Eltern geben?" fragte Nellie, die eifrig dabei war,
+einen sterbenden Hirsch in Kreide zu zeichnen, er sollte ein Geschenk fuer
+den Onkel in London werden, der sie im Institute ausbilden liess.
+
+"Ich habe noch nicht daran gedacht," entgegnete Ilse. "Meinst du, Nellie,"
+fuegte sie nach einigem Besinnen hinzu, "dass die Rose, die ich jetzt
+zeichne, dem Papa Freude machen wuerde?"
+
+"O sicher! Aber du musst sehr fleissig sein, mein klein' Ilschen, sonst wird
+die liebe Christfest kommen und du bist noch lang nicht fertig. Und was
+willst du deine Mutter geben?" fragte Nellie.
+
+"Meiner Mama?" Sie dehnte ihre Frage etwas in die Laenge. "Ich werde ihr
+etwas kaufen," sagte sie dann so obenhin.
+
+Nellie war nicht damit zufrieden. "Kaufen, das macht keine Freude!"
+tadelte sie. "Warum wollen deine Finger faul sein?"
+
+"Nellie hat recht," mischte sich Rosi in das Gespraech, die neben Ilse sass
+und an einer altdeutschen Decke arbeitete. "Deine Mama wird wenig Freude
+an einem gekauften Gegenstand haben."
+
+"Ich bin zu ungeschickt," gestand Ilse offen.
+
+"Wir werden dir helfen und dir alles gern zeigen," versprach Rosi. Und
+Fraeulein Guessow, die grade hinzutrat, benahm Ilse den letzten Zweifel.
+
+"Du kannst ein gleiches Naehkoerbchen, wie Annemie anfertigt, arbeiten, ich
+weiss bestimmt, es wird dir gelingen."
+
+Und es gelang wirklich, ja weit besser, als Ilse sich selbst zugetraut.
+Sie hatte eine kindliche Freude, als das Koerbchen so wohlgelungen in acht
+Tagen fix und fertig vor ihr stand.
+
+"Es sind noch vierzehn Tage bis Weihnachten," sagte sie zu Rosi, "und ich
+moechte noch etwas arbeiten, fuer Fraeulein Guessow und Fraeulein Raimar."
+
+"Und fuer meine Lori, bitt' schoen, meine gute Ilse!" bettelte Lilli, die
+gewoehnlich an den Mittwochnachmittagen im Arbeitssaale zugegen war und
+dann ihren Platz dicht bei Ilse waehlte, die sie, wie sie sich ausdrueckte,
+zum aufessen liebte. "Mein' Lori muss halt a neues Kleiderl haben," fuhr
+sie fort und hielt ihre Puppe in die Hoehe, "bescher' ihr eins zum heil'gen
+Christ. Schau, das alte da ist ja schlecht!"
+
+Natuerlich versprach Ilse, ihr diesen Herzenswunsch zu erfuellen, und zur
+Besiegelung drueckte sie dem kleinen Liebling einen Kuss auf die roten
+Lippen.
+
+"Ich habe eine famose Idee!" (famos war seit kurzer Zeit Modewort im
+Institute) rief Ilse am Abend desselben Tages aus, als sie mit Nellie
+allein war. "Ich kaufe fuer Lilli eine neue Puppe und kleide sie selbst an.
+Was meinst du dazu?"
+
+"O, das ist wirklich ein famos Gedanke," entgegnete Nellie, "aber lieb
+Kind, hast du auch an der viele Geld gedacht, die so ein' Puppe mit ihrer
+Siebensachen kostet? Wie steht's mit dein' Kasse?"
+
+"O, das hat keine Not, ich habe sehr viel Geld!" versicherte Ilse sehr
+bestimmt. Und sie nahm ihr Portemonnaie aus der Kommode und zaehlte ihre
+Schaetze.
+
+"Zwoelf Mark," sagte sie, "das ist mehr, als ich brauche, nicht?"
+
+"Sie sind ein sehr schlecht' Rechenmeister, mein Fraeulein," riss Nellie sie
+unbarmherzig aus ihrer Illusion, "ich mein', Sie reichen lang' nicht aus."
+
+Ilse sah die Freundin zweifelnd an. "Du scherzest," meinte sie, "zwoelf
+Mark ist doch furchtbar viel Geld?"
+
+"Reicht lang nicht!" wiederholte Nellie unerbittlich, "hoer zu, ich will
+dir vorrechnen:
+
+ 1) Ein Naehtischdecken fuer Fraeulein Raimar macht vier Mark,
+ 2) ein Arbeitstaschen fuer Fraeulein Guessow macht drei Mark,
+ 3) eine schoene Geschenk fuer die liebe Nellie und all die andren
+ junge Fraeulein - macht - sehr viele Mark.
+
+Wo willst du Geld zu der Puppen nehmen?"
+
+"Ach," fiel Ilse ihr ins Wort, "und unser Kutscher daheim und seine drei
+Kinder! - daran habe ich noch gar nicht gedacht!"
+
+Sie machte ein recht betruebtes Gesicht, denn sie hatte es sich gar zu
+reizend ausgedacht, wie sie Lilli ueberraschen wollte. Nun konnte es nichts
+werden.
+
+Nachdenklich sass sie einige Augenblicke, dann leuchteten ploetzlich ihre
+Augen freudig auf.
+
+"Halt!" rief sie aus, "ich weiss etwas! Heute abend schreibe ich an Papa
+und bitte ihn, mir Geld zu schicken. Er thut es, ich weiss es ganz
+bestimmt. Mein Papa ist ja ein zu reizender Papa!"
+
+"Und dein' Mutter?" fragte Nellie, "ist sie nicht auch ein' sehr guetiger
+Frau? Wie macht sie dich immer Freude mit die viel' schoene Sachen, die sie
+an dir schickt. Freust du dir sehr auf Weihnachten? Ja? Es ist doch schoen,
+die lieben Eltern wieder sehen."
+
+Ilse zoegerte mit der Antwort. Es fiel ihr ein, wie sie im Sommer ihrem
+Vater entschieden erklaert hatte, zum Christfest nicht in die Heimat zu
+reisen. Ihr Sinn hatte sich nicht geaendert. Noch hatte sie den Groll gegen
+die Mutter nicht ueberwunden. Trotzdem sie sich sagen musste und zuweilen
+auch ganz heimlich eingestand, wie noetig fuer ihr Wissen und ihre
+Ausbildung der Aufenthalt in einer tuechtigen Pension war, so hielt sie
+immer noch an dem Gedanken fest: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie hat mich fortgeschickt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ich werde hier bleiben," sagte sie, "ich will das Weihnachtsfest mit euch
+verleben."
+
+"Das ist famos!" rief Nellie entzueckt, "ich freue mir furchtbar, dass du
+nicht fortreisen willst! All unsre Freunde reisen auch nicht, und es ist
+so schoen hier, die heilige Christ. - Alles bekommt eine grosse Kiste von
+Haus, mit allen Bescherung und Schokolad' und Marzipan! - und die
+Christabend wird jede Kiste aufgenagelt, und ich helfe auspacken bald der
+eine, bald der andre."
+
+"Erhaeltst du keine Kiste?" fragte Ilse.
+
+"Du weisst ja - ich hab' kein' Eltern - wer sollte mir beschenken?"
+
+"Gar, gar nichts bekommst du?"
+
+Ilse konnte es nicht fassen.
+
+"Zu Neujahr schenkt mein Onkel fuer mir Geld, da kaufe ich mir, was ich
+notwendig habe."
+
+Ilse sah die Freundin schweigend an. Am Abend aber schrieb sie einen
+langen Brief in die Heimat, worin sie zuerst ihren Entschluss mitteilte,
+dass sie die Weihnachtstage mit den Freundinnen feiern moechte. Dann ging
+sie zu dem Geldmangel ueber und schilderte dem Papa mit vielen zaertlichen
+Schmeichelnamen ihre Not, und zuletzt gedachte sie mit warmen Worten
+Nellies. - "Noch eine dringende Bitte habe ich zum Schlusse," fuhr sie in
+ihrem Briefe fort, "an Dich, Mama," wollte sie schreiben, aber sie besann
+sich und schrieb: "an Euch, liebe Eltern. Meine Freundin Nellie ist
+naemlich die einzige in der Pension, die keine Weihnachtskiste erhalten
+wird. Sie ist eine Waise und steht ganz allein in der Welt. Ihr Onkel in
+London laesst sie zu einer Gouvernante ausbilden. Ist das nicht furchtbar
+traurig? Ach! und die arme Nellie ist noch so jung und immer so froehlich,
+ich kann mir gar nicht denken, dass sie eine Gouvernante wird! Es ist doch
+schrecklich, wenn man kein liebes Vaterhaus hat! - Nun wollt' ich Euch
+recht von Herzen bitten, Ihr moechtet die Geschenke, die Ihr mir zugedacht
+habt, zwischen mir und meiner Nellie teilen und zwei Kisten daraus machen.
+Bitte, bitte! Ihr schenkt mir stets so viel, dass ich doch immer noch genug
+habe, wenn es auch nur die Haelfte ist. Ich wuerde gewiss keine rechte Freude
+am heiligen Abend haben, wenn Nellie gar nichts auszupacken haette.
+
+Ihr hattet mir Erlaubnis gegeben, an den Tanzstunden nach Weihnachten
+teilnehmen zu duerfen, und du, liebe Mama, versprachst mir ein neues Kleid
+dazu, kaufe mir keins, mein blaues ist noch sehr gut und ich komme damit
+aus. Schenkt Nellie dafuer etwas - bitte, bitte!
+
+ [Illustration]
+
+Mit diesem _heissen_ Wunsche umarmt Euch
+
+ Eure
+ dankbare Ilse.
+
+_N. S._ Das Geld schicke nur recht bald, einziges Papachen, ich habe es
+furchtbar noetig."
+
+Umgehend erhielt denn auch Ilse das Gewuenschte. Der zaertliche Papa hatte
+in seiner Freude ueber die Herzensguete seines Kindes eine grosse Summe
+schicken wollen, Frau Anne hielt ihn davon zurueck. Sie stellte ihm vor,
+dass es fuer Ilse weit besser sei, wenn sie mit geringen Mitteln sich
+einrichten lerne und stets genuegsam bleibe.
+
+Ihr Wunsch, Weihnachten nicht in die Heimat zu kommen, wurde gern erfuellt,
+der Papa schrieb sogar, er lobe ihren verstaendigen Entschluss. Die weite
+Reise war im Winter nicht ratsam. Freilich werde er seinen Wildfang
+schmerzlich vermissen und es werde der Mama und ihm recht einsam sein,
+aber er wolle sich mit dem Gedanken troesten, dass das naechste Christfest
+desto schoener ausfallen werde. -
+
+Beinah kraenkte sie diese bereitwillige Zustimmung, indes sie kam zu keinem
+Nachdenken darueber, der Brieftraeger kam und brachte ihr dreissig Mark.
+
+"Dreissig Mark!" jubelte Ilse. "Nellie, nun sind wir reich! - Komm, lass uns
+gleich gehen und unsre Einkaeufe machen, ich kann die Zeit nicht erwarten."
+
+"O nein, Kind," entgegnete Nellie bedaechtig, "erst muessen wir ein langer
+Zettel aufschreiben mit alle Sachen, die wir kaufen werden. Wir muessen
+doch rechnen, was sie kosten."
+
+Daran hatte die lebhafte Ilse gar nicht gedacht. Ohne zu ueberlegen, wuerde
+sie blind drauf los gekauft und am Ende wieder nicht gereicht haben.
+
+Die beiden Maedchen machten sich nun daran, eine Liste aufzusetzen. Die
+noetigen Geschenke wurden aufgeschrieben und von der praktischen Nellie der
+ungefaehre Preis dahinter gesetzt. Als Ilse fuer die Kinder des Kutscher
+Johann ebenfalls Sachen zu kaufen aufschrieb, rief Nellie:
+
+"Halt! Du kannst von deine alte Sachen die Kutschermaedchen schenken, dann
+sparen wir Geld."
+
+"Ich habe nichts," meinte Ilse, "kaufen geht schneller."
+
+Nellie hatte sich bereits daran gemacht, in Ilses Kommode und auch im
+Schranke nachzusehen, um sich zu ueberzeugen, ob sie nichts faende.
+
+"Man muss sparen und nicht seine Geld aus die Fenster schmeissen."
+
+Und siehe da, es fand sich allerhand unter Ilses alten Sachen. Schuerzen,
+die sie nicht mehr trug, ein Kleid, das ihr zu eng und zu kurz geworden
+war, und zuletzt noch das vorjaehrige Pelzzeug, welches die guetigen Eltern
+durch neues, weit kostbareres ersetzt hatten.
+
+"Siehst du, Verschwender!" triumphierte Nellie. "Du weisst nicht deine
+grosse Schatze. Nun kaufen wir fuer dein' Kutscher ein Paar warme Handschuh
+und fertig ist die ganze Kutschergesellschaft."
+
+Die wenigen Wochen bis zum heiligen Abend vergingen in rasender Schnelle.
+Nellie und Ilse hatten neben so mancherlei andern Arbeiten auch noch die
+neue Puppe anzukleiden. Das war fuer Ilse eine schwere Aufgabe, und ohne
+ihre geschickte Freundin waere sie niemals damit zu stande gekommen.
+
+"Wie geschickt du bist, Nellie," sagte Ilse, als diese der Puppe das
+schottische Kleid anprobierte, "das hast du doch geradezu klassisch
+gemacht. Ich haette es wirklich nicht fertig gebracht."
+
+"Aber hast du niemals ein Kleid fuer dein' Puppen genaeht - oder eine Hut -
+oder ein Mantel?"
+
+"Nein," antwortete Ilse aufrichtig, "niemals! Ich habe an den toten
+Dingern mein Lebtag keine Freude gehabt. Viel lieber habe ich mit den
+Hunden gespielt."
+
+"Da ist kein Wunder, wenn du ein klein', dumm' Ding geblieben bist! Deine
+Hunde brauchen kein Kleid," lachte Nellie. "Nun musst du auf dein' alt'
+Tage naehen lernen, siehst du."
+
+Ilse lachte froehlich mit und bemuehte sich, das weisse Batistschuerzchen fuer
+die Puppe, an welchem sie rings herum Spitzen setzte, recht sauber und
+nett fertig zu bringen. - Einen Tag vor der Bescherung erhielten die
+erwachsenen Maedchen, denen es Vergnuegen machte, die Erlaubnis, die schoene,
+grosse Tanne auszuputzen. Das war ein Fest und fuer Ilse ganz und gar neu.
+Niemals hatte sie sich bis dahin selbst damit befasst, und sie kannte es
+nicht anders, als dass am Weihnachtsabend ein mit vielem kostbaren
+Zuckerwerk behangener Baum ihr hell entgegengestrahlt hatte, - hier lernte
+sie kennen, dass auch ohne Zuckerwerk derselbe herrlich zu schmuecken war.
+
+Nach dem Abendbrot, als die juengeren Maedchen und auch die Englaenderinnen,
+die kein Verstaendnis fuer das harmlose Vergnuegen hatten, zu Bett gegangen
+waren, begann das Werk.
+
+Orla brachte einen grossen Korb mit Tannenzapfen, selbst gesucht auf den
+Spaziergaengen im Walde, und setzte denselben auf die Tafel. Annemie
+stellte zwei Schaelchen mit Gummiarabikum daneben, in das eine schuettete
+sie Silber-, in das andre Goldpuder und ruehrte es mit einem Staebchen um.
+
+"Wer will mir helfen," rief Orla.
+
+"Ich! ich!" antwortete es von allen Seiten; nur Ilse schwieg, sie hatte
+keine Ahnung, was eigentlich mit den vielen grossen und kleinen
+Tannenzaepfchen geschehen solle. - Daheim verkamen dieselben unbeachtet im
+Walde. - Es sollte ihr bald kein Geheimnis mehr sein.
+
+Melanie und Rosi hatten die Pinsel ergriffen und fingen an, den
+unansehnlichen braunen Dingern ein goldenes oder silbernes Gewand zu
+geben. Und wie schnell das ging. Kaum hatten sie ein paarmal darueber
+gepinselt, so waren sie fertig.
+
+"Sieh nur, Rosi," rief Melanie aus und hielt einen vergoldeten Zapfen
+unter die Gaslampe, "ist der nicht furchtbar reizend? Wundervoll, nicht?
+Gleichmaessig, wirklich kuenstlerisch ist er vergoldet, kein dunkles
+Puenktchen ist an ihm zu sehen!" Und sie betrachtete das Prachtexemplar
+hoechst wohlgefaellig nach allen Seiten.
+
+Orla und Rosi hatten fleissig weitergepinselt und stillschweigend einen
+Tannenzapfen nach dem andern beiseite gelegt.
+
+"Du bist im hoechsten Grade langweilig mit deinem ewigen Selbstlobe,"
+tadelte Orla, "ich habe noch nie jemand kennen gelernt, der sich so
+vergoettert wie du. Pinsle lieber weiter und halte dich nicht bei unnuetzen
+Lobhudeleien auf."
+
+Melanie fuehlte sich sehr getroffen und erroetete. "Wie grob du bist, Orla!"
+sagte sie gereizt, "du hast freilich keinen Sinn fuer harmlose Vergnuegen."
+
+"Kinder!" unterbrach Fraeulein Guessow, die am andern Ende der Tafel sass und
+Aepfel und Nuesse vergoldete, "keinen Streit! Melanie, komm zu mir, du
+kannst mir helfen, und du Ilse, versuche einmal, ob du Melanies Stelle
+ersetzen kannst."
+
+Ilse liess sich das nicht zweimal sagen. Eilig griff sie zum Pinsel und
+flink und gesandt that sie ihre Arbeit. Orla war sehr zufrieden damit.
+
+"Nur nicht ganz so dick aufstreichen," mahnte sie, "sonst reichen wir
+nicht mit unsrem Gold- und Silbervorrat."
+
+Flora und Annemie fertigten Netze aus Goldpapier an. "Eine geisttoetende
+Arbeit," fluesterte Flora Annemie zu, "und ausserdem ohne jede Poesie. Warum
+die Tanne mit allerhand Tand aufputzen? Ist sie nicht am herrlichsten in
+ihrem duftigen, gruenen Waldkleide? - Lichter vom gelben Wachsstocke in ihr
+dunkles Nadelhaar gesteckt, - ein goldener Stern hoch oben auf ihrer
+schlanken Spitze, - schwebend - strahlend! - das nenn' ich Poesie!" -
+
+Hier hielt sich Annemie nicht mehr, sie bekam einen solchen Lachreiz, dass
+sie aufsprang und hinauslief, um sich draussen erst auszulachen.
+
+Dicht unter dem Baume standen Grete und Nellie. Letztere hoch auf einer
+Trittleiter, eine grosse Duete Salz in der Hand haltend. Die andre mit einem
+Leimtiegel in der Hand war ihr Handlanger. Das heisst, sie reichte Nellie
+den Pinsel zu, damit diese die Zweige mit dem Leim bestrich, bevor sie
+Salz darauf warf.
+
+"Jetzt bin ich eine grosse Sturmwind und mache der Baum voller Schnee,"
+scherzte Nellie.
+
+"Wirklich! - die Zweige werden weiss!" rief Ilse und verliess einen
+Augenblick ihre Arbeit, um sich das Schneetreiben genau anzusehen. "Das
+ist aber klassisch! Das gefaellt mir! Nein, das sieht zu reizend aus!"
+
+Freilich fiel ein grosser Teil Salz unter den Baum, indes Nellie liess sich
+die Muehe nicht verdriessen, immer wieder kehrte sie dasselbe zusammen und
+strich es mit der Hand dick auf den Leim.
+
+"Du alt' Baum wirfst sonst alles Schnee auf die Erde," meinte sie. "Aber
+das ist schlechte Arbeit, alle meiner Finger kleben."
+
+Rosi trat jetzt auch an den Baum heran, um ihn mit den glaenzenden
+Tannenzapfen zu schmuecken. Sie sah heute ganz anders aus als sonst. Ihre
+sonst so gleichmaessigen Zuege trugen den Ausdruck froher Erwartung, ihre
+milden Augen strahlten und rosig waren ihre Wangen angehaucht.
+
+"O du selige, o du froehliche Weihnachtszeit," summte sie mit ihrer
+frischen Stimme leise vor sich hin, und Fraeulein Guessow rief ihr zu:
+
+"Singe nur laut heraus, Rosi, das bringt uns bei unsrer Arbeit so recht in
+die echte Weihnachtsstimmung."
+
+"Wir wollen alle singen!" riefen Grete und Annemie, "bitte, Fraeulein
+Guessow!"
+
+"Meinetwegen, aber huebsch gedaempft, Kinder, damit die Kleinen nicht davon
+erwachen."
+
+Und nun erklang aus den jugendlichen Kehlen das schoene Lied vierstimmig. -
+- Die junge Lehrerin senkte den Kopf herab, - der Gesang stimmte sie
+traurig. Ihre Kindheit - ihre erste Jugendzeit stand mit einemmal lebendig
+vor ihrer Seele. - - Was hatte sie gehofft - - und wie hatten sich ihre
+Traeume erfuellt! - - Durch ihre eigne Schuld! -
+
+Mitten im Gesange wurde ploetzlich die Thuer geoeffnet und Fraeulein Raimar,
+begleitet von Herrn Doktor Althoff, trat herein. Sie hatten soeben eine
+notwendige Besprechung in der Vorsteherin Zimmer beendet.
+
+Das war eine Ueberraschung, die niemand vermutet hatte. Der Gesang
+verstummte und die Maedchen wurden mehr oder weniger verlegen, als der
+Gegenstand ihrer stillen Verehrung so unerwartet vor ihnen stand. Flora
+erroetete bis an die Haarwurzeln.
+
+"Nun, warum singt ihr nicht weiter, Kinder?" fragte die Vorsteherin. "Lasst
+euch nicht stoeren durch unsre Gegenwart."
+
+Aber es wollte nicht wieder so recht in Zug kommen. Orla setzte zwar ein,
+aber falsch, sie war sehr wenig musikalisch. - Annemie musste ueber den
+Misston lachen, und da Lachen ansteckt, - stimmten die uebrigen ein.
+
+ [Illustration]
+
+"Was machen Sie denn, Miss Nellie?" fragte Doktor Althoff und trat auf sie
+zu. "Warum verstecken Sie Ihre Haende so aengstlich?"
+
+Er laechelte sie an. Flora warf einen verstohlenen Blick auf ihn, und bevor
+sie sich zur Ruhe legte, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+"Er hat sie angelaechelt! Beneidenswerte Nellie! - Bezaubernd - hinreissend
+- sah er in diesem Augenblicke aus! Die geistvollen, dunklen Augen
+spruehten Feuer - um die schmalen Lippen zuckte es sarkastisch - wunderbare
+Perlenzaehne schimmerten durch den dunkelblonden Bart. - Aber Nellie ist
+kokett! Leider! - Dieser Augenaufschlag!" -
+
+"O," entgegnete Nellie hoechst verlegen, "ich habe die Finger verklebt mit
+der haessliche Leim!" und schnell lief sie hinaus, um sich gruendlich zu
+reinigen. Doktor Althoff sah ihr wohlgefaellig nach.
+
+"Nellie spricht doch sehr schlecht deutsch," bemerkte Flora etwas
+spoettisch, "ich begreife das eigentlich nicht. Ein Jahr ist sie bereits in
+der Pension und wie falsch drueckt sie sich noch immer aus."
+
+Sie hatte ihre Bemerkung so laut gemacht, dass der junge Lehrer sie hoeren
+musste.
+
+"Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen, Flora," entgegnete er, "und
+ich muss gestehen, Nellie hat in dem einen Jahre schon sehr gute
+Fortschritte gemacht. Uebrigens klingen die kleinen Schnitzer, die sie
+zuweilen macht, ganz allerliebst und naiv, - wir wollen sie nicht deshalb
+verdammen."
+
+Fraeulein Raimar blickte etwas erstaunt auf den Sprechenden, der sich so
+warm Nellies annahm. Vielleicht fand sie seine Entschuldigung in Gegenwart
+der uebrigen Maedchen nicht ganz passend.
+
+"Es ist sehr spaet, Kinder," unterbrach sie das Thema, "wollt ihr nicht fuer
+heute aufhoeren und morgen in eurer Arbeit fortfahren?"
+
+Aber die Maedchen baten so sehr, heute schon ihr Werk vollenden zu duerfen,
+dass sie die Erlaubnis erhielten. Zu Floras Aerger, welche die Zeit nicht
+abwarten konnte, bis sie die vielen grossartigen Gedanken, die in ihrem
+Kopfe spukten, erst schwarz auf weiss vor sich hatte.
+
+Fraeulein Raimar und Doktor Althoff entfernten sich und Nellie trat gleich
+darauf wieder in das Zimmer. Flora konnte nicht umhin, ihr einen kleinen
+Seitenhieb zu versetzen.
+
+"Warum verstecktest du deine Haende auf dem Ruecken?" fragte sie. "Ich fand
+das furchtbar komisch von dir. Du dachtest wohl, Doktor Althoff wolle dir
+die Hand geben?"
+
+Die arme Nellie war ueber diesen Angriff so erschrocken, dass sie nicht
+darauf antworten konnte. Aber Ilse half ihrer Freundin aus der
+Verlegenheit.
+
+"Ich finde nichts Komisches darin, Flora," sagte sie lustig, "wenn Nellie
+nicht gern beschmutzte Finger sehen lassen will; aber dass du ihr deine
+eignen Gedanken zutraust, das finde ich komisch! - Ja, ja, Florchen, du
+bist erkannt!"
+
+Flora erroetete, aber sie war klug und antwortete nur mit einem
+wegwerfenden Achselzucken. -
+
+Alle Vorbereitungen waren zu Ende. Die Maedchen trugen Ketten, Netze, kurz
+allen Schmuck herbei, um den Baum zu behaengen.
+
+Wie er sich fuellte! Wie festlich geschmueckt er bald dastand! Ilse
+bewunderte hauptsaechlich die glaenzenden Tannenzapfen, die sich zwischen
+den dunklen Nadeln ganz herrlich ausnahmen.
+
+"Wie ein Maerchenbaum!" rief sie froehlich, und "Baeumchen ruettle dich und
+schuettle dich!" setzte sie uebermuetig hinzu.
+
+"O, nein!" rief Nellie in komischem Ernste, "nicht schuettle und ruettle
+dir, Baumchen, es fallt sonst all der Salz von deiner Nadel und ich muss
+mir noch einmal die Finger zerkleben."
+
+"Nie in meinem Leben sah ich einen so schoenen Christbaum!" erklaerte Ilse.
+
+"Wir sind noch nicht fertig, Ilse," entgegnete Fraeulein Guessow, "bald
+haette ich das Gold- und Silberhaar vergessen." - Und nun begann sie feine
+Faeden rings um den Baum zu spinnen.
+
+"Wie schoen! wie schoen!" jubelte Ilse und schlug wie ein Kind vor Freude in
+die Haende. Dann nahm sie Nellie in den Arm und tanzte mit ihr um den Baum.
+
+"Du wirst mit deiner lauten Freude die Schlafenden aufwecken," ermahnte
+Fraeulein Guessow; aber sie sah Ilse mit inniger Teilnahme an. - Es gab eine
+Zeit, wo auch sie so froehlich hinausgejubelt hatte in die Welt, - bis der
+Sturm kam und ihr die Bluete des Frohsinns abstreifte und verwehte. -
+
+"Geht nun zu Bett, Kinder," bat sie, "aber leise, hoert ihr? Gute Nacht!"
+
+"Gute Nacht, gute Nacht!" rief es zurueck und Ilse setzte hinzu: "Ach,
+Fraeulein! Wenn es doch erst morgen waere!" -
+
+Das war ein Leben am andern Tage! Die Maedchen waren ganz ausser Rand und
+Band. Ilse war ausgelassen froehlich und Nellie stand ihr darin bei.
+Annemie lachte ueber jede Kleinigkeit, ja selbst Rosi, die stets
+Vernuenftige, machte heute eine Ausnahme und schloss sich der allgemeinen
+Stimmung an. Als Flora ein selbstgedichtetes Weihnachtslied zum besten
+gab, und die ganze uebermuetige Schar sie dabei auslachte, lachte Rosi mit,
+- nur als Nellie an zu necken fing, bat sie sanft:
+
+"Bitte, Nellie, nicht spotten! Wir haben die arme Flora schon genug
+gekraenkt, als wir sie auslachten."
+
+Melanie und Grete waren die einzigen, die eine leise Verstimmung nicht
+unterdruecken konnten. Sie hatten gehofft, Weihnachten zu Hause verleben zu
+koennen, und waren enttaeuscht, als die Eltern ihnen nicht die Erlaubnis
+gaben, weil sie es nicht passend fanden, dass junge Maedchen allein eine so
+weite Reise machten.
+
+Melanie fand diesen Grund geradezu furchtbar kraenkend. "Als ob ich noch
+ein Kind waere!" sprach sie aergerlich zu Orla. "Ich bin siebzehn Jahre alt!
+Und doch wahrhaftig alt und verstaendig genug, uns beide zu schuetzen!"
+
+"Aber du bist huebsch," entgegnete die Angeredete mit leichter Ironie, "und
+das ist gefaehrlich. Denk' einmal, wenn dir unterwegs ein Abenteuer
+begegnete! Das waere doch furchtbar schrecklich!"
+
+"Ich bitte dich, Orla, verschone mich mit deinen albernen Spoettereien!"
+wehrte Melanie entruestet ab. Aber sie fuehlte sich doch in ihrem Inneren
+geschmeichelt, die kleine Eitelkeit.
+
+"Du hoerst es ja doch gern, Herzchen," lachte Orla. "Warum auch nicht?
+Huebsch zu sein ist ja keine Schande, - besonders wenn man so wenig eitel
+ist wie du! Uebrigens troeste dich mit uns, wir sind ja fast alle
+zurueckgeblieben, bis auf die wenigen Pensionaerinnen, die in der
+Nachbarschaft wohnen, und die vier Englaenderinnen, die Miss Lead wieder
+zurueck in ihre Heimat bringt. - Stoere nicht unsre froehliche Laune durch
+ein verstimmtes Gesicht. Sieh doch nur Lilli an, - kannst du bei dem
+Anblicke so seliger Freude noch missmutig sein?"
+
+Das Kind lief naemlich von einer zur andern, treppauf, treppab und fragte
+jede Viertelstunde, ob es noch nicht dunkel wuerde, und ob das liebe
+Christkindl noch nit bald kaem. -
+
+Endlich, endlich brach der Abend herein. Die Vorsteherin und Fraeulein
+Guessow verweilten schon seit zwei Uhr in dem grossen Saale, und in einer
+Klasse, die dicht daneben lag, sassen erwartungsvoll die Pensionaerinnen.
+Natuerlich im Dunkeln, denn Licht durfte vor der Bescherung nicht
+angesteckt werden.
+
+Lilli fuehlte sich etwas unheimlich in der Finsternis. Sie kletterte auf
+Ilses Schoss und schlang den Arm um ihren Hals.
+
+"Kommt denn das Christkindl noch nit bald?" fragte sie wieder. "Schau, es
+ist halt schon stockfinster."
+
+"Nun bald," troestete Ilse und drueckte Lilli zaertlich an sich. Das
+Anschmiegen des Kindes that ihr so wohl und seine Liebe machte sie so
+gluecklich. "Bald kommt das Christkind, ach, und wie schoen wird das sein! -
+Soll ich dir ein Maerchen erzaehlen, damit dir die Zeit schneller vergeht?"
+
+"Bitt schoen! Vom Hansel und Gretel!"
+
+Ilse hatte indes kaum begonnen "es war einmal", als Lilli ihr den Mund
+zuhielt.
+
+"Nit weiter!" unterbrach sie, "ich mag das heut nit hoeren! Ich muss immer
+an das Christkindl denken. Kennst du das liebe Christkindl, Ilse? Hast
+du's schon g'schaut?"
+
+"Nein," sagte Ilse, "gesehen habe ich es noch niemals. Niemand kann es
+sehen, es wohnt nicht auf der Erde."
+
+"Wohnt es im Himmel?" fragte Lilli. "Schau, da moecht' ich halt auch
+wohnen, da ist's schoen, nit? Da singen die lieben Englein, und die lieben
+Englein, die wohnten frueher auf der Erde, das waren die artigen Kinder,
+nit? - Der liebe Gott hat sie in sein Himmelreich geholt, nit wahr, Ilse?"
+
+Die Worte des Kindes riefen sentimentale Ahnungen in Flora hervor, sie war
+auch im Begriff, dieselben auszusprechen, als Nellie ihr das Wort
+abschnitt.
+
+"Was schwatzt der kleine Kind fuer Zeug?" sagte sie und streichelte
+liebkosend Lillis Hand. "Wo hast du dies gehoert? Keiner Mensch hat noch in
+der Himmel geschaut."
+
+"Aber die Mama hat's gesagt, - sie weiss es, nit wahr, Ilse?" rief Lilli
+heftig.
+
+Die gab ihr keine Antwort darauf, sie versuchte, das Kind auf andre
+Gedanken zu bringen.
+
+"Moechtest du wieder zu deiner Mama?" fragte sie.
+
+"Nein," entgegnete Lilli, "ich bleib' lieber bei euch. Die Mama kuemmert
+sich halt so wenig um mich, sie hat kein' Zeit. Sie muss immer studieren,"
+setzte sie altklug hinzu. "Alle Abend geht sie ins Theater."
+
+"Denn es kuemmert sich ka Katzerl - ka Hunderl um mi!" recitierte Flora
+schwaermerisch.
+
+"Komm zu mir, Lilli," bat Melanie, "ich will dir eine herrliche
+Weihnachtsgeschichte erzaehlen."
+
+"Bitt', bitt', lass mich bei Ilse bleiben, Melanie, ich will ganz gewiss
+recht genau zuhoeren auf dein G'schicht."
+
+Und waehrend Melanie ihre Erzaehlung zum besten giebt, wollen wir einen
+Blick in den Weihnachtssaal werfen.
+
+Die beiden Damen waren so ziemlich fertig mit ihrer grossen Arbeit.
+Fraeulein Guessow war dabei, noch einige versiegelte Pakete auf verschiedene
+Plaetze zu verteilen. Es waren in denselben die Geschenke enthalten, welche
+die junge Welt sich untereinander bescherte. Der Name der Empfaengerin war
+darauf geschrieben, die Geberin musste erraten werden.
+
+Fraeulein Raimar stand neben dem Gaertner, der eifrig beschaeftigt war, die
+angekommenen Kisten zu oeffnen, die Deckel wurden lose wieder darauf
+gelegt, denn das Auspacken besorgten die Empfaengerinnen selbst.
+
+Nur mit Lilli wurde eine Ausnahme gemacht, Fraeulein Raimar packte deren
+Kiste aus und schuettelte den Kopf, als sie damit beschaeftigt war.
+
+"Sehen Sie nur den Tand, liebe Freundin," sagte sie. "Nicht ein
+vernuenftiges Stueck finde ich dabei. Zwei weisse Kleider, so kurz, dass sie
+dem Kinde kaum bis an die Knie reichen, aber schoen gestickt, hier eine
+breite rosa Atlasschaerpe, ein kleiner Hermelinmuff, ein Paar feine
+Saffianstiefel und eine Puppe im Ballstaat. Und vieles Zuckerwerk - das
+ist alles! Warme Struempfe und eine warme Decke, um die ich so sehr
+gebeten, und die dem Kinde so noetig sind, - sie fehlen ganz."
+
+"Hier scheint ein Brief fuer Sie zu sein," sagte Fraeulein Guessow und nahm
+ein duftiges rosa Billet von der Erde auf. Wahrscheinlich war dasselbe aus
+dem Muff gefallen, den die Vorsteherin noch in der Hand hielt. Sie erbrach
+das an sie gerichtete Schreiben und las wie folgt:
+
+
+
+
+
+
+"Ich ersuche Sie freundlich, meiner Lilli die Kleinigkeiten unter den Baum
+zu legen. Hoffentlich ist das liebe Herzl recht gesund. Nun ich hab halt
+nit noetig, mich zu sorgen, weiss ich doch das goldene Fischel in so gute
+Haend! - Wollne Struempf und a Jackerl hab i halt nit mitgeschickt, i wuensch
+das Kind nit zu verwoehnen. Es soll immer a weiss Kleiderl anziehn, - Hals
+frei und Arme frei, - so ist sie's gewohnt, und dabei moecht ich's halt
+lassen.
+
+Geben Sie mein Herzblatterl tausend Schmazerl, und dass es die Mama nit
+vergisst!
+
+Mit dankbaren Gruessen verbleib ich
+
+ Ihre
+ ergebene _Toni Lubauer_."
+
+
+
+
+
+
+"Weisse Kleider und duenne Struempfe!" wiederholte Fraeulein Raimar
+kopfschuettelnd. "Es ist gut, dass wir fuer einiges gesorgt haben, ich koennte
+es nicht vor mir selbst verantworten, das kleine Ding so durchsichtig und
+wenig bekleidet zu sehen."
+
+Die junge Lehrerin stimmte bei und warf einen recht befriedigten Blick auf
+all die schoenen und nuetzlichen Sachen, die auf Lillis Tischchen aufgebaut
+lagen.
+
+Der Gaertner war mit seiner Arbeit fertig und hatte das Zimmer verlassen -
+die Damen zuendeten die Lichter des Baumes an, und als auch das geschehen
+war, ergriff die Vorsteherin eine silberne Klingel und laeutete.
+
+Wie mit einem Zauberschlage flogen die Fluegelthueren auf und die junge
+Schar stuermte herein.
+
+Einen Augenblick standen sie wie geblendet da. So ploetzlich aus der
+Dunkelheit in das helle Licht, - der Kontrast war fast zu grell.
+
+Lilli besonders stand wie gebannt da und hielt Ilses Hand krampfhaft fest.
+
+"Komm," redete Fraeulein Raimar sie an, "ich will dich an deinen Tisch
+fuehren, du bist ja ganz stumm geworden."
+
+Als das Kind vor seiner Bescherung stand, kehrte seine Lebhaftigkeit
+zurueck.
+
+"Die schoene Puppe!" rief es entzueckt und schlug die Haendchen zusammen.
+
+"Die ist aber halt zu schoen! Meine alte Lori ist lang nit so suess! - Und
+ein Strohhueterl hat sie auf - ach Gotterl! und die langen Zopferl! Und ein
+Schultascherl tragt sie am Arm! Bitt schoen, Fraeulein, darf ich sie in die
+Hand nehmen? Ich moecht sie ganz nah anschaun! Bitt schoen, erlaube mir's!"
+
+Fraeulein Raimar erfuellte gern die Bitte des Kindes, das behutsam sein
+Pueppchen in den Arm nahm.
+
+"Sie kann die Augerl schliessen!" fuhr dasselbe fort. "Schau, Fraeulein, sie
+will schlafen!" Das Kind war ganz ausser sich vor Entzuecken bei dieser
+Entdeckung und hielt sein Plappermaeulchen nicht einen Augenblick still.
+"Meine Lori hat die Aeugerl immer auf, sie kann nit schlafen, nit wahr,
+Fraeulein? Die ist dumm, lang nit so gescheit wie diese. - Hast du mir die
+Puppe geschenkt, Fraeulein?"
+
+"Nein," entgegnete diese, die sich an Lillis jubelnder Freude erquickte.
+"Ilse und Nellie haben sie dir angezogen. Aber sieh einmal, hier hast du
+noch eine Puppe, die hat dir deine Mama geschenkt."
+
+Kaum einen Blick hatte sie fuer die kostbare Balldame. "Die ist mir zu
+geputzt," sagte sie, "die kann ich doch nit in das Bett legen! Die kann
+mein Kind nit sein!" - Und mit der Puppe im Arme lief sie zu Ilse, um sich
+zu bedanken.
+
+Diese aber war sehr beschaeftigt. Sie packte ihre Kiste aus und hatte nicht
+Zeit, an etwas anderes zu denken. "Spaeter, Liebling," sagte sie, und
+fertigte die Kleine mit einem fluechtigen Kuss ab. - Soeben hielt sie einen
+praechtigen rosa Wollstoff in der Hand und Nellie stand neben ihr und
+bewunderte denselben lebhaft.
+
+"O wie suess!" rief sie. "Wie von Spinnweb so fein! Und wie er dir kleidet,"
+fuhr sie fort und hielt den Stoff der Freundin an, "das wird ein schoen'
+Tanzstundenkleid! Du wirst dir wie eine Fee darin machen!"
+
+Ilse aber war gar nicht recht vergnuegt ueber das kostbare Geschenk, es
+malte sich sogar etwas wie Enttaeuschung in ihren Zuegen. Warum mochten die
+Eltern ihre Bitte nicht beruecksichtigt, ja nicht einmal eine Antwort
+darauf gegeben haben?
+
+Und Nellie war so gut - so neidlos teilte sie ihre Freude.
+
+So mochte auch Fraeulein Guessow denken, die naeher getreten war. Sie legte
+den Arm um Nellies Schulter und fragte: "Warum packst du nicht deine
+eigene Kiste aus?"
+
+"Meine Kiste?" wiederholte Nellie. "O Fraeulein, Sie spassen! Fuer mir giebt
+es das nicht!"
+
+Ilse horchte auf. Einen schnellen, fragenden Blick warf sie der jungen
+Lehrerin zu und diese antwortete mit einem geheimnisvollen Laecheln.
+
+"Wer weiss!" fuhr sie fort, "sieh einmal nach, vielleicht hat eine guetige
+Fee dir etwas beschert."
+
+Ilse erhob sich schnell aus ihrer knieenden Stellung und nahm die Freundin
+unter den Arm. "Komm," sagte sie, "wir wollen suchen."
+
+Kiste an Kiste stand da in der Reihe, jede indes war bereits in Besitz
+genommen, Ilses Auge aber flog voraus. Sie hatte am Ende des Saales eine
+herrenlose Kiste entdeckt, dorthin zog sie Nellie.
+
+Und richtig, da stand mit grossen Buchstaben auf dem Deckel: "An Miss Nellie
+Grey." - Es war kein Zweifel, die Adresse lautete an sie.
+
+"O, was ist dies!" rief Nellie ueberrascht und ihre Wangen roeteten sich,
+"wer hat an mir gedacht? Ist es gewiss fuer mir?"
+
+"Ja, sie ist wirklich fuer dich," versicherte Ilse strahlend, denn nun
+hatte sie erst die echte Weihnachtsfreude, "nimm nur den Deckel hoch."
+
+Immer noch etwas zoegernd folgte Nellie dieser Aufforderung. Welche
+Ueberraschung! Da lag obenauf ein gleicher Stoff in blassblau, wie sie
+soeben denselben in rosa bei Ilse bewundert.
+
+Und wie sie nun weiter auspackten, jetzt eine jede ihre eigene Kiste, da
+hielten sie sich jubelnd stets die gleichen Herrlichkeiten entgegen. Bald
+war es eine gestickte Schuerze, dann kamen farbige Struempfe an die Reihe,
+Handschuhe, sogar die Korallenkette, die schon lange ein sehnlicher Wunsch
+Ilses war, fehlte bei Nellies Bescherung nicht. Auch die vielen Leckereien
+waren gleichmaessig verteilt.
+
+Ilse hatte in einem Karton mit Briefpapier einen langen zaertlichen Brief
+der Eltern gefunden und als Nellie den ihrigen oeffnete, lag auch fuer sie
+ein kleines Briefchen darin.
+
+
+
+
+
+
+"Meine liebe Nellie," schrieb Ilses Mama, "ich darf Sie doch so nennen als
+meiner Ilse liebste Freundin? Mein Mann und ich moechten Ihnen so gern
+einen kleinen Beweis geben, wie dankbar wir Ihnen sind fuer die Liebe und
+Freundschaft, die Sie stets unsrem Kinde zu teil werden liessen. Zwei
+Freundinnen aber muessen auch gleiche Freuden haben - und mit diesem
+Gedanken bitten wir Sie herzlich, den Inhalt der Kiste freundlich
+anzunehmen.
+
+Mit dem aufrichtigen Wunsche, dass Sie auch fernerhin unsrer Ilse eine
+treue Freundin bleiben moegen, gruesst Sie herzlich
+
+ _Anne Macket_."
+
+
+
+
+
+
+Nellie fiel Ilse um den Hals und vermochte kein Wort hervorzubringen. Die
+Ruehrung schnuerte ihr die Kehle zu - Thraenen waren seltene Gaeste bei unsrer
+Nellie. Das fruehverwaiste Maedchen, das sich von klein auf stets bei
+Verwandten herumdruecken musste, dem das Sonnenlicht der elterlichen Liebe
+fehlte, hatte das Weinen beinah verlernt. Wer haette auch auf seine Thraenen
+achten sollen?
+
+"Dein Mutter ist ein Engel!" brachte sie endlich, so halb unterdrueckt,
+heraus. "Wie soll ich sie fuer alles danken?"
+
+"Ja, meine Mama ist sehr gut!" bestaetigte Ilse, und zum erstenmal stieg
+ein warmes, zaertliches Gefuehl fuer dieselbe in ihrem Herzen auf.
+
+Fuer sentimentale Stimmungen waren Ilse und Nellie indes nicht angethan,
+und als erstere ein Stueck Marzipan der Freundin in den Mund steckte, war
+die Ruehrung zu Ende. Thraenenden Auges verzehrte es Nellie, und dieser
+Anblick kam Ilse so possierlich vor, dass sie lachen musste, - natuerlich
+stimmte Nellie ein.
+
+"Seid ihr fertig, Kinder? Habt ihr alle eure Kisten ausgepackt!" rief
+Fraeulein Raimar und unterbrach das Gewirr von Stimmen, das laut und
+lebhaft durcheinander klang.
+
+"Ja, ja!" rief es zurueck und nun beeiferte sich eine jede, die heimatliche
+Bescherung vorzuzeigen, und die Vorsteherin blickte in lauter freudig
+erregte und zufriedene Gesichter. Nur Flora sah etwas enttaeuscht aus. Sie
+hatte anstatt "Jean Pauls Werke", die sie sich so gluehend gewuenscht,
+"Schlossers Weltgeschichte" erhalten mit dem Versprechen vom Papa, dass,
+wenn sie erst reifer fuer solche Lektuere sei, sie dieses Werk erhalten
+werde.
+
+Reifer! Es klang ihr wie bittrer Hohn. Sie fuehlte sich mit ihren sechzehn
+Jahren schon so ueberreif, dass sie selbst poetische Werke in das Leben rief
+- und sie - sie sollte nicht "Jean Paul" lesen!
+
+Nachdem die Geschenke der Eltern auf eine leer gelassene Tafel aufgebaut
+waren, und nachdem die Maedchen auch diejenigen der Lehrerinnen in Empfang
+genommen hatten, kamen endlich die versiegelten und verpackten
+Ueberraschungen an die Reihe.
+
+Da kamen denn allerhand drollige Dinge zum Vorschein und der Jubel und das
+Lachen wollten kein Ende nehmen.
+
+Flora hatte soeben einen langen, blauen Strumpf aus zahllosen Papieren
+herausgewickelt und hielt ihn hoch in der Hand. Etwas verwundert drehte
+sie diese wunderbare Gabe nach allen Seiten, die ironische Anspielung fiel
+ihr nicht sogleich ein.
+
+"Ein Strumpf?" fragte sie, "was soll ich damit?"
+
+"Er ist dein Wappen, lieber Blaustrumpf," belehrte sie Orla. "Die Idee ist
+wirklich famos!"
+
+"Er ist von dir!" beschuldigte sie Flora.
+
+"Leider nein," entgegnete Orla.
+
+Annemie lachte so laut und herzhaft, dass sie sich als die Geberin verriet.
+
+"Bist du mir boese, Flora?" fragte sie gutmuetig.
+
+ [Illustration]
+
+Sonderbare Frage! Ganz im Gegenteil, Flora fuehlte sich hoechst
+geschmeichelt, dass man sie zu den Blaustruempfen zaehlte. Der gestickte
+Schlips, den Annemie in den Strumpf versteckt hatte, erfreute sie nicht
+halb so wie die dichterische Anerkennung. - In bester Stimmung loeste sie
+jetzt den Bindfaden von einem Pappkasten. Derselbe war eng damit
+umschnuert. Auf dem Deckel war ein Weinglas gemalt und mit grossen
+Buchstaben stand "Vorsicht" daneben geschrieben.
+
+Ganz behutsam nahm sie denn auch den Deckel ab, warf die Papierschnitzel
+heraus und fand in feines Seidenpapier eingeschlagen ein zerbrochenes Herz
+von Bisquit!
+
+"Wie abscheulich von dir, Nellie!" rief sie gekraenkt und wandte sich
+sofort an die richtige Adresse. Das Herz warf sie achtlos beiseite.
+
+"Nicht so hitzig, Flora," riet Grete, "sieh doch das zerbrochene Herz erst
+naeher an."
+
+Zoegernd entschloss sie sich dazu, und als sie ein reizendes, kleines
+Toilettekissen hoechst kuenstlich verborgen entdeckte, soehnte sie sich
+einigermassen mit der boesen Nellie aus.
+
+Aber nicht Flora allein, auch all die uebrigen mussten manche kleine
+Neckerei in den Kauf nehmen, so manche schwache Seite wurde an das
+Tageslicht gefoerdert und schonungslos gegeisselt. Die Vorsteherin wachte
+darueber, dass diese Reibereien stets in den Grenzen des Scherzes blieben;
+im allgemeinen hielt sie dieselben fuer ein gutes Mittel, sich gegenseitig
+auf die Fehler aufmerksam zu machen, es half oft mehr als alle ernsten
+Ermahnungen.
+
+Nellie stand vor einem grossen Berg Esswaren, die sie aus ihren Paketen, in
+welchen sie ausser einem kleinen Geschenke immer noch nebenbei allerhand
+Suessigkeiten fand, herausgewickelt hatte.
+
+Schokolade, Marzipan, Apfelsinen, Rosinen und Mandeln, Lebkuchen, und in
+einem reizenden Kasten von Porzellan zwei saure Gurken. Diese waren eine
+besondere Lieblingsspeise von ihr.
+
+Sie lachte und fragte, ob sie ein so hungrig Maedchen sei. "O, da ist ja
+noch ein Paket," fuhr sie fort, "was fuer ein leckerer Bissen wird wohl
+darin sein?"
+
+Aber sie irrte sich, diesmal kam ein Buch zum Vorschein und wie sie es
+aufschlug, las sie auf dem Titelblatte: "Deutsche Grammatik." Ein Blatt
+Papier mit einem kleinen Gedichte lag dabei. Nellie las es vor.
+
+ "Lerne fleissig die deutsche Sprache -
+ Willst du begreifen holde Poesie.
+ Dies Buch ist einer Verkannten Rache,
+ Die du verstanden hast noch nie!"
+
+"Flora!" rief Nellie. "Du hast mir mit deine edle Rache sehr beschaemt! Ich
+werde lernen aus dieser Buch und dir verstehen! - Komm, gieb dein' Hand,
+ich verspreche dich, dass ich nie wieder dein' holde Poesie auslachen will,
+und wenn sie voll lauter zerbrochene Herzen ist." -
+
+Orla hatte unter anderm einen Klemmer erhalten und - o Schrecken! auch ein
+Etui mit Cigaretten. Fraeulein Raimar stand neben ihr und sah das
+verraeterische Ding.
+
+"Was ist denn das?" fragte sie. "Ich will nicht hoffen, Orla, dass du wie
+eine Emanzipierte rauchst! Du wuerdest mich sehr erzuernen, wenn das der
+Fall waere. Doch," unterbrach sie sich, "wie komme ich dazu, einen Scherz
+fuer Ernst zu nehmen, am Weihnachtsabend sind dergleichen Witze erlaubt."
+Leiser und nur fuer die Russin vernehmbar setzte sie hinzu: "Ich habe das
+feste Vertrauen zu dir, dass du niemals rauchen wirst!"
+
+Die Angeredete schwieg und senkte die Augen. Der Tadel traf die Wahrheit,
+sie hatte wirklich manchmal im Verborgenen eine Cigarette geraucht. War es
+doch in ihrer Heimat nichts Auffallendes, wenn eine Dame sich ein kleines
+Rauchvergnuegen machte.
+
+Innerlich schalt sie die Pedanterie der Deutschen, der sie eine so
+harmlose Freude zum Opfer bringen musste, denn niemals wuerde es ihre
+Wahrheitsliebe gestattet haben, gegen das Verbot der Vorsteherin zu
+suendigen, - mit einiger Ueberwindung reichte sie derselben die Cigaretten.
+
+"Bitte, bewahren Sie mir dieselben," bat sie und laechelnd fuegte sie hinzu:
+"Damit ich nicht in Versuchung komme ..."
+
+Melanie liebaeugelte mit einem zierlichen Handspiegel. Sie freute sich sehr
+ueber denselben, noch mehr aber ueber ihr eignes Bild, das ihr
+entgegenlachte.
+
+Grete blickte ihr ueber die Schulter. "Das ist eine Anspielung auf deine
+Eitelkeit, Melanie! Ich habe nichts bekommen, was mich aergern oder wodurch
+ich mich getroffen fuehlen koennte!"
+
+"Nun glaubst du dich wohl fehlerfrei, liebe Grete!" spottete Melanie.
+"Bilde dir das ja nicht ein, liebes Kind, du bist noch laengst kein
+vollkommnes Wesen. Es giebt sehr vieles an dir auszusetzen!"
+
+Und als ob ihre Worte sofort in Erfuellung gehen sollten, rief Fraeulein
+Guessow: "Grete, da steht noch eine vergessene Schachtel auf deinem Platze!
+Du hattest Papier darauf geworfen und wirst sie deshalb uebersehen haben!"
+
+Vergnuegt und erwartungsvoll oeffnete Gretchen die Schachtel. O weh! als sie
+den Deckel abhob, lachte ein glaenzendes, zierlich gearbeitetes
+Vorlegeschloss sie boshaft an.
+
+"Das ist eine Anspielung fuer dich, teures Plappermaeulchen!" rief Melanie
+mit schwesterlicher Schadenfreude, und hielt das Schloss an Gretes Lippen.
+
+"So, damit du in Zukunft huebsch schweigst und nicht so vorlaut bist."
+
+Unwillig wandte Grete sich ab, sie war gar wenig erbaut von der
+Ueberraschung. Sie warf das Schloss wieder in die Schachtel, schloss den
+Deckel und verriet durch ihre Empfindlichkeit, wie sehr sie sich getroffen
+fuehlte ....
+
+Ilse hatte aus einer maechtigen Kiste, die bis obenhin mit Heu gefuellt war,
+einen Hund herausgeholt. Keinen lebendigen, o nein! es war nur einer aus
+Pappe. Braun sah er aus und hatte weisse Pfoetchen. Um den Hals trug er
+einen Zettel am roten Bande, auf welchem mit grossen Buchstaben "Bob"
+geschrieben stand.
+
+"Orla!" erriet Ilse sofort. Dieselbe hatte sie oft genug mit ihrem Hunde
+aufgezogen. Es kam ihr jetzt selbst recht laecherlich vor, wenn sie sich
+ihren Einzug in der Pension mit Bob auf dem Arme ausmalte. Wie einfaeltig
+war sie gewesen - wie unnuetz hatte sie den armen Papa gequaelt! - Ilse
+hatte noch eine Ueberraschung, bei der sie fast erschrak. In einem
+reizenden Arbeitskorbe fand sie mehrere Aepfel von Marzipan.
+
+Nellie stand neben Ilse und fluesterte ihr zu: "Diese sind Aepfel von der
+Baum - weisst du noch?"
+
+Als die Angeredete aengstlich zur Seite blickte, fuhr sie beruhigend fort:
+"Du darfst nicht Angst haben, niemand hoert uns."
+
+Sie hatte recht. Die Aufmerksamkeit aller war auf einen Vogelbauer
+gerichtet, in welchem eine lebendige Lachtaube sass. Annemie hielt
+denselben hoechst angenehm ueberrascht in der Hand.
+
+"Nun koennt ihr um die Wette lachen," scherzte die Vorsteherin, "denn das
+Taeubchen darfst du behalten und in deinem Zimmer aufhaengen. Aber vergiss
+niemals, Annemie, dass du das Tierchen regelmaessig fuettern musst, hoerst du?"
+
+So erhielt eine jede ihre scherzhafte Ruege, nur Rosi nicht. Sie zerbrachen
+sich den Kopf, um einen Tadel an ihr zu entdecken, aber zu ihrem Bedauern
+fanden sie keinen. "Ganz ohne Scherz darf sie nicht sein," erklaerte
+Nellie, ging hin und kaufte ein Bilderbuch, auf dessen Titelblatt in
+goldenen Buchstaben drei Worte glaenzten: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Fuer artige Kinder{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. - "Dies passt
+sehr fuer ihr," sagte sie, und die uebrigen Maedchen stimmten ein.
+
+Rosi nahm das Buch, laechelte und legte es beiseite. Sie konnte nicht so
+recht begreifen, was es bedeuten sollte ....
+
+Nachdem die Bescherung zu Ende und nachdem auch fuer die beiden Damen ein
+Tisch mit allerhand selbstgearbeiteten Sachen ausgebaut war, wurde der
+Thee eingenommen und kurze Zeit darauf zur Ruhe gegangen. Lilli wurde es
+schwer, sich von ihren schoenen Sachen zu trennen, sie wollte nicht zu Bett
+gehen, aber der Sandmann kam und streute ihr den Schlaf in die Augen.
+Schlafend wurde sie entkleidet und in ihr Bett, das in Fraeulein Guessows
+Zimmer stand, getragen.
+
+Und nun wurde es still und dunkel im Hause. Der schoene Christabend war zu
+Ende mit seiner frohen Erwartung, seinem Lichterglanze ....
+
+Ob wohl der Baum im naechsten Jahre fuer alle wieder angezuendet wird, die
+heute unter ihm versammelt waren? -
+
+ * * *
+
+Nun war alles wieder im alten Geleise! Der Unterricht hatte begonnen und
+Miss Lead war wenige Tage nach Neujahr von ihrer ueberseeischen Reise
+zurueckgekehrt. Sie hatte sechs junge Englaenderinnen mitgebracht, die kein
+Wort Deutsch verstanden und sehr viel Heimweh hatten.
+
+Nellie versuchte es, sie zu troesten, aber sie verschlossen sich starr
+gegen jedes Trosteswort, sie fuehlten sich ungluecklich im fremden Lande.
+Sie wollten nicht Deutsch lernen, sie hassten diese Sprache und die
+Menschen, erklaerten sie. Lange Jammerbriefe sandten sie in die Heimat, in
+denen sie die Angehoerigen himmelhoch baten, sie wieder zurueckkehren zu
+lassen.
+
+Es war diese Art und Weise nichts Auffallendes und nichts Neues. Fraeulein
+Raimar legte keinen Wert darauf, aehnliche Erfahrungen machte sie stets mit
+den Englaenderinnen. Es war schon vorgekommen, dass diese oder jene sich
+vornahm, zu verhungern, und Speise und Trank hartnaeckig verweigerte. Vor
+Hunger gestorben war indes noch keine, wenn der Magen zu energisch sein
+Recht verlangte, entsagten sie dem Hungertode.
+
+"Ich mag meine Landsmaenner gar nicht sehr!" bemerkte Nellie eines Tages zu
+Ilse. "Die Deutsche liebe ich mehr. Ich will nicht zurueck in meine
+Heimat."
+
+"Landsmaenner!" wiederholte Ilse. "Gleich sage einmal, wie es richtig
+heisst. Neulich habe ich es dir erst gesagt."
+
+"O ja, ich weiss, Landsfrauen heisst es," verbesserte sich Nellie.
+
+"Du bist klassisch!" lachte Ilse laut. "Lands-maenn-innen heisst es. Sag
+einmal nach - so - und nun vergiss dieses Wort nicht wieder, du liebe,
+englische Deutsche! Du bist auch ganz anders wie deine Landsmaenninnen,
+lange nicht so steif, so zurueckhaltend und so hochmuetig wie die! Sie sehen
+immer auf uns herab, als ob sie sagen wollten: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gott sei Dank, dass ich
+keine Deutsche bin!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}"
+
+"O nein!" wehrte sich Nellie, in der ploetzlich der Nationalstolz wach
+wurde, "so schlimm darfst du nicht sagen! Es hat den Schein, dass sie
+hochmuetig sind, weil sie dir nicht verstehen, sie macht ein fremdes
+Gesicht, weiter nix!"
+
+"Sie sind hochmuetig, Nellie!" neckte Ilse. "Entschuldige deine
+langweiligen Englaenderinnen nicht. Eben sagtest du selbst, dass du sie
+nicht leiden moechtest."
+
+Das gestand Nellie zu. Sie meinte aber, sie selbst koenne so sprechen, ein
+gleiches Urteil aus einem andern Munde koenne und duerfe sie nicht anhoeren.
+Sie wolle es auch nicht.
+
+"Du bist doch aber ganz wunderlich, Nellie," lachte Ilse, "Doktor Althoff
+wuerde sagen: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sie haben verdrehte Ansichten, Miss Nellie.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}"
+
+"O nein," entgegnete Nellie eifrig und leicht erroetend, "Doktor Althoff
+wuerde mir verstehn. Er weiss, wie es in mein Herz aussieht!"
+
+Das kam Ilse aeusserst komisch vor und sie neckte die Freundin damit sehr.
+"Er haette viel zu thun, wenn er in alle eure Herzen blicken wollte!" rief
+sie lachend, "und wenn er sich wirklich einmal die Muehe gaebe, so wuerde er
+euch schoen verhoehnen, dich und alle die andern, die ihr fuer ihn
+schwaermt." -
+
+Ilse lernte jetzt mit rechtem Eifer und schon laengst war ihr das Arbeiten
+keine Last mehr. Das Zeichnen machte ihr besondre Freude, und seitdem der
+Papa so glueckselig ueber die ihm geschenkte Rose geschrieben, strebte sie
+darnach, auch das zu erreichen, was derselbe in seiner blinden Liebe zu
+ihr schon erreicht sah. Er hielt sie bereits fuer eine Kuenstlerin und mit
+Stolz hatte er ihr geschrieben, dass er die Rose habe einrahmen lassen und
+dass sie nun ueber seinem Schreibtisch haenge. Ilse war gar nicht damit
+einverstanden, sie wusste ja genau, wie der zaertliche Papa jeden Besuch,
+der zu ihm kam, zu ihrem schwachen Erstlingswerk fuehren werde.
+
+Auch die Mama war hocherfreut ueber Ilses Weihnachtsgeschenke gewesen. Sie
+gaben ihr ein glaenzendes Zeugnis von deren Fortschritten und der Ausdauer,
+die der Wildfang bis dahin nicht gekannt hatte. Die groesste Freude indes
+hatte sie an Ilses Dankesbrief gehabt. Es war das erste Mal, dass sie in so
+herzlich warmer Weise das Wort an sie richtete und Frau Annes Augen
+fuellten sich mit Thraenen freudiger Ruehrung. Sie fuehlte jetzt bestimmt, dass
+die Zukunft ihr Ilses volle Liebe bringen werde. -
+
+Die laengst ersehnten Tanzstunden hatten bereits seit vierzehn Tagen
+begonnen und brachten etwas Abwechselung in das gleichmaessige
+Pensionsleben. Zweimal in der Woche kam von sechs bis acht Uhr abends der
+Tanzlehrer mit einer Geige und unterrichtete im grossen Saale.
+
+Nicht alle Zoeglinge nahmen teil daran. Die kleineren Maedchen nicht und
+auch die Englaenderinnen schlossen sich aus, sie verstanden noch zu wenig
+Deutsch, auch konnten sie vorlaeufig keinen Geschmack an den einfoermigen
+Pas finden. Melanie konnte das freilich auch nicht und fand bis jetzt die
+Tanzstunde {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar oede{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}.
+
+"Es ist ein furchtbar langweiliges Vergnuegen, diese Huepferei," aeusserte sie
+auf einem Spaziergange zu Flora, "wozu diese Pas - diese Verbeugungen? Wir
+koennen doch alle schon tanzen, und wie wir uns zu verbeugen haben - und
+gruessen muessen, das wissen wir doch erst recht. Wir sind doch erwachsene
+Maedchen!"
+
+"Ach!" seufzte Flora und ein schwaermerischer Blick glitt seitwaerts ueber
+den spiegelglatten Teich - zu den schlittschuhlaufenden Gymnasiasten
+hinueber - "ach! das moechte noch alles gehen. Das Fuerchterlichste ist doch,
+dass wir zwei volle Monate ohne Herren tanzen muessen!"
+
+"Wie furchtbar oede!" Melanie rief es ordentlich entruestet. "Man behandelt
+uns wahrhaftig mit puritanischer Strenge! Ohne - Herren! Es ist kaum zu
+glauben!"
+
+"Ja, mit puritanischer Strenge!" wiederholte Flora, der dies Wort
+ausserordentlich gefiel. "Ich begreife nicht, warum uns der Verkehr mit den
+Herren so lange entzogen wird. Man behandelt uns eben wie Kinder!"
+
+Die {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar oeden{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Monate gingen indessen auch zu Ende und Fraeulein
+Raimar schickte Einladungen aus an junge, wohlerzogene Herren, die das
+Gymnasium besuchten, und ersuchte sie, die letzten vier Wochen an dem
+Tanzunterrichte teilzunehmen.
+
+Mit welcher Freude diese Einladungen begruesst wurden, brauche ich nicht zu
+sagen. Die jungen Leute schaetzten es sich zur besonderen Ehre, zu den
+Tanzabenden in der Pension zugezogen zu werden. Diesmal brannten sie
+besonders darauf, weil sie behaupteten, dass noch niemals so huebsche
+Maedchen in dem Institute gewesen seien. Sie kannten dieselben von Ansehen
+sehr genau, denn, wenn irgend moeglich, suchten sie ihnen auf den
+Spaziergaengen zu begegnen. Nun sollten sie mit ihnen tanzen, sich mit
+ihnen unterhalten duerfen, es war zu famos!
+
+"Ihr werdet heute abend zum ersten Male mit Herren tanzen, Kinder,"
+kuendigte Fraeulein Raimar eines Mittwochs bei der Mittagstafel an. Und als
+sie bemerkte, wie vergnuegt die meisten diese frohe Botschaft
+entgegennahmen, fuegte sie hinzu: "Ich hoffe, dass ihr euch nicht zu lebhaft
+mit den jungen Leuten unterhalten werdet! Vergesst nicht, dass dieselben nur
+des Tanzes, nicht der Unterhaltung wegen da sind!"
+
+Annemie kamen diese Ermahnungen so komisch vor, dass sie zu kichern anfing.
+Ein strafender Blick traf sie dafuer.
+
+"Fuer dich sind meine Worte besonders gesprochen, Annemie," nahm die
+Vorsteherin wieder das Wort, "ich fuerchte, du wirst dich durch dein
+albernes Lachen auffallend machen, huete dich davor. Und dich, Grete,
+ermahne ich ernstlich, nicht so viel zu schwatzen. Ueberlege erst, was du
+sagen willst, damit kein Unsinn herauskommt."
+
+So und in aehnlicher Weise warnte und ermahnte sie ihre jungen Zoeglinge,
+die in ihrer erwartungsvollen Aufregung heute nur mit halbem Ohre hoerten,
+was ihnen so eindringlich vorgestellt wurde. Viel wichtiger erschien ihnen
+die Frage: "Was werdet ihr heute abend anziehen? Womit werdet ihr euch
+schmuecken?"
+
+Sie hatten auch kaum das Speisezimmer verlassen, als sie die Treppen
+hinaufstuermten, um in Orlas und der Schwestern Zimmer eine grosse Beratung
+zu halten.
+
+Melanie holte einen grossen Pappkasten hervor und fing an, Blumen und
+Baender herauszukramen. Sie hatte sich vor den Spiegel gestellt und hielt
+eine Rose in ihr schoenes aschblondes Haar.
+
+"Wie findet ihr diese Rose?" fragte sie. "Bitte, seht doch einmal! Kuemmert
+sich denn kein Mensch um mich?" rief sie laut und ungeduldig den
+Durcheinanderschwatzenden zu und stampfte sogar etwas mit dem Fusse auf.
+
+"Sie steht dir gut, Melanie," antwortete Rosi, die eben erst eingetreten
+war und die letzten Worte hoerte, an ihre eigene Toilette dachte sie nicht.
+"Das dunkle Rot in deinem blonden Haar sieht praechtig aus!"
+
+"Du hast nicht viel Geschmack, liebste Rosi. Nimm mir nicht uebel, dass ich
+es dir frei heraussage," fertigte Melanie die Aermste ab. "Orla, bitte,
+gieb du dein Urteil ab."
+
+Die Russin galt als die eleganteste, deren Toilette stets am
+geschmackvollsten war. Mit Kennermiene musterte sie denn auch Melanie.
+
+"Die dunkle Rose ist zu grell," entschied sie, "fuer dein Haar passt eine
+blassrote besser. Uebrigens, was willst du denn anziehen? Das ist doch am
+Ende die Hauptsache und darnach musst du die Blumen waehlen."
+
+"Mein blaues Batistkleid, denke ich."
+
+"Dein bestes Kleid!" rief die vorlaute Grete erstaunt. "Gut, dann ziehe
+ich mein gebluemtes an!"
+
+Gerade wie die Verhandlungen am lautesten waren, oeffnete sich die Thuer und
+Fraeulein Guessow trat ein.
+
+"Fraeulein Raimar laesst euch sagen, ihr moechtet heute abend eure
+Sonntagskleider tragen," verkuendete sie.
+
+"O! ..." Langgedehnt und unzufrieden kam es ueber Melanies Lippen. "O,
+Fraeulein Guessow, die alten, dunklen Kleider! Die hellen sind so viel
+besser!"
+
+Aber es blieb bei den Wollkleidern. Gegen das Machtgebot der Vorsteherin
+galt kein Widerstreben.
+
+Bevor sie in den Tanzsaal hinuntergingen, fanden sich die Maedchen noch
+einmal bei Orla ein. Diese hielt erst eine allgemeine Musterung ueber die
+Toiletten, besserte hier und dort und verstand es, durch eine Kleinigkeit
+dem einfachsten Anzuge einen netten Anstrich zu geben.
+
+Melanie hatte sich nach besten Kraeften elegant herausgeputzt. Ein weisses
+Spitzenfichu schmiegte sich in weichen Falten um ihren Hals, und eine
+blassrote Rose, seitwaerts an demselben befestigt, kleidete sie ganz
+allerliebst. Sie war tadellos und sah trotz des einfachen braunen Kleides
+sehr geputzt aus.
+
+An Gretes ungeschickter Figur war nicht viel zu aendern. Lange Arme, grosse
+Fuesse, schlechte Haltung und dicke Taille, das waren Dinge, die leider
+nicht zu verbergen waren, auch trugen die ungrazioesen Bewegungen durchaus
+nicht zur Verschoenerung bei.
+
+"Fuer dich ist die dunkle Tracht ganz vorteilhaft," meinte Orla, indem sie
+eine dicke Korallenkette aus ihrem Schmuckkasten nahm und sie dem darueber
+hocherfreuten Gretchen um den Hals schlang. "So, die will ich dir leihen,
+damit du nicht zu einfach aussiehst."
+
+Flora unterwarf sich keiner Musterung, sie fand es unnuetz, da ihr
+Geschmack weit eigenartiger sei als Orlas. Sie hatte mit endloser Muehe
+eine griechische Haartour zurechtgebracht. Im Nacken trug sie ihr Haar im
+Knoten, mit einigen herausfallenden Locken, vorn hatte sie dasselbe mit
+einem schwarzen Sammetbande, das mit weissen Perlen benaeht war, dreimal
+abgebunden. In die Stirn fielen gekraeuselte Fransen.
+
+Sie fand sich entzueckend, diese Haartour soehnte sie sogar mit dem gruenen
+Wollkleide aus, in dem sie lang und schlank wie eine wirkliche
+Hopfenstange aussah.
+
+Rosi hatte sich nicht besonders geschmueckt. Ihr schwarzes Kaschmirkleid
+war unveraendert geblieben. Eine weisse Spitze am Halsausschnitt,
+zusammengehalten von einer Spitzenschleife, die einen silbernen Pfeil
+trug. So ging sie Sonntags gekleidet und Fraeulein Raimars Vorschrift
+lautete, dass sie sich heute sonntaeglich kleiden sollten.
+
+"O Gott, wie hausbacken siehst du aus, Rosi! Als ob du in die Kirche gehen
+wolltest, so ernst und feierlich!" rief Orla. "Hast du denn nicht ein
+farbiges Band anstatt der weissen Schleife?"
+
+Sie hatte keins und jetzt half Melanie aus. Bereitwillig lieh sie Rosi
+eine ganz neue rosa Atlasschleife und freute sich herzlich, wie furchtbar
+nett sie derselben stand.
+
+"Betrachte dich nur einmal," sagte sie und hielt ihr den Handspiegel vor
+die Augen. "Nun, was meinst du dazu? Nicht wahr, jetzt siehst du nicht
+mehr aus wie {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Gottesfurcht vom Lande{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}!"
+
+"Die Schleife gefaellt mir wohl gut," meinte Rosi, "aber es ist mir ein
+peinliches Gefuehl, geliehene Sachen zu tragen."
+
+"_O sancta simplicitas!_" rief die geniale Flora. "Kind, du gehst in
+deiner Pedanterie wirklich zu weit! Unter Freundinnen herrscht Gleichheit,
+da kann von geliehenen Sachen keine Rede sein!"
+
+Und um dies Wort gleichsam zur That zu machen, griff sie in Melanies
+offenstehenden Blumenkasten, nahm eine feuerfarbene Nelke heraus und
+befestigte dieselbe an ihrem Guertel.
+
+"Du erlaubst doch, Melanie?" fragte sie so nebenhin, "die rote Farbe steht
+mir wirklich brillant!" und mit einem wohlgefaelligen Blick betrachtete sie
+sich in dem Spiegel.
+
+"Nellie und Ilse, wo bleiben sie nur?" fragte Orla.
+
+Eben traten sie ein. Beide waren geschmackvoll gekleidet. Nellie im
+schottischen Kleide, am Hals und den Aermeln mit echten Spitzen garniert,
+sah grazioes und vorteilhaft aus, ebenfalls Ilse, die ueber ihr blaues Kleid
+einen breiten Spitzenkragen gelegt hatte. Darueber trug sie die
+Korallenkette, mit welcher auch Nellie sich geschmueckt hatte.
+
+"Schnell noch diese Margueriten in dein Haar!" rief Melanie und machte
+Miene, dieselbe Ilse in ihren Locken zu befestigen. Aber die wehrte es ab.
+
+"Geh mit deinen Blumen!" entgegnete sie abwehrend, "ich mag die toten,
+nachgemachten Dinger nicht leiden!"
+
+"Wie du willst," sagte Melanie etwas schnippisch und warf die verschmaehten
+Gaensebluemchen wieder in den Kasten.
+
+Die Maedchen verliessen das Zimmer und stiegen die Treppe hinunter.
+
+"Orla ist doch die eleganteste von uns," bemerkte Melanie nicht ohne einen
+Anflug von Neid zu Nellie, und musterte die vor ihr Gehende, die
+allerdings in der blauen Samttaille und einem gleichfarbig seidenen Rocke
+hoechst vornehm erschien. "Freilich in Samt und Seide kleiden mich meine
+Eltern nicht, so reich sind wir nicht."
+
+"Thut nix!" erwiderte Nellie, "man muss mit weniges auch zufrieden sein!"
+
+"Bitte, bitte - wartet einen Augenblick!" rief es ploetzlich hinter ihnen.
+
+Annemie war es, die in voller Eile allen nachgelaufen kam. "Ich bin noch
+nicht ganz fertig," fuhr sie atemlos fort, "ich kann aber nichts dafuer!
+Als ich mein Kleid ueberzog, riss ein Band irgendwo, - nun haengt der eine
+Zipfel vom Ueberwurfe bis auf die Erde. Bitte, seht einmal nach!"
+
+Alle waren stehen geblieben und betrachteten Annemie. Nellie, praktisch
+wie immer, untersuchte gleich, wo der Schaden sass.
+
+"Komm her," sagte sie, "ich werde dir ausbessern. Aber ein Nadel und Faden
+muss ich haben, dann naehe ich dir gleich mit weniger Stich in Ordnung."
+
+"Sei nicht umstaendlich," meinte Flora. "Hier hast du eine Stecknadel,
+damit wirst du es ebenso gut machen koennen. Wie manchmal habe ich mir
+schon ein Band oder einen kleinen Riss schnell mit der Nadel gesteckt."
+
+Aber davon wollte die Englaenderin nichts wissen. Sie nahm Annemie mit in
+ihr Zimmer und naehte die wenigen Stiche.
+
+"Bitte, liebe, gute Nellie, mir ist hier am Aermel ein Endchen Spitze
+abgerissen, willst du mir nicht die gleich annaehen? Du bist auch ein
+Engel!"
+
+Nellie brachte auch diesen Schaden in Ordnung, und als sie fertig war,
+zupfte sie an Annemie hier und dort zurecht, nichts sass an der kleinen,
+runden Lachtaube, wie es sitzen musste. Die Handschuhe waren nicht
+zugeknoepft, die Halskrause sass schief und an dem halbhohen Lackschuh
+fehlte ein Knoepfchen.
+
+"Du bist aber ein sehr unordentlich' Maedchen, liebes Lachtaube," schalt
+Nellie, "aber ich kann dich nicht helfen, du musst mit deiner abgerissener
+Knopf gehen. Es schlaegt sechs, wir muessen puenktlich erscheinen."
+
+Die uebrigen Maedchen hatten an der Treppe gewartet, jetzt gingen alle
+zusammen hinunter und an der Thuer des Saales blieben sie stehen, sie
+hatten mit einem Male keinen Mut, hineinzugehen.
+
+"Ich hoere sprechen," sagte Orla gedaempft, "ich glaube, die Herren sind
+schon da."
+
+Sie legte das Ohr an die Thuer und horchte.
+
+"Wirklich, sie sind da!" bestaetigte sie.
+
+"Lass' mich durchs Schluesselloch sehen, Orla," bat die neugierige Flora
+und schob die erstere leicht beiseite.
+
+Sie beugte den Kopf, als sie das Auge an die Thuer legen wollte, packte
+Grete der Uebermut, so dass sie Flora einen Stoss gab und diese mit dem
+Haupte gegen die Thuer flog. Das war ein Schreck! Wie der Wind flogen alle
+bis an das andre Ende des Vorsaals, - wenn Fraeulein Raimar das Geraeusch
+gehoert haette! "Dann sind wir einfach furchtbar blamiert," erklaerte Melanie
+und schalt Grete albern und ungezogen.
+
+"Du bist ein Tollpatsch, Grete, im hoechsten Grade ungebildet!" sagte Flora
+entruestet, und Annemie lachte, dass ihr die hellen Thraenen ueber die Wangen
+liefen.
+
+"Sei mir nicht boese, dass ich dich auslache, Flora," sagte diese, "aber ich
+kann nicht anders. Du sahest zu komisch aus und machtest ein so entsetztes
+Gesicht, als du mit deinem griechisch frisierten Kopf gegen die Thuer
+flogst."
+
+Fraeulein Raimar hatte wirklich ein Klopfen an der Thuer vernommen, sie
+oeffnete dieselbe, und als sie die Maedchen stehen sah, rief sie ihnen zu,
+sich zu beeilen.
+
+Das war ein kritischer Moment. Unbemerkt stiessen sie sich untereinander an
+und stritten sich leise, wer die erste sein solle.
+
+"Du musst vorangehen, Orla, du bist die aelteste," fluesterte Ilse.
+
+"Ich bin die juengste, ich komme zuletzt!" rief Grete, die sonst immer mit
+ihrem Munde die erste war.
+
+"Lass mich die letzte sein, Grete," bat Annemie, "ich habe mich noch nicht
+ausgelacht."
+
+Rosi war die verstaendige, wie immer. "Komm, Orla," sagte sie, "wir duerfen
+Fraeulein Raimar nicht warten lassen. Wir benehmen uns ueberhaupt hoechst
+kindisch, finde ich. An allem ist Gretes Albernheit schuld."
+
+Das gute Beispiel der beiden Aeltesten wirkte wohlthuend auf die uebrigen.
+Sie nahmen sich zusammen und gingen ruhig und ernst in den Saal.
+
+"Meine Damen, erlauben Sie, dass ich Ihnen die Herren vorstelle," mit
+diesen Worten empfing sie der Tanzlehrer. Es folgten Verbeugungen von
+beiden Seiten.
+
+Flora schwamm in Seligkeit, sie hatte unter den Herren einen Primaner
+erkannt, fuer den sie bereits laengst im Geheimen schwaermte. Erst kuerzlich
+hatte sie ihn als Apoll in Jamben besungen.
+
+Fraeulein Guessow stand neben der Vorsteherin und hatte ihre Freude an den
+jungen Maedchenblueten. An Ilse hing ihr Auge am zaertlichsten. Wie reizend
+hatte sich ihr Liebling entfaltet! Koerperlich und seelisch. Wie viel
+gleichmaessiger war das stuermische Kind geworden. Wo war der boese Trotz
+geblieben?
+
+Sie verglich Ilse mit den uebrigen und fand, dass sie nicht allein die
+huebscheste, sondern auch weit natuerlicher und unbefangener war, als die
+meisten andern. Keine Spur von Koketterie aeusserte sich in ihrem Wesen,
+frei und froehlich blickte sie mit den grossen Kinderaugen in die Welt und
+schien die glueckliche Frage auszusprechen: "Liebe Welt, bist du immer so
+schoen?"
+
+Melanies Zuege waren regelmaessiger, aber laengst nicht so unbewusst lieblich,
+man merkte dem huebschen Maedchen an, dass sie schon gar zu oft den Spiegel
+um seine Meinung befragte.
+
+Flora und Melanie standen beisammen und machten ihre Bemerkungen ueber die
+Herren, zu denen sie verstohlen hinueber schielten. Natuerlich gaben sie
+sich den Schein, als ob sie sich gar nicht um dieselben kuemmerten.
+
+Orla war aufrichtiger. Sie hatte den Klemmer auf die Nase gesetzt und
+betrachtete die Juenglinge ganz ungeniert. Spaeter erhielt sie einen Tadel
+deswegen von der Vorsteherin.
+
+Grete und Annemie hatten sich in eine Fensternische gesetzt und kicherten
+und schwatzten das dummste Zeug. Sogar Nellie war nicht ganz frei von
+einer harmlosen Gefallsucht. Sie hatte sich so zu setzen gewusst, dass ihr
+kleiner, schmaler Fuss im Goldkaeferstiefel wie absichtslos unter ihrem
+Kleide hervorsah. Rosi war natuerlich weder kokett, noch empfand sie die
+geringste Erregung. Ruhig und freundlich, wie immer, sass sie da, und so
+tadellos gerade hielt sie sich, dass sie auch in der Tanzstunde das
+Musterkind fuer die andern war.
+
+"Anfangen!" rief der Tanzlehrer und klatschte in die Haende.
+
+Und das Orchester, das aus einem Klavier und einer Geige bestand, begann.
+
+Wie herrlich klang die Musik den jungen, unverwoehnten Ohren, wie
+"furchtbar entzueckend" fanden sie die Walzerklaenge. -
+
+"Bitte die Herren, sich zu engagieren!" kommandierte der Tanzlehrer, und
+wie von einem Zauberstabe beruehrt stuerzten die tanzlustigen Juenglinge auf
+die Dame zu, die sich ein jeder bereits still und verschwiegen als Ziel
+seiner Wuensche ausgesucht hatte.
+
+Vor der blendenden Melanie verbeugten sich zugleich drei Herren. Welch ein
+Triumph fuer ihr eitles Herz! - Leider konnte sie nicht mit allen dreien
+auf einmal tanzen und musste sich mit der Genugthuung begnuegen, dass alle
+Anwesende doch sicher diese Auszeichnung bemerkt hatten. - Alle wohl
+nicht, aber Flora und Grete hatten sie bemerkt und mussten die schmerzliche
+Erfahrung machen, dass die Verschmaehten zu ihnen kamen, um sie zu erloesen.
+Sie waren von all den jungen Damen die allein Uebriggebliebenen. Flora
+fuehlte sich besonders tief gekraenkt und mit neidischen Blicken folgte sie
+Ilse, die eben mit "Apoll" an ihr vorueberwalzte.
+
+Recht lebhaft war die Unterhaltung am ersten Herrenabend nicht. Die
+Gegenwart der Vorsteherin, ihre beobachtenden Blicke legten einigen Zwang
+auf. Nellie, die sich sehr zusammennahm, um ja keinen Sprachfehler zu
+machen, war ganz besonders schweigsam, und einige Male, als sie angeredet
+wurde und sich recht gewaehlt ausdruecken wollte, brachte sie die
+drolligsten Dinge zum Vorschein.
+
+Ein junger Mann erzaehlte ihr, dass er in einigen Jahren, wenn er
+ausstudiert habe, nach England gehen werde. "Werden Sie dort verstaendig
+(bestaendig, meinte sie) sein?" fragte sie. - Ein andrer fragte, ob sie
+gern in Deutschland weile. "O ja, ich bin ganz verliebt in der Deutsche!"
+gab sie freudig zur Antwort.
+
+Aber Nellie konnte nie missverstanden werden. Ihre kindliche Naivetaet nahm
+sofort alle Herzen fuer sie ein. Die jungen Herren waren denn auch saemtlich
+entzueckt von der jungen Englaenderin, und da sie obenein sehr gut tanzte,
+wurde sie bald zum allgemeinen Liebling erkoren.
+
+Grete wurde ihre schweigsame Zurueckhaltung aeusserst sauer, verschiedene
+Male fiel sie aus der Rolle. Einmal ertappte sie Orla, die gerade hinter
+ihr stand, auf einer argen Indiskretion.
+
+"Wie heisst die junge Dame mit den Locken?" wurde sie von ihrem Tanzherrn
+gefragt.
+
+"Das ist Ilse Macket," gab Grete schnell zur Antwort. Und nun fing sie an,
+ausfuehrlich ueber dieselbe zu berichten. "Sie ist erst seit Juli hier,"
+fuhr sie fort und der Mund ging ihr wie eine Plappermuehle, "ihr Vater
+brachte sie hierher. Sie ist naemlich weit her, aus Pommern, und, denken
+Sie sich, sie hatte ihren Hund mitgebracht und wollte ihn durchaus mit in
+die Pension nehmen! Natuerlich Fraeulein Raimar erlaubte es ihr nicht. Ach,
+und ungeschickt war sie! Kein Mensch kann sich davon einen Begriff machen.
+Einmal hat sie einen ganzen Stoss Teller -"
+
+"Grete," unterbrach Orla ihren Redefluss, "du verlierst eine Nadel. Tritt
+einen Augenblick mit mir zur Seite, damit ich sie wieder befestige."
+
+"Wie ungezogen, wie abscheulich von dir!" schalt Orla, indem sie sich
+scheinbar an Gretes Kragen zu schassen machte. "Warum blamierst du Ilse
+so? - Du siehst den Herrn heute zum ersten Male und machst ihn sofort zum
+Mitwisser unsrer Pensionsgeheimnisse! Moechtest du denn, dass die arme Ilse
+verspottet wuerde?"
+
+Grete erschrak. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Die Schwatzhaftigkeit
+war wieder einmal mit ihr durchgegangen und hatte ihr einen boesen Streich
+gespielt.
+
+Hoechst betruebt und niedergeschlagen trat sie wieder in die Reihe der
+Tanzenden. Sie fasste auch den festen Entschluss, in Zukunft vorsichtiger zu
+sein, aber wie lange! Es ist so schwer, eine lebhafte Zunge zu zuegeln!
+
+Doch es liegt nicht in meiner Absicht, die Tanzstundenereignisse genau und
+ausfuehrlich zu schildern. Ich nehme an, meine Backfischchen, denen ich
+meine Erzaehlung widme, haben die Leiden und Freuden derselben aus eigener
+Erfahrung bereits kennen gelernt. Es ist immer dasselbe. Harmlose
+Koketterien, kleine Eifersuechteleien, ein wenig Neid, schwaermerische
+Verehrung, etwas Courschneiderei, zuweilen auch Klatscherei - u. s. w.
+Dazu noch die kleinen Aufmerksamkeiten, die hinter den Kulissen spielen,
+z. B. Fensterparaden, duftige Blumenspenden, manchmal sogar eine
+gemeinsame Schlittschuhpartie auf dem Eise.
+
+Die letztgenannten Aufmerksamkeiten waren natuerlich vollstaendig
+ausgeschlossen in der Pension. Fraeulein Raimar wuerde dieselben nicht
+geduldet haben. Streng hielt sie darauf, dass ausser den Tanzstunden nicht
+die geringste Annaeherung mit den Herren stattfand. In diesem Punkte kannte
+sie keine Nachsicht.
+
+Schon in hoechstem Grade unangenehm war es ihr, dass die jungen Leute sich
+herausnahmen, ihre taeglichen Spaziergaenge mit den Zoeglingen zu
+durchkreuzen und gruessend an ihnen vorueberzuschreiten. Es war ihr geradezu
+unbegreiflich, wie sie es herausbrachten, welchen Weg sie waehlte. Denn
+wenn sie ihre junge Schar heute durch den Park - morgen in dieses Thal -
+uebermorgen ueber jenen Berg fuehrte, immer konnte sie ueberzeugt sein, die
+roten Primanermuetzen auftauchen zu sehen - sie konnte ihnen nicht
+entgehen. Die Loesung dieses Raetsels war einfach genug, der Verrat wurde
+durch die Tagesschuelerinnen ausgefuehrt. Sie waren die Vermittlerinnen
+zwischen ihren Bruedern, Vettern oder Bekannten und den Pensionaerinnen. Sie
+schmuggelten Gruesse, Gedichte, sogar Photographien ein und Flora benutzte
+diesen Weg, ihr Album den Herren zuzusenden mit der Bitte, ein
+selbstverfasstes Gedicht hineinzuschreiben.
+
+Eines Tages, es war so ziemlich gegen den Schluss der Tanzstunden, erhielt
+Nellie nach dem Schulunterricht ein kleines Billet zugesteckt. Sie ging
+auf ihr Zimmer, wo Ilse anwesend war, und oeffnete dasselbe.
+
+"Wie albern!" rief sie hocherroetend aus, als sie die wenigen Zeilen
+gelesen hatte. "Wie kann der einfaeltige Mensch sich so dreist gegen mir
+benehmen! Ich habe ihm nie Ursach' zu so grosse Dreistigkeit gegeben!" Und
+sie zerriss die Zeilen.
+
+Ehe noch Ilse ihre Meinung aussprechen konnte, kam Melanie hereingestuerzt,
+strahlend vor Eitelkeit und Freude.
+
+"Kinder!" rief sie mit ihrer lispelnden Stimme, "ich muss euch etwas
+mitteilen! Aber verratet mich nicht! Schwoert, dass ihr niemand etwas sagen
+werdet! Du auch, Grete," wandte sie sich an die eintretende Schwester.
+
+Natuerlich wartete sie in ihrer Erregung den Schwur gar nicht ab, sondern
+geheimnisvoll die Thuer verriegelnd zog sie ein kleines Briefchen aus ihrer
+Kleidertasche und begann vorzulesen.
+
+
+
+
+
+
+"Mein gnaediges Fraeulein!
+
+Sie wuerden mich zu dem gluecklichsten aller Sterblichen machen, wenn Sie
+mir Ihre Photographie verehrten! - Meine Bitte ist kuehn, ich weiss es, aber
+Sie werden mir diese Kuehnheit grossmuetig verzeihen, wenn ich Ihnen gestehe,
+dass es mein gluehendster Wunsch ist, Ihre wunderbar klassischen Zuege
+taeglich, stuendlich sehen und anbeten zu koennen.
+
+Darf ich auf Ihre Gnade hoffen?
+
+ _Georg Breitner_."
+
+
+
+
+
+
+Nellie hatte die Papierstueckchen von der Erde aufgenommen und dieselben so
+ziemlich wieder zusammengesetzt auf ihrer Kommode. Nun las sie die Zeilen
+vor. Sie waren von demselben Verfasser und enthielten die gleiche Bitte,
+nur waren die Worte ein wenig anders gesetzt, auch nannte er Nellies Zuege
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}liebreizend{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} anstatt {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}klassisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}.
+
+Sie wurde doch etwas herabgestimmt bei dieser Entdeckung, die
+siegesstrahlende Melanie! Einen Augenblick schwieg sie und sah Nellie an.
+
+"Was thun wir, Nellie?" fragte sie dann, "wir koennen doch Herrn Breitner
+die Bitte nicht abschlagen!"
+
+"Du darfst dein Bild nicht geben!" platzte Grete, die nebenbei etwas Neid
+gegen die weit huebschere Schwester empfand, heraus. "Auf keinen Fall, oder
+ich schreibe es dem Papa!"
+
+"Dich habe ich nicht um deine Meinung gefragt!" gab Melanie kurz zur
+Antwort. "Nellie, was sagst du?"
+
+"Aber, Melanie!" rief Ilse ganz erregt, "wie kannst du nur einen
+Augenblick im Zweifel sein! Du wirst doch wahrhaftig dein Bild nicht an
+einen Herrn verschenken, der dir eigentlich ganz fremd und noch kein
+ordentlicher Herr ist! Er will dich zum Narren halten, weiter nichts!"
+
+"Du schwatzest geradezu Unsinn, liebe Einfalt vom Lande!" entgegnete
+Melanie gereizt. "Was verstehst du denn unter {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ordentliche Herren{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}?"
+
+"Solche, die nicht mehr in die Schule gehen und auf Schulbaenken sitzen!"
+erklaerte Ilse. "Herr Georg Breitner wird dein Bild mit in die Klasse
+nehmen und die {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Herren{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Schueler werden es bewundern. Dann bist du
+furchtbar blamiert!"
+
+"Nellie, du bist ja so still!" wandte sich Melanie etwas kleinlauter als
+vorhin an diese, "sage doch, was wir thun sollen!"
+
+"O gar nix!" entgegnete dieselbe trocken, "wir werden thun, als ob wir der
+dumm' Brief nicht bekommen haben."
+
+"Und wenn er fragt? Was sagen wir dann, Nellie?"
+
+"O, auch nix. Wir zucken mit die Schulter und schweigen. Das nennt man in
+Deutsch: Mit Nichtachtung verstrafen!"
+
+Einverstanden war Melanie durchaus nicht mit dieser Entscheidung, sie
+haette so gern ihr "klassisches Konterfei" vergeben, trotzdem musste sie
+sich der Notwendigkeit fuegen. Warum musste er auch noch um Nellies
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}liebreizendes Bild{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bitten?
+
+"Ihr habt furchtbar oede Ansichten!" sagte sie spottend und verliess das
+Zimmer.
+
+ * * *
+
+Die Tanzstunde nahte ihrem Ende. "Leider!" seufzten die jungen Leute.
+Fraeulein Raimar indes atmete auf, denn wenn sie auch der Jugend gern
+froehliche Stunden bereitete, so sehnte sie doch wieder Ruhe und
+Gleichmaessigkeit zurueck, weil sie die Erfahrung gemacht hatte, dass durch
+die Zerstreuung stets der rechte Ernst zum Lernen etwas abhanden kam.
+
+Den Schluss und Glanzpunkt bildete alljaehrlich ein kleiner Ball, und
+morgen, am Sonnabend, sollte derselbe stattfinden.
+
+Die Benennung "Ball" klingt eigentlich zu hoch fuer das kleine Fest. Es
+wurden noch einige Gaeste geladen, das Orchester schwang sich zu einer
+zweiten Geige auf, dem Thee nebst belegten Butterbroten folgte eine
+leichte Bowle mit Pfannkuchen, und die jungen Maedchen zogen ihre besten
+Kleider an. Das war alles!
+
+Aber der grosse Saal erhielt ein festliches Ansehen, dafuer trug stets
+Fraeulein Raimar Sorge. Sie liebte es, den Schoenheitssinn ihrer jungen
+Zoeglinge zu wecken, damit dieselben spaeterhin imstande seien, mit wenigen
+Mitteln auch dem einfachsten Feste ein kuenstlerisches Ansehen zu geben.
+
+Soeben stand sie neben dem Gaertner und ordnete an, wie er die Tannen, die
+er am Morgen aus dem Walde geholt, mit bluehenden Topfgewaechsen zu
+lauschigen Ecken und Plaetzen gruppieren solle. Als das geschehen war,
+musste er Konsolen von rotem Thone zwischen verschiedenen Wandleuchtern
+befestigen, - ueppige Schlingpflanzen wurden darauf gestellt und fielen
+anmutig herab. Auch der altmodische Kronleuchter, geformt wie eine
+bronzene Schale mit Lichterarmen, erhielt seinen gruenen Schmuck. Es wurde
+eine Schlingpflanze in die Schale gestellt, so dass die gruenen Ranken
+zwischen den Armen herabfielen. Am Abend, wenn die Kerzen brannten, machte
+dieser einfache Schmuck einen reizend malerischen Eindruck.
+
+Als alles fertig war, uebersah die Vorsteherin noch einmal den Saal, und
+recht befriedigt verliess sie denselben.
+
+Die jungen Maedchen waren natuerlich in grosser Aufregung. Es war der erste
+Ball, der ihnen bevorstand, und dieses wichtige Ereignis nahm all ihre
+Gedanken in Anspruch. Einige betrachteten wieder und wieder die duftigen
+Kleider, andre versuchten besondere Haartrachten, so Flora, die eine
+Passion dafuer hatte, wieder andre probierten die Kleider an, der
+Sicherheit wegen, wie Nellie meinte, die soeben mit Ilse die
+Weihnachtskleider von der Schneiderin erhalten hatte. Gerade als beide
+angekleidet dastanden, kam Lilli hereingejubelt.
+
+"Ich geh mit auf euren Ball!" rief sie, "das Fraeulein hat es mir erlaubt.
+Und mein neues, weisses Kleiderl zieh ich an und die rote Atlasschaerpe
+bind' ich um, - und ich darf halt mittanzen! Ich freu mich halt zu sehr
+auf morgen!"
+
+Und sie fasste mit beiden Haendchen an ihre Schuerze und tanzte zierlich und
+grazioes durch das Zimmer.
+
+Es war schon ziemlich dunkel, und die Kleine hatte nicht bemerkt, wie
+geputzt Nellie und Ilse waren. Als die erstere Licht anzuendete, blieb sie
+ploetzlich ueberrascht stehen und sah erstaunt von einer zur andern.
+
+"Wie schoen schaut ihr aus!" rief sie bewundernd und mit gefaltenen Haenden,
+und fast andaechtig sah sie die beiden Maedchen an.
+
+"Weisst, Ilse," fuhr sie lebhaft fort, "du schaust aus gerad wie des
+Kaisers Tochter! Ich fuehr' dich morgen in den Saal - bitt' schoen!"
+
+Ilse nahm ihren Liebling zaertlich in den Arm und kuesste ihn herzhaft auf
+den Mund. "Du bist ja so heiss, Lilli," sagte sie und befuehlte Stirn und
+Wange des Kindes. "Fehlt dir etwas?"
+
+"Der Kopf thut mir halt a bissel weh," entgegnete Lilli, "aber gar nit
+viel, - gewiss nit," beteuerte sie, als Ilse sie besorgt ansah. "Morgen
+thut er nit mehr weh, - morgen geh ich ganz gewiss auf den Ball! Du gehst
+auch mit," sagte sie zu ihrer Puppe, die nach ihrer Geberin, Ilse, getauft
+war. "Aber artig musst halt sein, sonst wirst in dein Bett gesteckt!" -
+
+ "Doch mit des Geschickes Maechten
+ Ist kein ew'ger Bund zu flechten
+ Und das Unglueck schreitet schnell."
+
+Acht Tage spaeter schrieb Flora diese inhaltschweren Worte in ihr
+Tagebuch. -
+
+Am andern Morgen lag Lilli heftig fiebernd in ihrem Bette. Der
+herbeigerufene Arzt machte ein ernstes Gesicht. "Sie hat starkes Fieber,"
+sagte er und verordnete Eisumschlaege auf den Kopf, die jede halbe Stunde
+gewechselt werden mussten. Das lebhafte Kind lag still und teilnahmlos da.
+
+Fraeulein Guessow sass recht sorgenvoll an Lillis Bett, die eben etwas
+eingeschlummert war. Die Vorsteherin beruhigte sie und meinte, dass Lillis
+ganze Krankheit ein heftiges Schnupfenfieber sein werde, sie habe bei
+Kindern oftmals aehnliche Faelle erlebt.
+
+Die junge Lehrerin schuettelte unglaeubig den Kopf. "Wenn nur der Ball heute
+abend nicht waere!" sprach sie seufzend. "Der Laerm im Hause und das kranke
+Kind - es will mir nicht in den Kopf! - Wenn wir ihn hinausschoeben,
+Fraeulein?"
+
+"Sie sehen zu schwarz, liebe Freundin," entgegnete die Vorsteherin. "Der
+Laerm wird Lilli nicht stoeren, wie sollte er aus dem Vorderhause bis
+hierher in Ihr stilles Zimmer dringen? Bedenken Sie, wie sehr sich die
+Kinder auf den heutigen Abend gefreut haben; wie grausam waere es, wollten
+wir ihre Freude zerstoeren! Noch sehe ich keine Gefahr und wir koennen
+unbesorgt den Ball stattfinden lassen."
+
+"Ball!" wiederholte Lilli, die erwacht war und das Wort gehoert hatte; "ich
+will tanzen! Zieh mich an, Fraeulein! Bitt schoen, lass mich tanzen!"
+
+Fraeulein Guessow warf der Vorsteherin einen verstaendnisvollen Blick zu,
+jetzt musste dieselbe sich doch ueberzeugen, wie krank die Kleine war, - sie
+phantasierte.
+
+Aber Fraeulein Raimar war nicht ueberzeugt und auch nicht erschrocken. Sie
+trat zu Lilli an das Bett und ergriff deren Hand.
+
+"Es ist ja noch heller Tag, Lilli," sagte sie freundlich; "siehst du
+nicht, wie die Sonne scheint? Heute abend sollst du tanzen, jetzt ist es
+noch viel zu frueh. Lege dich nieder und schlafe noch etwas; wenn du
+aufwachst, bist du gesund und ziehst dein gesticktes Kleid an."
+
+"Die liebe Sonn scheint," wiederholte das Kind, wie aus einem Traume
+erwachend, und sah mit mueden Augen zum Fenster hinaus. Dann legte sie die
+Hand gegen die Stirn und sagte leise: "Ach Gotterl, Fraeulein, mir thut der
+Kopf halt so weh!"
+
+"Das wird sich geben, mein Herz. Nimm nur recht artig deine Medizin ein."
+
+Sie kuesste Lilli und versicherte der sehr geaengstigten Lehrerin, das
+Phantasieren der kleinen Kranken habe nichts zu bedeuten, bei lebhaften
+Kindern stelle sich dasselbe bei einem harmlosen Schnupfenfieber ein. Und
+mit diesem aufrichtig gemeinten Troste verliess sie das Zimmer.
+
+Es schien, als habe sie wahr gesprochen. Gegen Mittag schlief Lilli ein.
+Das Fieber hatte etwas nachgelassen und Fraeulein Guessow atmete erleichtert
+auf. Als Ilse kam und teilnehmend mit trauriger Miene nach Lillis Befinden
+fragte, winkte sie derselben freudig zu und fluesterte: "Sie schlaeft, - es
+scheint eine Besserung eingetreten zu sein."
+
+Ilse teilte sofort diese gute Nachricht den Freundinnen, die schon in
+aengstlicher Sorge um den kleinen Liebling waren, mit, und brachte sie alle
+wieder in froehliche Stimmung. Nur Flora blieb bei ihren duesteren
+Prophezeiungen.
+
+"Meine ahnungsvolle Stimme taeuscht mich nicht, ich fuehle es, der Tod wird
+diese zarte Knospe brechen," sagte sie in tragischem Tone und probierte
+dabei ihre neuen Ballschuhe an, streckte den Fuss weit von sich und
+bewunderte mit sehr befriedigter Miene die zierliche, elegante Form des
+Schuhes. Es war ihr wenig ernst mit ihren duestern Ahnungen!
+
+Lillis Besserung war leider nur truegerisch gewesen. Waehrend die jungen
+Maedchen heiter und gluecklich Toilette zum froehlichen Feste machten, lag
+sie im heftigsten Fieber.
+
+Fraeulein Guessow wich nicht von ihrem Bette und erklaerte mit aller
+Bestimmtheit, dass sie diesen Platz nicht verlassen werde. Auf Fraeulein
+Raimars Wunsch wurde die Verschlimmerung der Krankheit vorlaeufig geheim
+gehalten; sie mochte keinen Missklang in die unbefangene Freude ihrer
+Zoeglinge bringen, musste sie sich doch bei ruhiger Ueberzeugung sagen, dass
+nichts damit gebessert werde. - So blieb denn die junge Lehrerin allein im
+Krankenzimmer. Sie hoerte das unruhige Getappel im Vorderhause; dann und
+wann schlug wohl ein froehliches Lachen an ihr Ohr - und endlich vernahm
+sie die gedaempften Toene der Polonaise.
+
+"Ilse, komm!" rief Lilli ploetzlich und Fraeulein Guessow fuhr erschreckt
+zusammen. "Ilse, bitt, bitt schoen, komm! Ich fuehr dich in den Saal, komm!"
+- Hoch hatte sie sich im Bett aufgestellt und machte alle Anstrengungen,
+aus demselben zu springen.
+
+Fraeulein Guessow legte den Arm um das fiebernde Kind und versuchte es
+niederzulegen, aber Lilli stiess sie von sich.
+
+"Geh fort!" rief sie; "du bist nit des Kaisers Tochter, du hast kein
+schoenes Kleiderl an! - Ilse! Ilse komm!"
+
+Angstvoll und gellend stiess sie ihre Worte heraus und mit starren Augen
+blickte sie ihre Pflegerin an.
+
+"Wenn du ruhig bist, wird Ilse kommen," sagte dieselbe mit zitternder
+Stimme, die Angst schnuerte ihr fast die Kehle zu. "Sei ruhig, mein
+Liebling, willst du? Lege dich nieder - ganz still - so." Und sie bettete
+mit sanfter Gewalt die immer noch aufrechtstehende Lilli in die Kissen.
+
+"Ganz still," wiederholte das Kind mechanisch; "Ilse komm, - ganz still!"
+
+Fraeulein Guessow zog an der Klingelschnur, und nach einiger Zeit
+aengstlichen Harrens erschien die Koechin. Sie war die einzige, welche die
+Glocke vernommen hatte, die beiden andern Dienstboten waren im Vorderhause
+beschaeftigt.
+
+"Rufe sofort Fraeulein Ilse," gebot sie mit halblauter Stimme, "und dann
+hole den Arzt. Das Kind ist sehr krank. Aber still und ohne Aufsehen,
+Baerbchen, niemand darf es wissen."
+
+"Aber wenn mich Fraeulein Raimar fragen sollte," wandte die etwas
+schwerfaellige Koechin ein, "dann muss ich es ihr sagen, nicht?"
+
+"Sie wird dich nicht fragen, wenn du deine Sache klug machst. Eile dich
+nur, ich bitte dich!"
+
+Der Zufall kam Baerbchen zu Hilfe. Gerade als sie sich dem Saale naeherte,
+traten Ilse und Nellie lachend und plaudernd, mit ganz erhitzten Wangen,
+Arm in Arm, aus der Thuer desselben.
+
+Geheimnisvoll winkte ihnen die Koechin zu. "Fraeulein Ilschen," sagte sie,
+"Sie moechten gleich zu Fraeulein Guessow kommen!"
+
+"Es ist doch nichts passiert, Baerbchen?" fragten beide Maedchen fast
+zugleich.
+
+"O nein, passiert gerade nichts, aber das Kind ist kraenker geworden, ich
+soll gleich den Doktor holen. Es soll aber niemand etwas wissen. Sie
+brauchen keine Angst zu haben, Fraeuleinchens," beruhigte sie, als sie die
+erschrockenen Gesichter vor sich sah, "so schnell geht das nicht mit so
+kleinen Kindern. Krank - tot - gesund - man weiss nicht, woher es kommt!
+Aber nun will ich laufen!" Und wie der Wind war sie die Treppe hinunter
+und zum Hause hinaus.
+
+"Ich gehe mit dich," sagte Nellie, aber Ilse wehrte ihr ab.
+
+"Du musst in den Saal zurueckkehren, Nellie," erklaerte Ilse entschieden, "es
+wuerde Aufsehen erregen, wenn wir beide fehlten. Ich gehe allein und bringe
+dir bald Bescheid."
+
+Traurig sah Nellie der Freundin nach, dann kehrte sie zurueck in den
+hellerleuchteten Saal. Schwer legte es sich auf ihr Herz, als sie ringsum
+nur glueckliche, froehliche Menschen sah - unwillkuerlich fuellte sich ihr
+Auge mit Thraenen.
+
+Aber ihr betruebtes Gesicht durfte niemand sehen, sie trat deshalb
+unbeachtet hinter eine Tannengruppe.
+
+Einer indes hatte sie doch beachtet und das war Doktor Althoff. Als er sie
+mit so ernstem Gesicht eintreten und gleich darauf verschwinden sah,
+naeherte er sich ihr langsam.
+
+"Weshalb suchen Sie die Einsamkeit, Miss Nellie?" fragte er herzlich.
+"Haben Sie Kummer?"
+
+"O Herr Doktor, ich aengstige mir so um das Kind! Baerbchen hat Ilse gerufen
+und holt jetzt der Arzt!" Und Nellies sonst so froehliche Augen blickten in
+Angst und Trauer den jungen Mann an.
+
+Doktor Althoff hatte sie nie so lieblich gesehen als in diesem
+Augenblicke.
+
+Die schelmische, lustige Nellie in dem duftigen, hellblauen Kleide, den
+Kranz von Tausendschoen im goldblonden Haar, hatte ihn schon den ganzen
+Abend erfreut, die trauernde Nellie, die ein so warmes Mitgefuehl verriet,
+entzueckte ihn geradezu.
+
+"Beruhigen Sie sich," troestete er, "ich werde sofort in das Krankenzimmer
+gehen und verspreche Ihnen, Sie zu benachrichtigen, wie es dort steht."
+
+Als er die Thuer desselben nach leisem Anklopfen oeffnete, bot sich ihm ein
+ruehrender Anblick dar. Ilse kniete an dem Bett und hatte ihr Haupt dicht
+neben Lillis Koepfchen gelegt, so dass ihre braunen Locken sich mit den
+lichtblonden des Kindes mischten. Eine frische, rote Rose, der einzige
+Schmuck, den sie heute abend getragen, hatte sich aus ihrem Haar geloest
+und lag halb entblaettert auf dem Boden. Fraeulein Guessow legte soeben einen
+neuen Eisumschlag auf der Kranken gluehende Stirn.
+
+Doktor Althoff fragte nicht, - ein Blick auf die kleine Kranke sagte ihm
+alles. Gross und fremd sah sie ihn an, ihre Haendchen zuckten und griffen
+unruhig in die leere Luft. Als Ilse sich erheben wollte, klammerte sie
+sich fest an sie.
+
+"Du sollst nit fortgehn, du bist des Kaisers Tochter!" stiess sie in
+abgerissenen Saetzen heraus, "du bist die Schoenste! - Tanz mit mir - komm!"
+
+Ploetzlich sprangen ihre Phantasien davon ab, und sie sah Ilse fuer das
+Christkind an.
+
+"Du liebes Christkindl hast ein goldenes Kleiderl an, - und ein Kronerl
+tragst auf dem Kopf - ah, wie das strahlt! Du willst mit mir spielen,"
+fuhr sie geheimnisvoll laechelnd fort, "wart nur, ich komm zu dir, zu den
+lieben Engelein! - Ich komm - nimm mich mit!"
+
+Ermattet sank sie nach diesem Anfall in die Kissen zurueck.
+
+Ilse war wie gelaehmt vor Schreck. Niemals zuvor hatte sie an dem Lager
+eines Schwererkrankten gestanden, es war daher natuerlich, dass sie ganz
+fassungslos war. Sie umklammerte Fraeulein Guessow und wurde totenblass, ohne
+ein Wort ueber die bebenden Lippen zu bringen.
+
+"Kehren Sie in den Saal zurueck, Ilse," riet Doktor Althoff und ergriff
+ihre Hand. "Kommen Sie, ich werde Sie fuehren."
+
+Aber sie schuettelte den Kopf. "Ich bleibe hier," sagte sie leise aber
+fest, "ich verlasse Lilli nicht."
+
+Und wie auch die Strauss'schen Klaenge der blauen Donau schmeichelnd und
+verlockend durch die Nacht in das stille Krankenzimmer drangen, Ilse
+dachte nicht daran, zur Lust und Freude zurueckzukehren. Ihre ganze Seele
+war von den Leiden ihres Lieblings erfuellt.
+
+Nur wenige Augenblicke lag Lilli still und mit geschlossenen Augen da,
+dann fing sie von neuem weit heftiger an zu phantasieren. Bald rief sie
+nach Ilse, um mit ihr zu tanzen, bald wollte sie mit dem Christkindl
+spielen, zuletzt fing sie an, mit leiser, matter Stimme zu singen: "Kommt
+a Vogerl geflogen -"
+
+Wie klang heute des Kindes Lied so weh und traurig! Ilse musste sich
+abwenden, heisse Thraenen rannen ueber ihre Wangen, es war, als muesse ihr das
+Herz zerspringen.
+
+"Ich befuerchte das Schlimmste!" sprach Fraeulein Guessow tief ergriffen.
+"Wenn nur der Arzt kaeme!"
+
+Nach kurzer Zeit, die den Wartenden eine Ewigkeit duenkte, trat derselbe
+ein. Sein Blick fiel auf das Kind, und er erschrak. Wie hatte es sich
+veraendert, seitdem er es verlassen, was war seit gestern aus dem
+bluehenden, lebensfrohen Wesen geworden! Die runden Wangen waren
+eingefallen und die grossen, schwarzen Augen starrten wie abwesend in die
+leere Luft. Er nahm ihre Hand und fuehlte nach ihrem Puls, - sie merkte
+nichts davon, leise fing sie wieder an zu singen: "Und es kuemmert sich ka
+Hunderl -"
+
+"Au, au!" schrie sie ploetzlich auf und griff nach ihrem Kopfe. "Das
+Katzerl beisst mich! Nimm es weg, Fraeulein! Au weh!"
+
+Der Arzt ruehrte ein Pulver in ein Glas Wasser und reichte es ihr. Nur
+muehsam war ihr dasselbe beizubringen und erst auf Ilses sanftes Zureden
+oeffnete sie die Lippen. Nachdem sie getrunken, wurde sie ruhiger und
+verfiel in einen Halbschlummer.
+
+"Wo wohnen die Eltern der Kleinen?" wandte der Arzt sich an Fraeulein
+Guessow. "Ich rate, dieselben unverzueglich von der Krankheit zu
+benachrichtigen. Ich kann fuer den Ausgang nicht stehen. - Wir haben es mit
+einer boesartigen Gehirnentzuendung zu thun."
+
+"Nur die Mutter lebt," nahm Doktor Althoff das Wort und erbot sich, sofort
+ein Telegramm an dieselbe abgehen zu lassen. Nach seiner Berechnung konnte
+sie schon am Abend des naechsten Tages eintreffen.
+
+Bevor er das Haus verliess, kehrte er noch einmal in den Saal zurueck, um
+die Vorsteherin mit dem Ausspruch des Arztes bekannt zu machen. Nellie,
+die gerade mit Georg Brenner Francaise tanzte und nicht aus der Reihe
+treten konnte, warf einen aengstlich fragenden Blick auf ihn, fluechtig nur
+streifte sie sein Auge, und doch erriet sie, dass er nichts Gutes zu melden
+habe. O, waere nur der Tanz erst zu Ende, dass sie ihn fragen koennte! Aber
+er wartete nicht darauf, nach wenigen Minuten verliess er schon wieder den
+Saal und liess Nellie in den peinlichsten Zweifeln zurueck. War es schlimmer
+geworden? Der Vorsteherin ruhiges Gesicht gab ihr keine Antwort auf ihre
+Frage. Es lag dasselbe wohlwollende Laecheln auf demselben wie zuvor. Sie
+unterhielt sich mit einigen Gaesten ohne jede sichtbare Erregung.
+
+Und doch war sie bis in das Innerste erregt. Aber sie verstand die seltene
+Kunst, sich meisterhaft zu beherrschen. Warum sollte sie ploetzlich Schreck
+und Aufregung in die Freude bringen? In einer Viertelstunde war der Tanz
+vorueber, dann sollten die jungen Maedchen sich niederlegen, ohne zu
+erfahren, wie es mit der Kranken stand. Die Jugend bedarf des Schlafes,
+sagte sie sich, besonders nach einer halb durchtanzten Nacht.
+Verschlimmerte sich Lillis Zustand, so erfuhren sie diese traurige
+Botschaft am Morgen noch frueh genug.
+
+Ilses Verschwinden, das allgemein bemerkt wurde, hatte Nellie auf ihre Art
+entschuldigt, sie hatte jedem Fragenden geantwortet: "O ja, sie wird
+gleich wieder da sein, sie hat nur auf ein Augenblick Kopfschmerzen." Der
+Vorsteherin hatte sie so halb und halb die Wahrheit gesagt. Aber der Ball
+ging zu Ende und Ilse war nicht wiedergekehrt. -
+
+Miss Lead hatte von der Vorsteherin den Auftrag erhalten, dafuer Sorge zu
+tragen, dass die Maedchen still und geraeuschlos ihre Gemaecher aufsuchten,
+das wurde befolgt, aber als sie sich sicher glaubten, als die englische
+Lehrerin sich in ihr Zimmer zurueckgezogen hatte, da huschten sie alle noch
+auf eine kurze Zeit zu Rosi hinueber, deren Stuebchen ganz am Ende des
+Korridors lag. Sie mussten noch einen kurzen Austausch haben, ihre jungen
+Herzen waren zu voll von dem herrlichen Feste.
+
+Melanie brachte ihre duftigen Straeusse, die sie im Cotillon erhalten hatte,
+mit und breitete sie auf dem Tische aus. Mit wehmuetiger Freude betrachtete
+sie den reichen Segen. "Ach!" rief sie aus, "wie schade, dass alles vorbei
+ist!"
+
+"Alles Schoene ist vergaenglich, nur die Erinnerung bleibt!" entgegnete
+Flora weise. Und sie betrachtete bei ihren Worten die Photographie eines
+jungen Mannes, die sie vorsichtig und geschickt in ihrem Taschentuche
+verborgen hielt. - Es war Georg Breitners Bild. Er hatte dafuer das ihrige
+eingetauscht.
+
+"Ach, Kinder, es war doch zu schoen!" brach Annemie in ploetzlicher
+Begeisterung aus. "O, was ich euch alles erzaehlen koennte!"
+
+"Und ich! Und ich!" klang es durcheinander.
+
+"Ihr wuerdet staunen, wenn ich sprechen wollte!" rief Melanie stolz und
+schlug ihr Auge kokett gen Himmel, "ich habe viel erlebt!" - In ihrem
+Eifer vergass sie ganz, ihre Stimme zu daempfen.
+
+"Nicht so laut, Melanie," ermahnte Rosi und Orla stimmte ihr bei. "Wir
+wollen zu Bett gehen," riet sie ernstlich, "denn wenn ihr erst anfangt,
+eure Erlebnisse zu erzaehlen, dann koennen wir bis zum hellen Morgen hier
+sitzen."
+
+"Morgen ist Sonntag, da koennen wir ausschlafen!" meinte Grete, die darauf
+brannte, die geheimnisvoll angedeuteten Geschichten zu hoeren. "Wo sind
+denn aber Ilse und Nellie?" unterbrach sie sich ploetzlich und sah sich um;
+"ich habe Ilse den ganzen Abend nicht gesehen. Hatte sie wirklich
+Kopfschmerzen? Kommt, wir wollen uns zu ihnen schleichen und nachsehen!"
+
+Doch dieser allgemein Beifall findende Vorschlag kam nicht zur Ausfuehrung.
+Eben als sie auf den Zehen einige Schritte gethan, stand Miss Lead wie ein
+Nachtgespenst vor ihnen.
+
+"Wo wollt ihr hin?" fragte sie erzuernt. "Habe ich euch nicht Ruhe geboten?
+Sofort legt euch nieder, - und morgen werde ich euren Ungehorsam der
+Vorsteherin melden!"
+
+So wurde es denn still in den oberen Raeumen. Die plaudernden Lippen
+verstummten nach und nach - die Augen schlossen sich zu suessem Schlummer
+und ein guetiger Traumgott fuehrte die Schlafenden zurueck in den festlichen
+Saal. Noch einmal liess er die Musik erklingen und die junge Schar im
+lustigen Tanze dahinfliegen. -
+
+"O wie oede ist die Wirklichkeit!" war Melanies erstes Wort, als sie
+erwachte.
+
+ * * *
+
+In dem Krankenzimmer dachte man nicht an Schlaf, noch weniger an
+glueckliche Traeume. Traurig sah es dort aus. Lilli tobte zwar nicht mehr,
+aber sie lag ohne Teilnahme da. Das Fieber war noch immer im Zunehmen
+begriffen. Als die Vorsteherin eintrat, erhob sich der Arzt und teilte ihr
+seine Befuerchtung mit. Ilse schluchzte leise in sich hinein; es wurde ihr
+so schwer, sich zu beherrschen.
+
+"Geh zu Bett, Ilse," sprach Fraeulein Raimar sanft zu ihr, "du darfst nicht
+laenger hier verweilen."
+
+Der Arzt stimmte energisch bei, und so schmerzlich bittend das junge
+Maedchen auch die Vorsteherin ansah, dieselbe beharrte bei ihrem Willen.
+
+"Du bist ein gutes Kind," sagte sie weich und ihre Stimme klang wie
+verhaltene Thraenen, "aber ich darf deinen Wunsch nicht erfuellen. Ein
+laengerer Aufenthalt hier koennte deiner Gesundheit schaden. Du kannst dem
+Kinde auch nicht helfen, - sieh hin - es kennt dich - uns alle nicht
+mehr!"
+
+ [Illustration]
+
+Bevor sie das Zimmer verliess, trat Ilse noch einmal zoegernd und leise an
+Lillis Bett. Zitternd ergriff sie die kleine, fieberheisse Hand, beugte
+sich nieder und drueckte einen Kuss darauf. "Gute Nacht, Liebling," hauchte
+sie leise, "gute Nacht!"
+
+Und mit einem langen, thraenenschweren Blick auf das blasse Gesichtchen
+nahm sie Abschied, ach, sie fuehlte es, es war ein Lebewohl fuer immer. Dann
+eilte sie hinaus, das Taschentuch fest vor den Mund gepresst, damit sie vor
+Herzeleid nicht laut aufschreie.
+
+Draussen, dicht vor der Thuer, stand Nellie. Unbemerkt war sie der
+Vorsteherin gefolgt und hatte die Freundin erwartet. Ilse fiel ihr um den
+Hals und Nellie fuehrte die Trostlose hinauf in ihr Zimmer. Dort angelangt
+warf Ilse sich verzweifelnd auf ihr Bett und begrub ihr Gesicht laut
+weinend in die Kissen.
+
+"Ist sie so sehr krank?" fragte Nellie.
+
+"Sie stirbt, Nellie!" schluchzte Ilse ausser sich, "unser suesser, kleiner
+Liebling stirbt!"
+
+Nellie wurde blass und ein heftiges Zittern ueberfiel ihren Koerper, aber
+sagen konnte sie nichts. Sie vermochte niemals ihren Schmerz laut
+herauszujammern, die ungestueme Art Ilses war ihr fremd. War das zu
+verwundern? Ilse hatte Kummer und Leid noch niemals Aug in Auge gesehen,
+ihre frohe Jugendzeit war bis dahin einem sonnigen Maientag zu
+vergleichen, der wolkenlos mit blauem Himmel auf die Erde niederlacht, -
+wie anders Nellie! So mancher truebe Schatten hatte bereits ihr junges
+Dasein verdunkelt! Sie musste an den Tod des geliebten Vaters denken, der
+sie so jung als Waise zurueckliess!
+
+Still setzte sie sich neben die Freundin auf den Bettrand und ergriff
+deren Hand.
+
+"Komm," sagte sie mit unsichrer Stimme, "setze dir hoch. Du machst dir
+auch krank, wenn du so hitzig bist! Und wenn wir uns tot weinen, wir
+machen doch der arm' klein' Herz nicht gesund. Wenn der liebe Gott sagt:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich will der klein' Engel zu mich nehmen,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} was koennen wir da machen? - O
+Ilse! es ist gar nicht so schrecklich, als ein jung Kind zu sterben! Wer
+weiss, welch' traurig Schicksal unsre Lilli aufwartete: Ist es nicht
+besser, da tot zu sein? - Ich waer' sehr gluecklich, wenn mich der liebe
+Gott als klein' Kind zu sich genommen haette!"
+
+Wie traurig das klang! Sofort wendete sich Ilses ganzes Mitleid ihrer
+einzigen Nellie zu. Sie antwortete nichts, aber sie erhob sich und
+umschlang dieselbe fest und innig. Und die beiden jungen Maedchengestalten
+in ihren duftigen Ballgewaendern, die sie nur zur Freude zu tragen gehofft
+hatten, schlossen in diesem ernsten Augenblick einen innigen
+Freundschaftsbund fuer das ganze Leben. Der Mond trat ploetzlich hinter dem
+dunklen Gewoelk hervor und verklaerte mit seinem blassen Schimmer die
+lieblichen, thraenenvollen Gesichter der Freundinnen wie zwei betaute
+Rosen, die an einem Stengel erblueht sind. -
+
+ * * *
+
+Es war ein truebseliger Sonntag, der dem Ballfeste folgte. Als die junge
+Schar, noch ganz erfuellt von der Erinnerung an dasselbe, beim Morgenkaffee
+sass, trat Fraeulein Guessow ein. Bei ihrem Anblick verstummte das froehliche
+Geplauder, ihr blasses und verweintes Gesicht verkuendete nichts Gutes.
+Ilse und Nellie waren sofort an ihrer Seite, sie hatten bis dahin
+seitwaerts gestanden; es war ihnen unmoeglich, an der Froehlichkeit der
+andern teilzunehmen.
+
+"Ist es besser?" fragte Ilse hoffend und bangend zugleich.
+
+Traurig schuettelte die Angeredete den Kopf und ihre Augen fuellten sich mit
+Thraenen. "Nein," sagte sie, "es ist nicht besser. Die Krankheit hat sich
+gesteigert und ihr muesst euch auf das Schlimmste gefasst machen. Ich teile
+euch dies mit, Kinder, damit ihr nicht allzusehr erschreckt, wenn -" Sie
+konnte den Satz nicht vollenden, Thraenen erstickten ihre Stimme.
+
+Eine augenblickliche Todesstille trat bei dieser Eroeffnung ein. Als aber
+Ilse laut zu schluchzen anfing, da erhob sich ein allgemeines Jammern und
+Wehklagen. Kein Auge blieb trocken bei dem Gedanken, den herzigen Liebling
+fuer immer hergeben zu muessen.
+
+Die junge Lehrerin entfernte sich und Ilse eilte ihr nach.
+
+"Lassen Sie mich zu ihr," bat sie dringend und erhob die Haende. "Bitte!"
+
+Sie konnte ihr diesen Wunsch nicht erfuellen. "Du darfst sie nicht
+wiedersehn, Ilse," sagte sie fest und entschieden. "Sie hat sich so
+veraendert, dass deine lebhafte Phantasie ihr trauriges Bild fuer lange Zeit
+nicht vergessen wuerde. Sie ist nur noch ein Schatten des schoenen,
+froehlichen Kindes."
+
+Und sie kuesste die trostlose Ilse und kehrte in das Krankenzimmer zurueck,
+das Fraeulein Raimar seit Mitternacht nicht wieder verlassen hatte.
+
+Als Ilse wieder in den Speisesaal eintrat, stand Miss Lead fertig zum
+Kirchgang angekleidet mit dem Gesangbuch in der Hand da. Sie trieb zur
+Eile an, da es hohe Zeit sei, zur Kirche zu gehen.
+
+"Ich kann Sie heute nicht begleiten, Miss Lead," entgegnete Orla, die ganz
+gegen ihre Gewohnheit sich vom Gefuehle uebermannen liess und heftig weinte;
+"ich kann es nicht!"
+
+"Ich auch nicht! - Ich auch nicht!" erklaerten die uebrigen. Selbst Rosi,
+die stets Sanfte und Gefuegige, bat um Verzeihung, wenn sie ebenfalls
+zurueckbleibe. "Ich bin so aufgeregt und koennte nicht andaechtig auf die
+Predigt hoeren," fuegte sie hinzu.
+
+"Ich begreife euch nicht," sprach die Englaenderin hoechst erstaunt von
+einer zur andern sehend. "Ist das Gotteshaus nicht der beste Ort fuer ein
+gequaeltes Herz? Sagt nicht der Herr: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kommt her zu mir alle, die ihr
+muehselig und beladen seid, ich will euch erquicken!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Ich gehe und will fuer
+die Kranke beten, vielleicht erhoert mich der Herr."
+
+Und sie ging, und die englischen Pensionaerinnen schlossen sich ihr an. Sie
+teilten in ihrem strengglaeubigen Herzen die Ansicht der Lehrerin. Nur
+Nellie blieb zurueck. Nicht weil sie weniger glaeubig war - o nein! Sie
+hatte ein kindlich frommes Gemuet, aber sie hatte auch ein
+tiefempfindendes, warmes Herz; es waere ihr unmoeglich gewesen, das Haus,
+das ihr eine liebe Heimat geworden war, in einem Augenblicke zu verlassen,
+wo der Todesengel seinen Einzug halten konnte.
+
+"Ich will auch beten," sagte sie leise wie fuer sich. Und sie trat in den
+Hintergrund des Zimmers, kniete nieder, legte die gefalteten Haende auf
+einen Stuhl und beugte den Kopf darueber. In dieser andaechtigen Stellung
+verbrachte sie lange Zeit und betete heiss und innig zu Gott, dass er Lilli
+am Leben erhalten moege. -
+
+Aber es stand anders in den Sternen geschrieben. Gegen Abend oeffnete die
+Vorsteherin ploetzlich weit die Fensterfluegel im Krankenzimmer - Lilli war
+tot.
+
+Sanft hatte der Todesengel sie auf die Stirn gekuesst und sie hinweggetragen
+in sein dunkles Schattenreich. Wie ein sorglos schlummerndes Kind lag sie
+da, der krampfhaft entstellende Zug war geschwunden und ein friedliches
+Laecheln lag ueber den leise geoeffneten Lippen.
+
+Die beiden Lehrerinnen standen stumm und mit gefalteten Haenden am Bette
+der kleinen Verstorbenen und konnten den Blick nicht von ihr trennen. Die
+Abendsonne verklaerte mit rosigem Schimmer das zarte Gesicht und in dem
+knospenden Apfelbaume vor dem Fenster sang ein Star sein melodisches
+Abendlied - draussen erwachendes Fruehlingsleben - hier die junge
+Menschenknospe - gebrochen, ehe sie sich zur Bluete entfalten konnte.
+
+"So frueh und in der Fremde musstest du sterben, armes Kind!" unterbrach
+Fraeulein Guessow die feierliche Stille.
+
+"Sie fuehlte sich gluecklich und heimisch bei uns," entgegnete Fraeulein
+Raimar tief ergriffen. "Die eigentliche Heimat war ihr fremd geworden. -
+Sie hat nicht einmal nach der Mutter verlangt."
+
+"Wie sanft sie schlummert, als ob sie leben und atmen muesste. O, sie ist
+gluecklich!" Und in einem ploetzlich ueberwallenden Gefuehle beugte sich die
+junge Lehrerin laut weinend ueber Lilli und kuesste ihr die kalte Stirn.
+"Schlaf wohl, schlaf wohl, teures Kind! Gott hatte dich lieb, darum nahm
+er dich zu sich!"
+
+"Fassen Sie sich, liebe Freundin," ermahnte Fraeulein Raimar, indem sie die
+Hand auf der Erregten Schulter legte, "uns bleibt jetzt die schwere
+Aufgabe, die Kinder mit dem traurigen Ausgang bekannt zu machen. So ruhig
+als moeglich muessen wir ihnen diese Mitteilung machen, damit die ohnehin
+erregten Gemueter nicht ganz ausser Fassung kommen."
+
+Aber sie kamen doch ausser Fassung, besonders Ilse, deren lebhafte Natur
+sich dem Schmerze zuegellos hingab. Sie glaubte vergehen zu muessen. Noch
+nie hatte sie sich so ungluecklich gefuehlt, als in der ersten Nacht nach
+Lillis Tode, selbst damals nicht, als sie den Wagen fortfahren sah, der
+den geliebten Vater entfuehrte, und sie fremd und verlassen an der Pforte
+dieses Hauses stand.
+
+ * * *
+
+Lilli war in die Erde gebettet. Unter Schneegloeckchen und Veilchen
+schlummerte sie. Der kleine Sarg war mit den holden Fruehlingskindern ueber
+und ueber bedeckt gewesen. Tief betrauert wurde das kleine Wesen von allen,
+die mit ihm in naehere Beruehrung gekommen, und es hatte allgemein
+schmerzliche Verwunderung erregt, dass die Mutter fern geblieben war.
+
+Am Todestage Lillis war ein Telegramm angekommen, worin sie meldete, dass
+sie erst am Dienstag abend eintreffen koenne. Es sei ihr unmoeglich, frueher
+zu kommen, da sie am Montag in einem neuen Stuecke die Hauptrolle zu
+spielen habe. Als ihr an diesem Tage der Tod ihres Kindes gemeldet wurde,
+kam umgehend ein Brief voll ueberschwenglicher Klagen, aber sie blieb fern.
+Kostbare Blumen hatte sie gesandt, auch der Vorsteherin den Auftrag
+gegeben, ein Marmormonument, einen knieenden Engel darstellend, fuer des
+Kindes Grab anfertigen zu lassen, mit goldenen Buchstaben solle auf dem
+Sockel eingegraben werden: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Teures Kind, bete fuer mich.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+Aeusserlich war somit alles geschehen, aber das Herz blieb kalt bei diesen
+pomphaften Kundgebungen.
+
+"Meine Mama waere gekommen, wenn sie mich sterbenskrank gewusst haette,"
+bemerkte Ilse, als sie Nellie den Brief vorlas, den ihr die Mutter so
+herzlich und troestend geschrieben hatte.
+
+"O sicher, sie waer von der Welten Ende zu dich gereist," beteuerte Nellie
+lebhaft.
+
+"Und sie ist nicht einmal meine rechte Mutter," fuhr Ilse nachdenklich
+fort. "Ach Nellie, ich habe sie oft recht sehr gekraenkt! Glaubst du wohl,
+dass sie mir vergeben wird?"
+
+Ilses Herz war so weich und empfaenglich durch den Schmerz geworden und
+eine ernste, weihevolle Stimmung durchdrang ihr ganzes Wesen. Nie waren
+ihr bis dahin aehnliche Gedanken gekommen, und waere es der Fall gewesen,
+haetten sie frueher einmal bei ihr angeklopft, sie wuerden keinen Einlass
+gefunden haben. Heute war es anders, sie hatte das Beduerfnis, sich gegen
+ihre Herzensfreundin auszusprechen und sich anzuklagen.
+
+"O mach dich kein Kummer darum, Kind. Deine Mutter hat ein so liebesreiche
+Herz, kein Titelchen Bosheit fuer dir ist darin. Sie vergebt dir alles. Du
+warst ja auch noch ein ungezogen, dumm' Baby, als du bei sie warst, jetzt
+aber bist du eine sehr anstaendige (sie meinte verstaendige) junge Dame."
+
+"Ist das dein Ernst, Nellie?" fragte Ilse und sah mit ihren Kinderaugen
+Nellie zweifelnd an.
+
+"Es ist mein Ernst, und ich gebe dir den guter Rat, schreibe an deiner
+Mutter ein lang' Brief und bitte ihr um Verzeihung."
+
+Ilse ueberlegte einen Augenblick. "Du hast recht, Nellie," sagte sie dann
+entschlossen, "ich werde ihr schreiben, ich bin es ihr schuldig. Heute
+noch will ich es thun! Wenn sie mir nur bald darauf antwortet, ich werde
+nicht eher ruhig sein!"
+
+Als sie sich eben niedergesetzt hatte, ihr Vorhaben auszufuehren, trat
+Flora mit strahlenden Augen ein.
+
+"Ich muss euch meine neuesten Gedichte vorlesen," sagte sie erregt, "sie
+sind das beste, was ich bis jetzt geschrieben habe! Ihr muesst mich
+anhoeren!"
+
+Und sie entfaltete ein starkes Heft, in welchem sie Lillis Tod in den
+verschiedensten Dichtungsarten besungen hatte.
+
+ _Elegie auf den Tod einer vom Sturm geknickten Rosenknospe!_
+
+begann sie zu lesen.
+
+Nellie hielt sich die Ohren zu. "Schweig still! Ich mag dir nicht anhoeren
+mit dein dumm Zeug! Aergere mir nicht damit!"
+
+Ilse stimmte ihr bei. "Lass uns zufrieden, Flora," sagte sie, "wir sind
+noch zu traurig, als dass wir lachen moechten! Und du weisst doch, dass alle
+deine Gedichte uns lustig machen."
+
+Tief verletzt schloss Flora ihr Heft, auf dessen Umschlag mit grossen
+Buchstaben zu lesen stand: "Floras Klagelieder!" - "Ihr habt keinen Sinn
+fuer erhabene Dichtkunst, und ich will Gott danken, wenn es Ostern ist und
+ich diesen prosaischen Aufenthalt verlassen kann!"
+
+Sie verliess die Undankbaren und suchte Rosi auf. Wenn niemand ihre
+Dichtkunst bewundern wollte, fand sie an ihr stets eine geduldige
+Zuhoererin. "Das rechte Verstaendnis freilich fehle ihr," meinte Flora mit
+einem ergebungsvollen Seufzer.
+
+Der Brief an die Mutter war abgeschickt. Acht Tage waren seitdem vergangen
+und noch war keine Antwort eingetroffen. Ilse war unruhig und aufgeregt
+darueber. Nellie, ihre einzige Vertraute, troestete sie.
+
+"Es ist ja noch kein' Ewigkeit vorbei, seit du schriebst," sagte sie. "Es
+scheint dich nur so, weil du immer daran denkst. Ich wette, heute wirst du
+ein schoen, lang Brief haben. Mich ahnt das!"
+
+Und richtig, Nellies Ahnung, die eigentlich gar nicht so ernst gemeint
+war, ging in Erfuellung. Es kam ein Brief an Ilse.
+
+"Komm sogleich in mein Zimmer, Ilse, ich habe dir etwas mitzuteilen!" Mit
+diesen Worten empfing Fraeulein Raimar dieselbe, als sie eben aus der
+Kirche kam.
+
+Klopfenden Herzens folgte ihr das junge Maedchen, sich den Kopf
+zerbrechend, welch eine geheimnisvolle Mitteilung ihrer wartete. -
+
+"Ich habe soeben einen Brief von deinem Papa erhalten, liebes Kind, worin
+er mich bittet, dir etwas recht Erfreuliches zu verkuenden. Ahnst du nicht,
+was es sein koennte?"
+
+"Nein," entgegnete Ilse und blickte die Vorsteherin erwartungsvoll fragend
+an.
+
+"Dir ist ein Bruederchen beschert worden! Da, hier lies selbst, der Papa
+hat fuer dich einen Brief eingelegt."
+
+Aber Ilse vermochte nicht zu lesen in diesem Augenblick. Die Nachricht
+hatte sie bis in das Innerste erfreut und durchzittert. Das Blut schoss ihr
+heiss in die Wangen, und ehe sie noch ein Wort ueber die Lippen bringen
+konnte, flog sie dem Fraeulein an den Hals und kuesste dieselbe. Sie musste an
+jemand ihre jubelnde Freude auslassen.
+
+Als sie zur Besinnung kam, schaemte sie sich ihrer Uebereilung. Wie konnte
+sie allen Respekt ausser acht lassen und so ungeniert die Vorsteherin
+umarmen!
+
+"Verzeihen Sie," sagte sie befangen und trat bescheiden zurueck. Aber
+Fraeulein Raimar schnitt ihr das Wort ab und nahm sie noch einmal herzlich
+in den Arm.
+
+"Komm her, mein Kind," sagte sie warm, "und lass mich die erste sein, die
+dir von ganzem Herzen Glueck wuenscht." - Spaeter aeusserte sie gegen Fraeulein
+Guessow, dass Ilses strahlende Freude ihr so recht den Beweis fuer deren
+kindlich unbefangenes Herz gegeben habe. Anfangs habe sie nicht geglaubt,
+dass Ilses trotzige Natur sich jemals zuegeln lassen werde.
+
+Der Brief an Ilse war nur kurz und von der Mutter schon vor mehreren Tagen
+an sie geschrieben. Der Papa trug an der Verzoegerung schuld, er hatte noch
+einige Zeilen hinzufuegen wollen und war nicht gleich dazu gekommen.
+
+"Lies erst, was sie schreibt!" bat Nellie, zu der Ilse jubelnd in das
+Zimmer gestuerzt war, "lies erst, nachher sprechen wir von die Baby."
+
+Und Ilse las:
+
+
+
+
+
+
+"Mein teures Kind!
+
+Dein letzter Brief hat mich sehr gluecklich gemacht! Ich kann den
+Augenblick kaum erwarten, wo ich Dich an mein Herz nehmen darf, um Dir mit
+einem herzlichen Kuss zu sagen, dass ich Dir niemals boese war. Ich wusste
+immer, dass mein Trotzkoepfchen schon den Weg zu mir finden werde. Mache Dir
+nur keine Sorgen um vergangene kleine Suenden, sie sind laengst in alle
+Winde verweht, denke lieber an die zukuenftige Zeit, in der wir wieder
+beisammen sind, und male sie Dir so rosig aus, wie Deine junge Phantasie
+es nur zu thun vermag. Ich habe Dich sehr, sehr lieb! Mit zaertlichen
+Kuessen
+
+ _Deine Mama_."
+
+
+
+
+
+
+Und der Papa hatte gestern fluechtig dazu geschrieben:
+
+
+
+
+
+
+"Hurra! Wir haben einen praechtigen Jungen! Ich habe nur den einen Wunsch,
+ihn Dir, mein Kleines, gleich zeigen zu koennen. Er sieht Dir aehnlich, hat
+gerade so lustige, braune Augen wie Du! Morgen schreibe ich Dir mehr."
+
+
+
+
+
+
+ [Illustration]
+
+"O!" jammerte Ilse unter Lachen und Weinen, "wenn ich doch gleich dort
+sein koennte! Ich habe so grosse Sehnsucht, die Mama, den Papa und das
+kleine Bruederchen zu sehen!" Dabei umarmte und herzte sie Nellie, und als
+Fraeulein Guessow hinzutrat, fiel sie auch dieser um den Hals. Sie haette in
+ihrer Seligkeit am liebsten die ganze Welt umarmt! -
+
+Am Nachmittag, als der erste Freudenrausch sich gelegt hatte, kehrten
+Ilses Gedanken zu der verstorbenen Lilli zurueck. Sie machte sich Vorwuerfe,
+dass sie deren Andenken heute so ganz vergessen konnte!
+
+"Komm, Nellie," sagte sie, "lass uns im Garten Veilchen pfluecken zu einem
+Kranz auf Lillis Grab."
+
+Fraeulein Guessow stimmte diesem Vorschlage bei und begleitete gegen Abend
+die Freundinnen hinaus auf den stillen Friedhof. Ilse beugte sich nieder
+und legte den Kranz auf den frischen Grabhuegel. Noch lagen die vielen
+andern Kraenze von dem Begraebnisse darauf, aber sie waren verwelkt und
+trocken, und in den langen, weissen Atlasbaendern spielte der Abendwind. -
+
+Die Tage kamen und gingen, und das Osterfest war vor der Thuer. Die
+Pruefungen waren bereits vorueber, und die ausgeteilten Zeugnisse hatten
+Freude oder Kummer hervorgerufen, je nachdem sie fuer die Betreffenden
+ausgefallen waren. Ilse konnte zufrieden sein. Mit Ausnahme einzelner
+Faecher, bei denen obenan das Rechnen stand, hatte sie sehr gute
+Fortschritte gemacht. Ihr ernstes Streben, ihr Betragen, das besonders
+seit dem Tode Lillis tadellos geworden war, wurde von ihren Lehrern und
+Lehrerinnen ruehmend hervorgehoben, nur die englische Lehrerin schloss sich
+dieser Ansicht nicht an. Sie blieb bei ihrem Vorurteile und fand, dass Ilse
+nach wie vor ohne jede Manier und Grazie sei, auch tadelte sie sehr ihre
+englische Aussprache.
+
+"Lass dir nix vormachen, Ilse," sagte Nellie, als sie allein waren. "Du
+sprichst schon ganz nett englisch und drueckst dir stets sehr fein aus.
+Uebrigens troeste dir mit mir, sieh, was sie hier geschrieben haben," - und
+sie reichte betruebt der Freundin ihr Zeugnis, und Ilse las: Besondere
+Bemerkung: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie macht sehr langsame Fortschritte in der deutschen
+Sprache.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - "Ist das nicht unrecht?" fragte sie. "Ich gebe mich so
+furchtbar grosse Muehe mit eure schwere Sprache."
+
+Nun war die Reihe zu troesten an Ilse. Dieselbe versprach ihr von jetzt an,
+keinen Schnitzer mehr durchgehen zu lassen, Nellie dagegen wollte taeglich
+eine volle Stunde nur englisch mit der Freundin plaudern.
+
+Flora war in hoechster Aufregung. Sie fand es geradezu grossartig, dass
+Doktor Althoff ihr eine II in der Litteratur geben konnte. "Mir das!" rief
+sie aus, sobald er sich entfernt hatte, "mir das! die ich selbst schon so
+lange litterarisch thaetig bin! Aber Sie werden sich wundern, Herr Doktor,
+Sie werden sich wundern!"
+
+Diese geheimnisvolle Anspielung bezog sich auf ihr juengstes Werk. Sie
+hatte gestern den letzten Federstrich daran gethan und es dann sogleich
+mit einem Briefe auf rosa Papier dem Lehrer zur Durchsicht gegeben. Mit
+bescheidenem Selbstbewusstsein hatte sie hinzugefuegt, sie rechne darauf,
+dass ihr Zauberspiel am Geburtstage der Vorsteherin aufgefuehrt werde.
+Sollte Herr Doktor einige kleine Aenderungen fuer notwendig finden, so
+wuerde sie sich gern seinem Rate fuegen. -
+
+Es waren einige Tage darueber vergangen und noch hatte sie keine Antwort
+erhalten. Warum mochte er zoegern? Gefallen musste ihm "Thea, die
+Blumenfee", darueber war sie nicht im Zweifel. Sie hatte sich so
+hineingelebt in ihre Zauberposse, und ihre Phantasie fluesterte ihr einen
+grossartigen Erfolg in das Ohr. Sie hoerte den stuermischen Beifall der
+Anwesenden, - die Dichterin wurde gerufen! - Sie traeumte wachend, langsam
+- gesenkten Auges trete sie aus den Kulissen hervor. - "Flora!" ruft es
+von allen Seiten, und voller Staunen richten sich aller Augen auf sie. -
+Ja, staunt nur, ihr Unglaeubigen, die ihr die arme Flora so oft verkannt
+habt! Jetzt hat sie euch ueberzeugt, dass ihre Dichtkunst kein leerer Wahn
+ist! - Bescheiden und demuetig verneigt sie sich nach rechts und links -
+ohne den Blick zu erheben - sie war vor den Spiegel getreten, um Blick und
+Verbeugung einzustudieren. - "Die Blumenfee werde ich vorstellen," traeumte
+sie weiter, "natuerlich! Wer anders koennte sich so in den Geist der Rolle
+versetzen, als ich! Wie herrlich wird mir das Kostuem stehen! Ein Kleid von
+Silbergaze mit Rosen durchwebt, eine goldene Krone auf dem Haupte, ein
+langer, duftiger Schleier und offnes, wallendes Haar!"
+
+Ganz in Gedanken versunken loeste sie die aufgesteckten Flechten und
+drapierte das Haar malerisch um ihre Schultern. Unwillkuerlich kamen ihr
+dabei die ersten Verse ihres grossen Werkes auf die Lippen und laut, mit
+pathetischer Stimme, fing sie an zu deklamieren:
+
+ "Heraus, ihr Blumen, aus euren Kelchen,
+ Ich will mit euch spielen!
+ Eilt euch, ihr lieben Tulpen und Nelken,
+ Lasst mich nicht warten, ihr vielen, vielen,
+ Heraus, heraus!"
+
+Ein lautes Pochen an der Thuer und ungestuemes Auf- und Niederdruecken des
+Griffes unterbrach sie hoechst unangenehm. Zugleich wurde Gretes Stimme
+laut.
+
+"Warum schliesst du dich denn ein? Mach' schnell auf, ich bringe dir
+etwas!"
+
+In aller Eile befestigte Flora ihr Haar, schob dann den Riegel zurueck und
+fragte aergerlich: "Was willst du denn?"
+
+Grete war in das Zimmer getreten und sah sich verwundert um. "Du sprachst
+doch eben laut," sagte sie, "mit wem hast du dich denn unterhalten?"
+
+Flora blieb ihr die Antwort schuldig; sie sah ihr Manuskript in Gretes
+Hand, ungestuem nahm sie es an sich.
+
+"Gieb her! Wie kommst du zu meinem Hefte?"
+
+"Nur nicht so heftig," entgegnete Grete, "was faellt dir denn ein? Es ist
+die reine Gefaelligkeit, dass ich es dir bringe. Doktor Althoff hat es mir
+fuer dich uebergeben."
+
+"Warum liess er mich nicht selbst rufen? Du wirst dich wohl wieder
+vorwitzig aufgedraengt haben, es ist so deine gewoehnliche Art. Uebrigens
+jetzt kannst du wieder gehen, ich moechte allein sein!"
+
+Aber Grete verspuerte keine Lust, sie zu verlassen, sie witterte ein
+Geheimnis, das musste sie erst heraus haben!
+
+"Ich habe aber keine Lust, dich zu verlassen," sagte sie und setzte sich
+mit aller Gemuetlichkeit nieder.
+
+"Du bist wirklich unausstehlich!" stiess Flora aergerlich heraus und drehte
+Grete den Ruecken. Ploetzlich kam ihr ein Gedanke. "Wenn du durchaus hier
+bleiben willst, so thue es meinetwegen," fuhr sie fort und naeherte sich
+der Thuer, "mich geniert es nicht."
+
+Und sie hatte die Thuer geoeffnet und war hinaus, noch ehe Grete sich
+erhoben hatte. Schnell drehte sie den Schluessel im Schloss um und - das
+neugierige Gretchen war eine Gefangene.
+
+Gefluegelten Schrittes eilte sie in den Garten, der Traueresche zu. Sie
+huschte zwischen den bis auf den Boden herabhaengenden Zweigen hindurch und
+sank auf einem Baenkchen von Birkenstaemmen nieder. Hier war sie vor jedem
+Lauscherblicke sicher.
+
+Sie presste die Hand auf das hochklopfende Herz und ein Zittern ueberlief
+sie vor der Entscheidung! Wie wird sein Urteil ausgefallen sein? Nicht
+lange hielt die zagende Schwaeche an und ihre Zuversicht kehrte zurueck.
+Mutig und siegesbewusst schlug sie das Heft auf. Natuerlich suchte sie
+zuerst nach einigen Zeilen von seiner Hand. Aber sie blaetterte und fand
+nichts. Sie breitete das Heft auseinander, hielt es hoch, schuettelte es
+tuechtig, der erwartete Brief fiel nicht heraus. Sie war hoechst betroffen,
+da sie bei einer fluechtigen Durchsicht des Manuskripts auch nicht die
+kleinste Notiz entdecken konnte. Schon wollte sie es unwillig beiseite
+legen, als ihre Augen zwei Worte entdeckten, die Doktor Althoff mit seiner
+zierlichen und doch festen Handschrift mit roter Tinte gerade in den
+Schnoerkel hineingeschrieben, den sie dem Schlussworte "Ende" malerisch
+angehaengt hatte. Sie las und fiel wie gebrochen hintenueber.
+
+"Abscheulich!" riefen ihre bebenden Lippen, "empoerend!"
+
+Floras Entruestung war wohl natuerlich, zertruemmerten doch die beiden
+kleinen Woertchen den ganzen Prachtbau ihres Luftschlosses. "Konfuses
+Zeug!" stand da deutlich geschrieben und erbarmungslos war hiemit das
+Todesurteil ihrer Dichtung besiegelt.
+
+Sie ballte die Haende in ohnmaechtiger Wut und hasste den Mann, den sie bis
+dahin so schwaermerisch angebetet hatte. Warum verkannte er ihr Genie, oder
+vielmehr, warum wollte er dasselbe nicht anerkennen? Sie wollte zu ihm
+eilen ... sogleich ... er sollte ihr Rechenschaft ueber sein vernichtendes
+Urteil geben!
+
+Aber sie verwarf diesen Entschluss, weil sie befuerchtete, vor Aufregung
+ohnmaechtig zu werden. Und schwach sollte er sie nicht sehen ...
+nimmermehr! Sie wollte ihm schreiben und zwar sofort!
+
+Sie zog ein Notizbuch aus ihrer Tasche und begann einen stuermischen Brief
+aufzusetzen. Kaum hatte sie indes einige Saetze niedergeschrieben, als sie
+durch den gruenen Blaettervorhang Grete gerade auf die Esche losstuermen sah,
+es blieb ihr eben noch Zeit genug, das Notizbuch zu verbergen, als
+dieselbe bereits vor ihr stand.
+
+Floras Gedanken waren nur mit dem Briefe beschaeftigt gewesen, sie hatte
+darueber ihr Manuskript, das sie neben sich auf die Bank gelegt hatte,
+vergessen. Grete hatte es indes mit ihren Spueraugen sofort entdeckt. Wie
+ein Vogel schoss sie darauf los, ergriff es und eilte mit ihrer Beute
+davon.
+
+"Etsch, Fraeulein Flora!" rief sie noch triumphierend, "nun werde ich doch
+hinter deine Geheimnisse kommen! Jetzt bist du meine Gefangene!"
+
+"Grete, gieb her!" rief Flora angstvoll und eilte derselben nach, "bitte,
+bitte! Ich will dir auch schenken, was du haben willst!"
+
+Grete aber blieb taub bei ihren Bitten. Lachend eilte sie weiter.
+
+"Du musst mir mein Eigentum zurueckgeben, ich will es!" drohte Flora, als
+sie einsah, dass Guete nicht half, "ich befehle es dir!"
+
+Darueber brach Grete in ein lautes Gelaechter aus. "Du befiehlst es mir? Das
+ist reizend!" rief sie, "du bist wirklich furchtbar naiv!" Und sie hatte
+das Haus erreicht, waehrend Flora weit hinter ihr zurueckblieb. Trotz ihrer
+schwerfaelligen, plumpen Figur war sie doch weit schneller als letztere,
+die etwas steif und ungelenk war.
+
+Als Flora einsah, dass ihre Verfolgung nutzlos war, blieb sie weinend
+stehen. Einen wahrhaft verzweiflungsvollen Blick warf sie der Raeuberin
+ihres Schatzes nach, denn nun war sie verloren, das heisst preisgegeben dem
+Hohn und Spott der Mitschuelerinnen, an die sie Grete verraten wuerde.
+
+Aber es kam anders. Gerade als Grete die paar Stufen zum Korridor hinaus
+sprang, lief sie beinahe Doktor Althoff in die Arme. Sie hatte ihn nicht
+gesehen, weil sie den Kopf nach rueckwaerts gewandt hielt. Das Heft hoch in
+der Luft schwenkend, hatte sie der armen Flora zugerufen: "Jetzt lese ich
+deine Geheimnisse!"
+
+Mit einem Blick hatte der Lehrer erkannt, um was es sich handelte; er waere
+darueber nicht im Zweifel gewesen, selbst wenn ihn Grete weniger
+erschrocken angesehen haette.
+
+"Sie sollten ja dies Heft an Flora abgeben," sagte er vorwurfsvoll, "wie
+kommt es, dass Sie es noch mit sich herumtragen?"
+
+Sie antwortete nicht und sah ziemlich betreten und beschaemt aus, auch war
+sie rot bis ueber die Ohren geworden.
+
+"Ich werde Ihnen nie wieder einen Auftrag geben," fuhr er fort, "da ich
+sehe, wie wenig ich mich auf Sie verlassen kann. Geben Sie mir das Heft,
+ich werde es selbst an Flora abliefern."
+
+Grete reichte ihm das Verlangte. "Sie ist selbst schuld daran," stiess sie
+zu ihrer Entschuldigung hervor und warf den ohnehin grossen Mund noch mehr
+auf; "sie hat ... sie hat mich eingeschlossen! Zur Strafe habe ich ihr das
+Buch fortgenommen!"
+
+"Zur Strafe!" wiederholte Doktor Althoff mit einem zweifelnden Laecheln,
+"und was wollten Sie jetzt damit machen?"
+
+"Ach," verriet sie sich, "hineingesehen haette ich ganz gewiss nicht! Floras
+Dichtungen sind viel zu ueberspannt und langweilig! Ich wollte sie nur
+necken."
+
+"Grete, Grete!" drohte der junge Lehrer laechelnd mit dem Finger, "wenn
+dies Wort eine Bruecke waere, ich ginge nicht hinueber. Seien Sie in Zukunft
+nicht wieder so indiskret und neugierig, Neugierde ist kein schoener
+Schmuck fuer ein junges Maedchen."
+
+Er wandte sich von der Beschaemten ab und ging auf Flora zu, die langsam
+heran kam. Noch zitterten Thraenen in ihren Augen, die sie wie in
+Verklaerung auf ihren Erretter richtete. Wo war der Hass geblieben, der
+soeben noch in ihrem Innern getobt hatte? Verschwunden und verweht! Die
+alte Liebe und Begeisterung fuer Doktor Althoff hatten ihn zurueckgedraengt
+und waren wieder eingezogen in ihr grossmuetiges Herz. So maechtig wallte die
+Begeisterung in ihr ueber, dass sie ploetzlich, hingerissen von Dankbarkeit,
+sich niederbeugte, seine Hand ergriff und einen heissen Kuss darauf drueckte.
+
+"Ich danke Ihnen," hauchte sie leise, dann eilte sie fort, zurueck zu ihrer
+Friedensstaette, ihrem Musentempel, und anstatt den angefangenen Brief zu
+vollenden, dichtete sie ein Sonett, das die Aufschrift trug: "An ihn."
+
+Doktor Althoff blickte der Davoneilenden kopfschuettelnd nach. "Ein
+ueberspanntes, verdrehtes Wesen!" musste er unwillkuerlich sagen, "und das
+schlimmste ist, sie wird niemals zu heilen sein." -
+
+Der Geburtstag des Fraeulein Raimar, der in den Mai fiel, war stets ein
+grossartiges Fest. Tagesschuelerinnen und Pensionaerinnen wetteiferten mit
+einander, dasselbe durch musikalische und theatralische Auffuehrungen,
+durch lebende Bilder u. s. w. so bunt und unterhaltend zu gestalten als
+moeglich. Auch in diesem Jahre wurde keine Ausnahme gemacht, trotzdem Lilli
+kaum vier Wochen in der Erde ruhte.
+
+"Ich wuerde gern auf eine groessere Feier verzichten," sprach eines Tages die
+Vorsteherin zu der englischen Lehrerin und Fraeulein Guessow, "aber ich darf
+es unsrer Zoeglinge wegen nicht thun. Mehr oder weniger hat sie Lillis Tod
+sehr ergriffen und sie haengen die Koepfe; da ist das beste Mittel, sie
+wieder aufzumuntern, dass wir ihnen eine Zerstreuung schaffen. Mit aller
+Trauer koennen wir ja den Tod des lieben Kindes nicht ungeschehen machen."
+
+Die beiden Damen stimmten ein und beschlossen untereinander, mit den
+Vorbereitungen zu dem Feste zu beginnen. Miss Lead uebernahm es, ein
+englisches Stueck, Fraeulein Guessow, ein franzoesisches Lustspiel
+einzustudieren. Erstere waehlte nur Tagesschuelerinnen zu ihren
+Mitwirkenden, waehrend letztere ihre Rollen nur mit Pensionaerinnen
+besetzte. Sie hatte aber erst einen kleinen Kampf mit den Maedchen, bevor
+dieselben die ihnen zugedachten Rollen annahmen. Flora, die eine alte Dame
+vorstellen sollte, war durchaus nicht damit einverstanden, sie behauptete,
+Rosi passe weit besser zu dieser Rolle, diese aber hatte nicht einen
+Funken schauspielerischen Talentes und wuerde sich niemals dazu verstanden
+haben, Theater zu spielen. Sie sprach auch weniger fliessend franzoesisch
+als Flora.
+
+Fraeulein Guessow machte nicht viel Umstaende. "Wie du willst, Flora," sagte
+sie, "macht es dir kein Vergnuegen, diese allerliebste Rolle zu uebernehmen,
+so waehle ich eine Tagesschuelerin dafuer und du kannst diesmal nur
+Zuschauerin sein."
+
+Das behagte Flora noch weniger. Nach einigem Zoegern entschloss sie sich,
+freilich wie sie sagte, mit grosser Selbstueberwindung, die Alte zu spielen.
+Ilse und Melanie stellten deren Toechter dar und passten in ihren
+Charaktereigentuemlichkeiten praechtig dazu. Melanie putzsuechtig, elegant
+und eitel, Ilse das Gegenteil. Wild und unbaendig, trotzig und
+widerspenstig, natuerlich nichts weniger als elegant fuehrt sie die
+uebermuetigsten Streiche aus und die schwache Mutter ist nicht im stande,
+sie zu zuegeln. Da erscheint ein junger, entfernter Verwandter,
+interessiert sich fuer den Wildfang und versteht es, durch Guete und
+Festigkeit die Tugenden in demselben zu wecken und die Widerspenstige zu
+zaehmen. Zum Schlusse wird sie seine Braut.
+
+"Orla, du kannst die Rolle des Vetters uebernehmen," bestimmte die
+Lehrerin.
+
+"Orla?" fragte Ilse verwundert, "sie kann doch keinen Mann darstellen?"
+
+Es erhob sich ein wahrer Sturm unter den jungen Maedchen bei Ilses
+unschuldiger Frage. Die Stimmen schwirrten durcheinander, denn jede war
+bemueht, Ilse ueber ihre Unwissenheit aufzuklaeren.
+
+"Weisst du denn nicht, wie es bei uns Sitte ist?" fragte Orla.
+
+"Mit Herren duerfen wir nicht Theater spielen," bemerkte Flora spottend,
+"sie sind verpoent in der Pension!"
+
+"Du bist naiv, Ilse!" rief Melanie. "Das ist ja eben so ledern und
+furchtbar oede, dass wir Maedchen auch Maennerrollen geben muessen!"
+
+"Herren, Herren!" wiederholte Annemie unter lautem Lachen, "es ist zum
+totlachen!"
+
+"Ja, wenn Herren mitspielten, dann moechte ich Ilses Rolle spielen,"
+ueberschrie Grete mit ihrer kraeftigen Stimme alle uebrigen, "so aber -"
+
+"So aber wirst du den Bauernjungen uebernehmen, Grete," fuhr Fraeulein
+Guessow dazwischen. Die Aufgeregten hatten ganz deren Gegenwart vergessen.
+"Und jetzt bitte ich mir Ruhe aus, ihr unbaendigen Kinder! Fraeulein Raimar
+hat ihre triftigen Gruende zu ihren Bestimmungen, wie koennt ihr euch
+dagegen auflehnen? Dass ihr noch zu kindisch seid, dieselben zu verstehen,
+habe ich in diesem Augenblicke klar und deutlich gesehen! Schaemt euch! ...
+Jetzt macht euch daran, eure Rollen auszuschreiben, morgen werden wir eine
+Leseprobe halten." Mit diesen Worten verliess sie die aufruehrerische
+Gesellschaft.
+
+Alle schwiegen bis auf Grete, sie konnte nicht unterlassen, noch einmal zu
+sagen: "Langweilig ist es doch ohne Herren! Und den dummen Bauernjungen
+spiel' ich nicht!"
+
+Aber sie spielte ihn doch und es zeigte sich bald, dass sie ganz
+vortrefflich dazu passte.
+
+Die taeglichen Proben brachten die gewuenschte Zerstreuung. Ilse besonders
+fand viel Freude an einem Vergnuegen, das ihr bis dahin unbekannt gewesen
+war. Die anfaengliche Befangenheit ueberwand sie bald und sie spielte ihre
+Rolle zur vollen Zufriedenheit Fraeulein Guessows, die zuweilen ein Laecheln
+ueber die hoechst natuerliche Darstellung nicht unterdruecken konnte.
+
+Zur Hauptprobe mussten alle in ihren Kostuemen erscheinen, damit sie sich
+gegenseitig an den veraenderten Anblick gewoehnten. Diese Bestimmung war
+sehr gut, denn als sie sich in ihren komischen Anzuegen betrachteten,
+konnten sie das Lachen nicht zurueckhalten.
+
+Flora mit langen Scheitellocken und einer Spitzenhaube, mit einem Lorgnon,
+das sie vor die Augen hielt, war kaum zu erkennen. Das elegante, schwarze
+Schleppkleid liess sie weit groesser erscheinen, als sie war. Sie war
+uebrigens ganz ausgesoehnt mit ihrer {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}alten{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Partie und das Lob, welches
+Fraeulein Guessow ihr einige Male erteilte, hatte sie zu der Idee gebracht,
+dass ihr eigentlicher Beruf der einer Schauspielerin sei, und sie traeumte
+Tag und Nacht {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}von der Welt, welche die Bretter bedeuten{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Dichterin -
+Schauspielerin{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}. Eine grosse Zukunft stand ihr bevor!
+
+Orla sah in ihrem Jaegeranzuge, den gruenen Hut keck auf das eine Ohr
+gesetzt, wirklich gut aus, und der kleine Stutzbart, mit dem sie die
+Oberlippe geziert hatte, gab ihr ein keckes Ansehen und stand ihr
+allerliebst.
+
+"Famos siehst du aus, Orla!" meinte Melanie und betrachtete mit besonderem
+Entzuecken deren Stulpenstiefel.
+
+"Du solltest immer so gehen," setzte Flora ganz ernsthaft hinzu. Natuerlich
+wurde sie ausgelacht.
+
+ [Illustration]
+
+Grete war ein Bauernjunge, wie er sein muss. Plump und ungeschickt, dreist
+und laut. Melanie fuehlte sich himmlisch wohl in dem koketten und eleganten
+Kostuem, das sie sich gewaehlt hatte. Sie stand vor dem Spiegel und putzte
+noch hie und da an sich herum. Und Ilse?
+
+Sie trat als letzte herein und bei ihrem Anblick erhob sich ein so
+stuermisches Gelaechter, dass Fraeulein Guessow Muehe hatte, es zu daemmen.
+
+"Wie siehst du aus, Maedchen?" sprach sie lachend, "komm naeher, ich muss
+dich genau betrachten. Willst du wirklich in diesem Aufzuge spielen? Nein,
+Ilse, so geht es wirklich nicht. Wir muessen an deinem Kleide durchaus
+Verschoenerungen anbringen! Du bist auch gar zu wenig eitel, sonst wuerdest
+du wohl selbst darauf gekommen sein."
+
+"Lassen Sie mich so!" bat Ilse instaendigst, sie war ja so gluecklich, ihr
+geliebtes Blusenkleid bei dieser Gelegenheit tragen zu duerfen. Sie war aus
+demselben herausgewachsen, zu eng und zu kurz war es geworden, natuerlich
+erhoehte dieser Mangel noch den komischen Eindruck.
+
+"Nein, Kind, unmoeglich! Du siehst wie eine Bettlerin aus. Der Aermel darf
+nicht ausgerissen sein, der schlechte Guertel muss durch einen neuen ersetzt
+werden, um den Hals wirst du einen Matrosenkragen legen und die
+fuerchterlichen Stiefel lass vor allen Dingen blank putzen. Dann wird es
+gehen. Man darf nicht uebertreiben," fuegte sie hinzu, als Ilse ein etwas
+betruebtes Gesicht machte, "stets muss das richtige Mass inne gehalten
+werden. Auch die Locken duerfen dir nicht so wirr ueber die Augen fallen, du
+kannst ja kaum sehen. Vergiss nicht, dass du die Tochter einer Baronin bist,
+dein Anzug darf verwildert, aber nicht zerrissen sein."
+
+"Wollen wir nicht anfangen?" trieb Miss Lead, die sich mit ihren
+Kuenstlerinnen ebenfalls zur Hauptprobe eingestellt hatte. Sie war schon
+etwas ungeduldig bei der genauen Musterung der Kostueme geworden und fand
+es hoechst ueberfluessig, dass Fraeulein Guessow ueberhaupt Wert darauf legte.
+Die Hauptsache war nach ihrer Meinung die vollstaendige Beherrschung der
+fremden Sprache, und dass die Maedchen ihre Rollen gut gelernt hatten, alles
+andre war Nebensache. Viel Gesten litt sie um keinen Preis, wollte ja eine
+Mitspielende es wagen, sich frei und natuerlich zu bewegen, geriet sie
+foermlich ausser sich und rief: "Ruhe! Ruhe! Wo bleibt die Plastik?"
+
+Wie es fast immer der Fall ist, so war es auch hier; die Hauptprobe fiel
+herzlich schlecht aus. Die Maedchen waren schon aufgeregt in Erwartung des
+naechsten Tages und wurden es noch mehr durch die Ungeduld von Miss Lead,
+die heftig erklaerte, dass sie es fuer das beste halte, wenn die ganze
+Theateridee aufgegeben werde. Das franzoesische Stueck fand sie entsetzlich
+und sie gab Fraeulein Guessow den guten Rat, es nicht auffuehren zu lassen.
+"Ich bitte Sie," rief sie aus, "es handelt sich um eine Liebesgeschichte!
+Das wird den groessten Anstoss erregen!"
+
+Fraeulein Guessow setzte der Englaenderin laechelnd auseinander, dass nicht
+Kinder, sondern erwachsene Maedchen das Stueck auffuehrten. "Die
+Liebesgeschichte," wandte sie ein, "ist nur eine harmlose Nebensache, es
+handelt sich hauptsaechlich um die Heilung eines widerspenstigen Maedchens."
+
+Miss Lead schuettelte missbilligend den Kopf, sie wollte sich nicht davon
+ueberzeugen. "Ilse wird Ihnen, wenn Sie wirklich auf Ihrem Vorsatz
+bestehen, alles verderben. Wie sieht sie aus, und wie spielt sie? Plump,
+ohne jeden Anstand! Das Podium der kleinen Buehne erdroehnt foermlich bei
+ihren furchtbaren Schritten, ihre Bewegungen sind frei und keck."
+
+Fraeulein Guessow schwieg zu diesem harten, ungerechten Urteil. Sie hatte es
+laengst aufgegeben, die Englaenderin von ihrem Vorurteile zu heilen. Starr
+hielt dieselbe daran fest. Ilse war und blieb ihr ein Dorn im Auge.
+
+Miss Lead hatte sich geirrt. Am naechsten Abend ging alles ueber Erwarten
+gut. Der glaenzend erhellte Saal, die festlich versammelte Gesellschaft
+brachten eine belebende Stimmung unter das junge Volk. Die ganze
+Festlichkeit leitete ein Prolog ein, den eine Schuelerin der ersten Klasse
+gedichtet hatte. Sie trug ihn selbst recht huebsch vor und erntete
+wohlverdienten Beifall. Nur Flora, die hinter den Kulissen stand, zuckte
+die Achseln. "Kein Schwung, keine Poesie und kein Talent!" lautete ihr
+kritischer Ausspruch.
+
+Die Auffuehrung des englischen Stueckes ging vorueber, glatt, reizlos und
+langweilig. Und wenn die Anwesenden sich dies in ihrem Innern auch
+einstimmig eingestanden, so waren sie doch am Ende des Stueckes mit
+Beifallsspenden nicht sparsam. Die Mitspielenden wurden herausgerufen, und
+als der rote Vorhang in die Hoehe ging und die Maedchen sich dankend
+verneigten, strahlte Miss Lead vor Stolz und Seligkeit. "_Very well_," rief
+sie laut, "ihr habt eure Sache gut gemacht!"
+
+Nachdem verschiedene lebende Bilder und musikalische Auffuehrungen vorueber
+waren, bildete das franzoesische Lustspiel den Schluss.
+
+"Wollen Sie es wirklich wagen?" wandte sich die englische Lehrerin in
+wohlwollendem, etwas herablassendem Tone zu Fraeulein Guessow. "Schreckt Sie
+der grosse Erfolg, den wir erzielten, nicht ab? Folgen Sie meinem Rate,
+treten Sie zurueck! Wir werden eine Entschuldigung finden. Der franzoesische
+Flattersinn muss abfallen gegen die englische Gediegenheit."
+
+Trotz Miss Lead's Bedenken begann das franzoesische Stueck, und sie musste die
+niederschlagende Erfahrung machen, dass es weit beifaelliger aufgenommen
+wurde, als das englische. Die Gesellschaft amuesierte sich koestlich und kam
+aus dem Lachen nicht heraus. Zweimal wurde Ilse bei offener Szene gerufen,
+so drollig und natuerlich spielte sie.
+
+"Sie ist _charmante, charmante_!" rief Monsieur Michael feurig, "ich habe
+Ursache, stolz auf sie zu sein. Leicht und elegant wie eine Pariserin
+spricht und spielt sie!"
+
+"Sie spielt sich selbst!" entgegnete Doktor Althoff lachend, "aber ich
+haette dem Wildfang kaum so viel Anmut zugetraut."
+
+Einen kleinen Triumph sollte Miss Lead doch noch feiern, - Ilse verdarb die
+Liebesszene am Schluss. In dem Augenblick, als Orla sie umarmen wollte, kam
+ihr das so komisch vor, dass sie in ein lautes Gelaechter ausbrach.
+
+"Wie schade!" rief Nellie halblaut. "Warum muss sie lachen? Sie war zu
+nett, nun verderbt sie die Schluss."
+
+Doktor Althoff, der zufaellig in Nellies Naehe stand, hoerte ihren Ausruf.
+"Trotzdem, Miss Nellie," entgegnete er, auf einem leeren Stuhl neben ihr
+Platz nehmend, "ist ihre Freundin die Siegerin des Abends; aber warum
+wirkten Sie nicht mit, warum sind Sie nur Zuschauerin? Sie wuerden gewiss
+eine gute Schauspielerin sein."
+
+Nellie senkte die Augenlider. "O, Sie sind sehr guetig," sagte sie
+befangen, "aber ich weiss nicht zu spielen, Herr Doktor, ich hab' nicht
+Talent."
+
+"Das kaeme auf einen Versuch an! Sehen Sie Ilse an, wer haette geglaubt, dass
+sie eine so allerliebste Schauspielerin sein koenne!"
+
+"Nicht wahr?" stimmte Nellie lebhaft und mit aufrichtiger Freude bei, "sie
+ist reizend und ich bin entzueckend ueber ihr!"
+
+Der junge Lehrer schwieg und sah sie teilnahmvoll an. Wie neidlos kamen
+ihr die Worte aus dem Herzen, wie leuchteten ihre Augen freudig auf, als
+sie die Freundin lobte! Und im Vergleich zu Ilse, wie wenig hatte sie doch
+von der Zukunft zu hoffen! Jene ein Kind des Glueckes - und diese? Ein
+armes Wesen, das den muehevollen Pfad einer Lehrerin pilgern sollte!
+
+"Nicht wahr, ist sie nicht reizend?" wiederholte Nellie und blickte
+fragend auf.
+
+"Gewiss, gewiss!" gab der Lehrer zerstreut zur Antwort, und von dem
+Gegenstand ploetzlich abspringend, fragte er: "Woher haben Sie die
+herrlichen Veilchen?" und deutete dabei auf einen Strauss, den sie in der
+Hand hielt. "Sie duften wundervoll! Ich liebe die Veilchen sehr."
+
+Sie hoerte nur, dass er die Veilchen liebe, bedurfte es da einer grossen
+Ueberlegung? "O nehmen Sie," sagte sie naiv und erroetete dabei, "bitte, es
+macht mich grosser Freude!"
+
+"Nicht alle," entgegnete er laechelnd und zog einige Blumen aus dem Strauss,
+den sie ihm gereicht, "so, nun habe ich genug. Haben Sie Dank dafuer."
+
+Er erhob sich und verliess sie. Mit glaenzenden Augen sah sie ihm nach, sie
+hatte bemerkt, wie er ihre Veilchen im Knopfloch befestigte.
+
+"Wie taktlos von dir!" redete Miss Lead, die ihren Platz dicht hinter
+Nellie hatte, dieselbe an und riss sie mit ihrer scharfen Stimme aus allen
+Himmeln. "Welch ein Betragen! Ich habe jedes Wort mit angehoert. Schaemst du
+dich nicht, einem Herrn Blumen anzubieten?"
+
+Als ob ein eisiger Wind ploetzlich in eine kaum erschlossene Bluetenknospe
+gefahren waere, so wurde Nellies kurze Freude zerstoert.
+
+"Habe ich ein Unrecht gemacht?" fragte sie geaengstigt. "O bitte, Miss,
+sagen Sie, war ich ungeschickt? Wird Herr Doktor mich fuer unbescheiden
+halten?"
+
+Dieser Gedanke peinigte sie sehr und uebergoss sie mit heisser Glut. Mit
+wahrer Angst wartete sie auf ein beruhigendes Wort und sah in der Lehrerin
+Gesicht, das indes nicht aussah, als ob sie zur Milde geneigt sei.
+
+"Jedenfalls wird er dich fuer sehr einfaeltig halten," erwiderte sie
+unbarmherzig, "wenn er nicht vielleicht deine Handlungsweise zudringlich
+nennt."
+
+"O nein, nein!" rief Nellie beinahe entsetzt, "er wird nicht so hart von
+sein Schueler denken!"
+
+"So, weisst du das so bestimmt?" quaelte Miss Lead sie weiter, "du bist kein
+Kind mehr, dem man allenfalls dergleichen Taktlosigkeiten vergiebt, ein
+erwachsenes Maedchen darf niemals blindlings seinem Gefuehle folgen!"
+
+"Ich will bitten, dass er mir die Blumen wiedergiebt," sagte Nellie tief
+beschaemt.
+
+"Das darfst du nicht, wenn du dich nicht noch mehr blossstellen willst. Du
+wirst schweigen und dich niemals wieder vergessen! Eine zukuenftige
+Gouvernante muss jedes Wort, jeden Blick, und vor allem jede Handlung
+reiflich ueberlegen. Das merke dir!"
+
+Traurig sah Nellie nach diesem harten Verweise zu Boden. Dahin war ihre
+froehliche Laune, sie hatte keine Lust mehr an dem Feste. Eine heisse Thraene
+tropfte ihr aus dem Auge und fiel auf die Veilchen, die Urheber ihres
+Kummers. Sie brannten ihr foermlich in der Hand und am liebsten haette sie
+dieselben weit von sich geschleudert. Still und einsilbig blieb sie den
+ganzen Abend, und sobald Doktor Althoff in ihre Naehe kam, wich sie ihm
+aengstlich aus. Es war ihr unmoeglich, ihm in das Auge zu blicken. Miss Lead
+hatte ihre frohe Unbefangenheit zerstoert.
+
+Als die Freundinnen sich nach dem Feste zur Ruhe begaben, sass Nellie ganz
+gegen ihre Gewohnheit noch einige Zeit sinnend da. "Du bist so still,"
+fragte Ilse, "was hast du?"
+
+"O nichts, nichts!" erwiderte Nellie schnell und erhob sich aus ihrer
+traeumenden Stellung, "es ist gar nix!"
+
+Zum ersten Male verschwieg sie der geliebten Freundin die Wahrheit, sie
+vermochte es nicht, ueber ihren Kummer zu reden, und doch - was war es, das
+trotz allen Kummers ihr Herz schneller klopfen liess und wie ein
+Fruehlingswehen durch ihre Seele zog?
+
+ * * *
+
+Holunder und Maiblumen hatten ausgeblueht und die Rosen oeffneten ihre
+duftigen Kelche. Nellie und Ilse wandelten nach dem Abendessen durch den
+Garten, und als sie im Gebuesch die Nachtigall schlagen hoerten, blieben sie
+stehen und lauschten.
+
+"Wie suess!" rief Nellie, "komm, lass uns auf der Bank setzen und lauschen."
+
+Sie hielten sich beide umschlungen und sprachen kein Wort. Der herrliche,
+duftende Abend, der Mond, der silbern am Abendhimmel aufstieg, der
+schmelzende Gesang der Nachtigall weckten eine ahnungsvolle, nie gekannte
+Stimmung in ihren jungen Herzen.
+
+"O Ilse," unterbrach Nellie mit einem Seufzer die feierliche Stille, "wie
+bald gehst du fort und laesst mir allein zurueck! Ich bin sehr traurig, wenn
+ich daran denke!"
+
+Auch Ilse war wehmuetig und der Gedanke, von Nellie scheiden zu muessen,
+machte ihr das Auge feucht. Aber sie unterdrueckte mutig die weiche
+Stimmung und versuchte, die Freundin zu troesten. "Es ist noch lange hin,
+bis ich die Pension verlasse," sagte sie, "du weisst ja, dass meine Eltern
+meinen Aufenthalt bis zum ersten September verlaengerten. Noch acht Wochen
+sind wir beisammen, Nellie, das ist noch eine sehr lange Zeit, denk'
+einmal, acht volle Wochen!"
+
+Nellie schuettelte traurig den Kopf. "O nein, es ist nur sehr kurze Zeit,"
+erwiderte sie, "es sind auch nicht acht Wochen voll, du musst ordentlich
+rechnen. Heute haben wir schon der siebente Juli, - macht bis zu der erste
+September vierundfuenfzig Tage - fehlt also zwei volle Tag an der achte
+Woch -"
+
+Trotz ihres Kummers musste Ilse lachen. "Du liebe, suesse Nellie," rief sie
+und kuesste diese herzlich auf den Mund, "du bist doch immer komisch, selbst
+wenn du traurig bist! Weisst du, wir wollen uns das Herz nicht heute schon
+schwer machen mit dem Gedanken an unsre Trennung, wir gehen ja nicht fuer
+immer auseinander! Du besuchst mich bald, - ja?"
+
+Aber Nellie war einmal weich gestimmt heute abend und der Freundin Trost
+fand keinen Eingang in ihrem Herzen. Sie versuchte zwar die Thraenen zu
+unterdruecken, aber sie brachen immer neu hervor. Ilse lehnte den Kopf an
+ihre Schulter und schwieg. In ihrem Innern kaempften der Schmerz und die
+Freude. Sie haette so gern sich auf das Wiedersehen ihrer Lieben, besonders
+des kleinen Bruederchens, gefreut, sie vermochte es nicht ungetruebt, weil
+der Abschied von Nellie dazwischen stand. -
+
+"Hier sind sie! Kommt, hierher! Sie sitzen beide unter dem Holunderbusch!"
+
+Keine andre als Grete war es, die durch ihren lauten Ruf die Traeumenden
+aufschreckte. Unbemerkt war sie aus einem Seitenweg hervorgetreten und
+stand nun wie aus der Erde gewachsen vor ihnen.
+
+Ilse sprang auf und trat den andern Maedchen, die herbeigeeilt kamen,
+entgegen. Nellie trocknete verstohlen ihre Thraenen und machte wieder ein
+heitres Gesicht.
+
+"Wir haben euch ueberall gesucht," sagte Orla, "was macht ihr denn hier?"
+
+"Ich glaube wahrhaftig, ihr schwaermt im Mondenschein, Kinder," lispelte
+Melanie, "ihr macht so furchtbar schmachtende Augen alle beide, habt ihr
+geweint?"
+
+Grete musste sich hiervon genau ueberzeugen, sie trat zu Nellie und sah sie
+neugierig pruefend an. "Du hast geweint, Nellie - und du auch Ilse -"
+behauptete sie entschieden. "Was habt ihr denn? Warum weint ihr?"
+
+"Um nix!" entgegnete Nellie aergerlich ueber die unzarte Grete.
+
+"Um nichts weint man doch nicht," fuhr dieselbe unbeirrt fort, "bitte,
+sagt es doch, warum ihr geweint habt."
+
+"Lass deine zudringlichen Fragen," verwies sie Flora, "und wenn sie dir
+sagen wuerden: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Der silberne Mond, die duftenden Rosen, der entzueckende
+Sommerabend, so recht zur Liebe und Traurigkeit geschaffen, haben unsern
+Herzen Wehmut und Thraenen entlockt,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} - wuerdest du das verstehen? Niemals!
+Denn du hast keinen Sinn fuer die hoehere Sphaere - du bist zu prosaisch!"
+Sie begleitete ihre Worte mit einem schwaermerischen Aufschlag ihrer
+wasserblauen Augen.
+
+Floras hochtrabende Aeusserung stellte sofort die froehlichste Stimmung her.
+Nellie vergass ihr Herzeleid darueber und sagte lachend: "O Flora, was fuer
+ein zarter Seel' du hast! Sei bedankt du hoher Dichterin, du hast uns
+verstanden!"
+
+"Kinder!" unterbrach Orla die Sprechenden, "nun hoert auf mit euren
+Albernheiten, ich habe euch eine hoechst wichtige Mitteilung zu machen!"
+
+Wichtige Mitteilung! Grete sperrte Mund und Nase auf und sah gespannt auf
+Orla, zu der sie sich ganz dicht herangedraengt hatte.
+
+"Nicht hier!" fuhr diese fort, "folgt mir unter die Linde!"
+
+"Unter die Linde?" fragte Annemie aengstlich. "Lass uns doch hier, es ist ja
+schon dunkel unter dem alten, grossen Baum!"
+
+"Ja, und es ist schon spaet, wir muessen uns eilen," fiel die ebenfalls
+furchtsame Flora ein.
+
+"Mache dir keine Sorge darum, liebste Flora," gab Orla zurueck, "denn hoere
+und staune: Weil heute mein Geburtstag ist, hat Fraeulein Raimar auf
+dringendes Bitten die hohe Gnade gehabt, unsern Aufenthalt im Garten heute
+abend bis um zehn Uhr zu verlaengern!"
+
+"Himmlisch! Furchtbar reizend! Zu nett!" u. s. w. rief es durcheinander
+und Grete machte sogar einen kleinen, ungeschickten Sprung in die Luft.
+
+"Also auf zur Linde!" kommandierte Orla und schlug den Weg dorthin ein.
+
+Ohne Gegenrede folgten ihr alle, in wenigen Augenblicken waren sie dort.
+Orla stieg auf eine Bank, die dicht am Stamme lehnte, schlug die Arme
+untereinander und sah schweigend auf die Maedchen herab, die einen dichten
+Halbkreis um sie bildeten und mit hoechster Spannung auf sie blickten.
+
+"Meine lieben Freundinnen," hub sie an, da raschelte es ueber ihnen in den
+Zweigen. Die Maedchen schraken zusammen.
+
+"Was war das?" fragte Annemie, "Gott, wenn sich im Baume jemand versteckt
+haette!"
+
+"Oder wenn ein Gespenst wieder seinen Spuk triebe!" sprach Melanie mit
+bebenden Lippen.
+
+"Wie unheimlich ist es hier!" fiel Grete ein, "ich fuerchte mich!"
+
+"So ein Gespenst mit grosser Feuerauge und fliegender Haar," meinte Nellie
+und stiess Ilse an, "o, es waere furchtbar!"
+
+Orla stand ruhig und unerschrocken da, sie kannte keine Furcht. "Schaemt
+euch!" rief sie den Zagenden zu, "seid ihr erwachsene Maedchen? Kann euch
+eine harmlose Fledermaus in die Flucht treiben? Geht zurueck, wenn ihr euch
+fuerchtet, fuer Kinder passen meine Worte nicht! Wollt ihr vernuenftig sein?"
+
+"Ja, ja!" toente es zurueck, zwar etwas zaghaft, aber die Neugierde trug
+doch den Sieg ueber die Furcht davon.
+
+"So hoert mich an! Hier an dieser Staette, unter dem Schutze unsrer
+geliebten Linde lasst uns einen Bund schliessen, der uns in Freundschaft fuer
+das ganze Leben vereinen soll. Wie lange wird es dauern und wir verlassen
+die Pension, und das Schicksal zerstreut uns in alle Winde!"
+
+"In alle Winde!" wiederholte Flora halblaut.
+
+"Nun frage ich euch, soll uns dasselbe fuer immer trennen? Ich sage: nein!
+wir werden uns wiedersehen! Wir haben stets treu zusammengehalten, unsre
+Freundschaft darf nicht wie ein leerer Wahn verrauschen -"
+
+"Wie ein leerer Wahn verrauschen -" gab Flora als Echo zurueck.
+
+"Ruhig!" geboten die andern, "lass Orla sprechen!"
+
+"So frage ich euch denn: wollt ihr mit mir in diesem feierlichen
+Augenblicke geloben, dass ihr heute in drei Jahren zurueckkehren wollt? Hier
+unter der Linde, am siebenten Juli, morgens elf Uhr, soll uns ein frohes
+Wiedersehen vereinen. Seid ihr mit meinem Vorschlage einverstanden?"
+
+"Ja!" rief es einstimmig und begeistert, "wir kommen!"
+
+"Schwoert einen Eid darauf!"
+
+Sie erhob drei Finger der rechten Hand und alle uebrigen folgten ihrem
+Beispiele. Nur Rosi zoegerte.
+
+"Es koennten doch Hindernisse eintreten, die eine Reise hierher unmoeglich
+machten," warf sie mit ihrer sanften Stimme ein.
+
+"Hindernisse, das heisst, nur wichtige Hindernisse heben den Eid auf!"
+erklaerte Orla. "In diesem Falle ist die Ausbleibende verpflichtet, durch
+einen ausfuehrlichen Brief den Grund ihres Eidbruches anzugeben. Beschwoert
+auch das!"
+
+Wieder erhoben sich die Haende und diesmal zoegerte Rosi nicht, sich dem
+Schwure anzuschliessen.
+
+"Nun haben wir uns fuer ewig verbunden!" nahm Orla wieder das Wort, "und
+jede von uns wird ihren Eid halten, damit wir indes stets desselben
+gedenken, mache ich euch einen Vorschlag. Wir wollen zur Erinnerung an
+diese heilige Stunde einfache, silberne Ringe anfertigen lassen, die wir
+an dem kleinen Finger der linken Hand tragen. Jede von uns erhaelt einen
+solchen und traegt ihn bis zu ihrer Sterbestunde."
+
+"Bis zu ihrer Sterbestunde!" sprach Flora langsam und elegisch nach.
+
+Die Ringidee wurde von allen reizend, famos und entzueckend gefunden und
+mit Begeisterung angenommen. Orla, die von ihrem erhabenen Platze
+heruntergesprungen war, wurde umringt und mit schmeichelhafter Anerkennung
+ueberhaeuft. Melanie prophezeite ihr geradezu eine grosse Zukunft als
+Rednerin, sie habe {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}furchtbar reizend{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} gesprochen.
+
+Alle befanden sich uebrigens in einer gehobenen Stimmung, sie fielen sich
+in die Arme, kuessten sich und versicherten sich gegenseitig der
+zaertlichsten Freundschaft, die nur mit dem Tode enden koenne.
+
+Sie glaubten ganz ernst an ihre Versprechungen, kein Zweifel vergiftete
+ihre unschuldsvolle Zuversicht. Der Mond lugte wischen den Zweigen
+hindurch und blickte wie spottend mit einem Auge auf das ruehrende
+Schauspiel. Vielleicht verstand ihn der alte Baum, vielleicht bedeutete
+das leise Rauschen in seinem Wipfel die Antwort: Du Zweifler da oben,
+spotte nicht ueber die glaeubigen Kinder. Weisst du nicht, dass es immer so
+war und immer so sein wird? Die Traeume der Jugend gehoeren zur jungen
+Brust, wie der Tau zur Rose. Enttaeuschung und Nuechternheit toeten frueh
+genug diese Blueten der kurzen Maienzeit.
+
+"Orla," sagte Flora, als sie langsam in das Haus zurueckkehrten, "auch ich
+moechte einen Vorschlag machen. Wenn eine von uns Freundinnen, die wir uns
+bis in den Tod verbunden haben, in den Bund der heiligen Ehe tritt, so
+soll es ihre Pflicht sein, ihre Genossinnen zu diesem hohen Feste
+einzuladen."
+
+"Ja," stimmte Orla bei, "das ist ein guter Gedanke, wir wollen denselben
+mit einem Handschlag besiegeln."
+
+Sie schlossen einen Kreis und reichten sich die Haende, verzogen auch keine
+Miene dabei. Nur Ilse konnte das Lachen nicht lassen, die
+Hochzeitsgedanken kamen ihr gar zu komisch vor.
+
+"Ich trete zwar niemals in den Bund der heiligen Ehe, aber ich gebe doch
+mein Handschlag zu die Einladung," neckte Nellie.
+
+"Spotte nicht ueber so ernste Dinge," sprach Flora zuernend. "Wir sind nicht
+aufgelegt zu deinen Scherzen."
+
+"O, ich scherz' gar nix, aber wie soll ein arm' haesslich Englaenderin mit
+sehr viel Sommerspross' auf der Nas' ein Mann bekommen?"
+
+Diese komische Bemerkung verscheuchte den Ernst von den jugendlichen
+Stirnen und Scherz und Frohsinn kehrten zurueck.
+
+Ehe sich Flora zur Ruhe begab, schrieb sie in ihr Tagebuch:
+
+"Welch ein grosser, ereignisvoller Tag! O, ich zittere noch, wenn ich daran
+denke! Mondschein! Rosenduft! Linde! Sang der Philomele! Orla hinreissend
+gesprochen (Meine naechste Heldin Orla heissen!) Freundschaftsbuendnis!
+Schwur! Hochzeitsversprechen! (Meine entzueckende Idee!) Handschlag darauf!
+Wie heisst die Hochbeglueckte, die zuerst denselben loest? Schicksal, du
+dunkles, lass mich den Schleier heben! Giebt es Ahnungen, sollt' ich? -"
+
+Sie legte die Feder nieder, schloss das Buch und verbarg es tief in ihrem
+Kommodenkasten. Ihre Hand zitterte und ihre Gedanken verwirrten sich. Sie
+legte sich nieder und schlief ein. Traeumend sah sie sich im Brautkranz und
+weissen Atlaskleide.
+
+ * * *
+
+Die acht Wochen, oder wie Nellie sagte: "vierundfuenfzig Tage", waren
+voruebergegangen. Der erste September brach an. Nellie hatte die ganze
+Nacht nicht schlafen koennen vor Herzeleid, der Abschied von der geliebten
+Freundin raubte ihr die Ruhe. Auch Ilse war es gleich ergangen und es war
+ruehrend, wie beide Maedchen bemueht waren, ihre Schlaflosigkeit und ihre
+Thraenen sich gegenseitig zu verbergen.
+
+Als der Morgen anbrach, hielt Nellie es nicht mehr aus. Sie stand auf,
+warf ihr Morgenkleid ueber und schlich an Ilses Bett.
+
+"Wachst du?" fragte sie, als dieselbe sie mit offenen Augen ansah, "das
+ist schoen, nun koennen wir noch eine ganze Stunde plaudern, es hat eben
+Fuenf geschlagen."
+
+Sie setzte sich auf Ilses Bettrand und ergriff deren beide Haende, und als
+sie aufblickte und Thraenen in Ilses Augen schimmern sah, da war es aus mit
+ihrer kuenstlichen Fassung. Sie beugte sich zu der Freundin nieder und
+indem sich beide fest umschlungen hielten, vermischten sich ihre heissen
+Thraenen.
+
+"O, Ilse! Wie einsam wird es sein, wenn dein Bett leer ist! Oder wenn ein
+anderer Gesicht mir daraus ansieht, o, ich bin sehr, sehr traurig!"
+
+Ilse hatte sich aufgerichtet und drueckte die Weinende innig an sich. Zu
+sprechen vermochte sie nicht, es war ihr zu weh.
+
+"Wir sehen uns bald wieder," sprach sie endlich mit zitternder Stimme und
+versuchte Nellie zu troesten. "Du besuchst uns in Moosdorf; den ganzen
+Winter ueber wirst du bei uns bleiben."
+
+Nellie schuettelte unglaeubig den Kopf. "Das wird nix, ich werde nicht
+Erlaubnis bekommen zu ein so lang' Besuch. Meine Zeit ist Ostern vorbei,
+dann heisst es: fort aus der Pension! Ich muss ein' Stell' annehmen und
+Kinder Unterricht geben. Aber ich weiss noch nicht viel und muss sehr
+fleissig lernen, Fraeulein Raimar sagt es alle Tage."
+
+"Aber die Michaelisferien darfst du gewiss bei uns zubringen. Meine Eltern
+werden selbst an Fraeulein Raimar schreiben und sie dringend darum bitten,
+sie wird es ihnen nicht abschlagen," entgegnete Ilse.
+
+"Es geht nicht, ich muss lernen!"
+
+Ilse sah die Freundin traurig und bedauernd an. "Wenn du wirklich eine
+Gouvernante werden musst, Nellie, so versprich mir fest, dass du all' deine
+Ferien bei uns in Moosdorf zubringen willst. Meine Heimat soll auch die
+deinige sein."
+
+Mit einem Handschlage wurde dies Versprechen besiegelt. "Du bist sehr gut,
+Ilse, ich werde nie wieder ein Maedchen lieben wie dir. Vergiss mir nie!
+Sieh dieser klein' silbern' Ring recht oft an und denk' dabei immer an
+dein' Nellie, die in Einsamkeit zurueckgeblieben ist."
+
+"Nicht einsam," troestete Ilse, "sie haben dich alle so lieb im Institute."
+
+"Und wenn ich fort bin, aus der Auge, aus der Sinn, dann bin ich fremd fuer
+sie."
+
+"Nein, Nellie, du wirst Fraeulein Raimar und Fraeulein Guessow nie eine
+Fremde sein!" entgegnete Ilse mit vollster Ueberzeugung. "Sie haben dich
+furchtbar lieb!"
+
+"O ja, ich weiss; aber sie sind nicht mehr in Jugend und werden mir nie
+verstehn, wie du. Sie haben vergessen, wie man ein dumm' Streich macht!
+Denkst du noch an der Apfelbaum?"
+
+Die Erinnerung an diese lustige Fahrt trocknete ihre Thraenen und rief ein
+froehliches Laecheln auf ihre Lippen. Jede geringe Kleinigkeit durchlebten
+sie in Gedanken noch einmal. Die Spukgeschichte. Miss Lead in ihrem
+wunderbaren Aufzuge. Die Stiefelspitze, die sie beinahe verriet, ach, und
+die Angst, die sie ausgestanden! - "Und es war doch schoen!" rief Nellie
+aus, "ich wuensche, dass wir noch einmal alles machen koennten!"
+
+"Wenn du nach Moosdorf kommst," sagte Ilse, "dann wollen wir in die Baeume
+klettern nach Herzenslust! Du wirst es bald lernen! O, es wird dir bei uns
+gefallen! Wir haben ein grosses, schoenes Wohnhaus mit Tuermchen und Soellern,
+fast wie ein Schloss. Du wirst dein Zimmer dicht neben mir haben, das ist
+doch reizend, nicht wahr? Ich fahre dich alle Tage mit meinen Ponies
+spazieren, und Hunde haben wir zum Entzuecken!"
+
+So plauderte Ilse von der Heimat und schilderte der Freundin lebhaft und
+feurig die dortigen Herrlichkeiten. Auf diese Weise kamen sie fuer den
+Augenblick ueber das Weh des Abschieds hinweg, die Aussicht auf ein nicht
+allzufernes Wiedersehen versuesste ihren herben Trennungsschmerz. -
+
+Wenige Stunden spaeter stand Ilse reisefertig vor Fraeulein Raimar und sagte
+ihr Lebewohl. Die Vorsteherin hielt sie im Arme und redete liebevoll auf
+sie ein.
+
+"Es thut mir leid, dass dein Vater verhindert ist, dich abzuholen," sagte
+sie, "nun musst du die weite Reise allein machen! Gern haette ich ihn auch
+noch einmal gesprochen und mancherlei mitgeteilt, was ich nun schriftlich
+thun musste. Wie erstaunt wird er sein, wenn er dich wiedersieht, er wird
+die fruehere Ilse gar nicht wieder erkennen! Weisst du wohl noch, wie ungern
+du damals zu uns kamst?"
+
+"Verzeihen Sie mir," bat Ilse unter Thraenen, "und vergessen Sie, wenn ich
+Sie kraenkte!"
+
+"O, rede nicht davon! Du bist uns allen eine liebe Schuelerin geworden und
+ungern sehen wir dich scheiden. Ich hoffe, du schreibst mir zuweilen,
+liebe Ilse, und giebst mir Nachricht, ob du gute Fortschritte in der Musik
+und besonders im Zeichnen machst. Ich habe den Papa gebeten in diesem
+Briefe," sie uebergab Ilse denselben, "dass er dir noch in einigen Faechern
+Nachhilfe geben lassen moege, besonders moege er fuer einen tuechtigen Lehrer
+im Zeichnen sorgen, da du viel Talent dazu habest."
+
+Fraeulein Guessow trat ein und meldete, dass der Wagen vor der Thuere stehe,
+sie und Nellie begleiteten Ilse zur Bahn.
+
+"Leb wohl denn, mein Kind," sagte die Vorsteherin, "und wenn du einmal
+Sehnsucht nach der Pension bekommen solltest, so kehre zu uns zurueck,
+jederzeit wirst du uns von Herzen willkommen sein."
+
+Im Hausflur standen die Freundinnen versammelt. Sie umringten die
+Scheidende und reichten ihr Blumenstraeusse. Natuerlich kuessten und herzten
+sie sich unter Thraenen.
+
+"Vergiss uns nicht!" "Schreib bald!" "Ich habe dich furchtbar lieb gehabt!"
+so und aehnlich klang es durcheinander, und ehe Ilse in den Wagen stieg,
+fluesterte Flora ihr zu: "Gedenke deines Schwurs!"
+
+"Die Blumen werden dir laestig sein unterwegs, Ilse," meinte Fraeulein
+Guessow, die bereits mit Nellie im Wagen Platz genommen hatte, "lass sie
+zurueck und nimm aus jedem Strausse nur einige Bluemchen mit."
+
+Aber welches junge Maedchen wuerde auf diesen vernuenftigen Vorschlag
+eingegangen sein! Eine Abreise ohne Strauss ist gar keine richtige Abreise
+nach heutigem Begriffe. Natuerlich schuettelte Ilse den Kopf und sah das
+Fraeulein bittend an. "Ich moechte sie so gern alle mitnehmen," sagte sie.
+
+"Aber wie?" Darauf gab Rosi die Antwort. Sie hatte ein offenes Koerbchen
+herbeigeholt und legte den ganzen Blumenvorrat vorsichtig hinein.
+
+Und nun zogen die Pferde an; noch ein "Lebewohl", ein letzter
+Abschiedsblick, ein Gruessen mit dem Tuche und hinter ihr lag die Staette, an
+der sie eine glueckliche und lehrreiche Zeit verlebt. Ilse lehnte sich im
+Wagen zurueck und weinte laut.
+
+Als die Damen am Bahnhofgebaeude anlangten, war der Zug soeben eingefahren.
+Er hatte fuenfzehn Minuten Aufenthalt und Fraeulein Guessow hatte Zeit, ein
+passendes Koupee fuer Ilse auszusuchen.
+
+"Wo ist ein Damenkoupee? fragte sie den Schaffner, "diese junge Dame faehrt
+nach W."
+
+"Hier! hier!" rief es aus dem Fenster eines Koupees hinter ihr, "hier
+koennen junge, huebsche Damen Platz nehmen!"
+
+Das Fraeulein wandte den Kopf und blickte in ein froehliches
+Studentenangesicht. Das Cereviskaeppchen sass ihm keck auf einem Ohre und
+kaum geheilte "Schmisse" schmueckten Kinn und Wange. Hinter ihm standen
+noch einige andre Studenten und lachten zu dem Scherze ihres Freundes.
+Laut und ungeniert bewunderten sie die jungen Maedchen.
+
+"Entzueckend! Wunderbar! Fortuna mit dem Fuellhorne!" riefen sie den Damen
+nach, die sich eilig entfernten. - Fraeulein Guessow ergriff unwillkuerlich
+Ilses Hand, die hocherroetet war.
+
+ [Illustration]
+
+"Wie unverschaemt!" sagte sie entruestet, "wie konnten sie das wagen! Ach
+Ilse, ich bin in Sorge um dich!" - Und sie liess einen recht besorgten
+Blick ueber das junge Maedchen hingleiten, das in seinem schottischen
+Reisekleide, dem passenden Barett mit blau schillerndem Fluegel an der
+Seite, ueberaus lieblich aussah. - "Du reistest noch niemals allein, und
+jetzt musst du ohne Schutz die lange Fahrt machen. Wenn doch dein Papa dich
+abgeholt haette!"
+
+"Das war nicht moeglich!" entgegnete Ilse. "Er musste daheim bleiben, um
+Mamas einzigen Bruder, der zehn Jahr in der Welt umhergereist ist, heute
+zu begruessen. Ich habe ihn selbst darum gebeten, als er mir schrieb, dass er
+trotzdem kommen wolle. Ich bin auch gar nicht aengstlich, es ist ja heller
+Tag. Papa hat mir auch die ganze Reiseroute so genau aufgeschrieben, dass
+ich mich nicht irren kann."
+
+"Lies mir das noch einmal vor," sagte Fraeulein Guessow. "Ich moechte dich
+gern mit meinen Gedanken begleiten. Du, Nellie, koenntest indessen Ilses
+Handgepaeck in das Koupee legen."
+
+Ilse nahm aus einem roten Ledertaeschchen, das sie an ihrem Guertel
+befestigt an der Seite trug, einen Brief und las:
+
+"Um elf Uhr Abfahrt von dort, um zwei Uhr Ankunft in M. Bis drei Uhr
+Aufenthalt daselbst. Dann Weiterfahrt _ohne umzusteigen_ bis Lindenhof. Um
+fuenf Uhr langst du dort an, steigst aus und wirst von meinem alten
+Freunde, Landrat Gontrau mit seiner Frau, empfangen. Sie nehmen dich mit
+hinaus nach Lindenhof, wo du, auf ihre dringenden Bitten, uebernachtest.
+
+"Am andern Mittag faehrst du weiter und Gontrau hat mir versprochen, dich
+sicher zur Bahn zu befoerdern und alles Noetige fuer deine Weiterreise zu
+besorgen.
+
+"Vergiss nicht, eine Photographie von mir in die Hand zu nehmen; Gontraus,
+denen du ja unbekannt bist, werden dich daran erkennen."
+
+"Hast du das Bild?" fragte das Fraeulein, und als Ilse bejahte, gab sie
+derselben noch mancherlei gute Lehren mit auf den Weg. "Ich weiss, du bist
+verstaendig und wirst auch vorsichtig sein, aber du bist noch unerfahren
+und kennst die Welt und die Menschen nicht; - es giebt Leute, die gar zu
+gern unsre ganzen Lebensverhaeltnisse herauslocken moechten und hoechst
+geschickt zu fragen verstehen; weiche ihnen soviel wie moeglich aus und sei
+hoechst vorsichtig in deinen Aeusserungen. Fuer alle Faelle warne ich dich
+aber, in keiner Weise eine Aufmerksamkeit oder eine Gefaelligkeit, wenn sie
+dir ueberfluessig erscheint, von einem Herrn, sei er jung oder alt,
+anzunehmen. Folge nur stets deiner zurueckhaltenden Natur, liebes Herz,
+dann wirst du auch das Rechte thun."
+
+"Einsteigen!" rief der Schaffner und unterbrach die liebevollen
+Ermahnungen der jungen Lehrerin. Weinend umarmte Ilse dieselbe, und alles,
+was sie an Liebe und Dankbarkeit fuer dieselbe empfand, stammelte sie in
+zwei Worten muehsam hervor: "Dank - Dank -"
+
+"Leb' wohl denn, mein geliebtes Kind!" entgegnete diese und schloss ihr den
+Mund mit einem innigen Kusse.
+
+Und Nellie? Der Abschied von ihr war der schwerste Augenblick fuer Ilse.
+"Behalt' mir lieb," bat sie kaum hoerbar und sah dabei so ungluecklich aus,
+als ob das Glueck fuer immer von ihr scheide. Und Ilse hielt sie fest
+umschlungen und vermochte kein Wort hervorzubringen, - dann riss sie sich
+los und stieg ein.
+
+Im letzten Augenblicke stieg noch eine alte Dame mit weissen Locken ein.
+Sie war ganz ausser Atem von dem eiligen Gehen und schien etwas aengstlich
+und unbeholfen zu sein. Fraeulein Guessow war ihr beim Einsteigen behilflich
+und als der Schaffner ihr Billett koupierte, erfuhr sie zu ihrer grossen
+Freude, dass die Dame und Ilse die gleiche Reisetour hatten. Sie richtete
+die herzliche Bitte an dieselbe, dass sie das junge Maedchen unter ihren
+Schutz nehmen moege. Mit groesster Liebenswuerdigkeit versprach dies die Dame.
+
+Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ilse lehnte zum Fenster hinaus
+und gruesste mit dem Tuch die Zurueckbleibenden. - Schmerzlich bewegt blickte
+Fraeulein Guessow dem Zuge nach, es war ihr, als ob er ein Stueck von ihrem
+Herzen mit sich naehme! Noch nie hatte sie mit so vieler Liebe und
+Hingebung sich der Erziehung einer Schuelerin gewidmet, noch nie hatte sie
+sich durch den gluecklichen Erfolg so belohnt gefuehlt. - Nun ging sie fort
+und wer konnte sagen, ob sie das Kind je wiedersehen werde?
+
+"Komm," wandte sie sich der laut schluchzenden Nellie zu, "wir wollen
+gehen!" Und sie zog Nellies Arm durch den ihrigen und sprach troestende
+Worte zu ihr - und hatte doch selbst ein so tiefbetruebtes Herz.
+
+ * * *
+
+Im Flug entfuehrte der Dampfwagen Ilse dem Orte, den sie unter so
+verschiedenartigen Gefuehlen betreten und wieder verlassen hatte. Reichlich
+flossen ihre Thraenen. Sie hielt das Tuch gegen die Augen gedrueckt und die
+liebliche Gegend, an der sie vorueberfuhr, die Berge, die ihr vertraute
+Bekannte geworden, erhielten keinen Abschiedsgruss von ihr. Ein
+Sonnenstrahl stahl sich zum Fenster hinein, fiel auf ihr lockiges Haar und
+faerbte es golden, aber Trost in ihrem Kummer vermochte er ihr nicht zu
+bringen.
+
+Die Dame sah teilnehmend auf die Weinende, aber sie stoerte sie nicht in
+ihrem Schmerze. Erst als sie bemerkte, dass Ilse ruhiger wurde, knuepfte sie
+ein Gespraech mit ihr an.
+
+"Ich verstehe Ihren Kummer wohl, liebes Kind," sagte sie herzlich, "und
+kann Ihnen nachempfinden, wie Ihnen um das Herz ist. So ein Abschied von
+der Pension ist ein wichtiger Abschnitt, es thut weh, von den Freundinnen
+scheiden zu muessen, die man lieb gewonnen hat, - aber Kind, so gar
+trostlos muessen Sie das alles nicht ansehen. Die Trennung ist ja nicht fuer
+das ganze Leben, die Freundinnen werden Sie in Ihrer Heimat besuchen. Es
+ist wohl schoen in Ihrer Heimat?"
+
+Das war eine Frage zur rechten Zeit. Ilses Kinderaugen lachten noch unter
+Thraenen die Fragerin an. Sie fing an, lebhaft zu erzaehlen, ihre Gedanken
+kehrten in das Elternhaus zurueck, und zum erstenmale dachte sie seit
+laengerer Zeit mit ungetruebter Sehnsucht an dasselbe.
+
+"Wie werden Sie sich freuen, die Eltern wiederzusehen!" fuhr die Dame
+fort, die grosses Wohlgefallen an dem jungen Maedchen fand.
+
+"O sehr, sehr!" entgegnete Ilse, "und besonders freue ich mich auf den
+kleinen Bruder, den ich noch gar nicht kenne! Ich habe sein Bild bei mir,
+darf ich es Ihnen zeigen?"
+
+ [Illustration]
+
+Sie nahm eine Ledertasche von oben herab, oeffnete dieselbe und nahm ein
+Album daraus hervor.
+
+"Das ist er!" sagte sie und zeigte mit Stolz auf einen kleinen, dicken
+Buben, der im Hemdchen photographiert war.
+
+"Ein schoenes Kind!" bewunderte die Dame, "und ist das Ihre Mama, die den
+Kleinen auf dem Schosse haelt?"
+
+Ilse bejahte. "Hier ist mein Papa," fuhr sie fort und holte sein Bild aus
+dem Saffiantaeschchen. Was war natuerlicher, als dass sie bei dieser
+Gelegenheit erzaehlte, dass ihr das Bild zum Erkennungszeichen dienen solle,
+wenn Gontraus sie empfangen wuerden.
+
+"Gontrau?" fragte die alte Dame, "Landrat Gontrau? Das sind ja liebe
+Bekannte von mir. Mein Mann, Sanitaetsrat Lange, ist seit langen Jahren
+Arzt in ihrem Hause! Wir wohnen in L., das ist die naechste Station von
+Lindenhof. Wie sich das wunderbar trifft! Nun stecken Sie das Bild Ihres
+Papas nur getrost ein, wir haben es nicht mehr noetig; jetzt werde ich Sie
+meinen Freunden zufuehren! So viel Zeit habe ich bei meinem kurzen
+Aufenthalte!"
+
+Ilse war sehr erfreut ueber diesen wunderbaren Zufall, und im Geplauder mit
+der liebenswuerdigen, feingebildeten Frau Rat verging ihr die Zeit mit
+Windesschnelle. Sie war ganz erstaunt, als der Schaffner das Koupee
+oeffnete und hineinrief: "Station M.! Sie muessen aussteigen, meine Damen!"
+
+"Schon!" rief Ilse und griff nach ihren Sachen.
+
+Frau Rat hatte sich auch erhoben und suchte ihr Handgepaeck zusammen. Es
+geschah alles mit aengstlicher Hast, ihre Haende zitterten etwas in nervoeser
+Aufregung. Eine Ledertasche, die sie von oben herabnahm, entfiel ihrer
+Hand. Das Schloss an derselben sprang auf und verschiedene kleine
+Gegenstaende kollerten auf den Boden.
+
+"O Gott!" rief sie erschrocken, "was habe ich da gemacht!" - Sie wollte
+sich buecken und liess eine Schachtel dabei fallen.
+
+"Bitte, lassen Sie mich alles besorgen!" beruhigte sie Ilse. Schnell hatte
+sie alles aufgesucht und wieder in die Tasche gethan. Das Portemonnaie der
+Frau Rat, das sich ebenfalls unter den herausgefallenen Dingen befand,
+steckte sie tief hinein in die Tasche, verschloss dieselbe vorsichtig und
+gab sie der geaengsteten Dame in die Hand.
+
+"So," sagte sie, "nehmen Sie das an sich, fuer Ihre uebrigen Sachen werde
+ich Sorge tragen."
+
+Sie legte saemtliches Handgepaeck zusammen auf den Sitz, stieg dann hinaus,
+liess sich dasselbe von der Dame zureichen, uebergab es einem
+bereitstehenden Packtraeger und half endlich der Frau Rat vorsichtig die
+hohen Stufen hinabsteigen.
+
+"Danke, danke, liebes Kind," sagte diese. "Wie umsichtig und verstaendig
+Sie alles besorgen! Ich haette das bei Ihrer Jugend kaum erwartet."
+
+Ilse wunderte sich selbst darueber, wer weiss aber, ob ihre Selbstaendigkeit
+sich so ploetzlich entwickelt haette, wenn die hilflose Art und Weise ihrer
+Begleiterin dieselbe nicht herausgefordert haette. - Ganz stolz hob sie den
+Kopf bei diesem Lobe und wuenschte: wenn Fraeulein Guessow doch gleich
+dasselbe hoeren koennte! Sie hatte so grosse Besorgnisse gehabt, und jetzt
+war sie Beschuetzerin, anstatt dass sie beschuetzt wurde! - Es war wirklich
+ein recht erhebendes Gefuehl fuer sie, leider nicht von langer Dauer!
+
+Als sie mit Frau Rat langsam dem Stationsgebaeude zuschritt, hoerte sie
+laute Zurufe aus einem Koupee des noch haltenden Zuges. Ein fluechtiger
+Blick und sie hatte sofort die Studenten erkannt. Ganz aengstlich ergriff
+sie den Arm der Dame, denn in diesem Augenblick war all ihre frohe
+Sicherheit geschwunden und sie fuehlte sich recht eines Schutzes beduerftig.
+
+"Leb wohl - leb wohl - du suesse Maid! - Nur einen Abschiedsblick, reizendes
+Lockenkoepfchen!" riefen die Uebermuetigen, und als der Zug schon im
+Weiterfahren war, warf einer von ihnen ihr eine herrliche Rose zu, sie
+fiel gerade zu ihren Fuessen.
+
+Ilse wandte sich ab, sie wusste vor Scham und Verlegenheit nicht, wohin sie
+den Blick wenden sollte.
+
+"Kannten Sie die jungen Herren?" fragte Frau Rat. -
+
+Ilse verneinte und erzaehlte, dass sie dieselben zum ersten Male bei ihrer
+Abreise gesehen.
+
+"Ja, das ist lustiges Blut!" meinte Frau Rat. "Die ganze Welt gehoert ihnen
+und man darf es ihnen nicht uebel nehmen, wenn sie sich mehr herausnehmen
+als andre. - Wollen Sie die Rose nicht aufnehmen, Kind?"
+
+Ilse hatte wohl den Wunsch, aber sie schuettelte doch den Kopf. "Ich darf
+nicht," sagte sie, und Fraeulein Guessows Worte: "keine Aufmerksamkeit von
+einem Herrn anzunehmen," standen mahnend vor ihrer Seele. - Der Werfer
+fuhr freilich auf und davon und niemals haette er erfahren, ob sie die Rose
+nahm oder nicht, - trotzdem schwankte sie nicht, ihre Gewissenhaftigkeit
+und das eigne Bewusstsein waren die Waechter, die sie zurueckhielten.
+
+Frau Rat verstand sofort Ilses Benehmen und freute sich ueber ihr
+Taktgefuehl. "Sie haben recht, Kind," sagte sie, "und eigentlich beschaemen
+Sie mich etwas. Aber ich dachte nicht gleich daran, wer die Blume geworfen
+hat. Ich sah das herrliche Prachtexemplar im Staube liegen und es that mir
+leid um die unschuldige Rose."
+
+Nach einer Stunde Aufenthalt fuhren die Damen weiter. Ilse hatte die Zeit
+benuetzt, eine Korrespondenzkarte an Fraeulein Guessow zu schreiben. Als sie
+schrieb, meldete sich der Abschiedsschmerz aufs neue. Es verwischten sogar
+einige Thraenen die frische Schrift; aber sie meldete, dass ihr die Reise
+bis jetzt furchtbar schnell vergangen sei, und Frau Rat waere eine zu
+entzueckende Frau.
+
+Die Erwaehnte dachte ungefaehr ebenso von ihrer jungen Reisegefaehrtin. Sie
+hatte in der kurzen Zeit eine warme Zuneigung zu derselben gefasst. Ilse
+war so ganz anders als all die jungen Maedchen ihrer Bekanntschaft. Sie
+verglich sie mit einem sprudelnden Waldquell, dessen Wasserspiegel bis auf
+den klaren Grund sehen laesst. Wahr und offen und doch nicht geschwaetzig,
+natuerlich und ohne jede Ziererei. Und doch, wie huebsch war die Kleine! -
+Frau Rat blickte mit innerer Freude in Ilses rosiges Gesicht, in ihre
+braunen Augen, die ein so getreuer Spiegel ihrer Seele waren; die sie
+traurig und thraenengefuellt, froehlich und schelmisch aufleuchten sah, und
+deren dunkle Wimpern sich sittsam senkten, als uebermuetige Studenten ihr
+huldigen wollten.
+
+"Nun sind wir in wenigen Minuten in Lindenhof und muessen uns trennen,"
+sagte Frau Rat. "Es thut mir von Herzen leid, ich habe Sie sehr lieb
+gewonnen. Versprechen Sie mir fest, mich zu besuchen, wenn der Zufall Sie
+in die Naehe von L. fuehren sollte."
+
+Ilse versprach das gern und gestand, dass auch ihr das Scheiden schwer
+werde. Frau Rat haette so {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}himmlisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} verstanden, sie zu troesten.
+
+"Da sind wir schon!" rief Frau Rat und steckte den Kopf zum Fenster
+hinaus, um sich nach Gontraus umzusehn. Sie waren nicht zu erblicken.
+Einige Bauernfrauen standen wartend mit ihren Tragkoerben da, sie wollten
+mit dem Zuge weiterfahren, das war alles. - Ilse hatte auch hinausgeschaut
+und als sie niemand anwesend sah, der sie erwartete, wurde es ihr recht
+bange.
+
+"Ach!" seufzte sie, "was fange ich nun an! Ich bin ganz verlassen hier!
+Lassen Sie mich mit Ihnen weiterfahren, liebe Frau Rat, und nehmen Sie
+mich fuer die eine Nacht auf. Bitte, bitte!"
+
+"Wie gern thaete ich das, mein Kind; aber das waere gegen die Bestimmung
+Ihrer Eltern. Gontraus werden noch kommen, auf jeden Fall! Sie haben sich
+etwas verspaetet, Sie koennen es glauben. Was wuerden sie sagen, wenn
+Fraeulein Ilse davongeflogen waere?"
+
+Ilse seufzte schwer und stieg aus. Ihr Gepaeck, auch die Blumen, die trotz
+des haeufigen Besprengens mit frischem Wasser die Koepfchen traurig haengen
+liessen, hatte sie aus dem Koupee gehoben, - nun stand sie da und sah sich
+hilflos nach beiden Seiten um.
+
+"Machen Sie nicht ein so trostloses Gesicht, liebes Kind," beruhigte die
+alte Dame, "es waere ja noch immer kein Unglueck, wenn Gontraus durch irgend
+ein Missverstaendnis Sie heute nicht erwarteten! In diesem Falle bestellen
+Sie einen Wagen im Stationsgebaeude und fahren nach Lindenhof hinaus. In
+einer guten Stunde sind Sie dort, und dass Sie bei den lieben Menschen mit
+offnen Armen empfangen werden, dafuer stehe ich ein."
+
+"Nein, nein! das thue ich nicht! Das wuerde ich nicht wagen!" rief Ilse
+ganz erschrocken. "Ich weiss ja gar nicht, ob man mich haben will! Ich kann
+doch nicht unbekannten Leuten in das Haus fallen!"
+
+Es leuchtete so etwas vom alten Trotze dabei aus ihren Augen und die
+Oberlippe kraeuselte sich in verdaechtiger Weise. Frau Rat laechelte ueber den
+jugendlichen Ungestuem.
+
+"Man will Sie haben, und fremde Leute sind es auch nicht, zu denen Sie
+kommen, kleine Ungeduldige," sprach sie scherzhaft. "Der Landrat ist ein
+sehr guter Freund Ihres Vaters."
+
+Ilse konnte sich nicht dabei beruhigen, sie wurde sogar noch
+niedergeschlagener.
+
+Als Frau Rat bemerkte, dass sie nur noch fuenf Minuten beisammen sein
+wuerden, fuellten sich ihre Augen mit Thraenen.
+
+"Gehen Sie einmal schnell um das Gebaeude, dort koennen Sie die ganze
+Chaussee ueberblicken, die nach dem Rittergute fuehrt. Vielleicht sehen Sie
+den Wagen kommen."
+
+Sie that, wie ihr geraten wurde. Im vollen Laufen oeffnete sie das
+Saffiantaeschchen und nahm Papas Bild heraus. "Es ist zwar doch
+vergeblich," dachte sie, "aber ich will es fuer alle Faelle in die Hand
+nehmen."
+
+ [Illustration]
+
+Kaum hatte sie sich entfernt, kaum war sie links um das Haus gegangen, als
+von der andern Seite desselben ein junger, schlanker Mann mit leichtem,
+elastischen Schritt eilig hervortrat. Sein Auge glitt suchend ueber den
+Perron, dann ging er dicht an dem Zuge entlang und spaehte forschend in
+jedes Koupee. Frau Rat hatte ihn sofort entdeckt und ihre Zuege verklaerten
+sich, - der Suchende war niemand anders als der Sohn des Landrats. "Leo!
+Leo!" rief sie ihn an, "komm, schnell! Wo sind deine Eltern? Du suchst
+sie, nicht wahr? Ich bin mit ihr gefahren - sie ist ein reizendes, junges
+Maedchen! Frisch wie eine Waldblume, sage ich dir. Dort ist sie um das Haus
+gegangen!"
+
+"Was fuer eine Waldblume meinst du, Tante Rat?" fragte der junge Mann etwas
+erstaunt und sah mit seinen offenen, klugen Augen die Angeredete, die sehr
+schnell und mit lebhaften Gesten gesprochen hatte, an. "Von wem sprichst
+du?"
+
+"Von ihr - von ihr!" rief sie zurueck. "Von Ilse, die ihr erwartet," wollte
+sie eigentlich sagen, aber der Name fiel ihr im Augenblick nicht ein; das
+betaeubende Laeuten der Glocke, die das Zeichen zur Abfahrt gab, machte sie
+nervoes und verwirrte sie, es kam noch hinzu, dass der junge Mann ihren
+Worten wenig Aufmerksamkeit schenkte und immer auf dem Sprunge stand, sie
+zu verlassen.
+
+"Ich muss dich verlassen, Tante!" sagte er denn auch, "ich muss mich nach
+einem Kinde umsehen, das ich mit diesem Zuge erwarte -"
+
+"Sie ist es! Sie ist es!" rief sie lebhaft, aber er hoerte ihre Worte nicht
+mehr, sondern von neuem ging er suchend den Zug entlang.
+
+"Haben Sie ein allein reisendes Kind bemerkt - und ist dasselbe vielleicht
+hier ausgestiegen?" fragte er einen Schaffner.
+
+"Nein!" antwortete dieser und schwang sich auf seinen hohen Sitz hinauf,
+denn der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
+
+Als Frau Rat an ihm vorueberfuhr, rief sie ihm einige Worte zu, leider
+vergeblich, er verstand sie nicht.
+
+Assessor Gontrau blieb stehen, etwas ratlos und nachdenklich. Der
+Oberamtmann Macket hatte seinen Vater gebeten, dass er sofort bei Ilses
+Ankunft telegraphieren moege, ob sie gluecklich angekommen sei. Was sollte
+er jetzt thun? Es blieb ihm nichts andres uebrig, als eine Depesche
+abzusenden mit den Worten: "Nicht angekommen!"
+
+Eben im Begriffe, sich zu diesem Zwecke in das Bureau zu begeben, fiel
+sein Blick auf einen Brief, der auf der Erde dicht vor ihm lag. Er hob ihn
+auf und las die Aufschrift auf dem geoeffneten Kouvert. Nicht wenig
+erstaunte er, als er die Adresse las: "Fraeulein Ilse Macket," - sonderbar!
+Der Schaffner und die Leute hier haben kein Kind aussteigen sehen und doch
+muss es angekommen sein!
+
+"Wissen Sie nicht, wer den Brief verloren hat?" wandte er sich an eine
+Frau, die einen kleinen Obststand in der Naehe hatte.
+
+"Gesehen habe ich es gerade nicht," meinte die, "aber ein junges Fraeulein
+mit Locken hat ihn gewiss mit aus der Tasche gezogen. Ich sah, dass sie
+etwas herausnahm. Die dort war es," unterbrach sie sich ploetzlich und
+zeigte auf Ilse, die um das ganze Haus gegangen war und von der
+entgegengesetzten Seite gerade hervortrat, als der Zug abfuhr.
+
+Ihre alte Freundin gruesste noch einmal zaertlich zum Fenster hinaus, machte
+auch allerhand bedeutungsvolle Zeichen, winkte nach der andern Seite zu
+Leo hinueber, - Ilse verstand nichts von allem.
+
+Hoechst ungluecklich stand sie da und blickte dem Zuge nach, der ihre
+einzige Bekannte hier in die Ferne fuehrte. "Nun bin ich verlassen!" sprach
+sie fuer sich, "was soll ich nun anfangen!" Es war merkwuerdig, wie ihre
+mutige Sicherheit ein so schnelles Ende genommen hatte. - Wie recht hatte
+Fraeulein Guessow mit ihrer Besorgnis! Auf diesen Fall war sie gar nicht
+vorbereitet! Was sollte sie nun beginnen? Am liebsten haette sie wie ein
+kleines Kind angefangen zu weinen, sie schaemte sich nur vor dem jungen,
+blonden Postbeamten, der zu einem Parterrefenster hinauslehnte und sie
+neugierig beobachtete.
+
+Aus ihrer peinlichen Ratlosigkeit schreckten sie ploetzlich eilige Schritte
+auf und gleich darauf erfolgte die Anrede: "Gnaediges Fraeulein, ich bitte
+um einen Augenblick!"
+
+Ilse wandte den Kopf, und als ihr Auge fluechtig die Gestalt eines jungen
+Mannes streifte, erfasste sie eine unnennbare Angst. Was wollte er von ihr
+- warum redete er sie an? Sie verlor alle ruhige Fassung und nur der eine
+Gedanke beherrschte sie: Du darfst ihn nicht anhoeren! - Als ob sie nichts
+gehoert habe, ging sie weiter, und als sie bemerkte, dass sie verfolgt
+wurde, beschleunigte sie ihre Schritte. Wie ihr das Herz klopfte vor Angst
+und Aufregung!
+
+"Sie haben etwas verloren, gnaediges Fraeulein, wollen Sie nicht die Guete
+haben, mir einen Augenblick Gehoer zu schenken!" rief er dringend.
+
+Nun stand sie still, aber sie wagte nicht, sich nach ihm umzusehen. Er
+benuetzte schnell diesen Moment und trat vor sie hin. Mit einem leichten,
+spoettischen Laecheln betrachtete er den kleinen Backfisch, der so aengstlich
+und bloede vor ihm davonlief. Schon schwebte ihm eine etwas ironische
+Bemerkung auf den Lippen, die er indes unterdrueckte, als er in das
+liebliche, rosige Antlitz sah. Mit niedergeschlagenen Augen und in
+aengstlicher Verlegenheit stand sie vor ihm. - {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie eine Waldblume{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} hatte
+Tante Rat zu ihm gesagt, jetzt wusste er, wen sie damit gemeint.
+
+"Ich fand diesen Brief dort," sprach er, "gehoert er vielleicht Ihnen?"
+
+Ein fluechtiger Blick belehrte Ilse, dass er den Brief ihres Papas in der
+Hand hielt. "Ja," sagte sie, ziemlich beschaemt ueber ihr albernes
+Davonlaufen, "er gehoert mir." - Sie nahm ihn in Empfang, ohne den jungen
+Mann anzusehen.
+
+"Ich danke Ihnen," fuegte sie noch hinzu und wollte mit einer schuechternen
+Verbeugung weitergehen.
+
+"Und war die Adresse an Sie gerichtet?" fragte er weiter, so dass sie
+zoegernd still stand.
+
+Doch bevor er noch ihre Antwort abwartete, rief er ploetzlich erfreut und
+lachend zugleich: "Sie - Sie sind Fraeulein Ilse Macket! ich sehe die
+Photographie in Ihrer Hand! Das ist ein wundervoller Spass!"
+
+Erstaunt blickte Ilse ihn an, und nun sah sie zum ersten Male in das
+huebsche, von der Sonne etwas gebraeunte Gesicht des jungen Gontrau.
+
+"Verzeihen Sie mein unschickliches Lachen," entschuldigte er sich, "aber
+Sie werden dasselbe verstehen, wenn ich Ihnen Aufklaerung gegeben habe. -
+Zuvor erlauben Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Gontrau."
+- Er hob den weichen Filzhut ab und begruesste sie in liebenswuerdiger,
+ehrerbietiger Weise.
+
+"Gontrau!" rief Ilse strahlend vor Freude, "ist's wahr, Gontrau? Aber Sie
+sind doch nicht - doch nicht -"
+
+"Der Landrat?" ergaenzte er ihre Frage. "Nein, der bin ich nicht, nur sein
+Sohn."
+
+"Ich war recht einfaeltig, dass ich Ihnen davonlief," sprach sie erroetend,
+"aber ich wusste nicht, wer Sie waren; ich hielt Sie fuer einen fremden
+Herrn, der mich ausfragen wollte. Ach, Sie glauben nicht, wie ich mich
+geaengstigt habe, als ich so ganz allein hier stand! Wie ein verirrtes Kind
+kam ich mir vor, das nicht weiss woher und wohin. Nun bin ich froh,
+furchtbar froh! Aber wo sind Ihre Eltern?" ploetzlich fiel es ihr ein, dass
+dieselben nicht anwesend waren. "Bitte, fuehren Sie mich zu ihnen."
+
+"Leider konnten sie nicht die Freude haben, Sie hier zu begruessen,"
+entgegnete Leo, den ihr kindliches Geplauder geradezu entzueckte. "Meinem
+Vater ist ein kleiner Unfall zugestossen. In dem Augenblick, als er den
+Wagen besteigen wollte, um hierher zu fahren, vertrat er sich den Fuss und
+zwar so boese, dass er zurueckbleiben musste. Die Mutter konnte zu ihrem
+Kummer nun auch nicht fort, sie musste dem Vater behilflich sein. Dieser
+Unfall ist denn auch an meiner Verspaetung schuld, die ich von ganzem
+Herzen bedaure, doppelt bedaure, da sie Ihnen Sorge und Kummer bereitet
+hat. Mama hatte sich so darauf gefreut, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}die Kleine{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} in Empfang nehmen zu
+koennen! Ja, ja, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}die Kleine{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}," wiederholte er und amuesierte sich ueber ihr
+verwundertes Gesicht. "Ihr Herr Papa traegt die Schuld an dem Irrtum, in
+dem wir befangen waren. Er sprach in seinen Briefen nur von seiner
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Kleinen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, oder von {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}seinem Kinde{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, das er allein und schutzlos die weite
+Reise machen lassen muesse, er fuerchtete, dass dem {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}kleinen Maedchen{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, das
+die Pension verliess, etwas zustossen koenne. Natuerlich erwarteten wir nun
+auch ein Kind, so ein halberwachsenes Maedchen von zwoelf, hoechstens
+dreizehn Jahren."
+
+"Nein, aber der Papa!" rief Ilse und lachte, aber nicht so frisch und frei
+wie gewoehnlich, es klang etwas gezwungen. Es war ihr nicht ganz angenehm,
+dass der Papa noch eine so kindliche Meinung von ihr hatte. "Papa ist zu
+komisch! Er haelt mich noch immer fuer die halberwachsene Ilse! Wie wird er
+sich wundern, wenn er mich wiedersieht! Mit siebzehn Jahren ist man kein
+Kind mehr, nicht einmal ein Backfisch!"
+
+"Bewahre!" stimmte der Assessor ihr bei, "mit siebzehn Jahren ist ein
+junges Maedchen eine vollendete Dame."
+
+Es kam halb wie leichter Spott heraus, aber er machte ein ganz ernstes
+Gesicht und verzog keine Miene. So glaubte sie denn mit Stolz an die
+"vollendete" Dame.
+
+Nur ihr Handgepaeck nahm Ilse mit hinaus nach Lindenhof, dasselbe war schon
+in dem Wagen untergebracht, den Korb mit den Blumen stellte der Kutscher
+eben hinein.
+
+"Die vielen Straeusse!" bemerkte Leo Gontrau und diesmal laechelte er
+wirklich etwas. "Der Korb muss Ihnen doch eine Last gewesen sein?"
+
+"O nein, nein!" sprach sie eifrig dagegen, "es sind ja lauter
+Abschiedsgruesse von meinen Freundinnen!"
+
+"So viele Freundinnen!" meinte er und sah in den Korb.
+
+"Es sind sieben Straeusse," belehrte ihn Ilse, die naemlich glaubte, er wolle
+dieselben zaehlen.
+
+"Sie waren schoen," meinte er, "jetzt sind sie schon etwas welk. Nur dieser
+Rosenstrauss mit der Vergissmeinnichteinfassung ist noch frisch."
+
+Ilse ergriff denselben und beugte ihr Antlitz darauf. Eine augenblickliche
+Ruehrung ueberkam sie, als sie der Geberin gedachte.
+
+"Ich habe ihn von meiner liebsten Freundin," sagte sie innig - "von Nellie
+Grey."
+
+"Nellie Grey?" fragte er. "Wohl eine Englaenderin? Ist sie huebsch und
+liebenswuerdig?" setzte er scherzend hinzu.
+
+"Sie ist reizend!" rief Ilse und geriet foermlich in Feuer, als sie von der
+Freundin erzaehlte.
+
+Er hoerte ihr stillschweigend zu und amuesierte sich ueber die Begeisterung,
+mit der sie lobte, und besonders ueber die ueberschwenglichen Ausdruecke, die
+dabei ihren Lippen entschluepften. Sie wusste es gar nicht, wie sehr sie
+sich Melanies Angewohnheit zu eigen gemacht hatte und wie Ausrufe, als:
+furchtbar reizend! himmlisch! entzueckend! suess! u. s. w. u. s. w. ihr
+ebenso gelaeufig waren als Melanie und den uebrigen Backfischen.
+
+"Wollen Sie nicht erst im Bahnhofsgebaeude eine kleine Erfrischung
+einnehmen?" fragte Leo und bot ihr den Arm, um sie dorthin zu fuehren.
+
+Dankend lehnte sie sein Anerbieten ab, trotzdem sie es eigentlich gern
+angenommen haette. Sie war naemlich hungrig und ihr Magen trug rechtes
+Verlangen nach einem kraeftigen Imbiss. Eine vollendete Dame aber durfte den
+Hunger nicht merken lassen, es waere doch geradezu kindisch gewesen.
+
+"Es ist kuehl," bemerkte er, als er ihr in den Wagen geholfen, "und mein
+Auftrag lautet: Huelle {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}das Kind{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} gut ein, damit es sich nicht erkaeltet in
+der halboffenen Chaise." Und er nahm ein warmes Tuch, das schon bereit
+lag, und wickelte sie fest darin ein, auch eine Decke schlug er um ihre
+Fuesse.
+
+Sie liess es gern geschehen, denn der Herbstwind pfiff kalt ueber die leeren
+Felder; sie lachte sogar ueber seine Fuersorge; aber hinterher kamen die
+Bedenken. War es recht, dass sie sich von ihm einhuellen liess? War es nicht
+eine Vertraulichkeit, die sie gestattet hatte? Wuerde Fraeulein Guessow ihr
+Benehmen schicklich finden? Ob Nellie wohl so gehandelt haben wuerde, wie
+sie, oder ob sie nicht lieber ihren Regenmantel angezogen haette! Sie
+konnte es auch thun, er lag im Riemen geschnallt dicht bei ihr.
+
+Mitten in ihren peinlichen Zweifeln und Sorgen vernahm sie ein herzliches
+Lachen ihres Nachbars. Natuerlich brachte sie es sofort mit ihren Gedanken
+in Verbindung.
+
+"Lachen Sie ueber mich?" fragte sie beinahe aengstlich.
+
+"Nein, nein!" entgegnete er, "wie kommen Sie zu dieser Frage? Wie wuerde
+ich mir je erlauben, eine junge Dame auszulachen! Diese Birne ist an
+meiner Heiterkeit schuld. Sie fiel mir soeben aus der Wagentasche auf die
+Hand und erinnerte mich an Mamas letztes Wort, das sie mir nachrief, als
+ich fortfuhr."
+
+"Was sagte sie?" fragte Ilse und sah ihn neugierig an.
+
+"Vergiss ja nicht, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dem Kinde{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} die Birnen zu geben, Leo, sprach sie. Die
+Kleine wird wohl hungrig sein. Ich glaube," unterbrach er sich und griff
+in die Seitentasche, "sie sprach auch von einem Stueck Kuchen. Richtig!"
+rief er lachend und zog ein kleines Paketchen hervor, "da ist er! Darf ich
+es wagen, gnaediges Fraeulein, Ihnen Kuchen und Birnen anzubieten?"
+
+Dieser Verlockung konnte sie nicht widerstehen. "Warum nicht?" entgegnete
+sie unbefangen und griff zu. "Obst ist meine ganze Leidenschaft und Kuchen
+esse ich furchtbar gern! In der Pension haben wir nicht viel davon zu
+sehen bekommen, Fraeulein Raimar behauptete, der Magen werde schlecht vom
+vielen Kuchenessen. Ist das nicht eine furchtbar oede Ansicht?"
+
+"Ja, eine furchtbar oede Ansicht!" wiederholte er mit ganz ernsthaftem
+Gesicht, "ich begreife nicht, wie Sie es aushalten konnten, ohne Kuchen zu
+leben!"
+
+"Manchmal," erzaehlte sie, "liessen wir uns heimlich ein Stueckchen holen,
+ueber Mittag, wenn das Fraeulein schlief."
+
+"So, so!" lachte er, "das sind ja schoene Geschichten, das muss ich sagen!"
+
+"Wir thaten es nicht oft," entschuldigte sich Ilse, "nur dann und wann,
+wenn wir gar zu grossen Appetit darauf hatten. Finden Sie das unrecht?"
+
+"Dass Sie den Kuchen assen, finde ich durchaus nicht unrecht," neckte er
+sie, "aber dass Sie ihn heimlich holen liessen, gefaellt mir nicht. Warum
+fragten Sie nicht die Vorsteherin um Erlaubnis?"
+
+"Sie sind aber klassisch!" rief Ilse, "dann haetten wir es doch nicht
+gedurft! Es war doch nichts Boeses, was wir thaten, nur ein ganz harmloses
+Vergnuegen, Fraeulein Raimar hatte nicht den geringsten Schaden davon, ob
+wir Kuchen assen oder nicht."
+
+"Sie sind eine kleine Rechtsverdreherin!" tadelte er sie lachend, "ob
+Schaden oder nicht, darauf kommt es gar nicht an. Die Dame hatte ihre
+Gruende, weshalb sie Ihnen den Genuss des Kuchens verbot. Nummer I: Sie
+handelten gegen ihren Willen - folglich sind Sie strafbar! Nummer II: Sie
+thaten es heimlich - das erschwert das Vergehen!"
+
+Sie lachte hoechst vergnuegt. "Herrgott, sind Sie aber pedantisch!"
+
+"Ich bin Jurist, gnaediges Fraeulein, und gehe jeder Sache auf den Grund."
+
+"Jurist!" wiederholte Ilse und sah ihren Nachbar etwas misstrauisch an.
+"Das glaube ich nicht! Sie sehen nicht so aus."
+
+"Warum nicht? Haben die Juristen ein besonderes Aussehen?"
+
+Diese Frage brachte sie etwas in Verlegenheit. Sie haette ihm keine andre
+Antwort daraus geben koennen, als dass die Juristen, die oefters auf Moosdorf
+zu Gaste kamen, ganz anders ausschauten. Es waren lustige Herren, die
+gerne ein Glas Wein liebten, aber jung und schoen waren sie nicht. Sie sah
+ihn an und schuettelte unglaeubig den Kopf. "Sie sind nicht Jurist,"
+widerstritt sie.
+
+"Nun, ich bin doch neugierig, wofuer Sie mich halten," fragte er hoechst
+amuesiert, "jetzt legen Sie eine Probe von Ihrer Menschenkenntnis ab!"
+
+"Sie sind Kuenstler - vielleicht Musiker - oder Maler?"
+
+Er lachte laut. "Musiker!" rief er, "ich ein Musiker! Wenn Sie wuessten,
+gnaediges Fraeulein, welch ein grosses Wort Sie gelassen aussprachen! Ich
+verstehe keine Note und bin so unmusikalisch wie ein Stock! Es thut mir
+leid, dass ich Ihre fuer mich so schmeichelhafte Illusion zerstoeren muss,
+indes was kann es helfen! Ich muss mich Ihnen leider als ein ganz
+gewoehnliches Menschenkind vorstellen, das weder Maler noch Musiker ist.
+Trotz Ihres Zweifels bin ich Jurist und seit vier Wochen Assessor. Sind
+Sie nun ueberzeugt?"
+
+"Also kein Kuenstler, ach, wie schade!" sprach Ilse bedauernd. "Es muessen
+doch reizende Menschen sein!"
+
+"Nicht immer," wollte er sagen, doch that er es nicht. Warum ihre naiven
+Anschauungen zerstoeren? Sie war noch so jung und sah so glaeubig aus.
+
+"Sehen Sie dort die Kirchturmspitze?" brach er das Gespraech ab, "die
+Wetterfahne darauf glaenzt hell im Mondenscheine, das ist die Kirche von
+Lindenhof! In zehn Minuten sind wir dort."
+
+Als der Wagen vor dem Portale des Hauses hielt, trat Frau Gontrau schnell
+auf denselben zu, um ihren kleinen Gast in Empfang zu nehmen. Als das
+erwachsene Maedchen dafuer ausstieg und Leo den Irrtum erklaerte, nahm sie
+dasselbe lachend in den Arm.
+
+"Ob gross, ob klein," sagte sie mit Waerme, "Sie sind mir von Herzen
+willkommen!"
+
+Und sie fuehrte Ilse in das Speisezimmer, in welchem sich der Landrat
+befand. Er sass in halbliegender Stellung auf dem Sofa und streckte dem
+jungen Maedchen beide Haende entgegen.
+
+"Das ist eine kostbare Ueberraschung!" rief er aus, "eine kostbare
+Ueberraschung! Anstatt des Kindes kommt eine junge Dame an! Hat uns Freund
+Macket mit Absicht getaeuscht?"
+
+Ilse lachte und zeigte die weissen Zaehne.
+
+"Wie Sie dem Papa aehnlich sehen!" fuhr er lebhaft fort, "derselbe Mund,
+die Zaehne, das Kinn, es ist auffallend!" Er schob die Lampe naeher zu ihr,
+damit er sie noch besser betrachten koenne. "Das Haar haben Sie von der
+Mutter geerbt, auch die braunen Augen, das heisst nur in Farbe und Schnitt.
+Der Ausdruck der Ihrigen ist lebhafter, er verraet nicht das sanfte
+Taubengemuet der seligen Mama. Koennen Sie zornig blicken?" fragte er
+scherzend.
+
+"Aber lieber Mann," unterbrach ihn Frau Gontrau lachend, "erst stellst du
+ein peinliches Examen mit dem Aeusseren unsres lieben Gastes an, nun gehst
+du auch noch auf die Charaktereigenschaften ueber! - Kommen Sie, liebes
+Kind, ich will Sie erloesen. Ich werde Sie auf Ihr Zimmer fuehren, damit Sie
+sich von der langen Reise etwas erfrischen koennen. Ich habe Sie dicht
+neben mein Schlafzimmer einquartiert, die Fremdenzimmer liegen eine Treppe
+hoeher, und ich dachte, die Kleine fuerchte sich, allein dort zu schlafen."
+
+"O wie reizend!" rief Ilse kindlich erfreut und verriet, dass sie im Punkte
+der Furcht noch ganz wie ein richtiges Kind empfand.
+
+"Leo," redete der Amtsrat den Sohn an, als die Damen das Zimmer verlassen
+hatten, "ist sie nicht ein reizendes Kind?"
+
+Der Angeredete schien sehr vertieft in seiner Zeitungslektuere, wenigstens
+musste der Vater noch einmal die Frage wiederholen, bevor er eine Antwort
+erhielt.
+
+"Ja, ja," gab er gleichgueltig zur Antwort, "sie ist ein ganz netter,
+kleiner Backfisch!"
+
+"Netter Backfisch! Ist das ein Ausdruck fuer ein so liebliches Wesen! Hast
+du denn gar keine Augen im Kopfe? Ich sage dir, Temperament steckt in dem
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}kleinen Backfisch{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, mehr als du dir traeumen laesst! Ein Blick und ich weiss
+Bescheid! Du hast kein Urteil, mein Junge, darin ist dein Vater dir ueber!"
+
+Leo gab keine Antwort darauf und las andaechtig weiter.
+
+Die Abendstunden entschwanden in Frohsinn und Heiterkeit. Ilse plauderte
+und erzaehlte ganz ohne Scheu. Sie fuehlte sich heimisch bei den lieben
+Menschen. Der Landrat liebte es, sie zu necken, und sie verstand seinen
+Scherz.
+
+"Bleiben Sie einige Tage hier," redete er ihr zu, "die Zeit ist so kurz
+bis morgen mittag. Wir telegraphieren den Eltern, dass wir Sie hier
+behielten, sie werden nicht boese darueber sein."
+
+Leo warf einen schnellen Blick zu Ilse hinueber, der fast wie eine Bitte
+aussah, auch erbot er sich, ganz frueh am andern Morgen nach dem
+Stationsgebaeude zu reiten, um ein Telegramm aufzugeben. Frau Gontrau
+unterstuetzte die Bitte ihres Mannes mit grosser Waerme.
+
+"Es waere eine grosse Freude fuer uns, wenn Sie blieben," sagte sie, "es
+fehlt uns ein frisches Element in unsrem Hause. Sie haben die glueckliche
+Gabe, Leben und Frohsinn um sich zu verbreiten!"
+
+"Bitte, bitte, quaelen Sie mich nicht," bat Ilse, "ich kann nicht bleiben!
+Ich kann es nicht, so reizend es mir auch hier gefaellt! Meine Eltern
+erwarten mich morgen und ich habe auch grosse Sehnsucht nach ihnen und auf
+den kleinen Bruder freue ich mich furchtbar! Er weiss noch gar nicht, dass
+er eine grosse Schwester hat!"
+
+Dagegen war nichts einzuwenden. Ilses Antwort war so echt kindlich und
+natuerlich.
+
+Frau Gontrau strich ihr die krausen Locken zurueck und klopfte ihr leicht
+die Wange.
+
+"Sie haben recht, liebe Kleine, Ihren Entschluss nicht zu aendern. Wir
+wollen auch gar nicht weiter in Sie dringen mit unsren Bitten. Besuchen
+Sie uns bald auf laengere Zeit, Leo verlaesst uns in einigen Wochen und dann
+ist es einsam in unsrem grossen Hause."
+
+"Daraus wird doch nichts!" erklaerte der Landrat. "Ich kenne meinen Freund
+Macket und weiss, dass er so bald sein Toechterchen nicht wieder fortgiebt.
+Halt, da faellt mir ein guter Gedanke ein! In seinem letzten Briefe ladet
+der Papa uns zum Erntefeste ein, das in vier Wochen etwa stattfinden soll.
+Ich nehme die Einladung an fuer uns, Punktum! Aber ich knuepfe die Bedingung
+daran, dass er Sie mit uns zurueckreisen laesst."
+
+Ilse jubelte vor Vergnuegen, "das waer' zu - zu himmlisch!" rief sie aus.
+"Aber Sie muessen auch Wort halten, geben Sie mir die Hand darauf."
+
+Mit einem kraeftigen Handschlag besiegelte er sein Versprechen.
+
+"Ein Handschlag galt bei uns in der Pension fuer den hoechsten Eid," sagte
+sie mit einem ernsten Kindergesicht, "dagegen handeln heisst meineidig
+sein. - Sie werden doch mitkommen?" wandte sie sich an Leo.
+
+"Natuerlich," entgegnete er freudig, "der feierliche Eid gilt auch fuer
+mich. Wollen wir ihn auch mit einem Handschlag besiegeln?"
+
+"O nein," entgegnete sie leicht erroetend, "ich glaube Ihnen schon auf Ihr
+Wort."
+
+Als es elf schlug, mahnte Frau Gontrau zur Ruhe. "Sie werden muede und
+abgespannt sein von der Reise und den vielen fremden Eindruecken, liebe
+Ilse."
+
+"Ich empfinde gar keine Muedigkeit," entgegnete diese, "und koennte noch
+lange aufbleiben!"
+
+Sie haette es auch gethan, wenn sie nur Papier und Feder in ihrem Zimmer
+gefunden haette! Wie gerne haette sie ihrer Nellie so ganz frisch ihre
+Reiseerlebnisse erzaehlt!
+
+Am andern Morgen gleich nach dem zweiten Fruehstueck ruestete sich Ilse zur
+Weiterreise. Eben trat sie mit dem Korbe mit den Blumen vor die Thuere, sie
+hatte sie noch einmal mit Wasser besprengt.
+
+"Wollen Sie denn die welken Straeusse wirklich wieder mit sich nehmen?"
+fragte Assessor Gontrau.
+
+Ilse blickte auf den Korb und stand unschluessig da. "Freilich," sagte sie
+betruebt, "sie sehen traurig aus, meine lieben, schoenen Blumen, nun sind
+sie alle welk!"
+
+"Wissen Sie was, Fraeulein Ilse," riet der Assessor heiter, "wir wollen ein
+Autodafee anstellen und sie verbrennen! Dann sammeln wir die Asche und Sie
+bewahren dieselbe in einer kostbaren Urne auf, welche die Inschrift traegt:
+Diese Urne birgt die Asche der Blumenstraeusse meiner geliebten sieben
+Freundinnen in der Pension. - Wie gefaellt Ihnen diese Idee?"
+
+"O, Sie sind abscheulich!" rief sie. "Sie wollen sich ueber mich lustig
+machen? Trotzdem," fuegte sie echt logisch hinzu, "gefaellt mir das
+Verbrennen ganz gut. Errichten Sie schnell einen Scheiterhaufen, so viel
+Zeit bis zu meiner Abfahrt bleibt mir noch, ich will die Blumen in Flammen
+aufgehen sehen! Die Asche aber sammeln wir nicht!"
+
+Leo trug eilig etwas trockenes Reisig auf dem Kiesplatze vor dem Hause
+zusammen und in wenigen Sekunden flackerte ein lustiges Feuer auf.
+
+Ein Strauss nach dem andern verfiel dem Feuertode, nur als Nellies Rosen an
+die Reihe kamen, hielt Ilse ihm den Arm fest. "Halten Sie ein!" rief sie,
+"der darf nicht geopfert werden, die Blumen meiner lieben Nellie bewahre
+ich bis zu meinem Tode auf!"
+
+"Mit in das Grab," fuegte er neckend hinzu.
+
+Frau Gontrau, die mit ihrem Sohne Ilse bis zur Bahn begleiten wollte,
+erschien jetzt fertig angekleidet in der Thuere und mahnte zum Aufbruch.
+
+Ilse ging in das Haus und nahm Abschied von dem Landrate. So gerne waere er
+mitgefahren und musste nun des boesen Fusses wegen zurueckbleiben. Es war eine
+rechte Geduldsprobe fuer ihn. Noch einmal erinnerte sie ihn dringend an
+seinen Schwur. "Sie muessen kommen!" war ihr letztes Wort.
+
+"Es bleibt dabei!" rief er ihr nach, "der Schwur gilt!"
+
+Als sie im Begriffe war, in den Wagen zu steigen, ueberreichte ihr Leo ein
+kostbares Rosenboukett.
+
+"Die Blumen sind aus der Asche erstiegen," sprach er, "Sie werden
+dieselben nicht verschmaehen," fuegte er hinzu, als sie vor Ueberraschung
+vergass, dieselben in Empfang zu nehmen.
+
+"O, wie reizend! Wie furchtbar liebenswuerdig! Sie glauben nicht, wie ich
+mich freue!" Mit holdem Erroeten reichte sie ihm die Hand. "Ich danke Ihnen
+tausendmal! Ich liebe die Rosen so sehr und so schoen wie diese sah ich
+noch keine. Wie sehr, wie furchtbar haben Sie mich erfreut!" Und sie
+konnte den Blick nicht von den herrlichen Blumen wenden und wiederholte
+noch einige Male: "ich freue mich zu sehr!"
+
+Leo laechelte seine Mutter an und sie verstand ihn wohl. War doch auch sie
+entzueckt ueber die kindliche Freude und die Anmut, mit der Ilse zu danken
+verstand.
+
+Die Stunden vergehen schnell, besonders die gluecklichen. Die Fahrt bis zum
+Bahnhof war geschwunden, Ilse wusste nicht wie. Jetzt sass sie im Dampfwagen
+und fuhr der Heimat zu. Ihre Gedanken schwirrten bunt durcheinander, sie
+flogen voraus und traeumten vom Wiedersehen - und sie kehrten zurueck und
+fuehrten sie wieder nach Lindenhof. Es hatte ihr himmlisch dort gefallen!
+Der Abschied war ihr beinahe schwer geworden. Leo hatte ihr die Hand
+gekuesst und sie hatte es sich gefallen lassen. Ob das wohl recht war? Am
+Ende haette sie ihm die Hand entziehen muessen? - "Ach," seufzte sie laut,
+zum Glueck war sie allein im Koupee, "ach! Es ist doch zu oede, wenn man gar
+nicht weiss, wie man sich zu benehmen hat! Am Ende spottet er jetzt ueber
+mich!" Sie erroetete bei diesem furchtbaren Gedanken. Da fiel ihr Blick auf
+den Rosenstrauss, und wie sie den suessen Duft desselben einatmete, stand
+ploetzlich sein Bild lebhaft vor ihr. Ein wunderbares Gefuehl ueberkam sie,
+aber es war ihr fremd und sie schreckte davor zurueck. Sie legte den Strauss
+aus der Hand und erhob sich. Sie wollte nicht weiter an ihn denken, sie
+wollte es nicht!
+
+Um sich zu zerstreuen, blickte sie zum Fenster hinaus. Erst auf der einen,
+dann auf der andern Seite. Aber sie sah nicht viel, nichts als leere
+Stoppelfelder, das war langweilig.
+
+Sie setzte sich wieder und nahm ihre Handtasche vor. Nachdem sie ein
+Weilchen darin gekramt, fiel ihr ein Buch in die Haende, das Nellie ihr
+hineingesteckt hatte, damit sie Unterhaltung habe. Sie hatte gar nicht
+daran gedacht, jetzt griff sie freudig nach Chamissos Gedichten. Im
+Begriffe, das Buch zu oeffnen, fiel ihr etwas ein. "Halt," sagte sie fuer
+sich, "jetzt werde ich das Orakel befragen, wie Flora uns gelehrt hat."
+Sie schlug drei Kreuze ueber das Buch und sah gen Himmel dabei, dann
+oeffnete sie es schnell und die erste Zeile, auf die ihr Blick fiel, hiess:
+
+ "Helft mir, ihr Schwestern, Kraenze zu winden -"
+
+"Unsinn! Ich will es nicht gelten lassen!" rief sie, "also noch einmal!"
+Das Buch wurde wieder geschlossen und recht, recht fest zusammengedrueckt,
+dann wieder die drei ueblichen Kreuze, wieder langsam und feierlich
+geoeffnet - und siehe da, dieselben Worte gaben ihr Antwort auf ihre Frage.
+
+"Sonderbar! furchtbar sonderbar!" dachte sie sinnend und einen Augenblick
+war sie in Versuchung, der prophetischen Stimme zu glauben, dann aber
+siegte ihre gesunde Vernunft.
+
+"Es ist doch nur ein Zufall und die ganze Geschichte dummes Zeug!" Mit
+diesem vernuenftigen Gedanken gab sie alle Schicksalsfragen auf und
+vertiefte sich in Chamissos herrliche Gedichte. Einige Male freilich
+ertappte sie sich auf dem Wege nach Lindenhof und Leos Bild neckte sie aus
+den Zeilen, aber sie wehrte sich tapfer gegen diese Traumbilder. Sie
+schwanden von selbst, je naeher sie der Heimat kam. Sie legte das Buch
+beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Schon erkannte sie verschiedene
+Ortschaften, die in der Naehe von Moosdorf lagen, schon konnte sie den
+Bahnhof erkennen! Ihr Herz schlug vor Erwartung und Freude, ihre Augen
+flogen voraus und jetzt erkannte sie die Eltern, die auf dem Perron
+standen, um sie in Empfang zu nehmen.
+
+Welche Seligkeit ein Kind empfindet, wenn es nach langer Trennung zu den
+geliebten Eltern zurueckkehrt, das, meine jungen Leserinnen, kann nicht
+geschildert, sondern muss empfunden werden. Ilse lag in den Armen ihres
+Vaters und dachte an nichts weiter, als an das Glueck, wieder daheim zu
+sein.
+
+ [Illustration]
+
+"Bist du gross geworden!" rief der Oberamtmann und betrachtete sie mit
+stolzer Freude; "ich haette dich kaum wiedererkannt! Als halbes Kind gingst
+du von uns und jetzt kehrst du heim als junge Dame!"
+
+Er hielt sie noch immer in seinen Armen und konnte sich nicht satt sehen
+an ihr. Sanft entwand sie sich ihm, noch hatte sie die Mutter nicht
+begruesst, die mit Thraenen im Auge daneben stand und ihr die Arme
+entgegenstreckte. Ilse flog an ihr Herz und umschlang sie innig.
+
+"Meine liebe Mama!" das war alles, was sie sagen konnte. Und Frau Macket
+verstand sie, innig drueckte sie ihr Kind an sich, sie wusste, dass sie jetzt
+sein Herz fuer immer gewonnen hatte.
+
+"Hier ist noch jemand, der dich begruessen will, Kleines," unterbrach der
+Oberamtmann die kleine ruehrende Szene, die ihn selbst schon ganz
+weichmuetig machte, "sieh, Onkel Curt, beruehmter Maler und Afrikareisender,
+moechte gern deine Bekanntschaft machen!"
+
+Ilse reichte ihm die Hand und stand nun einem wirklichen Kuenstler
+gegenueber. Ob sie ihn "reizend" fand? - Als sie ihn ansah, den
+mittelgrossen, etwas breitschultrigen Mann, in der Samtjoppe, die mehr
+bequem als elegant sass, mit dem breitkrempigen Hute, der ein braun
+gebranntes, etwas verwittertes Gesicht tief beschattete, da draengte sich
+unwillkuerlich ein andrer in ihre Gedanken und sie verglich. "Die Juristen
+gefallen mir doch besser als die Kuenstler," - so meinte sie still in ihrem
+Herzen.
+
+Ehe Ilse in den Wagen stieg, wurde sie von Johann feierlich begruesst. Zur
+besonderen Ueberraschung hatte er Bob mitgebracht, der nun in toller,
+ausgelassener Freude seine Herrin begruesste. Johann vergass dabei seine
+Empfangsrede, die er sich muehsam zurechtgedacht hatte. Verlegen drehte er
+seine Muetze und sein breiter Mund zog sich von einem Ohre zum andern.
+
+"Da ist der Hund, Fraeulein Ilschen," sagte er. "Das unvernuenftige Vieh hat
+das Fraeulein gewissermassen gleich erkannt. Ich auch, wenn auch das
+Fraeulein gewissermassen schoen und stattlich geworden sind, wie ein
+Kuerassier." - Diesen wunderlichen Vergleich gebrauchte Johann nur bei ganz
+aussergewoehnlichen Gelegenheiten, er galt fuer ihn als hoechster Ausdruck des
+Vollkommnen.
+
+Alle lachten und Ilse reichte dem Freunde ihrer Kindheit die Hand.
+
+"Es ist gut, Johann," sagte der Oberamtmann, "du hast eine schoene Rede
+gehalten. Nun aber steige auf und lasse die Pferde tuechtig zugreifen, in
+einer halben Stunde muessen wir in Moosdorf sein."
+
+Im Vaterhause war alles festlich bereitet. Fahnen, Kraenze, Blumen, sogar
+eine Ehrenpforte mit einem maechtigen "Willkommen!" begruessten die
+heimkehrende Tochter. - Aber sie hatte nur einen fluechtigen Blick fuer alle
+Herrlichkeiten, ihre Ungeduld trieb sie hinein in das Haus, sie musste
+zuerst das Bruederchen sehen.
+
+Frau Anne, die vor ihr hineingegangen war, trat ihr schon mit demselben
+entgegen.
+
+"Du suesser, suesser Junge!" rief Ilse im hoechsten Entzuecken und der praechtige
+Knabe streckte ihr jauchzend seine Aermchen entgegen.
+
+"Er will zu mir, Mama, darf ich ihn nehmen?" Gluecklich laechelnd reichte
+die Frau ihr den Kleinen. Und Ilse tanzte mit ihm im Zimmer herum und
+kuesste und herzte ihn, bis er zu weinen anfing.
+
+Die Mutter nahm ihr den kleinen Schreihals ab. "War ich zu wild, Mama?"
+fragte Ilse bedauernd, "sei mir nicht boese darum! Ich freue mich ja zu
+furchtbar ueber ihn! - Was er fuer dicke Aermchen hat," fuhr sie zaertlich
+fort und kuesste dieselben. "Ach, und die lieben, schoenen Guckaeuglein
+schwimmen in Thraenen! Daran ist nur die boese, boese Schwester schuld, mein
+kleines Herz!"
+
+So plauderte Ilse bunt durcheinander und war so gluecklich wie ein Kind am
+Weihnachtsabend, wenn es seine neue Puppe begruesst. Sie mochte sich gar
+nicht von dem Kinde entfernen, bis endlich die Mama dasselbe der Waerterin
+uebergab.
+
+"Nun ist es genug, Kind," scherzte Frau Anne, "du verwoehnst mir sonst den
+Jungen, auch vergisst du uns andre darueber. Sieh! Papa und der Onkel stehen
+schon wartend da, sie wuenschen, dass du sie in das Speisezimmer hinueber
+begleitest. Oder moechtest du erst einmal hinauf in dein Zimmer gehn?"
+
+Sie ergriff Ilses Arm und fuehrte sie in die obere Etage, die beiden Herren
+folgten ihnen, und Ilse musste darueber lachen, sie ahnte ja nicht, weshalb
+sie es thaten.
+
+Es war eine grossartige Ueberraschung, die ihrer wartete. Als sie ihr
+Zimmer betrat, blieb sie sprachlos an der Thuere stehen. Sie erkannte die
+frueheren Raeume nicht wieder. Wohn- und Schlafgemach hatten die Eltern im
+altdeutschen Stil eingerichtet. Nichts war vergessen. Vom Schreibtisch bis
+auf die kleine Schmucktruhe, die vor dem Spiegel auf einem Schraenkchen
+stand. Sogar eine Staffelei war am Fenster aufgestellt.
+
+Ilses Freude war unbeschreiblich, die Eltern hatten ja ihre kuehnsten
+Wuensche erfuellt. - Etwas befangen betrachtete sie Staffelei und Maltisch.
+"O, Papa," sagte sie schuechtern, "das ist zu schoen fuer mich, ich kann ja
+noch gar nicht malen."
+
+"Bedanke dich bei dem Onkel dafuer, er ist der Anstifter davon!" entgegnete
+der Oberamtmann. "Er hat versprochen, dein Lehrmeister zu sein, das heisst:
+solange der Wandervogel bei uns aushalten wird."
+
+Nach dem Essen schlich sich Ilse hinaus in den Hof, sie musste es fast
+heimlich thun, denn der Papa konnte sich heute nicht von ihr trennen.
+Johann hatte auf diesen Augenblick laengst gewartet und stand schon bereit,
+das Fraeulein zu fuehren.
+
+Zuerst musste sie ihm in den Pferdestall folgen, und als sie die Runde
+durch saemtliche andre Staelle gemacht, alle Kuehe, Hunde u. s. w. begruesst
+hatte, da wollte er ihr auch noch den neuen Schweinestall zeigen, diesen
+Besuch aber schob Ilse bis auf eine andre Zeit auf.
+
+"Schade, schade," meinte Johann und machte ein niedergeschlagenes Gesicht,
+"ich haette dem Fraeulein so gern das neue Schweinehaus gezeigt. Es ist
+gewissermassen schoen drin, man koennte selbst drin wohnen."
+
+"Morgen, Johann," entgegnete Ilse, "heute habe ich keine Zeit mehr dazu,
+ich muss zu den Eltern."
+
+Kopfschuettelnd blickte der Kutscher ihr nach. "Frueher haette sie das nicht
+gesagt," sprach er fuer sich und bedenklich setzte er hinzu: "Sollte sie
+vornehm geworden sein?"
+
+Als der Tag zu Ende war, als Ilse allein in ihrem Zimmer sass, um zur Ruhe
+zu gehen, hielt sie zuvor noch eine Einkehr in ihr Herz. Der heutige Tag
+war so reich an wechselvollen und freudigen Eindruecken gewesen, was lag
+nicht alles zwischen Abend und Morgen! Trennung und Wiedersehn! War sie
+wirklich erst heute frueh von Lindenhof abgefahren, und hatte sie erst
+gestern morgen die Pension verlassen? Der Abschied von dort schien schon
+so weit hinter ihr zu liegen. -
+
+Es war so suess, mit wachen Augen noch etwas zu traeumen, und sie mochte noch
+nicht an den Schlaf denken. Ihr Blick fiel auf den geoeffneten Reisekoffer
+und sie bekam Lust, denselben auszupacken. Sie fing auch an, einige Sachen
+herauszunehmen und in die herrlich geschnitzte Kommode zu raeumen, dabei
+musste sie sich an Nellie erinnern; es fiel ihr ein, wie treu und lustig
+sie ihr geholfen hatte, damals, am ersten Tage in der Pension. Die gute,
+geduldige Nellie! Waere sie doch gleich bei ihr!
+
+Als sie ihr Tagebuch aus dem Koffer nahm, behielt sie es sinnend in der
+Hand. Was es enthielt, waren nur weisse Blaetter, denn nie hatte sie das
+Beduerfnis gefuehlt, ihm etwas anzuvertrauen. Wie in halber Zerstreuung
+schloss sie es auf und legte es geoeffnet auf den Schreibtisch. Sie griff
+nach der Feder, tauchte sie ein und ploetzlich - wie von einer inneren
+Macht getrieben, schrieb sie die Worte nieder: "Seit ich ihn gesehen -"
+
+Weiter kam sie nicht. Sie warf die Feder weit von sich und hielt beide
+Haende vor ihr heissergluehtes Gesicht. Eine tiefe Beschaemung presste ihr die
+Brust zusammen. Was hatte sie geschrieben, wessen Bild hatte ihr die Worte
+diktiert?
+
+Als ob sie sich auf einem schweren Unrecht ertappt, so schnell schloss sie
+das Buch und barg es in einem versteckten Fach ihres neuen Schreibtisches.
+Fort mit den thoerichten Gedanken, die ihr Unruhe machten und an denen nur
+Chamissos Lieder die Schuld trugen! Sie wollte sie niemals wieder lesen -
+niemals! -
+
+Drei Wochen waren Ilse im elterlichen Hause vergangen und sie fuehlte sich
+so gluecklich und wohl darin, wie nie zuvor. Gleich in den ersten Tagen
+hatte sie ihre Zeit nuetzlich eingeteilt. Auf ihren Wunsch gab ihr der
+Prediger noch einige Nachhilfestunden in verschiedenen wissenschaftlichen
+Faechern. Er war ueberrascht ueber die Fortschritte seiner frueheren
+Schuelerin, besonders aber freute er sich ueber ihren Ernst, ihre
+Bestaendigkeit beim Lernen. Er hatte sich nicht geirrt, als er die Pension
+einen Segen fuer Ilse genannt.
+
+Auch Frau Anne segnete das Institut, das aus dem wilden Kinde eine
+liebliche, sinnende Jungfrau geschaffen hatte. Eine solche Umwandlung
+hatte sie vor Jahr und Tag kaum fuer moeglich gehalten. An Ilses gutem
+Herzen hatte sie niemals gezweifelt, aber sie war ueberrascht von der
+geduldigen Liebe, die sie dem kleinen Bruder entgegenbrachte. Nur der
+Amtsrat konnte sich noch nicht in sein veraendertes Kind finden. Manchmal
+sah er es pruefend von der Seite an, als ob er fragen wollte: "Ist sie es,
+oder ist sie es nicht?"
+
+"Ich weiss nicht," sagte er eines Tages zu seiner Gattin, "Ilse ist mir zu
+zahm geworden. Ich kann mir nicht helfen, aber mein unbaendiges Kind mit
+dem Loch im Kleide gefiel mir besser, als die junge Dame im modischen
+Anzuge."
+
+"Aber Ilse ist jetzt wirklich eine junge Dame, lieber Richard," lachte
+Frau Anne, "sie ist kein Kind mehr und du musst dich daran gewoehnen, sie
+nicht mehr als solches anzusehn. Uebrigens ist sie so heiter und
+ausgelassen wie frueher, nur hat sie gelernt, ihren Uebermut zu zuegeln. Ich
+bin sehr zufrieden, wie sie ist, und bin ganz stolz auf mein Toechterchen."
+
+"Du magst ja recht haben," entgegnete Herr Macket, ohne indes von der
+Wahrheit ihrer Worte ueberzeugt zu sein, "und mit der Zeit werde ich mich
+auch an das erwachsene Maedchen gewoehnen, aber ich glaube, es wird noch
+mancher Tag darueber hingehn."
+
+"Wer weiss! Wer weiss! Ilse reisst dich vielleicht, ehe du es denkst, aus
+deiner Taeuschung und giebt dir den Beweis, dass sie kein Kind mehr ist."
+
+"Ich verstehe dich nicht, liebe Anne," sagte der Oberamtmann und sah seine
+Frau fragend an, "du sprichst so geheimnisvoll und machst mich neugierig."
+
+"Ich habe eine Beobachtung gemacht und glaube nicht, dass ich mich taeusche.
+Der junge Gontrau ist Ilse nicht gleichgueltig geblieben."
+
+Sprachlos blickte Herr Macket seine Frau an. Eine solche Moeglichkeit zu
+fassen, war er nicht im stande, sie war ihm noch niemals in den Sinn
+gekommen.
+
+"Du irrst, Anne," sprach er endlich, "das ist geradezu unmoeglich. Oder,"
+fuegte er besorgt hinzu, "hat sie dir etwa ein Gestaendnis abgelegt?"
+
+"Behuete Gott," wehrte Frau Anne ab, "wo denkst du hin? Ilses Herz ist wie
+eine Sinnpflanze, die ihre Blaetter schliesst bei der leisesten Beruehrung.
+Noch weiss und ahnt sie selbst nichts von ihren Gefuehlen, in ihrer
+kindlichen Unbefangenheit hat sie mir ihr Geheimnis verraten. Sie spricht
+gern und oft von Gontraus und weilt am liebsten in ihrer Erinnerung bei
+dem Sohne, von dem sie ausfuehrlich jede Kleinigkeit erzaehlt. Du muesstest
+sie hoeren, wenn sie die Erkennungsszene am Bahnhof in Lindenhof erzaehlt,
+und sehen, wie ihre Augen dabei strahlen."
+
+"Nun ja," fiel er ihr ins Wort, "das war romantisch! Du bist eine so kluge
+Frau, mein Annchen, weisst du denn nicht, dass alle Backfischchen gern
+schwaermen?"
+
+"Hoere nur weiter zu, Richard. Neulich fragte sie mich ganz aus dem
+Stegreife, ob ich den Namen {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Leo{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} schoen faende, und ob Juristen kluge
+Menschen waeren? Den Rosenstrauss, den sie bei ihrem Abschied erhielt, hat
+sie aufbewahrt. Als neulich die Hausmagd denselben wegwerfen wollte, ward
+sie fast aergerlich. Sie nahm ihr denselben aus der Hand und steckte die
+vertrockneten Blumen in eine Vase, die heute noch auf ihrem Schreibtische
+steht."
+
+"Ist das alles, was du weisst?" lachte der Oberamtmann vergnuegt und auch
+sehr erleichtert, "dann muss ich dir sagen, liebes Kind, dass deine
+Beobachtungen auf sehr wacklichen Fuessen stehen. Ich kenne meinen Wildfang
+besser und weiss, dass er noch fern von solchen Allotrias ist. Ilschen
+verliebt! Ha, ha, ha! Vergieb, Frauchen, dass ich dich auslache, aber ich
+kann nicht anders!"
+
+Sie mochte nicht weiter seine sichere Unbefangenheit stoeren und brach das
+Gespraech ab. "Was kommen soll, kommt doch," dachte sie, "und wer kann
+sagen, wie bald!" - Wenige Tage nach diesem Gespraeche fand das Erntefest
+statt. Frau Macket und Ilse befanden sich am Morgen dieses Tages in dem
+grossen Gartensaale. Sie ordneten noch hier und da einiges an der gedeckten
+Tafel, die festlich geschmueckt und zum Empfange vieler Gaeste bereit stand.
+Ilse beschaeftigte sich damit, die Vasen mit Blumen zu fuellen. Es war ihr
+so vergnuegt und froh um das Herz und singend und traellernd verrichtete sie
+ihre Arbeit.
+
+"Mama," unterbrach sie sich ploetzlich, "weisst du, dass ich eigentlich recht
+betruebt heute bin?"
+
+"Nein," entgegnete die Angeredete laechelnd, "davon habe ich noch nichts
+gemerkt. Weshalb wolltest du auch betruebt sein?"
+
+"Weil Nellie mir nicht geschrieben hat. Ich habe sie so herzlich zu unsrem
+Erntefeste eingeladen und sie hat mir keine Antwort darauf gegeben. Heute
+sind es sechs Tage, dass ich ihr schrieb."
+
+"Sie wird keine Erlaubnis erhalten haben, Kind. Du zweifeltest selbst
+daran, hast du das vergessen? Es wird ihr sehr schwer werden, dir der
+Vorsteherin abschlaegige Antwort mitzuteilen. Oder sollte sie dich heute
+unangemeldet ueberraschen?"
+
+"Das waere famos, himmlisch! Gontraus und Nellie hier - dann waeren alle
+meine Wuensche erfuellt! Aber daran ist nicht zu denken, Fraeulein Raimar
+erlaubt das auf keinen Fall. Nellie muss immer lernen und immer lernen. Ach
+Mama! Es muss furchtbar schrecklich sein, eine Gouvernante zu werden!
+Findest du nicht auch?"
+
+Frau Anne versuchte, Ilse von ihrem Vorurteile zu heilen, aber vergeblich.
+Sie blieb dabei, Gouvernanten koennten nur alte Maedchen werden und ihre
+Nellie passe gar nicht dazu.
+
+Plaudernd und singend hatte Ilse endlich saemtliche Vasen gefuellt und auf
+der Tafel verteilt. Sie stand noch bewundernd vor ihrem Werke, als die
+Mutter sie antrieb, sich anzukleiden.
+
+"Es ist hohe Zeit, Ilse, wir muessen uns eilen, in einer Stunde wird Papa
+mit Gontraus zurueck sein."
+
+Wie ein Vogel flog Ilse die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Kaum hatte sie
+indessen mit ihrer Toilette begonnen, als ihr die Magd einen Brief
+ueberbrachte, den der Brieftraeger soeben fuer sie abgegeben hatte. Er war
+von Nellie. Sie erbrach ihn sofort und las.
+
+Die ersten Worte schon brachten sie in eine lebhafte Aufregung, kaum
+vermochte sie weiter zu lesen. Mit stockendem Atem ueberflog sie die
+Zeilen, und als sie zu Ende war, eilte sie mit dem Briefe hinunter in der
+Mutter Gemach. Sie haette es nicht ausgehalten, die wichtige Neuigkeit, die
+sie eben erhalten, laenger fuer sich zu behalten.
+
+"Mama!" rief sie ganz atemlos, "ein Brief von Nellie! Ich muss ihn dir
+vorlesen!" - Und sie begann:
+
+
+
+
+
+
+"Mein suess Ilschen!
+
+"Ich bin eine Braut! O! und ein sehr glueckliches Braut! Erraetst Du, mit
+wem? Ja? O Ilse, Doktor Althoff ist meiner liebe, liebe Schatz! Ich moechte
+gleich Deine liebes Gesicht schauen, wenn Du diese gross Ereignis liest,
+ich sehe, wie Du Dein braun Lockenkopf schuettelst und hoere Dir rufen:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie will mir pfoppen!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Aber nein, sie pfoppt Dir nicht, alles, was sie
+heute schreibt, ist wahr. Du sollst alles wissen, meine liebe Freundin,
+ich will erzaehlen, wie es kam. O, es ist ein schwer' Aufgabe fuer mich, -
+ich bin so zerwirrt vom Glueck und ich finde mir so schlecht zurecht mit
+der deutsch Sprache. Du musst Geduld mit Dein Nellie haben, die eigentlich
+sehr dumm ist! Ich schaem' mir, Ilse, wenn ich denke an mein furchtbaren
+Dummheit. Es ist mir ein Raetsel, wie Alfred mir lieb haben kann. - Doch
+still darueber. - Hoere weiter.
+
+"Mit Dein lieber Brief, den Du mir schriebst, wo Du mir zu Dein Erntefest
+einladest, kam ein andern Brief an Fraeulein Raimar. Als ich nun begriffen
+war, in ihr Zimmer zu steigen, um sie recht fuer die Erlaubnis zu bitten,
+tritt sie ganz ploetzlich - ohne Anmeldung bei mir ein. Das war ein Wunder,
+denn sie macht uns niemals ein Visite, immer laesst sie uns rufen, wenn sie
+einiges von uns will. Ich erroetete vor Schreck, Du kannst denken.
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Nellie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} spricht sie und haelt ein offner Brief in ihr Hand, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}dieses
+Schreiben hier enthaelt die Anfrage an mir, ob ich nicht ein junge
+Englaenderin zu sofortiger Antritt empfehlen kann. Vollkommen deutsch
+braucht diese nicht zu sprechen, sie soll nur die drei Kinder englisch
+beibringen. Ich denke Dir vorzuschlagen, Nellie, bist Du einverstanden?
+Die Dame bietet hohe Gehalt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ich glaube, dass ich ein sehr traurig Gesicht machte zu ihr Vorschlag und
+ich konnte auch gar nix sagen. Dein Brief hielt ich noch in die Hand, aber
+ich habe nicht gewagt, Fraeulein Raimar zu sprechen, sie haette doch mein
+Bitten abgeschlagen.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Du hast wohl keine Lust,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte sie, weil ich schweigend war.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O, gar keine Lust,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} dacht' ich, aber ich durft' nicht sagen, wie
+furchtbar schrecklich mich der Gedanke war, ein Vierteldutzend Kinder zu
+unterrichten. Immer so weise und artig sein, - immer so mit der guten
+Beispiel vorangehn - nein, das macht mir gar nicht Spass.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Bestimmen Sie fuer mir, Fraeulein,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte ich, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich werde thun, wie Sie
+denken. Werde ich aber klug genug sein, zu ein' so grosser Aufgabe?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Lass das meine Sorgen sein,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte Fraeulein Raimar sehr bestimmend, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich
+wuerde Dich nicht empfehlen, wenn ich nicht wuesste, dass Du diese Stellung
+vollkommen erfuellen kannst.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Damit verliess sie mir und ich blieb tief betruebt zurueck.
+
+"Die Zubereitung fuer mein Abreise wurde gemacht und ich hatte viel zu
+thun, o - und viel zu hoeren!
+
+"Miss Lead hielt langen, strengen Predigten und vorbereitete mich zu eine
+wuerdige Gouvernante. Fraeulein Raimar mahnte mir taeglich zu Ernst und
+Gediegenheit, nur Fraeulein Guessow sah mir oft mit ein lang traurigen Blick
+an, der zu mich sprach: Thust mich leid, Darling, dass Du unter fremde
+Leute dienen musst.
+
+"Der ernste Abschiedstag war da. Es war der achtundzwanzigste September,
+morgens 11 Uhr, ein Stunde vor meine Abreise. Ich sass in mein Zimmer auf
+mein Reisekoffer und weinte. Ich war so gefuellt von Kummer, das Herz
+drueckte mir so schwer wie ein Muehlstein in der Brust. Kannst Du Dich das
+vorstellen? Nein, suess Ilschen, Du kannst nicht. Als Du von uns gingst,
+weintest Du auch und warst sehr betruebt, aber Du kehrtest in ein liebe
+Vaterhaus heim und Deine Eltern trocknete Deine Thraene, - wer trocknet
+meine? Niemand. Ich ging fort in die Fremde und {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ka Katzerl, ka Hunderl{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+kuemmert sich um mir. Ich wuenschte mir tot zu liegen, wie unsre suesse Lilli.
+
+"Wie ich mir so ganz verlassen fuehle und laut schluchze, steht ploetzlich
+Doktor Althoff, mein Doktor Althoff vor mir. Ich hatte ihn nicht gehoert,
+als er anklopfte und die Thuer oeffnete. Du kannst mein Schreck denken! Ich
+spring' von mein Reisekoffer und halt' das Tuch vor mein weinend Gesicht,
+ich schaemte mir so.
+
+"Leise zog er es fort und fragte mich mit seiner schoener, tiefer Organ:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Warum weinen Sie, Miss Nellie? Thut Sie es weh, aus dem Institut zu
+scheiden, moechten Sie hier bleiben!{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ich sagte gar nix, weil ich nicht konnte vor lautes Schluchzen.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Sehen Sie mich an, Miss Nellie,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} bat er, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}ich moechte gern in Ihr Auge
+sehen bei das, was ich Sie fragen will.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ich versuchte ihn anzublicken, aber ich musst' mein Auge niederschlagen,
+er hatte ein so sonderlicher Blick, niemals hat er mir so angesehen. O,
+ich ward so angst und es lief mich ganz heiss ueber mein Gesicht. Er griff
+mein' Hand und hielt sie fest und dann - ich weiss nicht, wie es kam - mit
+einem Male hatte er mir in seinen Arm genommen und fragte: {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Haben Sie mich
+lieb, Nellie?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"Ilse, kannst Du Dich denken, was ich empfand bei diese Frage? Es war, als
+ob der Himmel ploetzlich offen war und alle Seligkeit auf mein Haupt
+schuettelte. Im Wachen und im Traeumen immer hoer' ich dieser Wort in mein
+Ohr und zuweilen denk' ich, es ist alles nicht wahr! Doch hoere weiter. Du
+bist mein best' Freundin und nichts soll dir verborgen sein.
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Hast Du mich lieb?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} fragte er noch einmal, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}willst Du mein kleines Frau
+sein?{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}O ja - herzlich gern,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} sagte ich und ich weiss nicht, ob es sehr
+geschickt (schicklich) vor mich war, dass ich so schnell und ohne Besinnen
+mein Jawort gab, aber ich konnte nicht anders, ich hatte ja mein Alfred
+schon lange still in mein tiefster Herz geliebt.
+
+"Und nun kuesste er mir auf die Stirn und nannte mir seine Braut. Mein
+Seligkeit war ohne Grenzen, ich war nicht mehr verlassen, hatte mit ein
+Mal ein wonnige Heimat gefunden.
+
+"Als wir uns verlobt hatten, gingen wir sogleich zu Fraeulein Raimar und
+Alfred stellte mir als seine Braut vor. O, Ilse! Du haettest die erstaunte
+Gesichter sehen muessen! Es war zu spassig! Fraeulein Raimar weniger, sie
+weiss immer so gut ihr Gesicht in die gleiche Falte zu legen, man weiss
+nicht, ob sie Freude oder Trauer hat. Aber ich glaube, diesmal hatte sie
+Freude, denn sie nahm mich in ihr Arm und kuesste mir. Zu Alfred sagte sie:
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Wie ist das so schnell gekommen, Herr Doktor? Ich habe niemals von Ihr
+Neigung gemerkt.{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+
+"{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Ich bin selbst erst klar geworden, als ich Nellie verlieren sollte,{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+sagte Alfred und bat Fraeulein Raimar, die Gouvernante abzubestellen und
+mir unter ihr muetterlicher Schutz zu behalten, bis wir heiraten. Sie hat
+es versprochen. So blieb ich hier und packte meine ganze Siebensachen
+wieder aus.
+
+"Miss Lead glueckwuenschte mir auch, aber wenn sie auch meiner Landsmann ist,
+war sie doch kalt wie ein Frosch. Ich glaube, sie hat viel Neid. Aber ich
+mache mir nix davon und strahle voll Wonne. Fraeulein Guessow freut sich
+furchtbar ueber mein Glueck, ich habe sie so lieb als eine Schwester und
+bitte jetzt alle Tag der liebe Gott, dass er sie von ihr schwer' Beruf
+abloese, sie ist zu gut fuer ein streng' Lehrerin.
+
+"Unsre Freundinnen waren reizend nett! das heisst nicht alle, denn Melanie
+und Grete sind schnell abgereist, weil ihr Mutter krank war, sie wissen
+noch nichts. Orla beschenkte mir gleich mit ein kostbar Armband zum
+Andenken und zur Freude ueber unsre Verlobung. Das klein' Lachtaube konnte
+vor Lachen kein Wort sagen. Rosi sprach {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}artige{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Worte wie immer, und
+Flora? Sie machte ein lang Gesicht und sah Alfred mit ein schwaermerischer
+Blick an, dann drueckte sie uns stumm die Haende. Gestern hat sie mir mit
+ein lang {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}Elegie an ein Braut{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} beglueckt, sie ist sehr schoen wie alle
+Gedichte von Flora.
+
+"Heute frueh ist mein Alfred abgereist zu sein Mutter, das war ein sehr
+schwer' Abschied! Wir fuehlten uns gegenseitig ein wenig schwanken, doch
+liesse wir die Kopfe nicht fallen. Ich schluckte die Thraenen tapfer hinter,
+Fraeulein Raimar sollte mir nicht schwaechlich sehen. Alfred kommt ja auch
+bald zurueck, nur acht Tage ist er fort.
+
+"Nun leb' wohl, _dear_ Ilschen. Ich habe Dir ein langer, langer Brief
+geschrieben, nun antworte mich gleich, bitte, bitte! Ich freu' mir
+furchtbar auf Dein Brief, Du kommst doch zu mein Hochzeit? Neujahr werden
+wir getraut. Tausend Kuesse, mein Herzkind, und gruesse Deine lieber Eltern
+und das klein Babi von
+
+ Dein
+ seligste Nellie."
+
+
+
+
+
+
+"Nellie Doktor Althoffs Braut!" rief Ilse jubelnd. "Nun wird sie keine
+Gouvernante, Mama!"
+
+"Nein, nun hat sie die beste Heimat gefunden!" entgegnete Frau Macket, die
+zuweilen ueber Nellies komische Ausdruecke gelacht, zuweilen aber auch eine
+Thraene der Ruehrung nicht zu unterdruecken vermocht hatte, "sie ist dem
+alleinstehenden Kinde von Herzen zu goennen. Es muss ein liebes, drolliges
+Geschoepfchen sein, ihr Brief giebt ein sprechendes Zeugnis davon."
+
+Wenn Ilse auf dieses Kapitel kam, war sie unerschoepflich. Frau Anne musste
+sie ernstlich mahnen, sich anzukleiden.
+
+ [Illustration]
+
+"Gleich, Mama, gleich! Ich werde mich furchtbar eilen!" Aber zwischen Thuer
+und Angel wandte sie sich noch einmal, um zu fragen, warum Doktor Althoff
+sich wohl gerade in Nellie verliebt haben moege. Die Antwort auf diese
+sonderbare Frage wartete sie indes nicht ab, sondern sprang die Treppe
+hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
+
+"Nellie Braut!" Ihre Gedanken konnten sich nicht davon trennen. Sie
+durchlebte mit der Freundin das wichtige Ereignis von Anfang bis Ende und
+war so der Gegenwart entrueckt, dass sie lauter Verkehrtheiten machte.
+
+Anstatt des weissen Battistkleides hatte sie ihr Morgenkleid uebergezogen,
+sie merkte es erst, als sie die blassroten Schleifen daran befestigen
+wollte. Eilig machte sie ihren Fehler gut. Aber ihre Toilette war noch
+nicht vollstaendig vollendet, als sie dem Verlangen nicht widerstehen
+konnte, erst noch einmal Nellies Brief zu durchfliegen. "Haben Sie mich
+lieb?" "Willst Du mein kleine Frau sein?" Diese Stelle war zu schoen, sie
+musste sie nochmals lesen, dann liess sie den Brief in den Schoss sinken und
+sann und traeumte, ohne dass sie es wusste, wiederholten ihre Lippen die
+Worte: "Hast Du mich lieb?"
+
+Der Ruf der Mutter, die an die verschlossene Thuer klopfte, schreckte sie
+auf und brachte sie in die Wirklichkeit zurueck. Da lagen die Schleifen,
+dort die Blumen, an nichts hatte sie gedacht.
+
+"Geh nur hinunter, Mama, ich folge dir gleich!" rief sie und sprang in die
+Hoehe.
+
+Aber Frau Anne liess sich nicht abweisen, "sie muesse erst Ilses Anzug
+pruefen," rief sie zurueck.
+
+"Noch nicht fertig!" schalt sie eintretend. "O, du boese Ilse, was hast du
+gemacht? Warum liessest du dir nicht von Sofie helfen, wenn du allein nicht
+fertig werden konntest! Nur schnell, schnell! Jeder Augenblick ist
+kostbar!"
+
+Unter ihren geschickten Haenden stand Ilse bald fertig geschmueckt da. Frau
+Anne betrachtete sie mit freudigen Blicken, so reizend hatte sie ihr Kind
+noch niemals gesehen. War der duftige Anzug daran schuld? Oder hatten die
+Augen einen besonderen Glanz?
+
+ * * *
+
+Kaum zehn Minuten spaeter kam der Wagen vom Bahnhof zurueck und brachte die
+Gaeste. Der Landrat stieg zuerst aus demselben. Ungeniert nahm er Ilse, die
+mit ihrer Mama zum Empfange bereit stand, in die Arme und kuesste sie auf
+die Wange. Leo begruesste die Damen mit einem Handkuss. Ilse wusste jetzt, wie
+sie sich bei einem so kritischen Falle zu benehmen hatte, sie zog die Hand
+nicht fort, die Mama hatte es auch nicht gethan.
+
+Die Eltern fuehrten Gontraus hinauf in die bereitstehenden Gastzimmer, Leo
+blieb noch zoegernd auf der Veranda stehen. Er trat zu Ilse, die etwas
+entfernt von ihm stand. Sie lehnte gegen einen Pfeiler und zupfte sehr
+eifrig an einer Weinranke. Sein Blick ruhte auf dem reizenden Maedchen, das
+ihm in den wenigen Wochen, seit er sie nicht gesehen hatte, groesser und
+schoener geworden schien.
+
+"Sie sind so still und so ernst," redete er sie an, "gar nicht wie im
+Lindenhof. Wo ist Ihr froehlicher Uebermut geblieben? Drueckt Sie ein
+Kummer?"
+
+"Kummer? o nein!" Und ihre Augen lachten ihn mit der alten Froehlichkeit
+an. "Im Gegenteil, eine grosse, grosse Freude habe ich gehabt!" Und sie
+verkuendete ihm Nellies Verlobung.
+
+Eigentlich wunderte es sie, dass er so wenig darauf zu erwidern hatte. Fast
+keine Miene hatte er bei dieser hochwichtigen Nachricht verzogen. Sein
+Blick hing unverwandt an ihren Lippen, und doch schien es, als waeren seine
+Gedanken in weiter Ferne.
+
+"Ist sie sehr gluecklich?" fragte er in halber Zerstreuung.
+
+"Gluecklich?" wiederholte Ilse verwundert ueber seine Frage. "Selig ist sie!
+Sie muessen nur ihren Brief lesen!"
+
+"Lesen Sie ihn mir vor," bat er. "Lassen Sie uns die schoene Einsamkeit
+benutzen, jetzt sind wir ungestoert."
+
+"Das geht nicht! Nein, gewiss nicht!" rief sie beinahe aengstlich. Es
+schreckte sie ploetzlich der Gedanke: Wie kannst du ihm Nellies geheimste
+Empfindungen offenbaren? - Doch war es dieser Gedanke allein, der sie so
+seltsam beklommen machte? Entsprang die Furcht, mit ihm allein zu sein,
+aus derselben Quelle?
+
+"Wenn ich Sie sehr darum bitte, auch dann nicht?"
+
+Sie war schon halb auf der Flucht, als seine dringende Bitte ihr Ohr
+beruehrte.
+
+"Ich kann nicht! Ich habe im Hause zu thun! Spaeter!" rief sie ihm verwirrt
+zu, flog ueber die Veranda hinweg durch den Speisesaal bis in die
+offenstehende Thuer des kleinen Boudoirs der Mama.
+
+Er sah ihr nach, bis der Zipfel ihres weissen Kleides entschwunden war. Auf
+seinem Antlitz spiegelten sich die verschiedensten Gefuehle, sie drueckten
+Zweifel, Hoffnung und Entzuecken aus.
+
+Als Ilse so hastig in das kleine Zimmer trat, atemlos und mit heissen
+Wangen, erschrak sie fast, als sie den Onkel antraf.
+
+"Nun, Backfischchen, was ist dir denn begegnet?" fragte er und legte das
+Buch, in welchem er gelesen, aus der Hand.
+
+"O nichts, nichts, gar nichts!" rief sie schnell. "Ich bin nur so heiss und
+mein Herz klopft so furchtbar."
+
+Ehe er noch nach der Ursache ihrer Erregung fragen konnte, schnitt sie ihm
+das Wort ab. "Eine furchtbar interessante Neuigkeit, Onkel Curt! Nellie
+ist Braut!"
+
+Wer Nellie war, wusste er laengst, oft genug hatte Ilse ihm in den
+Malstunden, die sie mit vielem Eifer nahm, von ihr erzaehlt, aber wie sie
+aussah, wusste er noch nicht, heute konnte sie ihm das Bild derselben
+zeigen. Es war ihr jetzt das Album nachgesandt, welches Fraeulein Raimar
+ihr bereits bei der Abreise versprochen hatte. Es enthielt die Bilder der
+Lehrerinnen und Freundinnen.
+
+"Also Nellies Verlobung macht dir Herzklopfen?" meinte er etwas
+zweifelhaft laechelnd. "So, so! Sag' mal, Fischchen, sind Gontraus schon
+da?"
+
+Diese Frage hatte Ilse ueberhoert. "Hier ist Nellie!" fiel sie dem Onkel in
+die Rede und reichte ihm das Album. "Sag', ist sie nicht reizend?"
+
+"Reizend? Das kann ich nicht finden," entgegnete er etwas gedehnt und nach
+einigen pruefenden Kennerblicken. "Anmutig, grazioes, ja, der Mund ist
+lieblich, Augen und Nase aber -"
+
+"Ach, Onkel," unterbrach ihn Ilse, "du darfst sie nicht mit so kritischen
+Blicken ansehen, du kannst mir glauben, Nellie ist reizend! Das Bild ist
+auch schlecht, in Wirklichkeit ist sie viel huebscher!"
+
+Er hatte in dem Album weiter geblaettert und nach dieser oder jener sich
+erkundigt. Ploetzlich fragte er erregt: "Wie heisst diese Dame hier?"
+
+"Das ist meine liebste Lehrerin, Fraeulein Guessow. Wir hatten sie alle
+furchtbar lieb und schwaermten fuer sie. Du kennst sie wohl?" wandte sie
+sich fragend an ihn. Es fiel ihr auf, dass er das Bild so starr
+betrachtete.
+
+"Ich kenne sie nicht, nein. Aber es muss mir im Leben ein Maedchen begegnet
+sein, das diesem Bilde glich. Doch, das ist lange her. Wie alt ist deine
+Lehrerin?"
+
+"Sie ist nicht mehr jung, schon siebenundzwanzig Jahre alt," entgegnete
+Ilse nach echter Backfischart.
+
+"Ja, da ist sie schon ein altes Maedchen," bestaetigte der Onkel. Aber nur
+seine Lippen scherzten, sein Auge hing mit Ernst und Wehmut an dem
+getreuen Bilde der Lehrerin.
+
+Waere Ilse nicht so jung und allzu sehr mit ihrer eigenen kleinen Person
+beschaeftigt gewesen, es haette ihr auffallen muessen, wie andaechtig und wie
+lange er das Bild betrachtete. "Du findest sie wohl huebsch?" fragte sie
+unbefangen.
+
+"Wie heisst sie? Guessow?" fragte er, und jetzt hatte er ihre Frage
+ueberhoert. "Wie ist ihr Vorname?"
+
+"Charlotte."
+
+"Lotte," nickte er zustimmend, "ein schoener Name!"
+
+Er schloss das Album und nahm sein Buch wieder zur Hand. Ilses Anwesenheit
+schien er vergessen zu haben.
+
+Sie kannte ihn schon als einen Sonderling, darum fiel ihr sein Wesen nicht
+auf.
+
+"Komm mit hinaus auf die Veranda, Onkel," bat sie, "Gontraus sind
+gekommen." Diese letzten Worte setzte sie mit abgewandtem Gesicht hinzu.
+
+"Ja, ja, bald!" entgegnete er zerstreut und liess sich nicht stoeren. "Ich
+folge dir gleich."
+
+Zoegernd und auf den Fussspitzen durchschritt sie den Speisesaal. Mehrmals
+blieb sie stehen und lauschte. Alles war still. Als sie die geoeffnete
+Thuere erreicht hatte, bog sie den Kopf etwas vor und spaehte nach beiden
+Seiten; als sie die Veranda voellig vereinsamt sah, wagte sie sich hinaus.
+Der Fruehstueckstisch stand bereit, sie machte sich daran zu schaffen,
+horchte dann wieder, ob die Eltern noch nicht kaemen. Sie blieben recht
+lange. Wo sie nur verweilten? Wenn sie gewusst haette, dass sie mit dem
+Landrat und seiner Frau oben im Wohnzimmer waren, wo sie durchaus erst dem
+kleinen Bruder eine Visite abstatten wollten, wie wuerde sie zu ihnen
+geeilt sein.
+
+Endlich vernahm sie Schritte. War das der Onkel? Es war nicht sein
+Schritt, auch wuerde er nicht durch die Hausflur und von aussen herum auf
+die Veranda gekommen sein. Vorsichtig lugte sie durch das Blaetterwerk und
+erkannte zu ihrem Schrecken - Leo.
+
+Das Blut schoss ihr in die Wangen und der Atem stockte ihr in der Brust.
+Unmoeglich konnte sie ihm jetzt gegenueberstehen! Sie wuerde nicht im stande
+gewesen sein, ein Wort hervorzubringen, und wenn sie so stumm und dumm vor
+ihm stand, was sollte er von ihr denken?
+
+Flucht! das war das einzige, was sie aus dieser peinlichen Lage befreien
+konnte, aber es war zu spaet, er hatte sie gesehen, und gerade, als sie
+ihren eiligen Rueckzug nahm, als sie den Salon bereits halb durchschritten
+hatte, holte er sie ein.
+
+"Jetzt muessen Sie bleiben, gnaediges Fraeulein," sprach er scherzend, "ich
+lasse Sie nicht fort! Sie haben mich auf {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}spaeter{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} vertroestet und jetzt ist
+es {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}spaeter{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}, und Sie werden sich allergnaedigst herablassen, mir Miss
+Nellies Brief vorzulesen! eine Frau - ein Wort!"
+
+Nun war sie gefangen! Entfliehen konnte sie ihm nicht mehr, es waere zu
+einfaeltig gewesen. Sie drueckte die Hand fest auf das stuermisch klopfende
+Herz und wandte sich um. Scheu, wie eine wilde Taube, die sich im Netze
+gefangen hat, erhob sie das braune Auge und sah ihn an.
+
+Ihre Befangenheit entging ihm nicht, aber mit feinem Gefuehle brachte er
+sie mit leichtem Scherze darueber hinweg. Er bot ihr den Arm und fuehrte sie
+zu einer Ecke der Veranda, in welcher ein kleiner eiserner Tisch und zwei
+Stuehle standen. Die Oktobersonne stahl sich durch das blutrote Weinlaub
+und neckte das junge Maedchen. Gerade in die Augen blitzte sie ihm ihre
+Strahlen hinein, so dass sie dieselben schliessen musste.
+
+"Die Sonne blendet," bemerkte Ilse und war froh, ein gleichgueltiges Wort
+gefunden zu haben. "Es ist auch so warm hier," fuhr sie fort und erhob
+sich.
+
+"Die boese Sonne! Wir wollen ihr aus dem Weg gehen!" Und er fuehrte sie auf
+die entgegengesetzte Seite.
+
+Hier war es schattig und kuehl und Ilse hatte keinen Grund mehr, sich zu
+erheben. Sie war auch nach und nach mehr Herrin ihrer Beklommenheit
+geworden, und als er noch einmal an den Brief erinnerte, fand sie sogar
+den frueheren scherzhaften Ton.
+
+"Sie sind ein Quaelgeist," sagte sie. "Was kann es Sie interessieren, {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}wie{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}
+- und {~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}was{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Nellie mir schreibt! Sie wollen nur darueber spotten und das
+duerfen Sie nicht!"
+
+"Wie koennen Sie mich in so boesem Verdacht haben!" wehrte er ab. "Sie haben
+mir Ihre Freundin so liebenswuerdig geschildert, dass mein Wunsch, von ihr
+zu hoeren, wie sie mit eigenen Worte von ihrem Gluecke schreibt, ganz
+natuerlich ist."
+
+Ilse sah ihn noch etwas unglaeubig an, doch, da sie den spottenden Zug um
+seinen Mund nicht entdeckte, glaubte sie ihm und zog den Brief aus der
+Tasche. Sie schlug ihn auf und las ihn fuer sich.
+
+"Nun?" fragte er.
+
+"Immer Geduld, Herr Assessor! Erst muss ich die Stellen aussuchen, die Sie
+hoeren duerfen! Der ganze Inhalt ist nicht fuer Ihre Ohren bestimmt!"
+
+"Das waere grausam!" protestierte er dagegen, "das ist gerade so, als ob
+Sie einem Kinde ein Stueckchen Zucker hinhalten und sagen zu ihm: du, lecke
+mal dran! Den Zucker aber steckten Sie selbst in den Mund."
+
+Sie lachte lustig ueber seinen Vergleich, er brachte sie ganz in die alte,
+froehliche Laune zurueck. "Nun hoeren Sie zu, aber nicht spotten!" drohte sie
+ihm mit dem Finger.
+
+Es war ein anmutiges Bild, das die jungen, schoenen Menschenkinder boten.
+Dicht nebeneinander sassen sie beide, sie lesend und er aufmerksam ihren
+Worten lauschend. Er hatte den Arm auf den Tisch gestuetzt und sah auf Ilse
+herab, die den Kopf etwas vornuebergebeugt hielt. Ploetzlich hielt sie inne.
+
+"Lesen Sie weiter, bitte! Warum hoeren Sie auf? Denken Sie an das Stueck
+Zucker?" Sie schwieg, wie mit sich selbst ueberlegend.
+
+Warum eigentlich wollte sie ihm das Schoenste im ganzen Briefe
+verschweigen? Nellie hatte ihre Verlobung so drollig, so gemuetvoll
+geschildert, ihre ganze Eigenart sprach sich darin aus.
+
+Als er sie noch einmal so dringend bat, fortzufahren, that sie es. Erst
+etwas zoegernd, dann aber las sie fliessend, ohne nur einmal zu stocken, zu
+Ende.
+
+Warum sass er so stumm? Sein Schweigen musste sie verletzen. Sie hatte so
+fest erwartet, dass er sein Entzuecken laut aeussern wuerde! Nun sagte er gar
+nichts. Fast vorwurfsvoll sah sie ihn an, aber wie schnell senkte sie ihr
+Auge. Es traf sie sein Blick so sonderbar. Sie musste an Doktor Althoffs
+{~SINGLE RIGHT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~}sonderlicher{~SINGLE LEFT-POINTING ANGLE QUOTATION MARK~} Blick denken.
+
+"Ihre Freundin hat ein warmes, tiefes Empfinden," bemerkte er endlich,
+aber es kam gezwungen heraus. Er fuehlte das selbst und brach ab.
+
+"Fraeulein Ilse," fuhr er nach einer kleinen Pause ganz ohne Zusammenhang
+fort, "was wuerden Sie antworten, wenn - wenn jemand Sie fragen wuerde:
+Haben Sie mich lieb?"
+
+Sie war so verwirrt, so erschrocken bei seiner Frage, die sie wie ein
+Blitz aus blauem Himmel traf. Ihr heisses Blut wallte auf bei dem Gedanken,
+dass er sie verspotten koenne.
+
+Fast hastig erhob sie sich. "Nein, wuerde ich sagen!" fuhr sie heraus, "ich
+habe niemand lieb! Niemand!" wiederholte sie, als ob sie erst noch einen
+Trumpf darauf setzen wollte.
+
+Wenn der Brausekopf nur einen Blick auf ihn geworfen haette, wie bald wuerde
+sie ihn verstanden haben! Sein Auge hing mit Entzuecken an ihr, der
+Widerstand verlieh ihren Zuegen einen neuen Reiz fuer ihn.
+
+"Ilse," sagte er zaertlich und ergriff ihre Hand. "Wenn ich es waere, der
+Sie fragte: Haben Sie mich lieb, wollen Sie meine kleine Frau sein? Wuerden
+Sie auch dann so sprechen?"
+
+Hastig entzog sie ihm ihre Hand und verhuellte das Gesicht.
+
+"Hast du mich lieb, Ilse?" - Seine Stimme klang weich und innig und traf
+ihr Herz - ein "Ja" aber brachte sie nicht ueber die Lippen. Ihr sproeder
+Sinn liess es nicht zu, oder regte sich noch einmal der alte Widerspruch in
+ihr?
+
+"Nein! Niemals!" sagte sie schnell und wandte sich heftig ab.
+
+"Nein! - niemals?" wiederholte er und sah sie in schmerzlicher Erregung
+an, "o Ilse! nehmen Sie das Wort zurueck, es haengt das Glueck meines Lebens
+davon ab! - Ich war zu schnell mit meiner Frage - nicht wahr? Ich habe Sie
+erschreckt! - Nicht jetzt geben Sie mir die Antwort, erst wenn Sie ruhiger
+sein werden, dann -"
+
+Er sank auf einen Stuhl und bedeckte die Augen mit der Hand.
+
+Ilse stand noch immer von ihm abgewandt, in ihr kaempften die
+widerstreitendsten Gefuehle. Ihr Herz zog sie zu ihm hin, aber sie konnte
+die Bruecke nicht finden, die ueber den breiten Strom fuehrte, der sie noch
+von ihm trennte. Da war es ploetzlich, als stiege Lucies Bild vor ihr auf,
+als vernaehme sie eine Stimme, die ihr warnend zurief: "Willst du ihn
+verlieren? - Denke an mein Geschick!"
+
+"Leo," sagte sie schuechtern und trat ihm einen Schritt naeher, aber
+erschreckt ueber ihre Kuehnheit blieb sie hocherroetend und mit
+niedergeschlagenen Augen stehen.
+
+ [Illustration]
+
+Wie ein Hauch fast war sein Name ueber ihre Lippen gekommen, aber er hatte
+ihn doch vernommen. Jubelnd sprang er auf und sein Auge, das eben noch so
+verzagt und traurig geblickt hatte, leuchtete in freudigem Glanze.
+
+"Nun bist du meine Ilse!" rief er aus und zog sie an sein Herz, doch als
+er den ersten Kuss auf ihre Lippen druecken wollte, da wendete sie den Kopf
+zur Seite und die sproede, widerspenstige Ilse meldete sich noch einmal.
+
+"Kuessen ist nicht erlaubt," erklaerte sie mit aller Entschiedenheit, "wie
+koennte ich mich von einem fremden Manne kuessen lassen?"
+
+"Aber die Hand," bat er lachend, "die Hand darf ich kuessen!"
+
+Das wurde ihm gnaedig bewilligt.
+
+Er hielt sie noch in dem Arm, als die beiden Elternpaare auf der Veranda
+erschienen. Alle hatten sofort begriffen, was hier geschehen war, nur der
+Oberamtmann stand wie versteinert da. Der Landrat und seine Gattin waren
+die ersten, die das Brautpaar begruessten, beglueckt nahmen sie Ilse als ihr
+Toechterchen an ihr Herz. Herr Macket hatte sich noch nicht vom Flecke
+geruehrt.
+
+Frau Anne trat zu ihm und legte die Hand auf seinen Arm. "Siehst du,
+Richard, aus dem Kinde ist eine Jungfrau geworden, glaubst du es nun?"
+fragte sie zaertlich.
+
+"Ilse! Meine kleine Ilse!" brachte er endlich muehsam hervor und seine
+Brust hob und senkte sich im heftigen Kampfe. "Ist es wahr? Willst du mich
+verlassen?"
+
+Da flog sie an seinen Hals und kuesste ihn stuermisch, dabei rief sie unter
+Weinen und Lachen: "Mein kleiner, einziger Herzenspapa, ich habe ihn ja so
+lieb!"
+
+ * * *
+
+Nun ist eigentlich meine Erzaehlung zu Ende, denn die ueberraschten
+Gesichter der Gaeste zu schildern ist langweilig, selbst wenn die
+Ueberraschung ihnen so unerwartet kam, wie Ilses Verlobung am Erntefeste.
+Eins aber muss ich meinen lieben Leserinnen noch mitteilen, wie naemlich
+Onkel Curt an demselben Tage ploetzlich verschwunden war. Waehrend alle
+froehlich bei der Tafel sassen, hatte er sich von Johann still und ohne
+Aufsehen nach dem Bahnhof fahren lassen.
+
+Frau Macket fiel seine Flucht nicht weiter auf, sie kannte ihren Bruder
+als einen unstaeten Geist, der, wie es ihm einfiel, kam und verschwand. -
+Drei Wochen vergingen ohne das geringste Lebenszeichen, da endlich langte
+ein Brief aus Muenchen von ihm an. Sein Inhalt versetzte alle auf Moosdorf
+in sprachloses Erstaunen. Ilse aber kam darueber ganz ausser Rand und Band.
+Sie klatschte in die Haende, tanzte im Zimmer umher und rief jubelnd: "Ich
+bin die Ursache ihres Glueckes, durch mich haben sie sich gefunden! Was
+wird Leo dazu sagen? Wie freue ich mich!" - Doch ich will nicht
+vorgreifen, sondern lieber den kurzen Inhalt des Briefes mitteilen.
+
+"Wir sind auf der Hochzeitsreise. Lotte und ich wollen den Winter in
+Italien zubringen. Ihr wundert Euch, nicht wahr? Ist aber gar nichts dabei
+zu verwundern. Lotte und ich waren schon uralte Brautleute, haben nur
+niemals davon gesprochen. - Im Fruehjahr kehren wir zurueck, ich werde Euch
+dann meine junge Frau vorstellen. - Dem Fischchen besonderen Gruss - sie
+weiss schon warum. Soll uebrigens fleissig weitermalen, wenn der Brautstand
+ihr die Zeit dazu laesst." -
+
+"Nun bin ich Deine Tante, mein Liebling! Wer haette das gedacht!" schrieb
+seine Frau, ehemals Fraeulein Guessow, unter den Brief. "Wie gern haette ich
+Dir laengst die ganze wunderbare Geschichte, - und wie alles gekommen ist,
+mitgeteilt, aber ich durfte es nicht. Onkel Curt wollte erst nach unsrer
+Verheiratung die Erlaubnis dazu geben. Auch heute kann ich nur wenige
+Zeilen Dir schreiben, mein Mann steht hinter mir und treibt, dass ich
+aufhoere.
+
+"Denkst Du noch an Lucies Geschichte? - Jene Lucie hiess Lotte und war ich
+selbst - und der Maler? - Nun, Du erraetst schon, wer es war, ohne dass ich
+ihn nenne.
+
+"Wenn wir zurueckkehren, bist Du am Ende auch eine junge Frau? Wie habe ich
+mich gefreut ueber dein sonniges Glueck, Herz! Der Himmel erhalte es Dir!"
+
+
+
+
+
+
+ BEMERKUNGEN ZUR TEXTGESTALT
+
+
+Die Originalausgabe ist in Fraktur gesetzt. In Antiqua gesetzt sind in ihr
+roemische Zahlen (in der elektronischen Fassung ohne Hervorhebung
+wiedergegeben) und einzelne Woerter aus fremden Sprachen, hier durch
+Unterstrich (_) gekennzeichnet, ebenso wie gesperrt gesetzte Passagen.
+
+Korrektur von offensichtlichen Druckfehlern:
+
+ Seite 38: Anfuehrungszeichen ergaenzt hinter "nicht,"
+ Seite 61: erste Zeile ausgefallen, ergaenzt nach 28. Auflage ("Gruesse
+ nur alle, du einziger Herzenspapa, auch die")
+ Seite 70: doppeltes in einfaches Anfuehrungszeichen geaendert vor und
+ nach "Ich kann nicht,"
+ Seite 133: Anfuehrungszeichen ergaenzt hinter "Lubauer."
+ Seite 137: Anfuehrungszeichen ergaenzt hinter "Macket."
+ Seite 153: Punkt ergaenzt hinter "solle"
+ Seite 159: Anfuehrungszeichen ergaenzt vor "Mein" und hinter
+ "Breitner."
+ Seite 191: Anfuehrungszeichen ergaenzt vor "aber"
+ Seite 237: Punkt ergaenzt hinter "langweilig"
+ Seite 250: doppeltes in einfaches Anfuehrungszeichen geaendert hinter
+ "will." und "Nellie?"
+ Seite 252: oeffnendes in schliessendes Anfuehrungszeichen geaendert
+ hinter "gefunden!"
+ Seite 262: "Auge" geaendert in "Augen"
+ Seite 265: "Kurt" geaendert in "Curt" (zweimal)
+
+
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TROTZKOPF***
+
+
+
+ CREDITS
+
+
+February 17, 2010
+
+ Project Gutenberg TEI edition 1
+ Produced by Anca Sabine Dumitrescu, Jana Srna, Norbert H.
+ Langkau, Stefan Cramme and the Online Distributed Proofreading
+ Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+ A WORD FROM PROJECT GUTENBERG
+
+
+This file should be named 31309.txt or 31309.zip.
+
+This and all associated files of various formats will be found in:
+
+
+ http://www.gutenberg.org/dirs/3/1/3/0/31309/
+
+
+Updated editions will replace the previous one -- the old editions will be
+renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no one
+owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and
+you!) can copy and distribute it in the United States without permission
+and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the
+General Terms of Use part of this license, apply to copying and
+distributing Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works to protect the Project
+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} concept and trademark. Project Gutenberg is a registered
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+for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
+performances and research. They may be modified and printed and given away
+-- you may do practically _anything_ with public domain eBooks.
+Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial
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+ THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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+you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+License (available with this file or online at
+http://www.gutenberg.org/license).
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+
+ Section 1.
+
+
+General Terms of Use & Redistributing Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works
+
+
+ 1.A.
+
+
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+you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the
+terms of this license and intellectual property (trademark/copyright)
+agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this
+agreement, you must cease using and return or destroy all copies of
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+and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may
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+forth in paragraph 1.E.8.
+
+
+ 1.B.
+
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+"Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or
+associated in any way with an electronic work by people who agree to be
+bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can
+do with most Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works even without complying
+with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
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+ 1.C.
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+PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works. Nearly all the individual works in the
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+
+ 1.E.
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+by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project
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+other work associated with Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}.
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+work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
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+ 1.E.6.
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+You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
+marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word
+processing or hypertext form. However, if you provide access to or
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+ You must require such a user to return or destroy all copies of the
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+
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+ distribution of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} works.
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+
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+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} trademark. Contact the Foundation as set forth in
+Section 3 below.
+
+
+ 1.F.
+
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+ 1.F.1.
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+Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to
+identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain
+works in creating the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection. Despite these
+efforts, Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works, and the medium on which they
+may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to,
+incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright
+or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk
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+refund in writing without further opportunities to fix the problem.
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+you cause.
+
+
+ Section 2.
+
+
+ Information about the Mission of Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} is synonymous with the free distribution of electronic
+works in formats readable by the widest variety of computers including
+obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
+efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
+of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
+they need, is critical to reaching Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}'s goals and ensuring
+that the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} collection will remain freely available for
+generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation was created to provide a secure and permanent future for
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} and future generations. To learn more about the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
+can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
+http://www.pglaf.org.
+
+
+ Section 3.
+
+
+ Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
+Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
+The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
+Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
+extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr.
+S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
+1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
+can be found at the Foundation's web site and official page at
+http://www.pglaf.org
+
+For additional contact information:
+
+
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+ Section 4.
+
+
+ Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
+ Foundation
+
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} depends upon and cannot survive without wide spread
+public support and donations to carry out its mission of increasing the
+number of public domain and licensed works that can be freely distributed
+in machine readable form accessible by the widest array of equipment
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+requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
+received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
+determine the status of compliance for any particular state visit
+http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
+not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
+accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
+with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
+statements concerning tax treatment of donations received from outside the
+United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
+and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
+checks, online payments and credit card donations. To donate, please
+visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+ Section 5.
+
+
+ General Information About Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} electronic works.
+
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+concept of a library of electronic works that could be freely shared with
+anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}
+eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~} eBooks are often created from several printed editions,
+all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
+notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
+with any particular paper edition.
+
+Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's eBook
+number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
+(zipped), HTML and others.
+
+Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
+old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
+_Versions_ based on separate sources are treated as new eBooks receiving
+new filenames and etext numbers.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg{~TRADE MARK SIGN~}, including how
+to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation,
+how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email
+newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+
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+***FINIS***
+ \ No newline at end of file
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Binary files differ
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+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
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+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
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